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Full text: Sternenzeit (Rights reserved) Ausgabe 11.2022,2 (Rights reserved)

ZEITUNG AUS TREPTOW-KÖPENICK FÜR FREIWILLIGES ENGAGEMENT Fotos: Kathlen Bartel, Elisabeth Schwiontek, Regina Stubenrauch, Paula Gründler, Sandra Maiwald, Karla Haller Projekt Kieztandem Die Erfahrungen von Ohla und Petra Seite 2 Geschichts-Initiative Stolpersteine in Schöneweide Seite 3 Natur & Umwelt Pflanzen-Samen aus Berlin-Südost Seite 5 Winter 2022 / 23 Auszeich nung für STE R N E N FISCH E R Seite 8 igersinn): Bücher ks oben im Uhrze lin n (vo Tür 22 20 en , Tag der offenen Freiwilligentag henken, Upcycling Aktionen bei den rsc V. ve e. en au um ün Bl Gr n, Zukunft in en gärtner und Cleanup mit tauschen, zusamm ER CH IS NF NE ER bei ST Für jede*n das passende Engagement! Gärtnern am Schmollerplatz in Treptow. Gemeinsam Müll sammeln und damit Grünau schöner machen. Blumen verschenken in Friedrichshagen, Bücher tauschen in Baumschulenweg oder kreatives Upcycling im Haus am (Müggel-)See: Die Fotos auf dieser Seite entstanden im September 2022 bei den Freiwilligentagen TreptowKöpenick. Mit mehr als 40 Mitmach-Aktionen in zehn Tagen haben Freiwillige und Organisationen gezeigt, wie vielfältig Engagement ist. Das gilt nicht nur für die Aktionstage im September – sondern das ganze Jahr über! Lassen Sie sich inspirieren von den Beiträgen in dieser Ausgabe. Zum Beispiel von den Ehrenamtlichen, die sich in Schöneweide gegen das Vergessen der Nazi-Verbrechen und für Stolpersteine engagieren – oder von den Freiwilligen, die in Bohnsdorf, Johannisthal und Friedrichshagen Samen von Wiesenpflanzen sammeln und aussäen. Es gibt so viele Arten, aufzublühen! „Wir teilen schöne, aber auch schwierige Dinge des Lebens“ Foto: Privat Das Kieztandem Ohla und Petra Ohla (l.) und Petra mit Katze Mariksa „Als der Krieg in der Ukraine ausbrach war mir klar, dass ich etwas tun musste“, stellt Petra Kühnast fest. Die 52-Jährige aus Adlershof ist die Kieztandem-Partnerin von Olha Molodychenko (40), die wegen des Krieges ihre alte Heimatstadt Luzk verlassen musste und jetzt in Oberschöneweide lebt. Seit Ende Mai 2022 bilden die beiden Frauen ein Kieztandem. Das Projekt Kieztandem ermöglicht Patenschaften zwischen Geflüchteten und Menschen, die Lust auf neue Kontakte in Treptow-Köpenick haben. Obwohl sich Petra und Ohla erst wenige Monate kennen, haben sie gemeinsam schon viele schöne Momente erlebt: Kinobesuche, gemeinsames Kochen oder – der bisherige Höhepunkt – der Besuch von Hamburg mit Besichtigung des Miniatur-Wunderlandes. Die Schneiderin und Soziologin Olha und die Physiotherapeutin und Medizinpädagogin Petra sind sich einig, dass sie gut zueinander passen. Das führen die beiden nicht zuletzt auf ihren gemeinsamen Erfahrungshintergrund als Lehrkräfte in der Berufsschule (Olha) und Fachschule (Petra) sowie die gemeinsame Liebe zur Natur zurück. Neben den schönen teilen sie jedoch auch die schwierigen Dinge des Lebens. Diese sind für Olha, ungeachtet der tatkräftigen Unterstützung durch Petra, die bisher erfolglose Suche nach einer eigenen Wohnung und einem Arbeitsplatz. Aber gemeinsam haben sie schon Perspektiven entwickelt, wie eine mögliche berufliche Neuorientierung mittels Umschulung oder Ausbildung. Für beide ist aber schon heute eines klar, ihre Freundschaft, die aus der Patenschaft entstand, wird noch lange fortbestehen.  