Path:
Periodical volume

Full text: Sternenzeit Issue 5.2016,3

Jahrgang 05 / Ausgabe 03 / Herbst 2016

Zeitung aus treptow-KöpenicK für freiwilliges engagement

Schwerpunktthema
Engagement gegen
das Vergessen
Seite 1-3

Nachgefragt

Angekündigt

Eberhard Diepgen,
Regierender Bürgermeister
von Berlin a.D.
Seite 5

Veranstaltungshinweise
rund ums Engagement
Seite 7

Eine kleine Stadt für Kinder
Erinnerungen an ein sensilbles Stück DDR-Geschichte

Liebe Leserinnen
und Leser,

Foto © Reginald Gramatté

am 3. Oktober jährt sich die
Deutsche Einheit zum 26. Mal.
Für viele junge Menschen ist
die Teilung unseres Landes
bloße Geschichte, es fehlen
immer häufiger konkrete
Anknüpfungspunkte.

Ehemalige Heimkinder bei der Leseprobe für ein besonderes Theaterstück

Ein Montagabend im Juli: drei Männer und vier
Frauen proben für eine Theaterpremiere. Viele
der Szenen, fröhliche und traurige, haben sie
selbst erlebt. Es sind Geschichten aus ihrer Kindheit und Jugend. Damals war das größte Kinderheim der DDR, das „Makarenko“ in der Königsheide, ihr Zuhause. Ersatz für die fehlenden
Eltern. Eine Mini-Stadt für 600 Kinder mit Wohnhäusern, Schulen, Krankenstation, einem kleinen
Zoo. Längst ist das Kinderheim Geschichte, doch
die soll nicht vergessen werden. Das ist das Ziel
von Eichhörnchen e.V.
2008 hat Sabrina Knüppel mit 17 Mitstreitern
den Verein gegründet. Sie hatte einer Freundin –
Heimkind in der Königsheide - geholfen, die leiblichen Eltern zu finden. Und beschlossen, auch
anderen ehemaligen Heimkindern zu helfen,
Verwandte, Freunde, Schulkameraden wieder-

zufinden, Lücken im Lebenslauf zu schließen
und den Ort vor dem Vergessen zu bewahren.
Heute ist der Verein Anlaufstelle für rund 2000
Königsheider, sowohl Bewohner als auch Mitarbeiter des Kinderheims. Viele haben sich auf die
Erinnerungsaufrufe gemeldet, kommen zu den
Erzähltreffen, die regelmäßig stattfinden. Ihre
Geschichten füllen zwei Bücher, der dritte Band
des „Heim-Echos“ soll 2018 erscheinen. Sie sind
das Ausgangsmaterial für das Theaterstück,
das gerade geprobt wird. 2017 soll es aufgeführt werden, 65 Jahre nach der Eröffnung des
Kinderheims. Dann will der Eichhörnchen e.V.
auf dem denkmalgeschützten Gelände des ehemaligen Kinderheims auch ein Dokumentationsund Begegnungszentrum eröffnen.
Weitere Informationen
www.königsheider-eichhörnchen-ev.de
Claudia Berlin

Aber wie kann man
Vergessen verhindern? Die
ehrenamtliche Redaktion der
STERNENZEIT zeigt mit ihren
Artikeln in dieser Ausgabe,
wie man Erinnerung - ob
sie nun gut ist oder schlecht
- wach halten kann. Dazu
haben wir Orte besucht, an
denen Menschen ihr Wissen
und ihre Zeit einbringen, um
die individuelle Erinnerung
oder aber das kollektive
Gedächtnis unserer Gesellschaft am Leben zu erhalten.
Viel Vergnügen
Lektüre wünscht

bei

Ihre STERNENZEITRedaktion

der

Hingeschaut

"Man müsste noch mal 20 sein!"
Tanzen für das Gedächtnis
„Auch schon Alzheimer?“ Wie oft wird
diese Frage eher scherzhaft gestellt, weil
man irgendetwas vergessen hat. Sei es
der Hausschlüssel, die Telefonnummer
oder der Einkaufszettel - im oft hektischen
Alltag ist das völlig normal. Die AlzheimerKrankheit ist eine Form der Demenz, benannt nach dem Arzt Alois Alzheimer,
der die Symptome 1906 erstmals wissenschaftlich beschrieben hat. In Berlin leiden
ca. 25.000 Menschen an dieser nicht heilbaren Krankheit. Störungen des Gedächtnisses, der örtlichen Orientierung oder der
Merkfähigkeit nehmen sukzessive zu und
beeinträchtigen zunehmend das Selbstwertgefühl und auch die Handlungsfähigkeit der Betroffenen. Oft sind sie jedoch
körperlich fit.
Das Tanzcafé „Man müsste noch mal 20
sein“ im Kiezklub Rathaus Johannisthal
bietet seit nunmehr 14 Jahren in Zusam-

menarbeit mit der Alzheimer-Gesellschaft
Berlin e.V. jeden ersten Montag im Monat
(außer Juli/August) diese gesellige Veranstaltung für Demenzkranke, ihre pflegenden Angehörigen, Senioren und ehrenamtliche Helfer an. Ein DJ sorgt von 14 Uhr bis
16 Uhr für die musikalische Begleitung. Es
gibt Kaffee und Kuchen. In ausgelassener
Stimmung wird getanzt, gesungen, geschunkelt und viel gelacht.

