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Periodical volume

Full text: Adlershof-Journal Issue 2013,5/6 Mai/Juni

Adlershof Journal

Mai/Juni 2013

	 „Pantoffel-Effekt“: 	 Kurze Wege in der 	 	 Wissenschaftsstadt 	 Raumfahrernachwuchs: 	 spaceclub_berlin gegründet 	 Kunstkaserne: 	 Ein Hauch New York am 	 	 Groß-Berliner Damm

Technologieparks:
Wer sie braucht. Wie sie funktionieren. Wie sie sich vernetzen.

www.adlershof.de

Adlershof Journal
Mai/Juni 2013

ESSAY

INHALT
01	
	 	

AUS DER REDAKTION

ESSAY
Wächst in Adlershof ein Adobe? Vom langen Atem, einen Park zu gründen

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Einblicke MENSCHEN
Der Japanexperte: Uwe Richters Herz schlägt für das Land der aufgehenden Sonne

	Fotostrecke: 50 Jahre ZDF

Machen Sie sich selbst ein Bild
Wissenschaftsstädte, Hightech-Regionen, Technologiecluster – die Begriffe hören und lesen wir täglich in den Medien. Doch was ist das genau? Was eint, was unterscheidet sie? Wohin geht der Trend? Alle diese „Orte der Ideen“ verbindet das Ziel, Arbeitsplätze zu schaffen, Wachstum zu generieren. Netzwerke sind dabei ein entscheidendes Kriterium. Die Konzepte für die Technologieparks und -regionen, Forscherstädte und Cluster sind ähnlich, aber es gibt unterschiedliche Modelle. An klaren Definitionen mangelt es. Deshalb fällt auch ein Größenvergleich schwer, wie Wissenschaftsjournalist Paul Janositz bei der Recherche für unsere Titelstory feststellen musste. Laut den Zahlen der International Association of Science Parks, kurz IASP, ist die Montpellier Méditerranée Technopole – Montpellier Agglomération mit fast 30.000 Unternehmen Europas größtes „Zentrum der Innovation“. Fest steht auch, dass die Stadt für Wissenschaft, Wirtschaft und Medien Berlin Adlershof in Europa ganz vorn mitspielt, ja inzwischen Modellcharakter für neue Innovationsorte hat. Das bewies auch der Besuch von Ecuadors Präsident Rafael Correa Mitte April im Technologiepark Adlershof. Ecuador selbst plant eine „Stadt des Wissens“. Zunutze machen will sich Correa dabei auch die deutschen Erfahrungen beim Aufbau des Technologieparks Adlershof. Was die Erfolgsfaktoren von Adlershof ausmacht, erklärt Standortmanager Hardy Schmitz in unserem Beitrag auf Seite 8/9. Und vielleicht, liebe Leser, haben Sie nach dem Lesen auch Lust, sich Adlershof selbst anzuschauen: Zur „Langen Nacht der Wissenschaften“ am 8. Juni wäre dafür eine gute Gelegenheit. Ich würde mich freuen, wenn wir uns dann sehen. Ihre

Wächst in Adlershof ein Adobe?
Von indigenen Kulturen heißt es häufig, sie lebten so, wie die Europäer in der Steinzeit gelebt haben. Wenn das so wäre: Wie kommt es dazu? Aborigines etwa hatten schließlich genauso viel Zeit wie wir, um Kühlschränke, Klatschblogs und Kartenlesegeräte zu entwickeln, haben zur weltweiten Kultur allerdings, so sagen Spötter, in 40.000 Jahren lediglich Drogenfantasien, Bumerangs und eintönige Musik beigetragen. Früher hat man Schädel vermessen und so lange mit dem Maßband geschummelt, bis „erwiesen“ war, dass Aborigines kleinere Schädel haben als Weiße. Weswegen Aborigines auch den Weißen unterlegen seien. Aber das ist Unsinn. Angela Merkel etwa hat auch einen kleineren Schädel als ich, was außer Hutmachern jedoch niemanden beeindruckt. 30 Jahre später auf, die heutigen Giganten Google und Facebook sind gerade mal 14 beziehungsweise acht Jahre alt. Verglichen mit dem kalifornischen Riesenmammutbaum stehen deutsche Bäume im Schatten. Und so ist auch Adlershof noch kein Silicon Valley, liegt aber voll im Plan. Wer aber einen Park gründet, der braucht einen langen Atem. Es gilt der Waldbesitzerspruch: Das macht man für die Enkel und Urenkel. Etwas Künstliches wird organisch. Dazu muss es verwurzelt sein. Seit jeher war in Stanford der Glaube groß, etwas für den weiten, zu dem Zeitpunkt nicht mehr ganz so Wilden Westen tun zu müssen. Es ging immer darum, etwas zu schaffen, das bleibt. Das war Ausfluss des Pioniergeistes, der Wunsch, das Nichts zu begrünen. Wenn man sich die Bewässerung einmal wegdenkt, ist Kalifornien schließlich eine Wüste. Die Notwendigkeit von schöpferischen Zentren ist kaum zu bestreiten. Aber wie sie sich entwickeln? Da müsste man eine Hellseherausbildung absolviert haben. Geduld braucht man. Und schaut man sich das finanzschwache, flughafenarme, ja beinahe unkontaktierte Berlin an, sollte doch sogar so etwas wie Pioniergeist entstehen. Auch in dieser Wüste muss sich schließlich etwas pflanzen lassen.
Malte Welding ist Autor, Kolumnist der Berliner Zeitung und Blogger.

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FORSCHUNG
Nicht nur für Sternengucker: spaceclub_berlin für den Raumfahrernachwuchs eröffnet

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TITELTHEMA
Das globale Erfinderdorf: Technologieparks vernetzen sich international

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NACHGEFRAGT
Fokussiert und profiliert zum Erfolg: Der Adlershofer Pantoffel-Effekt

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Tischgespräch
mit Grit Schade von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, die sich für eine Schule in der Wissenschaftsstadt stark macht

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MEDIEN
Kunst aus der Kaserne: Ein Hauch New York am Groß-Berliner Damm

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Campus 
Computer, Bücher und Roboter: Zehn Jahre Rundum-Service im Erwin Schrödinger-Zentrum

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Unternehmen
Hightech-Metalle all'italiana: Werkstoff-Know-how aus dem ZMM

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GRÜNDER
Ein Lager für Ökostrom: Das Gründerunternehmen Autarsys entwickelt Inselsysteme

Der Mensch kommt selten mal alleine auf einen klugen Gedanken, wenn er nicht gerade Descartes heißt. Alle großen Kulturen wurden von anderen befruchtet. Wir haben die Null aus Indien, den Blitzableiter aus den USA und die Abseitsfalle aus Belgien. Erreichbarkeit hat sich als wichtiger erwiesen als angebliche Unterschiede in Schädelgrößen. Und Australien ist eben mal wirklich weitab vom Schuss. Auch heute noch gibt es weltweit etwa einhundert sogenannte unkontaktierte Völker. Und natürlich leben die ebenso wenig wie die heutigen Aborigines in der Steinzeit, selbst Völker auf den Andamanen-Inseln benutzen beispielsweise Metall von Schiffswracks. Unentdeckt ist tatsächlich kaum jemand, nur haben sich diese Völker nach dem Erstkontakt eben entschieden, dass sie lieber für sich bleiben. Alle großen Zivilisationen saßen an gut erreichbaren Orten, an Flüssen, an Küsten oder Handelsrouten. Und so versucht man

heute also Knotenpunkte zu schaffen. Zum Teil mit durchschlagendem Erfolg. Apple, Google, Facebook, Hewlett-Packard, Cisco, Adobe, Oracle und Yahoo: Sie alle stammen, neben Tausenden von anderen Firmen, aus einem Tal im Süden von San Francisco, dem Silicon Valley, dem Zentrum der Neuzeit, der Mutter aller Technologieparks. Jede Mutter hat einen Vater und so ist das auch im kalifornischen Technologie-Mekka der Fall. Frederick Terman, Dekan der School of Engineering der Stanford University, gründete den Stanford Research Park, zu den ersten Mietern gehörte HewlettPackard. William Hewlett und David Packard waren ehemalige Studenten Termans. Bei aller Künstlichkeit, die im „Park“ drinsteckt, ist es bedauerlicherweise so, dass man so etwas wie das Silicon Valley nicht aus dem Boden stampfen kann. Das Silicon Valley wurde nicht an einem Tag erbaut. Terman wirkte in den 1950er Jahren, der Begriff „Silicon Valley“ tauchte zum ersten Mal etwa

