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Periodical volume

Full text: Reinickendorfer Eulenpost Issue 16.2016

Reinickendorfer

EulenPost

s
t

Juni   2016 AUSGABE 16

Aus dem Inhalt
Herkommen. Ankommen. Willkommen������������� 3
NEU: Berichte aus dem Lettekiez/QM ��������� 6–9

NEUE IDEEN UND PROJEKTE
IN DER EULENPOST
Ganz stolz bin ich, hier die 16. Ausgabe der EulenPost zu präsentieren.
Es ist doch wirklich sehr erfreulich für
eine kleine Kiezzeitung wie die Eulen­
Post, dass sie es nun vier Jahre lang
geschafft hat, jedes Quartal zu erscheinen. Und die EulenPost wächst
weiter, entwickelt neue Projekte und
Themen. Wie im letzten Heft bereits
angekündigt, hat inzwischen die
Kinderredaktion unter Leitung des
Sozialarbeiters und Musikers Hans
Marquardt die Arbeit aufgenommen
und wird uns von jetzt an regelmäßig mit Berichterstattungen von
Mädchen und Jungen aus unserem
Kiez bereichern. Ich freue mich, dass
dadurch mehr Kinder an der Eulen­
Post mitwirken werden und uns
ihre Gedanken und Ideen mitteilen.

Diesmal sind es erste kleine Artikel,
aber ich bin sicher, dass das Projekt
mit der Zeit umfangreichere Ergebnisse bringen wird. Jedenfalls freut
mich, dass die Kinder Spaß gewonnen
haben. Sie wünschen sich weitere
neugierige Redaktions-Mitstreiter als
Kinder-Journalisten.
Ich begrüße in dieser EulenPost
ganz besonders die Redakteure und
Anwohner des Quartiersmanagements Lettekiez. Im Lettekiez gab es
bisher die Zeitung Letteinfo, die leider
ihr Erscheinen einstellen musste
(Die EulenPost berichtete darüber.)
Gerne geben wir den Bewohnern im
Lette-Kiez für ihre wichtigen Anliegen
Platz in der EulenPost. Willkommen
an alle, die an der Gestaltung der
Seiten des Quartiersmanagements

KiEZ – Die Kinder-Eulen-Zeitung ���������������������� 11
Heimat-Los – Menschen auf der Flucht ���������� 12
Leseempfehlungen ��������������������������������������������������� 14
Türkisches Kulturfest ����������������������������������������������� 15
Veranstaltungen ����������������������������������������������������� 21ff

mitgewirkt haben, wir freuen uns auf
eine gute Zusammenarbeit.
Die EulenPost schaut gern auch über
die Kiezgrenzen hinaus. In dieser Ausgabe berichten wir von der Ausstellungseröffnung „Heimat-Los“, einer
Wanderausstellung mit Portraits und
Erzählungen von Geflüchteten um
1945 und heute, die an vielen Orten
in Reinickendorf im Zeitraum vom
12. Mai bis zum 30. September
2016 gezeigt werden wird. Es lohnt
sich, diese Ausstellung anzuschauen.
Vielleicht haben Sie Anregungen
für eine Verbesserung der Eulen­
Post? Sie können uns jederzeit eine
E-Mail schreiben an EulenPost@
aufwind-berlin.de oder persönlich
mit uns sprechen. Dazu sind z.B. die
Lange Nacht der Familie oder das

Kiezfest gute Gelegenheiten. Es
wäre schön, Sie am 8. Juli beim
Kiezfest am Schäfersee oder
am 8. Oktober bei der Langen
Nacht der Familie in der Stargardtstraße (Bibliothek, Haus
am See etc.) zu begrüßen. Bei
beiden Veranstaltungen werden
ich persönlich sowie weitere
Mitarbeitende der EulenPost am
Stand des Bündnisses für Familie
stehen. Kommen Sie mit uns ins
Gespräch!
Bis dahin verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen
Ihr Michael Witte
Sprecher des Bündnis Familie

Die EulenPost benötigt
kleine und größere Spenden.
Bitte spenden Sie an:
Aufwind Kita-Verbund gGmbH
bei der Bank für Sozialwirtschaft
IBAN: DE34 1002 0500 0003 1535 00
BIC: BFSWDE33BER
Verwendungszweck:
„Spende für die EulenPost“

Michael Witte
Bündnissprecher Region
Reinickendorf-Ost
Aufwind e.V.,
Vierwaldstätter Weg 7, 13407 Berlin
michael.witte@aufwind-berlin.de

Redaktionsschluss
für die EulenPost Nr. 17
ist der 31. Juli 2016.
Beiträge bis dahin bitte an
eulenpost@aufwind-berlin.de

in Reinickendorf-Ost

Falls Sie mehr über die in dieser Ausgabe der EulenPost beschriebenen Projekte, Träger oder Personen
wissen wollen, bekommen Sie hier eine alphabetische Übersicht über die entsprechenden Webseiten.
Aufwind gGmbH/e.V.
www.aufwind-berlin.de
Café LichtHaus
www.cafe-lichthaus.de
DER STEG gGmbH
www.dersteg.de
EulenBlog
www.eulenblog.com
Gemeinschafts-Diakonieverband Berlin e.V.
www.evangelische-gemeinschaften.de
www.projekt-mitte.de
www.unser-laedchen-online.de

IMPRESSUM

		

2

Grundschule am Schäfersee
Grundschule am Schäfersee EFöB
Grundschule am Schäfersee Schulstation
www.schaefersee-grundschule.de
Haus am See
http://www.berlin.de/ba-reinickendorf/
politik-und-verwaltung/aemter/jugendamt/
regionen/ost/artikel.117574.php
Haus der Jugend – Fuchsbau
www.berlin-fuchsbau.de
Jugendamt
www.ost.jugendamt-reinickendorf.de

LebensWelt gGmbH
www.lebenswelt-berlin.de
Lokales Bündnis für Familie Reinickendorf-Ost
www.familie-reinickendorf.de
Outreach
www.outreach-berlin.de
Paul-Löbe-Schule
www.plo.cidsnet.de
Quartiersmanagement Letteplatz
http://www.qm-letteplatz.de/

HRSG 		
Lokales Bündnis für Familie Reinickendorf-Ost
V.I.S.D.P. 	
Michael Witte c/o Aufwind Kita-Verbund gGmbH
		
Vierwaldstätter Weg 7 ++ 13407 Berlin
		
Telefon (030) 31 98 912 -11 ++ Fax (030) 31 98 912 -19
		eulenpost@aufwind-berlin.de
REDAKTION	 Michael Witte ++ Sabine Hermann-Rosenthal ++
		
Klaus-Martin Lütke ++ Hans Marquardt
ASSISTENZ	 Franziska Genrich ++ Alexander Mai
GESTALTUNG	PACIFICO GRAFIK, Etienne Girardet ++ Rotraud Biem 	
		
www.pacificografik.de
AUFLAGE	
2.500 Exemplare

++  Reinickendorfer

EulenPost  ++  Ausgabe 16  ++  Juni 2016  ++ 

MÄRKISCHES VIERTEL
. WILLKOMMEN.
„HERKOMMEN. ANKOMMEN
“
UNSERE NEUEN NACHBARN

Gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen, dem Bezirksamt Reinickendorf
und den Trägern Horizonte gGmbH, Phinove e.V. und
Aufwind e.V. hat die GESOBAU AG vom 3. bis 18.5.2016
eine Themenwoche zur Situation und Integration von
Roma-Familien in Berlin gestaltet. In Ausstellungen,
Lesungen, Workshops und Theateraufführungen konnten
sich die Mitbürger über diese in unserer Gesellschaft am
stärksten benachteiligte Minderheit der Roma informieren.
Zum Abschluss der Veranstaltungsreihe wurde in einer
Podiumsdiskussion in der Viertelbox unter dem Thema:
„Ohne Ort keine Heimat“ unter der Leitung von Christoph
Leucht von ROMNED ausführlich dargestellt, dass eine
erfolgreiche Integration dieser Bevölkerungsgruppe nur
gelingen kann, wenn sie Zugang zu bezahlbarem Wohnraum erhält. Ausgangspunkt der Diskussion war die Frage, ob für diese Bevölkerungsgruppe deshalb besondere
Wohnprojekte wie in der Harzer Straße in Neukölln oder
in der Scharnweberstraße in Reinickendorf (Bunte 111)
benötigt werden.
Für die Podiumsteilnehmer der Diskussion, Frau Böhm
und Frau Hertz von der GESOBAU AG, Herrn Dr. Schneider von der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und
Frauen, Herrn Rabitsch, Integrationsbeauftragter des
Bezirks­amtes Reinickendorf, Herrn Bechen, KLAK Verlag,
Herrn Ibrahimovic, Aspe e.V., Frau Arion, Phinove e. V., und
Herrn Salijevic von Aufwind e.V. bestand Einigkeit, dass
Roma-Familien auf dem Berliner Wohnungsmarkt keine
Chance haben, auf gewöhnlichem Weg eine bezahlbare
Wohnung zu finden. Es bestehen auf Vermieterseite nach
wie vor erhebliche Vorbehalte.
++  Reinickendorfer