Jean-Paul Kuhfahl Das Projekt Kieztandem – Wir freuen uns über Menschen, die neu dazukommen möchten! Kieztandem ist ein Projekt des STERNENFISCHER Freiwilligenzentrums. Es ermöglicht Patenschaften zwischen Neu-Berliner*innen und Menschen, die Lust auf neue soziale Kontakte in Treptow-Köpenick haben. Austausch und gemeinsame Aktivitäten stehen dabei im Vordergrund. Tandems ma- chen z. B. gemeinsame Ausflüge oder besuchen zusammen kulturelle Veranstaltungen, Pat*innen begleiten geflüchtete Menschen bei Behördengängen. Die Tandems treffen sich in der Regel für 2-3 Stunden in der Woche. Wir beraten Interessierte, führen Basisworkshops für neue Teilnehmende durch und begleiten die Patenschaften. Darüber hinaus organisieren wir Gruppenangebote und Austauschtreffen. Wir freuen uns über Menschen, die im Kieztandem dabei sein möchten: Anne Eilert, Evelyn Siebert und Sandra Maiwald, Telefon (030) 24 35 85 76 E-Mail kieztandem@sternenfischer.org Fotos: Kieztandem Kieztandem-Ausflüge: Gemeinsam wandern, den Modellpark in der Wuhlheide oder die Gärten der Welt besuchen (v.l.) 2 gs e rw te n u n e v ti k te e -D ts h ic h sc Mit Ge Stolpersteine in Schöneweide Foto: Reginald Gramatté Foto: Reginald Gramatté Wer heute durch Schöneweide geht, stößt in der Brücken-, der Spree-, der Zeppelinstraße und der Schillerpromenade auf Stolpersteine. Lebensdaten auf 10x10 cm großen Messingplatten im Pflaster erinnern an frühere Nachbarn, die zur Nazizeit verfolgt und ermordet wurden. Warum sind in unserem Kiez diese Spuren viel rarer als in Friedrichshagen, fragt sich Robert Jabbusch Anfang 2021. Man sollte das erforschen… Aber wie und wo? Im Mai organisiert er den ersten Workshop für weitere an Lokalgeschichte(n) Interessierte. Sie befassen sich mit dem Stolperstein-Projekt des Künstlers Gunter Demnig, mit Büchern Stolperstein-Spaziergang in Schöneweide und Archiven, die weiterhelfen. Namen kommen ins Gespräch, Recher- genentzündung“, heißt es im Totenschein. chen starten: Die Stolpersteingruppe In der Spreestraße 1 war der SteinholzleSchöneweide ist geboren. Seitdem sam- ger Otto Dunkel (1889 – 1945) zuhause, meln sieben Frauen und Männer in ihrer ein engagierter Gewerkschafter. Während Freizeit Daten und Fotos, korrespondie- der Nazizeit arbeitet er als Kurier zwiren bis nach Israel und in die USA, ent- schen Widerstandsgruppen. Verrat bringt decken Nachfahren, netzwerken u.a. mit ihn 1942 ins KZ Neuengamme. Ende des dem Zentrum für Demokratie. Ergebnis- II. Weltkriegs zwingen die Nazis Tausende se präsentiert Ende September 2022 ein KZ-Häftlinge an Bord der „Cap Arcona“. Stolpersteinspaziergang durch Nieder- Auch Otto Dunkel stirbt, als britische Piund Oberschöneweide. Zu dem hat auch loten das Schiff irrtümlich im Mai 1945 die Initiative TKVA – Treptow-Köpenick versenken, fünf Tage vor Kriegsende. für Vielfalt und gegen Antisemitismus – Unser Rundgang führt meist zu schlichten eingeladen. 15 Leute kommen, zählt Ro- Adressen. Arbeiter, jüdische Familien, ein bert Jabbusch zufrieden. Fabrikantenpaar. Sie alle wurden gewaltsam aus ihrem normalen Leben gerissen Kiezgeschichte(n) zum Innehalten ... - Am Ende sind die Steine poliert, die Rosen verteilt. Das Gehörte klingt nach. Der im Mai verlegte Stolperstein an der Brückenstraße 1 wird gesäubert und mit Blumen geschmückt. Er erinnert an Marie Rosa Jokl (1868 – 1943). Die Jüdin lebte hier vor 80 Jahren bei Tochter und Schwiegersohn. Der war Anwalt und Notar und glaubte bis 1942 nicht, dass die Nazis eine unbescholtene alte Frau „einfach abholen“. Bis die 74-Jährige deportiert wird. Marie Rosa Jokl übersteht das Grauen von Theresienstadt nur wenige Wochen. Sie stirbt am 1.2.1943, an „Lun- „Wenn wir Lebenswege verfolgter Menschen erforschen, bewahren wir sie vor dem Vergessen; sie haben ein Innehalten verdient und liefern bis heute Denkanstöße.