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Periodical volume

Full text: Adlershof-Journal Issue 2008, Ausg.6

Adlershof
JOURNAL
06/2008

So klappt‘s auch mit den Nachbarn:
Ein Ort kommt sich näher
JENSEITS DES BAHNDAMMS:
>> RUNDGANG DURCH DEN ALTSTADT-KIEZ

ZIVILE LASERFORSCHUNG:
>> EUROPÄISCHE GROSSPROJEKTE AM START

NACHBARN IM ALL:
>> PLANETENFORSCHER MIT DER KAMERA UNTERWEGS

MEDIALE TEIGWARE:
>> NEUE FOLGEN VON BERND DAS BROT

www.adlershof.de

INHALT

EDITORIAL

Gute Nachbarn jenseits des Bahndamms
01 EDITORIAL
Dr. Reinhard Uppenkamp: Gute Nachbarschaft jenseits des Bahndamms

02 UNTERNEHMEN
Kühlzwerge vom Fließband: Deutsch-russisches Unternehmen produziert thermoelektrische Mikromodule

Herausgeber: WISTA-MANAGEMENT GMBH Verantwortlich: Dr. Peter Strunk Redaktion: Sylvia Nitschke (sn) Autoren: Rico Bigelmann (rb); Peggy Mory (pm); Klaus Oberzig (ob); Thomas Prinzler (tp); Ariane Steffen (as) Layout und Gesamtherstellung: zielgruppe kreativ GmbH www.die-zielgruppe.com Fotos/Quellen (sofern nicht anders gekennzeichnet): Tina Merkau; Titel: H. Armstrong Roberts, Gettyimages; Inahalt: Xavier Marchant, Fotolia.com(o.); S. 1 Berlin-Chemie AG; S. 10/11 DLR, Institut für Planetenforschung, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt in der Helmholtz Gemeinschaft (Mitte, u.); S. 12/13 KI.KA/C. Pausch; S. 14 WISTA-Archiv (unten); S. 16 Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung, Berlin (Mitte o.), BEOS GmbH (o. l.), ISAS – Institute for Analytical Sciences (o. r.) Anzeigenverkauf: zielgruppe kreativ GmbH anzeigen@die-zielgruppe.com Redaktionsadresse: WISTA-MANAGEMENT GMBH, Bereich Kommunikation, Rudower Chaussee 17, 12489 Berlin, Tel.: 030/6392-2238, Fax: 030/6392-2236, E-Mail: nitschke@wista.de; www.adlershof.de/journal Namentlich gekennzeichnete Beiträge stellen nicht unbedingt die Meinung der Redaktion dar. Nachdruck von Beiträgen mit Quellenangabe gestattet. Belegexemplare erbeten. Das „Adlershof Journal“ erscheint sechsmal pro Jahr mit einer Auflage von 3.000 Exemplaren. Die nächste Ausgabe erscheint Anfang Januar 2009.

Die Chemie stimmt zwischen dem Technologiepark und seinem größten Nachbarn, der Berlin-Chemie AG. Kooperationen gibt es aber nicht nur auf fachlicher Ebene, was gemeinsame Aktivitäten beispielsweise zur „Langen Nacht der Wissenschaften“ oder die Nutzung des Veranstaltungsangebots beweisen.

03 MENSCHEN IN ADLERSHOF
Der Platzhirsch: Siegfried Krauß ist Objektschützer, Stadtführer, Concierge

04 TITELTHEMA
„Adlershof inside – ein Rundgang“: Im Altstadt-Kiez gibt es einiges zu entdecken

06 Steppkes jederzeit willkommen: Flexible Betreuungsalternative in Technologieparknähe

Adlershof feiert am 14. April 2009 seinen 255. Geburtstag. Es entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einem bevölkerungsreichen Wohngebiet, zählte vor 100 Jahren schon mehr als 10.000 Einwohner. Zum größten Teil hatten sie östlich vom Bahndamm ihr Zuhause. Dort waren nach dem Zweiten Weltkrieg mit BERLIN-CHEMIE, dem Kabelwerk Adlershof und dem Produzenten für Spezialfahrzeuge auch bedeutende Industriebetriebe ansässig. Nun sind wir Nachbarn der neuen „Stadt für Wissenschaft, Wirtschaft und Medien“. Wir betrauern es nicht, dass sie es heute ist, die in erster Linie mit der Ortsbezeichnung Berlin-Adlershof in Verbindung gebracht wird. Doch auch das alte Adlershof profitiert von der Entwicklung des einzigartigen 420 Hektar großen Areals in unmittelbarer Nachbarschaft. Ein für jedermann sichtbares Zeichen dafür ist zum Beispiel der nun endlich entstehende neue Bahnhof Berlin-Adlershof. Die Berlin-Chemie AG ist der größte Anrainer jenseits des Bahndamms. 1.700 Mitarbeiter sind für unser forschendes Arzneimittelunternehmen in Adlershof tätig. Fast alle lernten das neue Adlershof bereits kennen und schätzen – nicht zuletzt deshalb, weil wir in diesem Sommer unser Familienfest auf dem Gelände des Technologieparks feierten.

08 NETZWERKE
Europäische Lichtblitze: Weltweit erste internationale Großprojekte der zivilen Laserforschung

10 EINBLICKE
Flug über Iani Chaos und Ares Vallis: Gestochen scharfe Bilder von unseren Nachbarplaneten

Die neue „Stadt für Wissenschaft, Wirtschaft und Medien“ und die BerlinChemie AG haben einiges gemeinsam. Beide verdanken ihr Entstehen der deutschen Wiedervereinigung, ihre Wurzeln reichen jedoch weit in die Vergangenheit zurück. So kommen etliche Mitarbeiter unseres Unternehmens aus Familien, die sich in Adlershof nun schon in der fünften Generation mit der Entwicklung und Herstellung von Arzneimitteln beschäftigen. Und auf der anderen Seite des Bahndamms wurde schon vor über 70 Jahren außeruniversitäre Forschung betrieben. Hierfür ist die Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt ein bekanntes Beispiel. Auf dieser Basis entwickelten sich langjährige nachbarschaftliche Kooperationen. Es gibt sie unter anderem auf dem Gebiet der Kernmagnetischen Resonanzspektroskopie, die auch für die Arzneimittelforschung unverzichtbar ist. Hier wird seit über 25 Jahren eine enge Zusammenarbeit gepflegt. Diese besteht zwischen unserem Unternehmen, dem LeibnizInstitut für Katalyse e. V. an der Universität Rostock (LIKAT), dem nun auch hier ansässigen Chemischen Institut der Humboldt-Universität sowie Bereichen des ehemaligen Amtes für Standardisierung, Messwesen und Warenprüfung (ASMW), die heute zur Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) gehören.

