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Jugend will mitmischen!

Full text: Jahresbericht Issue 2011 Jugend will mitmischen!

Landesjugendring Berlin e.V.

JAHRESBERICHT 2011
Jugend will mitmischen!

Inhalt
Vorwort	 1.	 Schwerpunkte	 1.1.	Jugendpolitische Aktivitäten vor und nach der Abgeordnetenhauswahl 2011	 1.2.	U18	 1.3.	Schwerpunkt Runder Tisch Jugend 	 1.4.	Förderung des ehrenamtlichen Engagements	 1.5.	Kooperation Schule - Jugendverbände 	 1.6.	Kommunikationskonzept LJR	 2.	 Mitbestimmung im LandesJugendRing	 Übersicht: Zuständigkeiten im Vorstand	 2.1.	Vorstand 	 2.2.	Hauptausschuss	 2.3.	Kommissionen und Arbeitsgemeinschaften	 2.3.1.	Kommission Jugendhilfe	 2.3.2.	Kommission Juleica 	 2.3.3.	Arbeitsgemeinschaft Berliner Jugendbildungsstätten	 2.3.4.	AG Kooperation Jugendverbände und Schule	 2.4.	Geschäftsstelle	 3 5 5 5 7 8 10 11 12 12 13 14 14 14 15 16 17 17 19 19 20 20 20 21 21

2.5. Interessenwahrnehmung in AuSSenvertretungen	
Übersicht Aussenvertretungen 	 2.5.1. DBJR-VV 	 2.5.2. Konferenz der LJR´e	 2.5.3. LJHA 	 2.5.4. UA Jugendarbeit	 2.5.5. UA Etat 	 2.5.6. UA Gesamtjugendhilfeplanung und neue Steuerungsmodelle / UA Hilfen zur Erziehung und Familienpolitik / UA Kindertagesbetreuung	 Landesarbeitsgemeinschaften (LAG) nach § 78 SGB VIII: 2.5.7. LAG „Jugendberufshilfe“ 	 2.5.8. LAG „Mitbestimmung von Kindern und Jugend­ichen in Berlin“	 l 2.5.9. Landesarbeitskreis „Kinder- und Jugendparti­ ipation in Berlin“ (LaKoK)	 z 2.5.10. „Aktiv in Berlin – Landesnetzwerk Bürgerengagement“ (aib) 	

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2.5.11. Arbeitsgemeinschaft Jugendhilfe (AGJ)	 2.5.12. Berliner Beratungs­ etzwerk Rechtsex­ remismus	 n t 2.5.13. Bildungsverbund IJBS Sachsenhausen e.V. 	 2.5.14. Initiativkreis zur Errichtung einer IJBS Sachsen­ ausen	 h 2.5.15. Kommission für den Berliner Freiwilligenpass	 2.5.16. Landesausschuss für Jugendarbeitsschutz	 2.5.17. Musikschulbeirat	 2.5.18. Netzwerk Wahlalter 16	 2.5.19. Rundfunkrat des rbb	 2.5.20. Steuerungsgruppe „Fördermodell Jugendverbände“	 2.5.21. Steuerungsgruppe respectABel	 2.5.22. Stiftungsrat der Jugend- und Familien­ tiftung des Landes Berlin	 s 2.5.23. Wannseeforum für Jugendarbeit	 3. Schwerpunkte in den Mitgliedsverbänden	 Übersicht Mitgliedsverbände	 Arbeiter-Samariter-Jugend	 Berliner Jugendfeuerwehr	 Berliner Jugendrotkreuz	 Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Diözesanverband Berlin	 Bund Deutscher PfadfinderInnen	 BUNDjugend Berlin	 Deutsche Schreberjugend Berlin	 Evangelische Jugend Berlin - Brandenburg - schlesische Oberlausitz (EJBO)	 Jugendbund djo - Deutscher Regenbogen, Landesverband Berlin e.V.	 Jugendnetzwerk::LAMBDA	 JungdemokratINNen/Junge Linke Berlin	 Junge Europäische Bewegung Berlin-Brandenburg e.V.	 Junge HumanistInnen (JuHu)	 KINDERRING BERLIN e.V.	 Das Landesjugendwerk der AWO in Berlin	 NAJU Berlin	 NATURFREUNDEJUGEND Berlin	 Sozialistische Jugend Deutschlands – Die Falken	

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Jugend will mitmischen!
Liebe Freundinnen und Freunde, seit November 2011 regiert in Berlin eine rotschwarze Koalition. Was bedeutet das für Jugendliche und ihre Verbände? Die Koalitionsvereinbarung vermittelt ein ambivalentes Bild: Zwar wird Jugendarbeit als eigenständige Bildungssäule neben Kita und Schule anerkannt, klare Aussagen zu ihrer Absicherung und Weiterentwicklung fehlen jedoch. Zudem entsteht der Eindruck, dass die Koalitions­ partner der Partizipation von Kindern und Jugendlichen wenig Bedeutung beimessen. Die Vereinbarung erwähnt weder die Umsetzung des „Abkommens für die Jugend“, noch ein von der SPD im Wahlkampf angekündigtes „Gesamtkonzept für Kinder- und Jugendbeteiligung“, noch das Projekt „U18-Wahl“ - und schon gar keine Absichten, das Wahlalter abzusenken. Vielmehr zeigt sich an vielen Stellen ein Verständnis von Jugendlichen als unfertige Erwachsene, die der „präventiven Jugendarbeit“ bedürfen und die erst „später“ in der Lage sind, ihr Recht auf Partizipation an Politik und Gesellschaft wahrzunehmen. Mit Sandra Scheeres haben wir nun eine Jugendsenatorin, die aus der Jugendverbandsarbeit kommt und mit der uns eine langjährige gute Zusammenarbeit verbindet. Wir hoffen, mit ihr gemeinsam eine klare jugendpolitische Linie zu entwickeln, die die Defizite der Koalitionsvereinbarung überwindet. Wir werden weiterhin lautstark für das Recht aller jungen Menschen auf Entwicklung ihrer Persönlichkeit und auf gesellschaftliche Teilhabe eintreten. Jugend will mitmischen!

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Vorwort

Vorwort

Vorwort

Für das Jahr 2012 haben wir uns schwerpunktmäßig Folgendes vorgenommen: •	 Förderung der Partizipation und des ehrenamtlichen Engagements von Jugendlichen mit Migrationshintergrund: Beim „Runden Tisch Jugend“ 2011 haben wir mit der Senatsverwaltung und weiteren Partnern zum einen vereinbart, gemeinsam mit allen Jugendverbänden zu überlegen, wie Hemmnisse abgebaut werden können, die es Jugendliche mit Migrationshintergrund erschweren, sich ehrenamtlich in den bestehenden Verbänden zu engagieren. Zum anderen werden wir Jugendliche mit Migrationshintergrund dabei unterstützen, ihre eigenen Vereine und Verbände aufzubauen. Sogenannte Migrantenjugendselbstorganisationen, in denen sich Jugendliche mit Migrationshintergrund für ihre eigenen Interessen engagieren, sind ein wichtiger Bestandteil der gesellschaftlichen Integration dieser Jugendlichen. Für diese Vorhaben hat der Landesjugendring ein Projekt konzipiert und beantragt. •	 Weiterentwicklung der Kooperation zwischen Jugendverbänden und Schulen: Wir treten für einen Ausbau der Verschränkung von formalen und nonformalen Bildungsangeboten an Schulen und im Sozialraum ein. Der eher kognitiv ausgerichtete Unterricht erfährt mit den partizipationsorientierten, persönlichkeitsbildenden Angeboten der Jugendverbände eine ideale Ergänzung. Damit Jugendverbände und Schulen auf Augenhöhe kooperieren können, bedarf es der Unterstützung durch die Politik. Sie muss die Bedingungen und Anreize schaffen, die eine Zusammenarbeit erleichtern und befördern. Im vorliegenden Jahresbericht bekommt Ihr einen umfassenden Überblick über die Aktivitäten des Landesjugendrings seit der Mitgliederversammlung 2011. Das vergangene Jahr stand für uns vor allem im Zeichen der

Wahlen zum Abgeordnetenhaus. Während des Wahlkampfs hat der Landesjugendring mit vielen Aktivitäten für das Recht Jugendlicher auf Persönlichkeitsentwicklung und Teilhabe gestritten und geworben. Mit der Podiums­ diskussion „Berlin braucht Jugendarbeit“, dem „Runden Tisch Jugend“, der U18-Wahl und einer öffentlichen Juleica-Verleihung seien nur einige vorab genannt. An dieser Stelle danken wir allen, die sich für die Interessen von Kindern und Jugendlichen einsetzen – allen voran den die vielen ehrenamtlich und hauptamtlich engagierten Menschen in den Berliner Jugendverbänden. Auch den Unterstützer/-innen aus Politik und Verwaltung sowie unseren zivilgesellschaftlichen Partnern gilt unser Dank. Last but not least ein herzliches Dankeschön an die Mitarbeiter/-innen der LandesjugendringGeschäftsstelle für ihren professionellen und engagierten Einsatz. Mit den besten Grüßen Euer Vorstand

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1.1.	 Jugendpolitische Aktivitäten vor und nach der Abgeordnetenhauswahl 2011
Berlin braucht Jugendarbeit Politischer Abend mit den Jugendpolitikerinnen und –politikern der Fraktionen im Abgeordnetenhaus am 5. April 2011 Im Vorfeld der Wahlen zum Abgeordnetenhaus hatten der Landesjugendring und der Paritätische Wohlfahrtsverband gemeinsam zu dieser Veranstaltung eingeladen, um die Ergebnisse der Fachveranstaltung vom Januar 2011 in die jugendpolitische Diskussion einzutragen. Ihre Visionen für die Jugend­ rbeit im Jahr 2020 sollten die Polia tikerinnen und Politiker entwickeln. Die Ausgestaltung der Kooperation von Jugendarbeit und Schule sowie die Sicherstellung der nötigen Finanzierung der Jugendarbeit – das waren die beiden zentralen Fragestellungen in allen Statements. Die Lösungen, die jeweils entwickelt wurden, waren nach Personen und Parteien naturgemäß sehr unterschiedlich: Ist ein „Engagement-Tag“ in der Ganztagsschule die Lösung, oder brauchen Jugendliche nicht doch einen Freiraum außerhalb von Schule? Wird die Jugendarbeit unter den Spardruck der „Schuldenbremse“ geraten, oder kann es gelingen, gerade hier einen Schwerpunkt zu setzen? So unterschiedlich die Antworten auf diese Fragen auch ausgefallen sind, sie hatten eines gemeinsam: Die Bedeutung einer selbstbestimmten und partizipatorischen Jugendarbeit als Sozialisationsinstanz für Jugendliche wurde von allen gesehen und anerkannt – und damit auch und besonders die Bedeutung der Jugendverbandsarbeit. Landesjugendring fordert von Wahlsiegern mehr Unterstützung für Jugendarbeit: 14 Forderungen an die zukünftigen Koalitionspartner Zwei Tage nach den Wahlen zum Abgeordnetenhaus hat der Landesjugendring seine

1.2.	 U18
Was 1996 in einem Wahllokal in Berlin gestartet wurde, ist mittlerweile zu der größten politischen Bildungsinitiative für Kinder und Jugendliche in Deutschland herangewachsen. Bei U18 werden Aktionen für und mit Kindern und Jugendlichen gestartet, die noch nicht wählen dürfen. Es geht darum, Politik zu verstehen, Unterschiede zu erkennen, Versprechen zu hinterfragen und selber aktiv zu werden. Abgerundet wird die U18-Aktion mit einem Wahltag mit selbst gebauten Wahl­ urnen, Stimmenauszählung und Wahlergebnis. Das Wählen ist das i-Tüpfelchen, im Mittelpunkt steht, Kinder und Jugendliche für Politik zu interessieren. Auch dieses Jahr war der Landesjugendring für die Gesamtkoordinierung des U18-Projektes auf Landesebene verantwortlich. Dazu gehörte die Erstellung sämtlicher Werbe- und einzelner Bildungsmaterialien, die Beratung und Vernetzung von Trägern, die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Verantwortung

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Mitbestimmung im LJR

1.	Schwerpunkte

jugendpolitischen Forderungen konkretisiert und die zukünftigen Koalitionspartner aufge­ fordert, ihre Wahlversprechen umzusetzen und die Jugendarbeit im Land Berlin finanziell besser auszustatten. Die gesetzliche Festlegung, 10% aller Jugendhilfeausgaben für die Arbeit in Jugendklubs und Jugendverbänden zur Verfügung zu stellen, müsse endlich eingehalten werden. Darüber hinaus forderte der Landesjugendring, die Förderung an den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes anzupassen, den Erhalt des Freiwilligen Sozialen Jahres in Kooperationsprojekten zwischen Schulen und Jugendverbänden, die Unterstützung von Migrantenjugendorganisationen, die Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre und ein Freistellungsgesetz für ehrenamtliches Engagement. Unser Forderungskatalog stützte sich auf Aussagen aus den Wahlprogrammen von SPD, CDU und Bündnis 90/Die Grünen und verlangte deren Umsetzung in der kommenden Legislaturperiode.

Mitbestimmung im LJR

für die Finanzen. Getragen wird U18 vom Berliner Netzwerk U18, in dem neben dem Landesjugendring zehn Bezirksämter, die Dreh­ scheibe Kinder- und Jugendpolitik, Gangway, Kinderring, Kinder- und Jugendbeteiligungsbüros u.a. zusammenwirken. Mit der Beteiligung von 26.705 Kindern und Jugendlichen erreichte die U18-Wahl in Berlin einen neuen Bestwert, wozu auch die beteiligten Jugendverbände aus dem Landesjugend­ ring beitrugen. U18 hat die Auszeichnung „Ausgewählter Ort 2012” im Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen” erhalten, der unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten zukunftsweisende Ideen und Projekte in Deutschland mit beeindruckender Innovationskraft auszeichnet. Die U18-Wahlsendung erhielt zudem den Medienpreis „MediaMax” des Landesprogramms „jugendnetz-berlin”. Wissenschaftliche Begleitung Erstmalig wurde U18 wissenschaftlich begleitet. Hierfür konnten durch das U18-Netzwerk Prof. Dr. Klaus Hurrelmann von der Hertie School of Governance und das Umfrage­nstitut i Infratest dimap als Kooperationspartner gewonnen werden. Welche Themen interessieren Kinder und Jugendliche am meisten? Wie haben sie sich auf die Wahl vorbereitet und was war ausschlaggebend für ihre Wahlent­ scheidung? Neben diesen und weiteren Fragen zum Wahlverhalten wollten wir etwas über die Wirkung des Projektes erfahren: Ist das Interesse der jungen Menschen an Politik größer geworden und wissen sie nach dem Projekt mehr über Politik als vorher? Haben sie vor, auch zu „echten“ Wahlen zu gehen, wenn sie gesetzlich dürfen? Um Antworten auf diese Fragen zu finden, wurden am Tag der U18-Wahl 1.039 Kinder und Jugendliche, darunter 514 Jungen und 503 Mädchen im Alter von sechs bis 17 Jahren, die an der U18Wahl teilgenommen hatten, interviewt. Im Ergebnis zeigte sich, dass Parteien, die sich um die Stimmen der jungen Wählergruppen bemühen wollten, gut beraten waren, genau

auf ihre inhaltlichen Schwerpunkte zu achten. Kinder und Jugendliche trafen ihre Wahlent­ scheidung nämlich überwiegend sach­ich und l sehr selbstbewusst. Programmatische und inhaltliche Schwerpunkte standen dabei im Vordergrund. Die Art der Wahl­ erbung, die w persönliche Sympathie für bestimmte Politi­ kerinnen oder Politiker und auch das Wahlverhalten der Eltern und Freunde spielten demgegenüber nur eine untergeordnete Rolle. Gute Chancen hatten vor allem die Parteien, die in Bildungs- und Umweltfragen überzeugende Antworten gaben, denn diese Themen beschäftigten Kinder und Jugend­iche neben l ihren altersspezifischen Alltags­ roblemen am p meisten. Die Untersuchung untermauerte das große politische Interesse von unter 18-Jährigen in Berlin. Eine frühe Auseinandersetzung mit wirtschaftlichen, kultu­ ellen und r gesellschaftlichen Problemen, vor allem in der Schule, aber auch durch intensives Diskutieren im Elternhaus, war ent­ cheidend, s um junge Menschen zu politischem Engagement zu befähigen. „Die jungen Leute gehen erstaunlich selbstbewusst zur Wahl. Als Beweggrund für ihre Wahlbeteiligung benennen 54 Prozent von ihnen die Absicht, politisch mitbestimmen zu wollen. Da wächst eine politisch eigenständige junge Generation heran“, fasste Hurrelmann die Ergebnisse auf der Pressekonferenz zusammen. Förderung U18 wurde gefördert von der Jugend- und Familienstiftung des Landes Berlin, der Kreuzberger Kinderstiftung, der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung, der Landeszentrale für politische Bildungsarbeit, PS-Sparen, united communications, respectABel, dem Jugendserver Spinnenwerk, der Hertie School of Governance, Infratest dimap und dem Deutschen Kinderhilfswerk. Weitere Informationen gibt die U18 Projektdokumentation, die auf der Website heruntergeladen werden kann: unter www.u18.org

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Das Land Berlin und der Landesjugendring Berlin hatten im „Abkommen für die Jugend“ im September 2009 unter anderem die Einrichtung des „Runden Tisches Jugend“ vereinbart. Ziel des Runden Tisches ist es, die Interessen von Kindern und Jugendlichen in allen Politikbereichen stärker zu berücksichtigen. Dabei spielen Fragen der Verbesserung der Lebenssituation und der Partizipationsmöglichkeiten eine herausragende Rolle. Am 22. Juni trafen sich die Mitglieder des Runden Tisches zum zweiten Mal, dieses Mal unter der Fragestellung „Förderung des ehrenamtlichen Engagements von Jugendlichen mit Migrationshintergrund“. Hierzu wurden konkrete Vorhaben vereinbart, die 2011 und 2012 umgesetzt werden sollen: •	 Der für Jugend zuständige Senator, der Beauftragte des Senats von Berlin für Integration und Migration und ein Vertreter der für Jugend zuständigen Bezirksstadträte laden gemeinsam mit dem Landesjugendring Vertreter/-innen von eigenen Migrantenjugendverbänden und -organisationen zu einem Treffen ein. Bei diesem Gespräch sollen die besonderen Herausforderungen, vor die sich die Jugendarbeit in einer von Einwanderung geprägten Stadt gestellt sieht, besprochen und entsprechende Unterstützungsmöglichkeiten auf Landes- und Bezirksebene diskutiert werden. Ziel dieses Dialoges ist es, die Zusammenarbeit zu stärken und gemeinsam konkrete Projekte zu entwickeln. •	 Der Runde Tisch Jugend will die breite gesellschaftliche Teilhabe von Jugendlichen mit Migrationshintergrund stärken. Dazu soll die Partizipation von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in Jugendverbänden gefördert werden und Jugendliche beim Aufbau eigener Migrantenjugendselbstorganisationen unterstützt werden, wie es z.B. das bundesweite Integrationsprogramm des Bundesamts für Migration

•	 Der Landesjugendring, die für Jugend zuständige Senatsverwaltung und der Beauftragte des Senats von Berlin für Integration und Migration unterstützen zum einen Jugendverbände bei der interkulturellen Öffnung (bspw. durch die Ausbildung von Integrationslotsen in Jugendverbänden oder die Aufnahme des Themas „interkulturelle Öffnung“ in die JuleicaSchulungen) zum anderen Jugendliche mit Migrationshintergrund beim Aufbau eigener Jugendverbände (bspw. durch Mentorenprogramme oder Workshops zu Organisationsentwicklung, Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit). Diese eigenen Jugendverbände sollen dabei unterstützt werden, den Anforderungen von Jugendverbänden zu entsprechen, wie sie in den „Grundsätzen der Förderung der Jugendverbandsarbeit im Land Berlin“ formuliert sind, zumal verlässliche und gute Organisationsstrukturen für ehrenamtliches Engagement notwendig sind. •	 Alle Partner am Runden Tisch Jugend sind sich darüber einig, dass interkulturelle Öffnung auch heißt, die eigenen Strukturen und Arbeitsweisen zu überprüfen und zu verändern, um Zugangsbarrieren abzubauen. Stand der Umsetzung Ein erstes Treffen von Vertreter/-innen der LJR-Mitgliedsverbände mit Vertreter/-innen von Migrantenjugendselbstorganisationen (MJSO) hat bereits stattgefunden. Ziel war zunächst, sich kennen zu lernen und Möglichkeiten der Zusammenarbeit auszuloten. Seither ist der LJR mit einigen MJSO in regelmäßigem Kontakt. Der Landesjugendring hat ein Projekt zur Unterstützung der interkulturellen Öffnung der Jugendverbände und zur Förderung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund beim

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Mitbestimmung im LJR

1.3.	 Schwerpunkt Runder Tisch Jugend

und Flüchtlinge fordert. Bei der Weiterentwicklung des Berliner Partizipationsund Integrationsgesetzes sollen beide Aspekte berücksichtigt werden.

Mitbestimmung im LJR

Aufbau eigener Organisationen konzipiert und beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge beantragt. Eine Entscheidung erwarten wir im Mai 2012. Das geplante Treffen zwischen der Jugendsenatorin, dem Beauftragten des Senats von Berlin für Integration und Migration, dem Vertreter der für Jugend zuständigen Bezirksstadträte, dem Landesjugendring und den Vertreter/-innen der MJSO wird Anfang 2012 statt finden.

und Bildung, Frau Claudia Zinke, an engagierte Ehrenamtliche aus Jugendverbänden verliehen. Die Berliner Ehrenamtskarte erhalten Personen, die sich in besonderer Weise ehren­ amtlich für Menschen engagieren und gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Wir freuen uns, dass die Berliner Jugendverbände und ihre Arbeit auch auf dieser Ebene wahrgenommen und anerkannt werden. Fachkonferenz „Potentiale nutzen“ Die am 20. Oktober 2011 in Berlin durchgeführte Fachkonferenz „Potentiale nutzen: Förderung des ehrenamtlichen Engagements Jugendlicher“ hatte zum Ziel, Möglichkeiten der Förderung von im ehrenamtlichen Engagement unterrepräsentierten Gruppen zu diskutieren und sich über gelingende Förderstrategien („Best Practice“) auszutauschen. Zudem analysierte die Fachkonferenz die mit den Änderungen in Schule und Hochschule einhergehenden negativen Effekte auf das Engagement junger Menschen und entwickelte Ansätze, wie trotz sich ändernder Rahmenbedingungen Engagementmöglichkeiten für Jugendliche erhalten bzw. neue Formen entwickelt werden können. Aus den Vorträgen, Projektvorstellungen, Workshops und Diskussionen ergeben sich für die Veranstalter Anregungen, die wir für die zukünftige Jugend- und Engagementpolitik für wichtig erachten: •	 Jugendliche mit Migrationshintergrund brauchen Möglichkeiten des Engagements und der Interessenvertretung. Dazu müssen sich etablierte Organisationen interkulturell öffnen und Migrantenjugend­ selbstorganisationen unterstützt werden. Dies erfordert gezielte Prozesse der Organisationsentwicklung und zusätzliche Ressourcen. •	 Gerade bildungsbenachteiligte Jugendliche brauchen Bildungsangebote in der Jugendarbeit, an denen sie zunächst teilnehmen können und begleitete Über-

1.4.	 Förderung des ehrenamtlichen Engagements
Öffentliche Verleihung Juleicas Dem LJR ist es gelungen, in 2011 eine öffent­ liche Verleihung der Juleica zu entwickeln und umzusetzen. Zielsetzung dabei war es, die Juleica stärker in das öffentliche Interesse zu rücken und die Wahrnehmung und Wertschätzung des Engagements junger Ehrenamtlicher in Kinder- und Jugendverbänden zu erhöhen. Im Rahmen der Veranstaltung am 17. Mai 2011 wurden durch die beiden zuständigen Staatssekretärinnen, Frau Helbig und Frau Zinke insgesamt 16 Juleicas an Ehrenamtliche aus Jugendverbänden überreicht. Eben­alls f ausgezeichnet wurden ebenso viele junge Menschen, die im Rahmen des FSJ Kultur einen ehrenamtlichen Dienst ableisten. Die Veranstaltung hatte mit der Berlinischen Galerie einen angemessenen Ort für ihre Umsetzung gefunden und den kulturellen Rahmen spannte eine Band aus zwei Gitarristen, die ebenfalls ihr FSJ Kultur ableisten. Das einzig Negative war, dass die Verleihung nicht, wie vorgesehen, durch den zuständigen Senator durchgeführt werden konnte, da dieser seine Anwesenheit leider kurzfristig absagte. Verleihung der Ehrenamtskarten Im Rahmen einer Hauptausschusssitzung wurden am 24. Oktober 2011 im Roten Rathaus insgesamt 20 Berliner Ehrenamtskarten durch die Staatssekretärin für Jugend

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•	 Mädchen und junge Frauen haben in stärker institutionalisierten Kontexten geringere Mitwirkungschancen. Gerade hier müssen sich Träger bemühen, strukturelle Barrieren abzubauen. •	 Schon jetzt sind negative Auswirkungen der Schul- und Hochschulreformen auf das ehrenamtliche Engagement junger Menschen festzustellen. Daher müssen zum einen neue Möglichkeiten des ehren­ amtlichen Engagements, z.B. ServiceLearning, in Zusammenarbeit mit Schule und Hochschule entwickelt werden. Zum anderen müssen Freiräume für Kinder und Jugendliche außerhalb des formalen Bildungssystems erhalten bleiben. Die Veranstalter werden diese Schlussfolge­ rungen in ihrer weiteren Arbeit berücksichtigen. Der „Runde Tisch Jugend“ wird gebeten, die Ergebnisse der Fachkonferenz in die weiteren Überlegungen zur Förderung des ehrenamtlichen Engagements junger Menschen einfließen zu lassen. Die Fachkonferenz wurde in gemeinsamer Vorbereitung organisiert und durchgeführt von: •	 •	 •	 •	 Landesjugendring Berlin Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung, Drehscheibe Kinder- und Jugendpolitik, LIGA der Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege, •	 Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung •	 Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales. Die Konferenz wurde als sogenanntes Flaggschiffprojekt im Rahmen des Europäischen Jahrs der Freiwilligentätigkeit und von der Europäischen Kommission und der

Anerkennung von ehrenamtlichem Engagement in der Hochschule Der Landesjugendring setzt sich seit einiger Zeit dafür ein, dass ehrenamtliches Engagement auch im Studium eine Anerkennung und Wertschätzung findet. Dies ist nach unserer Ansicht vor allem in vier Bereichen rund um das Studium denkbar: •	 Anerkennung von freiwilligem Engagement bei der Bewerbung um einen Studienplatz •	 Anerkennung von freiwilligem Engagement als Praktikum •	 Anerkennung von freiwilligem Engagement als Studienleistung •	 Freiwilliges Engagement als Voraussetzung für die Verlängerung der Regelstudienzeit bzw. für die Aufnahme eines Teilzeitstudiums Diese Vorstellungen, wohin sich Universität und Studium entwickeln könnten, haben wir in einen Brief an die Konferenz der Hochschulrektoren präzisiert und Vorschläge zu einer möglichen Umsetzung gemacht. Bisher haben wir dazu leider keine Stellungnahme der Hochschulrektoren erhalten. Dieser Bereich bleibt also weiterhin auf der Agenda des Landesjugendringes, denn die Umsetzung solcher Möglichkeiten der Anerkennung von gesellschaftlichem Engagement ist wichtig. Neuer Bereich auf jugendnetz-berlin.de Das Internetportal www.jugendnetz-berlin.de ist die Plattform zur Information, Kommunikation, Präsentation und Programmgestaltung der gleichnamigen jugendpolitischen Initiative  sowie der Berliner Jugendarbeit. Verwaltet wird die Plattform durch die Stiftung Demokratische Jugend. Eine Zielvereinbarung des „Runden Tisches Jugend“ in 2011 war es, einen Bereich in diese Plattform zu integrieren, der eine Über-

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Mitbestimmung im LJR

gänge zur Übernahme von Verantwortung. Dies müssen Einrichtungen und Träger der Jugendarbeit konzeptionell berücksichtigen, strukturell und finanziell müssen sie dazu in die Lage versetzt werden.

