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Full text: Jahresbericht Issue 2015

Jahresbericht
2015

Die Fotos der Titelseite (von links oben im Uhrzeigersinn):
Ehrennadel 2015: Im Fokus des Neujahrsempfangs des Oberbürgermeisters, der zum 21. Mal vom Amt für Jugend, Familie,
Senioren und Soziales ausgerichtet wurde, stand wie in den Vorjahren die Verleihung der Ehrennadel der Stadt Koblenz für
soziales Engagement. Seit 2006 ehrt der Oberbürgermeister mit dieser Auszeichnung Persönlichkeiten aus Koblenz, die sich durch
ihre ehrenamtliche Tätigkeit im sozialen Bereich in besonderem Maße verdient gemacht haben. Politik und Verwaltung bringen
damit den zu ehrenden Personen Dank und Anerkennung für ihr herausragendes Emngagement zum Ausdruck; gleichzeitig soll
das Vorbild der Geehrten die Koblenzerinnen und Koblenzer dazu anregen, sich selbst freiwillig für die Gemeinschaft zu engagieren
und ein Ehrenamt zu übernehmen. Unser Foto zeigt neben Oberbürgermeister Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig (l.) und
Bürgermeisterin Marie-Theres Hammes-Rosenstein (r.) die Ehrennadel-Preisträger des Jahres 2015 (v.l.): Schwester Sixta vom
Alten- und Pflegeheim „Maria vom Siege“, Michael Hungerberg-Schüller (Mitglied im Sozial- und Jugendhilfeausschuss und neben
vielen sozialen Engagements auch Stv. Regionaldirektor der ILCO Selbsthilfegruppe Darmkrebs), Hans-Jürgen Hofmann (u.a.
Gründer des „Django Reinhardt Music Friends e.V.“ und des Karnevalsvereins „General von Aster“, der sich mit sozialen wie
kulturellen Beiträgen aktiv in die Gestaltung des Höhenstadtteils Asterstein einbringt), Lehramtsstudentin Viktoria Schäfer
(gemeinsam mit Kommillitonin Jennifer Retz Gründerin der Schülerhilfe-Initiative „Koblenz lernt e.V.“) und Lena Störk (zunächst
stimmberechtigtes Mitglied des Koblenzer Jugenrates und später dessen Vorsitzende).
Bunter Karnevalsauftakt für Seniorinnen und Senioren: Die Tage, an denen die vom Amt für Jugend, Familie, Senioren und
Soziales organisierten Seniorenveranstaltungen stattfinden, zählen zu denen, die sich die Koblenzer Seniorinnen und Senioren im
Kalender rot anstreichen. Der „Bunte Karnevalsauftakt“ in der Rhein-Mosel-Halle macht da keine Ausnahme. Mit einem prall
gefüllten Strauß karnevalistischer Beiträge brachte die Arbeitsgemeinschaft Koblenzer Karneval, die das Programm bestreitet, auch
in 2015 die Halle wieder zum Beben. Im Rahmen der mehrstündigen Veranstaltung standen über 200 Kinder und Jugendliche auf
der Bühne und präsentierten von der Gardeshow bis zum „Rock’n’Roll im Hühnerstall“ mitreißende Unterhaltung und Akrobatik vom
Feinsten. Dazu gab es u.a. eine musikalische Rhein-Reise des ehemaligen Karnevalsprinzen Stephan Strunk und einmal mehr ein
glänzendes Solo von Thomas Flöck, der sich diesmal als Maikönigin präsentierte. Unser Foto zeigt den Alleinunterhalter Klaus, der
mit Akkordeon, Trompete und Gesang das Publikum auf den Einzug seiner Tollität Prinz Eric I. vom Närrischen Eck und Confluentia
Daniela von der Narrenzunft Gelb-Rot e.V. einstimmte.
Ort der Kinderrechte: Seit einigen Jahren werden zu einem Artikel der UN Kinderrechtskonvention, der in dem jeweiligen Jahr in der
rheinland-pfälzischen Kinderrechtewoche im Fokus steht, von Koblenzer Kindern und Jugendlichen in Zusammenarbeit mit
Künstlern der Region Kunstwerke als dauerhafte Denkmäler geschaffen und an prominenten Plätzen aufgestellt. 2015 stand der
„Ort der Kinderrechte“ unter dem Thema „Recht auf Gedankens-, Gewissens- und Religionsfreiheit“ und wurde gemeinsam von
muslimischen und christlichen Jugendlichen gestaltet. Nach einer intensiven Auseinandersetzung mit der Thematik entstand eine
Kreisscheibe, auf der das Wort „Freiheit“ heraustritt und auf die der Satz „Was bedeutet das für dich?“ eingraviert wurde. Das
Kunst-Objekt aus Edelstahl wurde Ende September in dem großen Blumenbeet am Zentralplatz aufgestellt. Das Foto zeigt (vordere
Reihe v. l.) die Geschäftsführerin und Leiterin des Koblenzer Kinder- und Jugendbüros, Esther Helmert, Warda Ghul und Philipp
