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Geschüttelt, gerührt und mikroskopiert

Full text: Adlershof-Special Issue 41.2015 Geschüttelt, gerührt und mikroskopiert

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Geschüttelt, gerührt und mikroskopiert Shaken, stirred and microscoped

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Isotopische Fingerabdrücke Isotopic fingerprints

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Tiefere Einblicke mit Röntgenlicht D 	 eeper insights with X rays

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Werkzeugmacher für die Analytik Toolmakers for analytics

special

Adlershof

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Laborarbeitsplatz Berlin
Branchen, auch wenn sich die Anforderungen daran je nach Tätigkeit gewaltig unterscheiden. So genügt im Bereich IT manchmal der Tisch im trendigen Kaffeehaus, um Ideen Wirklichkeit werden zu lassen. Im Bereich der Biotechnologie und Analytik sind die Ansprüche an den Arbeitsplatz ungleich höher und vielfältiger und damit auch die Kosten für ein Start-up. Grundsätzlich benötigen Biotechnologie-	 Gründerunternehmen vier Dinge: Eine solide, durch Patente geschützte Technologiebasis, die einen Bedarf deckt; gut ausgebildete Mitarbeiter mit großer technischer Expertise und dem nötigen Selbstbewusstsein; Investitionsmittel	 und schließlich passende Räumlichkeiten für Forschung, Dienstleistungen und Produktion. Die   Universitäten und Forschungsinstitute sind eine wichtige Ideenschmiede. Sie bilden viele junge Wissenschaftler hervorragend aus, von denen einige den Mut aufbringen, unternehmerisch tätig zu werden. Substanzielle Finanzquellen für aufwändige und riskante Ausgründungen im Biotechno-	 logiebereich stehen zur Verfügung. Die trivial anmutende Platzfrage entscheidet oft über den Standort einer Ausgründung. Geeignete Labore sind teuer in Bau und Unterhalt. Sie unterliegen je nach Spezialgebiet stark unterschied-	 lichen Anforderungen. Gebäude, die eine breite Palette flexibler Flächen und verschiedene Speziallabore anbieten, sind selten. Die Wissenschaftsstadt Berlin Adlershof hat sich als ein Top-Standort etabliert, weil hier hervorragende Labore und Büros in verschiedensten Größen und für unterschiedliche Anforderungen zur Verfügung stehen. Die Nähe zu einer großen Universität und viele Dienstleister direkt vor der Haustür haben dafür gesorgt, dass nun eine „kritische Masse“ von Unternehmen an einem attraktiven Standort	 in Berlin in verkehrsgünstiger Lage Top-Wissenschaftler aus aller Welt anziehen. Die neue Impfstofffirma Vaxxilon mit einer Kernmannschaft aus Korea, Indien und den USA hatte verschiedene Stand-	 orte in Deutschland und anderswo ins Auge gefasst und	 sich am Ende für Adlershof entschieden. Der Standort erfüllt alle Bedingungen für einen erfolgreichen Start.
Nach Professuren am MIT (Cambridge, USA) und an der ETH Zürich ist der Autor seit 2009 Direktor am Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam sowie Professor an der Freien Universität Berlin. Aus seiner Arbeitsgruppe sind mehrere Firmen in den USA und Deutschland ausgegründet worden.

Laboratory work place Berlin
	 he right workplace is important. This is true in all sectors, even when their requirements differ hugely	 depending on the activities they involve. For instance, the IT sector is perfectly happy with a corner table in a trendy coffeehouse for turning ideas into reality. In the biotechnology and analytics sectors, on the other hand, workplace requirements are disproportionally higher and more varied, and hence the startup costs. Basically, parent biotechnology companies need four things: a sound, patent protected technology base covering a need; highly trained staff with great technical expertise and the necessary self confidence; investment funds; and, finally, suitable rooms for research, services, and production. The universities and research institutes are an important think tank. They provide excellently trained young	 scientists, some of whom muster the	 courage to become entrepreneurs. Substantial funding sources are available for complex and high risk disincorporations in the biotechnology sector. The apparently trivial question of space often sways the decision in favour of the location for a disincorporation. The building and upkeep of suitable laboratories is costly, and their requirements differ greatly depending on their speciality. Buildings offering a wide range of flexible areas and special laboratories are rare. The Science City Berlin Adlershof has become established as a top location because it can provide excellent laboratories and offices of various sizes and for various requirements. The proximity to a major university and many service	 providers directly on the doorstep have now ensured that a “critical mass” of companies is now drawing top scientists from all over the world to an attractive location with good traffic connections here in Berlin. The new vaccine company Vaxxilon with its core team from Korea, India, and the USA had scrutinised various locations in Germany and elsewhere before ultimately deciding on Adlershof. This location fulfils all conditions for a successful start. Ihr // Your	 Peter H. Seeberger
Following professorships at the MIT (Cambridge, USA) and ETH Zürich, the author assumed in 2009 the posts of Director at the Max Planck Institute of Colloids and Interfaces in Potsdam and Professor at the Freie Universität Berlin. His research group has given birth to several disincorporations in the USA and Germany.

	 Der richtige Arbeitsplatz ist wichtig. Das gilt in allen

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INHALT // CONTENT
	 3 	 Laborarbeitsplatz Berlin 		 Laboratory work place Berlin 	 	 	 	 4 	 Stadt der Analytik 	 Analytic City 7	 Innovativ wachsen 	 Growing innovatively

IMPRINT // IMPRESSUM
Herausgeber // Publisher: WISTA-MANAGEMENT GMBH Redaktion // Editorial staff: Rico Bigelmann, Sylvia Nitschke Autoren // Authors: Dr. Uta Deffke (ud), Andreas Heins (ah), Paul Janositz (pj), Chris Löwer (cl), Klaus Oberzig (ko), Peter Trechow (pt), Claudia Wessling (cw) Übersetzung // Translation: Lost in Translation?, Endingen Layout und Herstellung // Layout and production: Medienetage Anke Ziebell Telefon: 030/30 87 25 88, Fax: 030/97 00 54 81 E-Mail: aziebell@medienetage.de; www.ziebell-medienetage.de Redaktionsadresse // Editorial staff address: WISTA-MANAGEMENT GMBH, Bereich Kommunikation Rudower Chaussee 17, 12489 Berlin Telefon: 030/63 92 - 22 38, Fax: 030 / 63 92 - 22 36 E-Mail: nitschke@wista.de; www.adlershof.de/special Anzeigenverkauf // Ad sales: WISTA-MANAGEMENT GMBH, Bereich Kommunikation Marina Salmon, Telefon: 030 / 6392-2283 E-Mail: salmon@wista.de Druck // Print: BGZ Druckzentrum GmbH www.bgz-druckzentrum.de © Fotos // © Photos: Sofern nicht anders gekennzeichnet/unless otherwise specied: Tina Merkau; Titel/Title: Montage: DFY, Fotolia: INFINITY, frenta, Shutterstock: Nikolay N.; Inhalt/content: (oben/top) kasto80 – iStock/Thinkstock; S./p. 3: Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung, Potsdam/Anne Heinlein; S./p. 6: kadmy – iStock/Thinkstock; S./p. 10: everythingpossible – iStock/ Thinkstock; S./p. 15: Prof. Dr. Gerd Schneider, Helmholtz-Zentrum Berlin; S./p. 16: (unten/bottom) v.l.n.r./from left to right: Fotolia: Kurhan, Stefan Körber, Hyrma, Santje; Shutterstock: jovan vitanovski; S./p. 19: Harald Biebel – iStock/Thinkstock Nachdruck von Beiträgen mit Quellenangabe gestattet. Belegexemplare erbeten. // Contributions indicated by name do not necessarily represent the opinion of the editorial staff. Reprinting of contributions permitted with source references. Specimen copies requested. 2015

