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Full text: Arbeitsbericht (Rights reserved) Ausgabe 5.2007(2008) (Rights reserved)

Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin 1 5. Arbeitsbericht der Frauenbeauftragten 1. Januar bis 31. Dezember 2007 Christine Rabe frauenbeauftragte@charlottenburg-wilmersdorf.de www.charlottenburg-wilmersdorf.de Otto-Suhr-Allee 100 in 10585 Berlin T: 030 902912690 F: 030 902912055 2 Zusammenfassung Januar 2008 Mit diesem Bericht liegt Ihnen mein fünfter Arbeitsbericht vor. Die Arbeitsberichte der Frauenbeauftragten des Bezirkes Charlottenburg-Wilmersdorf sind auf einen Be­ schluss der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Charlottenburgs aus dem Jahr 1995 zurückzuführen. Alle Gleichstellungsthemen, bzw. „Frauenfragen“ waren im Jahr 2007 wieder auf der täglichen Arbeitsliste. Frauen fordern nach wie vor Zeit für Beratung ein. Die Themen sind nach wie vor vielfältig und umfassend. Zum Teil sind sie nur bedingt gleichstellungsrelevant, oft werden telefonisch alltägliche Informationen zu den ver­ schiedensten Themen abgefragt, die Themen in der Beratung betrafen alle Lebens­ bereiche der Frauen: • Beratung von durch Gewalt bedrohte und betroffene Frauen: Vermittlung von Hilfe, Benennung von Frauenhäusern und Zufluchtswohnungen • Hilfe bei der Arbeitssuche: Information über bekannte freie Stellen • Elterngeld und Kitagutschein • allgemeine Beratung und Unterbreitung von Hilfsangeboten und Benennung von Beratungsstellen im Bezirk • diverse Beschwerden gegen das Jobcenter z. B. bei Leistungskürzungen oder wegen Angemessenheit der Miete • Scheidungsprobleme und damit verbundene Wohnungsprobleme • Vermittlung juristischer Hilfe (z. B. Schuldnerberatungsstellen) • Menschen- und frauenunwürdige Arbeitsbedingungen z. B. im Hotelgewerbe Die Zusammenarbeit mit dem Jobcenter Charlottenburg-Wilmersdorf und der Beauf­ tragten für Chancengleichheit entwickelt sich weiterhin sehr positiv. Ein besonderer Schwerpunkt im Jahr 2007 war die gemeinsame Konzipierung und Einrichtung des Projektes FrauenNetz CW. Im Vorgriff auf die Einrichtung des ÖBS – des Öffentlich geförderten Beschäftigungssektors – konnten im Sommer 30 Arbeitsplätze für Frauen eingerichtet werden. Getragen wird das Projekt vom FrauenForum Charlottenburg-Wilmersdorf. Das Projekt FrauenNetz CW soll u. a. Frauen und Mädchen im Bezirk bei der Berufswahl, beim Einstieg in den Beruf und beim Weg in die eigene Selbstständigkeit unterstützen. Im Jahr 2008 kommt es nun darauf an, diese Arbeits­ plätze zu verstetigen und neue zu schaffen. Auch im Jahr 2007 war weiterhin das Projekt UCW – Unternehmerinnen- und Gründerinnenzentrum Charlottenburg-Wilmersdorf zu betreuen. Am 13. Septem­ ber 2007 konnte bereits der zweite Geburtstag des Hauses gefeiert werden. Die zahlreichen Veranstaltungen rund um den 8. März, dem internationalen Frauen­ tag, standen im Jahr 2007 unter dem Thema Ohne Frauen ist kein Staat zu ma­ chen – ohne Männer keine Familienpolitik und sind vom FrauenForum Charlottenburg-Wilmersdorf geplant und veranstaltet worden. Veranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit zum internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen wurden ebenso in 2007 weitergeführt. Die Bezirksbürgermeisterin, der Bezirksstadtrat für Wirtschaft, Ordnungsangelegenheiten und Weiterbildung und 12 Bezirksverordnete haben sich an der Aktion „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ beteiligt und am 24. November in fünf Kaisers Backstopfilialen hinterm Ladentisch gestanden. 