Kontakte
Kiezklub Rathaus Johannistal
Carola Balzer
Tel.: 030/902 975 665
Alzheimer-Gesellschaft Berlin e.V.
Christa Matter
Tel.: 030/890 94357
Annette Kunsch

Mit diesem Angebot sollen Selbstwertgefühl und
Wohlbefinden der Menschen mit Demenz gestärkt
werden. Pflegende Angehörige können kurzzeitig
entlastet werden, Kontakte
knüpfen und bei Bedarf
auch Beratungsangebote
nutzen.
Ein Tänzchen in Ehren kann niemand verwehren

Erfahrbare Geschichte

Foto © Tim Schredder (Copyright nach CC BY 3.0)

Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit

Die Bezeichnung „Dokumentationszentrum“ mag nach verstaubten Akten klingen.
Der Besuch im ehemaligen NS-Zwangsarbeiterlager in der Britzer Straße in Schöneweide, dem einzigen noch weitgehend
erhaltenen in Berlin, ist tatsächlich eine
sehr lebendige Erfahrung.
Von „Sklavenarbeit“ spricht Ruth Klüger, die als 12-, 13-jähriges Mädchen in
2

schlesischen Steinbrüchen und beim Roden
von Wäldern eingesetzt
war. Aber Zwangsarbeit, sagt sie in einer
Rede vor dem Deutschen Bundestag 2016,
war schlimmer noch als
Sklavenarbeit. Sklaven
hatten für ihren Besitzer einen Wert. „Die
Zwangsarbeiter
der
Nazis waren wertlos,
Baracke 13 die Ausbeuter konnten
sich immer noch neue verschaffen“.
Baracke 13 ist die besterhaltene des
Lagers. Unterkunft für 160 Menschen.
Privatsphäre – keine. Waschräume, Toiletten – kaum vorstellbar, wie so viele Menschen so wenige Einrichtungen nutzen
sollten. „Wenn wir um sechs anfangen
mussten zu arbeiten, standen wir um vier
Uhr auf, um uns waschen zu können“,

notiert eine Lagerinsassin. Es bedarf dennoch Phantasie, um sich in der sauberen
und ordentlichen Baracke das Leben damals vorstellen zu können: „… die Ausdünstung menschlicher Körper, der Geruch
und die Ausstrahlung von Angst, die geballte Aggressivität, das reduzierte Leben“,
so Ruth Klüger.
Deutschland West wie Ost taten sich
schwer mit der Aufarbeitung der NSZwangsarbeit. Entschädigungen in Form
symbolischer Zahlungen an einzelne ehemalige Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter gab es erst über ein halbes Jahrhundert nach Kriegsende.
Ein Besuch ist absolut empfehlenswert:
Di. bis So. 10 bis 18 Uhr, Führungen jeden
ersten und dritten Sonntag im Monat um 15
Uhr, Eintritt und Führungen sind kostenfrei.
Weitere Informationen
www.dz-ns-zwangsarbeit.de
Stephan Schulte
SternenZeit

Hingeschaut

"Tradition ist nicht das Halten der Asche...
...sondern das Weitergeben der Flamme"
Die Thomas Morus zugeschriebenen Worte
könnten auch das Motto des Köpenicker
Heimatmuseums sein. Es gibt, unterstützt
vom Heimatverein Köpenick e.V., in seinen
Ausstellungsräumen einen anschaulichen
Überblick zur Geschichte des Bezirks seit
den ersten Siedlungen. Gut besucht ist
auch das Archiv mit Sammlungen schriftlicher Quellen, Fotos, alten Landkarten. Der
Vorsitzende des Heimatvereins Stefan Förster und seine ehrenamtlichen Mitstreiter
wollen den Blick aber auch hinaus auf die
Orte im Bezirk lenken, an denen Geschichte sichtbar wird.
Hier einige Beispiele: Wer durch die Köpenicker Altstadt geht, findet Infotafeln an geschichtsträchtigen Orten. Ohne den Einsatz
von Jutta Bendix-Ullrich wäre die Friedhofskapelle Rahnsdorf, ein Baudenkmal, immer
weiter verkommen. Dass vor 333 Jahren
das erste kurfürstliche Privileg zum Führen