	 10	 Expertise von der anderen Straßenseite 	 	 Expertise from across the street
	 12	 Plan Adlershof 		 Map Adlershof

	 14	 Tiefere Einblicke mit Röntgenlicht 	 	 Deeper insights with X rays 	 16	 Methoden und Modelle 	 	 Methods and models
	

	 18	 Isotopische Fingerabdrücke 	 	 Isotopic fingerprints 	 20	 Werkzeugmacher für die Analytik 	 	 Toolmakers for analytics 	 23	 Adlershof in Zahlen	 	 	 Adlershof in figures
Ihre Ansprechpartner	 Your contact persons
WISTA-MANAGEMENT GMBH

	

Beate Mekiffer	 Leiterin Strategische Projekte 	 // Head Strategic Projects Phone:	 +49 (0) 30 / 63 92 - 22 14  	 Fax:	 +49 (0) 30 / 63 92 - 22 04 E-mail:	mekiffer(at)wista.de www.adlershof.de

Heidrun Terytze	 Leiterin Zentrum Biotechnologie	 und Umwelt // Head of Centre for Biotechnology and Environment Phone:	 +49 (0) 30 / 63 92 - 22 21  	 Fax:	 +49 (0) 30 / 63 92 - 22 12 E-mail:	terytze(at)wista.de www.adlershof.de

Ausführliche Texte und Adlershofer Termine finden Sie unter:

www.adlershof.de/special

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Stadt der Analytik
Mit dem neuen Onlineauftritt von „Analytic City Adlershof“ wird es noch einfacher, einen qualifizierten Einblick in den Geräte- und Ressourcenpool der Wissenschaftsstadt zu erlangen.

ür uns ist die Kompetenzdatenbank Analytic City Adlershof eine große Hilfe“, sagt Jens Hanke, Geschäftsführer der Graforce Hydro GmbH. Sein Unternehmen entwickelt	 gegenwärtig eine neuartige Technologie zur wirtschaftlichen Wasserstofferzeugung und sieht darin einen wichtigen	 Beitrag zur Energiewende. „Wir wollen die magische Grenze von drei Euro für ein Kilo Wasserstoff erreichen“, gibt er das Ziel vor. Dafür hat das Unternehmen Wasserstoffgeneratoren mit hohem Wirkungsgrad entwickelt, die auf plasmaphysikalischen Prozessen basieren. Auch wenn Wasser vielfach als eine klare Sache angesehen wird, ist es alles andere als einfach, die Vorgänge auf der molekularen Ebene zu erkennen und zu bewerten. Als junges Unternehmen könne man sich nicht viele	 Verfahren und Gerätschaften im Bereich der Analytik	

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leisten, die in einem F&E-Prozess eine Rolle spielen, räumt Hanke ein. „Neben unserer Kernkompetenz brauchen wir Partner, die in der Analytik über die erforderlichen Ressourcen, Erfah-	 rungen und Gerätschaften verfügen.“ Die finde man nicht in den Gelben Seiten, so Hanke weiter. Aber die Broschüre „Analytic City Adlershof“ und die darin aufbereitete Zuordnung der ortsansässigen Firmen und Institute nach Analyseverfahren, Branchen und Leistungen hätten „in kürzester Zeit zu Ergebnissen geführt“. So entstanden Kontakte zur Chemie der Humboldt-Universität, zu den Firmen art photonics,	 greateyes und zur Bundesanstalt für Materialforschung	 und -prüfung (BAM).

Beate Mekiffer leitet den Bereich Strategische Projekte bei der WISTA-MANAGEMENT GMBH. Beate Mekiffer heads the Department of Strategic Projects at WISTA-MANAGEMENT GMBH.

Über diese Kooperationen klärte sich, dass die aufgewor-	 fenen Fragen nach den Vorgängen im Wasser am besten	 mithilfe der Raman-Spektroskopie beantwortet werden könnten. Folgerichtig ließ Graforce Hydro seine Proben in	 einem Raman-Spektroskop der BAM untersuchen. „Inzwischen ist die Kompetenzdatenbank Analytic City	 Adlershof für den Onlinezugriff im Internet aufbereitet“, erklärt Beate Mekiffer, Leiterin Strategische Projekte bei der WISTA-MANAGEMENT GMBH. Es gibt einen allgemein zugänglichen Bereich und einen zusätzlichen, der spezi-	 fischere Informationen bereithalte. Dafür müsse man sich zwar anmelden, das sei aber kostenfrei. Über die Suchfunktionen könne man schnell zu Ergebnissen kommen.

Jens Hanke, Geschäftsführer der Graforce Hydro GmbH Jens Hanke, Management director Graforce Hydro GmbH

Die Idee zur Kompetenzdatenbank sei seit dem Jahr 2011 verfolgt worden, so Beate Mekiffer. Obwohl in Adlershof viele Kompetenzen und Ressourcen gewissermaßen in der Nachbarschaft verfügbar waren bzw. sind, hätte es immer mehr Nachfragen zu entsprechenden Vermittlungen gegeben. Da das Vorhandensein eines Netzwerkes nicht automatisch zu mehr Kommunikation führe, so die Schluss-	 folgerung, habe die Technologiepark-Betreibergesellschaft   die Rolle des Kommunikators im Bereich der Analytik	 übernommen und dies auf eine qualitative neue Ebene	 gehoben. Das Interesse bei den Firmen und Instituten an	 der Kompetenzdatenbank sei inzwischen sehr groß. ko

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Analytic City
The new online presence of “Analytic City Adlershof” will make it even easier to gain a qualified insight into the equipment and resources pool of the Science City.

he database of expertise embodied by Analytic City	 	 Adlershof is a great help to us”, said Jens Hanke,	 Managing Director of Graforce Hydro GmbH. His company is presently developing an innovative technology for the low cost generation of hydrogen and sees in this a key contribution to the energy transition. He confided his objective: “We intend to cross the magic limit of three	 euros for one kilogram of hydrogen.” To this end, the	 company has developed highly efficient hydrogen generators based on plasma physics processes. Even though water is seen by many to be a simple matter, it is everything but simple to identify and assess the processes on the molecular level. Hanke admitted that a new company cannot afford a lot of analytical methods and equipment important to an R&D process. “Besides our core expertise, we need partners that can provide the resources, experience, and equipment for the analytics.” Hanke continued that these cannot be found in the Yellow Pages, yet the brochure “Analytic City Adlershof” and its list of local companies and institutes sorted according to analytical methods, sectors, and services had “led to results in no time at all”. For instance, contacts were made with the

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chemistry department of Humboldt-Universität; the companies art photonics and greateyes; and the Federal Institute for Materials Research and Testing BAM. Supported by these cooperation projects, he found that his questions concerning the processes in water could best be answered with Raman spectroscopy. Consequently, Graforce Hydro had its samples analysed in a Raman spectroscope at the BAM. “In the meantime, the expertise database Analytic City	 Adlershof has been prepared for online access on the	 internet,” explained Beate Mekiffer, Director of Strategic	 Projects at WISTA-MANAGEMENT GMBH. This provides an area for general access and an additional area containing more specific details. Although this requires registration, it is free of charge. She added that the find functions deliver fast results. Beate Mekiffer explained that the idea for the expertise	 database has been pursued since 2011. She continued that although Adlershof was or still is home to many fields of expertise and resources, so to speak in the neighbourhood, there had been a growing number of requests for the	 needed mediations. The conclusion: the availability of a network does not lead automatically to more communication, so the Technology Park operator assumed the role of the communicator in the field of analytics and elevated this to a new	 quality level. She revealed that the companies and institutes were now expressing great interest in the expertise	 database.

