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Periodical volume

Full text: Sternenzeit Issue 7.2018,3

Zeit

Zeitung aus Treptow-Köpenick für freiwilliges Engagement

Müggelsee
Fischer Andreas Thamm
berichtet aus seinem
Revier in Rahnsdorf
Seite 3

Bildung
Wie eine funktionale
Analphabetin zur
Romanautorin wurde
Seite 5

Fokus

fair &

nachha

ltig

Fotos: Juliane Halsinger

Nachhaltigkeit
Ein sperriges Wort
und 17 Ziele für
eine bessere Welt
Seite 2

Sommer 2018

Die Tour STAR S on

18

Bike am 9. Juni 20

Mit Team STERNENFISCHER in die Pedale treten
40 Radlerinnen und Radler waren am Samstag, 9. Juni
2018, bei der Tour STARS on Bike dabei, um gemeinsam
mit dem Team STERNENFISCHER Orte des Engagements in Berlin-Südost zu erkunden. Ein Format mit viel
Bewegung und neuen Begegnungen – und nachhaltig
war die Aktion sowieso. Zum Thema Nachhaltigkeit, dem
Schwerpunkt dieser Ausgabe, hat nicht nur Fischer Andreas Thamm aus Rahnsdorf einiges zu sagen. Autorin Nadine

Herrmann setzt sich kritisch mit dem Begriff auseinander.
Und die Geschichte von Alex zeigt, dass auch (Grund-)
Bildung für alle unsere Welt nachhaltig und zukunftsfähig macht: Alex war eine von rund 30.000 funktionalen
Analphabeten, die es allein in Treptow-Köpenick gibt.
Nach jahrelanger Geheimhaltung schaffte sie es, ihr Problem anzugehen. Und inzwischen hat sie sogar einen
Fantasy-Roman geschrieben.

