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Periodical volume

Full text: Adlershof-Journal Issue 2011, März/April

Adlershof
JOURNAL

März | April

2011

20 Jahre Science City:
Was Berlin an Adlershof hat
Smarte Fenster: >> Neue Gründerdomizile: >>
CHIC + Gründerhaus Adlershof am Start

Unikate von Tilse Formglas

Heute noch ein Hingucker: >>
TV-Werbe-Pappen ausgestellt

Mit Einleger Adlershof Special:
>> IT und Medien

www.adlershof.de

InTRO

ESSAY

AdlershofL JOURNA
01	 	 	 02	 	 	 	 03	 	 	 	

März | April

2011

AUS DER REDAKTION
Genug der Rückblicke!
erlin 1990: Zur Wiedervereinigung dominiert Subventionsmentalität, Ertüchtigungshilfe bleibt aus. Im Ergebnis hat Berlin endgültig keine Wirtschaft mehr, die diese Stadt ernähren kann. Aber auch noch kein Entwicklungsmodell. Im Vorgriff auf eine kohärente Strategie wird ein Element kurzerhand konkretisiert: Wissenschaft – einzige und exorbitante Ressource dieser Stadt – in Wertschöpfung umzusetzen. Das verbindet sich mit den Herausforderungen von Adlershof als einem traditionsreichen Ort zukunftsorientierter Interaktion von Wissenschaft und Wirtschaft, institutionell aber obsolet. Mit der Idee, aus Wissen Arbeit zu generieren und damit die Tugenden dieses Ortes neu zu beleben, wird Adlershof der Ort für die Zukunft Berlins. Mit einer mehr als zeitgemäßen Konzeption: Am Stadtrand soll eine „Stadt der Wissenschaft und Wirtschaft“ entstehen. Antizipiert wird, dass Ideenvorsprünge, exzellente Wissenschaft, wettbewerbsfähige Wirtschaft und deren Synergien in urbanem Milieu erfolgreich sind. Dem entspricht das Planungsverfahren seit 1991 mit städtebaulichem Entwicklungskonzept, Feststellung eines Entwicklungsbereichs und kooperativem Gutachterverfahren zur Bebauungsplanung. Die Entwurfsprinzipien des Masterplanes scheinen sich zu bewähren: Ein bestandshaltender Städtebau, der wertvolle Bausubstanz und zukunftsfähige Institutionen und Unternehmen integriert; ein leistungsfähiger Stadtgrundriss, der für künftige Entwicklungen offen ist; öffentliche Grün- und Freiräume, die Aufenthalts- und Erholungsanreiz bieten; eine kommunikative städtische Architektur, die Wertschätzung und Identität stiftet. Dazu ein duales System aus individuellem und öffentlichem Verkehr.

Wissenschaft + Wirtschaft
B
Ob diese städtischen Qualitäten für die Erfolge Adlershofs stehen, ist zwar empirisch (noch) nicht nachgewiesen. Zu vermuten ist, dass sie die Attraktivität dieses Ortes für „die besten Köpfe“ und ihre Identifikationsmöglichkeiten mit ihm steigern helfen. 2010: Adlershof hat sich bewährt, zugleich wird es weitere hauptstädtische Zukunftsorte geben. Warum? Weil Berlins Wissenschafts- und Wirtschaftspotenziale weiter belebt, Kompetenzfelder definiert, Masterpläne vereinbart und die Entwicklungsagenturen, wie Investitionsbank Berlin, TSB Technologiestiftung Berlin, Berlin Partner GmbH u. a., fokussiert wurden. Weil es inzwischen Selbstverständnis in der Stadt ist, ein ökonomisch neues Berlin aus Wissenschaft und Wirtschaft zu entwickeln. Der Masterplan „Wissen schafft Berlins Zukunft“ (2007) oder das Jahr „Berlin – Hauptstadt für die Wissenschaft“ (2010) zeigen das. Wissensintensive Ökonomie hat mit den Hauptfeldern – intelligente Fertigung, strategische Dienstleistungen und Kreativwirtschaft – in Berlin ihren prädestinierten Standort. Welche Zukunftsorte sind zu diskutieren? Buch als Standort für integrierte Grundlagen- und Anwendungsforschung, Kliniken und Technologien und assoziierte Gesundheitsversorgungsstrukturen im ehemals größten Krankenhausensemble Europas mit großen städtebaulichen Qualitäten: ein in sich ruhender Zukunftsort „Gesundheitswirtschaft“. Dann Charlottenburg als Gründerzentrum angewandter Forschung in der Wechselwirkung von Technischer Universität Berlin (TUB) und Universität der Künste mit Profilbildung eines bislang disparaten Raums für innenstadtaffine Akteure: ein Zukunftsort „Kultur, Medien und Informationstechnologie“.

ZukunftsOrte
Mitte, im Überschneidungsbereich von Humboldt-Universität zu Berlin, Charité, Heidestraße und Bayer Schering Pharma, dessen Standort Wedding zu einem Campus ertüchtigt wird: ein urbaner Zukunftsort der „Lebenswissenschaften“. Das BBI-Umfeld als Schiene zwischen Schönefeld und Ludwigsfelde für transportaffine Aktivitäten von Luftverkehr, Logistik, Turbinenbau, Wartung und Motorenbau: ein großformatiger Zukunftsort „Verkehrswirtschaft“. Und letztlich auch Tegel als Standort für Produktion, Erprobung, Präsentation und Vermarktung im Bereich Verkehrsträger Flug/ Bahn/Straße und „Park“ mit günstiger Infrastruktur und zwischen Hennigsdorf und der TUB gelegen: ein integrierter Zukunftsort für „Mobilität“ und „Energietechnik“. Was sind die städtebaulichen und architektonischen Anforderungen an solche Zukunftsorte? Auszeichnen müssen sie sich durch ein kommunikatives Milieu und Identität. Es geht um Synergien vor Ort, nicht um Situationsspektakel. Das heißt, auch Geschlossenheit des stadträumlichen Auftritts und nicht solitäre Extravaganzen. Sowohl die einzelnen Bauten als auch ihr gemeinsamer öffentlicher Raum müssen Möglichkeiten von Treffpunkten vermitteln. Eine entsprechend unterfütterte Identität kann dann „Marke“ sein. 2030 haben wir die Landschaft der Zukunftsorte in und um Berlin – mit dem Rückenwind des Protagonisten Adlershof. kb/hm
Dr. Klaus Brake, Professor für Stadt- und Regionalentwicklung, TU Berlin Prof. Hildebrand Machleidt, Machleidt + Partner Büro für Städtebau

ESSAY Berliner ZukunftsOrte: Exportmodell Adlershof UNTERNEHMEN Dimmende Fenster:   Selbstregulierender Sonnenschutz mit temporären Milchgläsern MENSCHEN IN ADLERSHOF Der Netzwerker: Technologieparkpionier Helge Neumann jettet für Adlershof um den Globus

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04	 MEDIEN 	 Analoge, schöne, provinzielle Welt: 	 Werbe-Pappen fürs Fernsehen 06	 	 	 07	 	 CAMPUS Spielwiese für Gründer: Neue Spin-off-Zone der Humboldt-Universität Tischgespräch mit Psychologieprofessor Peter Frensch