einer Apotheke verliehen wurde, erfahren
wir aus einem Buch von Uta Heine. In „Leben zwischen den Seen“ beschreibt Helmut Lehmann detailreich die Entwicklungen der Siedlungen zwischen Dämeritzsee
und Müggelsee. Den kürzlich gesetzten
Gedenkstein für die 16 Opfer einer Schiffskollision vor 100 Jahren im Müggelsee
verdanken wir nicht zuletzt den Archivrecherchen Heinrich
Langmaarcks.
Es ist auch das
Wissen um die Traditionen und die
Geschichten
der
Menschen in unserem Umfeld, das uns
Impulse gibt, die Gegenwart menschlich
zu gestalten. Genau
das will der Heimatverein leisten.

Es gibt in unseren Ortsteilen noch Vieles zu
erforschen. Der Heimatverein lädt Sie dazu
ein.
Kontakt
www.heimatverein-koepenick.de
stefanfoerster@gmx.net
Tel.: 0170/7284885
Annette Kunsch

Infotafeln helfen den Besuchern, sich zu orientieren

Es war einmal...

...ein riesiger innerstädtischer Industriebetrieb

Foto © reginald gramatté

Wissen über das Industriezeitalter erhalten,
dieser Aufgabe hat sich 2009 der Verein
Industriesalon Schöneweide e.V. – Forum
für Industrie-Technik-Kultur verschrieben.
Mitten auf dem alten AEG-Gelände in Oberschöneweide ist der Industriesalon in einer
Halle beheimatet. Dort erzählt eine Dauerausstellung die Geschichte des Standorts
seit Ende des 19. Jahrhunderts. Gleich daneben sind unzählige Exponate aus dem
ehemaligen Betriebsmuseum des "VEB Werk

für Fernsehelektronik" (WF) zu sehen, das in
der DDR auf einem benachbarten Gelände
beheimatet war.
Die treibende Kraft hinter dem Industriesalon ist Projektleiterin Susanne Reumschüssel.
Doch ohne seine ehrenamtlich Engagierten
könnte der Industriesalon nicht existieren.
Insbesondere die Zeitzeugen - vor allem
ehemalige Mitarbeiter des Werks für Fernsehelektronik - sind wichtige Stützen der
Erinnerungsarbeit. Sie rekonstruieren die alten Arbeitsplätze samt aller Werkzeuge. Ihr Wissen
über Standort und Technik
wird aufgezeichnet und in
Büchern und Broschüren
dokumentiert. Denn auch
zukünfige Generationen
sollen etwas über diesen
traditionsreichen innerstädtischen
Industriestandort erfahren.
Die Freiwilligen im Re-

Experten am Werk - die Zeitzeugen des Industriesalons bei der Arbeit
ZeiTung Für FreiwilligeS engagemenT auS TrepTow-KöpeniCK

pair-Café des Industriesalons leisten eine
ebenso wichtige Arbeit. Denn anders
als viele Zeitgenossen wissen sie noch,
wie man defekte Geräte und Maschinen instandsetzt. Zweimal im Monat geben sie dieses Wissen an Hilfesuchende
weiter. Damit die nächste Reparatur dann
ohne Hilfe klappt und Müll vermieden wird.
Weitere Freiwillige sind herzlich willkommen, wenn sie denn technisches Verständnis und Wissen über den Standort mitbringen. Insbesondere die Dokumentation des
Zeitzeugenwissens und die systematische
Erfassung des Museumbestandes sollen
zügig vorangetrieben werden.
Kontakt
Reinbeckstraße 9
Berlin-Oberschöneweide
info@industriesalon.de
Tel.: 030/530 070 42
Sandra Holtermann

3

Nachrichten

Am 09. und 10. September
2016 finden die Freiwilligentage
in Treptow-Köpenick zum 9. Mal
statt. Bei 32 bunten Mitmachaktionen stellen soziale Einrichtungen, Vereine und Initiativen
die verschiedensten Engagementbereiche vor und bieten
interessierten Personen die Gelegenheit, diese selbst einmal
auszuprobieren.
Im Wuhlegarten werden z. B.
Helfer/innen gesucht, die einen neuen Teich für Frösche &
Co. mitgestalten wollen (09.09.
14-18 Uhr, 10.09. ab 10 Uhr).
Der Kiezklub Alte Schule in
Adlershof will mit Freiwilligen
Schultüten dekorieren und befüllen, um sie geflüchteten Kindern zu überreichen (09.09.
13-17 Uhr) und die Haltestelle
Diakonie Müggelspree möchte
zusammen mit Interessierten
Spiele, Lesehefte und ein Quiz
zur Gedächtnisaktivierung für
Menschen mit Demenz herstellen (10.09. 11-14 Uhr). Viele
weitere Aktionen warten auf Sie!
Informationen und
Anmeldungen unter
www.sternenfischer.org/
freiwilligentag
oder unter 030/243 585 76
Andrea Paproth

