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Full text: Reinickendorfer Eulenpost (Rights reserved) Issue 33.2020 (Rights reserved)

Reinickendorfer EulenPost s t September 2020 AUSGABE 33 Aus dem Inhalt Die „LernBrücken“ ��������������������������������������������������� S. 3 LernBrücken-Ferienprogramm ������������������������� S. 6 EIN R Ü F WAS SCHULANFANG! Kreatives aus der LernBrücke ­­�������������������������� S. 10 Campus Hannah Höch baut Brücken ���������� S. 15 TalentCampus im Haus am See ��������������������� S. 16 Ferienprogramm der Kolumbus-EFöB �������� S. 18 Leseempfehlungen ���������������������������������������������� S. 20 Der zerbrochene Krug ����������������������������������������� S. 23 Nachrichten aus der Zukunft �������������������������� S. 24 QM-Newslette und Termine ���������������������������� S. 28 Nach längerer Zeit – nach einer Mischung aus viel Home-Schooling, ein wenig Präsenz-Unterricht und anschließenden Sommerferien – ging es endlich wieder in die Schulklassen zurück, konnten endlich alle Mitschüler*innen und Lehrer*innen wiedergesehen werden. Und die Einschulungen, normalerweise ein Zusammenkommen der Erstklässler*innen und ihrer Familien bei Feiern in der Aula, die in der Vergangenheit schon kaum ausreichend Platz für alle Familienangehörigen bot, waren in diesem Jahr nur mit namentlicher Anmeldung für wenige Familienmitglieder möglich. Ein Glück, dass im privaten Kreis wieder gefeiert werden konnte und so auch die Verwandten und Freunde nachmittags dabei waren. Leider wird auch über den Schulbeginn hinaus die Schule mit vielen Einschränkungen umgehen müssen. Da kann der Mund-Nasen-Schutz in den Gängen oder vielleicht irgendwann auch in der Klasse - wie es in einigen anderen Bundesländern schon geregelt ist - noch das kleinere Übel sein. Hauptsache, es muss keinen erneuten Lockdown geben. Trotz geschlossener Schulen wurde in den letzten Monaten einiges auf die Beine gestellt. Mit dem Programm „LernBrücken“ wurde viel unternommen, um möglichst alle Schüler*innen über die Lockdown-Zeit zu bringen. Auf den nächsten Seiten finden sich Berichte über die Arbeit, die z.B. in der Kolumbus-Schule und im Campus Hannah Höch geleistet wurde. Die EulenPost möchte den Blick auf vieles lenken, was trotz Corona in den letzten Monaten möglich war. Da sind z.B. die Musiker der Komischen Oper, die im Kiez musizierten (S. 27), und die Theatergruppe der Paul-Löbe-Schule, die sich entschlossen hatte, ein Theaterstück als Hörspiel zu veröffentlichen (S. 23). Weil es in der Coronazeit besonders schwierig ist, einen Ausbildungsplatz zu finden, stellen wir hier (S. 30) auch eine Möglichkeit vor, wie Schüler*innen und Eltern Ausbildungsbetriebe kennenlernen können. Je besser wir uns über das Virus informieren und Abstands- und Hygieneregeln befolgen, umso wahrscheinlicher können wir einen neuen Lockdown gemeinsam verhindern. Solange es einigermaßen warm ist, sollten wir uns viel im Freien aufhalten, insbesondere wenn wir andere Menschen treffen. Für diejenigen, die gerne zuhause lesen und schreiben, gibt es in dieser EulenPost wieder spannende Leseempfehlungen (S. 20), und die Redaktion freut sich auf schriftliche Berichte über eure/ Ihre Erfahrungen in der Schule und Familie in dieser schwierigen Zeit. Denken Sie bitte immer daran: Auch die Nase muss rein. Und zum Schluss noch etwas in eigener Sache: Die EulenPost erscheint diesmal wieder wie gewohnt in gedruckter Form. Weil es aber für viele auch interessant ist, sie online zu lesen und sich über die dort vorhandenen Links zusätzliche Informationen zu beschaffen, gibt es sie zusätzlich wieder online. Redaktionsschluss der nächsten Ausgabe (Nr.34): 02.11.20200 Die EulenPost Nr. 34 erscheint voraussichtlich am 09.12.2020. Michael Witte Aufwind e.V. Vierwaldstätter Weg 7 13407 Berlin michael.witte@aufwindberlin.de Ich wünsche euch und Ihnen viele schöne Erlebnisse und neue Erfahrungen und vor allem Gesundheit. Michael Witte Sprecher des Lokalen Bündnis für ­Familie in Reinickendorf-Ost Falls Sie mehr über die in dieser Ausgabe der EulenPost beschriebenen Projekte, Träger oder Personen wissen wollen, bekommen Sie hier eine alphabetische Übersicht über die entsprechenden Webseiten. Aufwind gGmbH/e.V. www.aufwind-berlin.de Bibliothek am Schäfersee http://www.berlin.de/stadtbibliothekreinickendorf/bibliotheken/bibliothekam-schaefersee/artikel.336756.php Buchhandlung am Schäfersee www.schaefersee.com EulenBlog www.eulenblog.com Familien- und Stadtteilzentrum Haus am See www.haus-am-see-berlin.de Gemeinschaftsschule Campus Hannah Höch http://www.gemeinschaftsschulereinickendorf.de IMPRESSUM 2 Gemeinschaftsschule Campus Hannah Höch, Schulsozialarbeit https://www.campus-hannah-hoech.de/ schulsozialarbeit Kolumbus-Grundschule, Ergänzende Förderung und Betreuung (EFöB/Hort) http://www.kolumbus-schule.de/ index.php/hort/ Familien- und Stadtteilzentrum Haus am See www.haus-am-see-berlin.de Lokales Bündnis für Familie Reinickendorf-Ost www.familie-reinickendorf.de Jugendamt, Region Ost https://www.berlin.de/ba-reinickendorf/ politik-und-verwaltung/aemter/jugendamt/ regionen/ost/ Kolumbus-Grundschule www.kolumbus-schule.de Kolumbus-Grundschule, Schulstation http://www.kolumbus-schule.de/ index.php/schule/schulstation1/ Paul-Löbe-Oberschule https://www.paul-loebe-schule.de Paul-Löbe-Schule, Schulsozialarbeit https://www.paul-loebe-schule.de/ sozialarbeit/ Quartiersmanagement Letteplatz www.qm-letteplatz.de HRSG Lokales Bündnis für Familie Reinickendorf-Ost V.I.S.D.P. Michael Witte c/o Aufwind Kita-Verbund gGmbH Vierwaldstätter Weg 7 ++ 13407 Berlin Telefon (030) 31 98 912-11 ++ Fax (030) 31 98 912-19 eulenpost@aufwind-berlin.de REDAKTION Michael Witte ++ Sabine Hermann-Rosenthal ++ Klaus-Martin Lütke ++ Hans Marquardt GESTALTUNG BAR PACIFICO/ E. Girardet & F. Hickethier www.bar-pacifico.de AUFLAGE 1.500 Exemplare ++ Reinickendorfer EulenPost ++ Ausgabe 33 ++ September 2020 ++ “– T‘S! H E G EITER „W CHULE -GRUNDS MBUS ER KOLU D N A “ N BRÜCKE N DIE „LER G. GEHEN IN DIE VERLÄNGERUN In den Zeiten des Schulalltags Sechs Wochen „LernBrücken“, in denen wir neue Erfahrungen gesammelt und unsere Lernangebote optimiert haben, liegen bereits hinter uns (download hier: https://www. aufwind-berlin.de/fileadmin/user_ upload/Kolumbus-GS/Lernbruecken/ LernBruecke_1_7MB.pdf). Am 2. Juni 2020 nun gingen sie in die erste Verlängerung. Insgesamt sind nach wie vor ca. 100 Schüler*innen gemeldet, die eine individuelle Unterstützung benötigen. Das Besondere war, dass die „LernBrücken“ dieses Mal zwei Wochen in die Sommerferien hineinreichten. Unsere Schwerpunkte hier an der Kolumbus-Grundschule liegen in der analogen Kleingruppenarbeit. Die eingeladenen Schüler*innen besuchen die „LernBrücken“ an ihren Homeschooling-Tagen für jeweils 2 Stunden. Viele Kinder kommen einmal wöchentlich, einige sogar öfter. In dieser Zeit arbeiten sie mit individueller Unterstützung abwechselnd an ihren Schulaufgaben und haben anschließend die Möglichkeit, sich kreativ zu betätigen oder miteinander zu spielen. Ein Anliegen dabei ist, dass die Kinder in Absprache mit den Eltern das Angebot regelmäßig wahrnehmen, sodass es für sie wieder selbstverständlich wird, zur Schule zu gehen und ihre Aufgaben zu erledigen. Ein wichtiger Bestandteil ist es, die Kinder dazu anzuregen, sich einen Plan zu machen, damit sie sich selbstständig oder mit Unterstützung der Eltern eine Struktur schaffen, die ein regelmäßiges Lernen zu Hause begünstigt. Nach wie vor bemerken wir bei vielen Kindern Lern- und Denkblockaden, die sich durch die Unsicherheiten ++ Reinickendorfer EulenPost ++ Ausgabe 33 ++ September 2020 ++  3 während der gesamten Coronazeit aufgebaut haben. Vor allem Kinder aus „­Risiko-Familien” haben Angst, das Virus „mit nach Hause zu nehmen“, wenn sie die Schule oder die Lerngruppen besuchen. Sie werden deshalb individuell online betreut oder für den Nachmittag eingeladen, zu einer Zeit, in der sie dann auf keine anderen Schüler*innen treffen, und bekommen ihre Aufgaben und Arbeitshefte nach Hause gebracht. Für die Eltern der Schüler*innen sind die Möglichkeiten der „LernBrücken“ mit der intensiven Begleitung und dem direkten Kontakt zu den Familien eine wesentliche Unterstützung und ein bedeutungsvoller Halt. Sie sind eng verbunden mit der sozialen und emotionalen Motivation zum eigenen Handeln. Sie bieten aber auch eine Entlastung vom erlebten Druck der weitergegebenen schulischen Anforderungen an das Zuhause der Kinder. Das Angebot der „LernBrücken“ wird deshalb dankbar angenommen und genutzt. Ein Ziel unserer „LernBrücken“ ist es, das Lernen so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten. Dazu nutzen wir nach dem Erledigen von aufgetragenen Arbeiten in Deutsch, Mathematik und Englisch die vielfältigen Möglichkeiten an der Schule. Ganz besonders gerne helfen die Schüler*innen im Schulgarten und auf dem Acker der GemüseAckerdemia. Sie gießen die Pflanzen, ­bestaunen die Natur, beobachten Insekten und Vögel, gestalten die Beete, entdecken und genießen die naturbelassene Umgebung, in der sich ganz selbstverständlich vielfältige und ungezwungene Lerninhalte ergeben, die aus der Neugier und den Fragen der Kinder heraus entstehen. Es ist schön zu sehen, wie interessiert und wissbegierig die Kinder sind, ­alles erleben und verstehen zu wollen. Hier vergeht die Zeit, in der sie das Lernen mit großer Leichtigkeit wahrnehmen, wie im Flug. Ein weiterer Lieblingsort der Schüler*innen ist der Leseclub der Schule. 