08	 TITELTHEMA 	 Stärken stärken: 	 Die Wissenschaftsstadt weiter auf der Überholspur 10	 	 11	 	 	 12	 	 	 14	 	 	 15	 	 	 Was hat das alles gekostet? Adlershof rechnet sich EINBLICKE Mit der Blaupause in die Marktwirtschaft:   Wie der Technologiepark geboren wurde NACHGEFRAGT Ohne Unterstützung geht es nicht: Durchfahrt Rudower Chaussee Ende Oktober 2011 frei FORSCHUNG Vereinte Physik: Wissenschaft kennt keine Grenzen GRÜNDER Citynahe Gründerschmiede: Chic am Start

er Technologiepark Adlershof wird 20 Jahre alt und schaut in die Zukunft, denn die liegt näher als gedacht. Wir haben uns genau überlegt, was wir mit diesem Jubiläum machen. Der Hochtechnologiestandort Adlershof ist vor 20 Jahren nicht mit großer Feierstunde und staatstragenden Reden aus der Taufe gehoben worden. Vielmehr war es eine Mischung aus Hoffnungen, großen Plänen und der großen Sorge um über 5.000 Arbeitsplätze. Resultat dessen war ein schmuckloses Protokoll vom 12. März 1991, in dem die Idee eines Technologieparks ihren Niederschlag fand. Heute haben wir allen Grund zu feiern. Wir tun es aber nicht, auch mit Rücksicht auf den Jubiläumsmarathon, den wir uns in den vergangenen Jahren auferlegt hatten: 100 Jahre Technologiestandort Adlershof, 20 Jahre Mauerfall, 20 Jahre Wiedervereinigung, 200 Jahre Humboldt-Universität zu Berlin (HU) usw. Genug der Rückblicke! Wir wollen es in diesem Heft bei wenig Erinnerung belassen. Wir wollen stattdessen zeigen, was Adlershof gekostet hat und wohin die Reise in den nächsten zehn Jahren gehen kann. Und natürlich wollen wir Sie über das informieren, was sonst noch passiert ist: den neuen HU-Vizepräsidenten für Forschung vorstellen und über das Gründergeschehen berichten – Streiflichter, die zeigen, wie eine Geschichte zur Erfolgsgeschichte werden kann. Ihr

16 	 KURZ NOTIERT

Ausführliche Texte und Adlershofer Termine finden Sie unter www.adlershof.de/journal

Dr. Peter Strunk Bereichsleiter Kommunikation

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unternehmen

DER NETZWERKER
inen langen Atem braucht Helge Neumann, Leiter des internationalen Büros in Adlershof. Was er macht? Den europäischen Förderdschungel durchdringen und EU-finanzierte Projekte einwerben. Diese heißen zum Beispiel „BaSIC“, „NEW EOS“ oder „KNOW MAN“. Mit ihnen will er deutschen Unternehmen den Markteintritt auf europäisches Parkett erleichtern und den Technologiepark Adlershof auch im Ausland als bekannte Marke etablieren. Geboren wurde sein Job „aus der Not“, wie Neumann sagt. Er arbeitete 1990 bei der KAI-AdW – der Koordinierungs- und Abwicklungsstelle für die Institute und Einrichtungen der ehemaligen Akademie der Wissenschaften (AdW) der DDR. Mit der Wende standen die arbeitslosen AdW-Wissenschaftler vor der Frage: Wie bekommt man Gelder für Forschungsprojekte? Helge Neumann entwickelte dafür einen Forschungsförderungsleitfaden. Auch an der Konzeption des Technologieparks Adlershof, der im ersten Entwurf unter dem Arbeitstitel „Euro-Park“ lief, bastelte Neumann kräftig mit. Trotz der Umbruchsituation war das eine unheimlich kreative Zeit, erinnert sich der quirlige, heute Endfünfzigjährige zurück. Im Herbst 1991 ging er dann für ein Jahr nach Brüssel. Bei der Generaldirektion Forschung der EU-Kommission begleitete er Förderprojekte in den physikalischnaturwissenschaftlichen Bereichen.
	Auf seiner Runde im Landschaftspark Adlershof/ Johannisthal: Freizeitläufer Helge Neumann

Menschen in Adlershof

Helge Neumann (59) ist ein Meilenjunkie. Seit fast zwanzig Jahren jettet er um den Globus, um Adlershof weltweit zu vernetzen. Seine Laufschuhe hat er immer dabei, denn viel lieber als Flugmeilen sammelt er Laufkilometer.

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	 Nachhaltig: Winfried Werner entwickelt intelligente Gläser

Dimmende Fenster
Doch wie funktioniert das? Werner deutet auf die Stirnseite des Glases. Bei genauem Hinsehen zeigt sich, dass es ein Sandwich aus zwei Glasscheiben mit einer Art Folie in der Mitte ist. „Der Dimm-Effekt passiert in dieser Harzschicht, in der polymere Mikrokapseln verteilt sind”, erklärt er. Diese ändern bei circa 40 °C ihre Struktur und streuen das einfallende Licht. Den chemischen Part der Entwicklung haben die Fraunhofer Forscher beigesteuert. Das Glas-Know-how und die homogene Verteilung der Partikel in der Funktionsschicht war Sache von Tilse. Der Mittelständler fertigt im Brandenburgischen Liepe gläserne Unikate, mit denen er neben Atrien und Erkern hochwertige Wintergärten und Jachten ausstattet. In diesen Nischen sollen die smarten Fenster erste Käufer finden und dann nach und nach weitere Märkte erobern. Die zentrale Infrastruktur dafür ist jüngst per Kran in die Adlershofer Laborräume eingezogen: ein nagelneuer Sprühtrockner. In solchen Geräten wird unter anderem Milchpulver aus Milch gewonnen. Für die temporären Milchgläser wird Tilse-Mitarbeiter Sven Feldmann stattdessen eine wässrige polymerhaltige Lösung verarbeiten. Diese wird eingesprüht, das Wasser verdampft und die Mikrokapseln bleiben übrig. „Wir werden die Produktion langsam hochfahren”, sagt Werner. Da der Sprühtrockner anfangs nicht ausgelastet sein wird, kann er sich vorstellen, dass auch Nachbarn das Gerät nutzen. Für solche Synergien seien Technologieparks schließlich da. pt

Wenn die Tilse Formglas GmbH Fenster für Jachten, Wintergärten oder Atrien fertigt, ist jede Scheibe ein Unikat. Nun bringt sie Fenster auf den Markt, die sich unter Wärmezufuhr eintrüben und beim Abkühlen wieder klar werden. Das Know-how dazu kommt aus Adlershof. Hier produziert Tilse auch die wichtigste Zutat der smarten Fenster.
infried Werner ist voll bepackt. Mit einer halbrund gebogenen Glasscheibe unterm Arm und ausgebeulten Jutetaschen in beiden Händen kommt der Entwicklungsleiter der Tilse Formglas in die Adlershofer Zweigstelle des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Polymerforschung (IAP). Er holt hier den Schlüssel zum Labor ab, das sein Unternehmen gleich nebenan bezogen hat. Die neuen Nachbarn sind alte Bekannte. Sie haben zusammen eine Neuentwicklung realisiert, die den Glasmarkt verändern dürfte: Fenster, die sich bei starker Sonneneinstrahlung in Milchglas verwandeln und wieder klar werden, sobald sie sich abkühlen. „Moderne Gebäude mit großen Glasfronten benötigen mehr Energie zum Kühlen als zum Heizen”, erklärt Werner. Der selbstregulierende Sonnenschutz könne Klimaanlagen in großem Stil entlasten. Denn in gedimmtem Zustand lassen die Fenster zwar noch Licht durch, aber bis zu 30 Prozent weniger Energie. An kalten Tagen kommt die Sonne ungehindert herein. Inzwischen hat Werner seine Mitbringsel in Stellung gebracht. Die halbrunde Glasscheibe ist über einen Transformator an eine Steckdose angeschlossen. Als er den Schalter umlegt, wird die milchige Scheibe schlagartig klar. Fließt kein Strom mehr, ist der Durchblick gleich wieder weg. „Mit solchen elektrochromen Gläsern hat die Entwicklung angefangen”, berichtet er. Im Laufe verschiedener Förderprojekte mit dem IAP habe man dann auf den Thermoeffekt umgeschwenkt.