Gern sind wir in der Wissenschaftsstadt zu Gast oder beteiligen uns dort an Veranstaltungen. So ist die „Lange Nacht der Wissenschaften“ eine feste Größe in unserem Jahresprogramm. BerlinChemie präsentiert hier die Arzneimittelforschung. Ebenso gern stellen wir die Möglichkeiten unseres Hauses zur Verfügung. Diese werden zum Beispiel für die Betreuung von Diplomarbeiten, für die Tätigkeit studentischer Hilfskräfte oder für Betriebsbesuche gern in Anspruch genommen. Wir freuen uns, dass die „Stadt für Wissenschaft, Wirtschaft und Medien“ eine für ganz Deutschland vorbildliche Entwicklungsdynamik aufweist und international eine immer stärkere Anziehungskraft erreicht. Als Nachbar und potenter Kooperationspartner nehmen wir gern an dieser Entwicklung teil.

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MEDIEN
Schlechte Laune als Geschmacksverstärker: Frisches Brot aus Adlershof

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CAMPUS
Hellsehen mit Methode: Wie sieht die Zukunft des Campus Adlershof aus?

Ihr Dr. Reinhard Uppenkamp
Vorstandsvorsitzender BERLIN-CHEMIE AG

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GRÜNDER
Biogenes Rohstoff-Recycling: Wiederbelebte Schwermetalle

16 SHORT CUTS

Ausführliche Texte und Adlershofer Termine finden Sie unter www.adlershof.de/journal

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UNTERNEHMEN

MENSCHEN IN ADLERSHOF

Kühlzwerge vom Fließband
Sie können die Wasserzeichen markierter Diamanten sichtbar machen oder in Präzisionsdetektoren eingesetzt werden. Der Trend zur Miniaturisierung bringt leistungsstarke Kühler im Mikrobereich hervor. Für viele neue Anwendungen. In Adlershof sollen die Kühlzwerge künftig vom Band laufen.
Konkurrenzlos sei man gegenwärtig noch mit einer Serie thermoelektrischer Module mit doppelter Pellet-Dichte, die eine höhere Kühlleistung im Vergleich zu den Standard-TECs gleicher Größe erreichen. Neben den europäischen Kunden haben die TEC-Spezialisten jetzt den US-Markt im Visier. Aber auch nach Japan richtet sich der Blick. Sein Japanologie-Studium dürfte Hoferichter dafür nützlich sein. Bevor die Produktion anlaufen kann, sind aber noch ein paar Hürden zu meistern. Gromov ist gerade mit dem „Business Immigration Service“ der IHK in Kontakt, um eine ständige Aufenthaltserlaubnis für Deutschland zu bekommen. Vor Ort kann er die Entwicklung der geplanten automatisierten Fertigungslinie besser vorantreiben. Dafür gibt es bisher kein Vorbild, da die Montage von TECs in verschiedene Gehäuse traditionell Handarbeit ist. Und beim Anlagenbau könnte Büronachbarfirma ATN dann vielleicht einsteigen. sn

Wer glaubt, dass des Nachts in Adlershof nur Fuchs und Hase auf den Beinen sind, irrt. Auch Siegfried Krauß ist hellwach. Am Tage sowieso. Der Objektschützer hat viel zu tun und das immer häufiger als Stadtführer oder Concierge. Wie gut, dass der 59-Jährige kein Typ für den „Dienst nach Vorschrift“ ist.

Siegfried Krauß auf Kontrollfahrt durch sein „Revier“

Der Platzh rsch
„ ie Leute wissen, wo wir ‚wohnen’“, sagt Krauß verschmitzt und meint damit das Wachhäuschen mit dem großen roten „I“. Egal, ob ein Büroschlüssel vergessen wurde oder der Job auch am Wochenende ruft – der Sicherheitsmann hilft gern beim Öffnen und Verschließen von Türen. Aktuell 55 Häuser im Technologiepark kontrolliert das neunköpfige Team vom Gegenbauer Sicherheitsdienst in den Abend- und Nachtstunden; an Sams-, Sonn- und Feiertagen. Die sogenannte Verschlusskontrolle ist nur ein Teil des Jobs. Krauß und Kollegen haben die Brandmelde- und Aufzugsanlagen im Blick, geben Störmeldungen an die entsprechenden Experten weiter, dirigieren Lieferanten zur richtigen Adresse und sitzen am heißen Draht zur „Außenwelt“, denn auch der Zentralruf für den Technologiepark landet hier. Auskunft gibt Teamleiter Krauß immer öfter. „Das Interesse an Adlershof hat spürbar zugenommen“, sagt er. „Die Leute machen sich am Wochenende auf den ,Gedanken-Gang‘ oder suchen in der Woche den Weg zu Tagungen oder Semi-

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Sorgen für die richtige Temperatur: Mikrokühlmodule der TEC Microsystems GmbH

Der russische Entwickler Tim Gromov

holt ein Display nach dem anderen aus der Glasvitrine. Bestückt sind sie mit winzigen thermoelektrischen Bauelementen, sogenannten Peltiers. Diese regeln z. B. in Labor-Messgeräten, Infrarotsensoren oder Diodenlasern die Temperatur. Mehr als 500 verschiedene Typen von ein- bis mehrstufig haben sie im Angebot, erzählt Gromov in seiner Muttersprache. Sein deutscher Geschäftspartner Alexander Hoferichter dolmetscht. Gemeinsam haben Gromov und Hoferichter vor eineinhalb Jahren das deutsch-russische Unternehmen TEC Microsystems gegründet. Sie vertreiben exklusiv thermoelektrische Mikromodule des russischen Herstellers RMT Ltd. für Europa. Momentan bauen sie eine Fertigungslinie auf, die auf die Montage von TECs (thermoelectric cooler) in verschiedene Gehäuse ausgerichtet ist. „Adlershof ist dafür der perfekte Standort“, sagt Betriebswirt Hoferichter. Warum?