EulenPost  ++  Ausgabe 16  ++  Juni 2016  ++  

Einzelne Wohnungsbaugesellschaften haben daher beschlossen, neue Wege zu gehen. Frau Böhm und Frau
Hertz von der GESOBAU stellten ihr aktuelles Wohnprojekt
zur Integration von Roma-Familien im Märkischen Viertel vor, in dem derzeit fünf Familien, von Sozialarbeitern
unterstützt, eine neue Heimat gefunden haben. Besonderer Wert wurde dabei auf eine dezentrale Unterbringung
der Familien gelegt. Inzwischen besuchen die meisten der
Kinder Schulen bzw. Kitas im MV, ihre Eltern arbeiten oder
besuchen Integrationskurse. Erste Erfahrungen signalisieren, dass es sich lohnt, über diesen Weg eine gelungene
Integration der Familien zu erreichen.


Karl-Heinz Krieger-Leeker, Aufwind

3

DIE SPIELEKISTE UNSERER SCHULE

DER SCHULSTATION
– EIN GEWÄLTPRÄVENTIONSPROJEKT
DER GRUNDSCHULE AM SCHÄFERSEE

In der fernen Vergangenheit gab es sehr oft Streit in den Hofpausen. Unsere
Konflikt­lotsen, aufsichtführenden Kolleg*innen und die Schulstation hatten jede
Menge zu tun, Konflikte zu lösen und aufgeheizte Situationen zu beruhigen.
Um Konflikten im Vorfeld gegenzusteuern, hat die Schulstation im Rahmen der
Gewaltprävention eine gut gefüllte Spielekiste für die Schüler*innen angeboten.
So wurden im Jahr 2015 viele Spielgeräte angeschafft:
Basketbälle, Fußbälle, Tischtennis-, Federball-, Beachball- und Softball-Sets, Diabolos, Springseile, Indiacas und
Becherspiele.
Unsere Schülerschaft hat das Angebot dankbar angenommen.
Deutlich hat sich die Lage auf dem Pausenhof beruhigt, die
Kinder sind mit Spielen beschäftigt.
Um die Verantwortung unserer Schüler zu stärken, haben
wir Listen eingeführt. Seitdem wird mit den Spielsachen
meist pfleglich umgegangen.
Anfang 2016 haben Schüler der Klasse 5b die Spielzeug­
aus­gabe im Sinne der Schülerbeteiligung übernommen
und organisieren diese mit Unterstützung der Schul­
station.
Zum Frühjahr 2016 haben wir Spielgerät ausgetauscht,
ausgebessert und neu angeschafft: So sind neue Basketbälle, Fußbälle und Gummitwist hinzugekommen.
Im Rahmen der Gewaltpräventions-Projektwoche der
Schule konnte die Spielekiste erheblich erweitert werden:
So bauten Schüler der 5. und 6. Klassenstufen zusammen
eine Tor-Murmelbahn, eine Loch-Murmelbahn und zwei
Ballwurfkästen. Außerdem wurden fünf Brettspiele (Dame,
Mühle, Backgammon, Mensch, ärgere dich nicht, X Os oder
Tick-Tack) sowie die dazugehörigen Spielfiguren von den
Schülern aufwendig gestaltet.

Liebe Schüler*innen, liebe Eltern, liebe Nachbarn,
für unsere Spielekiste bräuchten wir noch:
Softbälle, Beachbälle, ­Indiacas, Klettbälle, Straßenkreide, Soft-Frisbees,
Ringe zum Werfen, Bumerang (Soft) und viele andere Spiele für draußen.
Danke.
P.S.: Das könnt ihr gerne während der Pausen direkt bei uns in der S­ pielekiste
oder in der Schulstation abgeben.

4

++  Reinickendorfer

EulenPost  ++  Ausgabe 16  ++  Juni 2016  ++ 

Ballkiste und Murmelbahn
werden zusammengebaut

Backgammon und die Ballkiste
werden aufwendig gestaltet

… weitere Brettspiele
und Cross Boule
Unsere Murmelbahnen
und Ballwurfkästen

Unsere Brettspiele
und Wikinger Schach

++  Reinickendorfer

EulenPost  ++  Ausgabe 16  ++  Juni 2016  ++  

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NEUES AUS DEM LETTEKIEZ
FREUDE AM SCHREIBEN: WIR MACHEN WEITER – MACH DOCH MIT!!

Viele Leserinnen und Leser der letzten Letteinfo Anfang
dieses Jahres wissen, dass die bisherige Förderung der
Letteinfo ausgelaufen ist. Seit Oktober 2008 gab es
insgesamt 41 Ausgaben, die sechs Mal im Jahr erschienen
sind. In den letzten beiden Jahren ist die Nachbarschaftszeitung von einer unabhängigen, ehrenamtlichen Kiez­
redaktion bearbeitet worden.
Als neues Projekt wurde nun die Schreibwerkstatt auf die
Beine gestellt mit dem Ziel, gemeinsam Themen aus dem
Lettekiez zu besprechen und darüber zu schreiben, zu
fotografieren oder wie auch immer darzustellen.
Als Ergebnis können z.B. Wandzeitungen, Onlinebeiträge,
Plakate, Faltblätter oder Beiträge entstehen. Die verschie-

denen Formate werden in der Schreibwerkstatt durch
die ehrenamtlichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer
entwickelt. Außerdem können Beiträge in der Eulen­Post
veröffentlicht werden, wofür wir uns an dieser Stelle bei
der Redaktion ganz herzlich bedanken.
Wir wollen erreichen, dass die Verbundenheit und Nachbarschaftsnähe aufrechterhalten werden können.
Wir würden uns freuen, weitere Mitstreiter*innen zu
gewinnen – das nächste Treffen findet am Mittwoch, 6. Juli
2016 um 18 Uhr im Quartiersbüro in der Mickestraße 14
statt.


Sigrid Sattmann und Ute Funk

N
ZWEISPRACHIG LESE

„INTERKULTURELLE LESEPATEN“

UND LESEN LASSEN

Im Quartier um den Letteplatz werden zahlreiche Sprachen gesprochen. Die Idee, hier als Lesepaten-Tandem abwechselnd in zwei Sprachen vorzulesen, ist naheliegend:
Kinder, die nicht deutschsprachig aufwachsen, erleben so
eine Wertschätzung der Sprache, die sie zu Hause sprechen. Umgekehrt können deutschsprachige Kinder neue
Sprachen entdecken und kennenlernen.
Denn vor allem im Kleinkindalter ist Vorlesen für die Entwicklung des Sprachzentrums von zentraler Bedeutung.
Darüber hinaus regt es die kindliche Phantasie und Kreativität an und fördert
nicht zuletzt die sozialen Kompetenzen.
Das Projekt „Interkulturelle Lesepaten“ möchte
Menschen möglichst
vieler Kulturen ansprechen. „Gerade für
Kinder aus zwei- oder
mehrsprachigen Haushalten ist Vorlesen noch wichtiger“,
sagen Ann Katrin Ostendorf sowie Klaudyna und Ulrich
Droske, die das Projekt ab Sommer in der Bibliothek am
Schäfersee durchführen werden. „Nur gute Kenntnisse der
Muttersprache führen zum erfolgreichen Erwerb weiterer
Sprachen.“
Ann Katrin Ostendorf war selbst Lesepatin u.a. beim Projekt „Lies mir vor – Bana birsey oku“ des Quartiersmanagements Letteplatz und ist seit Jahren als Vorleserin aktiv.
Klaudyna und Ulrich Droske sind Vorstandsmitglieder des
Deutsch-Polnischen Hilfswerks e.V., das Veranstaltungen

und Aktionen für bedürftige Kinder
und Jugendliche durchführt.
Das vom Quartiersmanagement initiierte Vorgängerprojekt „Lies mir vor
– Bana birsey oku“ wurde 2013/2014
in der Bibliothek am Schäfersee
durchgeführt. Wie der Name sagt,
richtete es sich an türkisch- und
deutschsprachige Kinder, für die in
beiden Sprachen vorgelesen wurde.
Langfristig soll es im Lettekiez verschiedene Vorlesestationen mit überwiegend ehren­amt­
lichen Lesepatinnen und Lesepaten geben, die möglichst
in mehreren Kulturen und Sprachen heimisch sind. So
können auch Eltern nichtdeutscher Herkunftssprache
erreicht werden.
Vielleicht gelingt es ja, dass die Eltern zuhause selbst ihren
Kindern vorlesen. Sie können so auf einfache Art Vorbild
sein und ihre Kinder unterstützen.

