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Full text: Geschäftsbericht Issue 2015

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Geschäf tsbericht 2015

UNTERNEHMENSPROFIL
Die GASAG Berliner Gaswerke Aktiengesellschaft ist ein führender Energiedienstleister
in Berlin mit einer fast 170-jährigen Historie und einem beständig wachsenden
Portfolio innovativer Energielösungen. Gemeinsam mit den anderen Unternehmen der
GASAG-­G ruppe setzt sich die GASAG zudem engagiert für den Klimaschutz und
eine (er-)lebenswerte Region ein.

Die GASAG steht als der mit der Region verbundene Energie- und Netzpartner für eine
sichere Strom-, Gas- und Wärmeversorgung in Berlin und Brandenburg. Als Antwort auf
die Herausforderungen des sich wandelnden Energiemarktes und als Partner für den
Klimaschutz ergänzen die GASAG und ihre Beteiligungsgesellschaften konsequent ihr
Portfolio um innovative Energiedienstleistungen. Dazu zählen Produkte wie das virtuelle
Kraftwerk „EcoPool“, Energielösungen für ganze Quartiere und ganzheitliche Energieberatung. Die GASAG-Gruppe ist eine der Marktführer für Contracting in Berlin und
bezogen auf Lösungen mit Bio-Erdgas in der Hauptstadtregion führend. So ist das
Unternehmen dabei, sich vom reinen Erdgasversorger zum Energiemanager für Berlin
und Brandenburg und darüber hinaus zu entwickeln.
Das Vertrauen der Berlinerinnen und Berliner in die GASAG zeigt sich – neben den
Erfolgen im Contracting-Geschäft – in der steigenden Zahl von Privatkunden. Vor allem
der Stromvertrieb war erfolgreich: Nur wenige Jahre nach Markteintritt werden bereits
100.000 Kunden von den Unternehmen der GASAG-Gruppe überwiegend mit
Öko-Strom versorgt. Impulse von der GASAG kommen entlang der gesamten energe ­
tischen Prozesskette: Mit Investitionen in Windenergie will die GASAG ihre grüne
Erzeugung erneut ausweiten. Mit ihrer Photovoltaik-Anlage und den Biomasse-Anlagen
produziert die GASAG-Gruppe schon seit mehreren Jahren Öko-Strom und Bio-Erdgas.
Nachhaltigkeit hat für die GASAG aber noch mehr Dimensionen. Als Berliner Energieversorger mit Tradition und als eines der größten Wirtschaftsunternehmen der Hauptstadtregion nimmt die GASAG-Gruppe ihre Verantwortung ernst und unterstützt
zahlreiche kulturelle, sportliche, wissenschaftliche und bürgerschaftliche Initiativen.
DIE UNTERNEHMEN DER GASAG-GRUPPE
BAS Abrechnungsservice GmbH & Co. KG | Berliner Erdgasspeicher GmbH & Co. KG |
Bio-Erdgas Neudorf GmbH | DSE Direkt-Service-Energie GmbH | EMB Energie Mark
Brandenburg GmbH | GASAG Berliner Gaswerke AG | GASAG Bio-Erdgas Schwedt
GmbH | GASAG Contracting GmbH | inifrest - Infrastruktur eStrasse GmbH |
KKI-Kompetenzzentrum Kritische Infrastrukturen GmbH | NBB Netzgesellschaft
Berlin-Brandenburg mbH & Co. KG | SpreeGas Gesellschaft für Gasversorgung und
Energiedienstleistung mbH | Stadtwerke Forst GmbH | umetriq Metering Services GmbH

DER KLIMASCHUTZPARTNER FÜR DIE
METROPOLREGION
Die GASAG ist ein moderner und umfassend qualifizierter Energiedienstleister in Berlin
und Brandenburg und eines der größten Wirtschaftsunternehmen der Hauptstadt.
Aber wussten Sie auch, dass es das erste Unternehmen war, das eine Klimaschutzvereinbarung mit dem Land Berlin abgeschlossen hat?

Das war im Jahr 1998. Die GASAG verpflichtete sich darin, ihren Teil dazu beizutragen,
damit Berlin die ambitionierten Klimaschutzziele, die man sich für die Hauptstadt
gesteckt hatte, erreichen kann. Bereits zwei Jahre später stemmte das Unternehmen
gemeinsam mit dem Senat das Förderprogramm „Tausend Umwelttaxis für Berlin“ und
sorgte so dafür, dass Berlin zur Hauptstadt der Erdgas-Mobilität in Deutschland wurde.
Gedanken und Strategien zum Klimaschutz gehören also schon lange zum Selbst­
verständnis der GASAG als führendes Berliner Unternehmen. Das Gelingen der Energiewende mit voranzubringen, ist uns ein großes Anliegen. Heute läuft bereits die vierte
Umweltkooperation mit dem Land Berlin. Zudem entwickeln wir ständig neue Produkte
und Dienstleistungen, die dem Klimaschutz Rechnung tragen.
Was können Sie beispielsweise mit dem Begriff „virtuelles Kraftwerk“ anfangen? Ein
Kraftwerk also, das aus vielen kleineren Energiequellen (wie z. B. Blockheizkraftwerken)
besteht, die digital miteinander verbunden werden und deren Synergien man nutzen
kann? Oder wussten Sie, dass man nicht nur durch Sanierungsmaßnahmen und neue
Heizungsanlagen, sondern auch durch ein kluges Energiemanagement und smarte
Messkonzepte zum Gelingen der Energiewende beitragen kann? Dann würden wir Sie
gern mit auf eine Reise nehmen.
Wir haben uns in diesem Jahr entschieden, zusätzlich zu unserem Geschäftsbericht ein
Magazin herauszubringen, in dem wir Ihnen von den Klimaschutzprojekten erzählen,
die unser Unternehmen im Jahr 2015 verfolgt hat. Dabei geht es um innovative und
digitale Technologien, ebenso wie um erneuerbare Energien als auch um Umwelt-Bildung
und darum, die klimarelevanten Informationen so zu bündeln, dass möglichst viele
einen Zugang zu ihnen bekommen.
So nehmen wir Sie mit in die grüne GASAG-Zentrale (unser Unternehmenssitz ist als
besonders umweltfreundliches Gebäude klassifiziert) und zeigen Ihnen, wie von dort
aus ein virtuelles Kraftwerk gesteuert wird. Wir zeigen Ihnen, mit welchen Lösungen
Energieberater die Verbräuche ihrer Kunden drosseln und mit welch großem Engagement
das Umweltbewusstsein von Groß und Klein in Berlin gefördert wird.
Nebenbei erfahren Sie, dass die GASAG inzwischen bereits drei moderne Biogas-­
Anlagen in Brandenburg betreibt und eine große Photovoltaik-Anlage mitten in
der Stadt.
Begleiten Sie uns also auf unserer Reise und sehen Sie selbst, wie sehr sich die GASAG
einbringt, wenn es darum geht, die Klimaschutzziele der Bundesregierung für 2050
zu erfüllen.
Sie finden das Magazin nicht oder haben es verschenkt? Dann können Sie dieses online
abrufen unter www.gasag.de/geschaeftsbericht.

KENNZAHLEN DES GASAG-KONZERNS
NACH DEN RECHNUNGSLEGUNGSVORSCHRIFTEN DER IFRS FÜR DIE GESCHÄFTSJAHRE 2013 BIS 2015

Einheit

2015

2014

2013

Umsatzerlöse

Mio. Euro

1.055

1.099

1.300

davon Gas

Mio. Euro

804

875

1.168

Gasabsatz
Materialaufwand

GWh

18.686

20.370

25.163

Mio. Euro

728

777

891

km

13.860

13.781

13.786

Technische Zahlen für Gas
Rohrnetzlänge
Hochdruck

km

2.940

2.910

2.907

Versorgungsnetz1

km

10.920

10.871

10.879

Hausanschlussleitungen

Stück

331.391

327.028

322.569

Installierte Gaszähler (ohne TMU/ZMU)

Stück

793.589

797.492

802.067

Mitarbeiter/-innen Jahresdurchschnitt

Anzahl

1.538

1.566

1.860

Mitarbeiter/-innen am 31.12.

Anzahl

1.533

1.545

1.831

Auszubildende am 31.12.

Anzahl

64

59

66

Grundkapital

Mio. Euro

413

413

413

Jahresüberschuss

Mio. Euro

44

32

61

Bilanzsumme

Mio. Euro

2.092

2.205

2.303

Anlagevermögen

Mio. Euro

1.802

1.796

1.782

Eigenkapital

Mio. Euro

695

704

777

Personalstatistik

Eigenkapitalquote
Ergebnis je Aktie

%

33

32

34

Euro

4,90

2,89

6,70

Mio. Euro

100

104

76

Anlagewerte
Investitionen
(davon Finanzanlagevermögen)
Abschreibungen
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit
1

Das Versorgungsnetz besteht aus Mittel- und Niederdruckleitungen

Mio. Euro

2

7

4

Mio. Euro

87

80

86

Mio. Euro

101

194

160

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Sie inden das Magazin nicht oder haben es verschenkt? Dann können Sie
dieses online abrufen unter www.gasag.de/geschaeftsbericht.

VORWORT DES VORSTANDS

4

BERICHT DES AUFSICHTSRATS

8

L AGEBERICHT DES GASAG-KONZERNS

12

1	
Grundlagen des Konzerns
2	Wirtschaftsbericht
3	
Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage
4	Nachtragsbericht
5	
Chancen- und Risikobericht
6	
Prognosebericht

14
18
23
28
28
31

S­
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L
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IN
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I
VERZE

JAHRESABSCHLUSS DES GASAG-KONZERNS

34

Bilanz des GASAG-Konzerns 
Gesamtergebnisrechnung des GASAG-Konzerns
IFRS Kapitalflussrechnung des GASAG-Konzerns
Eigenkapitalveränderungsrechnung des GASAG-Konzerns

36
38
39
40

ANHANG DES GASAG-KONZERNS

42

1	
Darstellung des GASAG-Konzernabschlusses
2	Anwendung der International Financial
Reporting Standards (IFRS)
3	Konsolidierungskreis
4	Konsolidierungsgrundsätze
5	
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
6	
Erläuterung zur Gesamtergebnisrechnung
7	
Erläuterungen zur Bilanz
8	
Sonstige Erläuterungen

42
43
45
47
48
60
67
90

BESTÄTIGUNGSVERMERK107
IMPRESSUM108

G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2 0 15

VORWORT DES VORSTANDS

S EH R G EEH R T E DA M EN U N D H ER R EN ,
L IEBE G ES C H Ä F T S FR EU N D E U N D M A RK T PA R T N ER ,
ein stabiles Unternehmen zeichnet sich dadurch aus, dass es gleichermaßen
zuverlässig und flexibel agiert, dass es langfristige Pläne verfolgt und
zugleich aktiv teilhat an den Veränderungen, die der Markt und die Kunden
fordern. Es sind diese beiden Pole, die 2015 die Geschäftstätigkeit in
der GASAG-Gruppe bestimmt haben.
Für das vergangene Jahr liegen die für die GASAG wichtigen Kennzahlen
im Plan. Zwar hatten wir es erneut mit einem sehr milden Winter zu tun –
der Dezember war der wärmste Dezember seit der Temperaturaufzeichnung
in der Region – doch wir konnten die temperaturbedingten Verluste –
und weitere negative Abweichungen – durch positive Gegeneffekte gut
ausgleichen. Insgesamt spüren wir die hohe Dynamik, die den Energiemarkt gerade prägt. Das plangemäße Ergebnis ist für uns eine Bestätigung,
dass wir auf dem richtigen Weg sind.
Im vergangenen Jahr haben wir uns auf die Umsetzung unserer Strategie
konzentriert und alles daran gesetzt, unsere Rolle als ganzheitlicher,
integrierter Energiemanager für Berlin und die gesamte Metropolregion
auszubauen und zu festigen. Dazu gehört beispielsweise die ständige
Erweiterung unserer Energiedienstleistungen. Im letzten Jahr haben wir
unser Portfolio noch einmal erheblich erweitert, um unseren Kunden
mit ihren unterschiedlichen Bedürfnissen die passenden Angebote machen
zu können.
Seit knapp 170 Jahren ist die GASAG Berlins kompetenter und zuverlässiger
Energiepartner und Betreiber eines der modernsten Erdgasnetze in Deut­sch­
land. Im vergangenen Jahr haben wir die neue und sehr leistungsstarke

4

VORWORT     BERICHT DES AUFSICHTSR ATS     L AGEBERICHT     ANHANG IF RS     BES TÄTIGUNGSVERMERK

VERA GÄDE-BUTZL AFF

DR. JÜRGEN SCHMIDBERGER

Vorstands­vorsitzende

Vorstand Kaufmännisches
und Netze

Gasübernahmestation in Waltersdorf in Betrieb genommen, ebenso wie
eine neue Gasübernahmestation in Ketzin an der Havel. Die Hauptstadtregion wächst – und die GASAG-Gruppe ist mit ihren Erdgasnetzen in
Berlin und Brandenburg darauf gut vorbereitet.
Wir sind nicht nur ein leistungsstarker Betreiber von Energienetzen, sondern
auch zuverlässiger Partner Berlins bei der Umsetzung der Energiewende.
Bis 2050 soll die Hauptstadt klimaneutral versorgt werden. Das ist eine
Herausforderung für diese und die folgende Generation und wird vieles
verändern. Und es wird nur gelingen, wenn sich die Auffassung durchsetzt, dass die Energiewende nicht in erster Linie eine Stromwende,
sondern auch eine Wärmewende werden muss: 40 Prozent des Energie­
verbrauchs entfällt auf Gebäude, in Berlin sind es sogar rund 50 Prozent.
Doch leider ist die Sanierungsquote in Deutschland viel zu niedrig.
Dabei könnte gerade in den Heizungskellern die Energieversorgung
sehr viel effizienter und klimaschonender sein – etwa durch die Um­s tellung von Heizöl auf Erdgas oder auf Bio-Erdgas. Wir müssen die

5

G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2 0 15

Treibhausgas­emissionen langfristig senken. Hier sehen wir die GASAG als
zentralen Akteur, denn wir glauben: Eine erfolgreiche Energiewende
funktioniert nur dezentral, und damit haben wir viel Erfahrung. Dafür bieten
wir das komplette Know-how entlang der energetischen Prozesskette.
So ist die GASAG zum Beispiel einer der führenden Contracting-Anbieter
in Berlin. Dabei setzen wir vor allem auf Kraft-Wärme-Kopplung. Mittlerweile gibt es bereits 1.000 Blockheizkraftwerke in der Hauptstadt. Besonders klimaschonend sind diese Anlagen, wenn sie mit Bio-Erdgas betrieben
werden. Leuchtturmprojekte, wie der EUREF-Campus, zeigen, dass mit
guten Ideen und ambitionierten Projekten die Klimaschutzziele der
Bundes­regierung von 2050 schon heute erreichbar sind. Dabei hilft auch
unser Bio-Erdgas aus Brandenburg: In drei modernen Anlagen stellt die
GASAG-Gruppe hier Bio-Erdgas her. Im vergangenen Jahr ging zudem
eine zusätzliche Anlage – Schwedt II – in den Regelbetrieb, wodurch nun
aus nachwachsenden Rohstoffen der Region immer mehr grüner Strom
hergestellt wird.
Die gute und faire Zusammenarbeit mit Marktpartnern war immer ein
Kennzeichen für die Arbeit der GASAG-Gruppe. Quartierstromprojekte wie
beispielsweise mit der Gewobag in Berlin-Tegel sind aktive Beiträge zum
Klimaschutz und zugleich für die Mieter wirtschaftlich vorteilhaft.
Unsere Kunden sind hier unsere Partner: Neue Instrumente wie der
GASAG EcoPool – ein virtuelles Kraftwerk, über das wir den Strom unserer
Kunden an der Börse vermarkten – machen Kunden zu Markt-Akteuren
und helfen zugleich, die Erneuerbaren besser ins energetische System zu
integrieren. All diese Projekte stehen für unser Engagement auf den
wachsenden Märkten, die in Energieerzeugung und Energiedienstleistungen
entstanden sind. Wir glauben an diese Märkte und die großen Möglich­
keiten, die gerade schnelle, marktnahe und regional verwurzelte Unternehmen
wie die GASAG hier für sich und ihre Kunden erschließen können. Mehr
zu diesen und weiteren Themen des Klimaschutzes finden Sie übrigens in
unserem Magazin „GASAG Reiseführer Nachhaltigkeit“, der dem Geschäftsbericht beiliegt. Es erzählt von unserem Selbstverständnis als erster Klima­
schutzpartner des Landes Berlin, von Dienstleistungen zur Steigerung

6

VORWORT     BERICHT DES AUFSICHTSR ATS     L AGEBERICHT     ANHANG IF RS     BES TÄTIGUNGSVERMERK

der Energieeffizienz und von den Klimaschutzaktivitäten in der Stadt und
der Region, die wir fördern.
Neue Wege gehen wir auch angesichts der rasant fortschreitenden Digitalisierung. Immer mehr Prozesse werden smart und digital, es entstehen
neue Kundenwünsche und neue Geschäftsmodelle. Andererseits wird es
Herausforderungen für bestehende Wertschöpfung geben und wir werden
es mit neuen Wettbewerbern zu tun bekommen. Unsere neu gegründete
Digital Unit wird deshalb kontinuierlich an smarten, digitalen Ideen und
Lösungen für die gesamte GASAG-Gruppe arbeiten – um die Bedürfnisse
und Erwartungen unserer Kunden auch in Zukunft zu erfüllen.
Berlin ist ungebrochen der wettbewerbsstärkste Energiemarkt Deutschlands. Hunderte von Wettbewerbern im Strom- und Gasbereich sorgen für
eine hohe Dynamik und höchste Anforderungen an die Wettbewerbs­
fähigkeit. Neben einer permanenten Analyse unserer Prozesse und Senkung
der Kosten gibt die GASAG dem Wettbewerb deshalb zusätzliche starke
Impulse. Dass wir dies erfolgreich tun, lässt sich daran ablesen, dass unsere
Kundenzahl entgegen dem Branchentrend seit 2015 wieder spürbar steigt –
ein Weg, den wir fortsetzen wollen.
Der Wandel bleibt uns erhalten. Das ist es auch, was wir unseren Mitarbeitern
gern mitgeben würden: Ihnen schulden wir unseren Dank dafür, dass sie
die GASAG-Gruppe auf dem Weg zum ganzheitlichen Energiemanager so
tatkräftig, kreativ und loyal unterstützen und bereits so viele neue Projekte
und Vorhaben umgesetzt haben und dies auch in Zukunft tun werden.
Auch danken wir unseren Kunden und Marktpartnern für das uns entgegen­
gebrachte Vertrauen, das die Marke GASAG nach wie vor in hohem Maße
genießt. Darauf können wir zu Recht stolz sein.

Vera Gäde-Butzlaff

Dr. Jürgen Schmidberger

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G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2 0 15

BERICHT DES AUFSICHTSR ATS
DE R G A S AG BE R L I N E R G A S W E R K E A K T I E N GE S E L L S C H A F T
F Ü R DA S GE S C H Ä F T S J A H R 2 0 15
Der Aufsichtsrat hat die Führung der Geschäfte durch den Vorstand in Erfüllung seiner ihm nach Gesetz und Satzung
obliegenden Beratungs- und Kontrollaufgaben im Berichtszeitraum intensiv begleitet. Grundlage hierfür waren
die ausführlichen, in schriftlicher und mündlicher Form erstatteten Berichte des Vorstands.

ANGEMESSENE ÜBERWACHUNG DER GESCHÄFTS­F ÜHRUNG
UND GUTE ZUSAMMENARBEIT MIT DEM VORSTAND
Der Aufsichtsrat hat den Vorstand regelmäßig bei der Leitung des Unternehmens beraten und die Geschäftsführung
der Gesellschaft kontinuierlich überwacht. Der Aufsichtsrat war in alle Entscheidungen eingebunden, die für die
GASAG Berliner Gaswerke Aktiengesellschaft und den Konzern von grundlegender Bedeutung waren.
Der Aufsichtsrat informierte sich unter anderem anhand der Berichte des Vorstands, welche nach Maßgabe
des § 90 Abs. 1 und 2 AktG regelmäßig, zeitnah und umfassend sowohl schriftlich als auch mündlich erteilt wurden,
über die beabsichtigte Geschäftspolitik, die Unternehmensplanung einschließlich Finanz-, Investitions- und Personalplanung, die Rentabilität der Gesellschaft und die strategische Weiterentwicklung. Der Aufsichtsrat befasste sich mit der
Berichterstattung des Vorstands über die Lage der Gesellschaft, der Tochter- und Beteiligungsgesellschaften und des
Konzerns sowie deren jeweilige Geschäfts-, Umsatz- und Ertragsentwicklung, der Vermögens- und Finanzlage einschließlich der Risikolage und des Risikomanagements. Zu Beanstandungen sah der Aufsichtsrat keinen Anlass.
Der Aufsichtsrat informierte sich über Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den Planungen und Zielen, welche vom
Vorstand jeweils detailliert erläutert und begründet wurden. Sämtliche für das Unternehmen bedeutende Geschäfts­
vorgänge erörterte der Aufsichtsrat anhand der schriftlichen und mündlichen Berichte des Vorstands ausführlich.
Darüber hinaus stand der Aufsichtsratsvorsitzende in ständigem Kontakt mit dem Vorstand, um sich über aktuelle
Geschäftsvorfälle zu informieren.
Wenn für Entscheidungen oder Maßnahmen aufgrund der Gesetze, Satzung oder Geschäftsordnung eine Zustimmung
erforderlich war, prüften die Mitglieder des Aufsichtsrats, unter anderem vorbereitet durch die Ausschüsse, die
Beschlussvorlagen in den Sitzungen oder verabschiedeten sie aufgrund von schriftlichen Informationen. In Entscheidungen
von wesentlicher Bedeutung für das Unternehmen war der Aufsichtsrat eingebunden. Die in den Berichten geschilderte
wirtschaftliche Lage der GASAG Berliner Gaswerke Aktiengesellschaft, deren Tochter- und Beteiligungsgesellschaften
und des Konzerns waren Gegenstand sorgfältiger Erörterung.

AUFSICHTSRAT UND DESSEN AUSSCHÜSSE
Im Geschäftsjahr 2015 trat der Aufsichtsrat zu sechs Sitzungen zusammen. Alle Mitglieder des Aufsichtsrats nahmen
grundsätzlich regelmäßig an den Sitzungen des Aufsichtsrats teil. Mit Ablauf der Hauptversammlung am 26. Juni 2015
endete die Amtszeit des Aufsichtsrats, sodass während dieser Amtszeit im 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 2015 drei
Sitzungen stattfanden. Im 1. Halbjahr 2015 nahm ein Mitglied des Aufsichtsrats an keiner Sitzung des Aufsichtsrats teil.
Ein weiteres Mitglied des Aufsichtsrats nahm im 1. Halbjahr 2015 nur an einer Sitzung teil.
Der Aufsichtsrat hat vier Ausschüsse: den Bilanzausschuss, der auch die Aufgaben des Prüfungsausschusses wahrnimmt, den
Personalausschuss, das Präsidium und den Mitbestimmungsausschuss. Die Ausschüsse haben die Aufgabe, Themen und
Beschlüsse der Aufsichtsratssitzungen vorzubereiten. Zum Teil nehmen sie auch Entscheidungsbefugnisse wahr, die ihnen vom
Aufsichtsrat übertragen wurden. Die Ausschüsse tagten im Geschäftsjahr 2015 insgesamt in neunzehn Sitzungen. Der ­Aufsichtsrat
wurde über die Arbeit der Ausschüsse und die gefassten Beschlüsse durch deren Vorsitzende ausführlich informiert.
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VOR WOR T     
BERICHT DES AUFSICHTSR ATS     L AGEBERICHT     ANHANG IF RS     BES TÄTIGUNGSVERMERK

Der Mitbestimmungsausschuss tagte im Geschäftsjahr 2015 fünfmal.
Das Präsidium und der mit dem Präsidium personenidentische Personalausschuss traten im Geschäftsjahr 2015
insgesamt zu sieben Sitzungen zusammen. Im Geschäftsjahr 2015 hat sich das Präsidium/der Personalausschuss mit
Vorstands­angelegenheiten, den Mandaten der Vorstandsmitglieder in Aufsichtsräten und Beiräten außerhalb des
Konzerns, der Strategieentwicklung und mit der strategischen Orientierung verbundenen zukünftigen Personalstruktur
sowie mit der Zustimmung zur Erteilung einer Prokura beschäftigt.
Der Bilanzausschuss ist zugleich Prüfungsausschuss im Sinne des § 107 Abs. 3 Satz 2 AktG. Der Bilanz-/Prüfungsausschuss informierte sich bei dem Leiter der Konzernrevision über seine Prüfungshandlungen und nahm den Bericht
des Compliance­beauftragten entgegen. Der Bilanz-/ Prüfungsausschuss trat im Geschäftsjahr 2015 zu vier ordentlichen
Sitzungen und drei außerordentlichen Sitzungen zusammen. Der Bilanz-/ Prüfungsausschuss hat sich mit der Vorprüfung
der Vorlagen von Themen auf finanziellem Gebiet beschäftigt. Der Bilanz-/ Prüfungsausschuss beriet unter anderem
über den Jahresabschluss 2014 der GASAG Berliner Gaswerke Aktiengesellschaft und des Konzerns sowie über die
Unternehmensplanungen der GASAG Berliner Gaswerke Aktiengesellschaft und des Konzerns für 2016.

BERATUNGSSCHWERPUNKTE UND BESCHLUSS­FASSUNGEN
IN DEN AUFSICHTSRATSSITZUNGEN
Neben den sich aus dem laufenden Geschäft ergebenden wesentlichen Beratungsthemen war die Arbeit des
Aufsichtsrates in 2015 vom laufenden Konzessionsvertragsverfahren Gas des Landes Berlin geprägt. Mit Urteil vom
9. Dezember 2014 verurteilte das Landgericht Berlin das Land Berlin, den Abschluss eines Gaskonzessionsvertrags mit dem
Landesbetrieb Berlin Energie oder einem durch Umwandlung des Landesbetriebs Berlin Energie hervorgegangenen
Unternehmens zu unterlassen. Dem Klageantrag auf Abschluss eines Konzessionsvertrags mit GASAG/NBB (Hauptantrag)
hat das Landgericht nicht stattgegeben. GASAG und NBB haben daher, genauso wie das Land Berlin, gegen das Urteil
des Landgerichts Berufung beim Kammergericht eingelegt. Der Aufsichtsrat stimmte der Verlängerung der Interimsvereinbarung zum Gasnetzkonzessionsvertrag mit dem Land Berlin für 2016 zu.
Auch das Projekt Fokus 2.0, welches die pilotierte Einführung des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses und die
Integration der Methode des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses in die Umsetzungsaktivitäten des Projekts zum
Inhalt hat, beschäftigte den Aufsichtsrat. Zudem wurden die Entwicklung der Vorstandsstruktur, die strategische
Weiterentwicklung sowie die Überprüfung und Weiterentwicklung der Unternehmensstruktur diskutiert. Gegen­stand
der Erörterungen im Aufsichtsrat waren unter anderem die wirtschaftliche Lage und die Perspektiven des Konzerns
und der GASAG Berliner Gaswerke Aktiengesellschaft, der Jahresabschluss 2014 und die Wirtschafts-, Investitions-,
Finanz- und Personalplanung für den Zeitraum 2016 bis 2018. Im Geschäftsjahr 2015 hat sich der Aufsichtsrat intensiv
mit Wachstums- und Investitionsprojekten sowie mit den Maßnahmen und Strategien der GASAG Berliner Gaswerke
Aktiengesellschaft im Hinblick auf die zukünftige Ausrichtung des Unternehmens befasst.
In 2015 beschäftigte sich der Aufsichtsrat mit der Anpassung der allgemeinen Gas- und Strompreise für die Grundund Ersatzversorgung der GASAG-Gruppe für das Jahr 2016.
Des Weiteren widmete sich der Aufsichtsrat der Finanzierung der Unternehmen des Konzerns und der Einhaltung der
Covenants.
Der Aufsichtsrat hat sich im Geschäftsjahr 2015 mit der Beteiligungsstruktur des Konzerns beschäftigt. Er hat der
Gründung einer Medienbewirtschaftungsgesellschaft mit einem Bauträger der Immobilienwirtschaft durch GASAG
Contracting GmbH und der Umsetzung einer Beteiligung der GASAG Berliner Gaswerke Aktiengesellschaft im Bereich
Windkraft zugestimmt. Auch stimmte der Aufsichtsrat der Abgabe von verbindlichen Angeboten im Rahmen von
Konzessionsverfahren der EMB Energie Mark Brandenburg GmbH zu.
Aufgrund der Veränderung in der Besetzung des Vorstands hat sich der Aufsichtsrat mit der Änderung der Geschäftsordnung
für den Vorstand befasst.
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G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2 0 15

Anlässlich des Gesetzes für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in Führungspositionen in der
Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst hat der Aufsichtsrat die Festlegung einer Zielfrauenquote für den
Aufsichtsrat und den Vorstand festgelegt.
Über den Abschluss des Konsortialvertrags zwischen der Vattenfall GmbH und der GDF Suez Beteiligungs GmbH
wurde der Aufsichtsrat informiert.

JAHRES- UND KONZERNABSCHLUSS 2015,
ABSCHLUSSPRÜFUNG
Der Jahresabschluss und der Lagebericht der GASAG Berliner Gaswerke Aktiengesellschaft wurden nach den Regeln
des Handelsgesetzbuches und des Aktiengesetzes aufgestellt, der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht nach
den Grundsätzen der International Financial Reporting Standards (IFRS) unter Berücksichtigung von § 315a HGB. Der
Jahresabschluss der GASAG Berliner Gaswerke Aktiengesellschaft und der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2015
sowie die Lageberichte des Vorstands für die GASAG Berliner Gaswerke Aktiengesellschaft und den Konzern sind von
der als Abschlussprüfer gewählten Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin, geprüft und mit
uneingeschränkten Bestätigungsvermerken versehen worden. Mit der Prüfung des Jahresabschlusses der GASAG
Berliner Gaswerke Aktiengesellschaft und des Konzernabschlusses haben die Abschlussprüfer zugleich das im
Unternehmen bestehende Risikofrüherkennungssystem und dessen Funktionsfähigkeit geprüft. Die Prüfung hat ergeben,
dass der Vorstand die nach § 91 Abs. 2 AktG geforderten Maßnahmen insbesondere zur Einrichtung eines Überwachungs­
systems in geeigneter Weise getroffen hat und dass das Überwachungssystem geeignet ist, Entwicklungen, die den
Fortbestand der Gesellschaft gefährden, frühzeitig zu erkennen.
An den Sitzungen des Aufsichtsrats sowie seines Bilanz-/ Prüfungsausschusses, in denen über den vom Vorstand
vorgelegten Jahresabschluss 2015 der GASAG Berliner Gaswerke Aktiengesellschaft und den Konzernabschluss 2015,
die Lageberichte der GASAG Berliner Gaswerke Aktiengesellschaft und des Konzerns und den Vorschlag über die
Verwendung des Bilanzgewinns der GASAG Berliner Gaswerke Aktiengesellschaft beraten wurde, haben die Abschluss­
prüfer teilgenommen und über die wesentlichen Ergebnisse ihrer Prüfung berichtet.
Der Aufsichtsrat hat sich umfassend mit den Jahresabschlussarbeiten beschäftigt und von den Prüfungsergebnissen
Kenntnis genommen. Nach dem abschließenden Ergebnis der vom Aufsichtsrat selbst vorgenommenen Prüfung des
Jahresabschlusses der GASAG Berliner Gaswerke Aktiengesellschaft und des Konzernabschlusses, der Lageberichte
des Vorstands für die GASAG Berliner Gaswerke Aktiengesellschaft und des Konzerns und des Vorschlags über die
Verwendung des Bilanzgewinns der GASAG Berliner Gaswerke Aktiengesellschaft sind Einwendungen nicht zu erheben.
Der Aufsichtsrat billigt den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der GASAG Berliner Gaswerke Aktiengesellschaft
und den Konzernabschluss; der Jahresabschluss ist damit festgestellt.
Für das Geschäftsjahr 2015 hat der Vorstand der GASAG Berliner Gaswerke Aktiengesellschaft nach den Vorschriften
des § 312 AktG einen Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen erstellt. Der Abschlussprüfer hat
diesen Bericht geprüft und mit folgendem Bestätigungsvermerk versehen:
„Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass
1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind,
2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war.“
Die Gesellschaft hat keine anderen Maßnahmen im Sinne des § 312 Abs. 1 AktG im Abhängigkeitsbericht aufgeführt.
Deshalb wurde auf eine Erläuterung von entsprechenden Sachverhalten in der Schlussbemerkung und im Bestätigungs­
vermerk verzichtet.
Nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfung erklärt der Aufsichtsrat, dass Einwendungen gegen den Bericht des Vorstands
über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen einschließlich der Erklärung am Schluss des Berichts nicht zu erheben sind.
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VOR WOR T     
BERICHT DES AUFSICHTSR ATS     L AGEBERICHT     ANHANG IF RS     BES TÄTIGUNGSVERMERK

GESELLSCHAFTERKREIS UND VORSTAND
Der Gesellschafterkreis der GASAG Berliner Gaswerke Aktiengesellschaft hat sich im Geschäftsjahr 2015 dahingehend
verändert, dass die E.ON Energy Sales GmbH, eine 100 %-ige Tochter der E.ON Global Commodities SE, an der wiederum
die E.ON Beteiligungen GmbH zu 100 % beteiligt ist, ihre 36,85 %-ige Beteiligung an der GASAG Berliner Gas­werke
Aktiengesellschaft mit Wirkung zum 30. September 2015, 24:00 Uhr, an die E.ON Beteiligungen GmbH veräußert hat.
Gesellschafter der GASAG Berliner Gaswerke Aktiengesellschaft sind nunmehr: E.ON Beteiligungen GmbH, Düsseldorf
mit einem Anteil von 36,85 % sowie Vattenfall GmbH, Berlin und GDF Suez Beteiligungs GmbH (im Januar 2016
umfirmiert auf ENGIE Beteiligungs GmbH), Berlin mit einem Anteil von jeweils 31,575 %.
Herr Stefan Grützmacher hat sein Amt als Mitglied des Vorstands und als Vorstandsvorsitzender mit Wirkung zum
Ablauf des 28. Februar 2015 niedergelegt. Als seine Nachfolgerin hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 30. Januar 2015
Frau Vera Gäde-Butzlaff mit Wirkung zum 1. März 2015 zum Mitglied des Vorstands und zur Vorsitzenden
des Vorstands bestellt. Frau Katja Gieseking hat ihr Amt als Mitglied des Vorstands mit Wirkung zum Ablauf des
31. Dezember 2015 niedergelegt.

BESETZUNG IM AUFSICHTSRAT
Herr Uwe Borck, Herr Ulrich Danco, Herr Thomas Foulon, Herr Dirk Hahn, Herr Michael Kamsteeg, Herr Dr. Frank May
und Herr Gert von der Groeben sind zum 26. Juni 2015 aus dem Aufsichtsrat der GASAG Berliner Gaswerke Aktiengesellschaft
ausgeschieden.
Mit Ablauf der Hauptversammlung am 26. Juni 2015 endete die Amtszeit des Aufsichtsrats. Durch diese Hauptversammlung
wurden folgende Personen neu in den Aufsichtsrat der GASAG Berliner Gaswerke Aktiengesellschaft gewählt: Herr
Dr. Lothar Kramm, Herr Stefan Dohler, Herr Georg Friedrichs, Herr Marian Goetz, Herr Gerhard Jochum, Herr Dr. Karl
Kauermann, Herr Thomas Kokegei, Herr Dr. Uwe Kolks, Herr Dr. Thomas König, Frau Anke Langner, Herr Erik von Scholz,
Herr Lutz Wegner und Herr Ewald Woste. Die Arbeitnehmer haben im Wege einer Wahl nach dem Drittelbeteiligungsgesetz
am 22. April 2015 folgende Mitglieder für die neue Amtszeit bestimmt: Herr Andreas Otte, Herr Ingo Breite, Herr Peter
Kamin, Frau Annette Krafscheck, Herr Thorsten Neumann, Herr Can Sekertekin, Frau Susanne Stumpenhusen und Herr
Andreas Tabor. Nach der Hauptversammlung am 26. Juni 2015 wurde eine konstituierende Sitzung des Aufsichtsrats
durchgeführt, in der Herr Dr. Lothar Kramm zum Aufsichtsratsvorsitzenden der GASAG Berliner Gaswerke Aktiengesellschaft
und Herr Andreas Otte zum stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt wurden. Herr Erik von Scholz legte sein
Aufsichtsratsmandat mit Wirkung zum Ablauf des 31. Dezember 2015 nieder. Die Besetzung des Aufsichtsrates
blieb darüber hinaus in 2015 unverändert. Frau Anke Langner legte ihr Aufsichtsratsmandat mit Wirkung zum Ablauf
des 29. Februar 2016 nieder. Herr Marian Goetz legte sein Mandat im Aufsichtsrat mit Wirkung zum Ablauf des
18. März 2016 nieder. In der außerordentlichen Hauptversammlung am 15. März 2016 wurden Herr Manfred Schmitz
und Herr Marcus Sohns neu in den Aufsichtsrat gewählt. Des Weiteren wurde in der außerordentlichen Haupt­
versammlung am 15. März 2016 Herr Norbert Speckmann mit Wirkung zum 19. März 2016 neu in den Aufsichtsrat
gewählt.
Der Aufsichtsrat spricht dem Vorstand, dem Betriebsrat und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der GASAG
Berliner Gaswerke Aktiengesellschaft und des Konzerns für die im Geschäftsjahr 2015 geleistete Arbeit Dank und
Anerkennung aus.
Berlin, im April 2016

Der Aufsichtsrat
Dr. Lothar Kramm, Vorsitzender

11

1	

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GRUNDL AGEN DES KONZERNS

14

1.1	Geschäftsmodell
1.2	 Strategien, Ziele und Maßnahmen
1.3	 Umwelt und Technologie

14
15
17

2	WIRTSCHAFTSBERICHT

18

2.1	Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene
­R ahmenbedingungen
2.2	Energiepolitische, rechtliche und wirtschaftliche
­R ahmenbedingungen
2.3	Geschäftsverlauf
2.4	Beteiligungsstruktur
2.5	 Rechtliche Sachverhalte

18
21
22
22

3	

23

ERTRAGS-, FINANZ- UND VERMÖGENSL AGE

18

3.1	Ertragslage
3.2	Finanzlage
3.3	Vermögenslage
3.4	 Finanzielle Leistungsindikatoren
3.5	 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

23
24
26
27
27

4	NACHTRAGSBERICHT

28

5	

28

CHANCEN- UND RISIKOBERICHT

6	PROGNOSEBERICHT

31

6.1	 Maßnahmen zur Umsetzung der Strategie
6.2	Personal
6.3	Investitionen
6.4	 Geschäftsfeld Vertrieb
6.5	 Geschäftsfeld Netze
6.6	 Geschäftsfeld Energiedienstleistungen
6.7	 Umsatz- und Ergebnisentwicklung

32
32
32
32
33
33
33

T
H
C
I
R
E
LAGEB ASAGDES G RNS
KONZE

13

G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2 0 15

L AGEBERICHT
DE S KO N Z E R N S DE R G A S AG BE R L I N E R G A S W E R K E
A K T I E N­GE S E L L S C H A F T, BE R L I N ,
F Ü R DA S GE S C H Ä F T S J A H R 2 0 15
Der Konzernabschluss der GASAG Berliner Gaswerke Aktiengesellschaft, Berlin (im Folgenden wird der GASAGKonzern als GASAG-Gruppe bezeichnet), wurde gemäß § 315a Absatz 3 HGB in Übereinstimmung mit den für die
Europäische Union gültigen International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellt; die GASAG-Gruppe ist
damit von der Erstellung des HGB-Konzernabschlusses befreit. Darüber hinausgehende gesetzlich erforderliche
Angaben nach HGB wurden berücksichtigt.

1 	 GRUNDLAGEN DES KONZERNS
1.1	GESCHÄFTSMODELL
Die GASAG-Gruppe ist ein führender Energiedienstleister in der Metropolregion Berlin-Brandenburg. Als Unternehmen mit einer 170-jährigen Tradition stehen wir insbesondere für eine verlässliche, günstige und klima­
schonende Energielieferung, für dezentrale Energieversorgung und innovative Energiedienstleistungen sowie
für die Erzeugung und Verteilung erneuerbarer Energien.
Die Geschäftstätigkeit der GASAG-Gruppe umfasst den Transport, die Verteilung und den Vertrieb von Erdgas,
Wärme, Strom und Wasser, den Betrieb von Speicheranlagen, die Erzeugung von Biogas und Strom, den Betrieb
von Anlagen zur dezentralen Energieversorgung sowie das Erbringen von Energiedienstleistungen. Weitere Tätigkeitsfelder sind die Verbrauchsabrechnung, Ablesedienstleistungen, das Messgerätemanagement sowie die
Errichtung, Unterhaltung und Instandsetzung energietechnischer Anlagen. Die Schwerpunkte unserer Geschäftstätigkeit umfassen den Transport sowie die Verteilung und den Vertrieb von Energie und Wärme und in zunehmendem Maße auch die Durchführung von Energiedienstleistungen.
Zu unserem Kundenkreis zählen private Haushalte, Gewerbe- und Industrieunternehmen, Wohnungswirtschaftsunternehmen, Krankenhäuser und kommunale Einrichtungen, Weiterverteiler und Nutzer von Gastransportdienstleistungen. Das Zentrum unserer Geschäftstätigkeit liegt in der Metropolregion Berlin-Brandenburg.
Unser unternehmerisches Handeln insgesamt und unsere Geschäftstätigkeiten im Einzelnen sind stark von externen
Faktoren beeinflusst, mit Auswirkungen auf unsere Ertragslage. Hierzu zählen vor allem regulatorische Vorgaben,
die Rahmenbedingungen für die Vergabe von Konzessionen und deren Nutzung sowie die im Zusammenhang mit
der Energiewende stehenden gesetzlichen Anforderungen. Ein weiterer wichtiger, die Ertragslage einzelner Unter­
nehmen der GASAG-Gruppe beeinflussender Faktor ist der Temperaturverlauf.
Die GASAG Berliner Gaswerke Aktiengesellschaft, Berlin, nachfolgend GASAG genannt, übernimmt in der
Funktion der Konzernleitung die Steuerung der Unternehmen der GASAG-Gruppe. Hierzu gehören die strategische
Ausrichtung und Weiterentwicklung, das Finanzmanagement, die Optimierung des Beschaffungsportfolios und
das Chancen- und Risikomanagement. Darüber hinaus erbringen Serviceeinheiten der GASAG im Rahmen von
Shared-Service-Funktionen kaufmännische und administrative Dienstleistungen für alle Konzernunternehmen.
Hierzu gehören insbesondere die Funktionen Rechnungswesen und Steuern, Cash Management, Energiehandel,
Einkauf von sonstigen Waren und Dienstleistungen, Personal-, Rechts- und Immobilienmanagement und
Marketing.
Zur Steuerung der GASAG-Gruppe werden die Unternehmen und Unternehmensbereiche den Geschäftsfeldern
Netze (N), Speicher (S), Vertrieb (V), Energiedienstleistungen (EDL), Erzeugung (E) und dem Service­
bereich zugeordnet.
14

VOR WOR T     
BERICHT DES AUFSICHTSR ATS     
L AGEBERICHT     ANHANG IF RS     BES TÄTIGUNGSVERMERK

Gesellschaft

im folgenden
genannt

N

S

V

EDL

E

Service

x

x

x

x

x

GASAG Berliner Gaswerke AG, Berlin

GASAG

x

EMB Energie Mark Brandenburg GmbH,
Potsdam

EMB

x

x

x

SpreeGas Gesellschaft für Gasversorgung
und Energiedienstleistung mbH, Cottbus

SpreeGas

x

x

x

Stadtwerke Forst GmbH, Forst (Lausitz)

Stadtwerke Forst

x
x

DSE Direkt-Service Energie GmbH, Berlin

DSE

NBB Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg
mbH & Co. KG, Berlin

NBB

x

Netzgesellschaft Forst (Lausitz)
mbH & Co. KG, Forst (Lausitz)

NFL

x

KKI – Kompetenzzentrum Kritische
Infrastrukturen GmbH, Berlin

KKI

x

infrest-Infrastruktur eStrasse GmbH, Berlin

infrest

x

Berliner Erdgasspeicher GmbH & Co. KG,
Berlin

BES

GASAG Bio-Erdgas Schwedt GmbH,
Schwedt / Oder

Bio-Erdgas Schwedt

x

Bio-Erdgas Neudorf GmbH, Groß Pankow

Bio-Erdgas Neudorf

x

GASAG Contracting GmbH, Berlin

GASAG
Contracting

BAS Abrechnungsservice GmbH & Co. KG,
Berlin

BAS

umetriq Metering Services GmbH, Berlin

umetriq

x

x
x
x

x

Die im Zusammenhang mit der Asset-Owner Funktion wahrzunehmenden Tätigkeiten der Eigentümer der
Energie­versorgungsnetze und des Berliner Erdgasspeichers sind dem Geschäftsfeld Netze beziehungsweise
Speicher zugeordnet.
Die GASAG und EMB sind im Bereich der dezentralen Energieversorgung und -erzeugung sowie mit Aktivitäten
in der Wärmewirtschaft einschließlich der damit verbundenen Infrastruktur- und Energiedienstleistungen tätig.
Die in diesem Zusammenhang wahrzunehmenden Tätigkeiten sind dem Geschäftsfeld Energiedienstleistungen
zugeordnet.
Die BAS übernimmt als Serviceeinheit und Abrechnungsdienstleister die Verbrauchsabrechnung, Ablesung,
Marktpartnerkommunikation, Kundenservice, Forderungsmanagement und Inkasso. Die umetriq übernimmt die
Erbringung von Messdienstleistungen sowie das Messgerätemanagement, den Betrieb intelligenter Messsysteme
und das Energiemanagement zur Steigerung der Energieeffizienz.