Hendgen (beide Objektentwurf), Bürgermeisterin Marie- Theres Hammes- Rosenstein, Julian Muth (technische Umsetzung) sowie
in der hinteren Reihe v.l. Tale Meis (Mitglied des Koblenzer Jugendrates, Objektentwurf), Erika Heiligendforff (Künstlerin), Jule
Welling (Objektentwurf) und Thomas Muth (Sachbereichsleiter Kinder- und Jugendförderung im Jugendamt).
Eigenproduktion: Das generationsübergreifende Schauspielensemble des Stadtteiltheaters Karthause im Jugend- und Bürgerzentrum präsentierte vom 19. bis 21. Juni 2015 die Eigenproduktion „Ehrenkämpfe“. In drei Aufführungen sahen mehr als 200
Zuschauer ein Theaterstück, das in szenischer Schauspielfolge Duelle und Ehrenkämpfe mit und ohne Waffen, mit und ohne
Humor, mit und ohne tödlichen Ausgang skizzierte. Mit „Ehrenkämpfe“ stellte das Amateurtheaterensemble (Foto) unter der Leitung
des JuBüZ-Leiters und Diplom Theaterpädagogen Michael Lüdecke eine aus Textfragmenten, Improvisationen und autographischen Dialogen bestehende Eigenproduktion vor. Derzeit spielen im Ensemble 15 Spielerinnen und Spieler im Alter zwischen 18
und 72 Jahren. „Ehrenkämpfe“ ist das achte Stück der Theatertruppe und nach „Geschöpfe der Nacht“ (2011) die zweite komplett in
Eigenregie auf die Bühne gebrachte Eigenproduktion des Ensembles.
Willkommen in den Ferien: Die Stadtranderholung mit ihren vielfältigen Angeboten für die Oster-, Sommer- und Herbstferien ist seit
vielen Jahren eine feste Größe in Koblenz. Viele unterschiedliche Träger engagieren sich hier und leisten für berufstätige Eltern
nicht nur einen wichtigen Beitrag zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sondern bieten auch den Koblenzer Kindern,
deren Eltern nicht in Urlaub fahren können, spannende und erlebnisreiche Ferientage „vor der Haustür“. Im Vordergrund der
Stadtranderholung stehen Spiel, Spaß, Action, außerschulisches Lernen und das Schließen neuer Freundschaften. Zum vielseitigen
Freizeitprogramm zählen Ausflüge, Schwimmbadbesuche, Naturerlebnisse und kreative Angebote. Zu den beliebtesten und am
stärksten frequentierten Erholungsangeboten zählt der in den großen Ferien stattfindende „Bauspielplatz“ der
Jugendkunstqwerkstatt JuKuWe auf dem Gelände hinter der Conlog-Arena auf dem Oberwerth, auf dem normalerweise
Sozialdezernentin Marie-Theres Hammes-Rosenstein im Rahmen einer „Inspektion“ verschiedener Ferienangebote einen Besuch
abstattet. In 2015 wurde sie von Oberbürgermeister Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig vertreten, der hier von einer weiblichen
Delegation willkommen geheißen wird. Insgesamt nahmen an der Stadtranderholung im Jahr 2015 mehr als 600 Schängel im Alter
von 6 bis 12 Jahren teil.
Koblenz erhält eine Gemeindeschwester: Ministerpräsidentin Malu Dreyer (r.) und Sozialmninisterin Sabine Bätzing-Lichtenthäler
(l.) haben am 07. Juli 2015 in der Staatskanzlei Mainz die Urkunden zur Teilnahme am Modellprojekt „Gemeindeschwester pls“
überreicht. Aus 22 Bewerbungen waren der Landkreis Südliche Weinstraße in Kooperation mit der Stadt Landau, der Landkreis
Kaiserslautern in Kooperation mit der Stadt Kaiserslautern, die Stadt Koblenz, der Landkreis Neuwied, der Landkreis Birkenfeld, der
Landkreis Bitburg-Prüm und der Landkreis Alzey-Worms ausgewählt worden. Das am 01. Juli 2015 gestartete Projekt ist ein neues
präventives Angebot, das dazu beitragen soll, die Selbständigkeit älterer und hochbetagter Menschen möglichst lange zu erhalten.
Bei mit den KlientInnen vereinbarten Hausbesuchen erkennt die Gemeindeschwester plus frühzeitig Bedarfe, aber auch Risiken und
kann entsprechend gegensteuern. Darüber hinaus soll die Gemeindeschwester plus auch die aktive Nachbarschaft fördern, wie
dies z. T. auch Kirchen und Ortsgemeinden tun. Unser Foto zeigt Ministerpräsidentin Maul Dreyer und Sozialministerin Sabine
Bätzing-Lichtenthäler bei der Überreichung der Urkunde an Bürgermeisterin Marie-Theres Hammes-Rosenstein (2.v.l.) und Anne
Schnütgen, die das Projekt als Mitarbeiterin der Stabsstelle „Planung & Programme“ im Amt für Jugend, Familie, Senioren und
Soziales betreut.