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Er sollte lernen, wie EU-Projekte funktionieren. Das tat er so erfolgreich, dass er Ende 1993 gemeinsam mit Senator Pierre Laffitte, dem Vater des französischen Wissenschaftsund Technologieparks Sophia Antipolis, sowie dem damaligen Berliner Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Hans Kremendahl, das DeutschFranzösische Büro in Adlershof gründete. Es folgte das Deutsch-Russische Büro, die Netzwerke wurden immer verzweigter. Im Internationalen Büro flossen schließlich alle Aktivitäten zusammen. Seit dem Jahr 2000 gehört Adlershof zu den „Regions of Excellence“ und spielt in einer Liga mit Parks in Cambridge, Barcelona oder Mailand. Für Neumann und sein fünfköpfiges Team kein Grund, zu pausieren. In diesem Jahr findet zum zweiten Mal eine internationale Konferenz der Wissenschaftsparks in Adlershof statt, die das Internationale Büro koordiniert. Sprachprobleme kennt Helge Neumann nicht. Russisch spricht er, seit er in Kiew Biophysik studierte, Englisch und Französisch sind im globalen Geschäft selbstverständlich, Latein lernte er in der Schule. In seiner Freizeit ist der fröhliche Köpenicker alles andere als ein Reiseonkel. Ihn zieht es als Dauercamper an den Stechlinsee in der Ostprignitz. Dort hat er seinen beiden Enkeln das Schwimmen beigebracht. Und warum in die Ferne schweifen: Zu entdecken gibt es auch in der Heimat genug. sn

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medien

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ie sind nicht für langes und genaues Betrachten gemacht – es sind kurze geistreiche Bemerkungen, Gedankenblitze und Späße. Was nicht in Sekundenschnelle beim Zuschauer ankommt, ist unwiderruflich dahin – die Sendung beginnt, die Ankündigungsgrafik ist vergessen und wahrscheinlich wird man sie nie wiedersehen. Wie zum Beispiel die Giraffe, die Kopf steht – wohl wegen der Bildstörung, die sie zu kaschieren versucht. Die zwei rosa Wölkchen neben ihrem langen Hals täuschen jedoch nicht darüber hinweg, dass das Programm unterbrochen ist. Trotzdem: die farbenfrohe Grafik ist allemal schöner als das Testbild mit seinem grässlichen Piepton. Das Stück Käse, das auf einer anderen Grafik abgebildet ist, liegt in einer Mausefalle. Darüber verkündet eine Sprechblase:
	 Handgemachtes Standbild zur Programmankündigung im DDR-Fernsehen

r Höfer empfängt Werne h Uhr: In der ARD uar 1975, 12 rt Elfi von Kalkreut Sonntag, 28. Febr , im ZDF moderie nntag zu len Frühschoppen udios geht „Von So zum Internationa den Adlershofer St ung sind nzert“. In teller dieser Send „Das Sonntagsko ndung. Hauptdars er mit R 1 auf Se alt, gezeichnet od Sonntag“ auf DD tafeln, bunt bem esem Grund ettgroße Papp vergessen. Aus di Episkopien – tabl ute allesamt fast inem Foyer d he ember 2010 in se Fotos beklebt – un museum seit Dez er Film yer. zeigt das Potsdam akate in seinem Fo eser Bildschirmpl eine Auswahl di
„Die nächste Folge in einer Woche“. Knapper, pointierter und treffender ist auch die Aufgabe dieser Bildschirmgrafiken nicht zu beschreiben. Die handgearbeiteten „Episkopien“ oder „Standbilder zur Ankündigung von Sendungen“ wurden für kurze Augenblicke vor die Fernsehkamera gehalten, um für nachfolgende Sendungen zu werben. Etwa 3.500 Episkopien lagern heute im Deutschen Rundfunkarchiv in Potsdam-Babelsberg. Hintergründig phantasievoll, sensibel, geistreich, heiter-ironisch, burlesk oder pi-

, schöne, Analoge elle Welt provinzi
kant schufen nahezu 50 Grafiker, Fotografiker, Szenografen und Karikaturisten des Verbandes Bildender Künstler jährlich 1.500 künstlerische Arbeiten für beide DDR-Fernsehprogramme. Künstler wie Erhard und Roswitha Grüttner, Heinz Handschick, Wolf-Dieter Pfennig oder Volker Pfüller, aber auch eine zweite Generation, zu der unter anderem die Berliner Designer Dominique und Kitty Kahane zählen, haben sich „mit den Pappen schnell 200 bis 300 DDR-Mark“ verdient. Selten vergingen mehr als drei, vier Tage zwischen Auftrag und Lieferung. Volker Pfüller, der viele Fernsehgrafiken gemacht hat, nannte das einmal eine „so rechte, ideale, gebrauchsgrafische Aufgabe. Kurzer Termin, keine Entwurfsvorlage und Skizzenbesprechung, ein kluger Auftraggeber.“ Entscheidend sei der glückliche Einfall. „Zeit zum Grübeln blieb nicht“, sagt Wolf-Dieter Pfennig, heute Professor an der Hochschule Wismar. Nur mit einer Inhaltsangabe, einer Bewertung des Filmes oder der Sendung und manchmal mit Fotos entstanden Grafiken, die „schlicht, handwerklich einfach und gekonnt leise“ daherkamen, erklärt Patricia Vester, die die Idee zu der Ausstellung im Potsdamer Filmmuseum hatte. Fast keine Sendung wurde „unverpackt“ – also ohne Werbegrafik – angekündigt. Zehn bis 15 davon waren täglich auf dem Bildschirm zu sehen. Seit Beginn der 1950er-Jahre entwickelte sich in der DDR neben der Werbegrafik für Kinofilme in Form von Filmplakaten auch diese Form der Werbegrafik für das Fernsehen. Eine eigene Abteilung für Grafik im Fernsehen war für „statische und kinetische Fernsehgrafik“, also Abspänne, Infotafeln, Standardgrafiken, sogar das Erscheinungsbild von TV DDR 1 und TV DDR 2 oder Statistiken für Sportsendungen zuständig. Heute übernehmen leistungsfähige Software-Anwendungen die immer trickreichere, schnellere und meist dreidimensionale Generierung und Ansteuerung von Grafiklayouts. Sportsendungen kommen z. B. ohne tvVIS, ein virtuelles Informationssystem, nicht mehr aus. Die Software erlaubt die Einblendung zusätzlicher Informationen in Live-Bilder. Damit können zum einen Werbepartner bedient werden, zum anderen wird tvVIS als Service für die Zuschauer an den TV-Geräten genutzt, um beispielsweise Freistoßentfernungen im Fußball oder Vergleichsweiten in der Leichtathletik einzublenden. Mit digitalen Video-Effekten, sogenannten Jumbotrons, werden zudem Pausen mit 3-D-Animationen überbrückt. Die Papptafel der Gegenwart ist das TabulaTrack der Berliner Firma netventure, eine erstmals bei der Tour de France 2008 eingesetzte kabellose, digitale Tafel, auf der Einspieler und Analysen ausgestrahlt werden. rb