1.2	 STRATEGIEN, ZIELE UND MASSNAHMEN
In 2015 haben wir unsere strategische Ausrichtung, den Energiemanager für Berlin und Brandenburg und
darüber hinaus zu etablieren, überprüft. Dabei stand vor allem der Weg zur Umsetzung im Fokus. Das Ergebnis
zielt darauf ab, das Kerngeschäft der GASAG-Gruppe, bestehend in den Geschäftsfeldern Netze, Speicher und
Vertrieb, zu optimieren, die Erzeugung erneuerbarer Energien, soweit die bestehenden und künftigen Rahmen­
bedingungen es ermöglichen, auszuweiten und die Energiedienstleistungen im standardisierten Produkt- und
komplexeren Projektgeschäft auf- und auszubauen. Das Kerngeschäft bleibt dabei die Basis für die Zielerreichung
und für die Sicherung der Finanzierung von Innovationen und Neuentwicklungen in den Geschäftsfeldern. Mit
einer in 2016 weiter zu entwickelnden Digitalisierungsstrategie wollen wir uns den künftigen Herausforderungen
im Markt stellen, da wir davon ausgehen, dass innerhalb weniger Jahre branchenfremde Anbieter mit digitalen
Services die Strukturen des Marktes verändern und vertraute Geschäftsmodelle der gesamten Branche in Frage
stellen werden.
15

G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2 0 15

Die Ergebnisse aus Benchmarking-Aktivitäten in 2015 für die Service- und Governance-Prozesse sind in die Mittelfristplanung eingeflossen. Damit sind Kostensenkungs- und Effizienzziele gesetzt, die die Optimierung im Kern­
geschäft unterstützen werden.
In 2015 wurde der Kontinuierliche Verbesserungsprozess (KVP) als Instrument zur Optimierung von Prozessen
sowie Kosten- und Erlösstrukturen organisatorisch fest verankert. Ziel ist es, im Rahmen einer kooperativen
Zusammenarbeit die Prozesse unternehmensübergreifend und kontinuierlich zu verbessern.
Das Geschäftsfeld Netze umfasst die Netzbetriebe für das Gas- und Stromgeschäft. Der Erhalt und Ausbau des
Netzgeschäfts ist Bestandteil unserer Strategie. Die Rekommunalisierung stellt weiterhin eine wesentliche Komponente im Konzessionswettbewerb dar. Die kommunale Partizipation ist daher ein wichtiger Aspekt unserer Strategie.
Netzerweiterungen und Verdichtungsmaßnahmen stärken die Marktposition des Energieträgers Erdgas.
Wir haben die Konzession für die Gemeinde Mühlenbecker Land gewonnen und damit für uns erhalten können.
Im Jahr 2015 wurden in der Gemeinde Kloster Lehnin drei mit Flüssiggas versorgte Ortsteile an das Gasnetz
angeschlossen. Die EMB kann damit ihre Rolle als lokaler Partner für die Kommunen behaupten. Die Gasübernahme­
stationen in Waltersdorf und Ketzin / Havel wurden für eine sichere Versorgung in den Regionen erneuert.
Im Geschäftsfeld Vertrieb ist unsere Strategie auf die Stärkung unserer Wettbewerbsfähigkeit im Heimatmarkt
Berlin-Brandenburg sowie auf gezieltes überregionales Wachstum in ausgewählten Kundensegmenten
ausgerichtet.
Die Schwerpunkte unserer Maßnahmen lagen in 2015 in der weiteren Automatisierung und Standardisierung der
Vertriebs- und Kundenserviceprozesse sowie der Ausweitung der Aktivitäten des Kundenmanagements mit dem
Ziel, die Kundenbindung zu festigen und die Werthaltigkeit der Kundenbeziehung zu steigern. Mit der Ausweitung
von Stromprodukten in allen Kundensegmenten und der Implementierung eines differenzierten Vertriebskanalmixes wird die duale Vermarktung von Gas und Strom als zentraler Bestandteil der Vertriebsstrategie etabliert.
Im Geschäftsfeld Energiedienstleistungen wollen wir uns als Anbieter und Umsetzer von Lösungen im Standard- und im komplexen Projektgeschäft etablieren. In 2015 haben wir ausgehend von den Interessen unserer
Zielkundengruppen das Portfolio geschärft. Die Produkte und Leistungen teilen sich auf vier Produktcluster auf:
Energielösungen, Energiemanagementlösungen, Energiehandelslösungen und Mehrwertlösungen. Unter Energielösungen wird das bestehende Wärme-Contracting-Geschäft verstanden, das um weitere Medien sowie um
innovative Energievermarktungskonzepte (virtuelles Kraftwerk) ergänzt wird. Energiemanagementlösungen
umfassen die Aufnahme, Dokumentation und Auswertung vorhandener Energiedaten, mit dem Ziel,
Effizienz­potenziale aufzuzeigen und darauf aufbauende Energiekonzepte zu entwickeln. Mit dem Angebot
von Energiehandelslösungen öffnet die GASAG-Gruppe bestehende Handelskompetenzen für externe Kunden.
Mehrwertlösungen schließlich runden das Energiedienstleistungsportfolio ab. Hierbei handelt es sich um
die Subsumtion neuartiger Lösungen wie Smart Home oder auch E-Mobilität. Die Produkte und Lösungen
lassen sich kundenspezifisch kombinieren und werden aus einer Hand angeboten, um den Kunden möglichst
ganzheitlich zu bedienen.
Die Schwerpunkte in 2016 werden auf der Einführung neuer Produkte und dem fokussierten Vertrieb des gesamten
Portfolios über die Vertriebskanäle liegen. Wir wollen über Partnerschaften und Kooperationen die komplexen
Kundenbedürfnisse bedienen und so unseren Zugang zu Ressourcen, Kompetenzen, weiteren Kunden und Regionen
ausbauen. Gemeinsam können Innovationen gefördert und Kundenbedürfnisse im Markt bedient werden.
Einen Trend erkennen wir in der effizienten Versorgung von Quartieren über dezentrale Energielösungen. Ziel ist
die energetische Weiterentwicklung bei heterogenen Gebäudestrukturen und somit eines gesamten Quartiers.
Im Geschäftsfeld Erzeugung sind unsere strategischen Ziele auf die Optimierung der Biogaserzeugung in
unseren Bestandsanlagen gerichtet. Im Segment Windkraft wollen wir die sich aus den gesetzlichen Rahmen­
bedingungen ergebenden Chancen nutzen.
16

VOR WOR T     
BERICHT DES AUFSICHTSR ATS     
L AGEBERICHT     ANHANG IF RS     BES TÄTIGUNGSVERMERK

In 2015 wurden die begonnenen Investitionen für die Erweiterung der Biogas-Anlage Schwedt zur Erzeugung
von Biogas inklusive EEG-Verstromung in zwei Blockheizkraftwerken mit einer mittleren elektrischen Leistung von
2,1 Megawatt abgeschlossen und die volle Leistungsfähigkeit Mitte 2015 erreicht. Als Einstieg in das Segment
Windkraft planen wir den Kauf eines schlüsselfertig errichteten Windparks in Brandenburg. Die Übernahme und
Inbetriebnahme des Windparks wird im 1. Halbjahr 2016 erwartet.

1.3	 UMWELT UND TECHNOLOGIE
Auch in diesem Jahr konnte die GASAG-Gruppe auf Basis des Energieträgers Erdgas und mit den erneuerbaren
Energiequellen Biogas und Photovoltaik sowie verschiedener Effizienztechnologien ihren Beitrag zum Erreichen
der Klimaschutzziele leisten.
Mit der 4. Klimaschutzvereinbarung für den Zeitraum 2011 bis 2020 unterstützt die GASAG aktiv die Energieund Klimapolitik des Berliner Senats. Ziel der Klimaschutzvereinbarungen zwischen der GASAG und dem Land
Berlin ist die Reduktion von zwei Millionen Tonnen CO2 bis 2020. Durch die in den Klimaschutzvereinbarungen
mit dem Land Berlin festgelegten GASAG-Maßnahmen konnte seit 1998 eine Gesamteinsparung von rund
1,32 Millionen Tonnen CO2 realisiert werden.
1.3.1	BIO-ERDGAS
Insgesamt haben Kunden von uns rund 240,0 Millionen Kilowattstunden Bio-Erdgas (Vj. 243,1 Millionen Kilowattstunden) bezogen. Dies waren vor allem Kommunen, Privatkunden und Betreiber von Blockheizkraftwerken.
Die Biogas-Anlagen in Schwedt und in Groß Pankow speisten 122,9 Millionen Kilowattstunden (Vj. 124,7 Millionen
Kilowattstunden) in das Erdgasnetz ein.
Die durch Blockheizkraftwerke in Schwedt erzeugte Wärme wird als Hoch- und Niedertemperaturwärme in der
Biogas-Anlage vor Ort genutzt.
1.3.2	PHOTOVOLTAIK
Aufgrund ausgezeichneter Sonneneinstrahlung und stabiler Funktionalität ermöglichte die in Berlin-Mariendorf
betriebene Photovoltaik-Anlage eine Stromproduktion von 2,0 Millionen Kilowattstunden (Vj. 1,9 Millionen Kilowatt­
stunden), die in das Stromnetz eingespeist wurden.
1.3.3	 ERDGAS-MOBILITÄT UND FUHRPARKMANAGEMENT
Berlin und Brandenburg verfügen Ende 2015 über 75 öffentliche Erdgastankstellen. Damit besteht ein umfang­
reiches Betankungs-Angebot mit dem umweltschonenden Kraftstoff Erdgas. 21 dieser Standorte werden von der
GASAG-Gruppe in Kooperation mit Mineralölunternehmen betrieben. An den 21 Erdgastankstellen konnten in
2015 insgesamt 40,6 Millionen Kilowattstunden verkauft werden.
Im Rahmen des Ökologischen Fuhrparkmanagements hat die GASAG bereits seit 2011 die Nutzung von Dienstfahrzeugen und Geschäftswagen in die Klimaschutzaktivitäten der GASAG-Gruppe integriert. Die in 2015 neu
angeschafften Fahrzeuge emittierten im Durchschnitt 121 Gramm CO2 je Kilometer, dies liegt 7 % unterhalb des
GASAG-Richtwertes von 130 Gramm CO2 je Kilometer. Mit dieser Regelung verbessert die GASAG ihre CO2 -Bilanz
und spart rund 10 % Kraftstoffkosten.
1.3.4	 ERDGASPLUS-TECHNOLOGIEN UND GASAG-UMWELTPRÄMIE
Ungünstige Rahmenbedingungen infolge niedriger Ölpreise haben die Vermarktung der Umstellung von Öl- auf
Erdgasheizungen in 2015 erschwert.
Wie in Vorjahren entschieden sich auch in 2015 unsere Kunden insbesondere für die Brennwerttechnologie mit
und ohne solare Zusatzheizung. Ebenso fanden die Kraft-Wärme-Kopplung, Gaswärmepumpen sowie Bio-Erdgas-­
Angebote – insbesondere in Hinblick auf die Anforderungen der Energieeinsparverordnung – im Markt Interesse.
Die GASAG unterstützt diesen positiven Trend durch ein umfangreiches Beratungsangebot in ihrem Kunden­
zentrum sowie durch das Förderprogramm Umweltprämie.
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G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2 0 15

1.3.5	 GASAG ECOPOOL (VIRTUELLES KRAFTWERK)
Mit der Plattform GASAG EcoPool bietet die GASAG einen wichtigen Baustein zur ganzheitlichen Energieversorgung ihrer gewerblichen Kunden an. Die Angebotspalette reicht von klassischen Vermarktungsdienstleistungen
an den Stromgroßhandelsmärkten (Regelleistung, Spot, Termin) über die Residualstromlieferung bis zu maßgeschneiderten Beratungsdienstleistungen rund um die dezentrale Stromerzeugung. Wir vernetzen Blockheizkraftwerke, Biogas-Anlagen oder Photovoltaik-Anlagen zu einem virtuellen Kraftwerk. Die Bündelung der dezentralen
Minikraftwerke eröffnet neue Perspektiven der Wertschöpfung und Optimierung – für unsere Kunden und für
die Unternehmen der GASAG-Gruppe.

2	WIRTSCHAFTSBERICHT
2.1	 GESAMTWIRTSCHAFTLICHE UND BRANCHENBEZOGENE RAHMENBEDINGUNGEN
Nach einem eher wachstumsschwachen Start in das Jahr 2015 hat sich die konjunkturelle Lage in Deutschland zur
Jahresmitte stabilisiert. Der Aufschwung setzte sich auch in diesem Jahr fort. Das preisbereinigte Bruttoinlands­
produkt (BIP) ist laut Institut für Wirtschaftsforschung (ifo) und dem Statistischen Bundesamt in 2015 um 1,7 %
gewachsen. Die deutsche Wirtschaft konnte sich weiterhin in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld behaupten
und profitiert besonders von einem starken Konsum. Für 2016 wird eine positive Entwicklung mit einer Wachstumsrate von 1,9 % erwartet.
Mit 2,2 % im Jahr 2015 liegt das Wirtschaftswachstum für Berlin nach Aussage der Investitionsbank Berlin (IBB)
höher als im Vorjahr (1,8 %). Wie in den vergangenen Jahren liegt Berlin wegen des hohen Dienstleistungsanteils
an der Wirtschaft und dem stark wachsenden Bauhauptgewerbe über dem Bundesdurchschnitt. Für das Jahr
2016 wird von einer optimistischen Entwicklung der Berliner Konjunktur ausgegangen und eine Steigerung von
2,0 % erwartet, die vor allem durch Impulse aus dem Dienstleistungsbereich und dem Tourismus angeregt wird.
Für die Region Berlin-Brandenburg zeigt die im Herbst 2015 durchgeführte Konjunkturumfrage der Industrie- und
Handelskammer (IHK) einen Geschäftsklimaindex (GKI) von 127,9 Punkten gegenüber 125,1 Punkten zu Jahres­
beginn 2015. Damit erreicht der GKI den höchsten Wert der letzten 10 Jahre. In Brandenburg entwickelte sich der
Auftragseingang im Bauhauptgewerbe positiv und die Umsätze stiegen in den ersten drei Quartalen in 2015 im
Vergleich zum Vorjahreszeitraum um ca. 1,1 %. Das Investitionsvolumen in die gewerbliche Wirtschaft und in die
Infrastruktur erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um annähernd 0,5 %.
Der Energieträger Erdgas verzeichnet nach Mitteilung der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen e. V. (AGEB) in
2015 einen Anstieg im Primärenergieverbrauch um 5,0 % gegenüber 2014. Der Grund für diese Entwicklung liegt
vor allem in der kühleren Witterung im Vergleich zum Vorjahr. Der Anteil des Erdgases am Primärenergieverbrauch
in Deutschland stieg um 1,3 % auf rund 21,0 %.
Die Energiewende bringt für den Wärmemarkt neue Impulse. Nach Veröffentlichung der AGEB stieg auch in 2015
der Anteil von Erdgasheizungen im Neubau deutschlandweit an. In den ersten drei Quartalen lag der Anteil bei
durchschnittlich 50,6 % im Gegensatz zu einem Anteil von 49,8 % im Jahr 2014.
Die deutschen Importpreise für Erdgas sanken nach Aussage des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) im Verlauf des Jahres 2015 von 23,02 Euro / Megawattstunde auf 18,57 Euro / Megawattstunde.
Die GASPOOL-Tagesreferenzpreise sind ebenfalls von durchschnittlich 20,27 Euro / Megawattstunde auf 15,84 Euro / 
Megawattstunde gesunken.

2.2	ENERGIEPOLITISCHE, RECHTLICHE UND WIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN
Das Jahr 2015 war durch vielfältige energiepolitische Aktivitäten auf EU-, Bundes- und Landesebene gekennzeichnet.
In Vorbereitung auf die UN-Klimakonferenz in Paris Ende des Jahres war der Klimaschutz, neben der Weiterentwicklung eines integrierten Energiebinnenmarktes, das bestimmende Thema der europäischen Energiepolitik im
Jahr 2015.

18

VOR WOR T     
BERICHT DES AUFSICHTSR ATS     
L AGEBERICHT     ANHANG IF RS     BES TÄTIGUNGSVERMERK

Folgende energiepolitische Aktivitäten haben hohe Relevanz für die GASAG-Gruppe:
2.2.1	 EUROPÄISCHE GESETZGEBUNG
Geschäftsfeld Speicher
EU-Konsultation zu Flüssigerdgas und Gasspeichern
Im Rahmen eines Mitte des Jahres 2015 initiierten Konsultationsprozesses ließ die EU prüfen, inwieweit innerhalb
Europas ein besserer Zugang zu Flüssigerdgas (liquified natural gas = LNG) erreicht werden kann und ob weitere
Maßnahmen zum optimalen Einsatz von Gasspeichern zur Verbesserung der Versorgungssicherheit erforderlich
sind. Aufbauend auf den Ergebnissen soll in 2016 entschieden werden, ob Anpassungen der regulatorischen
Rahmenbedingungen notwendig sind.
Geschäftsfeld Energiedienstleistungen und Erzeugung
EU-Energieunion und EU-Klimaschutzpolitik
Die Europäische Union (EU) hat 2015 verbindliche Klimaschutzziele bis zum Jahr 2030 vorgelegt. In diesem Zusammenhang hat sich der europäische Rat auf Eckpfeiler einer Governance-Struktur für die Energieunion geeinigt.
Danach ist jedes Mitgliedsland bis 2019 aufgefordert, einen Energie- und Klimaplan für den Zeitraum von 2021
bis 2030 zu entwickeln und darzulegen, welche Maßnahmen zum Ausbau der erneuerbaren Energien, zur Reduktion
von Treibhausgasen und zur Erhöhung der Energieeffizienz sinnvoll und umsetzbar sind. Der Wärmemarkt soll
künftig eine wesentliche Rolle spielen. Maßnahmen zur CO2-Reduktion werden verstärkt auch im Nicht-Emissions­
handelssektor durchgeführt, so dass die energetische Sanierung von Gebäuden eine zentrale Funktion im Rahmen
der Energieeffizienz einnehmen wird.

Weitere Ziele der Energieunion sind die Gewährleistung der Versorgungssicherheit sowie eine verbesserte Integration
des Binnenmarktes für Strom und Gas durch den Ausbau der grenzüberschreitenden Netzinfrastruktur.
2.2.2	 NATIONALE GESETZGEBUNG
Geschäftsfeld Netze
Anreizregulierungsverordnung und Digitalisierungsgesetz
Im Zuge der angestrebten Novelle der Anreizregulierung hat das Bundesministerium für Wirtschaft (im Folgenden:
BMWi) im März 2015 ein Eckpunktepapier mit dem Ziel veröffentlicht, die Rahmenbedingungen für Strom- und
Gasverteilnetzbetreiber investitionsfreundlicher auszugestalten. Kritik gibt es hierzu von Seiten der Energiewirtschaft,
die besonders die zu hohen Effizienzanforderungen und die angekündigte Reduzierung der Eigenkapitalverzinsung
moniert, womit Investitionen in den Aus- und Umbau sowie in den Ersatz von Verteilnetzen eher erschwert als
erleichtert würden.

Im Dezember hat das Bundeskabinett dem Entwurf für ein Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende zugestimmt.
Durch das Gesetz soll insbesondere der Roll-out smarter Mess- und Steuerungstechnik für den Strom- und
Gassektor geregelt werden.
Geschäftsfeld Speicher
Absicherung der Erdgasversorgung
Auf Antrag des Landes Bayern hat der Bundesrat 2014 die Bundesregierung mit der Klärung der Frage beauftragt,
ob zur Absicherung der Versorgungssicherheit eine nationale Gasreserve erforderlich ist. Das BMWi kommt,
basierend auf einer von ihm beauftragten Studie in 2015, zu dem Schluss, dass dafür keine akute Notwendigkeit
bestehe. Stattdessen plant das Ministerium eine Stärkung der Gasversorgungssicherheit durch die Ausweitung
des Kontrahierungsvolumens langfristiger Regelenergie-Produkte.

19

G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2 0 15

Geschäftsfeld Energiedienstleistungen
Nationaler Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE)
Nach der Weiterentwicklung des Strommarktdesigns wird künftig der Wärmemarkt stärker in den Fokus der
Klimaschutzpolitik rücken. Vorgesehen ist hierbei unter anderem die Entwicklung einer Strategie, mit der durch
eine Kombination aus Energieeinsparung und Einsatz erneuerbarer Energien das Ziel des klimaneutralen Gebäude-­
bestandes bis 2050 erreicht werden soll. Eckpunkte dieser Gebäudestrategie sind zum Beispiel die Erstellung
gebäudeindividueller Sanierungsfahrpläne oder die Aufstockung des CO2-Gebäudesanierungsprogramms in 2016
(KfW-Förderprogramme).
Geschäftsfeld Erzeugung
Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG)
Der Bundestag hat Ende des Jahres 2015 die Neuregelung des KWKG beschlossen. Bis zum Jahr 2020 soll demnach
die KWK auf 110 Terrawattstunden und bis 2025 auf 120 Terrawattstunden ausgebaut werden. Dies entspricht
einem erwarteten Anteil an der Nettostromerzeugung bis 2020 von 19,0 %. Die finanzielle Förderung der KWK
wird bis 2022 verlängert und von 750 Millionen Euro auf 1,5 Milliarden Euro pro Jahr verdoppelt.
Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)
Ende des Jahres wurden vom BMWi aktualisierte Eckpunkte zur Anpassung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes
veröffentlicht. Mit der Novelle soll die Förderung der erneuerbaren Energien bis 2017 auf ein Ausschreibungssystem
umgestellt werden. Laut Eckpunktepapier soll der Teilnehmerkreis im Ausschreibungsverfahren zunächst auf Windund Photovoltaik-Anlagenbetreiber beschränkt werden.
Gesetz zur Weiterentwicklung des Strommarktes (Strommarktgesetz)
Mit der Verabschiedung des Strommarktgesetzes Ende 2015 wurde eine länger geführte Debatte über die richtige
Ausgestaltung des Marktdesigns, zur Erreichung der nationalen Klimaschutzziele und für eine sichere Stromversorgung vorerst abgeschlossen. Kernelement des Strommarktgesetzes ist der Grundsatz der freien Preisbildung
auf dem Strommarkt, der flankiert und abgesichert werden soll durch eine Kapazitätsreserve, die außerhalb des
Marktes eingerichtet wird und nicht vorhersehbare und außergewöhnliche Extremsituationen am Markt abfangen
soll. Das neue Strommarktgesetz soll ab Frühjahr 2016 in Kraft treten.

2.2.3	 BERLINER GESETZGEBUNG
Nachdem mit dem Entwurf für ein Berliner Energiewendegesetz das Ziel formal festgelegt wurde, Berlin bis 2050
klimaneutral zu stellen, wurden im Dezember 2015 die Ergebnisse des vom Senat für Stadtentwicklung und
Umwelt initiierten Berliner Energie- und Klimaschutzprogramms (BEK) vorgestellt. Darin wurden Empfehlungen
aufgezeigt, wie Berlin seine Ziele erreichen kann.
Die Enquête-Kommission des Abgeordnetenhauses Neue Energie für Berlin hat parallel dazu ebenfalls eine
Vielzahl an Maßnahmenempfehlungen auf dem Weg zur klimaneutralen Stadt entwickelt und Mitte November
präsentiert.
Aus beiden Aktivitäten werden sich für die GASAG als langjährigem Klimaschutzpartner des Landes wichtige
Anknüpfungspunkte, beispielsweise bei der Umsetzung der Entwicklung von Quartierskonzepten mit Einsatz von
dezentralen KWK-Systemen oder bei der Unterstützung von Beratungs- und Informationskampagnen zur Erhöhung
der Modernisierungsraten von Bestandsimmobilien, ergeben.

20

VOR WOR T     
BERICHT DES AUFSICHTSR ATS     
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2.3	GESCHÄFTSVERL AUF
2.3.1	 GESCHÄFTSFELD NETZE
Gastransport
Die Transportmengen im Gasnetz haben sich gegenüber dem Vorjahr vor allem witterungsbedingt um 5,3 % auf
36.765,9 Millionen Kilowattstunden erhöht.
Stromtransport
Die Transportmengen im Stromnetz Forst haben sich gegenüber dem Vorjahr um 3,7 % auf 51,5 Millionen Kilowatt­
stunden erhöht.

2.3.2	 GESCHÄFTSFELD VERTRIEB
Gasabsatz
Der Temperaturverlauf in den Absatzgebieten Berlin und Brandenburg lag im Geschäftsjahr 2015 deutlich über
dem Niveau des Normaljahres.
Gegenüber dem Vorjahreswert von 11,0 Grad Celsius war die Jahresmitteltemperatur 2015 mit 10,7 Grad Celsius
für Berlin um 0,3 Grad Celsius niedriger. Damit einhergehend erhöhten sich die Heizgradwerte im Vergleich zum
Vorjahr um 4,7 %. Für Brandenburg lagen die Jahresmitteltemperatur und die Heizgradwerte auf einem ähnlichen
Niveau.
Dennoch lag der Gasabsatz des Konzerns mit 18.685,7 Millionen Kilowattstunden um 8,3 % unter dem Absatz
des Vorjahres. Die Verringerung ist im Wesentlichen auf Kundenabgänge im Großkundensegment im Fremdmarkt
zurückzuführen.
Stromabsatz
Im Geschäftsjahr 2015 erhöhte sich der Stromabsatz deutlich gegenüber dem Vorjahr von 269,5 Millionen Kilowatt­
stunden auf 332,8 Millionen Kilowattstunden. Der Anstieg ist vor allem auf Kundengewinne in Berlin zurückzuführen.

2.3.3	 GESCHÄFTSFELD ENERGIEDIENSTLEISTUNGEN
Wärmeabsatz
Der für die GASAG-Gruppe erzielte Wärmeabsatz erhöhte sich vor allem witterungsbedingt in 2015 um
26,7 Millionen Kilowattstunden auf 423,8 Millionen Kilowattstunden.
Strom-Produktion aus Contracting-Anlagen
Die im Konzern erzeugte Strommenge aus Contracting-Anlagen erhöhte sich von 63,4 Millionen Kilowattstunden
im Vorjahr auf 65,7 Millionen Kilowattstunden.

2.3.4	 GESCHÄFTSFELD ERZEUGUNG
Biogas- und Bio-Erdgas-Erzeugung
Die im Geschäftsjahr erzeugte Menge Biogas erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr von 129,9 Millionen Kilowattstunden auf 167,4 Millionen Kilowattstunden.
Bei der Bio-Erdgas Schwedt erhöhte sich die produzierte Menge gegenüber dem Vorjahr durch den erstmals
ganzjährigen Betrieb einer weiteren Anlage in 2015 auf 107,0 Millionen Kilowattstunden (Vj. 68,4 Millionen Kilowatt­
stunden). Die Bio-Erdgas Neudorf erzeugte 60,4 Millionen Kilowattstunden (Vj. 61,6 Millionen Kilowattstunden)
Bio-Erdgas.

21

G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2 0 15

2.4	BETEILIGUNGSSTRUKTUR
Unsere Beteiligungsstruktur blieb im vergangenen Jahr im Wesentlichen unverändert.
Mit dem Anteilskauf- und Abtretungsvertrag vom 10. Dezember 2015 verkaufte die EMB 23,9 % der Anteile an
der Gasversorgung Zehdenick GmbH, Zehdenick, mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Januar 2015 an die
Stadtwerke Zehdenick GmbH, Zehdenick. Die Wirksamkeit des Vertrags war zum Bilanzstichtag aufschiebend
bedingt durch die noch ausstehende Eintragung einer im Zusammenhang mit dem Anteilsverkauf erfolgten
Kapitalerhöhung in das Handelsregister. Der Anteilsverkauf ist am 10. Februar 2016 wirksam vollzogen worden.
Die Kommanditanteile an der Windparkprojektgesellschaft Windpark Dahme-Wahlsdorf 2 GmbH & Co. KG zum
Betrieb des schlüsselfertig errichteten Windparks Wahlsdorf wird die GASAG voraussichtlich im 1. Halbjahr 2016
erwerben. Komplementärin dieser Projektgesellschaft wird eine von der GASAG neu zu gründende GmbH.

2.5	 RECHTLICHE SACHVERHALTE
2.5.1	 KONZESSIONSVERFAHREN BERLIN
Bei der Neuvergabe des Wegenutzungsrechts für das Gasversorgungsnetz der allgemeinen Versorgung im Land
Berlin (Gaskonzession) hatte die Senatsverwaltung für Finanzen (SenFin) als verfahrensleitende Stelle des Landes
Berlin Anfang Juni 2014 mitgeteilt, dass der Landesbetrieb Berlin Energie das beste Angebot abgegeben habe.
Auf die Klage von GASAG und NBB verurteilte das Landgericht Berlin das Land Berlin am 9. Dezember 2014, den
Abschluss eines Gaskonzessionsvertrags mit dem Landesbetrieb Berlin Energie oder einem durch Umwandlung
des Landesbetriebs Berlin Energie hervorgegangenen Unternehmens zu unterlassen. Eine Entscheidung über die
Beschlussvorlage an das Berliner Abgeordnetenhauses zur Erteilung der Gaskonzession an den Landesbetrieb
Berlin Energie erfolgte nicht. Das Landgericht begründete sein Urteil mit der fehlenden Bieterpersönlichkeit und
Eignung des Landesbetriebs Berlin Energie sowie mit Verfahrens- und Auswertungsfehlern. Dem Klageantrag auf
Abschluss eines Konzessionsvertrags mit GASAG / NBB (Hauptantrag) hat das Landgericht nicht stattgegeben.
GASAG und NBB haben daher, genauso wie das Land Berlin, gegen das Urteil des Landgerichts Berufung beim
Kammergericht eingelegt. Eine Entscheidung in der Hauptsache hat das Kammergericht im Jahr 2015 noch nicht
getroffen, es hat jedoch im August 2015 den Antrag auf Nebenintervention des Landesbetriebs Berlin Energie
mangels Parteifähigkeit zurückgewiesen. Über die Rechtsbeschwerden der Senatsverwaltung für Finanzen und
des Landesbetriebs Berlin Energie gegen die Zurückweisung hat der Bundesgerichtshof noch nicht entschieden.
Nachdem das Bundeskartellamt zunächst selbst ein förmliches Überprüfungsverfahren gegen das Land Berlin
eingeleitet hatte, betreibt es nach dem erstinstanzlichen Prozesserfolg von GASAG und NBB das Verfahren vorerst
nicht weiter, sondern beteiligt sich am kammergerichtlichen Verfahren.
GASAG und das Land Berlin haben sich im Herbst 2015 erneut auf eine bis zum 31. Dezember 2016 befristete
Interimsvereinbarung zur Wegenutzung zu den Bedingungen des zum Ende des Jahres 2013 abgelaufenen
Konzessionsvertrags verständigt. Zugleich haben die GASAG und die NBB gegenüber dem Land Berlin erklärt,
dass sie ihre Angebote im Bieterverfahren unverändert aufrechterhalten und haben die Bindefrist ihrer Angebote
bis zum 31. Dezember 2016 verlängert.
2.5.2	 FESTLEGUNG EINER ZIELGRÖSSE ZUR ERHÖHUNG DES FRAUENANTEILS
Im Rahmen des Gesetzes für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen
in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst hat der Aufsichtsrat der GASAG für sich und den Vorstand
Zielquoten im Juni 2015 festgelegt. Der Vorstand der GASAG hat für die beiden Führungsebenen unterhalb des
Vorstandes ebenfalls Zielgrößen definiert.
Als Stichtage für das Erreichen der Zielgrößen wurden der 30. Juni 2017 und der 30. Juni 2022 für alle Ebenen
festgelegt.

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An den Stichtagen 30. Juni 2017 und 30. Juni 2022 sollen folgende Zielgrößen des Frauenanteils auf den Ebenen
erreicht sein:

in %

30.06.2017

30.06.2022

Aufsichtsrat

> 14

> 30

Vorstand

> 30

> 30

Erste Führungsebene unterhalb des Vorstandes

> 10

> 25

Zweite Führungsebene unterhalb des Vorstandes

> 20

> 30

Die Frauenquote beträgt bis zum Ausscheiden eines Vorstandsmitglieds zum 31. Dezember 2015 im Vorstand
66,7 %, aktuell 50 %, im Aufsichtsrat 14,3 %, auf der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstandes 13,3 %
und auf der zweiten Ebene 20,0 %.

3	 ERTRAGS-, FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE
3.1	ERTRAGSL AGE
Die Umsatzerlöse sind gegenüber dem Vorjahr um 43,4 Millionen Euro auf 1.055,4 Millionen Euro gesunken.
Auf Erdgas-, Strom- und Wärmelieferungen entfällt dabei mit 907,8 Millionen Euro (Vj. 964,5 Millionen Euro) ein
Anteil von 86,0 % (Vj. 87,8 %). Die Verringerung der Umsatzerlöse ist im Wesentlichen auf rückläufige Erdgas­
absatzmengen im Fremdmarkt zurückzuführen. Die Umsatzerlöse aus Netznutzungsentgelten erhöhten sich um
13,2 Millionen Euro auf 126,5 Millionen Euro (11,7 %) im Wesentlichen aufgrund gestiegener Mengen im
Gastransport.
Die sonstigen betrieblichen Erträge einschließlich der Bestandsveränderungen haben sich insgesamt um
42,8 Millionen Euro auf 98,4 Millionen Euro (76,9 %) im Vergleich zum Vorjahr aufgrund von Auflösungen von
Rückstellungen erhöht. Im Geschäftsjahr 2015 hat der VBL-Verwaltungsrat beschlossen, die für die Jahre 2013
bis 2015 gezahlten Sanierungsgelder zurück zu gewähren und den Sanierungsgeldsatz für den kommenden
Deckungsabschnitt vom 1. Januar 2016 bis zum 31. Dezember 2022 reduziert.
Der Materialaufwand verringerte sich um 48,7 Millionen Euro auf 728,3 Millionen Euro (–6,3 %). Der Rückgang
im Materialaufwand resultiert im Wesentlichen aus geringeren Bezugsmengen und den spezifisch niedrigeren
Gasbezugspreisen. Gegenläufig wirken saldierte Aufwendungen und Erträge aus Energiehandelsgeschäften und
Commodity Derivaten ohne Hedge-Beziehung. Die Relation des Materialaufwandes zu den Umsatzerlösen sank
auf 69,0 % (Vj. 70,7 %).
Der Personalaufwand stieg gegenüber dem Vorjahr um 7,2 Millionen Euro auf 106,0 Millionen Euro (7,3 %).
Die Erhöhung resultiert im Wesentlichen aus Tarifsteigerungen, Zuführungen zur Rückstellung für Restrukturierungs­
maßnahmen einer Serviceeinheit sowie zeitlich begrenztem Mehraufwand im Geschäftsfeld Netze aufgrund
regulatorischer Rahmenbedingungen.
Die durchschnittliche Mitarbeiteranzahl (ohne Mitarbeiter in der passiven Phase der Altersteilzeit) liegt bei
1.480 Mitarbeitern (Vj. 1.478 Mitarbeiter).
Die Abschreibungen erhöhten sich um 7,1 Millionen Euro auf 87,2 Millionen Euro (8,9 %). Davon entfallen auf
den Berliner Erdgasspeicher außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 11,6 Millionen Euro. Im Vorjahr wurde
keine außerplanmäßige Abschreibung vorgenommen.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen um 15,7 Millionen Euro auf 119,0 Millionen Euro
(15,2 %). Die Erhöhung ist im Wesentlichen auf die Bildung von Rückstellungen im Zusammenhang mit Rechtsstreitigkeiten zurückzuführen.
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G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2 0 15

Das Betriebsergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) liegt mit 113,3 Millionen Euro im Wesentlichen
aufgrund stark gestiegener sonstiger betrieblicher Erträge um 18,1 Millionen Euro über dem Wert des Vorjahres
(95,2 Millionen Euro).
Der Saldo aus Finanzierungsaufwendungen und Sonstigem Finanzergebnis verbesserte sich von
−44,6 Millionen Euro im Vorjahr auf –34,8 Millionen Euro. Im Vorjahr waren Aufzinsungen von Rückstellungen
in Höhe von 10,6 Millionen Euro gegenüber 1,6 Millionen Euro im laufenden Geschäftsjahr enthalten.
Das Beteiligungsergebnis sank im Geschäftsjahr 2015 auf 1,0 Millionen Euro (Vj. 1,5 Millionen Euro).
Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 15,3 Millionen Euro
auf 35,2 Millionen Euro. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf erhöhte Steuersätze und Steuersatzänderungen im
Zusammenhang mit Veränderungen von Gewerbesteuerzerlegungen sowie auf Ergebnisse aus Betriebsprüfungen
zurückzuführen.
Damit ergibt sich für 2015 ein gestiegener Jahresüberschuss von 44,4 Millionen Euro gegenüber einem
Jahresüberschuss von 32,3 Millionen Euro in 2014.
Im Betriebsergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) ist ein neutrales Ergebnis in Höhe von
24,9 Millionen Euro (Vj. 11,0 Millionen Euro) enthalten, im Wesentlichen bedingt durch die Teilauflösung von
Rückstellungen im Zusammenhang mit dem VBL Sanierungsgeld.

3.2	FINANZL AGE
3.2.1	KAPITALSTRUKTUR
Der Finanzierungsbedarf der GASAG-Gruppe wird aus dem operativen Cashflow, durch Inanspruchnahme kurzund langfristiger Bankkredite sowie Schuldscheindarlehen und Leasingverträge gedeckt. Dabei orientieren sich
Art und Umfang der Finanzierung an den geplanten Investitionen und am operativen Geschäft des Konzerns.
Die Kreditlinien unseres Konzerns werden von insgesamt 8 Banken, teilweise ohne Laufzeitbegrenzung, bereit­
gestellt. Die in den kurz- und langfristigen finanziellen Schulden enthaltenen Finanzierungen des Konzerns sind
auf 55 Banken und sonstige Finanzpartner diversifiziert.
Der Termin für den Ablauf der Brückenfinanzierung zur teilweisen Finanzierung des Berliner Netzes wurde im
Berichtsjahr mit Zustimmung aller beteiligten Banken vom 30. Dezember 2015 auf den 30. Dezember 2022
angepasst. Weiterhin ist der Übergang in eine langfristige Endfinanzierung vereinbart, wenn die Konzession
bestandskräftig an die GASAG oder an eine Tochtergesellschaft der GASAG vergeben wird. Somit ist die lang­
fristige Finanzierung des Berliner Netzes abgesichert.
3.2.2	LIQUIDITÄT
Zur Ermittlung des Liquiditätsbedarfs nutzt die GASAG-Gruppe rollierende 12-Monats-Liquiditätsplanungen.
Hierbei wird für die Liquiditätsplanung ein konzernweit einheitliches System eingesetzt, das die Durchführung
des Liquiditätsmanagements unterstützt und das Monitoring der Liquiditäts­entwicklung im Konzern sicherstellt.
Die Konzerngesellschaften waren jederzeit in der Lage, ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen.