Die Transportwege zu den Kunden – im Technologiepark zählen dazu Bruker, EZconn, C2GO, opTricon und eagleyard Photonics – sind extrem kurz. „Wir liefern hier noch persönlich aus“. Schnelleres Reagieren sei so möglich. Zum Service gehört auch die Montage der Peltiers in Kundengehäuse mittels Löttechnik. Das reduziert bei Abnehmern, die bisher die TECs mit Epoxidklebern befestigt haben, die Ausfallquote und bietet ihnen eine hundertprozentige Endkontrolle. „Daneben wollen wir von Anfang an Entwicklungsprojekte und Forschungsvorhaben begleiten“, so Hoferichter. „Da unterstützen wir auch mal mit kostenlosen Mustern wie kürzlich bei den Physikern der Humboldt-Universität.“

naren.“ Dann ist der stattliche Mann am Orientierungsplan vor dem Wachhäuschen zu finden. Unaufgefordert, versteht sich. Einzig, wenn es darum geht, internationalen Gästen auf Englisch weiterzuhelfen, lässt er versierteren Kollegen den Vortritt. Seit 1994 ist der gelernte Maschinenbauer in Sachen Sicherheit in Adlershof im Einsatz, zunächst in der Medienstadt; seit 1996 im Technologiepark. Siegfried Krauß mag Adlershof, die Abwechslung und positive Stimmung. Außerdem gebe es hier nicht so viel Vandalismus. Für Notfälle seien sie mit Handys „bewaffnet“. Neu ist, dass sich Krauß für die Kontrollfahrten nicht mehr aufs Rad schwingen muss, sondern dafür ein smarter Kleinstwagen zur Verfügung steht – nicht ganz unwichtig bei Zwölf-Stunden-Diensten. Erholung findet der gebürtige Thüringer im Anschluss in den eigenen vier Wänden. Er, weder Angler noch Jäger und eher reiseunlustig, habe sich eingerichtet und sei zufrieden mit Privatleben und Berufung. „Ich bin ein richtiges Heimchen.“ Zu Hause und in Adlershof. pm

Witzig in Szene gesetzt: „Mister TEC“ präsentiert die Kühlzwerge

Haus und Hof in besten Händen

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TITELTHEMA
1-3 Anna-Seghers-Gedenkstätte: Die Schriftstellerin Anna Seghers lebte hier von 1955 bis zu ihrem Tode 1983 und gehört zu den bekanntesten Anwohnern von Adlershof. Ihre Wohnung in der Anna-SeghersStraße 81 ist als Gedenkstätte der Öffentlichkeit zugänglich. 4 Als „Adlershofer Wäldchen“ bekannt: Friedhof am Rande der Köllnischen Heide Seit über 100 Jahren Bildungsstätte: Erst Flugschule, heute Anna-SeghersGemeinschaftsschule Von Weitem sichtbar: Evangelische Verklärungskirche Adlershof Kulinarische Abwechslung bieten zahlreiche Restaurants und Cafés, hier ein Blick in den Coffeshop Capitol (Markthalle) Gegenstände aus dem Nachlass des Schriftstellers Stefan Heym finden sich in der Bibliothek, die seinen Namen trägt. kunde für den Ort Adlershof. Nach der missglückten Seidenraupenzucht zog es später Chemie- und Teerfabriken hierher. Übrig geblieben ist nur das erfolgreiche Pharmaunternehmen „BerlinChemie“. Mit der Industrie um 1900 kamen die Arbeiter und „kleinen Leute“ nach Adlershof. Sie beendeten die Pläne des Ortsvorstehers, hier ein Villenviertel entstehen zu lassen. Die als Sommersitz gebauten Häuser in der Arndtstraße künden noch vom einstigen Traum. Wirklichkeit wurde stattdessen dort der Kirchbau. Mit Unterstützung ihrer Majestät, Kaiserin Auguste Victoria, konnte die evangelische Verklärungskirche nach nur einem Jahr Bauzeit im November 1900 geweiht werden. Die Arndtstraße endet am idyllischen Arndtplatz, den ein Brunnen des bekannten Metallkünstlers Achim Kühn schmückt. Von da sind es nur wenige Meter bis zum imposanten Backsteinbau der AnnaSeghers-Schule, seit diesem Jahr eine innovative Gemeinschaftsschule. Die war bereits vor einem Jahrhundert dem Fortschritt verpflichtet: Sie beherbergte die erste Flugschule Deutschlands, die Piloten für den nahe gelegenen Flugplatz Adlershof-Johannisthal ausbildete.

TITELTHEMA
Zurück in der Dörpfeldstraße kündet ein weiterer Backsteinbau von einer Schule, allerdings ist sie heute Kulturzentrum u. a. mit einer kommunalen Galerie und der Stefan-Heym-Bibliothek. Der Schriftsteller wohnte zwar nicht in Adlershof, aber dessen Witwe übergab der Bibliothek Gegenstände aus Heyms Nachlass, wie persönliche Dinge, Handschriften, aber auch Videomitschnitte seiner Reden u. a. als Alterspräsident des Bundestages. Ein Bioladen und ein im Entstehen begriffener Feinkostmarkt im originell saniertem alten Kino „Capitol“ sind in Adlershof ebenso zu finden wie der Wochenmarkt. Das Programmkino „Casablanca“ in der Friedenstraße lädt ein zu Kultur und die Traditionskneipe „Hermannseck“, das Café „La Martina“ oder das argentinische Steakhaus „Posadas“ bieten Kulinarisches (von den vielen Italienern, Griechen und Chinesen nicht zu reden). Was ist Adlershof heute? Vielleicht definiert es sich gerade neu, ist im Wandel begriffen vom Schlaf- und Rentnerort zu einem Wohnort mit Charme, mit kurzen Wegen in die City wie ins grüne Umland und ins „neue“ Adlershof jenseits des Bahndamms. tp Und was ist Adlershof für Sie? Liebe Leser, schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen per Mail an: pr@wista.de, denn wir wollen das Thema Nachbarschaft im Auge behalten. Ihre Redaktion

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Adlershof inside –
Adlershof endet für viele der 20.000 in der Wissenschaftsstadt tätigen Forscher, Unternehmer und Studenten am Adlergestell. Doch jenseits des Bahndamms beginnt ein viel älteres Adlershof. Der Wissenschaftsjournalist Thomas Prinzler begab sich auf Spurensuche im Altstadt-Kiez.