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KURZ NOTIERT Sylvia Nitschke Leiterin Adlershof Print

Ausführliche Texte und Adlershofer Termine finden Sie unter www.adlershof.de/journal

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Einblicke

Menschen in Adlershof

TV-Kommissar Wolfgang Stum ph mit Frau Christine

Große Bühne in Adlershof
Mit vielen bekannten Gesichtern feierte das ZDF Ende März seinen 50. Geburtstag in Adlershof. Schauspieler, Moderatoren und Sportler kamen zur Zeitreise durch die Fernsehgeschichte. Die Aufzeichnungen fanden im Studio Adlershof statt, gefeiert wurde anschließend im Forum Adlershof. Dabei waren unter anderem ...
Moderator und Comedian Bernhard Hoëcker

Kälte, dicker Schnee und Verkehrschaos zum Frühlingsanfang – Uwe Richter stört das alles nicht. Er ist Optimist, kann jeder Situation etwas Positives abgewinnen. Also schnallt er sich vor der Arbeit seine Langlaufski an und dreht eine Runde durch den frostigen Grünauer Forst. Er ist unerschrocken: „Wenn das Wasser der Dahme nicht gerade zugefroren ist, gehe ich dort an zwölf Monaten im Jahr schwimmen“, erzählt der 56-jährige Chef der Adlershofer Spreepatent GmbH. Die Firma ist auf den Technologietransfer zwischen Europa und Japan sowie Südkorea spezialisiert. Sie zeichnet sich durch eine einmalige Mischung aus Business Consulting, Ostasienberatung und Innovationstransfer aus. Und durch die gewinnende Art von Uwe Richter, dessen Herz für Japan schlägt. Er schätzt die verlässliche Art der Japaner, betont aber, dem Land gegenüber nicht unkritisch zu sein: „Mein Verhältnis ist wie in einer guten Freundschaft: Da muss man sich auch sagen können, wenn einem

(l.) und Boxerin Regina Halmich Schauspielerin Tina Ruland

Komiker Wigald Boning

Schauspielerin Ha nnelore Hoger, Ex-ZDF-Intendan t Dieter Stolte

etwas nicht passt.“ Die Atompolitik zum Beispiel. Wenn Richter im Radio hört, dass es wieder Probleme mit dem Kühlkreislauf der Atomruine in Fukushima gibt, dann ist er beunruhigt. Er belässt es nicht bei sorgenvollen Gedanken aus der Ferne, sondern packt auch selbst an: Als der TsuWenn es um das nami das Gebiet um Fukushima Land der aufgehenverwüstete, reiste Richter drei den Sonne geht, ist er der Mal als freiwilliger Helfer an, Kenner schlechthin auf dem um noch bewohnbare Häuser Campus: Uwe Richter, Chef der zu beräumen. „Eine wertvolle Spreepatent GmbH. Und er ist Erfahrung, die tief geht“, sagt er rundweg optimistisch, dass über diese „Herzenssache“. er selbst fiesem Frost im Frühling etwas abgeDabei wäre zu DDR-Zeiten seine winnen kann. tiefe Verbundenheit zu Japan beinahe abgewürgt worden, als ihm nach einem Praktikum Anfang der Achtzigerjahre an der Tokioter Botschaft der DDR klargemacht wurde, dass mit seiner Rückkehr der „Eiserne Vorhang runtergerattert war“. Richter hatte vorher International Business Relations in Moskau studiert und ihn lockte die weite Welt. Abends büffelte er an der Humboldt-Universität zu Berlin weiter Japanisch, was nicht gerade einfach ist, aber seine Bindung zu dem Land intensivierte. Von 1983 bis 1988 arbeitete Richter in einem Berliner Außenhandelsbetrieb und war zuständig für den Export von Werkzeugmaschinen, insbesondere nach Japan und China. Von 1988 bis 1990 war er Technologietransfermanager an der Akademie der Wissenschaften in Berlin, von 1990 bis 1994 stand er bei der Berliner Niederlassung des japanischen Unternehmens Tomen Corp. in Lohn und Brot. Das nennt man einen roten Faden – die eigene Firmengründung mit dem Fokus auf Japan war da nur konsequent. So kann es kein Zufall sein, dass Uwe Richters Ehefrau Steffi das Institut für Japanologie an der Universität Leipzig leitet und Sohn Thomas unter anderem Japanologie studierte. Der 34-Jährige dreht seit Kurzem das Rad noch einen Tick weiter, seit er sich mit „Nigi Berlin“ selbstständig gemacht hat. Dahinter verbirgt sich seine Firma, die hier Onigiri auf den Markt bringt, einen japanischen Reissnack. Die Reisecken sind verschieden gefüllt und mit gerösteten NoriAlgen umhüllt. Den Snack gibt es übrigens auch Dienstag bis Donnerstag im Adlershofer Betriebsrestaurant. Zum Jahresende wird die ganze Familie samt Enkelkindern ihren Urlaub im Land der aufgehenden Sonne verbringen. Richters Enkel nennen ihn übrigens „junger Opa“. Das hat wohl mit seiner Emsigkeit und seinem sportlichen Programm – vom Joggen übers Paddeln bis zum Halbmarathonlaufen – zu tun. Und natürlich mit den eisigen Bädern in der Dahme. cl

Nachrichten-Frauen Dunja Hayali und Barbara Hahlweg, Fernsehkoch Johann Lafer

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Uwe Richter liebt Onigiri, einen japanischen Reissnack

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Forschung

Forschung

Im Februar haben das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt und das Raumfahrtzentrum orbitall im FEZ-Berlin den spaceclub_berlin eröffnet. Seitdem erobern Kinder ab 12 Jahren den Weltraum: Bei den regelmäßigen Treffs experimentieren sie zum Thema Schwerelosigkeit, bauen Wasserraketen und befragen Astronauten.