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3.2.3	KAPITALFLUSSRECHNUNG
in Mio. €

2015

2014

Periodenergebnis vor Ertragsteuern

79,6

52,2

Gezahlte Ertragsteuern

−28,3

−20,3

Veränderung Working Capital

−24,4

82,3

Veränderung Übrige Posten
Cashflow aus Geschäftstätigkeit
Cashflow aus Investitionstätigkeit
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
Finanzmittelfonds am Ende der Periode

73,7

79,7

100,6

193,9

−81,3

−56,7

−108,0

−143,2

81,5

170,2

Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit der GASAG-Gruppe reduzierte sich auf 100,6 Millionen Euro
(Vj. 193,9 Millionen Euro).
Die Veränderung des Working Capital resultiert im Wesentlichen aus dem geringeren Abbau von Forderungen
um −50,5 Millionen Euro und aus der höheren Abnahme der Verbindlichkeiten um −50,1 Millionen Euro.
Im Cashflow aus Investitionstätigkeit in Höhe von −81,3 Millionen Euro (Vj. −56,7 Millionen Euro) sind
maßgeblich Auszahlungen für Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen in Gasverteilungsanlagen enthalten.
Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von −108,0 Millionen Euro (Vj. −143,2 Millionen Euro)
zeigt vorwiegend die Auszahlungen für die Ausschüttung der GASAG in Höhe von –30,9 Millionen Euro
(Vj. −57,4 Millionen Euro) sowie für Darlehenstilgungen in Höhe von −63,2 Millionen Euro (Vj. −74,7 Millionen Euro).
Der Finanzmittelfonds setzt sich zusammen aus Guthaben bei Kreditinstituten, Kassenbeständen und Geldanlagen.
3.2.4	NETTOFINANZPOSITION
Die Nettofinanzposition ergibt sich aus dem Bestand an flüssigen Mitteln, vermindert um die finanziellen Schulden.

in Mio. €

2014

Liquide Mittel

81,6

168,7

Zwischensumme Kurzfristige Finanzmittel

81,6

168,7

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

−590,5

−651,1

davon mit einer Restlaufzeit bis zu 1 Jahr

−65,8

−279,0 1

davon mit einer Restlaufzeit 1 bis 5 Jahre

−304,0

−168,7

davon mit einer Restlaufzeit größer 5 Jahre

−220,7

−203,4

−38,2

−44,8

davon mit einer Restlaufzeit bis zu 1 Jahr

−3,8

−8,4

davon mit einer Restlaufzeit 1 bis 5 Jahre

−8,0

−8,1

Sonstige finanzielle Schulden

davon mit einer Restlaufzeit größer 5 Jahre

−26,4

−28,3

−134,0

−96,4

davon mit einer Restlaufzeit bis zu 1 Jahr

−65,1

−36,8

davon mit einer Restlaufzeit 1 bis 5 Jahre

−68,9

−59,6

−681,1

−623,6

Derivate

Nettofinanzposition
1

2015

davon Brückenfinanzierung 216,4 Mio. €

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G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2 0 15

Der Rückgang der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr ist im
Wesentlichen auf den Ausweis der Brückenfinanzierung des Berliner Gasnetzes im Vorjahr als kurzfristige
Verbindlichkeit zurückzuführen.
Wie im Vorjahr sind 89,4 % der Schulden gegenüber Kreditinstituten und 1,0 % der sonstigen finanziellen
Schulden variabel verzinslich. Die variabel verzinslichen Darlehen sind im Wesentlichen mit Derivaten gegen
Zinsschwankungen gesichert.

3.3	VERMÖGENSL AGE
Die langfristigen Vermögenswerte (ohne latente Steuern) erhöhten sich um 5,7 Millionen Euro auf
1.709,1 Millionen Euro.
Die immateriellen Vermögenswerte verringerten sich im Vergleich zum 31. Dezember 2014 um
6,1 Millionen Euro auf 197,3 Millionen Euro. Hierin enthalten sind Geschäfts- oder Firmenwerte unverändert
zum Vorjahr in Höhe von 154,3 Millionen Euro.
Die Investitionen in das Sachanlagevermögen der GASAG-Gruppe erhöhten sich um 0,5 Millionen Euro auf
93,6 Millionen Euro. Die Investitionen entfallen im Wesentlichen mit einem Betrag von 80,2 Millionen Euro auf
Maßnahmen in die Gasnetzverteilungsanlagen einschließlich Einspeise- und Rückspeiseanlagen für Bio-Erdgas.
Die Vorräte erhöhten sich um 0,7 Millionen Euro auf 57,0 Millionen Euro (1,2 %). Der Bestand betrifft im Wesent­
lichen das in den Erdgasspeichern befindliche Arbeitsgas.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen sind um 29,7 Millionen Euro
auf 138,1 Millionen Euro gesunken. Die Forderungen aus Gaslieferungen liegen mit 71,6 Millionen Euro um
28,4 Millionen Euro unter denen des Vorjahres.
Das Eigenkapital sank um 8,6 Millionen Euro auf 695,4 Millionen Euro. Bei gleichzeitig um 113,5 Millionen Euro
gesunkener Bilanzsumme erhöhte sich die Eigenkapitalquote der GASAG-Gruppe auf 33,2 % (Vj. 31,9 %). Im Juni
2015 erhielten die Aktionäre der GASAG eine Dividende in Höhe von 30,9 Millionen Euro.
Die immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen sind mit 41,4 % (Vj. 42,1 %) durch Eigenkapital
gedeckt.
Die Erhöhung der langfristigen Schulden (ohne latente Steuern) um 124,9 Millionen Euro auf 951,1 Millionen Euro
beruht im Wesentlichen auf der Umgliederung der Brückenfinanzierung in langfristige Schulden.
Die kurzfristigen Schulden liegen mit 377,4 Millionen Euro um 230,8 Millionen Euro unter dem Vorjahr
(Vj. 608,2 Millionen Euro). Der Rückgang der kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit
einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr ist im Wesentlichen auf den geänderten Ausweis der Brückenfinanzierung
des Berliner Gasnetzes zurückzuführen.
3.3.1	 GESAMTAUSSAGE ZUM GESCHÄFTSVERLAUF UND ZUR WIRTSCHAFTLICHEN LAGE
Der Gasabsatz der GASAG-Gruppe sowie die Transportmengen im Gasnetz liegen im Wesentlichen temperaturbedingt moderat unter den Erwartungen der Prognose für 2015. Unsere Prognose für den Gasabsatz und die
Transportmengen im Gasnetz ging von einem normalen Temperaturverlauf aus. Tatsächlich lagen die Temperaturen
im Geschäftsjahr deutlich über der Erwartung. Weiterhin führten geringere Erdgasabsatzmengen im Fremdmarkt
zu einer Unterschreitung des erwarteten Gasabsatzes. Der Stromabsatz hat unsere Erwartungen leicht
übertroffen.
Die Umsatzerlöse blieben vor dem Hintergrund der Gasabsatzentwicklung unter unserer Erwartung. Durch Sonder­
effekte, die zu Auflösungen von Rückstellungen geführt haben, insbesondere aus reduzierten

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BERICHT DES AUFSICHTSR ATS     
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Sanierungsgeldverpflichtungen zur VBL, erreichte das EBIT des Geschäftsjahres 2015 nahezu das erwartete Niveau.
Der Jahresüberschuss blieb trotz Verbesserung gegenüber dem Vorjahr moderat hinter der Prognose zurück.
Die fälligen finanziellen Verpflichtungen des Geschäftsjahres 2015 waren durch die zur Verfügung stehende
Liquidität, die Finanzanlagen und die bestehenden Kreditlinien jederzeit gedeckt.

3.4	 FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN
STEUERUNGSKENNZAHLEN
Im Geschäftsjahr 2015 wurde das im letzten Quartal des Vorjahres begonnene Projekt zur Geschäftsfeldsteuerung
weitgehend abgeschlossen.
Die Steuerungskennzahlen für den Konzern und für die Geschäftsfelder wurden vollständig überarbeitet und in
Scorecards verankert, welche die Perspektiven Finanzen; Kunden, Markt und Wettbewerb, Operatives und Prozesse
sowie Projekte berücksichtigen.
Die wesentliche Steuerungskennzahl für die Geschäftsfelder der GASAG-Gruppe ist das Betriebsergebnis vor
Finanzergebnis und Steuern (EBIT). Für den Konzern bildet zusätzlich zum EBIT der Return on Capital Employed
(ROCE) die wichtigste Steuerungskennzahl. Der ROCE spiegelt das Verhältnis des betrieblichen Ergebnisses zum
gebundenen betrieblichen Vermögen (Capital Employed) wider. Das betriebliche Ergebnis beinhaltet das EBIT
zuzüglich der Beteiligungserträge. Im Geschäftsjahr 2015 beträgt der ROCE 8,1 % (Vj. 6,6 %). Der Anstieg gegenüber
dem Vorjahr ist im Wesentlichen auf höhere Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen im Geschäftsjahr 2015
zurückzuführen.
Regelmäßig werden die Entwicklungen der Kennzahlen des Konzerns und der Geschäftsfelder analysiert und im
Hinblick auf das Jahresende prognostiziert. Die Entwicklung der geschäftsfeldspezifischen Kennzahlen bildet die
Grundlage für die Managementmeetings mit den operativ verantwortlichen Direct Reports und dem Vorstand.
Das Management wird damit in die Lage versetzt, Abweichungen von den Zielvorgaben unterjährig zu erkennen,
Auswirkungen auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage zu bewerten und entsprechende steuernde Maß­nahmen
rechtzeitig zu ergreifen und zu monitoren. Darüber hinaus werden mindestens quartärlich Chancen und Risiken
bewertet, die noch nicht in den Prognosen verarbeitet sind.

3.5	 NICHTFINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN
3.5.1	MITARBEITER
Das neue konzernweite Nachwuchsförderprogramm, das der Förderung von Mitarbeitern mit Potenzial und dem
internen Nachfolgemanagement dient, wurde begonnen. Das konzernweite Programm wird alle zwei Jahre
erneut aufgelegt.
Das in 2014 begonnene konzernweite Traineeprogramm wurde in 2015 weiter erfolgreich durchgeführt. Die
Ausschreibung für das folgende Traineeprogramm mit Start im April 2016 ist erfolgt.
Im Rahmen einer nachhaltigen Nachwuchssicherung haben wir das Ausbildungsangebot in der GASAG-Gruppe
um ein technisches duales Studium mit der Fachrichtung Energie- und Umwelttechnik sowie um die Ausbildung
zur / zum Kauffrau / -mann für Dialogmarketing erweitert.
Unternehmen der GASAG-Gruppe unterstützen soziale Einsätze ihrer Beschäftigten in der Flüchtlingshilfe durch
Freistellung von der Arbeit. Dazu kooperiert die GASAG mit einem qualifizierten Portaldienstleister, der das soziale
Engagement koordiniert und die Einsätze in Berlin vermittelt.

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3.5.2	KUNDENSERVICEMANAGEMENT
Wir überprüften auch 2015, ob die Erwartungen unserer Kunden an einen modernen Kundenservice erfüllt
werden. Mit dem etablierten Instrument des jährlichen GASAG Service Check bewerten wir die Qualität der
telefonischen, schriftlichen und persönlichen Kommunikation unserer Kundenkontaktstellen und identifizieren
Verbesserungspotenziale.
Das unabhängige Deutsche Institut für Energietransparenz (DIFET) vergibt die Auszeichnung „Kundenfreundlichste
Strom- und Gasrechnung“ und kürt damit herausragende Verständlichkeit und Kundenfreundlichkeit von
Energierechnungen in Deutschland. Das Ergebnis: Die GASAG erreichte 2015 bundesweit den dritten Platz und
die Note „gut“ (1,6) und konnte sich damit zum zweiten Mal deutlich vor ihren Mitbewerbern platzieren.
Zum achten Mal in Folge zeichnete zudem der TÜV SÜD die GASAG mit dem Prüfsiegel für Servicequalität aus.
Es bescheinigt uns eine optimal auf Kundenbedürfnisse ausgerichtete Organisationsstruktur, serviceorientierte
Prozesse und ein professionelles Beschwerdemanagement.
3.5.3	KUNDENZENTRUM
Im Herbst 2015 wurde das vielseitige Beratungsangebot unseres Kundenzentrums am Hackeschen Markt durch
den Service des Abrechnungszentrums aus der Frankfurter Allee ergänzt. Das ganzheitliche Serviceangebot wird
konzentriert an einem Standort angeboten und umfasst neben der persönlichen Beratung zu energierelevanten
Themen sowie Produkten und Energiedienstleistungen nun auch die Klärung von abrechnungsrelevanten Fragen.
Weitergeführt wurde auch die Reihe erfolgreicher Veranstaltungen im Kundenzentrum mit den Marktpartnern
der GASAG aus den Bereichen Handwerk, Innungen und Geräteindustrie.
3.5.4	KONZERNBESCHWERDEMANAGEMENT
Nachdem in 2014 die technischen Voraussetzungen für eine Nutzung der Informationen aus Beschwerden geschaffen
wurden, lag in diesem Jahr der Fokus unserer Aktivitäten auf den qualitätsrelevanten Teilprozessen. Zahlreiche
Verbesserungsmaßnahmen konnten bereits abgeleitet und umgesetzt werden. Damit liefert das Beschwerde­
management wertvolle Hinweise für die kontinuierliche Verbesserung von Prozessen zugunsten unserer Kunden.

4	NACHTRAGSBERICHT
Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag haben sich nicht ergeben.

5	 CHANCEN- UND RISIKOBERICHT
Die ständig wiederkehrende Identifikation, Bewertung und Dokumentation von Chancen und Risiken gehört
ebenso zu den Aufgaben unserer Führungskräfte und Mitarbeiter wie die operative Steuerung mit Hilfe geeigneter
Maßnahmen. Die Prozessverantwortung liegt beim zentralen Risikomanagement, welches direkt an den Vorstand
berichtet.
Unsere Einschätzung beruht dabei im Wesentlichen auf einem Unternehmenswertansatz, wobei wir neben der
Einstufung als Ergebnis-, Eigenkapital- oder Liquiditätschance bzw. -risiko zusätzlich die Eintrittswahrscheinlichkeit
sowie die Imagewirkung klassifizieren. Die Angabe der Eintrittswahrscheinlichkeiten lässt sich der Höhe nach wie
folgt unterteilen:
Beschreibung der Eintrittswahrscheinlichkeit
Sehr geringe
Geringe
Mittlere
Hohe
Sehr hohe

28

VOR WOR T     
BERICHT DES AUFSICHTSR ATS     
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Das Chancenpotenzial, bezogen auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage der GASAG-Gruppe, drücken wir wie
folgt aus:
Einstufung des Chancenpotenzials

Beschreibung der Wertgrenzen

Geringes

Unwesentliche Verbesserung

Spürbares

Moderate Verbesserung

Mittleres

Beträchtliche positive Auswirkung

Hohes

Hohe und potenziell dauerhafte Verbesserung

Sehr hohes

Wesentliche und voraussichtlich dauerhafte Verbesserung

Für das Risikopotenzial ergeben sich folgende Wertgrenzen:
Einstufung des Schadenspotenzials

Beschreibung der Wertgrenzen

Geringes

Unwesentliche Beeinträchtigung

Spürbares

Moderate Beeinträchtigung

Schwer wiegendes

Beträchtliche negative Auswirkung

Latent gefährdendes

Hohe und potenziell dauerhafte Beeinträchtigung

Akut gefährdendes

Wesentliche und voraussichtlich dauerhafte Beeinträchtigung

Unsere Chancen und Risiken unterscheiden wir weiterhin in einen kurz- und langfristigen Wirkungshorizont,
wobei die kurzfristige Betrachtung das nächste Geschäftsjahr betrifft und die langfristige Betrachtung den gesamten
Planungszeitraum abdeckt.
Es bestehen für die GASAG-Gruppe im Wesentlichen folgende Chancen und Risiken:

MARKTUMFELD
Zwischen den Anbietern, die in die Berliner und Brandenburger Gasmärkte drängen, findet ein harter Wettbewerb
um die Kunden statt, der zu weiterem Preisdruck oder zu Kundenverlusten führen und unsere Handelsmarge
schmälern kann. Dagegen sehen wir für die GASAG-Gruppe durch unsere gezielte Ausrichtung am Kundeninteresse
und eine ständige Erweiterung unseres Produktportfolios, kombiniert mit einem attraktiven Preissystem im
­Gas-zu-Gas-Wettbewerb und im Wettbewerb mit anderen Energieträgern, eine echte Chance. Daraus ergibt sich
kurzfristig ein insgesamt spürbares Chancen- beziehungsweise Risikopotenzial.
Konjunktur- und standortabhängige Absatzverluste sowie sparsameres Verbrauchsverhalten der Kunden wirken
sich sowohl auf das Vertriebs- als auch auf das Transportgeschäft aus. Andererseits sehen wir in unserer Kern­region
Berlin und Brandenburg standortspezifische Vorteile, die wir als ganzheitlicher Energiedienstleister nutzen werden.
Berlin mit seinem Bestand an Gebäuden und Energieerzeugungsanlagen und dem aktiven Neubau bietet ein hohes
Marktpotenzial und eine ideale Ausgangslage für die Platzierung unserer Angebote für Energieerzeugung, -versorgung
und energetische Sanierung. Wir werden weiter Energiekonzepte für Quartiere und Konver­sionsflächen entwickeln,
kostengünstige Angebote für die energetische Sanierung öffentlicher und privater Gebäude anbieten und uns als
Energiepartner für alle Kundengruppen von Privathaushalten über große Wohnungsbaugesellschaften bis hin zur
öffentlichen Verwaltung präsentieren. Deutlich erkennen wir auch das gestiegene Interesse unserer Kunden an
umweltfreundlichen und dezentralen Energielösungen sowie dem Einsatz von erneuerbaren Energien. Durch den
Fortschritt in Effizienz-, Speicher- und Erzeugungstechnologien werden ganzheitliche Energielösungen, die dezentral
und autark Erzeuger und Verbraucher vernetzen, marktfähig. Eine Chance sehen wir dabei konkret in der Einführung
eines Energiemanagementsystems zur Effizienzsteigerung im Energieverbrauch. Damit eng verbunden ist die
Nachfrage nach effizienten Versorgungskonzepten, für die der Einsatz von Kraft-Wärme-Kopplung zur dezentralen
Erzeugung von Wärme und Strom eine wichtige Rolle spielt. Wir sehen darin langfristig ein für die GASAG-Gruppe
hohes Potenzial.

29

G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2 0 15

Darüber hinaus ist unsere Geschäftsentwicklung jedes Jahr witterungsbedingten Absatzschwankungen unter­worfen.
Das witterungsbedingte Mengenrisiko im Gasgeschäft gehört zu den unternehmerischen Risiken, die die
­GASAG-Gruppe selbst trägt. Dabei unterziehen wir die Möglichkeiten der Absicherung durch den Einsatz von
Energie- und Wetterderivaten einer regelmäßigen Überprüfung. Aus einer für die GASAG-Gruppe negativen
Witterung kann sich in Bezug auf das Schadenspotenzial ein spürbares Risiko im kurzfristigen Betrachtungszeitraum
mit einer geringen Eintrittswahrscheinlichkeit ergeben. Aus für die GASAG-Gruppe positiver Witterung ergibt sich
dagegen ein mittleres Chancenpotenzial.
Der Markt für Erdgasspeicher, bezogen auf die Buchung von Speicherkapazitäten durch Dritte, ist von einer
unverändert niedrigen, aber zunehmenden Handelsaktivität bei weiterhin sehr heterogenen Preisen gekennzeichnet.
Es besteht bei weiter sinkenden Marktpreisen und auch bei einem Anstieg des Marktzinsniveaus das Risiko von
außerplanmäßigen Abschreibungen, was langfristig zu einem spürbaren Schaden bei einer mittleren Eintrittswahrscheinlichkeit führen kann.

RECHTLICH-POLITISCHES UMFELD
Es besteht für die GASAG-Gruppe das Risiko der nachträglichen Zahlung einer erhöhten Konzessionsabgabe,
sofern die bestehende Vereinbarung mit dem Land Berlin nicht rechtsgültig sein sollte. Dies stellt, bezogen auf das
Schadenspotenzial, kurzfristig ein schwerwiegendes Risiko dar. Die GASAG-Gruppe geht davon aus, dass die
vereinbarte Regelung wirksam ist und kein nachträglicher Zahlungsanspruch des Landes Berlin besteht.
Für das regulatorische Umfeld unseres Netzgeschäfts erwarten wir im kommenden Jahr die Novelle der Anreiz­
regulierung (AregV), die das zukünftige Vergütungsregime für Netzbetreiber regelt. Die Ausgestaltung stellt ein
für die GASAG-Gruppe langfristig geringes Risiko mit einer mittleren Eintrittswahrscheinlichkeit dar.

KONZESSIONSVERGABEVERFAHREN
Zur allgemeinen Beschreibung des Konzessionsvergabeverfahrens Berlin verweisen wir auf Kapitel 2.5 Rechtliche
Sachverhalte.
Wenn die GASAG-Gruppe die Konzession in Berlin verlöre, würde das substanziell wichtige Netzgeschäft in Berlin
wegfallen. Nach unserer Einschätzung würde dies nicht vor März 2020 eintreten. Die GASAG müsste nach
­Einigung auf einen Kaufpreis das Berliner Gasnetz verkaufen. Daraus würde die GASAG Liquiditätszuflüsse
realisieren, welche die vollständige Tilgung der Netzfinanzierungen sicherstellen. Aus dem Verlust des Berliner
Netzgeschäfts würden erhebliche Effizienzverluste in Bereichen resultieren, in denen heute Ressourcen
überwiegend für das Berliner Netz eingesetzt werden. Unverändert gebundenen Ressourcen, die bisher
ausschließlich dem Betrieb des Berliner Netzes dienten, stünden keine entsprechenden Einnahmen gegenüber.
Damit stellt der Verlust der Berliner Konzession in Bezug auf das Schadenspotenzial langfristig ein akut gefährdendes
Risiko dar. Es wäre von einer wesentlichen Beeinträchtigung der Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage der
GASAG-Gruppe auszugehen. Wir gehen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon aus, dass wir den Zuschlag
für die Konzession erhalten.
Auch außerhalb des Netzgebiets Berlin stehen wir im Wettbewerb um Konzessionsverträge sowohl bei bestehenden
Verträgen als auch um Neuabschlüsse. Dabei bietet sich langfristig ein geringes Chancenpotenzial durch
­Neuabschlüsse und ein geringes Risikopotenzial durch den Verlust von bestehenden Konzessionsverträgen.

30

VOR WOR T     
BERICHT DES AUFSICHTSR ATS     
L AGEBERICHT     ANHANG IF RS     BES TÄTIGUNGSVERMERK

MARKTPREISENT WICKLUNG
Aus der Marktpreisentwicklung im Energie- und Finanzbereich ergibt sich kurzfristig ein spürbares Chancen- und
Schadenspotenzial. Die daraus resultierenden Risiken begrenzen wir durch einen speziell darauf ausgerichteten
Risikomanagementprozess, welcher zahlungswirksame Marktpreisänderungsrisiken durch den Einsatz von
­Sicherungsgeschäften weitestgehend eliminiert. Wesentliche Bestandteile sind dabei ein konzernweit einheitlicher
Handels-, Abwicklungs- und Überwachungsprozess sowie eine einheitliche Risikoberichterstattung. Dazu setzen
wir ergänzende Risikomanagementsysteme und zur Begrenzung dieser Risiken systematisch Sicherungs­
instrumente ein.
Derivative Finanzinstrumente setzen wir zur Minimierung von Risiken der Grundgeschäfte beziehungsweise
geplanter Grundgeschäfte ein. Die Analyse von Preisänderungsrisiken für derivative Finanzinstrumente erfolgt
durch Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes eines abgeschlossenen Finanzinstruments auf Basis der
Mark-to-market-Methode. Sie beschreibt die börsentägliche Bewertung von zukünftigen Zahlungsströmen der
Finanzinstrumente durch Diskontierung. Die Diskontierung erfolgt anhand der marktüblichen Zinsen über die
Restlaufzeit der Instrumente. Wesentliche Parameter der Mark-to-market-Bewertung bilden die Geschäftsdaten
des Finanzinstruments und die Zinsstruktur in der Geschäftswährung. Die Analyse von Preisänderungsrisiken
für noch nicht abgesicherte Zinspositionen erfolgt auf Basis von statistischen Simulationsmodellen.

ADRESSENAUSFALLRISIKEN
Adressenausfallrisiken bestehen bei der Belieferung von Kunden, bei Forderungen aus dem Transportgeschäft, bei
der Rohstoffbeschaffung sowie bei Finanzgeschäften und können grundsätzlich auch in dem Zeitraum nach einer
möglichen Insolvenzstellung Wirkung entfalten. Zur Steuerung von Adressenausfallrisiken haben wir bei Kunden
ein bonitätsorientiertes Forderungsmanagement und bei Banken und Energiehandelspartnern ein konzerneinheitliches
Limitsystem etabliert. Dort, wo es sinnvoll ist, setzen wir weiterhin Kreditversicherungen ein. Bezogen auf
Adressenausfallrisiken, sehen wir unter Berücksichtigung gebildeter Risikovorsorge langfristig ein schwerwiegendes
Risiko mit einer geringen Eintrittswahrscheinlichkeit.

GOVERNANCE UND COMPLIANCE
Die GASAG-Gruppe hat konzernweit gültige Compliance-Regelwerke in ihrem Bestand und aktualisiert und
harmonisiert diese regelmäßig. Es handelt sich dabei um die Ethikgrundsätze und einen Verhaltenskodex für
Unternehmen der GASAG-Gruppe sowie Vereinbarungen zu Verhalten bei staatlichen Ermittlungsmaßnahmen
und den Verhaltenskodex für Lieferanten und Geschäftspartner. Der Schwerpunkt der operativen ComplianceArbeit liegt in der Schulung der Konzernmitarbeiter und der Einzelfallberatung.

GESAMTRISIKOL AGE
Von den dargestellten Risiken kann insbesondere aus dem Konzessionsvergabeverfahren eine potenziell wesent­liche
Beeinträchtigung der Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage der GASAG-Gruppe ausgehen. Wir gehen jedoch
davon aus, dem Eintritt dieses Risikos mit zielgerichteten Maßnahmen entgegenwirken zu können.
Basierend auf der Gesamtrisikolage unter Berücksichtigung der Eintrittswahrscheinlichkeiten und ergriffenen
Maßnahmen, sehen wir für die GASAG-Gruppe gegenwärtig keine Fortbestandsgefährdung.

6	PROGNOSEBERICHT
Eine wichtige Basis für die erfolgreiche Umsetzung unserer kurzfristigen Strategieziele ist weiterhin die Wiedererlangung der Berliner Konzession. Die zur Weiterentwicklung und Erreichung unserer Prognoseziele geplanten
operativen Maßnahmen werden in den folgenden Abschnitten Maßnahmen zur Umsetzung der Strategie, Personal,
Investitionen und für die Geschäftsfelder Vertrieb, Netze und Energiedienstleistungen der GASAG-Gruppe
dargestellt.
Der Prognosezeitraum beträgt ein Jahr. Die zugrundeliegenden Annahmen zu den prognostischen Angaben
werden mit Hilfe der qualifiziert-komparativen Prognose erläutert.
31

G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2 0 15

6.1	 MASSNAHMEN ZUR UMSETZUNG DER STRATEGIE
Unser Kerngeschäft ist besonders durch den intensiven Gas-zu-Gas-Wettbewerb und durch regulatorische
Rahmenbedingungen bestimmt. Im Hinblick auf die zukunftsgerichtete Optimierung des Kerngeschäfts werden
deshalb die in 2015 identifizierten Projekte und Maßnahmen umgesetzt. Dabei geht es um die weitere Digitalisierung
und Automatisierung für Prozesseffizienz und Effektivität, aber auch um den Ausbau digitaler Kanäle für die
Kundenkommunikation. Zum Erreichen der Effizienz- und Effektivitätsziele werden alle Geschäftsprozesse regelmäßig
einem Benchmark unterzogen. Das Programm Fokus 2.0 bündelt die identifizierten Ansatzpunkte je Geschäftsfeld
und hält diese nach. Der Kontinuierliche Verbesserungsprozess (KVP) bietet hier ein ergänzendes Instrumentarium,
um den Optimierungsprozess zu unterstützen.
Die erneuerbaren Erzeugungspositionen werden durch den geplanten Kauf des Windparks Dahme-Wahlsdorf
gestärkt. Die GASAG-Gruppe hat sich für 2016 zum Ziel gesetzt, weitere Onshore-Windparks zu akquirieren.
Darüber hinaus strebt die GASAG-Gruppe eine Beteiligung an einem Projektentwickler mit entsprechender
Projektpipeline an, um die gesamte Wertschöpfungskette Wind zu besetzen.
Um das angesteuerte Wachstum im Geschäftsfeld Energiedienstleistungen zu erreichen, wird eine wesentliche
Aufgabe in 2016 darin bestehen, die Umsetzung und Vermarktung des im Rahmen des horizontalen Innovations­
prozesses entwickelten Lösungsbaukastens zu realisieren. In diesem Zusammenhang erweitert die GASAG-Gruppe
ihren Zielmarkt in Ostdeutschland. Parallel werden in 2016 Kooperationspartner zur Verstärkung und Verlängerung
der bereits besetzten Wertschöpfungskette gesucht, um anorganisch zu wachsen.
Die Digitalisierung wird zu einer grundsätzlichen Veränderung der Energiebranche führen. Die GASAG-Gruppe
stellt sich darauf ein, indem sie ihre Organisation und Unternehmenskultur auf die damit einhergehenden
Anforderungen ausrichtet.

6.2	PERSONAL
In 2016 wird die durchschnittliche Mitarbeiterzahl (ohne Mitarbeiter in der passiven Phase der Altersteilzeit) sowie
der Personalaufwand auf dem Niveau des Vorjahres erwartet.

6.3	INVESTITIONEN
Im kommenden Geschäftsjahr führen wir die Investitionen in das Gasnetz in Berlin und Brandenburg fort. Für den
Ausbau und die Instandhaltung der Netze erwarten wir in 2016 Investitionen in Höhe von rund 61 Millionen Euro.
Investitionen im Geschäftsfeld Energiedienstleistungen werden in 2016 für Contractingprojekte und medien­
übergreifende Energielösungen durch Markt- und Produkterweiterung gegenüber dem Niveau von 2015 stark
ansteigen. Geplante Investitionen in den Windpark Dahme-Wahlsdorf führen in 2016 zu einem starken Anstieg
der Investitionen im Geschäftsfeld Erzeugung.
Im Rahmen einer langfristigen Finanzierungsstrategie sind die zukünftigen Investitionen gedeckt.

6.4	 GESCHÄFTSFELD VERTRIEB
GASABSATZ
Durch eine günstigere Klimabilanz im Vergleich zu Kohle oder Erdöl bleibt Erdgas in Deutschland ein bedeutender
Energieträger im Energiemix und kann auf dem Weg zur verstärkten Nutzung erneuerbarer Energien eine wichtige
Brückenfunktion einnehmen. Im Rahmen der Neubautätigkeiten ist Erdgas in Berlin und Brandenburg eine der
führenden Energieformen. Dies trägt auch in Zukunft zu einer Stabilisierung des Gasabsatzes bei. Die Vertriebs­
aktivitäten zur Stärkung unserer Wettbewerbsfähigkeit im Heimatmarkt sowie für das gezielte überregionale
Wachstum mit dualer Vermarktung von Gas und Strom werden intensiv fortgeführt.

32

VOR WOR T     
BERICHT DES AUFSICHTSR ATS     
L AGEBERICHT     ANHANG IF RS     BES TÄTIGUNGSVERMERK

Unter der Annahme langjähriger durchschnittlicher Temperaturverläufe gehen wir im Geschäftsjahr 2016 gegenüber
den witterungsbedingt niedrigen Gasabsatzmengen des Jahres 2015 von moderat steigenden Gasabsatzmengen
gegenüber Endkunden aus. Darüber hinaus werden die Gasabsatzmengen gegenüber Weiterverteilern auf dem
Niveau des Gasabsatzes 2015 erwartet.
STROMABSATZ
Im Commodity-Geschäft Strom rechnen wir für 2016 mit einem stark steigenden Stromabsatz gegenüber 2015.
Erwartet wird diese Entwicklung vor dem Hintergrund verstärkter Marktaktivitäten entsprechend unserer
Vertriebsstrategie, in der die duale Vermarktung von Gas und Strom als zentraler Bestandteil etabliert wurde.

6.5	 GESCHÄFTSFELD NETZE
GASTRANSPORT
Unter der Annahme langjähriger durchschnittlicher Temperaturverläufe gehen wir im Geschäftsjahr 2016,
gegenüber den witterungsbedingt niedrigeren Transportmengen im Geschäftsjahr 2015, von leicht steigenden
Transportmengen aus.

6.6	 GESCHÄFTSFELD ENERGIEDIENSTLEISTUNGEN
WÄRMEABSATZ
Unserer Strategie folgend wollen wir uns im Geschäftsfeld Energiedienstleistungen weiter als Lösungsanbieter
etablieren und komplexe Projekte umsetzen. Der Schwerpunkt der vertrieblichen Aktivitäten liegt in 2016 auf der
Einführung der neu definierten Produkte. Die fokussierten Aktivitäten werden im Geschäftsfeld Energiedienst­
leistungen in 2016 zu höheren Investitionen führen. Für 2016 rechnen wir temperaturbereinigt mit einem Wärmeabsatz auf dem Niveau von 2015.

6.7	 UMSATZ- UND ERGEBNISENT WICKLUNG
Für 2016 erwarten wir bei normalem Temperaturverlauf gegenüber 2015 leicht steigende Umsatzerlöse. Der
Anstieg ist im Wesentlichen durch die erwartete höhere Gas- und Stromabsatzmenge gegenüber Endkunden
bedingt.
Die Prognose für 2016 sowie die mittelfristige Planung berücksichtigen den Erhalt der Gasnetzkonzession Berlin.
Das Betriebsergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) wird in 2016 leicht über dem EBIT 2015 erwartet. Das
prognostizierte Finanzergebnis liegt auf dem Niveau des Vorjahres. Unter Berücksichtigung einer erwarteten stark
sinkenden Steuerbelastung gehen wir für 2016 gegenüber 2015 von einem stark steigenden Jahresüberschuss aus.
Für den ROCE wird durch das gegenüber 2015 leicht höhere EBIT bei annähernd stabilem betrieblichem Vermögen
Ende 2016 ein Wert zwischen 8,0 % und 9,0 % erwartet.
Berlin, 22. März 2016
GASAG
Berliner Gaswerke Aktiengesellschaft
Der Vorstand

Vera Gäde-Butzlaff		

Dr. Jürgen Schmidberger

33

JAHRESABSCHLUSS DES GASAG-KONZERNS

34

Bilanz des GASAG-Konzerns
36
Gesamtergebnisrechnung des GASAG-Konzerns38
IFRS Kapitalflussrechnung des GASAG-Konzerns
39
Eigenkapitalveränderungsrechnung des GASAG-Konzerns 40

ANHANG DES GASAG-KONZERNS

42

1	 Darstellung des GASAG-Konzernabschlusses
42
2	Anwendung der International Financial
Reporting Standards (IFRS)
43
3	Konsolidierungskreis
45
4	Konsolidierungsgrundsätze
47
5	 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
48
6	 Erläuterung zur Gesamtergebnisrechnung
60
	
(1) Umsatzerlöse
60
	
(2) Sonstige betriebliche Erträge
61
	
(3) Materialaufwand
61
	
(4) Personalaufwand
62
	
(5) Abschreibungen
62
	
(6) Sonstige betriebliche Aufwendungen
63
	
(7) Beteiligungsergebnis
63
	
(8) Finanzierungsaufwendungen
64
	
(9) Sonstiges Finanzergebnis
64
	
(10) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
64
	
(11) Ergebnisneutrale Bestandteile der
Gesamtergebnisrechnung66
	
(12) Ergebnis je Aktie
66
7 	 Erläuterungen zur Bilanz
67
	
(13) Immaterielle Vermögenswerte
67
	
(14) Sachanlagen
69
	
(15) Anteile an assoziierten Unternehmen
71
	
(16) Finanzielle Vermögenswerte
71
	
(17) Latente Steuern (aktivisch und passivisch) 
73
	
(18) Vorräte
74
	
(19) Ertragsteuerforderungen
75

34

SS
U
L
H
C
ABS
G
N
A
H
N
UND A ASAGDES G ERNS
KONZ

	
	
	
	
	
	
	
	
	
8	
	
	
	
	
	
	
	

(20) F orderungen aus Lieferungen und
Leistungen und sonstige Forderungen
(21) Liquide Mittel
(22) Z ur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte
und Schulden
(23) Eigenkapital
(24) Passivischer Abgrenzungsposten
(25) Rückstellungen
(26) Finanzielle Schulden
(27) Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten
(28) Ertragsteuerverbindlichkeiten
Sonstige Erläuterungen
(29) Berichterstattung zu Finanzinstrumenten
(30) Energie- und Finanz-Risikomanagement
(31) E ventualschulden und
sonstige finanzielle Verpflichtungen
(32) Angaben zur Kapitalflussrechnung
(33) B eziehungen zu nahe stehenden
Unternehmen und Personen
(34) Angaben zu Konzessionen
(35) Sonstige Angaben 

75
77
77
77
79
80
87
89
90
90
90
95
98
100
100
105
106

35

G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2 0 15

BILANZ DES GASAG-KONZERNS
NACH IFRS ZUM 31.12.2015

AKTIVA
in T €

Anhang Nr.

31.12.2015

31.12.2014

A. Langfristige Vermögenswerte
1. Immaterielle Vermögenswerte

(13)

197.268

203.358

2. Sachanlagen

(14)

1.482.698

1.470.134

3. Anteile an assoziierten Unternehmen

(15)

9.277

9.153

4. Finanzielle Vermögenswerte

(16)

19.911

20.692

5. Latente Steuern

(17)

92.860

92.621

1.802.014

1.795.958

57.049

56.346

B. Kurzfristige Vermögenswerte
1. Vorräte

(18)

2. Finanzielle Vermögenswerte

(16)

2.812

2.812

3. Ertragsteuerforderungen

(19)

9.680

7.455

4. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Forderungen

(20)

138.092

167.810

5. Liquide Mittel

(21)

81.563

168.745

6. Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte

(22)

36

381

6.015

289.577

409.183

2.091.591

2.205.141

VOR WOR T     
BERICHT DES AUFSICHTSR ATS     
L AGEBERICHT     
ANHANG IFRS     BES TÄTIGUNGSVERMERK

PASSIVA
in T €

31.12.2015

31.12.2014

413.100

413.100

42.461

42.461

3. Rücklage für unrealisierte Gewinne oder Verluste

−80.114

−68.301

4. Angesammelte Ergebnisse

259.561

250.797

A. Eigenkapital

Anhang Nr.
(23)

1. Gezeichnetes Kapital
2. Kapitalrücklage

5. Anteile ohne beherrschenden Einfluss

60.345

65.895

695.353

703.952

242.025

238.080

B. Langfristige Schulden
1. Passivischer Abgrenzungsposten

(24)

2. Rückstellungen

(25)

79.797

117.311

3. Finanzielle Schulden

(26)

628.000

468.004

4. Sonstige Verbindlichkeiten

(27)

1.309

2.750

5. Latente Steuern

(17)

67.819

66.865

1.018.950

893.010

9.192

9.601

C. Kurzfristige Schulden
1. Passivischer Abgrenzungsposten

(24)

2. Rückstellungen

(25)

77.255

63.959

3. Finanzielle Schulden

(26)

134.777

324.201

4. Ertragsteuerverbindlichkeiten

(28)

14.857

16.838

5. V
 erbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und
sonstige Verbindlichkeiten

(27)

141.111

193.580

6. Schulden in Verbindung mit zur Veräußerung
gehaltenen Vermögenswerten

(22)

96

0

377.288

608.179

2.091.591

2.205.141

37

G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2 0 15

GESAMTERGEBNISRECHNUNG DES GASAG-KONZERNS
NACH IFRS FÜR DEN ZEITRAUM VOM 01.01.−31.12.2015

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
in T €

Anhang Nr.

01.01.−31.12.2015

01.01.−31.12.2014

(1)

1.055.398

1.098.806

877

68

  3. Sonstige betriebliche Erträge

(2)

97.537

55.573

  4. Materialaufwand

(3)

728.320

776.974

  5. Personalaufwand

(4)

105.985

98.768

  6. Abschreibungen

(5)

87.180

80.128

  7. Sonstige betriebliche Aufwendungen

(6)

  1. Umsatzerlöse
  2. Bestandsveränderungen

  8. Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit

119.013

103.347

113.314

95.230

  9. Ergebnisanteil an assoziierten Unternehmen

(7)

332

828

10. Ergebnis aus anderen Beteiligungen

(7)

699

741

11. Finanzierungsaufwendungen

(8)

36.461

46.235

12. S onstiges Finanzergebnis

(9)

1.711

1.652

79.595

52.216

(10)

35.235

19.897

44.360

32.319

4.654

8.936

39.706

23.383

(12)

4,90

2,89

Anhang Nr.

