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Periodical volume

Full text: Reinickendorfer Eulenpost Issue 15.2016

Reinickendorfer

EulenPost

s
t

April   2016 AUSGABE 15

Aus dem Inhalt
„Ich bin HIER“ ����������������������������������������������������������������� 3
Wohin mit den Sorgen und Nöten
in der Familie? ��������������������������������������������������������������� 4
Aufführung „Die Reise in den Tod“ ������������������������ 6
Leseempfehlungen ������������������������������������������������������ 8
Zeitspenden für Geflüchtete �������������������������������� 10
Rätsel, Memorys ��������������������������������������������������������� 14

LIEBE LESERINNEN, LIEBE LESER,
unser Kiez - Reinickendorf-Ost wird als sozialer Brennpunktkiez
beschrieben. Merkmale dafür sind
beispielsweise überdurchschnittlich
viele Bewohner mit Bezug von Sozialleistungen und Leerstand von Gewerbeimmobilien in der Residenzstraße.
Solche Kieze erhalten glücklicherweise
finanzielle Unterstützung. So wurde
bereits vor einigen Jahren mit Förderung durch die Senatsverwaltung das
Quartiersmanagement im Lettekiez
aufgebaut; viele Initiativen haben zu
einer Verbesserung des Wohngebietes
beigetragen. Gleiches erwarten wir
für die Residenzstraße auch von dem

Programm „Aktive Zentren“, über das
die EulenPost bereits berichtete. Die
Entwicklungen im Lettekiez und in der
Residenzstraße möchte die EulenPost
gerne begleiten und zur Information
und zum Austausch der Bewohner
beitragen. Wir möchten eine Plattform
für die Wünsche und Sorgen sein und
über Aktivitäten der Bewohner und
Gewerbetreibenden im Kiez informieren. Die Maßnahmen für diese Gebiete
sind eine Chance für alle Menschen,
die hier leben und arbeiten. Nutzen Sie
die Gelegenheit, und schreiben Sie uns
Ihre Überlegungen zur Verbesserung
unseres Kiezes.

Die EulenPost ist eine Kiezzeitung
und will sich nicht von irgendeiner
Seite politisch bestimmen lassen.
Dennoch veröffentlichen wir auch
Artikel, die politische Fragen aufwerfen. In diesem Heft finden Sie
die Einladung zu einer Ausstellung,
die von Mitarbeitern des Trägers
Outreach zusammengestellt wurde
und zunächst im Haus am See und
jetzt in der Jugendbildungsstätte von
Verdi in Konradshöhe gezeigt wird.
Das Thema „Rassistische Polizeikontrollen“ wird gefüllt mit Berichten
Jugendlicher unseres Kiezes, die in
Polizeikontrollen gerieten und dabei

das Gefühl hatten, nur wegen ihres
offensichtlichen Migrationshintergrundes anders als Deutsche behandelt worden zu sein. Es handelt sich
um ganz persönliche Aussagen junger
Menschen. Wir veröffentlichen diese
Ankündigung der Ausstellung, die
noch an weiteren Orten in Reinickendorf-Ost vorgesehen ist, weil wir diese
Ausstellung auch für hilfreich halten,
sich mit den eigenen Vorurteilen und
der inneren Haltung im Kontakt mit
,Fremden‘ auseinander zu setzen.
Zum Schluss möchte ich meine
ständige Bitte wieder aufgreifen: Bitte
unterstützen Sie die EulenPost durch
Ihre Mitarbeit, und diskutieren Sie
mit in den Sitzungen des Bündnis für
Familie in Reinickendorf-Ost. Ich würde mich sehr freuen, Sie beim nächsten Treffen am Montag, 18.04.2016,

16­ – 19 Uhr in der Bibliothek am
Schäfersee in der Stargardtstraße 11–13 zu sehen.
Natürlich möchte ich Ihr Augenmerk
auch auf unser Spendenkonto lenken. Das finden Sie hier rechts im
hellgrünen Kasten.
Ihr Michael Witte
Sprecher des Bündnis Familie

Die EulenPost benötigt
kleine und größere Spenden.
Bitte spenden Sie an:
Aufwind Kita-Verbund gGmbH
bei der Bank für Sozialwirtschaft
IBAN: DE34 1002 0500 0003 1535 00
BIC: BFSWDE33BER
Verwendungszweck:
„Spende für die EulenPost“

in Reinickendorf-Ost

Michael Witte
Bündnissprecher Region
Reinickendorf-Ost
Aufwind e.V.,
Vierwaldstätter Weg 7, 13407 Berlin
michael.witte@aufwind-berlin.de

Falls Sie mehr über die in dieser Ausgabe der EulenPost beschriebenen Projekte, Träger oder Personen
wissen wollen, bekommen Sie hier eine alphabetische Übersicht über die entsprechenden Webseiten.
Aufwind gGmbH/e. V.
www.aufwind-berlin.de
Café LichtHaus
www.cafe-lichthaus.de
Diakonisches Werk Reinickendorf
www.dw-reinickendorf.de
EulenBlog
www.eulenblog.com
Friedrich-Engels-Gymnasium
http://www.feg.cidsnet.de
GESOBAU
www.gesobau.de

IMPRESSUM

		

2

Grundschule am Schäfersee
Grundschule am Schäfersee - EFöB
Grundschule am Schäfersee - Schulstation
www.schaefersee-grundschule.de
Haus am See
www.haus-am-see-berlin.de
Haus der Jugend - Fuchsbau
www.berlin-fuchsbau.de
Jugendamt
www.ost.jugendamt-reinickendorf.de
Kolumbus-Grundschule
Kolumbus-Grundschule - Schulstation
www.kolumbus.schule-berlin.net

KreativFabrik
www.amende-berlin.de
Lokales Bündnis für Familie Reinickendorf-Ost
www.familie-reinickendorf.de
Paul-Löbe-Schule
www.plo.cidsnet.de
Kathrin Schwertner
www.buntmacher.com
Sozialwarenhaus Reinickendorf
www.soproro.de

HRSG 		
Lokales Bündnis für Familie Reinickendorf-Ost
V.I.S.D.P. 	
Michael Witte c/o Aufwind Kita-Verbund gGmbH
		
Vierwaldstätter Weg 7 ++ 13407 Berlin
		
Telefon (030) 31 98 912 -11 ++ Fax (030) 31 98 912 -19
		eulenpost@aufwind-berlin.de
REDAKTION	 Michael Witte ++ Sabine Hermann-Rosenthal ++
		
