Publication:
2019
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15364870
Path:
Adlershof
Journal
Mai | Juni 2019

Rausfinden,
was drin ist:
Unsere Analysemethoden
machen es möglich

Hilfe für Asthmapatienten:
Diagnosen durch Licht

Licht-Stupser für Isotopen: Zweifelsfreie Klärung der Produktherkunft

Smarte Forstwirtschaft: Von Waldläufern und Polterscannern

Adlershof
Journal

MAI | JUNI 2019

14

5
INHALT

8

AUS DER REDAKTION

3 ESSAY

		 Digital Analytical Sciences: Warum sie unentbehrlich sind

4 IM GESPRÄCH MIT

		 Axel Gutzmer, dem neuen Leiter der Adlershofer Zentren für
		 Biotechnologie und Umwelt

5 MENSCHEN

		 Die Lichtwellen-Forscherin: Zsuzsanna Heiner versetzt
		 Moleküle mit Laserbeschuss in Schwingungen

6 TITELTHEMA

		 Profiler für unsere Gesundheit: Das Landeslabor Berlin		 Brandenburg (LLBB) verstärkt mit 380 Mitarbeitern das
		 Analytik-Know-how in Adlershof

8 EINBLICKE

		 Adlershofer Analytik-Urgesteine: Eurofins SOFIA und ACI
		 Analytical Control Instruments zeigen, dass sich Tradition
		 und Innovation keinesfalls ausschließen müssen

10 UNTERNEHMEN

Meister der Schichten: Surflay Nanotec entwickelt nano		 meterdünne Beschichtungen, die als Biosensor dienen
		 oder dazu beitragen, das Berliner Wasser rein zu halten

12 FORSCHUNG

		 Schonende Krebsdiagnosen per Laser: Adlershofer
		 Experten helfen mit spezieller Raman-Spektroskopie auch
		 Asthmapatienten

14 NACHGEFRAGT

		 Licht-Stupser für Isotopen: Zweifelsfreie Klärung der Herkunft
		 von Erdbeeren bis Giftgas, die Kriegsverbrechern und Produkt		 fälschern schon bald das Handwerk legen könnten

16 MEDIEN

		 Eine Nacht voller Entdeckungen: Am 15. Juni 2019 ist wieder
		 Lange Nacht der Wissenschaften

17 GRÜNDER

		 Waldläufer und Polterscanner: Von der smarten Forstwirtschaft

18 KURZNACHRICHTEN | IMPRESSUM

Ausführliche Texte und Adlershofer Termine finden Sie unter:

www.adlershof.de/journal

Analytische Spurensuche
Für regelmäßige Leserinnen und Leser des Adlershof Journals ist
es keine Neuigkeit: Die Wissenschaftsstadt Adlershof wächst und
wächst und wächst. Das besagen nicht nur die Zahlen aus der
letzten Jahresumfrage, die Ende April auf der Adlershofer Pressekonferenz verkündet wurden: Über 1.100 Unternehmen und wissenschaftliche Einrichtungen mit mehr als 19.000 Beschäftigten
arbeiten inzwischen hier. Hinzu kommen 6.300 Studierende vom
naturwissenschaftlichen Campus der Humboldt-Universität zu
Berlin. Nicht unerwähnt soll bleiben: Längst wird hier nicht nur
gearbeitet und geforscht, sondern auch gewohnt. Neben den 360
Einfamilienhäusern direkt am Landschaftspark ist in den vergangenen Jahren das Quartier Wohnen am Campus rasant gewachsen. Fertiggestellt sind insgesamt 2.300 Wohneinheiten. Weitere
neue Wohnprojekte im Geschosswohnungsbau werden derzeit
entwickelt.
Mehr und sich erweiternde Unternehmen, das heißt auch mehr
Baugeschehen. So stehen die Kräne im Adlershofer Entwicklungsgebiet nicht still. Bauherren sind Firmen, die aus den geförderten
Technologie- und Gründerzentren herausgewachsen sind und eigene Gebäude errichten, Zuzügler sowie private Immobilienentwickler. Gerade ist das Landeslabor Berlin-Brandenburg (LLBB) mit
380 Mitarbeitern eingezogen und vereint somit drei seiner sechs
Standorte (Seiten 6/7). Das LLBB ist ein Schwergewicht, wenn
es um die Verstärkung der Analytikkompetenzen in Adlershof
geht und Anlass fürs Titelthema für dieses Heft. Bereits rund 100
Firmen und Forschungsinstitute, die in ihrem Teilbereich angesehene Spezialisten sind, zählen zum Adlershofer Analytikcluster.
Denn Analytik als Querschnittsdisziplin durchzieht alle Bereiche
und wird immer wichtiger: Von der Suche nach Umweltgiften
über neue Materialien bis zur Entwicklung medizinischer Wirkstoffe – neue Analysetechniken und -geräte sind gefragt. Ein paar
Einblicke in die vielen sehr unterschiedlichen Methoden, die in
Adlershof angewendet werden, geben wir mit dieser Ausgabe.
Wenn Sie analytische Dienstleister und/oder Kooperationspartner suchen, empfehle ich Ihnen, die Spurensuche in der Wissenschaftsstadt zu vertiefen.

Ihre
Sylvia Nitschke
Leiterin Adlershof Print

ESSAY

Digital Analytical Sciences
W

ir leben in der Digitalität, d.  h. Vernetzung von „digitalen“
und „analogen“ Wirklichkeiten. Diese alltägliche Verschränkung
führt zu dauerhaften Veränderungen der Zusammenhänge in
Lebens- und Arbeitswelten. Digitalität verändert den Prozess der
Forschung, da Erkenntnisse aus digitalen Daten nicht mehr von
der Prozessierung getrennt werden können. Die digitale Transformation erfasst damit jeden Bereich der natur- und ingenieurswissenschaftlichen Forschung, auch der Analytik.

der Beobachtungen. Eine algorithmische, mathematische Kompression von Beobachtungen erlaubt heute umfangreiche Simulationen und Visualisierungen von komplexen Phänomenen.
Moderne wissenschaftliche Experimente zeichnen sich durch
eine bisher nicht bekannte Fülle an Daten aus, sodass sich nach
Empirie, Theorie und Simulation viele Disziplinen der Wissenschaft an einem Übergang zu einer data-driven Wissenschaft
(eScience) befinden.

In den 1970er Jahren hat die Fachgruppe Analytische Chemie der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) eine Definition der Analytik (engl. „Analytical Sciences“) geprägt: „Chemische Analytik ist die Wissenschaft    von     der    Gewinnung
und verwertungsbezogenen
Interpretation von Information über stoffliche Systeme
mithilfe naturwissenschaftlicher Methoden.“ In dieser
kondensierten Beschreibung
wird der starke Bezug zur
Prozessierung von Daten in
der Analytik bereits sichtbar.
Der Ausgangspunkt der Analytik ist dabei fast immer eine
Probe. In der Auseinandersetzung
mit der Probe kommt es dann induktiv zur Formulierung einer wissenschaftlichen Hypothese, die deduktiv durch Experimente bestätigt oder verworfen werden kann.
Erst dieser Prozess, die Frage nach dem Warum, macht
Analytik zu einer wissenschaftlichen Disziplin und nicht zu einer
„unentbehrlichen Dienstmagd“, wie W. Ostwald im ersten Lehrbuch der Analytischen Chemie 1901 bemerkte. Das Gebiet der
Analytical Sciences ist heute so entscheidend für viele wissenschaftliche und technische Problemlösungen und Innovationen.