Robert-Bosch-Stiftung gefördert. Zur Fachkonferenz ist eine Dokumentation erschienen, die auf Nachfrage beim Landesjugendring bezogen werden kann.

Mitbestimmung im LJR

blick für Jugendliche gibt, wo und wie sie sich ehrenamtlich engagieren können. Diese Ziel­ vereinbarung konnte im Mai 2011 umgesetzt werden. Seit dem können sich Jugendliche über die verschiedensten Möglichkeiten der Mitarbeit informieren. Unter der Rubrik „Engagement“ können sie sich über alle aktiven Jugendverbände, Jugendparteiorganisatio­ nen, Kinder- und Jugendbeteiligungsbüros, Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit, Kinder- und Jugendparlamente, Servicestellen der Jugendbeteiligung, Freiwilligendienste, Schüler/-innenvertretungen und Jugend­ umweltorganisationen und deren Angebote informieren.

band-Schule“. Im Rahmen des FSJ-Projektes engagieren sich die Freiwilligen ein Jahr lang in vielfältigen Kooperationsprojekten mit Berliner Schulen. Das erste Programmjahr konnte erfolgreich mit 20 Freiwilligen und ihren Einsatzstellen in 16 verschiedenen Berliner Jugendverbänden und Jugendbildungsstätten umgesetzt werden. Im Zuge des ersten Programmdurchlaufs wurden neue Schulkooperationen initiiert und bereits bestehende gefestigt. Der Ausbau der Kooperationen zwischen Berliner Schulen und Jugendverbänden wird im derzeitigen zweiten Programmjahr (1.9.201131.08.2012) weiter fortgeführt. Hierbei erhalten die pädagogischen Fachkräfte in den nun mittlerweile 22 Einsatzstellen hilfreiche Unterstützung durch insgesamt 27 FSJler/-innen. Die Programmaufstockung begründet sich auf dem hohem Projektinteresse der Jugendverbände sowie der beträchtlichen Anzahl an interessierten Bewerber/-innen. Ermöglicht wurde sie durch zusätzliche Fördermittel aus dem Bundeshaushalt. Die Freiwilligen erhalten neben der täglichen pädagogischen Betreuung in ihren Einsatzstellen weitere pädagogische und inhaltliche Begleitung in Form von 25 Bildungstagen je Programmdurchlauf. Die hierbei gezielt auf den Projektbedarf ausgerichteten Seminartage werden gemeinsam vom Landesjugendring und den Jugendbildungsstätten Alte Feuerwache/Kaubstraße, ver.di Konradshöhe sowie dem Kurt Löwenstein Haus geplant und durchgeführt. Die Kooperationsprojekte zwischen Schulen und Jugendverbänden bzw. Jugendbildungsstätten sind insgesamt sehr vielseitig und organisatorisch wie inhaltlich eng an dem entsprechenden Bedarf der einzelnen Kooperations-Schule sowie den Möglichkeiten des verbandlichen Kooperationspartners angepasst. Neben punktuellen Projekttagen (bspw. zu Themen wie Anti-Rassismus, SV-Arbeit oder Medien), werden mehrtägige Kooperationsveranstaltungen sowie durch das Schuljahr

1.5.	 Kooperation Schule Jugendverbände
Sonderförderung Die z.T. schon langjährigen Kooperationen von Jugendverbänden und Schulen wurden auch im letzten Jahr durch Sondermittel des Landes Berlin in Höhe von 75.000 € für die Jugendverbände und 75.000 € für die Bildungsstätten unterstützt, ausgebaut und weiterentwickelt. Ziel des Landesjugendring war und ist es, eine Verstetigung der Mittel zu erreichen. Mit Blick auf die laufenden Haushaltsberatungen für den Doppelhaushalt 2012/2013 rechnen wir damit, dass die Sondermittel auch künftig zur Verfügung gestellt werden. Mittelfristig erhoffen wir uns – der Koalitionsvereinbarung folgend – eine Erhöhung der Mittel. Die Sondermittel stellen mittlerweile einen wichtigen Bestandteil der Jugendverbandsförderung dar. Durch diese Mittel wurden Projekte konzeptioniert und umgesetzt, die nach mittlerweile zweijähriger Laufzeit zum festen Repertoire der Jugendverbandsangebote zählen. FSJ-Projekt „Schnittstelle JugendverbandSchule“ im Landesjugendring Berlin e.V. Mit Beginn des Schuljahres 2010/2011 startete der Landesjugendring als Programmträger das FSJ-Projekt „Schnittstelle Jugendver-

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hinfort laufende Arbeitsgemeinschaften in und mit Schule (bspw. Tage ethischer Orientierung, Streitschlichtung, Schulsanitätsdienst, SV-Fahrten) angeboten. Darüber hinaus begleiten einzelne Freiwillige Schülerinnen und Schüler in verbandlich organisierten Schulstationen. Einige Kooperationsprojekte finden auch vor Ort in den Jugendverbänden und Jugendbildungsstätten statt. Durch die Kooperationsprojekte konnten einzelne Verbände nicht verbandlich organisierte Schülerinnen und Schüler motivieren an Ferienfreizeiten und Projekten teilzunehmen. Zudem wurden inhaltliche Kernthemen der Jugendverbände in Schule getragen und die außerschulische Jugendbildungsarbeit dort insgesamt präsenter. Die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Jugendverbänden befindet sich an vielen Stellen noch im Aufbau hin zu einer verlässlichen, nachhaltigen und beidseitig gewinnbringenden Kooperation „auf Augenhöhe“. Hierbei wird von allen Seiten viel Energie, Kreativität, Zuverlässigkeit und ein transparenter Austausch über sinnvolle Ziele und Möglichkeiten gefordert. Dies bedarf einer Zusammenarbeit, die wachsen muss. Die ersten beiden Programmjahre haben hierfür bereits ein gutes Fundament geschaffen. Der Landesjugendring hofft, das Projekt nach Förderende mit Ablauf des dritten Programmjahres (31. Juli 2013) im Sinne der Festigung der schulischverbandlichen Kooperationslandschaft weiterführen zu können. Das FSJ-Projekt wird dankenswerter Weise gefördert aus Mitteln der Europäischen Union (Europäischer Sozialfonds), des Landes Berlin sowie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

In mehreren Schritten ging es um die Klärung grundlegender Fragen, des übergeordneten Ziels und der strategischen Ausrichtung sowie um die Entwicklung von Maßnahmen und Instru­ enten. Ziel dieses Prozesses war und m ist, mit einem geschärften Profil und klaren Kommunikationszielen unsere Arbeit für und mit den Jugendverbänden zu verbessern. Jugendverbände stehen für Partizipation durch Selbstorganisation, Mitbestimmung und ehrenamtliches Engagement. Genau deshalb treten wir für deren besondere Förderung ein. Nach zwei Vorstandsklausuren, der intensiven Arbeit in der Landesgeschäftsstelle und der Diskussion beim letzten Hauptausschuss des Jahres sind wir ein gutes Stück weitergekommen und können in 2012 an der Entwicklung von Maßnahmen und Instrumenten weiterarbeiten. Erste Ansätze die andiskutiert wurden betreffen das Design der Website, die perso­ nelle Kommunikation und die themenorien­ tierte Ausrichtung des LJR.

1.6.	 Kommunikationskonzept LJR
Unser Ziel ist es, die Verwirklichung des Rechts Jugendlicher auf gesellschaftliche Teilhabe in der demokratischen Gesellschaft voranzubringen. Der LJR möchte mit seiner Arbeit aktiv Jugendpolitik gestalten und Parti­

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Mitbestimmung im LJR

zipation und Persönlichkeitsentwicklung von Jugendlichen stärker in den Fokus jugendpolitischer Debatten rücken. Um dies zu erreichen, machte sich der Vorstand 2011 an die Entwicklung eines neuen Kommunikationskonzeptes. Denn auch Fachöffentlichkeit und Politik sollen uns als parteiliche Fachleute für Mitbestimmung, Selbstorganisation und ehrenamtliches Engagement von Kindern und Jugendlichen verstärkt wahrnehmen.

Mitbestimmung im LJR

2.	Mitbestimmung im Landesjugendring
Zuständigkeiten im Vorstand (Letzte Änderung: 27.02.2012)

Bereiche Burkhard

Kommissionen / AG •	 Kommission Jugendhilfe (f) •	 LJR Steuerungsgruppe •	 AG Jugend­ verbände und Schule

Projekte Themenfelder Kampagnen •	 Jugendverbandsarbeit und Schule •	 FSJ-Projekt •	 Kinder- und Jugendschutz •	 Jugendpol. Gespräche •	 U18 •	 Runder Tisch •	 Jugendpol. Gespräche

LJR Geschäftsstelle

Außenvertretungen •	 Steuerungsgruppe Fördermodell •	 Stiftungsrat jfsb •	 LAG Kinderschutz •	 (LJHA) •	 (LJHA UA Jugendarbeit)

Susanne

•	 Öffentlichkeitsarbeit •	 Personalfragen

•	 DBJR-VV

Kolja

•	 AG Jugend­ verbände und Schule (f) •	 ABJ •	 Kommission Juleica

•	 Jugendpol. Gespräche •	 Jugendverbandsarbeit und Schule •	 Ehrenamt •	 Integration •	 Juleica •	 JugendFORUM •	 Initiativkreis IJBS Sachsenhausen •	 AGJ-MV und Säule JV •	 Konferenz LJRe •	 DBJR-VV •	 Finanzen •	 Weiterentwicklung •	 Personalfragen (f) •	 Öffentlichkeitsarbeit •	 LAG Partizipation und (Ref. ÖA+E) Mitbestimmung und LAKOK •	 Finanzen (GF/FS) (GF) •	 Personalfragen (GF) •	 Landesnetzwerk Bürgerengagement (Ref. ÖA+E) •	 RespectABel Steuerungsgruppe (GF) •	 LJHA (GF) •	 UA Etat (GF) •	 UA Gesamtjugendhilfeplanung (GF) •	 Bildungsverbund der IJBS Sachsenhausen (GF) •	 Wannseeforum (GF) •	 Kommission Berliner Freiwilligenpass (Ref. ÖA+E) •	 Konferenz der LJR (GF)

Thomas

Mark

•	 Jugendpol. Gespräche •	 Runder Tisch •	 Kommission Jugendhilfe (GF) •	 Kommission JuleiCa (Ref. ÖA+E) •	 ABJ (Ref ÖA+E/GF) •	 LJR Steuerungsgruppe (FS) •	 Runder Tisch (GF) •	 Integration (GF) •	 Jugendverbandsarbeit und Schule (GF) •	 FSJ-Projekt (Ref. FSJ) •	 Ehrenamt (Ref. ÖA+E) •	 Kinder- und Jugendschutz (Ref. ÖA+E) •	 U18 (Ref. ÖA+E) •	 Jugendpolitische Gespräche (GF) •	 Juleica (Ref. ÖA+E)

Geschäftsstelle

f: Federführend GF: Geschäftsführung Ref. ÖA+E: Fachreferentin für Öffentlichkeitsarbeit und Ehrenamtsförderung Ref. FSJ: Fachreferentin für FSJ FS: Finanzsachbearbeitung

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Wer? Seit der Mitgliederversammlung im März 2011 sind im Vorstand: Mark Medebach (SJD – Die Falken) als Vorsitzender, Susanne Braun (DGB-Jugend), Burkhard Rooß (BDKJ), Kolja Schumann (SJD – Die Falken), und Thomas Koch (Ev. Jugend). Wann? Der Vorstand trifft sich in der Regel alle drei Wochen. Im August fand eine eintägige Klausur statt. Was? Grundsätzlich hat der Vorstand: •	 die inhaltlichen Entwicklungen im LJR koordiniert, begleitet oder selber voran geschoben •	 die jugendpolitische Interessenvertretung wahrgenommen •	 die Gremien des LJR geleitet •	 an neuen Projekten für den LJR gearbeitet •	 Personalangelegenheiten geregelt •	 die finanzielle Absicherung der Arbeit der Geschäftsstelle im Blick. Vieles von dem, was konkret erreicht oder durchgeführt wurde, ist nachzulesen in den einzelnen Abschnitten dieses Jahresberichts, als Schnelldurchlauf dienen folgende Stichpunkte: •	 Durchführung eines zweiten Treffens des „Runden Tisch Jugend“ mit Vereinbarungen zur Förderung des ehrenamtliches Engagement von Jugendlichen mit Migrationshintergrund •	 Beantragung eines Projekts zur Förderung der Teilhabe von Jugendlichen mit Migrationshintergrund •	 Begleitung eines mit Sondermitteln der Senatsverwaltung geförderten Prozesses zur Initiierung und Weiterentwicklung von Kooperationen zwischen Schulen und Jugendverbänden

Für das kommende Jahr stehen an: •	 Umsetzung der Vereinbarungen des Runden Tisch Jugend •	 Realisierung des beantragten Projekts zur Förderung der Teilhabe von Jugendlichen mit Migrationshintergrund, vorbehaltlich einer Finanzierung •	 Konzeptionelle Weiterentwicklung des Runden Tisch Jugend •	 Umsetzung und Weiterentwicklung des erarbeiteten Kommunikationskonzepts •	 Jugendpolitische Interessenvertretung in der neuen politischen Konstellation

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Mitbestimmung im LJR

2.1.	 Vorstand

•	 Weiterführung und -entwicklung eines E ­ SF-geförderten FSJ-Projekts an der Schnittstelle Jugendverbandsarbeit/Schule •	 Begleitung der U18-Wahl •	 Beteiligung im Netzwerk „Wahlalter 16“ •	 Gespräche mit den jugendpolitischen Sprecher/-innen aller Fraktionen •	 Veranstaltung der Podiumsdiskussion „Berlin braucht Jugendarbeit“ •	 Öffentliche Juleica-Verleihung mit Staatssekretärin Monika Helbig •	 Verleihung der Ehrenamtskarte an 20 Engagierte aus Berliner Jugendverbänden durch Staatssekretärin Claudia Zinke •	 Veranstaltung der Fachkonferenz „Potentiale nutzen: Förderung des ehrenamtlichen Engagements Jugendlicher“ •	 Einrichtung eines Bereichs „Engagement“ auf www.jugendnetz-berlin.de •	 Start einer Initiative zur verbesserten Anerkennung ehrenamtlichen Engagements an Hochschulen •	 Erarbeitung eines strategischen Kommunikationskonzepts Wohin?

Mitbestimmung im LJR

2.2.	 Hauptausschuss
Wer? Jeder Mitgliedsverband im Landesjugendring hat im Hauptausschuss eine Stimme, die Mitglieder in Arbeitsgemeinschaften haben als Arbeitsgemeinschaft gemeinsam eine Stimme und ansonsten beratenden Sitz. Als regel­ mäßige Gäste nehmen Sandra Hilde­ randt b (Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung) und Christiane Wildner (Vertreterin der bezirklichen Jugendämter) an den Sitzungen teil. Wann? Der Hauptausschuss hat sich 2011 sechs Mal getroffen. Was? Die Aufgabe des Hauptausschusses ist es, wichtige Beschlüsse des Landesjugendrings zu fällen und die Arbeit der Mitgliedsverbände zu bündeln und zu vernetzen. Zudem besetzt der Hauptausschuss Außenvertretungen, die vakant sind, für die Zeit bis zur nächsten Mitgliederversammlung nach. Um über die Arbeit des Vorstands zu berichten und alle Mitgliedsverbände auf dem Laufenden zu halten und Anregungen aufnehmen zu können, berichtet hier auch der Vorstand aus seiner Arbeit. Daneben informieren die Mitgliedsverbände regelmäßig über Vorhaben und Aktivitäten der Verbände. Im Jahr 2011 stellte sich die Qualifizierungsoffensive im Rahmen der Initiative „Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt“ vor. Verschiedene Verbände stellten Projekte und Arbeitsschwerpunkte vor, bspw. die Jugendfeuerwehr und SJD - Die Falken. Das Projekt U18 sowie das FSJ-Projekt des LJR wurden im Hauptaus­ chuss mehrfach s diskutiert. Anlässlich der Wahlen zum Abgeordnetenhaus im September 2011 beschloss der Hauptausschuss „Forderungen an den Koalitionsvertrag“. Die Fördermitteltabelle und die Vergabe der Steuerungsmittel für 2012 wurden beschlossen. Der Hauptaus­

schuss beschäftigte sich zudem mit der Weiterentwicklung des Kommunikationskonzeptes des LJR.

2.3.	 Kommissionen und Arbeitsgemeinschaften 2.3.1.	Kommission Jugendhilfe
Wer? Die Kommission setzt sich hauptsächlich aus den Vertreter/-innen des LJR im Landesjugendhilfeausschuss und deren Stellvertreter/innen zusammen. Darüber hinaus können alle Mitglieder des Landesjugendhilfeausschusses teilnehmen, die für oder in Jugendverbänden des LJR tätig sind, auch wenn sie selbst im LJHA nicht über den LJR mandatiert sind. Zudem können auch weitere jugendpolitisch Interessierte aus den Verbänden teilnehmen. Den Vorsitz der Kommission hatte Norbert Kapinos (djo-Regenbogen) inne, für Protokoll und Vorbereitung der Sitzungen zeichnete Tilmann Weickmann als LJR-Geschäftsführer verantwortlich, der auch selbst LJR-Vertreter im LJHA ist. Wann? Die Kommission trifft sich in der Regel monatlich, meist zu Beginn der LJHA-Sitzungswoche, für ca. 2 Stunden. Was? Die Diskussion innerhalb der Kommission dient zumeist der Vor- und Nachbereitung der jugendpolitischen Außenvertretung des LJR im LJHA. Darüber hinaus bringen die Kommissionsmitglieder hier jugendpolitische Themen zur Sprache, die aus ihrer Sicht und Erfahrung für die Verbände des LJR zukünftig Relevanz entwickeln könnten und prüfen diese auf möglichen Handlungsbedarf. Damit versteht sich die Kommission auch als politisches Beratungsgremium zur Unterstützung von Vorstand und Hauptausschuss.

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•	 die jugendpolitischen Forderungen des LJR für die kommende Legislaturperiode; •	 die Auswertung der Podiumsdiskussion „Berlin braucht Jugendarbeit“ und die sich daraus ableitenden verbandspolitische Konsequenzen; •	 die Vorbereitung und Auswertung des fachpolitischen Gesprächs im LJHA zu jugendpolitischen Schwerpunkten in der kommenden Legislaturperiode; •	 Ergebnisse des Runden Tisches der Jugend zum Thema „Förderung des Engagements von Jugendlichen mit Migrationshintergrund“; •	 das „Bildungs- und Teilhabepaket“ in der Jugendverbandsarbeit; •	 die Förderung von „Jugendarbeit an Schule“ anhand eines auf die Einwohnerzahlen der elf- bis 16-Jährigen bezogenen Verteilungsschlüssels. Wohin? Aus Sicht der Kommission Jugendhilfe wird für die Jugendverbände in den nächsten Jahren die Entscheidung der Frage anstehen: Was ist Jugendverbandsarbeit - besondere Form der Jugendarbeit, mit vorrangig überregionaler Wirkung oder Teil der allgemeinen Jugendarbeit, mit entsprechender, sozialräumlicher Wirkung? Die Antwort darauf wird Richtung und Schwerpunkte der Aktivitäten des LJR bestimmen. Des Weiteren wird es darum gehen, die finanzielle Basis der Jugendverbandsarbeit zu sichern. Auch hier bestimmt die Beantwortung der o.g. strategischen Frage die Richtung der Aktivitäten des LJR. Denn sowohl auf Landes­ ebene, als auch in einzelnen bezirklich relevanten Programmen gilt es zu entscheiden, wie sich der LJR positionieren soll (Stichworte sind u.a. Fondsentwicklungen, Sonderprogramm Jugendarbeit und Schule u.a.m.). Die Forderung „10 Prozent des Jugendhilfe­ etats für Jugendarbeit“ steht noch immer als konkretes Ziel im Raum und sollte nicht per

Es bleibt immer die Frage zu beantworten: Wo findet sich Jugendverbandsarbeit im Kanon von Familienzentren, Ganztagsschu­ len, Frühen Hilfen und Angeboten gemäß Leistungs­ erträgen u.a. wieder. v Nicht zuletzt wird es dem LJR weiterhin darum gehen, das eigenständige Engagement von Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu unterstützen, damit sich auch in der Jugendverbandslandschaft die jugendrelevante demo­ rafische Zusammensetzung Berlins g abbildet.

2.3.2.	Kommission Juleica
Wer? Vertreter/-innen aus fünf Verbänden arbeiten in der Kommission mit, weitere sind herzlich willkommen! Die Kommission wurde von Candida Splett und wird jetzt von Marion Kleinsorge fachlich begleitet; den Vorsitz hat Thomas Koch. Wann? Die Kommission kommt im Abstand von etwa zwei Monaten zusammen; im Jahr 2011 haben sechs Sitzungen stattgefunden. Was? Die Aufgabe der Kommission ist die fachliche Begleitung der Arbeit des Landesjugendrings als Zentralstelle für die JugendleiterInnenCard und die Beratung des Vorstands in diesem Bereich. Die Kommission hat die Erfahrungen mit dem elektronischen Antragsverfahren ausgewertet. In Einzelfällen kommt es immer wieder zu Problemen, nicht alle Jugendlichen finden sich im System auf Anhieb zurecht, aber insgesamt sind die Erfahrungen zunehmend positiv. Die Juleica-Trägerlandschaft verändert sich, auch in Berlin nutzen immer mehr nicht-verbandliche Träger diese Möglichkeit. Das wird in Zukunft Auswirkungen auf die Arbeit des Landesjugendrings haben.

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Mitbestimmung im LJR

Themen der Kommission waren u.a.

Abschichtung und trickreicher Haushaltsaufstellung umgesetzt werden.

Schwerpunkt war die Arbeit am Modul „Sexuelle Vielfalt“, das in enger Kooperation mit „QUEERFORMAT“, einer Bildungsinitiative der Senatsverwaltung entstanden ist. Zielsetzung ist es, für die verschiedenen geschlecht­ lichen Identitäten und sexuellen Orientierung außerhalb der Heteronormativität (lesbisch, schwul, bisexuell, trans) zu sensibilisieren und bestehende Diskriminierungen bewusst zu machen und zu überwinden. Die von QUEERFORMAT erarbeiteten Übungen und Hintergrundinformationen wurden bei einem gut besuchten Fachtag im November erprobt. Die redaktionellen Arbeiten sind weitgehend abgeschlossen, die Publikation des Moduls steht bevor. Wohin? Die Akzeptanz der JuleiCa bei den Jugendlichen kann und soll weiter verbessert werden. Angehende Jugendleiter/-innen, die ihre Ausbildung mit Erfolg abgeschlossen haben, sind nicht ohne weiteres auch vom Nutzen der Card für ihre weitere Tätigkeit im Jugendverband überzeugt. Das Einwerben weiterer Vergünstigungen und eine intensivere Öffentlichkeitsarbeit werden zu den Beratungspunkten der kommenden Monate gehören. Für sinnvoll halten wir auch eine deutlichere Klärung zwischen den Berliner Jugendverbänden, für welche ehrenamtlichen Tätigkeiten eine JuleiCa in der Regel als Voraussetzung angesehen wird (oder werden sollte), auch wenn dafür keine bindenden recht­ichen Vorschriften bestehen. l Die Arbeit an unserem JuleiCa-Handbuch ist zu einem vorläufigen Abschluss gekommen. Wir werden uns Gedanken über eine klarere Strukturierung (z.B. eine Trennung von Ausund Weiterbildung) und über die künftige Weiterentwicklung dieser wichtigen Arbeits­ hilfe machen.

Mitbestimmung im LJR

2.3.3.	Arbeitsgemeinschaft Berliner Jugendbildungsstätten
Wer? In dieser Arbeitsgemeinschaft des Landesjugendrings haben sich die Jugendbildungsstätten der Jugendverbände und das WannseeFORUM zusammengeschlossen, um in einem regelmäßigen Fachaustausch untereinander und in Zusammenarbeit mit der zuständigen Senatsverwaltung die inhaltliche Arbeit weiter zu entwickeln und zu qualifizieren und für adäquate Rahmenbedingungen der Arbeit zu sorgen. Wann? Die Arbeitsgemeinschaft tagt in der Regel einmal monatlich. Was? Neben einem regelmäßigen fachlichen Austausch hat sich die ABJ im Jahr 2011 mit folgenden Themen befasst: Die JBS haben sich mit dem Thema „Diversity in der Jugendbildungsarbeit“ befasst. Dabei standen vor allem zwei Gespräche mit Vertreterinnen der DB AG im Mittelpunkt, bei denen es um die Frage ging, inwieweit Diversity-Konzepte in der pädagogischen Arbeit eines Ausbildungsbetriebs berücksichtigt werden. In einer Sitzung beschäftigten sich die JBS mit der Teamerakquise angesichts veränderter Rahmenbedingungen im Studium sowie möglichen Kooperationen mit Hochschulen. Breiten Raum, vor allem vor und nach den Wahlen zum Abgeordnetenhaus, nahmen Diskussionen über die Förderung der JBS und entsprechende jugendpolitische Initiativen ein. Wohin? Im Jahr 2012 soll es wieder einen ABJFachtag geben. Das Thema stand zu Redaktionsschluss noch nicht abschließend fest.

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In der Arbeitsgruppe tauschten sich Vertreter/innen zahlreicher Verbände beständig über die jeweiligen verbandsspezifischen Erfahrungen der Jugendverbände in ihrer Kooperation mit Schule und den daraus resultie­ enden r Chancen und Problemen aus. Die Arbeitsgruppe tagte anfangs in einem zweimonatlichen Rhythmus, der später auf einen viermonatlichen Turnus ausgedehnt wurde. In 2011 gab es lediglich zwei Treffen der Arbeitsgruppe, da keine Notwendigkeit für weitere Treffen von den AG-Mitgliedern gesehen wurde. Viele der AG-Mitglieder sind weiterhin bei dem Treffen der Einsatzstellen im Rahmen des FSJ-Projektes anwesend; Gesprächsthemen der AG haben sich daher weitgehend in diesen Kreis verlagert. Ganz allgemein kann aus der Arbeitsgruppe heraus festgestellt werden, dass es in den Jugendverbänden eine ganze Reihe bestehender Kooperationen gibt, die ins­ esamt ein g großes Themenspektrum abdecken. In der Arbeitsgruppe wurden allerdings wiederholt Heraus­orderungen diskutiert: Vor allem die f Kontaktaufnahme zu Schulen gestaltet sich oft nicht so einfach. Unklare Verantwortungen innerhalb der Schule setzen Schwierigkeiten beim Eingehen von Kooperationen fort. Nur wenige Kooperationen sind auf der Grundlage der Rahmenvereinbarung geschlossen. Oft haben die Schulen auch keine finanziellen Mittel zur Ausgestaltung der Kooperation zur Verfügung. Hier wünschen sich die Verbände verstärkte Kooperationsbereitschaft durch die Schulen. Auf Grund der vorangegangenen beiden Punkte sind die Jugendverbände oftmals froh, überhaupt in irgendeiner Weise mit Schulen kooperieren zu können, so dass sie oft vor der Wahl stehen, keine Kooperation einzugehen oder so weiter zu machen, wie bisher - was in der Regel ein kostenloses Bildungsangebot durch den Verband bedeutet.