01.01.−31.12.2015

01.01.−31.12.2014

13. Ergebnis vor Steuern
14. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
15. Jahresüberschuss/-fehlbetrag
16. Jahresüberschuss auf Anteile ohne beherrschenden Einfluss
17. Jahresüberschuss/-fehlbetrag auf Anteile
mit beherrschendem Einfluss
18. Ergebnis je Aktie (in €)

GESAMTERGEBNISRECHNUNG
in T €
  1. Jahresüberschuss/-fehlbetrag

44.360

32.319

  2. Cash flow Hedges

−17.694

−47.087

  3. Ertragsteuereffekte
  4. E
 rgebnis mit zukünftiger ergebniswirksamer
Umgliederung
  5. N
 eubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten
Versorgungsplänen
  6. Ertragsteuereffekte
  7. Ergebnis ohne zukünftige ergebniswirksame
Umgliederung
  8. E
 rgebnisneutrale Bestandteile des
Gesamtergebnisses
  9. Gesamtergebnis
10. Gesamtergebnis auf Anteile ohne beherrschenden Einfluss
11. Gesamtergebnis

auf Anteile mit beherrschenden Einfluss

38

(11)

5.508

14.118

−12.186

−32.969

−12.186

−32.969

−439

−9.337

152

2.796

−287

−6.541

−287

−6.541

−12.473

−39.510

31.887

−7.191

3.994

8.316

27.893

−15.507

VOR WOR T     
BERICHT DES AUFSICHTSR ATS     
L AGEBERICHT     
ANHANG IFRS     BES TÄTIGUNGSVERMERK

IFRS KAPITALFLUSSRECHNUNG DES GASAG-KONZERNS
ZUM 31.12.2015

in T €

2015

2014

79.595

52.216

−28.282

−20.253

87.180

80.128

−26.024

10.122

12.834

−9.809

0

260

	– / +	 Gewinn / Verlust aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten

−267

−1.035

	 – / +	 Zunahme / Abnahme der Vorräte

−703

5.471

Periodenergebnis vor Ertragsteuern
	

–	 Gezahlte Ertragsteuern

	 + / –	 Abschreibungen / Zuschreibungen auf langfristige Vermögenswerte
	 + / –	 Zunahme / Abnahme der Rückstellungen
	 + / –	 Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen / Erträge
	

+	 Erhaltene Dividenden aus Assoziierten Unternehmen

	 – / +	 Zunahme / Abnahme der Forderungen
	 + / –	 Zunahme / Abnahme der Verbindlichkeiten
	 =	Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit
	

+	 Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten

	

–	 Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte

	

+	 Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens

	

–	 Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen

	

+	 Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Finanzanlagevermögens

	

–	 Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen

	

+	 Einzahlungen aus Investitionszuschüssen Fremder

30.481

80.981

−54.194

−4.133

100.620

193.948

300

738

−3.616

−3.577

3.803

28.842

−94.642

−89.422

436

723

−675

−3.218

13.102

9.253

	 =	Cashflow aus der Investitionstätigkeit

−81.292

−56.661

	

–	 Auszahlungen an Unternehmenseigner

−30.942

−57.429

	

–	 Auszahlungen an Gesellschafter ohne beherrschenden Einfluss

−9.545

−9.019

	

+	 Einzahlungen aus der Aufnahme von Krediten

549

579

	

–	 Auszahlungen für die Tilgung von Krediten

−63.155

−74.671

	

–	 Tilgung von Schulden aus Finanzierungsleasing

−4.877

−2.769

0

125

−40

−54

−108.010

−143.238
−5.951

	 +	Einzahlungen aus der Aufnahme von Darlehen von Gesellschaftern
		 ohne beherrschenden Einfluss
	 –	Auszahlungen für die Tilgung von Darlehen von Gesellschaftern
		 ohne beherrschenden Einfluss
	 =	Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit
	

=	 Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds

−88.682

	

+	Finanzmittelfonds am Anfang der Periode

170.245

176.196

81.563

170.245

	 =	Finanzmittelfonds am Ende der Periode

39

G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2 0 15

EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG
DES GASAG-KONZERNS
NACH IFRS ZUM 31.12.2015, SIEHE ANHANG (23)

in T €
Stand: 1.1.2014

Gezeichnetes
Kapital

Kapitalrücklage

Rücklage für
unrealisierte
Gewinne oder
Verluste

413.100

42.461

−29.411

Gesamtergebnis

−38.890

davon Jahresüberschuss / -fehlbetrag
davon ergebnisneutrale Veränderungen gemäß IAS 39

−32.516

davon ergebnisneutrale Veränderungen gemäß IAS 19

−6.374

Dividendenausschüttungen an die Anteilseigner
Stand: 31.12.2014

413.100

42.461

−68.301
−11.813

Gesamtergebnis
davon Jahresüberschuss / -fehlbetrag
davon ergebnisneutrale Veränderungen gemäß IAS 39

−11.536

davon ergebnisneutrale Veränderungen gemäß IAS 19

−277

Dividendenausschüttungen an die Anteilseigner
Stand: 31.12.2015

40

413.100

42.461

−80.114

VOR WOR T     
BERICHT DES AUFSICHTSR ATS     
L AGEBERICHT     
ANHANG IFRS     BES TÄTIGUNGSVERMERK

Angesammelte Ergebnisse
Gewinnrücklage
erstmalige
Anwendung IFRS

Andere
angesammelte
Ergebnisse

Angesammelte
Ergebnisse
Gesamt

Anteile des
Konzerns

Anteile ohne
beherrschenden
Einfluss

Gesamt

90.843

194.000

284.843

710.993

66.598

777.591

23.383

23.383

−15.507

8.316

−7.191

23.383

23.383

23.383

8.936

32.319

−32.516

−453

−32.969

−6.374

−167

−6.541

90.843

90.843

−57.429

−57.429

−57.429

−9.019

−66.448

159.954

250.797

638.057

65.895

703.952

39.706

39.706

27.893

3.994

31.887

39.706

39.706

39.706

4.654

44.360

−11.536

−650

−12.186

−277

−10

−287

−30.942

−30.942

−30.942

−9.544

−40.486

168.718

259.561

635.008

60.345

695.353

41

G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2 0 15

ANHANG
F Ü R DE N G A S AG - KO N Z E R N A B S C H L U S S
Z U M 3 1.12 . 2 0 15 (I F R S)
1	 DARSTELLUNG DES GASAG-KONZERNABSCHLUSSES
Mutterunternehmen des Konzerns ist die GASAG Berliner Gaswerke Aktiengesellschaft, Berlin, nachfolgend
GASAG genannt. Sie hat ihren Geschäftssitz am Henriette-Herz-Platz 4 in 10178 Berlin, Deutschland, und ist im
Handelsregister von Berlin-Charlottenburg unter HRB 44343 eingetragen.
Der Vorstand hat den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2015 und den Bericht über die Lage des GASAGKonzerns für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2015 aufgestellt und am 19. Februar 2016
zur Vorlage an den Aufsichtsrat freigegeben.
Die Geschäftstätigkeit des GASAG-Konzerns umfasst den Transport, die Verteilung und den Vertrieb von Erdgas,
Wärme, Strom und Wasser, den Betrieb von Speicheranlagen, die Erzeugung von Biogas, Bio-Erdgas und Strom,
den Betrieb von Anlagen zur dezentralen Energieversorgung sowie das Erbringen von Energiedienstleistungen.
Weitere Tätigkeitsfelder sind die Verbrauchsabrechnung, Ablesedienstleistungen, das Messgerätemanagement
sowie die Errichtung, Unterhaltung und Instandsetzung energietechnischer Anlagen. Die Schwerpunkte unserer
Geschäftstätigkeit umfassen den Transport sowie die Verteilung und den Vertrieb von Energie und Wärme und in
zunehmendem Maße auch die Durchführung von Energiedienstleistungen.
Zu unserem Kundenkreis zählen private Haushalte, Gewerbe- und Industrieunternehmen, Wohnungswirtschaftsunternehmen, Krankenhäuser und kommunale Einrichtungen, Weiterverteiler und Nutzer von Gastransportdienstleistungen. Das Zentrum unserer Geschäftstätigkeit liegt in der Metropolregion Berlin-Brandenburg.
Der Konzernabschluss wurde gemäß § 315a Absatz 3 HGB in Übereinstimmung mit den International Financial
Reporting Standards (IFRS) erstellt. Darüber hinausgehende gesetzlich erforderliche Angaben nach HGB wurden
berücksichtigt.
Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt grundsätzlich unter Anwendung des Anschaffungskostenprinzips.
Hiervon ausgenommen sind die derivativen Finanzinstrumente und zur Veräußerung verfügbare Finanzinvestitionen,
die zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden.
Der Konzernabschluss ist in Euro aufgestellt. Alle Beträge werden – soweit nicht anders dargestellt – in Tausend
Euro (T€) angegeben.

Zur übersichtlicheren Darstellung sind in der Gesamtergebnisrechnung sowie in der Bilanz Posten zusammen­gefasst
und im Anhang gesondert aufgeführt und erläutert.
Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.
Die Geschäftsjahre aller im Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen entsprechen dem Kalenderjahr.

42

VOR WOR T     
BERICHT DES AUFSICHTSR ATS     
L AGEBERICHT     
ANHANG IFRS     BES TÄTIGUNGSVERMERK

2	ANWENDUNG DER INTERNATIONAL
FINANCIAL REPORTING STANDARDS (IFRS)
Im Konzernabschluss der GASAG werden die am Bilanzstichtag bereits verpflichtend in Kraft getretenen International
Financial Reporting Standards / International Accounting Standards (IFRS / IAS) angewendet. Zusätzlich werden die
gültigen Interpretationen des International Financial Reporting Standards Interpretations Committee / Standing
Interpretations Committee (IFRS IC / SIC) beachtet.
Der Konzernabschluss der GASAG entspricht in allen Punkten den IFRS / IAS sowie den IFRS IC / SIC.

ÄNDERUNG VON BIL ANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN
Die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen grundsätzlich den im Vorjahr angewandten
Methoden.
Der Konzern hat darüber hinaus im Geschäftsjahr 2015 die neuen oder überarbeiteten IAS Standards und IFRS
Interpretationen angewandt, welche durch die Europäische Union bereits verabschiedet wurden und für am
1. Januar 2015 beginnende Geschäftsjahre verbindlich anzuwenden sind:
SAMMELSTANDARD „VERBESSERUNG AN DEN IFRS 2011−2013“	
Die Änderungen an den Standards wurden am 4. April 2013 von der Europäischen Union verabschiedet.
Sie beinhalten Konkretisierungen und redaktionelle Anpassungen bei den Standards IFRS 1, IFRS 3, IFRS 13
und IAS 40 und treten für Geschäftsjahre in Kraft, die am oder nach dem 1. Januar 2015 beginnen. Die Änderungen
hatten keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss.
SAMMELSTANDARD „VERBESSERUNG AN DEN IFRS 2010−2012“	
Die Änderungen an den Standards wurden am 17. Dezember 2014 von der Europäischen Union verabschiedet.
Die Änderungen betreffen im Einzelnen die Standards IFRS 2, IFRS 3, IFRS 8, IFRS 13, IAS 16, IAS 24 und
IAS 38 und treten für Geschäftsjahre in Kraft, die am oder nach dem 1. Januar 2015 beginnen. Die Änderungen
hatten keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss.
ÄNDERUNGEN AN IAS 19 „LEISTUNGEN AN ARBEITNEHMER“
Die Änderungen wurden vom IASB am 21. November 2013 veröffentlicht und betreffen Klarstellungen, wie
Unternehmen Beiträge zu leistungsorientierten Plänen zu erfassen haben, die Mitarbeiter oder Dritte entrichten.
Die Änderungen sind anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2014 beginnen. Die Änderungen
hatten keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss.
IFRIC 21 „ABGABEN“
Die Interpretation wurde am 13. Juni 2014 von der Europäischen Union verabschiedet. Sie gibt Beispiele für
Abgaben, die durch eine Regierungsinstanz erhoben werden und wie diese zu passivieren sind. Sie sind
­anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 17. Juni 2014 beginnen. Die Änderungen hatten keine
Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

43

G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2 0 15

Noch nicht verpflichtend in Kraft getretene IFRS Standards und IFRS Interpretationen, die teilweise noch nicht
durch die Europäische Union verabschiedet wurden beziehungsweise für am 1. Januar 2015 beginnende
­Geschäftsjahre noch nicht anzuwenden sind, werden nicht berücksichtigt. Es handelt sich dabei um folgende
Vorschriften:
IFRS 9 (2010) „FINANZINSTRUMENTE“ 	
Am 24. Juli 2014 wurde die finale Version des neuen Standards veröffentlicht und das in 2008 begonnene
Projekt abgeschlossen. Der neue Standard beinhaltet überarbeitete Vorgaben zur Klassifizierung und Bewertung
von finanziellen Vermögenswerten, einschließlich Impairment-Regelungen, und ergänzt die im Jahr 2013
veröffentlichten Regelungen zum Hedge Accounting. Der Erstanwendungszeitpunkt wurde nunmehr auf
Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen, festgelegt. Die Auswirkungen auf den
Konzernabschluss werden derzeit geprüft.
IFRS 14 „REGULATORISCHE ABGRENZUNGSPOSTEN“	
Der Standard wurde vom IASB am 30. Januar 2014 veröffentlicht. Im Rahmen eines umfassenden Gesamtprojektes
des IASB stellt dieser Standard eine Zwischenlösung dar für IFRS-Erstanwender von preisregulierten Unternehmen.
Am 30. Oktober 2015 hat die EFRAG bekanntgegeben, dass die Europäische Kommission IFRS 14 nicht zur
Übernahme in EU-Recht vorschlagen wird.
IFRS 15 „UMSATZERLÖSE AUS KUNDENVERTRÄGEN“		
Der IASB und das Financial Accounting Standards Boards (FASB) haben am 28. Mai 2014 diesen gemeinsamen
Standard veröffentlicht. Die Verabschiedung durch die EU steht weiterhin aus. Zielsetzung des neuen Standards
zur Umsatzrealisierung ist es, die Vielzahl der bisher in diversen Standards und Interpretationen enthaltenen
Regelungen zusammenzuführen. Ein Fokus liegt dabei auf der Bilanzierung von Mehrkomponentenverträgen,
die im bisherigen IAS 18 – „Umsatzerlöse“ nicht geregelt sind. Am 11. September 2015 hat das IASB den
Erstanwendungszeitpunkt um ein Jahr auf den 1. Januar 2018 verschoben. Die Auswirkungen auf den
Konzernabschluss werden derzeit geprüft.
ÄNDERUNGEN AN IFRS 11 „GEMEINSAME VEREINBARUNGEN“	
Die Änderungen wurden vom IASB am 6. Mai 2014 veröffentlicht und am 25. November 2015 in europäisches
Recht übernommen. Sie regeln die Bilanzierung des Erwerbs von Anteilen an einer gemeinschaftlichen Tätigkeit,
die einen Geschäftsbetrieb im Sinne des IFRS 3 – „Unternehmenszusammenschlüsse“ darstellt. Die Änderungen
sind anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2016 beginnen. Die Änderungen haben
keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss.
ÄNDERUNGEN AN IAS 1 „DARSTELLUNG DES ABSCHLUSSES“
Die Änderungen wurden am 18. Dezember 2014 vom IASB veröffentlicht und am 21. Dezember 2015 in
europä­isches Recht übernommen. Sie betreffen Angaben zum Jahresabschluss und Folgeänderungen des
IAS 34 und IFRS 7. Die Änderungen sind anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2016
beginnen. Die Änderungen haben keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss.
ÄNDERUNGEN AN IAS 16 „SACHANLAGEN“ UND IAS 38 „IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE“
Die Änderungen wurden vom IASB am 12. Mai 2014 veröffentlicht und am 3. Dezember 2015 in europäisches
Recht übernommen. Sie beinhalten Leitlinien zur Festlegung von akzeptablen Abschreibungsmethoden.
Die Änderungen sind anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2016 beginnen. Die
Änderungen haben keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss.
ÄNDERUNGEN AN IAS 16 „SACHANLAGEN“ UND IAS 41 „LANDWIRTSCHAFT“	
Die Änderungen wurden vom IASB am 30. Juni 2014 veröffentlicht und am 24. November 2015 in europäisches
Recht übernommen. Sie beinhalten Zuordnungsregeln zur Bilanzierung fruchttragender Gewächse nach IAS 16
und deren Früchte nach IAS 41. Die Änderungen sind anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem
1. Januar 2016 beginnen. Die Änderungen haben keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

44

VOR WOR T     
BERICHT DES AUFSICHTSR ATS     
L AGEBERICHT     
ANHANG IFRS     BES TÄTIGUNGSVERMERK

ÄNDERUNGEN AN IAS 27 „EINZELABSCHLÜSSE“
Die Änderungen wurden vom IASB am 12. August 2014 veröffentlicht und am 23. Dezember 2015 in europäisches
Recht übernommen und betreffen im Wesentlichen die Wiederzulassung der Equity-Methode als Bilanzierungs­
option. Die Änderungen sind anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2016 beginnen.
Die Änderungen haben keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss.
SAMMELSTANDARD „VERBESSERUNGEN AN DEN IFRS 2012−2014“
Der Sammelstandard wurde am 16. Dezember 2015 von der EU verabschiedet. Die Änderungen betreffen im
Einzelnen die Standards IFRS 5, IFRS 7, IAS 19 und IAS 34. Die Änderungen haben keine Auswirkungen auf den
Konzernabschluss.
IAS 19 „LEISTUNGEN AN ARBEITNEHMER“
Mit dieser Änderung wird klargestellt, dass die Beurteilung der Markttiefe für erstrangige festverzinsliche
Unternehmensanleihen auf Ebene der Währung, auf welche die Anleihe lautet, erfolgt, wohingegen das
Emissionsland nicht relevant ist. Wenn für erstrangige festverzinsliche Unternehmensanleihen in dieser Währung
kein liquider Markt existiert, sind die Marktrenditen für Staatsanleihen heranzuziehen. Diese Änderung ist
prospektiv anzuwenden. Die Änderungen haben keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss.
Weitere Standards und Interpretationen wurden im Geschäftsjahr 2015 nicht veröffentlicht.

3	KONSOLIDIERUNGSKREIS
Im Konzernabschluss werden neben der GASAG 18 inländische Tochterunternehmen vollkonsolidiert und 9 assoziierte
Unternehmen sowie 2 Unternehmen unter gemeinschaftlicher Führung nach der Equity-Methode bilanziert.

ÄNDERUNGEN DES KONSOLIDIERUNGSKREISES
Der Konsolidierungskreis hat sich im Geschäftsjahr wie folgt verändert:
Aufgrund des Gesellschafterbeschlusses vom 22. Dezember 2015 ist die GASAG als Kommanditist mit Wirkung
zum 31. Dezember 2015 aus der VR-Leasing SOLIDUS Siebte GmbH & Co. Immobilien KG, Eschborn, ausgeschieden.
AUSBLICK 2016:
Mit dem Anteilskauf- und Abtretungsvertrag vom 10. Dezember 2015 verkaufte die
EMB Energie Mark Brandenburg GmbH, Potsdam, 23,9 % der Anteile an der Gasversorgung Zehdenick GmbH,
Zehdenick, mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Januar 2015 an die Stadtwerke Zehdenick GmbH, Zehdenick.
Die Wirksamkeit des Vertrages war zum Bilanzstichtag aufschiebend bedingt durch die noch ausstehende
Eintragung einer im Zusammenhang mit dem Anteilsverkauf erfolgten Kapitalerhöhung in das Handelsregister.
Der Anteilsverkauf ist zum 10. Februar 2016 wirksam vollzogen worden.
Die ARGE Großräschen überträgt mit Wirkung zum 1. Januar 2016 alle Rechte und Pflichten aus Verträgen
gemäß Übertragungsvereinbarung vom 8. Dezember 2015 auf die ARGE Wärmelieferung. Die ARGE Großräschen
wird durch Gesellschafterbeschluss vom 8. Dezember 2015 mit Wirkung zum 1. Januar 2016 beendet.

45

G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2 0 15

Beteiligungsübersicht

direkte Anteile

Vollkonsolidierte Unternehmen
1.

BAS Abrechnungsservice Beteiligungs-GmbH, Berlin 1

100 %

2.

BAS Abrechnungsservice GmbH & Co. KG, Berlin 1

100 %

3.

Berliner Erdgasspeicher GmbH & Co. KG, Berlin

100 %

4.

Berliner Erdgasspeicher Verwaltungs-GmbH, Berlin 1

100 %

5.

Bio-Erdgas Neudorf GmbH, Groß Pankow

74,9 %

6.

DSE Direkt-Service Energie GmbH, Berlin 1

7.

EMB Beteiligungsgesellschaft mbH, Potsdam

8.

EMB Energie Mark Brandenburg GmbH, Potsdam 1

9.

GASAG Bio-Erdgas Schwedt GmbH, Schwedt / Oder 1

100 %

10.

GASAG Contracting GmbH, Berlin 1

100 %

11.

infrest – Infrastruktur eStrasse GmbH, Berlin

12.

KKI-Kompetenzzentrum Kritische Infrastrukturen GmbH, Berlin 1, 8

74,9 %

13.

NBB Netz-Beteiligungs-GmbH, Berlin

100 %

14.

NBB Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg mbH & Co. KG, Berlin

15.

Netzgesellschaft Forst (Lausitz) mbH & Co. KG, Forst (Lausitz) 1, 6

16.

SpreeGas Gesellschaft für Gasversorgung und Energiedienstleistung mbH, Cottbus

17.

Stadtwerke Forst GmbH, Forst (Lausitz) 1

18.

umetriq Metering Services GmbH, Berlin

1

1, 4

100 %
100 %

1, 4

73,30987 %

67,36 %

1, 8

1

100 %

1, 5

100 %
1

66,338 %
74,9 %
100 %

1

At equity bilanzierte Unternehmen
50 %

19.

ARGE Großräschen, Cottbus 7, 10

20.

ARGE Wärmelieferung, Cottbus

21.

Berliner Energieagentur GmbH, Berlin 2

50 %

7, 10

25 %
37 %

22.

Gas-Versorgungsbetriebe Cottbus GmbH, Cottbus

23.

Gasversorgung Zehdenick GmbH, Zehdenick 2, 4, 13

49 %

24.

GreenGas Produktionsanlage Rathenow GmbH & Co. KG, Rathenow 2, 4

49 %

25.

GreenGas Rathenow Verwaltungs GmbH, Rathenow 2, 4

49 %

26.

Rathenower Netz GmbH, Rathenow

35 %

27.

Tevaro GmbH, Berlin

28.

NGK Netzgesellschaft Kyritz GmbH, Kyritz 2, 4

29.

Netzgesellschaft Hohen Neuendorf Gas GmbH & Co. KG, Hohen Neuendorf

2, 7

2, 4

33,33 %

2

49 %
49 %

2, 4

Andere Anteile
30.

BEGA.tec GmbH, Berlin 3

19 %
19,77309 %

31.

local energy GmbH, Greifswald

32.

Partner für Berlin – Gesellschaft für Hauptstadt-Marketing mbH, Berlin 3

3, 4

33.

Stadtwerke Brandenburg an der Havel GmbH & Co. KG, Brandenburg an der Havel

34.

Stadtwerke Brandenburg Verwaltungs GmbH, Brandenburg an der Havel 3, 9, 12

35.

Stadtwerke Premnitz GmbH, Premnitz

	

1

	

2

	

3

	

4

	nicht einbezogen, da weder beherrschender noch maßgeblicher Einfluss
der GASAG Berliner Gaswerke Aktiengesellschaft, Berlin, gegeben ist
	mittelbare Beteiligung über die EMB Energie Mark Brandenburg GmbH,
Potsdam

	

6

	

7

	davon 80,5 Prozent unmittelbar und 16,5 Prozent mittelbar über die EMB
Energie Mark Brandenburg GmbH und 3 Prozent mittelbar über die
SpreeGas GmbH
	mittelbare Beteiligung über die Stadtwerke Forst GmbH, Forst (Lausitz)

46

12,25 %
10 %

	

8

	

9

	mittelbare Beteiligung über die NBB Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg
mbH & Co. KG, Berlin

	maßgeblicher Einfluss liegt vor

5

12,25 %

3, 4

	einbezogen wegen eines beherrschenden Einflusses

	

< 1 %
3, 9, 11

	mittelbare Beteiligung über die SpreeGas Gesellschaft für Gasversorgung
und Energiedienstleistung mbH, Cottbus

	mittelbare Beteiligung über die EMB Beteiligungsgesellschaft mbH,
Potsdam
	gemeinschaftliche Führung

	10

	 in 2015 Formwechsel zur GmbH & Co. KG

	

11

	

12

	Gründung in 2015 als Komplementärin der Stadtwerke Brandenburg an der
Havel GmbH & Co. KG
	Anteilsverkauf von 23,9 % zum 31. Dezember 2015; aufschiebende
Wirkung wegen ausstehender Eintragung einer Kapitalerhöhung in das
Handelsregister.

	13

VOR WOR T     
BERICHT DES AUFSICHTSR ATS     
L AGEBERICHT     
ANHANG IFRS     BES TÄTIGUNGSVERMERK

4	KONSOLIDIERUNGSGRUNDSÄTZE
Der Konzernabschluss umfasst die GASAG und die von ihr beherrschten Tochtergesellschaften. Tochterunter­nehmen
werden ab dem Erwerbszeitpunkt, das heißt ab dem Zeitpunkt, an dem der Konzern die Beherrschung erlangt,
vollkonsolidiert. Der Erwerb von Anteilen ohne beherrschenden Einfluss wird nach der so genannten
­Entity-Concept-Methode bilanziert. Die Konsolidierung endet, sobald die Beherrschung durch das Mutterunternehmen
nicht mehr besteht. Die Abschlüsse der Tochterunternehmen werden unter Anwendung einheitlicher Rechnungslegungsmethoden für die gleiche Berichtsperiode aufgestellt wie der Abschluss des Mutterunternehmens. Alle
konzerninternen Salden, Geschäftsvorfälle, unrealisierte Gewinne und Verluste aus konzerninternen Transaktionen
und Dividenden werden in voller Höhe eliminiert.
Verluste eines Tochterunternehmens werden den Anteilen ohne beherrschenden Einfluss auch dann zugeordnet,
wenn dies zu einem negativen Saldo führt.
Eine Veränderung der Beteiligungshöhe an einem Tochterunternehmen ohne Verlust der Beherrschung wird als
Eigenkapitaltransaktion bilanziert.
Verliert das Mutterunternehmen die Beherrschung über ein Tochterunternehmen, so werden die Buchungsschritte
nach IFRS 10.25 durchgeführt.
Unternehmenszusammenschlüsse werden unter Anwendung der Erwerbsmethode bilanziert. Die Anschaffungskosten
eines Unternehmenserwerbs bemessen sich als Summe der übertragenen Gegenleistung, bewertet mit dem
beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt, und der Anteile ohne beherrschenden Einfluss am erworbenen
Unternehmen. Bei jedem Unternehmenszusammenschluss bewertet der Erwerber die Anteile ohne beherrschenden
Einfluss am erworbenen Unternehmen entweder zum beizulegenden Zeitwert oder zum entsprechenden Anteil
des identifizierbaren Nettovermögens des erworbenen Unternehmens. Im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses angefallene Kosten werden als Aufwand erfasst und als Verwaltungskosten ausgewiesen.
Erwirbt der Konzern ein Unternehmen, beurteilt er die geeignete Klassifizierung und Designation der finanziellen
Vermögenswerte und übernommenen Schulden in Übereinstimmung mit den Vertragsbedingungen, wirtschaftlichen
Gegebenheiten und am Erwerbszeitpunkt vorherrschenden Bedingungen. Dies beinhaltet auch eine Trennung der
in Basisverträgen eingebetteten Derivate.
Bei sukzessiven Unternehmenszusammenschlüssen wird der vom Erwerber zuvor an dem erworbenen Unternehmen
gehaltene Eigenkapitalanteil zum beizulegenden Zeitwert am Erwerbszeitpunkt neu bestimmt und der daraus
resultierende Gewinn oder Verlust erfolgswirksam erfasst.
Die vereinbarte bedingte Gegenleistung wird zum Erwerbszeitpunkt zum beizulegenden Zeitwert erfasst.
Nachträgliche Änderungen des beizulegenden Zeitwerts einer bedingten Gegenleistung, die einen Vermögenswert
oder eine Schuld darstellt, werden in Übereinstimmung mit IAS 39 entweder in der Gewinn- und Verlustrechnung
oder im sonstigen Ergebnis erfasst. Eine bedingte Gegenleistung, die als Eigenkapital eingestuft ist, wird nicht neu
bewertet und ihre spätere Abgeltung wird im Eigenkapital bilanziert.

47

G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2 0 15

5	 BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN
ERMESSENSENTSCHEIDUNGEN BEI DER ANWENDUNG DER BIL ANZIERUNGS- UND
BEWERTUNGSMETHODEN
Finanzielle Vermögenswerte sind einzuordnen in die Kategorien „Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente“,
„Ausgereichte Kredite und Forderungen“, „Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte“ und „Bis
zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen“.

ANNAHMEN UND SCHÄTZUNGEN
Bei der Aufstellung des GASAG-Konzernabschlusses wurden Annahmen und Schätzungen verwendet, die sich auf
Ausweis und Höhe der bilanzierten Vermögenswerte, Schulden, Erträge, Aufwendungen sowie der Eventualschulden
ausgewirkt haben. Die tatsächlichen Werte können in Einzelfällen von den getroffenen Annahmen und Schätzungen
abweichen. Die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen sowie sonstige am Stichtag bestehende wesentliche
Quellen von Schätzungsunsicherheiten, aufgrund derer ein beträchtliches Risiko besteht, dass innerhalb des nächsten
Geschäftsjahres eine wesentliche Anpassung der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden erforderlich sein
wird, werden im Anhang bei den betroffenen Sachverhalten dargestellt.
Annahmen und Schätzungen werden unter anderem bei der Beurteilung von Finanzinstrumenten, der Bildung
von Rückstellungen, insbesondere im Personalbereich im Zusammenhang mit Rückstellungen gegenüber der
Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder, Karlsruhe, nachfolgend VBL genannt, Rückforderungsansprüchen
und bei Werthaltigkeitstests getroffen.
Die Auswirkungen der Schätzannahme auf die Bilanz sind in der jeweiligen Erläuterung der betreffenden Bilanzposition
dargestellt.

ERTRAGS- UND AUF WANDSREALISIERUNG
Die Realisierung der Umsatzerlöse erfolgt grundsätzlich zum Zeitpunkt der Lieferung an den Kunden beziehungsweise mit Erbringung der Leistung. Die Leistungen gelten als erbracht und die Waren oder Erzeugnisse als
geliefert, wenn die mit dem Eigentum verbundenen Risiken auf den Käufer übergegangen sind. Die Umsatzerlöse
aus dem Verkauf von Erdgas, Wärme, Strom und Wasser an Endverbraucher und Weiterverteiler sowie aus den
Netznutzungsentgelten werden erfasst, wenn sie vom Kunden aufgrund einer vertraglichen Vereinbarung abgenommen worden sind. Die Umsatzerlöse entsprechen dem Wert der gelieferten und abgerechneten Mengen,
einschließlich der geschätzten Werte für gelieferte Mengen zwischen der letzten Abrechnung und dem
Bilanzstichtag.
Zinserträge werden periodengerecht unter Berücksichtigung der Effektivverzinsung angesetzt.
Gewinnausschüttungen werden mit der Entstehung des Rechtsanspruchs auf Zahlung vereinnahmt.
Betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung beziehungsweise zum Zeitpunkt ihrer
Verursachung als Aufwand erfasst.
Zinsaufwendungen werden periodengerecht in den Finanzierungsaufwendungen erfasst.
Fremdkapitalkosten werden als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten von qualifizierten Vermögenswerten
aktiviert. Alle sonstigen Fremdkapitalkosten werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie angefallen sind.
Regulatorische Abgrenzungsposten (Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten) entsprechen nicht der
IFRS-Definition von Vermögenswerten und Schulden und werden daher nicht angesetzt.

48

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ANHANG IFRS     BES TÄTIGUNGSVERMERK

IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE
Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung wurden für Akquisitionen vor dem 1. Januar 2010
in Übereinstimmung mit IFRS 3 in Verbindung mit IAS 36 aktiviert. Bei der erstmaligen Aktivierung erfolgte die
Bewertung zu Anschaffungskosten, das heißt zu dem Unterschiedsbetrag zwischen den Anschaffungskosten
eines Unternehmenserwerbes und dem Anteil des Erwerbers an den beizulegenden Zeitwerten der erworbenen
identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden.
Ab dem 1. Januar 2010 wird bei erstmaligem Ansatz der Geschäfts- oder Firmenwert zu Anschaffungskosten
bewertet, die sich als Überschuss der übertragenen Gesamtgegenleistung und des Betrags des Anteils ohne
beherrschenden Einfluss über die erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Schulden
des Konzerns bemessen. Liegt diese Gegenleistung unter dem beizulegenden Zeitwert des Reinvermögens des
erworbenen Tochterunternehmens, wird der Unterschiedsbetrag in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
Die Geschäfts- oder Firmenwerte werden nicht planmäßig abgeschrieben. Nach dem erstmaligen Ansatz wird der
Geschäfts- oder Firmenwert zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungsaufwendungen
bewertet. Zum Zweck des Wertminderungstests wird der im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses
erworbene Geschäfts- oder Firmenwert ab dem Erwerbszeitpunkt den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten des
Konzerns zugeordnet, die vom Unternehmenszusammenschluss erwartungsgemäß profitieren werden. Dies gilt
unabhängig davon, ob andere Vermögenswerte oder Schulden des erworbenen Unternehmens diesen zahlungsmittel­
generierenden Einheiten zugeordnet werden.
Einmal jährlich sowie beim Vorliegen von Anhaltspunkten, die auf eine Wertminderung schließen lassen, unterliegen Geschäfts- oder Firmenwerte einem Impairment Test (Wertminderungstest). Dies erfordert eine Schätzung
der Nutzungswerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, denen der Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet ist. Zur Schätzung des Nutzungswertes muss die Unternehmensleitung die voraussichtlichen Cashflows der
zahlungsmittelgenerierenden Einheit schätzen und darüber hinaus einen angemessenen Abzinsungssatz wählen,
um den Barwert dieser Cashflows zu ermitteln.
Die Wertminderung wird durch die Bewertung des erzielbaren Betrags der zahlungsmittelgenerierenden Einheit,
auf die sich der Geschäfts- oder Firmenwert bezieht, bestimmt. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus
beizulegendem Zeitwert abzüglich der Verkaufskosten und des Nutzungswertes. Ist der erzielbare Betrag einer
bestimmten zahlungsmittelgenerierenden Einheit geringer als der Buchwert, so wird eine Wertberichtigung
vorgenommen. Eine Wertaufholung bei den Geschäfts- oder Firmenwerten ist nach den Regelungen des IAS 36
nicht zulässig.
Grundlage für die Ermittlung der Nutzungswerte für die zahlungsmittelgenerierenden rechtlichen Einheiten sind
die mittelfristigen Planungen, welche für interne Berichtszwecke zugrunde gelegt werden. Die mittelfristige
Planungsrechnung umfasst einen Zeitraum von drei Jahren. Die Bewertung der Wetterdaten basiert auf dem
30-jährigen Temperaturmittel (1982–2011 fest). Die Umsatz- und Bezugskostenplanungen werden beeinflusst
durch die Entwicklung der Preispfade für Handels- und ölgebundene Mengen im Planungszeitraum und orientieren
sich am Marktniveau (TTF und Forwards). Es erfolgt wie schon in der Vorjahresplanung die vollständige
Beschaffung zu Marktpreisen. Dem verschärften Gas-zu-Gas-Wettbewerb wird mit weiterer Produktdiversifizierung
begegnet, um sowohl Gasabsatzmengen in den Heimatmärkten zu halten als auch den Ausbau des Geschäfts in
fremden Märkten zu stützen. Für im Wettbewerb verlorene Gasabsatzmengen bleiben Transportmengen und
Netznutzungsentgelte in der Netzgesellschaft erhalten.
Die Diskontierungssätze werden nach dem Modell Weighted Average Costs of Capital (WACC) ermittelt. Dabei
wird der Eigenkapitalzins mit Hilfe des Capital Asset Pricing Model (CAPM) bestimmt und beträgt unter Verwendung
eines Beta-Faktors in Höhe von 0,81 (Vj. 0,75) derzeit 6,30 % (Vj. 6,25 %). Die Fremdkapitalzinsen leiten sich aus
Zinssätzen für langfristige Neukredite und anderen marktüblichen Fremdkapitalsätzen ab und liegen bei 1,99 %
(Vj. 2,33 %) nach Steuern. Der Diskontierungszins ist darüber hinaus abhängig vom Verhältnis des eingesetzten

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Eigen- und Fremdkapitals. Der resultierende WACC liegt bei 7,54 % (Vj. 6,97 %) vor Steuern. Dabei ist der
­Abzinsungssatz zur Bewertung des Nutzungswertes eines Vermögenswertes grundsätzlich einheitlich auf den
Konzern und die Bewertungszeiträume anzuwenden. Er kann angepasst werden, wenn ein Nutzungswert sensitiv
auf die unterschiedlichen Risiken in den verschiedenen Perioden, auf die Laufzeitstruktur der Zinssätze sowie auf
die Kapitalstruktur reagiert. Die am Anschluss an den Planungszeitraum berücksichtigte Wachstumsrate zum
31. Dezember 2015 wurde mit 0,50 % beziehungsweise für SpreeGas mit 0,75 % (Vj. 1,00 %) bewertet.
Separat erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zu ihren Anschaffungskosten aktiviert.
Bei den im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbenen immateriellen Vermögenswerten
­entsprechen die Anschaffungskosten dem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt. Nach dem erstmaligen
Ansatz wird das Anschaffungskostenmodell angewendet.
Selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte werden gemäß IAS 38 nur dann angesetzt, wenn folgende
Kriterien vollständig erfüllt sind:
ƒƒ	die technische Realisierbarkeit und Absicht der Fertigstellung,
ƒƒ	 die Fähigkeit, den immateriellen Vermögenswert zu nutzen oder zu verkaufen,
ƒƒ	die Erzielung eines voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzens in Form eines Marktes oder in Bezug auf die

interne Nutzung,
ƒƒ	die Verfügbarkeit hinreichender technischer, finanzieller und anderer Ressourcen, um die Entwicklung des

immateriellen Vermögenswertes abzuschließen und
ƒƒ	
die eindeutige Abgrenzung des entsprechenden Vermögenswertes, das heißt, die der Entwicklung

­zurechen­baren Kosten können verlässlich ermittelt werden.
Nach der erstmaligen Aktivierung werden selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte nach dem Herstellungs­
kostenmodell zu ihren fortgeführten Herstellungskosten bewertet. Die Herstellungskosten umfassen dabei alle
Kosten, die der Schaffung, Herstellung und Vorbereitung des Vermögenswertes direkt zugerechnet werden können.
Ausgaben für Forschung werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie anfallen.
Im Falle der Modifikation bestehender Software werden die damit im Zusammenhang stehenden Kosten als
Periodenaufwand erfasst, wenn lediglich der bisherige Systemzustand gewahrt bleibt.
Mit Ausnahme der bilanzierten Geschäfts- und Firmenwerte weisen alle anderen erworbenen und selbst geschaffenen
immateriellen Vermögenswerte eine begrenzte wirtschaftliche Nutzungsdauer auf und werden planmäßig linear
abgeschrieben. An jedem Bilanzstichtag wird bei immateriellen Vermögenswerten eingeschätzt, ob ein
Anhaltspunkt dafür vorliegt, dass ein Vermögenswert wertgemindert sein könnte. Wenn ein solcher Anhaltspunkt
vorliegt, wird ein Impairment Test durchgeführt.
Bei immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer wird mindestens einmal jährlich für den
einzelnen Vermögenswert oder auf der Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit ein Impairment Test
durchgeführt. Diese immateriellen Vermögenswerte werden nicht planmäßig abgeschrieben.

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Die konzerneinheitlichen Nutzungsdauern stellen sich wie folgt dar:

Immaterieller Vermögenswert
Geschäfts- oder Firmenwerte
Erworbene immaterielle Vermögenswerte
Selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte

Nutzungsdauer
keine
5−20 Jahre
5 Jahre

Die Überprüfung der Nutzungsdauern findet zum Ende eines jeden Geschäftsjahres beziehungsweise bei einem
aufgetretenen Ereignis statt; erforderliche Anpassungen werden prospektiv vorgenommen.

SACHANL AGEN
Sachanlagen werden mit ihren Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten abzüglich kumulierter
planmäßiger Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen bilanziert. Die Herstellungskosten
von selbst erstellten Anlagen enthalten neben den Einzelkosten einen angemessenen Teil an notwendigen
Gemeinkosten. Erhaltene Baukostenzuschüsse sowie Investitionszuschüsse und -zulagen mindern die Anschaffungsoder Herstellungskosten nicht direkt, sondern werden als passivischer Abgrenzungsposten ausgewiesen.
Bei dem im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbenen Sachanlagevermögen entsprechen die
Anschaffungskosten dem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt. Nach dem erstmaligen Ansatz wird das
Anschaffungskostenmodell angewendet.
Rückbauverpflichtungen werden in Höhe des Barwertes beim Eingehen der Verpflichtung als Bestandteil der
Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert und ratierlich über die wirtschaftliche Nutzungsdauer des
zugehörigen Vermögenswertes abgeschrieben. Wartungs- und Reparaturkosten werden als Aufwand erfasst.
Erneuerungs- und Erhaltungsaufwendungen, welche die Nutzungsdauer eines Vermögenswertes verlängern,
werden aktiviert.
Mit Ausnahme der Grundstücke und Grunddienstbarkeiten (einschließlich der Grunddienstbarkeiten gemäß
§ 9 GBBerG) sowie für den Betrieb des Berliner Erdgasspeicher erforderlichen Kissengases, denen eine unbegrenzte
Nutzungsdauer zugrunde liegt, werden alle Sachanlagen linear abgeschrieben.
Den planmäßigen Abschreibungen der Sachanlagen mit begrenzter Nutzungsdauer liegen konzerneinheitlich
folgende wirtschaftliche Nutzungsdauern zugrunde:

Sachanlagen
Bezugs-, Erzeugungs- und Verteilungsanlagen
Gebäude
Sonstiges Sachanlagevermögen

Nutzungsdauer
5−50 Jahre
30 Jahre
2−13 Jahre

Zu jedem Bilanzstichtag werden die Buchwerte der Sachanlagen auf Werthaltigkeit überprüft. Bei Hinweisen auf
eine mögliche Wertminderung wird ein Impairment Test durchgeführt. Beim Wegfall der Gründe für außerplanmäßige
Wertminderungen werden entsprechende Zuschreibungen bis maximal zur Höhe der fortgeführten Anschaffungsoder Herstellungskosten vorgenommen.
Ein Gegenstand des Sachanlagevermögens wird bei seinem Abgang oder, wenn aus einer fortgeführten Nutzung
des Vermögenswertes kein künftiger wirtschaftlicher Nutzen zu erwarten ist, ausgebucht. Gewinne oder Verluste
aus der Ausbuchung eines Vermögenswertes (ermittelt als Differenz zwischen Nettoveräußerungserlös und
Buchwert) werden im Geschäftsjahr der Ausbuchung des betreffenden Vermögenswertes erfolgswirksam erfasst.

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Die Überprüfung der Nutzungsdauern findet zum Ende eines jeden Geschäftsjahres beziehungsweise bei einem
aufgetretenen Ereignis statt; erforderliche Anpassungen werden prospektiv vorgenommen.

LEASING / STRUKTURIERTE TRANSAKTIONEN
Die Feststellung, ob eine Vereinbarung einen Leasing-Vorgang enthält, basiert auf der ökonomischen Substanz
der Vereinbarung und erfordert eine Einschätzung, ob die Erfüllung der Vereinbarung von der Nutzung eines
spezifischen Vermögenswertes abhängig ist und ob die Vereinbarung das Recht auf die Nutzung des Vermögenswertes
überträgt.
Leasing-Transaktionen werden entsprechend den vertraglichen Regelungen und den daraus resultierenden Chancen
und Risiken gemäß IAS 17 klassifiziert. Das wirtschaftliche Eigentum an Leasinggegenständen wird demjenigen
Vertragspartner in einem Leasingverhältnis zugerechnet, der die wesentlichen Chancen und Risiken trägt, die mit
dem Leasinggegenstand verbunden sind.
Sofern dem GASAG-Konzern als Leasingnehmer das wirtschaftliche Eigentum zuzurechnen ist, wird das Leasingobjekt
als Finance Lease in Höhe des beizulegenden Zeitwertes beziehungsweise des niedrigeren Barwertes der
Mindestleasingzahlungen aktiviert und linear über die wirtschaftliche Nutzungsdauer beziehungsweise, wenn zu
Beginn des Leasingverhältnisses der Eigentumsübergang auf den GASAG-Konzern nicht hinreichend sicher ist,
über kürzere Vertragslaufzeiten abgeschrieben. Die Pachtzahlungen stellen die ratierlichen Tilgungen der passivierten
Leasingverbindlichkeiten und den Finanzierungsaufwand dar. Wenn das wirtschaftliche Eigentum am Leasing­
gegenstand nicht dem GASAG-Konzern als Leasingnehmer zuzurechnen ist, wird das Leasingverhältnis als
Operate Lease klassifiziert; die Leasingraten werden in den Sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.
Tritt der GASAG-Konzern als Leasinggeber auf und wird das Leasingverhältnis als Finance Lease eingestuft, wird
eine Forderung in Höhe des Nettoinvestitionswertes aus dem Leasingverhältnis angesetzt. Vereinnahmte Leasing­
raten werden in Tilgungen der Leasingforderung und erfolgswirksame Finanzerträge aufgeteilt. Die Forderung
aus dem Leasingverhältnis wird nach der Effektivzinsmethode getilgt und fortgeschrieben.
Bei den strukturierten Transaktionen in der rechtlichen Form von Leasingverhältnissen handelt es sich um die
Bereitstellung von Finanzierungsmitteln, mit den Vermögenswerten als Sicherheit. Demzufolge liegt gemäß IFRS
kein Veräußerungsvorgang vor. Die rechtlichen Verkäufe an die finanzierenden Vertragspartner erfolgten zu
Buchwerten, so dass die erhaltenen Entgelte zu keinen Erträgen führten.

