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Periodical volume

Full text: Adlershof-Journal Issue 2015,5/6 Mai/Juni

Adlershof Journal
Mai | Juni 2015

Frühlingsgefühle in der Wirtschaft:

Wir wachsen weiter. 

Mitspielen: Gamesbranche im Aufwind

Erprobt in Wüste und Regenwald: Digitale Audio- und Videorekorder

Schlau durch die Nacht: Show-Roboter Nox auf digitaler Schnitzeljagd

Adlershof Journal
Mai | Juni 2015

ESSAY

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LEBEN IM WUNDERLAND
Was rieb sich Alice erst einmal die Augen, als sie sich im Wunderland umsah: Alle rannten dort so schnell. Und doch schien alles stillzustehen. „Wie ist das möglich?“, fragte Alice die Rote Königin. „Hierzulande“, sagte sie, „musst du so schnell rennen, wie du kannst, wenn du am gleichen Fleck bleiben willst. Willst du irgendwo anders hin, musst du mindestens doppelt so schnell sein.“
as klingt doch vertraut: Arbeiten wir nicht alle immer mehr (bei gleichem Lohn)? Werfen Konzerne nicht immer schneller neue Produkte auf den Markt? Heißt es nicht ständig, die Wirtschaft müsse wachsen, wachsen, wachsen? Rennen, um zu überleben. Wer nicht wächst, der hat schon verloren. So das Dogma in der globalisierten, digitalisierten Wirtschaft. Besonders deutlich wird das in der Unterhaltungselektronik: Jahr für Jahr spülen Apple, Samsung und Co. neue Modelle auf den Markt. Die Lebenszyklen von Produkten haben sich dramatisch verkürzt. Früher kaufte der Deutsche alle zwölf Jahre einen neuen Fernseher. Heute alle vier. Die Innovationssprünge werden dabei kleiner. Wie viel innovativer ist das iPhone 6 wirklich verglichen mit dem iPhone 5? Oder das Samsung Galaxy 4 gegenüber dem Galaxy 3? Oft entpuppt sich die vermeintliche Innovation sogar als Rückschritt (Stichwort: Akkulaufzeit). Dieses hektische Rote-Königin-Rennen zwischen den Konzernen erzeugt nicht nur Pseudoinnovation, sondern auch Unmengen Elektroschrott. Das Smartphone vom letzten Jahr ist der Müll von heute. Eine beispiellose Verschwendung von Ressourcen. Auch alte Branchen werden davon erfasst – weil alles digitalisiert wird. Beispiel Autos: Weil sie heute rollende Computer sind, werden sie abhängig von den Produktionszyklen der Hard- und Softwareindustrie. Wie können wir dieses irre Rennen stoppen? Eine Antwort könnte die Evolutionsforschung liefern. Dort hat man nach der Roten Königin eine berühmte Theorie benannt, die das Wettrüsten zwischen Arten erklärt. Je schneller der Hase, desto scharfsichtiger der Adler. Der Wettlauf endet nie. Wie im Wunderland. Wie in der globalisierten Wirtschaft. Dasselbe bei Krankheitserregern und Menschen. Wir können impfen oder Antibiotika schlucken, so viel wir wollen – die Keime holen irgendwann auf. Selbst wenn wir immun werden, können wir uns darauf nicht ausruhen. Wenn sich heute alles immer schneller dreht, dann deswegen, weil in einer globalisierten Wirtschaft immer irgendwo einer ist, der die Bakterienstrategie verfolgt und den Takt vorgibt. Eigentlich hätten wir dieses Rennen schon vor langer Zeit verlieren müssen. Einfach aus dem Grund, weil Bakterien, Viren und Co. sich viel viel schneller fortpflanzen als wir. Und mit jeder Generation beginnt der Wettlauf erneut, so wie mit jedem neuen iPhone
Jens Lubbadeh ist freier Journalist und Kolumnist für Spiegel Online und Jolie.
Adlershof Journal | Mai_Juni 2015

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INHALT
	 3	 ESSAY
		

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gegen jedes neue Galaxy-Smartphone. Eine Bakteriengeneration dauert vielleicht 30 Minuten. Bei uns dauert sie 30 Jahre. Aber es gibt einen großen Unterschied: Bakterien teilen sich. Ihr Erbgut ändert sich dadurch nur selten. Sie bekommen also nur ganz wenige neue Karten zugespielt und müssen auf den Joker warten. Wir hingegen mischen die Karten jedes Mal neu. Ganz einfach, weil wir Sex haben. Dabei wird das Erbgut von Vater und Mutter zufällig neu kombiniert. Jedes Kind hält dann ein ganz neues Blatt in der Hand und sein Immunsystem hat eine neue Chance, den Krankheitserreger zu besiegen. Kinder sind echte Innovationen. Davon sollte unsere Wirtschaft lernen. Konzerne sollten mehr Sex haben! Sich Zeit nehmen, ihre Produkte öfter neu zu erfinden und Vielfalt zu bieten. Das wäre qualitatives Wachstum und nachhaltig obendrein.

AUS DER REDAKTION

Leben im Wunderland: Konzerne sollten mehr Sex haben!

Gigantisch
dlershof – was bist du groß geworden, denke ich, wenn ich in der Mittagspause mal wieder durch die Wissenschaftsstadt radele, um mich auf den neuesten Stand zu bringen. Die stärksten Aktivitäten gibt es im Quartier „Wohnen am Campus“. Da sitzen bei Sonnenschein die ersten Bewohner auf ihren Balkons und können das rege Baugeschehen live „aus der ersten Reihe“ mitverfolgen. Vor allem neue Firmen zieht es an den Standort. 135 Newcomer waren es im letzten Jahr. Wer kein eigenes Gebäude errichtet, wird Mieter. Und so füllen sich die für Industrieansiedlungen vorgesehenen Grundstücke am Groß-Berliner Damm Stück für Stück. Mehr noch: Entlang der Rudower Chaussee entstehen neue Bürohäuser privater Immobilienentwickler. Auch im ohnehin bereits dicht bebauten Technologiepark stehen Bagger und Kräne nicht still. Über 1.000 Unternehmen mit fast 16.000 Beschäftigten gibt es heute in der Wissenschaftsstadt Adlershof. Wow! Auch wenn wir uns an diese Zahlen ganz schnell gewöhnt haben, deren Erhöhung längst abgestecktes Ziel ist, lohnt ein Blick zurück. Zur Gründung des Technologieparks Anfang der 1990er-Jahre glaubten nur wenige Visionäre an solche Ergebnisse. Von den 5.500 Forschern aus der einstigen Akademie der Wissenschaften konnten nur 1.300 Beschäftigte in den außeruniversitären Forschungseinrichtungen ihre Arbeit fortsetzen. Ein paar Dutzend ehemalige Akademiemitarbeiter gingen dagegen mit einem eigenen Unternehmen an den Start. Diese Standortpioniere, von denen einige inzwischen ihr 25-jähriges Unternehmensjubiläum feiern, und das kluge Konzept, Adlershof auf den drei Säulen Wissenschaft, Wirtschaft und Universität wachsen zu lassen, haben zum Erfolg geführt. Unser Plan, bis zum Jahr 2020 hier 20.000 Beschäftigte, 1.200 Unternehmen, 3.500 Einwohner zu haben, ist ehrgeizig, aber machbar.