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	 Charmante Entschuldigung, wenn im DDR-Fernsehen das Programm unterbrochen war

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CAMPUS

CAMPUS

	Maciej Paluszynski von der Humboldt-Innovation betreut forschungsbasierte Ausgründungen

	Müde, aber zufrieden: Firmengründer Marek Checinski

Spielwiese für Gründer
Schutz und Wärme für den schwierigen Schritt vom Hörsaal in die freie Wirtschaft: Im Gründerhaus der HumboldtUniversität zu Berlin können die Ideen von Jungunternehmern reifen. Drei Startup-Firmen haben sich bereits in dem Gebäude in der Wegedornstraße 36 am Rand der Wissenschaftsstadt Adlershof niedergelassen.

Adlershofer Tischgespräch

Mit Psychologieprofessor Peter Frensch (54), seit 1. Januar 2011 Vizepräsident für Forschung an der Humboldt-Universität zu Berlin.
Adlershof Journal: Was ist Ihr Lieblingsplatz in Adlershof? Peter Frensch: Das ist mein Büro. Ich sitze im Altbau des Psychologieinstituts und mag den weiten Blick aus dem Fenster hinüber zum Forum. Wie verbringen Sie Ihre Mittagspause? Seit 15 Jahren mache ich keine Mittagspause und habe durchgängig Termine. Was war Ihre erste Begegnung mit Adlershof? Das war zum Spatenstich des Psychologieinstituts der HU vor fast zehn Jahren. Aus Mitte kommend, war Adlershof weit draußen. Ist es immer noch. Trotzdem, es geht mir gut, wenn ich nach Adlershof komme. Sie pendeln zwischen dem HU-Hauptsitz in Berlin Mitte und Adlershof. Wie kommen Sie zur Arbeit? Ich wohne in Kleinmachnow. Mit dem Auto fahre ich nur, wenn ich den ganzen Tag in Adlershof zu tun habe. Ansonsten nutze ich die S-Bahn. Worüber haben Sie sich kürzlich am meisten geärgert? Ich ärgere mich nicht so schnell. Schon eher im Privaten, etwa wenn ich Fußball spiele und es nicht so läuft, wie erhofft. … und am meisten gefreut? Über meine neue Funktion als Vizepräsident. Und über meine erwachsenen Kinder: meinen Sohn, der seinen Doktor in theoretischer Physik in London gemacht hat, und meine Tochter, die bei ihrem Studium der Musikwissenschaften angekommen ist. Was ist Ihr nächstes Ziel? In Schlagworten gesagt: Als HU-Vizepräsident daran zu arbeiten, die Wege zwischen Adlershof und Mitte zu verkürzen; die inhaltliche Distanz zwischen den Fachschaften überbrücken zu helfen; die durch steigende Drittmitteleinwerbung notwendige personelle und räumliche Ausdehnung der Institute zu begleiten; die inhaltliche Weiterentwicklung der Universität voranzutreiben und an der inneruniversitären Restrukturierung mitzuwirken. Gleichzeitig will ich meiner Verantwortung als Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychologie gerecht werden. Bleibt Ihnen da noch Zeit für Freizeitaktivitäten? Im letzten Jahr bin ich kaum zum Laufen gekommen, das habe ich vermisst. Damit fang ich jetzt wieder an.

	Thomas Lindner (l) und Bernd Molzahn vom Start-up Media Metrics

arek Checinski sieht müde, aber zufrieden aus. „Mein letztes freies Wochenende liegt einen Monat zurück, letzte Woche habe ich mindestens 60 Stunden gearbeitet“, sagt Checinski, der mit Alexander Kulesza das Unternehmen Creative Quantum gegründet hat. Firmendomizil ist ein schmaler Büroraum im Gründerhaus Adlershof. Im Gebäude riecht es nach frisch verlegtem Teppich, im Konferenzraum hängt noch eine große Schiefertafel. Früher war hier, am südlichen Rand von Adlershof, ein Oberstufenzentrum. Nun sollen innovative Ideen von hier aus ihren Weg in die Wirtschaft finden. Checinski ist sich sicher, dass die Geschäftsidee von Creative Quantum Erfolg haben wird: „Mit Computersimulationen chemischer Prozesse wollen wir Industrieunternehmen helfen, kostspielige Laborversuche einzusparen und ihre Produktion zu optimieren.“ Schon nach wenigen Monaten im Gründerhaus freut sich die junge Firma über erste Umsätze und Folgeaufträge. Das erwirtschaftete Geld wird in Personal und Computerkapazitäten gesteckt, denn Räume und Infrastruktur bekommt Creative Quantum kostenfrei zur Verfügung gestellt. Auch in den Büros nebenan herrscht das fast klischeehafte krea-

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tive Chaos, das mit Start-ups verbunden wird: Bei Life Action entwerfen Informatiker Szenarien, die das Spielen am Computer mit Etappen in der echten Welt kombinieren. Schon neun Mitarbeiter hat die junge Firma Media Metrics, die die Werbe- und PR-Branche als Kunden im Blick hat. „Unsere Software ist wie ein Stimmungsmesser. Sie ermittelt, auf welche Resonanz ein Produkt oder eine Werbekampagne im Internet stoßen“, erklärt Vertriebsleiter Bernd Molzahn die Technologieentwicklung. Von Twitter über Facebook bis zu YouTube: Hunderttausende Nachrichten werden minütlich ins Internet geschickt. „Wir kondensieren und bewerten für unsere Kunden dieses unglaubliche Datenvolumen.“ Dass alle drei Jungunternehmen im Gründerhaus mit Informationstechnologien erfolgreich sein wollen, ist kein Zufall: „Seit dem Platzen der Internetblase im Jahr 2000 hat sich hier wieder ein richtiger Boom entwickelt. Aber auch aus anderen Bereichen sind Gründer natürlich willkommen“, sagt Maciej Paluszynski von der Humboldt-Innovation GmbH (HI). Die Tochterfirma der Humboldt-Universität unterstützt seit 2005 Gründungswillige, hilft beim Formulieren von Stipendiumsanträgen und den bürokratischen Hürden der Firmengründung. Über 30 Unternehmen sind

schon mithilfe der HI entstanden. Wer sich selbstständig machen will, brauche vor allem Ausdauer, sagt Paluszynski – je nach Gründungskonzept können mehrere Jahre vergehen bis zum Erfolg. Mit dem Aufbau ihrer Spin-off-Zone will die HU auch der wachsenden Nachfrage unter Studierenden und Absolventen gerecht werden. Wer es schafft, mit seiner Idee ein Förderstipendium etwa des EXIST-Programms zu bekommen, kann ein Jahr lang kostenlos ein Büro im Gründerhaus nutzen. Den jetzigen Bewohnern gefällt besonders der Austausch untereinander, sei es beim Sport oder in der gemeinsam genutzten Küche: „Die Atmosphäre hier ist einfach positiv aufgeladen, die Motivation ist ständig spürbar und springt von einem zum anderen Team über“, sagt Bernd Molzahn. Wenn es nach Paluszynski geht, sollen Creative Quantum, Media Metrics und Life Action schon bald weitere Nachbarn bekommen: Insgesamt 52 Arbeitsplätze mit Telefon, Internet und Drucker stehen zur Verfügung. cw