Christian Lange gründete Accelero Bioanalytics vor drei Jahren und Saskia Schellmann, Prüfleiterin bei Accelero Bioanalytics Three years ago Christian Lange founded Accelero Bioanalytics, Saskia Schellmann is the company‘s study director

Innovativ wachsen
Die Adlershofer Analytikunternehmen Accelero Bioanalytics und biotechrabbit wachsen durch Übernahme und innovative Finanzierungsideen.
	 uf innovativen Feldern ist die Accelero Bioanalytics GmbH unterwegs, nicht nur bei Analytik und Dienstleistungen, sondern auch bei der eigenen Finanzierung. „Wir arbeiten im gentechnischen Bereich, analysieren gesundheitsgefährdende Erreger, beispielsweise Bakterien, und betreiben Arzneimittelforschung für kleine und mittlere Unternehmen“, sagt Accelero-Geschäftsführer Christian Lange. Der Biologe arbeitete zwölf Jahre in der Biotechbranche, bevor er sich vor dreieinhalb Jahren mit Accelero Bioanalytics selbstständig machte. Anfang Februar 2015 ist das Start-up mit mittlerweile fünf Mitarbeitern von Mitte nach Adlershof umgezogen. Im Zentrum für Biotechnologie und Umwelt wurden zwei Labore mit neuester Analytik

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eingerichtet. „Wir möchten uns dort auf die Frühphase der Entwicklung pharmazeutischer Wirkstoffe bis hin zu den	 ersten klinischen Studien konzentrieren“, sagt Lange. Finanziert wurde die aufwendige und teure Laboraus-	 stattung auf ungewohnte Weise. Nicht die Bank war Geldgeber, 52 private Investoren stellten das Kapital. Das	 Accelero-Angebot war schnell ausgebucht. „Innerhalb von nur 18 Tagen hatten wir den Betrag zusammen“, sagt Lange.	 Kein Wunder, schließlich weist das Unternehmen seit drei	 Jahren einen positiven Abschluss und für 2014 einen um	 50 Prozent höheren Umsatz gegenüber dem Vorjahr aus.

In Adlershof sind viele Analytik-Kompetenzen und Ressourcen in der Nachbarschaft In Adlershof many fields of analytical expertise and resources are just around the corner

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Ebenfalls gut im Geschäft ist die biotechrabbit GmbH –	 ganz bodenständig mit den Standorten Hennigsdorf und Adlershof sowie präsent auf Kongressen und Messen rund um den Globus. „Wir liefern Reagenzien für den Lifescience-Bereich –	 praktisch alles, was die Forscher im Labor benötigen“,	 sagt Geschäftsführer Bernd Haase, promovierter Bio-	 chemiker mit einem MBA in Management. Die 2011 gegründete Firma mit mittlerweile 20 Mitarbeitern produziert Antikörper und Enzyme, forscht an Proteinen, reinigt Nukleinsäuren und bietet Reagenzien für Diagnostikunternehmen an. „Wir entwickeln ständig neue hochqualitative Produkte,	

um in diesem Bereich der Lebenswissenschaften an der	 Spitze mithalten zu können“, sagt Haase. In dieses Portfolio passten Schwerpunkte und Produkte des Adlershofer Biotech-Unternehmens RiNA, das kürzlich Insolvenz anmelden musste. „Wir übernahmen die beiden Labore samt der hochkarätigen Einrichtung und behielten auch das exzellent ausgebildete Personal“, sagt Haase. So konnte schon im März 2015 die Produktion	 im Adlershofer Technologiezentrum wieder angefahren	 werden. pj

	 ccelero Bioanalytics GmbH has taken to innovative fields, not only for analytics and services, but also for its own funding. “We work in the genetic engineering field, analyse dangerous pathogens like bacteria, and conduct	 research into drugs for small and medium sized enterprises”, explained Christian Lange, Managing Director of	 Accelero. The biologist worked for twelve years in the biotech sector before setting up his own company Accelero Bioana-	 lytics three and a half years ago. In early February 2015, his startup, now employing five, relocated from Berlin-Mitte to Adlershof. Two laboratories fitted with the latest	 analytical technology were set up in the Centre of Biotechnology and the Environment. “There we intend to concen-	 trate on the whole stream from the initial development phases for pharmaceutical agents to the first clinical	 studies”, confided Lange. The complex and costly laboratory equipment received funding from an unusual source. The financial backer was not the bank, instead the capital was provided by 52 private investors. The Accelero offer was taken quickly. “It took just eighteen days to get the funds together,” said Lange. No wonder – after all, the company has been posting	 positive year-end closings for three years now, and its 2014 turnover was 50 percent higher than the previous year’s.

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An equally good business record can be shown by	 biotechrabbit GmbH – long established at its locations in Hennigsdorf and Adlershof and present at congresses and exhibitions all over the world. “We supply reagents for the life sciences sector – practically everything researchers need in the laboratory”, said Haase, Managing Director and	 Doctor of Biochemistry with an MBA in Management. Set up in 2011 and now employing twenty staff, the company produces antibodies and enzymes, researches into proteins, purifies nucleic acids, and offers reagents for Bernd Haase. “We are constantly developing new, high quality products that are to help us maintain our leading position in this	 segment of life sciences”, said Haase. This portfolio matched the focal activities and products of the Adlershof biotech company RiNA, which recently had to file an insolvency petition. “We took over the two	 laboratories together with their top quality equipment,	 and we could also retain the excellently trained staff”,	 explained Haase. As a result, production at the Adlershof Technology Centre could relaunch as early as March 2015.

Growing innovatively
The Adlershof analytics companies Accelero Bioanalytics and biotechrabbit are thriving on a takeover and innovative funding ideas.

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Gerhard Schmitt leitet biotechrabbit in Adlershof. biotechrabbit’s Adlershof manager Gerhard Schmitt

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Energieträger: Fernwärme Bedarfsausweis: Endenergiebedarf 105,8 kWh/(m²a)

Projektentwicklung und Vermietung: PROJECT Immobilien Gewerbe AG Niederlassung Berlin Volmerstraße 8, 12489 Berlin

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Expertise von der anderen Straßenseite
Andreas Voigt ist gewissermaßen ein Verpackungskünstler. Er und seine Kollegen beim Adlershofer Unternehmen TheraKine BioDelivery betten winzige Proteine, die als medizinische Wirkstoffe dienen, in eine kleine Kugel ein, in der sie in den Körper geschleust werden. Dort sollen sie erst an bestimmten Orten ihre Wirkung entfalten.

Ute Resch-Genger leitet bei der BAM den Fachbereich Biophotonik und arbeitet eng mit kleinen und mittleren Unternehmen zusammen. Ute Resch-Genger is Director of the Biophotonics Division at the BAM and cooperates closely with SMEs.