“ Robert Jabbusch spricht auch im Namen seiner Mitstreiter:innen. Verstärkung brauchen die Geschichts-Detektive jederzeit! Gerade lassen sie Stolpersteine für die ausgelöschte jüdische Familie um Simon Feldmann anfertigen. An deren Wohnund Arbeitsort Tabbertstraße 14 sollen sie am 3. März 2023 ins Pflaster kommen. Hilfe von einem handwerklich Begabten wäre super! - Das gibt mir Robert mit auf den Weg.  Claudia Korte Initiative Stolpersteine Schöneweide Die Gruppe trifft sich an jedem zweiten Mittwoch im Monat, 19 Uhr, im Kiezklub Plönzeile 7. Interessierte sind herzlich willkommen! E-Mail: Stolpersteine-schoeneweide@gmx.de Stolperstein für Manfred Stargardter 3 “ st n n a k u d e g n la so s, a w h c „Ma Ein Gespräch über das Alter(n) Annette Kutsch Foto: Privat Foto: Reginald Gramatté Monika Meng (MM) war bis 2010 im internationalen Konferenz- und Tagungsma- Raus aus dem aktiven Leben – rein ins Rentnerdasein. Wie ging es weiter? RG: Meine Tochter hat mir klipp und klar erklärt, dass es nicht sein kann, dass ich von jetzt ab von mittags bis in die Nacht vor dem Fernseher versauere. Ich habe mich aufgerappelt und habe als ehrenamtlicher Fotograf beim STERNENFISCHER Frei- Reginald Gramatté nagement tätig. Reginald Gramatté (RG) arbeitete als Produktionsleiter beim Deutschen Fernsehfunk. Annette Kunsch (AK) war Lehrerin mit Leidenschaft und wurde nach 40 Dienstjahren in den Ruhestand verabschiedet. Sie hat das Gespräch für diesen Beitrag aufgeschrieben. In einer Berliner Tageszeitung schrieb ein Autor über das Alter als „Abstieg in die Bedeutungslosigkeit“. Was verbinden wir eigentlich mit dem Altern? MM: Zunächst denke ich automatisch daran, dass man im Alter nicht mehr so leistungsfähig sein kann. Dass einen Zipperlein beeinträchtigen und Krankheiten heimsuchen. Das Ganze ist so negativ besetzt. RG: Das geht mir genauso. Ich selbst habe mich doch nicht alt gefühlt, nur weil ich nicht mehr zur Arbeit ging. AK: Ich habe immer gedacht, dass ich nicht so werde, wie die „alten Leute“. Mittlerweile trage auch ich keine Pumps mehr, wähle im Restaurant die Seniorenportion und nehme im Zug den mir angebotenen Platz gern an. 4 renamtlich für das Wohlergehen anderer Menschen einsetzen. Ich bewundere das sehr. Es bestärkt mich darin, auch selbst weiterzumachen, trotz mancher Widrigkeiten, die es natürlich auch beim Ehrenamt gibt. MM: Unser Förderverein KIEZKLUB Rahnsdorf trägt mit eignen Veranstaltungen, der Einwerbung von Spenden, Initiativen und Anträgen an die Kiezkasse des Bezirkes dazu bei, ein vielfältiges kulturelles Angebot für die Generation 60+ in Rahnsdorf zu ermöglichen. Wir sorgen mit dafür, dass alte Menschen aus der Einsamkeit geholt werden und wohnortnah weiter am kulturellen Leben teilhaben können. Daran mitarbeiten zu dürfen, gibt mir ein gutes Gefühl. Ja ich kann sagen, es macht mich glücklich. Foto: Reginad Gramatté Drei Menschen im Alter von 70+ treffen sich im KIEZKLUB Rahnsdorf zu einem Gespräch über das Alter(n), den Start in den Ruhestand – und welche Rolle freiwilliges Engagement in ihrem Leben spielt. Monika Meng willigenzentrum angefangen. Ich bin viel unterwegs, lerne interessante Leute und tolle Initiativen kennen. So bleibe ich am Ball. MM: Für mich war der Ruhestand schon ein drohendes „Schwarzes Loch“. Also habe ich mich umgetan und über die STERNENFISCHER