Klaus-Martin Lütke ++ Hans Marquardt
ASSISTENZ	 Franziska Genrich ++ Alexander Mai
MITARBEITERIN DES LOKALEN BÜNDNIS FÜR FAMILIE
		Christine Gugisch
GESTALTUNG	PACIFICO GRAFIK, Etienne Girardet ++ Vera Eizenhöfer 	
		
www.pacificografik.de
AUFLAGE	
2.500 Exemplare

++  Reinickendorfer

EulenPost  ++  Ausgabe 15  ++  April 2016  ++ 

ICH BIN HIER

UND ZEIG DIR, WAS ICH KANN – 2016
ERSTER PROJEKTBERICHT
BERLIN, AM 18.02.2016
Nun geht unser Projekt „ICH BIN HIER UND ZEIG DIR, WAS
ICH KANN“ bereits in die 4. Runde. Im 2-Wochen-Rhythmus, immer nachmittags, treffen sich seit Beginn des
Jahres jeweils 12 Kinder der Grundschule am Schäfersee
sowie der Kolumbus-Grundschule bis zum Schuljahresende in den betreffenden Schulstationen zum gemeinsamen
kreativen Schaffen.
Das Ziel des Projektes ist es, den eigenen künstlerischen
Stil zu finden und zu entwickeln, um dann eigene Produkte zu designen. Die Zeichnungen werden dann professionell umgesetzt und verzieren Taschen und Tassen mit
einem ganz individuellen Design.
Gemeinsam inspirieren wir uns – schauen auch mal
über den Teller – äh - Blattrand, vergleichen und helfen einander, und so entwickeln sich überraschende,
ganz individuelle Ideen. Glücklicherweise gibt uns
dieses schöne Projekt durch die Förderung über das
Bundesprogramm „Kultur macht stark- Bündnisse
für Bildung“ die Möglichkeit, mit hochwertigen Materialien zu arbeiten. Hunderte Farbtöne leuchten
uns aus all den Stiften, Tuben und Papieren entgegen – und so werden selbst die Materialien zur Inspirationsquelle. Alles will ausprobiert werden. Während des Zeichnens sind die Kinder überraschend
konzentriert, und dennoch entspinnen sich während
des Tuns am großen Arbeitstisch offene Gespräche
über’s Leben, die Familie und Erlebnisse, die
dann wiederum in die Bilder einfließen.
Neben dem materiellen Ziel des Projektes, individuell Produkte zu designen, gibt es aber ein fast
noch wertvolleres: Die entstehenden Arbeiten
bleiben bis zum großen gemeinsamen Elternfest
zum Abschluss des Projektes geheim. Die Eltern
werden nämlich an diesem Tag von ihren Kindern überrascht! Aus der Erfahrung der vorangegangenen Projekte wissen wir, dass alle kleinen
Künstler intensiv auf diesen Moment hinarbeiten. Wir konnten rührende Umarmungsszenen
beobachten, wenn die Eltern die Produkte bestaunten und anerkennend fragten: „Was? Das

++  Reinickendorfer

EulenPost  ++  Ausgabe 15  ++  April 2016  ++  

hast du selbst gemacht?!“, und ein stolzes und glückliches
„Jaaaa!“ zur Antwort erstrahlte.
Schauen wir mal, welche faszinierenden Ideen nun wieder
in diesem Projekt in Materie verwandelt werden.
Obwohl das Projekt noch am Anfang ist, können wir schon
jetzt viele neue tolle künstlerische Überraschungen versprechen!
Künstlerische Projektleitung:
Kathrin Schwertner, buntmacher.com
Assistenz: Christine Anders
Schulstation Grundschule am Schäfersee: Sven Reinert
Schulstation Kolumbus-Grundschule: Julia Kühn

3

N UND NÖTEN
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WOHIN
IN DER FAMIL
IE?
Kennen Sie das auch?
„L. (3,5 Jahre) hört einfach nicht, und in der Kita haut er andere
Kinder.“
„A. (7 Jahre) macht in der Schule nicht mit. Sie leidet sehr unter
der Trennung der Eltern.“
„Ich verstehe meine Tochter Y. (14 Jahre) nicht mehr. In der
Türkei dürfte sie sich nicht so verhalten …“
„Wir wissen nicht, ob wir als Paar noch zusammenbleiben
wollen, reden kaum mehr miteinander.“ (D., 43 Jahre)
„L. (1,5 Jahre) isst schlecht und ist im Allgemeinen sehr
unruhig.“
„Seit einiger Zeit bin ich ständig niedergeschlagen. Hab mich
auch schon mal geritzt. Aber in eine Beratungsstelle traue ich
mich nicht ...“ (V., 15 Jahre)
„A. (7 Jahre) kann schon gut lesen und rechnen. Sie will immer
alles ganz genau wissen, langweilt sich aber in der Schule.
Ist sie vielleicht hochbegabt?“
(Name und Alter der Personen wurden geändert).

Diese und ähnliche Sorgen oder Fragen haben
viele Eltern, Kinder und Jugendliche. Manchmal
dreht man sich dabei ganz schön im Kreis und
kommt allein nicht weiter. Dann kann es gut
tun, sich auch mal Hilfe von außen zu holen.
Dafür ist z.B. unsere Erziehungs- und Familienberatungsstelle des Diakonischen Werkes Reinickendorf da. Dabei spielt es keine Rolle, ob es
sich um „große“ oder „kleine“ Probleme handelt
- wir nehmen uns in jedem Fall Zeit, mit Ihnen /
Euch einen passenden Lösungsweg zu finden.
Dafür bieten wir Einzelgespräche für Eltern und
Jugendliche, aber auch Paar- oder Familienberatungen, sowie Spieltherapien für Kinder an.
Das Team der Familienberatungsstelle besteht
aus Psychologen/-innen und Sozialpädagogen/-innen mit Zusatzausbildungen in Paar,Familien,- und Kinder-/ Jugendlichen-Psychotherapie.
Wir beraten in Deutsch, Englisch, Französisch,
Niederländisch, Türkisch und Rumänisch.
Für Familien sind die Beratungsgespräche
kostenfrei.
Neben den Beratungsgesprächen haben Sie
auch die Möglichkeit, eines unserer Gruppenangebote in Anspruch zu nehmen:

4

++ Paarworkshop „Das Geheimnis glücklicher Paare“ – Informationen für das
Leben als Paar, praktische Übungen rund
um die partnerschaftliche Kommunikation.
++ „Achtung Pubertät“ – Ein Elternkurs
zum leichteren Verstehen dieser Lebensphase der Jugendlichen (Vorträge,
Ideen, Anregungen, Elternerfahrungsaustausch).
++ Trennungs-/ Scheidungskindergruppe (Gespräche, Spiele, viel Kreatives für
Kinder, um sich - im Austausch mit den
Gruppenteilnehmern/-teilnehmerinnen
besser mit der Trennung der Eltern zu
arrangieren).
++ „SAFE-Kurs“ - Angebot für werdende Eltern zur Vorbereitung auf das Leben mit
einem Baby ( Wissenswertes und Übungen zum feinfühligen, sicheren Umgang
mit dem kleinen Wesen.)
++ „Internationales Frauenfrühstück“ –
Frauen aus unterschiedlichen Herkunftsländern tauschen Erfahrungen aus und
unterstützen sich. Rund um den familiären Alltag.
Aktuelles finden Sie auch unter:
www.dw-reinickendorf.de
Alle Kurse finden in unserem Seminarraum in
der der Markstraße 4, 13409 Berlin, 1.OG, statt.
Weitere Schwerpunkte:
++ Entwicklungspsychologische Beratung
für Eltern mit Kindern von 0 bis 3 Jahren
++ Beratung zum Thema „Hochbegabung“
bei Kindern / Jugendlichen
++ Onlineberatung für Kinder, Jugendliche
und junge Erwachsene
(www.wasnun-wastun.de)
Wenn Sie sich für unsere Angebote interessieren, können Sie sich gerne telefonisch bei
uns anmelden unter der Rufnummer:
(030) 415 25 73.