4 ++ Reinickendorfer EulenPost ++ Ausgabe 33 ++ September 2020 ++ ++ Reinickendorfer EulenPost ++ Ausgabe 33 ++ September 2020 ++  „Wow, so viele Bücher!“, war eine Reaktion beim ersten Besuch. Die Kinder verbringen gerne ihre Zeit damit, in die Bilder- und Lesevielfalt einzutauchen. Das Medium ­Bilderbuch ist immer noch eine sehr beliebte Abwechslung, das Vorlesen empfinden die meisten Kinder als Genuss, von dem sie nicht genug bekommen können. Aber auch gemeinsame Gesellschaftsspiele wie Skippo, Uno, Halli Galli, Vier gewinnt, Mastermind, Elfer raus, Rummykub, Memory, …. oder Puzzlen gehören nach den Schulaufgaben zu den beliebten Spielen mit „verstecktem“ Lerneffekt, dem Verstehen und Einhalten von Regeln, dem Erkennen von Strategien und der Fähigkeit im vorausschauenden Denken, dem Sich-Konzentrieren und Ausdauer-Beweisen, dem schnellen Reagieren, Erfolge-Feiern und Niederlagen-einstecken-Lernen. Ganz selbstverständlich wird ein „Komm, spiel mit mir!“ zur Wortbrücke im sozialen Miteinander, die Beziehungen knüpft und das Selbstwertgefühl stärkt. Kleine Basteleien zwischendurch verschönern und beleben jede Lernatmosphäre und fördern gleichzeitig die handwerkliche Geschicklichkeit. Sich mit der Nähmaschine eine eigene Maske herzustellen, macht den Schüler*innen viel Spaß und überzeugt durch ihren praktischen Nutzen. Zu den Favoriten der Lernprogramme zählt nach wie vor die Anton App, mit der sich alle Kinder ihren Leistungen entsprechend wirklich gerne und ausdauernd beschäftigen. Wie die „LernBrücken“ eine Verbindung zwischen der Schule und den Schüler*innen und ihren Familien darstellen, wurden zu Beginn der Ferien auch die Sommerschulen ins Leben gerufen, um die Schüler*innen der ersten und zweiten Klassenstufe im Ausgleichen entstandener Lerndefizite zu unterstützen. Deshalb haben wir die jüngeren „LernBrücken“-Kinder in Absprache mit der Schulleitung an die Sommerschule vermittelt. So sind wir mit 16 Schüler*innen ab Klasse 3 ins Ferienprogramm gestartet. 5 AMM R G O R P FERIEN „LernBücken“-Ferienprogramm In den beiden Ferienwochen fand neben dem schulischen Lernen ein buntes Programm statt, das ausreichend bewegte, spielerische wie kreative Anregungen beinhaltete und in Kooperation mit Integration durch Sport und dem Leseclub durchgeführt wurde. Nach vier abwechslungsreichen Stunden von 9 bis 13 Uhr konnten die teilnehmenden Kinder in der Mensa Mittag essen, das über die EFöB organisiert wurde. Den Kindern war deutlich anzumerken, wie anstrengend die vorausgegangene Zeit für sie gewesen war. Für rein schulische Aufgaben waren sie nur noch schwer zu motivieren. Umso begeisterter nahmen sie die geplanten Angebote wie Inlineskaten, Papier schöpfen, Steine bemalen, die Gestaltung von Stoffbeuteln mit eigenen Motiven, gemeinsames Eis essen, spazieren durch den Klemkepark oder den Abstecher zum „Füchse-Spielplatz“ an. Besondere Möglichkeiten des „versteckten“ Lernens ergaben sich aus der Anregung zum Briefeschreiben anhand der Bilderbuchgeschichte „Vom Löwen, der nicht schreiben konnte“. Die Kinder schrieben motiviert Briefe an Freunde und ihre Familien, die, mit einer Marke versehen, postalisch an die Eltern nach Hause geschickt wurden. Beim Bau eines eigenen Erzähltheaters fanden sich die Teilnehmenden in kleinen Gruppen zusammen und bewiesen gemeinsam ihr kreatives und erzählerisches Talent, das sie sich nach der Fertigstellung und dem Üben ihrer Texte gegenseitig vorstellten. Klar, dass es dabei auch einige Streitigkeiten gab, wer welche Rolle spielt und wer sich wie einbringen kann. Hier war anfangs eine sensible Vermittlung ge Ausflü reiben Briefe sch Kreativ 6 ++ sein Reinickendorfer EulenPost ++ Ausgabe 33 ++ September 2020 ++ vonnöten, damit sich alle Anwesenden gesehen fühlten und weiterhin beteiligen konnten. Doch je mehr sich die Kinder mit sich, der Gruppe und ihrem Theaterstück auseinandersetzten, desto sicherer und einfallsreicher wurden sie und damit auch die Beteiligungsmöglichkeiten für die, die mitspielen wollten. Diejenigen, die sich selbst noch nicht zutrauten, in den Spielgruppen zu agieren, sahen sich die Stücke als Zuschauer*innen an. Da sich die analoge Gruppe der „Ferien-LernBrücke“ aus Schüler*innen unterschiedlicher Klassen zusammensetzte, entstanden während der zwei Wochen neue Freundschaften und Spielgemeinschaften. Nach den schulischen und kreativen Angebotszeiten wollten die Kinder sich bewegen und frei spielen oder es sich in der Chillecke auf den Sitzkissen in der wärmenden Sonne gemütlich machen, mal „abhängen“, die „Seele baumeln lassen“ , „rumlümmeln“, ausruhen und einfach nichts tun. Bewegen und austoben konnten sie sich beim Tischtennis, Fußball spielen, Stelzen laufen, Reifen schwingen, Minigolf und Ausprobieren der vielen Fahrzeuge, die die Koordinationsfähigkeit und den Gleichgewichtssinn der Kinder förderten. An zwei Nachmittagen „wanderten“ die Schüler*innen in den Sportpark an der Herrmann-Hesse-Straße zum Inlineskaten. Das benötigte Equipment wie Inliner, Helm und Schützer wurde ihnen von „Integration durch Sport“ zur Verfügung gestellt, inklusive der fachlichen und sportlichen Betreuung durch einen Mitarbeiter, der den Kindern mit Tipps und Tricks zu Seite stand und ihnen die notwendigen Bewegungsabläufe erklärte. Nicht alle ++ Reinickendorfer EulenPost ++ Ausgabe 33 ++ September 2020 rch zwischendu Bewegung ++  7 Chillen Spielen Malen Schüler*innen beherrschten das Inlineskaten von Anfang an. Doch schon diese 2 Trainingseinheiten am Nachmittag reichten aus, um „auf den eigenen Füßen“ zu stehen und, wenn auch noch langsam und einigen Stürzen zum Trotz, vorwärts zu kommen. Und obwohl das Erlernen der neuen Fortbewegungsmöglichkeit für einige wiederum mit enormen Anstrengungen verbunden war, gehörte das Inline­ skaten zu den Highlights des gesamten Ferienprogramms. Die Nachmittage waren dann für die individuellen Onlinetreffen, Hausbesuche und Elterngespräche vorgesehen. Eine Mitarbeiterin erstellte zudem ein Tutorial (Gebrauchsanleitung) für das Basteln von Püppchen aus Pappmaché. Als Fazit und aus Erfahrung lässt sich sagen, dass die „LernBrücken“ für viele Kinder und Eltern nach dem Lockdown und während der schrittweisen Schulöffnung ein wichtiger Wegbereiter waren. Die intensive Begleitung der Lerngruppen hat wesentliche Lücken in der Lernentwicklung einiger Schüler*innen offengelegt. Viele Kinder haben während der Coronazeit das Lernen verlernt oder hatten vielleicht bereits vorher schon den Anschluss an den Schulstoff verpasst. Zudem wurde deutlich, dass die Erwartungen der Lehrer*innen an die Eltern, ihre Kindern bei der Bewältigung der schulischen Aufgaben zu unterstützen und den damit erwarteten Anforderungen wie Ansprüchen gerecht zu werden, in vielen Familien an die Grenzen des Machbaren und Möglichen stießen. Mit dieser Erkenntnis können wir sicher einige Schüler*innen individueller fördern, unterstützen und versuchen, mit ihnen gemeinsam verpasstes oder gefordertes Wissen nachzuholen. Dennoch werden die „LernBrücken“ wie die Sommerschulen nicht alle entstandenen Defizite aufholen oder beseitigen, sondern können in der gegenwärtigen Erzähltheater 8 ++ Reinickendorfer EulenPost ++ Ausgabe 33 ++ September 2020 ++ Situation nur eine Bereicherung und zusätzliche Unterstützung in der aktuell unsicheren Schullandschaft sein. Deshalb hoffen wir sehr, dass die „LernBrücken“ auch weiterhin in ihrer Wichtigkeit wahrgenommen und verlängert werden, sicher nicht in dem bisherigen Umfang. Aber sollten die Schulen im neuen Schuljahr wieder normal starten wie vor der Coronazeit, können die „LernBrücken“ ein unterstützendes Zusatzprogramm für einige Kinder mit besonderen Unterstützungsbedarfen zum regulären Unterricht und der „Lernförderung nach BuT“ sein. Die kleineren und individuellen Lerngruppen motivieren die Kinder mit ihrem Unterstützungs- und Stärkungspotenzial, sich den Herausforderungen der Schule zu stellen. Für den Fall, dass unsere Schule eine erneute Verlängerung ihrer „LernBrücken“ zugesagt bekommt, haben wir bereits weiterführende Kooperationen mit dem Leseclub und „Integration durch Sport“ geplant. Des Weiteren wird es innerhalb der „LernBrücken“ ein Kunstprojekt geben, das sich mit dem verbindenden Charakter von Brücken beschäftigt. Zum Schluss möchte ich mich noch bei allen Beteiligten für die große Akzeptanz und Bereitschaft, die vielen inspirierenden Ideen und vielfältigen Möglichkeiten, das entgegenkommende Engagement und den persönlichen Einsatz bedanken. Nur mit dieser aktiven Unterstützung und wertschätzenden Zusammenarbeit war es möglich, die zahlreichen Schüler*innen und ihre Familien zu erreichen, ihnen vielfältige, hilfreiche und aktivierende Angebote zu machen und sie über die anfänglich wackeligen, doch mit der Zeit sich stabilisierenden „LernBrücken“ hinweg zu begleiten.   