Graffiti, Fußbälle, Klima im Kiez
ptow-Köpenick

Nachhaltigkeit: mal ehrlich, können Sie das Wort
noch hören? Eine Umfrage in meinem Umfeld
zeigte, dass nur wenige
mit dem Begriff sympathisieren. Der eine verbindet
damit teuren Kaffee aus
der Dritten Welt. Andere
finden, er werde einfach
zu häufig genannt, auch
in unpassenden Zusammenhängen. Kann eine
Wimperntusche nachhaltig sein? Ein Dieselmotor?
Oder eine Flüchtlingsdebatte?
Und was genau ist eigent- Klimaschutz, Leben an Land und unter Wasser: Das waren die Themen des Workshops bei der KungerKiezInitiative.
lich »nachhaltig«? Der
Ursprung des Wortes findet sich in dem tigkeitsstrategie werden diese Ziele für zielen gestaltet, die jetzt dauerhaft im Flur
forstwirtschaftlichen Prinzip nach Hans Deutschland konkretisiert. Und mit einer der Schule zu sehen sind.
Carl von Carlowitz: Es darf nicht mehr Kommunalen Nachhaltigkeitsstrategie soll Dennis Lumme steuert nicht nur die
Holz gefällt werden, als nachwachsen aufgezeigt werden, was wir im Bezirk zum Nachhaltigkeitsstrategie des Bezirks, sondern auch die Kampagne zur Fairtrade
Erreichen dieser Ziele beitragen können.
kann. Ganz einfach.
Town. Deutschlandweit sind bereits rund
Mittlerweile findet der Begriff zunehmend
500 Kommunen als Fairtrade Town zertiauch Verwendung in Politik, Wirtschaft Klima im Kiez
fiziert - Treptow-Köpenick soll bald dazu
und Gesellschaft - immer dann, wenn etwas eine längere Zeit anhaltende Wirkung Im Juni 2018 fand dazu bei der Kunger- gehören.
hat oder haben soll. Sogar in der Werbung KiezInitiative in Alt-Treptow ein erster In einer Steuerungsgruppe werden die
ist ein Produkt nur gut, wenn es auch Workshop statt. Thema waren die drei erforderlichen Kriterien erarbeitet und
»nachhaltig« ist.
Ziele Klimaschutz, Leben unter Wasser nachgewiesen. Ein wichtiger Aspekt ist
und Leben an Land. Einer der Themenpa- die Förderung fairer Produktions- und
17 Ziele für eine bessere Welt
ten war Müggelseefischer Andreas Thamm Arbeitsbedingungen. So unterstützt der
(siehe Seite 3). Gemeinsam mit engagier- Bezirk – mit Hilfe eines Förderprogramms
Und nun gibt es auch noch die Kommu- ten Menschen wurden anhand praktischer des Landessportbunds - Vereine dabei, fair
nale Nachhaltigkeitsstrategie für Treptow- Beispiele Maßnahmen erarbeitet, die nun gehandelte Sportartikel wie Bälle oder TriKöpenick. Der Austausch mit Dennis im Rahmen der Kommunalen Nachhaltig- kots zu nutzen.
Lumme, Koordinator für Kommunale keitsstrategie Umsetzung finden. Zu wei- Den eigenen, persönlichen Beitrag für
Entwicklungszusammenarbeit in Treptow- teren Workshops, mit denen es nach der Nachhaltigkeit und Fairtraide kann jede/r
Köpenick, hat mich begreifen lassen, dass Sommerpause weitergeht, ist jede/r Inter- sofort leisten: Hinterfragen Sie ihr eigenes
Handeln. Neulich im Supermarkt hatte
hinter dem Nachhaltigkeitsgedanken weit essierte eingeladen.
mehr steckt als ein sperriges Wort. Und Was man ganz konkret in der Familie und ich die Wahl zwischen meinem gewohnten
zwar ein Vorhaben so komplex wie not- im Kiez tun kann, zeigt das Projekt »Gu- Bund Rosen für 1,99 € und dem Fairtradewendig für die ‚eine‘ Welt, die wir nur tes Klima« im Kunger-Kiez: Im Nachbar- Rosenstrauß für 2,45 €. Mitgenommen
haben. Knapp erklärt steckt Folgendes schaftsgarten, mit einem Lastenrad-Verleih habe ich zum ersten Mal den Fairtradedahinter: Die Vereinten Nationen haben oder Projekttagen an Schulen wird der Be- Strauß. Nur ein kleiner Schritt - aber für
ein bewussteres Handeln hat es für mich
in der ‚Agenda 2030‘ 17 globale Entwick- griff Nachhaltigkeit mit Leben gefüllt.
‚Klick‘ gemacht.
lungsziele definiert: zur Verbesserung der
Lebensumstände, zum Schutz des Klimas, Auch Schülerinnen und Schüler der Ge- Informationen und Kontaktdaten:
für Bildung, Gleichheit und wirtschaft- brüder-Montgolfier-Schule in Johannisthal www.berlin.de/ba-treptow-koepenick/ueliche Innovation und für ein friedliches setzen sich mit der Thematik auseinander: ber-den-bezirk/nachhaltigkeit
Miteinander. In der Deutschen Nachhal- Sie haben Graffitis zu den Nachhaltigkeits- 
Nadine Herrmann
2

Foto: Dennis Lumme

Tre
Nachhaltigkeit in

Der 13. Fischer
Für Andreas Thamm ist nachhaltiger

in den Reusen sind, ist immer wieder die
spannende Frage. In keinem anderen Berliner Gewässer gibt es so viele verschiedene Fischarten wie im Müggelsee: Aal, Zander, Karpfen, Schlei, Barsch, Blei, Plötze,
Welse. Der See ist sauberer geworden,
das Wasser klarer mit Sichttiefen bis drei,
vier Meter. Das macht dem Fischer aber
auch zu schaffen. »Bei Klarwasser nimmt
der Nährstoffgehalt ab und damit auch
die Fischmenge. Die Fische finden einfach nicht genug Futter. Und der Zander
braucht trübes Wasser.« Dass er sich den
Müggelsee mit immer mehr Sportbooten
teilen muss, ruft bei Andreas Thamm nur
ein Achselzucken hervor. Man müsse eben
Kompromisse machen, aber dafür sorgen,
dass alles in vernünftigen Bahnen bleibt.
»Wenn allerdings die Ufer mit Stegen zugebaut werden, dann ist das ein massiver
Eingriff ins Ökosystem. Im Uferbereich