Wer? In der Geschäftsstelle waren im Jahr 2011 Tilmann Weickmann als Geschäftsführer, bis zum 15.9.2011 Candida Splett als Referentin für Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit (95%), bis zum 30.9.2011 Evelyn Kröll als Finanzreferentin (50%) und Swetlana Nikitenko als Sachbearbeiterin beschäftigt. Zum 1.10.2011 wurden Marion Kleinsorge als Referentin für Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit und Silke Rühmann als Sachbearbeiterin für Finanzen (50%) angestellt. Luise Flade war seit dem 1.9.2011 als Krankheitsvertretung für Swetlana Nikitenko eingestellt (50%). Britta Höke als Referentin (75%) und Eva Billen als Sachbearbeiterin (50%) waren für das FSJ ange­ stellt. Emine Basak war als Reinigungskraft auf der Basis eines geringfügigen Beschäftigungsverhältnisses angestellt. Was? Die Geschäftsstelle ist für die Administration aller laufenden Vorgänge des Landesjugend­ rings zuständig. Hierzu zählen insbesondere die Betreuung der internen Gremien, die täglichen Geschäftsabläufe, Beratungen, Kontakt­ pflege mit der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung sowie der Politik (soweit sie nicht durch den Vorstand direkt wahrgenommen wird). Außerdem muss die Geschäftsstelle die organisatorischen Bedingungen und die Detailabsprachen für öffentliche Aktivitäten des Landesjugendrings sicherstellen. Eine immer wichtigere Aufgabe für die Mitarbeiter/-innen der Geschäftsstelle stellt die Erarbeitung von Vorlagen für die Gremien des Landesjugendrings dar. Hinzu kommt die Erarbeitung und Koordination von Projektanträgen und die dazu gehörigen Abstimmungen mit den Projektmittelgebern und anderen Beteiligten. Der Haushalt des Landesjugendrings konnte auf niedrigem Niveau ausgeglichen gestaltet werden. Durch die dreijährige Zuwendungsvereinbarung mit dem Land Berlin konnte

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Mitbestimmung im LJR

2.3.4.	AG Kooperation Jugendverbände und Schule

2.4.	 Geschäftsstelle

Mitbestimmung im LJR

für die Jahre 2011-2013 die Förderung der Geschäftsstelle auf gleichbleibender Höhe sichergestellt werden. Weiterhin gibt es aber nur eine geringe finanzielle Rücklage, so dass mittelfristig die Unterfinanzierung der Geschäftsstelle zu weiteren Einsparmaßnahmen zwingen wird, es sei denn, die Einnahmen können erhöht werden. In der Regel ist die Geschäftsstelle von Montag bis Freitag von 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr besetzt.

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Übersicht Außenvertretungen
DBJR-VV
•	 Tilmann Weickmann (LJR GS)

Bildungsverb. IJBS Sachsenhausen e.V.
•	 Tilmann Weickmann (LJR GS)

Konferenz der LJR´e
•	 Tilmann Weickmann (LJR GS)

Initiativkreis zur Errichtung einer IJBS Sachsenhausen
•	 Thomas Koch (LJR Vorstand, Ev. Jugend)

LJHA
•	 Peter Ogrzall (Alte Feuerwache, BDP)

UA Jugendarbeit
•	 Peter Ogrzall (Alte Feuerwache, BDP)

Kommission für den Berliner FreiwilligenPass
•	 Marion Kleinsorge (LJR GS)

UA Etat
•	 Tilmann Weickmann (LJR GS)

Kuratorium der ASFH
•	 (ruht)

UA Gesamtjugendhilfeplanung
•	 Norbert Kapinos (djo-Regenbogen)

Landesausschuss für Jugendarbeitsschutz	
•	 Andreas Nareuisch (DGB-Jugend)

UA Erzieherische Hilfen
•	 Norbert Kapinos (djo-Regenbogen)

Musikschulbeirat
•	 Richard Schubert (Ev. Jugend)

UA Tagesbetreuung
•	 Norbert Kapinos (djo-Regenbogen)

Netzwerk Wahlalter 16
•	 Tilmann Weickmann (LJR GS)

LAG Jugendberufshilfe
•	 Kristian Liedemit (Ev. Jugend)

Rundfunkrat des Senders rbb
•	 Markus Weber (BDKJ)

LAG Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen
•	 Tilmann Weickmann (LJR GS)

Steuerungsgruppe „Fördermodell Jugendverbände“
•	 Burkhard Rooß (LJR Vorstand, BDKJ)

LAKOK
•	 Tilmann Weickmann (LJR GS)

Steuerungsgruppe respectABel
•	 Tilmann Weickmann (LJR GS)

„Aktiv in Berlin – Landesnetzwerk Bürger­ engagement“ (aib)
•	 Marion Kleinsorge (LJR GS)

Stiftungsrat der jfsb
•	 Burkhard Rooß (LJR Vorstand, BDKJ)

Arbeitsgemeinschaft Jugendhilfe – AGJ
•	 Thomas Koch (LJR Vorstand, Ev. Jugend)

Wannseeforum für Jugendarbeit	
•	 Tilmann Weickmann (LJR GS)

Beratungsnetzwerk Landesprogramm gegen Rechtsextremismus
•	 Tim Scholz (SJD - Die Falken)

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Mitbestimmung im LJR

2.5. Interessenwahrnehmung in Außenvertretungen

Mitbestimmung im LJR

2.5.1. DBJR-VV
Der Landesjugendring Berlin hat im Jahr 2011 an der VV nicht teilgenommen.

2.5.3. LJHA
Wer? Peter Ogrzall, BDP, Stellvertretung Kolja Schumann (SJD – Die Falken), Norbert Kapinos (djo-Regenbogen), Stellvertretung Sandra Böhme (Dt. Schreberjugend), Tim Scholz (SJD – Die Falken), Stellvertretung Tilmann Weickmann (Landesjugendring) Wann? Der LJHA tagt in der Regel monatlich. Was? Der LJHA befasst sich mit den Aufgaben der Jugendhilfe. Er hat Beschlussrecht in Angelegenheiten der Jugendhilfe nach §85 Abs. 2 SGB VIII mit Ausnahme der laufenden Geschäfte, im Rahmen der vom Abgeordnetenhaus bereitgestellten Mittel und der von ihm gefassten Beschlüsse. Im Jahr 2011 wurden u.a. folgende Themen behandelt: Kooperation Jugendhilfe / Jugendarbeit und Schule, Entwicklung der Hilfen zur Erziehung, Förderung der Jugendverbandsarbeit, Entwicklung der Jugendkriminalität, Personal­ ausstattung der Jugendämter, politische Schwerpunktsetzung des LJHA, Tarifanpassung im Zuwendungsbereich, fachliche Standards in der Jugendhilfe, Entwicklung der Tagesbetreuung. Wohin? Der LJHA wird im Frühjahr in neuer Zusammensetzung zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen kommen. Im Jahre 2012 wird sich der Landesjugendhilfeausschuss vorrangig mit den Themen Gesamtkonzept Jugendarbeit/Jugendhilfe und Schule, Finanzierung der Jugendarbeit, Entwicklung im Bereich Hilfen zur Erziehung befassen.

2.5.2. Konferenz der LJR´e
Wer? An der Konferenz der Landesjugendringe nehmen für jeden Landesjugendring ein bis zwei Vertreter/-innen teil. Jeder LJR hat eine Stimme. Außerdem nehmen je eine Person aus dem Vorstands und der Geschäftsstelle des DBJR an den Sitzungen teil. Wann? Die Konferenz tagt zwei Mal jährlich. Im Jahr 2011 fanden die Treffen in Saarbrücken (28./29.03.) und Hannover (26./27.09.) statt. Was? Auf der Konferenz informieren sich die Landesjugendringe gegenseitig und stimmen ihr Vorgehen ab. Die Konferenz kann keine für einzelne Landesjugendringe bindenden Entscheidungen treffen. Bei der Konferenz im März standen die Themen Extremismus-Klausel, Bundesfreiwilligendienst, Bundeskinderschutzgesetz und das Programm „Bildung und Teilhabe“ im Mittelpunkt. Der DBJR informierte über die Kampagne „Starke Verbände – starke Jugend“, dem schloss sich ein intensiver Austausch über die Finanzierung der Jugendverbandsarbeit in den Bundesländern an. Die Konferenz im September beschäftigte sich mit der Studie „ausgebrannt? Arbeitssituation und Arbeitsbelastung von Fachkräften der Kinder- und Jugendarbeit in SachsenAnhalt“. Zweiter Schwerpunkt war das Thema „Jugendarbeit online“. Es ging auch um die Finanzierung der Jugend(verbands)arbeit, das Bundeskinderschutzgesetz und die Juleica. Wohin? Die nächsten Konferenzen finden statt am 12./13.03.(in Hessen) und 24./25.09.2012.

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Wer? Der Unterausschuss ist ein vom LJHA einge­ richtetes Gremium, dem Fachkräfte aus den verschiedenen Arbeitsbereichen angehören. Der LJR ist mit fünf Personen vertreten und stellt mit Peter Ogrzall den Vorsitzenden. Wann? Der Unterausschuss tagt in der Regel monat­ lich. Was? Der Unterausschuss hat die Aufgabe, vom LJHA an ihn überwiesene Themen fachlich zu diskutieren und entsprechende Beschluss­ empfehlungen für den LJHA zu erarbeiten. Im Jahr 2011 wurden folgende Schwerpunkte behandelt: Kooperation Jugendhilfe / Jugendarbeit und Schule, Finanzierung Jugendarbeit an Schulen, Förderung der Jugendverbände, Förderung der Jugendarbeit, Arbeit der Jugendfreizeitstätten, politische Schwerpunktsetzung des LJHA, fachliche Standards in der Jugendarbeit, Inhalte und Verfahren der aufsuchenden und mobilen Jugendsozialarbeit. Wohin? Der Unterausschuss wird sich im Jahr 2012 u.a. mit folgenden Themen beschäftigen: Kooperation Jugendhilfe/Jugendarbeit und Schule, Sicherstellung der Finanzierung der Jugendarbeit in Berlin, Jugendberufshilfe.

Wer? Der Unterausschuss ist ein vom LJHA eingerichtetes Gremium dem Fachkräfte aus den verschiedenen Arbeitsbereichen angehören. Der LJR wird durch seine Vertreter/-innen im LJHA vertreten. Wann? Der UA Etatfragen tagt nach Bedarf. Was? Der UA befasst sich mit den Finanzierungsfragen der Jugendhilfe und erstellt Beschluss­ empfehlungen für den LJHA. Die Schwerpunktthemen im Jahre 2011 waren: Geplante Kürzungen im Haushalt 2012/13, Finanzierung der Jugendverbandsarbeit, Finan­ zierung Kooperation Jugendhilfe-Schule, Tarif­ ngleichung für den Zuwendungsbereich. a Wohin? Der Unterausschuss wird sich auch im Jahr 2012 schwerpunktmäßig mit der zukünftigen Förderung der Jugendhilfe in Berlin beschäftigen.

Jahresbericht 2011 | 21

Mitbestimmung im LJR

2.5.4. UA Jugendarbeit

2.5.5. UA Etat

Mitbestimmung im LJR

2.5.6. UA Gesamtjugendhilfe­ planung und neue Steue­ rungs­ odelle / UA Hilfen zur m Erziehung & Familienpolitik / UA Kindertagesbetreuung
Wer & Wann? Die Unterausschüsse setzen sich zumeist aus Einzelfachleuten, Vertretern der Fachverbände (vor allem aus der Liga der Wohlfahrtsverbände) und vereinzelt aus Fachpolitikern des Abgeordnetenhauses zusammen. Im UA Hilfen zur Erziehung und Familienpolitik stellt die ständige Beteiligung einer Amtsrichterin (für die Familiengerichte) eine wichtige Brücke zwischen den Ressorts Justiz und Kinder- und Jugendhilfe dar. Die UA´s tagen in der Regel monatlich in Vorbereitung auf das Plenum des LJHA. Was? Es ist wichtig, dass die Jugend(verbands)arbeit auch weiterhin zu jenen Bereichen inhaltliche Kenntnisse und Zugänge hat, zu denen sie inhaltliche Berührungspunkte aufweist und möglicherweise Schnittmengen hat. Nachfolgend Themenschwerpunkte aus den UA´s: •	 Fachkräftemangel in den Bereichen der Berliner Jugendhilfe; •	 Bildungs- und Teilhabepaket und die unterschiedliche Anwendung in Jugendhilfe und Schule; •	 Heimerziehung in den 50-er und 60-er Jahren; •	 Kinder- und Jugendschutz gem. §8a SGB VIII; •	 Fallteams und fallunspezifische Arbeit in den Bezirken; •	 Rahmenbedingungen für die Arbeit freier Träger an Schulen; •	 Vergleich von fördernder und intervenierender Jugendhilfe (Ausgaben, Mengen); •	 Fach- und Finanzcontrolling in den Hilfen zur Erziehung;

•	 Sozialräumliche Orientierung, Quartiersmanagement und Bildungsnetzwerke – Auswirkungen auf die Jugendarbeit; •	 und vieles mehr Wohin? War in 2010 die Wirkung des Prozesses „Entwicklung eines Musterjugendamtes“ und die damit angestrebte Vereinheitlichung der Kriterien zur Personalausstattung noch frag­ lich, so ist dies für 2011 zunächst geklärt, denn der Rat der Bürgermeister hat dieses Projekt verworfen. So wird sich auch in Zukunft die personelle Struktur und Ausstattung der Berliner Jugendämter uneinheitlich entwickeln. D.h. der Stellenwert der Berliner Jugendhilfe wird weiterhin auch durch nichtfachliche Kriterien bestimmt. Ebenso ist der Prozess der Entwicklung einer Rahmenvereinbarung zur Strukturierung und Finanzierung der Jugendarbeit zwischen Land, Bezirken und den Anbietern auf Grund der uneinheitlichen Interessenlage in den Bezirken zum Erliegen gekommen. Es gibt also weiterhin keine wirksamen Instrumente, um der finanziellen Austrocknung von Projekten der Jugendarbeit in den Bezirken entgegen zu wirken. Hier müsste aus Sicht der Jugendverbände der Prozess erneut aktiviert werden. Dies gilt umso stärker, je mehr eine zunehmende Fremdstrukturierung von Tages­ abläufen von Kindern und Jugendlichen – aus durchaus unterschiedlichen, auch positiven Gründen – zu verzeichnen ist. Die Jugendverbände sind weiterhin gefordert, auch in den nächsten Jahren verbandsspezifische Antworten auf Fragen zu finden, die sich aus ihrem Anspruch und Selbstverständnis ergeben: „Mitbestimmung in allen, für Kinder und Jugendliche relevanten Gesellschaftsbereichen verwirklichen“; „Selbstorganisation – insbesondere junger Migrant/innen – befördern“ usw.

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2.5.7. LAG „Jugendberufshilfe“
Wer? In der LAG Jugendberufshilfe arbeiten verschiedene Vertreter zu unterschiedlichen inhaltlichen Themenkomplexen. Sie setzt sich aus ca. 20 Mitgliedern zusammen: darunter sind Vertreter Freier Träger in Berlin, Vertreter der Senatsverwaltung für Jugend und der Bezirke. Weitere Vertreter kommen aus der Arbeitsagentur sowie von mehreren Jobcentern Berlins. Was? Im vergangenen Jahr traf sich die Landesarbeitsgemeinschaft Jugendberufshilfe (LAG) fünf Mal. Die LAG setzte sich unter anderem mit den Auswirkungen der Sparmaßnahmen für benachteiligte junge Menschen in Berlin auseinander, begleitete kritisch die pädagogische Arbeit mit den Jugendlichen bei Trägern der Jugendberufshilfe, initiierte und gestaltete Fachgespräche in Berlin, übernahm beratende Tätigkeit und nahm mit ihrer Arbeit fachpolitischen Einfluss auf die vom Land beabsichtigte Änderung des Ausführungsgesetzes zum SGB VIII. Im Bereich der schulischen Bildungsgänge im Übergangssystem geht die Berliner Vereinbarung auf eine Erklärung vom April 2010 zurück, die auf Staatssekretärsebene ge­ troffen wurde. Das Übergangssystem soll optimiert werden, indem ausbildungsreife Jugendliche direkt in die Betriebe vermittelt werden. Für Jugendliche mit Startschwierigkeiten sollen die vorhandenen Angebote wie Berufsorientierung, Berufseinstiegsbegleitung, Berufsvorbereitung und Einstiegsqualifizierung verstärkt genutzt werden, wobei für die Einstiegsqualifizierung stärker durch die Kammern geworben werden muss.

Die Zahl der betrieblichen Ausbildungsplätze muss erhöht werden. Da Berlin im bundesweiten Vergleich eine hohe Abbrecherquote bei Ausbildungen hat, sind Verbundausbildung und begleitende Hilfen verstärkt zu nutzen bzw. auszubauen. Die JobCenter und die Arbeitsagenturen haben zugesagt, sich um die Qualifizierung von Arbeitslosen im U25Bereich zu kümmern. Zusätzliche Finanzmittel wird es aufgrund der Berliner Vereinbarung nicht geben, weil schon genügend Übergangsangebote vorhanden seien. Die LAG 78 wies auf die vorhandenen erforderlichen Kompetenzen und die erforderliche Betriebsnähe vieler Jugendhilfeträger in den Bezirken hin; die Nachfrage in den Schulen ist groß, für Schüler/-innen mit besonderem Unterstützungsbedarf kompetente Hilfestellungen anzubieten. Viele Lehrer/-innen sind noch auf den Umgang mit problematischen Hauptschüler/-innen vorbereitet bzw. eingestellt. Vor allem in Praxisorientierten Lerngruppen und beim Produktiven Lernen als zwei besonderen Organisationsformen des Dualen Ler­ nens sollen für Schüler/-innen Hilfestellungen entwickelt werden. Auf Anregung der LAG soll nunmehr in der Bildungsverwaltung mit den regionalen Schulaufsichten diskutiert werden, wie die Träger der Jugendberufshilfe in das bezirkliche Beratungsnetz systematisch einbezogen werden können.

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Mitbestimmung im LJR

Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) nach § 78 SGB VIII:

Das Übergangssystem soll vor allem im schu­ischen Teil zurückgefahren werden. Im l Schuljahr 2011/2012 wurden die Plätze an den Berufsfachschulen um 500 auf 2.400 redu­ iert. Im Rahmen der Modularen Duaz len Qualifizierungs-Maßnahme (MDQM) der Berufsvorbereitungs- und Ausbildungsgesellschaft mbH (bbw B. u. A.) in Zusammenarbeit mit beruflichen Schulen Berlins wird MDQM I (Berufsausbildungsvorbereitung) nicht mehr angeboten; die Plätze bei MDQM II (Berufs­ ausbildung) aber wurden von 700 auf 1.000 erhöht. Offen ist noch, ob MDQM II auch über 2013 hinaus bestehen bleiben kann

Mitbestimmung im LJR

Die Rolle der Jugendberufshilfe als Aufgabe der Jugendhilfe in Berlin erfordert – nachdem die seit Jahren etablierten und funktionierenden Instrumente der Jugendberufshilfe in Berlin durch den einseitigen Rückzug der Jugendämter faktisch nicht mehr existent sind – eine völlige Neuorientierung der Jugendberufshilfe im Rahmen der Jugendsozialarbeit. In der LAG sind fachliche Ressourcen unserer Stadt gut zusammenfasst, so dass zu erwarten ist, das von ihr Beiträge zur Neuorientierung kommen können. Als Landesjugendring ist unsere Mitarbeit in der LAG Jugendberufshilfe weiterhin wichtig und hilfreich für die thematische Arbeit an dem Thema Jugendberufshilfe und Jugendsozialarbeit in unserer Stadt.

2.5.9. Landesarbeitskreis „Kinder- und Jugendparti­ zipation in Berlin“ (LaKoK)
Wer? Im LaKoK arbeiten Kinder- und Jugendbeteiligungsbüros aus den Bezirken, Bezirksämter und landesweite freie Träger der Jugendarbeit mit. Wann? Der LaKoK trifft sich zweimonatlich. Was? Der LaKoK hat das Ziel, als kontinuierliches Fachgremium zur fachlichen Weiterentwicklung und Beförderung der Kinder- und Jugendpartizipation in Berlin beizutragen, fachliche Standards zu sichern und landesweite Konzepte und Projekte zu initiieren und abzustimmen. Zudem dient er dem Austausch der bezirklichen Akteure.

2.5.8. LAG „Mitbestimmung von Kindern und Jugend­ lichen in Berlin“
Wer? In der LAG arbeiten Kinder- und Jugendbetei­ ligungsbüros aus den Bezirken, Bezirksämter und landesweite freie Träger der Jugendarbeit mit. Wann? Die LAG trifft sich zweimonatlich. Zwischendurch tagen Unter-Arbeitsgruppen. Was? Die LAG entwickelt, beauftragt durch den Landesjugendhilfeausschuss, für die Bereiche „Hilfen zur Erziehung“, „Jugendhilfeplanung“ und „Kindertagesbetreuung“ Vorschläge für die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen. Der Abschlussbericht wurde im Dezember 2011 verfasst und liegt nun dem LJHA vor. Wohin? Über die Weiterarbeit der LAG wird der LJHA im Jahr 2012 entscheiden.

2.5.10. „Aktiv in Berlin – Landesnetzwerk Bürgerengagement“ (aib)
Wer? „aktiv in berlin“ Landesnetzwerk Bürgerengagement (aib) ist ein im Jahr 2005 gegründeter Zusammenschluss von Organisationen aus allen gesellschaftlichen Bereichen Berlins, die sich dem Bürgerschaftlichen Engagement verbunden fühlen. Der Landesjugendring gehört zu den Gründungsmitgliedern von aib. Zurzeit gehören dem aib 68 Organisationen an. Ziel des Netzwerkes ist der fachliche Austausch zwischen den Mitgliedern, deren Weiterbildung sowie die Verbesserung der Rahmenbedingungen für freiwilliges, ehren­ amtliches und bürgerschaftliches Engagement im Land Berlin.

24 | Jahresbericht 2011

Die Mitgliederversammlung von aib findet in der Regel einmal im Quartal statt. So auch im Jahr 2011, wo vier Mitgliederversammlungen stattgefunden haben. Was? Im Berichtszeitraum ist die Website des Landesnetzwerks Bürgerengagement neu konzipiert und entsprechend überarbeitet worden. Alle Mitglieder haben die Möglichkeit, sich dort ausführlich vorzustellen und Inhalte einzupflegen. Der Landesjugendring hat ein eigenes Benutzerkonto eingerichtet. Die Pflege der Inhalte wird sich jedoch auf ein Minimum reduzieren, denn nach wie vor ist nicht zu erwarten, dass Interessenten in großem Stil über die Freiwilligenbörse und das Landesnetzwerk Bürgerengagement auf den Landesjugendring aufmerksam werden. Dafür sind die Ziele und Herangehensweisen zu unterschiedlich. Wohin? Der Landesjugendring sieht es weiterhin als eine wichtige Aufgabe an, im Kreise der bürgerschaftlich Bewegten die Besonderheiten des Engagements Jugendlicher und die hier­ für erforderlichen Rahmenbedingungen zu thematisieren. Das Netzwerk „aktiv in Berlin” ist ein Weg unter anderen mit Politik und Verwaltung im Gespräch zu bleiben und so das Bewusstsein für jugendliches Engagement, für Ehrenamt, Partizipation und Selbstorganisation in der Fachöffentlichkeit zu stärken.

Wer? Die AGJ ist ein bundesweiter Fachverband, dem die Jugendverbände und Landesjugendringe, die Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege, weitere Fachorganisationen der Jugendhilfe, die obersten Landesjugend- und Familienbehörden sowie die Arbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter angehören. Wann? Die AGJ führt regelmäßige Fachveranstaltungen zu aktuellen Fachthemen der Jugendhilfe durch; sie verantwortet den Jugendhilfetag, der alle vier Jahre stattfindet, und leistet eine umfangreiche internationale Arbeit (Vernetzung, Fachkräfte-Programme). Was? Der 14. Deutsche Kinder- und Jugendhilfetag hat vom 7.-9. Juni 2011 in Stuttgart stattgefunden. Er stand unter dem Motto „Kinder. Jugend. Zukunft: Perspektiven entwickeln – Potenziale fördern“. Die Konferenz der Landesjugendringe war mit einem Gemeinschaftsstand vertreten, an dem sich der LJR Berlin nicht beteiligte. Auch einzelne Fachveranstaltungen wurden durch Landesjugend­ ringe und Jugendverbände durchgeführt. Im zweiten Halbjahr hat die Diskussion um das Kinderschutzgesetz die Arbeit bestimmt: Mit Stellungnahmen und Fachbeiträgen hat sich die AGJ als Fachverband der Jugendhilfe gegenüber den politischen Entschei­ dungsträgern positioniert und sich für die Einheit der Jugendhilfe und ein hohes Maß an Fachlichkeit eingesetzt.

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Mitbestimmung im LJR

Wann?

2.5.11. Arbeitsgemeinschaft Jugendhilfe (AGJ)

Mitbestimmung im LJR

2.5.12. Berliner Beratungs­ netzwerk Rechtsex­ tremismus
Wer? Der Berliner Integrationsbeauftragte des Senats koordiniert das Beratungsnetzwerk. Ziel ist es, die unterschiedlichen Organisationen und Einrichtungen im Bereich der Rechtsextremismusbekämpfung besser zu vernetzen und gleichzeitig den Senat zu beraten. Ca. 20 Organisationen und Landesbehörden sind dort vernetzt. Darüber hinaus geht es um die Weiterentwicklung des Landesprogramms gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus. Wann? Das Beratungsnetzwerk trifft sich in der Regel alle zwei bis drei Monate zu einer dreistündigen Sitzung. Im Berichtszeitraum haben zwei Sitzungen stattgefunden. Was? Jede Sitzung hatte einen inhaltlichen Schwer­ punkt. Im Februar beschäftigte sich das Gremium mit der Islamfeindlichkeit in Berlin, dieses auch vor dem Hintergrund der Anschläge auf Moscheen und dem Antritt islamfeind­ licher Parteien zur Abgeordnetenhauswahl im Herbst 2011. Auf der anderen Sitzung ging es schwerpunkt­ mäßig um die Weiterentwicklung des Berliner Landesprogramms gegen Rechtsextremismus. Diese beruht auf den Ergebnissen der umfangreichen Evalu­ tion des Landesproa gramms und der geförderten Projekte in den vergangenen beiden Jahren. Wohin? Die Weiterentwicklung des Programms bleibt auch für dieses Jahr einer der Schwerpunkte des Beratungsnetzwerkes, es wird sicherlich auch durch den Senat zu neuen Fokussie­ rungsvorschlägen des Programms kommen.

Gleichzeitig bleibt es eine Herausforderung, die Arbeit vor Ort (wie zum Beispiel in den lokalen Aktionsplänen) mit der Arbeit auf Landesebene (wie z.B. im Beratungsnetzwerk) zusammenzuführen und gemeinsam eine nachhaltig erfolgreiche Strategie gegen Rechtsextremismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit zu entwickeln.

2.5.13. Bildungsverbund IJBS Sachsenhausen e.V.
Wer? Ziel des Bildungsverbunds ist die Förderung der Bildungsarbeit in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte Sachsenhausen. Mitglieder im Bildungsverbund sind neben den beiden Landesjugendringen Berlin und Brandenburg die RAA Brandenburg, die LKJ Brandenburg, Bildungsstätten, Jugendverbände und weitere Träger aus dem Bereich der Jugendarbeit. Was? Nach Abschluss des Projektes „kunst-raumerinnerung. zur verbindung von historischem lernen, kulturpädagogischer praxis und zeitgenössischer kunst“ im Jahr 2010 wurden durch den Bildungsverbund im Jahr 2011 keine konkreten Projekte durchgeführt.

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Es hat keine Sitzung stattgefunden.

Nach dem Abschluss eines letzten Projekts zur politischen Biografie des polnischen Publizisten Andrzej Szczypiorski, dem Namensgeber der Jugendbegegnungsstätte Sachsenhausen, wird der Verein derzeit aufgelöst.

2.5.17. Musikschulbeirat
Der Beirat der Musikschulen fungiert als kritischer Begleiter und Berater des zuständigen Senators zur Sicherung und Gestaltung dieser im Berliner Schulgesetz mit einem Bildungsauftrag ausgestatteten Einrichtungen. Dem eigenen Selbstverständnis nach ist der Musikschulbeirat ein Ort für fachpolitische Diskussionen, Information und den Erfahrungsaustausch. Ihm gehören Personen an aus der Musikschularbeit, den dazugehörigen Verbänden, Vertreter/-innen der Parteien im Abgeordnetenhaus, dem Rat der Bürgermeister und der Senatsverwaltung. Die Geschäftsführung obliegt der zugeordneten Senatsverwaltung. In den fünf Sitzungen des Beirates in 2011 wurden unter anderem folgende Themen bearbeitet: A. Neue Honorarordnung für Musikschulen Eine Betriebsprüfung der Deutschen Renten­ versicherung ergab Indizien für Scheinselbständigkeit von freiberuflichen Musikschullehrkräften. Daraufhin erarbeitet die Senatsverwaltung eine Honorarordnung mit neuen Ausführungsvorschriften die bei der Vertragsgestaltung Rechtssicherheit schaffen sollen um den Verdacht der Scheinselbständigkeit zu entkräften. Die neue AV soll noch im Dezember 2011 in Kraft treten. In einer Sondersitzung wird hierzu vom Beirat eine Stellungnahme verabschiedet. Fazit des Beirates: Eine Rechtssicherheit wird durch die neue „AV Honorare“ nicht hergestellt. Es sollen lediglich alte Umgehungstatbestände zur Vermeidung erforderlicher Festanstellungen durch neue ersetzt werden. Der Beirat fordert deshalb einen höheren Anteil festange­ stellter Lehrkräfte für den Musikschulbetrieb einzustellen und zu prüfen, ob der Abschluss

2.5.15. Kommission für den Berliner FreiwilligenPass
Wer? Die Kommission für den Berliner FreiwilligenPass setzt sich aus Vertretern der Zivilgesellschaft und des Senats zusammen. Die Geschäftsstelle des Berliner FreiwilligenPasses ist bei der Senatsverwaltung für Gesundheit, Soziales und Verbraucherschutz (SenSoz) angesiedelt. Wann? Die Kommission hat im Jahr 2011 nicht getagt. Wohin? Aufgabe des Landesjugendrings in der Kommission bleibt die Beobachtung aktueller Entwicklungen bei der Anerkennung ehrenamt­ lichen Engagements im Zusammenhang mit dem (Schüler-)FreiwilligenPass, der Ehrenamtskarte und anderen Anerkennungsinstrumenten.