Inlineskaten Julia Kühn, Schulstation der Kolumbus-Grundschule ++ Reinickendorfer EulenPost ++ Ausgabe 33 ++ September 2020 ++  9 NBRÜCKE KREATIVES AUS DER LER Während der „LernBrücken“-Zeit wird nicht nur intensiv mit dem Kopf sondern auch intensiv mit den Händen gearbeitet. Um eine Sache zu begreifen, braucht es beide Körperteile. Anhand unserer Anleitung könnt ihr euch kleine Spielfiguren bauen. Damit lässt sich wunderbar Theater spielen. Und ihr tut noch etwas für die Umwelt, indem ihr alte Zeitungen und abgewickelte Toilettenpapierrollen, kurz Klorolle, wiederverwendet. Viel Spaß beim Basteln. Herstellen der Pulpe Das ist die geschmeidige Masse, mit der ihr dann arbeiten könnt. Da wir in unserer Werkstatt für mehrere Kinder vorsorgen mussten, haben wir große Behälter für viel Papierbrei verwendet. Zu Hause ist das natürlich so nicht möglich. Deshalb brauchst du nicht solche riesigen Bottiche sondern: + einen kleinen Eimer + eine Schüssel + alte Zeitungen + Wasser + 1 Nudelsieb + ein Küchenhandtuch + Tapetenkleister und + Holzleim oder Bastelleim + eine wasserfeste Unterlage (große Mülltüte) + und wenn du willst, ein paar Gummihandschule Jetzt geht’s los! Zerreiße die Zeitungen in kleine Schnipsel, je kleiner die Schnipsel, desto feiner wird der Papierbrei. Danach füllst du warmes Wasser in den Eimer. Mit den Händen kannst du das nasse Papier noch besser zerkleinern, reißen, rupfen und mit den Fingern zerreiben, bis eine Papiermasse entsteht. Damit es ganz fein wird, kannst du den Papierbrei mit dem Stabmixer pürieren. Doch leider kannst du den Mixer dann nur noch zum Herstellen von Pulpe benutzen. Darum reichen deine Hände dafür aus. Wenn du einen schönen Papierbrei hast, geht es weiter. Nun stellst du ein Nudelsieb in das Küchenwaschbecken, legst das Küchenhandtuch hinein, sodass die Enden über den Rand hängen und füllst das Sieb mit etwas Papierbrei. Dann nimmst du die 4 Enden des Tuches zusammen und wringst das Wasser heraus. Dabei musst du kräftig wringen und drücken, damit dem Brei so viel Wasser wie möglich entzogen wird. Der ausgewrungene, trockene Papiermix kommt aus dem Tuch in die Schüssel. Anschließend zerbröselst du die trockene Papiermasse, streust etwas Tapetenkleister hinein und fügst den Holzoder Bastellein dazu. Jetzt knetest du alles mit den Händen gut durch, bis du eine fertige und geschmeidige Masse hast, mit der du basteln kannst. Im Internet gibt es auch Videos zur Herstellung dazu. Frage deine Eltern. Unter Pulpe herstellen oder Pappmache selber machen, findest du gute Anleitungen dazu. e Schnipsel Das Papier alter Zeitungen in klitzeklein reißen und warmes Wasser dazugeben. Das Papier einweichen und immer wieder gut bearbeiten, sodass es sich im Wasser gut auflöst. 10 ++ Reinickendorfer EulenPost ++ Ausgabe 33 ++ September 2020 ++ Das Küchentuch in das Sieb legen und den Papierbrei umfüllen. Jetzt kräftig das Wasser aus dem Brei wringen. Den trockenen Papierklops in eine Schüssel legen und gut mit den Fingern zerbröseln. Danach ein wenig Tapetenkleister draufstreuen und Leim dazu geben. Alles gut durchkneten, bis eine geschmeidige und gut formbare Masse entsteht. Wenn nach dem Basteln noch etwas davon übrig bleibt, lässt sich der Rest, eingepackt in Frischhaltefolie, bis zu drei Wochen im Kühlschrank aufbewahren. Eine Bastelanregung von Ouafaa Mekkaoui Diese Püppchen sind mit einer Pulpe aus Toilettenpapier gebastelt. Deshalb ist das Pappmaché hier sehr weiß. Aber du kannst die Figuren nach dem Trocknen auch erst mit Deckweiß übermalen und danach gestalten. Du brauchst Silberfolie, Toilettenpapierrollen, Kreppband, Wolle, Stoff, Schere, Farben, Pinsel und einen Teller mit Wasser, damit du dir beim Modelieren der Figuren, immer wieder die Fingen feucht machen kannst. So kannst du die Masse noch besser mit den Fingern verstreichen. r Kopf der papier wird de Aus dem Silber ng der und in die Öffnu Figur geformt lberfolie Si r de it eckt. M Papierrolle gest werden. t Figur veränder kann auch die en mit rd we f op Folienk Papierrolle und chts ni unden, sodass Kreppband verb abfallen kann. Danach wird die Pulpe aufgetragen und glatt gestrichen. Dabei die Finger immer wieder anfeuchten, damit das Verstreichen gut gelingt. Anschließend müssen die Figuren gut trocknen. st du mit Und schon kann r de n te dem Gestal n. ne gin be en ch Püpp ++ Reinickendorfer EulenPost ++ Ausgabe 33 ++ September 2020 ++  11 Mit Bändern, Stoff, Pfeifenreiniger und allerlei Bastelzeugs ugibst du deinen Fig . tfit Ou les tol ren ein r Figuren Die Gesichter deine n oder fte Sti t mi du st nn ka Farbe gestalten. , , ­Perlen ffresten to d S n u it M fen n, Knöp u d t s Paillette n n a mehr k m r le e ie v Kleid schöne wunder . zaubern n, du mit ihnen spiele Fertig! Jetzt kannst als r ode ken en , versch Geschichten erfinden Schau stellen. zur ke tüc cks mu Sch Papier schöpfen Während der Ferienzeit haben die Kinder auch Papier geschöpft. Das Grundrezept für den Papierbrei ist dasselbe, wie oben beschrieben. Dazu brauchst du noch ein rechteckiges Sieb mit Rahmen. Wir haben im Bastelladen einen fertigen gekauft, aber auch den kannst du dir selbst bauen. Eine Anleitung findet sich dafür garantiert wieder im Internet. Sieh dir die Anleitung mit deinen Eltern an, sie können dich beraten und beim Bauen unterstützen. 12 ++ Reinickendorfer EulenPost ++ Ausgabe 33 ++ September 2020 ++ chrieben, Wie schon oben bes n, in warmes sel nip sch Papier klein und zu einem Wasser einweichen en. eit arb Papierbrei ver äßig und dünn Den Papierbrei gleichm damit sich die en, auf dem Sieb verteil er verbinand ein mit gut rn Papierfase ein Tuch. auf du den. Das Sieb legst wir eine en hab e ass ierm Pap Über die r mit sse Wa Folie gelegt, damit das Fasern den aus lze Wa der ck dem Dru d. wir kt rüc herausged men und das Sieb Danach wird die Folie abgenom Jetzt entfernst du lpt. estü umg Tuch auf ein anderes Papierfläche und hten feuc das Sieb vorsichtig von der t. glat al einm rollst es noch t das trockne Danach ge. a T e ig in Papier e n Aus den getrocknete wir ben ha Papieren t. Schatzkarten gemach ++ Reinickendorfer EulenPost ++ Ausgabe 33 ++ September 2020 ++  13 Tänzer*innen - eine weitere Bastelanregung von Ouafaa Mekkaoui Und so einfach geht’s! Für diese biegsamen Tänzerinnen benötigst du Alufolie, Wattestäbchen, Wattepads und Klebeband. Wattestäbchen mit dem Zuerst fixierst du die r. Dann wickelst du die Klebeband aneinande n und cken um die Gliedmaße Stü Alufolie in kleineren nst kan So Fertig! den Körper der Figur. llett zusammenstellen. du dir dein eigenes Ba ln. Viel Spaß beim Baste 14 ++ Reinickendorfer EulenPost ++ Ausgabe 33 ++ September 2020 ++ T BRÜCKEN U A B H C Ö H H A N N A CAMPUS H Das Projekt „LernBrücken" soll dafür sorgen, dass Schülerinnen und Schüler während der Corona-Krise nicht den Anschluss verlieren, und dient der Förderung von Kindern und Jugendlichen, die zu Hause beim Lernen wenig Unterstützung bekommen. Das Programm hat Bildungssenatorin Sandra Scheeres zusammen mit der Deutschen Kinderund Jugendstiftung (DKJS) auf den Weg gebracht. Die LernBrücken bringen Struktur in den Alltag der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die durch die Schließzeit der Schulen verloren gegangen ist. Ziel ist es, dass die Schülerinnen und Schüler zum Lernen angeregt werden und gemeinsam mit einem Tutor sowohl Online-Material als auch Aufgaben der Lehrerinnen und Lehrer bearbeiten. All dies findet online auf verschiedensten Plattformen statt. Doch bis es zu diesem Prozess kommt, sind einige Schritte durchzugehen. Die Schulsozialarbeit am Campus Hannah Höch und deren Träger Aufwind e.V. haben 3 Mitarbeiter*innen akquiriert, diese Lernbrücke aufzubauen. Sie setzten sich mit Lehrerinnen und Lehrern der verschiedenen Lerngruppen zusammen und machten sich Gedanken, welche Schülerin oder welcher Schüler für das Projekt in Frage käme. Die ausgesuchten Schülerinnen und Schüler wurden von der Schulsozialarbeit zu Hause besucht und über das Projekt aufgeklärt. Zusammen mit den Eltern wurde die Checkliste durchgangen, ob WLAN, ein internetfähiges Endgerät und eine Kamera mit Ton vorhanden sind. Steht kein Laptop oder kein anderes internetfähiges Gerät zur Verfügung, hat der Träger Aufwind e.V,. mehrere Tablets zur Verfügung gestellt, die sich die Familie leihen