++  Reinickendorfer

EulenPost  ++  Ausgabe 15  ++  April 2016  ++ 

Sie finden uns an folgenden
­Standorten:
Wilhelmsruher Damm 159,
13439 Berlin
Markstraße 4 , 13409 Berlin

ERIEN
BACK-AG IN DEN F

Unsere Offene Sprechstunde (ohne
vorherige Terminabsprache) findet
immer mittwochs von 9.00 bis 11.00
Uhr in der Markstraße 4 statt.
Für die zu Beginn genannten Rat­
suchenden könnte z.B. Folgendes
geeignet sein:
L. und seine Eltern könnten
Beratungs­gespräche bekommen.
Für A. könnte die „Trennungs-und
Scheidungskindergruppe“ das
Richtige sein, für die Eltern Beratungsgespräche.
S. könnte zu Einzelgesprächen
kommen, oder auch gemeinsam
mit ihrer Tochter. Auch das „Frauenfrühstück“ oder die „Pubertätsgruppe“ könnten passen.
D. und ihr Mann könnten eine
Paarberatung in Anspruch nehmen oder an einem Paarworkshop
teilnehmen.
Für L.´s Eltern wäre eine entwicklungspsychologische Beratung
geeignet.
V. könnte es erstmal mit der
„online-­Beratung“ versuchen.
Für A. und ihre Eltern wäre sicher
die „Hochbegabten-Beratung“ das
Richtige.

Da unsere Grundschule am
Schäfersee eine KinderKüche mit viel Platz zum
Arbeiten besitzt, findet
bei uns in fast allen Ferien
eine Back-AG statt. Sie wird
betreut von Selin, Emilie,
Simone und Selvi.
Auf pädagogischer Ebene
können viele Lerneffekte erzielt werden.
Neben dem Backen lernen die Mädchen und Jungen
den Umgang mit den Küchenutensilien. Sie müssen
wiegen, schälen, schneiden und vieles mehr.
Die an der AG teilnehmenden Kinder stehen nicht
fest, das heißt, dass an jedem Tag andere Kinder
mitmachen können.
Die Kinder zahlen einen Beitrag von 1,50 € und
entscheiden selbst, was sie backen wollen. Die zu der
Entscheidung benötigten Zutaten kauft Simone dann
ein.
Die selbst gemachten Leckereien verputzen die Kinder
im Anschluss natürlich selbst und nehmen ein Stück
mit nach Hause.
Das Backen macht den Kindern und uns immer
wieder großen Spaß. Wir lernen jedes Mal etwas
Neues, das auch in Zukunft nützlich sein könnte.
Die Back-AG ist echt toll.
Simone & Selvi

Das alles wäre denkbar, kann sich
aber auch ganz anders entwickeln.
Manchmal reicht auch ein einziges
Beratungsgespräch, um schon mal
ein paar Tipps und Anregungen zu
bekommen.
Das Team der Erziehungs-und Familienberatungsstelle des Diakonischen
Werkes Reinickendorf freut sich auf
Ihren Besuch!

++  Reinickendorfer

EulenPost  ++  Ausgabe 15  ++  April 2016  ++  

5

UNG

R
AUFFÜH

AN DER PAUL-LÖBE-SCHULE „DIE REISE IN DEN TOD“

Am Montag, den 22.02.2016 veranstalteten Schülerinnen und Schüler der Paul-Löbe-Schule und des Friedrich-Engels-Gymnasiums in Kooperation mit KoduKu e.V.
(Kommunikation durch Kunst) eine Aufführung zu den
Geschehnissen in Auschwitz-Birkenau. Die Veranstaltung
trug den Titel „Reise in den Tod“. Diese Überschrift stammt
von einem Teilnehmer an der Fahrt nach Auschwitz, die
vorher stattgefunden hatte, und drückt seine Gefühle und
Empfindungen über das Erlebte aus.
Die Schülerinnen und Schüler verarbeiteten das Gesehene
in einer Aufführung und drückten die Unmenschlichkeit in
der damaligen Zeit aus. Jüdische Mitbürger und politische
Gefangene wurden entwürdigt, von ihren Familien getrennt, ausgebeutet und in den Tod gezwungen.
Die Schülerinnen und Schüler zeigten mit Hilfe von Fotos
und der Arbeit mit Licht und Schatten ihre Empfindungen
der Auschwitz-Fahrt.
Mit dieser Veranstaltung, die wir außerhalb des Unterrichtsvorbereitet haben, wollten wir der Toten gedenken
und Hoffnung weitergeben, dass solche Verbrechen nie
wieder passieren werden. Kein Mensch sollte wegen seiner
Religion oder Herkunft ausgegrenzt werden. Jeder Mensch
ist gleich und verdient Respekt.
Die in ruhiger und nachdenklicher Stimmung verlaufende
Veranstaltung war gut besucht.
Sie hinterließ bei den Besuchern viele offene Fragen, vor
allem die, warum und wie es so weit kommen konnte.