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Mitbestimmung im LJR

2.5.14. Initiativkreis zur Errichtung einer IJBS Sachsen­ ausen h

2.5.16. Landesausschuss für Jugendarbeitsschutz

Mitbestimmung im LJR

eines Tarifvertrages für arbeitnehmerähnliche freie Mitarbeiter/-innen gemäß §12a Tarifvertragsgesetz sinnvoll ist. B. Abschlussbericht der Kommission Berliner Volkshochschulen und Musikschulen Bereits im September 2010 hat der Bericht der vom Senat einberufenen Kommission vorgelegen mit der Zielsetzung kennzahl­ orientierte Personalausstattung für pädagogisch planende Funktionsstellen zu schaffen Dazu seien Vorschläge zum Strukturausgleich (Bezirke), zu einer Mindestversorgung des Musikunterrichts sowie zu einer neuen bildungspolitischen Steuerung von Senat und Bezirken notwendig und erforderlich. Weder der Senat noch der Rat der Bürgermeister haben sich bisher mit dem Bericht der von ihnen selbst einberufenen Kommission befasst. C. Neues Konzept für Musikschulen Vieles in der laufenden Praxis der Berliner Musikschulen ist reformbedürftig und des­ halb beschließt der Beirat, einen eigenen Vorschlag für ein Berliner Musikschul­ onzept k zu erarbeiten (ein Jahr Erarbeitungszeit). Als zu formulierende fachliche Schwerpunkte werden benannt: Leitbild, Bildungsauftrag, Aufgaben, Ziele Abgrenzung und Qualitäts­ sicherung.

2.5.18. Netzwerk Wahlalter 16
Wer? Im Netzwerk sind politische Jugendorganisationen, Jugendverbände, Partizipationsprojekte und weitere Organisationen vertreten. Sie alle setzen sich für eine entsprechende Änderung der Landesverfassung ein. Wann? Das Netzwerk traf sich mehrfach im Jahr 2011. Was? Das überparteiliche Netzwerk setzt sich für die Absenkung des aktiven Wahlalters auf 16 Jahre auf Landesebene in Berlin ein. Leider ist es im Jahr 2011 nicht gelungen, einen entsprechenden Beschluss des Abgeordnetenhauses zu initiieren. Aus der Koalitionsvereinbarung zwischen SPD und CDU geht hervor, dass sich beide Parteien in der kommenden Legislaturperiode nicht für eine Absenkung des Wahlalters einsetzen werden. In der Folge hat das Netzwerk beschlossen, seine Tätigkeit einzustellen.

2.5.19. Rundfunkrat des rbb
Der rbb-Rundfunkrat setzt sich 30 Mitgliedern zusammen. Sie werden aus verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen, z.B. den Kirchen, dem Sport, der Parteien und den Landesjugendringen Berlin und Brandenburg entsandt. Zwei Ausschüsse unterstützen den Rundfunkrat des rbb bei der Vorbereitung seiner Beratungen und Beschlüsse: der Haus­ altsh und Finanzausschuss und der Programm­ ausschuss. Im vergangenen Jahr kam noch der Telemedienausschuss dazu. Der Landesjugendring arbeitet im Programm­ ausschuss mit und stellt dort den stellvertretenden Vorsitzenden. Dieser wurde durch den rbb-Rundfunkrat im Dezember 2011 als stellvertretendes Mitglied des ARD-Programmbeirates gewählt. Der Programmbeirat der ARD

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Neuer Rundfunkrat Im Februar 2011 hatte sich der neue Rundfunkrat für die kommenden vier Jahre konstituiert und seine Arbeit aufgenommen. Die insgesamt 17 neuen Vertreter und Vertreterinnen haben sich bisher gut in die Themenfelder eingearbeitet. Positiv zu bewerten ist auch, dass die Neubesetzungen zu einer spürbaren Verjüngung des Gremiums führten. Im Rundfunkrat des rbb und auch in der ARD gibt es die Diskussion und das Ziel jüngere Zuschauerschichten mit den Programmen anzusprechen. Hierzu gab es immer wieder Fachveranstaltungen, die sich dies zum Schwerpunkt gemacht haben. Diskutiert wurde auch die Frage, ob es auf ARD-Ebene einen eigenen Jugendkanal geben sollte. Hier ist die Diskussion aber noch nicht beendet. Klar ist nur, dass durch die Angebote der ARD und des rbb ein jüngeres Publikum schrittweise erreicht werden soll. Programmausschuss Die folgenden Aufgaben standen regelmäßig auf der Agenda der Arbeit des Ausschusses: Programmbeobachtung, Befassung mit Be­ schwerden, Vorstellung und Diskussion neuer oder veränderter Sendeschemata sowie die Befassung mit Themen die innerhalb der Rundfunkratssitzung an den Programmaus­ schuss verwiesen wurden. KenFM Der rbb hat die Zusammenarbeit mit Ken Jebsen beendet. Nach den Vorfällen in seinen Sendungen hatte die Geschäftsleitung mit Herrn Jebsen verbindliche Verabredungen über die Gestaltung der Sendung und die Einhaltung journalistischer Standards getroffen. Daran hat sich Herr Jebsen wiederholt nicht gehalten. Der rbb hatte auf Jebsens weitere Mitarbeit verzichtet. Die Entscheidung war für den Rundfunkrat und den Programmaus­ schuss nachvollziehbar und wird mitgetragen.

Wer? In der Steuerungsgruppe sitzen für den Landesjugendring Norbert Kapinos (DJO-Regenbogen), Burkhard Rooß (BDKJ) und Daniel Wucherpfennig (DGB-Jugend), für den Landesjugendhilfeausschuss Peter Ogrzall und von der für Jugend zuständigen Senatsverwaltung Beate Isringhausen, Sandra Hilde­ brandt und Simone Schwuchow. Wann? Die Steuerungsgruppe hat sich 2011 einmal getroffen. Was? Neben der Verteilung der Mittel für die Jugendverbandsförderung entsprechend der „Grundsätze über die Förderung der Jugendverbandsarbeit im Land Berlin“ und der Verteilung der Kooperationsmittel von Jugendverbandsarbeit/Jugendbildungsstättenarbeit und Schule kümmert sich die Steuerungsgruppe auch um die Erarbeitung bedienungsfreundlicherer Formulare für die Antragstellung und den Verwendungsnachweis. Wohin? In 2012 steht als Routine die Anerkennung der Förderung der Jugendverbände für 2012 sowie die Begleitung der Umsetzung der Kooperationsmittel auf dem Programm. Die Überarbeitung der Formulare soll endlich abgeschlossen werden. Die drei LJR-Mitglieder sind außerdem ver­ antwortlich für die regelmäßige Umsetzung des Fördermodells innerhalb des Landesjugendring.

Jahresbericht 2011 | 29

Mitbestimmung im LJR

befasst sich mit dem Gesamtprogramm im Ersten, sowie den Kooperationsprogrammen 3sat, KiKa und PHOENIX.

2.5.20. Steuerungsgruppe „Fördermodell Jugendverbände“

Mitbestimmung im LJR

2.5.21. Steuerungsgruppe respectABel (Berliner Jugendprogramm für Demokratie und Toleranz – gegen Gewalt und Rechtsextremismus)
Wer? In der Steuerungsgruppe arbeiten durch die Träger des Programms (Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung, Stiftung Demokratische Jugend, Jugend- und Familienstiftung des Landes Berlin) berufene Personen aus dem Bereich der Jugendhilfe mit. Wann? Die Steuerungsgruppe trifft sich ca. vier Mal im Jahr. Was? Schwerpunkt der Steuerungsgruppe ist die Strategieentwicklung und Programmabstimmung von respectABel. Dazu gehören die Begleitung der Förderprogramme, der Vernetzung und Qualifizierung im Rahmen von respectABel und die Öffentlichkeitsarbeit. Schwerpunkte des letzten Jahres waren die Begleitung der Förderprogramme AKTION BERLIN und U18-AKTION BERLIN. Breiten Raum nahm zudem die Vorbereitung des JugendFORUMs ein.

2.5.22. Stiftungsrat der Jugend- und Familien­ tiftung s des Landes Berlin (jfsb)
Wer? Im Stiftungsrat der Jugend- und Familienstiftung des Landes Berlin (jfsb) sitzen fünf vom Abgeordnetenhaus gewählte sachkundige Persönlichkeiten, außerdem Frau Klebba (als Leiterin der Abteilung Jugend und Familie, Landesjugendamt), Herr Nachmann (Referat Familienpolitik in der Senatsverwaltung), Herr Brocke (Landesjugendhilfeausschuss), Frau Meys (Rat der Bürgermeister), Frau Janik (Familienverbände) und Burkhard Rooß (Landesjugendring Berlin). Vorsitzender des Stiftungsrates ist Herr Prof. Gries. Wann? Der Stiftungsrat hat in 2011 einmal getagt. Was? Der Stiftungsrat beschließt den Haushalt der Stiftung und andere Grundsatzfragen, außerdem befindet er über Zweit-Widersprüche von Antragstellenden, wenn im Vorstand der Stiftung ein erster Widerspruch nicht zur Förderbewilligung geführt hat. Das geplante zweijährige Sonderprogramm „FreiRäume“, das gemeinsame Beteiligungsprojekte von Jugendverbänden und Kinderund Jugendbüros auf regionaler Ebene fördern wollte, scheiterte an der fehlenden Kofinanzierung einer weiteren Stiftung. Wohin? Angesichts der weiterhin niedrigen Zinserträgen beabsichtigt der Stiftungsrat auch in 2012 wieder Mittel aus der Freien Rücklage einzustellen, um wenigstens ein hinreichendes Fördervolumen zur Verfügung zu haben. Im Familienbereich soll ein Sonderprogramm „Kita, Familie und mehr“ eingestellt werden.

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Wer? Das WannseeFORUM ist eine vom Land Berlin geförderte Jugendbildungsstätte in freier Trägerschaft. Träger ist der „Wannseeheim für Jugendarbeit“ e.V. Der Landesjugendring ist Mitglied im Trägerverein. Wann? Im Jahr 2011 fanden mehrere Mitgliederversammlungen statt. Was? Das Haushaltsjahr 2010 konnte positiv abgeschlossen werden. Bei der Mitgliederversammlung am 22.11.2011 wurde die in den letzten Jahren vorbereitete Gründung der Stiftung WannseeFORUM beschlossen. Gleichzeitig wurde die Gründung einer gemeinnützigen Betriebsgesellschaft und die Auflösung des Vereins Wannseeheim e.V. beschlossen. Wohin? Nach Eintragung der Stiftung wird das Kuratorium der Stiftung gewählt. Der Landesjugendring hat das Vorschlagsrecht für ein Kuratoriumsmitglied.

Jahresbericht 2011 | 31

Mitbestimmung im LJR

2.5.23. Wannseeforum für Jugendarbeit

Schwerpunkte in den Mitgliedverbänden

Arbeiter-Samariter-Jugend Berlin Rudolfstr. 9 10245 Berlin Tel.: 030 - 213 07 0 Fax: 030 - 213 07 119 www.asj-berlin.de jugendleiter@asj-berlin.de

Bund Deutscher PfadfinderInnen (BDP) Kaubstraße 9-10 10713 Berlin Fon: 030 - 87 303 59/ 861 14 18 Fax: 030 - 861 14 026 www.bdp-berlin.org lv.berlin@bdp.org BUNDjugend Ericht-Weinert-Straße 82 10439 Berlin Fon: 030 - 392 82 80 Fax: 030 - 809 41 4177 http://berlin.bundjugend.de info@bundjugend-berlin.de

Berliner Jugendfeuerwehr Geschäftsstelle Märkische Allee 181 12681 Berlin Fon: 030 - 38 76 02 18 Fax: 030 - 38 79 98 366 www.berliner-jugendfeuerwehr.org info@berliner-jugendfeuerwehr.de Berliner Jugendrotkreuz Bachestraße 11 12161 Berlin Fon: 030 - 850 05 315 Fax: 030 - 850 05 318 www.jrk-berlin.de jrk@drk-berlin.de

CVJM-Ostwerk e. V. LV Berlin-Brandenburg Sophienstr. 19 10178 Berlin Fon: 030 - 284 97 70 Fax: 030 - 284 97 717 www.cvjm-ostwerk.de info@cvjm-ostwerk.de Deutsche Jugend aus Russland Britzer Str. 60e 12109 Berlin Fon: 0179 - 912 65 58 www.berlin-djr.de djrberlin-info@berlin-djr.de

Bezirksjugendring Mitte c/o Thomas Brandt Gierkezeile 15 10585 Berlin emailanthomas@online.de

BJR Steglitz-Zehlendorf Herrn Uwe von Pokrzywnicki Postfach 460407 12214 Berlin Fon/Fax: 03212 103 25 45 www.bezirksjugendring.de.vu bezirksjugendring@gmx.net

Deutsche Schreberjugend Kirschenallee 25 14050 Berlin Fon: 030 - 300 99 152 Fax: 030 - 300 99 154 www.schreberjugend-berlin.de info@schreberjugend-berlin.de

Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Waldemarstraße 8-10 10999 Berlin Fon: 030 - 756 90 30 Fax: 030 - 756 90 370 www.bdkj-berlin.de info@bdkj-berlin.de

DGB-Jugend Keithstraße 1-3 10787 Berlin Fon: 030 - 212 403 10 Fax: 030 - 212 40 315 www.dgb-jugend-bb.de jugend-bbr@dgb.de

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Haus der Demokratie und Menschenrechte

Greifswalder Str. 4 10405 Berlin Fon: 030 - 24 729 747 Fax: 030 - 23 459 626 www.jungdemokraten.de info@jungdemokraten.de

Evangelische Jugend Goethestr. 26-30 10625 Berlin Fon: 030 - 31 91 0 Fax: 030 - 31 91 100 www.ejbo.de amt@ejbo.de

Junge Briefmarkenfreunde Berlin c/o Manfred Baltuttis Fahrlander Weg 65 13591 Berlin www.dphj-berlin-brandenburg.de m.baltuttis@dphj-berlin-brandenburg. de

jubel³ Jugend Berlin lacht, lernt und lebt mit Gebärdensprache c/o Martin Zierold Weserstr. 88 12059 Berlin www.jubel3.de 			 m.zierold@jubel3.de Jugendbund djo-Regenbogen Elbersfelder Straße 18 10555 Berlin Fon: 030 - 25 21 153 Fax: 030 - 25 29 60 85 www.djo-regenbogen.de djo.regenbogen@berlin.de

Junge Europäische Bewegung Sophienstraße 28/29 10178 Berlin Fon: 030 - 303 62 01 60 Fax: 030 - 303 62 01 59 www.jeb-bb.de info@ jeb-bb.de

Junge HumanistInnen Danziger Str. 50 10435 Berlin Fon: 030 - 442 72 16 Fax: 030 - 442 34 93 www.juhu-berlin.de info@juhu-berlin.de

Jugendnetzwerk::lambda Manteuffelstraße 19 10997 Berlin-Kreuzberg Fon: 030 - 28 27 99 0 Fax: 030 - 67 12 26 72 www.lambda-bb.de info@lambda-bb.de

Junge Presse Berlin Wöhlertstr. 18 10115 Berlin Fon: 030 - 450 86 555 Fax: 030 - 450 86 559 www.jpb.de jpb@jpb.de

			

Jugendwerk der Evangelischen Freikirchen Rudolfstraße 14 10245 Berlin Fon: 030 - 78 70 25 14 Fax: 030 - 78 70 55 57 www.gjw-bb.de info@gjw-bb.de

			

KINDERRING Berlin e. V. Schwedter Straße 232-234 10435 Berlin Fon: 030 - 440 62 14 Fax: 030 - 440 62 54 www.kinderring-berlin.de info@kinderring-berlin.de

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Schwerpunkte in den Mitgliedverbänden

Esperanto-Jugend Einbecker Straße 36 10317 Berlin Fon: 030 - 428 57 899 Fax: 030 - 428 57 899 www.esperanto.de ej.berlin@esperanto.de

JungdemokratInnen / Junge Linke

Schwerpunkte in den Mitgliedverbänden

Landesjugendwerk der AWO in Berlin Otto-Marquardt-Straße 6-8 10369 Berlin Fon: 030 - 72 00 66 97 Fax: 030 - 72 01 38 96 www.landesjugendwerk-berlin.de www.ljw-berlin.de jugendwerk@awoberlin.de LandesSchülerVertretung im KuBiZ Bernkasteler Str. 78 13088 Berlin Fon: 030 - 49 85 32 52 Fax: 030 - 44 34 01 27 www.lsv-berlin.de briefkasten@lsv-berlin.de NAJU Berlin Wollankstraße 4 13187 Berlin Fon: 030 - 432 51 55 Fax: 030 - 432 51 55 www.naju-berlin.de mail@naju-berlin.de

Sozialistische Jugend Deutschlands - Die Falken Schlossstr. 19 14059 Berlin Fon: 030 - 280 51 27 Fax: 030 - 282 64 98 ww.falken-berlin.de info@falken-berlin.de Sportjugend Berlin Jesse-Owens-Allee 1-2 14053 Berlin Fon: 030 - 30002-0 Fax: 030 - 30002 107 www.sportjugend-berlin.de sjb@sportjugend-berlin.de

Technisches Hilfswerk - THW Jugend Soorstraße 84 14050 Berlin Fon: 0163-3416801 Fax: 030 - 306 82 297 www.thw-jugend-bebbst.de info@thw-jugend-bebbst.de Verein Berliner Austauschschüler Chausseestr. 15a 14109 Berlin Fon: 030 - 36 75 21 46 Fax: 030 - 36 75 21 47 www.austausch-berlin.de vba@austausch-berlin.de

Naturfreundejugend Berlin Gryphiusstraße 23 10245 Berlin Fon: 030 - 325 327 70 Fax: 030 - 325 327 71 www.naturfreundejugend-berlin.de info@naturfreundejugend-berlin.de

Pfadfinderbund Weltenbummler Bergstraße 51 12169 Berlin Fon: 030 - 79 78 66 17 Fax: 030 - 79 78 66 19 www.pbw.org lv.berlin-brandenburg@pbw.org

Ring deutscher Pfadfinder Waldemarstraße 10 10999 Berlin Fon: 030 - 75 69 03 54 Fax: 030 - 75 69 03 57 www.rdp-bbb.de kontakt@rdp-bbb.de

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Wer sind wir?
Wir sind der selbständige Landesjugendverband des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) Landesverband Berlin e.V.. Zu uns gehören in erster Linie alle Mitglieder des ASB unter 27 Jahren. Wir sind demokratisch aufgebaut, weder konfessionell noch parteipolitisch gebunden, und unsere Arbeit wird fast ausschließlich ehren­­ amtlich getragen. Die ArbeiterSamariter-Jugend ist offen für alle jungen Menschen und orientiert sich an deren Bedürf­ nissen und Interessen. Unser Engagement besteht in erster Linie in der Interessenvertretung von Kindern und Jugendlichen. Unsere Aufgaben und Ziele sind die Förderung von sozialem Engagement, Gemeinschaft, Solidarität und Toleranz, sowie Partizipation. Füreinander da zu sein, ist unser zentrales Merkmal. Durch unser Bildungsangebot sowie sinnvolle und zeitgemäße Freizeitgestaltung unterstützen wir die Entwicklung zu einer selbstbewussten, eigen­ tändig und verantwortungsvoll hans delnden Persönlichkeit. Kinder und Jugendliche haben bei uns Gestal­ungsmöglichkeiten und werden an t wesentlichen Entscheidungen beteiligt. Durch internationale Kontakte möchten wir jungen Menschen interessante Einblicke in die Kulturen und Lebensweisen anderer Völker ermöglichen. Unsere Arbeit vor Ort in Berlin vollzieht sich in Jugendprojektarbeit und Jugendverbandsarbeit. Konkrete Angebote in 2012 sind u. a. Erste Hilfe, regelmäßige Gruppenarbeit, Wettbe­ werbe, Seminare und Freizeiten.

Die ASJ besteht aus vier Regionaljugenden (Nordwest, Nordost, Süd und Südost). Wir sind in jedem Bezirk in den Ortsgruppen des ASB vertreten. In den Ortsgruppen finden regelmäßig Veranstaltungen der Regionaljugend statt. Die Regionaljugendleiter wählen den Landesjugendvorstand für Berlin, der das Angebot auf Landesebene über das Jugendbüro in der Geschäftsstelle des ASB koordiniert. Im Sommer 2011 gab es in der ASJ eine Neuwahl des Landesjugendvorstandes. Die Mitglieder findet ihr auf unserer Homepage. Darüber hinaus bekam die ASJ im November ihre erste Landesjugendreferentin, mit der auch das neue Jugendbüro in der Rudolfstr. 9 bezogen werden konnte. Daraufhin musste sich das Team erst einmal in die neuen Aufgaben einarbeiten und in komplett neuer Konstellation Ziele für die nächsten Jahre erarbeiten.

Unser Angebot
Für das Jahr 2011 war unser inhaltlicher Schwerpunkt die Unterstützung der Regionaljugenden bei der Organisationen ihrer Ver­ anstaltungen.

Am 29.10.2011 fand z.B. erfolgreich die Hallo­ ween-Feier der Regionaljugend Nordwest in der Ortsgruppe Reinickendorf statt. Von Spielen mit Vampiren und Hexen, über eine Wanderung mit selbstgemachten Laternen, bis hin zum Monstergrütze-Essen war alles dabei!

Jahresbericht 2011 | 35

Schwerpunkte in den Mitgliedverbänden

Arbeiter-Samariter-Jugend

Unsere Struktur

Schwerpunkte in den Mitgliedverbänden

Eine weitere beliebte Veranstaltung war unser Adventsbasteln: Seit mittlerweile zwei Jahren treffen sich Samariter mit ihren Kindern in der Ortsgruppe Spandau und stimmen sich auf die Adventszeit ein. Auch am 4.12.2011 machten sich 18 Teilnehmer aus drei verschiedenen Ortsgruppen auf den Weg nach Spandau. Die Kids konnten hier Kerzen verzieren und Weihnachtsgestecke zaubern, oder auch das neue, von der Landesjugend gesponserte, Monopoly testen. Eine große Aktion der ASJ war die Präsentation unserer ehrenamtlichen Kinder- und Jugendarbeit auf der EJF-Tour. (Die EU ruft seit mehr als 20 Jahren Europäische Jahre

spannenden Seminar-, Freizeit-, und Austauschprogramm für 2012, womit wir die regel­ äßigen Angebote der Regional- und m Landes­ugend ergänzen wollen. j Schaut doch mal auf unserer Website vorbei! www.asj-berlin.de

aus, denen sie jeweils ein bestimmtes Thema zuordnet. Das Motto von 2011 lautete „Europäisches Jahr der Freiwilligentätigkeit“, EJF abgekürzt.) Das ganze Jahr über fanden in ganz Europa Veranstaltungen statt, an denen sich die ASJ beteiligte. Der Höhepunkt für uns war die Mitgestaltung der EJF-Tour im Sony Center, wo die ASJ ein umfangreiches Informationsangebot bereitstellte. Außerdem sorgten sie zusammen mit XÜ, dem ASJ-Maskottchen, für Spaß unter den jüngeren Besuchern/innen. Ausführliche Berichte zu diesen Veranstaltungen, sowie aktuelle Informationen findet ihr auch auf unserer Homepage. Als frisches Team arbeiten wir an einem

36 | Jahresbericht 2011

Nicht für die Schule, sondern für das Leben
Kinder müssen viel lernen. Wer in der Schule mithalten will, steht nahezu ständig unter Druck. Ein Projekt hier, ein Referat dort, Tests und Klassenarbeiten ohne Ende. Hausaufgaben und Nachhilfe sowieso. Von Cyber-Mobbing und Liebeskummer mal ganz abgesehen. Viel wurde im vergangenen Jahr diskutiert über die Berliner Schulreform, die Abschaffung der Hauptschule, jahrgangsüber­ reifendes g Lernen, Bildungspolitik. Und dann auch noch Pisa! Deutsche Schüler sind im europäischen Vergleich allenfalls Durchschnitt. Der Bertelsmann-Lernatlas 2011 entlarvt dann auch noch die Lüge von gleichen Lern- und Lebensbedingungen in Deutschland: Süden sehr gut, Norden ungenügend. Setzen, sechs. Mittendrin im Schulstress sind auch die 891 Kinder und Jugendlichen der Berliner Jugendfeuerwehr. In 44 Gruppen lernen sie nach der Schule, den Referaten, den Projekten und Hausarbeiten immer noch weiter. Sie lernen und lernen. Dinge über die Feuerwehr und Erste Hilfe zum Beispiel, die sich viele Erwachsene nicht mal vorstellen können. Und wenn der wöchentliche Übungsabend bei ihrer Freiwilligen Feuerwehr vorbei ist, wollen sie manchmal sogar da bleiben und noch mehr lernen. Aber das geht nicht, morgen früh ist ja wieder Schule. Wer im Bertelsmann-Lernatlas blättert, findet aber mehr als das schulische Lernen. Da gibt es das berufliche Lernen, das persönliche Lernen und auch das soziale Lernen. Wie lernen Menschen für das soziale Miteinander?

Zum dritten Mal in Folge konnte die Berliner Jugendfeuerwehr ihre Mitgliederanzahl steigern, seit 2009 um knapp 10 Prozent. Sinn­ olle Jugendarbeit wird nicht für Kinder v gemacht, sondern vor allem mit Kindern. Sie braucht Konzepte, Ideen und viel Engagement. Von den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr wird sie als Zugleichaufgabe wahrgenommen, ein Ehrenamt im Ehrenamt. Oftmals im Verborgenen begeistern die Jugend­ warte und Betreuer ihre Mitglieder immer wieder aufs Neue und führen sie mit der richtigen Mischung aus Spaß und Verantwortung an das Ehrenamt Feuerwehr heran. Keine leichte Aufgabe.

Jahresbericht 2011 | 37

Schwerpunkte in den Mitgliedverbänden

Berliner Jugendfeuerwehr

Wie steht es um soziales Engagement, um politische Teilhabe und soziale Integration? Gradmesser hierfür unter anderem: Die Anzahl der in der Freiwilligen Feuerwehr engagierten Bürger.

Schwerpunkte in den Mitgliedverbänden

Zu den größten Aktivitäten der Berliner Jugend­euerwehr zählten 2011 die Teilnahme f an den U-18 Wahlen zum Abgeordnetenhaus, das Landeszeltlager an der Feuerwehrschule, das Schulungslager im Jugenddorf am Müggelsee und der Berlin Marathon. Insgesamt 28 Gruppen haben Ferienfahrten durchgeführt.

Manche Dinge, die man in der Jugendfeuerwehr gelernt hat, blieben vielleicht auch länger haften. Denn noch eins zeigen die Studien: Wer sich schon in jungen Jahren bürger­ schaftlich engagiert, lernt und behält nicht zur soziale Kompetenz. Er bleibt oft auch ein ganzes Leben lang dabei.

Nicht unerwähnt bleiben sollen auch die vielen selbst organisierten Wettkämpfe wie die Panke-Löschmeisterschaft oder die Großübung mit sechs Jugendfeuerwehren im Frühjahr. Nicht alle Aktivitäten können hier angeführt werden. Das große Engagement der Jugendlichen und Betreuer wird jedoch auf vielen Ebenen deutlich. Gelernt haben unsere Mitglieder im Schuljahr 2011 sicher viel. Vieles davon vielleicht nur für diesen einen Test oder dieses eine Referat.