legen die Fische ihren Laich ab, hier sind
die Brutnester, gibt es den höchsten Sauerstoffaustausch und die meisten Mikroorganismen.« Um den Fischbestand stabil
und gesund zu erhalten, baut Thamm aus
Reisigbündeln künstliche Laichplätze. Er
setzt Schleie, Hechte und Karpfen in den
See. Und vor allem Aale. Dafür gibt es seit
einigen Jahren Fördermittel von der EU,
weil deren Bestand stark zurückgegangen
ist. Thamm hat ein ureigenes Interesse an
nachhaltiger Fischerei, der Fischfang ist
schließlich sein Geschäft. Und er denkt
dabei auch an die nächste Generation.
Seine Tochter Maria will Fischerin werden, macht gerade bei ihm ein Praktikum.
Sie wäre die Nummer 14 auf dem Rahnsdorfer Fischergut, aber als Fischerin die
Nummer 1.
Claudia Berlin

Foto: Reginald Gramatté

Der Duft von frisch geräuchertem Fisch
liegt in der Luft und weist den Weg zu
Fischer Thamm. Vom ersten Maiwochenende an wird sein Hof in Rahnsdorf zur
Pilgerstätte für Fischliebhaber. Im alten
Fischerdorf ist er der einzige seiner Zunft.
1550 steht an den beiden Häusern am
Ufer der Müggelspree. »Die sind noch älter, aber in dem Jahr wurde hier der erste
Fischer erwähnt. Ich bin der 13. auf diesem Fischergut«, sagt Andreas Thamm.
Auf ihre Traditionen sind die Binnenfischer stolz. Die jahrhundertealten Fischereirechte haben heute noch Bestand. Das
heißt, dass Andreas Thamm die meisten
Gewässer im Südosten Berlins befischen
darf. Sein Revier ist der Müggelsee, seit
mehr als 40 Jahren schon. Beinahe jeden
Morgen startet er den grünen Kahn und
fährt über die Müggelspree zum größten
See Berlins. Wie viele und welche Fische

Fischfang ein Muss

Sein Revier ist der Müggelsee: Fischer Andreas Thamm aus Rahnsdorf
3

Zwickmühle
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»Viele kleine Leute an vielen
kleinen Orten, die viele kleine
Dinge tun, können das Gesicht
dieser Welt verändern.«

In Berlin gibt es mittlerweile zehn Weltläden – einer davon ist die »Zwickmühle« in der Bölschestraße 135. Seit über
zwanzig Jahren betreiben rund zwanzig Mitstreiterinnen ehrenamtlich den
Weltladen in Friedrichshagen. Auf den
monatlichen Teamtreffen wird über das
Sortiment, Warenbestellung und Einkauf gemeinsam entschieden. Wer hier
einkauft, kann sicher sein, fair gehandelte Ware mit dem Fair-Trade Siegel mit
nach Hause zu nehmen. Angeboten werden u.a. Textilien und Holzarbeiten aus
Indien, Kerzen, Schmuck, Keramik und
Körbe aus Lateinamerika oder Afrika. Im
Sortiment ist auch Kaffee aus Ruanda,
der von einer Frauenkooperative produziert wird. Neueste Initiative: eine Sammelbox für alte Handys.

Foto: Weltladen

Afrikanisches Sprichwort

Das Team vom Weltladen »Zwickmühle»

Neu ins Leben gerufen wurde die Veranstaltungsreihe »Wir fair-binden uns« in
Zusammenarbeit mit der Berliner Stadtmission. Im Gemeindesaal Friedrichshagen gingen die Gäste vor Kurzem auf die
dritte kulinarisch-kulturelle Reise. Diesmal nach Afrika mit Kaffeeverkostung,
Gebäck und Musik aus Gambia.
Übrigens: Man steckt schon in einer
Zwickmühle, wenn man sich entscheiden
soll zwischen den hiesigen preiswerten An-

mwelt
Geld sparen und die U

geboten und den teureren Fair-Trade -Erzeugnissen. Daher also der Name!
»Mit unserem Engagement möchten wir
einen aktiven Beitrag leisten zu Gerechtigkeit und Frieden, zu ökologischen und
nachhaltigen Produktionsmethoden, zu
einem gerechten Handel mit gleichberechtigten Partnern«.
Kontakt: 030/64091044
zwickmuehle@snafu.de
www.weltladen.de