Vor diesem Hintergrund lassen sich digitale„Analytical Sciences“ verstehen als alle Aspekte
der Analytik, die durch die digitale Transformation der Wissenschaften verändert werden:    Forschungsdatenmanagement unter Verwendung
von Ontologie von Proben, IoT
(Internet of Things) im Labor
zusammen mit fortgeschrittener Automation und   Robotik,
Einsatz von künstlicher Intelligenz und maschinellem
Lernen zur Verknüpfung von
Daten einer sensorierten Welt,
mikrofluidische Systeme aus
der additiven Fertigung kombiniert mit chemischen Erkennungssystemen aus einer rationalen, simulationsgetriebenen    Synthesechemie    sind nur einige Aspekte der
Vielfalt der digitalen „Analytical Sciences“.

Facts are becoming cheap in the digital age: Nachdem jahrhundertelang zunächst die Beobachtung von Phänomenen, z.  B.
Astronomie, im Zentrum wissenschaftlicher Arbeit lag, erfolgte
mit der Neuzeit die theoretische, mathematische Beschreibung

Im Kontext der zukünftigen großen Herausforderungen wird eine digitale Analytik zur Analyse und Auswertung großer experimenteller und empirischer Datenmengen zur
Voraussetzung, um komplexe Zusammenhänge und Wechselwirkungen auf Systemebene zu erkennen. Die dazu notwendige
global verteilte, kollaborative und interdisziplinäre Kooperation
verändert auch zwangsläufig die individuellen Arbeitsweisen in
der Wissenschaft, d.  h., trotz der typischen Verhaftung an einer
fachlichen Domäne werden die Analytikerinnen und Analytiker
der Zukunft zugleich „data scientists“ sein müssen.

Professor Ulrich Panne ist Präsident der Bundesanstalt für
Materialforschung und -prüfung (BAM) und Sprecher der
Initiativgemeinschaft Außeruniversitärer Forschungseinrichtungen in Adlershof e. V. (IGAFA)

Adlershof Journal | Mai_Juni 2019

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INTERVIEW
NAME:
AXEL GUTZMER
BERUF:
FACILITY MANAGER
JAHRGANG: 1989
WOHNORT:
BERLIN-SCHÖNEWEIDE

Sportlich in der Freizeit:
Axel Gutzmer mit seinem
Downhill-Fahrrad

Im Gespräch mit AXEL GUTZMER
Fast wäre Axel Gutzmer auch als Gründer in Adlershof gelandet. Seine Idee: technische Inspektionen von Immobilien mit
einer Drohne. Die hat der Facility Manager letztes Jahr im Rahmen seiner Masterarbeit etwa über dem Photonikzentrum
im Technologiepark kreisen lassen und dabei gleich ein paar Wärmelecks aufgespürt. Die Idee vom eigenen Unternehmen
hat Gutzmer erstmal zurückgestellt. Mitte Januar 2019 hat er nämlich die Leitung von zwei Adlershofer Technologiezentren
– und damit den Staffelstab von Heidrun Terytze übernommen, die Anfang des Jahres in den Ruhestand gegangen ist.
Wie der Freizeitkletterer „seine“ Mieter beim Erklimmen ihrer Ziele unterstützen will, erklärt er im Interview.
Adlershof Journal: Wie waren Ihre
ersten 100 Tage als Leiter der Zentren
für Biotechnologie und Umwelt (ZBU)?
Axel Gutzmer: Die sind ruckzuck vergangen.
Ich hatte Umbauten für neue Mieter zu
planen und umzusetzen, Mietflächenerweiterungen für expandierende Unternehmen zu organisieren, gleichzeitig Nachfolger für ausziehende Mieter zu akquirieren,
Firmen zu vernetzen, neue Trends im Technologiefeld auszumachen und zig andere
Dinge zu tun, um die Mieter in ihrem Kerngeschäft zu unterstützen. Bei 80 Firmen
mit 940 Mitarbeitern gibt es immer Veränderung. Ende des Jahres will ich alle Mieter
auch persönlich kennengelernt haben.
Sie sind Facility Manager. Welche
beruflichen Berührungen hatten Sie
bisher mit Biotechnologie- und
Umweltthemen?
Regenerative Energien spielten eine große
Rolle in meinem Studium. Hinzu kommt,
dass ich ausgebildeter Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik bin. Einige Jahre habe ich als Geselle in
diesem Beruf gearbeitet und beispielsweise
auch Solaranlagen gebaut und   Trinkwasserbeprobungen   durchgeführt. Das hilft
mir, wenn ich mit ZBU-Mietern spreche, die
sich mit Wasseranalytik beschäftigen.

4

Adlershof Journal | Mai_Juni 2019

Doch noch viel wichtiger für die Firmen ist
es, dass ich mich in die Sicherheitsstufen
für den Laborbereich einarbeite, verstehe, welche Abluftsysteme notwendig sind
oder wie die Lagerung und Entsorgung von
Gefahrgut erfolgen muss. Dafür bringe ich
alle Voraussetzungen mit.

Sie haben damit geliebäugelt, selbst
Unternehmer zu werden?
Ja, das hatte sich aus dem Thema meiner
Masterarbeit an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin ergeben. „Air FM
Solutions“ soll das Start-up heißen. Ich
habe nachgewiesen, dass durch Drohnenbefliegung die technische Wartung von
Immobilien und schwer zugänglichen Bereichen wie z. B. Masten wesentlich verbessert werden kann. Mit einem EXIST-Gründerstipendium wollte ich die Idee in einen
Businessplan umzusetzen, doch die Stipendienbeantragung scheiterte am fehlenden
Teampartner. Aber: Aufgeschoben ist nicht
aufgehoben. Ich verfolge das Thema in
meiner Freizeit weiter.
Wann waren Sie das erste Mal in
Adlershof?
Ich bin geborener Köpenicker. Als Jugendlicher war ich oft auf dem Rollerfeld im
Landschaftspark    Johannisthal/Adlershof
skaten. Den Technologiepark kenne ich

von Besuchen anlässlich der Langen Nacht
der Wissenschaften. Beruflich habe ich
2015 als Werkstudent bei der WISTA.Service
GmbH, (früher: Adlershof Facility Management GmbH), angefangen. Dass die WISTA
viel mehr als ein Vermieter ist, sondern
Gründerförderung betreibt, Netzwerkarbeit leistet, Führungen und Veranstaltungsmanagement anbietet, nehme ich erst jetzt
so richtig wahr. Sich da überall einzubringen, finde ich spannend.

Wie verbringen Sie Ihre Freizeit?
Einmal in der Woche gehe ich klettern,
meist in der Ostbloc-Boulderhalle oder im
Bouldergarten in Neukölln. Meine zweite
Leidenschaft gilt der Bergabfahrt mit dem
Rad. Auf meinem Enduro Downhill Bike
macht das riesigen Spaß. Außerdem verreise ich sehr gern innerhalb Europas.
Was ist Ihnen wichtig?
Ehrlichkeit, ein respektvoller Umgang miteinander und Zusammenhalt. Gemeinsam
ans Ziel zu kommen, Anfänger zu unterstützen gehört für mich dazu, egal ob privat
bei einer Klettertour oder im Job.
Was ist Ihr Traum?
Nächstes Jahr möchte ich eine geführte
Alpenüberquerung machen.

Die Lichtwellen-Forscherin

MENSCHEN

Zsuzsanna Heiner versetzt Moleküle mit
Laserbeschuss in Schwingungen.