	 4	 INTERVIEW
		 		

Jutta Schwarzkopf im Gespräch: Kristallzüchterin mit Bewegungsdrang

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	 5 	 MENSCHEN
		 		

Die „Powernerds“: Kolja Bailly und Peter Kock entwickeln 		 lernende Software

	 6 	 TITELTHEMA
		 		

Warum Adlershof wächst: Guter Nährboden für über 1.000 Unternehmen

	 8 	 UNTERNEHMEN
		 		

Gemeinsam wachsen: Wie Hightechunternehmen Vergrößerung meistern

	10	 GRÜNDER
		

Mitspielen: Gamesbranche im Aufwind

	12 	 CAMPUS
		 		

Wer trägt das Risiko? Mitarbeiterbeteiligung in Unternehmen

	14 	 EINBLICKE
		

„Pitch Battle“ im Bunsensaal: Das Start-up-Bootcamp

	15 	 VERANSTALTUNGEN
		 		

Schlau durch die Nacht: Show-Roboter Nox auf digitaler Schnitzeljagd

	16 	 MEDIEN
		 		

Erprobt in Wüste und Regenwald: Digitale Audio- und Videorekorder der Firma Sound Devices machen es möglich

	18	 KURZNACHRICHTEN

Ausführliche Texte und Adlershofer Termine finden Sie unter:

Ihre Sylvia Nitschke Leiterin Adlershof Print

www.adlershof.de/journal

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INTERVIEW
Sie ist Physikerin, Materialforscherin, Kristallzüchterin. Die sportliche Mitvierzigerin Jutta Schwarzkopf will die Welt schadstofffreier machen, ein bisschen zumindest. Dafür lässt sie am Leibniz-Institut für Kristallzüchtung (IKZ) kristalline Schichten – so dünn wie ein Tausendstel eines Haares – wachsen. Mit Berlin ist sie allerdings auch nach 18 Jahren nicht richtig warm geworden, sagt die in Duisburg geborene Fußballbegeisterte und ambitionierte Läuferin. Als zweifache Mutter managt sie Job und Familie souverän.
Adlershof Journal: Woran forschen Sie momentan? Jutta Schwarzkopf: In unserer Arbeitsgruppe arbeiten wir an der Entwicklung neuer Materialien, die das giftige Blei-Zirkonium-Titanat (PZT), das etwa als nichtflüchtiges Speichermaterial in Computern und Einspritzsystemen von Autos verwendet wird, ersetzen könnten. PZT ist seit 2006 in Europa zwar verboten, wird aber mangels Alternativen mit Ausnahmegenehmigungen immer noch verwendet. Dazu lassen Sie dünne Schichten wachsen? Ja, wir züchten Alkali-Niobate als Schichten, in die wir Verspannungen eingebaut haben. Diese entstehen durch Abscheidung einer dünnen kristallinen Schicht auf einem gitterfehlangepassten kristallinen Substrat. Damit ist es uns gelungen, bleifreie Kalium-Natrium-Niobat-Schichten mit guten funktionellen Eigenschaften aufzuwachsen. Büro oder Labor – wo verbringen Sie die meiste Zeit? Als Gruppenleiterin gibt es viele administrative Aufgaben, Messungen müssen ausgewertet und Anträge und Veröffentlichungen geschrieben werden, sodass ich heute größtenteils im Büro und nur noch relativ wenig im Labor bin.
Name: Jutta Schwarzkopf Jahrgang: 1969 Wohnort: Berlin-Schöneberg Beruf: Kristallzüchterin Markenzeichen: Läuferin

MENSCHEN

Immer größer, immer weiter, immer mehr? Kolja Bailly hat es in seinen bisherigen Unternehmerjahren anders erlebt. „Kein kontinuierliches Wachstum“, eher „Höhen und Tiefen“. In guten Zeiten bis zu zehn Mitarbeiter. In schlechten nur zu dritt. Derzeit „kleiner, als wir schon waren“, aber „inzwischen flexibel und spezialisiert aufgestellt“, sagt er.

ailly und sein Partner Peter Kock sitzen am Konferenztisch im Erdgeschoss des „Zentrums für IT und Medien“. An der Wand eine Urkunde, mit der die Technische Universität (TU) Berlin ihre Firma SOTA SOLUTIONS als „exzellentes Startup“ ausgezeichnet hat. Der Titel setzt voraus, dass ein Unternehmen mindestens zwei Jahre am Markt ist, was höchstens 20 Prozent aller Gründer schaffen. An der TU haben Bailly und Kock gemeinsam Informatik studiert und gemeinsam ihre Geschäftsidee entwickelt. Mittlerweile besteht Sota im fünften Jahr, seit Anfang 2012 ist es in Adlershof. „Wir haben lange über unseren Zielmarkt diskutiert“, erinnert sich Kock. „Grenzen überwinden“, sagt Bailly, „sowohl äußere als auch innere, das ist ja auch immer Thema beim Gründen.“ Nicht nur dort: Unter dem Teamnamen „Powernerds“ sind die beiden im vorigen Oktober zur „KrassFit-Challenge“ angetreten.