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ein Rundgang
ben und heute Gedenkstätte der Akademie der Künste. Bescheiden, fast ärmlich wirken die Räume. Einziger Luxus der Ofen mit Ofenbank und ihre übers Exil gerettete Bibliothek, bewacht von mexikanischen Tonfiguren. Schulklassen kommen heute wieder, eine der berühmtesten deutschen Autorinnen zu entdecken. Der Seghers-Straße weiter folgend werden die Häuser kleiner und älter. Reihenhäuser und rote, schwedisch anmutende Holzhäuser sowie zweistöckige Kolonistenbauten in der Gemeinschafts- und Genossenschaftsstraße erinnern an das rapide Wachsen des Ortes vor 100 Jahren, als die Industrie den Vorort Adlershof erreichte. Auf dem parkähnlich gestalteten Friedhof am Rande der Köllnischen Heide künden Grabmale wie das von „Schmiede-Paule“ vom auskömmlichen bürgerlichen Wohlstand damaliger Zeit. Was ist, was war Adlershof? Zunächst ein Landgut, das Friedrich II. im „Sueszen Grundt“ gründen ließ. Dort entstanden neue Handwerke wie die Maulbeerplantagen zur Seidenraupenzucht. 1754 unterschrieb die „Königlich Preußische Churmärkische Kriegesund Domänenkammer“ mit dem Zinskontrakt die Geburtsur-

ch bekenne: Ich bin Adlershofer durch und durch! Schon lange vor dem Technologiepark und jetzt erst recht. Und wo bitte ist Adlershof? J. w. d. – janz weit draußen. Der Eingang des 255-jährigen Ortes gegenüber der Bahnhofsbaustelle ist mit „Steppenwiese“ links und „Budenzauber“ rechts der Dörpfeldstraße wenig einladend. Aber kurz dahinter gibt es einiges Sehenswertes zu entdecken. Linkerhand führt die Anna-Seghers-Straße zum Wohnhaus der Seghers, die dort nach der Rückkehr aus dem Exil bis zu ihrem Tod 1983 lebte. Ihre Wohnung ist unverändert geblie-

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TITELTHEMA

TITELTHEMA

Möchte gern mal wieder ins Kinder-Hotel: Ronja Horn (Mitte), hier mit Schwester Xenia (l.) und Mutter Ira

Steppkes jederzeit willkommen
Wenn die Kita wegen Streik geschlossen ist oder der Babysitter ausfällt, brauchen Eltern flexible Betreuungsalternativen für ihren Nachwuchs. Ein Kinder-Hotel in Altglienicke bietet ein Rund-um-die-Uhr-Angebot, das auch von Adlershofer Unternehmen nachgefragt wird.

Kinderzeit täglich spontane Anmeldungen. Dazu gehörte auch die einjährige Florentine. Markus Loergen, Wissenschaftler bei der Bessy GmbH, brachte seine Tochter in das Kinder-Hotel, als seine Frau, die bisher die Kleine betreut, plötzlich erkrankte, er aber auf der Arbeit gebraucht wurde. Sein Arbeitgeber hatte für solche „Notfälle“ mit dem Kauf von 100 Betreuungsstunden in der Kinderzeit vorgesorgt. Dies kam auch Physikerkollegen Torsten Quast während eines Streiks der städtischen Kita, in die Sohn Felix sonst geht, zu Hilfe. Die fami-

lienfreundliche Personalpolitik kommt bei Loergen, Quast und anderen gut an. „Unser Stundenkontingent bei der Kinderzeit ist fast aufgebraucht, so dass wir es erneuert haben“, erzählt die Bessy-Gleichstellungsbeauftragte Dr. Antje Vollmer. Und auch Unternehmerpaar Schönfeld-Horn behält die Kinderzeit nicht nur für den eigenen Nachwuchs im Auge: „Wir haben bei X-Spex drei frisch gebackene Väter, denen wir die Betreuung für die Elternzeit angeboten haben, wenn der Mitarbeiter wieder halbtags einsteigen möchte”. sn

Das Musiktheater Dudel-Lumpi sorgte für Stimmung beim „Tag der offenen Tür“ in der Kinderzeit (o.) Die einjährige Florentine Loergen fühlt sich sichtlich wohl in der Kinderzeit (u.)

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Der Tagesablauf von Familie Schön-

feld-Horn ist durchorganisiert. Während Ira und Raymond sich um die Geschäfte der X-Spex und der Optimists Consulting GmbH im Technologiepark Adlershof kümmern, geht Tochter Ronja (5) in den Grünauer Waldkindergarten, Tochter Xenia (7) besucht die Schule. Beruf und Familie scheinen gut vereinbar zu sein. Problematisch wird es, wenn die Kita geschlossen ist. So z. B. letzten Dezember wegen einer Mitarbeiterweiterbildung. Die Großeltern

aus Hamburg konnten nicht einspringen, darum ging Ronja in die „Kinderzeit“. Mutter und Tochter sind von dem KinderHotel in der Rudower Straße, nahe dem Technologiepark, gleichermaßen begeistert. „Ronja fühlte sich sofort wohl dort und fragt oft, wann sie wieder mal hin kann“, sagt Ira Schönfeld-Horn. Auf 250 Quadratmetern gibt es für Kinder zwischen acht Monaten und bis zu zehn Jahren in der Kinderzeit viel Platz zum Spielen, hinter dem Haus ist ein großer Garten.

„Mit unserem Rund-um-die-Uhr-Angebot können wir ganz flexibel auf Elternwünsche reagieren“, erzählt Kinderzeit-Chefin Sabine Mayer, die sich mit dem Kinder-Hotel vor einem Jahr selbstständig machte. Kinder sind bei ihr jederzeit, also auch über Nacht und am Wochenende willkommen. Eine telefonische Anmeldung drei Stunden vor Betreuungsbeginn genügt, für Wochenenden 48 Stunden eher. Die Bezahlung erfolgt stundenweise, zehn Euro kostet eine Einzelstunde. Wesentlich günstiger wird es, wenn man ein Stundenkontingent kauft, gültig für drei Monate. Ein Angebot, dass auch Adlershofer Unternehmen interessiert. So kommen zu den derzeit fünfzehn Stammkindern in der

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DER MENSCH IM MITTELPUNKT

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NETZWERKE
Hat nur noch wenig Zeit, selbst im Laserlabor zu stehen: MBI-Direktor und LaserlabEurope-Koordinator Wolfgang Sandner

NETZWERKE

Europäische Lichtblitze
Europas Laserforscher nehmen die weltweit ersten internationalen Großprojekte der zivilen Laserforschung in Angriff. Nahe Paris sitzt das Management für einen im kommenden Jahrzehnt zu bauenden Hochleistungslaser, der die höchsten derzeit möglichen Intensitäten für Grundlagenforschung in der Teilchen-, Nuklear- und Astrophysik sowie Kosmologie erreicht. In Großbritannien wird der erste Laser für die zivile Energiegewinnung durch Laserfusion geplant.
„ ie Entwicklung von Lasern kann heute nicht mehr singulär verlaufen“, weiß Prof. Wolfgang Sandner vom Max-Born-Institut in Adlershof (MBI). Er ist Koordinator des seit 2003 bestehenden Laserlab-EUROPE, eines virtuellen Zusammenschlusses von inzwischen 27 nationalen Lasereinrichtungen aus 15 EU-Ländern. Gerade hat die Europäische Kommission dem Netzwerk für die nächsten drei Jahre weitere zehn Millionen Euro bewilligt. Mit dem Ziel, die interdisziplinäre Laserforschung zu stärken.