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Wir über uns
Das Berliner Jugendrotkreuz (JRK) ist der eigenverantwortliche Jugendverband des Deutschen Roten Kreuzes für alle Kinder und Jugendlichen im Alter von sechs bis 27 Jahren. Jede und jeder kann mitmachen – freiwillig und kostenlos. Im Zeichen der Menschlichkeit treffen sich engagierte Kinder und Jugendliche in außerschulischen und schulischen Gruppen, um in ihrer Freizeit Engagement, Spaß, persönlichen Gewinn und die Übernahme von Ver­ antwortung miteinander zu verbinden. Sie üben Erste Hilfe, leben Demokratie, engagieren sich in sozialen Projekten, lernen neue Freunde kennen und sind kreativ. Sie helfen sich gegenseitig und anderen Menschen in Notsituationen und übernehmen verbindlich Verantwortung. Dieses Angebot nehmen in Berlin aktuell knapp 1.000 Kinder und Jugendliche wahr.

In den Kreisverbänden (KVs) des Berliner Jugendrotkreuzes treffen sich Kinder und Jugendliche mit ihren GruppenleiterInnen an verschiedenen Standorten. Rund 60 ehren­ mtlich engagierte GruppenleiterInnen a geben den verschiedenen Gruppen gemeinsam mit den Mitgliedern eine klare Prägung: Während sich die eine Jugendgruppe schwer­ punktmäßig mit der Ersten Hilfe und der Planung und Durchführung von Einsätzen in diesem Bereich beschäftigt, liegt der Schwer­ punkt der nächsten Kindergruppe eher in der kreativen Umsetzung von Inhalten. Eine Schulsanitätsdienst-Gruppe setzt sich neben den Einsätzen an und aus der Schule heraus im Rollstuhlschiebedienst ein. Eine andere Kindergruppe bereitet sich intensiv auf den bevorstehenden Wettbewerb vor und beschäf­igt sich dementsprechend mit Thet men wie Rotkreuz-Geschichte, Humanitärem Völkerrecht und auch Natur und Umwelt. Neben der traditionellen Gruppenarbeit mit unterschiedlichen Schwerpunkten haben sich in einigen KVs Angebote bzw. soziale Projekte wie Hausaufgabenhilfe oder eine Weih­ nachtsfeier für sozial benachteiligte Kinder etabliert. Gruppenzeiten können direkt an den Standorten erfragt werden, die auf unserer Website zu finden sind.

JRK-Arbeit auf Landesebene
Auch auf Landesebene ist die Arbeit des Berliner Jugendrotkreuzes durch Ehrenamt­ lichkeit geprägt und getragen. Die Landesjugendleitung legt hier nach Beschluss des Landesdelegiertentages die strategische Richtung fest und setzt Ziele für die JRKArbeit. Ein wichtiges Thema war für 2011 die Stärkung des Kindeswohls. Hier haben wir uns im Berliner JRK intensiv mit den Präventionsmöglichkeiten und der Schaffung eines sicheren Raums für Kinder und Jugendliche auseinandergesetzt, was in dem daraus entstandenen Infoheft als Ganzes nachgelesen werden kann.

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Schwerpunkte in den Mitgliedverbänden

Berliner Jugendrotkreuz

Engagement in den Kreisverbänden

Schwerpunkte in den Mitgliedverbänden

Weiterer Höhepunkt des Jahres war der Berlin NOL (Nachtorientierungslauf), ein pralles Wochenende für 20 JRK-Gruppen aus dem ganzen Bundesgebiet, an dem neben dem Orientierungslauf durch die Berliner Nacht ein buntes Rahmenprogramm für die Teilnehmer angeboten wurde. Hier zeigen sich ein großes Engagement, Projektmanagementkompetenzen und viel Kreativität der rund 200 Berliner Helfer und Helferinnen.

vor Ort zu begleiten und tatkräftig zu unter­ stützen. Dieses Angebot wird nach einer Aufbauphase gut angenommen, so dass es zur Initiierung von Zukunftsprozessen ebenso kam wie zur Hilfestellung bei der Erstellung eines Flyers oder der Werbung von neuen Mitgliedern. Daneben gibt es weiterhin mehrere Projekte innerhalb des Berliner JRKs. Im Bereich des Engagements für Menschen mit Behinderungen hat sich das JRK wiederum mit dem JRK-Messeservice auf der Internationalen Grünen Woche, der Internatio­ nalen Tourismusbörse und der Internationalen Funkausstellung engagiert. Menschen, die die langen Wege und die Menschenmassen auf den Messen nicht alleine bewältigen können, haben hier die Möglichkeit sich – zumeist in einem Rollstuhl - von freundlichen JRK-Mitgliedern über die Messe begleiten zu lassen. Dieses Angebot wird nicht nur von einigen jahrelangen Stammkunden genutzt, sondern auch von MitbürgerInnen, die neu von dem Angebot erfahren. Die gute Resonanz auf unser Projekt „ErsteHilfe-Unterweisungen an Grundschulen“ zeigt sich auch weiterhin. In 2011 konnten mit rund 330 Erste-Hilfe-Unterweisungen über 8.200 Kinder erreicht werden. Ziel des Projektes ist es weiterhin neben der Vermittlung von kindgerechtem Erste-Hilfe-Wissen und der damit verbundenen Sicherheit bei den SchülerInnen im Notfall zu helfen zur Verbesserung des sozialen Klimas in der Schule beizutragen. Im Projekt „Schulsanitätsdienst“ (SSD) gibt es mit steigender Tendenz über 30 Gruppen, die eine Erste-Hilfe-AG in Kooperation mit dem Berliner JRK durchführen. Hier steigert die Ausbildung in Erster Hilfe das Selbstbewusstsein der Schüler und nimmt die Angst vor Notfällen. Die Mitgliedschaft in der Schulsanigruppe fördert das Verantwortungsbewusstsein der Schüler untereinander. Das Gefühl „Helfen zu können“ stärkt das Wertegefühl der Jugendlichen. „Hinschauen statt Wegsehen“ wird gefördert.

Ein anderer Bereich spiegelt sich in der erfolgreichen Durchführung von drei Krankenhausübungen wider, die auf Initiative der Senats­ erwaltung für Gesundheit geplant v wurden. Den ehrenamtlich engagierten Helferinnen und Helfern liegen diese Übungen mit ihren Möglichkeiten einer sinnvollen Tätigkeit am Herzen, was sich durch die wiederkehrende Teilnahme vieler Helfer und Helferinnen zeigt.

Um die Arbeit in den JRK-Kreisverbänden auch von Landesebene aus direkter zu unter­ stützen, haben wir für 2011 das Projekt KVUnterstützung initiiert. Die pädagogische Mitarbeiterin – finanziert über Glücksspirale, Lottomittel – hat die Aufgabe die direkte Arbeit

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Die 2010 begonnene Kooperation mit der Alfred-Nobel-Oberschule in Berlin-Neukölln konnte – nicht zuletzt durch die finanzielle Unterstützung der Glücksspirale (Lottomittel) – ausgeweitet werden. Die Durchführung der Streitschlichter-AG hat gezeigt, dass der Bereich der sozialen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler ein weites Lernfeld aufzeigt. So führen wir seit dem Schuljahr 2011/2012 für alle 7. Klassen ein einjähriges soziales Kompetenztraining durch – erst in der 8. Klasse beginnt dann darauf aufbauend die Arbeit in den AGs. Nun schon etabliert ist das Projekt „Moby Dick“, ein Gesundheitsprogramm für übergewichtige Kinder und Jugendliche, welches vom Berliner JRK durchgeführt wird. Innerhalb von 12 Monaten erlernen übergewichtige Kinder und Jugendliche andere Ernährungsund Verhaltensmuster und üben sich in Bewegung. Hier gibt es eine positive Resonanz der TeilnehmerInnen, so dass weiterhin zwei Gruppen intensiv am Arbeiten sind. Wichtige Informationen über die einzelnen Aspekte der JRK-Arbeit sind auch im Internet zu finden: www.drk-berlin.de/jugendrotkreuz www.jrk-berlin.de.

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Schwerpunkte in den Mitgliedverbänden

So ist dieses Projekt eine Weiterführung der „Ersten-Hilfe-Unterweisung an Grundschulen“ und fördert die Bereitschaft der Jugendlichen zu bürgerschaftlichem Engagement.

Schwerpunkte in den Mitgliedverbänden

Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Diözesanverband Berlin

- Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) - Jugendverbände der Gemeinschaft Christlichen Lebens (J-GCL) - Katholische junge Gemeinde (KjG) - Katholische Studierende Jugend (KSJ) - Kolpingjugend - Katholische Landjugendbewegung (KLJB) - Malteser Jugend - DJK Sportjugend als assoziiertes Mitglied. - Sowie 15 regionale Dekanatsverbände,

Basics
Der BDKJ ist der Dachverband der katholischen Jugendverbände. Die Mitgliedsverbände im BDKJ sind eigenständige Verbände mit eigenen Zielsetzungen und Strukturen. Gemeinsam stehen sie ein für •	 Freiwilligkeit •	 Christliche Ziel- und Werteorientierung •	 Selbstbestimmung innerhalb demokratischer Strukturen •	 Selbstorganisation •	 Qualifizierte Ehrenamtlichkeit und •	 Interessenvertretung von Kindern und Jugendlichen Der Diözesanverband Berlin erstreckt sich über Berlin, fast ganz Brandenburg und Vorpommern. Im Land Berlin vertritt der BDKJ die Interessen von 67.435 Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis 26 Jahren. Mitglieder im BDKJ Berlin sind:

neun davon in Berlin.

Drei Beispiele aus dem Jahr 2011
Die Jugendverbände im BDKJ bilden das weite Spektrum verbandlicher Jugendarbeit mit Fahrten, Gruppenstunden, JuleiCa-Schu­ lungen, Seminaren, Wochenenden, Internationalen Begegnungen usw. ab, jeweils im Spektrum einer christlichen Jugendspirituali­ tät. Im Jahresbericht des Landesjugendring Berlin stellen wir exemplarisch drei Aktionen des BDKJ als Dachverband vor.

Katholische Jugendverbände & U18
Lange geplant und vorbereitet haben zu den Berliner Abgeordnetenhauswahlen auch erst­ mals die katholischen Jugendverbände im BDKJ an U18 teilgenommen. Startpunkt war bereits im November 2010 eine feierliche Selbstverpflichtung auf der BDKJ Diözesanversammlung, weiter ging es im Mai mit einem Methodenworkshop. 25 Jugendliche aus den katholischen Verbänden konnten sich davon überzeugen, dass und wie man Kinder und Jugendliche mit Spaß an politische Fragen heranführen kann. Vor, in und nach den Sommerferien starteten die Aktionen in Gruppen­ stunden, auf Sommerlagern, an Jugend­ abenden und in den Schulen. In 11 von 12 Bezirken waren die katholischen Jugendverbände aktiv, in ihren Wahllokalen gingen ins­ esamt 1.475 Kinder und Jugendliche zur g

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Darüber hinaus gingen die Jugendverbände im BDKJ mit eigenen Wahlforderungen an den Start, die der ehrenamt­iche BDKJ Diözesan­ l vorstand in Gesprächen mit der jetzigen Jugend­ enatorin Sandra Scheeres und den s jugendpolitischen Sprecherinnen von CDU, Grüne und FDP diskutierte.

„Klopft an Türen, pocht auf Rechte!“
Die Sternsinger-Aktion der katholischen Kinder- und Jugendarbeit, organisiert vom BDKJ und dem Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ ist die weltweit größte Solidaritäts­ aktion, bei der sich Kinder für Kinder in Not engagieren. Jährlich können mit den Mitteln aus der Aktion rund 3.000 Projekte für Not leidende Kinder in Afrika, Latein­ merika, Asien, a Ozeanien und Osteuropa unterstützt werden. Letzten Winter waren die kleinen Königinnen und Könige unter dem Motto „Klopft an Türen, pocht auf Rechte!“ überall in Deutschland unterwegs. Im Mittelpunkt standen diesmal die von der UN be­ chlossenen Kinderrechte. s Die Aktion ist ein prima Beispiel und eine tolle Gelegenheit für entwicklungspolitisches Enga­ ement von Kindern und Jugendlig chen, Verantwortung für Gleichaltrige in den ärmeren Ländern der Welt zu übernehmen. In Berlin gingen wieder ca. 2.500 Kinder und Jugendliche rund um den 6. Januar von Tür zu Tür, auf die Straßen und in die Rathäuser. Abgeordnetenhauspräsident Wieland und Staatssekretär Böhning im Roten Rathaus empfingen wieder eine Gruppe von Sternsingerinnen und Sternsingern.

Dialogprozess und Papstbesuch
Die Deutschen Bischöfe haben im vergangenen Frühjahr deutschlandweit einen Dialogprozess ins Leben gerufen, um als Katholische Kirche in Deutschland einen neuen Aufbruch zu wagen. Aus Sicht des BDKJ wird es höchste Zeit für so einen Dialogprozess, entsprechend gestalteten wir erste Impulse für Jugend­iche und generations­ bergreifende l ü Ver­ nstaltungen. Im BDKJ Beschluss „Freia heit der Kinder Gottes“ wurden die notwendigsten Veränderungswünsche der katholischen Jugendverbände zusammengefasst, die auch immer wieder im Rahmen des Papstbesuches zur Sprache kamen. Der Papst­ esuch selb ber stieß bei den Jugendlichen im BDKJ auf sehr unterschiedliche Resonanz. Für manche war es das absolute Highlight, viele fanden es okay, die meisten sahen es pragmatisch: Sie sind in der Kirche aktiv und leben gleich­ zeitig in Diskrepanz zur Lehrmeinung und zum Papst. Der Gottesdienst im Olympiastadion war einer­ eits ein großes Glaubensfest, s anderer­ eits blieben nach dem Besuch des s

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Schwerpunkte in den Mitgliedverbänden

Wahl. Für die katholischen Jugendverbände war die Beteiligung an den U18-Wahlen ein großer Erfolg, 2013 zur Bundestagswahl werden sicherlich wieder viele Gruppen mit dabei sein.

Papstes viele Fragen offen und der Wunsch nach Veränderungen erhalten. Innerkirchlich setzt sich der BDKJ insbesondere für die Gleichberech­igung von Männern und Frauen t – auch in der Frage der Weiheämter – , eine größere Mitsprache von Laien und eine stärkere ökume­ ische Annäherung ein. n

Schwerpunkte in den Mitgliedverbänden

Bund Deutscher PfadfinderInnen

•	 Haus der Jugend „Bunte Kuh“, Weißensee •	 Integrationsprojekt, Kreuzberg •	 Jugendbildungsstätte Kaubstraße, Wilmersdorf •	 Jugendzentrum Luke, Reinickendorf •	 Mädchenladen, Spandau

Selbstdarstellung
Der Bund Deutscher PfadfinderInnen, 1948 gegründet, bundesweit tätig und anerkannt als freier Träger der Jugendarbeit, ist ein Verband, der interessierten Kindern und Jugend­ichen den Raum mit entsprechenden l Rahmen­ edingungen öffnet, ihre Ideen und b Wünsche in größtmöglicher Eigenständigkeit und Eigenverantwortung umzusetzen. Der BDP arbeitet basisdemokratisch, konsumund gesellschaftskritisch, natur- und erlebnis­ orientiert, antirassistisch und geschlechterbewusst. Der BDP Berlin ist in der Jugend(-sozial)arbeit aktiv, führt Ferienlager durch und organisiert politische Aktionen.

Geschäftsstelle des Landesverband Berlin
Neben der Arbeit in den Einrichtungen des BDP engagieren sich Jugendliche und junge Erwachsene ehrenamtlich auf Landesebene, organisieren Ferienfreizeiten für Kinder und Jugendliche und mischen sich gesellschafts­ politisch ein.

Unsere Arbeit in 2011 Kinderschutzfachtag
Im Oktober 2011 veranstaltete der BDP Berlin für seine Mitarbeiter_innen einen Kinderschutzfachtag. Anlass dafür war unter anderem das neue Bundeskinderschutzgesetz, welches auch Träger der Jugendhilfe dazu auffordert ihren Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung entsprechend wahrzunehmen. Dazu gehören das Benennen einer zuständigen Kinderschutzfachkraft sowie die Schulung der Mitarbeiter_innen zum Vorgehen bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung. Der BDP Berlin entschied sich zur Ausbildung einer eigenen Kinderschutzfachkraft. Als Einstieg in das umfangreiche Thema Kinderschutz fand dann der Kinderschutztag statt. Ziele dieses Tages waren die Bekanntmachung unserer Kinderschutzfachkraft und ihrer Aufgaben, die Erarbeitung eines gemeinsamen Verständnisses von Kindeswohl und Kindeswohlgefährdung sowie einer Vorgehensweise bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung. Außerdem sollten Ressourcen kommuniziert und ein weiterer Fortbildungsbedarf ermittelt werden.

Einrichtungen des BDP Berlin
•	 Abenteuerspielplatz Märkisches Viertel, Reinickendorf •	 Alte Feuerwache / KiJuKuz, Kreuzberg •	 Betreutes Jugendwohnen, Lübars •	 Chance, Kreuzberg •	 Freizeitstätte Koeltze, Spandau •	 Gästeetage, Wedding

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Zündfunken ist ein Projekt des BDP Berlin in Kooperation mit dem Kinder- und Jugendbüro Steglitz-Zehlendorf. Die Zündfunken sind zwei junge enga­ gierte Menschen, die (neben ihrem Studium) Schüler_innen an Ober­ chulen in Steglitzs Zehlendorf dabei unterstützen sich in ihrer Schule zu organisieren (Schülervertretung), sich Gehör zu verschaffen und eigene Projekte zu starten. Neben der Schülervertretungsarbeit bildeten sich zwei inhaltlich arbeitende Gruppen: die Antidiskriminierungsgruppe und die ‘Politik als Schulfach’-Gruppe. Ein sehr eindrucksvolles Ergebnis der Anti­ diskriminierungsgruppe war eine selbst erstellte Informationsbroschüre zu verschiedenen Formen von Diskriminierung sowie ein ganztägiges Antidiskriminierungsforum Ende Juni in der Schwartzschen Villa mit rund 60 Teilnehmer_innen. Die Workshops wurden von Jugendverbänden angeboten, die sich in ihrer Arbeit mit dem Thema auseinandersetzen. Das Integrationsprojekt vom BDP war mit einem Rolli-Parcours vor Ort dabei; ein Refe­ rent der JBS Kaubstrasse gestaltete einen Workshop zu Antiziganismus.

Abschließend sprachen wir noch über die Vernetzung der einzelnen Einrichtungen in ihrem Umfeld, um im Kinderschutzfall besser reagieren zu können (Ansprechpartner im zuständigen Jugendamt, in der zuständigen Polizeiwache, einer Familienberatungsstelle in der Nähe etc.) Wir planen die Aktivitäten zum Thema Kinderschutz im BDP Berlin fortzuführen.

Fahrradfreizeiten
Der BDP Berlin hatte dieses Jahr zwei Fahrradtouren in seinem Freizeitenangebot. Im Sommer ging es für drei Wochen durch Frankreich zur Atlantikküste und im Herbst Richtung Elbsandsteingebirge. Dieser Schwer­ unkt p wird auch in 2012 weiterverfolgt und die Fahrradtour in den Sommerferien durch Frankreich ist bereits ausgeschrieben.

I WILL NOW Europäischer Jugendaustausch
Volunteering & Citizenship Der BDP Berlin beteiligte sich dieses Jahr an einem europäischen Jugendaustausch in Italien. Das von Youth in Action geförderte Projekt I Will NOW hatte Volunteering & Citizenship als Thema. In Salerno/Süditalien trafen sich 8 Tage lang (27.8.-4.9.2011) junge Erwachsene aus Italien, Österreich, Portugal und Deutschland und tauschten sich über freiwilliges / ehrenamtliches Engagement in ihren Herkunftsländern aus.

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Schwerpunkte in den Mitgliedverbänden

Die Diskussion darum was Kindeswohl und Kindeswohlgefährdung ist bzw. was wir darunter verstehen war sehr bereichernd, weil es tatsächlich unterschiedliche Herangehensund Sichtweisen gab. Besonders beschäftigen uns Fragen wie: Wo fängt Kindeswohlgefährdung bzw. Vernachlässigung des Kindeswohls an (z.B. witterungsgemäße Kleidung)? Wie verändert sich mit zunehmendem Alter des Kindes die Verantwortung / der Einfluss der Eltern? Was brauchen eigentlich Eltern um das Wohl ihrer Kinder zu gewährleisten?

Zündfunken

Schwerpunkte in den Mitgliedverbänden

Jedes Land hatte die Möglichkeit sich mit einem nationalen Abend und einem Workshop einzubringen. Wir verständigten uns auf Englisch, lernten aber auch lustige Sprichwörter, Lieder und andere nützliche Dinge auf Italienisch, Portugiesisch und, ja, auch Österreichisch. Ein ähnlicher Austausch über Youth in Action fand schon letztes Jahr in Portugal statt und am Ende der Reise verabredeten wir auch für nächstes Jahr ein Folgeprojekt, diesmal in Salzburg oder Berlin.

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Mitmachen! Die Erde retten!
Die BUNDjugend Berlin ist der Berliner Jugendverband des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz) Deutschland. In der Landesgeschäftsstelle der BUNDjugend Berlin arbeiten zur Zeit regelmäßig sechs Leute. Neben diesen fest angestellten Personen gehören zur BUNDjugend Berlin auch eine Menge Freiwilliger und ehrenamtlicher Mitarbeiter_innen – und jede_r, die/der Interesse daran hat, sich für eine Zukunft, in der ein nachhaltiges und klimagerechtes Verhalten alltäglich ist, stark zu machen, kann bei uns aktiv werden. Einer unserer Schwerpunkte liegt dabei auf Projekten der außerschulischen Umwelt­ bildung. Unsere Geschäfts­ telle bietet Raum, s um Demonstrationen und das dazugehörige Aktionsmaterial vorzubereiten, Leute zu treffen und zu diskutieren.

WELTbewusst – Die konsum- und globalisierungskritische Stadtführung
Durch unsere konsum- und globalisierungs­ kritischen Stadtführungen wollen wir anderen Menschen einen kritischen Blick auf alltäg­ liche Handlungsweisen offen legen, sie zum Nachdenken über das eigene Konsumverhalten anregen und ihnen Alternativen zum nachhaltigeren Handeln aufzeigen. Denn viele Produkte, die wir konsumieren, werden in einem globalen Zusammenhang hergestellt. Dabei ist es oft schwer, die Übersicht darüber zu behalten, was wo und unter welchen Bedingungen produziert wird. Von Bananen über das Handy und die Textilproduktion bis hin zu internationalen Finanz­ märkten: all dies kann zum Nachdenken über globale Prozesse anregen.

BildungsAgenten
In diesem Projekt tragen wir umweltrelevante Themen in Form von Projekttagen an Schulen. Im Jahr 2011 wurden von unseren Teamer_ innen verschiedenene Veranstal­ungen mit t Erfolg durchgeführt. Um bei unserer Bildungs­ arbeit gewisse Qualitätsstandards zu sichern, machen wir die Teamer_innen im Vorhinein im Rahmen einer JuLeiCa-Schulung fit für ihre Aufgabe.

erneuerBAR*
Die erneuerBAR* bietet ein Plattform für Podiumsdiskussionen mit Politiker_innen, NGO-Vertreter_innen und Expert_innen in (umwelt)politischen Bereichen. Die erneuerBAR* findet jeden 3. Dienstag im Monat statt. Besonders spannend waren letztes Jahr folgende Veranstaltungen: Die erneuerBAR* im September zu den Themen Wohnungspolitik, steigende Mieten und Gentrifizierung in Berlin, bei der wir Politiker_innen der Linken, Grünen, FDP, CDU und SPD eingeladen hatten, um gemeinsam ihre Sicht der Dinge zu diskutieren. Im Dezember hatten wir zwei junge Frauen von Gender CC und Genanet (NGO

ProjektZ
Auch beim ProjektZ kooperieren wir mit Schulen. Hier geht es darum, dass unsere

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Schwerpunkte in den Mitgliedverbänden

BUNDjugend Berlin

Teamer_innen über längere Zeiträume hinweg Umwelt-AGs leiten und dabei häufig mit den Schüler_innen selbst ein AG-Projekt, beispielsweise die Gründung einer umweltfreundlichen Schülerfirma, entwickeln. Im Jahr 2011 liefen mehrere Kooperationen mit Schulen, die alle auch in diesem Jahr fortgesetzt werden. Auch zu diesem Projekt haben wir 2011 eine JuLeiCa-Schulung durchgeführt.

Schwerpunkte in den Mitgliedverbänden

für Umwelt-Nachhaltigkeit-Gender) zu Gast, die bei den Klimaverhandlungen in Durban anwesend waren und zusammen mit der südafri­ anischen Frauen-Graswurzelbewek gung vor Ort gegen die schleppenden Klimaverhandlungen protestiert haben.

HotSpots
Hot Spots ist ein umweltpolitisches GeoCaching Projekt. Hierbei werden vorwiegend Schüler_innen aber auch jungen Erwachsenen kritische Themen näher gebracht, zum Beispiel die Verlängerung der Berliner Stadt­ autobahn A 100 und deren ökologische und soziale Folgen. Unter Geo-Cashen wird eine Art Schnitzeljagd mit GPS-Geräten verstanden. Die Teilnehmer_innen geben Koordinaten in das GPS-Gerät ein und gelangen anhand dessen zu den „Caches“. Dort sind Hintergrundinformationen, Rätsel und Hinweise versteckt, um zum nächsten „Cache“ zu gelangen.

anderen öffentlichen Aktionen teil. Dadurch sollen zum einen mehr junge Menschen motiviert werden, bei uns mitzumachen, und zum anderen wollen wir damit unsere Themen in die Öffentlichkeit tragen. Dadurch hat sich ein fester Kern von Aktiven gebildet, der uns bei unserer Arbeit auf der Straße unterstützt und selbst auch Straßentheater, Demonstrationen und Flashmobs plant und durchführt.

Carrotmob
Möhrenmuffins fürs Klima! Am 15. Juli fand der 4. Carrotmob der BUNDjugend Berlin im veganen Cafe Majas Deli statt. Mit Möhrensuppe, Möhrenmuffins und vielen anderen veganen, regionalen und öko­ogischen Köstlichkeiten luden wir zum l Bäuche voll schlagen und Klima schützen ein. 75% des Tagesumsatzes hatten die Betreiber geboten und es hat sich gelohnt: rund 500 Euro Investitionssumme und die Verdopplung der Tageskundschaft standen am Ende des Tages als ansehnliches Resultat. Majas Deli setzte das Geld für passende Induktionsplatten für den Herd ein, suchte und fand eine Alternative für den alten Kühl­ schrank und investierte das Geld in andere klimafreundliche Maßnahmen.

Highlights im letzten Jahr waren beispielsweise die Teilnahme an der Castor-Großdemonstration im Wendland, ein Straßentheater im Rahmen einer Demo gegen die CCS-Techno­ logie und eine selbständig organisierte Fahrraddemo zum Thema Klimagerechtigkeit.

Aktionsteam
Seit letztem Jahr nehmen wir mit unseren Mitgliedern verstärkt an Demonstrationen und

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Natur erleben – lernen – Welt verändern
Leitgedanke unserer Kinder- und Jugendarbeit ist die Unterstützung, Förderung und Initiierung selbstbestimmter und selbstorganisierter Prozesse sowie des kontinuierlichen ehrenamtlichen Engagements. Zu unseren Zielen gehört es deshalb, Kindern und Jugend­ichen Freiräume zur Verfügung zu l stellen, in denen sie eigene Interessen entwickeln und umsetzen, und dabei kritisches, verantwortungsvolles und soziales Denken und Handeln zu fördern. Unsere ehrenamtliche Kinder- und Jugendarbeit ist regional in Bezirksgruppen organisiert, die für sich eigenständig sind. Unser Angebotsspektrum reicht von Kinder- und Jugendgruppenarbeit in Kleingartenanlagen über Mutter-Kind-Turngruppen, Geocaching, Judo­ gruppen bis zu einer Jugendangelgruppe.

Ohne die hilfreiche Unterstützung so vieler engagierter und ehrenamtlicher Kräfte wären diese Aktivitäten sicher nicht so erfolgreich durchzuführen gewesen.