vom KIEZKLUB Rahnsdorf erfahren. Und der ist nun mein zweites Wohnzimmer. Seit 2014 bin ich Vorsitzende des Fördervereins. Außerdem engagiere ich mich bei der Städtepartnerschaft mit Cajamarca (Peru). Ich habe also genug zu tun und bin sehr froh darüber. AK: Auch ich habe nach einer Möglichkeit gesucht, mich weiter einzubringen. Allerdings wollte ich nicht wieder in einer Tretmühle regelmäßiger Verpflichtungen landen. Und so bin ich über eine Zeitungsannonce als Autorin zur Zeitung STERNENZEIT gekommen. Für mich eine gute Entscheidung! Wir üben unsere Ehrenämter seit vielen Jahren aus. Wieso ist das möglich? AK: Ich habe als Schöffin, als Schiedsfrau in Treptow-Köpenick und als Autorin der STERNENZEIT viele Menschen kennenlernen dürfen, die sich mit ganzer Kraft eh- Zurück zum „Abstieg in die Bedeutungslosigkeit“. Ist unser Weg der Königsweg? AK: Es gibt viele Gründe, warum man nicht aktiv werden oder bleiben kann. Wir haben uns in unserem Gespräch an unserer Leistungsfähigkeit orientiert. Für uns ist das in Ordnung so. Aber es muss in unsrer Leistungsgesellschaft genauso in Ordnung sein, wenn jemand sich nach einem langen Leben zurücklehnt. Auch für sie sind wir Ehrenamtlichen und die KIEZKLUBS da. RG: Ich habe durch mein Ehrenamt so viele interessante Begegnungen und Gespräche, das tut einfach gut. Für mich ist aber auch unsere Nachbarschaftshilfe sehr wichtig. Wem es mal nicht so gut geht, der kann sich auf seine Nachbarn verlassen. MM: Ich kann nur sagen: „Mensch mach was! So lange Du kannst!“ www.berlin.de/kiezklubs-tk 11 KIEZKLUBS gibt es in Treptow-Köpenick – mit generationsübergreifenden Angeboten zu Kunst und Kultur, Bildung, Sport und Kreativität. www.sternenfischer.org Für jede*n das passende Engagement! Da blüht uns was Samentüten: ein Stück Natur aus Berlin-Südost Das einheimische Saatgut im Blick: Birgit Protze (rechts) mit anderen Naturschützerinnen im Landschaftspark Johannisthal knöterich, Goldrute, Lupine und andere mehr. Deshalb darf seit 2020 in der „freien Landschaft“ nur noch gebietseigenes Saatgut verwendet werden. Doch das gibt es kaum in Gärtnereien. Blieb also nur selbst sammeln. Für Birgit Protze keine Frage, dass sie da mitmacht. Die studierte Biologin engagiert sich seit Jahren ehrenamtlich im Naturschutzbeirat und hat sich im Projekt vor allem um die fachliche Seite gekümmert. Wie man ausreichend Saatgut gewinnt, war so eine Frage. Die großen „Spenderflächen“ wie die Wiesen im Bohnsdorfer Business Park mussten schonend gemäht werden, also per Heudrusch. Das Grünflächenamt half mit Technik und die Späthschen Baumschulen mit Platz. Die großen Heumengen wurden in zwei Gewächshäusern gelagert und regelmäßig gewendet, bis sie vollständig getrocknet waren. Und dann mussten die Samen vom Heu getrennt werden. Da wurden viele Hände gebraucht. Der BUND machte mit, der NABU, Bundesfreiwillige im ökologi- schen Jahr, Beschäftigte aus der Unteren Naturschutzbehörde, Mieter und Mieterinnen von degewo und Treptow-Nord eG. Jetzt ist „ein Stück Natur aus Treptow-Köpenick“, wie es heißt, eingetütet und eingesackt. Ende November soll es ausgesät werden, wenn das Wetter mitspielt. Nächstes Jahr werden wir dann sehen: Wir können Vielfalt – öko-logisch. Claudia Berlin Foto: Bechtold 2022, Bezirksamt Treptow-Köpenick Foto: Bechtold 2022, Bezirksamt Treptow-Köpenick An einem sonnigen Augusttag ist Birgit Protze mit vier anderen Frauen im Landschaftspark Johannisthal unterwegs. Sie haben Beutel aus Stoff oder Kunststoff bei sich. Die Frauen haben