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titelthema Deutschlands größter Wissenschafts- und Technologiepark wird 20 Jahre alt. Als wäre es ein Geschenk an sich selbst, strotzt der Standort zum Jubiläum vor Stärke. Und wie es aussieht, setzt sich diese Berliner Erfolgsgeschichte fort – dank konsequenter Fokussierung auf Zukunftstechnologien. Adlershof wird weiter wachsen und dient als Vorbild für andere Technologieparks.
ardy Rudolf Schmitz hat sich nicht getäuscht. Als er 2002 Geschäftsführer der WISTA-MANAGEMENT GMBH wurde, war er von der Gesamtkonzeption des 1991 gegründeten Technologieparks überzeugt – von den Akteuren des Wissenschafts-, Wirtschafts- und Medienstandortes, dem Hightechanspruch, den Gründerzentren, ja, selbst von der städtebaulichen Planung. Alles passte. Was da im Südosten Berlins auf dem Fundament der Akademie der Wissenschaften der DDR gedieh, hatte großes Potenzial. Nach 20 Jahren ist klar: Adlershof hat dieses Potenzial genutzt und ist eine Erfolgsgeschichte, deren letztes Kapitel längst noch nicht geschrieben ist. „Ein tolles Beispiel für eine konsequente Standortentwicklung, bei der viele vieles richtig gemacht haben“, resümiert Schmitz. Was er damit meint, belegt ein Blick auf aktuelle Zahlen, nach denen in der Wissenschaftsstadt 14.200 Menschen in 883 Unternehmen und Instituten arbeiten und über 7.800 Nachwuchswissenschaftler in den sechs mathematisch-naturwissenschaftlichen Instituten der Humboldt-Universität studieren. Allein die Firmen des Technologieparks haben bei den Umsätzen im abgelaufenen Jahr um gut 15 Prozent zugelegt, womit erstmalig die magische 500-Millionen-Euro-Marke überschritten worden ist. Im langjährigen Jahresmittel ist der Standort um sieben Prozent gewachsen. „Bis zum Jahr 2020 halte ich daher eine Verdopplung bei Mitarbeitern und Umsätzen für realistisch“, wagt der WISTA-Geschäftsführer einen Ausblick. Deutlich unter zwei Prozent der meist jungen Unternehmen müssen im Schnitt Insolvenz anmelden, während in anderen Technologieparks eher zweistellige Quoten die Regel sind. Neben einem straffen Management und Marketing spielt der klare Fokus auf zukunftsträchtige Technologien und die wissenschaftliche Fundierung die entscheidende Rolle für die Stärke des Standortes. Photonik und optische Technologien, Photovoltaik, Mikrosystemtechnik, Materialforschung, IT, regenerative Energien, Umwelttechnik und Analytik sind die Kompetenzen, die sich rund um die Rudower Chaussee ballen. „In diesen Bereichen sind wir bei Entscheidern ein sichtbarer Standort“, sagt Schmitz. Und dabei soll es auch bleiben. Im Kern lautet die Strategie: Stärken stärken.

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„Die Marke Adlershof wird nun die Richtung bestimmen und nicht mehr wie am Anfang die öffentlichen Investitionen und öffentliche Förderung“, ist Schmitz überzeugt. Er betont jedoch, dass erst mit der kräftigen Anschubfinanzierung durch GRW-Mittel (Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“, früher GA-Mittel), mit denen von den Straßen bis zu den Technologiezentren wesentliche Infrastrukturen finanziert wurden, der Sprung nach der Wende in die neue Zeit möglich wurde. Gut investiertes Geld, wie die stetig wachsende Zahl an Arbeitsplätzen und das stabile Wachstum beweisen. Mithin ist Adlershof zu einem der wenigen Orte Berlins geworden, an denen nicht nur ausgebildet, geforscht, entwickelt, sondern auch innerstädtisch produziert wird, wie die Firmen Sulfurcell, Solon und ab diesen Sommer auch Freudenberg zeigen. Alles Unternehmen, die Strahlkraft auf das längst für das produzierende Gewerbe totgesagte Berlin ausüben. Das industrielle Fundament der Hauptstadt wird in Adlershof künftig weiter verstärkt, heute noch junge Hightechschmieden sollen zu Leuchttürmen der Technologielandschaft werden – das ist die Marschrichtung. Das heißt auch: „Wir werden nicht wahllos wachsen, sondern gezielt Unternehmen ansprechen, die aktive Punkte im Netzwerk Adlershof sein können“, sagt Schmitz. Er weiß: Die Gefahr der Beliebigkeit ist groß. Nur mit einer aktiven Vertriebs- und Marketingstrategie kann das Profil gesichert werden. Gleichwohl wird bald schon eher artfremde Bautätigkeit zu beobachten sein: „Noch ist das Ambiente hier etwas sperrig, was sich daran zeigt, dass nach Feierabend überall die Lichter ausgehen“, bemerkt Schmitz. Also werden Wohnungen, neue Kitas und Alltagsinfrastrukturen wie kleine Lokale und Ladengeschäfte, diese insbesondere entlang der Rudower Chaussee, entstehen. „Wir möchten eine moderne Urbanität schaffen, die zu dem Standort passt“, sagt Schmitz. Es wird ein Leben jenseits der Labors geben, das ganz anders als in den üblichen Berliner Kuschel-Kiezen ablaufen wird: jung, modern, urban. cl

Stärken stärken
„Die Marke Adlershof wird nun die Richtung bestimmen“

titelthema

	Adlershof-Lenker Hardy Rudolf Schmitz

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Ihre Meinung ist gefragt: Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion unter www.adlershof.de/journal

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titelthema

EINBLICKE

Was hat das alles gekostet?
Die Adlershofer Unternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen tragen heute mit jährlich über einer Milliarde Euro zum Bruttoinlandsprodukt des Landes Berlin bei. Zuvor musste allerdings viel Geld investiert werden, fast zwei Milliarden Euro in den vergangenen 20 Jahren. Wo kam das Geld her? Wo floss es hin?
Wer hat investiert? 1991 – 2005
Summe in Mio. Euro Ausgaben des städtebaulichen Entwicklungsträgers Wissenschaft (Humboldt-Universität zu Berlin und außeruniversitäre Forschungsinstitute) WISTA-MANAGEMENT GMBH Privatinvestitionen Versorgungsträger (z. B. Energieund Wasserversorgung) Gesamt 495,0 426,9 Prozent 35 % 30 %

2006 – 2010
Summe in Mio. Euro 104 10 Prozent 21 % 2%

der Blaupause Mit
	 Nordeingang Akademie der Wissenschaften der DDR, Rudower Chaussee, Ende 80er-Jahre