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Kolja Bailly und Peter Kock entwickeln lernende Software
Sechs Kilometer über die Rennbahn in Karlshorst, durch Dreck, Eiswasser, über Vier-Meter-Wände. Ein Hindernislauf, den die Veranstalter als „ultimative Herausforderung für Körper und Geist“ rühmen und als „Gelegenheit, über sich selbst hinauszuwachsen“. Ein Treffpunkt für „viele Leute, die gerne durch den Schlamm robben“, so sieht es Kock. Früher hat er Kampfsport betrieben, Karate. Lange her. Aus dem Vorsatz, zu zweit regelmäßig zu laufen, ist nicht viel geworden. Firma frisst Freizeit. Worum es dabei geht, verbirgt sich in dem Kürzel Sota Es steht für „State of the Art“. Frei übersetzt: „So machen wir das heute – weg von Handwerk und Einzelstückfertigung, hin zur Automatisierung.“ Lernfähige Software, die in historischen Daten Zusammenhänge erkennt und sich so die Fähigkeit zu immer genaueren Prognosen antrainiert, das ist das Produkt. Abnehmer sind etwa Betreiber von Solarparks, die wissen möchten, wie viel Strom sie am nächsten Tag ins Netz einspeisen können. Eine herkömmliche Methode wäre, aus dem statistischen Durchschnitt von Witterungsverhältnissen und Leistungsfähigkeit der Module Schätzwerte zu berechnen. Die Sota-Lösung besteht darin, diese Daten durch ein neuronales Netz zu schicken, das sie selbstständig verknüpft und jeweils passgenaue Ergebnisse liefert. Dass dies automatisch geschieht und nicht immer wieder manuell programmiert werden muss, spart erhebliche Summen. Zunächst waren vor allem Energieversorger interessiert. Zunehmend kommen Industriekunden hinzu. Die „selbstlernende Maschine“ ist ein Zukunftsthema: „Wir haben heute viel größere Unternehmen als Kunden, werden am Markt nicht mehr als Start-up wahrgenommen.“ Eine Wachstumsgeschichte also doch. wid

IM GESPRÄCH
Seit wann arbeiten Sie in Adlershof? Das sind jetzt 18 Jahre. Nach meiner Doktorandenzeit am FritzHaber-Institut war ich erst als Postdoc am Hahn-Meitner-Institut, das im heutigen Helmholtz-Zentrum Berlin aufgegangen ist. Seit 2004 forsche ich am IKZ. Ihr Lieblingsort in Adlershof ist … … der Landschaftspark. Manchmal gehe ich in meiner Mittagspause dort eine Runde spazieren. Wie kommen Sie zur Arbeit? Ich fahre mit der S-Bahn bis Schöneweide und von dort mit dem Fahrrad bis zum IKZ. Wann haben Sie zuletzt etwas Neues ausprobiert? Letzten Sommer auf Korsika war ich mit meiner Familie beim Canyoning. Erst klettert man eine Schlucht hoch, dann springt, rutscht und seilt man sich über ausgewaschene Felswände und Wasserfälle ab. Trotz Neopren-Anzug war es ein eiskaltes Vergnügen. Wie verbringen Sie Ihre Freizeit? Mit zwei Kindern ist die gut gefüllt. Außerdem gehe ich regelmäßig laufen und nehme seit ein paar Jahren am Berliner Halbmarathon teil. Nur dieses Jahr war ich nicht dabei, ich hatte keinen Startplatz mehr bekommen. Dafür laufe ich am 10. Mai die 25 km beim BIG 25 Berlin mit.
Außerdem lese ich gern und viel. Manchmal auch nachts, wenn ich nicht schlafen kann. Einer meiner Lieblingsautoren ist Paul Auster, ein US-amerikanischer Schriftsteller.

Wofür können Sie sich begeistern? Ich mag Fußball; mit 16 Jahren fing ich an, im Verein zu spielen. Während meiner Doktoranden- und Postdoc-Zeit bis Anfang 2000 habe ich als Mittelfeldspielerin im Mariendorfer Sportverein gekickt. Seitdem ich Kinder habe, betreibe ich weniger verletzungsintensive Sportarten. Fußballfan bin ich vom MSV Duisburg, der leider nur in der 3. Liga spielt. Was hat Sie zuletzt wirklich bewegt? Der Flugzeugabsturz der Germanwings-Maschine Mitte März über den Alpen in Südfrankreich ging mir nah. Furchtbar, dass so viele Schüler dabei umgekommen sind. Als mein Sohn kurz danach allein wegflog, hatte ich schon ein wenig ein mulmiges Gefühl, auch wenn der Verstand sagt, dass das Flugzeug das sicherste Verkehrsmittel ist. Wohin würden Sie auswandern, wenn das einmal ein Thema werden sollte? Nach Frankreich, dorthin haben wir eine besondere Beziehung. Mein Mann ist Deutscher, spricht aber wie ein Muttersprachler Französisch. Mit unseren Kindern redet er ausschließlich Französisch. Daher wachsen sie zweisprachig auf, gehen auch auf eine bilinguale Schule. Ich verstehe viel Französisch und höre viel französische Musik.

Beschreibung Fotos

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Adlershof Journal | Mai_Juni 2015

Sie lieben Herausforderungen: Kolja Bailly und Peter Kock in der Schlammgrube zur KrassFIT-Challenge 2014

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TITELTHEMA
Ahlberg ist nur eines der Unternehmen, die Adlershof für sich entdeckt haben. Ende vergangenen Jahres arbeiteten am Hochtechnologiestandort fast 16.000 Menschen und damit gut vier Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das Gesamtvolumen an Umsätzen, Haushalts- und Fördermitteln stieg um 4,8 Prozent – hauptsächlich dank der Ansiedlung technologieorientierter Unternehmen. Die „hervorragende Anbindung an Autobahn und öffentlichen Nahverkehr“ ist für Mario Ahlberg einer der Gründe, die den Ausschlag für den Ankauf des Grundstücks gegeben haben. Der Firmenchef führt in Adlerhof nämlich die vier Unternehmen seiner Gruppe zusammen, die heute über Berlin und das Umland verstreut sind. „Der neue Standort wird uns helfen, hoch qualifiziertes Personal zu finden“, nennt Ahlberg ein weiteres Argument für Adlershof. „Zudem werden wir von der Nachbarschaft zu Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen, insbesondere aber zu anderen wachsenden Unternehmen profitieren.“ Ganz ähnlich sieht man das bei der Analytik Jena AG, die seit Dezember 2014 mit zwei Mitarbeitern im Photonikzentrum präsent ist. „Die Nähe zu Forschungseinrichtungen wie dem Leibniz-Institut für Analytische Wissenschaften (ISAS) und der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) wirkt sich positiv auf die Weiterentwicklung unserer Produktpalette aus“, sagt Alf Liebmann, Head of Product Department Optical Spectroscopy bei der Analytik Jena AG. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Jena entwickelt optische und elektronische Hochleistungsbauteile für die Analysenmesstechnik. Doch auch Büroflächen werden in Adlershof verstärkt nachgefragt. Schon früh wahrgenommen hat dies die Europa-Center AG aus Hamburg, die im Juni bereits den dritten Bauabschnitt ihres Bürokomplexes an der Rudower Chaussee fertig stellen wird. „Wir sind voller Zuversicht, dass wir auch diese Neubauflächen zügig vermietet bekommen“, sagt Jörg Overbeck, Vorstand Planung und Bau. Außerdem errichtet sein Unternehmen an der Albert-Einstein-Straße ein Parkhaus mit 580 Stellplätzen. Voraussichtlich Ende 2015 werden zudem neben dem Forum Adlershof die Bauarbeiten an einem weiteren Bürogebäude mit knapp 6.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche beginnen. „Adlershof gilt als einer der erfolgreichsten Standorte für Hochtechnologie in Deutschland“, antwortet Overbeck auf die Frage nach den Gründen des Engagements. „Wir sind daher davon überzeugt, dass dieser Standort auch in Zukunft weiterhin wachsen wird.“ Weiterwachsen wird Adlershof auch als Wohnort: Das Projekt „Wohnen am Campus” mit insgesamt 1.400 Wohneinheiten gewinnt immer deutlicher Konturen. Hier bauen Genossenschaften, landeseigene Wohnungsbaugesellschaften und private Bauträger – gerade hat zum Beispiel NCC mit der Errichtung von zwei weiteren Mehrfamilienhäusern mit 17 Eigentumswohnungen begonnen. ch