Annette Kunsch

schonen
pindel

Gehören Sie auch zu den Menschen,
die sich über ihren Energieverbrauch
erst dann Gedanken machen, wenn eine
hohe Nachzahlung ins Haus flattert oder
die Stromrechnung schmerzhafte Höhen
erreicht? Sie müssen kein Öko-Jünger
sein, um Ihren Beitrag zur Verminderung
der CO2-Emissionen zu leisten. Es gibt
zwei gute Nachrichten für Sie, die erste:
Energie sparen heißt Geld sparen. Die
zweite: Sie können für wenige Euro die
Energieberatung der Verbraucherzentrale
Berlin in Anspruch nehmen. Die ist mit
ihrem Angebot demnächst auch wieder
in Treptow-Köpenick präsent, nämlich in
der Kiezspindel in der Rudower Straße.
Und für maximal 40 Euro, für Empfänger
von Transferleistungen gänzlich kosten4

los, kommt ein Profi sogar zu Ihnen nach
Hause. Ob Sie einfach nur ihren alten
Stromfresser gegen ein modernes Gerät
austauschen wollen, Förderprogramme
in Anspruch nehmen oder ein komplexes
Bauvorhaben realisieren wollen, Sie brauchen sich nicht selbst durch technische
Anleitungen oder Regelwerke zu quälen.
Und: »Energie sparen beginnt schon im
Alltag«, erklärt Tijana Roso, Projektkoordinatorin Energie in der Verbraucherzentrale Berlin, »wie dusche ich, wie koche ich. Es sind nur Gewohnheiten, die
man ändern muss.« Kleinigkeiten, aber
hier liegt in den privaten Haushalten ein
hohes Einsparpotential. Wie groß das
ist, können Sie sich in Ihren eigenen vier
Wänden erklären lassen.

Foto: VZVB

Richtig duschen, kochen, heizen: Energieberatung in der Kiezs

Kontakt: 0800 809 802 400
www.verbraucherzentrale-energieberatung.de


Stephan Schulte

Die Geschichte von Alex
tin zur Romanautorin wurde

Wie eine funktionale Analphabe

füllen mit nach Hause nimmt. Aus Panik
verletzt sie absichtlich ihre Hand und erscheint am nächsten Tag mit verbundener Hand beim Amt. Natürlich wird ihr
beim Ausfüllen geholfen. Ein anderes Mal
schreibt sie ihren Namen vom Ausweis
ab. »Wenn der Stress zu groß wurde«, sagt
Alex, »konnte ich nicht mal mehr meinen
Namen richtig schreiben.«

schreiben und fand auf einer Messe auch
den passenden Verlag dafür. Ein FantasyRoman entstand in eineinhalb Jahren.
Grundbildung für alle
Alex geht offen mit ihrer Geschichte
um und möchte andere ermutigen, es
ihr gleich zu tun. Sie arbeitet mit dem