Herzstück von ELI ist ein Hochleistungskurzpulslaser, der Brennpunktintensitäten von bis zu 1024 Watt pro Quadratzentimeter erreicht. Das ist noch tausendmal stärker als der Höchstfeldlaser am MBI. Und bereits dort ist die Leistung eines einzelnen Lichtpulses dreißigmal größer als die Leistung aller Kraftwerke zusammen. Durch die mit ELI erzielte ultrakurze Dauer der Pulse wird es nicht nur möglich sein, die ultraschnellen Bewegungen von Elektronen, die innerhalb von Atomen und Molekülen in Attosekunden (10-18 Sekunden) oder sogar Zeptosekunden (10-21s) ablaufen, zu beobachten, sondern sogar Effekte der spontanen Erzeugung und des Zerfalls von Elementarteilchen im Vakuum. Applikationen mit extremem Licht sind sogar im medizinischen Bereich vorgesehen, so dass auch Biologen, Materialwissenschaftler und Radiologen von ELI profitieren werden. Derzeit läuft die Vorbereitungsphase von ELI, in der die Arbeiten von 300 Laserforschern aus 50 Lasereinrichtungen aus 13 europäischen Ländern zu koordinieren sind. Adlershof bleibt Osvay trotz des neuen Jobs treu. Bereits im Dezember will er mit seiner ungarischen Forschungsgruppe wieder für zwei Wochen am MBI sein. Neben ELI gibt es mit HiPER ein zweites europäisches Lasergroßprojekt, das aus dem Laserlab-Europe hervorgegangen ist, erzählt Sandner. Konzipiert ist ein fabrikhallengroßer Laser, der den Durchbruch für die zivile Energiegewinnung durch laserbasierte Kernfusion bringen könnte. Mindestens eine Milliarde Euro sollen in das Projekt fließen. MBI-Direktor Sandner ist sich sicher, dass mittels des geknüpften europäischen Lasernetzwerks Europas führende Rolle auf diesem Gebiet weiter ausgebaut werden kann. sn

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Knapp die Hälfte des Geldes fließt in ein Gastwissenschaftlerprogramm. Dies ermöglicht europäischen Forschern Zugang zu den besten Lasern der Welt. „Allein an unserem Institut sind dafür rund 80 Tage im Jahr vorgesehen“, so Sandner. Einer der Gastwissenschaftler war der ungarische Physiker Károly Osvay. Er leitet an der Universität in Szeged, Ungarn, die TeraWattTitan-Saphir-Laser-Gruppe und nutzte 2005 für seine Forschungsarbeiten das erste Mal die Laserinfrastruktur des MBI.

Daraus entstand in den vergangenen zwei Jahren eine enge Kooperation zum Aufbau des Front end für den neuen Höchstfeldlaser des MBI. Nicht nur als Forscher, auch privat hatte Osvay sich in Berlin mit seiner Familie eingerichtet. Die Wohnung im Wissenschaftler-Gästehaus in Köpenick mit dem Wasserweg Dahme vor der Haustür schien für den passionierten Kajakfahrer perfekt. Seine beiden Töchter waren in Schule und Kita integriert, seine Frau in einem Forschungsprojekt der Charité involviert. Doch seit 1. Oktober hat Osvay einen neuen Job in Frankreich. Er ist Projektmanager der „Extreme Light Infrastructur“, kurz ELI. Die Verwirklichung dieses gewaltigen Laserkonzepts ist eine der Visionen der europäischen Laserforscher.

Konnte am MBI auf Unterstützung von Prof. Sandner zählen: Der ungarische Laserforscher Károly Osvay, jetzt Projektmanager für ELI.

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EINBLICKE

Flug über Iani Chaos und Ares Vallis
Gibt es Leben außerhalb der Erde? Das Institut für Planetenforschung in Adlershof sucht mit gestochen scharfen Bildern von unseren Nachbarn im All und Animationen virtueller Marsflüge auch nach Antworten darauf.

Das Institut befasst sich auf den unterschiedlichsten Ebenen mit der Erforschung unseres Sonnensystems und liefert wissenschaftliche Experimente, die mit NASA oder ESA durchs All fliegen oder vom Boden aus dorthin schauen. Mit Hard- und Software made in Adlershof gelingt es, einen Blick auf die Anfänge des Sonnensystems zu werfen und die Entwicklung von Planeten, Monden, Asteroiden oder Kometen immer besser zu verstehen. Die Forscher beschäftigen sich aber nicht nur mit dem komplexen Ursprung des Universums. Sie entwickeln auch ganz pragmatische Projekte wie den Asteroid-Finder, einen Kleinsatelliten mit Teleskop, der mögliche Gefährdungen der Erde durch Asteroiden und Weltraummüll aufspüren soll. Mit Adlershofer Know-how werden die Wackelbewegungen des Raumfahrzeuges gewissermaßen weggerechnet, um scharfe Bilder zu erhalten. Und auch Bodenständiges, wie die Teraherz-Kamera zur nicht gesundheitsgefährdenden Durchleuchtung von Passagieren auf Flughäfen und eine Waldbrandkamera gehören zu den Entwicklungen. Als Experten für das Messen und Abbilden mit Hightech-Methoden produziere sein Institut „mehr Ideen, als wir umsetzen können“, meint Tilman Spohn. Diese Produktivität gründe sich auf die lange Erfahrung der über 100 Wissenschaftler und Ingenieure, von denen ein nicht unbeträchtlicher Teil bereits beim Institut für Kosmosforschung der Akademie der Wissenschaften der DDR tätig war, aber auch auf das Umfeld am Standort Adlershof. Hier finde man Produktionspartner, mit denen sich wissenschaftliche Experimente realisieren lassen, die den extremen Anforderungen des Weltalls standhalten. Eine wichtige Rolle spiele auch das akademische Umfeld mit den Berliner Hochschulen. Die Vernetzung bestehe durch vier Professoren, über eine fünfte Stelle werde gerade mit einer der Universitäten verhandelt. Eine weitere Professorin des Instituts lehre am Pariser Institut für die Physik der Erde. Und stolz fügt der Institutsleiter eine Zahl hinzu: sein Haushalt bestehe aus 30 Prozent Drittmitteln. ob