6

++  Reinickendorfer



Claudia Mattern

Das Projekt findet ab Sommer 2016 in in der Bibliothek
am Schäfersee, Stargardtstr. 11–13, im Familienzentrum
Letteallee, Letteallee 82–86 und in der Reginhard-Grundschule statt und wird mit Mitteln des Quartiersmanagements Letteplatz aus dem Programm Soziale Stadt gefördert.
Wer als Lesepate bzw. Lesepatin in seiner Muttersprache
aktiv werden möchte, meldet sich bitte im Quartiersbüro
oder per E-Mail unter team@qm-letteplatz.de
EulenPost  ++  Ausgabe 16  ++  Juni 2016  ++ 

EN PLATZ!
EIN PLATZ FÜR ALLE – ALLE FÜR EIN
Auf dem Letteplatz ist bei gutem Wetter der halbe Kiez unterwegs. Nach der
LETTEPLATZ
Neugestaltung des Platzes im Jahr 2010
hat er sich zu dem zentralen Treffpunkt
für Kinder, Jugendliche und Eltern aus der Nachbarschaft entwickelt. Im
Jahr 2014 erhielt der Letteplatz sogar den „Nationalen Preis für integrierte
Stadtentwicklung und Baukultur“ des damaligen Bundes­
ministeriums für Verkehr, Bau und
Stadtentwicklung. Kein Wunder:
Der Platz ist freundlich gestaltet,
und man kann dort viel machen.
Und jetzt noch mehr: Von Mai
bis September bietet das „Letteprojekt“ zusätzliche Spiel- und
Kreativ­aktionen auf dem Letteplatz an. Unterstützt wird das Projekt vom Lette-Bündnis, bei dem so gut
wie alle mitmachen, die im Lettekiez etwas mit Kinder- und Jugendarbeit zu
tun haben: das Kinderzentrum Pankower Allee, Familienzentrum Letteallee,
Jugendzentrum BDP-Luke, Outreach – Mobile Jugendarbeit, die Regin­hard-­
Grund­schule und das Quartiersmanagement Letteplatz.
Das Letteprojekt fördert seit neun Jahren ein
friedliches Miteinander auf dem Letteplatz.
Ein Team von engagierten Helfer*innen ist für
alle Platzbesucher*innen ansprechbar, hört
zu und versucht, mit Rat und Tat zu helfen.
Vor allem aber ist das Team für Kinder und
Jugendliche da und bietet Spiele, Sport, Kreativangebote und vieles mehr an. Für durstige
Kinder gibt es etwas zu trinken und für Eltern
gegen eine kleine Spende Kaffee.
In den Sommerferien vom 20. Juli bis 2. September gibt es außerdem eine Reihe besonderer Angebote: Basteln, Graffitiworkshops,
Turniere und vieles mehr …!
Das Team ist täglich von 15.00 bis 19.00
Uhr auf dem Platz.
DAS LETTE-BÜNDNIS ERWEITERT

Die Angebote im Überblick:

DAS FREIZEITANGEBOT AUF DEM

++  Reinickendorfer

EulenPost  ++  Ausgabe 16  ++  Juni 2016  ++  

Juli
01.07. Wasserschlacht/Rollenrutsche
08.07. Café-Mobil mit Familienpicknick*
15.07. Café-Mobil mit Kaffee & Kuchen
21.07. Volleyballturnier
22.07. Seifenblasendruck
26.07. Graffiti-Projekt + Grillen
28.07. Graffiti-Projekt + Grillen
* jedeR bringt bitte etwas zu essen und
zu trinken mit. Geschirr und Decken
nicht vergessen!
August
03.08. Café-Mobil
10.08. Litfaßsäule
15.08. Wasserschlacht
26.08. Basketballturnier
31.08. Litfaßsäule
September
02.09. Fußballturnier
09.09. Café-Mobil mit Kaffee & Kuchen
14.09. Café-Mobil
21.09. kleine Vulkane
23.09. Litfaßsäule
30.09. Abschlussfest

7

SALON K
DAS KUNST- UND KULTURFESTIVAL

IM LETTEKIEZ

Seit 2011 findet das interdisziplinäre Festival mit einem
abwechslungsreichen Programm junger Berliner Künstlerinnen und Künstler statt. Das Festival verzaubert in den
ersten Tagen der Sommerferien vom 20. bis 24. Juli 2016
Besucher und Passanten und verleiht den unterschiedlichsten Orten im Lettekiez eine ganz besondere Atmosphäre.
Interessierte sind herzlich eingeladen. Der Eintritt zu allen
Veranstaltungen ist kostenlos.
Eröffnet wird das Festival am Mittwoch, den 20. Juni, um
19 Uhr im Quartiersbüro (Mickestraße 14, am Letteplatz)
vom Duo De Lavoiser mit leidenschaftlicher portugiesischer Musik. An den anderen Festivaltagen gibt es weitere
Konzerte, Tanz, Theater und eine szenische Lesung. Der
diesjährige Höhepunkt ist der Schäfersee-Tag am Samstag, den 23. Juli mit Theater-, Tanz- und Musikaktionen,
die die Besucher vom Nachmittag bis zum Abend am
Seeufer entdecken können.

Fotos: Sandra Hermannsen

Piraten kapern den Letteplatz, portugiesische Klänge
erfüllen das Quartiersbüro, Schmetterlinge werden im
Kinderzentrum Pankower Allee erschaffen, und Musik und
Theateraktionen überraschen am Schäfersee – all dies und
vieles mehr gibt es beim diesjährigen Kunst- und Kulturfestival „Salon K“ zu sehen, zu hören und zu erleben.

Wie auch in den letzten Jahren ist der Sonntag bei
­„Salon K“ der Kinder- und Familientag.
Für alle begeisterten Bastler und Geschichtenliebhaber
ab 5 Jahren spielen die „artisanen.“ am Sonntag, den
24. Juli, um 15 Uhr im Kinderzentrum Pankower Allee
das Theaterstück „Die Werkstatt der Schmetterlinge“
frei nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Gioconda
Belli. Anschließend gibt es um 17 Uhr mit „Jamie und
der Pirat“ auf dem Letteplatz spannendes Kindertheater
für Abenteurer ab 4 Jahren. Das Mädchen Jamie hat eine
Schatzkarte gefunden und begibt sich mit dem Pirat Long
John Silver auf eine Schatzsuche, die sie auf eine einsame
Insel führt. Unterwegs entpuppt sich der Pirat jedoch als
böse, denn eigentlich will er den Schatz nur für sich alleine
haben …
Das vollständige Programm und weitere Infos gibt es unter
www.salon-k.de und in ausliegenden Programmflyern.
„Salon K – Das Kunst- und Kulturfestival im Lettekiez“ wird
von Kirschendieb & Perlensucher Kulturprojekte durchgeführt und findet 2016 zum sechsten Mal statt.
Das Festival wird gefördert
durch das Quartiersmanagement Letteplatz und
die Dezentrale Kulturarbeit
Reinickendorf und findet
in Zusammenarbeit mit
lokalen Einrichtungen und
Interessierten aus dem
Lettekiez statt.

Gefördert durch:

8

++  Reinickendorfer

EulenPost  ++  Ausgabe 16  ++  Juni 2016  ++ 

SPIELEPATEN
SUCHEN VERSTÄRKUNG!!

WER MACHT MIT?