Foto: Reginald Gramatté

Alex ist 31 Jahre alt und wohnt in Köpenick. Selbstbewusst spricht sie über ihr
Leben und ihren Werdegang. Sie hat die
Schule abgeschlossen. Im Anschluss eine
Ausbildung zur Sozialassistentin absolviert. Soweit so gut. Wäre da nicht ein
wesentliches Detail in Alex‘ Leben, das sie
viele Jahre geheim gehalten hat. Alex war
funktionale Analphabetin, eine von 7,5
Millionen in Deutschland, etwa 30.000
sind es allein im Bezirk Treptow-Köpenick. Als funktionale Analphabeten bezeichnet man Menschen, die Buchstaben,
verschiedene Wörter und einfache Sätze
lesen und schreiben können. Sie haben
aber Mühe, zusammenhängende Texte zu
lesen und zu verstehen.
Schon in der Grundschule hat Alex Probleme. Die Rechtschreibung ist immer
mangelhaft. Wörter schreiben fällt ihr
schwer, komplexe Texte lesen und verstehen ebenfalls. In Tests schreibt sie Wörter
mit unsichtbarer Tinte auf ihr Blatt. Sie
weiß einfach nicht, wie man diese richtig
schreibt. Hänseleien durch Mitschüler
sind an der Tagesordnung. Lehrer können
ihr nicht helfen. Nach der Grundschule
kommt Alex auf eine Sonderschule. »Das
war mein Glück!« sagt sie. In kleinen
Klassen mit acht Schülern erholt sie sich
von Mobbing und Druck. Die Kinder
arbeiten oft künstlerisch und lernen in
gemäßigtem Tempo. Sie fühlt sich wohl.
Panik vor Formularen
Das ändert sich, als sie anfängt zu arbeiten. Immer öfter finden Besprechungen
statt. Ein Graus für Alex. Um nicht aufzufallen, malt sie einfach Wellenlinien in ihr
Buch. Hauptsache die anderen merken
nichts. Was besprochen wird, behält sie
im Gedächtnis. Ob sie sich nie Hilfe gesucht hat, frage ich. »Ich hatte kein Geld,
um Kurse zu bezahlen und keine Ahnung
von irgendwelchen Zuschüssen.« Außerdem ist es ihr unangenehm. »Das glaubt
einem doch keiner, dass man nicht lesen
und schreiben kann und trotzdem eine
Ausbildung hat.« Als sie auf der Suche
nach einem neuen Job ist, erhält sie beim
Arbeitsamt Formulare, die sie zum Aus-

»Ich habe es durchgezogen«, sagt Alex.

Mit Anfang 20 will sie das Problem endlich angehen. »Lesen konnte ich schon
immer besser als schreiben.« Sie liest den
ersten Band von Harry Potter und braucht
ziemlich lange dafür. »Aber ich habe es
durchgezogen!« sagt sie stolz. Die anderen sechs Bände von Harry Potter folgten.
Dann zog Alex in ihre jetzige WG, ihre
Mitbewohnerin half ihr beim Schreiben
lernen und verbesserte ihren Ausdruck.
Sie übten jeden Tag zusammen. Alex fing
an erste Kurzgeschichten zu schreiben, die
ihre Mitbewohnerin, selbst Autorin, korrigierte. Schließlich wollte Alex ein Buch

Grundbildungszentrum GBZ zusammen,
indem sie bei Sensibilisierungsschulungen
als Lerner-Expertin auftritt. Das AlphaBündnis Treptow-Köpenick möchte Angebots- und Hilfestrukturen im Bezirk
aufbauen und stärken. So sollen Menschen einfach einen Zugang finden, um
ihre Grundbildung nachzuholen. Die
Volkshochschulen bieten regelmäßig Kurse an.
Weitere Infos:
www.grundbildung-berlin.de
www.vhs-treptow-koepenick.de


Andrea Paproth

5

Foto: Reginald Gramatté

Foto: Reginald Gramatté

Foto: Reginald Gramatté

Sterne des Monats

Angelika

Mähle-Ei

s

»Mir ist es wichtig, mich ehrenamtlich zu engagieren. Für den Tierschutzverein Berlin mache ich seit
drei Jahren Nachbesuche bei den
Menschen, die sich ein Tier aus dem
Tierheim geholt haben. Ich komme
unangemeldet und schaue, wie es
den Tieren geht, ob sie artgerecht
gehalten werden und in ihrem neuen Zuhause gut angekommen sind.
Bei rund 95 Prozent der Kontrollen
ist alles in Ordnung. Mir geht immer wieder das Herz auf, wenn ich
sehe, wie gut es den Tieren geht und
wie glücklich die neuen Tierhalter
sind. Ich habe eine sinnvolle Aufgabe, die mich erfüllt und mir Freude
macht und das hält jung.«

Helga Probst
»Ich kümmere mich ehrenamtlich
um Menschen, zwischen denen
fast hundert Jahre liegen. So besuche ich regelmäßig eine 107-jährige
Frau, die in einem Seniorenwohnheim lebt und für die ich ihr Draht
nach draußen bin. Und ich arbeite
in der Amtsfeld-Grundschule als
Lesepatin mit Kindern, die Defizite im Lesen haben. Es ist schön zu
sehen, wie sie sich entwickeln und
Freude am Lesen finden. Eines meiner ersten Lesepatenkinder habe
ich neulich getroffen. Als 17-jährigen Azubi im Supermarkt. Er hat
sich dafür bedankt, dass ich ihm
geholfen habe. Das ist so ein schöner Lohn für diese ehrenamtliche
Arbeit.«