Warum Adlershof wächst
Mehr Unternehmen, mehr Beschäftigte, mehr Umsatz: Adlershof wächst weiter und gewinnt immer deutlicher urbane Qualitäten. Das Adlershof Journal hat sich umgehört, was den Standort für Unternehmen und Immobilienentwickler so attraktiv macht.
„ dlershof ist ein guter Name“, stellt Mario Ahlberg fest. Er leitet als Geschäftsführer der Ahlberg Metalltechnik GmbH eines der Unternehmen, die sich für Adlershof als neuen Standort entschieden haben. Im Januar wurde das Richtfest für die neue Firmenzentrale auf einem 18.000 Quadratmeter großen Grundstück an der Igo-Etrich-Straße, unweit des Groß-Berliner Damms, gefeiert. Zwischen Juni und September dieses Jahres werden die 135 Mitarbeiter der Firmengruppe ihre Tätigkeit im dreigeschossigen Bürogebäude und der 8.000 Quadratmeter umfassenden Produktionshalle aufnehmen.

A

Adlershof gilt als einer der erfolgreichsten Standorte für Hochtechnologie in Deutschland.

Applikationsbereich Life Science bei Analytik Jena

Am Forum Adlershof wird das vierte Bürogebäude der Europa-Center AG in Adlershof entstehen

Mario Ahlbergs Unternehmensgruppe agiert ab Sommer von Adlershof aus

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Adlershof Journal | Mai_Juni 2015

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UNTERNEHMEN

Sie sind innovativ, treffen den Nerv des Marktes und wachsen überproportional: Hightechunternehmen aus Adlershof. Doch wie hält die Mannschaft damit Schritt? Denn nur wenn alle motiviert an einem Strang ziehen, werden dauerhaft Erfolgsgeschichten geschrieben. Wir stellen zwei Firmen vor, die wissen, wie das geht.

Gemeinsam wachsen
Tom Segert, Mitgründer des Unternehmens für Mikrosatelliten, schüttelt nur den Kopf: „Ich weiß es nicht.“ Denn bisher verlief das Geschäft völlig unerwartet: „Hätte mir vor fünf Jahren jemand gesagt, wie schnell BST wächst, hätte ich das nicht geglaubt.“ In Zahlen: 2012 setzte die Adlershofer Firma überschaubare 50.000 Euro um, in den Folgejahren waren es 350.000 Euro, dann 2,25 Mio. Euro und für das laufende Jahr erwartet Segert 4,5 Mio. Euro. Aus den anfangs vier Mitarbeitern sind 24 geworden. Los ging es auf 50 m2 im Zentrum für Mikrosysteme und Neue Materialien, jetzt ist die Raumfahrtfirma mit 660 m2 Büround Laborflächen dort einer der größten Mieter. Ende des Jahres wird nach nur knapp zwei Jahren Entwicklungszeit der neuartige Hochleistungsmikrosatellit „Kent Ridge 1“, der in Kooperation mit der Nationalen Universität Singapur entstand, ins All starten, um von dort wissenschaftliche Daten an die Erde zu funken. Vor allem im Ausland, besonders den USA und Indien, sieht Segert riesige Märkte: „Wir wollen mittelfristig

Wo wird BST Berlin Space Technologies in fünf Jahren stehen?

zum führenden Anbieter dieser Weltraumtechnik werden.“ Damit meint er konsequent einfach gebaute, jedoch sehr leistungsfähige Kleinsatelliten, bei denen ein Großteil der elektronischen Komponenten für ihren Einsatz im Orbit optimierte Standardware ist – so wird Weltraumtechnik erschwinglich. Allein Google plant in den nächsten Jahren, 4.000 solche Satelliten ins All zu schießen. Es verwundert also nicht, dass Segert keine Wachstumsprognose abgeben will. Klar dürfte nur sein, dass es weiter aufwärts gehen wird. Wie hält die Mannschaft damit Schritt? „Unsere sehr familiäre Unternehmenskultur hat sich bisher nicht verändert“, berichtet Segert. Die Hierarchien sind flach, die drei Geschäftsführer, Matthias Buhl, Björn Danziger und Segert haben jederzeit ein offenes Ohr. In dem multikulturellen Team wird Englisch gesprochen. Der Umgangston ist locker und freundschaftlich. Zwar gibt es gemeinsame Unternehmungen wie ein Ausflug auf die Kartbahn, doch große Teambuildingkunststücke muss das Führungsteam nicht vollbringen. „Das Thema an sich ist spannend, schweißt

Tom Segert bei der Endmontage des Satelliten Kent Ridge 1 für Singapur

zusammen und treibt an. Schließlich bauen wir keine Kaffeemaschinen“, sagt Segert. Wichtig sei es auch, die Arbeitszeiten so flexibel wie möglich zu gestalten – Freiraum, der motiviert. „Kicker müssen wir hier nicht aufstellen, um unsere Mitarbeiter bei Laune zu halten“, lacht er. Das muss auch Jan Trommershausen, Geschäftsführer der AEMtec GmbH, nicht. In der auf miniaturisierte und komplexe elektronische Schaltungen spezialisierten Firma herrschen flache Hierarchien, ein offenes und familiäres Klima. Gerechtigkeit und Gemeinschaft werden großgeschrieben. „Bei der Entlohnung achten wir darauf, mit gleichem Maß zu messen. Wichtig ist es, Erfolge zu honorieren“, erklärt Trommershausen. Etwa mit einer Produktivitätsprämie in der Fertigung, die bis zu zehn Prozent des Grundlohns betragen kann. Das zahlt sich nicht nur indivi-

duell aus: Der Umsatz von AEMtec ist von 15 Mio. Euro im Jahr 2009 auf 45 Mio. Euro 2014 und die Mitarbeiterzahl im gleichen Zeitraum von 78 auf 155 gestiegen. „Trotzdem kenne ich jedes Gesicht“, sagt der Chef. Nach wie vor wird sich geduzt und die Bürotüren der Führungsetage bleiben offen. Zusammengeschweißt hat das Team auch der Neubau in der James-FranckStraße – von der Planung bis zum Umzug waren die Mitarbeiter eingebunden. Das gilt auch für das Thema „Kunst am Bau”: Auf über 600 Quadratmetern wurden die Wände mit einem Comic über das Verhältnis zwischen Mensch und Maschine tapeziert, worin Ideen des Teams einflossen. Das zeigt, was Trommershausen meint, wenn er sagt: „Es kommt darauf an, ein Umfeld zu schaffen, das antreibt, wodurch letztlich Erfolge erst möglich werden.“ cl