Als Mathepatin in der Grundschule habe ich gesehen, dass
KITA-KINDERN
einige Kinder selbst die kleinsten Mengen nicht addieren
können. Die Aufgabe 5 + 2
lösen die Kinder mit der Rechenmaschine, indem sie jede
einzelne Perle zählen. Selbst wenn ich den Hinweis gebe,
dass immer 5 Perlen dieselbe Farbe haben, ändern sie ihr
Lösungsverhalten nicht.
Bei einer Fortbildung
erfuhr ich, dass dieses
Abzählrechnen selbst in
der Berufsschule noch weit
verbreitet ist. Dort rechnen
die Schüler immer noch
mit den Fingern. Eine Maßnahme, um Kindern eine
Vorstellung von Mengen zu geben, war bei dieser Fortbildung, mit ihnen extra entwickelte Würfelspiele zu spielen.
Die Anordnung der Zahlen von 1 bis 6 auf dem Würfel ist
für die Kinder einprägsamer als die Perlen an der Rechenmaschine.
Ich hatte die Idee, mit der Vermittlung der Würfelbilder im
Kindergarten anzufangen: als Prävention.
Das Lerninstitut Hinkelammert hat für uns Spiele entwickelt, die bei Kindergartenkindern eingesetzt werden
können. Außerdem konnten
wir einige kommerzielle Spiele
anschaffen.
Wir gehen freitags von 10 bis
11 Uhr in die Kita Letteallee
und spielen mit den Kindern.
Die Kinder lernen Spielregeln,
und damit eng verbunden ist
Fairness.
Beim Spielen wird bekanntlich die kindliche Feinmotorik entwickelt, und Bewegungsspiele im Haus und im
Freien führen zur besseren Raumorientierung: z.B. vorwärts-rückwärts, davor-dahinter, rechts-links.
All das kann sinnvoll eingesetztes Spiel bewirken und ist
eine Prävention gegen Rechenschwäche.

DOROTHEA PEICHL

FÖRDERT DIE RECHENSTÄRKE

PROGRAMMAUSZÜGE:

VON

Mittwoch, 20.7.2016
19 Uhr: Festivaleröffnung mit dem
­portugiesischen Duo De Lavoiser
Konzert mit leidenschaftlichen portugiesischen Liedern
Ort: Quartiersbüro, Mickestraße 14, 13409
Berlin (Letteplatz, U8 Franz-Neumann-Platz,
Bus 250 Pankower Allee/Reginhardstraße)
Samstag, 20.7.2016 – Schäfersee-Tag
Theater-, Tanz- und Musik-Aktionen rund
um den Schäfersee vom Nachmittag bis zum
Abend
Sonntag, 24.7.2016 – Kinder- und
­Familientag
15 Uhr: Artisanen. „Die Werkstatt
der Schmetterlinge“
Kindertheater mit Puppen für alle ab 5 Jahre
Ort: Kinderzentrum Pankower Allee, Pankower
Allee 51 (U8 Franz-Neumann-Platz, Bus 250
Pankower Allee/Reginhardstraße)
17 Uhr: Kazibaze Theater
„Jamie und der Pirat“
Eine abenteuerliche Schatzsuche für alle
ab 4 Jahre
Ort: Letteplatz (U8 Franz-Neumann-Platz,
Bus 250 Pankower Allee/Reginhardstraße)
Das vollständige Programm und weitere
Informationen zum Festival gibt es unter
www.salon-k.de
Kontakt:
Kirschendieb & Perlensucher Kulturprojekte
Tel. 030 420 255 21 / 0151 107 696 88,
info@kirschendieb-perlensucher.de
Bei Redaktionsschluss standen noch nicht
alle Programmpunkte fest. Änderungen
vorbehalten.
(Pressemitteilung, 19.05.2016)

++  Reinickendorfer

EulenPost  ++  Ausgabe 16  ++  Juni 2016  ++  

Wer hat Lust mitzu­
machen? Ich biete
einen Spielenach­mittag
bei mir zu Hause an,
wo man die Spiele
kennen­lernen kann.
Danach geht’s los!

Kontaktdaten:
Dorothea Peichl
Email: dpeichl@online.de
Tel. 91 70 41 29

9

IMPRESSIONEN VOM
INTERNATIONALEN FRAUENTAG
Hier ein paar Impressionen vom Internationalen
Frauentag am 8. März 2016 im Haus am See
und von seiner neuen Leiterin. Das Büfett war
wie üblich eine Wucht! Die Frauen hatten sich
wieder einmal selbst übertroffen. Sicher kann
Ihnen, liebe Leser*innen, der Anblick der kulinarischen Köstlichkeiten Appetit machen!
Den wünsche ich Ihnen jedenfalls.


Marianne Genrich

(Lebenswelt)
links: Frau Seemann
r
rechts: Frau Marke
s am See“)
(Leiterin vom „Hau

10

++  Reinickendorfer

EulenPost  ++  Ausgabe 16  ++  Juni 2016  ++ 

LIEBE KINDER,
wir haben jetzt mit der KiEZ, also der Kinder Eulen Zeitung, angefangen. Jeden Mittwoch um 15:30 Uhr treffen
wir uns im Blauen Salon im Haus am See und besprechen,
was in die nächste Ausgabe kommen soll. Dann schreiben
wir, überlegen, in welcher Schrift es gedruckt werden soll
und in welcher Farbe.
Wer will noch mitmachen? Wenn ihr mittwochs keine Zeit
habt, könnt ihr auch etwas schreiben und uns schicken.
Oder – wenn Hans euch helfen soll, verabredet ihr einen
anderen Tag mit ihm.
Wir sind zu viert. In der nächsten Ausgabe werden wir uns
vorstellen.
Liebe Grüße

++  Reinickendorfer

Emre Eslem Hussam Yaren

EulenPost  ++  Ausgabe 16  ++  Juni 2016  ++  

11

DER FLUCHT“ –
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EIN AUSSTELLUNGPROJEKT, DAS BEWEGT!
Am Abend des 12. Mai wurde in der Aula des Humboldt-­
Gymnasiums in Berlin-Tegel vor 250 Gästen in feierlichem
Rahmen die Ausstellung „HEIMAT-LOS – Menschen auf der
Flucht“ eröffnet.

EINE WANDERAUSSTELLUNG MIT
PORTRAITS UND ERZÄHLUNGEN
VON GEFLÜCHTETEN UM 1945 UND
HEUTE AN VIELEN VERSCHIEDENEN
ORTEN IN REINICKENDORF

Ruth Winkelmann, die einen Großteil ihrer Familie in
Konzentrationslagern verlor (Buch „Plötzlich hieß ich Sara:
Erinnerungen einer jüdischen Berlinerin 1933 – 1945“)
berichtete von ihren alltäglichen Fluchten vor dem Terror
der Nationalsozialisten im dritten Reich, die ihr Leben als
Halbjüdin täglich bedrohten.
Das MädchenSportZentrum im Centre Talma, einer Einrichtung des VSJ Berlin und des GSJ gGmbH Berlin, bewegte mit einer beeindruckenden Tanzperformance des MassMediaProject zum Thema Flucht.
Die Schirmherrin des Ausstellungsprojektes, die Schauspielerin Petra Zieser, erzählte von ihren persönlichen
Erfahrungen mit geflüchteten Menschen und von der
Bereicherung durch den offenen Umgang mit ihnen.
Offizielle Grußworte wurden übermittelt von Dr. Hinrich
Lühmann, dem Vorsteher der Bezirksverordnetenversammlung Reinickendorf, und Andreas Germershausen,
dem Beauftragten des Berliner Senats für Integration und
Migration.

12

Foto Florina Limberg

Foto Sebastian Teutsch

Die Ausstellung „HEIMAT-LOS – Menschen auf der Flucht“
stellt auf sehr persönliche Art acht Menschen und ihre
Schicksale vor, die um 1945 und heute nach Berlin gekommen sind. Fotos, Lebenswege und Zitate zeigen, dass
Flucht und die Suche nach Schutz ein fester Bestandteil
unserer allgemeinen und oft auch persönlichen Geschichte sind.

++  Reinickendorfer

EulenPost  ++  Ausgabe 16  ++  Juni 2016  ++ 

Musikalisch untermalt wurde die Eröffnung vom Duo Arvio
(Johanna und Magdalena Walesch).
Oliver Rabitsch, der Integrationsbeauftrage des Bezirks­
amtes Reinickendorf: „Ich habe einen sehr bewegenden
Abend erlebt, der mir Mut gemacht hat, gemeinsam mit den
Menschen in Reinickendorf, die unzweifelhaft bestehenden
Herausforderungen zu bewältigen. Wir erhoffen uns, dass
möglichst viele Menschen von der Aussage unserer Ausstellung erreicht werden.“
Optisch begleitet wird die Ausstellung „HEIMAT-LOS, Menschen auf der Flucht“ von der Reinickendorfer Lichtergalerie. Die Lichtergalerie ist das Ergebnis eines Kunstprojekts,
umgesetzt von Kindern und Jugendlichen, die gemeinsam
mit geflüchteten Kindern Laternen als Zeichen der Hoffnung kreiert haben.
Von Mai bis September wird die Ausstellung an mehr als
15 Orten in Reinickendorf gezeigt. Alle Ausstellungsorte und
weitere Informationen unter www.heimatlos-berlin.de.
„HEIMAT-LOS – Menschen auf der Flucht“ ist eine Initiative
von Burchardt Immobilien und Freunden, realisiert mit
Kirschendieb & Perlensucher Kulturprojekte in Zusammenarbeit mit dem Integrationsbeauftragten des Bezirks­amtes
Reinickendorf, Oliver Rabitsch.