Es kommt vor, dass sie bis Mitternacht bleibt. Wenn eine Idee

sie gepackt hat, ein Problem sich hartnäckig der Lösung verweigert. „Nicht morgen – jetzt!“, sagt sie sich dann, und so ist der
flachgedeckte Laborbau im Innenhof der School of Analytical
Sciences Adlershof (SALSA) an der Humboldt-Universität zu
Berlin derzeit der Ort, wo Zsuzsanna Heiner einen Großteil ihres
Lebens verbringt. „Für mich ist es ein großes Glück, so arbeiten
zu können“, sagt sie.
Im heimischen Sopron am Neusiedler See im Westen Ungarns
hatte sie das Glück, auf eine Physiklehrerin zu treffen, die
junge Menschen für ihr Fach zu begeistern verstand. Sie ließ ihre
Schüler experimentieren, zog mit ihnen ins Freie, um in Sommernächten den Sternenhimmel und Meteoriten zu beobachten. Wie
wäre es mit Zsuzsanna Heiner ohne diesen Unterricht weitergegangen? In der neunten Klasse hatte sie noch einen Doktortitel in
Medizin für erstrebenswert gehalten. Daraus wurde dann nichts.
Dafür trägt draußen im Weltall mittlerweile ein Asteroid den
Namen dieser Physiklehrerin. Denn als die Schülerin an der Universität in Szeged zu studieren begann, war Astronomie ihre erste Leidenschaft. Die Masterarbeit befasste sich, grob gesagt, mit
der Frage, was geschieht, wenn zwei Sonnen unterschiedlicher
Größe einander im Universum zu nahe kommen. Ein Nebenprodukt dieser Forschung war die Entdeckung von 13 bis dahin
unbekannten Kleinstplaneten, die sich im Raum zwischen Mars
und Jupiter bewegen. Heiner benannte sie nach ungarischen
Astronomen – und ihrer Mentorin aus der Schulzeit.
Später verschob sich ihr wissenschaftliches Interesse – von der
denkbar größten in die denkbar kleinste Dimension. „Wie trifft
das Licht mit Molekülen verschiedener Materialien zusammen,
und was können wir davon wissen“, lautet die Frage, die sie bis
heute fasziniert. Die Antwort, wiederum grob gesagt, lautet: Trifft
Laserlicht auf ein Molekül, geraten seine Atome in periodische
Bewegung, das Molekül beginnt zu schwingen. Die Art, in der
das geschieht, ermöglicht Einsichten in die spezifischen Eigenschaften des Moleküls.
„Schwingungsspektroskopie“ heißt das Verfahren, mit dessen
Hilfe sich Struktur und Lage von Molekülen exakt darstellen
lassen. In Adlershof hat Heiner eine spezielle Lasertechnik entwickelt, die es ermöglicht, bereits in Sekundenschnelle ein Bild zu
gewinnen, was zuvor bis zu einer halben Stunde in Anspruch nehmen konnte. Seit Oktober 2013 forscht die heute 40-Jährige hier,
zunächst am Institut für Chemie und derzeit an der SALSA.

Zsuzsanna Heiner mit ihrem selbst entwickelten Lasersystem und
spektroskopischen Apparat

Mit ihrem Mann – ebenfalls Physiker, ebenfalls in Adlershof
tätig – und zwei Töchtern fühlt sie sich mittlerweile in Köpenick
zu Hause. Es gibt Gewässer, die an den Balaton erinnern. Nachbarn, die Ungarn von vielen Urlaubsreisen kennen. Ihre Laufrunden führen gelegentlich über zwölf Kilometer. Radtouren
bis in die Schlösser- und Parklandschaft Potsdams. Im Grunde
kann sie mit dem Konzept der Trennung von Freizeit und Berufsleben freilich nicht viel anfangen: „Physik, Chemie und Astronomie sind auch meine Hobbys und von daher habe ich meine
Hobbys zu meinem Beruf gemacht.“ wid
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Adlershof Journal | Mai_Juni 2019

5

TITELTHEMA

Profiler für unsere Gesundheit
Eines vorweg:„Wir führen ausschließlich gutachterliche Tätigkei-

ten aus, haben keine Forschung“, erklärt der amtierende Direktor
des Landeslabors Berlin-Brandenburg (LLBB), Norbert Buchholz,
den Unterschied zu anderen Analytikbereichen. „Wir erstellen
Befunde, Untersuchungsergebnisse, Gutachten. Wir sind eine
staatliche Einrichtung, die wirtschaftlich, jedoch nicht gewinnorientiert arbeitet.“ Auftraggeber sind die Ministerien in Berlin
und Brandenburg. Es gibt viel zu tun für das Labor. Da geht es
um gepanschte Lebensmittel, Untersuchungen von Futter- und
Düngemitteln in der Landwirtschaft, um Zusatzstoffe in Kosmetik und Tabak, um gefälschte Arzneimittel. Genauso wichtig sind
Wasserproben aus Seen, Schwimmbecken, Trink- und Grundwasser, die Messung von Feinstaub und der Strahlenschutz, Gentechnik, Chemikalien, Gefahrstoffe, der Schutz vor Tierseuchen
und auf den Menschen übertragbare Krankheiten.

LLBB-Direktor Norbert Buchholz ist froh über das neue Domizil

Sie agieren meist im Hintergrund: Analytiker.
Wie wichtig ihr Geschäftsfeld inzwischen für die
Zukunft der Menschheit ist, wird in fast allen
Wirtschaftsfeldern sichtbar. Ob Umwelt, Medikamente, Rohstoffe, Energien und Materialien oder
Lebensmittel – nirgendwo kommt man noch ohne
Analysen aus. Adlershof ist mit rund 100 Firmen
und Forschungsinstituten eine der ersten Adressen
für Analytik. Als neuer Partner ist seit März diesen
Jahres das Landeslabor Berlin-Brandenburg (LLBB)
mit 380 Mitarbeitern an den Standort gezogen.

6

Adlershof Journal | Mai_Juni 2019

„Unser Ziel ist, dass der Mensch gesund bleibt“, so Buchholz. Die
Palette der Aufgaben ist riesengroß, die der vorgehaltenen Analyseverfahren und Laboreinrichtungen ebenso. Lebensmittelproben,
der Tierseuchenbereich und die Umwelt haben dabei den größten
Anteil.
Mitarbeiter der Veterinär- und Lebensmittelbehörden gehen
regelmäßig in Supermärkte, Fleischereien, Dönerbuden etc., um
anschließend die Proben einzureichen. Derzeit gibt es zunehmend Betrügereien bei Lebensmitteln, berichtet Mike Neumann
vom LLBB. So sei natives Olivenöl eben oft nicht nativ oder es ist
sogar mit Teilen von Rapsöl versetzt. In Kinder- und Säuglingsnahrung fänden sich zum Beispiel minderwertige Zusatzstoffe und
beim Kaffee aus „100  % Arabica“ können schon mal 10  – 30 Prozent
Robusta-Bohnen gefunden werden. Bedeutend schlimmer sind
gefälschte oder gepanschte Medikamente wie jüngst im Skandal
um Krebsmedikamente. Auch hier ist das LLBB wichtig für unabhängige Analysen. Buchholz: „Überall gibt es schwarze Schafe,
die mit krimineller Energie Profit machen wollen. Um dies zu verhindern, müssen wir technisch und fachlich gut gerüstet sein.“

Alles nagelneu: Seit März ist der Adlershofer LLBB-Standort eröffnet

Auch Tierschutz und Tiergesundheit sind wichtig. Neumann:
„Wir schauen etwa, woran ein Tier bei einer Vergiftung gestorben ist. Oder untersuchen Kadaver, ob es ein Wolfsriß oder ein
Raubvogel war.“
Die LLBB-Standorte Invalidenstraße, Potsdam und Kleinmachnow sind in Adlershof nun zusammengeführt, was große fachliche Synergie erzeugt. „Es war mein Wunsch, hierher zu gehen.
Unser Labor-Management-System wird moderner, wir wollen
weg vom Papier und eine neue Institutskultur aufbauen.
Kein Eigenleben der Standorte, keine doppelten Aufgaben mehr,
Geräte werden gemeinsam genutzt“, sagt Buchholz. Lebensmittelchemiker, Tierärzte, Biologen, Laboranten, Apotheker, Chemiker und viele andere arbeiten abteilungsübergreifend unter
einem Dach. „Jetzt wollen wir uns schnellstens mit unseren Nachbarn vernetzen, über Know-how und Methoden austauschen, unser Haus für Veranstaltungen öffnen und auch beim Nachwuchs
erhoffen wir uns Chancen. Bewerber bei uns müssen interessiert
sein an einer Verantwortung für den gesundheitlichen Verbraucherschutz.“