eine Mission. Sie sammeln Saatgut von Pflanzen, die hier auf der Wiese wachsen: Spitzwegerich, Gelbe Resede, Weißes Labkraut zum Beispiel. Im nächsten Jahr sollen sie blühen, vor allem auf Grünflächen zwischen Häusern der Wohnungsbaugenossenschaft Treptow-Nord eG und der Wohnungsbaugesellschaft degewo. Beide Unternehmen sind Partner des Projekts „Gelebte Vielfalt im Wohnumfeld“, das die Untere Naturschutzbehörde und der Naturschutzbeirat aus Treptow-Köpenick in diesem Jahr gestartet haben. Aus gutem Grund, wie Birgit Protze weiß. „Pflanzen, die seit Jahrtausenden hier wachsen, sind ideal an Boden, Luft und Klima angepasst, sind widerstandsfähig und eine wichtige Futterquelle für Insekten, Vögel und andere Tiere.“ Aber sie haben es schwer, weil sie bedroht werden von sogenannten Neophyten, also Pflanzen, die aus fremden Regionen eingeschleppt wurden und sich bei uns immer weiter ausbreiten wie Stauden- Foto: Gerbode 2022, bezirklicher Naturschutzbeirat Feld- und Wiesenpflanzen aus Bohnsdorf, Johannisthal und Friedrichshagen Das Mahdgut trocknet in den Späthschen Baumschulen 5 Leonie, Rosa & Hanna Aissatou Friedrich „Wir drei sind Schülerinnen des Evangelischen Gymnasiums Köpenick und engagieren uns bei der Hilfe für ukrainische Flüchtlinge. Wir unterstützen die ukrainischen Schüler, die jetzt an unserer Schule lernen, praktisch und emotional und sind beim Spendensammeln aktiv. Wir verkaufen eigens entworfene Stoffbeutel, der Erlös wird zum größten Teil gespendet. Unsere Schule engagiert sich schon länger in der Flüchtlingshilfe. Wir drei sind Teil der Willkommens-AG. Wir sehen es als Privileg, anderen helfen zu können. Und außerdem macht es Spaß, an der Schule gemeinsam Gutes zu tun.“ „Als Tochter einer Senegalesin und eines Deutschen habe ich von klein auf Rassismus erlebt. Dagegen kämpfe ich. Gemeinsam mit anderen habe ich ein Projekt gestartet, mit dem wir Beschäftigte im Einzelhandel für rassistisches Verhalten sensibilisieren wollen. Wichtig ist mir auch mein Engagement im Traumanetz Berlin, einer Fachstelle, die sich für eine bessere Versorgung von traumatisierten Frauen einsetzt. Eigene Gewalterfahrungen habe ich als Co-Autorin im Buch ‚UNSICHTBAR – wir zeigen Gesicht‘ öffentlich gemacht. Im Kampf gegen Gewalt und Diskriminierung zählt jede Stimme.“ Foto: Reginald Gramatté Foto: Reginald Gramatté Foto: Reginald Gramatté STERNE des Monats: Robert Ringel „Vom Start an bin ich im Team der Lebendigen Kiezbibliothek, einem Projekt von offensiv 91 e.V. und InteraXion. Eine Bibliothek der besonderen Art, denn die ‚Bücher‘, das sind Menschen mit ihren Geschichten. Jeder kann bei uns ‚Buch‘ sein. Dabei geht es besonders um Geschichten, die Migrant*innen und auch Ostdeutsche zu erzählen haben. Beide haben oft große Umbrüche erlebt. Ich selbst war auch schon ‚Buch‘ und habe über meine Erlebnisse und Erfahrungen berichtet, die ich, geboren und aufgewachsen in Treptow-Köpenick, vor allem in der Zeit der Wende gemacht habe.“ Ick kann ditt mal wieder nich fassen, jetzt kommuniziere ick mal wieda mit Spinnen. Denn in unserem Bad hängt direkt üba dem Eengang jenau so een Exemplar. Die lauert, ick glop, die is hungrich. Ick hab schon überlecht ob ick der ne kleene Flieje opfer, damit se nich so finster is. Jedenfalls red ick der imma jut zu, wenn ich unta der durch muss. Also so watt wie: „Janz ruhich Braune, janz ruhich, ick tu da ja nischt und du ma och nich, dann könn wa jut miteinander klarkommen. Also janz ruhich, ja?