Spendenkonto:
„Willkommen in Reinickendorf“
iBAN: De71 1008 0000 0879 9088 00
BiC: DReSDeFF100 Commerzbank Berlin
Stichwort: Spende Flüchtlingsnetzwerk „Willkommen in
Reinickendorf“ – Projekt Heimat-Los

Foto Florina Limberg

Foto Sebastian Teutsch

Pressekontakt: Florina Limberg, Kirschendieb &
­Perlensucher Kulturprojekte
info@kirschendieb-perlensucher.de
Tel. (030) 42 02 55 21, 0151 / 107 696 88

++  Reinickendorfer

EulenPost  ++  Ausgabe 16  ++  Juni 2016  ++  

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UNG

LESEEMPFEHL

FÜR EUCH GELESEN VON GABRIELE KONÉ
Das Thema Flucht und die Integration der neu zugewanderten Familien beschäftigen derzeit viele
Menschen. Wie geht es den Kindern, die gerade zu uns gekommen sind? Wie fühlt es sich an, neu an
einem Ort zu sein, die Sprache nicht zu sprechen und die Menschen nicht zu kennen?
Heute möchte ich euch in Zusammenarbeit mit der Fachstelle KINDERWELTEN zwei Bücher vorstellen, die dieses Thema aufgreifen:

NORA UND BESHIR –
ZWEI GESCHICHTEN DES
NEUANFANGS
Carolin Neumann (Autorin)
Lisa Sandner (­Illustratorin),
Matthias Neumann
­(Illustrator)
Neumann/Sander 2016
17,90 €
Das Buch handelt von zwei
Kindern, die aus unterschiedlichen Gründen ihr Zuhause, ihre Freunde und die vertraute Umgebung verlassen müssen. Das Besondere an diesem
Buch ist, dass es von zwei Seiten her gelesen werden
kann: Von der einen Seite her berichtet Beshir von seiner
Familie und seinem besten Freund Yasin, den er verlassen
muss, als es Krieg gibt und Beshir mit seiner Familie aus
der Heimat flieht. Sie meistern die gefährliche Flucht und
gelangen an einen sicheren Ort in einem fernen Land. Dort
ist für Beshir alles fremd: die Sprache, die Schule.
Von der anderen Seite her gelesen, erzählt Nora ihre
Geschichte: Weil ihre Mutter nach der Arbeitslosigkeit
eine neue Stelle in einer anderen Stadt gefunden hat, zieht
die Familie dorthin um. Nora muss sich von ihrem besten
Freund Fritz verabschieden. In der neuen Stadt ist auch für
sie alles fremd: der Dialekt, die Schule.
Mit „Hallo“ und „Salam“ begegnen sich Nora und Beshir in
der Mitte des Buches – in ihrer neuen Schule in Berlin.
Auch wenn die dramatische Lebenssituation und Flucht
des Jungen und der Umzug des Mädchens innerhalb
Deutschlands nicht direkt miteinander vergleichbar sind,
so machen die Kinder zum Teil auch ähnliche Erfahrungen:
Sie spüren den Schmerz des Abschiednehmens und die
Unsicherheit beim Neuanfang. Indem sich die beiden Kinder von der Vorder- bzw. Rückseite des Buches aufeinander
zu bewegen, wird das Verbindende betont.
Durch das Aufzeigen von Gemeinsamkeiten im Erleben
von Abschied und Neuanfang wird eine Verbindung von
Kindern ohne Fluchterfahrung mit der Erfahrungswelt
geflüchteter Kinder hergestellt. So werden diese nicht als
die „Anderen“, die „Fremden“ gezeigt, sondern als Kinder,
mit denen auch Freundschaft geschlossen werden kann. In
klar gezeichneten Bildern und mit wenig Text gelingt dem

Buch eine kindgerechte und vorurteilsbewusste Darstellung von den derzeit sehr aktuellen Themen Krieg und
Flucht. Und es wird eine so notwendige Brücke zwischen
den Kindern unterschiedlicher Herkunft und Erfahrung
gebaut.

14

++  Reinickendorfer

Wie die Autorin angibt, wird mit dem Kauf eines Buches
jeweils ein weiteres Exemplar für ein geflüchtetes Kind gespendet. Zudem geht der gesamte Erlös aus dem Verkauf
der Bücher an geflüchtete Kinder.

WILLKOMMEN IN
DEUTSCHLAND
Hg.: Patricia Thoma
Jacoby & Stuart 2016
12,95 €
Ab 6 Jahren
Gemeinsam mit der Künstlerin Patricia Thoma haben
Schüler*innen aus Berliner
Willkommensklassen gezeichnet und in Deutsch und in
ihrer Herkunftssprache aufgeschrieben, was sie mit ihrer
Heimat verbinden, was ihnen wichtig ist.
Wir erfahren, dass Redi aus Albanien am liebsten Hähnchen und Kartoffeln isst und eine große Familie hat. Grace
spricht fünf Sprachen, teilt uns das Rezept für Foufou,
einen Maisbrei, mit. Es gibt eine Menge Gemeinsamkeiten
zwischen allen Kindern: mit denen, die neu dazugekommen sind, und mit denen, die schon länger hier leben.
Wie der Verlag angibt, spendet die Herausgeberin ihr Honorar an das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen,
und die Losito Kressmann-Zsach Foundation sowie der
Verlag verschenken einen Teil der Auflage.

In Zusammenarbeit
mit der Fachstelle KiNDERWELTEN

EulenPost  ++  Ausgabe 16  ++  Juni 2016  ++ 

KEN
DAS BREITKOPFBEC

LEBT

In den vergangenen Jahren hatte der Kiez rund um das
Breitkopfbecken einen eher schlechten Ruf. Seit dem
vergangenen Jahr tut sich jedoch einiges: Die Kolumbus-Grundschule hatte ihre Kiezreporter*innen auf die
Umgestaltung des Spielplatzes angesetzt. Und seit Oktober 2015 ist es nun soweit: Der Spielplatz ist endlich
umgestaltet worden.
Nun warten ein Mini-Soccer-Feld, ein Streetball-Platz, die
erste legale Graffiti-Stellwand in Reinickendorf Ost und
vieles mehr auf Kinder und Jugendliche.
Die offizielle Einweihung der Graffiti-Stellwand durften
auch gleich Jugendliche übernehmen, die dem Platz den
ersten bunten Anstrich gaben.
Das Team von Outreach – mobile Jugendarbeit Berlin
möchte, in Kooperation mit Aufwind e.V. sowie Modul e.V.,
diesen Platz nun weiterhin beleben. Sportlich und kreativ,
von Graffiti über Badminton und Soccer bis hin zu Basketball und vielem mehr wird der Platz noch attraktiver.

Wir freuen uns
auf euch.
geschrieben von
Outreach-Team
­Reinickendorf Ost

Finden könnt ihr uns immer
an jedem Mittwoch
von 15 bis 18:30 Uhr ­
zwischen Graffiti-Wand
und Soccer-Feld.
Alle Angebote sind
­selbstverständlich kostenlos.

WIN-WIN:
KOOPERATION DER PAUL-LÖBE-SCHULE MIT ALBA
Aufgrund ihrer vielen vorbildlich arbeitenden Schülerfirmen wurde der Paul-Löbe-Schule das Qualitätssiegel
„Schule mit exzellenter beruflicher Orientierung“ verliehen.
Dadurch wurde der im Norden Berlins ansässige Betrieb
ALBA auf die Schule aufmerksam. Mit Unterstützung
durch die IHK Berlin kamen die Schule und ALBA zusam-

unterzeichnung:
Der feierliche Akt der Vertrags
Frau Rimpau
nd:
Von links nach rechts: sitze
BA)
(AL
ge
Lan
Frau
),
­(Schulleiterin
ehrerin), Sidney
Stehend: Frau Hauer (BSO-­L
ülersprecher),
(Sch
pen
Köp
as
Luk
­Förster und
Frau Höft (stv. Schul­leiterin)

++  Reinickendorfer

EulenPost  ++  Ausgabe 16  ++  Juni 2016  ++  

men. Beide sind immer auf der Suche nach neuen Wegen
für zukünftige Auszubildende. Nun gibt es eine Kooperation zwischen den Partnern, bei der alle Seiten nur gewinnen können:
Interessierte Jugendliche der Paul-Löbe-Schule haben die
Möglichkeit, ALBA und seine vielfältigen technischen und
kaufmännischen Ausbildungsmöglichkeiten kennenzulernen, können aber auch Unterstützung bei Bewerbungen
durch den Betrieb in Anspruch nehmen.
ALBA wiederum kann so gezielt auf Schülerinnen und
Schüler zugehen und auf diverse Angebote der Schule
zurückgreifen, sich z.B. in der berufskundlichen Reihe in
der Schule vorstellen, die Schülerfirmenarbeit kennenlernen, gezielt Praktikumsplätze besetzen oder gemeinsame
Ausstellungsprojekte verwirklichen.
So steht einer erfolgreichen Zusammenarbeit nichts mehr
im Wege.