ANTEILE AN ASSOZIIERTEN UNTERNEHMEN UND GEMEINSCHAFTSUNTERNEHMEN
Gemeinschaftsunternehmen im Sinne des IFRS 11 liegen gemeinsame Vereinbarungen, bei denen die Parteien,
welche die gemeinschaftliche Führung ausüben, Rechte am Nettovermögen der Vereinbarung besitzen, zugrunde.
Der Bilanzansatz der Anteile an Gemeinschaftsunternehmen erfolgt nach IFRS 11.24 unter Verwendung der
Equity-Methode gemäß IAS 28.
Der Bilanzansatz der Anteile an assoziierten Unternehmen und an Gemeinschaftsunternehmen, die nach IAS 28
gemäß der Equity-Methode bewertet werden, erfolgt zu Anschaffungskosten. Der Buchwert der Anteile erhöht
beziehungsweise verringert sich entsprechend dem anteiligen Gewinn oder Verlust des Beteiligungsunternehmens.
Der mit einem assoziierten Unternehmen oder einem Gemeinschaftsunternehmen verbundene Geschäfts- oder
Firmenwert ist im Buchwert des Anteils enthalten.

WERTMINDERUNG VON VERMÖGENSWERTEN
Der Konzern beurteilt an jedem Bilanzstichtag, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass ein Vermögenswert
wertgemindert sein könnte. Liegen solche Anhaltspunkte vor oder ist eine jährliche Überprüfung eines Vermögenswerts
auf Wertminderung erforderlich, wird der erzielbare Betrag geschätzt. Der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts
ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert eines Vermögenswerts oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit abzüglich Veräußerungskosten und des Nutzungswertes. Übersteigt der Buchwert eines
Vermögenswerts seinen erzielbaren Betrag, wird der Vermögenswert als wertgemindert betrachtet und auf
seinen erzielbaren Betrag abgeschrieben. Zur Ermittlung des Nutzungswerts werden die geschätzten künftigen
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Cashflows unter Zugrundelegung eines Abzinsungssatzes vor Steuern, der die aktuellen Markterwartungen hinsichtlich des Zinseffektes und der spezifischen Risiken des Vermögenswerts widerspiegelt, auf ihren Barwert abgezinst.
An jedem Bilanzstichtag wird geprüft, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass ein Wertminderungsaufwand, der
in früheren Berichtsperioden erfasst worden ist, nicht länger besteht oder sich vermindert haben könnte. Liegt ein
solcher Anhaltspunkt vor, wird der erzielbare Betrag geschätzt. Ein zuvor erfasster Wertminderungsaufwand wird
dann aufgehoben, wenn sich seit der Erfassung des letzten Wertminderungsaufwands eine Änderung in den
Schätzungen ergeben hat, die bei der Bestimmung des erzielbaren Betrags herangezogen wurden. Wenn dies der
Fall ist, wird der Buchwert des Vermögenswerts auf seinen erzielbaren Betrag erhöht. Zuschreibungen auf
Geschäfts- oder Firmenwerte sind nicht zulässig.

FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE
Finanzielle Vermögenswerte im Sinne von IAS 39 werden entweder als finanzielle Vermögenswerte, die erfolgswirksam
zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, als ausgereichte Kredite und Forderungen, als zur Veräußerung
verfügbare finanzielle Vermögenswerte oder als bis zur Endfälligkeit gehaltene Investitionen kategorisiert. Der
Konzern legt die Klassifizierung seiner finanziellen Vermögenswerte mit dem erstmaligen Ansatz fest. Bei dem
erstmaligen Ansatz von finanziellen Vermögenswerten werden diese zu ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet.
Im Falle von anderen finanziellen Vermögenswerten als solchen, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
bewertet werden, werden darüber hinaus Transaktionskosten berücksichtigt, die direkt dem Erwerb des Vermögens­
werts zuzurechnen sind. Die Folgebewertung der finanziellen Vermögenswerte erfolgt je nach Kategorisierung zum
beizulegenden Zeitwert oder zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode.
Bei marktüblichen Käufen und Verkäufen von originären finanziellen Vermögenswerten erfolgt die Bilanzierung
zum Erfüllungstag und damit zu dem Tag, an dem der Vermögenswert geliefert und die Schuld beglichen wird.
Der GASAG-Konzern hielt in den Geschäftsjahren 2014 und 2015 keine Finanzinstrumente, die als bis zur Endfälligkeit
gehaltene Finanzinvestitionen klassifiziert wurden. Der Kategorie als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
bewertete finanzielle Vermögenswerte wurden ausschließlich derivative Finanzinstrumente zugeordnet.
Sonstige Ausleihungen, die der Kategorie ausgereichte Kredite und Forderungen zugeordnet sind, werden in
Folgeperioden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bilanziert.
Entstehende Gewinne oder Verluste werden nur im Periodenergebnis erfasst, wenn der finanzielle Vermögenswert
ausgebucht, wertgemindert oder amortisiert wird.
Gibt es einen objektiven Hinweis, dass eine Wertminderung bei mit fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierten
ausgereichten Krediten und Forderungen eingetreten ist, ergibt sich die Höhe der Verluste als Differenz zwischen
dem Buchwert des Vermögenswerts und dem Barwert der erwarteten künftigen Cashflows (mit Ausnahme künftiger,
noch nicht eingetretener Kreditausfälle), abgezinst mit dem ursprünglichen Effektivzinssatz des finanziellen
Vermögenswerts (das heißt dem bei erstmaligem Ansatz ermittelten Zinssatz). Der Buchwert des Vermögenswerts
ist entweder direkt oder unter Verwendung eines Wertberichtigungskontos zu reduzieren. Der Verlustbetrag ist
ergebniswirksam zu erfassen.
Die langfristigen Finanzinvestitionen in nicht notierte Eigenkapitalinstrumente sind der Kategorie „zur Veräußerung
verfügbar“ zugeordnet. Die Bewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Gewinne oder Verluste aus
Änderungen des beizulegenden Zeitwertes werden direkt im Eigenkapital bilanziert. Zum Zeitpunkt des Verkaufes
und bei dauerhaften Wertminderungen werden die im Eigenkapital aufgelaufenen Gewinne oder Verluste
­erfolgswirksam im Periodenergebnis erfasst.
Ist ein zur Veräußerung verfügbarer Vermögenswert in seinem Wert signifikant und anhaltend gemindert, wird
ein im Eigenkapital erfasster Betrag in Höhe der Differenz zwischen den Anschaffungskosten (abzüglich etwaiger
Tilgungen und Amortisationen) und dem aktuellen beizulegenden Zeitwert, abzüglich etwaiger, bereits früher
ergebniswirksam erfasster Wertberichtigungen dieses finanziellen Vermögenswerts in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
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Ein finanzieller Vermögenswert wird ausgebucht, wenn:
ƒƒ	die vertraglichen Rechte auf den Bezug von Cashflows aus einem finanziellen Vermögenswert erloschen sind;

oder
ƒƒ	der Konzern seine vertraglichen Rechte auf den Bezug von Cashflows aus dem finanziellen Vermögenswert an
Dritte übertragen hat und dabei entweder (a) im Wesentlichen alle Chancen und Risiken, die mit dem
Eigentum am finanziellen Vermögenswert verbunden sind, übertragen hat, oder (b) zwar im Wesentlichen alle
Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum am finanziellen Vermögenswert verbunden sind, weder übertragen
noch zurückbehalten hat, jedoch die Verfügungsmacht an dem Vermögenswert übertragen hat.

DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE UND SICHERUNGSBEZIEHUNGEN
Derivative Finanzinstrumente werden als zu Handelszwecken gehalten klassifiziert, es sei denn, es handelt sich
hierbei um Derivate, die als Sicherungsinstrument designiert wurden und als solche effektiv sind. Gewinne oder
Verluste aus finanziellen Vermögenswerten oder finanziellen Schulden, die zu Handelszwecken gehalten werden,
werden erfolgswirksam erfasst. Der erstmalige Ansatz erfolgt zum Handelstag. Derivate mit positiven beizulegenden
Zeitwerten werden auf der Aktivseite und mit negativen beizulegenden Zeitwerten auf der Passivseite der Bilanz
ausgewiesen. Die Folgebewertung der Derivate wird erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert durchgeführt.
Zum Zwecke der Bilanzierung von derivativen Finanzinstrumenten, welche die Kriterien für eine Bilanzierung von
Sicherungsgeschäften erfüllen, werden folgende Arten der Sicherungsbeziehungen unterschieden:
ƒƒ	 Absicherung des beizulegenden Zeitwerts (Fair Value Hedge)
ƒƒ	 Absicherung von Cashflows (Cashflow Hedge)

Der GASAG-Konzern hat in den Geschäftsjahren 2014 und 2015 ausschließlich Cashflow Hedges eingesetzt.
Beim Cashflow Hedge werden Änderungen zukünftiger Zahlungsströme finanzieller Vermögenswerte und finanzieller
Schulden sowie vorhergesehener Transaktionen gesichert. Das Sicherungsgeschäft wird zum beizulegenden
Zeitwert bilanziert. Sich daraus ergebende Änderungen des beizulegenden Zeitwertes des ineffektiven Teils
werden in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Die Änderungen des effektiv gesicherten Teils werden
dagegen erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Die ursprünglich im Eigenkapital ausgewiesenen Gewinne oder
Verluste des Hedges werden erst im Periodenergebnis erfolgswirksam erfasst, wenn die Gewinne oder Verluste
des effektiv gesicherten Grundgeschäfts erfolgswirksam werden.
Wird mit dem Eintritt der vorhergesehenen Transaktion nicht länger gerechnet, werden die zuvor im Eigenkapital
erfassten Beträge im Periodenergebnis erfasst. Wenn das Sicherungsinstrument ausläuft oder veräußert, beendet
oder ohne Ersatz oder ein Überrollen eines Sicherungsinstruments in ein anderes Sicherungsinstrument ausgeübt wird
oder wenn der Konzern die Designation eines Sicherungsinstruments zurückzieht, verbleiben die zuvor ausgewiesenen
Beträge solange als gesonderter Posten im Eigenkapital, bis die vorhergesehene Transaktion eingetreten ist.
Beendet ist eine Hedge Beziehung, wenn die Anforderungen für das Hedge Accounting nicht mehr erfüllt werden
oder wenn Sicherungs- oder Grundgeschäfte auslaufen, veräußert oder ausgeübt werden.

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EINGEBETTETE DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE
Der Konzern hält Bezugsverträge für Gaslieferungen mit unterschiedlichen Vorlieferanten und Laufzeiten.
Die Verträge, die zum Zweck des Empfangs oder der Lieferung von nicht finanziellen Posten gemäß des erwarteten
Einkaufs-, Verkaufs- oder Nutzungsbedarfs abgeschlossen wurden und weiterhin diesem Zweck dienen (Own Use),
werden nicht als Derivate nach IAS 39, sondern als schwebende Geschäfte gemäß IAS 37 bilanziert. Die in diesen
Verträgen enthaltenen Volumenflexibilitäten fallen unter die Own Use Exemption und werden nicht getrennt bilanziert.
Die dem Handelsbestand zugeordneten Bezugsverträge sowie die darin enthaltenen Volumenflexibilitäten werden
als Derivate nach IAS 39 behandelt.
Die Erdgaslieferungsverträge enthalten zum geringen Teil ölbasierte Preisindexierungen. Diese Preisformeln werden
getrennt als Derivate nach IAS 39 bilanziert.
Die Untersuchung gemäß IFRIC 9 auf das Vorliegen eingebetteter Derivate erfolgt bei Vertragsabschluss und
wesentlichen Veränderungen der Bezugsverträge.

VORRÄTE
Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert
bewertet. Die Anschaffungs- und Herstellungskosten sind Kosten, die angefallen sind, um das Produkt an seinen
derzeitigen Ort zu verbringen oder in seinen derzeitigen Zustand zu versetzen. Der Nettoveräußerungswert ist der
geschätzte, im normalen Geschäftsgang erzielbare Verkaufserlös abzüglich der geschätzten Kosten bis zur
Fertigstellung und der geschätzten notwendigen Vertriebskosten.
Die Anschaffungskosten der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie der Erdgasvorräte werden auf Basis gewogener
Durchschnittspreise ermittelt.
Die Herstellungskosten der unfertigen Leistungen enthalten Material- und Lohneinzelkosten sowie angemessene
Teile der Fertigungsgemeinkosten, basierend auf der normalen Kapazität ohne Berücksichtigung von
Fremdkapitalkosten.

FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN UND SONSTIGE FORDERUNGEN
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen werden mit dem ursprünglichen
Rechnungsbetrag abzüglich Wertberichtigungen bewertet. Die Wertberichtigungen tragen den erwarteten Ausfall­
risiken hinreichend Rechnung, konkrete Ausfälle führen zur Ausbuchung der betreffenden Forderungen. Im Rahmen
von Wertberichtigungen werden finanzielle Vermögenswerte, für welche ein potenzieller Abwertungsbedarf
besteht, anhand gleichartiger Ausfallrisikoeigenschaften gruppiert und gemeinsam auf Wertminderungen
untersucht sowie gegebenenfalls wertberichtigt. Bei der dazu notwendigen Ermittlung der erwarteten zukünftigen
Cashflows der Portfolien werden neben den vertraglich vorgesehenen Zahlungsströmen auch historische Ausfall­
erfahrungen berücksichtigt.
Die bilanzielle Abgrenzung auf zum Stichtag noch nicht berechnete Erdgas-, Wärme-, Strom- und Wasserverbräuche
der Tarif- und Sondervertragskunden beziehungsweise Standardlastprofil- und Registrierende-Leistungs­messungKunden ist auf der Basis einer DV-gestützten Individualhochrechnung durchgeführt worden.

LIQUIDE MITTEL
Die liquiden Mittel enthalten Schecks, Kassenbestände, Guthaben bei Kreditinstituten und kurzfristige Geldanlagen
mit ursprünglichen Laufzeiten von höchstens drei Monaten.
Für Zwecke der Konzernkapitalflussrechnung umfassen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente die zuvor
definierten liquiden Mittel.

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ZUR VERÄUSSERUNG GEHALTENE VERMÖGENSWERTE
Als zur Veräußerung gehalten klassifizierte Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen sind mit dem niedrigeren
Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten zu bewerten. Langfristige
Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen werden als zur Veräußerung gehalten klassifiziert, wenn der zugehörige
Buchwert überwiegend durch ein Veräußerungsgeschäft und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert wird.
Dies ist dann der Fall, wenn die Veräußerung höchstwahrscheinlich und der Vermögenswert oder die Veräußerungsgruppe im gegenwärtigen Zustand sofort veräußerbar ist und der Verkauf innerhalb eines Jahres ab dem Zeitpunkt
der Zuordnung abgeschlossen sein wird.
Da der Buchwert der abnutzbaren Vermögenswerte durch den Verkauf und nicht durch die Nutzung realisiert wird,
endet die planmäßige Abschreibung zum Zeitpunkt der Umklassifizierung. Korrespondierende Schulden oder
Abgrenzungsposten werden als „Schulden im Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten“
ausgewiesen.

STEUERN
TATSÄCHLICHE STEUERERSTATTUNGSANSPRÜCHE UND STEUERSCHULDEN
Die tatsächlichen Steuererstattungsansprüche und Steuerschulden für die laufende Periode und für frühere Perioden
sind mit dem Betrag zu bewerten, in dessen Höhe eine Erstattung von den Steuerbehörden beziehungsweise eine
Zahlung an die Steuerbehörden erwartet wird. Der Berechnung des Betrags werden die Steuersätze und Steuergesetze
zugrunde gelegt, die am Bilanzstichtag gelten.
LATENTE STEUERN
Die Bildung latenter Steuern erfolgt unter Anwendung der bilanzorientierten Verbindlichkeitsmethode auf alle
zum Bilanzstichtag bestehenden temporären Differenzen zwischen dem Wertansatz eines Vermögenswerts
beziehungsweise einer Schuld in der Bilanz und dem steuerlichen Wertansatz.
Latente Steuerschulden werden für alle zu versteuernden temporären Differenzen erfasst. Hierzu gibt es folgende
Ausnahmen:
ƒƒ	
Die latente Steuerschuld aus dem erstmaligen Ansatz eines Geschäfts- oder Firmenwerts oder eines Vermögenswerts

oder einer Schuld bei einem Geschäftsvorfall, der kein Unternehmenszusammenschluss ist und der zum
Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das handelsrechtliche Periodenergebnis noch das zu versteuernde Ergebnis
beeinflusst, darf nicht angesetzt werden.
ƒƒ	 Die latente Steuerschuld aus zu versteuernden temporären Differenzen, die im Zusammenhang mit Beteiligungen

an Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen und Anteilen an Gemeinschaftsunternehmen stehen, darf
nicht angesetzt werden, wenn der zeitliche Verlauf der Umkehrung der temporären Differenzen gesteuert
werden kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Unterschiede in absehbarer Zeit nicht umkehren
werden.
Latente Steueransprüche werden für alle abzugsfähigen temporären Unterschiede, noch nicht genutzten steuerlichen
Verlustvorträge, Zinsvorträge und nicht genutzten Steuergutschriften in dem Maße erfasst, in dem es wahrscheinlich
ist, dass zu versteuerndes Einkommen verfügbar sein wird, gegen das die abzugsfähigen temporären Differenzen
und die noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge und Steuergutschriften verwendet werden können.
Hierzu gibt es folgende Ausnahmen:
ƒƒ	Latente Steueransprüche aus abzugsfähigen temporären Differenzen, die aus dem erstmaligen Ansatz eines

Vermögenswerts oder einer Schuld bei einem Geschäftsvorfall entstehen, der kein Unternehmenszusammenschluss
ist und der zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das handelsrechtliche Periodenergebnis noch das zu
versteuernde Ergebnis beeinflusst, dürfen nicht angesetzt werden.

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ƒƒ	 Latente Steueransprüche aus zu versteuernden temporären Differenzen, die im Zusammenhang mit Beteiligungen

an Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen und Anteilen an Gemeinschaftsunternehmen im
Zusammenhang stehen, dürfen nur in dem Umfang erfasst werden, in dem es wahrscheinlich ist, dass sich die
temporären Unterschiede in absehbarer Zeit umkehren werden und ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis
zur Verfügung stehen wird, gegen das die temporären Differenzen verwendet werden können.
Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang reduziert,
in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen
wird, gegen das der latente Steueranspruch zumindest teilweise verwendet werden kann. Nicht angesetzte latente
Steueransprüche werden an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich
geworden ist, dass ein künftiges zu versteuerndes Ergebnis die Realisierung des latenten Steueranspruches
ermöglicht.
Latente Steueransprüche und -schulden werden anhand der Steuersätze bemessen, deren Gültigkeit für die
Periode, in der ein Vermögenswert realisiert oder eine Schuld erfüllt wird, erwartet wird. Dabei werden die
­Steuersätze (und Steuervorschriften) zugrunde gelegt, die zum Bilanzstichtag gültig oder angekündigt sind.
Ertragsteuern, die sich auf Posten beziehen, die direkt im Eigenkapital erfasst werden, werden im Eigenkapital
und nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen.
Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden miteinander verrechnet, wenn der Konzern einen
einklagbaren Anspruch auf Aufrechnung der tatsächlichen Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche
Steuer­schulden hat und diese sich auf Ertragsteuern des gleichen Steuersubjektes beziehen, die von derselben
Steuerbehörde erhoben werden.
UMSATZSTEUER
Umsatzerlöse, Aufwendungen und Vermögenswerte werden nach Abzug von Umsatzsteuern erfasst. Hierzu gibt
es folgende Ausnahmen:
ƒƒ	Wenn beim Kauf von Gütern oder Dienstleistungen angefallene Umsatzsteuer nicht von den Steuerbehörden

eingefordert werden kann, wird die Umsatzsteuer als Teil der Herstellungskosten des Vermögenswerts
­beziehungsweise als Teil der Aufwendungen erfasst; und
ƒƒ	 Forderungen und Schulden werden mitsamt dem darin enthaltenen Umsatzsteuerbetrag angesetzt.

Der Umsatzsteuerbetrag, der von der Steuerbehörde erstattet wird oder an diese abgeführt wird, wird unter den
Forderungen oder Schulden in der Bilanz erfasst.

PASSIVISCHER ABGRENZUNGSPOSTEN
Die Darstellung der Zuwendungen für Vermögenswerte im GASAG-Konzern erfolgt als passivischer Abgrenzungsposten.
In diesem Posten sind neben den Investitionszulagen der öffentlichen Hand auch die aus der NDAV (Verordnung
über Allgemeine Bedingungen für den Netzanschluss und dessen Nutzung für die Gasversorgung in Niederdruck)
und den Konzessionsverträgen resultierenden Baukosten- und Investitionszuschüsse Dritter enthalten. Die
Zuwendungen der öffentlichen Hand werden gemäß den Regelungen des IAS 20 und die Zuwendungen Dritter
gemäß IFRIC 18 bilanziert.

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Die passivierten Abgrenzungsposten werden entsprechend der folgenden sich aus den dazugehörigen Vermögens­
werten abgeleiteten Nutzungsdauern ergebniswirksam unter den sonstigen betrieblichen Erträgen aufgelöst:

Art der Zuwendung

wirtschaftliche Nutzungsdauer / 
Auflösungszeitraum der Zuwendung

Zuwendungen der öffentlichen Hand
Investitionszulagen

je nach Anlagegut

Zuwendungen Dritter
Baukosten- / Investitionszuschüsse (lt. NDAV und Konzessionsverträgen)
Sonstige Investitionszuschüsse

45 Jahre
je nach Anlagegut

Die für das Rohrnetz und die Hausanschlüsse anfallenden Baukosten- und Investitionszuschüsse werden über die
Dauer von 45 Jahren aufgelöst, da diese im überwiegenden Teil den Mittel- und Niederdruckbereich betreffen.

RÜCKSTELLUNGEN
Rückstellungen werden für eine gegenwärtige Verpflichtung der Gesellschaft (rechtlich oder faktisch) infolge eines
in der Vergangenheit liegenden Ereignisses angesetzt oder wenn es wahrscheinlich ist, dass sich aus der Erfüllung
einer gegenwärtigen Verpflichtung ein Abfluss von Ressourcen ergibt, die einen wirtschaftlichen Nutzen enthalten
und der Erfüllungsbetrag verlässlich ermittelt werden kann. Ist eine teilweise oder vollständige Erstattung einer
Rückstellung so gut wie sicher, beispielsweise im Rahmen eines Versicherungsvertrages, so wird die Erstattung als
separater Vermögenswert angesetzt.
In den Rückstellungen für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses wird die Nettoverpflichtung
im Hinblick auf leistungsorientierte Versorgungspläne für jeden Plan separat berechnet.
Die Höhe der aus dem leistungsorientierten Plan resultierenden Verpflichtung wird unter Anwendung der Methode
der laufenden Einmalprämien (Projected-Unit-Credit-Methode) ermittelt.
Die Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen werden sofort in der Bilanz
erfasst und in der Periode, in der sie anfallen, über das sonstige Ergebnis in die Gewinnrücklagen eingestellt. Eine
Umgliederung der Neubewertungen in die Gewinn- und Verlustrechnung in den Folgejahren ist ausgeschlossen.
Die Neubewertungen umfassen die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste, den Ertrag aus Planvermögen
und die Auswirkung der etwaigen Vermögensobergrenze, soweit diese nicht bereits in den Nettozinsen enthalten
sind. Die Nettozinsen werden durch Anwendung des Abzinsungssatzes auf die Nettoschuld aus den leistungs­
orientierten Versorgungsplänen ermittelt. Die Grundlage bildet der Abzinsungssatz, der zu Beginn der jährlichen
Berichtperiode verwendet wird. Die Nettozinsen der leistungsorientierten Verpflichtungen werden in der Gewinnund Verlustrechnung in den Finanzierungsaufwendungen ausgewiesen.
Änderungen oder Kürzungen der Leistungen eines Plans und daraus resultierende Gewinne oder Verluste werden
in der Gewinn- und Verlustrechnung in der Position Personalaufwand erfasst.
Die betriebliche Altersversorgung der Mitarbeiter über die VBL ist aufgrund der Subsidiärverpflichtung nach IAS 19
als ein leistungsorientierter gemeinschaftlicher Versorgungsplan mehrerer Arbeitgeber zu werten. Aufgrund von
fehlenden Informationen für die Bilanzierung der betrieblichen Altersversorgung der VBL als einen leistungsorientierten
Plan wird dieser als ein beitragsorientierter Versorgungsplan behandelt. Die Beiträge an die VBL werden
jährlich in Höhe der Umlagen im Aufwand erfasst. Für die an die VBL zu zahlenden Sanierungsgelder wird eine
langfristige Rückstellung (10 Jahre) nach IAS 19.37 bilanziert.

58

VOR WOR T     
BERICHT DES AUFSICHTSR ATS     
L AGEBERICHT     
ANHANG IFRS     BES TÄTIGUNGSVERMERK

Die Rückstellungen für andere langfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer beinhalten im Wesentlichen
die Verpflichtungen aus Altersteilzeit. Es handelt sich dabei um Leistungen zur Förderung des freiwilligen vorzeitigen
Ausscheidens der Arbeitnehmer. Die Rückstellungen werden auf Grundlage der Betriebsvereinbarungen für alle
Mitarbeiter gebildet, die einen Altersteilzeitvertrag abgeschlossen haben. Bei der Bilanzierung der Rückstellungen
werden Erfüllungsrückstände, Aufstockungsbeträge, Abfindungen für geminderte Rentenansprüche sowie
Härtefallfonds berücksichtigt. Diese Aufwendungen werden ratierlich angesammelt. Die voraussichtlich zu leistenden
Beträge werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelt und mit ihrem Barwert angesetzt. Die
Neubewertungen werden gemäß IAS 19.154 sofort im Gewinn oder Verlust erfasst. Der auf die Erfüllungsrückstände
entfallende Teil der Altersteilzeitrückstellungen wird mit dem Planvermögen saldiert ausgewiesen. Überschreitet
das Planvermögen die entsprechende Verpflichtung, wird der überschießende Betrag als finanzieller Vermögenswert
ausgewiesen.
Die übrigen Rückstellungen berücksichtigen sämtliche am Bilanzstichtag erkennbaren rechtlichen oder faktischen
Verpflichtungen gegenüber einer anderen Partei aufgrund von Ereignissen der Vergangenheit, die der Höhe nach
und / oder im Hinblick auf den Eintrittszeitpunkt unsicher sind. Die Rückstellungen werden mit ihrem Erfüllungsbetrag
angesetzt. Die Bewertung erfolgt mit dem Erwartungswert beziehungsweise mit dem Betrag, der über die höchste
Eintrittswahrscheinlichkeit verfügt.
Die langfristigen Rückstellungen werden mit ihrem auf den Bilanzstichtag abgezinsten Erfüllungsbetrag bilanziert.
Die Abzinsungssätze spiegeln jeweils die aktuellen Markterwartungen im Hinblick auf den Zinseffekt sowie
gegebenenfalls die für die Rückstellung spezifischen Risiken wider. Die Aufzinsungsbeträge werden im Finanzergebnis
ausgewiesen.
Folgende Sätze vor Steuern wurden der Barwertermittlung zugrunde gelegt:

in %

2015

2014

bis zu 5 Jahren

1,95

2,15

5 bis 10 Jahre

2,60

2,65

über 10 Jahre

3,35

3,20

Davon ausgenommen sind die Rückstellungen für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses und für
andere langfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer, für die gemäß IAS 19.83 besondere Regelungen angewandt
werden. Weitere Informationen sind der Textziffer „(25) Rückstellungen“ zu entnehmen.
Gemäß IFRIC 1 (Interpretation über die Bilanzierung von bestehenden Stilllegungs-, Wiederherstellungs- und ähnlichen
Verpflichtungen) werden geänderte Schätzungen, die auf eine Anpassung im Hinblick auf den zeitlichen Mittelabfluss,
die Höhe des Mittelabflusses oder die Höhe des für die Barwertermittlung heranzuziehenden Zinssatzes zurück­
zuführen sind, sowohl bei den Rückstellungen selbst als auch in gleicher Höhe bei den betreffenden, unter
Sachanlagen bilanzierten Vermögenswerten berücksichtigt. Hat die Anpassung eine Verminderung des Buchwertes
zur Folge und liegt der Anpassungsbetrag über dem des Restbuchwertes des Vermögenswertes, so ist der
übersteigende Betrag direkt erfolgswirksam als Aufwand zu erfassen.

FINANZIELLE SCHULDEN
Bei der erstmaligen Erfassung finanzieller Schulden werden diese mit dem beizulegenden Zeitwert der erhaltenen
Gegenleistung zuzüglich der mit der Kreditaufnahme verbundenen Transaktionskosten bewertet. Nach der
erstmaligen Erfassung werden die finanziellen Schulden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung
der Effektivzinsmethode bewertet. Gewinne und Verluste werden nur im Periodenergebnis erfasst, wenn die
Schulden ausgebucht werden.

59

G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2 0 15

Schulden aus den strukturierten Transaktionen werden bei erstmaliger Erfassung in der Höhe der erhaltenen
finanziellen Mittel bilanziert. Schulden aus den Finanzierungsleasingverträgen werden in Höhe des Barwerts der
künftigen Mindestleasingzahlungen zum Zeitpunkt der Aktivierung des Vertragsgegenstandes bilanziert. Die
Folgebewertung erfolgt in der Weise, dass die künftigen Pacht- und Leasingzahlungen so in ihre Bestandteile der
Finanzierungsaufwendungen und der Tilgung der Schuld aufgeteilt werden, dass der verbleibende Restbuchwert
der Schuld mit einem konstanten Zinssatz verzinst wird. Die Finanzierungsaufwendungen werden sofort
aufwandswirksam erfasst.
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben in der Regel eine Fälligkeit von bis zu 30 Tagen.
Die Zugangsbewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Die Folgebewertung von Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten.
Eine finanzielle Schuld wird ausgebucht, wenn die dieser Schuld zugrunde liegende Verpflichtung erfüllt, gekündigt
oder erloschen ist. Wird eine bestehende finanzielle Schuld durch eine andere finanzielle Schuld desselben Kreditgebers
mit substanziell verschiedenen Vertragsbedingungen ausgetauscht oder werden die Bedingungen einer bestehenden
Schuld wesentlich geändert, wird ein solcher Austausch oder eine solche Änderung als Ausbuchung der ursprünglichen
Schuld und Ansatz einer neuen Schuld behandelt. Die Differenz zwischen den jeweiligen Buchwerten wird im
Periodenergebnis erfasst.

EVENTUALSCHULDEN, SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN UND
EVENTUALFORDERUNGEN
Eventualschulden sind mögliche oder bestehende Verpflichtungen, die auf vergangenen Ereignissen beruhen und
bei denen ein Ressourcenabfluss nicht wahrscheinlich ist. Sofern sie nicht durch einen Unternehmenszusammenschluss
erworben wurden, werden sie nicht in der Bilanz erfasst, sondern im Anhang gezeigt. Die angegebenen
Verpflichtungsvolumen bei den Eventualschulden entsprechen dem am Bilanzstichtag bestehenden Haftungsumfang.
Unter den sonstigen finanziellen Verpflichtungen sind künftige (garantierte) Zahlungsansprüche Dritter
gegenüber den Konzerngesellschaften zu verstehen. Es handelt sich um solche Verpflichtungen, die weder
(zurzeit) bilanziell passivierungsfähig sind noch Eventualschulden darstellen.
Eventualforderungen sind mögliche Vermögenswerte, die aus Ereignissen der Vergangenheit resultieren und
deren Existenz durch das Eintreten oder Nichteintreten unsicherer künftiger Ereignisse bedingt ist.

FREMDWÄHRUNGSUMRECHNUNG
Die funktionale Währung und Berichtswährung der Gesellschaft ist Euro (€). Transaktionen in Fremdwährungen
werden zum Wechselkurs am Tag der Transaktion ausgewiesen. Monetäre Vermögenswerte und Verbindlichkeiten
in Fremdwährungen werden zum Wechselkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Unterschiedsbeträge aus Währungs­
umrechnung werden in der Konzerngewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen.

6	 ERLÄUTERUNG ZUR GESAMTERGEBNISRECHNUNG
(1)	UMSATZERLÖSE
in T €

2015

2014

Erdgaslieferung

804.606

874.512

Netznutzungsentgelte

126.500

113.289

Stromlieferung

64.570

52.326

Wärmelieferung

38.614

37.686

Übrige

21.108

20.993

1.055.398

1.098.806

60

VOR WOR T     
BERICHT DES AUFSICHTSR ATS     
L AGEBERICHT     
ANHANG IFRS     BES TÄTIGUNGSVERMERK

Die Umsatzerlöse resultieren im Wesentlichen aus Erdgaslieferungen. Davon entfallen auf das Stadtgebiet
Berlin 432.413 Tausend Euro (Vj. 437.838 Tausend Euro), auf andere Bundesländer 324.740 Tausend Euro
(Vj. 388.589 Tausend Euro) und auf Weiterverteiler 47.453 Tausend Euro (Vj. 48.085 Tausend Euro).
In den Umsatzerlösen sind EEG-Vergütungen und weitere ähnliche Vergütungen in Höhe von 3.477 Tausend Euro
(Vj. 3.302 Tausend Euro) enthalten, denen in gleicher Höhe Materialaufwendungen gegenüberstehen.

(2)	 SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE
in T €

2015

2014

Auflösung von Rückstellungen

48.890

11.539

Ausbuchung von abgegrenzten Verbindlichkeiten

10.427

5.559

9.468

9.220

Auflösung passivischer Abgrenzungsposten
Erstattung VBL Sanierungsgeld

5.417

0

Aktivierte Eigenleistungen

5.359

4.209

Auflösung von Wertberichtigungen

3.533

5.343

Erstattung für Mahn- und Gerichtskosten

3.364

3.243

Erträge aus dem Abgang von Anlagevermögen

1.196

3.726

Vermietung und Verpachtung

707

884

Marketingzuschüsse

112

134

Übrige

9.064

11.716

97.537

55.573

Der Anstieg der Auflösungen von Rückstellungen resultiert im Wesentlichen aus der teilweisen Auflösung der
Rückstellungen für VBL Sanierungsgelder (siehe auch Textziffer „(25) Rückstellungen“).
Die Erstattung des VBL Sanierungsgeldes ist unter der Textziffer „(25) Rückstellungen“ im Abschnitt „Sonstige
Rückstellungen für Personal“ erläutert.
Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten in 2015 Erträge aus dem realisierten Verkauf der zum
Bilanzstichtag am 31. Dezember 2014 als „zur Veräußerung gehalten“ ausgewiesenen langfristigen Vermögensgegenstände und Schulden in Höhe von 271 Tausend Euro (Vj. 3.557 Tausend Euro).

(3)	MATERIAL AUF WAND
in T €
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren
Aufwendungen für bezogene Leistungen

2015

2014

561.534

630.324

166.786

146.650

728.320

776.974

Im Materialaufwand sind Aufwendungen für das an die Endverbraucher direkt verteilte, an Weiterverteiler weitergeleitete sowie das durch den Konzern selbst verbrauchte Erdgas enthalten. Ferner sind Aufwendungen für Reparaturen
und Instandhaltung sowie für andere Bau- und Fremdleistungen angefallen.
Des Weiteren sind im Materialaufwand saldierte Aufwendungen und Erträge aus Energiehandelsgeschäften sowie
Commodity Derivaten ohne Hedge-Beziehung enthalten, die nach IAS 39 zu bilanzieren sind. Der Ausweis erfolgt
auf Nettobasis und beträgt 21.222 Tausend Euro (Vj. 18.418 Tausend Euro).

61

G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2 0 15

(4)	PERSONAL AUF WAND
in T €

2015

2014

Löhne und Gehälter

88.277

81.771

Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung

17.708

16.997

105.985

98.768

Der Personalaufwand ist im Geschäftsjahr 2015 um rund 7 % gestiegen. Dieser Sachverhalt resultiert im Wesent­lichen
aus Tariferhöhungen, Restrukturierungsmaßnahmen einer Serviceeinheit sowie zeitlich begrenztem Mehraufwand
im Geschäftsfeld Netze aufgrund regulatorischer Rahmenbedingungen.
In den Sozialabgaben sind Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung in Höhe von 6.944 Tausend Euro
(Vj. 6.339 Tausend Euro) enthalten.
Die Aufwendungen für Altersversorgung betragen im Berichtsjahr 3.845 Tausend Euro (Vj. 4.042 Tausend Euro).
Im Jahresdurchschnitt waren im Konzern beschäftigt:

Anzahl der Mitarbeiter *

2015

2014

Frauen

672

695

Männer

866

871

1.538

1.566

58

88

davon passive Phase Altersteilzeit
* ohne Auszubildende und Vorstand

(5)	ABSCHREIBUNGEN
Die Position Abschreibungen setzt sich für die Berichtsjahre 2014 und 2015 wie folgt zusammen:

in T €
Immaterielle Vermögenswerte
Planmäßige Abschreibungen
Außerplanmäßige Abschreibungen
Sachanlagen
Planmäßige Abschreibungen
Außerplanmäßige Abschreibungen

2015

2014

9.406

14.009

9.406

13.636

0

373

77.774

66.119

65.978

65.311

11.796

808

87.180

80.128

Von den planmäßigen Abschreibungen auf die immateriellen Vermögenswerte betreffen im laufenden
Geschäftsjahr 5.277 Tausend Euro (Vj. 7.192 Tausend Euro) Softwarelizenzen und 3.352 Tausend Euro
(Vj. 5.918 Tausend Euro) Kundenbeziehungen sowie 397 Tausend Euro (Vj. 1 Tausend Euro) Marken. Auf gewährte
Umstellbeihilfen beziehungsweise Förderungszuschüsse entfallen 356 Tausend Euro (Vj. 501 Tausend Euro).
Resultierend aus dem durchgeführten Impairment Test ergaben sich in der Position Sachanlagen Wertminderungen
bei Grundstücken in Höhe von 137 Tausend Euro (Vj. 0 Tausend Euro). Auf Erzeugungs-, Bezugs- und
Verteilungsanlagen wurden im Berichtsjahr außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 11.622 Tausend Euro
(Vj. 808 Tausend Euro) sowie auf Erdgastankstellen und dazugehörigen Anlagen in Höhe von 37 Tausend Euro
(Vj. 733 Tausend Euro) vorgenommen.
62

VOR WOR T     
BERICHT DES AUFSICHTSR ATS     
L AGEBERICHT     
ANHANG IFRS     BES TÄTIGUNGSVERMERK

Die außerplanmäßigen Abschreibungen bei den Erzeugungs-, Bezugs- und Verteilungsanlagen entfallen im
Wesentlichen auf Wertminderungen für den Berliner Erdgasspeicher. Die Situation am Speichermarkt führt zu
einem niedrigeren beizulegenden Zeitwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit am Abschlussstichtag. Im
Vorjahr lagen zum Abschlussstichtag keine Anhaltspunkte für eine Wertminderung vor. Die auf der Discounted
Cashflow-Methode basierende Bewertung beinhaltet einen Abzinsungssatz vor Steuern in Höhe von 7,48 %
(Vj. 6,97 %) und nach Steuern in Höhe von 4,86 % (Vj. 4,53 %).
Der Berliner Erdgasspeicher war bis zum 31. Dezember 2011 in der zahlungsmittelgenerierenden rechtlichen
Einheit GASAG berücksichtigt. Mittelfristig sollen für den Rest der technischen Nutzungsdauer des Speichers im
steigendem Maße Speicherverträge mit externen Dritten außerhalb des Konsolidierungskreises der GASAG
geschlossen werden. Im April 2012 wurde zur Umsetzung der Anforderungen aus dem Energiewirtschaftsgesetz
(EnWG 2011) der Speicherbetrieb in die rechtliche Einheit Berliner Erdgasspeicher GmbH & Co. KG ausgegründet.

(6)	 SONSTIGE BETRIEBLICHE AUF WENDUNGEN
in T €

2015

2014

Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten

22.051

0

IT-Dienstleistungen

18.332

18.890

Werbung, Repräsentation und Verkaufsförderung

16.663

14.030

Rechts- und sonstige Beratung einschl. Prüfungsaufwendungen

12.184

13.210

Konzessionsabgaben

11.744

11.063

9.547

12.982

Ausbuchungen und Wertberichtigung auf Forderungen

8.410

8.926

Andere Dienst- und Fremdleistungen

6.278

7.589

Versicherungen

3.396

3.503

Post- und Frachtaufwand

2.028

2.100

Bewirtungs- und Reisekosten

1.033

1.075

Abgangsverluste des Anlagevermögens

929

2.692

Sonstige Steuern

418

462

Leasingzahlungen aus Operate-Leasingverhältnissen

6.000

6.825

119.013

103.347

2015

2014

davon aus at equity bilanzierten Unternehmen

332

828

davon aus anderen Beteiligungen

699

741

1.031

1.569

Übrige

(7)	BETEILIGUNGSERGEBNIS
in T €
Beteiligungsergebnis

Das Beteiligungsergebnis enthält die Ergebnisbeiträge der betrieblich veranlassten Beteiligungen. Die Geschäfts­tätigkeit
dieser Beteiligungen ist eng mit der Betriebstätigkeit des Konzerns verbunden.
Sämtliche Erträge und Aufwendungen, die im Zusammenhang mit diesen nicht notierten Eigenkapitalinstrumenten
stehen, sind im Beteiligungsergebnis enthalten. Alle zum 31. Dezember 2015 gehaltenen Anteile an at equity
­bilanzierten Unternehmen und anderen Beteiligungen sind in der Beteiligungsübersicht unter dem Kapitel
„3 Konsolidierungskreis“ aufgeführt.

63

G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2 0 15

(8)	FINANZIERUNGSAUF WENDUNGEN
in T €

2015

2014

27.668

30.664

Zinsen aus sonstigen finanziellen Schulden

6.816

4.298

Aufzinsung Rückstellungen

1.572

10.580

405

693

36.461

46.235

36.461

46.572

Zinsen aus Kontokorrentkrediten und Darlehen gegenüber Kreditinstituten

Zinsen aus Finanzierungsleasingverhältnissen

davon auf Basis historischer Anschaffungskosten

Der Rückgang der Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen resultiert im Wesentlichen aus den
Effekten der Zinssatzänderungen.

(9)	 SONSTIGES FINANZERGEBNIS
in T €
Zinserträge und zinsähnliche Erträge
Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen
Neubewertung Derivate

davon auf Basis historischer Anschaffungskosten

2015

2014

2.985

1.641

0

11

−1.274

0

1.711

1.652

2.985

1.652

Die Position Neubewertung Derivate enthält Wertänderungen der Zinsderivate ohne Sicherungsbeziehung. Es
handelt sich hierbei um Sicherungsgeschäfte, die die Anforderungen an das Hedge Accounting nicht mehr
erfüllen.
Informationen zu den Derivaten sind gesondert unter der Textziffer „(29) Berichterstattung zu Finanzinstrumenten“ dargestellt.

(10)	 STEUERN VOM EINKOMMEN UND VOM ERTRAG
in T €

2015

2014

Körperschaftsteuer

12.319

16.694

Gewerbesteuer

16.541

16.379

Laufende Ertragsteuern

28.860

33.073

6.375

−13.176

davon auf temporäre Differenzen

6.740

−12.098

davon auf steuerliche Verlustvorträge

−365

−1.078

35.235

19.897

Latente Steuern

Ertragsteuern

Die latenten Steuern wurden mit einem Konzernsteuersatz von 30,18 % ermittelt. Dabei wurden neben
der Körperschaftsteuer von 15,00 %, der Solidaritätszuschlag von 5,50 % auf die Körperschaftsteuer und der
durchschnittliche Gewerbesteuersatz in Höhe von 14,35 % berücksichtigt.