Nicht nur für Sternengucker

Schon viele Minuten wirbelt Adrian Melinat im Aerotrim herum. Der 13-Jährige genießt sichtlich den Adrenalinkick, sich dreidimensional um die eigene Achse zu drehen. Er hält momentan den Rekord an dem Astronautentrainingsgerät, das im Raumfahrtzentrum orbitall im FEZ-Berlin in der Wuhlheide steht. Auch Christina Nadolsky (15) und Nana Reinhardt (16) mögen die Übungen in dem „High-Tech-Rhönrad“ – auch wenn man danach erst einmal etwas wackelig auf den Beinen ist. Es ist Donnerstag. Die drei Schüler und viele weitere treffen sich hier seit Ende Februar regelmäßig im spaceclub_berlin. Nicht hauptsächlich, um am Aerotrim zu trainieren, sondern weil sie von Raumfahrt und Astronomie begeistert sind. „Die Idee für den Club entstand letzten Sommer während einer Ferienwoche im orbitall Spacecamp“, erzählt Nana, die wie Christina und Adrian Gründungsmitglied des spaceclub_berlin ist. „Wir wollten einen Ort haben, wo wir eigene Jugend-forscht-Themen ausarbeiten, Astronauten live erleben und Mitmachexperimente durchführen können“, sprudelt es aus Nana raus. Die schlanke selbstbewusste Zehntklässlerin des Hans-und-Hilde-CoppiGymnasiums weiß schon genau, dass sie später einmal Ärztin werden will. Physik möchte sie als Zweitfach studieren. Für Christina hingegen steht fest, dass sie als Pilotin bei der Bundeswehr anfangen möchte. Aber vielleicht landen die beiden beruflich auch irgendwann im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)? Der Club ist nämlich ein gemeinsames Projekt vom DLR und orbitall. Die beiden Einrichtungen kooperieren schon seit Anfang der 1990er-Jahre: Wissenschaftler des DLR erklären Kindern und Jugendlichen Planetenmissionen sowie ihre Suche nach Leben im All oder stellen beispielsweise Exponate für die Vitrinen im orbitall und Informati-

onsmaterialien bereit. Für Christoph Pawek, Leiter des Berliner DLR_School_Labs, ist der neue Club die „perfekte Ergänzung“ für die DLR-Nachwuchsförderung. 3.000 Schüler haben 2012 das Schülerlabor des DLR in Adlershof besucht. „Dort bieten wir eintägige Veranstaltungen für ganze Klassen oder größere Gruppen. Im spaceclub_berlin hingegen wollen wir wissensdurstige Schüler individuell und dauerhaft ansprechen“, wirbt Pawek für die Initiative. Schon als Kind hätte auch ihn der Blick in den nächtlichen Sternenhimmel absolut fasziniert, aber leider spielten die Themen Raumfahrt und Astronomie in seiner Hamburger Schulzeit keine Rolle. Auch Angebote wie das orbitall oder einen spaceclub

gab es damals nicht im Wohnumfeld. „Wer weiß, was sonst aus mir geworden wäre“, sagt Pawek schmunzelnd. Astronomie steht leider auch heute nicht als Unterrichtsfach auf dem Lehrplan vieler Schulen. Daher schreckt Adrian, der in Lichterfelde wohnt, auch die einstündige Anfahrt in die Wuhlheide nicht. Er erinnert sich, das orbitall durch eine Schulexkursion in der 5. Klasse kennengelernt zu haben. Seitdem hat es ihn in die futuristische Einrichtung mit Weltraumlabor, Nachbauten der Sojus-Kapsel mit eingebautem Flugsimulator, der Internationalen Raumstation ISS und natürlich der Trainingshalle immer wieder hingezogen.

Der spaceclub_berlin, das orbitall und auch die Sternenfreunde aus dem FEZ werden während der „Langen Nacht der Wissenschaften“ am 8. Juni im DLR-Standort Adlershof vertreten sein. Wenn Wind und Wetter mitspielen, können die kleinen und großen Gäste dann als eines von vielen Highlights selbst Quadrokopter fliegen lassen. Adrian, Christina und Nana werden weiter aktiv im spaceclub_berlin mitwirken. Vielleicht sind sie dann die Gewinner des „Überraschungspaketes Raumfahrt“, mit dem das DLR zum Jahresende die aktivsten Clubmitglieder belohnt. sn

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Äquators 27. 5. bis 15.6. +++ Wu

nder des Äquato

Mögen Loopings am Aerotrim: Christina, Nana und Adrian (v. l. n. r.)

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Titelthema

Titelthema

der grüne Laserstrahl ist eines der Markenzeichen der Wissenschaftsstadt Adlershof

Das globale Erfinderdorf
Technologieparks vernetzen sich international – Adlershof ist im 	 europäischen und weltweiten 	 Verbund dabei. Eine Idee erobert die Welt. Sie geht aus von Städten und Regionen, wird über Länder ausgedehnt, umfasst schließlich den ganzen Globus. Netzwerke werden gespannt, dann Netzwerke von Netzwerken. Am Werk ist beileibe keine Geheimorganisation, es sind vielmehr kluge Forscher, begabte Erfinder, wagemutige Unternehmer und seriöse Manager. Zum Beispiel Luis Sanz. „Technologieparks bilden zunächst einmal ein örtliches Netzwerk”, sagt der Generaldirektor der International Association of Science Parks (IASP) in Malaga. Sie bringen Unternehmen, Menschen, Universitäten und Forschungseinrichtungen zusammen, fördern deren Kooperation und stärken so die Innovationsund Wettbewerbsfähigkeit aller Beteiligten. Gleichzeitig seien die Parks die Knoten eines weltweiten Netzwerks, fügt Sanz hinzu. Dieses Netz immer dichter zu knüpfen, ist das Ziel der Organisation mit Sitz in Andalusien. Die IASP umfasst derzeit 388 Wissenschaftsparks in 69 Ländern mit knapp 130.000 Unternehmen. Sie decken die ganze Palette innovativer Sparten ab, von Biotechnologie, Chemie oder Elektronik bis zu Medizin, Optik oder Software-Engineering. Auch deutsche Parks machen bei der 1984 gegründeten Vereinigung mit, so auch Adlershof. Die Berliner Wissenschafts- und Technologiestadt ist auch im Bundesverband Deutscher Innovations-, Technologie- und Gründerzentren (ADT) aktiv, zusammen mit 154 weiteren Zentren, die etwa 60 Prozent solcher Einrichtungen in Deutschland repräsentieren. Man zählt dort 5.800 Unternehmen mit 46.000 Mitarbeitern. Alles in allem sind in den Zentren des 1988 ins Leben gerufenen Verbandes etwa 120.000 Arbeitsplätze entstanden. Neun von zehn neu gegründeten Firmen haben überlebt. Mehr als 8.000 Unternehmen konnten erfolgreich ausgegründet werden. Die Bilanz kann sich sehen lassen, doch ADTPräsident Bertram Dressel arbeitet schon an der Strategie für 2020. „Wir brauchen weitere Gründungen“, sagt er. Auch die bestehenden Parks könnten eine neue Politur gebrauchen. Ist die Infrastruktur für moderne Technologie in fünf bis zehn Jahren geeignet? Gibt es genügend Equipment für Biotechnologie und Reinräume für Mikroelektronik oder Feinwerktechnik? Hier will der Verband Anstöße geben und um politische Unterstützung werben. Teilweise geht der Trend zu Technologieclustern, das sind regionale Verbünde mit einheitlicher fachlicher Ausrichtung etwa auf Biotechnologie oder Mikroelektronik. Ihre Struktur richte sich an der Wertschöpfungskette ihres Technologiebereichs aus, sagt IASP-Chef Luis Sanz. Oft entstünden die Cluster relativ spontan, seien relativ locker organisiert und verzichteten auf gemeinsames Management, Infrastruktur oder Dienstleistungsangebote. Die Parks, die von IASP oder ADT repräsentiert werden, sieht Sanz dagegen als zielgerichtet organisierte Zusammenschlüsse. Dank interner Kooperation werden Innovationsprozesse, die von engagierten Erfindern in Gang gesetzt werden, effektiv gefördert. Über nationale und internationale Netzwerke können die in den Parks gewonnenen Erkenntnisse oder erzeugten Produkte weiter verbreitet werden. Seinen Ausdruck findet das weltumspannende Netzwerk in WAINOVA (World Alliance for Innovation). In der 2005 gegründeten Organisation, die ebenfalls in Malaga zu Hause ist, haben sich
oben: Beeindruckende Skyline: Hightech Industries Development Zone (XHTZ) in der zentralchinesischen Zone Xi `an unten: Kalifornisches Technologie-Mekka: Silicon Valley