Amt für Jugend, Familie, Senioren und Soziales
Jahresbericht 2015

Vorwort
Liebe Leserinnen, liebe Leser,

mit diesem Jahresbericht stellen wir Ihnen das breite Aufgabenspektrum des Amtes für Jugend,
Familie, Senioren und Soziales vor und möchten Sie kompakt über die Ergebnisse unserer Arbeit
im Jahr 2015 informieren.
Erneut bestand im vergangenen Jahr eine besondere Herausforderung darin, weitere Unterbringungsmöglichkeiten für die der Stadt Koblenz zugewiesenen Asylbewerber zu schaffen. Unter
extremem Zeitdruck mussten neue Unterkünfte gefunden und bereits beschlossene Planungen
den nicht vorhersehbaren Veränderungen in den Flüchtlingszahlen angepasst werden. Dieser umgehende Handlungsbedarf ergab sich dann auch für den Bereich der unbegleiteten ausländischen
Minderjährigen. Aufgrund einer gesetzlichen Änderung ist es zu einem starken Anstieg der Fallzahlen gekommen mit der Folge, dass auch hier in kurzer Zeit neue Betreuungsplätze eingerichtet
werden mussten.
Ein weiteres großes Themenfeld war und ist der bereits im Jahr 2014 erfolgte umfängliche Ausbau
der Kindertagesbetreuung. Um den Bedarf dauerhaft zu decken, müssen auch hier neue Kapazitäten geschaffen werden.
Die zuvor genannten Schwerpunktaufgaben, aber auch alle anderen Aufgaben, stellen hohe Anforderungen an unsere Arbeit. Daher danke ich allen Kolleginnen und Kollegen für die immer wieder
sehr engagierte Arbeit, oftmals verbunden mit der Leistung vieler Überstunden. Diesem besonderen Engagement gilt meine besondere Wertschätzung.
Danken möchte ich auch der Politik, die uns immer wieder im Stadtrat, Sozialausschuss und
Jugendhilfeausschuss in unseren Aufgaben unterstützt. Dank gilt weiterhin allen Kooperationspartnern für die stets vertrauensvolle Zusammenarbeit.
Sehr wichtige Pfeiler für unsere Arbeit sind unsere zuständige Dezernentin, Frau Bürgermeisterin
Marie-Theres Hammes-Rosenstein, und unser Oberbürgermeister, Herr Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig. Sie haben im Jahr 2015 gemeinsam mit dem gesamten Stadtvorstand Woche für
Woche wichtige Weichen für die Schaffung der erforderlichen Unterkunftskapazitäten gestellt. Dafür ein ganz herzliches Dankeschön!
Ich wünsche Ihnen allen viel Freude beim Lesen des Berichtes.
Mit freundlichen Grüßen
Martina Schüller
Leiterin des Amtes für Jugend, Familie, Senioren und Soziales
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Amt für Jugend, Familie, Senioren und Soziales
Jahresbericht 2015