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Sophie L

»Mein ehrenamtliches Engagement
ist noch recht jung, aber intensiv.
Mit anderen Radenthusiasten habe
ich im März das Netzwerk Fahrradfreundliches Treptow-Köpenick
gegründet und bin seitdem seine
Sprecherin. Wir wollen Radfahren
attraktiver machen: mit sicheren
Radwegen, mit Aktionen, bei denen
Kinder den Fahrradführerschein
machen können und vieles mehr.
Als erstes Bundesland hat Berlin ein
Gesetz, das den Radverkehr fördert.
Das haben Menschen geschafft, die
nicht nur bis zur nächsten Ampel
denken, sondern sich ehrenamtlich engagieren. Dazu zu gehören,
macht Spaß und ist sehr befriedigend.«
Claudia Berlin

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Tüfte

Röntgenschule sucht Ehrenamtliche

Das Repair-Café der Röntgenschule, in der Wildenbruchstraße direkt an der Grenze von Alt-Treptow und Neukölln
gelegen, sucht technisch versierte ehrenamtliche Unterstützer_innen. Mit dem Angebot, Spielzeug, Holz- und Metallgegenstände, elektrische Geräte und Möbel zu reparieren, setzt die Schule ein Zeichen gegen die Wegwerf-Kultur
und für Nachhaltigkeit. Außerdem können die Jugendlichen ganz praktisch berufliche Perspektiven entwickeln.

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Haben Sie Freude am Tüfteln und Reparieren? Möchten
Sie Schülerinnen und Schülern dabei helfen, ihre Chancen für die Zeit nach der Schule zu verbessern?
Weitere Infos zum Engagement:
Paul Kleinert, Röntgenschule,
Telefon 030 / 2902 764 16
foerderloewenstein@yahoo.de


ional!
Foto: Juliane Halsinger

Barbecue: Grillen internat
Zwei Jahre Wohngebiets-Patenschaften
Das Projekt Wohngebiets-Patenschaften von degewo und STERNENFISCHER feiert am 1. August 2018 zweiten Geburtstag.
Ehrenamtliche Patinnen und Paten unterstützen geflüchtete
Menschen beim Ankommen in der neuen Wohnung und bei
vielen Fragen des täglichen Lebens in Deutschland. Insgesamt
46 Patenschaften hat Koordinatorin Marieluise Mühe seit dem
Start des Projekts vermittelt. Zur Feier der Projekterfolge und
des Geburtstages lädt STERNENFISCHER am Mittwoch, 1.
August 2018, ab 17.00 Uhr zu einem syrischen Barbecue-Abend
in die Villa Offensiv in Schöneweide ein. Willkommen sind alle
Engagierten der Wohngebiets-Patenschaften sowie Interessierte.

Einladung zum Grillen!

Bei Interesse melden Sie sich bitte bei
Projektkoordinatorin Marieluise Mühe unter
marieluise.muehe@sternenfischer.org

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Foto: Jose von Keyserling

Der Nachbarschaftsgarten Paradiesapfel
»Willst du einen Tag lang glücklich sein, betrinke dich! Willst du ein
Jahr lang glücklich sein, heirate! Willst du ein Leben lang glücklich sein,
werde Gärtner!« Wer dem Ratschlag dieser chinesischen Weisheit folgen möchte, kann das zum Beispiel im Gemeinschaftsgarten Alt-Treptow tun. Es gibt viel zu tun: säen, pflanzen, Samenbomben bauen, das
Insektenhaus mitgestalten, Workshops für Vogelkunde oder EinweckTechniken besuchen – oder einfach Menschen treffen und dem Gemüse
beim Wachsen zuschauen.
Das Gartenteam ist montags, donnerstags und freitags
von 15 bis 17 Uhr vor Ort. Bouchéstraße 74, 12435 Berlin
Facebook: @gutesKlimaKiez
E-Mail: garten@klima.kungerkiez.de