28 nationale und internationale Vereinigungen aus fast 80 Ländern und aus allen fünf Kontinenten zusammengeschlossen. Auch ADT und IASP sind dabei. Das Netzwerk der Netzwerke repräsentiert etwa 2.000 Parks und 2.500 Forschungs- und Entwicklungszentren mit mehr als 350.000 Unternehmen

und zweieinhalb Millionen Arbeitsplätzen. Das ist schon eine sehr solide Grundlage, um die Idee vom weltweiten Dorf der Erfinder zu verwirklichen. pj

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Hardy Schmitz (rechts) freut sich über die neuen Bauherren Christa Eckhardt und Heiko Müller

Adlershofer  Tischgespräch
hinzu, dass einstige Gründer dank der Ausbaureserven des Standortes wachsen können, ohne wegziehen zu müssen. Davon zeugen die sich zahlreich drehenden Baukräne: AEMtec wird bald sein neues Gebäude beziehen und befindet sich damit in bester Gesellschaft mit der BAM, Bruker Nano, den Firmen LTB Lasertechnik sowie BESTEC, die gemeinsam bauen. Die Europa-Center AG beginnt mit dem dritten Bauabschnitt und der erste Spatenstich für den Fünf-Millionen-Neubau von Bauer Elektroanlagen ist getan. Den steilen Weg von einem Drei-MannProjekt in einer Beschäftigungsgesellschaft zu einer florierenden Firma, die sich in der Bauherrenriege wiederfindet, ist die SMD Leiterplatten-Lötservice GmbH gegangen. Bis zum Jahresende möchten die beiden geschäftsführenden Gesellschafter, Christa Eckart und Heiko Müller, ihr neues Fertigungsgebäude mit 1.500 Quadratmeter Nutzfläche auf dem Nordgelände beziehen. „Wir müssen weiterwachsen“, sagt das Geschäftsführerduo. Daher ist der Neubau für 100 Mitarbeiter ausgelegt; derzeit sind bei SMD 25 angestellt. „In Adlershof finden wir im Sinne unserer Kunden ein einzigartiges Netzwerk, was so wichtig wie das Zusammengehörigkeitsgefühl und die Nähe hier ist“, sagt Eckart. „Wir sprechen gern von Pantoffelkunden, die mal schnell in Puschen über den Hof geflitzt kommen, wenn sie Hilfe brauchen.“ Dieser Pantoffel-Effekt zählt zu den Erfolgsfaktoren: „Durch das Netzwerk aus Forschung, Instituten und kleinen Firmen können auch Nischenmärkte, beispielsweise mit hochspeziellen optischen Geräten, bedient werden“, sagt Professor Günther Tränkle, Direktor des Ferdinand-Braun-Instituts und Clustersprecher Optik/Mikroelektronik Berlin-Brandenburg. „Allein durch Forschung wird kein Technologiepark wirtschaftlich erfolgreich sein, es braucht immer Firmen, die das Geld verdienen.“ Und in Adlershof gelänge es, Forschung direkt wirtschaftlich zu verwerten. Das, wie Schmitz sagt, Adlershofer Biotop aus Forschung, Gründerzentren und Technologieunternehmen ist zur Blaupause für andere Technologieparks geworden. Es ist eine Erfolgsgeschichte mit vielen Fortsetzungen. cl … mit Grit Schade, die seit 15 Jahren in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt die Entwicklungsmaßnahme Johannisthal/ Adlershof begleitet. Durch ihr Architektur-, Real-Estate-Managementund Verwaltungsstudium sowie ihre langjährige Projekterfahrung weiß sie, dass man weiterhin viel Geduld haben muss, bis die Wissenschaftsstadt Adlershof fertig ist.

Tischgespräch

Adlershof Journal: Was ist Ihr Lieblingsplatz in Adlershof? Grit Schade: Hier, wo wir sitzen. Auf dem Forum mit seiner Südausrichtung pulsiert bereits heute das urbane Leben, das wir uns für ganz Adlershof wünschen. Wie verbringen Sie Ihre Mittagspause? Wenn die Zeit es erlaubt, gehe ich mit den Kollegen essen. Entweder am Köllnischen Park oder in Adlershof. Was war Ihre erste Begegnung mit Adlershof? 1994, direkt nach meinem Architekturstudium, habe ich bei der Fehr + Partner Architektengemeinschaft in Berlin angefangen und bin sofort in die Entwurfs- und Ausführungsplanungen für die Adlershofer Gründerzentren IGZ und OWZ eingestiegen. Es tut gut, zu sehen, dass diese Häuser auch heute noch voll bespielt sind. Überhaupt ist es großartig, wie Adlershof sich entwickelt hat. Mitte der 1990er-Jahre wirkte der Standort trostlos und es brauchte viel Fantasie, sich die heutige Wissenschaftsstadt vorzustellen. Wie kommen Sie zur Arbeit? Weil ich außerhalb Berlins wohne, ist das Auto für mich das flexibelste Fortbewegungsmittel. Worüber haben Sie sich kürzlich am meisten gefreut? Dass das Wohnen in der Wissenschaftsstadt eine neue Dimension erreicht hat. Im Quartier „Wohnen am Campus“ entstehen 1.200 Wohneinheiten in einer Mischung aus Townhouses, Geschosswohnungsbauten und studentischem

Wohnen. Bereits zwei Drittel der Flächen sind veräußert, jetzt beginnen die ersten Bauaktivitäten. Damit ist Adlershof auf einem guten Weg, sich vom Arbeitsauch hin zu einem Wohnstandort zu entwickeln. … und am meisten geärgert? Nachhaltig über die nicht gelungene Ansiedlung des naturwissenschaftlich ausgerichteten Oberstufenzentrums LiseMeitner, für die ich mich stark gemacht habe. Alle Wege waren geebnet, aber sozial-politische Gründe sprachen letztendlich für den Verbleib des Oberstufenzentrums in Neukölln. Ich bin überzeugt, eine weiterführende Schule oder ein Gymnasium mit naturwissenschaftlicher Ausprägung ist ein Baustein, der heute in der Adlershofer Bildungskette von der Kita bis zur Universität noch fehlt. Was ist Ihr nächstes Ziel? Die Bevölkerung in Berlin nimmt zu und die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum steigt. Der Senat hat auf die aktuelle Wohnungsmarktsituation reagiert und eine neue Wohnungsbauleitstelle – also eine Schnittstelle zwischen den Behörden, den Bezirken und der Wohnungswirtschaft – eingerichtet, in der ich ab Mai als Koordinatorin für Wohnungsneubau starte. Meine Nachfolge im Adlershofer Projekt übernimmt Sabrina Böttcher. Wie verbringen Sie Ihre Freizeit? Meine acht- und meine vierzehnjährige Tochter vereinnahmen diese im Wesentlichen. Es macht mir Spaß, mit der Großen ins Theater zu gehen. Ansonsten lese ich viel, auch in der Freizeit gern Fachliteratur über Stadtentwicklung sowie Romane. sn