Autoren:
Sebastian St. und Laura St.
Schülerin und Schüler der Paul-Löbe-Schule

6

++  Reinickendorfer

EulenPost  ++  Ausgabe 15  ++  April 2016  ++ 

EIN KLEINER BLIC
K

IN JUGENDLICHE LEBENSREALITÄTEN
Jugendliche sind, wenn sie sich im öffentlichen Raum bewegen, also auf Straßen, Plätzen, Bahnhöfen etc., teilweise Situationen ausgesetzt, die für andere nicht oder nur schwer nachvollziehbar sind.
Besonders, wenn sie vermeintlich nicht „deutsch“ aussehen. In Berlin wird das teilweise abgestritten oder relativiert, und es bleibt ein heißes Eisen: rassistische Polizeikontrollen (racial profiling).
Reinickendorfer Jugendliche haben uns im Rahmen eines Jugendprojektes ihre Erlebnisse anvertraut und berichtet. Ob im U-Bahnhof Wittenau oder am Alexanderplatz: Ihre Geschichten, ihre
Emotionen sind ihr Thema und Ausgangspunkt. Umso bewegender war es, in den vergangenen Monaten mit Jugendlichen zahlreiche Interviews zu führen, ihre Geschichten aufzuschreiben. Daraus
ist neben einer Broschüre „Jugendliche sind
Zeitzeugen“ auch eine Radioshow beim Out­
reach-Jugendsender „VollKontakt“/Radio Alex
entstanden, die am 27. Januar ausgestrahlt
und im Jugendclub „BDP Luke“ gemeinsam
gehört wurde.
Jugendpolitische Bildungsarbeit sollte sich
auch an jugendlichen Lebensrealitäten orientieren. Umso wichtiger war es uns allen,
uns gemeinsam über Rechte und Pflichten
bei polizeilichen Kontrollen zu informieren,
Handlungsmöglichkeiten bei diskriminierendem Verhalten zu entdecken. Am 28. Januar
eröffneten wir im Familien- und Stadtteilzentrum „Haus am See“ die thematische Ausstellung und blickten mit unseren Kooperationspartner*innen wie der Opferberatungsstelle
ReachOut, dem Jugendclub „BDP Luke“ und
der „Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt“ (kop-berlin.de) auf eine spannende
Zeit zurück.
Die Ausstellung ist inzwischen vom Haus am
See weitergewandert in die
ver.di Jugendbildungsstätte Berlin-Konrads­
höhe e.V. und kann dort ab März besucht
werden.
Öffnungszeiten und weitere Informationen
sind zu finden auf http://www.verdi-bildungsstaette.de/4-0-Aktuelles.html.
Outreach-mobile Jugendarbeit Berlin
Team Reinickendorf Ost

++  Reinickendorfer

EulenPost  ++  Ausgabe 15  ++  April 2016  ++  

7

UNG

LESEEMPFEHL

FÜR EUCH GELESEN VON GABRIELE KONÉ
Von Albert Einstein stammt der Satz: „Fantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.“
Mithilfe der Fantasie gelingt es Menschen, kreative Lösungen für Probleme zu finden. Die Bücher,
die ich euch heute vorstelle, handeln von verschiedenen Aspekten der Fantasie: Im Buch „Der alte
Schäfer“ ist es der Junge Anton, der es dank seiner Vorstellungskraft schafft, einen alten Mann aus
seiner Einsamkeit zu holen und ihm eine Aufgabe und Lebensfreude zu geben. Fantasie kann Menschen auch dabei helfen, Enttäuschungen zu verarbeiten und schwierige Lebenssituationen zu
ertragen. Das Buch „Mein Vater, der Pirat“ erzählt die Geschichte eines gescheiterten Lebenstraums
und dessen Auswirkungen auf die Beziehung zwischen Vater und Sohn.
DER ALTE SCHÄFER
Géraldine Elschner
Michael Neugebauer
Edition 2011
12,95 €
Ab ca. 3 Jahren
Jedes Mal, wenn Anton seinen Großvater im Altersheim
besucht, sieht er den alten
Herrn Grimm, der wie versteinert in seinem Sessel sitzt. Der Großvater erklärt Anton,
dass Herr Grimm früher als Schäfer draußen mit seinen
Schafen gelebt hat und es ihm nun schwer falle, in einem
Heim zu sein. Die Liebe zu Schafen ist etwas, das Anton
mit Herrn Grimm teilt, und so bringt er zum nächsten
Besuch sein Lieblingsplüschtier mit, das beinahe lebensgroße Schaf Olaf. Zum ersten Mal, seitdem er im Heim
wohnt, lächelt Herr Grimm und beginnt zu sprechen. Seine
Frage: „Und wo sind die anderen?“, bringt Anton auf eine
Idee, und er schafft es, dass Schafe in den umgestalteten
Garten des Altersheims einziehen. Herr Grimm betreut
sie gemeinsam mit dem Hausmeister und der Unterstützung aller Bewohner*innen. Die Schafe bringen Leben in
das Heim, und alle wirken zufriedener als zuvor. Und oft
kommt Anton nun auch mit seinen Freunden vorbei, um
sich gemeinsam mit den Alten um die Schafe zu kümmern
Es ist der Junge Anton, der in einer festgefahrenen Situation, mit der sich die Erwachsenen abgefunden haben, eine
Wende zum Positiven bewirkt. Durch die gemeinsame
Liebe zu Schafen kann er sich in die Bedürfnisse des alten
Schäfers hineinversetzen und wird aktiv. Anton trifft dabei
auf eine Erwachsene, die Direktorin des Altersheims, die
ihn ernst nimmt, seine Anregungen aufgreift und umsetzt.
Basierend auf einer wahren Geschichte wird hier gezeigt,
wie viel in Kindern steckt, wenn es uns Erwachsenen
gelingt, ihnen Gestaltungsmöglichkeiten einzuräumen.
Die einfühlsamen Illustrationen geben eine Vielzahl von
Stimmungen wieder: die verbitterte Miene des Herrn
Grimm zu Beginn des Buches, den glücklichen Gesichtsausdruck des Großvaters, wenn er seinen Enkel umarmt,
das verschmitzte Grinsen, als Anton das Plüschschaf im
Altersheim präsentiert.
8

MEIN VATER, DER PIRAT
Davide Calì
Verlagshaus Jacoby & Stuart 2014
14,95 €
Ab ca. 8 Jahren
Jedes Jahr im Sommer kommt
der Vater des namenlosen
Jungen für zwei Wochen nach
Hause. Das Jahr über fährt
er als Pirat auf dem Schiff,
der „Hoffnung“, über die Weltmeere. Die Abenteuer, die
der Vater mit seinen Kameraden, dem Tätowierten, dem
Bärtigen und Schirokko erlebt, erfüllen den Jungen mit
Stolz, und gebannt lauscht der Junge seinen Erzählungen.
Die Schätze, die die Piraten dabei erbeuten, sind, so erläutert der Vater, an einem sicheren Ort versteckt. Eines Tages
kommt statt des Vaters ein Telegramm: Der Vater hatte
einen Unfall und liegt schwer verletzt im Krankenhaus.
Mutter und Sohn besuchen ihn dort. Die Erleichterung,
die der Junge darüber verspürt, dass der Vater lebt, weicht
der Enttäuschung, als er erkennen muss, dass der Vater
ihn jahrelang belogen hat: Er ist gar kein Pirat, sondern
arbeitet im Ausland als Bergmann unter Tage. Diese Enttäuschung erschüttert die Beziehung zwischen Vater und
Sohn. „Ich wusste nicht, ob ich ihm nur Gutes wünschte“,
fasst der Sohn seine Gefühle zusammen.
Jahre später, der Sohn ist schon fast erwachsen und der
Vater lebt wieder bei der Familie, kommt die Nachricht,
dass die Mine, in der der Vater früher gearbeitet hatte,
geschlossen wird. An diesem Abend erzählt der Vater von
sich. In der Heimat gab es, als er jung war, keine Arbeit. In
der Ferne solle es Arbeit geben, hört er und macht sich auf:
Schon immer träumte er davon, zur See zu fahren, reisend
die Welt zu entdecken. Doch dort in der Ferne, wo es Arbeit
gibt, gibt es kein Meer, nur ein Bergwerk, und er beginnt,
unter Tage zu arbeiten. Der Sohn fängt an, seinen Vater zu
verstehen. „Mein Vater hatte mir also nicht einfach etwas
vorgelogen. Er wollte ja wirklich zur See fahren.“ Gemeinsam machen sich Vater und Sohn auf den Weg zum