Die Schwerpunkte der Arbeit werden gleich bleiben, jedoch die
Schnelligkeit ändert sich. Deshalb gibt es ein hohes Interesse
an immer neuen Analytikverfahren. So liebäugelt das Landeslabor nicht nur mit einem Nuklear-Magnet-Resonanz-Gerät. Auch
in der Mikrobiologie geht es von klassischen Methoden hin zu
Massenanalysen von chemischen Verbindungen wie MALDI-TOF
(das Verfahren, das die Matrix-assistierte Laser-DesorptionIonisierung mit der Flugzeitanalyse freigesetzter Ionen zur
Massenspektrometrie kombiniert). Anzuchtverfahren dauern
ihre Zeit. Mit einem Laser aber hält man kurz auf eine Matrix, sie
zerspringt und man sieht in kürzester Zeit, welches Bakterium
darin ist.
Einzelne Projekte als politische Schwerpunkte werden immer
wichtiger. So wird derzeit das Schulessen genauso akribisch unter die Lupe genommen wie Berlins Notbrunnen oder das ElbeNiedrigwasser. Buchholz und Neumann wissen: „Wasser wird in
den nächsten Jahren eine immer größere Rolle spielen!“ kr

Adlershof Journal | Mai_Juni 2019

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EINBLICKE

Ein Mitarbeiter in der Fertigung von ACI bei der Endmontage von Photoionisationsdetektoren

Adlershofer

ANALYTIK-URGESTEINE
Institute und Unternehmen der Analytik haben in Adlershof Tradition. Eurofins SOFIA und
ACI Analytical Control Instruments sind seit 25 Jahren auf dem Campus tätig und zeigen,
dass sich Tradition und Innovation keinesfalls ausschließen müssen.

R

ückstände in Biolebensmitteln? Die gezielte Suche nach Resten
des Breitbandpestizids Glyphosat im Gemüse? Kontaminationen
im Boden? Vor 25 Jahren waren das durchaus schon Themen –
doch bei weitem nicht so wichtige wie heute. „Das Bewusstsein
und der Verbraucherwunsch nach sicheren Lebensmitteln steigen
konstant und haben einen großen Einfluss auf den Markt“, sagt
Peter Schlüsche. Er ist Geschäftsführer der Eurofins SOFIA GmbH,
einem Laboranalytik-Dienstleister, der seit 2006 Teil des globalen
Eurofins-Labornetzwerkes ist. Die Firma ist seit 1993 in Adlershof
ansässig, beschäftigt inzwischen 120 Mitarbeiter und erzielte
letztes Jahr knapp zwölf Millionen Euro Umsatz.
So wie das Umweltbewusstsein und Auflagen stiegen, wuchs die
Eurofins SOFIA GmbH – und ihre Aufgaben. „Unser Analysespektrum umfasst mehr als 1.500 Analyten“, berichtet Schlüsche. Dazu
gehört unter anderem die Analytik gängiger Lebensmittel. Außerdem untersuchen die Experten unterschiedlichste Proben rund um
Lebensmittelanbau und -verarbeitung, wie Wasser, Boden und
Materialproben. Dabei nahmen im Laufe der Jahre die Ansprüche
der Kunden zu: mehr und detailliertere Analysen in kürzerer Zeit.

Peter Schlüsche, promovierter Chemiker,
leitet die Eurofins SOFIA GmbH

8

Adlershof Journal | Mai_Juni 2019

Was nicht einer Quadratur des Kreises gleichkommt, sondern
die Firma zu ständiger Innovation und optimierter Organisation
antreibt: „Dazu gehört zum einen die konsequente Anwendung
von Methoden aus dem Lean Management, um unsere Arbeitsabläufe zu verbessern und Standzeiten von Proben zu reduzieren“, erklärt Schlüsche, „zum anderen stecken wir viel Energie in
das Entwickeln neuer und das Optimieren bereits bestehender
Analyseverfahren, um schnellere Durchlaufzeiten zu gewährleisten.“ Was früher mitunter Wochen dauerte, ist heute binnen
weniger Tage erledigt.

WIR STECKEN VIEL ENERGIE IN
DAS ENTWICKELN NEUER UND
DAS OPTIMIEREN BEREITS BESTEHENDER ANALYSEVERFAHREN,
UM SCHNELLERE DURCHLAUFZEITEN ZU GEWÄHRLEISTEN.
Peter Schlüsche, Eurofins SOFIA

Das gelingt nicht ohne eine motivierte Mannschaft. Um neue
Fachkräfte zu gewinnen, bespielt die Firma die gesamte Rekrutierungsklaviatur: „Neben unserer eigenen Webseite und firmeninternen Netzwerken aktivieren wir beispielsweise das Adlershofer Jobportal sowie andere gängige Karriereportale“, schildert
Schlüsche. Auch ein Einstieg über ein Praktikum sei keine Seltenheit. „Zudem pflegen wir einen engen Kontakt zu verschiedenen
regionalen Hochschulen und betreuen unter anderem Bachelor-,
Master- sowie Doktorarbeiten“, so der Chef.
Olaf Herrmann, Chef des Messgeräteherstellers ACI Analytical
Control Instruments, kann sich glücklich schätzen, den Arbeitsmarkt nicht nach Fachkräften absuchen zu müssen: In den vergangenen 25 Jahren haben gerade mal zwei Mitarbeiter das Unternehmen verlassen, die Fluktuation ist niedrig und der Nachwuchs
wird direkt an der Quelle akquiriert: Studierende, die bei ACI
ein Praktikum machen oder ihre Abschlussarbeit schreiben.
Herrmann hält den Kontakt zu Hochschulen. Er ist im Forschungsbeirat der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, was sich
bezahlt macht.
Besonders gefragt sind Spezialisten: Die Messgeräte, die auf
dem Prinzip der Photoionisation basieren, werden in Adlershof
von einem elfköpfigen Team entwickelt, gebaut und vermarktet.
Mit ihnen verhindern Industriebetriebe, dass unbemerkt zu hohe
Konzentrationen schädlicher oder gar explosiver Gase freigesetzt
werden. Dafür ionisiert hochenergetisches UV-Licht Kohlenwasserstoffmoleküle. Der Effekt: Je mehr Elektronen dabei aus
den Stoffen herausgetrennt werden, desto größer ist der messbare
Stromfluss – und damit die Konzentration an flüchtigen Molekülen, etwa von Lösungsmitteln.
Vor allem in Südostasien werden die Messgeräte verkauft. „Innerhalb der vergangenen 25 Jahre sind die Sicherheitsanforderungen
drastisch gestiegen und wir müssen mehr Normen und Richtlinien erfüllen“, sagt Herrmann. „Die Kunden wiederum wollen
nicht mehr unbedingt verstehen, wie die Technik funktioniert,
sondern eine Lösung für ihr Problem und sich nicht weiter darum
kümmern.“ Dafür gibt es ja die Adlershofer Experten, an deren
kooperativem Arbeiten mit kurzen Wegen sich in all den Jahren
nichts geändert hat. So soll es auch bleiben: „Wir hegen keine
Expansionspläne, zumal wir die Arbeit in einem netten, persönlichen Team sehr schätzen“, sagt Herrmann. cl

Probenvorbereitung mit flüssigem Stickstoff

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Adlershof Journal | Mai_Juni 2019

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UNTERNEHMEN

Meister der
Schichten
Die Surflay Nanotec GmbH entwickelt nanometerdünne Beschichtungen. Sie können als
Biosensor dienen oder dazu beitragen, das
Berliner Wasser rein zu halten.