Weitere Informationen über die 10 Schülerfirmen der
Paul-Löbe-Schule sind hier zu finden:
http://www.paul-loebe.cidsnet.de/schuelerfirmen.

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RUND UM

U-Bahnhof Franz-Neumann-Platz. Ich komme gerade
unten mit der Rolltreppe an, als sich ein schwarzgekleideter Mann mittleren Alters vor mir auf die Knie wirft:
„Oma, bitte – Hunger, Hunger! Kein Geld!“ Ein Flüchtling? Die schwarze Wollmütze, der Anorak, der Rucksack – ein Bild, wie man es von der Berichterstattung
aus den Medien kennt. Ich trete zurück, um Abstand zu
schaffen und hole eine Zwei-Euro-Münze aus der Tasche. Als er mir folgt, strecke ich ihm abwehrend beide
Hände entgegen, wie das die Polizei empfiehlt. Da ruft
er mir beleidigt in schönstem Berliner Dialekt zu: „Mein
Jott, ick tu Ihnen doch nüscht!“ Er nimmt kopfschüttelnd die Münze und zieht gekränkt ab.
Den Flüchtling mimen – ein neues Bettler-Geschäftsmodell? Unfair gegenüber den echten Flüchtlingen, die
damit in Verruf gebracht werden.


DIE RESIDENZSTRASSE

LGE 5
DAS RÄTSEL – FO

Foto: Museum Reinickendorf

FIESE MASCHE

Marianne Genrich

R
DER SOMME
Diesmal bewegen wir uns ein bisschen abseits der
­Residenzstraße, die auf dem Foto Richtung Norden bis
Alt-Reinickendorf zu verfolgen ist.
Zu erkennen sind die Mudrack-Eiswerke, das heutige Friedrich-Engels-Gymnasium und die Paul-Löbe-­
Oberschule.
Und: Diesmal gibt es keine Lösung des Rätsels, weil wir die
nämlich selbst nicht wissen.
Helfen Sie uns dabei?
Die Frage lautet: Wann könnte dieses Foto entstanden sein?
Durchstöbern Sie Ihre Fotoalben, alten Postkarten …
Auf Ihre Vorschläge freut sich das EulenPost-Team unter
eulenpost@aufwind-berlin.de

Zur Folge Nr. 4 in der letzten EulenPost hat uns die Mail
der aufmerksamen Leserin Doris Gerber erreicht (siehe
Leserpost auf der nächsten Seite!). Das alte Foto stammt
natürlich nicht aus dem Jahr 1985. Es hatte sich wirklich
ein Zahlendreher eingeschlichen: Zu sehen ist das Haus
Ecke Residenz-/Simmelstraße, fotografiert 1958.

16

++  Reinickendorfer

EulenPost  ++  Ausgabe 16  ++  Juni 2016  ++ 

LESERBRIEFE
Betrifft: EulenPost Nr. 15
Hier bin ich mal wieder! Dass ich jede Ausgabe der Eulen­
Post nach wie vor mit Interesse verfolge, ist doch klar.
Heute möchte ich dazu gratulieren, Hans Marquardt für
die Mitarbeit gewonnen zu haben (Seite 9 und 18). Mein
verstorbener Mann und ich waren seit Jugendjahren große
Fans des Wiener Kabarettisten Georg Kreisler, der mit seinem schwarzen Humor und seinen tiefsinnigen, oft absurden Betrachtungen zum Lachen und Nachdenken anregte.
Als Kreisler aus gesundheitlichen Gründen später nicht
mehr selbst auftreten konnte, war es Hans Marquardt, den
wir ja aus seiner „Gebrüder-Blattschuss“-Zeit gut kannten
(„Kreuzberger Nächte sind lang“ war wohl das bekannteste Lied der damaligen Band, die oft im „GO-In“ spielte), der
das musikalische Erbe von Georg Kreisler antrat. Wo immer er mit seinen satirischen Kreisler-Liedern und seiner
Gitarre auftrat – wir waren da! Und so halte ich das auch
heute noch, wenn Hans Marquardt – wie vor zwei oder
drei Jahren beim Familienfest am Schäfersee – auftritt. Ich
erinnere mich noch genau daran, dass er seinen Vortrag
unterbrechen musste, wenn gar zu tief fliegende Flugzeuge lautstark über den See hinweg donnerten. Einige Eltern
bemängelten damals, diese Texte seien doch nichts für
Kinder! Stimmt, aber wir erwachsenen Kreisler-Fans hatten umso mehr Freude an seinen „schwarzen“ Texten. Man
muss ja nicht „Gehn wir Tauben vergiften im Park“ wörtlich
nehmen :-) , aber sein flottes Marschlied „Eine Wanderniere wandert durch die Welt, holleriaho, holleriaho, denn
nun ist sie nicht mehr ständig angestellt“ beflügelt mich so
manches Mal.

Zum Thema „Rassistische Polizeikontrollen“ frage ich
mich, wie unsere Reinickendorfer Unschuldsengel in
Polizeikontrollen „gerieten“. Rein zufällig und ohne Anlass?
Wie passt dazu die Klage des Innensenators, dass immer
mehr Polizisten und Feuerwehrleute tätlich angegriffen,
bespuckt und mit Steinen und Feuerwerkskörpern beworfen werden? Ich werde versuchen, mir die Ausstellung
der Jugendlichen anzusehen, wenn sie wieder in unserer
Gegend ist.
Jedenfalls war die EulenPost wieder lesenswert. Ich werde
u. a. die Projekte von Hans Marquardt im „Haus am See“
mit Interesse verfolgen.
Gibt es eigentlich noch den „Büchertisch“ im „Haus am
See“? Der fand ja immer mittwochs ab 14 Uhr statt. Vielleicht kann man diese sinnvolle kostenlose Einrichtung
auch mal in der EulenPost erwähnen?
Da ich demnächst umziehen werde, hätte ich Bücher zu
spenden.
Mit freundlichen Grüßen verbleibe ich
Ihre Marianne Genrich

Betrifft: EulenPost Nr. 15, Seite 13,
Das Rätsel – Folge 4 – Rund um die Residenzstraße
Als jahrzehntelange Anwohnerin in der Residenzstraße
mache ich darauf aufmerksam, dass bei der Jahreszahl,
die auf Seite 17 für das linke Foto angegeben ist, ganz
offensichtlich ein Zahlendreher vorliegen muss. Es kann
sich nur um das Jahr 1958 handeln, in dem das Haus
fotografiert wurde. Es sind noch die Straßenbahnschienen
zu erkennen. Ich bin 1958 selbst mit der damals noch die
Residenzstraße langfahrenden Straßenbahn mitgefahren.