DD R-Kinderheim Königsheide
amtliche

Geschichts-Initiative sucht Ehren
Mehr als 6.000 Kinder sollen im größten Kinderheim der DDR
in der Johannisthaler Königsheide aufgewachsen sein. Inzwischen
ist die Anfang der 1950er Jahre errichtete Anlage ein Wohnpark
mit sanierten Häusern und neuen Bewohnern. Im ehemaligen
Pförtnerhaus eröffnet am Samstag, 29. September 2018, das Informations- und Begegnungszentrum (IBZ) Königsheide. Das
Ziel ist, die Geschichte des Heims mit Zeitzeugen und historischen Dokumenten lebendig zu machen. Für den Eröffnungstag
sucht die Initiative Ehrenamtliche, die den Tag der offenen Tür
organisatorisch unterstützen. Essen und Getränke sind frei, auch
eine kleine Aufwandsentschädigung ist möglich. Interessiert?
Bitte melden Sie sich beim Verein Königsheider Eichhörnchen:
Telefon: 030/800962065 oder
E-Mail: KEEV2008@aol.com

Foto: Königsheider Eichhörnchen

Das Kinderheim im Jahr 1957

www.königsheider-eichhörnchen-ev.de
www.facebook.com/koenigsheide
Informations- und Begegnungszentrum (IBZ)
Königsheide, Südostallee 146, 12487 Berlin
7

Freiwilligentage 2018
r nächsten! «

» Eine gute Tat führt zu
40 Mitmachaktionen an zwei Tagen: STERNENFISCHER lädt Sie herzlich
ein zu den Freiwilligentagen am 7. und 8. September 2018. Das Motto:
»Eine gute Tat führt zur nächsten – gemeinsam aktiv für Treptow-Köpenick«.
Die Möglichkeiten, Menschen, Initiativen und freiwilliges Engagement kennenzulernen, sind bunt und vielfältig. Machen Sie mit bei einem unverbindlichen »Schnupper-Engagement«! So kann man zum Beispiel an einer
mittelalterlichen Stadt für Schüler_innen mitbauen, bei der Tiertafel helfen,
den Hospizdienst kennenlernen, eine Kinderbuchparty mitfeiern oder sich
bei einer Kiezwanderung über Orte des Engagements informieren.
Weitere Infos: www. sternenfischer.org/freiwilligentage2018
Kontakt: sandra.maiwald@sternenfischer.org

Für jede/n das passende Engagement: Das STERNENFISCHER Freiwilligenzentrum
Treptow-Köpenick berät Menschen und Einrichtungen, die sich ehrenamtlich engagieren oder mit Freiwilligen zusammenarbeiten möchten.

Oberspreestr. 182, 12557 Berlin

www.sternenfischer.org

Ein Projekt der Stiftung
Unionhilfswerk Berlin

Impressum: Jahrgang 7, Ausgabe 3/2018 | Herausgeber: STERNENFISCHER Freiwilligenzentrum Treptow-Köpenick, Oberspreestr. 182, 12557 Berlin, Tel. 030/24 35 85 75, Fax 030/68 07 41 61,
www.sternenfischer.org, www.facebook.com / STERNENFISCHER.Freiwilligenzentrum | STERNENFISCHER ist ein Projekt der Stiftung Unionhilfswerk Berlin. | V. i. S. d. P.: Manja Harm | Projektleitung:
Elisabeth Schwiontek, STERNENFISCHER | Redaktion: Claudia Berlin, Walter Franzke, Reginald Gramatté, Nadine Herrmann, Annette Kunsch, Andrea Paproth, Stephan Schulte | E-Mail:
redaktion@sternenfischer.org | Layout: USE-Mediengestaltung (Ines Kersting, Paul Jahnke) | Druck: Union Sozialer
Einrichtungen gemeinnützige GmbH (USE gGmbH). Gedruckt auf 100% chlorfrei
gebleichtem Papier. | Erscheinungsweise: quartalsweise | Auflage: 1.500 Stück | Redaktionsschluss der aktuellen Ausgabe: 29.06.2018, Hinweis: Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung
der Redaktion wieder. | Spendenkonto: Stiftung Unionhilfswerk Berlin, IBAN: DE17 1002 0500 0001 4080 00, BIC: BFSWDE33BER, Verwendungszweck: »Spende STERNENFISCHER« | Spendenbescheinigung auf Wunsch
        
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