Inhaltsverzeichnis

VORWORT ......................................................................................................................... 3
I EINLEITUNG ................................................................................................................ 10
1 Tendenzen und Schwerpunkte................................................................................ 10
1.1 DER BEREICH SOZIALES UND SENIOREN ............................................................. 10
1.2 DER BEREICH JUGEND UND FAMILIE .................................................................... 11
2 Haushaltsdaten 2015 .............................................................................................. 13
2.1 KONSUMTIVHAUSHALT ........................................................................................ 13
2.2 INVESTIVHAUSHALT ............................................................................................ 14
2.3 ERGEBNISHAUSHALT INSGESAMT......................................................................... 15
2.3.1
2.3.2
2.3.3

Entwicklung der Aufwendungen .....................................................................15
Entwicklung der Erträge .................................................................................15
Entwicklung des Zuschussbedarfs .................................................................15

3

Soziodemographische Daten der Stadt Koblenz ..................................................... 16
3.1 JUNGE MENSCHEN (UNTER 21 JAHREN) .............................................................. 16
3.2 PERSONEN IM ERWERBSFÄHIGEN ALTER (15 BIS UNTER 65 JAHRE)........................ 17
3.3 SENIOREN (65 JAHRE UND ÄLTER) ...................................................................... 18
3.4 (VOLLSTÄNDIGE) FAMILIEN UND ALLEINERZIEHENDE ............................................. 19
3.5 ANTEILE ALLEINERZIEHENDER............................................................................. 20
3.6 EINWOHNER MIT MIGRATIONSHINTERGRUND ........................................................ 21
3.7 ARBEITSLOSE .................................................................................................... 22
3.8 HILFEN ZUR ERZIEHUNG ..................................................................................... 23
II LEISTUNGSBEREICHE ............................................................................................... 24
1 Senioren und Soziales ............................................................................................ 24
1.1 GRUNDVERSORGUNG UND HILFEN GEM. SGB XII (PRODUKT 3111)....................... 24
1.1.1

Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung .....................................24
1.1.1.1
1.1.1.2
1.1.1.3

1.1.2

Entwicklungen in der Hilfe zum Lebensunterhalt (HLU)..................................25
1.1.2.1
1.1.2.2

1.1.3

Empfänger der Hilfe zur Pflege (ambulant/stationär) .................................. 26
Gesamtaufwendungen in der Hilfe zur Pflege (ambulant/stationär) ........... 27

Eingliederungshilfe .........................................................................................27
1.1.4.1
1.1.4.2

Seite | 4

Empfänger der HLU (ambulant/stationär) ................................................... 25
Bruttoaufwendungen in der
Hilfe zum Lebensunterhalt (ambulant/stationär).......................................... 26

Hilfe zur Pflege...............................................................................................26
1.1.3.1
1.1.3.2

1.1.4

Allgemeines ................................................................................................. 24
Empfänger der Grundsicherung (stationär / ambulant) ............................... 24
Aufwendungen / Erträge in der Grundsicherung ......................................... 25