Fokussiert und profiliert zum Erfolg
Seit gut zwei Dekaden verbindet der Wissenschaftspark im Südosten Berlins Forscher mit Hightechfirmen und Gründern. Während andernorts Zweifel an der Idee des Technologieparks keimen, floriert das Adlershofer Modell. Warum? Manchen gilt er als „Gallisches Dorf“, weil sich hier, abgekoppelt vom Rest der Stadt, erfolgreich eine Community entwickelt: der Wissenschafts- und Technologiepark Berlin Adlershof. Mit Blick auf andere Standorte am Rande deutscher Städte, die hart an der Grenze zur Investitionsruine segeln, wird zuweilen das „Auslaufmodell Technologiepark“ diskutiert. Hardy Schmitz, Chef des „Gallischen Dorfes“, hält die Idee nicht für gescheitert – es kommt nur darauf an, sie beharrlich zu verfolgen. Und das glückte in Adlershof über gut 20 Jahre hinweg. „Zeit und politische Geduld, dieses Cluster aufbauen zu dürfen, zählen zu den Erfolgsfaktoren“, sagt Schmitz. Doch das ist nicht alles: „Am besten funktionieren Technologieparks im Umfeld einer Hochschule, wobei sie durch eine Innovationsinfrastruktur einen wirtschaftlichen Andockraum für Talente schaffen müssen“, erklärt der Standortmanager. Und: „Man muss sich trauen, Schwerpunkte zu setzen.“ Denn ein klares Profil entwickelt Sogwirkung und erhöht die Chance international sichtbar zu werden. Dazu gehört auch, kritisch auszuwählen, wer in einen solchen Park passt: „Wir wachsen nicht querbeet, sondern mit klar technologieorientierten Unternehmen“, betont Schmitz. Am stetigen Arbeitsplatz- und Umsatzwachstum zeigt sich die nachhaltige Entwicklung: 2012 arbeiteten in 954 Unternehmen und 17 Instituten rund 15.000 Menschen, der Gesamtjahresumsatz lag bei 1,7 Mrd. Euro. Gut 70 % der Investitionen stammen aus der Privatwirtschaft, die längst die Rolle als Wachstumsmotor am Standort übernommen hat. Anfangs waren das gerade mal 15 %, den Rest schulterte in der infrastrukturellen Aufbauphase die öffentliche Hand. Mittlerweile hat Adlershof Modellcharakter für andere Technologieparks in der Stadt. Aber auch weit darüber hinaus, was ausländische Besucher belegen, die hier lernen wollen, wie es richtig geht. Schmitz: „Es ist wichtig zu einer Marke zu werden, was auch den Zusammenhalt und die Kooperation der Community hier fördert, fast wie in einem Club.“ Begünstigend kommt

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Medien
Künstler mit vielen Ideen: Juliana da Costa José, Nic Daniel und Alexander Leggin (v. l . n. r.)

Medien

Eine ganz neue Erfahrung. Denn Künstler haben starke Egos, dazu kulturell ganz unterschiedliche. Die prallen hin und wieder aufeinander. Und auch die Lebensstile führen manchmal zu Kontroversen. „Aber wir vermieten hier keinen Wohnraum, sondern Ateliers“, sagt da Costa José. „Meine Künstler sollen sich hier entwickeln können, Klienten und Sammler empfangen.“ Alexander Leggin sitzt in der Lounge, einem noch spärlich möblierten Raum. Seit Mitte 2012 ist der amerikanische Künstler aus Washington D.C. in Berlin. Als einer der ersten hat er hier im Oktober ein Atelier bezogen. „Das Licht ist super“, sagt Leggin, „und der Preis.“ Die Lounge ist sein Lieblingsplatz, ein Ort der Kommunikation. Hier treffen sich die Künstler aus Italien, Mexiko, Kuba, den USA oder Kamerun, tauschen sich aus. Leggin nutzt für seine Kunst Foto und Videoschnipsel von Freunden und macht daraus Ölgemälde. Seit Anfang April stellt er das erste Mal in Berlin aus. Auch Nic Daniel aus New York ist begeistert. Ein wenig New York spürt er auch an diesem Ort. Das New York der 1980er und 1990er, als er in den Musikstudios von Madonna arbeitete. Auch Christian Pilz und Sebastian Menzke haben hier ihre Ateliers. Pilz, in England geboren, studierte an der Hochschule der Künste in Berlin, war Meisterschüler bei Leiko Ikemura. Seine zeichnerischen Arbeiten wurden in Galerien und Kunstmuseen in Berlin, Japan, New York oder Russland ausgestellt.
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Nebenan macht Bodyart-Künstlerin Frida Weber Kunst auf Haut und in einem etwas abgeschotteten Teil des Komplexes sind die „lauteren“ Künste – Bildhauerei und Musik – untergebracht. Da Costa José ist in München in einer Künstlerfamilie aufgewachsen. Vom Vater, einem Bildhauer für sakrale Kunst, der heute in Los Angeles lebt, hat sie früh das anatomische Zeichnen und sein Handwerk gelernt. Das schwierige Verhältnis zu den Eltern treibt sie nach Berlin. „Der Kopf war leer“, sagt sie, „ich konnte keine Kunst mehr machen.“ Sie macht stattdessen Technomusik mit Freunden, ein Praktikum in den Bavaria Filmstudios, will Musikvideos drehen, arbeitet als Location-Scout, fotografiert Hip-Hop-Künstler. Später schreibt sie Artikel über Film und Fernsehen für die Online-Enzyklopädie Wikipedia, steigt auf in den Vorstand Deutschland und wird Vizechefin des WikipediaWeltkongresses 2010. Doch hier fühlt sie sich wie ein „Rädchen“. Kunst macht sie da nur noch nebenbei. 2012 findet sie die alte Kaserne und hat die Idee. Seitdem ist es nicht viel besser geworden mit der Zeit für ihre eigene Kunst. „Aber es wird besser“, sagt da Costa José. In Zukunft will sie sich wieder mehr der Malerei widmen. Ein Zyklus zum Thema Hölle. In dem soll es aber nicht um „die Hölle Verwaltungsarbeit“ gehen, sondern um religiöse „Blut und Boden-Rhetorik“. rb

Truppenraum Entstörer steht an der Tür. Ein Überbleibsel vergangener Tage. Von 1993–1999 nutzte die Telekom die Räume. Davor die deutsche Wehrmacht, die russische Armee und die DDR-Staatssicherheit. Anschließend stand das Gebäude über zehn Jahre leer. Seit August 2012 zieht in dem Gebäude des ehemaligen Flugplatzes Johannisthal wieder Leben ein. Mehr als 80 Künstler haben hier inzwischen ihre Atelierräume eingerichtet. Die Idee zur Kunstkaserne Berlin (KKB) – einem Künstlerhaus – am Groß-Berliner Damm hatte Juliana da Costa José, Malerin und Holzbildhauerin. Für die Kunst bleibt ihr seitdem nur noch wenig Zeit.