64

VOR WOR T     
BERICHT DES AUFSICHTSR ATS     
L AGEBERICHT     
ANHANG IFRS     BES TÄTIGUNGSVERMERK

Die Überleitung vom theoretischen Ertragsteueraufwand zum effektiven tatsächlichen Steueraufwand ist nachfolgend
dargestellt:

in T €
Ergebnis vor Ertragsteuern
Konzernsteuersatz
Theoretischer Ertragsteueraufwand / - ertrag

2015

2014

79.595

52.216

30,18 %

30,18 %

24.022

15.759

2.900

−875

Steuereffekte auf
Unterschiede Steuersätze und Steuersatzänderungen

−94

−123

Nicht abziehbare Betriebsausgaben

2.288

2.107

Auswirkung von im Geschäftsjahr erfassten Steuern aus Vorjahren

4.227

2.391

Hinzurechnungen / Kürzungen Gewerbesteuer

1.236

1.523

Steuerfreie Erträge

656

−885

Effektiver Ertragsteueraufwand / - ertrag

35.235

19.897

Effektiver Steuersatz

44,3 %

38,1 %

Sonstiges

Der Anstieg in der Position „Unterschiede Steuersätze und Steuersatzänderungen“ resultiert im Wesentlichen aus
einer im Rahmen der Betriebsprüfung geänderten Verteilung der Zerlegungsmaßstäbe auf Gemeinden. Hierdurch
kommt ein höherer durchschnittlicher Gewerbesteuerhebesatz, mit der Folge steigender Steuern, zum Tragen.
Die Erhöhung der nicht abziehbaren Betriebsausgaben ist im Wesentlichen auf eine Erhöhung des nicht abzugsfähigen
Zinsaufwandes gegenüber dem Vorjahr zurückzuführen.
Die Steuern aus Vorjahren enthalten im Wesentlichen Gewerbesteuer der Jahre 2007–2014 aufgrund geänderter
Gewerbesteuerzerlegung im Rahmen der Betriebsprüfung.
In den Sonstigen Effekten ist die steuerliche Wirkung aus der Umfirmierung der Stadtwerke Brandenburg GmbH
in eine GmbH & Co KG mit insgesamt 1.067 Tausend Euro enthalten.
Im Jahr 2015 hat sich das Eigenkapital um die auf die ergebnisneutralen Bestandteile entfallenden latenten Steuern
in Höhe von 5.660 Tausend Euro verändert (Vj. 16.914 Tausend Euro).

65

G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2 0 15

(11)	 ERGEBNISNEUTRALE BESTANDTEILE DER GESAMTERGEBNISRECHNUNG
ANGABE DER IM EIGENKAPITAL DERZEIT ERFASSTEN ERGEBNISNEUTRALEN BESTANDTEILE
in T €

2015

2014

−36.216

−47.587

18.522

500

−17.694

−47.087

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte:
Cashflow Hegdes:
In der laufenden Periode entstandene Gewinne (Verluste)
Abzüglich ergebniswirksamer Umbuchungen in die Gewinn- und Verlustrechnung

Neubewertung von Vermögenswerten:
Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen
Ergebnisneutrale Bestandteile des Gesamtergebnisses vor Steuern
Auf die ergebnisneutralen Bestandteile entfallende Ertragsteuern
Ergebnisneutrale Bestandteile des Gesamtergebnisses
Ergebnisneutrale Bestandteile des Gesamtergebnisses auf Anteile
ohne beherrschenden Einfluss
Ergebnisneutrale Bestandteile des Gesamtergebnisses auf Anteile
mit beherrschenden Einfluss

−439

−9.337

−18.133

−56.424

5.660

16.914

−12.473

−39.510

660

620

−11.813

−38.890

(12)	 ERGEBNIS JE AKTIE
Das Ergebnis je Aktie aus der Gewinn- und Verlustrechnung ergibt sich, indem der Jahresüberschuss auf Anteile
mit beherrschendem Einfluss durch die durchschnittliche Zahl der Aktien dividiert wird. Die GASAG hat ausschließlich
Stammaktien ausgegeben.
Eine Verwässerung dieser Kennzahl könnte durch so genannte potenzielle Aktien auftreten (vor allem durch
Aktienoptionen und Wandelanleihen). Potenzielle Aktien in Form von Aktienoptionen oder Wandelanleihen
bestehen nicht und sind nicht geplant.

in T €
Jahresüberschuss auf Anteile mit beherrschendem Einfluss

T €

Zahl der im Umlauf befindlichen Aktien (gewichteter Durchschnitt)

TStk

Ergebnis je Aktie (GASAG-Konzern)

€

Dividendenzahlungen an die Anteilseigner

T €

Dividende je Aktie der GASAG

€

1

vorgeschlagen

2

in 2015 ausgezahlt

66

2015

2014

39.706

23.383

8.100

8.100

4,90

2,89

35.721

30.942 2

4,41

3,82 2

1
1

VOR WOR T     
BERICHT DES AUFSICHTSR ATS     
L AGEBERICHT     
ANHANG IFRS     BES TÄTIGUNGSVERMERK

7	 ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ
(13)	 IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE
Die immateriellen Vermögenswerte haben sich in den Berichtsjahren 2014 und 2015 wie folgt entwickelt:

Geschäfts- oder
Firmenwerte

Erworbene
immaterielle
Vermögenswerte

Selbst
geschaffene
immaterielle
Vermögenswerte

Gesamt

155.848

107.612

7.701

271.161

0

3.576

0

3.576

Abgänge

0

3.188

0

3.188

Umbuchungen

0

188

0

188

155.848

108.188

7.701

271.737

1.500

47.603

7.640

56.743

Zugänge

0

13.985

24

14.009

Abgänge

0

2.450

0

2.450

in T €
Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand 1.1.2014
Zugänge

Stand 31.12.2014
Abschreibungen
Stand 1.1.2014

Umbuchungen
Stand 31.12.2014
Restbuchwerte am 31.12.2014

0

77

0

77

1.500

59.215

7.664

68.379

154.348

48.973

37

203.358

155.848

108.188

7.701

271.737

Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand 1.1.2015
Zugänge

0

3.616

0

3.616

Abgänge

0

6.668

0

6.668

0

0

0

0

155.848

105.136

7.701

268.685

1.500

59.215

7.664

68.379

0

9.383

23

9.406

Abgänge

0

6.368

0

6.368

Umbuchungen

0

0

0

0

1.500

62.230

7.687

71.417

154.348

42.906

14

197.268

Umbuchungen
Stand 31.12.2015
Abschreibungen
Stand 1.1.2015
Zugänge

Stand 31.12.2015
Restbuchwerte am 31.12.2015

Zur Durchführung des Werthaltigkeitstests von Geschäfts- oder Firmenwerten wurden diese den Zahlungsmittel
generierenden Einheiten zugeordnet. Die Zuordnung ist nachfolgend dargestellt:
in T €
EMB Energie Mark Brandenburg
SpreeGas
GASAG Contracting
Sonstige

31.12.2015

31.12.2014

120.180

120.180

28.808

28.808

4.901

4.901

459

459

154.348

154.348

67

G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2 0 15

Im Rahmen des Werthaltigkeitstests wurde kein Wertminderungsbedarf auf die Geschäfts- oder Firmenwerte
festgestellt.
In den Erworbenen immateriellen Vermögenswerten sind hauptsächlich Kundenstämme mit 29.157 Tausend Euro
(Vj. 32.509 Tausend Euro) enthalten. Einen weiteren Bestandteil dieser Position bilden die den Sondervertrags­
kunden gewährten Umstellungsbeihilfen beziehungsweise Förderungszuschüsse in Höhe von 638 Tausend Euro
(Vj. 763 Tausend Euro) und Software im Wert von 12.103 Tausend Euro (Vj. 11.899 Tausend Euro).
Die Zugänge entfallen vorwiegend auf Software sowie gewährte Umstellungsbeihilfen beziehungsweise Förderungszuschüsse. Letztere werden nach Ablauf ihrer Laufzeit ausgebucht.
Den weitaus größten Anteil an Abgängen bilden neben den Umstellungsbeihilfen beziehungsweise Förderungs­
zuschüssen nicht mehr im Einsatz befindliche und bereits abgeschriebene Softwaresysteme. Für noch nicht
betriebsbereite Softwaresysteme mit einem Buchwert von 213 Tausend Euro wird eine Inbetriebnahme aus
­wirtschaftlichen Gründen nicht weiter verfolgt. Diese Systeme wurden vollständig ausgebucht.
Software im Wert von 2.276 Tausend Euro (Vj. 2.395 Tausend Euro) ist noch nicht betriebsbereit.
Die Selbst geschaffenen immateriellen Vermögenswerte umfassen nachträgliche Anschaffungsneben­
kosten für SAP-Software, welche aus der Einführung und dem Customizing neuer SAP-Komponenten sowie aus
der Entwicklung eines eigenen Produktes zur Risikoanalyse für Infrastrukturbetreiber resultieren.
Eigentums- oder Verfügungsbeschränkungen in Form von Grundpfandrechten oder Sicherungsübereignungen
bestehen in einem nur sehr geringen Umfang.

68

VOR WOR T     
BERICHT DES AUFSICHTSR ATS     
L AGEBERICHT     
ANHANG IFRS     BES TÄTIGUNGSVERMERK

(14)	SACHANL AGEN
Die Sachanlagen haben sich in 2014 und 2015 wie folgt entwickelt:

Grundstücke
und Gebäude

Sonstiges
Sachanlage­
Vermögen

Gesamt

2.771.253

64.926

21.862

2.858.041

Zugänge

85.309

6.650

1.173

93.132

Abgänge

27.892

2.038

181

30.111

7

−10.162

−1.237

−11.392 1

2.828.677

59.376

21.617

2.909.670

1.347.655

27.725

15.538

1.390.918

in T €

Bezugs-,
Erzeugungs- und
Verteilungsanlagen

Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand 1.1.2014

Umbuchungen
Stand 31.12.2014

	

Abschreibungen
Stand 1.1.2014
Zugänge

62.311

1.757

2.051

66.119

Abgänge

10.892

1.067

160

12.119

−56

−4.427

−899

−5.382 1

1.399.018

23.988

16.530

1.439.536

1.429.659

35.388

5.087

1.470.134

2.828.677

59.376

21.617

2.909.670

Zugänge

86.044

3.878

3.702

93.624

Abgänge

14.883

459

3.086

18.428

−162

9

1

−152 2

2.899.676

62.804

22.234

2.984.714

1.399.018

23.988

16.530

1.439.536

Zugänge

74.110

1.749

1.915

77.774

Abgänge

11.891

362

3.018

15.271

−23

7

−7

−23 2

1.461.214

25.382

15.420

1.502.016

1.438.462

37.422

6.814

1.482.698

Umbuchungen
Stand 31.12.2014
Restbuchwerte am 31.12.2014
Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand 1.1.2015

Umbuchungen
Stand 31.12.2015
Abschreibungen
Stand 1.1.2015

Umbuchungen
Stand 31.12.2015
Restbuchwerte am 31.12.2015
1

 avon Umgliederung in zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte −11.320 T€ (AHK) und −5.162 T€ (WB),
d
davon Umgliederung aus den unfertigen Leistungen +116 T€ (AHK)

2

 avon Umgliederung in zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte −158 T€ (AHK) und −23 T€ (WB),
d
davon Rückgliederung aus den zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten +6 T€ (AHK)

69

G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2 0 15

Die Bezugs-, Erzeugungs- und Verteilungsanlagen beinhalten mit den Grunddienstbarkeiten (einschließlich
der Grunddienstbarkeiten gemäß § 9 GBBerG) eine immaterielle Komponente, die den entsprechenden
­Ver­teilungsanlagen zugeordnet ist. Der Buchwert der Grunddienstbarkeiten beträgt 10.701 Tausend Euro
(Vj. 10.243 Tausend Euro).
Die Verpflichtungen des Konzerns aus Finanzierungsleasingverhältnissen sind durch Eigentumsrechte der Leasinggeber
auf die geleasten Vermögenswerte besichert. Die geleasten Vermögenswerte dieser Gruppe haben einen Buchwert
von 2.803 Tausend Euro (Vj. 3.551 Tausend Euro).
Für den Berliner Erdgasspeicher sind Rückbauverpflichtungen mit einem Buchwert von 5.461 Tausend Euro
(Vj. 7.467 Tausend Euro) enthalten. Die Änderung des Buchwertes ergibt sich überwiegend aus der Anpassung
des Rückstellungsbetrages gemäß IFRIC 1 und einer außerplanmäßigen Abschreibung im Zuge der Abwertung
des Berliner Erdgasspeichers.
Der weitaus größte Anteil der Zugänge entfällt auf den Ausbau der Netzverteilungsanlagen, welcher Ersatz- und
Neuinvestitionen umfasst.
Die Abgänge entstanden überwiegend bei Rohr- und Hausanschlussleitungen, Ortsdruckregelanlagen, Mess­
einrichtungen und Wärmeerzeugungsanlagen. Die Reduzierung des Buchwertes um 2.992 Tausend Euro resultiert
im Wesentlichen aus der Neubewertung von Rückstellungen für Entschädigungszahlungen gemäß § 9 Grundbuch­
bereinigungsgesetz (GBBerG) in Höhe von 1.004 Tausend Euro und Anpassungen des Rückstellungsbetrages für
den Berliner Erdgasspeicher gemäß IFRIC 1 in Höhe von 910 Tausend Euro, welche unter den Verteilungs­anlagen
ausgewiesen werden.
Bei den Grundstücken und Gebäuden entfallen 11.327 Tausend Euro (Vj. 11.345 Tausend Euro) auf Grund­stücke,
welche im Wesentlichen mit ihren historischen Bilanzwerten berücksichtigt sind. Für kontaminierte Grundstücke
ehemaliger Gaserzeugungsstandorte sind in Vorjahren Rückstellungen gebildet worden, die im Berichtsjahr 2015
nur geringfügig zu korrigieren waren (IFRIC 1).
Die Abgänge stehen im Wesentlichen im Zusammenhang mit dem Verkauf des bebauten Grundstückes Fuggerstraße
in Berlin Schöneberg sowie dem Rückbau der nicht mehr benötigten Erdgasübernahmestation in Berlin Vogelsdorf.
Buchwerte in Höhe von 387 Tausend Euro (Vj. 516 Tausend Euro) sind darüber hinaus einem Finanzierungsleasing
zuzuordnen.
Im Sonstigen Sachanlagevermögen ist hauptsächlich Betriebs- und Geschäftsausstattung enthalten.
EDV-Hardware in Höhe von 1.379 Tausend Euro (Vj. 396 Tausend Euro) resultiert dabei aus einem Finanzierungsleasingverhältnis und ist durch einen Eigentumsvorbehalt des Leasinggebers besichert.
Neben den Finanzierungsleasingverhältnissen bestehen Miet- beziehungsweise Leasingverhältnisse, die nach ihrem
wirtschaftlichen Gehalt als Operate Leasingverhältnisse zu qualifizieren sind.
Insgesamt sind im Sachanlagevermögen Anlagen im Bau in Höhe von 75.303 Tausend Euro (Vj. 50.682 Tausend Euro)
enthalten. Diese umfassen im Wesentlichen investive Maßnahmen in die Gasnetzverteilungsanlagen einschließlich
Einspeise- und Rückspeiseanlagen für Bio-Erdgas sowie im Bau befindliche Wärmeerzeugungsanlagen.

70

VOR WOR T     
BERICHT DES AUFSICHTSR ATS     
L AGEBERICHT     
ANHANG IFRS     BES TÄTIGUNGSVERMERK

(15)	 ANTEILE AN ASSOZIIERTEN UNTERNEHMEN
Der Geschäfts- oder Firmenwert, der auf assoziierte Unternehmen entfällt, ist gemäß IAS 28.42 nicht unter den
immateriellen Vermögenswerten, sondern als Bestandteil des Buchwertes der Anteile an assoziierten Unternehmen
auszuweisen.
Im Berichtsjahr wurden, wie bereits im Vorjahr, keine Geschäfts- oder Firmenwerte von assoziierten Unternehmen
bilanziert.
In der nachfolgenden Tabelle sind die zusammengefassten Finanzinformationen über die assoziierten Unternehmen
und Gemeinschaftsunternehmen dargestellt (gerechnet auf 100 % der Anteile):
ASSOZIIERTE UNTERNEHMEN
in T €

31.12.2015

31.12.2014

Langfristige Vermögenswerte

58.006

51.785

Kurzfristige Vermögenswerte

11.711

22.752

Langfristige Schulden

18.480

32.094

Kurzfristige Schulden

29.259

20.946

Bilanzsumme

69.717

74.537

Umsatzerlöse

37.734

41.638

574

775

31.12.2015

31.12.2014

Langfristige Vermögenswerte

300

296

Kurzfristige Vermögenswerte

151

120

Jahresüberschuss

GEMEINSCHAFTSUNTERNEHMEN
in T €

Langfristige Schulden

0

17

Kurzfristige Schulden

54

92

Bilanzsumme

451

416

Umsatzerlöse

284

282

54

21

31.12.2015

31.12.2014

3.548

3.569

11.202

11.198

3.957

2.903

Jahresüberschuss

(16)	 FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE
LANGFRISTIGE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE
in T €
Sonstige Ausleihungen
Finanzinvestitionen in nicht notierte EK-Instrumente
Forderungen Finanzierungsleasing
Derivate

davon als zu Handelszwecken gehalten

1.204

3.022

19.911

20.692

1.204

3.022

71

G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2 0 15

Die sonstigen Ausleihungen sind im Wesentlichen durch den Konzern begebene langfristige Darlehen, deren
Fälligkeit im Jahr 2019 liegt. Die durchschnittliche Verzinsung beträgt wie im Vorjahr 3,75 %. Ein Teil der
Darlehens­forderungen ist durch eine Grundschuld in Höhe von 3.300 Tausend Euro (Vj. 3.300 Tausend Euro)
besichert.
Die Finanzinvestitionen in nicht notierte Eigenkapitalinstrumente betreffen Gesellschaften, welche in der
Beteiligungsübersicht in der Gruppe „andere Beteiligungen“ enthalten sind. Es handelt sich um zur Veräußerung
verfügbare Beteiligungen an nicht börsennotierten Unternehmen. Wegen der Bewertung wird auf Textziffer „(29)
Berichterstattung zu Finanzinstrumenten“ verwiesen.
Im Zuge der Veräußerung der Geschäftsanteile an der BEGA.tec GmbH im Geschäftsjahr 2013 wurden Rechte
vereinbart, die sowohl die GASAG als auch die Käuferin zum einen berechtigen, den Rückkauf und die Rück­abtretung
der veräußerten Geschäftsanteile von 81 % im Fall des Konzessionsverlustes sowie zum anderen den Verkauf der
bei der GASAG verbliebenen Geschäftsanteile von 19 % an die Käuferin, jedoch frühestens zum 30. Juni 2019, zu
verlangen. Die vorgenannten Rechte weisen zum Bilanzstichtag einen Wert von 0 Euro aus.
Langfristige finanzielle Vermögenswerte beinhalten auch den langfristigen Anteil der Leasingforderungen aus
Leasingverhältnissen, die als Finance Lease klassifiziert wurden. Die GASAG Contracting GmbH tritt bei den
Contracting-Projekten als Leasinggeber auf. Sofern wesentliche Chancen und Risiken im Rahmen von abgeschlossenen
Verträgen auf den Leasingnehmer übergehen, wird der Leasinggegenstand ausgebucht und eine Forderung in Höhe
des Nettoinvestitionswertes ausgewiesen. Nachfolgend sind die Mindestleasingzahlungen sowie die Überleitung zu
den Bruttoinvestitionen in die Leasingverhältnisse dargestellt:

31.12.2015
in T €

Barwert
Mindestleasingrate

noch nicht realisierter
Finanzertrag
590

Bruttoinvestition

Mit einer Restlaufzeit bis zu 1 Jahr

424

1.014

Mit einer Restlaufzeit 1 bis 5 Jahre

1.904

1.611

3.515

Mit einer Restlaufzeit größer 5 Jahre

2.053

1.009

3.062

4.381

3.210

7.591

Zum Vergleich die Zahlen vom Vorjahr:

31.12.2014
Barwert
Mindestleasingrate

noch nicht realisierter
Finanzertrag

Bruttoinvestition

264

353

617

Mit einer Restlaufzeit 1 bis 5 Jahre

1.337

1.001

2.338

Mit einer Restlaufzeit größer 5 Jahre

1.566

608

2.174

3.167

1.962

5.129

in T €
Mit einer Restlaufzeit bis zu 1 Jahr

Informationen zu den Derivaten sind gesondert unter dem Textziffer „(29) Berichterstattung zu Finanzinstrumenten“
dargestellt.

72

VOR WOR T     
BERICHT DES AUFSICHTSR ATS     
L AGEBERICHT     
ANHANG IFRS     BES TÄTIGUNGSVERMERK

KURZFRISTIGE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE
in T €

31.12.2015

31.12.2014

1

0

424

264

Sonstige Ausleihungen
Forderungen Finanzierungsleasing
Derivate

davon als zu Handelszwecken gehalten

2.387

2.548

2.812

2.812

2.387

2.548

(17)	 L ATENTE STEUERN (AKTIVISCH UND PASSIVISCH)
Die aktiven und passiven latenten Steuern aus temporären Unterschieden betreffen im Wesentlichen Bewertungsunterschiede zu den Steuerbilanzen:
31.12.2015
Aktive
latente
Steuern

in T €

Passive
latente
Steuern

31.12.2014
Aktive
latente
Steuern

Passive
latente
Steuern

Immaterielle Vermögenswerte

(1)

89

9.210

68

9.755

Sachanlagen

(2)

14.113

44.759

13.273

43.054

57

0

0

0

Finanzielle Vermögenswerte

(3)

152

3.469

520

2.652

Vorräte

(4)

135

4.360

123

5.140

Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen
und sonstige Forderungen

(5)

3.314

19

2.673

28

3.534

2.423

2.901

2.759

Rückstellungen

(6)

24.833

3.013

37.038

2.345

Finanzielle Schulden

(7)

41.804

405

30.610

490

Anteile an assoziierten
Unternehmen

Passivischer Abgrenzungsposten

Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
und sonstige Verbindlichkeiten

Steuerliche Verlustvorträge

(8)

825

161

1.776

642

88.856

67.819

88.982

66.865

67.819

92.621

4.004
92.860

3.639
66.865

Die Abweichungen zwischen Steuerbilanz und IFRS-Bilanz ergeben sich wie nachfolgend aufgeführt:
(1)	
Die Umstellungsbeihilfen / Förderungszuschüsse und die Eigenleistungen bei der Einführung und Erweiterung
von SAP-Komponenten sowie im Rahmen der Unternehmenserwerbe identifizierten Vermögenswerte werden
entsprechend IAS 38 aktiviert. Darüber hinaus ergeben sich die Bewertungsunterschiede aus den zugrunde
gelegten Nutzungsdauern, die in der Regel nach IFRS einen längeren Zeitraum umfassen.
(2)	Nach IFRS werden die dinglichen Grundstücksrechte gemäß § 9 GBBerG korrespondierend zu der in 1993
gebildeten Rückstellung für die Entschädigungsverpflichtungen entsprechend IAS 37 mit dem Barwert
bilanziert.
(3)	Nach IFRS werden Derivate entsprechend IAS 39 mit ihren Marktwerten bilanziert.
(4) D
 er in den Erdgasspeichern der GASAG befindliche Bestand an Arbeitsgas wird unter der Anwendung der
Durchschnittsmethode bewertet; in der Steuerbilanz dagegen wird die LIFO-Methode angewendet.
73

G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2 0 15

(5)	Die aktiven latenten Steuern aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen resultieren aus der Nichtanerkennung
der pauschalierten Wertberichtigung in der Betriebsprüfung.
(6)	Die Unterschiede bei den Rückstellungen ergeben sich im Wesentlichen aus der abweichenden Bilanzierung
beziehungsweise Bewertung der Pensionsrückstellungen, der Rückstellungen für die Altersteilzeitregelungen
und VBL-Sanierungsgeld. Die mittelbaren Pensionsverpflichtungen (im Wesentlichen Vereinbarungen über die
Versorgung der Angestellten und Arbeiter des Landes Berlin sowie VBL-Sanierungsgeld) werden nach IFRS
bilanziert. Des Weiteren werden abweichende versicherungsmathematische Parameter zugrunde gelegt. Die
sonstigen langfristigen Rückstellungen (Laufzeit über zwölf Monate) werden nach IFRS abweichend von
steuerlichen Regelungen abgezinst.
	Die Reduzierung der aktiven latenten Steuer resultiert im Wesentlichen aus einer teilweisen Auflösung der
Rückstellungen für das VBL-Sanierungsgeld.
(7)	Der Anstieg in den Finanziellen Schulden resultiert aus dem negativen Marktwert für Commodity Derivate.
(8)	Entsprechend IAS 12 werden latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge gebildet.
Im Berichtsjahr sind −35.437 Tausend Euro (Vj. −29.777 Tausend Euro) latente Steuern aus der erfolgsneutralen
Bewertung mit dem Eigenkapital verrechnet.
Im Gesamtbetrag der aktiven latenten Steuern sind Steuerminderungsansprüche enthalten, die sich aus der
erwarteten Nutzung folgender bestehender Verlustvorträge in Folgejahren ergeben:

in T €

31.12.2015

31.12.2014

Körperschaftsteuer (einschl. Solidaritätszuschlag)

12.133

11.413

Gewerbesteuer

14.804

13.120

Die latenten Steuern aus Vorträgen noch nicht genutzter steuerlicher Verluste sind aktiviert, soweit ihre Realisierung mit ausreichender Sicherheit gewährleistet ist.

(18)	VORRÄTE
in T €
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
Waren
Unfertige Leistungen
Geleistete Anzahlungen

31.12.2015

31.12.2014

2.214

2.408

52.745

52.873

2.090

668

0

397

57.049

56.346

Die unter den Waren ausgewiesenen Vorräte betreffen das in den Speichern bevorratete Arbeitsgas in Höhe von
52.745 Tausend Euro (Vj. 52.873 Tausend Euro).
Die Vorräte unterliegen keiner Verfügungsbeschränkung; andere Belastungen liegen ebenfalls nicht vor.

74

VOR WOR T     
BERICHT DES AUFSICHTSR ATS     
L AGEBERICHT     
ANHANG IFRS     BES TÄTIGUNGSVERMERK

(19)	ERTRAGSTEUERFORDERUNGEN
Unter Steuerforderungen werden die Erstattungsansprüche für Ertragsteuern wie die Körperschaftsteuer,
Gewerbesteuer sowie Kapitalertragsteuer einschließlich Solidaritätszuschlag ausgewiesen.

(20)	FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN UND SONSTIGE
FORDERUNGEN
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und die sonstigen Forderungen stellen unverzinsliche
Forderungen dar.

in T €

31.12.2015

31.12.2014

96.334

125.591

71.559

99.960

9.727

10.456

11.849

11.708

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
aus Gaslieferungen
aus Wärme- und Stromlieferungen
aus Netznutzungsentgelten
aus sonstigen Lieferungen und Leistungen
Sonstige Forderungen

3.199

3.467

41.758

42.219

138.092

167.810

In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind neben den an die Kunden in Rechnung gestellten
Lieferungen und Leistungen die noch nicht abgerechneten Forderungen aus Gas-, Wärme- und Stromlieferungen
sowie Netznutzungsentgelten in Höhe von 519.769 Tausend Euro (Vj. 553.898 Tausend Euro) enthalten, die mit
den noch nicht abgerechneten Abschlagszahlungen in Höhe von 466.797 Tausend Euro (Vj. 480.412 Tausend Euro)
saldiert wurden.
Von den sonstigen Forderungen entfallen auf die Steuererstattungsansprüche aus Umsatzsteuer 119 Tausend Euro
(Vj. 6.067 Tausend Euro) und aus sonstigen Steuern 21.181 Tausend Euro (Vj. 10.849 Tausend Euro).
Die Analyse der überfälligen, nicht wertgeminderten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stellt sich wie
folgt dar:

in T €
Forderungen aus
Lieferungen und
Leistungen zum
31.12.2015
Forderungen aus
Lieferungen
und Leistungen zum
31.12.2014

seit
30−60
Tagen fällig

seit
60−120
Tagen fällig

seit
120−360
Tagen fällig

seit
über 360
Tagen fällig

Buchwert

nicht fällig

seit
1−30
Tagen fällig

96.334

66.611

12.804

3.588

2.074

6.388

4.869

125.591

90.755

16.591

3.556

1.711

6.096

6.882

Die abgerechneten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind in der Regel innerhalb von 16 Tagen fällig.
Hinsichtlich der überfälligen, nicht wertgeminderten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen deuten zum
Abschlussstichtag keine Anzeichen darauf hin, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nach­kommen
werden.

75

G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2 0 15

Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich wie folgt entwickelt:
in T €

2015

2014

18.210

22.361

993

1.234

Wertberichtigungen
Stand 1.1.
Zuführungen (Aufwendungen für Wertberichtigungen)
Verbrauch

76

47

Auflösung

3.445

5.338

15.682

18.210

Stand 31.12.

Der Gesamtbetrag der Zuführungen von 993 Tausend Euro (Vj. 1.234 Tausend Euro) setzt sich zusammen aus
Zuführungen aufgrund von Einzelwertberichtigungen in Höhe von 760 Tausend Euro (Vj. 914 Tausend Euro) und
pauschalierten Einzelwertberichtigungen in Höhe von 233 Tausend Euro (Vj. 320 Tausend Euro). Im Rahmen der
Auflösungen wurden Rückgängigmachungen von Einzelwertberichtigungen in Höhe von 368 Tausend Euro
(Vj. 1.093 Tausend Euro) und Rückgängigmachungen von pauschalierten Einzelwertberichtigungen in Höhe von
3.077 Tausend Euro (Vj. 4.245 Tausend Euro) berücksichtigt.
Alle Aufwendungen und Erträge aus Wertberichtigungen und Ausbuchungen von Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen werden unter Sonstigen betrieblichen Aufwendungen beziehungsweise Sonstigen betrieblichen
Erträgen ausgewiesen.
In der folgenden Tabelle sind die Aufwendungen für die vollständige Ausbuchung von Forderungen sowie Erträge
aus dem Zahlungseingang auf im Vorjahr ausgebuchte Forderungen dargestellt:

in T €

2015

2014

Aufwendungen für die vollständige Ausbuchung von Forderungen

7.834

7.760

Erträge aus dem Zahlungseingang auf im Vorjahr ausgebuchte Forderungen

1.109

629

Das Verhältnis der Aufwendungen für die Ausbuchung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zu den
Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen resultiert aus der besonderen Buchungssystematik
der pauschalierten Einzelwertberichtigung im GASAG-Konzern. Dabei werden die unterjährigen Entnahmen nicht
gegen die pauschalierte Einzelwertberichtigung gebucht, sondern direkt im Aufwand erfasst. Zahlungseingänge
auf bereits wertberichtigte Forderungen werden in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Die
Wertberichtigung auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird zum Stichtag als Saldo aus vorhandener
Wertberichtigung und kalkuliertem Wertberichtigungsbedarf ermittelt und der entsprechende Betrag zugeführt
oder aufgelöst. Aus dieser Buchungssystematik ergibt sich kein Ergebniseffekt.
Im Geschäftsjahr 2015 wurden Zinserträge auf ausgebuchte beziehungsweise wertgeminderte Forderungen in
Höhe von 392 Tausend Euro (Vj. 579 Tausend Euro) vereinnahmt.

76

VOR WOR T     
BERICHT DES AUFSICHTSR ATS     
L AGEBERICHT     
ANHANG IFRS     BES TÄTIGUNGSVERMERK

(21)	 LIQUIDE MITTEL
in T €
Kassenbestand / Schecks
Guthaben bei Kreditinstituten
Kurzfristige Geldanlagen

31.12.2015

31.12.2014

104

128

19.159

16.617

62.300

152.000

81.563

168.745

(22)	 ZUR VERÄUSSERUNG GEHALTENE VERMÖGENSWERTE UND SCHULDEN
Zwischen der SpreeGas und der Versorgungsbetriebe Hoyerswerda GmbH, Hoyerswerda, laufen Verhandlungen
zur Veräußerung der Gasleitungen und dazugehöriger Gasdruckregelstationen für den Ortsteil Tätzschwitz. Die
Gemeinde Elsterheide hat mit Auswahlentscheidung vom 26. Mai 2015 die Neuvergabe des Konzessionsvertrages
für die Gasversorgung Tätzschwitz an die Versorgungsbetriebe Hoyerswerda GmbH beschlossen. Der Verkauf
von im Netzgebiet befindlichen Gaszählern an den Entnahmestellen der Netzendkunden erfolgt durch die
NBB Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg mbH & Co. KG, Berlin. Die Vermögenswerte befinden sich zum
31. Dezember 2015 noch im Eigentum der SpreeGas respektive NBB, ein Verkauf gilt im Folgejahr als hoch
wahrscheinlich.
Die EMB hat einen Anteilskauf- und Abtretungsvertrag mit der Stadtwerke Zehdenick GmbH, Zehdenick, über die
Veräußerung von Anteilen an der Gasversorgung Zehdenick GmbH, Zehdenick, geschlossen. Als wirtschaftlicher
Übertragungsstichtag ist der 1. Januar 2015 vereinbart. Die Anteile befinden sich zum 31. Dezember 2015 noch
im Eigentum der EMB, da die Abtretung der Geschäftsanteile zum Abschlussstichtag aufgrund von aufschiebenden
Bedingungen nicht wirksam war.
Die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte der SpreeGas, NBB und EMB werden zum 31. Dezember 2015
als zur Veräußerung gehalten klassifiziert.
Die Zusammensetzung der zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte und Schulden stellt sich wie folgt dar:

in T €
Grundstücke und Gebäude
Verteilungsanlagen

31.12.2015

31.12.2014

0

5.914

134

101

Assoziierte Unternehmen

247

0

Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte

381

6.015

96

0

Sonderposten aus Investitionszuschüssen
zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten

(23)	EIGENKAPITAL
Die Aufgliederung und die Entwicklung des Eigenkapitals und der Anteile ohne beherrschenden Einfluss sind in der
Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt.
GEZEICHNETES KAPITAL
Das gezeichnete Kapital ist in 8.100.000 nennwertlose Inhaberstückaktien zum rechnerischen Wert von
51,00 Euro eingeteilt. Alle Aktien sind ausgegeben und voll eingezahlt. Das gezeichnete Kapital hat sich gegenüber
dem Stand am 31. Dezember 2014 nicht verändert und beträgt 413.100 Tausend Euro.

77

G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2 0 15

KAPITALRÜCKLAGE
Die Kapitalrücklage enthält ausschließlich Agien gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 1 HGB. Gemäß § 150 Abs. 2 AktG dürfen
aus der gesetzlichen Rücklage mit eingeschränkter Verwendungsmöglichkeit zehn Prozent am Grundkapital der
GASAG nicht ausgeschüttet werden. Für den restlichen Betrag in Höhe von 1.151 Tausend Euro bestehen nur die
in § 150 Abs. 4 AktG beschriebenen Verwendungsmöglichkeiten.
RÜCKLAGE FÜR UNREALISIERTE GEWINNE ODER VERLUSTE
In diesen Rücklagen werden unrealisierte Gewinne und Verluste aus der Bewertung von Sicherungsgeschäften zu
beizulegenden Zeitwerten sowie Neubewertungen aus leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen erfasst.
ANGESAMMELTE ERGEBNISSE
Die angesammelten Ergebnisse enthalten den nach Einstellung in andere Gewinnrücklagen verbleibenden
­Jahresüberschuss, andere Gewinnrücklagen sowie die Rücklage aus der erstmaligen Anwendung der IFRS und die
noch nicht ausgeschütteten Gewinne der Vorjahre. Die Rücklagen aus der erstmaligen Anwendung IFRS betragen
90.843 Tausend Euro.
ANTEILE OHNE BEHERRSCHENDEN EINFLUSS
Die Anteile ohne beherrschenden Einfluss zeigen den Anteilsbesitz Dritter an den Konzerngesellschaften.
Diese betragen zum 31. Dezember 2015 60.345 Tausend Euro (Vj. 65.895 Tausend Euro) und betreffen
Anteile von Gesellschaftern ohne beherrschenden Einfluss der Bio-Erdgas Neudorf GmbH, der EMB, der
KKI–Kompetenzzentrum Kritische Infrastrukturen GmbH, der Stadtwerke Forst GmbH, der SpreeGas und
der infrest – Infrastruktur eStrasse GmbH.
In der nachfolgenden Tabelle sind die Finanzinformationen für die Tochtergesellschaften mit wesentlichen
nicht beherrschenden Gesellschafter vor Eliminierung konzerninterner Geschäfte aufgeführt.
EMB Energie Mark Brandenburg
GmbH, Potsdam

Anteile ohne beherrschenden Einfluss

SpreeGas Gesellschaft für
­ asversorgung und EnergieG
dienstleistung mbH, Cottbus

2015

2014

2015

2014

26,69013 %

26,69013 %

33,662 %

33,662 %

in T €
Den Anteilen ohne beherrschenden
Einfluss sind zuzurechnen:
Anteiliges Eigenkapital
Anteiliger Jahresüberschuss / - fehlbetrag

36.317

38.046

21.233

22.792

6.072

7.412

808

1.127

26.796

21.307

7.000

9.900

Finanzpositionen der
Tochterunternehmen:
Im Geschäftsjahr gezahlte Ausschüttung
Vermögenswerte

388.590

417.679

126.989

131.368

Schulden

252.519

275.130

63.913

63.662

Umsatzerlöse

295.105

318.887

66.848

70.385

Jahresüberschuss / - fehlbetrag

22.749

27.769

2.400

3.349

Ergebnisneutrale Bestandteile des
Gesamtergebnisses

−2.432

−1.855

−30

−290

Gesamtergebnis

20.317

25.914

2.370

3.059

78

VOR WOR T     
BERICHT DES AUFSICHTSR ATS     
L AGEBERICHT     
ANHANG IFRS     BES TÄTIGUNGSVERMERK

(24)	 PASSIVISCHER ABGRENZUNGSPOSTEN
Der passivische Abgrenzungsposten hat sich in den Berichtsjahren 2014 und 2015 wie folgt entwickelt:

1.1.2014

Zuführung

Auflösungen

Umbuchungen

Rückzahlungen

31.12.2014

Zuwendungen
der öffentlichen Hand

2.594

0

105

0

0

2.489

Investitionszulagen

2.594

0

105

0

0

2.489

Zuwendungen Dritter

245.053

13.444

9.115

Baukosten- / Investitionszuschüsse
(lt. NDAV und Konzessionsverträge)

240.837

12.190

4.216

247.647

in T €

davon kurzfristig (< 1 Jahr)

105
0

1

4.190 

245.192

8.251

0

4.182

240.594

1.254

864

0

8

4.598

13.444

9.220

0

4.190 1

247.681

davon kurzfristig (< 1 Jahr)
Sonstige Investitionszuschüsse

9.060

davon kurzfristig (< 1 Jahr)
Gesamt

436

davon kurzfristig (< 1 Jahr)

9.601

davon langfristig (> 1 Jahr)

238.080

1.1.2015

Zuführung

Auflösungen

Umbuchungen

Rückzahlungen

31.12.2015

Zuwendungen
der öffentlichen Hand

2.489

0

105

0

0

2.384

Investitionszulagen

2.489

0

105

0

0

2.384

Zuwendungen Dritter

245.192

13.102

9.363

−96 2

2

248.833

Baukosten- / Investitionszuschüsse
(lt. NDAV und Konzessionsverträge)

240.594

11.281

8.514

−96

2

243.263

in T €

davon kurzfristig (< 1 Jahr)

105

davon kurzfristig (< 1 Jahr)
Sonstige Investitionszuschüsse

8.409
4.598

1.821

849

0

247.681

13.102

9.468

−96 

5.570

0

davon kurzfristig (< 1 Jahr)
Gesamt

678

davon kurzfristig (< 1 Jahr)
davon langfristig (> 1 Jahr)

1

davon entfallen 4.182 T€ auf Auszahlungen im Zusammenhang mit dem Abgang von Anlagevermögen

2

Umgliederung in die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte

2

2

251.217
9.192

	

242.025

Im Berichtsjahr und im Vorjahr konnten aufgrund der aktuellen Gesetzeslage keine Investitionszulagen im Rahmen
des Investitionszulagengesetzes seitens der Gesellschaften des GASAG-Konzerns beantragt werden. Die noch
vorhandenen Investitionszulagen resultieren aus Vorjahren.
Die Baukosten- und Investitionszuschüsse werden hauptsächlich für Investitionen in die Verteilungsanlagen
gezahlt.

79

G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2 0 15

(25)	RÜCKSTELLUNGEN
in T €

31.12.2015

31.12.2014

38.220

39.545

Langfristige Rückstellungen
Rückstellungen für leistungsorientierte Versorgungspläne
Sonstige Rückstellungen

41.577

77.766

79.797

117.311

Kurzfristige Rückstellungen
Rückstellungen für leistungsorientierte Versorgungspläne
Sonstige Rückstellungen

2.536

2.410

74.719

61.549

77.255

63.959

157.052

181.270

RÜCKSTELLUNGEN FÜR LEISTUNGS- UND BEITRAGSORIENTIERTE VERSORGUNGSPLÄNE
Im GASAG-Konzern werden sowohl leistungs- als auch beitragsorientierte Altersversorgungszusagen gewährt.
Die Zusagen bemessen sich vor allem nach der Dauer der Betriebszugehörigkeit sowie der Vergütung der
Mitarbeiter.
Bei beitragsorientierten Versorgungsplänen geht das Unternehmen über die Entrichtung von Beitrags­
zahlungen an die Versorgungseinrichtungen hinaus keine weiteren Verpflichtungen ein. Die Aufwendungen
werden im Personalaufwand ausgewiesen. Im Berichtsjahr sind insgesamt Leistungen von 3.632 Tausend Euro
(Vj. 3.511 Tausend Euro) erfolgt beziehungsweise für die Berichtsperiode abgegrenzt worden.
Die betriebliche Altersversorgung über die VBL ist nach IAS 19 als ein leistungsorientierter gemeinschaftlicher
Versorgungsplan mehrerer Arbeitgeber zu werten, da die Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch auf die satzungsmäßigen
Leistungen haben, und zwar unabhängig von den tatsächlich geleisteten Beiträgen. Grundsätzlich ist daher der
Anspruch der Arbeitnehmer gegen die VBL und nicht gegen das Unternehmen gerichtet, es besteht jedoch eine
Subsidiärhaftung für das Unternehmen. Eine daraus erwachsende Rückstellungsbildung ist dann angezeigt, wenn
das Vermögen der VBL nicht zur Deckung der Verpflichtungen ausreicht. Zur Bewertung und Berechnung ist das
auf die dem Unternehmen zuzurechnenden Versorgungsberechtigten zu ermittelnde Kassenvermögen heranzuziehen.
Die Angaben darüber waren von der VBL nicht zu erhalten. Da keine ausreichenden Informationen zur Verfügung
stehen, um die VBL als einen leistungsorientierten Plan zu bilanzieren, werden diese Versorgungsleistungen als ein
beitragsorientierter Versorgungsplan behandelt. Für die an die VBL zu zahlenden Sanierungsgelder wird eine
Rückstellung bilanziert (siehe Abschnitt „Sonstige Rückstellungen für Personal“).
Für leistungsorientierte Versorgungspläne werden Rückstellungen entsprechend den bestehenden Versorgungs­
zusagen für Anwartschaften auf zukünftig zu zahlende Pensionen und laufende Leistungen an die berechtigten
aktiven und ehemaligen Mitarbeiter sowie die Hinterbliebenen gebildet. Es bestehen sowohl unmittelbare (aus
Direktzusagen) als auch mittelbare Altersversorgungsverpflichtungen (über externe Versorgungsträger). Diese sind
im Wesentlichen rückstellungsfinanziert, so dass die Verpflichtungen aus laufenden Pensionen sowie Anwartschaften
für künftig zu zahlende Pensionen durch die in der Bilanz ausgewiesenen Rückstellungen abgedeckt sind. Die
zukünftigen Verpflichtungen werden unter Anwendung versicherungsmathematischer Verfahren bei vorsichtiger
Einschätzung der relevanten Einflussgrößen bewertet.