“ Nu is se so ritich schlecht druff, dabei war ick ditt janich, die ditt Insektengift jsprüht hat. Abba sie hat sich janz klar ausjedrückt, mit ihre acht Beeene, wenn ick ma hinleje, dann wird se ma beißen. Ick hab noch versucht se zu übazeujen, ditt se meene Zimmernachbern lieba beißen soll, da die bestimmt jesprüht hat, abba sie blieb eenfach dabei, also hab ick beschlossen uff die Spinne zu hören, bevor ick völlich durchdreh, wa. Also bleib ick wach, die och. Sie fängt ma die Fliejen uff der Toilette wech, ditt is doch een fairer Deal, find ick. So nen bissel mulmich is ma schon, wenn ick unta der 6 Foto: ??? Die Alte, die üba der Tür klebte Foto: Reginald Gramatté Annemarie Beier „Seit ich in Rente bin kümmere ich mich ehrenamtlich um Senioren. Als im Kiezklub Treptow-Kolleg die Leiterin der Sportgruppe ausfiel, habe ich einen Übungsleiterlehrgang absolviert und mache seitdem jeden Dienstag mit zwölf Frauen und Männern Hocker-Gymnastik. Daneben leite ich die Handarbeitsgruppe. Wir stricken Schals und Mützen für den Straßenkinder e.V. im Kinderund Jugendhaus BOLLE in Marzahn. 2017 wurde ich in die Seniorenvertretung Treptow-Köpenick gewählt, bin jetzt schon in der zweiten Wahlperiode dabei. Mich zu kümmern, für andere da zu sein, ist mir wichtig.“ Nina Fuchs „Wegen Corona fand vieles draußen statt, da sind wir uns im Kiez nähergekommen. So entstand die Nachbarschaftsinitiative SchöneVibes Kollektiv. An der Griechischen Allee haben wir gemeinsam mit Schülern der Isaac-Newton-Schule eine Naschhecke mit Sitzgelegenheiten angelegt. Das kam gut an, auch unser Brückenfest am Kaisersteg war ein voller Erfolg. Ich denke, dass wir in Schöneweide noch viel entwickeln können. Wir wollen unsere Nachbarschaftsinitiative deshalb auf solide Füße stellen und einen Verein gründen. Ideen zu verwirklichen macht mir Spaß, am besten in Gemeinschaft.“ Foto: Reginald Gramatté Foto: Reginald Gramatté Held*innen des Alltags! Bernd Wardacki „Über die STERNENFISCHER bin ich zum ‚Haus am See‘ der AWO in Friedrichshagen gekommen und ich bin dort für den Bücherbasar zuständig. Genau das Richtige für mich. Zweimal in der Woche gebe Bücher aus, nehme neue entgegen und berate die Leser*innen. Außerdem engagiere ich mich ehrenamtlich bei den Volleyballerinnen vom BBSC Berlin e.V.. Ich kümmere mich um den Hallenaufbau, die Bandenwerbung, den Einlass, die Kasse, die Mannschaftsbetreuung, die Kamera für den Livestream. Für mich ist diese ehrenamtliche Arbeit Balsam für die Seele.“ Protokolle: Claudia Berlin Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Jeden Monat ehren wir einen besonders engagierten Menschen in Treptow-Köpenick als STERN des Monats. Möchten Sie jemanden vorschlagen? Sind Sie selbst ehrenamtlich aktiv? Wir freuen uns über Ihre Vorschläge unter: info@sternenfischer.org oder Telefon (030) 24 35 85 75 – Eine Geschichte von Charly Lu Alten durch muss und ick lass die och nich aus den Oogen, die ma überings och nich. Seitdem se da is hab ick Nacken, wirklich echt unangenhem, ey. Jetzt hab ick noch ne Nacht drüba jeschlafen und festjestellt: Die Spinne und ich können nich so richtig Freunde werden, sie hat Angst vor mir und ick vor ihr. Also hat heute eene Heldin sie mit den Händen jfangen und in den Garten jsetzt, hoffentlich frieert se da nich so und kommt wieda rin. Schließlich is it ja abends schon echt kalt wa. Und wer wees ob se da nich von eenem der Vöjel uff jefressen wird. Ditt will ick ja och nich, obwohl ick Vöjel ja wirklich lieba mag, als Spinnen, abba ick sollte wohl eher nich üba Tod und Leben entscheiden, wa. Irjendwie bin ick viel zu impulsiv. Ick bin ja och nich Jesus oder Maria, oda? Ick halt eenfach nischt von wejen die zweete Wange hinhalten. Der Name hinter dem Pseudonym Charly Lu ist der Redaktion bekannt. 