Mitbestimmung
Innerhalb der regelmäßig tagenden, offenen Gruppen haben Kinder und Jugendliche die Möglichkeit, direkt Einfluss auf die Angebote und die Weiterentwicklung der Angebote zu nehmen und selbst zu entscheiden, was die Schreberjugend in Zukunft zu bieten hat: z.B. in den Bereichen Jugendarbeit, Öffentlichkeits­ rbeit, Internationales oder Ver­ a anstaltungen.

Reisen
Auch bei unseren Reisen war wieder für Jede/n etwas dabei. In den Osterferien stand unsere traditionelle Fahrt nach Kronach im Frankenwald an, wo die Kinder und Jugend­ichen in l einer alten Burg untergebracht waren. Vor Ort bot unser erfahrenes BetreuerInnenteam ein abwechslungsreiches und interessantes Programm für alle Teilnehmenden an. Im Sommer konnten viele Berliner Kinder und Jugendliche einen Teil ihrer Ferien in einem unserer Sommercamps im Süden Deutschlands verbringen. Dieses Angebot wurde von zahlreichen Mädchen und Jungen genutzt. Sie genossen es, sich in der freien Natur bei einem abwechslungsreichen Programm zu

Aktivitäten
Im Jahr 2011 präsentierte sich die Schreber­ jugend Berlin im Januar mit einem Stand auf der Internationalen Grünen Woche. So hatten Kinder, Jugendliche und interessierte GartenfreundInnen die Möglichkeit, Buttons zu

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Schwerpunkte in den Mitgliedverbänden

Deutsche Schreberjugend Berlin

basteln und Informationen über die Schreberjugend mitzunehmen. Außerdem wurden ihnen neue Ideen für die Bereiche Naturpädagogik und die Arbeit im Kleingartenwesen präsentiert. Zusätzlich nahm die Schreberjugend an der Reisebörse des Bezirksamtes Steglitz-Zehlendorf teil. Es gab diverse Aktivi­ täten durch die Bezirksgruppen und Einrichtungen. Bei vielen bezirklich organisierten Kinderfesten sowie einem großen Fest im Quartier Mosse waren viele Freiwillige engagiert. Ein besonderer Schwerpunkt wurde hier auf die in diesem Jahr übernommenen Objekte in der Kolonie Goldregen (BV Süden) und in der Kolonie Steinberg (BV Reinicken­ dorf) gelegt.

Schwerpunkte in den Mitgliedverbänden

erholen und auszutoben. Von Lagerfeuer über Kreativangebote bis hin zum Nachtspiel war für jeden etwas dabei. Im Herbst entspannten sich dann noch vowiegend Mädchen aktiv bei den Ferien auf dem Reiterhof.

Grüne Woche, Ehrenamtsförderung, Internationale Jugendarbeit, Gedenkstättenpädagogik sowie die Steuerungsgruppe Jugend­ arbeit. Letztere befasst sich mit der Gesamt­ planung, Entwicklung und Umsetzung der ehrenamtlichen Kinder und Jugendarbeit. Die Arbeitsgruppen haben eine zentrale Bedeutung für die Jugendarbeit des Verbandes, da eine Vielzahl von Aktivitäten in diesen Arbeits­ zusammenhängen entwickelt, vorbereitet und gesteuert werden. Somit wirken sie als „Think Tanks“ für den Verband. Weiterhin wurden im Jahr 2011 zwei Ideenfestivals durchgeführt.

Internationale Jugendarbeit
Ein weiterer wichtiger Bereich unserer Bildungs­ rbeit sind seit vielen Jahren Intera nationale Begegnungen im In- und Ausland. Berliner Gruppen besuchten Jugendliche unserer griechischen und nordirischen Partnerorganisationen. Zusätzlich erlebten Gruppen unserer finnischen und nordirischen Partner interessante und erlebnisreiche Berlinprogramme, bei dem interkultureller Austausch zwischen den Jugendlichen im Vordergrund standen, aber auch Kultur, Stadterkundung und die Geschichte der Stadt nicht zu kurz kamen.

Einrichtungen/Kooperationen
Seit vielen Jahren ist die Deutsche Schreberjugend Landesverband Berlin e. V. Träger von Einrichtungen der offenen Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit sowie Schulkooperationen: •	 „Grenzräume in SO 36“ (FriedrichshainKreuzberg): Schwerpunkt sozialintegra­ tive Gruppenarbeit mit Jugendlichen ins­ be­ ondere arabischer Herkunft in enger s Zusammen­ rbeit mit einer Schule im Kiez a •	 Sonnenhaus (Steglitz-Zehlendorf): Naturpädagogische Kinder- und Jugendarbeit •	 Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung „InSideOut“ im Quartier Mosse mit Abenteuerspielplatz (Charlottenburg-Wilmersdorf): offene Kinder- und Jugendarbeit •	 Familiencafé „Emilie und Rudolf“ (Charlottenburg-Wilmersdorf): Familien-, Eltern- und Mütterarbeit •	 Gustav-Meyer-Förderschule (Fried­ richs­ ain-Kreuzberg): Schulgarten­ h arbeit und naturpädagogische Arbeit •	 „Schule im Wald“ (Kooperationsprojekt mit Grundschulen und Kitas aus Neukölln): Natur- und Waldpädagogische Arbeit mit Kindern im Berliner Forst •	 Berufsfachschule Pankow – Fachbereich Sozialassistenz: Projektunterricht

Fortbildungsangebote
Im Bereich der außerschulischen Bildung wurden im letzten Jahr über 20 Seminare durchgeführt. Mit über hundert Teilnehmenden und kompetenten ReferentInnen konnten vielfältige Fortbildungsangebote realisiert werden. Die Inhalte reichten von der JuleiCaAusbildung, über Fortbildungen in den Bereichen Naturpädagogik, Waldpädagogik, Recht, Ehrenamtsförderung, Projektmanagement bis hin zu kreativen Seminaren.

Arbeitsgruppen
Weiterhin trafen sich Arbeitsgruppen zu den Themen Öffentlichkeitsarbeit, Internationale

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„Wir @ ejbo“ war unser Jahresthema für 2011. Gemeinschaft, zusammengehören, dabei sein, die Dinge in die eigenen Hände nehmen und gestalten: Das waren die zentralen Botschaften, mit denen der Beirat Öffentlichkeits­ arbeit sich an die gerade konfirmierten Jugendlichen wandte, um sie für die Evangelische Jugend zu gewinnen. Herausgekommen ist eine Handy-Socken-Kampagne, die großen Anklang gefunden hat. Ähnliches werden wir mit Sicherheit wiederholen. Ganz im Zeichen des Jahresthemas stand auch die Landesjugendversammlung vom 8.-10. April in Potsdam. Die Landesjugend­ versammlung besteht aus gewählten VertreterInnen der Kreisjugendkonvente sowie der Verbände und Konferenzen und ist die (zwischen­ eitlich auch offizielle) Landesz jugend­ ertretung der Evangelischen Jugend. v „Du bist mehr als deine Note“ – mit einem Radio-Balett in der Potsdamer Fußgängerzone haben wir uns kritisch, unterhaltsam und kreativ der Bildungssituation in Schule, Ausbildung und Studium (in den Weg) gestellt.

Unter dem Motto „Das kannste glauben“ hat vom 17.-19. Juni auf dem Bundeszeltlagerplatz des VCP (Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder) das LandesJugendCamp 2011 stattgefunden.

Der Rock-Gottesdienst zur Eröffnung kam von der Evangelischen Jugend im Kirchenkreis Zossen-Fläming. Bibelarbeiten, Diskussions­ runden, Sport, Musik und Theater – das bunte Camp-Programm in Café-Zelten, Jurten oder einfach auf der Wiese wurde von unterschiedlichen Gruppen der Evangelischen Ju-

„Bunt wie Gottes Schöpfung“: Die zweite Landesjugendversammlung des Jahres (4.-6. November im Helmut-Gollwitzer-Haus, Wünsdorf / Zossen) beriet über das Thema Homosexualität – Jugend – Kirche. Die Ent­ scheidung der EKD, gleichgeschlechtliche Partnerschaften zukünftig auch im Pfarr­

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Schwerpunkte in den Mitgliedverbänden

Evangelische Jugend Berlin - Brandenburg - schlesische Oberlausitz (EJBO)

haus zuzulassen, hat auch in unserer Landeskirche für Diskussionen gesorgt, in die wir uns einmischen wollen. Beschlossen hat die Landes­ugendversammlung eine breit j angelegte Kampagne in die Jungen Gemeinden und Kirchenkreise hinein („Bunt wie Gottes Schöpfung: Liebe hat viele Farben“). Damit wendet die EJBO sich gegen jede Diskriminierung von Menschen aufgrund ihre geschlecht­ichen Identität und sexuellen Oril entierung in Kirche und Schule. Jede Form von liebevoller Partnerschaft zwischen Menschen soll in der Gemeinde respektiert und akzeptiert werden und von Jugendlichen wie Erwachsenen gelebt werden können. Die von der Landesjugend­ ersammlung gewünschten v Materialien und Aktionsideen werden derzeit von einer Arbeits­ ruppe zusammengestellt. g

Schwerpunkte in den Mitgliedverbänden

gend aus allen Teilen der Landeskirche auf die Beine gestellt. Rund 800 Jugendliche haben an diesem Wochenende die große Gemeinschaft ihres Jugendverbandes und die Vielfalt unserer Arbeit hautnah erleben können. Geregnet hat es erst nach dem Abschluss-Gottesdienst am Sonntagmittag.

Für berufliche MitarbeiterInnen der Evangelischen Jugend fand vom 10.-14. Oktober eine Studienreise nach Polen statt. Unter dem Titel „Begegnungen mit der polnischen Zivilgesellschaft“ haben wir in der Region rund um Wroclaw (Breslau) neue Möglichkeiten für deutsch-polnische Begegnungsarbeit erkundet. Gestoßen sind wir auf ein neu erwachtes Interesse an der Region Niederschlesien und ihrer Geschichte in den Jahren 1939-1961. Eine Erfahrung von Krieg und Besatzung, Vertreibungen und erzwungener Wanderung vieler Menschen, das Entstehen einer neuen Bevölkerung mit einer neuen Identität – all dies wird auf vielfältige Weise im europäischen Kontext neu in den Blick genommen und öffentlich thematisiert. Wir sind einigen sehr interessanten NGOs begegnet, die sich für diese Aufarbeitung von Regionalgeschichte engagieren, und haben Schulen oder kirchliche Bildungseinrichtungen vorgefunden, die gute Partner für Jugendbegegnung und gemeinsame Jugendbildungsarbeit sein können.

Die Evangelische Jugend Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EJBO) ist der selbstbestimmte, evangelische Jugendverband in der Evangelischen Kirche in Berlin, Brandenburg und der schlesischen Oberlausitz (EKBO). Er hat auf Gemeinde-, Kreisund Landesebene demokratische Strukturen, in denen Jugendliche selbst darüber entscheiden, was in der EJBO passieren soll und was nicht. Wir stellen uns der Vergangen­ heit und übernehmen Verantwortung für die Zukunft. Wir finden uns nicht ab mit der Ohnmacht der kleinen Leute, mit der Inkonse­ quenz der Vielen und mit der Macht der Wenigen; wir ergreifen Partei für die Armen und Schwachen, für die Benachteiligten und Unterdrückten. Wir setzen Gemeinschaft, Respekt für das Gegenüber und soziales Engagement gegen Leistungs- und Konkurrenz­ denken. Wir setzen ökologisches Bewusstsein gegen blindes Wachstumsdenken. Wir verlangen einen verantwortlichen Umgang mit unserer Umwelt und mit den Ressourcen unserer Erde. Wir suchen nach Wegen, mit den Grenzen unseres Lebens umzugehen: sie anzunehmen oder zu überwinden. Dabei verleihen wir unserer vielfältigen Spiritualität Ausdruck und geben ihr einen Platz in unserem Leben.

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Der Jugendbund djo - Deutscher Regenbogen, Landesverband Berlin e.V. ist ein Jugendverband, der sich für die Rechte und Interessen von Kindern und Jugendlichen insbesondere mit Migrationshintergrund einsetzt. Wir arbeiten überparteilich und überkonfessionell, engagieren uns gegen Flucht und Vertreibung und treten für Verständigung und Versöhnung in einem geeinten, demokratischen Europa ein, in dem der trennende Charakter von Grenzen überwunden ist. Wir vermitteln Werte, die das friedliche Zusammenleben verschiedener sozialer und ethnischer Gruppen hier und in ganz Europa fördern. Unsere Angebote sind offen für alle Kinder und Jugendlichen, die ihren Lebensmittelpunkt in Deutschland haben - egal welcher Herkunft. Wir regen individuelles soziales Engagement, toleranten, achtungsvollen Umgang und die Stärkung von Selbsthilfepotentialen an. Unsere Arbeit orientiert sich immer am gesamten sozialen Raum, in dem Kinder und Jugendliche mit ihren Familien leben. Wir sind ein gemeinnütziger, anerkannter Träger der freien Jugendhilfe und Mitglied der djo - Deutsche Jugend in Europa, Bundesverband e.V.

•	 Amaro Foro e.V. •	 Assyrischer Jugendverband Mitteleuropa e.V., Gruppe Berlin •	 Interkulturelles Zentrum „Schalasch“ im Club Dialog e.V. •	 Jugendbegegnungsstätte „Plexus“ in Publicata e.V. •	 Jugendgruppe „Dankezu“ •	 juk - Jugend- und Kulturgemeinschaft Berlin e.V. •	 KOMCIWAN - Kurdischer Kinderund Jugendverein - Berlin e.V. •	 Prinzengarde Berlin e.V. •	 Verband der russischsprachigen Jugend in Deutschland – JunOst e.V. mit den Jugendklubs „Nota Bene“ und „Walenki“

Arbeitsschwerpunkte im Jahr 2011
Im Jahr 2011 gab es in der Jugendverbandsarbeit des djo-Regebogen strukturelle Veränderungen. Um eine intensivere Betreuung der Gruppen zu gewährleisten und zukünftig noch mehr Angebote für unsere Mitgliedsgruppen fachlich zu begleiten, wurde der Jugendverbandsbereich personell verstärkt. Zudem verlegte der djo-Regenbogen den Arbeitsplatz des jetzigen Bildungsreferenten-Teams in die Räume des KiBiZ, des vereinseigenen Kinder-Integrations- und Bildungszentrum in Berlin-Weißensee. Hier steht nun mehr Platz für Gruppen- und Projektarbeit zur Verfügung.

Kurse der außerschulischen Bildung
Auch im Jahr 2011 führten wir eine Vielzahl von Seminaren der außerschulischen Bildung durch. Schwerpunkte unserer Bildungsarbeit sind dabei Kurse mit geschichtlichem und europäischem Bezug oder kulturelle Seminare in den Bereichen Tanz und Theater. Außerdem organisierte der djo-Regenbogen eine Fortbildung zu Öffentlichkeitsarbeit

Gliederungen
Wir verstehen uns als Dachverband für Berliner Jugendgruppen in denen sich Jugend­ liche mit und ohne Migrationshintergrund organisieren. Zu unseren Mitgliedern zählen unter anderem Kinder und Jugendliche mit assyrischen, deutschen, kurdischen, romanesken, russischen und türkischen Wurzeln.

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Schwerpunkte in den Mitgliedverbänden

Jugendbund djo Deutscher Regenbogen, Landesverband Berlin e.V.

Die folgenden selbständigen und nichtselbständigen Gruppen gehören zum djo-Regenbogen:

Schwerpunkte in den Mitgliedverbänden

für unsere jungen Migrantengruppen. Hier konnten deren Vertreter die eigene Öffentlichkeitsarbeit von einem Fachreferenten beurteilen lassen und gemeinsam über Verbesserungsvorschläge diskutieren. Ein Ergebnis der Fortbildung war das inhaltliche und grafische Grundgerüst für Flyer die zukünftig als Informations- und Werbeträger von den Gruppen genutzt werden können. Die inzwischen etablierten Aus- und Weiterbildungsangebote unserer Mitgliedsgruppe juk e.V. für Frauen und Mädchen türkischer Herkunft wurden ebenso fortgesetzt wie die Semi­ nare zur Gewalt- und Konfliktbewältigung.

die Festigung der internationalen Kontakte von Amaro Foro im europäischen Netzwerk der Roma.

Ferienfreizeiten
An den zwei Ferienfreizeiten des djo-Regenbogen im vergangenen Jahr nahmen 70 Berliner Kinder und Jugendliche teil. Reiseziele waren Villach in Österreich und unser Jugenddorf Ahlbeck auf der Insel Usedom. Die Ferienfreizeit im Sommercamp in Villach wurde von der Mitgliedsgruppe juk e.V. durchgeführt. Unter dem Motto “so wollen wir Leben” trafen sich insgesamt 500 Kinder- und Jugendliche zu einem zweiwöchigen Camp in dem Bildungsangebote, kulturelle Workshops und Freizeitaktivitäten den Tagesablauf bestimmten. Die Berliner Gruppe war von der Ferienmaßnahme mit dem vielfältigen und abwechslungsreichen Angebot begeistert und möchte sich nun unbedingt in die Organisation eines ähnlichen Camps in Berlin einbringen. Anfang Dezember fand die Jugendbegegnung “Spiegelbilder - Perspektiven einer Großstadt” mit Jugendlichen aus Sankt Petersburg in Berlin statt. Methodischer Schwerpunkt war ein von einer Designerin angeleiteter Kreativworkshop. In dem Workshop wurden traditionelle russische Kostüme aus Papiermaterialien hergestellt, deren Oberflächen in Form von zeichnerischen Abstraktionen die Eindrücke der TeilnehmerInnen von Berlin aufgriffen. Somit spiegelten sich ihre visuellen Wahrnehmungen der Großstadt Berlin in den traditionellen Kostümen wieder. Der Effekt steht symbolisch für die Veränderungen, die sowohl die Begegnungen mit fremden Menschen, als auch mit fremden Orten bei einem selbst bewirken können und ermöglichte so den TeilnehmerInnen die eigene Kultur mit “anderen Augen” zu sehen. Seit 2010 besteht die Partnerschaft zwischen unserer Mitgliedsgruppe juk e.V. und einem Jugendverein in Izmir / Türkei. Im vergangenen Jahr reisten 14 Mitglieder von juk e.V. zu einem Fachkräfteaustausch in die Türkei. Themen waren sozialarbeiterische und interkulturelle Fragestellungen, die Stärkung von ehrenamtlichem und jugendpolitischem Engagement sowie Fragen zur Unterstützung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund

Internationaler Jugend- und Fachkräfteaustausch
Unsere Mitgliedsgruppe Amaro Foro e.V. orga­ isierte zwei Jugendbegegnungen mit n Italien in Rom und Berlin. Schwerpunkt war der Austausch über die Möglichkeiten demo­ kratischer Partizipation jugendlicher Roma in Europa. Inhaltliche Fragen zu Menschenrechten und Antirassismus spielten dabei ebenso eine Rolle, wie Fragen zur interkulturellen Medienkompetenz. Ziel der Organisatoren war

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Deutsch-russische JugendleiterInnenausbildung
Nach dem Erfolg in den Vorjahren, fand im September die „Deutsch-russische JuleicaAusbildung für internationale Jugendarbeit” statt. Die Juleica-Ausbildung hat zum Ziel, junge Menschen für die Leitung von internationalen Jugendbegegnungen, insbesondere im Deutsch-russischen Jugendaustausch, zu qualifizieren. Die Kooperation mit unserem Mitgliedsverband JunOst e.V. ist dabei sehr förderlich, um auch Jugendliche mit verschiedenen kulturellen Hintergründen als Teilnehmende anzusprechen. Eine Gruppe, die aus je elf deutschen und

russischen TeilnehmerInnen bestand, absolvierte die achttägige Juleica-Schulung im September in Ahlbeck und Berlin mit Erfolg. Der zusätzliche praktische Teil, der üblicherweise in Russland stattfindet, konnte in diesem Jahr wegen kurzfristig abgesagter Finanzierungen des russischen Partners nicht durchgeführt werden. Für 2012 ist dieser Zusatzteil jedoch wieder fest im Programm.

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Schwerpunkte in den Mitgliedverbänden

bei der Integration in die Einwanderungsgesellschaft. Der fachliche Diskurs soll in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden.

Schwerpunkte in den Mitgliedverbänden

Jugendnetzwerk::LAMBDA

welcher (wie unsere zahlreichen Workshops in Jugendzentren und Schulen) wichtige Aufklärungsarbeit zu den Themen MehrfachDiskriminierungen und sexuelle Identitäten geleistet hat.

Wer wir sind
Das 1990 gegründete Jugendnetzwerk Lambda Berlin-Brandenburg e.V. ist mit ca. 700 Mitgliedern der einzige Jugendverband von und für schwule, lesbische, bisexuelle und trans* (kurz: lsbt*) Jugendliche bis 26 Jahre in Berlin und Brandenburg. Als anerkannter Träger der freien Jugendhilfe bieten wir lsbt* Jugendlichen einen diskriminierungsfreien Raum, Unterstützung im Selbsterkennungsprozess oder in psychosozialen Notsituationen und fungieren als Interessenvertretung in Öffentlichkeit und Politik. Das Angebot umfasst unterschiedliche Jugendgruppen, Ferien­reizeiten, unser Beratungsf projekt In&Out sowie unser Bildungsprojekt in::progress, welches wichtige Aufklärungsarbeit auch gegenüber Politiker_innen, Multiplikator_innen und Angehörigen leistet. Alle Gruppen werden ehrenamtlich geleitet und von unseren hauptamtlichen Pädagog_innen begleitet.

Seit Ende 2011 ist Lambda BB aus diesem Grunde nun auch mit einigen anderen Vereinen wie z.B. Profamilia Teil des Aufklärungsbündnis „Bündnis aufgeklärt“. Lambda BB e.V. ist stark im Wachstum be­ griffen. Durch die verstärkte Öffentlichkeitsarbeit konnten neue Ehrenamtliche und Mitglieder gewonnen werden, neue Jugendgruppen und Projekte wurden gegründet, zum Beispiel unsere Sportgruppe Lambda.activ oder die Workshop AG, die ab sofort Lambda-interne Veranstaltungen anbietet.

Beschreibung der inhaltlichen Schwerpunkte und Aktivitäten 2011
2011 war für Lambda BB ein sehr bewegtes Jahr. Im Oktober haben wir in großer Runde unseren 21. Geburtstag gefeiert! Im Dezember 2011 konnte unsere Lambda Bibliothek endlich (wieder)eröffnet werden, was ebenfals mit einer großen Party samt Buffet und spontanem Poetry Slam gefeiert wurde. Die alljährliche Teilnahme am Christopher Street Day und an der LesBiSchwulen Tour mit unserem Kooperationspartner andersARTIG e.V. durch Brandenburg waren weitere öffentlichkeitswirksame Highlights. Erstmals war Lambda BB außerdem auf der YOU-Messe und auf dem Jugendforum vertreten, mit einem gut besuchten Stand,

Überschattet war das Jahr 2011 durch die nach wie vor angespannte finanzielle Lage Lambda BB e.V.. Hier konnten allerdings in einem Runden Tisch mit Politiker_innen und Verantwortlichen der Senatsverwaltungen im Juni 2011 erstmals Grundsteine gelegt werden für eine zukünftig sichere Finanzierung. Wir bleiben dran!

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JungdemokratINNen/Junge Linke (JD/JL) sind ein parteiunabhängiger, emanzipatorischer, radikaldemokratischer Jugendverband. Wir sehen in der Demokratisierung aller gesellschaftlichen Verhältnisse, d.h. in der Überwindung autoritärer und hierarchischer Strukturen, die Voraussetzung für eine selbst­ bestimmte Gestaltung aller Lebensverhältnisse der Einzelnen. Weil entscheidende Bereiche demokratischer Kontrolle entzogen (z.B. in der Wirtschaft) oder autoritär organisiert (z.B. in der Schule) sind, kritisieren wir den undemokratischen Charakter dieser Gesellschaft und treten für ihre Veränderung ein. Wir sehen keine Möglichkeit, allein über Parlamente und Parteien tief greifende demo­ kra­ische Änderungen zu bewirken. Parla­ t mente sind unserer Ansicht nach zwar demo­ kratische Errungenschaften, die es gegen die anti-demokratischen Tendenzen von Regie­ rungen und Bürokratien zu verteidigen gilt, doch ist ihr Einfluss begrenzt. JungdemokratINNen/Junge Linke setzen sich für die Emanzipation der Einzelnen und für gesellschaftliche Verhältnisse ein, die Selbstbestimmung umfassend ermöglichen. Befreiung der Einzelnen von Herrschaft und Unterdrückung und die Schaffung einer emanzipatorischen Gesellschaft sind für uns untrennbar miteinander verbunden.

Sommercamp
Im Sommer fand unter dem Motto „Strandbad statt Hamsterrad“ das beliebte „Linke Camp zur rechten Zeit“ auf dem Wukania Projekthof in der Nähe von Berlin statt. Dieses Camp ist eine wichtige Plattform für den politischen Austausch, aber auch für die Kontaktpflege zwischen Mitgliedern aus den verschiedenen Landesverbänden. Neben inhaltlichen Diskussionen, Workshops und Arbeitsgemeinschaften kam auch der Spaß trotz des verregneten Sommers bei Filmvorführungen, Fußballturnier und Grillabenden nicht zu kurz.

Unsere Schwerpunkte 2011
In diesem Jahr versuchten wir ein möglichst abwechslungsreiches Seminarangebot auf die Beine zu stellen, für dessen Bewerbung wir erst­ als ein gedrucktes ganzjähriges m Seminar­ rogramm herausgaben. So bep schäftigten wir uns zu Beginn des Jahres

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Schwerpunkte in den Mitgliedverbänden

JungdemokratINNen/ Junge Linke Berlin (JD/JL)

mit Antimuslimischem Rassismus und Psychiatriekritik. Das Psychiatriekritik Seminar knüpfte an eine Ver­ nstaltung im vorheria gen Jahr an, die bei den Teilnehmer_innen großes Interesse geweckt hatte. Angeregt durch eine Kooperationsveranstaltung mit der Humanistischen Union zu „Polizeigewalt außer Kontrolle?“ fand auch zu dem Themenkomplex Polizei und staatliches Gewaltmonopol ein Seminar bei uns statt. Zusätzlich zu den inhaltlichen Themen gab es dieses Jahr auch einen Layoutworkshop in dem die Teilnehmer_innen sich mit der Bedienung von OpenSource Grafikprogrammen vertraut machten. Gegen Ende des Jahres legten wir nochmal zwei inhaltliche Schwerpunkte. Zum einem beschäftigten wir uns mit Critical Whiteness und Rassismus. Zum anderen mit UrheberInnenrecht vor allem im Bezug auf OpenSource Programme. Außerdem absol­ vierten einige unserer Mitglieder im Sommer erfolgreich die Juleica-Schulung.

Schwerpunkte in den Mitgliedverbänden

Internationale Begegnung
Im März bekam JD/JL Berlin Besuch von YHRM Russland (Youth Human Rights Movement) unserer russischen Partnerorganisation. YHRM ist ein internationales Netzwerk, dass sich mit der Situation der Menschenrechte und Grundrechte im gesamten postsowjetischen Raum beschäftigt. Mit unseren Besucher_innen veranstalteten wir einen Info­ abend über die aktuelle Situation in Russland und die momentane Arbeit von YHRM. Im September bekamen wir den zweiten internationalen Besuch. Uns besuchte eine Delegation unserer palästinensischen Partner­ organisation Indenpendence Youth Union. Mit unseren Gästen organisierten wir zwei Abendveranstaltungen. Unter den Titeln „Linker Aktivismus in Israel und Palästina“ und „Frieden schließt man mit seinen Feinden, nicht mit seinen Freunden“ diskutierten wir in entspanntem Rahmen über die Situation im Nahen Osten. Zusätzlich zu den zwei öffentlichen Veranstaltungen erlebten wir ein gemeinsames politisches Sightseeing-Programm und spannende Diskussionen.

Linksjugend [‚solid] im Störitzland nahe Berlin war ein weiteres Highlight in unserem Jahr. Es war eine gute Erfahrung zusammen mit anderen Verbänden und vor allem für so ein gemischtes Publikum ein ganzes Wochenende zu planen und passende Workshops anzubieten.