Vom Fenster blickt Juliana da Costa José auf den Kühlturm. „Wenn der gereinigt ist, kann man darin sogar baden“, sagt sie. Zukunftsmusik. Daneben der Schrottplatz im alten Flugzeughangar, wo der eine oder andere Künstler das Material für seine Kunst besorgt. Im Hof steht das alte Casino, noch mit DDR-Möbeln drin. Ein guter Veranstaltungsort. Auch Zukunftsmusik. Da Costa José hat viele Ideen. Ideen, für die man momentan noch einige Vorstellungskraft braucht. Die ehemalige Wehrmachtskaserne

hat baulich bessere Zeiten gesehen, nur das Notwendigste ist von den Besitzern – einer Erbengemeinschaft – investiert worden. Doch gerade das Rohe, Ungeleckte hat die Künstlerin inspiriert. Sie mag diesen Ort. Ohne Schnickschnack, der neue Kunstszenekiez Neukölln ganz in der Nähe, genau wie die S-Bahn. Es ist ein Spagat. Kunst und Verwaltung, das schließt sich fast von selbst aus. Verwaltungsregeln sorgten dafür, dass da Cos-

ta José ihren alten Atelierplatz verlor. Sie musste sich umsehen. Wie fast 6.000 andere Berliner Künstler, die auf der Suche nach bezahlbarem Ateliers sind. Verwaltungsregeln verhinderten auch einen neuen Ateliermietvertrag. In ihrer Kunstkaserne ist sie selbst so eine Art Verwaltung. Sie hat einen Projektvertrag geschlossen für Vermietung, Kunsthandel und Galerie. Sie vermittelt Räume an Künstler, hält den Kontakt zum Vermieter, sorgt für kleine Reparaturen und die Einhaltung der Hausregeln im Atelierhaus.
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Campus

Campus

Das Gebäude im Anthrazit- und Backstein-Kolorit fällt auf, in Farbe, Form und architektonischem Kontrast. Als Karree an zentraler Stelle steht das Erwin SchrödingerZentrum (ESZ). Und eine Art von Mittelpunkt ist es auch, denn hinter den Fassaden aus Zink und Ziegeln, einer gelungenen Kombination von historischen Werkhallen und Neubau, verbergen sich Wissensspeicher aller Art, vom herkömmlichen Buch bis zur modernsten digitalen Information. Verborgen bedeutet jedoch keinesfalls unauffindbar – im Gegenteil. Alles, was hier auf rund 10.000 Quadratmetern physisch und virtuell gelagert wird, ist greifbar, praktisch für jedermann. Damit nicht genug: Das Haus – von Humboldt-Universität und WISTA-MANAGEMENT GMBH gemeinsam gebaut – enthält Räumlichkeiten unterschiedlichster Größen und für die vielfältigsten Zwecke, die in einer Stadt der Wissenschaften, Hochtechnologien und Medien erfüllt werden müssen.

> Erwin Schrödinger-Zentrum	 Rudower Chaussee 26 www.esz.hu-berlin.de
Öffnungszeiten:	 Montag–Freitag 8.45–20.00 Uhr Samstag 11.00–18.00 Uhr Bestände: ·	 ca. 480.000 Bücher und gebundene Zeitschriften ·	 ca. 400 lfd. gedruckte Zeitschriftenabonnements ·	 ca. 20.000 Zeitschriften online, davon etwa 6.300 aus den Gebieten Naturwissenschaften/Technik ·	 ca. 30 große Datenbanken ·	 über 300.000 E-Books ·	 über 7.000 neue Bücher pro Jahr Arbeitsplätze: ·	 430 Arbeitsplätze, davon 180 öffentliche Computerarbeitsplätze ·	 14 Arbeitskabinen, 5 Gruppenarbeitsräume, 1 Blindenarbeitsraum ·	 2 Computer-Schulungsräume (je 19 Plätze) ·	 1 Konferenzraum, 1 Vortragsraum, 2 große Hörsäle, 4 Vorlesungsräume, 6 Seminarräume

Fachbibliothek für Umwelt der IGAFA, der Initiativgemeinschaft der Außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Adlershof, hervorging. Allein die ist viel mehr als eine „Bücherei“ im landläufigen Sinne. Denn sie betreibt das ESZ gemeinsam mit dem CMS, dem Computer- und Medienservice der HU, die früher „Rechenzentrum“ genannte Einrichtung für IT- und Mediendienste, das hier seinen Hauptsitz hat. „Service aus einer Hand“ findet der Besucher schon an der Theke. Sowohl Mitarbeiter des CMS als auch der Bibliothek versehen den Dienst. Zusätzlich ergänzt der Bibliotheksservice der IGAFA das Angebot. Diese einzigartige Kooperation zwischen außeruniversitärer Forschung, CMS und Universitätsbibliothek besteht seit Jahren sehr erfolgreich. Von Anfang an ist das ESZ ein Servicezentrum für Informations-, Dokumentations- und Kommunikationsdienste. „Unsere Leistungen stehen allen Studierenden, Professoren, Unternehmern und Wissenschaftlern der Wissenschaftsstadt Adlershof in derselben Weise zur Verfügung“, sagt Anja Herwig, die stellvertretende Leiterin der Zweigbibliothek. Das Niveau ist heute, nach zehn Jahren in Betrieb, unverändert hoch, in inhaltlicher wie technischer Hinsicht. Herwig: „Wir sind ein besonderer Standortfaktor für Adlershof. Gerade die elektronischen Dienstleistungen sind sehr interessant. Von unseren abonnierten – meist elektronischen – Zeitschriften

sind ca. 6.300 aus den Gebieten Mathematik, Naturwissenschaft und Technik. Diese breiten Informationen könnte sich ein kleineres Unternehmen gar nicht selbst beschaffen. Und wir haben nicht nur Zugriff auf die naturwissenschaftlichen Datenbanken, sondern auf alle der HU. So können wir eben auch spartenübergreifend arbeiten.“ Das weitläufige Haus ist mit allem ausgestattet, was heutzutage zur wissenschaftlichen Arbeit vonnöten ist. Zur guten Arbeitsatmosphäre gehört „Lehmanns Fachbuchhandlung“ ebenso wie das Bistro „Tim‘s Canadian Deli”. Im großen Lesesaal findet der Nutzer gleichermaßen Ruhe wie in den Arbeitskabinen und Gruppenarbeitsräumen. Im ESZ befinden sich die Hörsäle mehrerer Fakultäten. Hinzukommen Schulungs-, Vortrags- und Konferenzräume, Video-, Audioschnittplätze und ein kleines Filmstudio. Kino und Konzerte machen das ESZ zuweilen sogar zum Kulturhaus. Zwei stumme Diener, die beiden Roboter „Hase“ und „Igel“, sind für den Büchertransport zuständig. Sie sind eine weltweite Einmaligkeit für Bibliotheken und nur eine von vielen Besonderheiten im Adlershofer ESZ. Wer es näher kennenlernen will, sollte eine Führung vereinbaren. Und natürlich können Interessenten demnächst während der „Langen Nacht der Wissenschaften“ unter fachkundiger Anleitung durch das Haus streifen. hm

Computer, Bücher und Roboter
Zehn Jahre Rundum-Service im Erwin Schrödinger-Zentrum
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Manch einer kennt vielleicht nur die Bibliothek und damit bloß eines der Elemente, deren Gesamtheit erst die Qualität des ESZ ausmacht. Am 19. Mai 2003 war Eröffnung, unter anderem für die Zweigbibliothek Naturwissenschaften der HU, die aus den bis dahin dezentralen Fachbibliotheken für Chemie, Mathematik/Informatik, Physik, Geographie, Psychologie und der Zentralen
Rege nachgefragt: Die Bibliothek im Erwin SchrödingerZentrum

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ADLERSHOF JOURNAL

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Unternehmen
Neu im ZMM: Sebastian Gottschalk