3 Zur Umsetzung von Gender Mainstreaming (GM) wird voraussichtlich im Februar 2008 der vierte Gleichstellungsbericht erstellt und der BVV zur Kenntnis gegeben; so werde ich im vorliegenden Bericht den Arbeitsanteil zu GM nicht weiter ausführen. Im Jahr 2007 habe ich als Genderbeauftragte den Prozess weiterhin gesteuert, die Fachabteilungen beraten, das Konzept weiterentwickelt und externe Beratungen ko­ ordiniert. Institutionen, Einrichtungen im Bezirk und die Ausschüsse der BVV wurden durch Vorträge regelmäßig über den Umsetzungsstand informiert. Im Juni wurde eine Bezirksamtsvorlage zur Weiterführung der Umsetzungsphase erarbeitet, die im Juli 2007 im Bezirksamt beschlossen und der BVV zur Kenntnis gegeben wurde.1 Gleichstellungspolitische Arbeit leiste ich weiterhin in folgenden Gremien: Kommissi­ on der Frauenbeauftragten des Deutschen Städtetages, im berlinweiten Gremium der Bezirksämter zum Abbau und zur Verhinderung häuslicher Gewalt, in der Landesar­ beitsgemeinschaft der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten Berlins, im ESFGender Beirat bei der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen, in der AG Mädchen und junge Frauen des Bezirkes, der Steuerungsgruppe des BBWA – Bezirkliches Bündnis für Wirtschaft und Arbeit. Ich brachte mich in die Sitzungen des Ausschusses Gender Mainstreaming der BVV ein. Das Frauenbüro führt die Ge­ schäfte des UCW-Beirates, der Jury zur Auslobung des Preises FiV – Frau in Ver­ antwortung und des Unternehmerinnenstammtisches der Bezirksbürgermeisterin. Ich möchte an dieser Stelle meinen Mitarbeiterinnen besonders für die im Jahr 2007 geleistete Arbeit danken. Ebenso möchte ich unserer ehrenamtlichen Mitarbeiterin Dank sagen, die uns trotz Ruhestand immer wieder hilfreich zur Seite steht und ver­ schiedene Aufgaben übernimmt. Auch hatten wir wieder die Freude, ausbilden zu dürfen: eine zukünftige Kauffrau für Bürokommunikation und eine zukünftige Fach­ angestellte für Bürokommunikation, haben unsere Arbeit sehr unterstützt und man­ che neue Idee eingebracht. Eine Praktikantin der Maßnahme „Unterstützung kauf­ männischer Tätigkeiten im gemeinnützigen und kommunalen Bereich“ des Trägers Goldnetz gGmbH führt Recherchearbeiten zu einem Buchprojekt mit dem Arbeitstitel „Charlottes Frauen“ durch. Die Struktur meines Berichtes folgt der Aufgabenbeschreibung für die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten, wie sie im § 21 des LGG2 beschrieben ist. Die fünf Ab­ sätze des § 21 sind jeweils im Wortlaut den einzelnen Abschnitten vorangestellt. Arbeitsbericht Berliner Landesgleichstellungsgesetz § 21 in der Fassung vom 26.09.2002: (1) Der Verfassungsauftrag der Gleichstellung und der gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern ist bei der Wahrnehmung von Aufgaben und der Planung von Vorhaben in der Verwaltung zu beachten und gehört zu den Aufgaben der Berli­ ner Bezirksverwaltungen. Dazu bestellen die Bezirksämter eine hauptamtlich tätige Frauen- oder Gleichstellungsbeauftragte. Die Dienstaufsicht über die Frauen- oder Gleichstellungsbeauftragte übt die Bezirksbürgermeisterin oder der Bezirksbürger 1 Drucksache der BVV Charlottenburg-Wilmersdorf – Vorlage zur Kenntnisnahme Nr. 0480/3: Weiter­ führung von Gender Mainstreaming in der Umsetzungsphase 2 Berliner Landesgleichstellungsgesetz 4 meister aus. Zur Erfüllung ihrer Aufgaben ist die Frauen- oder Gleichstellungsbeauf­ tragte mit den notwendigen personellen und sachlichen Mitteln auszustatten. (2) Das Bezirksamt informiert die Frauen- oder Gleichstellungsbeauftragte unverzüg­ lich über Vorhaben, Programme, Maßnahmen und Entscheidungen, die ihre Aufga­ ben berühren, und gibt ihr vor einer Entscheidung innerhalb einer angemessenen Frist Gelegenheit zur Stellungnahme. Im Berichtszeitraum wurden folgende Stellungnahmen abgegeben: • zur RdB3-Vorlage Nr. 155/07 – Vierter Bericht über Gender Mainstreaming und Gender Budgeting in der Berliner Politik • Bewertung von