++  Reinickendorfer

EulenPost  ++  Ausgabe 15  ++  April 2016  ++ 

In Zusammenarbeit
mit der Fachstelle KiNDERWELTEN

DIE EULENPOST

BEKOMMT EINE
KINDERREDAKTION!
Bergwerk. Dort trifft der Junge Elemente aus den früheren
Erzählungen seines Vaters: Über dem Eingang der Baracken steht das Wort „Hoffnung“, die alten Kumpel seines
Vaters heißen „der Tätowierte“, „der Bärtige“, „Schirokko“.
Der Junge begreift, dass Fantasie überlebensnotwendig
sein kann: „Mein Vater, der große Pirat. Er war nie etwas
anderes gewesen.“ Als Ausdruck dieser Versöhnung steigt
der Junge auf einen Hochspannungsmast und hisst die Piratenflagge, die ihm der Vater vor vielen Jahren geschenkt
hat und bringt so beide Welten bildlich zusammen.
In „Mein Vater, der Pirat“ geht es um eine Vater-Sohn-Beziehung und um Erwachsenwerden. Der kindliche Stolz,
den der Junge für seinen Vater empfindet, wird mit der Realität konfrontiert und wandelt sich zu einem realistischen
Vaterbild eines jungen Erwachsenen, in dem Stärken und
Schwächen wahrgenommen und akzeptiert werden. Die
Geschichte zeigt auch, dass aus Enttäuschung Verständnis erwachsen kann, wenn Gefühle benannt werden.
Verzeihen ist möglich, weil der Vater den Mut aufbringt,
sich dem Jungen zu öffnen und von seinem gescheiterten
Lebenstraum zu erzählen und so den ersten Schritt zur
Versöhnung zu gehen.
Die großformatigen Illustrationen untermalen die intensiven Gefühle, die diese Geschichte kennzeichnen. Zu
Beginn des Buches sind sie in warmen Rot-Braun-Tönen
gehalten und kippen ins Grau, als die Nachricht vom Unfall
des Vaters eintrifft. Die Angst des Jungen um seinen Vater
wird mit dem Bild einer riesigen Welle dargestellt, die das
Schiff des Vaters zu verschlingen droht. Und als sie sich im
Krankenhaus begegnen, sind das Gesicht des Jungen und
das des Vater in Nahaufnahme zu sehen, und wir erkennen die Enttäuschung in den Augen des Jungen und das
Flehen in den Augen des Vaters und spüren den Schmerz,
den beide erleben. Mit dem beginnenden Verständnis des
Jungen für den Vater wird die Farbgebung realistischer
und unterstreicht so, dass der Junge, fast schon erwachsen, gereift ist.
Das Unglück in der Mine ist tatsächlich passiert: Im größten Grubenunglück der belgischen Geschichte in der Zeche
„Bois du Cazier“ in Marcinelle bei Charleroi verloren 1956
auch 136 italienische Bergleute ihr Leben.

++  Reinickendorfer

EulenPost  ++  Ausgabe 15  ++  April 2016  ++  

Ab der nächsten Ausgabe wird
ein Teil der EulenPost von Kindern
geschrieben.
Wir bestimmen selbst, was in die
Zeitschrift soll, wir suchen Bilder
aus, wir zeichnen, fotografieren
und machen Interviews.
Wenn du dabei sein willst und
zwischen 10 und 14 Jahre alt bist,
komm mittwochs um 16:30 Uhr
ins Haus am See – ab 13. April.
Dann fangen wir an, uns um
die Sommerferien-Ausgabe zu
kümmern.
 
Schönen Gruß
Hans Marquardt

9

BERLIN, 17. FEBRUAR 2016
PRESSEMITTEILUNG

GESOBAU INITIIERT

FLÜCHTETE“
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„ZEIT

AB SOFORT UNTERSTÜTZEN ZEHN
AUSZUBILDENDE DES STÄDTISCHEN
WOHNUNGSUNTERNEHMENS DEN
INFOPOINT – EIN GEMEINSAMES

Mit dem Projekt
FER INTEGRATIONSBEAUFTRAGTEN,
„Zeitspenden für
DES NETZWERKS „WILLKOMMEN IN
Flüchtlinge“ enREINICKENDORF“ UND DER DESIGNgagiert sich die
GRUPPE PLACE/MAKING.
GESOBAU jetzt auch
mit der Arbeitskraft
ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Bewältigung von Herausforderungen vor ihrer Haustür. Zehn
GESOBAU-Auszubildende werden ab sofort die Mitarbeiter
des InfoPoints bei ihrer Arbeit für Flüchtlinge und Asylsuchende in Reinickendorf tatkräftig unterstützen, mit
PILOTPROJEKT DES REINICKENDOR-

insgesamt über 400 Arbeitsstunden in den nächsten zwölf
Monaten.
Aufgabenschwerpunkt der GESOBAU-Azubis ist es, als
persönliche Ansprechpartner relevante Informationen zu
recherchieren, weiterzugeben und Ratsuchenden unkompliziert zu vermitteln. Um gut auf die Aufgabe vorbereitet
zu sein, absolvieren sie speziell ausgewählte Schulungen,
in denen u. a. die interkulturelle Kompetenz trainiert wird.
Auch der sichere Umgang mit der digitalen Informationsund Kommunikationsplattform ‚info.compass.eu‘ wird ein
wesentlicher Aufgabenschwerpunkt im InfoPoint sein.