Gründer

Tiefseeförderung von Erdöl und -gas, in Kraftwerksturbinen, Chemiefabriken oder auch in den Großgetrieben von Windkraftanlagen an ihre Grenzen. Hier sind Hightechmetalle und teils auch Hochleistungsbeschichtungen gefordert, die extremen mechanischen, thermischen und chemischen Angriffen trotzen. Forgital entwickelt und liefert sie. „Bei der Entwicklung der Legierungen, Beschichtungen und der entsprechenden Umformtechnik ist es wichtig, die Materialstrukturen bis in den Nanometerbereich hinein zu verstehen“, erklärt Gottschalk, der selbst Materialwissenschaftler ist. Forgital habe ein eigenes Prüf- und Testzentrum, in dem die Entwickler jenes tiefe Detailwissen erwerben, auf dem dann die Modellierung der Komponenten und die ausgefeilten Prozessketten der Verarbeitung basieren. Anfang März ist Gottschalk ins Adlershofer ZMM eingezogen. Mit einem kleinen Vertriebsteam möchte er von hier aus die Kontakte zu deutschen Kunden und potenziellen Forschungspartnern der Forgital Group auf- und ausbauen. Darunter Rolls-Royce im nur 15 km entfernten Dahlewitz. „Adlershof bot sich nicht nur wegen der Nähe zu diesem wichtigen Kunden, sondern auch wegen seiner Fülle an hochinteressanten Forschungseinrichtungen und Unternehmen an“, sagt er. Zu bieten haben die Italiener schon vieles – seien es Fertigungs- und Prüfanlagen für höchste Genauigkeiten oder amorphe Kohlenstoffschichten, die Oberflächen per chemischer Gasphasenabscheidung diamantenähnliche Härte verleihen. Wo herkömmliche Metalle versagen, haben so beschichtete Werkstoffe noch jede Menge Reserven. pt

Ein Lager für Ökostrom
Sanft plätschern die Wellen an den Strand, Palmblätter rascheln, nebenan dröhnt ein Dieselgenerator. Das Störgeräusch könnte man als Luxusproblem betrachten, das ohnehin nur die betrifft, die sich einen Urlaub auf einem tropischen Eiland leisten können. Es macht aber auch deutlich, dass viele Siedlungen in fernen Regionen an kein öffentliches Stromnetz angeschlossen sind. Überall dort wird die Elektrizität meist über Generatoren erzeugt, die mit dem fossilen Treibstoff Diesel betrieben werden. „Da muss langfristig eine umwelt- und klimafreundliche Lösung gefunden werden, beispielsweise durch Photovoltaikanlagen“, sagt Busso von Bismarck, einer der vier Geschäftsführer von Autarsys. Das Unternehmen ist spezialisiert auf Batteriesysteme, die das schwankende Angebot von Solaranlagen mit der schwankenden Nachfrage der Stromabnehmer ausgleichen sollen, wobei der Schwerpunkt auf sogenannten Inselsystemen liegt, die nicht in einem großen Netz eingebunden sind. Auf diesem Gebiet arbeitet schon länger eine andere Adlershofer Firma, Younicos. „Dort konzentriert man sich auf größere Speicher im Multimegawatt-Bereich“, sagt von Bismarck. Er und die drei anderen Geschäftsführer – Ingenieure und Betriebswirtschaftler – kommen von dort. Gemeinsam entdeckten sie eine Marktlücke für etwas kleinere Anlagen und beschlossen, diese Chance zu nutzen. Ende Februar gründeten sie Autarsys – wobei die beiden Unternehmen weiterhin in gutem Kontakt stehen, wie von Bismarck sagt. „Wir planen Speicher, die Resorts auf kleinen In-

Die Ingenieure der neu gegründeten Firma Autarsys entwickeln Speichersysteme, die das schwankende Angebot erneuerbarer Energien mit der schwankenden Nachfrage der Verbraucher in Einklang bringen.

seln versorgen könnten oder Dörfer mit 100 bis 1.000 Einwohnern, beziehungsweise mit 100 bis 1.000 Kilowatt Spitzenlast.“ Dazu setzen sie auf einen Container mit Lithium-Ionen-Batterien, wie sie etwa auch in Handys verwendet werden. Allerdings mit viel größeren Modulen und in einer deutlich höheren Qualitätsklasse. „Der Akku im Smartphone arbeitet mit viel geringeren Spannungen und ist so ausgelegt, dass er zwei Jahre hält, das entspricht rund 500 Ladezyklen.“ Die Adlershofer wollen ihren Kunden ein System bieten, das 15 bis 20 Jahre hält. Um das zu schaffen, muss der Container, in dem die Batterien montiert sind, auf 18 bis 28 Grad Celsius klimatisiert werden. „Steigt die Durchschnittstemperatur eines Akkus jenseits davon um je zehn Grad, wird seine Lebenszeit halbiert“, nennt der Autarsys-Ingenieur eine Faustformel der Branche. Vor der Montage steht zunächst die Bedarfsermittlung. Die Firma simuliert dazu die erwartete Stromproduktion sowie den Verbrauch, um zu erfahren, wie viele Batteriemodule benötigt werden. Hinzukommen die Steuersoftware sowie eine Überwachung. „Wenn der Speicher auf einer Insel oder in einer netzfernen Siedlung in Betrieb geht, können wir jederzeit auf unserem Computer in Adlershof schauen, wie die Innentemperatur ist, welcher Ladezustand herrscht und ob die Kommunikation mit den Solarpanels und den Dieselgeneratoren funktioniert, die oft noch als zusätzliche Unterstützung genutzt werden.“ Diese Geräte soll das Autarsys-Modul nämlich selbstständig ein- und ausschalten.

Hightechmetalle all'italiana
Seit März arbeitet die FORGITAL Germany GmbH im Zentrum für Mikrosysteme und Materialien (ZMM). Ihre Spezialitäten sind nahtlos gewalzte Ringe und Schmiedeteile aus verschiedensten Metalllegierungen sowie ultradünne, extrem widerstandsfähige Hartstoffbeschichtungen für verbesserte Verschleißfestigkeit. Mit ihrem Knowhow sind die Italiener in vielen Branchen gefragt – darunter in der Luftfahrt. Auf Trent XWB ist Rolls-Royce besonders stolz. Das für den neuen Airbus A350 entwickelte Triebwerk gilt als bisher effizienteste Flugzeugturbine. Sie ist leichter, leiser und arbeitet bei höheren Verbrennungstemperaturen als alle Vorgänger. Der Schlüssel dazu sind laut Rolls-Royce neben eigenem Turbinen-Know-how „neueste Erkenntnisse der Werkstofftechnologie“. Einer der Zulieferer, deren Werkstoff-Knowhow die effiziente Turbine ermöglicht hat, ist die italienische Forgital Group. „Wir liefern stark belastete, nahtlos gewalzte Titanringe und Baugruppen“, berichtet Sebastian Gottschalk, der das Büro der Forgital Germany GmbH in Berlin leitet.
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An zwei Forschungs- und Entwicklungsstandorten in Norditalien sowie in Walz- und Schmiedewerken in Italien, Frankreich, Argentinien und Texas sind rund 1.000 Mitarbeiter mit der Entwicklung und Produktion von Hightechkomponenten aus allen erdenklichen Stahl-, Nickel-, Kobalt-, Kupfer- und Titanlegierungen sowie aus Aluminium beschäftigt. Dieses Know-how ist nicht nur in der Luftfahrt gefragt. Herkömmliche Metalle stoßen auch in der