++  Reinickendorfer

EulenPost  ++  Ausgabe 16  ++  Juni 2016  ++  

Vielleicht ist es Ihnen möglich, eine entsprechende Korrektur in der Ausgabe 16 vorzunehmen.
Mit den besten Grüßen von
Doris Gerber

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TÜRKISCHE KULTURTAGE –
TÜRK KÜLTÜR GÜNLERI
DAS FAMILIEN- UND STADTTEIL­
ZENTRUM REINICKENDORF
„HAUS AM SEE“ HAT DIE

Wie schon z.B. bei den
afrikanischen Kultur­TRADITION GEWIDMET.
tagen haben wir mit
einem bunten Programm versucht, den Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen die türkische Kultur nahe zu bringen und in einen
Austausch mit ihnen zu kommen.
Am Freitag, dem 22.4., begannen die Kulturtage mit einem
Erzähl-Café der ersten Generation der Arbeitsmigrant*innen. Zu Gast war u. a. der Vertreter des türkischen Konsuls,
Herr Bülent Kiliç.
Im Außenbereich haben die Kinder sich mit tollen traditionellen Spielen in türkischer Sprache die Zeit vertrieben,
konnten sich spielend der Sprache nähern, indem sie etwa
die Zahlen lernten oder kleine Sätze bilden mussten. Beim
Tischtennis z.B. fand sich eine Gruppe verschiedenster Nationalitäten zusammen, um miteinander Spaß zu haben,
auch ohne Deutsch sprechen zu können.
Zum Abend hin, als ein großes Buffet auf die Besucher*innen wartete, entstand im Rahmen des „Erzähl-Cafés“ ein
reger Austausch zwischen Eltern und Arbeitsmigrant*innen.
Einige der Mütter
des „Haus am See“
hatten schon lange
vor dem 22.4. mit
den Mitarbeiterinnen des Hauses
begonnen, das
türkische Buffet vorzubereiten, das eine
ganze Reihe Leckereien beinhaltete.
Die Hilfsbereitschaft
und Kultur dieser
ehrenamtlichen
Mütter und Helfer
­WOCHE VOM 22.–29. APRIL 2016
DER ­TÜRKISCHEN KULTUR UND

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sollte im Verlauf der Woche die Kulturtage durchgehend
prägen.
Am folgenden Montag hörten sich die Kinder im traditionell geschmückten Saal türkische Märchen an, um sich so
mit der Kultur vertraut zu machen. Am Dienstag spielten
wir türkische Bewegungsspiele – wie schon zur Eröffnung
– und versuchten spielerisch, die Tradition und Sprache
einfließen zu lassen.
Das Highlight zur Mitte der Woche war ein Vortrag über
Kulturen, Sprachen und Religionen in der Türkei, bei dem
die Besucher*innen auch aus ihren eigenen interessanten
Erfahrungen und Lebensgeschichten berichteten.
Währenddessen amüsierten sich die Kinder
mit einem türkischen
Kinderfilm, der viele
Themen der Migration, Integration,
Ausgrenzung und der
deutsch-türkischen
Geschichte humorvoll
aufgriff.
Am Donnerstag kamen auch viele ältere
Jugendliche, die sich
für den Türkisch-CrashKurs „Wir lernen Tür-

++  Reinickendorfer

EulenPost  ++  Ausgabe 16  ++  Juni 2016  ++ 

kisch“ interessierten. Ihnen und den anderen Besucher*innen wurde das „kleine
Einmaleins“ der türkischen Sprache
beigebracht, sodass sie sich in Zukunft
verständigen können.
Parallel dazu bestand die Möglichkeit,
auch seine Schreibkünste zu erweitern,
indem man den Kalligraphie-Workshop
besuchte.

UT
SCHÖN & G
Die DER STEG gGmbH hat mit
viel Herz und Leidenschaft den
Second-Hand-Shop „Schön &
Gut“ geschaffen. Dieser ist in
vielerlei Hinsicht etwas ganz Besonderes.
In unserem Geschäft finden Menschen mit seelischer Behinderung
eine sinnvolle Aufgabe. Sie sortieren und arbeiten hochwertige
­Second-Hand-Kleidung bzw. schöne Dinge auf, die wir anschießend
günstig zum Verkauf anbieten.
In unserem hellen, modernen
und besonderen Ambiente kann
von modischer Bekleidung über
hochwertigen Hausrat bis hin zu
schönen Dekorationsartikeln und
unseren handgefertigten Produkten der „Papierstraße“ alles in Augenschein genommen und käuflich
erworben werden.
Wir haben für Sie geöffnet:
Montag, Mittwoch und Donnerstag:
09:30 Uhr bis 17:00 Uhr
Dienstag und Freitag:
09:30 Uhr bis 14:00 Uhr

Der Singer-Songwriter Çığır, die Seymen-Folkloregruppe des türkischen
Konsulats und wie schon zur Eröffnung
die selbstgemachten kulinarischen
Leckereien der Eltern zeichneten das
Abschlussfest am 29. April aus.
So konnte man sich einen Einblick verschaffen, der einem sonst vielleicht
verwehrt geblieben wäre.
Ein wichtiger Bestandteil der Kulturtage
war die Hilfsbereitschaft der Mütter, die
in Zusammenarbeit mit uns die Woche
gestalteten und begleiteten.
Eltern und Kinder vieler unterschiedlicher Nationalitäten und Herkünfte
hatten viel Spaß bei den kulturellen und
kulinarischen Angeboten, und ich persönlich freue mich schon auf die nächsten Kulturtage.

Wir freuen uns sehr, wenn Sie bei Ihrem nächsten Hausputz an uns denken und unser Projekt mit Kleidung und
Dingen unterstützen, die Sie nicht mehr benötigen. Wir
holen Ihre Spenden gern nach Absprache bei Ihnen ab.



Schön & Gut auf Facebook:
www.facebook.com/SCHÖN-UND-GUT-Second-HandShop-940816939369680/

++  Reinickendorfer

Colin Mitchel

EulenPost  ++  Ausgabe 16  ++  Juni 2016  ++  

Wir freuen uns auf Sie,
Ihr Schön & Gut -Team

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ABDUL, ALI UND NARVIN WOLLEN LESEN –

HALLO, ICH BIN NASI, EINE DER DREI SOZIALARBEITER*INNEN FÜR

UND EIS ESSEN

WILLKOMMENSKLASSEN AN REINICKENDORFER G
­ RUNDSCHULEN.
DIE MEISTEN KINDER DER WILLKOMMENS­KLASSEN SIND IM
­LETZTEN JAHR ZUGEZOGEN ODER NACH DEUTSCHLAND GEFLOHEN.
WIR SIND IN DEN GRUNDSCHULEN UNTERWEGS UND HABEN MIT
­KINDERN VON 6 –13 JAHREN ZU TUN.

Heute fahren Abdul (8), Ali (8), Narvin (7) und ich in ein
Einkaufscenter. Bücher wollen wir uns anschauen und
vielleicht ein interessantes Buch für die Klasse aussuchen.
Die drei lernen so schnell, dass ich gar nicht mitkomme. In
der U-Bahn-Station wird heiter diskutiert, welche Bahn
wir nehmen müssen. Narvin hält sich lieber raus und läuft
zu dem Plan, um sich zu versichern, dass wir auch wirklich
die richtige nehmen.
Wenn ich ganz ehrlich bin, hätte ich mich wieder verfahren, wenn ich mich nicht auf die Kinder verlassen könnte.
Die Kinder machen sich gerne über mich lustig, weil sie
ganz genau wissen, dass Frau Nasi, so nennen sie mich,
etwas verträumt ist.
Im Einkaufszentrum schauen sie mit glänzenden Augen
hoch und runter. Ali streichelt seinen Bauch, als wir an der
Eisdiele vorbeilaufen. Abdul riecht Pizza und erzählt, dass
Mama die beste Pizza backt. Abduls Papa kocht jetzt für
ihn, weil Mama noch in Syrien ist. Er hat sie seit über 6 Monaten nicht gesehen. Letztens hat er mir erzählt, dass er
sich manchmal Fotos von ihr anschaut und weint. Immer
wenn er mich sieht, rennt er auf mich zu und lehnt seinen
Kopf an meine Brust.

Narvin ist eher die Ruhige, die Nachdenkliche. Sie und
ihre Familie haben den Rojava-Krieg überlebt. Noch kann
sie mir nicht erzählen, was sie sieht, wenn sie die Augen
schließt. Sie schaut mich nur lächelnd und ruhig an, als
würde man Worte nicht immer brauchen.
Die Kinder können die Verkäufer*innen schon selbstständig fragen, wenn sie etwas brauchen. Ich bin sehr stolz,
was man mir ansehen kann, und vor allem bin ich froh,
dass sie eine so tolle Lehrerin haben.
Frau V. geht auf die individuellen Wünsche und Bedürfnisse der Kinder ein. Im Unterricht kommt sie mir wie eine
Zauberin vor. Sie kann lustig sein, Grenzen setzen, die Kinder zur Ruhe bringen und ihnen auch noch viel beibringen.
Wir suchen uns 3 Bücher aus, essen Eis und merken, dass
es auch schon wieder spät geworden ist. Auf dem Rückweg
zeigen die Kinder mir wieder, wie wir fahren müssen. Abdul meint, dass ich mir am besten Notizen machen sollte.
Sonst verfahre ich mich ja, wenn sie nicht dabei sind.
Wahrscheinlich hat er Recht.