Paten von nebenan
degewo hat sich viel vorgenommen.
In den nächsten zehn Jahren will Berlins größte Wohnungsbaugesellschaft
ihren Bestand nicht nur um fast ein
Viertel aufstocken, sie will mit ihren
Wohnungen auch zur Integration von
Flüchtlingen beitragen. Denn ein Teil
der Wohnungen soll an geflüchtete
Menschen vermietet werden.
So will degewo eine gute Mischung
in ihren Quartieren erreichen und verhindern, dass Parallelgesellschaften
entstehen. Dabei sollen die neuen
Mieter in Treptow-Köpenick nicht allein gelassen, sondern von Paten aus der Nachbarschaft
unterstützt werden – bei Behördengängen,
beim Erkunden des Wohngebiets und beim Einleben in die neue Heimat.
Das Paten-Projekt wird von den STERNENFISCHERN realisiert und startet im AllendeViertel, zunächst mit Infoveranstaltungen für die
Mieter. Maria Ellmer, Mitarbeiterin der STERNENFISCHER, bringt dann Paten und Flüchtlinge zusammen und ist Ansprechpartnerin bei

allen Fragen und Problemen. Damit die Geflüchteten in der Nachbarschaft gut ankommen.
Kontakt
STERNENFISCHER
Maria Ellmer
030 / 338 56 035
maria.ellmer@sternenfischer.org
Claudia Berlin

Unionhilfswerk Berlin –
70 Jahre gute Taten
Im Wappensaal des Roten
Rathauses feierte das Unionhilfswerk Berlin sein 70-jähriges Bestehen. Julius Wallot, Vorsitzender des
Landesverbandes Berlin, hob dabei
die herausragende Bedeutung des
Ehrenamts hervor und dankte den
stellvertretend eingeladenen ehrenamtlichen Helfern für ihr Engagement.

In Zeiten von Not und Wohnungslosigkeit 1946 in Berlin gegründet, ist das Unionhilfswerk Berlin
heute als "Stiftung Unionhilfswerk Berlin" ein
Träger der Freien Wohlfahrtspflege mit ca. 2.500
Mitarbeitern in mehr als 100 Einrichtungen,
Diensten und Projekten. Sie werden von unzähligen ehrenamtlichen Helfern unterstützt. Sie
sind im Bereich der Behindertenfürsorge, der
ambulanten Psychiatrie sowie der Betreuung
4

Maria Ellmer ist seit August als Koordinatorin des
Projektes bei STERNENFISCHER tätig

Foto © patricia Kalisch

Freiwilliges
Engagement für
sich testen

Festakt zur Feier des Unionhilfswerks Berlin

Pflegebedürftiger, in Einrichtungen für Flüchtlinge, Kindertagesstätten, in einer Tagesstätte
für Obdachlose sowie in Beratungsstellen tätig.
Seit 2016 gehören auch das Freiwilligenzentrum
STERNENFISCHER in Treptow-Köpenick und
seine Zeitung STERNENZEIT dazu.
Annette Kunsch
SternenZeit

Nachgefragt
Demokratisches Engagement unterstützen
Eberhard Diepgen wirkt seit
2007 als stellvertretender
Vorsitzender im Verein "Gegen
Vergessen - Für Demokratie".
Über die Arbeit und Ziele des
Vereins spricht er im folgenden
Interview.

 Diese

Ausgabe
der
STERNENZEIT befasst sich
mit dem Engagement gegen das Vergessen. Warum
müssen wir etwas gegen das
Vergessen tun?
Zur Identität eines Volkes und
dem Anspruch auf Solidarität
innerhalb einer Gesellschaft
gehört neben Sprache und
Kultur auch die Geschichte
des Landes mit allen Höhen
und Tiefen. Gesellschaftliche
Entwicklungen sind nur vor
dem Hintergrund geschichtlicher Erfahrungen und des
kollektiven
Gedächtnisses
einer Nation zu verstehen.
Dabei kann es keine Vorteilspickerei geben, nur die
Erinnerung an das Schöne
und Bewahrenswerte. Gerade
die Tiefpunkte der Geschichte
eines Volkes, in Deutschland
die Erfahrung mit Faschismus und Stalinismus, müssen verarbeitet werden, damit
der offene Blick sich auf die
Herausforderung von heute
konzentrieren kann. Und es
gibt immer die Hoffnung, dass
aus der Geschichte gelernt
wird.