233,1 197,2 56,2 1.408,5

17 % 14 % 4% 100 %

38 330 5 487

8% 68 % 1% 100 %

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echnologieparks sind ein Instrument der Wirtschaftsförderung. Sie entstehen dort, wo Strukturwandel zu bewältigen ist. Nach der deutschen Wiedervereinigung erlebte Berlin einen massiven Abbau seiner industriellen Substanz, die abgefangen werden musste. Daher die Idee, im unmittelbaren Umfeld bestehender Forschungseinrichtungen der Wirtschaft durch Unternehmensgründungen Impulse zu verleihen. Die Aufbauphase Adlershofs dauerte von 1991 bis 2005. In dieser Zeit sind dort rund 1,4 Milliarden Euro investiert wurden, 86 Prozent davon aus den unterschiedlichsten öffentlichen Quellen. Das hat sich seither signifikant geändert: Von 2006 bis einschließlich 2010 flossen weitere rund 500 Millionen Euro nach Adlershof. Zwei Drittel davon sind private Investitionen. Die öffentlichen Gelder flossen zunächst in die Sanierung der maroden Infrastruktur. Allein im Kerngebiet mussten über 30 Kilometer neue Straßen gebaut und 220
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Der Anfang war Vision und Illusion zugleich: In nur drei Jahren sollte sich das Forschungszentrum der Akademie der Wissenschaften (AdW) der DDR in Adlershof in eine „integrierte Landschaft aus Wirtschaft und Wissenschaft“ verwandeln. Was man 1991 entschieden hatte, war klug. Das beweisen die Adlershofer Wachstumszahlen. Nur gedauert hat es etwas länger.
m Oktober 1989 zählte Adlershof zu einem der wichtigsten naturwissenschaftlichen Forschungszentren Ostdeutschlands mit 5.500 Beschäftigten. Nach dem Fall der Berliner Mauer zerschlugen sich die Hoffnungen auf einen irgendwie gearteten Fortbestand der Akademie schnell. Mit Einführung der DM in der DDR im Juli 1990 sah sich die ostdeutsche Industrie nicht länger in der Lage, Forschungsaufgaben zu finanzieren. Der Einigungsvertrag, den die Bundesrepublik mit der DDR geschlossen hatte, sah die Trennung der „Akademie der Wissenschaften der DDR als Gelehrtensozietät von den Forschungsinstituten und sonstigen Einrichtungen“ vor. Eine „Koordinierungs- und Abwicklungsgesellschaft für die Institute und Einrichtungen der ehemaligen AdW der DDR“ (KAI-AdW ) wurde ins Leben gerufen. Sie sollte die AdW-Institute (70 Institutionen mit 20.000 Beschäftigten) in neue Zuständigkeiten überführen bzw. sie abwickeln. Die Gutachter waren von der Qualität der ostdeutschen Forschung beeindruckt. Dennoch konnten nur 1.300 Beschäftigte in
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in die Marktwirtschaft
	 Büro- und Laborgebäude in der Schwarzschildstraße, Ende 60er-Jahre

von 300 Gebäuden abgerissen werden. Abriß und Entsorgung baulicher Anlagen kosteten fast 45 Millionen Euro. Die Versorgungsleitungen mussten erneuert werden. Die Wissenschaft hatte ebenfalls viel zu tun, um Gebäude, Labors und Bibliotheken herzurichten. Neue Einrichtungen kamen hinzu. Rund 100 Mio. Euro kostete die Synchrotronstrahlungsquelle BESSY, 281 Mio. Euro wurden in den neuen Campus der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) investiert. Die Kosten von Bessy und HU teilten sich übrigens Land und Bund. Die WISTA-MANAGEMENT GMBH hat als Betreibergesellschaft des Technologieparks rund 270 Mio. Euro in neue Technologie- und Gründerzentren, aber auch in die Infrastruktur investiert. Ein Großteil dieses Geldes sind Fördermittel aus der Bund-Länder-

Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) und aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE). Mit diesem Geld schuf die WISTA die Voraussetzung dafür, dass in Adlershof Wirtschaft entstehen konnte. Der Anteil privater Investitionen war in den Jahren von 1991 bis einschließlich 2005 mit 14 Prozent recht bescheiden. Das hat sich grundlegend geändert: Etliche der in Adlershof gegründeten Unternehmen haben inzwischen ihre eigenen Firmensitze errichtet und dafür Millionensummen investiert – allen voran die Sulfurcell Solartechnik GmbH (100 Mio. Euro seit 2008). Der Anteil privater Investitionen wird sich in den nächsten Jahren weiter erhöhen. So jedenfalls ist es vorgesehen. Und so war es auch geplant. pst

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acht der heute elf in Adlershof ansässigen außeruniversitären Forschungsinstitute ihre Arbeit fortsetzen. Viele, vor allem junge Forscher waren nach Westdeutschland oder ins westliche Ausland abgewandert. Ungeachtet all dessen blieb der wissenschaftliche Kern Adlershofs erhalten und konnte seine internationale Reputation bewahren. Um das Gewicht der Wissenschaft zu erhöhen, entschied das Land Berlin 1991, die naturwissenschaftlichen Institute der Humboldt-Universität zu Berlin nach Adlershof zu verlegen. Der wirtschaftliche Aufbau Adlershofs war mühselig. Im September 1991 beschloss der Berliner Senat die Gründung der Entwicklungsgesellschaft Adlershof, der heutigen WISTA-MANAGEMENT GMBH. Auf dem Gelände sollte bis 1994 ein Technologiepark mit mindestens 5.000 Arbeitsplätzen entstehen. Man glaubte, dafür mit Investitionen von 300 Millionen DM auszukommen. Zunächst aber kam es zu einem massiven Abbau von Arbeitsplätzen, ein Teil der ehemaligen AdW-Wissenschaftler war in Projekten der Arbeitsbeschaffung beschäf-

tigt. Und wie sah es mit dem privaten Unternehmertum aus? Ein Wissenschaftler als Unternehmer? Kaum vorstellbar! Aber schon 1990 passierte genau das Gegenteil: Mitarbeiter der Akademie machten sich auf den Weg in die Marktwirtschaft und gründeten Unternehmen, die heute den guten Ruf Adlershofs wesentlich mitbestimmen – Unternehmen wie die Bestec GmbH, FMB Feinwerk- und Messtechnik, LTB Lasertechnik Berlin und Sentech Instruments GmbH. 1993 arbeiteten im „technologieorientierten Wirtschaftsbereich“ schon 1.805 Menschen in 110 Einrichtungen. Im selben Jahr beschoss das Land Berlin, in Adlershof auch die Umgebung des Technologieparks städtebaulich zu erschließen. Ziel war es nunmehr, eine „Stadt in der Stadt“ zu errichten, in der „Forschen, Arbeiten, Wohnen, städtische Kultur, Freizeit und Parklandschaft“ vereint sind. Langfristig sollten dort mehr als 30.000 Arbeitsplätze entstehen. Heute, 18 Jahre später, sind es 14.200 Arbeitsplätze. Und sollte es gelingen, das derzeitige dynamische Wachstum beizubehalten, können es im Jahr 2020 28.000 sein. Dann wäre das große Ziel fast erreicht. pst

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Ohne Unterstützung geht es nicht
och ist sie ein Nadelöhr, die Baustelle am S-Bahnhof Adlershof. Doch Ende Oktober 2011, stellt Walter Leibl, Leiter Planung und Erschließung bei der Adlershof Projekt GmbH (AP), in Aussicht, sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Die Verbreiterung der Rudower Chaussee unter der S-BahnBrücke ist das derzeit sichtbarste Bauvorhaben, für das AP die Verantwortung trägt. Doch es ist bei Weitem nicht das einzige: Leibls Team spielt eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung von Adlershof. Es ist für die Bauleitplanung, die Beräumung von Grundstücken und den Bau von Straßen zuständig und schafft so die Voraussetzungen dafür, dass sich Unternehmen und Wissenschaftsinstitutionen ansiedeln. Besonders wichtig war dabei der Bau der drei großen Erschließungsstraßen: der Rudower Chaussee, des Groß-Berliner Damms und der HermannDorner-Allee. „Adlershof wäre heute nicht so weit, wenn wir nicht durch GRWMittel gefördert worden wären“, betont Walter Leibl. GRW – das ist die Abkürzung für Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“. Mit GRW-Mitteln (früher hießen sie GA-Mittel) soll die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt werden. Ein Anspruch auf die Bewilligung von GRW-Mitteln besteht nicht. Dankbar ist AP deshalb für die Unterstützung der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen, die über die Vergabe der GRW-Mittel entscheidet und so den Aufschwung von Adlershof maßgeblich mit begleitet.