Expertise from across the street
In a manner of speaking, Andreas Voigt is a packaging artist. He and his colleagues at the Adlershof company TheraKine BioDelivery embed tiny proteins serving as medicinal agents in a small ball that shuttles them into specific parts of the human body where they can act effectively.
work.” Voigt and Maiwald are hoping in future to continue intensifying their cooperation that to date has had more of an informal character: “In Adlershof, it’s great that we can support each other, from just across the street as it were”, said Maiwald. Also Ute Resch-Genger, Director of the Biophotonics Division at the BAM, cooperates closely with SMEs, in particular with manufacturers of optical instrumentation like spec-	 trofluorometers. Supported by her team, her contributions not only extend to the continued development of these technologies. “One key task also constitutes stan-	 dardisation, especially for medical and pharmaceutical applications”, explained the researcher. One example is the so called microarray technology. This “equips” a	 biochip with hundreds of tiny test fields containing biological probe molecules like DNA fragments. A great many samples can then be analysed at the same time with	 fluorescence methods. The fluorescent signals they emit are then read out and analysed, e.g. for the fast	 identification of carcinogenic papillomaviruses in the	 cervix. In order to minimise any interference from the	 instruments themselves – brought about for instance by	 the differing optical components from different manufacturers – BAM researchers pooled with the companies PolyAn and Greiner Bio-One in a project launched by the Federal Ministry of Research to develop a calibration chip. Reliable references are also instrumental in characterising new fluorescents. Their efficiency, i.e. their emission/	 absorption ratio, should be as high as possible. ReschGenger and her colleagues are therefore developing	 reference materials and absolute measuring methods	 that can be used to analyse transparent and diffusive	 materials.
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Matrix bezeichnen, dient zum einen dazu, die Proteine zu schützen. Zum anderen ist sie so designt, dass die Wirkstoffe am Zielort erst nach und nach freigesetzt werden.

	 Das Material der Kugel, die die Forscher auch als	

Damit das so kontrolliert wie möglich passiert, müssen die Forscher nicht nur die Eigenschaften der Matrix, sondern auch die Menge und Verteilung der Partikel in ihr sehr	 genau einstellen können. „Für die Zulassung im medizi-	 nischen und pharmazeutischen Bereich ist es wichtig, alles sehr genau zu dokumentieren und nachzuweisen, dass man in der Lage ist, die beschriebenen Eigenschaften reproduzierbar herzustellen“, erläutert Voigt. Deshalb hat er Experten von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung BAM hinzugezogen. Mit ihren optischen Messverfahren, der sogenannten Raman-Mikroskopie, ist das Team um Michael Maiwald vom Fachbereich Prozessanalytik in der Lage, die Verteilung der Proteine in der Matrix sehr genau zu bestimmen. Das haben die Experimente gezeigt. Mit Laserlicht werden die Proteine angeregt, selbst charakteristisches Licht auszusenden, das beim Abrastern der Probe analysiert und als räumliches Bild dargestellt werden kann. „Die Messungen schaden den Wirkstoffen nicht. Sie eignen	 sich auch für eine Qualitätskontrolle in der Fertigung“,	 resümiert Voigt. „Im Detail haben uns die Ergebnisse in	 unserer Arbeit bestätigt.“ Voigt und Maiwald hoffen, den bisher eher informellen Charakter ihrer Zusammenarbeit zukünftig weiter intensivieren zu können: „Das Tolle in	 Adlershof ist, dass wir uns hier quasi über die Straße	 hinweg unterstützen können“, sagt Maiwald. Auch Ute Resch-Genger, die bei der BAM den Fachbereich Biophotonik leitet, arbeitet eng mit kleinen und mittleren Unternehmen zusammen. Insbesondere mit Herstellern von optischen Messgeräten wie Fluoreszenz-Spektrometern. Sie leistet mit ihrem Team nicht nur einen Beitrag dazu, diese Techniken immer weiter zu entwickeln.

„Eine wichtige Aufgabe ist auch die Standardisierung,	 gerade für die medizinisch-pharmazeutischen Anwendungen“, sagt die Forscherin. Beispielsweise für die sogenannte Micro-Array-Technologie. Hierbei werden auf einem Biochip hunderte winziger Testfelder mit biologischen Sondenmolekülen wie DNA-Fragmenten bestückt. So können gleich-	 zeitig sehr viele Proben mit Floureszenzmethoden untersucht werden. Deren Fluoreszenzsignale werden dann ausgelesen – beispielsweise zum schnellen Nachweis von krebserregenden Papillomaviren des Gebärmutterhalses. Um den Einfluss der Messgeräte selbst – etwa durch unterschiedliche optische Komponenten bei verschiedenen Herstellern – zu minimieren, haben die BAM-Forscher gemeinsam mit den Firmen PolyAn und Greiner Bio-One	 einen Kalibrier-Chip entwickelt. Verlässliche Referenzen sind auch wichtig zur Charakterisierung neuer Fluoreszenz-	 stoffe. Deren Effizienz soll möglichst hoch sein, damit	 sie bei wenig Lichteinfall viel Licht aussenden. Dafür	 entwickeln Resch-Genger und ihre Kollegen Referenz-	 materialien und absolute Messverfahren, mit denen	 transparente und streuende Materialien untersucht	 werden können.   ud

	 The material used for this ball, also termed “matrix”	
by the researchers, not only serves to shield the proteins, but is also designed to release the agents gradually at their	 destination, and not before. In order to safeguard this controlled process to the maximum possible extent, the researchers must first be able to configure not only the properties of the matrix, but also the quantity and distribution of the particles it carries – and that to high precision. “Medical and pharmaceutical approval demands exhaustive, exact documentation and verification. Only so can the described properties be reproduced”, explained Voigt. To this end, he consulted with experts from the Federal Institute for Materials Research and Testing BAM. Supported by their optical measuring methods, so called	 Raman microscopy, the team headed by Michael Maiwald	 at the Process Analysis Division are able to configure the	 distribution of proteins in the matrix to great precision, and the experiments have verified this. Excited with laser light, the proteins in the sample then emit a characteristic	 spectrum that is analysed by a scanner and converted into a 3D image. “The measurements are harmless to the agents, so they are suitable for production quality control as well”, summarised Voigt: “Every detail of our findings has confirmed us in our

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Leibniz-Institut für Katalyse e.V. an der Universität Rostock, Berliner Büro Leibniz-Institut für Kristallzüchtung (IKZ) LLA Instruments GmbH LTB Lasertechnik Berlin GmbH microParticles GmbH Pensatech Pharma GmbH Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) PiCA Prüfinstitut Chemische Analytik GmbH PicoQuant GmbH PlasmaChem GmbH Privatinstitut Galenus GmbH Proteome Factory AG RTG Mikroanalyse GmbH Berlin Scienion AG

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3B Pharmaceuticals GmbH Accelero Bioanalytics GmbH ANAU Berlin-lab GmbH ANiMOX GmbH art photonics GmbH ASCA GmbH Angewandte Synthesechemie Adlershof Astro- und Feinwerktechnik Adlershof GmbH AZBA Analytisches Zentrum Berlin-Adlershof GmbH BAM Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung Berliner Nanotest und Design GmbH BESTEC GmbH Biopract GmbH biotechrabbit GmbH BIOWORX Biotechnologielabor - Thomas Grimm

15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28

Bruker Nano GmbH Chromicent GmbH ColVisTec AG Crystal Photonics GmbH Dr. Lerche KG Dr. Michael Himmelhaus - nanoBioAnalytics EHA Institut Eurofins Sofia GmbH Chemisches Labor für Softwareentwicklung und Intelligente Analytik Eurofins Umwelt Ost GmbH FOC Fibre Optical Components GmbH GNF Gesellschaft zur Förderung der naturwissenschaftlich-technischen Forschung e. V. Greateyes GmbH GxP brain GmbH HF Biotec Berlin GmbH

29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42

Histalim Humboldt-Universität zu Berlin - Geographisches Institut Humboldt-Universität zu Berlin - Institut für Chemie HZB - Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH, Elektronenspeicherring BESSY II I.U.T. Institut für Umwelttechnologien GmbH ifG - Institut für Scientific Instruments GmbH Institut für angewandte Photonik e.V. IsoAnalysis UG IUT Medical GmbH JP-ProteQ JPT Peptide Technologies GmbH JTL-BioTec.Analytics Karlheinz Gutsche GmbH Leibniz-Institut für Analytische Wissenschaften - ISAS e. V.