Auf den ersten Blick sehen die Labore der Surflay Nanotec GmbH

genauso wie erwartet aus: Abzüge, Zentrifugen, Pipetten, Mikroskope. An dem einen Regal jedoch stutzt man unwillkürlich, denn
dort sieht es aus wie beim Friseur. Puppen mit Toupets in unterschiedlichen Haarfarben und diverse Strähnchen, die mittels
Klebeband an der weißen Kante fixiert sind. Sie gehören zu einem
Projekt, von dem der Firmengründer Lars Dähne besonders gern
erzählt. „Hier haben wir für eine Kosmetikfirma ein Verfahren
entwickelt, mit dem man relativ einfach die Haare färben kann
und die Farbe bei Bedarf auch rasch wieder los wird.“ Dank einer
Nanobeschichtung, der Spezialität seiner Firma.

„Eigentlich ist das Verfahren ganz einfach“, sagt der promovierte Chemiker und schlägt leicht mit der Hand auf die Tischplatte. „Diese Platte hat auf ihrer Oberfläche mehr negative
als positive Ladungen. Gebe ich Polymere hinzu, die positiv geladen sind, koppeln sie an, bis alle Plätze gefüllt sind. So entsteht
eine Schicht, die wenige Nanometer – Millionstel Millimeter –
dünn und an der neuen Oberfläche positiv geladen ist.“ Darauf
ließen sich nach der beschriebenen Methode Schicht um Schicht
im Wechsel mit negativ geladenen Polymeren immer neue Oberflächen aufbringen, weshalb das Verfahren auch „Layer by Layer“
(LbL) genannt wird. 1998 gelang es Forschern des Max-PlanckInstituts für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam,
LbL auch auf Nanokugeln anzuwenden. Einer von ihnen war Lars
Dähne. Gemeinsam mit Kollegen gründete er eine Firma, die
sich zunächst auf pharmazeutische Anwendungen konzentrierte. Nach einer Neuausrichtung des Unternehmens gründete
Dähne 2008 erneut und fokussierte sich mit der Surflay Nanotec
auf technische Beschichtungen.
„Mit unseren 13 Mitarbeitern stellen wir keine fertigen Produkte
her, sondern entwickeln neue Verfahren im Rahmen von Industrie- und Förderprojekten“, sagt Dähne. Dazu gehört eine Kooperation mit den Berliner Wasserbetrieben. Diese haben mit steigenden Sulfatgehalten im Müggelsee und wohl bald auch in
einigen Trinkwasserbrunnen zu kämpfen. Surflay Nanotec forscht
deshalb an speziellen Beschichtungen für Membranfilter, die das
unerwünschte Sulfat und weitere Stoffe zurückhalten, damit
die Qualität des Berliner Trinkwassers gesichert wird.
Ein Projekt, das ihm besonders am Herzen liegt, ist ein Verfahren,
bei dem mithilfe von Lichtwellen Antikörper getestet werden
können. Diese Antikörper sind eine große Hoffnung in der Krebsmedizin, die Erforschung wird weltweit forciert.

Analyse der Adsorptionskinetik von Antikörpern an Mikropartikeln in einem
Mikrofluidikship mittels eines neu entwickelten Meßgerätes auf der Basis von
im Partikelinneren zirkulierenden Lichtwellen

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Adlershof Journal | Mai_Juni 2019

Sie sollen die körpereigene Abwehr „scharfmachen“, sodass das
Immunsystem die Krebszellen bekämpft. „Bei der Entwicklung
neuer Therapien ist es entscheidend, die Wirkung der Antikörper auf biologische Systeme genau zu testen“, sagt Dähne. Es
gibt bereits entsprechende Geräte basierend auf der SurfacePlasmonen-Resonanz. Sie lassen Lichtwellen über Proben laufen
und erfassen anhand einer Frequenzänderung, wie stark und
wie schnell Antikörper an Antigene binden. Diese Methode ist
jedoch ziemlich teuer. Dähne ist überzeugt, dass er es einfacher
und preiswerter schafft. Er nutzt dafür beschichtete Polymerkugeln, die nur ein Hundertstel Millimeter klein sind, und „sperrt“
dort einen Lichtstrahl ein. Wieder geht es darum, zu untersuchen, ob sich die Wellenlänge ändert, und daraus Aussagen
zum Verhalten der Antikörper abzuleiten. „Whispering Gallery
Modes“ heißt das Verfahren.

Lars Dähne erklärt, wie die Untersuchung der Fluoreszenz im Inneren von
Mikropartikeln am konfokalen Laser-Scanning-Mikroskop funktioniert

„Wir haben gemeinsam mit dem Physiker Michael Himmelhaus
die Methode, die Partikel und ein entsprechendes Testgerät entwickelt, das problemlos auf einen Tisch oder zum Transport in einen
gewöhnlichen Kofferraum passt“, sagt Dähne. „Es funktioniert.“
Derzeit werde ein Vorführgerät gebaut, das in den nächsten
Monaten in China auf Tour geht – und hoffentlich neue Kunden
bringt. rn

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Adlershof Journal | Mai_Juni 2019

11

FORSCHUNG

Bernd Sumpf leitet das
Laser Sensors Lab am FBH

Schonende Krebsdiagnosen per Laser
Adlershofer Experten helfen mit spezieller Raman-Spektroskopie Asthmapatienten

D

ie Nase läuft, der Husten plagt. Was oft als einfache Erkältung
in wenigen Tagen vorübergeht, kann für Menschen, die an Asthma
oder chronisch obstruktiver Lungenerkrankung leiden, ein Alarmzeichen sein. Ist es nur ein harmloser Infekt oder kündigt sich eine
Verschlimmerung der Krankheit an, die zu Atemversagen führen
und schließlich lebensbedrohlich sein kann? „Wenn man eine
solche mögliche Verschlechterung vorher erkennt, kann man
rechtzeitig mit Medikamenten eingreifen“, sagt Bernd Sumpf,
Laserexperte am Adlershofer Ferdinand-Braun-Institut (FBH).
Hier setzt das Verbundprojekt „EXASENS“ an, in dem neun
Institute der Leibniz-Gemeinschaft zusammenarbeiten, zu der
auch das FBH zählt. Ziel ist es, mit der„Point of Care“- (PoC-)Technologie chronisch-entzündliche Atemwegserkrankungen schnell
zu diagnostizieren. Dies geschieht anhand von Molekülen, die
beispielsweise aus Schleimhaut oder Sekret isoliert werden. „Die
Raman-Spektroskopie ist sehr gut geeignet, einzelne Moleküle zu
identifizieren“, sagt Sumpf. Einfallendes Laserlicht einer bestimmten Wellenlänge regt die Moleküle zu Schwingungen an. Das entstehende Spektrum ist charakteristisch für das Molekül – quasi
sein Fingerabdruck.