Mit Cassini unterwegs im Saturn-System – so sahen Adlershofer Planetenforscher den Anflug

Der Flug geht über den Oberlauf des Tales Ares Vallis und einen Teil seines Quell-

gebiets, die Senke Iani Chaos, und vermittelt den Eindruck einer „echten“ Aufnahme aus einem Flugzeug. Doch das Ares-Tal liegt auf dem Mars und die animierten Bilder stammen von Daten der Stereokamera HRSC, die mit der europäischen Sonde Mars Express seit Anfang 2004 um den roten Planeten kreist. Die High Resolution Stereo Camera wurde am Institut für Planetenforschung des DLR in Adlershof entwickelt. Sie hat nicht nur hier ihren Ursprung, hier werden bis heute die Daten aus dem All in für uns verständliche Bilder und Animationen umgewandelt. Institutsleiter Professor Tilman Spohn weiß um die öffentlichen Wirkungen der Marsbilder aus seinem Hause. Die Planetenforscher aus Adlershof sind aber nicht nur in Sachen Mars unterwegs. Sie kooperieren bei einer Vielzahl von Programmen, die nicht weniger spektakulär sind. Spohn nennt die Cassini-Mission, die in den Ringen des Saturn fliegt, Venus Express, oder die Bepi-Colombo-Mission der ESA, die 2014 zum Merkur starten wird. Oder die Rosetta-Mission, die sich auf dem Weg zum Kometen Churyumov-Gerasimenko befindet, um 2014 die chemischen und physikalischen Eigenschaften des präsolaren Nebels zu erkunden, aus dem sich vor 4,5 Milliarden Jahren die Sonne und die Planeten entwickelt haben.

Modell des Landers Philae, Teil der Rosetta Mission.

Planetenforscher Tilman Spohn

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MEDIEN

Schlechte als Geschmacksverstärker
„Bitte etwas berndiger!“ – Eine häufige Regieanweisungen im Studio L in Berlin Adlershof. Was seltsam klingt, ist Fernsehgeschichte. Bernd ist ein Kastenbrot mit Stummelarmen und Brötchenfüßen. Seit dem Start im Jahr 2000 ist die mediale Teigware fast täglich auf Sendung, auch wenn er lieber Fernsehtestbilder sammeln oder die Südwand seines Zimmers anstarren würde. Seit September läuft die neue Staffel.
Brotbäcker Tommy Krappweis hat allen Grund zum Lachen. Bernd, das von ihm erfundene grantelige Brot, ist inzwischen Kult.

chuld an des Brotes Dilemma ist Comedian, Autor und Regisseur Tommy Krappweis. Als der vor Jahren beim Italiener ein Ciabatta-Brot portraitierte und ihm die Gesichtszüge von Kumpel und Mitautor Norman Cöster gab, hörte noch keiner den Startschuss für eine Karriere als Kultstar wider Willen. „Mist.“ Oder auch: „Oberdoppelriesenmist“ – in der Flimmerwelt des Gute-Laune-Terrors gibt das Kastenbrot dem Zuschauer das Recht auf schlechte Laune wieder. So lobte zumindest die Jury des Adolf-Grimme-Preises die Bernd-

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Attitüde im Jahr 2004. Die Auszeichnung sei fällig geworden, weil sich Bernd zu unserem TV-Therapeuten emporgemault hat. Obwohl er noch Hoffnung hat, diesem ’schmutzigen Geschäft’ eines Tages doch wieder zu entfliehen. „Wir haben ihn nötig, dieses Backware gewordene duale System, das Kinder und Erwachsene verzückt, schlicht alle, die nicht mitmachen wollen beim Dauergrinsen.“ Und Bernd ist nicht allein. Erfinder Briegel der Busch und Stunt-Schaf Chili stören

seine Ruhe immer wieder. Nach acht Jahren Zwangsfreundschaft mit beiden verkrümelt sich Bernds Laune in den grauschimmeligen Bereich. Nur die Stylistin am Set in Adlershof erträgt der Misanthrop gern: Puppen-Coach Anke Anders kümmert sich, dass Bernd immer schön knusprig aussieht, auch wenn er, dank Briegels Erfindungen, wieder mal unsanft in Nachbars Garten landete – Flugbrot. Ein harter Job, pro Drehtag muss die Crew etwa 15 Minuten sendetaugliches Filmmaterial schaffen.

Mediale Teigware und Grimmepreisträger: Ciabattabrot mit Attitüde

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Gemeinsam Spaß haben, gepflegt relaxen und stilvoll genießen.
Ab 14. November direkt am Alex! PLAY, Alexanderstraße 7, 10178 Berlin

Brotvater Krappweis selbst hat schon früh Bildschirmerfahrung gemacht, in TV-Vorabendserien wie „Forsthaus Falkenau“ und „SOKO 5113“. Er hat das „schmutzige Geschäft“ kennengelernt in der Westernstadt „No Name City“ bei München, in der er sich über 750-mal erschießen lassen musste. In der Stuntshow. Soweit bekannt, ist auch das Theaterstück „Pumuckl und die Grippetabletten“, das Krappweis in der dritten Klasse geschrieben haben soll, nie am Deutschen Theater – weder in Berlin noch München – aufgeführt worden. Wen wundert da die schlechte Laune des kastigen Zöglings. Dank des Erfolgs des Brotes kann bei Krappweis aber schlechte Laune erst gar nicht aufkommen. Allerdings gibt es Gerüchte, denen zufolge Schaf Chili Krappweis selbst nachempfunden wurde. Bestätigen könnte das Tanja Schumann, die das scharfe Schaf synchronisiert. Die kennt Krappweis von seiner Zeit „vor der Kamera“ bei RTL Samstag Nacht. Auch Hugo Egon Balder und Stefan Jürgens sind schon beim Brot gesichtet worden. In Adlershof wissen alle, wie sie ihren Star behandeln müssen. Jörg Teichgraeber, der dem Kastenbrot Arm und Stimme leiht, hat sich daran gewöhnt, dass man ihn hier nur „Bernd“ nennt. Seit September läuft die zweite Staffel der Adlershofer Produktion jeden Samstag um 20.15 Uhr im KI.KA. Und auch nachts kommt Bernd nicht zur Ruhe: Ab 21 Uhr steckt er in der Sendeschleife, bis sechs Uhr morgens. Bernds Laune verschlechtert sich zusehends, die Fans freut es. rb

Nervensägen: Stunt-Schaf Chili und Erfinder Briegel, der Busch.

www.play-berlin.de

Support:

TV-Therapeut Bernd im Kampf gegen das Dauergrinsen.