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Nazila Karimy

++  Reinickendorfer

EulenPost  ++  Ausgabe 16  ++  Juni 2016  ++ 

SE

VERANSTALTUNGSHINWEI

Familien- und
Stadtteilzentrum
Haus am See
Stargardtstr. 9
13407 Berlin

Handarbeitsgruppe für Frauen
Zeit: donnerstags von 10 – 12 Uhr
Kontakt: Frau Seemann, Frau Kirilmaz
Tel. 437 228 22
Nähgruppe für Frauen
Zeit: mittwochs von 09:30 – 12:30 Uhr
Kontakt: Frau Seemann, Frau Kirilmaz
Tel. 437 228 22
Schreibmal – Kreatives Schreiben und Malen für Erwachsene
Zeit: dienstags von 10 – 12 Uhr
Kontakt: Frau Seemann, Frau Kirilmaz
Tel. 437 228 22
Offene Strick- und Häkelgruppe im Café
Zeit: dienstags von 15 – 18 Uhr
Kontakt: Frau Seemann, Frau Kirilmaz
Tel. 437 228 22
Yogagruppe für Frauen
Zeit: freitags von 11-12.30 Uhr
Kontakt: Frau Seemann, Frau Kirilmaz
Tel. 437 228 22
Beratung in sozial- und migrationsrechtlichen Fragen
Zeit: jeden 2. und 4. Dienstag im Monat von 15.30 – 17.30 Uhr
Kontakt: Frau Seemann, Frau Kirilmaz
Tel. 437 228 22
Sozialberatung in deutscher, arabischer und türkischer Sprache
Zeit: mittwochs von 10 – 13 Uhr
Kontakt: Frau Seemann, Frau Kirilmaz
Tel. 437 228 22
Psychosoziale Beratung in arabischer, kurdischer und deutscher Sprache
Zeit: montags von 12-15 Uhr nur mit Terminen, donnerstags von 12-15 Uhr
Kontakt: Frau Seemann, Frau Kirilmaz
Tel. 437 228 22
Traumasprechstunde für geflüchtete Eltern in arabischer Sprache
Zeit: jeden 1. und 3. Freitag im Monat von 15 – 17 Uhr
Kontakt: Frau Seemann, Frau Kirilmaz
Tel. 437 228 22

Das Haus am See ist eine Einrichtung des Bezirksamtes Reinickendorf in Kooperation mit dem Träger Lebenswelt. Die Stadtteilarbeit
des Trägers Lebenswelt wird aus Mitteln des Senates für Gesundheit und Soziales gefördert

++  Reinickendorfer

EulenPost  ++  Ausgabe 16  ++  Juni 2016  ++  

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Familienzentrum
Letteallee
Letteallee 82/86,
13409 Berlin

Café LichtHaus
Ollenhauerstraße 99
13403 Berlin

Lasst uns spielen!
Spielgruppe für Mütter/Väter mit ihren Kindern von 14 bis 36 Monate
Zeit: montags 10:00 – 11:30 Uhr
Kosten: keine
Anmeldung und Infos bei: Frau Schwenzfeier, Tel. (030) 480 97 441
Anfahrt: U9 Osloer Str. / U8 Franz-Neumann-Platz / Bus 125, 128, 250

Du kannst jeden 2. und 4. Samstag im Monat ins
Café LichtHaus kommen.
Ab 18:30 Uhr geht’s los.
Du findest uns in der Ollenhauerstraße 99,
13403 Berlin. Der Eingang ist auf dem Hinterhof.
Mario Kart
25.06.2016
Wettkampf, Schnelligkeit, phantasiereiche Welten, Kultspiel, vielfältige Figuren und Fahrzeuge …
das alles und mehr ist Mario Kart! Probier dich aus, hab Spaß, und wenn du nicht mehr möchtest,
gibt es auch noch die Gelegenheit zum Quatschen und Chillen.
Unsere weiteren Events sowie Bilder und Kontaktdaten findest du auf der Homepage:
www.cafe-lichthaus.de.
Oder schau doch mal auf Facebook vorbei:
www.facebook.com/Cafe-Lichthaus-148563258553706/
Also bis dann, wir freuen uns auf dich!
Dein Café LichtHaus-Team
Kontakt: Sabine Berkelmann, Tel. 0173 / 20 21 624,
eMail: s.bine.m@web.de
Martin Bauer, Tel. (030) 750 10 669,
eMail: jugendpastor@evangelische-gemeinschaften.de

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Datum

Titel

Aktion

25.06.2016

Mario Kart

(Beschreibung: s.o.)

09.07.2016

„Grillen und Zirpen“

Grillen und Lagerfeuermusik

23.07.2016

Gemeinsam Unterwegs: „Ick brauch
keen Hawaii – Dein Sommer auf dem
Tempelhofer Feld“ vom 20.–24.7.16,
ab 14 h

Nähere Infos zu „keen Hawaii“ finden
Sie unter www.keenhawaii.de.

13.08.2016

Sommerpause – Fällt aus

27.08.2016

Sommerpause – Fällt aus

10.09.2016

„Mhhm, das duftet …“

Brownie backen

24.09.2016

„Back to the roots“

Spieleabend

++  Reinickendorfer

EulenPost  ++  Ausgabe 16  ++  Juni 2016  ++ 

VERANSTALTUNGSHINWEISE SOMMERFERIEN
Fuchsbau
Haus der Jugend
Thurgauer Straße 66
13407 Berlin
Sommer! Ferien! Sprachschule!
Aufwind gGmbH und der Fuchsbau veranstalten auch
in diesem Jahr wieder eine Ferienschule für ­Jugendliche
aus Reinickendorfer Willkommensklassen
Wann: Sommerferien 2016
Anmeldung ab sofort bei
für Anfänger: 21.07.–03.08.2016
Aufwind Kita-Verbund gGmbH
für Fortgeschrittene: 08.08.–19.08.2016
Vierwaldstätter Weg 7, 13407 Berlin
täglich von 10–16 Uhr
info@aufwind-berlin.de

Familien- und
Stadtteilzentrum
Haus am See
Stargardtstr. 9
13407 Berlin

Sommerferienprogramm im Haus am See
Eine Woche Zirkus im Haus am See
Unter Anleitung des Kindercircus Vegas findet
ein Zirkusprojekt statt:
Zauberei, Clownerie, Feuerschlucken, Akrobatik,
Trapez …
Montag, 25.07., bis Freitag, 29.07.2016
täglich von 11–17 Uhr
Für Mädchen und Jungen im Alter von 6–12
Jahren
Teilnahmekosten incl. Mittagsimbiss: 10,00 €
Eine Anmeldung ist erforderlich unter
Tel.: (030) 45 02 44 79.

Das Projekt „Murmelbahn“
Unter Anleitung der Werkpädagogin Katrin
Rinne soll eine riesige Kugelbahn konstruiert
werden.
Montag, 01.08., bis Freitag, 05.08.2016.
täglich von 11–17 Uhr
Für Mädchen und Jungen im Alter von 7–12
Jahren
Teilnahmekosten incl. Mittagsimbiss: 10,00 €
Eine Anmeldung ist erforderlich unter
Tel.: (030) 45 02 44 79.

Vom 08.08.–19.08.2016 ist der offene Bereich für Kinder und Familien geöffnet.
Die Öffnungszeiten sind bitte telefonisch zu erfragen.
Vom 22.08.–02.09.2016 macht das Haus am See eine Sommerpause.

Freizeitzentrum
Pankower Allee
Pankower Allee 47
13409 Berlin

Termine des Freizeitzentrums Pankower Allee
Folgendes ist geplant:
Berlin von oben/Ausflüge
1. (komplette) Ferienwoche
Di, Mi, Do, 26.–28.07.2016,
jeweils von 10–15 Uhr
Alter: circa 8/9–12 Jahre
bitte mit Voranmeldung
Kiezspaziergänge
2. Ferienwoche
Di, Mi, Do, 02.–04.08.2016,
jeweils von 10 bis 14/15 Uhr
Alter: circa 8/9–12 Jahre
bitte mit Voranmeldung

++  Reinickendorfer

EulenPost  ++  Ausgabe 16  ++  Juni 2016  ++  

Holzbau-Workshop
3. Ferienwoche
Di, Mi, Do 09.–11.08.2016,
jeweils von 10–14/15 Uhr
Alter: circa 8/9–12 Jahre
bitte mit Voranmeldung
Modellbau-Workshop
4. Ferienwoche
Di, Mi, Do 16.–18.08.2016,
jeweils von 10 bis 14/15 Uhr
Alter: circa 8/9–12 Jahre
bitte mit Voranmeldung
5. und 6. Ferienwoche
22.08.–02.09.2016
geschlossen

23
        
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