7 Ausgezeichnet! Das STERNENFISCHER Freiwilligenzentrum ist im November 2022 mit dem goldenen Qualitätssiegel der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen e. V. (bagfa) ausgezeichnet worden. STERNENFISCHER-Chefin Ute Clausner: „Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung. Das goldene bagfa-Siegel zeigt einmal mehr: STERNENFISCHER macht qualitativ sehr gute Arbeit und gibt dem freiwilligen Engagement in Treptow-Köpenick einen zentralen Ort und eine starke Stimme.“ Carolin Weingart, stv. Bezirksbürgermeisterin und Stadträtin für Soziales, Arbeit und Teilhabe in Treptow-Köpenick, nahm an der feierlichen Übergabe des Siegels teil und gratulierte zur Auszeichnung. Das Qualitätssiegel belegt die gute Arbeit von STERNENFISCHER als Beratungs- und Vernetzungsstelle für bürgerschaftliches Engagement in TreptowKöpenick. Zwei externe Gutachter*innen hatten die Arbeit des Freiwilligenzentrums im Auftrag der bagfa geprüft und u. a. die Qualitätsstandards bei der Information, Beratung und Vermittlung von Freiwilligen sowie bei Kooperationen mit Organisationen untersucht und die Rolle des Freiwilligenzentrums als Interessenvertretung für bürgerschaftliches Engagement bewertet. Die bagfa ist der bundesweite Dach- und Fachverband der Freiwilligenagenturen in Deutschland. Über 200 Freiwilligenagenturen sind Mitglied der bagfa. Foto: Luisa Clauß STERNENFISCHER erhält das Qualitätssiegel der bagfa Bezirksstadträtin Carolin Weingart (l.) gratuliert Ute Clausner zum bagfa-Siegel »Wie schön die Blätter älter werden. Voller Licht und Farbe sind ihre letzten Tage.« Diese Beobachtung des amerikanischen Schriftstellers und Naturforschers John Burroughs (1837 – 1921) passt wunderbar zu dem Foto, das Thomas Benz bei einem Spaziergang durch die Köllnische Heide gemacht hat. Herzlichen Dank für das schöne Motiv! Für jede*n das passende Engagement: Das STERNENFISCHER Freiwilligenzentrum Treptow-Köpenick berät Menschen und Einrichtungen, die sich ehrenamtlich engagieren oder mit Freiwilligen zusammenarbeiten möchten. Oberspreestr. 182, 12557 Berlin www.sternenfischer.org Ein Projekt der Stiftung Unionhilfswerk Berlin Impressum: Jahrgang 11, Ausgabe 2/2022 | Herausgeber: STERNENFISCHER Freiwilligenzentrum Treptow-Köpenick, Oberspreestr. 182, 12557 Berlin, Tel. 030/24 35 85 75, Fax 030/68 07 41 61, www.sternenfischer.org, www.facebook.com/STERNENFISCHER.Freiwilligenzentrum | STERNENFISCHER ist ein Projekt der Stiftung Unionhilfswerk Berlin. | V. i. S. d. P.: Ute Clausner | Projektleitung: Elisabeth Schwiontek, STERNENFISCHER | Redaktion: Aleksandar Abramovic, Claudia Berlin, Reginald Gramatté, Claudia Korte, Jean-Paul Kuhfahl, Annette Kunsch, Sabine Mädel, Stephan Schulte | E-Mail: redaktion@sternenfischer.org | Layout: USE gGmbH, Mediengestaltung | Druck: Union Sozialer Einrichtungen gemeinnützige GmbH (USE gGmbH). Gedruckt auf 100% chlorfrei gebleichtem Papier. | Erscheinungsweise: halbjährlich | Auflage: 1.000 Stück | Redaktionsschluss der aktuellen Ausgabe: 21. 11. 2022, Hinweis: Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. | Spendenkonto: Stiftung Unionhilfswerk Berlin, IBAN: DE17 1002 0500 0001 4080 00, BIC: BFSWDE33BER, Verwendungszweck: »Spende STERNENFISCHER« | Spendenbescheinigung auf Wunsch
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