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Adlershof Journal | Mai_Juni 2015

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GRÜNDER
wann wo Aufträge ausschreibt. Für diese Aufträge reichen Kooperationspartner wie it Matters Games und auch das Team von Brightside Games Konzepte ein. Immer wieder konnten sie dabei zuletzt mit ihren Ideen und ihrem Know-how überzeugen. So kommt es, dass sie als Start-ups bereits auf Referenzkunden wie Disney, Tivola oder die Automobilkonzerne VW und Porsche verweisen können. Letztere geben unter anderem zur Einführung neuer Modelle Games in Auftrag, mit denen Spieler diese Fahrzeuge virtuell erfahren können. Solche Aufträge treiben das Wachstum der Neuadlershofer an. Bisher haben sie keinen Investor gebraucht. „Wir finanzieren uns aus eigener Kraft“, erklärt Kortboyer. Mit seinen Spielen wird das Start-up künftig am Technologie- und Wissenschaftsstandort mitspielen. pt

Ernste Themen spielerisch umsetzen will Jens Kortboyer

Über 300 Unternehmen befassen sich in Deutschland mit Entwicklung und Vertrieb von Spielen für PC, Smartphone und Spielkonsole. Darunter die Start-ups Brightside Games und it Matters Games. Die Letztgenannten bereiten gerade ihren Umzug nach Adlershof vor, während Brightside Games ein Urgestein im Gründerzentrum CHIC Charlottenburg ist.

In Elternzeit: Spieleentwickler Thomas Bedenk setzt auf Flexibilität

Projekte ziehen sie Freiberufler aus der ganzen Stadt zusammen. In Konzeptionsphasen steckt nur die Stammbelegschaft die Köpfe zusammen.

Kleine, flexible Entwicklungseinheiten. In Hochphasen ihrer
Wer arbeitet wie die Berliner Start-ups Brightside Games UG und it Matters Games UG, braucht auch räumliche Flexibilität. „Wir waren Anfang 2011 die allerersten Mieter im CHIC, noch vor der offiziellen Eröffnung und ehe dort Internet verfügbar war“, berichtet Brightside-Gründer Thomas Bedenk. Längst haben sich die Flure des Charlottenburger Innovations-Centrums gefüllt, das die WISTA-Tochter IZBM managt. Bedenk und Mitgründer Johannes Giering haben aber immer noch die Option, bei Bedarf zusätzliche Räume zu mieten und diese nach der heißen Projektphase auch wieder abzugeben. Kennengelernt haben sich Bedenk und Giering in einem Studienprojekt an der Technischen Universität (TU) Berlin. Darin entwickelten sie das Konzept ihres Spiels „Zeit2“, das es dann bis ins Finale des Independent Games Festival schaffte. Top 10 in einem Feld 145 internationaler Teams: In der Gamer-Szene kommt das einem Ritterschlag gleich. Das Duo hat den Schwung genutzt, Rat beim Gründerservice der TU Berlin gesucht, ein EXIST-Gründerstipendium erhalten und 2009 gleich noch den Gründerwettbewerb Multimedia gewonnen. An diesen Erfolg konnten sie anknüpfen. „Wir haben bisher eine sehr gute Mischung aus Eigen- und Auftragsentwicklung hinbekommen“, sagt Bedenk. Die Gewinne aus Aufträgen haben

sie in eigene Game-Ideen investiert. So sind sie bislang ohne Investor ausgekommen – und haben mit ihrem neuesten Spiel „Team Indie“ wieder Nominierungen beim Deutschen Entwicklerpreis und beim Deutschen Kindersoftwarepreis erreicht. Trotz der Erfolge bleibt das Team geerdet: „Es ist nicht unser vorrangiges Ziel, schnell zu wachsen und möglichst viel Geld aus unseren Kunden zu ziehen“, sagt Bedenk. Ihm schwebt vor, weiterhin als flexible, schnell anpassungsfähige Einheit zu agieren. Die Games-Branche sei kompliziert und wandele sich ständig. Vertriebsmodelle verändern sich. Mobile Geräte mischen den Markt auf. Nur wer am Ball bleibt und Veränderungen antizipiert, hat Aussicht auf Erfolg. Die Gründer von it Matters Games haben einen anderen Weg eingeschlagen, der sie nun ins neue Adlershofer Zentrum für IT und Medien (ZIM 3) führt. Seit dem Start vor 2,5 Jahren ist das Team von drei auf zwölf Mitarbeiter und damit über die bisherigen Räume in Oberschöneweide hinausgewachsen. Zumal auch hier in heißen Entwicklungsphasen Freelancer hinzustoßen. Geschäftsführer Jens Kortboyer hat sich deshalb in ganz Berlin nach Räumen umgeschaut. „Ich habe nichts gefunden, was für den Preis nur annähernd den Standard und die Infrastruktur bietet, wie das ZIM“, sagt er. Und auch die Option, im ZIM weiterzuwachsen, habe ihn überzeugt. Kortboyer hat it Matters Games in Kooperation mit Hendrik Lesser klar auf Wachstum ausgerichtet. Lesser war einst sein Dozent, ist international bestens vernetzt und setzt sich auf allen Ebenen für die junge Games-Branche ein. Der Macher steht an der Spitze der Münchener remote control productions (rcp). Deren Mitarbeiter schwärmen ständig auf Messen und Kongresse in aller Welt aus und bringen in Erfahrung, wer

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Im Vergleich zu Diesel-Fahrzeugen werden bei Erdgas-Fahrzeugen weniger Stickoxide produziert, es wird weniger CO2 verursacht und nahezu kein Feinstaub emittiert. Fahrzeuge mit Erdgas-Antrieb können damit für saubere Luft auf Berlins Straßen sorgen. Zahlreiche Hersteller bieten bereits eine breite Modellpalette von Kleinwagen bis hin zu Nutzfahrzeugen mit Erdgas-Antrieb an. Und die Umwelt freut sich.