80

VOR WOR T     
BERICHT DES AUFSICHTSR ATS     
L AGEBERICHT     
ANHANG IFRS     BES TÄTIGUNGSVERMERK

Den versicherungsmathematischen Berechnungen der Versorgungsverpflichtungen und des Periodenergebnisses
wurden folgende durchschnittliche Parameter zugrunde gelegt:
in %

2015

2014

Rechnungszinssatz

2,0

1,6

Durchschnittliche künftige Gehaltssteigerung

2,0

2,0

Durchschnittliche künftige Rentensteigerung

1,0

1,0

Die Annahmen über die Sterbewahrscheinlichkeit und der daraus resultierenden Lebenserwartung basieren auf
den Richttafeln 2005G, herausgegeben von Klaus Heubeck.
Die nachstehende Tabelle zeigt eine Zusammenfassung der leistungsorientierten Versorgungspläne mit und ohne
Planvermögen.
in T €
Leistungsorientierte Versorgungspläne ohne Planvermögen
Leistungsorientierte Versorgungspläne mit Planvermögen
Leistungsorientierte Versorgungspläne gesamt (saldiert)
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens

31.12.2015

31.12.2014

31.952

32.814

8.804

9.141

40.756

41.955

7.622

7.826

Bei dem Planvermögen handelt es sich um die zur Rückdeckung der Versorgungsleistungen eingesetzten
Versicherungen. Das tatsächliche Ergebnis aus dem Planvermögen beträgt in 2015 −63 Tausend Euro
(Vj. −572 Tausend Euro). Das Planvermögen (ausschließlich deutsche Kapitallebensversicherungen) besteht
zu 12 % (Vj. 11 %) aus Kassenvermögen von konzernexternen Unterstützungskassen und zu 88 % aus Rückdeckungsversicherungen (Vj. 89 %). In 2015 sollen erwartungsgemäß 70 Tausend Euro in das Planvermögen
eingezahlt werden.

81

G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2 0 15

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Entwicklung der leistungsorientierten Verpflichtung und des beizulegenden
Zeitwerts des Planvermögens.

in T €
01.01.2014

Barwert der
leistungsorientierten
Verpflichtung

Beizulegender
Zeitwert des
Planvermögens

Schuld aus
leistungsorientierter
Verpflichtung

42.298

8.660

33.638

Erfolgswirksam erfasste Aufwendungen
für Pensionsverpflichtungen
Laufender Dienstzeitaufwand
Zinsaufwand / Zinsertrag
Im Periodenergebnis erfasste Zwischensumme
Gezahlte Versorgungsleistungen

434

434

1.516

280

1.236

1.950

280

1.670

−2.952

−340

−2.612

−852

852

Direkt im Eigenkapital erfasste Gewinne/ 
Verluste aus der Neubewertung
Erträge aus dem Planvermögen (unter
Ausschluss der Beträge, die in den oben
aufgeführten Zinsen enthalten sind)
Versicherungsmathematische
Gewinne und Verluste aus
Änderungen finanzieller Annahmen

8.744

0

8.744

Erfahrungsbedingte Anpassungen

−259

0

−259

8.485

−852

9.337

78

–78

31.12.2014

49.781

7.826

41.955

01.01.2015

49.781

7.826

41.955

Im sonstigen Ergebnis erfasste
Zwischensumme
Arbeitgeberbeiträge

Erfolgswirksam erfasste Aufwendungen
für Pensionsverpflichtungen
Laufender Dienstzeitaufwand

373

Zinsaufwand / Zinsertrag

988

Im Periodenergebnis erfasste Zwischensumme
Gezahlte Versorgungsleistungen

373
157

831

1.361

157

1.204

−2.984

−217

−2.767

−220

220

0

0

0

220

0

220

220

−220

440

76

−76

7.622

40.756

Direkt im Eigenkapital erfasste Gewinne/ 
Verluste aus der Neubewertung
Erträge aus dem Planvermögen (unter
Ausschluss der Beträge, die in den oben
aufgeführten Zinsen enthalten sind)
Versicherungsmathematische
Gewinne und Verluste aus Änderungen
finanzieller Annahmen
Erfahrungsbedingte Anpassungen
Im sonstigen Ergebnis erfasste
Zwischensumme
Arbeitgeberbeiträge
31.12.2015

82

48.378

VOR WOR T     
BERICHT DES AUFSICHTSR ATS     
L AGEBERICHT     
ANHANG IFRS     BES TÄTIGUNGSVERMERK

Nachfolgend wird eine quantitative Sensitivitätsanalyse der wichtigsten Annahmen zum 31. Dezember 2015
dargestellt:
Veränderungen leistungsorientierte Verpflichtungen
31.12.2015

Annahmen
Rechnungszinssatz

31.12.2014

Veränderung
in %

bei
Erhöhung
der Annahmen
in T €

bei
Verringerung
der Annahmen
in T €

bei
Erhöhung
der Annahmen
in T €

bei
Verringerung
der Annahmen
in T €

1,0

−5.178

6.333

−5.449

6.691

Künftige Gehaltssteigerungen

1,0

501

−446

554

−493

Künftige Rentensteigerungen

1,0

5.100

−4.344

5.319

−4.523

Die vorstehenden Sensitivitätsanalysen wurden mittels eines Verfahrens durchgeführt, das die Auswirkung realistischer
Änderungen der wichtigsten Annahmen zum Ende des Berichtszeitraums auf die leistungsorientierte Verpflichtung
extrapoliert.
Die durchschnittliche Laufzeit der leistungsorientierten Verpflichtung beträgt zum Ende des laufenden Berichts­jahres
11,0 Jahre (Vj. 10,3 Jahre).
Innerhalb der nächsten 12 Monate werden Auszahlungen im Rahmen der leistungsorientierten Verpflichtungen in
Höhe von 2.536 Tausend Euro (Vj. 2.410 Tausend Euro) erwartet.
SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN
Rückstellungen – Laufzeiten
31.12.2015
in T €
Sonstige Rückstellungen für
Personal
Rückstellungen für
Bodensanierung
Rückstellungen für Rückbau
Rückstellungen für Entschädigung von Grunddienstbarkeiten nach § 9 GBBerG
Übrige Rückstellungen

davon Restlaufzeit

31.12.2014

davon Restlaufzeit

Gesamt

≤ 1 Jahr

> 1 Jahr

Gesamt

≤ 1 Jahr

> 1 Jahr

16.358

4.231

12.127

54.600

6.120

48.480

7.514

7.514

0

7.528

7.254

274

25.060

798

24.262

25.210

2.480

22.730

2.549

2.535

14

4.596

4.519

77

64.815

59.641

5.174

47.381

41.176

6.205

116.296

74.719

41.577

139.315

61.549

77.766

83

G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2 0 15

Rückstellungsspiegel

in T €
Sonstige Rückstellungen für
Personal

1.1.2015

Entnahme

Auflösung

Zuführung

Aufzinsung
Zinssatzänderung 1

54.600

−4.026

−40.546

6.483

−153

Rückstellungen für
Bodensanierung
Rückstellungen für Rückbau

1

16.358

7.528

−283

−72

297

44

7.514

25.210

−9

−69

441

−513

25.060

4.596

−709

−1.374

0

36

2.549

Rückstellungen für Entschädigung von Grunddienstbarkeiten nach § 9 GBBerG
Übrige Rückstellungen

31.12.2015

47.381

−15.520

−9.294

42.067

181

64.815

139.315

−20.547

−51.355

49.288

−405

116.296

Aufzinsung der Rückstellungen; Zinseffekte aufgrund der Zinssatz- und Laufzeitänderungen einschließlich der Effekte, die gemäß IFRIC 1 erfolgsneutral erfasst werden

SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN FÜR PERSONAL
Rückstellungen für Personal in Höhe von 16.358 Tausend Euro (Vj. 54.600 Tausend Euro) betreffen im Wesentlichen
die Verpflichtungen gegenüber der VBL zur Zahlung eines Sanierungsgeldes. Dieses dient zur Deckung eines
zusätzlichen Mittelbedarfes, der über die Einnahmen bei dem allgemeinen Umlagesatz hinausgeht und zur Finanzierung
der vor dem 1. Januar 2002 begründeten Ansprüche auf zusätzliche Alters- und Hinterbliebenenversorgung dient.
Bei der Ermittlung des Sanierungsgeldes ist das Verhältnis der Aufwendungen eines Beteiligten für die Zusatz­
versorgung zu den ihm zuzurechnenden Rentenlasten von maßgeblicher Bedeutung. Bei der Rückstellungsbewertung
wurde eine Anerkennung als Härtefall nach den Ausführungsbestimmungen zu § 65 Abs. 5a VBL-Satzung unterstellt.
Für die Vorjahre hat die VBL einer Härtefallregelung zugestimmt.
Der Verwaltungsrat der VBL hat im Herbst 2015 beschlossen, die gezahlten Sanierungsgelder für die Jahre ­
2013–2015 zurückzugewähren. Darüber hinaus wurde der Sanierungsgeldsatz für das zu zahlende Sanierungs­geld von 2,00 % auf 0,14 % der Bemessungsgrundlage für den Deckungsabschnitt vom 1. Januar 2016 bis zum
31. Dezember  2022 gesenkt. Die Rückstellung wurde teilweise aufgelöst. Die Verpflichtung zur Zahlung des
Sanierungsgeldes der VBL wird mit ihrem Barwert bilanziert. Der Rückstellungsbewertung wurde ein Zinssatz
von 2,06 % (Vj. 1,6 %) und eine Laufzeit von 16 Jahren (Vj. 17 Jahre) zugrunde gelegt. Der Aufwand kann
aufgrund unzureichender oder ungenauer Informationen unter- beziehungsweise überschätzt werden, was zu
Anpassungen der Per­sonalrückstellungen in signifikanter Höhe führen kann.
Des Weiteren bestehen die Verpflichtungen aus Altersteilzeitregelungen, die auf Basis von versicherungs­
mathematischen Gutachten bewertet werden. Die hierfür herangezogenen Bewertungsparameter sind nachfolgend
abgebildet:

In %

2015

2014

Rechnungszinssatz

1,2

1,3

Durchschnittliche künftige Gehaltssteigerung

2,0

2,0

Durchschnittliche künftige Rentensteigerung

1,0

1,0

Die Aufwendungen für Altersteilzeitverpflichtungen sind im operativen Ergebnis und die Zinsaufwendungen für
die Aufzinsung der Rückstellungen in den Finanzierungsaufwendungen enthalten. Die Rückstellungen für die
Altersteilzeitregelungen weisen im Wesentlichen Laufzeiten von bis zu 5 Jahren aus.

84

VOR WOR T     
BERICHT DES AUFSICHTSR ATS     
L AGEBERICHT     
ANHANG IFRS     BES TÄTIGUNGSVERMERK

Im Geschäftsjahr 2007 wurde zur Insolvenzsicherung von Ansprüchen aus Altersteilzeitvereinbarungen nach
§ 8a des Altersteilzeitgesetzes der GASAG Treuhand e. V. gegründet. Die auf den Treuhänder in Höhe von
5.905 Tausend Euro (Vj. 5.389 Tausend Euro) übertragenen finanziellen Mittel sind von ihm unter dem Gesichtspunkt
der Substanzerhaltung zu verwalten und dürfen darüber hinaus in Zukunft ausschließlich und unwider­ruflich zur
Erfüllung der entsprechenden Verpflichtungen verwendet werden.
Das Treuhandvermögen, das auf die Erfüllungsrückstände der Altersteilzeitverpflichtungen entfällt, stellt
das Planvermögen dar. Der beizulegende Zeitwert des Planvermögens in Höhe von 5.995 Tausend Euro
(Vj. 5.505 Tausend Euro) wird mit den Verpflichtungen saldiert ausgewiesen.
RÜCKSTELLUNGEN FÜR BODENSANIERUNG
Den Rückstellungen für die Sanierung der kontaminierten Grundstücke in Höhe von 7.514 Tausend Euro
(Vj. 7.528 Tausend Euro) liegen überwiegend umweltschutzgesetzliche Verpflichtungen zugrunde. Die Höhe des
Verpflichtungsumfangs ist vom Umfang der Kontaminationen abhängig. Die zu erwartenden Kosten werden auf
Basis externer Fachgutachten beziehungsweise interner Schätzungen ermittelt. Der Aufwand kann aber aufgrund
unzureichender oder ungenauer Informationen unter- beziehungsweise überschätzt werden, was zu Anpassungen
der Rückstellungen für Bodensanierung in signifikanter Höhe führen kann. Bislang sind keine signifikanten
Abweichungen zwischen den Schätzungen des Verpflichtungsumfangs und tatsächlichem Aufwand aufgetreten.
Die Zinssatz- und Laufzeitänderungen der Verpflichtungen führten saldiert zu einer barwertigen Anpassung
der Rückstellungen für Bodensanierung um −119 Tausend Euro (Vj. −76 Tausend Euro). Gemäß IFRIC 1 wurden
−76 Tausend Euro (Vj. −51 Tausend Euro) erfolgsneutral erfasst.
RÜCKSTELLUNGEN FÜR RÜCKBAU
Die Rückstellungen für den Rückbau von Anlagen beziehungsweise den Denkmalschutz in Höhe von
25.060 Tausend Euro (Vj. 25.210 Tausend Euro) sind im Wesentlichen aufgrund öffentlich-rechtlicher
Verpflichtungen gebildet worden.
Es besteht eine Verpflichtung zum Rückbau des Berliner Erdgasspeichers. Im Geschäftsjahr 2012 wurden die
Rückbaukosten des Berliner Erdgasspeichers im Rahmen eines externen Gutachtens bewertet. Der Höhe der
Verpflichtung liegen die zu erwartenden Vollkosten unter Berücksichtigung von Erfahrungswerten zugrunde. Die
betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer des Vermögenswertes ist die Grundlage für die Laufzeit der Verpflichtung.
Veränderungen zu diesen Annahmen waren nicht erforderlich.
Die Zinssatz- und Laufzeitänderungen der Verpflichtungen führten saldiert zu einer barwertigen Anpassung der
Rückstellungen für den Rückbau und den Denkmalschutz um −1.206 Tausend Euro (Vj. 6.549 Tausend Euro).
Gemäß IFRIC 1 wurden −910 Tausend Euro (Vj. 6.262 Tausend Euro) erfolgsneutral erfasst.
Hinsichtlich des Verpflichtungsumfangs und der Laufzeit der Rückstellungen für den Rückbau von Anlagen
beziehungs­weise den Denkmalschutz bestehen Unsicherheiten, die eine signifikante Rückstellungsanpassung
notwendig werden lassen können.
RÜCKSTELLUNGEN FÜR ENTSCHÄDIGUNG VON GRUNDDIENSTBARKEITEN NACH § 9 GBBERG
Die Verpflichtungen zu Entschädigungszahlungen an die Eigentümer für die Eintragung der beschränkten persön­lichen
Dienstbarkeiten an Grundstücken in Höhe von 2.549 Tausend Euro (Vj. 4.596 Tausend Euro) bestehen auf Grundlage
des § 9 GBBerG. Im Geschäftsjahr 2015 erfolgte eine Auflösung der Rückstellung in Höhe von 1.374 Tausend
Euro ergebnisneutral (IFRIC 1). Die Grundlage der Auflösung bildet die im Geschäftsjahr 2015 weiter fortgeführte
Detailanalyse und die aktualisierte Kalkulation der Entschädigungszahlungen. Die Entschädigungen sind nach dem
aktuellen Erkenntnisstand überwiegend innerhalb des nächsten Jahres (Vj. 2 Jahre) zu zahlen.

85

G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2 0 15

Die Zinssatz- und Laufzeitänderungen der Verpflichtungen führten saldiert zu einer barwertigen Anpassung
der Rückstellungen für Entschädigung von Grunddienstbarkeiten nach § 9 GBBerG um 36 Tausend Euro
(Vj. 63 Tausend Euro). Gemäß IFRIC 1 wurden 46 Tausend Euro (Vj. 49 Tausend Euro) erfolgsneutral erfasst.
ÜBRIGE RÜCKSTELLUNGEN
Die übrigen Rückstellungen berücksichtigen sonstige am Bilanzstichtag bestehende rechtliche oder faktische
Verpflichtungen sowie Verpflichtungen aus belastenden Verträgen.
Im Geschäftsjahr 2015 erfolgte eine Zuführung im Zusammenhang mit Rechtsstreitigkeiten.
Für die Energieversorgung, und insbesondere auch für die Gasversorgung, bestehen eine Reihe typischer
Vertragsrisiken. Sowohl bei den Rückforderungsansprüchen von Haushaltskunden wegen Preisanpassungen in
der Vergangenheit als auch bei der Verwendung von Preisanpassungsklauseln unter Hinweis auf Allgemeine
Geschäftsbedingungen ist die Rechtslage nicht abschließend geklärt. Soweit unter Berücksichtigung höchstrichter­licher
Rechtsprechung geltend gemachte Ansprüche nicht als unbegründet zurückgewiesen wurden, sind für die Themen zur
Risikovorsorge für mögliche Nachforderungen aus Rechtsstreitigkeiten Rückstellungen gebildet worden.

86

VOR WOR T     
BERICHT DES AUFSICHTSR ATS     
L AGEBERICHT     
ANHANG IFRS     BES TÄTIGUNGSVERMERK

(26)	 FINANZIELLE SCHULDEN
in T €

31.12.2015

31.12.2014

590.578

651.045

davon mit einer Restlaufzeit bis zu 1 Jahr

65.835

278.980 1

davon mit einer Restlaufzeit 1 bis 5 Jahre

304.004

168.667

59.017

45.618

Schulden gegenüber Kreditinstituten und Schuldscheindarlehen

davon mit einer Restlaufzeit von 1 bis 2 Jahre
davon mit einer Restlaufzeit von 2 bis 3 Jahre

59.081

41.045

davon mit einer Restlaufzeit von 3 bis 4 Jahre

58.987

41.049

126.919

40.955

220.739

203.398

davon mit einer Restlaufzeit von 5 bis 6 Jahre

49.004

108.886

davon mit einer Restlaufzeit von 6 bis 7 Jahre

135.850

30.972

davon mit einer Restlaufzeit von 4 bis 5 Jahre
davon mit einer Restlaufzeit größer 5 Jahre

davon mit einer Restlaufzeit größer 7 Jahre
Sonstige finanzielle Schulden

63.540

38.198

44.750

davon mit einer Restlaufzeit bis zu 1 Jahr

3.845

8.382

davon mit einer Restlaufzeit 1 bis 5 Jahre

7.963

8.066

davon mit einer Restlaufzeit von 1 bis 2 Jahre

2.649

3.016

davon mit einer Restlaufzeit von 2 bis 3 Jahre

2.060

2.224

davon mit einer Restlaufzeit von 3 bis 4 Jahre

1.283

1.667

1.971

1.159

26.390

28.302

davon mit einer Restlaufzeit von 5 bis 6 Jahre

950

1.913

davon mit einer Restlaufzeit von 6 bis 7 Jahre

1.186

949

davon mit einer Restlaufzeit von 4 bis 5 Jahre
davon mit einer Restlaufzeit größer 5 Jahre

24.254

25.440

134.001

96.410

davon mit einer Restlaufzeit bis zu 1 Jahr

65.097

36.839

davon mit einer Restlaufzeit größer 1 Jahr

68.904

59.571

762.777

792.205

davon mit einer Restlaufzeit größer 7 Jahre
Derivate

1

35.885

davon kurzfristig

134.777

324.201

davon langfristig

628.000

468.004

davon Brückenfinanzierung 216.390 T€

87

G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2 0 15

Die finanziellen Schulden umfassen überwiegend Schulden gegenüber Kreditinstituten und Schulden aus Kapitalmarkt­
transaktionen. Der Rückgang der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit einer Restlaufzeit bis
zu einem Jahr ist im Wesentlichen auf den Ausweis der Brückenfinanzierung des Berliner Gasnetzes im Vorjahr
als kurzfristige Verbindlichkeit zurückzuführen. Der Termin für den Ablauf der Brückenfinanzierung zur
teilweisen Finanzierung des Berliner Netzes wurde im Berichtsjahr mit Zustimmung aller beteiligten Banken vom
30. Dezember 2015 auf den 30. Dezember 2022 angepasst. Weiterhin ist der Übergang in eine langfristige
Endfinanzierung vereinbart, wenn die Konzession bestandskräftig an die GASAG oder an eine Tochtergesellschaft
der GASAG vergeben wird. Somit ist die langfristige Finanzierung des Berliner Netzes abgesichert.
Die sonstigen finanziellen Schulden enthalten des Weiteren Verpflichtungen aus Finanzierungsleasingverträgen.
Die Bandbreite der Zinssätze für fest verzinsliche finanzielle Schulden liegt wie im Vorjahr zwischen 2,0 und 5,9 %.
Wie im Vorjahr sind 89,4 % der Schulden gegenüber Kreditinstituten und 1,0 % der sonstigen finanziellen
Schulden variabel verzinslich. Die variabel verzinslichen Darlehen sind im Wesentlichen mit Derivaten gesichert.
In der folgenden Tabelle sind die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Cashflows der originären finanziellen
Verbindlichkeiten und derivativen Finanzinstrumente dargestellt. Es wurden sämtliche Instrumente, die zum
31. Dezember 2015 im Bestand waren und deren Zahlungen vertraglich vereinbart waren, berücksichtigt. Die
variablen Zinszahlungen aus Finanzinstrumenten wurden auf Basis der zuletzt vor dem 31. Dezember 2015 fixierten
Zinssätze ermittelt.

in T €
Finanzielle Schulden gegenüber
Kreditinstituten und
Schuldscheindarlehen

Buchwert

Cashflows

davon in den Zeiträumen

31.12.2015

Summe

2016

2017−2020

2021 ff.

−590.578

−630.733

−72.630

−330.772

−227.331

Sonstige finanzielle Schulden

−38.198

−51.520

−5.044

−12.869

−33.607

Derivative finanzielle Schulden

−134.001

−290.052

−160.228

−125.983

−3.841

3.591

−7.391

−5.391

−2.000

0

Buchwert

Cashflows

31.12.2014

Summe

2015

2016−2019

2020 ff.

Derivative finanzielle Vermögenswerte

Zum Vergleich die Zahlen vom Vorjahr:

in T €
Finanzielle Schulden gegenüber
Kreditinstituten und
Schuldscheindarlehen

davon in den Zeiträumen

−651.045

−714.525

−313.071

−190.769

−210.685

Sonstige finanzielle Schulden

−44.750

−60.180

−10.239

−13.261

−36.680

Derivative finanzielle Schulden

−96.410

−136.741

−69.406

−57.780

−9.555

5.570

−8.677

−6.104

−2.573

0

Derivative finanzielle Vermögenswerte

VERPFLICHTUNGEN AUS STRUKTURIERTEN TRANSAKTIONEN IN DER RECHTLICHEN FORM EINES
LEASINGVERHÄLTNISSES
Die GASAG hat im Jahr 2005 eine Teilfläche des Grundstücks in Berlin-Schöneberg im Wege einer strukturierten
Transaktion durch den Abschluss eines Leasingvertrags verkauft und für die weitere Nutzung zurück gemietet.
Nach der vorzeitigen Aufhebung des Leasingvertrages für eine Teilfläche im Geschäftsjahr 2014 wurde im
Geschäftsjahr 2015 der Leasingvertrag für die Restfläche aufgehoben und die Transaktion beendet.

88

VOR WOR T     
BERICHT DES AUFSICHTSR ATS     
L AGEBERICHT     
ANHANG IFRS     BES TÄTIGUNGSVERMERK

VERPFLICHTUNGEN AUS FINANZIERUNGSLEASINGVERHÄLTNISSEN
Die sonstigen finanziellen Schulden beinhalten auch Schulden aus Finanzierungsleasingverträgen.
Die Mindestleasingzahlungen und Barwerte aus derartigen Verträgen stellen sich wie folgt dar:

Mindestleasingrate
2015

in T €

Mindestleasingrate
2014

Barwerte
31.12.2015

Barwerte
31.12.2014

Mit einer Restlaufzeit bis zu 1 Jahr

1.642

2.153

1.641

2.022

Mit einer Restlaufzeit 1 bis 5 Jahre

4.034

3.524

4.006

3.458

0

990

0

969

5.676

6.667

5.647

6.449

Mit einer Restlaufzeit größer 5 Jahre

GASAG Contracting GmbH, Berlin, nachfolgend GC genannt, hat im Jahr 2001 in einem Sale-and-lease-back-Vertrag
den überwiegenden Teil ihrer Wärmeanlagen verkauft und für die weitere Nutzung zurück gemietet. Seitdem
wurde bis zum 31. Dezember 2010 der überwiegende Teil der entsprechenden Investitionen in Form von Nach­trägen
zu dem ursprünglichen Sale-and-lease-back-Vertrag abgewickelt. Seit 2011 wurden die Wärmeerzeugungs­anlagen
nicht mehr ins Leasing gegeben, sondern verbleiben im Eigentum der Gesellschaft. Die Mindestlaufzeiten der einzelnen
Transaktionen betragen in der Regel zehn Jahre. Der Zinssatz wird bei Vertragsabschluss fest vereinbart. Nach
Ablauf der Grundmietzeit hat die GC ein Ankaufsrecht. Die Verpflichtungen der GC sind durch das rechtliche
Eigentum des Leasinggebers auf die geleasten Vermögenswerte besichert.
Die EMB erwarb 1995 ein Grundstück und veräußerte dieses vor Eigentumsumschreibung. In diesem Zusammenhang
schloss die EMB einen Vertrag über die Errichtung von Anlagen und Gebäuden ab. Dazu gewährte sie ein Darlehen
und erhielt ein Vorkaufs- sowie ein Ankaufsrecht. Die EMB vereinbarte als Mieterin die langfristige entgeltliche
Nutzung der Immobilie. Die Gesamtlaufzeit des Vertragswerkes umfasst 24 Jahre. Die Verpflichtungen der EMB
sind durch einen Eigentumsvorbehalt des Leasinggebers auf die geleasten Vermögenswerte besichert.
Die GASAG hat im Jahr 2003 einen Vertrag auf unbestimmte Zeit über die Finanzierung der Beschaffung und
der Entsorgung von Hard- und Software geschlossen. Es besteht eine Zinsgleitklausel sowie ein Ankaufsrecht.
Die Verpflichtungen der GASAG sind durch einen Eigentumsvorbehalt des Leasinggebers auf die geleasten
Vermögens­gegenstände besichert.
Informationen zu den Derivaten sind gesondert unter der Textziffer „(29) Berichterstattung zu Finanzinstrumenten“
dargestellt.

(27)	VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN
UND SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN
davon Restlaufzeit
in T €
Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen

davon Restlaufzeit

31.12.2015

≤ 1 Jahr

> 1 Jahr

31.12.2014

≤ 1 Jahr

> 1 Jahr

89.058

89.058

0

122.612

122.612

0

Verbindlichkeiten
aus dem Bezug von Erdgas

52.080

52.080

0

78.503

78.503

0

Übrige Verbindlichkeiten

36.978

36.978

0

44.109

44.109

0

Sonstige Verbindlichkeiten

53.362

52.053

1.309

73.718

70.968

2.750

142.420

141.111

1.309

196.330

193.580

2.750

89

G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2 0 15

Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen die Verpflichtungen aus den in 2015 fälligen Leistungen
gegenüber dem Personal in Höhe von 9.270 Tausend Euro (Vj. 8.032 Tausend Euro), Steuerverbindlichkeiten in
Höhe von 10.701 Tausend Euro (Vj. 11.427 Tausend Euro), erhaltene Anzahlungen in Höhe von 1.788 Tausend Euro
(Vj. 1.597 Tausend Euro), transitorische Abgrenzungsposten in Höhe von 5.140 Tausend Euro (Vj. 3.149 Tausend Euro)
und kreditorische Debitoren in Höhe von 17.323 Tausend Euro (Vj. 18.528 Tausend Euro).

(28)	ERTRAGSTEUERVERBINDLICHKEITEN
Die Ertragsteuerverbindlichkeiten enthalten Verpflichtungen aus Ertragsteuern wie die Körperschaftsteuer
einschließlich Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer.

8	 SONSTIGE ERLÄUTERUNGEN
(29)	 BERICHTERSTATTUNG ZU FINANZINSTRUMENTEN
Zu den Finanzinstrumenten zählen originäre und derivative Finanzinstrumente.
Die originären Finanzinstrumente umfassen auf der Aktivseite im Wesentlichen die Forderungen und liquiden
Mittel. Auf der Passivseite umfassen die originären Finanzinstrumente im Wesentlichen die Darlehen gegenüber
Kreditinstituten und Schuldscheindarlehensgebern sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.
Derivative Finanzinstrumente mit positiven Marktwerten werden auf der Aktivseite unter der Position finanzielle
Vermögenswerte als Derivate, während derivative Finanzinstrumente mit negativen Marktwerten auf der Passivseite
der Bilanz unter der Position finanzielle Schulden als Schulden aus Derivaten ausgewiesen werden. Die Bilanzierung
aller Derivate erfolgt zum Handelstag.

90

VOR WOR T     
BERICHT DES AUFSICHTSR ATS     
L AGEBERICHT     
ANHANG IFRS     BES TÄTIGUNGSVERMERK

Die nachfolgende Tabelle zeigt Buchwerte, beizulegende Zeitwerte und die Bewertungskategorie sämtlicher im
Konzernabschluss erfasster Finanzinstrumente.

in T €

Bewertungskategorie
gem. IAS 9

bewertet
zu *

Buchwert
31.12.2015

Fair Value
31.12.2015

Buchwert
31.12.2014

Fair Value
31.12.2014

22.723

22.759

23.504

23.594

AKTIVA
Finanzielle Vermögenswerte
sonstige Ausleihungen

lar

AK

3.549

3.585

3.569

3.659

Finanzinvestitionen in nicht
notierte EK-Instrumente

afs

FVn

11.202

11.202

11.198

11.198

Forderungen
Finanzierungsleasing

–

–

4.381

4.381

3.167

3.167

Derivate ohne
Sicherungsbeziehung

fahft

FVw

3.591

3.591

5.570

5.570

138.092

138.092

167.809

167.809

AK

109.799

109.799

140.559

140.559

–

–

28.293

28.293

27.250

27.250

lar

AK

81.563

81.563

168.746

168.746

762.777

794.439

792.205

841.721

Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen und
sonstige Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen

lar

Sonstige Vermögenswerte
Liquide Mittel

PASSIVA

	

Finanzielle Schulden
Finanzielle Schulden gegen
Kreditinstitute und
Schuldscheindarlehen

ofl

AK

590.578

613.137

651.045

689.488

sonstige finanzielle Schulden

ofl

AK

38.198

47.301

44.750

55.823

Derivate ohne
Sicherungsbeziehung

flhft

FVw

69.130

69.130

59.094

59.094

Derivate mit
Sicherungsbeziehung

–

FVn

64.871

64.871

37.316

37.316

142.420

142.420

196.330

196.330

Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen
sonstige Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten
aus Lieferungen und Leistungen
sonstige Verbindlichkeiten

ofl

AK

124.257

124.257

179.659

179.659

–

–

18.163

18.163

16.671

16.671

davon aggregiert nach den Bewertungskategorien
11.202

11.202

11.198

11.198

194.911

194.947

312.874

312.964

Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle
Vermögenswerte [fahft]

3.591

3.591

5.570

5.570

Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle
Verbindlichkeiten [flhft]

69.130

69.130

59.094

59.094

753.033

784.695

875.454

924.970

Zur Veräußerung verfügbare Wertpapiere [afs]
Kredite und Forderungen [lar]

Finanzielle Verbindlichkeiten [ofl]

* bewertet zu: AK – fortgeführten Anschaffungskosten, FVn – Fair Value erfolgsneutral, FVw – Fair Value erfolgswirksam

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Vermögenswerte, liquide Mittel sowie Verbindlichkeiten
aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten haben vorwiegend kurze Restlaufzeiten. Damit
entsprechen die Buchwerte dieser Instrumente zum Bilanzstichtag näherungsweise dem beizulegenden Zeitwert.

91

G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2 0 15

Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Schulden gegen Kreditinstitute und Schuldschein­
darlehensgebern sowie der sonstigen finanziellen Schulden erfolgt durch Diskontierung über die Restlaufzeit der
Instrumente unter Anwendung marktüblicher Zinssätze.
Gemäß IFRS 13 werden die nachfolgenden Hierarchiestufen verwendet, um den beizulegenden Zeitwert von
Finanzinstrumenten zu bestimmen und auszuweisen:
Stufe 1: beizulegende Zeitwerte, die mit Hilfe von auf aktiven Märkten notierten Preisen bestimmt werden,
Stufe 2: beizulegende Zeitwerte, die mit Hilfe von Bewertungsmethoden bestimmt werden, bei denen die
Inputfaktoren, die für den beizulegenden Zeitwert bedeutend sind, auf beobachtbaren Marktdaten basieren,
Stufe 3: beizulegende Zeitwerte, die mit Hilfe von Bewertungsmethoden bestimmt werden, bei denen die
Inputfaktoren, die für den beizulegenden Zeitwert bedeutend sind, nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren.
Die zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Schulden sowie deren Zuordnung
zu den Hierarchiestufen gemäß IFRS 13 sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:

in T €

Bewertungskategorie
gem. IAS 39

bewertet zu *

AKTIVA

Buchwert
31.12.2015

Stufe 1

Stufe 2

Stufe 3

	

Finanzielle Vermögenswerte
Finanzinvestitionen in nicht
notierte EK-Instrumente

afs

FVn

11.202

0

0

11.202

fahft

FVw

3.591

0

3.591

0

Derivate ohne
Sicherungsbeziehung

flhft

FVw

69.130

0

69.130

0

Derivate mit
Sicherungsbeziehung

-

FVn

64.871

0

64.871

0

Bewertungskategorie
gem. IAS 39

bewertet zu *

Buchwert
31.12.2014

Stufe 1

Stufe 2

Stufe 3

afs

FVn

11.198

0

0

11.198

fahft

FVw

5.570

0

5.570

0

Derivate ohne
Sicherungsbeziehung

flhft

FVw

59.094

0

59.094

0

Derivate mit
Sicherungsbeziehung

-

FVn

37.316

0

37.316

0

Derivate ohne
Sicherungsbeziehung

PASSIVA
Finanzielle Schulden

in T €

AKTIVA
Finanzielle Vermögenswerte
Finanzinvestitionen in nicht
notierte EK-Instrumente
Derivate ohne
Sicherungsbeziehung

PASSIVA
Finanzielle Schulden

* bewertet zu: FVn – Fair Value erfolgsneutral, FVw – Fair Value erfolgswirksam

92

VOR WOR T     
BERICHT DES AUFSICHTSR ATS     
L AGEBERICHT     
ANHANG IFRS     BES TÄTIGUNGSVERMERK

Im Geschäftsjahr 2015 gab es keine Umbuchungen zwischen Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert der Stufe
1 und Stufe 2 und keine Umbuchungen in oder aus Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert der Stufe 3.
Bei den als Finanzinvestitionen in nicht notierte Eigenkapitalinstrumente ausgewiesenen anderen Beteiligungen
stehen wegen eines fehlenden aktiven Marktes keine beizulegenden Zeitwerte unmittelbar zur Verfügung. Daher
wird der beizulegende Zeitwert unter Anwendung von Bewertungsverfahren geschätzt. Als Bewertungsverfahren
wird das Ertragswertverfahren angewendet. Folgende Tabelle stellt die wesentlichen beobachtbaren Inputparameter
des Ertragswertverfahrens sowie deren Auswirkungen auf die Bewertung der Finanzinvestitionen in nicht notierte
Eigenkapitalinstrumente dar:
Wesentliche beobachtbare
Inputparameter

Bandbreite

Auswirkung von Änderungen der Inputparameter
auf den beizulegenden Zeitwert (Sensitivitätsanalyse)

Wachstumsfaktor für ewige Rente

0,5 %

Ein Rückgang der Wachstumsrate um 0,5 %-Punkte würde zu
einem Rückgang von rd. EUR 0,5 Mio. des beizulegenden
Zeitwerts führen. Eine Erhöhung des Wachstumsfaktors ist
unrealistisch.

Umsatzrendite
(in Relation zum Jahresüberschuss)

7,0 %

Eine Erhöhung (ein Rückgang) des Jahresüberschusses um
10 %-Punkte würde zu einer Erhöhung um rd. EUR 0,9 Mio.
(einem Rückgang von rd. EUR 0,9 Mio.) des beizulegenden
Zeitwerts führen.

Kapitalisierungszinssatz

6,4 %

Eine Erhöhung (ein Rückgang) des Kapitalisierungszinssatzes
um 1 %-Punkt würde zu einem Rückgang von rd. EUR 1,4 Mio.
(einer Erhöhung um rd. EUR 1,4 Mio.) des beizulegenden
Zeitwerts führen.

Die nachstehende Tabelle zeigt die Veränderungen der als Finanzinvestitionen in nicht notierte Eigenkapitalinstrumente
ausgewiesenen anderen Beteiligungen:

in T €
1.1.
Zugänge
Abgänge
31.12.

2015

2014

11.198

11.218

4

0

0

20

11.202

11.198

2015

2014

819

1.102

NETTOERGEBNISSE NACH BEWERTUNGSKATEGORIEN
in T €
Kredite und Forderungen [lar]
Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente [hft / fahft / flhft]

−10.768

−13.144

Finanzielle Verbindlichkeiten [ofl]

−28.672

−35.698

Die Nettogewinne beziehungsweise Nettoverluste beinhalten Zinserträge, Zinsaufwendungen sowie Bewertungseffekte
aus Zinsderivaten, Energiehandelsgeschäften, Commodity Swaps sowie weiteren Commodity Derivaten ohne
Hedge-Beziehung.

93

G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2 0 15

DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE UND SICHERUNGSBEZIEHUNGEN
Folgende Derivatgeschäfte lagen zum Bilanzstichtag vor:

Nominalvolumen nach Fälligkeit

positiver
Marktwert

negativer
Marktwert

Nominalvolumen

bis 1 Jahr

1 bis 5 Jahre

über 5 Jahre

Zinsswaps in
Sicherungsbeziehung

0

−13.038

135.750

13.000

109.000

13.750

Zinsswaps ohne
Sicherungsbeziehung

0

−39.503

391.947

55.121

173.099

163.727

Commodity Swaps in
Sicherungsbeziehung

0

−51.833

209.434

91.586

117.848

0

3.591

−29.627

145.452

98.913

46.539

0

3.591

−134.001

882.583

258.620

446.486

177.477

positiver
Marktwert

negativer
Marktwert

Nominalvolumen

bis 1 Jahr

1 bis 5
Jahre

über 5
Jahre

Zinsswaps in
Sicherungsbeziehung

0

−15.865

149.500

13.750

62.400

73.350

Zinsswaps ohne
Sicherungsbeziehung

0

−48.083

432.468

40.521

172.484

219.463

Commodity Swaps in
Sicherungsbeziehung

0

−21.451

140.104

74.761

65.343

0

5.570

−11.011

146.920

77.356

69.564

0

5.570

−96.410

868.992

206.388

369.791

292.813

in T €

Commodity Derivate ohne
Sicherungsbeziehung

Zum Vergleich die Zahlen vom Vorjahr:
Nominalvolumen nach Fälligkeit
in T €

Commodity Derivate ohne
Sicherungsbeziehung

Die dargestellten Zinsswaps in Sicherungsbeziehung wurden zur Absicherung von Cashflows bereits bestehender
variabel verzinslicher Grundgeschäfte eingesetzt. Es handelt sich hierbei um effektive Cashflow Hedges. Die
Bewertung erfolgt zu beizulegenden Zeitwerten auf Basis der Mark-to-market-Methode. Sie beschreibt die
börsentägliche Bewertung von zukünftigen Zahlungsströmen der Finanzinstrumente durch Diskontierung. Die
Diskontierung erfolgt anhand der marktüblichen Zinsen über die Restlaufzeit der Instrumente. Wesentliche Parameter
der Mark-to-market-Bewertung bilden die Geschäftsdaten des Finanzinstrumentes und die Zinsstruktur in der
Geschäftswährung.
Zinsswaps ohne Sicherungsbeziehung beinhalten Sicherungsgeschäfte, die die Anforderungen an das
Hedge Accounting zum Bilanzstichtag nicht erfüllen. Die im Laufe der effektiven Sicherungsbeziehung, bis
31. Dezember 2014, im Eigenkapital angesammelten Wertänderungen der Sicherungsgeschäfte werden mit
der Realisierung der gesicherten Cashflows erfolgswirksam ausgebucht. Die Wertänderungen der Zinsswaps
ohne Sicherungsbeziehung werden seit dem 1. Januar 2015 erfolgswirksam erfasst.
Für die Absicherung von Preisrisiken aus Gasbezugsgeschäften werden Commodity Swaps eingesetzt. Die
­Commodity Swaps in Sicherungsbeziehung erfüllen die Anforderungen für Hedge Accounting gemäß IAS 39 und
werden dementsprechend bilanziert. Zusätzlich werden diese als hochwirksam eingestuft.
Commodity Derivate ohne Sicherungsbeziehung beinhalten Bezugsverträge aus dem Handelsbestand, die
gegebenenfalls darin enthaltenen Volumenflexibilitäten, finanzielle Absicherungsgeschäfte sowie ölbasierte
Beschaffungsgeschäfte. Wertänderungen aus Commodity Derivaten ohne Sicherungsbeziehung werden
erfolgswirksam erfasst.