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Berlin-Reinickendorf

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++  Reinickendorfer

EulenPost  ++  Ausgabe 15  ++  April 2016  ++ 

Der Einsatzort der zehn GESOBAU-Auszubildenden ist zunächst der InfoPoint in der Flüchtlingsunterkunft auf dem
Gelände der ehemaligen Karl-Bonhoeffer-Klinik. Dieser ist
einer von zwei Anlaufstellen für geflüchtete Menschen,
aber auch für Ehrenamtliche, die in Reinickendorf helfen
wollen. An drei Wochentagen können sich Hilfesuchende
und Helfer direkt in ihrem Wohnumfeld über soziale Einrichtungen und Angebote, Projekte sowie Weiterbildungen
wie Deutschkurse, Ausbildungsinitiativen oder Veranstaltungen und vieles mehr informieren.
Jörg Franzen, Vorstandsvorsitzender der GESOBAU AG:
„2015 sind bereits weit über 50.000 Geflüchtete nach
Berlin gekommen. Die Stadt sucht nach geeigneten Standorten für Flüchtlingsunterkünfte und Wohnraum – und
viele Menschen packen freiwillig mit an, um den Geflüchteten ihr Leben in Berlin zu erleichtern und bei der Inte­
gration zu helfen. Auch auf die GESOBAU kommen neben
der Vermietung von Wohnraum wichtige Aufgaben bei der
Aufnahme und Integration von Geflüchteten in Berlin zu.
Mit dem Projekt ‚Zeitspenden für Geflüchtete‘ erweitern
wir unseren Blick auf die Bedürfnisse der Zuwanderer und
gewinnen wichtige Kompetenzen für den Umgang mit
unseren neuen Nachbarn.“
Petra Ebert, Ausbildungsleiterin der GESOBAU AG: „Der
Bezirk Reinickendorf ist herausgefordert, eine große Anzahl geflüchteter Menschen unterzubringen, zu versorgen
und zu betreuen. Öffentliche und private Organisationen,
ehrenamtliche und institutionelle Helfer beteiligen sich an
dieser Aufgabe und bieten den Menschen schon jetzt ein
umfangreiches Hilfsangebot. Mit dem Projekt ‚Zeitspenden für Geflüchtete‘ kann auch die GESOBAU ihren Teil
dazu beitragen, eine nachhaltige Versorgungsstruktur aufzubauen. Darüber hinaus erhalten unsere Auszubildenden
durch ihre Mitarbeit am Projekt wichtige praktische Erfahrungen und erwerben gleichzeitig wichtige Kompetenzen,
die sie fürs Leben und im Beruf nutzen können.“

++  Reinickendorfer

EulenPost  ++  Ausgabe 15  ++  April 2016  ++  

Der lokale InfoPoint und ‚info-compass.eu‘ sind Teile des
Pilotprojektes ‚info-compass.reinickendorf‘, das Informationen und Angebote für und von Geflüchteten und
Engagierten mehrsprachig zur Verfügung stellt. Das Pilotprojekt stützt sich dabei auf die personelle Betreuung der
Hilfesuchenden und die Anwendung der eigeninitiierten
digitalen Plattform (www.info-compass.eu) sowie die
aktive Einbindung eines dichten Netzwerkes bestehender
Initiativen und Akteure vor Ort. „InfoPoint Reinickendorf“
basiert auf einer gemeinsamen Initiative des Integrationsbeauftragten des Bezirksamtes Reinickendorf, der Albatros
gGmbH, Pegasus GmbH sowie der Designgruppe place/
making (Konzept, Design und Umsetzung).
DIE GESOBAU AG
Als städtisches Wohnungsunternehmen leistet die
GESOBAU aktiv ihren Beitrag, um in der dynamisch
wachsenden Stadt Berlin auch in Zukunft bezahlbaren
Wohnraum für breite Schichten der Bevölkerung bereitzustellen und lebendige Nachbarschaften zu erhalten.
Seit 2014 baut die GESOBAU wieder neu und erweitert
durch Neubau und Ankauf ihren Wohnungsbestand, der
bis 2026 auf ca. 52.000 Wohnungen anwachsen wird.
Derzeit bewirtschaftet das landeseigene Unternehmen
mit Tochtergesellschaften einen Bestand von rund 41.000
eigenen Wohnungen, vornehmlich im Berliner Norden.
Die 60er-Jahre-Großsiedlung „Märkisches Viertel“ ist ihre
markanteste Einzelbestandsmarke, deren Umbau zur
Niedrigenergiesiedlung steht kurz vor dem Abschluss. Die
GESOBAU engagiert sich nachhaltig für gute Nachbarschaften in ihren Quartieren, unterstützt Bildungsinitiativen und Schulen und wirkt auf die sozialräumliche Inte­
gration aller Menschen hin, die in ihren Beständen leben.

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BRIK

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MEIN FSJ

Nun sind 1½ Jahre auch schon wieder rum. Ich hatte vor
meinem FSJ viele Erfahrungen in der geschlossenen Jugendarbeit und auch in der Kinderarbeit gesammelt. Nun
bin ich in ein offenes Kinder- und Familienzentrum gegangen. Am Anfang war alles neu für mich, da ich offene Arbeit
mit Kindern noch nicht kannte, also habe ich erstmal
gelernt, was offene Arbeit eigentlich ist. Es war neu, dass
so weit wie möglich das gemacht wird, was die Kinder wollen, und nicht das, was geplant war. Natürlich gibt es auch
Regeln im Haus, die vor einigen Jahren mit den Kindern
entwickelt wurden. Diese Regeln und andere Regelungen
musste ich am Anfang natürlich auch alle lernen, wobei
die Kinder ausprobiert haben, ob ich die schon kenne. Ich
musste auch sehr, sehr viele Namen lernen, da am Tag sehr
viele Kinder rein- und rausgehen. Es hieß also die ersten
Monate, sehr viel Neues lernen und viel beobachten, wie
der Alltag hier so läuft.
Dann wurde es langsam Zeit für ein eigenes Projekt. Zusammen mit Kristin habe ich überlegt was das werden
könnte. Es sind zwei Ideen entstanden, die wir auch beide
umsetzen wollten. Die erste war, für die Platzbelebung
eine Spieletonne ins Leben zu rufen. Also musste ich mir
überlegen, wie das ganze funktionieren kann, was in die
Spieletonne rein soll, und einen Finanzantrag schreiben.
Konzept und Anträge hatte ich zuvor noch nicht geschrieben und musste mir erst einmal anschauen, wie man so
etwas macht. Es hat ein wenig gedauert, aber ich habe es
mit Unterstützung hinbekommen und konnte die Tonne
gemeinsam mit den Kindern zu Beginn der Platzbelebung
besprühen. Nachdem ich ein wenig beobachten konnte,
wie die Kinder von Zeit zu Zeit die Tonne immer mehr
angenommen haben, habe ich gelernt, dass man im Anschluss noch einen Sachbericht schreibt und wie man dies
tut.