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SCW Process Technology Development GmbH Sentech Instruments GmbH SI US INSTRUMENTS GMBH skytron energy GmbH SLM - Speziallabor für angewandte Mikrobiologie GmbH Solardynamik GmbH Surflay Nanotec GmbH TRIOPTICS Berlin GmbH W&P GEAT GmbH Gerätebau und Automatisierungstechnik WITEGA Laboratorien Berlin-Adlershof GmbH

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Nicht nur die morphologischen Strukturen, auch die räumliche Verteilung von biologisch wichtigen Elementen wie Phosphor oder Schwefel	 lassen sich durch deren charakteristische Röntgen-	 fluoreszenzstrahlung sichtbar machen. Sogar die Verteilung chemischer Bindungszustände kann mittels der hohen Energieauflösung im Röntgenmikroskop durch Nahkantenspektroskopie dargestellt werden. Neben den Lebenswissenschaften findet die Röntgenmikroskopie auch Anwendung in der Material- und Energieforschung. So untersuchten die Forscher am HZB, in Kooperation mit dem Institut für Physik der Humboldt-Universität zu	 Berlin, Strukturen organischer LEDs. Zurzeit ist	 das Röntgenmikroskop aufgrund von Umbau-	 arbeiten außer Betrieb. Weitere Kooperationen	 mit den Instituten der Humboldt-Universität, wie dem Integrative Research Institute for the Sciences (IRIS), sind angedacht.   ah
Gerd Schneider, Leiter der Arbeitsgruppe Mikroskopie am HZB am Röntgenmikroskop. Gerd Schneider, Head of the Microscopy Research Group at the HZB at a X ray microscope.

Mit Röntgenmikroskopie können z.B. Viren untersucht werden. X ray microscopes can for one investigate viruses.

Deeper insights with X rays
Since 2003 the Microscopy Research Group at the Institute of Soft Matter and Functional Materials of the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) has been working on high resolution imagery with X rays. Today, one of the world’s most modern X ray microscopes can be found at the electron storage ring BESSY II in Adlershof. A source of synchrotron radiation, BESSY II generates an intense bundle of X rays with a physical resolution as low as ten nanometres.

Tiefere Einblicke mit Röntgenlicht
Seit 2003 forscht die Arbeitsgruppe Mikroskopie am Institut für Weiche Materie und funktionale Materialien des Helmholtz-Zentrums Berlin (HZB) an der hochauflösenden Darstellung mit Röntgenlicht. Heute steht eines der weltweit modernsten Röntgenmikroskope am Elektronenspeicherring BESSY II in Adlershof. Mit seiner Synchrotronstrahlung stellt BESSY II eine intensive Röntgenquelle zur Verfügung, die räumliche Auflösungen bis zu zehn Nanometern erlaubt.

	 uch wenn Elektronenmikroskope noch kleinere Strukturen darstellen können, haben Röntgenmikroskope viele Vorteile. Ein Elektronenmikroskop durchdringt das zu untersuchende Material nur bis zu eine Tiefe von unter	 einem Mikrometer. Eine typische biologische Zelle jedoch ist etwa zehn Mikrometer dick, und weiche Röntgenstrahlung, so wie BESSY II sie erzeugt, durchleuchtet vollständige Zellen. „So wie ein medizinischer Computertomograph einen Kopf dreidimensional abbilden kann, so können wir die inneren Strukturen einer einzelne Zelle dreidimensional darstellen“, sagt Gerd Schneider, Leiter der Arbeitsgruppe Mikroskopie am HZB.

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Im Elektronenmikroskop herrscht Vakuum, biologische	 Proben müssen aufwendig vorbereitet werden. Zur Untersuchung im Röntgenmikroskop wird Gewebe nur schockgefroren. So ist es beispielsweise möglich, bestimmte Proteine in einer Zelle durch Farbstoffe im Lichtmikroskop zu lokalisieren, um im höher auflösenden Röntgenmikroskop die zellulären Strukturen im Bereich dieses Proteins, an ein und derselben Zelle, zu untersuchen. Diese sogenannte korrelative Mikroskopie ermöglicht neue Einblicke in den inneren Aufbau und die Funktion von Zellen.

er structures, X ray microscopes offer many advantages. An electron microscope penetrates the sample material only to a depth less than one micrometre. A typical biological cell, however, is about ten micrometres thick, and the soft X rays generated by BESSY II penetrate whole cells. “Just as computed tomography can depict a head in three dimensions, we can do the same with the internal structures of a single cell,” explained Gerd Schneider, Head of the Microscopy Research Group at the HZB. An electron microscope contains a vacuum, so biological samples must undergo complex preparations. For analyses in an X ray microscope, tissue need only be shock frozen. A light microscope, for instance, can then locate stains marking certain proteins in a cell, and a high resolution X ray microscope can analyse the cellular structure of this protein, both on the one and the same cell. This so called correlative microscopy opens up new insights into the internal structure and the function of cells.

	 Although electron microscopes can depict even small-

Not only the morphological structures, also the spatial distribution of key biological elements like phosphorus or sulphur can be rendered visible in the form of their characteristic X ray fluorescence. The high energy resolution in an X ray microscope can even depict the distribution of chemical bonding states thanks to near edge spectroscopy. Not only the life sciences, also materials and energy research benefit from X ray microscopy. For instance, researchers at the HZB, in cooperation with the Department of Physics at Humboldt-Universität zu Berlin, analysed the structures of organic LEDs. At present, the X ray microscope has been put out of operation for modifications. Ideas have been put forward for further cooperation projects with Humboldt-	 Universität institutes, e.g. the Integrative Research Institute for the Sciences (IRIS).