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CAMPUS

Wer trägt das Risiko?
Unternehmer oder Arbeitnehmer, wer hat wirklich den Schwarzen Peter, ökonomisch gesehen, wenn es schiefgeht? Antwort geben Berliner und Wiener Finanzforscher, die die Risikobeteiligung innerhalb von Unternehmen untersuchen.
„ as Familienunternehmen in Warroad, Minnesota, das während dieser Rezession nicht einen einzigen seiner 4.000 Beschäftigten entlassen hat, auch nicht, als seine Wettbewerber Dutzende von Fabriken geschlossen haben, auch nicht, obwohl es für die Eigentümer den Verzicht auf Vergünstigungen und Verdienste bedeutete, – das gibt mir Hoffnung, denn sie haben verstanden, dass die Community und die Arbeiter, die dazu beigetragen haben, das Unternehmen aufzubauen, ihr größtes Kapital sind.“

auch das Risiko teilen. In Obamas Beispiel hätten also die Unternehmen, die ihre Fabriken geschlossen haben, möglicherweise auch einen Beitrag dazu geleistet, dass die Beschäftigung im Familienunternehmen gesichert werden konnte. Um dieser Hypothese nachzugehen, haben sich die Forscher um Stomper in den vergangenen zwei Jahren exemplarisch eine Branche sehr detailliert angeschaut, nämlich die der Elektrizitätserzeuger. In aufwendiger Arbeit haben die Forscher Datensätze von Unternehmen aus weltweit 40 Ländern aufbereitet. Die Finanzwissenschaftler sehen sich die Entwicklung von Beschäftigtenzahlen, Lohn und Dividenden an, wobei die ersten beiden Maße betrachtet werden, um das Risiko der Arbeitnehmer zu messen, das letztere in Bezug auf das Risiko der Unternehmer. Von Interesse war auch, welcher Prozentsatz des Umsatzes jeweils für Lohn- und Dividendenzahlungen aufgewendet wird. Die Entwicklung in den einzelnen Unternehmen wurde in Abhängigkeit von der Flexibilität der Wettbewerber, das heißt dem Reaktionsvermögen etwa auf einen Nachfragerückgang, untersucht. Kraftwerksbetreiber werden zum Beispiel Atomkraftwerke nicht so gerne abschalten, weil das betrieblich aufwendig ist, Gaskraftwerke dagegen schon, weil ihr Betrieb flexibler handhabbar ist. „Unsere Ergebnisse sprechen tatsächlich dafür, dass die Unternehmer Hauptträger des Risikos sind“, resümiert Stomper. Mit unflexiblen Mitbewerbern sind die Umsatzerlöse weniger stabil, denn Nachfrageschwankungen, auf die Mitbewerber nicht reagieren, schlagen ungebremst auf das eigene Unternehmen durch. Weniger stabile Umsatzerlöse führen wiederum zu weniger stabilen Dividenden. Die Stabilität von Löhnen ist dagegen weniger stark betroffen. Wobei unter Löhnen die Gesamtlohnsumme zu verstehen ist, also das Produkt aus Anzahl an Arbeitnehmern und durchschnittlichem Lohn. Stomper: „Wir beobachten aber auch, dass im Falle unflexibler Mitbewerber die Beschäftigung weniger stabil ist. Dieses Beschäftigungsrisiko betrifft offenbar vor allem die schlechter bezahlten Arbeitnehmer und verändert die Stabilität der Lohnsumme daher kaum.“ ud

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Dieses Zitat von US-Präsident Barack Obama aus dem Jahr 2012 ist für Alex Stomper ein exzellenter Aufhänger für seine aktuelle Forschung. Im Rahmen des Sonderforschungsbereichs SFB 649 „Ökonomisches Risiko“ untersucht der Professor für Finanzwirtschaft von der Humboldt-Universität zu Berlin zusammen mit dem Postdoc Daniel Rettl und Josef Zechner, Professor an der Wirtschaftsuniversität Wien, wie sich das ökonomische Risiko zwischen Unternehmer und Arbeitnehmer aufteilt. „Das ist eine der großen Fragen, die uns in der Betriebswirtschaft immer wieder umtreiben“, sagt Stomper.

„Und das ist auch ein wichtiger ideologischer Punkt. Wir haben viel Ideologie in der Wirtschaftspolitik, die darauf aufbaut, dass die Unternehmer die Risikoträger sind. Zu überprüfen, wie stichhaltig diese Ansicht ist, ist auch politisch wichtig. Dazu möchte ich einen Beitrag leisten.“ Dabei wollen die Forscher mit ihrer jetzigen Arbeit die Perspektive erweitern. Sie sehen nicht nur eine Firma alleine, sondern begreifen sie als Teil einer industriellen Branche, in der sich viele Unternehmen mit ihren Entscheidungen gegenseitig beeinflussen und damit

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Setzt auf Fakten statt auf Ideologien: Finanzwissenschaftler Alex Stomper forscht an der Humboldt-Universität zu Berlin

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EINBLICKE

VERANSTALTUNGEN

„PITCH BATTLE“
im Bunsensaal
Rund 60 aufstrebende Internetunternehmer treffen sich im Mai zum ersten internationalen Start-up-Bootcamp in Adlershof.

SCHLAU DURCH DIE NACHT
Der Wissenschaftsstandort Adlershof ist einer der Besuchermagnete zur Langen Nacht der Wissenschaften. Am 13. Juni laden Berliner und Potsdamer Wissenschaftseinrichtungen von 17 bis 24 Uhr wieder zur Entdeckungsreise ein.

Boheme – und Adlershof ist mittendrin: Wenige Tage vor Beginn der Re:publica und der Berlin Web Week stehen mehr als 60 aufstrebenden Web-Start-ups aus ganz Europa intensive Tage bevor. Vom 1. bis zum 3. Mai kommen sie zum ersten „Berlin Bootcamp“ auf dem Adlershofer Campus zusammen. Dabei geht es nicht um militärischen Drill oder Zirkeltraining. Die Firmengründer sollen ihre Geschäftsideen weiterentwickeln, in „Pitch Battles“ zu verkaufen lernen und sich detaillierten Rat von Experten und Investoren abholen. Ausgewählt wurden die Jungunternehmer aus den über 400 Start-ups des EU-Programms „FIWARE Accelerate“, in dessen Rahmen in den kommenden Jahren 80 Millionen Euro investiert werden, um die europäische Internetwirtschaft international wettbewerbsfähiger zu machen. Spezialisiert sind die in dem Programm geförderten Start-ups etwa auf Anwendungen für sogenannte Smart Cities, bei denen es um die Vernetzung städtischer Infrastrukturen geht, oder auf die Digitalisierung im Gesundheitswesen. „Das Bootcamp hilft Fragen zu beantworten, die all diese Unternehmer beschäftigen: Etwa welche Geschäftsmodelle sich aus den neuen Vernetzungsmöglichkeiten entwickeln lassen oder wie sie bestehende Probleme zum Beispiel in Bezug auf Datenschutz angehen