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Bei dem Sachbericht habe ich gemerkt, dass Berichte zu
schreiben nicht meine Lieblingsaufgabe ist. Aber es hilft
ja alles nichts. Für das 2. Projekt musste ich auch wieder
einen Antrag schreiben, mir vorher Gedanken machen,
wie könnte es laufen. Ich habe also einen Antrag beim QM
gestellt, um mit den Willkommensklassen einmal in der
Woche zu kochen. Angefangen mit dem Projekt haben
wir nach den Osterferien 2015, geplant war es bis zu den
Sommerferien. Da das Projekt aber so gut ankam, haben
wir es bis zu den Winterferien verlängert. Das Projekt war
vor Beginn eine Herausforderung, da ich nicht wusste, wie
groß die Sprachbarrieren sein würden.
Gelernt habe ich dabei auch, wie ich eine Abrechnung
machen muss.
Im Laufe der ganzen Zeit habe ich noch mitbekommen,
was man alles beachten muss, wenn man eine Kinderfahrt
vor- und auch nachbereitet. Außerdem war sehr interessant zu sehen, wie die Vernetzung einzelner Häuser und
Partizipation funktionieren.
Ich war nicht nur in der Einrichtung tätig, ich musste über
das Diakonische Werk (den Träger meiner FSJ-Stelle) Seminartage und -wochen ableisten. Ich muss ehrlich sagen,
dass ich die Betreuung durch das Diakonische Werk nicht
gut fand. Am Anfang wurde gesagt, was sie alles machen,
davon wurde aber nichts gemacht.
Für mich war es, vom Erlangen des Fachabiturs abgesehen, eine gute Entscheidung, ein FSJ zu machen. Ich wollte
schon vorher in den sozialen Bereich, und diese 1½ Jahre
haben dies nur noch verstärkt. Ich habe vieles dazugelernt
und würde später auch lieber in einem offenen Bereich
arbeiten.
Svenja Schultz

++  Reinickendorfer

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SOZIALWARENHAUS

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WURDE OPF
In der Nacht zu Samstag, 20. Februar 2016, wurde
in die Räume des SoproRO-Sozialwarenhauses in der
Roedernallee eingebrochen.
Die Täter drangen durch den Vordereingang ein und
brachen die Türen des Büros und sämtlicher dort
befindlicher Schränke auf. Glück im Unglück: Die Täter
sahen von größerem Vandalismus in den Ladenräumen
ab.
Der entstandene Schaden ist nach Auskunft des Vorsitzenden von SoproRO e.V. Pfarrer Christian W. G. Schultze und des Sozialwarenhaus-Geschäftsführers Peter
Paul Pansing erheblich. Derzeit ist aber noch nicht
geklärt, in welchem Umfang die Versicherung diese
Kosten übernehmen wird.
Das Sozialwarenhaus war im vergangenen Sommer
an seinen neuen Standort in der Roedernallee umge-

zogen. Die seinerzeit entstandenen Umzugskosten
konnten erst kürzlich vollständig beglichen werden,
sodass der jetzt entstandene Schaden das Warenhaus
und seinen Betreiberverein erneut in eine schwierige
wirtschaftliche Situation bringen wird. Das Sozialwarenhaus bietet nicht nur ein umfangreiches Sortiment
preiswerter Waren für den kleinen Geldbeutel an,
sondern ist auch als Arbeitgeber seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gegenüber verpflichtet. Viele von
diesen können hier nach meistens langer Arbeitslosigkeit einer regelmäßigen sozialversicherungspflichtigen
Beschäftigung nachgehen.
  
 Peter Paul Pansing-Geschäftsführer-

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DAS RÄTS
EL – FOLG
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Wie hat dieses Haus sich verändert …
Aber wo steht es immer noch?

Quelle des Fotos: Museum Reinickendorf

Lösung irgendwo in dieser EulenPost.

++  Reinickendorfer

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++  Reinickendorfer

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++  Reinickendorfer

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Klebe	das	Blatt	auf	einen	Karton.
Schneide	die	Karten	aus.
Fertig	ist	das	kleine	Memory.

Memory
Klebe	das	Blatt	auf	einen	Karton.
Schneide	die	Karten	aus.
Fertig	ist	das	kleine	Memory.

Memory

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++  Reinickendorfer

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CHBARN.
THEMENWOCHE „UNSERE NEUEN NA
HERKOMMEN. ANKOMMEN.
WILLKOMMEN.“
VOM 3. BIS 18. MAI 2016 IM MÄRKISCHEN VIERTEL

Keiner anderen Gruppe (sic!) wird in den Diskussionen zur
Zuwanderung mit so vielen negativen Vorurteilen begegnet wie den Roma, Europas größter und am schnellsten
wachsender Minderheit. Vorurteile und diskriminierendes
Verhalten stehen oft in engem Zusammenhang. Menschen
mit Offenheit und ohne Angst zu begegnen, setzt voraus,
etwas über sie zu wissen.
Gemeinsam mit dem Bezirksamt Reinickendorf, der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen, den
Trägern Horizonte gGmbH., Aufwind e.V. und Phinove e.V.
sowie dem KLAK-Verlag widmet sich die GESOBAU AG vom
3. bis 18. Mai 2016 Europas größter Minderheit und lädt
ein zu einer Themenwoche jenseits aller Verallgemeinerungen. Mit einem vielfältigen Programm planen die

Projektpartner, Nachbarn in und um Reinickendorf, Schulen, Politik, Stadtteilakteure, Wohnungswirtschaft u.v.m.
zu erreichen.

3. Mai – 18. Mai, im Märkischen Viertel
Im Angebot: Fotoausstellung „Tsiganes – d’hier et d’aujourd’hui“ – Podiumsdiskussion – Workshops – Lesungen
Details zu den geplanten Veranstaltungen und Veranstaltungsorten finden Sie ab 7. April unter www.gesobau.de

DES RESIDENZSTRASSEN-RÄTSELS

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++  Reinickendorfer

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THEATRE LAB
Das ist der Name einer neuen Theatergruppe in der Geflüchteten-Unterkunft Scharnweberstraße 24 in der
Nähe des Kurt-Schumacher-Platzes.
THEATRE heißt „Theater“, was ist aber
„Lab“?
Na, die Abkürzung für „Labor“ oder
„Laboratorium“.
Wir untersuchen die Mittel des
Theaters und spielen mit ihnen. Wir
probieren alles aus, was zum Theater
gehört: Bewegung, Stimme, Bühne,
Licht, Schminke, Kostüme, Masken.
Das Stück, das wir spielen, machen
wir selbst.
Ab dem 14. April treffen wir uns donnerstags um 16:30 Uhr.
Die Gruppe ist für 10- bis 16-Jährige
aus der Geflüchteten-Unterkunft und
Andere.
Leiter ist Hans Marquardt, Sänger
und Schauspieler.
Wer mitspielen möchte, muss eine
Einverständniserklärung mitbringen,
dass Fotos in der EulenPost und im
EulenBlog gezeigt werden dürfen.
Das Programm hat sich der Verein
Jugendkunstpaten ausgedacht, der
auch schon an der Lichtergalerie
beteiligt war. Unterstützer sind Aufwind e.V. und die Jugendkunstschule
Atrium.