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Methoden und Modelle
Mit raffinierten Analysemethoden weisen Adlershofer Unternehmen auch kleinste Verunreinigungen in Medikamenten, Lebensmitteln oder in der Umwelt nach. Ihre Dienste sind weltweit gefragt.
	 edikamente sollen sicher sein, müssen aber kostengünstig hergestellt werden, um einer breiten Bevölkerung weltweit zugänglich zu sein. Ein Zielkonflikt, der sich durch eine ausgefeilte Analytik lösen lässt. Werden Produktionsprozesse zuverlässig überwacht, stehen am Ende sichere Arzneimittel. Somit kommt der Qualitätskontrolle eine Schlüsselrolle zu. „Es bedarf robuster, schneller, einfacher und kostengünstiger Methoden, die Umwelt- und Arbeitsschutz nicht außer Acht lassen, um preiswerte und vor allem sichere Arzneimittel für jeden von uns zu garantieren“, sagt Alexander Schmidt, Geschäftsführer der Chromicent GmbH. Und damit hat er den Kern der Firma beschrieben, die sich in kurzer Zeit einen Namen als Spezialist für chromatographische Analysemethoden gemacht hat. Chromicent ent-	 wickelt, validiert und optimiert Methoden wie etwa die	 Ultra-Hochleistungs-Flüssigkeitschromatographie. „Diese hochmodernen Analysentechniken in Kombination mit	 unseren innovativen Entwicklungsansätzen sparen im Schnitt über 90 Prozent an Analysenzeit und Chemikalien ein. Wir leisten damit einen großen Beitrag zu Umweltschutz und Arbeitssicherheit“, berichtet Schmidt. Genau diese Aspekte führten Schmidt und Kompagnon	 Mijo Stanic Ende 2013 dazu, ihre eigene Firma zu gründen, nachdem sie beide lange in einem Auftrags- und Entwicklungslabor eines Pharmaunternehmens tätig waren. Zu den Kunden von Chromicent zählen kleine wie auch	 große Pharma- und Chemieunternehmen, darunter BASF,	 die Aristo-Gruppe, Medinsa Spanien sowie die Weltanti-	 dopingagentur WADA. Seit mehr als zwei Jahren ist die Eurofins Umwelt Ost GmbH, ein Umweltlaboratorium innerhalb der Eurofins Gruppe, auch mit einem Standort in Adlershof vertreten. „Wir untersuchen Wasser, Boden, Abfälle, Kompost, Sedimente aber auch Pflanzen“, erklärt Detlef Lewinsky von Eurofins.  
Alexander Schmidt (li.) und Kompagnon Mijo Stanic. Alexander Schmidt (left) and business partner Mijo Stanic.

Methods and models
Thanks to ingenious analytical methods, Adlershof companies can identify even the tiniest contaminations in medicines, food, and the environment. Their services enjoy worldwide demand.
edicines should be safe, but must be produced at low cost if they are to benefit a broad population all over the world. This conflict of objectives can be resolved with refined analytics. The reliable monitoring of production	 processes ultimately gives rise to safe drugs. Hence a key role is assigned to quality control. “We need robust, fast, simple, and low cost methods that do not ignore health, safety, or the protection of the environment if we are to guarantee affordable and, above all, safe drugs for every one of us”, explained Alexander Schmidt, Managing Director of Chromicent GmbH. In saying so, he described the heart of his company that in just a short time had made a name for itself as a specialist in chromatographic analytical methods. Chromicent develops, validates, and optimises methods, including ultra high performance liquid chromatography. “Combined with our innovative development approaches, these ultra modern analytical technologies save on average over 90 percent of analysis times and chemicals. We are therefore making a major contribution to the protection of the	 environment and safety at work,” reported Schmidt. Exactly these aspects motivated Schmidt and his partner	 Mijo Stanic towards the end of 2013 to set up their own	 company after they had both been working for many years	 in a contract and research laboratory at a pharmaceutical	 company. Chromicent customers are both small and large pharmaceutical and chemicals companies, including BASF, the Aristo Group, Medinsa of Spain, and the World Anti-	 Doping Agency WADA. For over two years now, Eurofins Umwelt Ost GmbH, an environmental laboratory within the Eurofins Group, has also been represented at a location in Adlershof. “We analyse water, soil, waste, compost, and sediments as well as vegetation,” explained Detlef Lewinsky of Eurofins. Moreover, the company offers consultancy, engineering, and research	 services including sampling and project management. Its customers are industrial companies; public institutions and authorities; universities; engineering offices; and farms. In the Berlin-Brandenburg region, the company’s services regularly benefit many customers, including BSR, Berliner Wasserbetriebe, Freie Universität Berlin, HOWOGE, Stadt	 & Land, and Vattenfall. “Thanks to their reliability and	 precision, the data we provide prove a valuable aid for our customers’ decisions and not only serve to assess risks, but also help to comply with the growing stringency of official quality standards and requirements,” explained Lewinsky.

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Außerdem bietet die Firma Beratungs-, Ingenieurs- und	 Forschungsleistungen inklusive Probenahme und Projektmanagement an. Zu den Kunden zählen Industrieunternehmen, öffentliche Einrichtungen und Behörden, Universitäten, Ingenieurbüros sowie Agrarbetriebe. Im Raum Berlin-Brandenburg greifen unter anderem die BSR, Berliner Wasserbetriebe, Freie Universität Berlin, HOWOGE, Stadt & Land sowie Vattenfall auf die Dienste der Firma zurück. „Die von uns gelieferten Daten sind dank ihrer Zuverlässigkeit und Genauigkeit eine wertvolle Entscheidungshilfe für unsere Kunden und dienen nicht nur zur Risikobewertung, sondern helfen auch bei der Einhaltung immer strengerer	 Qualitätsstandards und Anforderungen von Behörden“,	 erklärt Lewinsky.   cl

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Isotopische Fingerabdrücke
Wie lassen sich Migrationsbewegungen belegen, die hunderte Jahre her sind? Und wie kann ein Kunstwerk als Fälschung überführt werden? Martin Rosner, Geschäftsführer der Adlershofer IsoAnalysis UG, klärt solche Fragen per Bor- oder Strontium-IsotopenAnalyse. Mit dem Verfahren kann er auch ermitteln, ob Beelitzer Spargel tatsächlich in Beelitz gewachsen ist.
	 anchmal bekommt er Zähne. Sehr alte Zähne. An anderen Tagen bringen Boten Wasserproben oder Fragmente von Kunstwerken in sein Büro. Martin Rosner streift dann den Kittel über – und geht der Sache auf den Grund. Rosner hat vor fünf Jahren die IsoAnalysis UG gegründet. Er kam direkt von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wo er sich als Post-Doc auf die Analyse von Isotopenverhältnissen chemischer Elemente wie Bor, Strontium, Blei oder Lithium spezialisiert hatte. Zur Bestimmung ihrer Isotopie vergleicht er per Multi-Kollektor-Thermionen-Massenspektrometrie nasschemisch aufbereitete Proben und sucht darin wiederkehrende Muster. Rosner spricht von „charakteristischen Isotopen-Signaturen“. Die	 Signaturen sind wie Fingerabdrücke von Regionen, von	 Böden, Wässern oder auch von Lacken oder Metallen. Das Bild des Fingerabdrucks stimmt auch insofern, als ein Fingerabdruck seine Information erst im Abgleich offenbart. „Ich brauche Referenzwerte, um die Isotopen-Signaturen zu vergleichen“, erklärt er. Er erläutert es am Beispiel von	 Geothermie-Bohrungen. Ehe diese beginnen, nehmen	 Hydrologen im Gebiet an vielen Stellen Proben aus ver-	 schiedenen Grundwasserschichten. Solche Proben unterzieht Rosner seinen Isotopen-Analysen – um in diesem	 Fall deren spezifische Strontium-Isotopie zu ermitteln. Diese Referenzwerte erlauben es später, während und nach den Bohrungen anhand erneuter Proben nachzuvollziehen, ob und wo sich Wasser aus unterschiedlichen Grundwasserleitern mischt. So können die Hydrologen Risiken erkennen und belegen, ob vermeintliche Folgeschäden von den	 Bohrungen herrühren oder nicht. Beim Spargel hat Rosner sich selbst eine Referenzdatenbank geschaffen. Er ist wiederholt nach Beelitz gefahren, um Proben zu nehmen. „Der Spargel nimmt in den regionalen Böden eine charakteristische Isotopen-Signatur an“, sagt er. Kommt der Verdacht von Etikettenschwindel auf, dass also fremder Spargel als Beelitzer Spargel verkauft wird, kann eine Isotopen-Analyse samt Abgleich zu den Beelitzer	 Referenzwerten den Verdacht erhärten oder entkräften. Wie Spargel speichert Zahnschmelz regionale Isotopen-	 Signaturen. Rosner hat über 1.000 Jahre alte Zähne aus Gräbern untersucht. Teils wichen ihre Strontium-Isotopen-	 Signaturen stark voneinander ab – ein deutliches Indiz für Migration.