	 Baustelle am S-Bahnhof Adlershof: Ende Oktober 2011 kann der Verkehr wieder durch die Brücke rollen

	 Walter Leibl

Um Adlershof zu einem prosperierenden Wirtschaftsstandort zu machen, waren in den vergangenen Jahren enorme Investitionen in die Infrastruktur nötig. Ohne Subventionen durch die Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ wäre das nicht möglich gewesen.

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Nicht einfach ist die Entscheidung, welche Erschließungsvorhaben wann in Angriff genommen werden. Einerseits wollen potenzielle Investoren frühzeitig wissen, welches Umfeld sie vorfinden. Andererseits verbietet es sich aus finanziellen Gründen, einfach so drauflos zu erschließen. „Wir müssen deshalb darauf achten“, sagt Leibl, „dass wir die Voraussetzungen für Ansiedlungen schaffen, ohne Straßen langfristig auf Vorrat zu bauen.“ Ein Beispiel dafür ist die Hermann-Dorner-Allee, die von Anfang an als Verbindungsstrecke zwischen der Autobahn und dem Gewerbegebiet entlang des Groß-Berliner Damms konzipiert wurde. Die Maßnahmen, die AP koordiniert, sind nie zum Selbstzweck, sondern verfolgen stets das Ziel, Adlershof zu einem urbanen Viertel mit unterschiedlichen Nutzungen zu machen. Das gilt auch für die Arbeiten am S-Bahnhof. Hier entsteht nicht nur ein neues Eingangstor; mit der Brückenerweiterung und der neuen Straßenbahnverbindung wird der Technologiepark besser an den östlich des Adlergestells gelegenen Teil von Adlershof angebunden. Damit können die beiden Seiten Adlershofs künftig zu einem lebendigen, funktionierenden Stadtteil zusammenwachsen. ch

	 Die neue Photovoltaikfabrik der Sulfurcell Solartechnik GmbH

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	 Im Sommer ist Produktionsbeginn für das neue Werk der Freudenberg-Gruppe in Adlershof

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FORSCHUNG

GRÜNDER
	Leitet die weltweit größte Physikerorganisation: DPGPräsident Wolfgang Sandner

Vereinte Physik
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	 Neues Domizil für Jungunternehmer der IT- und Kreativbranche

Die Fachgesellschaften der Physiker fusionierten nach der Wende als Erste – Profiteur ist heute die Forschung am Max-Born-Institut (MBI).
April 2010 ist der heute 61-Jährige Präsident der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG). Die DPG hatte sich am 20. November 1990, nur ein Jahr nach der Wende, mit der Physikalischen Gesellschaft der DDR vereinigt und wurde so zum Vorreiter der naturwissenschaftlichen Fachorganisationen. „Unter Physikern stimmt eben die Chemie“, erklärte Sandner diesen historischen Prozess bei der Feier zu dessen 20. Jahrestag. Heute ist die DPG mit mehr als 59.000 Mitgliedern die weltweit größte Physikerorganisation. Neben Akademikern gehörten ihr auch viele Physiker an, die in der Industrie, etwa in Chemie, Photovoltaik oder Datenverarbeitung, tätig seien. Diese Zusammensetzung sieht Sandner in der Wissenschaftsstadt Adlershof gespiegelt. Von der fruchtbaren Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftseinrichtungen und Unternehmen profitiert auch das MBI, das zwar Grundlagenforschung betreibt, jedoch die praktische Anwendung stets im Auge hat. Etwa wenn ultrakurze hochenergetische Laserpulse auf wenige Nanometer dicke Diamantfolien treffen. Dabei lassen sich derzeit etwa zehn bis 12 Prozent der Laserenergie auf die Kohlenstoffatome übertragen. „Mit dieser Effizienz halten wir zurzeit den Weltrekord in der Beschleunigung von Teilchen mit Laserlicht“, sagt Sandner. Denkbar ist, dass die kompakten Laserapparaturen einmal die groß dimensionierten konventionellen Teilchenbeschleuniger ersetzen können. Für medizinische Anwendungen, etwa zur Therapie von Tumoren, müsste man aber Teilchen mit noch enger begrenzter Energieverteilung erzeugen. „Daran arbeiten wir“, erklärt der MBI-Direktor. pj