 Welchen Auftrag hat sich
der Verein "Gegen Vergessen
- Für Demokratie" gegeben?
Der Name beschreibt den
Auftrag. Gegründet wurde
der Verein nach den schrecklichen
ausländerfeindlichen

Übergriffen in Mölln 1992.
Es sollte nicht vergessen
werden, in welche Abgründe nationalistische und faschistische Strömungen und
Verbrechen
Deutschland
geführt haben. Die Erinnerungsarbeit ist mit einem Ziel
verbunden: Für Demokratie. Wie können wir unseren
Staat vor undemokratischen,
totalitären, nationalistischen
und rassistischen Gefährdungen schützen? Für den Verein
geht es primär um die Unterstützung des demokratischen
Engagements von Bildungseinrichtungen und engagierten, aber auch verunsicherten
Bürgern. Die Onlineberatung
gegen
Rechtsextremismus
ist seit mehreren Jahren eine
Anlaufstelle für Menschen, die
Hilfe suchen, weil Familienangehörige oder Freunde plötzlich in rechtsextremistische
Kreise geraten sind. Der Verein arbeitet gegen alle Formen
des Totalitarismus, egal ob von
rechts oder links. Mir liegt beispielsweise das DDR-Museum
in Pforzheim sehr am Herzen.
Das ist Auseinandersetzung
mit dem kommunistischen
Unrechtsstaat und unterstreicht tief im Westen der Republik, dass DDR-Geschichte
deutsche Zeitgeschichte ist.

 Wie sind die Aufgaben im
Verein verteilt?
Im Vorstand wird sehr darauf
geachtet, dass das Anliegen
des Vereins nichts mit Parteipolitik zu tun haben darf. Überparteilichkeit, das zu leben ist
wohl eine meiner wichtigen
Funktionen. Mein besonderes Anliegen ist die Arbeit

ZeiTung Für FreiwilligeS engagemenT auS TrepTow-KöpeniCK

Foto © Tobias Kleinod

Eberhard Diepgen, Regierender Bürgermeister von Berlin a.D., im Gespräch mit STERNENZEIT-Chefredakteurin Sandra Holtermann

Mit Leidenschaft setzt sich Eberhard Diepgen gegen das Vergessen ein

an einer europäischen Erinnerungskultur. Nicht nur die
Erinnerung an Kriege sondern an die europäische und
deutsche Freiheitsbewegung.
Deutsche Geschichte, das ist
auch das Hambacher Fest, die
Frankfurter Paulskirche und
die Revolutionen von 1918
und 1989. Die Breitenwirkung
hat der Verein durch seine
Regionalgruppen, die es quer
durch die Republik gibt. Dort
ist das ehrenamtliche Engagement entscheidend, durch
Veranstaltungen, Aufbau und
Betreuung von Erinnerungsorten, Zeitzeugengesprächen
und den Versuch, die Arbeit
gegen das Vergessen mit
Geschichte und Geschichten
vor Ort zu verbinden.

 Politischer Populismus ist
in Europa und Deutschland
derzeit erschreckend erfolgreich. Viele Menschen scheinen unsere Geschichte teils
vergessen zu haben. Was
sollte die Zivilgesellschaft
dagegen tun?
In der Arbeit gegen das
Vergessen sollten wir uns auch
nicht klein machen. Vieler-

orts gibt es bemerkenswerte
Beispiele. Stärker betonen
müssen wir in Deutschland
Beispiele des Widerstandes
und der Zivilcourage gegen
Nazis und Kommunisten. Für
die Gestaltung und das Selbstverständnis unserer Demokratie sind als Vorbild all diejenigen wichtig, die im täglichen
Leben Gefahren und Nachteile auf sich genommen haben, um zu helfen. Die gezeigt
haben, man kann auch in
einem totalitären System anständig bleiben, auch später
noch in den Spiegel gucken.
Gegen Populismus – egal aus
welcher politischen Ecke helfen vor allem zwei Dinge:
1. die Regeln der repräsentativen Demokratie und 2. eine
Politik, die den Populisten
durch soziale und wirtschaftliche Sicherheit jede Basis
nimmt.
Weitere Informationen
www.gegen-vergessen.de

5

Vorgestellt

Claudia Berlin

Zoja Simon (49) – Hilfe für Migranten
Zoja Simon hat selbst erfahren, wie wichtig es ist, Hilfe
zu erhalten, wenn man als
Spätaussiedler in Deutschland sesshaft werden will. Als
sie mit ihrem Ehemann nach
Berlin zog, war sie dankbar,
Unterstützung dabei zu erhalten, sich in ihrer neuen Heimat
zurecht zu finden. Oder auch
einfach dafür, zu Geselligkeiten eingeladen zu werden, bei

denen sie neue Bekanntschaften schließen konnte.
Seit 2013 bietet sie ehren-

Foto © reginald gramatté

Stephan Schulte

STERN des Monats

Andreas Epp (44) – unterstützt im Repair Café
Wenn Andreas Epp im Repair Café des Psychosozialen
Verbunds anderen hilft, elektronische und mechanische
Geräte selbst zu reparieren,
geht es ihm nicht nur um die
konkrete Hilfe.
Er sieht es auch als praktizierten Umweltschutz an, noch
brauchbare Geräte vor dem
Verschrotten zu retten. Anderen zu helfen macht ihm
Freude und ebenso, sich mit