Mit jeder Messung wächst die Referenzdatenbank der	 IsoAnalysis UG. Wenn Rosner könnte, würde er in einem fort Analysen vornehmen. Doch dazu sind diese zu aufwendig – die Proben werden bei bis zu 150 bar Druck und bis zu	 300 Grad Celsius in Säure gelöst. Derart aufgeschlossen,	 erlauben es selbst Metalle und Gesteine, das jeweilige	 Zielelement zu isolieren. Um den hohen Ansprüchen der Industriekunden gerecht zu werden, strebt Rosner eine Akkreditierung der deutschen Akkreditierungsstelle (DAkkS) an. Das Verfahren läuft. „Das wäre ein weiteres Alleinstellungsmerkmal“, sagt er. Von der Akkreditierung erhofft er sich weitere Anknüpfungspunkte	 – wegen der kurzen Wege gern auch unter den 1.000	 Unternehmen in Adlershof. pt

from the various aquifer layers. This can help the hydro-	 logists to identify risks and verify whether the drillings are the cause of alleged consequential damage. In the case of asparagus, Rosner has created his own	 database. He travelled repeatedly to Beelitz to take	 samples. “In the soils of the region, the asparagus assumes a characteristic isotopic signature”, he explained. If there is	 suspicion of fraudulent labelling, i.e. on asparagus claiming to come from Beelitz, this can be confirmed or dispelled by	 an isotope analysis and a comparison with the Beelitz	 reference values.

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Isotopic fingerprints
How can migrations be recorded that took place hundreds of years ago? And how can an artwork be identified as a forgery? Martin Rosner, 	 Managing Director of the Adlershof company IsoAnalysis UG, clarifies questions like these with boron or strontium isotope analysis. 	 His method can also verify whether Beelitz asparagus was actually 	 cultivated in Beelitz.

	 On some days, he receives very old teeth. On others,

couriers bring water samples or artwork fragments to his office. Martin Rosner then dons his lab coat – and gets to the bottom of them all. Rosner set up IsoAnalysis UG five years ago. He came directly from the Federal Institute for Materials Research and Testing BAM where he had been specialising as a post doc in the analysis of isotopic ratios for chemical elements like boron, strontium, lead, and lithium. To determine their isotopy, he uses multicollector thermionic mass spectrometry to compare samples prepared with wet chemicals and to find recurrent patterns. Rosner speaks of “characteristic isotopic signatures”. These signatures are equivalent to the fingerprints of a region, soil, or water, and even paints or metals. This comparison to a fingerprint holds true in as much that a fingerprint does not disclose its information until it is	 compared with others. “I need reference values that I can then compare with the isotopic signatures”, he explained. He likens his work to geothermal boreholes. Before these begin, hydrologists take samples from various groundwater strata at many places in the area. Rosner then subjects these samples to his isotope analyses – in this case to determine their specific strontium isotopy. These reference values later allow him to understand, from new samples taken during and after the drillings, whether and where water mixes	

Like asparagus, also tooth enamel stores regional isotopic	 signatures. Rosner has analysed teeth that have lain in graves for over a thousand years. Some of their strontium isotope signatures differed greatly – a clear indication of	 migration. Every measurement adds to the reference database at	 IsoAnalysis UG. If he could, Rosner would analyse the	 whole day long. However, the analyses are too complex:	 the samples are dissolved in acid at pressures up to 150 bar and temperatures as high as 300 degree Celsius. Broken down to such an extent, even metals and minerals allow	 the isolation of the target element they contain. In order to meet the high requirements of his industrial	 customers, Rosner is aiming for accreditation by the	 German accreditation body DAkkS. The procedure is under way. “That would be yet another distinguishing characte-	 ristic”, he said. He hopes that this accreditation will help	 him to gain further contacts – gladly from among the	 thousand companies in Adlershof, they’re not so far away.
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Den Fälschern auf der Spur: Martin Rosner Investigating the forgers: Martin Rosner

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Werkzeugmacher für die Analytik
Sie bekommen keine Forscherpreise und machen keine Schlagzeilen. Doch für den Erfolg von Experimenten und Analysen sind wissenschaftliche Gerätebauer unverzichtbar. Einige dieser Firmen feilen auch auf dem Campus Adlershof an ihren sehr speziellen – und begehrten – Produkten.

Spezialgeräte ganz anderer Art entstehen in der 4.000	 Quadratmeter großen Werkstatt der Karlheinz Gutsche GmbH im Norden der Wissenschaftsstadt: Wer bei dem	 Familienunternehmen arbeitet, braucht gute Augen und eine ruhige Hand. Denn gegen die winzigen Linsen von manchmal nur einem halben Millimeter Durchmesser ist eine Kaffeebohne ein wahrer Riese. Eingesetzt werden die Optiken in medizinischen Endoskopen, mit denen Ärzte etwa den Magen-Darmtrakt, aber auch die Nasenneben-	 höhle oder Gelenke untersuchen. „Wir liefern die Komponenten für das gesamte Linsensystem eines Endoskops“, sagt Dieter Menzel, seit 20 Jahren Geschäftsführer der Firma Gutsche. Diese ist seit 1959 im Geschäft, zu ihren Kunden gehören die meisten namhaften Endoskophersteller. Im vergangenen August ist das Unternehmen mit seinen 120 Mitarbeitern von verteilten	 Standorten nach Adlershof gezogen. Die wachsende Konkurrenz aus Fernost in seiner Branche bereitet Menzel manchmal zwar Kopfzerbrechen, doch er setzt auf Erfahrung,	 effiziente Produktion – und engagierte Mitarbeiter. „Wir	 haben derzeit zwei Lehrlinge, und wir freuen uns über	 Bewerbungen.“ cw

	 laf Schief hat in Adlershof schon viele Labore gesehen und mit Forschern unterschiedlichster	 Couleur gesprochen. Seit mehr als 20 Jahren entwirft und montiert seine Firma W&P GEAT maßgeschneiderte Laborarbeitsplätze, Vorrichtungen zum Schutz vor Laserlicht oder radioaktiver Strahlung, Positioniergestelle für Vakuumkammern und vieles mehr. „Die Wissenschaftler kommen oft mit Ideen oder Zeichnungen zu uns, wir helfen dann, das umzusetzen“, sagt Schief, der vor dem Mauerfall im wissenschaft-	 lichen Gerätebau der damaligen Akademie der	 Wissenschaften arbeitete. Sein Unternehmen mit heute neun Mitarbeitern gründete er 1994. „Wir	 betrachten uns schon als der ‚kleine Nachfolger‘ des damaligen Zentrums für wissenschaftlichen Gerätebau an der Akademie“, sagt er nicht ohne Stolz. Neben den Laborausstattungen liefert die Firma auch Spezialpumpen für die chemische oder biochemische Forschung. Diese winzigen, sogenannten HPLC-Pumpen – HPLC steht für Hochflüssigkeitschromatographie – müssen robust sein, denn sie sind oft tagelang ununterbrochen im Einsatz, um Substanzen zu gewinnen oder zum Beispiel die genaue Zusammensetzung eines Stoffes zu bestimmen. Sogar für Versuche mit Wasserstrahlen im Vakuum hat Schief die Geräte schon an Forscher im Elektronenspeicherring BESSY geliefert. Kreativität brauchen Schief und seine Mitarbeiter auch für Aufträge aus der Industrie, etwa wenn es	 darum geht, Vorrichtungen für die Automatisierung	 der Produktionsabläufe in einer Galvanikfirma oder Schneidegeräte für extrem dünne Gläser zu bauen. Gefertigt werden die besonderen Maschinen und Vorrichtungen in der hauseigenen Werkstatt, geliefert wird inzwischen an Firmen und Institute in ganz Deutschland.
Olaf Schief entwirft seit mehr als 20 Jahren wissenschaftliche Geräte. Olaf Schief has been designing scientific tools for more then 20 years.