Broschüre gegen Arbeit
Inhaltlich abgeschlossen ist unsere „Bro­ schüre gegen Arbeit“ in der es um die vielen Facetten des Arbeitsbegriffs geht, die aber auch praktisch und informierend ist. Diese Broschüre geht Anfang 2012 in Druck.

Weitere Themen
Ein großes Thema direkt zum Jahresbeginn war für uns die Räumung der Liebig 14, die zu einer Beschäftigung mit dem Thema Gentrifizierung und einer Solidaritätserklärung mit den Bewohner_innen der Liebig 14 führte. Auch versuchten wir auf für uns politisch wichtigen Veranstaltungen präsent zu sein. So hatten wir einen Infostand am 1. Mai, am Tag der Mahnung und unterstützten die Demon­ tration zum VI. Internationaler Kampfs und Feiertag der Arbeitslosen am zweiten Mai. Ebenso betreuten wir am transgenialenCSD einen Infostand, zu dessen Anlass auch ein Seminar des JungdemokratInnen/Junge Linke Bundesverbandes unter dem Motto „Queerer Terz gegen Kommerz“ stattfand. Das linke Pfingstcamp zusammen mit den Falken, der Gewerkschaftsjugend und der

Alltag
Als regelmäßiges Treffen fand alle vierzehn Tage das radikaldemokratischen Treffen (raT) in unserer Landesgeschäftsstelle statt. Dieses Treffen dient zur politischen Diskussion, Planung von Aktionen und Seminaren. Zusätz­ich findet noch der monatliche Politl Stammtisch statt. Für die weitere Vernetzung und Information unserer Mitglieder gibt es einen stadtweiten Newsletter.

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„Wer wir sind“

Inhaltlichen Schwerpunkte und Aktivitäten der JEB im Jahr 2011 SIMEP 2011
Die Simulation Europäisches Parlament (SIMEP) wurde von der Jungen Europäischen Bewegung (JEB) 1999 ins Leben gerufen und wird seitdem jedes Jahr mit großem Erfolg organisiert. Die Junge Europäische Bewegung bietet mit diesem Simulationsspiel insgesamt über 400 interessierten Schülerinnen und Schülern die einzigartige Gelegenheit, europäische Politik und parlamentarische Abläufe in der Praxis hautnah zu erleben. 2011 fand die SIMEP an zwei Terminen statt: die SIMEP¹ am 30./31. Oktober und am 20./21. November die SIMEP². Unter dem Motto “Europa, wir greifen nach den Sternen!” schlüpften die Teilnehmen-

Die Junge Europäische Bewegung BerlinBrandenburg e.V. (JEB) ist ein gemein­ nütziger, unabhängiger und überparteilicher, aber keineswegs unpolitischer Jugendverband (bis zu 400 Mitglieder zwischen 16 und 35 Jahren). Gemeinsam werben wir auf unsere Art für Vielfalt und Einigkeit in Europa und bilden eine offene bunte Plattform für junge Menschen, die sich europapolitisch engagieren möchten. Mit zahlreichen Aktionen, Veranstaltungen und Projekten in Berlin und Brandenburg setzt sich die JEB für ein geeintes, demokratisches, bürgernahes, friedliches und solidarisches Europa ein. Der Schwerpunkt unserer Tätigkeit liegt in europapolitischer Bildungsarbeit. Weitere Informationen zu unseren verschiedenen Projekten gibt es auf unserer Website. Junge Leute, die mehr über die JEB und Ihre Aktionen erfahren möchten, sind herzlich willkommen bei unserem JEB-Stammtisch dem Jour Fixe - am ersten Montag im Monat. Projekte geplant und entwickelt werden beim monatlichen Aktiventreffen. Aktuelle Termine findet Ihr auf der Homepage.

Vernetzung
Die JEB ist Teil eines deutschland- und europaweiten Netzwerkes der Jungen Europäischen Förderalisten (JEF), die in ca. 30 europäischen Ländern mehr als 25.000 aktive Mitglieder haben. Neben der JEF, kooperiert die JEB auch in Berlin und Brandenburg mit zahlreichen Partnern, wie dem Landesjugendring, der Europa-

den im Herbst 2011 für zwei Tage in die Rolle von Europa-Abgeordneten und diskutierten in Fraktionen, Ausschüssen sowie im Plenum über kontroverse europapolitische Themen: die Euro-Krise, die Migrations- und Flüchtlings­ olitik der Europäischen Union und p der Verbraucherschutz. Die Schülerinnen und Schüler erfahren anhand der SIMEP selbstständig, wie Europapolitik tatsächlich funktioniert und wie viel Sachkompetenz, Argumentationskunst und Kompromissfähigkeit dabei gefordert sind. Demokratie in Europa wird damit für die Jugendlichen spannend und begreifbar.

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Schwerpunkte in den Mitgliedverbänden

Junge Europäische Bewegung Berlin-Brandenburg e.V.

Union Berlin e.V. und der Initiative Tolerantes Brandenburg.

Schwerpunkte in den Mitgliedverbänden

www.move-magazin.eu
Begleitet wurde die SIMEP von jungen Journalisten der „move“, dem Magazin der Jungen Europäischen Bewegung, das hauptsächlich online aber auch gedruckt erscheint. „move“ unterstützt unseren Beitrag zur europäischen Bildungsarbeit. Wir möchten jungen Europäerinnen und Europäern ein ebenso unkonventionelles wie informatives Fenster zu Europa eröffnen. „move“ möchte auf diese Art und Weise Interesse für die spannenden Geschehnisse in Europa wecken, Komplexes greifbar machen, zum Nachdenken anregen und für die Idee eines Europa der „Einheit in Vielfalt“ begeistern.

Schulen, Jugendverbände und andere Jugendeinrichtungen. Inzwischen gibt es EUre Debatten bundesweit! 2011 fand das Projekt sechs Mal statt.

Free Hugs For Europe
Die JEB hat 2011 eine neue Straßenaktion ins Leben gerufen: Mit „Free Hugs for Europe“ transportierten wir am 11. April unsere Liebe zur europäischen Idee direkt auf die Straßen Berlins. Für hiesige Verhältnisse stieß die Aktion auf erstaunlich viel Gegenliebe und die gratis Umarmungen wurden gerne angenommen.

RaSi 2011

Am 24. und 25. September 2011 verhandelte eine Gruppe engagierter Jugendlicher in der JEB-Ratssimulation (RaSi) unter dem Thema „Die EU-Klimapolitik auf dem Weg zum 30-Prozent-Ziel“ über ein neues europäisches Klima- und Energiepaket der EU. Die Delegationen diskutierten wie die Reduktionsziele umgesetzt werden und ein für alle Staaten tragfähiger Kompromiss gefunden werden kann. Hauptknackpunkt bei den Verhandlungen waren dabei die Reduktionsvorgaben für die Mitgliedstaaten der EU. Die Gewährung von Kompensationszahlungen bot sich den Delegationen dabei als Mittel zur Überzeugung klimapolitisch weniger ambitionierter Delegationen. Die Verhandlungsführung durch die belgische Ratspräsidentschaft ermöglichte schlussendlich doch noch einen Kompromiss, der zu einer einstimmigen Ver­ abschiedung der beiden Rechtsakte am Sonntagnachmittag führte.

JEB demonstriert gegen Grenzkontrollen
Am 17. Juni demonstrierte die JEB an der deutsch-dänischen Grenze in Krusau gegen die Wiedereinführung von Grenzkontrollen. Über 200 Jugendliche aus zahlreichen deutschen und dänischen Jugendverbänden forderten mit unseren Berlinern ein „Europa ohne Mauern“! Die JEB spricht sich gemeinsam mit der JEF deutlich für ein freiheitliches und offenes Europa ohne Grenzen aus. Deshalb organisierte der Jugendverband am 17. Juni 2011 an symbolträchtigen Orten in Europa Protestaktionen gegen die geplante Wiedereinführung von Grenzkontrollen in Dänemark.

EUreDebatte
EUre Debatte ist ein von der JEB ins Leben gerufenes Projekt, mit dem wir Jugendliche über die Diskussion eines selbst gewählten europapolitischen Sachthemas an Europa heranführen möchten. Engagierte ehrenamt­ liche Moderatoren der JEB kommen dazu in

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European Week
Die European Week ist eine traditionelle Ver­ anstaltungsreihe der JEB, die jedes Jahr um den Europatag, den 9. Mai, stattfindet. Eine Woche lang bieten wir zahlreiche Veranstaltungen zu unterschiedlichen Schwerpunkten in verschiedenen Formaten an. Hier unser Programm 2011: •	 Hoffest der JEB, JEF, EUB und EUD am 5. Mai (Hof beim JEB-Büro) •	 Europafest im FEZ am 8. Mai (Wuhlheide): Beim Europafest im FEZ haben wir mit unserem Quiz, einem Malwettbewerb, Gimmicks und Infomaterialien Jung und Alt näher an Europa gebracht. •	 Europameile am 9. Mai (Brandenburger Tor): Am Europatag warben wir mit der EUB auf der Europa­ meile gemeinsam mit Herrn Wowereit und Oettinger für die europäische Idee. •	 EUre Debatte am 10. Mai (Rangsdorf): EUre Debatte ist ein Projekt, mit dem wir Jugendliche über die Diskussion eines selbst gewählten europapolitischen Themas an Europa heranführen. •	 RallyEUROPA am 11. Mai (Start: beim JEB-Büro): Bei der Neuauflage unserer RallyEUROPA hat eine Klasse aus Neukölln die europäischen Seiten Berlins bei einer spannenden Schnitzeljagd durch die Haupstadt entdeckt. •	 Die JEB bei Helden On Tour am 12. Mai (Forum Steglitz): Im Rahmen der B.Z.Aktion ‚Helden On Tour‘ begeisterte unser blau-gelber JEB-Stand mit dem Europa-

Istanbul-Fahrt
Nach wie vor ist die Frage des Beitritts der Türkei in die EU in aller Munde und wird so anhaltend-kontrovers diskutiert wie kaum eine andere europäische Debatte. Die JEB organisierte deshalb vom 13. bis 18. Juni eine Bildungsreise nach Istanbul und eine Reihe von Informationsveranstaltungen im Vorfeld. Für den Einsatz der Überwindung von Distanz in unserem Wirkungskreis setzen wir auf den Austausch mit Jugendlichen in der Metropole, die wie keine andere für die Verbindung von östlicher und westlicher Kultur und Geschichte steht: Istanbul.

Rumänien-Fahrt
Die AG Balkan der JEB fuhr vom 6. bis 13. August nach Rumänien. Wie bereits im Kosovo und in Serbien haben wir auch diesen Sommer genutzt, um eine Woche lang politischen und kulturellen Institutionen und Organisationen einen Besuch abzustatten. Dort wollten wir uns selbst ein Bild von einem Land machen, das in der Berichterstattung regelmäßig zu kurz kommt und häufig in einem negativen Licht dargestellt wird - auch von RumänInnen selbst.

Programmdebatten der JEF & EUD
Ideelles Gründungsdokument der EuropaUnion und auch der JEF ist das Hertensteiner Programm von 1946. Noch vor Unterzeichnung der Römischen Verträge wurden mit diesem historischen Dokument wegweisende Ziele und Grundsätze für eine föderale Eu-

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Schwerpunkte in den Mitgliedverbänden

Quiz und warb für ehrenamtliches Engagement. •	 Absolute European Party der JEB am 14. Mai (BKA-Theater) •	 Inzwischen für jede/n junge/n Europäer/ in ein absolutes Muss: Mit der Absolut European Party feierten wir den Höhepunkt unserer European Week.

Schwerpunkte in den Mitgliedverbänden

ropäische Union aufgestellt. Bis heute ist es zugleich Vision und Kompass für unsere Arbeit geblieben. Wie aber stellen wir uns jetzt, nach über 60 Jahren europäischer Integration, das föderale Europa vor? Welche Ideen und Visionen treiben die europäische Idee im 21. Jahrhundert an? Wie reagiert Europa auf die dringenden Herausforderungen unserer Zeit? Welche Veränderungen sind notwendig und wie können wir sie erreichen? Und wie können wir, die europäischen Föderalisten, einen herausragenden Beitrag leisten? Gemeinsam wollen wir aktuelle Antworten auf diese Fragen geben und sie in kraftvolles Handeln übersetzen. Die JEF und die EuropaUnion Deutschland haben sich daher zum Ziel gesetzt, in neuen Grundsatzprogrammen eine grundlegende Bestimmung der europäischen Idee im 21. Jahrhundert fortzuschreiben. Die Grundsatzprogramme sollen breit auf allen Ebenen beider Verbände diskutiert werden und bei ihren Bundeskongressen Ende 2012 feierlich verabschiedet werden. www.jeb-bb.de/Aktionen

62 | Jahresbericht 2011

Wer wir sind
Die „Jungen HumanistInnen“ (JuHu) sind der Jugendverband des Humanistischen Verbands Deutschlands, Landesverband Berlin e.V. Wir sind ein freiwilliger Zusammenschluss junger, konfessionsloser Menschen, deren Lebensauffassung Offenheit, Selbstbestimmung sowie die Abkehr von Dogmen, Aber­ glauben und Mythen prägt. Die Jungen HumanistInnen treten ein für Demokratie, Toleranz und Solidarität sowie für Gleichberech­ tigung und ein friedliches Zusammenleben der Menschen unabhängig von Geschlecht, ethnischer oder nationaler Herkunft, sexueller Orientierung oder konfessioneller Bindung. Gleichzeitig lehnen wir Gewalt als Mittel zur Lösung von Konflikten ab und distanzieren uns aktiv von rassistischen, fremdenfeindlichen, ausgrenzenden und diskriminierenden Positionen. Die Abteilung Jugend im Humanistischen Verband Deutschlands, LV Berlin-Brandenburg e.V. ist wie folgt untergliedert: •	 Jugendclub Orange Flip •	 Kinder- und Jugendbüro in Marzahn-Hellersdorf •	 Kinder- und Jugendgästehaus in Heiligensee •	 Junge HumanistInnen •	 Kinderfreizeiteinrichtung Esmarchstraße •	 Jugendkunst- und Begegnungszentrum Gérard Philipe •	 Mädchenzukunftswerkstatt Teltow Die JuHus kooperieren mit den einzelnen „Projekten“ des Fachbereichs Jugend. Ihr Hauptaufgabenfeld liegt jedoch in der Planung, Organisation und Durchführung von:

Highlights im Jahr 2011

Integrationsreisen
Die Integrationsfahrten für Kinder und Jugend­ liche waren auch dieses Jahr im Programm. Die Integrationsfahrt für Jugendliche ging Jahr nach Italien auf einen Campingplatz in Torre de Lago. Viele schöne erlebnisreiche Tage erwarteten die Jugendlichen auf dieser Reise. Nicht nur das gemeinsame Baden im Meer oder die Besichtigung des „Schiefen Turms“ von Pisa waren Höhepunkte, sondern auch verschie-

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Schwerpunkte in den Mitgliedverbänden

Junge HumanistInnen (JuHu)

•	 Kinder- und Jugendreisen für alle in Berlin lebenden Kinder und Jugendlichen •	 Integrationsfahrten für behinderte und nicht behinderte Kinder und Jugendliche in Berlin •	 Internationale Begegnungen mit den Kooperationsländern Italien, Frankreich, Bulgarien, Polen und Irland •	 Politische Bildungsfahrten und regelmäßige Projekte der Kinder- und Jugendarbeit Darüber hinaus organisieren die JuHus TeamerInnen- und Teilnehmendenabende, Feste sowie die jährlich stattfindenden Seminare für die Ausbildung im Rahmen der JuLeiCa. Mitglieder- und TeamerInnenfahrten stehen ebenfalls jährlich auf dem Programmplan, bei diesen geht es um die Weiterentwicklung der Aktivitäten des Jugendverbandes und eine Betrachtung der gelaufenen Aktivitäten.

Schwerpunkte in den Mitgliedverbänden

dene Workshops im kreativen, sportlichen und kulturellen Bereich der Freizeitgestaltung (Gebärdenkurse, Improvisationstheater, Songtexte schreiben, Batiken, Perlenschmuck, Beachvolleyball, etc.). Die Gruppe hat sich vor Ort selbst versorgt, die Jugendlichen wurden aktiv in die Zubereitung der Mahlzeiten und den Einkauf der Lebensmittel einbezogen. Durch die Selbstverständlichkeit des alltäglichen Umgangs der behinderten und nicht behinderten Jugendlichen miteinander sowie die vielen gemeinsamen Erlebnisse konnten eventuell vorhandene Berührungsängste und Vorurteile untereinander sehr schnell abgebaut werden.

Deutsch-französisch-bulgarische Jugendbegegnung „Geschichte und Erinnerung“
Die deutsch-französisch-bulgarische Jugendbegegnung dient des interkulturellen Austauschs von Jugendlichen im Alter von 13 bis 17 Jahren und ist eine Zusammenarbeit der Jungen HumanistInnen (Berlin), Roudel (Frankreich) und Far (Bulgarien). Ein Ziel ist es, während der Begegnung die deutschen, bulgarischen und französischen Jugendlichen zu einem Austausch über ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu animieren. Im Jahr 2010 fand die Begegnung erfolgreich in Frankreich statt. In diesem Jahr nun folgte die Rückbegegnung der drei Nationen im eigenen Gästehaus der JuHus in Heiligensee bei Berlin und in Burgas. Inhalt des Austausches waren die Besonderheiten der deutschen Geschichte (insbesondere Berlins vor dem Hintergrund des Kalten Krieges) sowie die beiden „Identitäten“ Deutschlands durch die Teilung. Letzteres weckte enormes Interesse und viele Fragen wurden gestellt. Besuche im Mauerdokumentationszentrum Bernauer Straße und zwei jugendgerechte Themenführungen im Jüdischen Museum Berlin wurden organisiert. Im Anschluss an die Besuche wurden vertiefende Workshops durchgeführt, in denen es um die individuelle Geschichte / Identität jedes Einzelnen bzw. einer Nation geht. Freizeitangebote kamen natürlich auch nicht zu kurz. Im Jugendgäste­ haus Heiligensee konnten diverse Sportangebote genutzt werden und an einer Stadtbesichtigung waren alle interessiert. Die zweite Woche in Burgas war auf Grund der Nähe zum Meer gut dazu geeignet, Baden zu gehen, die Zeit am Strand zu genießen und die Thematiken weiter zu vertiefen.

Die Integrationsreise für Kinder ging an den Hölzernen See in Brandenburg. Die Unterkunft liegt inmitten einer herrlichen Waldlandschaft, direkt am See und bietet viele Freizeitmöglichkeiten wie Baden, Bootstouren, Besuch des Erlebnisgartens, Fußball, Volleyball und Tischtennis. Die Fahrt stand unter dem Motto „Phantasialand“ und so wurden die Kinder über die gesamte Fahrt immer wieder in die Welt der Hexen, Zauberer, Feen und anderer Fabelwesen geholt, dies wurde spielerisch durch Aktionen und Feste umgesetzt. Es wurden T-Shirts bemalt, selber Pizza gebacken und Fackeln gebaut. Da der Reisepreis einkommensabhängig berechnet wird, haben auch Kinder und Jugendliche aus sozial schwachen Haushalten die Möglichkeit teilzunehmen.

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Manege frei!
Das Zirkus-Wochenende “Manege frei“ begann am 11. November und endete nach Abschluss einer Zirkusgala, zu der alle Eltern eingeladen waren am 13. November. Während des Zirkus-Wochenendes wurden die TeilnehmerInnen in unseren Räumlichkeiten untergebracht. Hoch motiviert und mit viel Spaß bereiteten die Kinder eine Zirkusgala vor, welche zum Abschluss Freunden und Familie präsentiert wurde. Dazu durften sich die Kinder eigenständig auf zwei Gruppen aufteilen. So entstanden die Gruppen der Zauberer und Clowns.

Der Selbstverteidigungskurs war 2011 einer unser meistbesuchten Kurse. Er fand regelmäßig alle vierzehn Tage in unseren Räumlichkeiten statt. Hier lernten Kinder und Jugendliche im Alter von elf bis 18 Jahren verschiedene Techniken der Selbstverteidigung (Krav Maga Defcon) kennen. Außerdem fanden mehrfach im Jahr Wochenendfahrten zur Thematik statt. Diverse Übungen von Alltagssituationen, sei es die verbale Verteidigung oder die Verteidigung gegen einen handgreiflichen Angriff wurden geübt, wiederholt und verinnerlicht. Mit den Jugendlichen wurde außer­ em die d Rechtslage der „Notwehr“ besprochen sowie das Verhalten im Ernstfall geübt, um sie besser auf etwaige Übergriffe und Notwehrsituationen vorzubereiten, welches wiederum zu einer Stärkung des Selbstbewusstseins der Jugendlichen führte. Es wurde deutlich, dass das Thema Selbstverteidigung und Zivilcourage zeigen bei den Jugendlichen auf großen Zulauf / Begeisterung trifft. Das Angebot wird daher auch im nächsten Jahr weiter geführt.

Unsere kostenlosen NachhilfeAngebote
Auch erweiterten wir unser Nachmittagsprogramm und boten kostenlos Nachhilfe in Mathe, Deutsch, Englisch und Französisch für Kinder ab 10 Jahren an. Die Angebote für die unterschiedlichen Fächer fanden einmal wöchentlich in unserer Einrichtung in der Danziger Str. in kleinen Gruppen und in ruhiger Atmosphäre statt. Individuell wurde hier dem

Alle Kinder gemeinsam studierten eine Akrobatik-Choreografie ein, die sie als Höhepunkt der Vorstellung darboten. Die einstudierten Inhalte wurden mit passenden Verkleidungsstücken und Schminke zur Vorstellung verstärkt. Auch nahmen die Kinder an den Vorbereitungen für die Vorstellung teil. Sie überlegten sich einen eigenen Zirkus-Namen, erstellten einen Programmablauf und deko­ rierten den Theatersaal, um eine festliche Atmosphäre zu schaffen. Das Wochenende fand in Kooperation mit der Kinderfreizeiteinrichtung Esmarchstrasse statt.

Jahresbericht 2011 | 65

Schwerpunkte in den Mitgliedverbänden

Selbstverteidigungskurs

„Mathe-Muffel“ von der fünften bis zur zehnten Klasse geholfen, Übungen zur Beseitigung der Probleme im Deutschunterricht absolviert und Hilfestellung bei Französischhausaufgaben geleistet. Das Angebot wurde gut angenommen und wird auch im nächsten Jahr weiter geführt.

Schwerpunkte in den Mitgliedverbänden

Schottlandtour
Ein besonderes Abenteuer für Kinder und Jugendliche bot das Reiseziel nach Schottland: In kleinen Gruppen von je 12 Teilnehmern ging es mit dem Rucksack durch die schottischen Berge von Milngavie im Süden bis nach Fort Williams im Norden.

Klausurtagung
Der ehrenamtliche Vorstand der Jungen HumanistInnen hat im Jahr 2011 großen Wert auf die inhaltliche Auseinandersetzung mit den Zielen und Werten des Jugendverbandes gelegt. Dazu wurden zwei Klausurtagungen abgehalten, bei denen ein überarbeitetes Selbstverständnis entwickelt wurde, welches nun auch stärker in die Fahrten und Projekte hinein wirken soll. Hierbei geht es auch um eine deutlichere Profilschärfung und eine kritische Auseinandersetzung mit Staat und Kirche sowie der Konfessionslosigkeit, welche für die Jungen HumanistInnen ein grundlegendes Kriterium der Jugendverbandsarbeit ist.

Durch die gemeinsame Wandertour erfuhren die Jugendlichen was die Natur für sie bereit hielt und auf welche zivilisatorischen Hilfsmittel (Internet, Handy etc.) man verzichten kann. Die Jugendlichen planten unter Anleitung der Teamer ihre Wanderroute, suchten Rastplätze und kümmerten sich eigenverantwortlich um die Verpflegung. Am Ende der Wanderung trafen sich die Gruppen und werteten gemeinsam bei Stockbrot und Outdoorpizza ihre Erlebnisse aus. Auf dem Rückweg lud ein Stopp in Glasgow zu einer Shoppingtour und zur Stadtbesichtigung ein.

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„Wer keinen Mut zum Träumen hat, hat keine Kraft zum Kämpfen“
Das ist das Motto des KINDERRING BERLIN e.V.. Unser Verein wurde 1990 von Eltern, Jugendlichen und Kindern gegründet. Schwerpunkt der Arbeit des Kinderrings ist die stadtteilorientierte und - übergreifende Kinder- und Jugendfreizeitarbeit und die Schaffung von Freizeit- und Erholungsangeboten. Unser Ziel es „...in einer zunehmend verwalteten und verwerteten Welt Räume zu erhalten und zu schaffen, in denen sich eine Kindergesellschaft bilden und entfalten kann“ (§ 2 der Satzung des Vereins). Unsere Aktionen und Projekte werden so konzipiert, dass Kinder und Jugendliche zu eigenständigem und selbstbestimmtem Handeln ermutigt werden. Neben vielen anderen jugendverbandlichen Aktionen wollen wir hier exemplarisch ein paar Projekte und Veranstaltungen vorstellen.

Sommercamp: Russen, Ukrainer und Ungarn zu Besuch in Berlin und Schlowe

Kinderfest Im Mauerpark
Wie jedes Jahr fand auch 2011 unser belieb­ tes Kinderfest im Mauerpark statt. Am 8. Mai versammelten sich wieder einmal bei strahlen-

Das aktuelle Thema „Verstrahlt“ bot auf Grund der Ereignisse in Japan eine gute Diskussions­ rundlage und rückte in das Beg wusstsein der Jugendlichen. Somit entstand eine gute Ausgangslage für die Durchführung der Workshops und Projekte. Dabei wurde Wert gelegt auf eine unvoreingenommene Herangehensweise und die Entwicklung des Themas durch die Jugendlichen, was sich in der kreativen Umsetzung durch eine Performance zum Thema „Verstrahlt“ und eine Übung „Atomreaktorunfall“ sowie den Bau von Windkrafträdern und Solarkochern widerspiegelte. Durch die Besuche in zwei Kraftwerken, konnten die TeilnehmerInnen einen Vergleich der Methoden der Energiegewinnung erhalten und vergleichen. Einmal lernten wir im Gas­ kraft­ erk Berlin-Mitte, wie aus Gasverbrenw

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Schwerpunkte in den Mitgliedverbänden

KINDERRING BERLIN e.V.

dem Sonnenschein mehrere Hundert große und kleine Besucher um mit uns Stelzen zu laufen, zu schminken, zu basteln oder einfach mal beim Springen in der Tobeburg richtig ins Schwitzen zu kommen. Dieses Jahr besonders beliebt: Als „hüpfender Pilzkopf“ sich per Hüpfball durch den Park fortbewegen.

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nung Strom gewonnen wirde. Dabei freuten sich die russischen TeilnehmerInnen, dass alles Gas von Gasprom aus Russland importiert wird. In Mecklenburg besuchten wir leider nicht das KKW Lubmin, dafür aber das größte deutsche Wasserkraftwerk in Zülow, das immerhin 2,4 Mio. kwh im Jahr produziert. Keine Abgase, kein Gestank, nur die Turbinen tösen kräftig. Besonders bereichert wurde die Begegnung durch die bewährte Methode der „BürgermeisterInnenwahl“ mit Stadtparlament. Hier konnten die TeilnehmerInnen die verschiedensten Themen diskutieren, Veränderungs­ wünsche beschließen und Probleme debattieren und Lösungen herbeiführen. Irgendwie hatte sich unsere Methode im Landkreis rumgesprochen, jedenfalls erhielten wir Besuch von der Landtagsabgeordneten Fr. Borchert, die mit den Parlamentariern sprach und uns schließlich in den Landtag nach Schwerin einlud. Da waren alle begeistert und wir hatten eine lebhafte Diskussion im Landtag mit den Parlamentariern. Dieser Eindruck heftete sich nachhaltig im Bewusstsein unserer TeilnehmerInnen ein. Gefördert und unterstützt wurde die Fahrt vom Deutsch-Russischen Jugendaustausch (DRJA).

hatten wir mit dem Department für Jugend und Familie der Stadt Moskau einen kompetenten offiziellen Partner. Wichtigste Bestandteile unseres Besuchsprogramms waren die Zusammenarbeit mit dem „Methodischen Zentrum“ einer Jugendeinrichtung im Osten der Stadt, in der unter anderem zwei unserer Teilnehmerinnen eine Choreo­ graphie mit der örtlichen Cheerleader-Gruppe einstudierten, sowie die Zusammenarbeit mit dem Hip-Hop Jugendzentrum „Sodzvedzje“, mit dem zwei deutsch-russische Rap-Tracks aufgenommen wurden. Für ein reichhaltiges Kulturprogramm war auch sonst gesorgt. Wir besuchten unter anderem die TretjakowGalerie und den ehemaligen Sommersitz des Zaren „Zaritzeno“ am Rande Moskaus. Silvester wurde ausgelassen auf dem Roten Platz gefeiert und spontan konnten auch ein paar russische Fest-Besucher gewonnen werden, als die deutsche Reisegruppe sich an einer tänzerischen Interpretation des alten russischen Volksliedes „Kalinka“ versuchte. Alle TeilnehmerInnen werteten die Fahrt als besonders bereicherndes Erlebnis und freuen sich gemeinsam mit unseren russischen Partnern, diese im Sommer 2012 beim Gegenbesuch in Berlin begrüßen zu dürfen.