Technik zu beschäftigen. Aber
vor allem sieht er sein Ehrenamt auch als Möglichkeit,
positiven Einfluss auf seine
eigene Umgebung zu nehmen und sie ein klein wenig
zu der „eigenen Gesellschaft“
zu machen. Das, so appelliert
Andreas Epp an uns alle, ist
ein guter Grund, selber aktiv
zu werden.
www.psv-treptow.de
Stephan Schulte

Lesen Sie gern?
Paten für Willkommensklassen gesucht
26 Grund- und Oberschulen in TreptowKöpenick suchen derzeit dringend ehrenamtliche Lesepaten. Damit Kinder und Jugendliche in den Willkommensklassen schnell
die deutsche Sprache erlernen, benötigen
sie Ihre Hilfe. Als Lesepate können Sie bei
den Schüler/innen die Freude für das Lesen
wecken, indem Sie Geschichten vorlesen,
erklären, erzählen und ihnen beim Vorlesen
zuhören. Auch in Erzählgruppen, bei Spiel
und Sport kann man Sprache gut vermitteln. Für dieses Engagement sollten Sie gern
mit Kindern und Jugendlichen arbeiten,

6

amtlich im KIEZKLUB KES
in Zusammenarbeit mit der
Beratungsstelle DIALOG diese wichtige Hilfe anderen
Migranten an und fühlt sich
selbst bereichert, wenn sie
Menschen unterschiedlicher
Herkunft und Kultur kennenlernt.
www.abw-berlin.de/
Angebote/BeratungMigranten

Foto © privat

Noch ist der Garten hinter dem
Haus Müggelspree der Stephanus-Stiftung vor allem grün.
Bunte Farbtupfer sind die Ausnahme. Das soll sich ändern.
Leitung und Bewohner des
Köpenicker Pflegeheims haben
eine AG Gemeinschaftsgarten
gegründet und gemeinsam mit
Studenten der Fachhochschule
für Nachhaltigkeit in Eberswalde ein Gartenprojekt entwickelt.
Von Anfang an war klar: Es wird
keinen Zaun geben, der Garten
soll auch für die Bewohner der
Nachbarhäuser da sein. Nicht
nur zum Ausruhen auf den
Bänken, die Hobbygärtner hoffen auf tatkräftige Mithilfe. Dabei können auch eigene Ideen
umgesetzt werden, der Garten
ist im wahrsten Sinn ein wachsendes Projekt. Einmal monatlich gibt es im Pflegeheim eine
Gartensprechstunde. Und am
9. September soll der Garten
im Rahmen der Freiwilligentage
herbstfit gemacht werden. Für
diesen Tag und darüber hinaus
sucht die AG Gemeinschaftsgarten Unterstützer.
www.stephanus.org/standorte/
haus-mueggelspree-in-berlinkoepenick/

STERN des Monats

Foto © reginald gramatté

Da blüht
uns was

Empathie, Geduld und Aufgeschlossenheit
mitbringen und Spaß an der Vermittlung
von Grundkenntnissen der deutschen Sprache haben. Der Einsatz erfolgt meist ein- bis
zweimal wöchentlich für etwa 2 Stunden.
Ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis wird benötigt und kann beim Bürgeramt
kostenfrei beantragt werden.
Weitere Infos
Sandra Maiwald | Tel.: 030/243 585 76
www.sternenfischer.org
Andrea Paproth

SternenZeit

Angekündigt

Aha ...