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Dieter Menzel ist seit 20 Jahren Geschäftsführer der Firma Gutsche. Dieter Menzel has been the Managing Director of Gutsche for twenty years now.

Toolmakers for analytics
They don’t get research awards, and they don’t make the headlines. 	 Yet the success of experiments and analyses is impossible without 	 scientific toolmakers. Some of these companies are also refining their 	 highly specialised – and coveted – products on the Adlershof Campus.

	 laf Schief has already seen a great many laboratories in Adlershof and spoken with researchers of every shade and colour. For over twenty years, his company	 W&P GEAT has been designing and assembling custom laboratories, guards against laser light and radioactivity, positioning frames for vacuum chambers, and much more besides. “Often, scientists come to us with ideas or drawings, and we help to realise them”, said Schief, who had been working in scientific toolmaking at the then Academy of Sciences before the German reunification. Today employing nine, he set up his company in 1994. “We do in fact see ourselves as the ‘little successor’ to the	 former Scientific Toolmaking Centre at the Academy”, he confided, not without pride.

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HPLC-Pumpen sind oft tagelang ununterbrochen im Einsatz. HPLC pumps often have to run continuously for days to.

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Besides laboratory equipment, the company also supplies special pumps for chemical and biochemical research.	 These tiny, so called HPLC pumps (for high pressure	 liquid chromatography) must be robust: they often have to run continuously for days to extract substances or, for example, to determine their precise composition. Schief has even supplied researchers at the electron storage ring BESSY with tools for their experiments with water jets in vacuum. Schief and his staff also need creativity for orders from industry, e.g. equipment for automating production	 processes at an electroplating plant, or cutting tools for ultra thin glass. These special machines and devices are manufactured in the company’s own workshop and	 are now being delivered to companies and institutes throughout Germany. Special equipment of quite another kind first sees the light of day in the Karlheinz Gutsche GmbH workshop covering 4,000 square metres in the north of the Science City.	

The workers at this family enterprise need good eyes and a steady hand: the miniscule lenses, some only half a millimetre in diameter, make coffee beans look like veritable giants. These optics are fitted in medical endoscopes that doctors use to probe, for instance, the gastrointestinal tract, nasal sinuses, or joints. “We supply components for the entire lens system in endoscopes”, said Dieter Menzel, for twenty years the Managing Director of Gutsche. This has been in business since 1959, and its customers include most of the renowned manufacturers of endoscopes. Last August, the company and its 120 staff relocated from its dispersed locations to Adlershof. Although the growing competition from the Far East sometimes gives Menzel quite a headache, he continues to rely on experience, efficient production – and committed staff. “We now have two apprentices, and we are pleased to receive applications.”

/ ADLERSHOF IN ZAHLEN
(Stand: 1.1.2015)

/ ADLERSHOF IN FIGURES
(As at: 1.1.2015)

STADT FÜR WISSENSCHAFT, TECHNOLOGIE UND MEDIEN Fläche: 4,2 km² Beschäftigte: 15.931 Unternehmen und Institute: 1.001 WISSENSCHAFTS- UND TECHNOLOGIEPARK Unternehmen: 478 Mitarbeiter: 5.865 Außeruniversitäre Forschungseinrichtungen: 10 Mitarbeiter: 1.686 HUMBOLDT-UNIVERSITÄT ZU BERLIN Naturwissenschaftliche Institute: 6 (Institut für Informatik, Mathematik, Chemie, Physik, Geographie und Psychologie) Mitarbeiter: 1.076 Studierende: 6.235 MEDIENSTADT Unternehmen: 135 Mitarbeiter: 2.004 (inkl. freier Mitarbeiter) GEWERBE Unternehmen: 372 Mitarbeiter: 5.300 LANDSCHAFTSPARK Fläche: 66 ha

CITY OF SCIENCE, TECHNOLOGY AND MEDIA Area: 4.2 km² (1,038 acres) Staff: 15,931 Companies and Institutes: 1,001 SCIENCE AND TECHNOLOGY PARK Companies: 478 Employees: 5,865 Non-university research institutes: 10 Employees: 1,686 HUMBOLDT UNIVERSITY OF BERLIN Science departments: 6 (Institutes of Chemistry, Geography, Computer Sciences, Mathematics, Physics and Psychology) Employees: 1,076 Students: 6,235 MEDIA CITY Companies: 135 Employees: 2,004 (including freelancers) COMMERCIAL AREA Companies: 372 Employees: 5,300 LANDSCAPE PARKLAND Area: 66 ha

In der Werkstatt der Karlheinz Gutsche GmbH werden winzige Linsen von manchmal nur einem halben Millimeter Durchmesser gefertigt. In the workshop of Karlheinz Gutsche GmbH miniscule lenses, some only half a millimetre in diameter, are produced.

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Klimaschutz für Berlin

Energie Effizient & Klimaschonend
Im Süd-Osten Berlins versorgen wir Sie umweltfreundlich mit Fernwärme. Mit dem Anschluss an unser Fernwärmenetz senken Sie nachhaltig Ihre CO2-Emission und den Primärenergieeinsatz zur Wärmeversorgung. Der Primärenergiefaktor unserer Fernwärme liegt bei 0,24.

•	 Profitieren Sie von einer bedarfsgerechten und sicheren Versorgung 	 mit Strom, Wärme und Kälte. Wir erstellen Ihr Energiekonzept und 	 optimieren Ihre Energieversorgung •	 Aufgrund unserer Erfahrungswerte aus dem Betrieb von Heizkraftwerken 	 und Nah- sowie Fernwärmeversorgungsanlagen verfügen wir über die 	 Kompetenz, auch komplexe Anlagenkonzepte mit Ihnen umzusetzen. •	 In den Bereichen Industrie und Gewerbe, öffentliche Institutionen 	 und Wohnungsbau planen und realisieren wir, seit mehr als 20 Jahren, 	 maßgeschneiderte Contractingmodelle. Tragen Sie durch effiziente dezentrale Energielösungen zur Einsparung von Primärenergie und zur Entlastung der Umwelt bei und profitieren Sie von unserem Service aus einer Hand, von der individuellen Konzeptionierung, der Errichtung und dem Betrieb bis hin zur Stromund Heizkostenabrechnung.

Gaußstr. 11 · 10589 Berlin · fon +49 30 34 99 070 · E-Mail info@btb-berlin.de · www.btb-berlin.de
        
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