LSK4-Vorschlägen in der Steuerungsrunde des Bezirklichen Bündnisses für Wirtschaft und Arbeit • Mitarbeit bei der Leitbildentwicklung Charlottenburg-Wilmersdorf in der Arbeits­ gruppe Agenda 21 (3) Die Frauen- oder Gleichstellungsbeauftragte regt Vorhaben und Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen von Frauen im Bezirk an. Sie arbeitet insbesondere mit gesellschaftlich relevanten Gruppen, Behörden und Betrie­ ben zusammen. Die Frauen- oder Gleichstellungsbeauftragte informiert die Öffent­ lichkeit über Angelegenheiten ihres Aufgabenbereichs. Folgende Vorhaben und Maßnahmen hat die Frauenbeauftragte im Berichtszeitraum angeregt, mit initiiert und unterstützt: • Initiierung und Begleitung des Projektes FrauenNetz CW: 30 Arbeitsplätze für Arbeitslosengeld II-Empfängerinnen zur Stärkung der Arbeit der Frauenprojekte, der bezirklichen Mädchenarbeit, der Frauenbildung und –kultur u. a. im Mäd­ chentreff D3, bei Lisa e. V., beim Landesfrauenrat Berlin im UCW, beim AKF e. V. – Arbeitskreis Frauengesundheit, bei Raupe & Schmetterling, in der Volkshoch­ schule, im Fachbereich Kultur, bei der Migrantenbeauftragten, in der Wirtschafts­ förderung und bei der Frauenvertreterin. • UCW – Unternehmerinnen- und Gründerinnenzentrum CharlottenburgWilmersdorf: koordinierende und konzeptionelle Tätigkeiten, Öffentlichkeitsar­ beit, Herausgabe einer UCW-Broschüre, Geschäftsführung des Beirates: Vor­ und Nachbereitung von 7 Beiratssitzungen und zahlreichen Arbeitsgruppensit­ zungen, Ausschreibung der Stelle der Koordinatorin, Durchführung des Bewer­ bungsverfahrens, Begleitung der Koordinatorin • Unterstützung von KommMode – Kommunale Mode, ein Projekt von Sozialarbeit.com in Zusammenarbeit mit der Migrantenbeauftragten, dem Jobcenter u. a. unter der Schirmherrschaft der Bezirksbürgermeisterin für 24 Migrantinnen 3 4 Rat der Bürgermeister Lokales Soziales Kapital, Fördermittel des Europäischen Sozialfonds (ESF) 5 • Gender Mainstreaming: Erarbeitung des dritten Gleichstellungsberichtes, Anre­ gungen zu weiteren Maßnahmen in allen Abteilungen, Beratung und Betreuung der externen Beratungsfirmen, Konzipierung und Durchführung der 3. Fachkonfe­ renz GM am 14. März 2007, Erstellung einer Dokumentation der Fachkonferenz GM, Erarbeitung einer Beschlussvorlage für das Bezirksamt zur Verstetigung von GM, Erarbeitung einer Präsentation zu „Gender Budgeting in der Berliner Ver­ waltung“ für eine Informationsveranstaltung im Abgeordnetenhaus am 6. Septem­ ber 2007 für die Abgeordneten des Hauptausschusses und der Fachausschüsse, Erarbeitung und Herausgabe des zweiten Bandes „Gender Mainstreaming in Charlottenburg-Wilmersdorf“. Öffentlichkeitsarbeit • In Zusammenarbeit mit der Pressestelle des Bezirksamtes konnten im Berichts­ zeitraum zu allen relevanten Themen Artikel für die Presse und eine große Zahl von Pressemitteilungen herausgegeben werden (siehe Anlage). • Die berlinweite Aktion der Landesarbeitsgemeinschaft der bezirklichen Frauen­ und Gleichstellungsbeauftragten zum internationalen Tag „Nein zu Gewalt an Frauen“ wurde vom Büro der Frauenbeauftragten Charlottenburg-Wilmersdorf koordiniert. Im Jahr 2007 konnten wieder zahlreiche Berliner Firmen zur Unter­ stützung gewonnen werden. In unserem Bezirk wurden am 25. November an bei­ den Rathäusern und am UCW die Fahnen „frei leben – ohne Gewalt“ von TERRE DES FEMMES gehisst, in fünf Backstop Kaiser`s Filialen tüteten die Bezirksbür­ germeisterin, ein Bezirksstadtrat und 12 Bezirksverordnete Backwaren mit dem Slogan „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ ein. Am 21.11.2007 fand die zentrale Pressekonferenz aller an der Kampagne Teilnehmenden im Alexa am Alexander­ platz statt. In der Zeit vom 22. November bis 9. Dezember 2007 wurde im Rat­ haus