kann. Die Laptops, Tablets oder Smartphones werden mit Online-Tools ausgestattet, mit denen gearbeitet wird. Zum Ende des Hausbesuches wird von den Eltern und den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein Vertrag ­unterschrieben, in dem die Eltern zustimmen, ihr Kind nach ihren Möglichkeiten zu unterstützen, und die Teilnehmer*innen zustimmen, sich zu beteiligen. Ein Beispieltag der Lernbrücke in der Mittelstufe sieht wie folgt aus: Zwischen 9:00 und 9:30 Uhr werden die Schülerinnen und Schüler daran erinnert, an der bevorstehenden Videokonferenz teilzunehmen. Es folgt eine kleine Begrüßung, und der Tag wird geplant. Nach und nach bilden sich 2 feste Lerngruppen, eine Gruppe von 13 Mittelstufenschüler*innen und eine Gruppe von 9 Grundstufenschüler*innen. Die Gruppen werden getrennt voneinander von jeweils einem/r Tutor*in online unterstützt. Laura Joachim ++ Reinickendorfer EulenPost ++ Ausgabe 33 ++ September 2020 Um 10:00 Uhr wird mit der Arbeit begonnen. Dies geschieht entweder zusammen im Plenum, oder jede*r lernt für sich. Die Online-Tools erlauben dem Tutor/ der Tutorin zu überprüfen, wie viel die Schüler*innen tatsächlich tun. „Dadurch kann ich sie via Chat, SMS oder der noch bestehenden Videokonferenz darin bestärken, noch ein paar mehr Aufgaben zu machen. Bei Fragen bzw. wenn Unterstützung benötigt wird, helfen Kamera und kollaborative Online-Tools“, so Philip Silvanus, LernBrücken-Beauftragter des Campus Hannah Höch. Während die Teilnehmer*innen arbeiten, versucht das LernBrücken-Team, die noch fehlenden Schüler*innen zu kontaktieren. Können diese nicht erreicht werden, werden die Eltern mit in die Verantwortung gezogen. Um 11:30 Uhr gibt es eine Pause, bzw. ein Teil der Gruppe muss für zwei Stunden in den regulären Unterricht am Campus Hannah Höch. Ab 13:00 Uhr gibt es eine zweite Lernphase, in der Schulstoff bearbeitet und diskutiert wird. Diese dauert ungefähr bis 14:00 Uhr. Danach steht den Schülerinnen und Schülern eine offene digitale Brett- oder Kartenspielrunde zur Verfügung Im Großen und Ganzen wird das Projekt sehr gut angenommen und macht den teilnehmenden Kids Spaß. Dennoch sehnen wir uns alle der Zeit entgegen, in der Corona das Leben nicht mehr bestimmt und wir vor Ort in der Schule mit den Schülerinnen und Schülern in persönlichen Kontakt treten können. Sozialpädagogin am Campus Hannah Höch ++  15 TALENTCAMPUS ECHNIK T R E D R WUNDE – R E T O B RO Eine der beiden Gruppen hat einen Roboter gebaut, der eine Aufgabe übernehmen kann. Dabei ist der „Putzroboter“ (ein so genannter „Bristle Bot“), der den Boden schrubbt, entstanden). Die Grundelemente dieses Roboters sind eine Handbürste und ein mit einer Batterie betriebener vibrierender Motor, der die Bürste in rotierende Bewegungen versetzt. Den Kindern wurde erklärt, wie ein Stromkreis mit Schalter funktioniert. Nachdem alle Roboter fertig gebaut waren, wurde mit viel Spaß um die Wette geputzt. FERIEN-PROJEKT „ROBOTER – WUNDER DER TECHNIK“ VOM 29.06.2020 - 03.07.2020 IM FAMILIENZENTRUM „HAUS AM SEE“ Das Ferien-Projekt hat eine Woche lang von Montag bis Freitag in der Zeit von 10 bis 16:00 Uhr stattgefunden. Am ersten Tag haben wir, nachdem wir uns einander vorgestellt und die Wünsche und Regeln für den Umgang miteinander gemeinsam aufgeschrieben und besprochen hatten, mit einem allgemeinen Einstieg in das Thema Roboter und Künstliche Intelligenz begonnen. Für die praktische und kreative Arbeit stand für die ganze Woche ein umfangreiches, inspirierendes „Material-Buffet“ (Kartons, Dosen, Pappen, Papiere, Spiegelfolien, Korken, Drähte, Knöpfe, diverses Bastelmaterial ...) zur Verfügung. Angefangen haben die teilnehmenden Kinder, indem sie sich eine Figur ausgedacht und gebaut haben, die wie ein Roboter aussieht. Entstanden sind dabei ganz unterschiedliche Exemplare. Die andere Gruppe hat währenddessen eine Internetrecherche anhand verschiedener Fragestellungen unternommen, um mehr über Roboter und Künstliche Intelligenz zu erfahren. Die Kinder haben dabei einiges über den Umgang mit diesem Medium in Bezug auf Recherche zu verschiedenen Themen erkundet (Stichwörter, Suchmaschinen ...). Es standen dafür mehrere Tablets zur Verfügung. Daneben gab es für weitere Informationen diverse Bücher zum Thema Roboter. Nachmittags wurden die Gruppen getauscht. Danach haben die Kinder allen ihre Ergebnisse der Nachforschungen präsentiert und diskutiert. Am nächsten Tag haben wir mit den Kindern im Stil der Quiz-Show „Ob ihr wirklich richtig steht, seht ihr, wenn das Licht angeht... 1, 2 oder 3“ das Quiz veranstaltet. Die Fragen und Antworten ergaben sich aus der vorangegangenen Internetrecherche. In der elektronischen Musik taucht das Thema „Roboter“ immer wieder auf. Das Projekt sah vor, mit den Kindern zu dem Musikstück „Die Roboter“ der Band Kraftwerk, mit Unterstützung einer tanzerfahrenen freien Mitarbeiterin einen Tanz einzuüben. Um sich für den Robotertanz passend zu verkleiden, haben die Kinder aus großen Kisten fantasievolle Kostüme gebaut. Am zweiten Tag wurde die Gruppe geteilt. ­­ 16 ++ Reinickendorfer EulenPost ++ Ausgabe 33 ++ September 2020 ++ Am Nachmittag des letzten Tages haben die Kinder ihre Familien zu einer Abschluss-Präsentation eingeladen. Zu Beginn wurde der Robotertanz aufgeführt. Manche Kinder haben lieber in Schutzanzügen getanzt, weil sie sich darin besser bewegen konnten. Anschließend konnten die Gäste die Ergebnisse der Projektwoche, die die Kinder in Form einer Ausstellung aufgebaut hatten, besichtigen. Die Kinder haben sich untereinander gut verstanden. Sie waren interessiert, engagiert und sehr kreativ bei den unterschiedlichen Angeboten dabei. Sie haben sich in der Projektwoche mit viel Spaß dem Thema Roboter gewidmet und Neues kennengelernt. Die gemeinsame Arbeit wurde durch die räumlichen Gegebenheiten begünstigt, denn für die ganze Woche stand den Kindern ein großer Saal mit Einzeltischen zur Verfügung. Andere Aktivitäten (u.a. auch das gemeinsame Mittagessen) konnten auf der großen Terrasse stattfinden, und für Bewegungsspiele in den Pausen gab es viel Raum auf der Wiese. Die Projektwoche wurde von der Architektin und Werkpädagogin Katrin Rinne angeleitet und vom Haus am See-Team unterstützt. Das Haus am See ist eine Einrichtung des Bezirksamtes Reinickendorf in Kooperation mit dem Träger Lebenswelt. Die Stadtteilarbeit des Trägers Lebenswelt wird aus Mitteln des Senates für Integration, Arbeit und Soziales gefördert. Das Ferienprojekt war eine Kooperation der Volkshochschule Reinickendorf mit dem Jugendamt Reinickendorf und der Lebenswelt. Es wird ermöglicht durch die Förderung des Deutschen Volkshochschul-Verbands mit Mitteln aus „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“.  ++ Reinickendorfer EulenPost ++ Ausgabe 33 ++ September 2020 Katrin Rinne ++  17 MBUS-EFÖB U L O K R E D M M A R G O R FERIENP T PROJEK UNSER MÜLL Wir nutzten diese Sommerferien, um uns dem aktuellen Thema der Umwelterziehung zu widmen. Bei dem Projekt haben wir uns an den Interessen der Kinder orientiert. Der Einsatz von Kameras und Diktiergeräten erweiterte zudem bestehende Medienkompetenzen. Das Interesse der Kinder für das Projekt entstand bei einem Spaziergang durch den EFöB-Bereich unserer Schule. Den Kindern fiel auf, wie übervoll die Mülleimer waren. Sie wurden neugierig und wollten mehr über die Müllentstehung erfahren. Das Projekt war ein offenes Angebot. Jedes Kind, das Lust darauf hatte, war herzlich eingeladen, mitzumachen. Wir Erzieher*innen waren dabei die Co-Konstrukteure. Unser Müllprojekt startete mit einem „Müllfrühstück“ ;). Die Kinder präsentierten die Verpackungen aus ihren Brotboxen. Alle waren sehr erstaunt, was da für ein Müllberg zusammenkam. Gemeinsam überlegten sie, was davon wieder zu verwerten ist. Sie waren überrascht, was Mülltrennung bewirken kann. Einige Kinder kennen das von zu Hause nicht, in der Schule werden die verschiedenen Mülleimer schon mehr wahrgenommen. Zusammen überlegten sie, in welche Bereiche der Müllberg sortiert werden könnte, und einigten sich auf die 4 Bereiche Papier-, Bio-, Rest- und Verpackungsmüll. Unter den Kindern entstand die Idee, die Umgebung als „Mülldetektive“ zu erkunden. Gleich am nächsten Tag ging es auch schon los in Richtung Panke. Unsere Ausrüstung bestand nicht nur aus Müllzangen, Müllbeuteln und Kameras, wir nahmen auch Papier und Stifte mit. Schließlich sollten die Umweltsünden auch aufgeschrieben und dokumentiert werden. Es war wirklich erschreckend, was die Kinder auf ihrem Weg zur Panke alles entdeckt haben. Es gab Müllberge auf dem Weg, einfach hingeworfen oder ausgekippt, eine Waschmaschine war „entsorgt“ worden, eine Kaffeemaschine, viele Autoreifen und ganze Müllsäcke. Nach unserer Rückkehr in die Schule kamen viele Fragen 18 ++ auf: „Was passiert mit dem Müll, wenn er nicht mehr gebraucht wird?“ „Ist es wirklich gleich Müll, oder kann man ihn noch anders verwenden?