Im Mai wird Berlin wieder einmal zum Zentrum der digitalen

können“, erläutert Alexander Berlin von der internationalen Investorenberatung Media Deals, die das Treffen im Auftrag des EU-Programms organisiert. Dabei soll es nicht nur ernst zugehen: Neben einem Start-up-Slam mit DJ-Begleitung steht zum besseren Kennenlernen eine von der lokalen Firma Life Action Games konzipierte Onlineschnitzeljagd auf dem Programm. In einer „Overnight Challenge“ können die Gründer zudem wetteifern, wer in einer Nachtsitzung die eigene Geschäftsidee besonders kreativ weiterbringt. „Adlershof ist für unser Vorhaben der perfekte Ort, sich auszutauschen“, sagt Berlin, der vor wenigen Jahren sein eigenes Start-up dort aufbaute. Mit dieser Ansicht steht er nicht allein. Tatsächlich ist Adlershof als Veranstaltungsort in den vergangenen Jahren immer beliebter geworden: Pro Jahr stellen Heidrun Wuttke und ihr Team bis zu 200 Konferenzen und Firmentreffen auf die Beine, wie die Leiterin des Veranstaltungsmanagements Adlershof con.vent. erzählt. Für jährlich rund 10.000 Fachbesucher aus wissenschafts-, technologie- und medienorientierten Branchen organisieren sie Kongresse, Abendempfänge, Ausstellungen oder auch Sommerfeste. Im Oktober etwa richtet die Optische Gesellschaft Amerika ihren fünftägigen Optikkongress „Advanced Solid State Lasers Conference and Exhibition (ASSL)“ mit 500 Teilnehmern und 70 Ausstellern in Adlershof aus. Wenn im Mai die Teilnehmer des Bootcamps unter anderem im Bunsensaal konferieren, sieht Wuttke darin auch eine gute Gelegenheit, „unsere Kompetenzen für Hightech-Start-ups bekannter zu machen“. So manche Technikfirma, die in Adlershof ihre Anfänge nahm, habe inzwischen „voll abgehoben“, sagt sie mit Blick auf erfolgreiche Gründungen wie die der Firma Chromicent, die Anfang September hier zu einer Analytikveranstaltung einlädt. „Wir wollen mehr als ein Technologiepark sein, zu einer Stadt gehört auch Urbanität und Kultur“, betont Wuttke. Dafür lassen sie und ihr Team sich viel einfallen: Seit einiger Zeit läuft eine Stummfilmreihe und Besuchern werden geschichtsträchtige Orte gezeigt, wie zum Beispiel der Raum, in dem Angela Merkel einst ihre Dissertation verteidigte. cw

13. JUNI
Reinraumlabor des Ferdinand-Braun-Instituts gehen. Erfahren, wie LEDs statt sichtbarem ultraviolettes Licht ausstrahlen, wie sie Wasser desinfizieren oder den Pflanzenstoffwechsel steuern können. Auf dem digitalen Dancefloor mit eigenen Körperbewegungen Energie erzeugen, im Institut für Geographie Steine zum Klingen bringen und in Mitmachexperimenten hinter psychologische Zusammenhänge steigen. Jiddische Musik, Jazz und afrikanisches Essen genießen und von der abschließenden Lasershow und dem Feuerwerk nach Hause entlassen werden. Nina Ernst freut sich in diesem Jahr besonders auf die digitale Schnitzeljagd. Diese App ist ein Quiz mit 40 Fragen, bei denen man 810 Punkte erreichen kann. „Ich bin ein Fan von Schnitzeljagden, einfach ideal, um an Orte zu gelangen, die man sonst vielleicht nie entdeckt hätte.“ 2013, bei der Erstauflage dieser App, hatten sich 150 Wissensdurstige beteiligt. Die Teilnehmer sind live im Challenge um die meisten Punkte. Für Kinder ab etwa vier Jahren gibt es eine passende Version auf Papier. Nina Ernst hat vor zwei Jahren im digitalen Wissensquiz den ersten Preis gewonnen – ein Hotelaufenthalt am Schwielowsee. 2015 will sie nun den Titel verteidigen. jg

Licht und Energie sind die diesjährigen Adlershofer The-

menschwerpunkte in Anlehnung an das Jahr des Lichts. In 22 Einrichtungen kann man Wissenschaftler treffen, Experimente bestaunen und Labore sehen, die sonst verschlossen sind. Wieder werden über 20.000 Besucher in Adlershof erwartet. Nox the robot wird mit seinen 2,40 Metern Größe schon von weitem zu sehen sein und die Besucher begrüßen – nicht irgendwie, sondern mit einer Robotershow, die speziell für die klügste Nacht programmiert wurde. Was alles drinsteckt im digitalen Gast aus Bayern, das verraten Wissenschaftler am Infostand. „In dem Moment, wo man ein Experiment selbst machen kann oder direkt danebensteht, wird Wissenschaft so richtig spannend“, schwärmt Nina Ernst. Sie kommt schon seit Jahren zur Wissenschaftsnacht in Adlershof. Sie und ihr Mann arbeiten am Standort in einem Consultingunternehmen. Eines ihrer persönlichen Highlights: das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt: „Ich habe zum Beispiel Experimente zur Verkehrslenkung angeschaut. Da versteht man erst mal, wie Stau entsteht. Aber eigentlich gibt es in Adlershof so viel zu sehen, dass man kaum sagen kann, welches der vielen Themen das interessanteste ist.“ Und das alles ist am 13. Juni möglich in Adlershof: Im Audi-Zentrum e-tron Fahrzeuge Probe fahren und die musikalisch-physikalisch-komödiantische Show der Physikanten bewundern, sich durchs Heizkraftwerk, die Fernsehstudios, die naturwissenschaftliche Zweigbibliothek führen lassen oder ins staubfreie