eltrekorde, wissenschaftliche Höchstleistungen und Innovationen, davon ist im Zusammenhang mit dem Adlershofer MBI oft die Rede. „Wir haben jetzt ein neues 100-Terawatt-System in Betrieb genommen“ sagt MBI-Direktor Wolfgang Sandner. Der Titan-Saphir-Laser übertreffe mit 100.000 Milliarden Watt die Leistung aller Kraftwerke der Welt bei Weitem. Allerdings: Weder das Weltenergieproblem lasse sich damit lösen, fügt der Physiker hinzu, noch habe das MBI Probleme mit seiner Stromrechnung, denn die produzierten Hochleistungs-Laserpulse seien extrem kurz. Ihre Dauer läge bei etwa 20 Femtosekunden – also millionstel von milliardstel Sekunden. Das MBI forscht generell mit Laserpulsen zwischen Piko- (billionstel) und Attosekunden (millionstel Teil von billionstel). Der Weltrekord liege derzeit bei 80 Attosekunden und mit Laserforschung in diesem Bereich befinde sich das MBI in der internationalen Spitzengruppe. Das MBI hat eine traditionsreiche Vergangenheit. Es ist aus dem „Zentralinstitut für Optik und Spektroskopie“ (ZOS) hervorgegangen, das zur DDR-Akademie der Wissenschaften gehörte. Die ostdeutschen Forschungseinrichtungen wurden nach der Vereinigung durch den Wissenschaftsrat auf den Prüfstand gestellt. „Das ZOS war bei der Erzeugung von ultrakurzen Laserpulsen im Bereich von Femtosekunden auch im internationalen Maßstab konkurrenzfähig“, sagt Sandner. So konnten viele Mitarbeiter ins Anfang 1992 gegründete MBI übernommen werden. „Als rationalen Prozess“ sieht Sandner die Neuformierung. Er wechselte 1993 von der US-Universität von Tennessee nach Adlershof und wurde 1994 zudem Physikprofessor an der TU Berlin. Seit
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Seit Jahren verteidigt Berlin seinen Ruf als deutsche Gründerhauptstadt. Rund 20 Berliner Gründerzentren gibt es. Während die Insolvenzrate außerhalb der Zentren im Bundesdurchschnitt bei 40 Prozent liegt, behaupten sich mehr als 90 Prozent der in Gründerzentren ansässigen Firmen erfolgreich am Markt. Grund für die Eröffnung eines neuen Zentrums im April in Charlottenburg.
ach dem Vorbild des Technologieparks Adlershof soll rund um den ErnstReuter-Platz der „Campus Charlottenburg“ entstehen. Herzstück wird das „Charlottenburg Innovation Center“ (CHIC) sein, in das im April die ersten Gründerfirmen einziehen werden. Betreiber ist die Innovations-Zentrum Berlin Management GmbH (IZBM), die auf eine fast 30-jährige Erfahrung in der Gründerförderung verweisen kann. Im 1983 eröffneten BIG, das als Vorbild für alle deutschen Gründerzentren gilt, sowie in den Adlershofer Gründerzentren IGZ und OWZ betreut die IZBM aktuell 150 junge Unternehmen. Das CHIC richtet sich an Ausgründungen aus der Technischen Universität und der Universität der Künste, die ihre Geschäftsidee nach der einjährigen Präinkubatorphase mit gründungsspezifischer Unterstützung umsetzen wollen. „Vereinfacht ausgedrückt, sind wir der Brutkasten, in dem in der Universität geborene Ideen unter Idealbedingungen im geschützten Raum realisiert werden können“, sagt IZBM-Geschäftsführer Dr. Florian Seiff. Aktuell wird der erste 1.500 m2 große Bauabschnitt im ehemaligen Gerling-Haus
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an der Bismarckstraße entsprechend den Anforderungen der IT- und Kreativwirtschaft umgebaut. Neben kleinteiligen Büroflächen wird es im CHIC auch Großraumbüros geben, in denen kreative Ideen gemeinschaftlich umgesetzt werden können. „Dass die Zusammenarbeit von Technologie- und Kreativfirmen marktfähige Produkte hervorbringen kann, zeigt die Boombranche der PC-Spiele. Während Game-Designer die Ideen entwerfen, entwickeln IT-Spezialisten die dazugehörige Software“, skizziert Dr. Gerhard Raetz, Prokurist der IZBM, mögliche Kooperationsfelder. Neben günstigen Büroflächen erhalten junge Unternehmen im CHIC diverse Serviceleistungen, wie einen zentralen Empfangs-, Büro- und Postdienst, leistungsstarke Telekommunikationssysteme sowie Konferenzräume mit modernster Technik. Viel wichtiger ist jedoch die Beratung zu allen betriebswirtschaftlichen und unternehmensrelevanten Fragestellungen, die in allen von der IZBM betriebenen Zentren quasi im Mietpreis inklusive sind. Zudem verfügt das IZBM-Team, das sich als Spar-

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rsch miede
	 Florian Seiff ist um die Vermietung des CHIC nicht bange. Marita Koop, Mitarbeiterin für den Firmenservice, ist die gute Seele des neuen Gründerzentrums.

ringspartner für die von ihm betreuten Firmen versteht, über ein dichtes Netzwerk aus Fördereinrichtungen, Wirtschaftsverbänden, politischen Gremien, wissenschaftlichen Instituten und Banken, das für junge Unternehmen unbezahlbar ist. Inklusive ist auch die aktive Kooperationsvermittlung: „Da wir unsere Firmen sehr genau kennen, versuchen wir ganz gezielt Impulse für eine mögliche Zusammenarbeit zu geben“, betont Seiff. Obwohl das CHIC erst im April seine Türen öffnen wird, gibt es bereits für 75 Prozent der Flächen ernsthafte Interessenten. Wie es aussieht, trifft das Konzept der kreativen Gründerschmiede in Citynähe nicht nur den Zeitgeist, sondern auch den Geschmack gründungswilliger Absolventen. as

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Zukunftsforum Adlershof
Am 4. Mai findet das Zukunftsforum Adlershof statt. Unter dem Motto „Innovationen für das Zeitalter der nachhaltigen Energien“ stehen Vorträge, Workshops und Führungen zu Forschungsergebnissen, neuen technischen Anwendungen sowie künftigen Entwicklungen auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien auf dem Programm. Als Gastredner sind Prof. Dr. Klaus Töpfer, Bundesumweltminister a. D. und ehemaliger Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen, Prof.

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Den Feierabend entspannt im Liegestuhl einläuten, mit Kollegen noch eine Runde Beachvolleyball spielen und die nächste Firmenparty am Strand feiern. Und das alles in Adlershof? 2011 kann es möglich werden: Der Hochschulsport der Humboldt-Universität zu Berlin plant eine Mehrzweckbeachanlage an der Rudower Straße. Vier Beachvolleyballplätze, die optional auch für Beachsoccer, -handball, Speedminton oder Frisbee genutzt werden können, sowie Eventflächen, eine Bar und Erholungsbereiche sind vorgesehen. Lassen Sie sich vom Urlaubsfeeling anstecken: Gesucht werden noch Unterstützer. Firmenteams, die einen Court mieten, Kurse buchen oder ein Event dort veranstalten wollen, sind genauso willkommen wie werbende Unternehmen und Einrichtungen. www.zeh.hu-berlin.de/events/ adlershofsport.html BRAND SIGNATURE
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IMPRESSUM
Herausgeber: WISTA-MANAGEMENT GMBH Redaktion: Sylvia Nitschke (V.i.S.d.P.) Redaktionsadresse: WISTA-MANAGEMENT GMBH Bereich Kommunikation Rudower Chaussee 17, 12489 Berlin Tel.: 030/6392-2238, Fax: 030/6392-2236 E-Mail: nitschke@wista.de www.adlershof.de/journal Autoren: Rico Bigelmann (rb); Dr. Klaus Brake (kb); Christian Hunziker (ch); Paul Janositz (pj); Chris Löwer (cl); Prof. Hildebrand Machleidt (hm); Sylvia Nitschke (sn); Ariane Steffen (as); Dr. Peter Strunk (pst), Peter Trechow (pt); Claudia Wessling (cw) Layout, Gesamtherstellung 	 und Anzeigenverkauf: zielgruppe kreativ GmbH Tel.: 030/533 115-115, Fax: 030/533 115-116 E-Mail: info@zielgruppe-kreativ.com, anzeigen@zielgruppe-kreativ.com www.zielgruppe-kreativ.com Namentlich gekennzeichnete Beiträge stellen nicht unbedingt die Meinung der Redaktion dar. Nachdruck von Beiträgen mit Quellenangabe gestattet. Belegexemplare erbeten. Das „Adlershof Journal“ erscheint sechs Mal pro Jahr in einer Auflage von 3.000 Exemplaren. Die nächste Ausgabe erscheint Anfang Mai 2011.

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Bildquellen: 	 sofern nicht anders gekennzeichnet: Tina Merkau; Titel, S 1: Dorothee Mahnkopf; Inhalt o.: Fotosearch; S. 3 Hintergrund: Michel Angelo/Fotolia; S. 4 o.: dreamstime.com; S. 5 u.: Chuew/dreamstime.com; S. 10 li.: Franz Pfluegl/Fotolia; S. 10 re.: Tyler Olson/ Fotolia; S. 11: WISTA-MANAGEMENT GmbH; S. 12-13 Hintergrund, S. 13: Adlershof Projekt GmbH; S. 16 li.: Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH; S. 16 re.: Christian Rummel/iStockphoto

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