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Adlershof Journal | Mai_Juni 2019

Für diese schnelle und zuverlässige Analytik werden am FBH
maßgeschneiderte Diodenlaser entwickelt und vom Team um
Physiker Sumpf, der das Laser Sensors Lab leitet, getestet. „Die
Systeme müssen sehr klein und kompakt sein“, sagt Sumpf. Der
Halbleiterlaser sei gerade mal einen halben Millimeter mal drei
Millimeter groß. Diese winzigen und präzisen Lichtquellen ermöglichen erst PoC-Verfahren, mit denen Erkrankungsrisiken vor Ort
oder per Telemedizin innerhalb weniger Minuten bewertet werden
können – ein Screening, das für den Patienten nicht-invasiv und
schonend erfolgen soll. Das ist bereits beim Projekt HautScan
gemeinsam mit Partnern von Charité und Technische Universität
Berlin erprobt worden. Hier konnten Einflüsse von Krebsmedikamenten, die durch die Haut austreten und dann schwere
Nebenwirkungen hervorrufen können, untersucht werden.
Doch die Proben enthalten noch weiteres biologisches Material,
das sehr stark fluoreszieren kann. Der Physiker Martin Maiwald,
der in Sumpfs Team mitarbeitet, zeigt gemessene Raman-Spektren auf dem Monitor. Welche Signale gehören zum Raman-Effekt,
der sehr schwach ist im Vergleich zur Fluoreszenz?

„Raman-Linien haben einen festen Abstand zur Anregungswellenlänge“, erklärt Maiwald. Wird die Laserwellenlänge für
eine zweite Messung spektral ein wenig verschoben, so verschieben sich auch die Raman-Linien. Die Fluoreszenzsignale bleiben
hingegen, wo sie sind. Durch eine Subtraktion beider Messungen werden die Raman-Linien deutlich sichtbar, die Störsignale
verschwinden.
Von den FBH-Forschern entwickelte kompakte Zwei-Wellenlängen-Laser ermöglichen auch Messungen von Raman-Signalen
außerhalb des Labors. Beispielsweise im Projekt HypeRam,
bei dem das FBH mit dem Leibniz-Institut für Astrophysik
Potsdam und dem Leibniz-Institut für Photonische Technologien
in Jena zusammenarbeitet. Es sollen bildgebende Verfahren entwickelt werden, die etwa bei Krebsoperationen eingesetzt werden
können. Der Chirurg soll schnell erkennen, wo die „Grenzen“
des Tumors sind. Die Idee ist es, ein Spektrometer, wie man es
in der Astrophysik kennt, für Bildaufnahmen zu nutzen. Mittels
Raman-Spektroskopie soll nachgewiesen werden, ob die analysierten Moleküle typisch für krankes oder gesundes Gewebe sind.
Das Adlershofer Team hat dafür geeignete Laser entwickelt, von
Potsdam kommen die Kamerasysteme, in Jena soll der Praxistest
erfolgen.
Ebenfalls um Tumorgrenzen geht es beim europäischen Projekt
„MIB“, an dem neben Forschungseinrichtungen wie das FBH
auch Unternehmen und Kliniken beteiligt sind. Mit bildgebenden Verfahren sowie der Raman-Spektroskopie sollen präzise,
schonende Krebsdiagosen per Endoskop direkt in der Blase

Raman-Messsystem für die Stoffanalyse

möglich werden. Das FBH ist bei derart diffizilen Projekten sehr
gefragt. Bernd Sumpf wundert das nicht. „Unsere Forschung im
Bereich der Laser für die Raman-Spektroskopie ist weltweit einzigartig“, sagt der habilitierte Physiker. pj

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Adlershof Journal | Mai_Juni 2019

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NACHGEFRAGT

Licht-Stupser
für Isotopen

Hat gut Lachen: Der Chemiker
Carlos Enrique Abad Andrade
hat im Februar erfolgreich an
der BAM promoviert

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Adlershof Journal | Mai_Juni 2019

Nach seiner Promotion sah Carlos Enrique Abad Andrade keinen Grund, der Bundesanstalt
für Materialforschung und -prüfung (BAM) in Adlershof den Rücken zu kehren. Vielmehr nutzt
er die nahezu perfekte Ausstattung mit Hightechgeräten und das Vertrauen seiner erfahrenen
Kollegen, um seine Forschung an einer hochkomplexen spektroskopischen Isotopenanalytik
voranzutreiben.

Vier Jahre eigene Forschung. Dazu jahrelange Grundlagenfor-

schung einer Arbeitsgruppe rund um Helmut Becker-Ross und
Stefan Florek am Leibniz-Institut für Analytische Wissenschaften,
ISAS – und von Isotopenforschern aus den 1930er Jahren. „Kann
man einem Laienpublikum all das in drei Minuten erklären?!“, hat
sich Carlos Enrique Abad Andrade gefragt.
Seine Antwort führte den Chemiker, der als Student aus Venezuela nach Berlin zog, ins Finale des „FameLab“-Wettbewerbs für
Wissenschaftskommunikation 2018. YouTube-Videos zeigen, wie
er zwei ungleiche Figuren tanzen lässt. Sie symbolisieren unterschiedlich schwere Isotope. Also Atome desselben Elements, die
gleich viele Protonen haben, deren Masse sich aber aufgrund verschieden vieler Neutronen unterscheidet. Regt man solche Isotope mit Licht an, reagieren sie abhängig von ihrer Masse unterschiedlich stark und schnell.
Salopp gesagt, schubst Abad Isotope mit Licht an, um von ihrer
Dynamik auf ihre Herkunft zu schließen. Das ist möglich, weil Wind,
Niederschläge und geologische Ereignisse die anfangs homogene
Isotopenverteilung in Milliarden Jahren Erdentwicklung so verändert haben, dass jeder Ort einen individuellen isotopischen
Fingerabdruck hat. „Über die Interaktion von Licht und Materie
können wir den Ursprung einer Probe genau bestimmen“, erklärt
er. So lässt sich prüfen, ob Beelitzer Spargel, Parmesankäse oder
edle Weine echt sind oder Etikettenschwindel vorliegt.
Abad hat daneben ernstere Anwendungen im Sinn: „Die Isotopenanalyse erlaubt eine zweifelsfreie Klärung der Herkunft von Giftgas oder radioaktiven Substanzen.“ Das könne die Hemmschwelle
für ihren Einsatz weiter erhöhen.
Dafür gilt es, die Grenzen des Verfahrens genau abzuklären. Daran
arbeitet der Chemiker an der BAM zusammen mit Physikern und
Geologen. Mit Elementen wie Bor, Magnesium oder Lithium schaffen sie die Grundlage für den Einsatz der „Molekül-Absorptionsspektroskopie mittels Kontinuumstrahler“. Becker-Ross und Florek
hatten das Verfahren erst für Atome und dann auch für zweiatomige Moleküle entwickelt. Nach Auflösung ihrer Arbeitsgruppe
hatten sie die Technologie samt Apparaturen an die BAM transferiert – und stehen „dem Abad” noch heute mit Rat und Tat zur
Seite. „Ich profitiere von ihrer Unterstützung und ihrem Vertrauen“, sagt er. Gerade, wenn sie anfangen zu basteln, schaue er genau
hin. „Sie stammen noch aus einer Generation, die im Labor immer
eigene Lösungen sucht und so entscheidend zur Optimierung von
Prototypen beiträgt“, erklärt er. Diese Tradition setzt Abad mit
Ingenieuren der Analytik Jena AG fort, die bei der Verfahrensentwicklung mit der BAM kooperiert.