“ „Wie lange lebt eigentlich unser Müll?“ „Was kann ich selbst dafür tun, um nicht so viel Müll zu produzieren?“ Die Kinder sprachen noch lange davon und machten sich Gedanken darüber. Um die entdeckten Umweltsünden besser zu visualisieren, haben sie einen Zeitstrahl angefertigt. Der Zeitstrahl stellt dar, wie lange unser Müll zum Verrotten braucht. Dazu wurde er mit Signalfarben in Rot, Gelb und Grün eingeteilt. Und, weil Kinder immer gerne basteln und rumprobieren, entstand eine weitere Idee, aus den Müllverpackungen etwas herzustellen. Die Kinder hatten Spaß beim Ausprobieren, was sich mit dem Müll so alles anstellen lässt. Sie haben die verschiedenen Werkstoffe untersucht und mit Begeisterung Müllfiguren gestaltet. Es war schön zu sehen, wie erfindungsreich und engagiert sie dabei waren und wie viele lustige und sehenswerte Kunstwerke entstanden sind. Und wo Kunstwerke sind, da muss es auch eine Ausstellung geben, um sie den anderen zu zeigen und um auf das Müllproblem aufmerksam zu machen. Die Kinder präsentierten ihre Werke ihren Freundinnen und Freunden, erzählten, was sie herausgefunden haben und führten sie durch die Ausstellung. Besonders der Zeitstrahl, an dem sie sehen konnten, wie viele Jahre zum Beispiel eine Windel braucht, um sich aufzulösen, beeindruckte die Kinder. Reinickendorfer EulenPost ++ Ausgabe 33 ++ September 2020 ++ TEL ENHO UND INSEKT BIENENWIESE Unser Herz schlägt ganz klar für die Natur und ihre Bewohner, die Insekten. Rund um den EFöB-Bereich der Kolumbus-Grundschule summt und krabbelt es zwischen Gräsern und Blumen, die die Kinder ausgesät haben. Auch das große Insektenhotel der Kinderjury auf dem Weg zum Schulgarten haben sie gemeinsam mit den Erzieher*innen zwischen Notbetreuung und Ferienprogramm gestaltet und fertig gestellt. Und ob nun „Nobelhotel“ oder „DosenAppartement“, die Insekten mögen beides. ++ Reinickendorfer EulenPost ++ Ausgabe 33 ++ September 2020 ++  19 LESEEMPFEHLUNGEN MITMACHEN, MITDENKEN, MITRÄTSELN – INTERAKTIVE BÜCHER BUCHHANDLUNG AM SCHÄFERSEE Tanja Bethke und Jessica Riedel von der Buchhandlung am Schäfersee Tanja Bethke Markstraße 6 (U8 Franz-Neumann-Platz) 13409 Berlin www.schaefersee.com Tel. (030) 455 60 72 Öffnungszeiten: Mo.–Fr. 9 –18 Uhr, Sa. 9 –13 Uhr Jessica Riedel Björn Berenz, Chrisoph Dittert: Explorer Team. Das Abenteuer beginnt! ISBN: 978-3-401-60566-1 10,- € Empfohlen ab ca. 8 Jahren Lias’ Vater ist ein berühmter TV-Expeditionsforscher und wird seit seiner Suche nach einem mysteriösen Wundervolk im Himalaya vermisst. Als Lias das Expeditionstagebuch seines Vaters findet, macht er sich auf den Weg nach Katmandu, um ihn zu suchen. Schon auf dem Hinflug muss er das erste Rätsel im geheimen Expeditionstagebuch seines Vaters lösen – gar nicht so leicht, wenn das neugierigste Mädchen aller Zeiten neben einem sitzt und alles untersuchen will. Kaum gelandet, beginnt für Lias eine abenteuerliche Suche, bei der er schon bald Ünterstützung von Mo- 20 ja und Cookie erhält, die gemeinsam mit ihm herausfinden wollen, was mit seinem Vater passiert ist. Explorer Spaß zum Miträtseln für Kinder ab 8 Jahren. Hinten im Buch gibt es für die Leserin/den Leser ein Expeditionstagebuch zum Herausnehmen, mit dem man nach Herzenslust einige knifflige Rätsel lösen kann, die Lias und seinen Freunden in schwierigen Situationen weiterhelfen.  Buchtipp von Jessica Riedel ++ Jens Schumacher: Escape Room. Flucht aus ... dem Haus der Geister ISBN: 978-3-8458-3979-0 10,00 € Empfohlen ab ca. 9­Jahren Der größte Trend bei interaktiven Geschichten und Rätselspielen sind zur Zeit Escape-Games. Egal ob ein Live-Spiel, ein Brettspiel oder in Buchform – immer geht es darum, aus einem Raum oder einem Gebäude zu entkommen. Es wird eine spannende Geschichte mit Rätselelementen verknüpft, die die Spieler*innen Stück für Stück zur Befreiung aus der bedrohlichen Lage führen. Während man bei den Live-Spielen und bei den Brettspielen auf Mitspieler*Innen angewiesen ist, kann man die Bücher auch allein lesen und spielen. Reinickendorfer EulenPost ++ Ausgabe 33 ++ September 2020 ++ Einen besonderen Reiz haben die neuen Escape-Room-Bücher aus dem Verlag Ars Edition. Schaurige Illustrationen im farbenfrohen Comicstil begleiten das gesamte Buch, die Schrift ist groß und lesefreundlich auch für leseschwächere Kinder. „Flucht aus ... dem Haus der Geister“ beginnt mit einer Geschichte, die das Vorstellungsvermögen der Kinder herausfordert und unterstützt: Du stehst vor dem Tor der alten Villa, die seit Jahren unbewohnt ist – und bereust die Mutprobe, die du eingegangen bist, weil der größte Angeber deiner Klasse dich herausgefordert hat. Nachdem die Beschreibungen und Zeichungen genügend Gruselstimmung und Kopfkino hervorgerufen haben, passiert plötzlich etwas: Ein Sturz durch eine Falltür – kein Weg nach oben zurück, und der Keller ist verwinkelt wie ein Labyrinth! Es ist definitiv Zeit für das erste Rätsel! Eine Labyrinthzeichnung führt hoffentlich zu einer Ziffer, die dem Kind sagt, auf welcher Seite es weiterlesen muss, um zu entkommen. Um an die Rätsel zu gelangen, muss man verschlossene Seiten aufschneiden - die Lösungen führen dann zu den richtigen Seiten und Wegen um voranzukommen, und kleine Symbole geben Tipps, falls man sie braucht. Sollte man gar nicht weiterkommen, kann das rätselnde Kind auch am Ende des Buches die Lösung nachschlagen. Ein toller Spaß, egal ob allein oder gemeinsam mit Freunden oder Geschwistern, der zum Lesen motiviert.  Buchtipp von Tanja Bethke Puzzle & Buch – Das Periodensystem ISBN: 978-1-78941-391-5 14,95 € Empfohlen ab ca. 10 Jahren Im naturwissenschaftlichen Unterricht taucht es früher oder später auf: Das Periodensystem der Elemente. Die schiere Informationsfülle dieser berühmten geordneten Darstellung der chemischen Elemente kann schnell überfordernd sein: All diese Buchstaben und Ziffern! Da nützt auch die farbige Gruppierung auf den Postern und Grafiken nur wenig. Eine spielerische Annäherung gelingt mit der neuen Kombination aus Puzzle und Buch: Ein 300-Teile-Puzzle (59x40 cm) lenkt die Aufmerksamkeit auf jedes Detail und Element. Abgebildet ist tatsächlich das gesamte Periodensystem der Elemente, drumherum anspielungsreich illustrierte, farbenfrohe Elemente als Figuren – beispielsweise das königlich mit Krone und Umhang ausgestattete Element „Au“ (=Gold). Wenn man nun zu den wichtigsten einzelnen Elementen mehr wissen möchte als chemisches Zeichen, Ordnungszahl und Name, kann man in dem beiliegenden Heft nachschlagen. Ein innovatives Konzept zum günstigen Preis.  Hannah Wilson: Weniger ins Meer ISBN: 978-3-8458-3440-5 15,- € Empfohlen ab ca. 8 Jahren Was können wir tun, um Plastik und anderen Müll auf den Straßen und im Meer zu vermeiden? Dieses Buch lehrt Groß und Klein, was wir tun können, um der Umwelt etwas Gutes zu tun. Nach einer kurzen Einführung beschäftigt sich das Buch mit den Themen Plastik, Glas, Papier, Metall, Textilien und Lebensmitteln. In jedem Kapitel werden anhand vieler anschaulicher Bilder zuerst die Probleme mit der Entsorgung der Produkte aufgezeigt. Danach werden Tipps gegeben, was man im Alltag besser machen kann, um die falsche Entsorgung zu verhindern. Dieses Buch ist ein toller Anreiz, sich mit den Eltern und Großeltern hinzusetzen und eine Entdeckungsreise ins Land der Umweltverschmutzung zu unternehmen. Vor allem können alle Generation etwas Neues in diesem Buch lernen und einen kleinen Beitrag leisten, um der Verschmutzung unserer Welt vorzubeugen. Buchtipp von Tanja Bethke  ++ Reinickendorfer EulenPost ++ Ausgabe 33 ++ September 2020 ++  Buchtipp von Jessica Riedel 21 BUCHVORSTELLUNG BIBLIOTHEK Adam Silvera: Was mir von Dir bleibt Arctis Verlag 2019 18,00 € (gebundene Ausgabe) 383 Seiten ISBN: 978-303880-022-4 ab 14 Jahren Zwei Jungs, die eine enge Freundschaft verbindet, gestehen einander ihre Liebe und werden zu einem perfekten Paar – bis einer der beiden wegzieht um zu studieren, eine neue Beziehung beginnt und schließlich auf tragische Weise ums Leben kommt. Zurück bleiben zwei kaputte Herzen, zwei aus den Angeln gerissene Leben, zwei ehemalige Rivalen, die plötzlich feststellen, dass niemand sie in ihrer Trauer um denselben geliebten Menschen so gut versteht wie der jeweils andere. So könnte man die Geschichte von Theo, Griffin und Jackson in wenigen Worten zusammenfassen. Eine Geschichte über Liebe, Verlust, Hoffnung, Trauerbewältigung, Freundschaft …. Erzählt wird alles aus der Sicht von Griffin, der in New York zurückbleibt und dort schließlich vom Tod des geliebten Freundes Theo weit weg in Kalifornien erfährt und daraufhin beginnt, die Dinge mit Theos neuem Freund Jackson aufzuarbeiten. Interessant ist die Art und Weise, wie wir hier immer weiter in die Geschichte der Jungs eintauchen, denn die Ereignisse werden nicht einfach in chronologischer Reihenfolge erzählt, stattdessen wechseln