Wilmersdorf die Ausstellung „OPFER“ des Weißen Rings5 gezeigt. • Präsentation des UCW auf verschiedenen bezirklichen und überbezirklichen Veranstaltungen • Präsentationen zu Gender Mainstreaming und Gender Budgeting – Umset­ zungskonzept und Stand in Charlottenburg-Wilmersdorf auf bezirklichen und überregionalen Veranstaltungen • Zweiter Band der Dokumentation Gender Mainsreaming in CharlottenburgWilmersdorf in vier Teilen Veranstaltungen: 17.01.07 März 07 Neujahrsempfang der Bezirksbürgermeisterin für die Unternehmerinnen 19 Veranstaltungen im Rahmen des internationalen Frauentages zum Thema „Ohne Frauen ist kein Staat zu machen, ohne Männer keine Familienpolitik“ (Koordinierung) Eröffnungsveranstaltung Frauenfrühling und Preisverleihung FiV – Frau in Verantwortung 5 Drucksache der BVV 1888/2 6 Durchführung Frauenmesse & Unternehmerinnentag Fachkonferenz Gender Mainstreaming 04.04.07 Unternehmerinnenstammtisch im KUNSTBÜROBERLIN: Präsentation zum Art-Consultingbereich und Führung durch die Ausstellung bis 31.05.07: Ausstellung Prima Klima für Frauen im UCW Präsentation GM in Charlottenburg-Wilmersdorf im Rathaus Zeh­ lendorf Unternehmerinnenstammtisch im Architekturbüro Norgat Hauke Modenschau im Stilwerk zur Qualifizierungsmaßnahme KommMode – Kommunale Mode Präsentation GM in Charlottenburg-Wilmersdorf im Bürgersaal Lichterfelde West Gender Budgeting in Charlottenburg-Wilmersdorf – Präsentation in der AG Mädchen und junge Frauen Unternehmerinnenstammtisch bei Regina Helias, LANGHAAR-DESIGN Haare im Wandel der Zeiten Zweiter Geburtstag im UCW Veranstaltung zu Gleichstellungsfragen beim ABSV – Allgemeiner Blin­ den- und Sehbehindertenverein Pressegespräch zum Thema: Frauen schaffen öffentlich geförderte Arbeitsplätze – FrauenNetz Charlottenburg-Wilmersdorf in Koopera­ tion mit dem Jobcenter Unternehmerinnenstammtisch bei der Rechtsanwältin Ulrike Badewitz Vortrag: AGG – Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz Auftaktveranstaltung der Aktion Gewalt kommt nicht in die Tüte im ALEXA Ausstellungseröffnung OPFER des Weißen Rings 27.04.07 21.05.07 06.06.07 22.06.07 26.06.07 27.06.07 05.09.07 13.09.07 26.09.07 27.09.07 07.11.07 21.11.07 22.11.07 (4) Die Frauen- oder Gleichstellungsbeauftragte gibt dem Bezirksamt Empfehlungen zur Verwirklichung des Gebots zur Gleichstellung von Frauen und Männern. Dazu kann sie das Bezirksamt innerhalb einer angemessenen Frist zur Stellungnahme auffordern. Folgende Themen sind hier zu benennen, die zum Teil bereits an anderer Stelle im Bericht erläutert sind: 7 • Empfehlungen, die im Zusammenhang mit der Umsetzung und Weiterentwicklung von Gender Mainstreaming stehen • Empfehlung zur Vergabe eines Kitagutscheines • Umsetzung des Projektes UCW – Unternehmerinnen- und Gründerinnenzentrum Charlottenburg-Wilmersdorf • Aktionen zum internationalen Tag „Nein zu Gewalt an Frauen“ Zu diesen Empfehlungen und Aktionen der Frauenbeauftragten positionierte sich das Bezirksamt positiv und unterstützend. (5) In Angelegenheiten, die frauenpolitische Belange oder Fragen der Gleichstellung berühren, kann die Frauen- oder Gleichstellungsbeauftragte über das Bezirksamt Vorlagen zur Kenntnisnahme in die Bezirksverordnetenversammlung einbringen. Folgende Vorlagen wurden im Berichtszeitraum erarbeitet und über das Bezirksamt an die Bezirksverordnetenversammlung gegeben: 0218/3 0477/3 0480/3 0527/3 Dritter Bericht zur Umsetzung von Gender Mainstreaming Jährlicher Arbeitsbericht der Frauenbeauftragten Weiterführung von Gender Mainstreaming in der Umsetzungsphase Hinweisblatt über Notrufnummern für Frauen Folgende Anfragen der BVV wurden bearbeitet: 0137/3 0209/3 Jahr der Chancengleichheit 2007 Frauen und Jugendförderung im UCW
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