94

VOR WOR T     
BERICHT DES AUFSICHTSR ATS     
L AGEBERICHT     
ANHANG IFRS     BES TÄTIGUNGSVERMERK

Die Analyse von Preisänderungsrisiken für Commodity Swaps in Sicherungsbeziehung und Commodity Derivate
ohne Hedge-Beziehung erfolgt nach der Mark-to-market-Methode anhand von vorliegenden Forward-Preisen,
gegebenenfalls ergänzt um extrapolierte Preise. Die so ermittelten zukünftigen Zahlungsströme werden anhand
der marktüblichen Zinsen über die Restlaufzeit der Geschäfte diskontiert. Die Bewertung optionaler Bestandteile
in bestehenden Bezugsverträgen erfolgt mit Hilfe von statistischen Bewertungsmodellen.
Im Rahmen der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von derivativen Finanzinstrumenten wird auch das
­Adressenausfallrisiko berücksichtigt. Das Ausfallrisiko des Vertragspartners wird bei finanziellen Vermögenswerten
mittels eines Credit Value Adjustments, das eigene Ausfallrisiko bei den finanziellen Verbindlichkeiten mittels eines
Debit Value Adjustments erfasst.
Das Nominalvolumen der derivativen Finanzinstrumente wird durch die Summe aller zugrunde liegenden Kaufund Verkaufswerte unsaldiert dargestellt.
Die beizulegenden Zeitwerte mit einer Laufzeit größer fünf Jahre beziehen sich im Wesentlichen auf die Jahre
2021 bis 2024.
Die derivativen Finanzinstrumente sind Gegenstand marktüblicher Aufrechnungsvereinbarungen. Sie werden
grundsätzlich auf Basis des Rahmenvertrages für Finanztermingeschäfte und der EFET-Vereinbarungen (European
Federation of Energy Traders) gehandelt. Die folgende Übersicht zeigt diejenigen finanziellen Vermögenswerte
und finanziellen Verbindlichkeiten, die gemäß IAS 32 saldiert werden oder einklagbaren Globalverrechnungs­
vereinbarungen unterliegen:

Bilanzwert

Zugehöriger
nicht saldierter
Betrag

Nettobetrag

0

3.591

1.881

1.710

260

−134.001

−131.345

−2.656

Bilanzwert

Zugehöriger
nicht saldierter
Betrag

Nettobetrag

31.12.2015
in T €
Derivate (aktiv)
Derivate (passiv)

Bruttobetrag

Saldierung

Sicherheiten

3.751

−160

−134.421

160

Zum Vergleich die Zahlen vom Vorjahr:
31.12.2014

in T €
Derivate (aktiv)
Derivate (passiv)

Bruttobetrag

Saldierung

Sicherheiten

5.681

−20

−91

5.570

2.016

3.554

−96.777

20

347

−96.410

−94.876

−1.534

(30)	 ENERGIE- UND FINANZ-RISIKOMANAGEMENT
ZIELSETZUNGEN UND METHODEN
Die GASAG ist im Rahmen ihrer unternehmerischen Geschäftstätigkeit einer Reihe von Risiken aus Energie- und
Finanzgeschäften ausgesetzt. Die GASAG begrenzt diese Risiken durch systematische Risikomanagement- und
Controllingprozesse, welche integraler Bestandteil der Geschäftsprozesse Energiehandel und Finanzen sind.
Die internen Richtlinien regeln die konzernweit einheitlichen Handels-, Abwicklungs- und Überwachungsprozesse
sowie eine einheitliche Risikoberichterstattung. Diese Risikomanagementprozesse zielen darauf ab, die GASAG in
die Lage zu versetzen, frühzeitig Risiken zu erkennen, in der Gesamtheit zu analysieren und daraus resultierende
risikopolitische Maßnahmen für die Gestaltung der Geschäftspolitik abzuleiten.

95

G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2 0 15

MANAGEMENT VON ENERGIEPREIS- UND MENGENRISIKEN
Innerhalb des GASAG-Konzerns wird zwischen Mengen- und Preisrisiken unterschieden. Unter dem Mengenrisiko
wird der potenzielle Verlust verstanden, der entsteht, wenn Abnahme- oder Lieferverpflichtungen nicht
nachgekommen werden kann. Das Marktpreisänderungsrisiko ist als das Risiko potenzieller Verluste aus offenen
Positionen bei Veränderungen der den Energiehandelsgeschäften zugrunde liegenden Marktpreise definiert.
Mengen- und Marktpreisänderungsrisiken können kombiniert auftreten.
Zur Reduzierung der Preisänderungsrisiken aus Absatz- und Beschaffungsgeschäften sowie der Absicherung
innovativer Preisangebote werden physische und finanzielle Termingeschäfte eingesetzt. Risikopositionen zwischen
festen und variablen Zahlungsströmen aus Absatz- und Beschaffungsgeschäften werden grundsätzlich bei Erreichen
eines Maximalvolumens gemäß der bestehenden Risikostrategie zur Absicherung gebracht. Bei der GASAG
bestehen somit ungesicherte Positionen nur in sehr geringem Umfang. Das Risiko aus Wertschwankungen der
ungesicherten Positionen aus diesen Geschäften wird nach der Value-at-risk-Methode mit einem Konfidenzintervall
von 95 % und einer Haltedauer von 30 Tagen gemessen. Auf Basis historischer Wertschwankungen beträgt der
Value-at-risk zum Stichtag 358 Tausend Euro (Vj. 225 Tausend Euro) für Positionen im Gasgeschäft sowie
23 Tausend Euro (Vj. 181 Tausend Euro) für Positionen im Stromgeschäft.
Marktpreisänderungsrisiken in Bezug auf in Sicherungsbeziehungen befindlichen finanziellen Rohstoffderivaten
ergeben sich insofern, als die ergebnisneutral im Eigenkapital verbuchten Bewertungsänderungen der Derivate
durch Marktpreisschwankungen variieren. Auf der Basis historischer Marktpreisschwankungen der Referenzmarktpreise
wird eine Neubewertung der Rohstoffderivate mit veränderten Marktpreisen durchgeführt. Die dabei verwendeten
Marktpreise werden durch einen Parallelshift um 27,0 % für Erdgas verändert. Das so ermittelte Risikopotenzial
einer Eigenkapitalverminderung beträgt 35.452 Tausend Euro (Vj. 22.820 Tausend Euro).
Für finanzielle Rohstoffderivate, die zu Sicherungszwecken abgeschlossen, aber nicht dem Hedge Accounting
zugeordnet sind, ergibt sich aus geänderten Marktpreisen ein Ergebnisrisiko. Unter Verwendung der vorab
genannten Szenarioanalyse ergibt sich so ein Risikopotenzial von 7.577 Tausend Euro (Vj. 6.842 Tausend Euro).
Bei physischen Termingeschäften, die nicht unter die Own Use Exemption fallen, können Änderungen der
Marktpreise zu einem Ergebnisrisiko führen. Das ermittelte Risikopotenzial einer Ergebnisverschlechterung beträgt
4.596 Tausend Euro (Vj. 3.961 Tausend Euro).
Bei den bilanzierten Mengenflexibilitäten der Bezugsverträge, bei denen die GASAG Optionsinhaber ist, besteht
weiterhin das Risiko, dass bei einer Änderung der Marktpreise die Optionen für die GASAG an Wert verlieren. Die
Bewertung der Optionen erfolgt dabei auf Basis der Volatilität von Marktpreisen sowie den in den Verträgen
vereinbarten Preisindizes. Das Risikopotenzial einer Ergebnisverschlechterung unter Berücksichtung der Entwicklung
der Vertragsmengen beträgt bei Anwendung des für Rohstoffpreisschwankungen vorab beschriebenen Szenarios
184 Tausend Euro (Vj. 1.539 Tausend Euro).
Bei Handelsgeschäften mit Ölpreisbindung besteht das Risiko sich divergent entwickelnder Öl- und Gaspreise. Auf
der Basis der Standardabweichungen historischer Marktpreisschwankungen der Referenzmarktpreise wird eine
Neubewertung der eingebetteten Derivate vorgenommen. Die für die GASAG schlechteste Kombination besteht
aus steigenden Öl- bei gleichzeitig sinkenden Gaspreisen, die Höhe der dabei verwendeten Shifts der jeweiligen
Terminmarktsätze liegt bei Ölpreisen zwischen 10,2 % und 12,8 % und bei Gaspreisen zwischen 6,3 % und
14,2 %. Daraus ergibt sich ein Ergebnisrisiko in Höhe von 156 Tausend Euro (Vj. 1.085 Tausend Euro).
MANAGEMENT VON FINANZRISIKEN
Unter Finanzrisiken werden innerhalb der GASAG die Risiken aus Zins-, Währungs- und sonstigen Marktpreis­
änderungsrisiken verstanden. Diese resultieren aus bestehenden und geplanten Finanzgeschäften, welche
Marktpreisschwankungen ausgesetzt sind. Darüber hinaus werden Liquiditätsrisiken als Bestandteil des
Finanzrisiko­managements verstanden.

96

VOR WOR T     
BERICHT DES AUFSICHTSR ATS     
L AGEBERICHT     
ANHANG IFRS     BES TÄTIGUNGSVERMERK

In der GASAG und ihren verbundenen Unternehmen kommt eine einheitliche Methodik der Risikomessung zum
Zwecke der Vergleichbarkeit verschiedener Risikopositionen zum Einsatz. Zur Reduzierung von Marktpreisrisiko­
positionen werden derivative Finanzinstrumente eingesetzt.
ZINSÄNDERUNGSRISIKEN
Zinsänderungsrisiken bestehen bei Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, aus emittierten Schuldscheindarlehen,
aus sonstigen finanziellen Schulden, aus Zinsswaps und aus Forderungen gegen Kreditinstitute.
Die Änderung relevanter Marktzinssätze kann bei verzinslichen Finanzinstrumenten eine Veränderung des
beizulegenden Zeitwerts bewirken oder zu Schwankungen der aus dem Finanzinstrument resultierenden zukünftigen
Cashflows führen.
Das Risiko einer Schwankung zukünftiger Cashflows bei verzinslichen Verbindlichkeiten wird innerhalb der GASAG
durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente eliminiert. Zum 31. Dezember 2015 sind keine wesentlichen, nicht
abgesicherten variabel verzinslichen Schulden im Bestand.
Bei originären Finanzinstrumenten mit fester Verzinsung wirken sich Marktzinsschwankungen nur dann auf das
Ergebnis aus, wenn diese zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Somit unterliegen alle nach IAS 39 zu
fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumente mit fester Verzinsung keinem Zinsänderungs­risiko
im Sinne des IFRS 7.
Zinsänderungsrisiken in Bezug auf sich in wirtschaftlichen, aber zum Stichtag nicht in bilanziellen Sicherungsbeziehungen
befindliche Zinsderivate ergeben sich insofern, als die ergebniswirksam verbuchten Bewertungsänderungen der
Derivate durch Marktzinsschwankungen variieren. Die Bewertungsänderungen der sich im Hedge Accounting
befindlichen Sicherungsderivate werden dagegen ergebnisneutral im Eigenkapital verbucht. Auf der Basis historischer
Wertschwankungen der Referenzzinssätze wird eine Neubewertung der Zinsderivate mit veränderten Zinssätzen
durchgeführt. Die dabei verwendeten Zinssätze werden durch einen Parallelshift um 40 Basispunkte verändert.
Unter Berücksichtigung der zukünftigen Nominalbestände beträgt das so ermittelte Risikopotenzial einer Finanz­
ergebnisverschlechterung 6.913 Tausend Euro (Vj. 7.689 Tausend Euro), das einer Eigenkapitalverminderung
beträgt 2.623 Tausend Euro (Vj. 2.886 Tausend Euro).
WÄHRUNGSRISIKEN
Die Finanztransaktionen erfolgen nahezu ausschließlich im eigenen Währungsraum der Konzerngesellschaften, so dass
kein wesentliches Währungsrisiko besteht. Zum Bilanzstichtag sind keine Devisentermingeschäfte zur Absicherung
zukünftiger Transaktionen im Bestand.
LIQUIDITÄTSRISIKEN
Ziel des Liquiditätsmanagements ist die Sicherstellung der jederzeitigen Liquidität des Konzerns und der jeweiligen
Einzelunternehmen des GASAG-Konzernverbunds. Die Identifikation, Messung und Steuerung der Liquiditäts­positionen
obliegen der GASAG in Zusammenarbeit mit den Tochterunternehmen mit dem Ziel, die finanzielle Leistungsfähigkeit
zu gewährleisten. Dazu werden insbesondere rollierende Zwölf-Monats-Liquiditätsplanungen eingesetzt.
ADRESSENAUSFALLRISIKEN
Das Adressenausfallrisiko betrifft mögliche Vermögensverluste, die aus der Nichterfüllung von Vertragsverpflichtungen
seitens der Handelspartner eintreten könnten.
Das maximale theoretische Ausfallrisiko derivativer Geschäfte ergibt sich aus der Summe der positiven Marktwerte
derjenigen Instrumente, aus denen Ansprüche gegen Handelspartner bestehen. Dieses Risiko wird bei den
Handelspartnern reduziert, bei denen Aufrechnungsmöglichkeiten bestehen.
Die Steuerung von Adressenausfallrisiken von Handelspartnern im Energie- und Finanzbereich erfolgt über ein
konzerneinheitliches Limitsystem. Die Ermittlung des Limits eines Handelspartners erfolgt insbesondere anhand
von externen Bonitätseinschätzungen, die durch weitere Kennzahlen ergänzt werden. Die Veränderungen der
97

G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2 0 15

genannten Parameter werden im Rahmen standardisierter Risikomanagementprozesse fortlaufend überwacht.
Weiterhin erfolgt eine Ermittlung von potenziellen Adressenausfallrisiken anhand einer Monte Carlo Simulation
unter Berücksichtigung der Ausfallwahrscheinlichkeiten von Kontrahenten und entsprechender Risikopositionen.
Zum 31. Dezember 2015 ergeben sich keine relevanten Adressenausfallrisiken.
KAPITALSTRUKTURMANAGEMENT
Das Ziel des Kapitalstrukturmanagements im GASAG-Konzern ist die Aufrechterhaltung der Kapitalmarktfähigkeit
des Konzerns und damit die Sicherstellung jederzeitiger finanzieller Handlungsfähigkeit der Konzernunternehmen.
Im GASAG-Konzern werden Finanzkennzahlen zu Kapitalstruktur, Finanzkraft und Rentabilität, basierend auf dem
Jahresabschluss, langfristigen Unternehmensplanungen und Prognosen, ermittelt. Das strategische Kapitalstruktur­
management hat die Optimierung dieser Finanzkennzahlen zum Ziel. Das taktische Kapitalstrukturmanagement dient
der Einhaltung dieser Finanzkennzahlen. Der Konzern steuert seine Kapitalstruktur und nimmt unter Berücksichtigung
des Wandels der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Anpassungen vor. Zur Optimierung der Kapital­struktur
kann unter anderem eine Anpassung der Dividendenzahlungen an die Anteilseigner vorgenommen werden.
Zum 31. Dezember 2015 beziehungsweise zum 31. Dezember 2014 wurden keine Änderungen der Ziele, Richt­linien
und Verfahren der Kapitalstruktursteuerung vorgenommen.
Nachfolgend ist die Nettofinanzposition des Konzerns dargestellt. Diese ergibt sich aus dem Bestand an flüssigen
Mitteln, vermindert um die finanziellen Schulden.

in Mio. €

2015

2014

81,6

168,7

 
Liquide Mittel
Zwischensumme Kurzfristige Finanzmittel
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Sonstige finanzielle Schulden
Derivate
Nettofinanzposition

81,6

168,7

−590,6

−651,0

−38,2

−44,7

−134,0

−96,4

−681,2

−623,4

(31)	 EVENTUALSCHULDEN UND SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN
Eventualschulden und sonstige finanzielle Verpflichtungen zum Bilanzstichtag:

in T €
Rechtsstreitigkeiten und sonstige Risiken

31.12.2015

31.12.2014

40.792

5.942

37.904

38.457

78.696

44.399

1.025.994

1.527.685

123.282

96.437

Lieferverträge Rohbiogas und Substrate

62.011

60.507

Bestellobligo

46.636

59.369

Miet- und Leasingverpflichtungen

38.017

51.056

Bezugsverpflichtungen Strom

16.788

13.046

Netzpacht

14.543

14.743

Begebung aus Bürgschaften
Eventualschulden
Bezugsverpflichtungen (Bio-)Erdgas
Vorgelagerte Netzkosten

Sonstiges
Sonstige finanzielle Verpflichtungen

98

7.648

8.783

1.334.919

1.831.626

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BERICHT DES AUFSICHTSR ATS     
L AGEBERICHT     
ANHANG IFRS     BES TÄTIGUNGSVERMERK

Die Eventualschulden betreffen im Wesentlichen Rechtsstreitigkeiten, Bürgschaften und Risiken aus der Bodensanierung
Torgauer Straße.
Bei den Bürgschaften handelt es sich im Wesentlichen um Bürgschaften gegenüber der VBL sowie um Kontraktund Vertragserfüllungsbürgschaften.
Es bestehen Bezugsverpflichtungen aus langfristigen (Bio-) Erdgaslieferungsverträgen mit Take-or-pay-Klauseln
mit diversen Lieferanten. In regelmäßigen Abständen (in der Regel alle drei Jahre) haben die Vertragsparteien die
Möglichkeit, Preisrevisionsbegehren zu stellen. Unter Berücksichtigung der individuellen Laufzeiten ergeben sich
hieraus bis zum Jahr 2032 finanzielle Verpflichtungen in Höhe von nominal 1,1 Milliarden Euro. Bei der Angabe zu
den Bezugsverpflichtungen zum 31. Dezember 2015 in oben stehender Tabelle handelt es sich um den diskontierten
Betrag.
Die zukünftigen Leasingzahlungen aufgrund von unkündbaren Operating-Leasing-Verhältnissen betreffen im
Wesentlichen Verwaltungsgebäude sowie IT-Ausstattung, Telekommunikationsanlagen und Fahrzeuge und teilen
sich wie folgt auf:

in T €

Nominalwert
31.12.2015

Nominalwert
31.12.2014

< 1 Jahr

11.957

14.313

1−5 Jahren

23.589

29.727

2.471

7.016

38.017

51.056

> 5 Jahre

Es bestehen keine wesentlichen Untermietverhältnisse.
Die Verpflichtungen aus Lieferverträgen für Rohbiogas und Substrate stehen im Zusammenhang mit den Anlagen
zur Erzeugung von Bio-Erdgas der Unternehmen Bio-Erdgas Schwedt und Bio-Erdgas Neudorf.
Der Betrag von 123.282 Tausend Euro (Vj. 96.437 Tausend Euro) für vorgelagerte Netzkosten resultiert aus den
kurzfristigen Verträgen im Zusammenhang mit der Bestellung der Netzkapazitäten in vorgelagerten Netzen.
Die Aufteilung der Bestellobligos ist der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen:
Anteile in %

31.12.2015

31.12.2014

Bestellobligo Sachanlagen

55,9

54,4

Bestellobligo Aufwandsbestellungen

37,2

39,5

Bestellobligo langfr. Dienstleistungsverträge

5,2

5,7

Nachwachsende Rohstoffe

1,7

0,4

100

100

Bezüglich möglicher finanzieller Verpflichtungen aus Deckungslücken bei der VBL verweisen wir auf die Ausführungen zu den Rückstellungen.

99

G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2 0 15

(32)	 ANGABEN ZUR KAPITALFLUSSRECHNUNG
IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE
Der Konzern hat bei immateriellen Vermögenswerten Zugänge in Höhe von 3.616 Tausend Euro zu verzeichnen
(Vj. 3.577 Tausend Euro). Die Auszahlungen für immaterielle Vermögenswerte belaufen sich ebenfalls auf
−3.616 Tausend Euro (Vj. –3.577 Tausend Euro).
SACHANLAGEN
Der Konzern hat Sachanlagen für 96.167 Tausend Euro erworben (Vj. 89.481 Tausend Euro), davon 1.526 Tausend Euro
durch Finanzierungsleasing (Vj. 59 Tausend Euro). Auszahlungen zum Kauf von Sachanlagen wurden in Höhe von
−94.641 Tausend Euro getätigt (Vj. –89.422 Tausend Euro).
FINANZANLAGEN
Die in der Kapitalflussrechnung genannten Finanzanlagen betreffen Anteile an assoziierten Unternehmen sowie
langfristige finanzielle Vermögenswerte.
FINANZMITTELFONDS
Zum Zwecke der Kapitalflussrechnung setzt sich der Finanzmittelfonds wie folgt zusammen:

in T €
Liquide Mittel
Forderungen aus Kontenclearing
Finanzmittelfonds am Ende der Berichtsperiode

31.12.2015

31.12.2014

81.563

168.745

0

1.500

81.563

170.245

GEZAHLTE / ERHALTENE ZINSEN UND DIVIDENDEN
Im Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit sind erhaltene Zinsen in Höhe von 2.985 Tausend Euro
(Vj. 1.641 Tausend Euro), gezahlte Zinsen in Höhe von 35.163 Tausend Euro (Vj. 35.765 Tausend Euro) sowie
erhaltene Dividenden in Höhe von 1.032 Tausend Euro (Vj. 1.828 Tausend Euro) enthalten.
Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit enthält gezahlte Dividenden in Höhe von 40.487 Tausend Euro
(Vj. 66.448 Tausend Euro).

(33)	 BEZIEHUNGEN ZU NAHE STEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONEN
Vom Grundkapital der GASAG hielten zum 31. Dezember 2015 die Vattenfall GmbH, Berlin, nachfolgend Vattenfall
genannt, und die GDF SUEZ Beteiligungs GmbH (im Januar 2016 umfirmiert in ENGIE Beteiligungs GmbH), Berlin,
nachfolgend GdF genannt, jeweils einen Anteil von 31,575 %. Des Weiteren war E.ON Beteiligungen GmbH,
Düsseldorf, mit 36,85 % an der GASAG beteiligt. Die Muttergesellschafterin der Vattenfall ist die Vattenfall AB,
Stockholm, Schweden, der E.ON Beteiligungen GmbH, die E.ON SE, Düsseldorf, der GdF, die
GDF SUEZ Energie Deutschland AG, Berlin.
Uns ist am 23. Dezember 2015 die Mitteilung der Vattenfall GmbH nach § 20 Abs. 4 AktG zugegangen, dass ihr
eine Mehrheitsbeteiligung an unserer Gesellschaft gehört. Die Mehrheitsbeteiligung wird gemeinsam mit der
GDF SUEZ Beteiligungs GmbH gehalten und ergibt sich aus dem am 8. Dezember 2015 von der EU-Kommission
freigegebenen Konsortialvertrag zwischen der Vattenfall GmbH und der GDF SUEZ Beteiligungs GmbH.
Uns ist am 4. Januar 2016 die Mitteilung der GDF SUEZ Beteiligungs GmbH nach § 20 Abs. 4 AktG zugegangen,
dass ihr eine Mehrheitsbeteiligung an unserer Gesellschaft gehört. Die Mehrheitsbeteiligung wird gemeinsam
mit der Vattenfall GmbH gehalten und ergibt sich aus dem am 8. Dezember 2015 von der EU-Kommission
frei­gegebenen Konsortialvertrag zwischen der Vattenfall GmbH und der GDF SUEZ Beteiligungs GmbH.

10 0

VOR WOR T     
BERICHT DES AUFSICHTSR ATS     
L AGEBERICHT     
ANHANG IFRS     BES TÄTIGUNGSVERMERK

Über den Anteilsbesitz üben die Anteilseigner auf den GASAG-Konzern einen maßgeblichen Einfluss aus.
Zu den nahe stehenden Unternehmen des GASAG-Konzerns, mit denen der Konzern im Geschäftsjahr 2015
Geschäfte getätigt hat, gehören neben den Anteilseignern der GASAG die verbundenen Unternehmen der
Vattenfall AB, Stockholm, Schweden, der ENGIE S.A., Paris, Frankreich sowie der E.ON SE, Düsseldorf.
Mit nahe stehenden Unternehmen wurden Geschäfte getätigt, die zu folgenden Abschlussposten führten:
Erlöse
in T €
Unternehmen mit maßgeblichem
Einfluss
E.ON-­
Gruppe
VattenfallGruppe
ENGIEGruppe
Assoziierte
Unter­
nehmen
GASAG-­
Gruppe

Aufwendungen

Vermögenswerte
31.12.2015

31.12.2014

Schulden
31.12.2015

31.12.2014

2015

2014

2015

2014

61.278

68.245

291.464

336.778

11.578

11.786

46.393

39.165

8.273

7.383

224.300

247.875

1.149

2.452

15.869

15.241

51.764

49.371

23.621

58.481

10.227

4.452

2.740

11.021

1.241

11.491

43.543

30.422

202

4.882

27.784

12.903

10.685

10.305

6.695

6.416

1.775

913

1.799

472

Die Geschäftsvorfälle mit den Unternehmen der E.ON-Gruppe betreffen im Wesentlichen die empfangenen
Erdgaslieferungen. Die Aufwendungen stellen überwiegend Materialaufwendungen aus den Gasbezugsverträgen
dar.
Die Beziehungen zwischen den Unternehmen der GASAG-Gruppe und der Vattenfall-Gruppe bestehen im Wesentlichen
im Bereich der Gaslieferungen. Die Erlöse stellen überwiegend die auf der Grundlage von Erdgaslieferverträgen
erzielten Erträge dar. Die Aufwendungen beinhalten überwiegend Materialaufwendungen aus den Gasbezugsverträgen
und die Dienstleistungen auf dem Gebiet der Hard- und Software.
Die Geschäftsvorfälle mit den Unternehmen der ENGIE-Gruppe betreffen im Wesentlichen die empfangenen
Erdgaslieferungen. Die Aufwendungen stellen überwiegend Materialaufwendungen aus den Gasbezugsverträgen
dar.
Vermögenswerte und Schulden stellen die offenen Salden in Bezug auf die genannten Geschäftsbeziehungen
zwischen der GASAG-Gruppe und nahe stehenden Unternehmen dar. Von den Vermögenswerten entfallen auf
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 11.577 Tausend Euro (Vj. 11.786 Tausend Euro) gegen Unternehmen
mit maßgeblichem Einfluss und 1.775 Tausend Euro (Vj. 913 Tausend Euro) gegen assoziierten Unternehmen.
Von den Schulden entfallen auf Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 46.393 Tausend Euro
(Vj. 39.165 Tausend Euro) gegenüber den Unternehmen mit maßgeblichem Einfluss und 1.797 Tausend Euro
(Vj. 472 Tausend Euro) gegenüber assoziierten Unternehmen.
Die assoziierten Unternehmen sind in der Beteiligungsübersicht (Textziffer „(3) Konsolidierungskreis“) dargestellt.
Die Erlöse mit assoziierten Unternehmen resultieren im Wesentlichen aus den Gaslieferungen. Die Aufwendungen
betreffen überwiegend Dienstleistungen im Rahmen von Markt- und Absatzentwicklungen im Zusammenhang
mit dem Produkt Erdgas. Die Forderungen und die Verbindlichkeiten resultieren aus Lieferungen und Leistungen.

10 1

G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2 0 15

DEM AUFSICHTSRAT GEHÖRTEN IM GESCHÄFTSJAHR 2015 FOLGENDE PERSONEN AN:
Dr. Lothar Kramm	
(ab dem 26.06.2015)	

(Vorsitzender des Aufsichtsrats ab dem 26.06.2015)
Unternehmensberater, Berlin

Andreas Otte	
		
		

(Stellv. Vorsitzender des Aufsichtsrats)
Angestellter (Betriebsratsvorsitzender) der
GASAG Berliner Gaswerke Aktiengesellschaft, Berlin

Uwe Borck	
(bis 26.06.2015)	

ehemals Landesbezirksfachbereichsleiter Ver- und Entsorgung,
ver.di, Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Landesbezirk Berlin-Brandenburg

Ingo Breite	

Angestellter der BAS Abrechnungsservice GmbH & Co. KG, Berlin

Ulrich Danco	
(bis 26.06.2015)

Geschäftsführer der E.ON Energie Deutschland GmbH, München

Stefan Dohler	

Senior Vice President, Vattenfall AB, Leiter der Business Area Markets, Hamburg

Thomas Foulon	
(bis 26.06.2015)

Angestellter der GASAG Berliner Gaswerke Aktiengesellschaft, Berlin

Georg Friedrichs	
(ab dem 26.06.2015)

Geschäftsführer der Vattenfall Europe Windkraft GmbH, Hamburg

Marian Goetz	
		
		

Head of Investment & Partnerships Energy Management Trading ENGIE und
Mitglied des Vorstands – Energiewirtschaft der GDF SUEZ Energie Deutschland AG,
Berlin (im Januar 2016 umfirmiert in ENGIE Deutschland AG, Berlin)

Gert von der Groeben	
(bis 26.06.2015) 	

Berater, Berlin

Dirk Hahn	
(bis 26.06.2015)

Angestellter der BEGA.tec GmbH, Berlin

Gerhard Jochum	
		

(Vorsitzender des Aufsichtsrats bis 26.06.2015)
Unternehmensberater, Berlin

Peter Kamin	

Angestellter der NBB Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg mbH & Co. KG, Berlin

Michael Kamsteeg	
(bis 26.06.2015) 	

Chief Financial Officer der E.ON Climate & Renewables GmbH, Essen,
und der E.ON Generation GmbH, Hannover

Dr. Karl Kauermann	

Vorstandsvorsitzender der K.M.T. Immobilien AG, Berlin

Dr. Thomas König	

Mitglied der Geschäftsführung der E.ON Deutschland / E.ON SE, Essen

Thomas Kokegei	

Bereichsleiter der GASAG Berliner Gaswerke Aktiengesellschaft, Berlin

Dr. Uwe Kolks	
(ab dem 26.06.2015)

Mitglied der Geschäftsführung der E.ON Energie Deutschland GmbH, München

10 2

VOR WOR T     
BERICHT DES AUFSICHTSR ATS     
L AGEBERICHT     
ANHANG IFRS     BES TÄTIGUNGSVERMERK

Annette Krafscheck	

Angestellte der GASAG Berliner Gaswerke Aktiengesellschaft, Berlin

Anke Langner	
		

Mitglied des Vorstands der GDF SUEZ Energie Deutschland AG, Berlin
(im Januar 2016 umfirmiert in ENGIE Deutschland AG, Berlin)

Dr. Frank May	
(bis 26.06.2015)	

ehemals Mitglied des Vorstands der Vattenfall Europe Wärme
Aktiengesellschaft, Berlin

Thorsten Neumann	

Angestellter der NBB Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg mbH & Co. KG, Berlin

Erik von Scholz	
(bis 31.12.2015)	

Vorstandsvorsitzender der GDF SUEZ Energie Deutschland AG, Berlin
(im Januar 2016 umfirmiert in ENGIE Deutschland AG, Berlin)

Can Sekertekin	
(ab dem 26.06.2015)

Angestellter der GASAG Berliner Gaswerke Aktiengesellschaft, Berlin

Susanne Stumpenhusen	
(ab dem 26.06.2015) 	

Landesbezirksleiterin ver.di, Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft,
Landesbezirk Berlin-Brandenburg

Andreas Tabor	
(ab dem 26.06.2015)

Angestellter der BAS Abrechnungsservice GmbH & Co. KG, Berlin

Lutz Wegner 	

Leiter Legal Distribution, Sales & Heat Germany der Vattenfall GmbH, Berlin

Ewald Woste	
(ab dem 26.06.2015)

Unternehmensberater Gmund am Tegernsee

10 3

G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2 0 15

VORSTAND
Dem Vorstand gehörten im Geschäftsjahr 2015 folgende Personen an; die Geschäftsbereiche wurden im
­Geschäftsjahr 2015 mit Wirkung zum 1. Juli 2015 neu verteilt, der Bereich Revision und Datenschutz wurde dem
Geschäftsbereich I (vorher: Geschäftsbereich III) zugeordnet:
Geschäftsbereich I (Vorsitzender):
Stefan Grützmacher	
Unternehmensentwicklung, Recht (einschl. Gremienmanagement), Kommunikation
(bis 28.02.2015) 	
(inkl. Marketingkommunikation), Personal, Immobilienmanagement, Arbeitssicherheit,
		
Compliance, Ganzheitliche Kundenlösungen, IT, Revision und Datenschutz
Vera Gäde-Butzlaff
ab dem 01.03.2015

Geschäftsbereich II (Vertrieb und Handel):
Katja Gieseking	
Energieeinkauf / -handel, Vertrieb, Contracting, Erneuerbare Energien,
(bis 31.12.2015) 	
Kundenbetreuung und Energieabrechnung
Geschäftsbereich III (Kaufmännisches und Netze):
Dr. Jürgen Schmidberger	 Rechnungswesen, Controlling, Finanzen, Einkauf, Risikomanagement, Metering,
		
Erdgasspeicher und Netze
Herr Stefan Grützmacher hat sein Amt als Mitglied des Vorstands und als Vorsitzender des Vorstands mit Ablauf
des 28. Februar 2015 niedergelegt.
Der Aufsichtsrat bestellte in der außerordentlichen Aufsichtsratssitzung der GASAG AG am 30. Januar 2015
Frau Vera Gäde-Butzlaff zum weiteren Mitglied des Vorstands und zur Vorsitzenden des Vorstands mit Wirkung
zum 1. März 2015.
Frau Katja Gieseking hat ihr Amt als Mitglied des Vorstands mit Ablauf des 31. Dezember 2015 niedergelegt.
Die Vergütungen der Vorstandsmitglieder der GASAG wurden vom Aufsichtsrat festgelegt. Das gegenwärtige
Vergütungssystem sieht eine in gleichen Monatsraten zahlbare fixe Jahresgrundvergütung sowie eine jährliche,
variable Tantieme vor, die der Aufsichtsrat jeweils nach Ablauf des Geschäftsjahres festsetzt. Mit der Tantieme
umfasst die Vorstandsvergütung damit auch eine variable, jährlich wiederkehrende Komponente, die an den
geschäftlichen und persönlichen Erfolg gebunden ist. Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung und
Risiko­charakter wie etwa Aktienoptionsprogramme bestehen nicht.
Die Mitglieder des Vorstandes erhalten insgesamt folgende Leistungen:
in T €
Fixe Vergütung
Variable Vergütung

2015

2014

925

942

512

448

1.437

1.390

Sowohl fixe als auch variable Vergütung stellen kurzfristig fällige Leistungen dar.
Im Geschäftsjahr 2015 wurden Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern keine Kredite oder Vorschüsse gewährt
noch solche zurückgezahlt. Haftungsverhältnisse zugunsten der Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder bestehen
nicht.

10 4

VOR WOR T     
BERICHT DES AUFSICHTSR ATS     
L AGEBERICHT     
ANHANG IFRS     BES TÄTIGUNGSVERMERK

Frühere Mitglieder des Vorstandes und ihre Hinterbliebenen erhielten im Berichtszeitraum 2015 Leistungen
in Höhe von 1.510 Tausend Euro (Vj. 643 Tausend Euro). Für Verpflichtungen gegenüber den früheren
Vorstands­mitgliedern und ihren Hinterbliebenen wurden zum Bilanzstichtag Rückstellungen in Höhe
15.228 Tausend Euro (Vj. 15.874 Tausend Euro) bilanziert. Die Rückdeckungsversicherungen in Höhe von
6.538 Tausend Euro (Vj. 6.995 Tausend Euro) wurden mit den Verpflichtungen gegenüber den gegenwärtigen
und früheren Mitgliedern des Vorstandes beziehungsweise deren Hinterbliebenen saldiert ausgewiesen. Darüber
hinaus wurden im Berichtsjahr weitere Leistungen aus Anlass der Beendigung von Dienstverhältnissen in Höhe
von 485 Tausend Euro vereinbart.
Die Aufwandsentschädigung für den Aufsichtsrat betrug 156 Tausend Euro (Vj. 153 Tausend Euro). Den angestellten
Arbeitnehmervertretern im Aufsichtsrat steht weiterhin ein reguläres Gehalt im Rahmen ihres Arbeitsvertrags zu.
Dieses orientiert sich an den Vorschriften des Betriebsverfassungsgesetzes und entspricht einer angemessenen
Vergütung für die entsprechende Funktion beziehungsweise Tätigkeit im Unternehmen. Dies gilt entsprechend für
den Vertreter der leitenden Angestellten im Aufsichtsrat.
Der Konzern hat mit nahe stehenden Personen keine wesentlichen Geschäfte getätigt.

(34)	 ANGABEN ZU KONZESSIONEN	
Die Konzessionsverträge im Gasbereich bestehen zwischen der GASAG und dem Land Berlin und zwischen der
EMB und zahlreichen Gemeinden und Kommunen im Land Brandenburg. Die SpreeGas hat Konzessionsverträge
mit Gemeinden und Kommunen in den Bundesländern Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und die
Stadtwerke Forst mit der Stadt Forst (Lausitz). Bei der Neuvergabe des Wegenutzungsrechts für das Gasversorgungs­
netz der allgemeinen Versorgung im Land Berlin (Gaskonzession) hatte die Senatsverwaltung für Finanzen
(SenFin) als verfahrensleitende Stelle des Landes Berlin Anfang Juni 2014 mitgeteilt, dass der Landesbetrieb Berlin
Energie das beste Angebot abgegeben habe. Auf die Klage von GASAG und NBB verurteilte das Landgericht
Berlin das Land Berlin am 9. Dezember 2014, den Abschluss eines Gaskonzessionsvertrags mit dem Landesbetrieb
Berlin Energie oder einem durch Umwandlung des Landesbetriebs Berlin Energie (Berlin Energie) hervorgegangenen
Unternehmens zu unterlassen. Eine Entscheidung über die Beschlussvorlage an das Berliner Abgeordnetenhaus
zur Erteilung der Gaskonzession an den Landesbetrieb Berlin Energie erfolgte nicht. Das Landgericht begründete
sein Urteil mit der fehlenden Bieterpersönlichkeit und Eignung des Landesbetriebs Berlin Energie sowie mit
­Verfahrens- und Auswertungsfehlern. Dem Klageantrag auf Abschluss eines Konzessionsvertrags mit GASAG / NBB
(Hauptantrag) hat das Landgericht nicht stattgegeben. GASAG und NBB haben daher, genauso wie das Land
Berlin, gegen das Urteil des Landgerichts Berufung beim Kammergericht eingelegt. Eine Entscheidung in der
Hauptsache hat das Kammergericht im Jahr 2015 noch nicht getroffen, es hat jedoch im August 2015 den Antrag
auf Nebenintervention des Landesbetriebs Berlin Energie mangels Parteifähigkeit zurückgewiesen. Über die
Rechtsbeschwerden der Senatsverwaltung für Finanzen und Berlin Energie gegen die Zurückweisung hat der
Bundesgerichtshof noch nicht entschieden. Nachdem das Bundeskartellamt zunächst selbst ein förmliches
Überprüfungsverfahren gegen das Land Berlin eingeleitet hatte, betreibt es nach dem erstinstanzlichen Prozesserfolg
von GASAG und NBB das Verfahren vorerst nicht weiter, sondern beteiligt sich am kammergerichtlichen Verfahren.
GASAG und das Land Berlin haben sich im Herbst 2015 erneut auf eine bis zum 31. Dezember 2016 befristete
Interimsvereinbarung zur Wegenutzung zu den Bedingungen des zum Ende des Jahres 2013 abgelaufenen
Konzessionsvertrags verständigt. Zugleich haben die GASAG und die NBB gegenüber dem Land Berlin erklärt,
dass sie ihre Angebote im Bieterverfahren unverändert aufrechterhalten und haben die Bindefrist ihrer Angebote
bis zum 31. Dezember 2016 verlängert.
Sollte nach Konzessionsvertragsende beziehungsweise nach endgültiger Entscheidung zur Vergabe der Gasnetz­
konzession im Land Berlin kein neuer Konzessionsvertrag geschlossen werden, besteht für den Netzeigentümer
nach dem geltenden Energiewirtschaftsgesetz eine Pflicht zur Überlassung der für die allgemeine Versorgung
erforderlichen Verteilungsanlagen an den neuen Konzessionsinhaber gegen Zahlung einer angemessenen
Vergütung.

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G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2 0 15

(35)	 SONSTIGE ANGABEN	
HONORARE DES ABSCHLUSSPRÜFERS
Die im Aufwand erfassten Honorare des Abschlussprüfers setzen sich wie folgt zusammen:
in T €

2015

2014

763

935

Sonstige Bestätigungsleistungen

33

139

Steuerberatungsleistungen

23

70

Sonstige Leistungen

69

254

888

1.398

Abschlussprüfung

Gesamt

EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG
Zwischen dem Bilanzstichtag und dem Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses ergaben sich keine
Ereignisse, die einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben, über die hier zu
berichten wäre und die Aussagen im Konzernabschluss verändern würden.
ZUKUNFTSGERICHTETE AUSSAGEN
Dieser Bericht enthält einzelne in die Zukunft gerichtete Aussagen, die den weiteren Geschäftsverlauf betreffen,
unter anderem Prognosen zur wirtschaftlichen und politischen Entwicklung sowie zur Geschäftsentwicklung des
GASAG-Konzerns. Diese Aussagen beruhen auf vom Vorstand der GASAG sorgfältig getroffenen Annahmen.
Jedoch kann der Vorstand wegen verbleibender Risiken und Unsicherheiten keine Gewähr dafür übernehmen,
dass diese sich insgesamt beziehungsweise im Einzelnen als richtig erweisen werden.
Berlin, 22. März 2016
GASAG
Berliner Gaswerke Aktiengesellschaft
Der Vorstand

Vera Gäde-Butzlaff 		

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Dr. Jürgen Schmidberger

VOR WOR T     
BERICHT DES AUFSICHTSR ATS     
L AGEBERICHT     
ANHANG IF RS     
BESTÄTIGUNGSVERMERK

BESTÄTIGUNGSVERMERK
Aufgrund unserer am 26. Februar 2016 abgeschlossenen Prüfung und unserer Nachtragsprüfung erteilen wir zu dem
beigefügten geänderten Konzernabschluss und den Konzernlagebericht den nachstehenden Bestätigungsvermerk mit
einer Ergänzung:
„Wir haben den von der GASAG Berliner Gaswerke Aktiengesellschaft, Berlin, aufgestellten Konzernabschluss – bestehend
aus Bilanz, Gesamtergebnisrechnung, Eigenkapital-veränderungsrechnung, Kapitalflussrechnung und Anhang – und
den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2015 geprüft. Die Aufstellung von
Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend
nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung der gesetzlichen
Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine
Beurteilung über den Konzernabschluss und über den Konzernlagebericht abzugeben.
Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer
(IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung
so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den
Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht
vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt
werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das
wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im
Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise
für die Angaben in Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die
Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der
Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der
wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses
und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für
unsere Beurteilung bildet.
Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den
IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen
Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild
der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht im Einklang mit dem Konzernabschluss,
vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen
Entwicklung zutreffend dar.
Diese Bestätigung erteilen wir aufgrund unserer pflichtgemäßen, am 26. Februar 2016 abgeschlossenen Abschlussprüfung
und unserer Nachtragsprüfung, die sich auf die Änderung der Angaben der vorgeschlagenen Dividendenzahlung an die
Anteilseigner und die Dividende je Aktie im Anhang bezog. Die Nachtragsprüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.“
Berlin, 26. Februar 2016/begrenzt auf die vorgenannten Änderungen: 24. März 2016
Ernst & Young GmbH		
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft	

	

Diederichs	Ottenhus
Wirtschaftsprüfer	Wirtschaftsprüfer

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IMPRESSUM
GASAG Berliner Gaswerke Aktiengesellschaft // Henriette-Herz-Platz 4, 10178 Berlin
Rainer Knauber, Bereichsleiter Konzernkommunikation und -marketing
Telefon: 030 7872-3050 // Telefax: 030 7872-3044 // E-Mail: rknauber@gasag.de
Erscheinungsdatum: April 2016
ISSN 2366-6498
Umsetzung: IR-One AG & Co., Hamburg, www.ir-1.com
Produktion: EBERL Print GmbH, Immenstadt, www.eberl.de
Illustration: Sara Contini-Frank, Berlin, www.contini-frank.de

klimaneutral

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