Veranstaltungshinweise
für Treptow-Köpenick
09.09.-10.09.2016
Freiwilligentage Treptow-Köpenick 2016
Bunte und vielfältige Mitmachaktionen bieten
die Möglichkeit, das freiwillige Engagement
kennenzulernen. Im gesamten Bezirk TreptowKöpenick sind freiwillige Helfer/innen unter
dem Motto „Zeit spenden, mitgestalten, Engel
sein für einen Tag! Gemeinsam für Treptow-Köpenick!“ eingeladen, bei 32 Aktionen zu helfen.
Information/Anmeldung:
www.sternenfischer.org/freiwilligentag
Telefon: 030/243 585 76
15.09.-03.10.2016
Interkulturelle Woche Berlin 2016
Unter dem Motto „Vielfalt. Das Beste gegen
Einfalt“ sind deutschlandweit mehr als 5000
Veranstaltungen an über 500 Orten geplant.
Unter anderem findet der Tag des Flüchtlings
in diesem Rahmen am Freitag, den 30.09.2016
statt. Berlin wird sich mit verschiedenen Beiträgen und Projekten an der Interkulturellen
Woche beteiligen und sich für ein friedliches
Zusammenleben und gegen rassistische Ausgrenzung engagieren. Interessierten werden
vielfältige Begegnungen geboten.
Weitere Infos unter:
www.interkulturelle-woche-berlin.de
17.09.2015, ab 14 Uhr
4. Alt-Treptower Baumscheibenfest
Auch in diesem Jahr lädt das rein ehrenamtlich organisierte und nicht-kommerzielle Kiezfest zum liebe- und fantasievollen Bepflanzen
von Baumscheiben im Kiez rund um die KarlKunger-Straße ein. Anwohner, Einrichtungen
und Gewerbetreibende laden zu gemeinsamen
Aktionen und Ständen ein, um die Vielfältigkeit
ihres Kiezes zu feiern.
Weitere Infos unter: www.baumscheibenfest.de
22.09.-28.09.2016
19. Berliner Hospizwoche Motto: Am Ende ganz allein?
Die traditionelle Veranstaltung des Hospiz- und
Palliativ-Verbandes Berlin präsentiert die Vielfalt
der hospizlichen und palliativen Arbeit in Berlin.
Ziel ist es, die Hospizidee zu verbreiten und

ZeiTung Für FreiwilligeS engagemenT auS TrepTow-KöpeniCK

damit zu einer Bewusstseinsänderung in der
Gesellschaft beizutragen, damit Sterben als Teil
des Lebens begriffen wird.
Weitere Infos unter: www.hospizwoche.de
24.09.2016, 11 bis 19 Uhr
Adlershofer Herbstfest
Mit einem bunten Bühnenprogramm und vielfältigen Angeboten an Informationsständen feiert
Adlershof gutgelaunt den Einzug der goldenen
Jahreszeit.
Wo: Kulturzentrum Adlershof Alte Schule 54/56,
12489 Berlin
30.09.2016
25 Jahre Rabenhaus
Das ganze Jahr feiert das Nachbarschaftshaus
in Köpenick schon mit einer Reihe von Aktionen
sein Jubiläum. Ein ganz besonderer Tag steht
dann Ende September an: Unter der Schirmherrschaft des Bezirksbürgermeisters Oliver
Igel findet im Rathaus Köpenick das Fest unter
dem Motto "Alte und Neue Nachbarinnen und
Nachbarn – Ein Dankeschönfest" statt.
Wo: Rathaus Köpenick
10.10.-16.10.2016
10. Berliner Woche der
Seelischen Gesundheit
Mit rund 200 Veranstaltungen werden Berliner
Kliniken, Kontakt- und Beratungsstellen, Therapiezentren oder Selbsthilfegruppen über psychische Krankheitsbilder, Behandlungsmöglichkeiten und soziale Unterstützung informieren.
Unter dem Motto „Körper und Seele“ werden
Workshops, Vorträge, Fachtagungen, Ausstellungen, Konzerte und vieles mehr angeboten –
wohnortnah in den Bezirken und themenübergreifend über die ganze Stadt verstreut.
Weitere Infos unter www.aktionswoche.seelischegesundheit.net/berlin
04.11.2016, 18 Uhr
Eröffnung der Wanderausstellung vom
Königsheider Eichhörnchen e.V. zum
ehemaligen Kinderheim Königsheide
Wo: Café Sibylle, Karl-Marx-Allee 72,
10243 Berlin

Foto © reginald gramatté

Herbst 2016

Wie das so im Sommer ist – wir
waren zu einer Gartenparty
eingeladen. Wir versammelten
uns am Kaffeetisch. Es gab
zur Erfrischung Holunderwasser und Zitronenbrause.
Die Gespräche plätscherten
so dahin. Und dann passiert
mir das! Ich hatte das Handy
stumm geschaltet, aber ich
hörte das leise Plingplong in
meiner Tasche. Ein Gefühl
zwischen Unruhe und Neugier
befiel mich. Wer könnte das
sein? Worum geht es? Was
tun? Ich, die ich erst kürzlich
gegen dieses Handyunwesen gewettert hatte, konnte
nicht anders. Ich nahm das
Handy, wie ich glaubte, ganz
unauffällig aus der Tasche, um
wenigstens den Absender zu
lesen. Vielleicht hätte ich auch
gleich eine kurze Antwort
schreiben können. Aber nein!
Alle Gespräche waren verstummt, alle schauten mich
an. Mein Mann zischte nur
kopfschüttelnd ein entschiedenes Nein herüber. Und ich?
Ich hatte gegen meine eigene
Regel verstoßen, die da lautet, nie im Beisein Dritter ein
Handy zu benutzen, weil es
einfach stört.
Im Übrigen: Es entwickelte
sich ein längeres Tischgespräch über Segen und Fluch
des Handys in unserer schnelllebigen Zeit. Immerhin!