sich immer wieder die Geschehnisse der Gegenwart und die 22 AM SCHÄFERSEE der Vergangenheit miteinander ab. Dabei ist jeder Abschnitt mit einem Datum versehen. Das Besondere ist außerdem, dass Theo alles, was er in der Gegenwart erlebt und was in ihm vorgeht, dem verstorbenen Theo erzählt. Der Leser gleitet parallel auf zwei versetzten Zeitstrahlen durch die letzten Jahre in Griffins Leben. Im Wechsel erleben wir die glücklichen Monate von Griffins und Theos Zeit als Paar und wiederum Griffins Kummer in der Gegenwart mit. Dort sucht er nach Antworten, will herausfinden, wer Theo in der Zeit, die er in Kalifornien mit Jackson verbrachte, war, und muss sich dabei auch der einen oder anderen unangenehmen Wahrheit stellen. Im Verlauf der Geschichte lernen wir die Jungs immer besser kennen, vor allem Griffin mit seinen Ecken, Unsicherheiten, Schwächen und Zwangsstörungen, aber auch seiner warmherzigen sympathischen Art. Griffin ist eben ein Mensch, und er befindet sich in einem Ausnahmezustand. Das bedeutet, er trifft auch mal falsche Entscheidungen, handelt impulsiv, tut Dinge, die ihm selbst vielleicht nicht gut tun. Aber all das macht ihn greifbar, macht ihn zu einer überzeugenden Figur, mit der sich bestimmt einige identifizieren können. Doch auch Theo und Jackson wirken sehr plastisch, ihre Charaktere werden im Laufe der Zeit mit immer mehr Leben erfüllt. Neben den schön herausgearbeiteten verschiedenen und speziellen Persönlichkeiten sind in diesem Buch auch die Beschreibungen der zwischenmenschlichen Beziehungen und Theos intensiver Gefühle sehr gut gelungen. Ein Buch, das mal traurig, stellenweise auch lustig, vor allem aber schön ++ und einfühlsam geschrieben ist. Und das einem aufzeigt, dass es im Leben eben manchmal ganz anders kommt als geplant, wie schnell die Dinge sich ändern können. Aber auch, dass man Wege finden kann, damit zurecht zu kommen. Oftmals verlaufen diese Wege nicht einfach geradeaus, sind sauber und glatt. Manchmal sind sie verworren, unwegsam, führen im Kreis oder in eine Sackgasse - weiterlaufen muss man dennoch. Und so wartet auch dieses Buch mit der einen oder anderen Wirrung und unerwarteten Momenten auf. Übrigens spielt das Thema Homosexualität natürlich eine Rolle, es geht aber nicht in erster Linie um Dinge wie das Outing oder Diskriminierung von Homosexuellen. Nicht, dass diese Themen generell zu vernachlässigen wären oder klein geredet werden sollten, doch in diesem Roman wurde einfach gar keine „große Sache“ aus der sexuellen Orientierung der Charaktere gemacht. Vielmehr wurde sie weitestgehend einfach angenommen (von den übrigen Figuren) und so normal behandelt, wie sie eben auch ist, und das hat mir gut gefallen. Ich habe Griffin gerne durch diese intensiven, turbulenten Phasen seines Lebens begleitet, in denen er seine erste Liebe zunächst gewinnt, um sie dann wieder zu verlieren, und anschließend versucht, die Teile seines Lebens irgendwie wieder zu sortieren. Gerne empfohlen!  Vivienne Hollad,  Bibliothek am Schäfersee Reinickendorfer EulenPost ++ Ausgabe 33 ++ September 2020 ++ DER ZERBROCHENE KRUG EIN HÖRSPIEL VON SCHÜLERINNEN UND SCHÜLERN DER PAUL-LÖBE-SCHULE Corona. - Der Schulbetrieb ist eingeschränkt. Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Lerngruppen dürfen sich auf dem Schulgelände nicht begegnen. Wie soll eine Theatergruppe auf Wunsch der Schülerinnen und Schüler in einer so herausfordernden Zeit bestehen? Die Theatergruppe der Paul-Löbe-Schule hatte die Lösung. „Wir machen ein Hörspiel daraus.“ Also wurde Vollgas gegeben. * Das Stück wurde zu einer Hörspielfassung umgearbeitet, die man hier auf der Webseite der Schule hören kann: https://www.paul-loebe-schule.de/ hoerspiel-der-zerbrochene-krug/. *Ein Tonstudio aus Stellwänden und einem Tascam-Aufnahmegerät wurde improvisiert. * Die Schülerinnen und Schüler wurden zum Einsprechen ihrer Texte einzeln eingeladen. Wie bei professionellen Produktionen haben die Sprecherinnen und Sprecher zahlreiche Takes eingesprochen. Es war nicht immer einfach, alle Hygieneregeln einzuhalten, da unterschiedliche Dinge zu beachten waren. Dennoch automatisierte sich schnell ein Ablauf von Desinfizieren des Mikrofons über die Organisation der abgetrennten Bereiche des Raums bis hin zum Einhalten des Mindestabstands. Es gab eine Hörspielregie, die gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern das emotionale Spektrum der Texte erarbeitet hat. Hierbei wurde dem Ausdruck der Stimme viel Aufmerksamkeit verliehen. Die Sprecherinnen und Sprecher haben mit Hingabe ihre Rollen gesprochen, und das Resultat ist deutlich im Hörspiel zu hören. Sobald alle Takes eingesprochen waren, erstellte die Regie einen Schnittplan. Ein professioneller Sounddesigner hat ihn umgesetzt, die Raumatmosphäre kreiert, Geräusche hinzugefügt und Musik dazu komponiert. Das Hörspiel ist so zu einem Ganzen zusammengewachsen. Parallel zu allen beschriebenen Vorgängen entwickelte die Bühnen- und Kostüm-AG ein Booklet für die CD des fertigen Hörspiels. Hierbei verwendeten die Schüler*innen Zeichnungen, Figurinen und Entwürfe, die im Arbeitsprozess dieser AG entstanden waren. Darüber hinaus fügten sie Making Of-Fotos, Fotos von sich selbst sowie verschiedene Kommentare hinzu. So wurde der ganze Prozess für die Hörerinnen und Hörer visualisiert. Auch in diesem Jahr entstand wieder ein Produkt, das von der Mitwirkung vieler unterschiedlicher Teilnehmer*innen und deren Vernetzung lebt. Ein inklusiver Prozess in Zeiten von Corona.  ++ Julia Orama und Fabian Martino Reinickendorfer EulenPost ++ Ausgabe 33 ++ September 2020 ++  23 NEN *IN DIE KIEZREPORTER ... BRINGEN NACHRICHTEN AUS DER ZUKUNFT Vor den Sommerferien haben wir Kiezreporter*innen in einem Film-Workshop mit dem fez, dem Freizeit- und Erholungszentrum in der Wuhlheide, einen kleinen Nachrichtenclip für euch erarbeitet. Den Zusammenschnitt der Filmsequenzen könnt ihr euch hier im Video ansehen https://www.aufwind-berlin.de/fileadmin/user_upload/Mediendateien/Kiezreporter_Intro_28GB_copy.mp4.­ Vorab könnt ihr euch in unserer kleinen Fotoreportage schon mal anschauen, was wir an dem Nachmittag so alles dafür gemacht haben. Für interessante und abwechslungsreiche Beiträge braucht es die passende Umgebung. Also raus ins Grüne. Wie entstehen Nachrichten? Welche interessanten Informationen aus der Zukunft wollen wir hören? Erstes Kennenlernen und Brainstorming, Ideen für mögliche Schlagzeilen werden gesammelt. Nach Abstimmung der Schlagzeilen werden die Arbeitsgruppen und Filmteams gebildet. Jetzt heißt es, gut überlegen. Wie mache ich eine Nachricht ansprechend, spannend und informativ? Welche Rollen brauchen wir für unseren Dreh? Klappe, die Erste …, Zweite …, Dritte…, Vierte …! Gar nicht so einfach und schwieriger als gedacht. Fleißig werden die Texte gelernt und Kostüme gebastelt. Auch der lustige Recycling-Robi der Umwelt-AG wird mit einbezogen. Geschafft! Alles ist im Kasten. Ein kurzer Erfahrungsaustausch beschließt den gemeinsamen Nachmittag. Jetzt geht’s los! Die ersten Studio-Aufnahmen beginnen. 24 ++ Reinickendorfer EulenPost ++ Ausgabe 33 ++ September 2020 ++ ERSCHULE ... GEHEN AN DIE OB Bei unserem letzten Kiezreporter-Treffen in einem für alle ungewöhnlichen und garantiert erinnerungswürdigen Schuljahr haben wir dann noch schweren Herzens unsere Mitstreiter*innen Tyler, Ana Maria, Elisa und Marlene mit einem Abschiedseis und den gemeinsamen Aufnahmen auf die weiterführende Oberschule entsandt. Ihr fehlt uns auf jeden Fall jetzt schon. Deshalb wird es mit der Umsetzung des geplanten Minecraft Projektes leider nichts. Aber wir waren nicht untätig und haben vor den Sommerferien noch so einiges geschafft. Mit den Bildern unserer Treffen zeigen wir euch, was wir so gemacht haben. Tyler filmt Ana Maria und zeigt den anderen, wie die Handkamera funktioniert. Justin filmt Marlene. Monika filmt Soumik. Suveyla filmt noch Ana Maria und obwohl wir uns das letzte Mal in dieser gewohnten Besetzung sehen, sind alle gut drauf und sagen: „Tschüss, bis zum nächsten Mal.“  Diese zauberhaften Püppchen haben Ana Maria und Monika für uns gebastelt. Ein fröhlich kreatives Andenken. Bis bald! Eure Kiezreporter*innen R SACHE IN EIGENE Z R U K L A ... NOCHM In Nummer 31 der EulenPost hatten wir euch von unserer Teilnahme am Politischen Wettbewerb 2020 berichtet. Dafür waren wir mal wieder in Sachen Umwelt unterwegs. Mit unserem eingesendeten Beitrag „Plastik- Nein Danke!