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CAMPUS
In modernen Industrienationen nimmt der Bedarf an Rohstoffen wie Kupfer, Uran und Zink stetig zu. Die rasante Entwicklung der Schwellenländer heizt die Nachfrage zusätzlich an. Die Konsequenz sind immer knapper und teurer werdende Rohstoffe.

GRÜNDER

Hellsehen mit Methode
Wie sieht die Zukunft des Campus Adlershof aus? Um dessen Entwicklungspotenziale auszuloten, aber auch handfeste Verbesserungsvorschläge für eine noch größere Attraktivität zu erarbeiten, führten Geographiestudierende der Humboldt-Universität im Sommersemester eine Szenarioanalyse durch. Zu ihren Ergebnissen gehört, dass eine verbesserte Kommunikation – nach innen wie nach außen – von Adlershof als Bildungsstandort nötig ist.
009 sind es zehn Jahre, dass es den Campus Adlershof der Humboldt-Universität (HU) gibt. Nach anfänglicher Ablehnung des Standorts durch Lehrende und Studierende sind die kritischen Stimmen leiser geworden. Was nicht heißt, dass bereits alles optimal ist. Eine geringe Aufenthaltsqualität und die große Entfernung zum HU-Hauptgebäude in Mitte werden weiterhin als Standortminus definiert.
Engagiert für den Campus Adlershof: Studierende und Mitarbeiter des Geographischen Instituts der HumboldtUniversität

Biogenes Rohstoff-Recycling

Gestein mit Kupfereinlagerungen, das nach Einsatz des n-MiningVerfahrens eine reiche Ausbeute an feinstem Kupfer liefern wird.

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Einer, der sich seit Jahren mit Adlershof als Technologiepark und studentischem Campus auseinandersetzt, ist Professor Harald Mieg vom Institut für Geographie der HU. In seinem letzten Projektseminar „Strategische Planung der Mensch-Umwelt-Systeme“ ging es um die Frage: Wie kann Adlershof sich entwickeln, um für Studierende noch attraktiver zu werden? Statt des Blicks in die Kristallkugel führten die 24 Seminargruppenteilnehmer eine sogenannte „formative Szenarioanalyse“ durch und befragten Experten und Campusnutzer zum Hochschulstandort Adlershof. Moderne Ausstattung und gute Verkehrsanbindung standen mangelnder Vernetzung zwischen Studierenden und Unternehmen sowie fehlenden Informationen über Praktika gegenüber. „Weil viele die Möglichkeiten auf dem Campus gar nicht kennen, haben wir eine Praktikumsdatenbank entwickelt“, erzählt Seminarteilnehmer Tilman Versch. Unter www.adlershof.de/student werden nicht nur Praktikumsangebote, sondern alle für Adlershof-Studierende relevanten Informationen auffindbar sein. Die rechnergestützte Szenarioanalyse erbrachte einige

überraschende Ergebnisse: So spielt z. B. der Ausbau von Gastronomie und Freizeitangeboten strategisch eine geringere Rolle. Wichtiger ist es, eine urbane Campus-Atmosphäre zu schaffen. Viel versprechen sich die Seminarteilnehmer auch vom geplanten Adlershoftag am 6. November, der zur Information der Studierenden und als Vernetzungsevent dient. Vorgesehen sind u. a. ein „Markt der Möglichkeiten“ im Erwin Schrödinger-Zentrum, auf dem sich Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus Adlershof vorstellen, sowie ein „Uni-trifftFirmen-Lauf“ mit Staffeln von Studierenden und Unternehmensmitarbeitern. Die im Projektseminar mit wissenschaftlicher Methode gewonnenen theoretischen Erkenntnisse, finden im Campusleben damit praktischen Niederschlag. sn

Ihr Geschäftsmodell ist eine Win-winSituation für alle Beteiligten: n-mining nimmt den Produzenten Industrieabfälle zu einem Preis ab, der deutlich unter dem sonst für Sonderrecycling üblichen liegt. Die Entsorgung einer Tonne Galvanikschlamm kostet rund 300 Euro. „Die synthetisierten Schwermetalle bereiten wir industriegerecht für Hightech-Unternehmen auf, die diese beispielsweise zur Herstellung von LCD-Displays einsetzen“, sagt Quednau. Größter Gewinner ist die Umwelt: Das n-Mining-Verfahren nutzt hauptsächlich die Energie der eingesetzten Mikroorganismen und kommt völlig ohne umweltbelastende Stoffe aus.
Sambias Botschafter Godwin Kingsley Chinkuli (Mitte) freut sich sichtlich auf die Zusammenarbeit mit dem n-Mining-Team

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sich auch Schwermetalle recyceln. „Mithilfe von Mikroorganismen und umweltfreundlichen organischen Verbindungen können sie aus Industrieabfällen herausgelöst und für industrielle Anwendungen aufbereitet werden“, erläutert Dr. Bernard Pracejus, Geschäftsführer der n-Mining GbR, die Gründungsidee seines Unternehmens. Mit seinem Partner Dr. Michael Quednau, einem erfahrenen Geologen und Geochemiker, hat der Mineraloge ein Verfahren entwickelt, das Nano-Rohstoffe aus industriellen Abfällen erzeugt, die anschließend in der Hightech-Industrie zum Einsatz kommen.

Ebenso wie Papier und Glas lassen

Die einzelnen Schwermetalle werden dabei stufenweise aus den Industrieabfällen produziert. Zunächst werden sie mittels Biomasse extrahiert, anschließend synthetisiert und in der für industrielle Anwendungen gewünschten Form als Mikro- oder Nanosubstanz weiterverarbeitet. Die beiden Unternehmer arbeiten zurzeit an einer zeitlichen Optimierung des Verfahrens. „Wir halten mit mikrobiellen Produkten beschichtete Platten in den ,Metallcocktail‘ und können damit die entsprechenden Schwermetalle wie mit einem Magneten herausziehen“, verrät Pracejus.