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MEDIEN
Sie heißen 633 oder 664, je nachdem über wie viele Eingangskanäle sie verfügen. In den robusten, aber dennoch leichten schwarzen Gehäusen, die nicht größer sind als ein Taschenbuch, befindet sich hochkomplexe Computertechnik. Das Modell 664 ist sozusagen der „große Bruder“ von 633, mit doppelt so vielen Eingangskanälen. Es ist für das große Filmset gedacht. „Da wollen Regisseure, Produzenten oder deren Assistenten während der Aufzeichnung mithören oder miteinander sprechen. Dafür braucht man dann einfach mehr Kanäle“, erklärt Fassio. Der Durchbruch gelang dem Unternehmen mit dem Modell 744, dem weltweit ersten verlässlichen digitalen Aufzeichnungsgerät mit einem Festplattenrekorder. Dass er „revolutionär“ war, findet auch Tonmeisterin Fassio: „Wegen seiner Funktionsweise, seiner Robustheit und er war im Vergleich zur Konkurrenz unglaublich klein.“ Das Adlershofer Team soll in naher Zukunft alle in der EU verkauften Audio- und Videogeräte des Unternehmens warten. Eine filigrane Aufgabe, „denn wir reparieren noch auf Komponentenebene“, erklärt Fassio. Das heißt zum Beispiel Löten unter dem Mikroskop nach hochkomplexen Schaltplänen. Dafür braucht es Fingerspitzengefühl, Geduld und jede Menge Erfahrung. Seine Mitarbeiter schult das Unternehmen dafür direkt am Firmensitz in Reedsburg. Auch die Anregungen seiner Kunden werden bei der Weiterentwicklung der Geräte berücksichtigt. Mit dem Wissen aus dem Tonbereich hat Sound Devices vor drei Jahren auch begonnen, kleine mobile und größere Videorekorder für Übertragungswagen zu entwickeln. Weil Daily Soaps einen HD-Fernsehmarkt bedienen, HD-Aufzeichnungsgeräte aber häufig extrem teuer sind und Produktionsfirmen begrenzte Budgets haben, wird nicht selten ein kleiner, mobiler, digitaler Videorekorder an die Kamera gekoppelt, der parallel in HD aufzeichnet. Ein anderer Grund für die parallele und digitale Aufzeichnung ist die Datensicherheit. Die Daten der Videorekorder werden 4-fach gesichert, sie verfügen über eine doppelte Stromversorgung. Denn auch für das Bild gilt: Datenverlust ist eine Todsünde. Wer erinnert sich schon gern an den achtminütigen Bildausfall zur Fußball-Europameisterschaft 2008. „So etwas darf einfach nicht passieren“, sagt Ginetta Fassio. rb

Die Geräte erleben einiges und sehen oft dementsprechend aus. Sie müssen die schwierigsten klimatischen Bedingungen aushalten und trotzdem zuverlässig arbeiten.

Reparatur eines Sound Devices Audio-Recorders unter dem Mikroskop in der Werkstatt

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Ginetta Fassio setzt auf unternehmerisches und familiäres Wachstum

Eine Pappbox mit diversen Audioteilen und beschriftet mit „Sound Devices“ markiert die bescheidenen Anfänge des Unternehmens aus dem mittleren Westen der USA. Im Sommer 1998 starteten dessen Gründer in Reedsburg, Wisconsin, mit einem einzigen Ziel: Kleine, robuste und intuitiv bedienbare Audiorekorder zu bauen. Heute kommt auch in Deutschland kaum eine Filmproduktion ohne sie aus. Ob Daily Soap, Fernseh- oder Kinofilmproduktion – die digitalen Audio- und Videorekorder der Firma Sound Devices sind fast immer mit dabei. Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen sein Europa-Service-Center eröffnet – in Adlershof.
nzwischen haben Tontechniker die Geräte des Unternehmens auf eisigen Berggipfeln genauso erfolgreich genutzt wie in Wüsten und Regenwäldern, unter anderem für die an beiden Polen gedrehte und preisgekrönte Dokumentarserie der BBC und des Discovery-Channel „Frozen Planet“ oder Filme wie Tarantinos „Django Unchained“ und Christopher Nolans Batman-Streifen „The Dark Knight“.

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„Die Geräte erleben einiges und sehen oft dementsprechend aus“, sagt Ginetta Fassio, Niederlassungsleiterin in Adlershof, schmunzelnd. Filmarbeit finde häufig draußen statt, die Geräte müssten die schwierigsten klimatischen Bedingungen aushalten und trotzdem zuverlässig arbeiten. Fassio weiß, wovon sie spricht. Sie ist studierte Tonmeisterin und hat jahrelang die Geräte des Unternehmens selbst genutzt.

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H ERAUSGEBER WISTA-MANAGEMENT GMBH REDAKTION Sylvia Nitschke (V. i. S. d. P.) REDAKTIONSADRESSE WISTA-MANAGEMENT GmbH, Bereich Kommunikation Rudower Chaussee 17, 12489 Berlin Telefon: 030 63 92 - 22 38 , Fax: 030 63 92 - 22 36 E-Mail: nitschke@wista.de www.adlershof.de/journal AUTOREN Rico Bigelmann (rb); Dr. Uta Deffke (ud); Dr. Winfried Dolderer (wid); Jördis Götz ( jd); Christian Hunziker (ch); Chris Löwer (cl); Jens Lubbadeh; Sylvia Nitschke (sn); Peter Trechow (pt); Claudia Wessling (cw) LAYOUT U N D H ERSTELLU NG Medienetage Anke Ziebell Telefon: 030 30 87 25, Fax: 030 97 00 54 81 E-Mail: aziebell@medienetage.de www.ziebell-medienetage.de

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Die Bauarbeiten für die neue Beschleunigeranlage bERLinPro (Energy Recovery Linac Prototype) in Adlershof haben begonnen. Auf dem Gelände des Helmholtz-Zentrum Berlins (HZB) entsteht eine unterirdische Beschleunigerhalle. Sie bildet den Kern der kompakten Anlage bestehend aus einem Linearbeschleuniger (Linac) mit Energierückgewinnung. Die Baukosten belaufen sich auf ca. 12,7 Millionen Euro, die Inbetriebnahme des ersten Abschnitts ist für Mitte 2018 vorgesehen, die Gesamtanlage soll im Herbst 2019 in Betrieb gehen.

Im bERLinPro werden Elektronenpakete in einem Injektor erzeugt und in einem langen, geraden und supraleitenden Linearbeschleuniger (Linac) auf nahezu Lichtgeschwindigkeit beschleunigt. Die Elektronen werden dann durch sogenannte Undulatoren geführt und erzeugen dort Röntgenstrahlung wie in einer Synchrotronstrahlungsquelle. Sie haben jedoch eine höhere Brillanz. Die Elektronenpakete werden kontinuierlich injiziert und kommen nach ihrem Umlauf wieder in den Linac zurück, wo sie abgebremst werden. Dadurch gewinnt man nahezu die gesamte Energie zurück. www.helmholtz-berlin.de

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