AUCH
„ALLES NEU – NUN

DIE INTERNET-SEITE!“

So sieht es nach dem Umbau bei uns aus:
Jetzt hat das Café LichtHaus eine neue Internet-Seite!
www.cafe-lichthaus.de
Du bist zwischen 13 und 17 Jahre alt?
Das Café LichtHaus-Team lädt dich herzlich ein!
Wir sind: Flo, Bine, Martin, Lydi und Stef
Hier kannst du mit uns und deinen Freunden kickern,
Billard spielen, neue Leute kennen lernen, quatschen, dich
auf unserer gemütlichen Couch entspannen.
Weil wir finden, dass du einen Ort für dich verdienst!
Unsere Events findest du auf der Homepage
www.cafe-lichthaus.de
Du kannst jeden 2. und 4. Samstag im Monat ins Café
LichtHaus kommen. Ab 18:30 Uhr geht´s los, du findest
uns in der Ollenhauerstraße 99, 13403 Berlin, der Eingang
ist auf dem Hinterhof.
Unsere nächsten Termine sind:
09.04. | 23.04. | 14.05. | 28.05. | 11.06. | 25.06.
Also bis dann, wir freuen uns auf dich!
Dein Café LichtHaus-Team
Kontakt:
Sabine Berkelmann, Tel. 0173 / 20 21 624,
eMail: s.bine.m@web.de
Martin Bauer, Tel. (030) 750 10 669,
eMail: jugendpastor@evangelische-gemeinschaften.de

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++  Reinickendorfer

EulenPost  ++  Ausgabe 15  ++  April 2016  ++ 

SE

VERANSTALTUNGSHINWEI

Familien- und
Stadtteilzentrum
Haus am See
Stargardtstr. 9
13407 Berlin

Handarbeitsgruppe für Frauen
Zeit: Donnerstag, 10 – 12 Uhr
Kontakt: Frau Seemann, Frau Kirilmaz
Tel. 437 228 22
  
Nähgruppe für Frauen
Zeit: Mittwoch 09.30 – 12.30 Uhr
Kontakt: Frau Seemann, Frau Kirilmaz
Tel. 437 228 22
  
Schreibmal – Kreatives Schreiben und Malen für Erwachsene
Zeit: Dienstag, 10 – 12 Uhr
Kontakt: Frau Seemann, Frau Kirilmaz
Tel. 437 228 22
 
Offene Strick- und Häkelgruppe im Cafe
Zeit: Dienstag, 15 – 18 Uhr
Kontakt: Frau Seemann, Frau Kirilmaz
Tel. 437 228 22
 
 Yogagruppe für Frauen
Zeit: Freitag, 11 – 12.30
Kontakt: Frau Seemann, Frau Kirilmaz
Tel. 437 228 22
 
Beratung in sozial- und migrationsrechtlichen Fragen
Zeit: jeden 2. und 4. Dienstag im Monat von 15.30 – 17.30 Uhr
Kontakt: Frau Seemann, Frau Kirilmaz
Tel. 437 228 22
 
Sozialberatung in deutscher, arabischer und türkischer Sprache
Zeit: mittwochs von 10 – 13 Uhr
Kontakt: Frau Seemann, Frau Kirilmaz
Tel. 437 228 22
 
Traumasprechstunde für geflüchtete Eltern in arabischer Sprache
Zeit: jeden 1. und 3. Freitag im Monat von 15 - 17 Uhr
Kontakt: Frau Seemann, Frau Kirilmaz
Tel. 437 228 22

Das Haus am See ist eine Einrichtung des Bezirksamtes Reinickendorf in Kooperation mit dem Träger Lebenswelt. Die Stadtteilarbeit
des Trägers Lebenswelt wird aus Mitteln des Senates für Gesundheit und Soziales gefördert

++  Reinickendorfer

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© BUNTMACHER.COM

In Neuer Nachbarschaft
Mobile Elternberatung 0–6

Ein Unterstützungsangebot für neuzugezogene Familien aus der Europäischen Union,
um den Zugang zu Angeboten der frühen Bildung und Betreuung zu erleichtern.
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Erst- und Folgeberatung von Müttern und Vätern mit Kindern zwischen 0–6
Begleitung zu Angeboten und Einrichtungen
Unterstützung bei sprachlichen und kulturellen Hemmnissen
Vermittlung in Frühe Bildungsangebote
Hilfe bei der Kitaplatzsuche
Wechselnde Gruppenberatungsangebote mit Kinderbetreuung

An vier Standorten und mobil beraten wir Sie in Romanes, Rumänisch, Bulgarisch, Englisch,
Französisch und Deutsch. Wir beraten Kitas und andere Einrichtungen der frühen Bildung
und unterstützen Sie bei Elterngesprächen. Weitere Angebote des Kooperationsverbundes „In Neuer
Nachbarschaft“ finden Sie bei den Trägern Albatros gGmbh und Horizonte gGmbh.
Beratungszeiten und Standorte:

Unser Beratungsteam:

Montag · 14–18 Uhr Aufwind-Eckladen
Dienstag · 12.30–15 Uhr Familienzentrum Letteallee
Mittwoch · 10–12 Uhr Familienpunkt Reinickendorf
Donnerstag · 12.30–15 Uhr Familienzentrum Letteallee
Freitag · 11–13 Uhr Aufwind-Eckladen
Termine nach Vereinbarung: Kinderzentrum Pankower Allee

Hanna Stoll 0157 52 138 138
Mariana Roman 0152 17 905 736
Miodrag Marinkovic 0176 55 401 584
Gabriele Koné 0176 61 368 610

Aufwind-Eckladen:
Vierwaldstätter Weg 5 · 13407 Berlin
Kinderzentrum Pankower Allee:
Pankower Allee 51 · 13409 Berlin
Familienzentrum Letteallee:
Letteallee 82–86 · 13409 Berlin
Familienpunkt Reinickendorf:
Zobeltitzstraße 72 · 13403 Berlin

Das Projekt wird durch das
Bundesministerium für Arbeit und Soziales sowie den
Europäischen Hilfsfonds für
die am stärksten benachteiligten Personen gefördert.

Das Projekt „In Neuer Nachbarschaft – Mobile Elternberatung 0–6“ hat das Ziel,
den Zugang für zugewanderte Kinder aus der Europäischen Union zu Angeboten
der frühen Bildung und der sozialen Betreuung zu verbessern. Es wird gefördert
aus Mitteln des Europäischen Hilfsfonds für die am stärksten benachteiligten
Personen (EHAP). Der EHAP leistet einen Beitrag zur Bekämpfung von Armut
und sozialer Ausgrenzung und erfüllt eine „Brückenfunktion“ zwischen den oben
genannten Personengruppen und bestehenden Beratungs- und Unterstützungsangeboten des regulären Hilfesystems. Besonderes Gewicht legt der EHAP auf die
Gleichbehandlung von Männern und Frauen und die Vermeidung jeglicher Art
von Diskriminierung.

www.pacificografik.de

Zusätzlich täglich mobile Beratung und Begleitung!

Aufwind ist ein freier Träger der Jugendhilfe und unterstützt Kinder, Jugendliche,
junge Eltern und Familien in Reinickendorf mit beteiligungsorientierten, interkulturellen, integrativen, sozialpädagogischen, therapeutischen, freizeitpädagogischen und kulturellen Angeboten.
        
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