Was im Labormaßstab bereits hervorragend funktioniert, soll sich demnächst in einer Pilotanlage in Sambia bewähren. Das Land verfügt über große Vorkommen an Kupfer, Cobalt, Chrom, Nickel, Silber und Gold, die mit teilweise veralteten Methoden abgebaut werden und somit eine starke Belastung für die Umwelt darstellen. Sambias Botschafter Godwin Kingsley Chinkuli ist stolz, dass „unser Land durch den Einsatz der neuen Technologie eine Vorreiterfunktion beim Umweltschutz einnehmen wird, von der ganz Afrika profitieren kann.“ Darüber hinaus werden durch den geplanten Technologietransfer Arbeitsplätze geschaffen, da das Verfahren vor Ort von einheimischen Mitarbeitern eingesetzt werden soll. as

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SHORT CUTS
Marktplatz in Treptow-Köpenick
Gemeinnützige und Unternehmen sind am 20. November 2008 zum ersten Marktplatz Treptow-Köpenick (17.00 Uhr, Ort: freiheit fünfzehn) eingeladen, um gegenseitige Geschäfte zur Verbesserung des Gemeinwesens zu vereinbaren, ohne dass Geld fließt! Das können z. B. die Begrünung des Gartens einer Senioreneinrichtung, das Malern der Wände einer Kindertagesstätte oder die Mitarbeiterschulung einer Beratungsstelle sein. Das Freiwilligenzentrum Treptow-Köpenick „STERNENFISCHER“ sammelt alle Angebote und Wünsche (Tel.: 23 36 29 98). www.marktplatz-treptow-koepenick.de

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Berliner Forschung – Quo vadis?

Neue Mieter am Groß-Berliner Damm

Prof. Jürgen Zöllner

Anwendertreffen Internationaler Analysetechniker

Unter dem Motto „Ein Jahr Exzellenzinitiative – Entwicklungen durch einen einzigartigen Wettbewerb“ diskutieren in Adlershof der Berliner Wissenschaftssenator Prof. Jürgen Zöllner mit den Präsidenten der Berliner Universitäten und dem Präsidenten der Leibniz-Gemeinschaft, Prof. Ernst Rietschel, über die Zukunft der Berliner Forschungslandschaft. Moderiert wird die Runde von Prof. Ingolf Hertel. Die gemeinsame Veranstaltung der Initiativgemeinschaft Außeruniversitärer Forschungseinrichtungen und der Berliner Wirtschaftsgespräche findet am 4. November 2008 um 17.00 Uhr im MaxBorn-Saal statt. Die Adlershofer Akteure sind herzlich eingeladen, die Diskussion mit Fragen zu bereichern. www.igafa.de

Der Elektrogroßhandel OBETA, das Catering-Unternehmen Optimahl GmbH, das Technische Hilfswerk und ein bundesweit operierendes Unternehmen für Akten- und Datenlagerung, Informationsmanagement, Logistik und Containerlagerung sind die neuen Mieter eines rund 8.400 m2 umfassenden Gewerbeobjekts am Groß-Berliner Damm 82a. www.beos.net

Konzerttipp in Adlershof

Am 7. und 8. Oktober trafen sich Anwender einer neuartigen Analysetechnik zur Bestimmung geringer Elementgehalte in flüssigen oder festen Proben im Technologiepark Adlershof. Die sogenannte hochauflösende Kontinuumstrahler-Atomabsorptions-Spektrometrie, kurz HR-CS AAS, wurde federführend am Institute for Analytical Sciences (ISAS) in Berlin entwickelt und wird seit drei Jahren erfolgreich von der Analytik Jena AG vertrieben. Es gibt zahlreiche Anwendungen aus den unterschiedlichsten Bereichen der Umwelt-, Lebensmittel- und Wasseranalytik. Neben problemorientierter universitärer Forschung wird die AAS hauptsächlich routinemäßig in Analyselabors eingesetzt. Dabei stehen Qualitäts- und Prozesskontrolle sowie das Monitoring von Elementgehalten (z. B. Spuren- oder Schwermetalle im menschlichen Blut oder Urin) im Vordergrund. Zu den neuen Anwendungsmöglichkeiten der HR-CS AAS gehört die Bestimmung von Nichtmetallen. www.isocss.de

Technologiekreis wird 5

Der Technologiekreis Adlershof e. V. (TKA) feiert am 18. November 2008 sein fünfjähriges Bestehen. Die Vereinigung von technologieorientierten Unternehmen des Technologieparks Adlershof hat 60 Mitglieder. Laut einer TKA-Umfrage erwirtschafteten diese sowohl beim Umsatz als auch bei der Beschäftigung 2007 ein Wachstum im zweistelligen Prozentbereich. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent auf knapp 170 Millionen Euro, die Mitarbeiteranzahl kletterte um 11 Prozent auf über 1.300 Beschäftigte. Mehr als die Hälfte der Hightech-Unternehmen gehen auch 2008 von einer Umsatzsteigerung aus. www.tk-adlershof.de

Die Nähe zu Ihrem Unternehmen ist die Basis guter Beratung.
Die Evangelische Verklärungskirche in Adlershof in der Arndtstr. 11/15 lädt am 16. November um 19.30 Uhr zu einem Gospelkonzert ein. Die Reihe der Weihnachtsaufführungen in der Verklärungskirche beginnt mit dem Konzert zum 1. Advent am 30. November, 17.00 Uhr mit Werken von Joseph Haydn, Melchior Bruckhorst u. a. Im Dezember folgen Konzerte der Familienmusikschule Rehberg (7.12.), der Heidegrundschule (10.12.), der Joseph-SchmidtMusikschule Treprow-Köpenick (13.12.) und des Beroliner Chorensembles (14.12.). www.evangelische-kirche-adlershof.de

Wir beschäftigen uns intensiv mit Ihrem Unternehmen. So lernen wir alles über Ihre Anforderungen und Bedürfnisse und können Ihnen eine professionelle, individuelle Betreuung für Ihren langfristigen Erfolg bieten, denn: Keine Bank ist näher. Mehr unter 030/869 869 869 oder www.berliner-sparkasse.de/firmenkunden

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konzeption service entwicklung lösungen realisierung

Strom, Wärme, Kälte und maßgeschneiderte Energielösungen

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… Energie – intelligent vor Ort.
Bedarfsgerechte, sichere Versorgung unserer Kunden mit Strom, Wärme und Kälte Betrieb von Heizkraftwerken und Nah- bzw. Fernwärmeversorgungsanlagen einschließlich der Umsetzung komplexer Anlagenkonzepte Erstellung von Energieversorgungskonzepten auf Basis fossiler und regenerativer Brennstoffe Erstellung von Contractingmodellen für Industrie und Gewerbe, öffentliche Institutionen und den Wohnungssektor Optimierung des Energiebezugs sowie des Energieverbrauchs Innovative Energiekonzepte für Berlin und Brandenburg: wirtschaftliche dezentrale Energielösungen durch ressourcenschonende Kraft-Wärme-Kopplung, Absorptionskälte, Nahwärmesysteme. Service aus einer Hand, von der individuellen Konzeptionierung über die Finanzierung und Betriebsführung bis hin zur Stromund Heizkostenabrechnung. Fordern Sie uns!
        
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