“ konnten wir die Jury überzeugen und haben einen Geldpreis von 250 € erhalten. Zudem wurde unsere AG Kiezreporter*innen unterwegs/Schülerzeitung als demokratisches Projekt ausgezeichnet. Coole Sache! Eure Kiezreporter*innen ++ Reinickendorfer EulenPost ++ Ausgabe 33 ++ September 2020 ++  25 QM LETTEPLATZ LETTEKIEZ LIEST! Kerwien Jan Peter Bremer Am Mittwoch, 23. September, 17 Uhr liest Undine Fülling im M5, Markstraße 5 aus dem Roman „Schöne neue Welt“ von Aldous Huxley von 1932. Um Entdeckungstouren ins Berliner Umland geht es am Donnerstag, 15. Oktober, 18 Uhr, wenn die Bloggerinnen Theresa Wißmann und Sina Schwarz von Milch&Moos im M5 „Vom Wandern und guten Essen“ präsentieren. Am Freitag, 16. Oktober, 18 Uhr stellt Jan Peter Bremer in der Bibliothek am Schäfersee, Stargardtstraße 11-13 seine Gesellschaftsparabel „Der junge Doktorand“ vor. Bremers Roman wurde 2019 für den Deutschen Buchpreis nominiert. Ein „Streifzug durch Reinickendorf-Ost“ ist das Thema des Stadtteilkenners und Publizisten Ralf Schmiedecke am Montag, 19. Oktober, 17 Uhr in der Bibliothek am Schäfersee. Am Dienstag, 20. Oktober, 18 Uhr liest Bettina Kerwien im M5 aus ihrem Krimi „Au revoir, Tegel: Ein Kappe-Krimi“. Bei der Veranstaltung am Mittwoch, 21. Oktober, 17:30 Uhr der Projektgruppe Schäfersee im M5 werden Texte zum Thema Umwelt gelesen, anschließend darf diskutiert werden. Um die Ressource Wasser mit anschließender Diskussion geht es am Donnerstag, 22. Oktober, 17:30 Uhr bei der Lesung von Susy Standke, Reiner Schröter und Anton Kulmus im M5. Surreal und wild wird es bei der letzten Lesung am Donnerstag, 29. Oktober, 18 Uhr, bei der Ulrich Schütter im M5 „Zoo oder Briefe nicht über die Liebe“ von Viktor Sklovskij und „Generation P“ von Viktor Pelewin präsentiert. Alle Lesungen im M5 finden in Kooperation mit der Buchhandlung am Schäfersee statt. Das Programm gibt es online unter www.qm­-letteplatz.de und gedruckt u.a. in der Bibliothek am Schäfersee (Stargardtstraße 11-13), der Buchhandlung am Schäfersee (Markstraße 6) oder beim Quartiersmanagement Letteplatz (Mickestraße 14). Die Veranstaltung wird aus dem Projektfonds des Quartiersmanagements Letteplatz gefördert. Den Büchertisch organisiert die Buchhandlung am Schäfersee. Bitte beachten Sie die folgenden Bedingungen des Veranstalters: Zur Nachverfolgung möglicher Infektionsketten mit dem neuartigen Covid-19-Virus ist die Angabe persönlicher Daten für alle Besucher*innen verpflichtend und um das Tragen eines Mund-Nasenschutzes bis zur Platzeinnahme wird gebeten. Aufgrund einer begrenzten Platzkapazität wird um eine vorherige Anmeldung unter stiewe@stadtmuster.de oder 0177/7423230 gebeten. Wir bedanken uns bei den Kulturpat*innen Tanja Bethke, Manuela Dreher, Undine Fülling, Irmgard Hochberger, Anton Kulmus, Dorothea Peichl, Sigrid Sattmann, Carmen Schiemann und Ulrich Schütter sowie der Buchhandlung am Schäfersee, der Bibliothek am Schäfersee und dem M5 für die tatkräftige Unterstützung des Projektes.  26 Birgit Bogner & Melanie Stiewe ++ Reinickendorfer EulenPost ++ Ausgabe 33 ++ September 2020 ++ Foto: Andreas Hornoff In diesem Jahr heißt es seit Ende August wieder „Der Lettekiez liest!“. Bereits zum 11. Mal in Folge findet das Lesefestival unter der Regie der Agentur Stadtmuster GbR in Kooperation mit dem Quartiersmanagement Letteplatz mit etlichen Lesungen und themenspezifische Begleitveranstaltungen bei freiem Eintritt statt. Bis 29. Oktober wird Unterhaltsames, Spannendes und Wissenswertes präsentiert. Dafür haben bereits viele interessante Autor*innen aus dem Unterhaltungs- und Sachbuchbereich ihr Kommen angekündigt. Damit aufgrund der Corona bedingten Abstandsregel auch genügend Besucher*innen Platz haben, sind in diesem Jahr nur die Bibliothek am Schäfersee, das M5 in Kooperation mit d­er Buchhandlung am Schäfersee sowie das Sozialmobil als Leseorte vorgesehen.Das Festival bietet mit u.a. Krimis, Romanen und Büchern zu Umweltthemen ein abwechslungsreiches Programm. Neben etablierten Autor*innen sind auch wieder Bewohner*innen aus dem Kiez in Bettina das Lesefestival aktiv eingebunden. Plakat: Stadtmuster GbR 2020: UNSERE WEGE SIND VIELFÄLTIG VII. IM KIEZ: DER OPERNDOLMUŞ ZU GAST DER BESUCH DES FRISEURS Klassische Musik für alle: Musiker*innen des Operndolmus, zu Gast im Lettekiez Wochenlang war es nicht möglich, zum Friseur zu gehen und dann kommt er plötzlich selbst vorbei. Und zwar nicht irgendein Friseur, sondern der berühmteste der Welt: der Figaro, Hauptfigur der Oper „Der Barbier von Sevilla” von Pierre-Augustin Caron de Beaumarchais. Er kam ohne Kamm und Schere, dafür mit musikalischer Begleitung: Fünf Ensemble-Mitglieder der Komischen Oper Berlin gastierten im Lettekiez und spielten Stücke aus dem Repertoire des Hauses. Seit 2011 schon besuchen Musiker*innen und Sänger*innen der Komischen Oper Berliner im Rahmen des Projekts „Operndolmus,” Berliner Kieze und geben dort kurze Konzerte, zwischen Plattenbauten, auf belebten Plätzen, in Innenhöfen. „Öffnung hin zur Stadt”, so die Beschreibung auf der Webseite der Komischen Oper, heiße nicht nur, „die Tore der Oper, ihre Musik und ihre ganz besondere Kunstform für jeden und jede unabhängig vom kulturellen, sozialen oder finanziellen Hintergrund weit aufzustoßen, sondern auch selbst die Schwelle des Hauses zu überschreiten, unter anderem mit dem Projekt des „Operndolmus,.” In den Lettekiez kamen die fünf Ensemble-Mitglieder auf Einladung des Projektes „Viele Kulturen - ein Kiez” der Agentur SmArt von Birgit Bogner und Melanie Stiewe sowie des Wohnungsunternehmens Vonovia, in dessen Innenhöfen die zwei Konzerte stattfanden. Das erste Konzert wurde im Hof des Wohnblocks Letteallee / Kühleweinstraße gegeben, das zweite im Block Micke- / Reginhardstraße. Das Publikum an den Fenstern und auf den weiträumigen Flächen war begeistert. Und für die Musiker*innen war es ebenfalls ein denkwürdiger Moment: „Für uns ist es nach dreimonatiger Corona-Pause das erste Mal, dass wir wieder analog vor Publikum spielen. Und das ist doch etwas ganz anderes, als per Videokonferenz”, so Mustafa Akça, Projektleiter und Initiator des Operndolmus,. Dafür habe man aus 500 Jahren Operngeschichte extra Stücke ausgewählt, die in den letzten Monaten eine Rolle spielten: Friseurbesuche, die Liebe, das Verreisen.  ++ Reinickendorfer EulenPost Text/Foto: Mathias Hühn ++ Ausgabe 33 ++ September 2020 ++  27 TE KIEZ DER NEUE NEWSLETTER DER SCHREIBWERKSTATT LETTE Gemeinsam mit Anwohner*innen entstehen in der Schreibwerkstatt Lettekiez verschiedene Publikationen über die Aktivitäten im Quartier. Seit Juli erscheint regelmäßig etwa alle acht Wochen „NewsLette“ mit Neuigkeiten, Projekten und Veranstaltungen aus dem Lettekiez. In der ersten Ausgabe ging es u.a. um die neuen Kommunikationswege im Zeitalter von Corona, die Einrichtungen wie der Jugendtreff Lette 51 und Gremien wie der Quartiersrat und die Aktionsfondsjury zwangsläufig vorgenommen haben. Dass das reale Leben nicht durch digitale Angebote zu ersetzen ist, haben die meisten von uns in den letzten Monaten gemerkt. Den analogen Angeboten, die es zum Glück demnächst wieder geben wird, widmet sich die zweite Ausgabe von „NewsLette“. Das Kulturfestival „Salon K“ beispielsweise fand dieses Jahr Ende August ausschließlich draußen auf den Straßen und Plätzen statt. Auch in der Evangeliumsgemeinde am Hausotterplatz laufen wieder regelmäßige Veranstaltungen. Im Porträt berichtet die Friseurin Sina Tschäpe aus der Residenzstraße, wie es ist, unter Corona-Bedingungen zu arbeiten. „NewsLette“ wird per Mail über das Quartiers­ management Letteplatz verschickt. Wer in den Verteiler aufgenommen werden möchte, meldet sich bitte unter team@qm-letteplatz.de. Außerdem gibt es „NewsLette“ als pdf auf der QM-Webseite unter http://www.qm-letteplatz.de/images/stories/aktuelles/ juli20/NewsLette_2_2020_web.pdf und als gedruckte Version im Kiez. Bei der Schreibwerkstatt Lettekiez können alle mitmachen, die Lust aufs Schreiben, Fotografieren und Zeichnen haben. Wir freuen uns über Themenvorschläge und Ideen für „NewsLette“! Schreibwerkstatt Lettekiez Kontakt: team@qm-letteplatz.de Die Schreibwerkstatt Lettekiez wird mit Mitteln des Quartiersmanagements Letteplatz aus dem Programm Soziale Stadt finanziert. Grafik: Mathias Hühn ET NEWSL Z TERMINE DES QM LETTEPLAT Aktuelle Termine Tel. 030/38 20 96 59, hausotterplatz@kreuzbund-berlin.de Jede*r, die oder der Hilfe sucht, kann gerne vorbeikommen! Lesefestival "Lettekiez liest!" bis 29. Oktober an unterschiedlichen Orten im Kiez Programm unter www.qm-letteplatz.de Laib und Seele jeden Dienstag, 11.30 bis 12 Uhr, Klemkestraße 65 Neukund*innen, die im PLZ-Gebiet 13409 und 13407 wohnen, können sich mit ihrem Personalausweis und ihrer Bescheinigung über Transferleistungen in der Ausgabestelle anmelden. Sie können am selben Tag noch Lebensmittelspenden erhalten. Mi, 30. September, 18:00 Uhr: Netzwerktref­fen "Lette Nachbarn" Bibliothek am Schäfersee, Stargardtstraße 11-13, 13407 Berlin Mi, 28. Oktober, 18:00 Uhr: Netzwerktreffen "Lette Nachbarn" Haus am See, Stargardtstraße 5, 13407 Berlin Nähtreff jeden Freitag ab 16 Uhr, Jugendheim der Evangeliums-Kirchengemeinde, Kamekestraße 15 Anmeldung: Tel. 0173-376 8936 Regelmäßige Termine Selbsthilfegruppe für suchtkranke Menschen und Angehörige jeden Dienstag, 19 Uhr in der Ev. Evangeliums-Kirchengemeinde Hausotterplatz 3. 