Im Labor zeigt der Forscher, wie so eine Molekül-Absorptionsspektroskopie (MAS) funktioniert. Nach einer Nullmessung saugt
eine Pipette Magnesium und Fluorlösung ein und tropft diese in einen Graphitrohrofen. Mit einer Kamera lässt sich verfolgen, wie der Tropfen in dem bleistiftdicken Röhrchen verdampft.
Die Temperatur steigt sprunghaft auf 2.000 Grad Celsius. „Jetzt
bilden sich transiente Magnesium-Fluor-Moleküle, die wir durch
exakte Temperatureinstellung dazu bringen, ihre Verbindung
einige Sekunden stabil zu halten“, erklärt er. Noch während er
spricht, leuchtet die Apparatur auf: Die Anregung mit einem
breiten Lichtspektrum von Ultraviolett bis Nahinfrarot. Je nachdem, welche Wellenlänge die Elemente absorbieren, verändert
sich das Spektrum. Hinzu kommen die winzigen PikometerAusschläge der angeregten Isotope, die nun in einem 3D-Spektrum auf einem Monitor sichtbar werden. Abad blendet daneben
die Spektren von Proben aus den USA und Japan ein. Tatsächlich
gibt es klare Differenzen. Es sind visualisierte Wellenlängenunterschiede im Bereich weniger Pikometer, die Kriegsverbrechern und Produktfälschern schon bald das Handwerk legen
könnten. pt
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Adlershof Journal | Mai_Juni 2019

15

MEDIEN

Eine Nacht voller
Entdeckungen
Dicke Luft im Stadtzentrum? Dann kommen Sie doch
am 15. Juni ab 17:00 Uhr zur „Klügsten Nacht“ des
Jahres in die Wissenschaftsstadt Adlershof. Hier
können Sie durchatmen. So nutzt zum Beispiel die
junge Firma Solaga Mikroalgen als effiziente Biofilter.
Deren Algenbilder verleihen grauen Wandflächen
grüne Superkräfte. Wie der Feinstaub gemessen wird,
zeigen die Geographen der Humboldt-Universität zu
Berlin (HU) in ihrer Klimastation. Und dass auch die
Bienen sich hier wohlfühlen, kann auf dem Dach des
Geographischen Instituts der HU durch einen Blick in
den Bienenstock beobachtet werden. Gratis gibt es
von dort oben zudem einen guten Überblick über all
die Pflanzen rund um den Technologiepark, die die
Stadtbiene zu bestäuben hilft.

Egal ob Sie Jagd nach kosmischen Geisterteilchen am

Südpol machen, Space Ice naschen, mit der Zufallsmaschine spielen, am Verkehrswende-Quiz teilnehmen, über
den roten Planeten fliegen oder der Musik der Laserharfe
lauschen wollen: Ein vielfältiges Programm erwartet alle
Wissbegierigen wieder in Adlershof. Hier können Sie Wissenschaftler treffen, neue Produkte und Technologien bestaunen, selber experimentieren und Labore sehen, die sonst
verschlossen sind.
Wer geheime Orte kennenlernen oder in die spannende
Geschichte des Standortes eintauchen will, ist bei einer
der Führungen willkommen. Wer mehr an der Entwicklung autarker Flöße, 3D-gedruckter Tierorthesen oder an
der Kommunikationsarchitektur für Mondmissionen interessiert ist, wird im Coworking Space IM.PULS fündig. Staunenswert sind auch die Projekte der Nachwuchsforscher
aus dem Emmy-Noether- und Heinrich-Hertz-Gymnasium.
Eine Fuckup Night und ein Science Slam komplettieren das
Programm.
Für Schülerinnen der 10., 11. oder 12. Klasse gibt es mit
„Schülerinnen on Tour“ ein besonderes Angebot, in die
faszinierende Welt der Physik, Chemie oder Robotik einzutauchen: 16 kostenfreie VIP-Tickets stehen für sie bereit,
Anmeldung bis 6. Juni 2019 unter igafa@igafa.de.
Das vollständige Programm finden Sie ab 9. Mai 2019 unter:

www.adlershof.de/lndw
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Adlershof Journal | Mai_Juni 2019

GRÜNDER

Waldläufer und Polterscanner
Von der smarten Forstwirtschaft
„Es lässt sich keine dauerhafte Forstwirtschaft denken, wenn die Holzabgabe aus den Wäldern nicht auf Nachhaltigkeit
berechnet ist.“ In seiner „Anweisung zur Taxation der Forste oder zur Bestimmung des Holzertrags der Wälder“ hat der
Forstwissenschaftler Georg Ludwig Hartig bereits im späten 18. Jahrhundert den heute so inflationär genutzten Begriff
„Nachhaltigkeit“ geprägt. Was im Wald steht und wie viel davon forstwirtschaftlich nutzbar ist, ermitteln Forstwirte
heute noch häufig wie zu Hartigs Zeiten: zu Fuß und handschriftlich. Das Adlershofer Start-up VINS will das ändern –
mit Sensoren, Algorithmen und künstlicher Intelligenz.

Von der Waldinventur über die Logistik-

und Rettungskette, Holzvermessung bis
hin zur Navigation und Wildbeobachtung
– was in der Industrie schon lange Thema
ist, gewinnt auch in der Forstwirtschaft an
Relevanz: digitale Lösungen. Denn Wald ist
nicht nur Lebensraum, sondern auch Wirtschaftsfaktor. Korrekte, aussagekräftige
Daten über Waldzustand und Holzvorrat
sind Grundlage einer modernen, nachhaltigen Forstbewirtschaftung.

Das Scannerbild sieht aus wie eine Wolke
und so heißt es auch: Punktwolke. Schemenhaft lassen sich mit viel Fantasie
Bäume erkennen. Das Bild stellt gesammelte Rohdaten dar, die in diesem Zustand
wenig Informationswert haben. Was anfangen damit, fragten sich Tom Thiele und
sein Co-Gründer Till Westberg. Thiele hat
Forest Information Technology studiert
und gemeinsam mit Westberg das Unternehmen VINS 3D gegründet. Das Unternehmen entwickelt Produkte und Technologien, um die Datenflut in Messwerte und
sinnvolle Informationen zu verwandeln.
„Sensoren erfassen heute jede Menge
Daten, auch in der Forstwirtschaft. Diese
am Computer per Hand so zu bearbeiten,
dass sie sich in nützliche Informationen
verwandeln, ist aufgrund der schieren
Menge fast unmöglich“, erklärt Thiele.
Für die Forstwirtschaft ist das erste VINSProdukt, ein Scanner mit einem selbst
entwickelten Sensorsystem und Datenverarbeitungsalgorithmus, nun bei einem
großen forstwirtschaftlichen Betrieb im
Test. Wurden früher Bestände von sogenannten Forsteinrichtern stichprobenartig
gezählt, bestimmt, vermessen, verortet
und die Aufzeichnungen anschließend
digitalisiert, erledigen sie das heute mit
dem VINS-Scanner. Der Kunde erhält

Kennt sich gut aus mit Bäumen: Tom Thiele hat Forest Information Technology studiert

Waldkarten mit allen Informationen, unter
anderem zur Baumart, zu Baummaßen,
-mengen und deren Positionen.
Besonders die Verortung, erzählt Thiele,
sei dabei eine Herausforderung gewesen.
Denn je dichter das Waldstück bewachsen
ist, desto mehr erschweren die Kronen
der Bäume die satellitengestützte Positionsbestimmung (GPS). Der VINS-Scanner greift daher auf Technologien für die
Indoor-Navigation zurück, um auch satellitenunabhängig zu funktionieren. Dabei
kooperiert VINS in der Entwicklung eng
mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und
Raumfahrt (DLR).
Auch bei Holzpoltern kommt der VINSScanner zum Einsatz. Holzpolter – das
gesammelte und sortierte Lang- oder
Kurzholz auf einem Sammelplatz – wurden bislang auf althergebrachte Art vermessen: Mit einer Sprühdose wurden erst
die Messstellen und bei Bedarf jeder ein-

zelne Stamm markiert. Dann hantierten
Förster und Holzhändler mit zwei bis drei
Meter langen Messstäben, kletterten
über die Stapel, um mit einem Kluppe
genannten Messschieber die Durchmesser ausgewählter Stämme zu ermitteln.
Mithilfe optischer Messverfahren misst
der VINS-Scanner nun die Stirnfläche der
Stämme und deren Länge, um daraus eine
Aussage über die Holzmenge zu generieren.
„Intelligente, präzise und aktuelle Daten“,
sagt Thiele, „und der Clou: Wald- und
Polterscanner sind in einem Gerät vereint.“ Auf die Forstwirtschaft begrenzen
will sich das Unternehmen nicht. „Überall
da, wo Messungen eine räumliche Verortung erfordern, kann unser Scanner zum
Einsatz kommen. Bei Logistikprozessen in
Werksgeländen oder bei der Objekterfassung im Straßenraum zum Beispiel.“ rb
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Adlershof Journal | Mai_Juni 2019