Womöglich wird die Firma bald ihr erstes Projekt umsetzen. Derzeit laufen Gespräche mit einem deutschen Generalunternehmer für eine Inselversorgung im Ausland. Mit Aufträgen aus Deutschland rechnet von Bismarck vorerst nicht, da ein wirtschaftlicher Betrieb noch nicht darstellbar ist. Dies könnte sich durch Einführungen eines „Speicher-EEGs“ ändern, meint er. „Im Ausland gibt es aber viel Potenzial für solche Inselsysteme.“ Das erkennen zunehmend auch Solaranlagenhersteller und Projektentwickler, seit ihr „klassisches“ Geschäft einbricht. „Mit unseren Systemen und Erfahrungen können wir helfen, die Märkte für InselBusso von Bismarck entwickelt Batteriesysteme systeme zu erschließen.“ rn

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ADLERSHOF JOURNAL

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Kurz Notiert

Schwertern und Rüstzeug – in Adlershof gibt es jede Menge zu entdecken. Das Programmheft erhalten Sie ab 13. Mai bei Marina Salmon, E-Mail: salmon@wista.de. www.langenachtderwissenschaften.de

3sat nano-Camp
Vom 8.–14. Juni 2013 findet auf dem Campus Adlershof das 3sat nano-Camp 2013 statt. Zwölf Jugendliche im Alter zwischen 16 und 18 Jahren werden Berliner Forschung hautnah erleben. Im Mittelpunkt stehen Fragen wie: Wie menschenähnlich können Roboter sein? Machen Computerspiele blöd? Warum wirkt Musik auf uns? „nano“ (Montag bis Freitag, 18.30 Uhr) zeigt in der Camp-Woche regelmäßig, was die Nachwuchsforscher erleben. www.3sat.de/nano/nano_titel.html

turen der Teleskope mit zwölf Metern Spiegelflächendurchmesser und seiner Antriebssysteme übernommen und koordiniert den Gesamtbau dieser Teleskope. Jetzt findet ein mehrmonatiges Messprogramm statt, um die Eigenschaften des Prototypen im Detail zu verstehen, das Antriebs- und Sicherheitssystem zu optimieren und Aspekte der Kalibrierung zu bearbeiten. Nach Abschluss der Prototypenphase soll etwa 2014 mit dem Aufbau begonnen werden, dessen Vollendung für das Jahr 2020 angestrebt wird. Über den Standort des Observatoriums ist noch nichts entschieden. www.desy.de

AZ Druck und Datentechnik, Kempten (Allgäu) I D-87437 Kempten I Tel. +49(0)831.206-311 I kempten@az-druck.de AZ Druck und Datentechnik, Berlin I D-12487 Berlin I Tel. +49(0)30.63 99 59-0 I berlin@az-druck.de I www.az-druck.de

Gammastrahlen-Teleskop
Am Ernst-Ruska-Ufer steht ein mechanischer Teleskopprototyp für das geplante Gammastrahlen-Observatorium Cherenkov Telescope Array (CTA). Das in internationaler Kooperation entstehende CTA wird eine Anlage zur Vermessung von höchstenergetischem Licht. CTA wird etwa 1.000 Quellen erfassen können und damit das Feld der Gamma-Astronomie auf das Niveau der Astronomie mit Radiowellen oder Röntgenstrahlen heben. Mit dem CTA soll auch nach Anzeichen für dunkle Materie gesucht werden. Das Deutsche Elektronen-Synchrotron DESY hat die Verantwortung für das Design sowie den Bau der mechanischen Struk-

Wissenschaftsnacht 	 mit veränderten Öffnungszeiten
Am Samstag, dem 8. Juni 2013, wird die klügste Nacht 2013 in Adlershof eröffnet. Von 16.00 Uhr bis 24.00 Uhr können kleine und große Besucher sich wieder auf ein vielfältiges und unterhaltsames Programm freuen: von Science- und PsychologieSlams, Wissenschaftsshows und geführten Rundgängen – unter anderem auch durch den Großen Windkanal – über LaserGraffiti, Quanten-Jazz, Klimagespräche im Turm bis hin zu Stahluntersuchungen an

Impressum
Herausgeber: WISTA-MANAGEMENT GMBH Redaktion: Sylvia Nitschke (V. i. S. d. P.) Redaktionsadresse: WISTA-MANAGEMENT GMBH, Bereich Kommunikation Rudower Chaussee 17, 12489 Berlin Tel.: 0 30 / 63 92 - 22 38, Fax: 0 30 / 63 92 - 22 36 E-Mail: nitschke@wista.de; www.adlershof.de/journal Autoren: Rico Bigelmann (rb); Paul Janositz (pj); Chris Löwer (cl); Harry Mehner (hm); Ralf Nestler (rn); Sylvia Nitschke (sn); Peter Trechow (pt); Malte Welding Layout, Gesamtherstellung und Anzeigenverkauf: zielgruppe kreativ GmbH Tel.: 030 / 6 780 413 - 11, Fax: 030 / 6 780 413 - 16 E-Mail: info@zielgruppe-kreativ.com, anzeigen@zielgruppe-kreativ.com www.zielgruppe-kreativ.com Namentlich gekennzeichnete Beiträge stellen nicht unbedingt die Meinung der Redaktion dar. Nachdruck von Beiträgen mit Quellenangabe gestattet. Belegexemplare erbeten. Das „Adlershof Journal“ erscheint sechs Mal pro Jahr in einer Auflage von 3.000 Exemplaren. Die nächste Ausgabe erscheint Anfang Juli 2013. Bildquellen: Sofern nicht anders gekennzeichnet: Tina Merkau; Titel: Ralph Stegmaier; Inhaltsverzeichnis (4.): Forgital Germany; Essay: Dorothee Mahnkopf; S. 4 (o.): © Guido Vrola – Fotolia.com; S. 4–5: © afxhome – Fotolia.com; S. 5 (li.): © James Thew – Fotolia.com; S. 5 (re.): © Alexandr Mitiuc – Fotolia.com; S. 6 (o.): © Alexander Raths – Fotolia.com, S. 6 (mi.): Felix Hahn; S. 6 (li. u.): © sebastianreuter – Fotolia.com; S. 6 (re. u.): © Sébastien Closs – Fotolia.com; S. 7 (li. o.): © sebastianreuter – Fotolia.com; S. 7 (mi. li.): © biker3 – Fotolia.com; S. 12 (li.): UB der HU Berlin/ Anja Herwig; S. 12–13: © contrastwerkstatt – Fotolia. com; S. 13: © Stephan Koscheck – Fotolia.com; S. 14 (u.): Forgital Germany; S. 15 (o.): © Freesurf – Fotolia.com: S. 16 (o.): Lange Nacht der Wissenschaften e.V. (LNDW e.V.)

Ausführliche Texte und Adlershofer Termine finden Sie unter: www.adlershof.de/journal

ADLERSHOF JOURNAL

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IHRE DRUCKEREI IM HERZEN DES ALLGÄUS UND IN BERLIN Von Büchern und Broschüren über Zeitschriften bis hin zu Kalendern – unser Repertoire an hochwertigen Drucksachen ist groß. Für weitere Informationen zu unseren Leistungen besuchen Sie unsere Website www.az-druck.de oder rufen Sie uns an, wir sind gerne persönlich für Sie da!

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* Berechnungsgrundlagen: 1 l Diesel 1,389 € (Verbr.: 5,7 l/100 km);    1 kg Erdgas 1,129 € (Verbr.: 4,8 kg/100 km). Stichtag 17.04.2013.    Total-Tankstelle, Heerstraße 324, Berlin. Quelle: eigene Recherche.
        
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