Ihre
Annette Kunsch
7

Mein Tipp

Foto © uwe Scholz

Auf der Suche nach spannenden
Themen für die neue STERNENZEITAusgabe landete ich auf der Webseite
der Gedenkstätte Berliner Mauer. Hier
findet man eine Online-Ausstellung mit
dem Titel „Mein Foto vom Herbst 1989"
und den Aufruf mitzumachen. Ich schaute mir ein paar der Bilder an und dachte
sofort: Hast du nicht auch solche Bilder?

Ab durch die Mauer zum Reichstag im Dezember 1989

Damals war ich 10 Jahre alt. Grenzübergänge in Berlin waren schon einige
Wochen geöffnet. Wir bekamen Besuch
und wie so oft spazierten wir Unter den
Linden entlang zum Brandenburger Tor.
Früher wäre der Ausflug hier vor dem
Pariser Platz an einem Zaun geendet. In-

Foto © re
ginald gr
amatté

Mein Foto zum Mauerfall 1989

zwischen hatten fleißige Mauerspechte
einige Löcher in die Mauer geschlagen.
Durch eines kletterten wir dann von der
Ost- auf die Westseite, um den Reichstag
zu sehen. Mein Erinnerungsfoto habe ich
auf der Webseite hochgeladen. Machen
Sie auch mit!
Informationen
www.berliner-mauer-gedenkstaette.de/
de/mein-foto-vom-herbst-1989-782.html
Andrea Paproth

STERNEN - Rätsel - ZEIT
Aus den unten angegebenen Silben sind Wörter mit folgenden Bedeutungen zu bilden:
Das Rätsel ist gelöst, wenn alle Silben richtig verwendet worden sind.
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.

Wo befindet sich Berlins einziges noch weitgehend erhaltenes Zwangsarbeiterlager?
Eberhard Diepgen engagiert sich "Gegen das Vergessen-......"
Wer ist eine wichtige Informationsquelle im Industriesalon?
Wie nennt man eine Vereinigung?
Wie nennt man ein tragbares Telefon?
Wo fühlt man sich zu Hause?
Wie wurden Menschen genannt, die nach 1989 die Berliner Mauer bearbeiteten?
Wen suchen die Willkommensklassen derzeit?
Wo stand das größte Kinderheim der DDR?
Für welches Projekt sucht die Stephanus-Stiftung Unterstützer?

__
__
__
__
__
__
__
__
__
__

__
__
__
__
__
__
__
__
__
__

__ __
__ __ __
__

__
__
__
__

__
__
__
__ __

Silben:
bar - de - de - de - dy - er - für - ge - gar - han - hei - hei - kra - kö - le - mau - mat - mo - nach - ne - nigs - on - pa schafts - schö - se - spech - te - ten - ten - tie - uni - wei - zeit – zeu
Lösungsworte vom Rätsel aus Heft II 2016: Harmonium, Deutsches Chorfest, Straßenbahndepot, Einsamkeit,
Schlossinsel, Sommeranfang, Tinnitus, Bibliothek, Gymnastik, Spätlese
Impressum Herausgeber: STERNENFISCHER Freiwilligenzentrum Treptow-Köpenick, Oberspreestr. 182, 12557 Berlin, Tel. 030-24 35 85 75, Fax 030-68 07 41 61, www.sternenfischer.org, www.facebook.com/STERNENFISCHER. Freiwilligenzentrum STERNENFISCHER ist ein Projekt der Stiftung Unionhilfswerk Berlin, Vorsitzender des Vorstands der Stiftung Unionhilfswerk Berlin: Norbert Prochnow, V. i. S. d. P.: Stefanie Wind, Leitung STERNENFISCHER, Chefredaktion: Sandra Holtermann (sh) Redaktion: Andrea Paproth (ap), Franziska Pfeil (fp), Annette Kunsch (ak), Stephan Schulte (ssch), Claudia Berlin (cb), Tel. 030-24 35 85 75, redaktion@sternenfischer.
org, Fotograf: Reginald Gramatté, Herstellung: Union Sozialer Einrichtungen gemeinnützige GmbH (USE gGmbH). Gedruckt auf 100 Prozent chlorfrei gebleichtem Papier. Erscheinungsweise: quartalsweise Auflage:
1.000 Stück Redaktionsschluss der aktuellen Ausgabe: 10.08.2016, Hinweise: Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Spendenkonto: Stiftung Unionhilfswerk Berlin,
IBAN: DE17 1002 0500 0001 4080 00, BIC: BFSWDE33BER, Verwendungszweck: "Spende STERNENFISCHER" Spendenbescheinigung auf Wunsch.
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.