Moskau: 13 BerlinerInnen erkunden eine wirklich große Großstadt
Zum Jahresende 2011 war es dem Kinderring Berlin möglich, im Rahmen des Deutsch-Russischen Jugendaustauschs mit 13 Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Hauptstadt Russlands, Moskau, kennen zu lernen. Dabei

Politische Bildung
2011 kam auch die politische und historische Bildung nicht zu kurz. An acht verlängerten Wochenendterminen konnten mit unterschiedlichen Zusammensetzungen (Jugendklubs, Ferienlagerteam und -teilnehmende, SchülerInnengruppen) die beliebten Bildungsfahrten nach Krakau durchgeführt werden. Dabei setzte der Kinderring wieder auf das altbewährte Programm mit Stadtrundgang durch Krakau, Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz und Selbstführung der Jugendlichen durch Krakau. Für ZeitzeugInnenveranstaltungen konnte 2011 unter anderem wieder der „Hitlerjunge Salomon“ Sally Perel gewonnen werden, der

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Am 22.11.2011 konnte der Kinderring Berlin am Wilhelm-von-Siemens Gymnasium in Marzahn das Ensemble von „SOS for human Rights“ begrüßen zu einer Sonderaufführung begrüßen. Mehrere hundert Schüler aus zwei Marzahn-Hellersorfer Schulen ließen sich so auf künstlerische Art und Weise über das Thema „institutioneller Rassismus in Europa“ aufklären.

FSJ-at-School
Auch mit der neuen Rechtsform Bundesfreiwilligendienst (BFD) konnten wir unser Engagement an Berliner Schulen im Jahr 2011 fortsetzen. 29 junge Freiwillige unterstützen den Schulalltag an Berliner Schulen durch die Betreuung von AGs, die Organisation von Schülerzeitungen, Schülervertretungen oder als Begleitperson bei Ausflügen und Fahrten. Demokratisierung der Schule und neue Formen im Schulalltag sind dabei unsere Schwer­ punkte. Unsere Freiwilligen genießen einen guten Ruf an den Schulen an ihren Einsatzstellen und werden über den Kinderring von ehemaligen Freiwilligen tatkräftig unterstützt und geschult.

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Schwerpunkte in den Mitgliedverbänden

in Zusammenarbeit mit dem Kinderring an drei Berliner Schulen den jungen Leuten von seiner Lebensgeschichte erzählte.

Schwerpunkte in den Mitgliedverbänden

Landesjugendwerk der AWO in Berlin

•	 Kreisjugendwerk der AWO Südost (Lichtenberg und Neukölln - in Gründung aus dem Jugendclub „Judith Auer“ in Lichtenberg)

Das Landesjugendwerk Berlin ist Teil des Landesverbandes der Arbeiterwohlfahrt Berlin e.V. und vertritt seit 1977 die Interessen von Kindern und Jugendlichen. Wir vom Landesjugendwerk sind junge Erwachsene, die sich dort engagieren, wo wir soziale Ungerechtigkeit vermuten, wo Demo­ ratie missachtet wird und Menschen k benachteiligt werden. Uns liegt am Herzen, Toleranz und Solidarität wieder den Wert zu geben, der in einer Gesellschaft, wie wir sie uns vorstellen, unerlässlich ist. In unseren Jugendeinrichtungen, bei Projekten und Wochenendseminaren widmen wir uns Themen, die unmittelbar Einfluss auf den Lebens­ alltag von Kindern und Jugendlichen haben sollen. Für sie sollen politische Themenfelder greifbar und begreifbar werden. Wir geben Kindern und Jugendlichen die Gelegenheit, ihre Freizeit nach eigenen Vorstellungen zu gestalten und ermöglichen ihnen, ihre Interessen und Rechte wahrzunehmen und sich aktiv in Gesellschaftsstrukturen zu involvieren. Unsere Einrichtungen und Gliederungen: •	 Jugendclub Lindenhof (Tempelhof) •	 Kreisjugendwerk der AWO (Friedrichshain-Kreuzberg) •	 Kreisjugendwerk der AWO (Marzahn-Hellersdorf) •	 Kreisjugendwerk der AWO Mitte (Mitte, Tiergarten, Wedding, Pankow, Prenzlauer Berg, Weißensee) •	 Kreisjugendwerk der AWO Nordwest (Charlottenburg, Reinickendorf, Wilmersdorf - in Gründung als Ergebnis des Freiwilligen Sozialen Jahres an der Schnittstelle Schule - Jugendverbandsarbeit des Landesjugendringes Berlin e.V. 2010/2011)

Привет из Екатеринбурга Grüße aus Jekaterinburg
Nach langer, aufwendiger Vorbereitungs­ zeit mit ihren Tücken und Lücken, hatten schließlich doch alle 16 Reiselustigen ihr Visum, so dass am 10. Juli 2011 endlich unsere Internationale Jugendbegegnung nach Jekaterinburg in Russland starten konnte. Den ersten Tag unserer Reise verbrachten wir mit Brot, Käse, Eis, Gitarrenmusik und Ballspiel auf einem Grünstreifen am Flughafen von St. Petersburg. In abenteuerlicher Manier erreichten wir zwischen unser Gepäck gequetscht via Taxi das richtige Terminal, von wo unser Flugzeug nach Jekaterinburg startete. Müde wurden wir am 11. Juli am Flughafen von unserer Partnerorganisation „Caravella“ erwartet, die uns gleich unseren Gastfamilien zuordnete. Nach einem morgend­ichen Power-Napping trafen wir uns l alle im Büro der Organisation wieder, wo wir einen ausführlichen Bericht über Geschichte, Strukturen und Aktivitäten von „Caravella“ genossen. In den nächsten vier Tagen pendelten wir zwischen Tagesaktivitäten wie Stadtrundfahrt, Besichtigung der Europa-Asien-Grenze, dem Ministerium für Sport und Jugendpolitik und abendlichen Aktivitäten in den Gastfamilien. Am Abend des 14. Juli bezogen wir unserer neues Domizil: Ein Hostel, von dem aus wir

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Die Kampagne „Ehrenamt – Zeig Gesicht!“
Online-Portal zum Europäischen Jahr der Freiwilligentätigkeit zur Förderung der aktiven Bürgerschaft (EJF 2011) Die Kampagne „Ehrenamt - Zeig Gesicht!“ startete am 01. Januar 2011 ist ein OnlineInformations- und Mitmach-Portal zum EJF 2011. Unter dem Motto „Freiwillig. Etwas bewegen!“ rief der Europäische Rat das EJF 2011 am 27. November 2009 aus und schaffte mit seinen selbstgesetzten Zielen, u.a. die Errungenschaften im Zuge von Freiwilligentätigkeiten zu honorieren und anzuerkennen sowie für den Wert und die Bedeutung von Freiwilligentätigkeiten zu sensibilisieren, die Grundlage für diese Kampagne. Ziel der Kampagne ist die Schaffung eines Portals für ehrenamtlich Engagierte und Inte­ ressierte sowie die öffentliche Darstellung ehrenamtlicher Tätigkeiten, um eben­ iese in den d Fokus öffentlicher Diskussionen, Gespräche und Interesse zu rücken. Auf der Website werden deshalb Menschen gesucht, die erklären, warum sie sich ehrenamtlich engagieren und damit andere ebenfalls motivieren, ehrenamtlich aktiv zu werden. Dafür sollen so viele Bürgerinnen und Bürger wie möglich erreicht werden.

Anfänglichen Problemen wie Sprachbarrie-

ren, unterschiedlichen Vorstellungen von Tagesstruktur und Gruppenhierarchien sowie gewöhnungsbedürftigen Sanitäranlagen und Wassertemperaturen in der Dusche, standen während der gesamten Begegnung die Offenherzigkeit und Gastfreundlichkeit der Gastfamilien, der russischen Kollegen, Jugendlichen und Kinder gegenüber. Insgesamt fühlten wir uns willkommen, hatten viel Spaß und sind nun um einige vielseitige Erfahrungen reicher.

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Schwerpunkte in den Mitgliedverbänden

die übrigen Tage der Begegnung mit russischen Jugendorganisationen am „Caravella“Feriencamp teilnahmen. Dazu gehörte insbesondere das Kennenlernen der Segelbase von „Caravella“ an einem See. Neben der Teilnahme an Regatten, einem Inselpicknick und einer abenteuerlichen Fahrt bei Sturm und Wellen, konnten wir an Workshops zum Thema Astronomie, Journalismus oder Kunst teilnehmen. Spannend war auch der Besuch des Kosmonauten Sergej Ivanovich Kazantsev, der seine Erfahrungen über Leben im All mit uns teilte. Des Weiteren stand die Besichtigung der sogenannten Blutskathe­ rale auf d dem Programm, an deren Ort die letzte Zarenfamilie zugunsten des Bolschewismus getötet wurde. Ebenso besichtigten wir ein zu Ehren der Zarenfamilie erbautes russischorthodoxes Waldkloster. Neben dem Segeln konnten wir unsere sportliche Vielseitigkeit bei einem Freundschaftsfußballspiel, einem Völkerballmatch und weiteren kleinen Gruppen- und Bewegungsspielen sowie im Spaßbad ausleben.

Schwerpunkte in den Mitgliedverbänden

Auf der Webseite kann sich daher jede_r als Ehrenamtsbotschafter_in registrieren und ein Statement abgeben. Prominente Unterstützer_innen der Kampagne sind bisher u.a. die Schauspielerin Alissa Jung, Bundesministerin für Arbeit und Soziales Ursula von der Leyen, Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Deutschland Sigmar Gabriel und Keirin-Weltmeister Maximilian Levy. Auf der Webseite können sich die Besucher_ innen auch über politische und demografische Aspekte ehrenamtlicher Arbeit, den Schirmherren Günter Baaske (Minister für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie des Landes Brandenburg), die Förderer, die die Kampagne in den letzten Monaten vorantrieben, den Servicebereich, in dem Newsletter und Publikationen der Kampagne angeschaut und ggf. bestellt werden können, sowie alle weiteren Ehrenamtsbotschafter_innen informieren. Die Portraits der Ehrenamtsbotschafter_innen werden auch in den Online- und Print-Auftritten verschiedener Förderer wie z.B. Berliner Fenster GmbH, Wall AG und reflex Verlag GmbH  veröffentlicht. Die Kampagne wird gefördert aus Mitteln der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung und des AWO Landesverbandes Brandenburg e.V. sowie durch technologische Unterstützung der maXvis GmbH und der SystemConcept GmbH. „Ehrenamt - Zeig Gesicht!“ ist eine Kampagne des Landesjugendwerkes im AWO Landesverband Berlin e.V. und des Landesjugendwerkes im Landesverband Brandenburg e.V.. www.ehrenamtsbotschafter.de

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Die Naturschutzjugend Berlin (NAJU Berlin) ist die eigenständige Jugendorganisation des NABU Berlin, in der sich junge Menschen im Alter von sechs bis 27 Jahren für den Schutz von Umwelt und Natur engagieren. Mit über 3000 Mitgliedern ist sie einer der größten Jugendumweltverbände Berlins.

Zudem wurden in der zweiten Jahreshälfte drei Exkursionen unternommen. Besonders erfreulich waren der Gewinn eines Geldbetrags im Rahmen des dm-Wettbewerbs „Ideen Initiative Zukunft“ sowie der Abschluss der Renovierungsarbeiten im Guten Garten. Die Arbeit einer der vier Kindergruppen musste mangels Nachfrage aufgegeben werden. Dafür konnte die Betreuung einer anderen Kindergruppe aufgenommen werden. Die politische Vertretung der NAJU Berlin im NAJU Bundesverband, im Vorstand des NABU Berlin sowie in den Gremien des Landesjugendringes Berlin wurde wahrgenommen.

Tätigkeitsschwerpunkte:
•	 Neugestaltung und Pflege des Naturerlebnisgartens „Guter Garten“ •	 Renovierung des S-Bahn-Waggons im „Guten Garten“ •	 Durchführung von Werbemaßnahmen •	 Wöchentliche Treffen der AG Umweltpolitik und der AG Guter Garten •	 Betreuung der Kindergruppen Diese Arbeiten sind im Wesentlichen beendet worden. Fortgesetzt werden die wöchentlichen Treffen unserer beiden Arbeitsgruppen. Zudem ist für das Frühjahr 2012 die Durchführung einer weiteren Werbekampagne geplant. Auch die Betreuung der Kindergruppen wird fortgesetzt. Ein Haupttätigkeitsschwerpunkt war nach wie vor der „Guter Garten“ am S-Bahnhof Bornholmer Straße. Bei wöchent­ichen Treffen kamen l dort Mitglieder und Interessierte zusammen, um Pflegearbeiten durchzuführen, Gedanken und Ideen auszutauschen sowie künftige Aktivitäten zu planen. Der andere Arbeitsschwerpunkt der NAJU Berlin war die AG Umweltpolitik. Die Aktiven diskutierten bei den monatlichen Treffen aktuelle politische Themen sowie weitere Themen aus dem Bereich des Natur- und Umweltschutzes.

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Schwerpunkte in den Mitgliedverbänden

NAJU Berlin

Schwerpunkte in den Mitgliedverbänden

NATURFREUNDEJUGEND Berlin
Demokratisch. Herrschaftskritisch. Selbstbestimmt.
Die Naturfreundejugend Berlin ist ein herrschaftskritischer Jugendverband, in dem Jugendliche selbstorganisiert Politik machen und Wochenendseminare, Veranstaltungen sowie öffentliche Aktionen organisieren. Neben all diesen Aktivitäten veranstalten wir auch viele Reisen für Kinder und Jugendliche. Unter der Idee der Herrschaftskritik verstehen wir die unterschiedlichsten antiautoritären, emanzipatorischen und links-undogmatischen Positionen. Dabei ist es ein wichtiges Ziel für uns, kritisches Denken und politisches Handeln zu fördern. Praktisches Mitmachen, Selbstbestimmung und die Möglichkeit, Seminare und Reisen selbst zu organisieren, lassen diesen Anspruch Wirklichkeit werden. In unseren Aktivitäten analysieren wir die gegenwärtige Gesellschaft und üben Kritik an den momentanen Herrschaftsverhältnissen. Hierbei geht es uns auch darum, das direkte Umfeld, die Schule, die Universität, den Ausbildungs- und Arbeitsbereich sowie Stadtteile als Orte der politischen Aktivität zu erkennen. Politik ist bei der Naturfreundejugend Berlin also nicht eine Sache von Parteien und Parlamenten. Vielmehr verstehen wir sie als ein Mittel zur Beeinflussung der eigenen Lebens­ ituation, der Selbstermächtigung und s Emanzipation. Dies schließt eine selbstkritische Sicht auf Gruppendynamiken bei uns im Verband mit ein. Respekt, solidarisches Verhalten, Teamarbeit und gegenseitige Unterstützung spielen ebenso eine Rolle, wie ein verantwortungsvoller Umgang mit übernommenen Aufgaben und Zuverlässigkeit bei der gemeinsamen politischen Arbeit. Wir pflegten einen engen und kontinuierlichen

Kontakt zu unseren NFJ-Stadtteilprojekten. Die NFJ unterhält unter anderem einen Abenteuerspielplatz mit Hort in Reinickendorf, ein Kinderfreizeitprojekt mit Kita in Neukölln, das Ferienzentrum am Plätlinsee und eine ökologische Bildungseinrichtung in der Wuhlheide. Im Kinderbereich arbeiten wir stark mit den Pädagog*innen vor Ort zusammen.

Inhaltliche Schwerpunkte

Das ständige Geschäft
2011 fanden verschiedene Kinder- und Jugendreisen statt, die durch das Reiseheft mit hübschen Texten und Bildern beworben wurden. Neben einer Kinderfreizeit in Flesensee, veranstalteten wir auch ein feministisches Mädchencamp und ein Boxcamp nur für Frauen. Es wurden wieder viele Teamer*innen für die Juleica ausgebildet, wobei in diesem Jahr ein Schwerpunkt der Ausbildung auf antirassistische und antisexistische Inhalte gelegt wurde. Wie immer organisierten wir auch viele Seminare. Es wurden zwei Programme zur Be­ werbung herausgegeben. Inhaltlich drehten sich die Seminare beispielsweise um Kunst und Politik, die Kritik am historischen Stalinis­ mus, eine Einführung in PC-Sicherheit, um Geschlechterverhältnisse in Südafrika oder auch um Antirassismus und Critical Whiteness. Jenseits dessen fanden Vor- und Nachbereitungsseminare der Reisen statt und verschiedene Kinder- und Jugendseminare zu kreativen Themen.

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Das nunmehr achte herrschaftskritische Sommercamp der NFJ Berlin fand vom 5. bis 14. August auf dem Fusion-Gelände in Lärz statt. Neben dem fast schon traditionellen Kneipenquiz, Nachmittagen am See in der Sonne und einer rauschenden Party gab es auch eine gute Mischung aus „inhaltlichen“ und „praktischen“ Workshops. Da waren zum Beispiel: •	 Verschwende deine Jugend! Eine Einführung in die Schulkritik •	 Workshop „Kritik der Psychologie und Kritische Psychologie“ •	 Kritik der Männlichkeit •	 ,Sind unter den Mitgliedern der Gruppe Juden?’ Workshop des “AK Stalin hat uns das Herz gebrochen” •	 Natürlich Gesellschaftlich: Über Menschen, ihre Biologie und ihre Biologismen. Von Genen, Gehirnen und Geschichten •	 Rechtsextrem = Linksextrem = Totalitär? •	 Sport, Gesundheit und normierte Körper •	 Das Stigma „asozial“ – Versuch einer Be­ griffs­ estimmung & Problembeschreibung b •	 “Rechtspopulismus” Bindeglied zwischen der “Mitte” der Gesellschaft und Neonazismus?

Die interne Kommunikation unter NFJ-Mitgliedern und Aktivist*innen wird weiterhin durch den monatlich erscheinenden E-MailNewsletter gefördert. Außerdem treffen sich alle Aktiven mittlerweile zweiwöchentlich im Verbandsplenum. Darüber hinaus nahmen die allermeisten Aktiven am diesjährigen herrschaftskritischen Sommercamp teil und auch das Jahresabschlusswochenende vom 16.-18. Dezember 2011 war dem gegenseitigen Austausch zuträglich.

Highlights im Jahr 2011 Der Umzug
Unsere Büroräume in der Gryphius­ traße in s Friedrichshain sind zu eng geworden. Im Juli 2011 zog es uns in die Weichselstraße in Neukölln. Der Umzug forderte recht viele ideelle und finanzielle Kapazitäten, aber jetzt sind wir froh über die großen, hellen Räume, die rege durch viele verschiedene Gruppen aus dem Verband genutzt werden. 2012 planen wir auch mehrere öffentliche Veranstaltungen im einladenden Versammlungsraum.

Außerdem haben es einige sehr konsequente Seelen tatsächlich durchgezogen, täglich in der “Dialektik der Aufklärung” von Theodor W.

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Schwerpunkte in den Mitgliedverbänden

Die Arbeitkreise trafen sich 14-tägig bzw. wöchentlich in der Geschäftsstelle der NFJ, um politische Aktionen zu planen und aktuelle Themen zu diskutieren. Im Jahr 2011 gab es Arbeitskreise zu den Themenbereichen Flucht, Migration und Antirassismus (AK „No Fortress Europe“), Antisemitismus in der DDR (AK „Stalin hat uns das Herz gebrochen“), Kritische Psychologie (AK zu Psychiatriekritik), Materialistischer Feminismus (AK Feminismus) und verschiedenen politischen Themen als Einführung (Basic Youth).

Sommercamp

Schwerpunkte in den Mitgliedverbänden

Adorno und Max Horkheimer zu lesen. Dazu kamen noch eine lange und grandiose Hörspielnacht, viele Abende am Lagerfeuer, Werwolfspiele und lange Diskussionen.

Internationale Begegnungen

einen differenzierten Umgang mit dem Thema Antisemitismus ermöglichen - besonders vor dem Hintergrund, dass eine Vermittlung des Themas immer schwieriger wird, da die Überlebenden des Holocausts immer älter werden und viele von ihnen bereits verstorben sind. Im Oktober besuchte uns eine Delegation aus Südafrika. Im Mittelpunkt dieser Maßnahme stand der Austausch über die politische Jugendarbeit vor dem Hintergrund der jeweils spezifischen Gewaltgeschichten beider Länder: dem Nationalsozialismus und seinen Folgen in Deutschland und dem Apartheids­ egime r und seinen Nachwirkungen in Südafrika.

FÖJler*innen und Praktikant*innen
2011 organisierten wir bei der NFJ auch wieder internationale Begegnungen. Dabei waren folgende drei Reisen unsere Highlights: Eine Gruppe von Delegierten reiste Anfang September für zwei Wochen in das Kosovo, um sich mit unserer Partnerorganisation über unterschiedliche Ansätze in der demokratischen Jugendarbeit auszutauschen, die besonders auf die Vermittlung demokratischer und multi­ kultureller Werte zielt. Dabei ging es im Besonderen um den zivilgesellschaftlichen Umgang mit Nationalismus und Ethnisierung von Konflikten im Kosovo. Dabei gab es einen Schwer­ unkt auf Antiziganismus und der p Lebenssituation von Roma. Außerdem be­ schäftigten sich die Teilnehmenden der internationalen Begegnung mit Geschlechterfragen. Ein wichtiger Diskussionspunkt der Engagierten war auch die Entstehung nationaler Identitäten, welche Funktion sie erfüllen und welche gesellschaftlichen Problemstellungen damit verbunden sind. Im August erhielten wir Besuch von unserer Partnerorganisation aus den USA, die wir bereits im Mai 2010 auf unserer Begegnungs­ reise nach New York kennen gelernt hatten. Inhaltlich drehte sich alles um Jugendarbeit im großstädtischen Kontext New Yorks bzw. Berlins. Dabei sollte das Projekt vor allem Auch 2011 wurden wir durch rege Aktivitäten in unserer FÖJlerinnen und unserer FÖJler unterstützt. Außerdem halfen uns zahlreiche Praktikant*innen mit ihren Ideen und eigenen Projekten.

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Wir, die Sozialistische Jugend - Die Falken, sind ein linker, emanzipatorischer Kinder- und Jugendverband, der sich für die Interessen und Rechte von Kindern und Jugendlichen einsetzt. In unserer politischen Bildungsarbeit geht es uns vor allem darum, Kinder und Jugendliche zu herrschaftskritischem Denken zu befähigen, sie zu ermutigen, gesellschaftliche Verhältnisse zu hinterfragen, sich in Diskussionen mit Argumenten zu positionieren und sich emanzipatorische Alternativen zum Bestehenden vorzustellen. Auf dem jährlichen Sommer-Zeltlager können Kinder und Jugendliche ganz praktisch demokratische Mitbestimmung lernen und leben, indem sie gemeinsam im Zeltlagerrat alles diskutieren, Kompromisse schließen und Verantwortung übernehmen. Auf den KinderWochenenden werden die TeilnehmerInnen spielerisch an politische Themen herangeführt und über ihre Rechte aufgeklärt. Unsere Falkeneinrichtungen bieten außerdem offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen aus der jeweiligen Umgebung an, geben Hausauf­ gabenhilfe, organisieren Ausflüge und Fest­ lichkeiten oder aber auch regelmäßige Arbeits­ ruppen. g Auf einer jährlich stattfindenden einwöchigen Seminarfahrt setzen sich sowohl bereits erfahrenere GruppenhelferInnen als auch Jugendliche, die Lust haben, in naher Zukunft eine eigene Gruppe aufzubauen, mit linker Geschichte und Theorie auseinander und diskutieren aktuelle Themenschwerpunkte der Falkenarbeit. Außerdem tauschen sie gemeinsam Erfahrungen aus, die sie in Gruppenprozessen und –treffen gesammelt haben, erarbeiten mögli-

Durch diese gezielte Bildungsarbeit sind in den letzten Jahren viele neue Kinder- und Jugendgruppen in den Berliner Bezirken entstanden, die sich mit verschiedensten Themen auf ganz unterschiedliche Arten auseinandersetzen. Dabei begreifen die Falken die Gruppe an sich nicht bloß als einen politischen Zusammenhang, sondern einen, in dem sich die Jugendlichen auch im sonstigen Alltag gemeinsam helfen, sich solidarisch unterstützen und miteinander voneinander lernen – also auch einen sozialen Zusammenhang. Dies soll u.a. auch gewährleisten, dass auf unterschiedliche Lebensbedingungen und auf unterschiedliche (ökonomische, zeitliche, …) Ressourcen, die heutzutage immer geringer werden, Rücksicht genommen wird. Die Gruppe wird zu einem emanzipatorischen Raum, in dem die jungen Menschen sich zu kritischen Persönlichkeiten entwickeln. Im Jahr 2011 haben wir uns vor allem mit Herrschaftskritik und Diskriminierungsformen auseinandergesetzt, Schwerpunkte im Jahr 2012 sind vor allem unser Sommercamp, Aktionen und Bildungs­ arbeit gegen Neonazis, eine Großveran­ staltung zu Politik und Kultur in der zweiten Jahreshälfte und viele internationale Begegnungen. Daneben gibt es ein weitreichendes Angebot für Kinder und Jugendliche im Rahmen von Kinderwochenenden und Seminare, Fahrten und Aktionen für Jugendliche. Wir freuen uns über alle, die mit uns gemeinsam die Welt verändern!

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Schwerpunkte in den Mitgliedverbänden

Sozialistische Jugend Deutschlands – Die Falken

che Lösungen und Umgangsweisen und reflektieren ihre Rolle als GruppenhelferInnen.

Schwerpunkte in den Mitgliedverbänden

Unsere Einrichtungen:
Villa Freundschaft Nordbahnstraße 14 13359 Berlin Tel. 0 30 - 4 93 30 69 falken-mitte@gmx.de Anton Schmaus- Haus Gutschmidtstraße 37 12359 Berlin Tel. 0 30 - 6 02 20 53 ash@falken-berlin.de Falkenburg Gensinger Straße 56a 10315 Berlin Tel. 513 45 23 falkenburg@falken-berlin.de Bülowladen Bülowstraße 39 10783 Berlin Tel. 030 - 21 99 66 54 schoeneberg@falken-berlin.de Schloss19 – comm’une château Schlossstr. 19 14059 Berlin Tel. 030 – 30 30 84 31 schloss19@falken-berlin.de Geschäftststelle Schlossstr. 19 14059 Berlin Tel. 030 – 280 51 27 Fax 030 – 282 64 98 info@falken-berlin.de Jugendbildungsstätte Kurt Löwenstein Freienwalder Allee 8-10 16356 Werneuchen / Werftpfuhl Tel. 033398-8999-11 Fax 033398-8999-13 info@kurt-loewenstein.de

Falkennahe Einrichtungen:
Förderverein der kinder- und jugendpolitischen

Arbeit Kita Freundschaft

Brandesstr. 1 10969 Berlin Tel.: +49 (0)30 25 29 61 78 kita-freundschaft-kb@gmx.net Jugendschiff Freibeuter Kynaststr. 17 10317 Berlin Tel.: +49 (0)30 29 00 87 13 Fax: +49 (0)30 29 00 87 14 schiff@foerderverein-berlin.org Jugendbegegnungsstätte Tunnelstraße Tunnelstr. 12 10245 Berlin Tel.: +49 (0)30 29 77 19 18 tunnelstr@foerderverein-berlin.org Kantina Laborista Lindenstr. 113 10969 Berlin Graefebüro Graefestr. 14 10967 Berlin Tel.: +49 (0)30 612 034 97 Fax: +49 (0)30 612 034 95 mail@foerderverein-berlin.org

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