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KURZNACHRICHTEN
FACHKRÄFTESUCHE I

SEHENSWERT

H ERAUSGEBER
WISTA Management GmbH

Ausbildungs-Allianz-Adlershof

Am 12. Juni 2019 findet wieder die Ausbildungs-Allianz-Adlershof, eine Ausbildungsmesse im MINT-Bereich, zwischen 09:00 und
14:00 Uhr im Technologiepark statt. Jugendliche der Klassenstufen 9 – 13 lernen Unternehmen im Rahmen einer Betriebsbesichtigung
kennen, erfahren, für welche Lehrstellen sie
sich dort bewerben können und bekommen
typische Tätigkeiten und Arbeitsabläufe vermittelt. Auch die parallel stattfindende Ausbildungsmesse bietet Gelegenheit zum persönlichen Gespräch mit den ausstellenden
Betrieben. Organisatoren sind das Aus- und
Weiterbildungsnetzwerk    Hochtechnologie
am Ferdinand-Braun-Institut (FBH) in Zusammenarbeit mit dem Verein Forum Adlershof
e.  V. und der WISTA Management GmbH.

anh@fbh-berlin.de

REDAKTION
Sylvia Nitschke (V. i. S. d. P.)

Renée König, „S-Bahnhof Adlershof“

Wechselnde Kunstausstellungen im ZBU1

Aktuell stellt Renée König Bilder zum Thema
Berlin im Zentrum für Biotechnologie und
Umwelt ZBU1, Volmerstraße 5 – 9, aus. Bis Ende
Juni öffentlich zugänglich von Montag bis Freitag zwischen 6:00 und 20:00 Uhr.

www.artoffer.com/reneekoenig

NEU IN ADLERSHOF

FACHKRÄFTESUCHE II

Suppenbar „cadadia“ eröffnet

T5 JobMesse Berlin Adlershof

Am 18. Juni 2019 zieht es wechselwillige Naturwissenschaftler, Ingenieure und Informatiker
(m/w/d) wieder in die Veranstaltungsräume
in der Rudower Chaussee 17 / Volmerstraße 2.
Die jährlich stattfindende T5 JobMesse bietet
Arbeitgebern einen exklusiven Rahmen, um
sich intensiv mit vorausgewählten Kandidaten auszutauschen. Arbeitgeber auf den
T5 JobMessen sind neben Behörden sowohl
regionale Unternehmen als auch Global
Player aus den Industrien Biotechnologie,
Pharmazie, IT, Engineering, Medizintechnik
und Chemie.

www.t5-karriereportal.de

Im neuen Restaurant in der Rudower Chaussee
39 stehen täglich sechs unterschiedliche feine
Suppen zur Wahl, ob traditionell „Großmutters
Gemüseeintopf“ oder exotisch das „Asiatische
grüne Curry“, aber auch vegane, vegetarische
und eine Bio-Suppe stehen auf der Speisekarte. Außerdem gibt es verschiedene Pastaund Reisgerichte, gesunde Salate, Quiches
und Desserts bis hin zu Muffins, Cookies und
Scones. Alle Gerichte und Getränke sind auch
zum Mitnehmen sowie als Catering für Meetings geeignet.

Öffnungszeiten: Mo. – Fr. 10:00 – 15:00 Uhr
www.cadadia.com

NACHBARSCHAFT

WISSENSVERMITTLUNG MIT SPASS

Adlershofer Science Slam
Am Freitag, den 7. Juni 2019 heißt bei „Battle
den Horst“ wieder Bühne frei für mutige
Nachwuchswissenschaftler, die ihre Forschungsthemen auf humorige Art präsentieren. Bei Freigetränken, Snacks und Spaß lässt
sich es doch viel besser arbeiten und etwas
Neues lernen.

Ort: Bunsen-Saal, Rudower Chaussee 17,
Eingang über Volmerstraße 2
Beginn 18:30 Uhr, Tickets: 8 Euro unter:
www.adlershof.de/ticketservice

IMPRESSUM

Spendenaufruf für die Sanierung der
Verklärungskirche Adlershof

119 Jahre ist die Verklärungskirche Adlershof
alt, jetzt muss der Kirchturm umfassend saniert werden. Maueranker sind durchgerostet, offene Fugen lassen Wasser ins Mauerwerk eindringen, die vordere Kalksteinfassade
bröckelt. Weil der Turm der Verklärungskirche
auch ein Wahrzeichen Adlershofs ist, sind alle
Adlershofer zum feierlichen Baustart eingeladen: am 16. Juni um 14:30 Uhr. Für die umfassenden, denkmalgerechten Sanierungsarbeiten sind etwa 300.000 Euro veranschlagt.

REDAKTIONSADRESSE
WISTA Management GmbH, Bereich Kommunikation
Rudower Chaussee 17, 12489 Berlin
Telefon: 030 63 92 - 22 38 , Fax: 030 63 92 - 22 36
E-Mail: nitschke@wista.de
www.adlershof.de/journal
AUTOREN
Rico Bigelmann (rb); Dr. Winfried Dolderer (wid);
Paul Janositz (pj); Chris Löwer (cl); Ralf Nestler (rn);
Sylvia Nitschke (sn); Prof. Ulrich Panne,
Kathrin Reisinger (kr); Peter Trechow (pt)
LAYOUT U N D H ERSTELLU NG
Medienetage Anke Ziebell
Telefon: 030 609 847 697, Fax: 030 609 847 698
E-Mail: aziebell@medienetage.de
www.ziebell-medienetage.de
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WISTA Management GmbH, Bereich Kommunikation
Sandra Linde, Telefon: 030 63 92 - 22 47
E-Mail: linde@wista.de
DRUCK
ARNOLD group – Großbeeren
BI LDQU ELLEN
Sofern nicht anders gekennzeichnet: Tina Merkau;
Titelillustration: Barbara Stefan; S. 3: Dorothee
Mahnkopf; Inhalt o. l.: GIPhotoStock/Corbis;
S. 5/6 (u.) v. l. n. r: Only background/Shutterstock,
Andrew Brookes/Corbis, Cozine, Antonina Vlasova,
lovelyday12/Shutterstock; S. 8 u./S. 9: Catrin-Anja
Eichinger/Eurofins SOFIA; S. 16 WISTA Management
GmbH
Namentlich gekennzeichnete Beiträge stellen nicht
unbedingt die Meinung der Redaktion dar. Nachdruck
von Beiträgen mit Quellenangabe gestattet. Belegexemplare erbeten. Das „Adlershof Journal“ erscheint
sechs Mal pro Jahr in einer Auflage von jeweils 3.000
Exemplaren.
Die nächste Ausgabe erscheint Anfang Juli 2019.

Ausführliche Texte und Adlershofer Termine
finden Sie unter: www.adlershof.de/journal

Spendenkonto bei der Berliner Sparkasse: KVASÜD-Ost, IBAN: DE63 1005 0000 0190 6897 65,
Verwendungszweck: RT 101 – Kirchturm

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Adlershof Journal | Mai_Juni 2019

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