13409 Berlin Kontakt: Kordula Aretz, Tel. 030/40 39 88 89, Lutz Hacke, 28 Weitere Infos und Termine unter www.qm-letteplatz.de ++ Reinickendorfer EulenPost ++ Ausgabe 33 ++ September 2020 ++ INTERKULTURELLE WOCHE IN REINICKENDORF 26.09. – 04.10.2020 In diesem Jahr will Reinickendorf auch dabei sein, wenn mehr als 500 Städte und und antisemitischen AtGemeinden in Deutschland eine „Interkultentate auf Menschen turelle Woche“ veranstalten. Also haben Bezirksstadtrat aus Halle (Oktober Uwe Brockhausen und die Integrationsbeauftragte Julia 2019) und aus Hanau (Februar 2020). Zahlreiche Stadtfeld zum Mitmachen aufgerufen, und das Programm Akteure mit demokratie- und fremdenfeindlicher Einstelkann sich sehen lassen. lung nehmen an den so genannten „Hygienedemos“ teil, An ungefähr 30 Orten in Reinickendorf finden in dieser und viele Menschen waren bzw. sind gerade während der Woche Lesungen, Vorträge, Filme, Workshops, AusstelCorona-Pandemie Diskriminierungen und rassistischen lungen und Aktionen statt – manchmal wird die Wahl Anfeindungen ausgesetzt. Nicht zuletzt die aktuelle Situaschwerfallen, wo man denn nun am besten teilnehmen tion in den USA und die vielen Demonstrationen weltweit sollte. Da gibt es Trommelworkshops, einen Familientag gegen Rassismus zeigen die Aktualität des Themas und im Nachbarschafts- und Lesegarten in der Auguste-Vikwie viele Menschen tagtäglich mit Ausgrenzung in ihrem toria-Allee, einen Kunstkurs für Kinder und Jugendliche alltäglichen Leben zu kämpfen haben.“ im resiArt und ein Fest der arabischen Kultur für alle - mit Das Programm wird entsprechend den aktuellen Coroarabischer Musik und einer kleinen Buchmesse, arabina-Bestimmungen umgesetzt. scher Kalligraphie und arabischem Henna im Märkischen Viertel. Das meredo.de – Medienkompetenzzentrum ReiSchon am 16. September 2020 wurde die Interkultunickendorf tourt mit Workshop-Tagen zum Thema „Hate relle Woche Berlin mit einer interreligiösen Andacht Speech“ durch den Bezirk, und im BVV-Saal liest Dilek und einer Podiumsdiskussion eröffnet. Güngör aus ihrem Buch „Ich bin Özlem". Der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-BrandenBundesweit gibt es die „Interkulturelle Woche“ im Herbst burg-schlesische Oberlausitz, Dr. Christian seit vielen Jahren. Wir sind dabei aufgefordert, gemeinStäblein, eröffnete das interreligiöse Gebet mit Vertresam gegen Rassismus, Antisemitismus und jede Form der tern von Judentum, Christentum und Islam. Im Anschluss gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit zusammenzudaran fand in der Flüchtlingskirche St. Simeon eine Podistehen und uns solidarisch an die Seite derjenigen zu stelumsdiskussion unter anderem mit der Integrationsbeauflen, die aufgrund rechtlicher, sozialer und wirtschaftlicher tragten des Berliner Senats, Frau Katarina Niewiedzial, Benachteiligung nicht gleichberechtigt teilhaben können. unter dem Thema: „Zusammen leben, zusammen wachJulia Stadtfeld, die Reinickendorfer Integrationsbeauftragsen – gemeinsam gegen Rassismus in Kirche, Religion und te, sagt: „Gerade in diesen Zeiten sind der gesellschaftliche Gesellschaft“ statt. Zusammenhalt und das gemeinsame Engagement für eine vielfältige, lebendige Gesellschaft und Demokratie äußerst wichtig: Nicht zu vergessen sind die rassistischen  Hans Marquardt WIR BAUEN EINEN REGENBOGEN Im Rahmen der Interkulturellen Woche erscheint am Mittwoch, 30. September 2020, auf dem Stadtplatz im Märkischen Viertel ein großer Regenbogen. 20 Menschen unterschiedlicher Herkunft, die alle im selben Kiez wohnen, stehen in einer Linie auf dem Platz im Abstand von 1,50 Metern. Jeder hält einen Teil eines Regenbogens, so dass weithin ein großer Regenbogen zu sehen ist. Wir beobachten, wie diese lebendige Skulptur entsteht und halten sie fest in Bildern, kleinen Filmen und im Ge++ Reinickendorfer EulenPost ++ Ausgabe 33 ++ September 2020 dächtnis. Der Regenbogen hilft uns, zusammenzuhalten, aufeinander zu achten und miteinander verbunden zu sein, auch wenn wir zeitweise körperlichen Abstand halten müssen. Eine Aktion von Jugendkunstpaten und Aufwind zur Interkulturellen Woche Reinickendorf am Mittwoch, 30. September 2020, 17:00 Uhr Stadtplatz Wilhelmsruher Damm an der Viertel Box ++  29 ELTERN AUF TOUR EIN 2020 N E D A L N E M H E UNTERN Erleben Sie beste Ausbildungsmöglichkeiten für Ihr Kind! Eltern spielen eine wesentliche Rolle im Prozess der beruflichen Orientierung: Sie beraten, motivieren und unterstützen Ihr Kind und zeigen Wege und Möglichkeiten auf. Mit unserem Angebot möchten wir Ihnen Einblicke geben und aufzeigen, welche beruflichen Entwicklungen mit einer Berufsausbildung möglich sind, denn Sie sind für ihre Kinder wertvolle Ratgeber bei der Berufswahl. Auf einer Tour mit einem Bus in zwei Unternehmen lernen Sie Ausbildungsberufe kennen und informieren sich über Aufstiegs- und Karrierechancen nach der dualen Ausbildung. Es erwartet Sie ein unterhaltsames und kurzweiliges Programm mit der ein oder anderen Überraschung. Natürlich gibt es auch Raum für Gespräche und Ihre Fragen. Formularbeginn Sie können aus 7 Touren auswählen: Unter dem Motto „Eltern auf Tour – Unternehmen laden ein“ starten zum wiederholten Mal am 8. Oktober 2020 von 15.00-19.00 Uhr Busse in unterschiedliche Berliner Bezirke zu verschiedenen Unternehmen. In der Zeit von 15:00 – 19:00 Uhr können Sie, mit oder ohne Ihre Kinder (Schülerinnen und Schüler der Sek. I), ausbildende Unternehmen kennenlernen und sich über die vielfältigen Möglichkeiten der dualen Ausbildung informieren. Zahlreiche Unternehmen öffnen für Sie ihre Türen, um über aktuelle Trends und Entwicklungen zu berichten und über berufliche Möglichkeiten und Perspektiven in der dualen Ausbildung in unterschiedlichen Branchen und Berufsfeldern zu informieren. Auch während der Busfahrt erhalten sie Informationen und haben die Möglichkeit Fragen zu stellen und sich auszutauschen. Dieses Angebot ist für Sie kostenlos. Sichern Sie sich jetzt einen Platz für Ihren Unternehmensbesuch. Tour 1: Peek & Cloppenburg – Freie Universität Berlin Tour 2: Theodor Bergmann – Frisch & Faust Tiefbau GmbH Tour 3: dm-drogeriemarkt GmbH + Co. KG – Harry-Brot GmbH Tour 4: Pierburg GmbH – BIO COMPANY GmbH Tour 5: Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) – Deutsche Rentenversicherung Bund Tour 6: Ferdinand-Braun-Institut – Beumer & Lutum GmbH - Bio Bäckerei Tour 7: Sicherheit Nord – AUTOPLUS AG 30 Reinickendorfer EulenPost ++ Melden Sie sich heute noch an unter: https://www.nrav.de/aktuelles/elternauftour/ ++ Ausgabe 33 ++ September 2020 ++ ZE GSPLÄT FREIE AUSBILDUN Schulabgänger und Schulabgängerinnen haben es in diesem Jahr besonders schwer, einen Ausbildungsplatz zu finden, darum möchten wir interessierte Menschen im Bezirk auf folgende Angebote aufmerksam machen. Bei dem Berufsbild Tourismuskaufmann*frau handelt es sich um überbetriebliche Ausbildungsplätze, bei denen die jungen Menschen nach der Ausbildung in die Arbeitsplätze der Tourismusbranche vermittelt werden. Ein Schuljahr ist zu Ende und für viele junge Menschen (und auch deren Eltern) stellt sich die Frage: „Was kommt danach?“ Vor dem Hintergrund der derzeitigen Krise ist es besonders schwer für die jungen Menschen, einen Ausbildungsplatz zu finden. Im Rahmen von Kontaktverbot und Kurzarbeit werden junge Menschen jetzt noch weniger zu möglichen Bewerbungsgesprächen eingeladen. Wie also sollen die jungen Menschen eine berufliche Perspektive entwickeln? Ihre aussagekräftige Bewerbung mit Lebenslauf und den letzten beiden Schulzeugnissen für die Ausbildung zum „Kaufmann*frau im Einzelhandel” sowie für die Ausbildung zum „Verkäufer*in” richten Sie bitte an: Einige von ihnen haben ihre Entscheidungen getroffen und bereits auf den Weg gebracht. Für andere ist weiter alles offen, da sie noch nicht den Mut für eine berufliche Laufbahn oder einen anschließenden Schulabschluss aufgebracht haben, oder vielleicht sogar erste Absagen in den Händen halten. Für die Ausbildung zum „Tourismuskaufmann*frau” senden Sie Ihre Bewerbung bitte an: Hier möchten wir uns als Euro Schulen Berlin mit unseren Ausbildungsangeboten ins Spiel bringen. Bei uns können sich Ihre Schulabgänger auf folgende Berufe bewerben: + Kaufmann*frau im Einzelhandel (Verbundausbildung betriebsnah) + Verkäufer (Verbundausbildung betriebsnah) + Tourismuskaufmann*frau (Überbetrieblich) ++ Reinickendorfer EulenPost ++ Ausgabe 33 ++ September 2020 Euro-Schulen Berlin Frau Angelika Goßlau Berliner Straße 66 13509 Berlin gosslau.angelika(at)eso.de Euro-Schulen Berlin Frau Tatjana Papke Berliner Straße 66 13509 Berlin papke.tatjana(at)eso.de Ausbildungsstart: 1. Oktober 2020 Weitere Informationen finden Sie unter folgendem Link: https://www.eso.de/berlin/ueber-uns/berlinerausbildungsplatzprogramm/ ++  31
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