Empfänger und erbrachte Leistungen in der Eingliederungshilfe ............... 27
Aufwendungen der Eingliederungshilfe (örtlicher/überörtlicher Träger) ...... 28

Amt für Jugend, Familie, Senioren und Soziales
Jahresbericht 2015

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1.1.4.3
1.1.4.4

1.1.5

Integrationshilfen an Schulen .......................................................................28
Gemeindepsychiatrischer Verbund (GPV) ...................................................28

Hilfen zur Gesundheit ....................................................................................29
1.1.5.1
1.1.5.2

Allgemeines ..................................................................................................29
Aufwendungen der ambulanten und stationären Krankenhilfe ....................30

1.2 HILFEN FÜR ASYLBEWERBER ............................................................................... 30
1.2.1
1.2.2

Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) .....................30
Empfänger nach dem AsylbLG ......................................................................31

1.3 SONSTIGE SOZIALE HILFEN UND LEISTUNGEN (PRODUKT 3511) ............................. 32
1.3.1
1.3.2

Landesblindengeld .........................................................................................32
Landespflegegeld...........................................................................................32

1.4 FRAUENHAUS ..................................................................................................... 33
1.5 SOZIALE EINRICHTUNGEN FÜR W OHNUNGSLOSE ................................................... 34
1.5.1
1.5.2

Menschen ohne Wohnung - Betreuungen durch den ASD .............................34
Übernachtungsheim .......................................................................................35
1.6.2.1
1.6.2.2

Anzahl und Altersstruktur der Bewohner .....................................................35
Übernachtungszahlen ..................................................................................36

1.6 WOHNGELD ....................................................................................................... 36
1.6.1
1.6.2
1.6.3
1.6.4

Allgemeines ...................................................................................................36
Zahlungen ......................................................................................................36
Hinweis auf statistische Daten .......................................................................37
Entwicklung und Ausblick...............................................................................37

1.7 SONSTIGE SOZIALE HILFEN UND LEISTUNGEN (PRODUKT 3511) ............................. 38
1.7.1. Offene Altenhilfe - Seniorenveranstaltungen ..................................................38
1.7.2 Koblenzer Seniorenbeirat...............................................................................39

1.8 AUßENDIENST UND SONSTIGE ÜBERPRÜFUNGEN ................................................... 41
1.9 WIDERSPRÜCHE ................................................................................................. 42
1.10 REFINANZIERUNG DER SOZIALHILFE ..................................................................... 43
1.10.1 Allgemeines ...................................................................................................43
1.10.2 Rückzahlungen von Dritten ............................................................................43
1.10.2.1 Einnahmen der Unterhaltsstelle ...................................................................43
1.10.2.2 Erstattung von Sozialleistungsträgern..........................................................44
1.10.2.3 Sonstige Ersatzleistungen Dritter .................................................................44

1.10.3 Kostenerstattung a.v.E. ..................................................................................44
1.10.4 Rückzahlung vom Hilfeempfänger (HE) .........................................................44
1.10.4.1 Darlehen .......................................................................................................44
1.10.4.2 Rückforderungen vom Hilfeempfänger ........................................................45
1.10.4.3 Zusammenfassung der Refinanzierung .......................................................45

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Jahresbericht 2015

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1.11 BETREUUNGSLEISTUNGEN .................................................................................. 46
1.11.1
1.11.2
1.11.3
1.11.4

Örtliche Betreuungsbehörde - Aufgaben ........................................................46
Art der Betreuung...........................................................................................47
Neue Betreuungsfälle: Altersstruktur und Geschlecht ....................................48
Förderung der Betreuungsvereine..................................................................48

1.12 GRUNDSICHERUNG FÜR ARBEITSUCHENDE/SGB II (PRODUKT 3121) ..................... 49
1.12.1
1.12.2
1.12.3
1.12.4
1.12.5
1.12.6

Allgemeines ...................................................................................................49
Bedarfsgemeinschaften und Personen (a.v.E.) ..............................................49
Gesamtaufwendungen der Stadt für SGB II ...................................................49
Laufende Leistungen Kosten der Unterkunft und Heizung nach SGB II .........50
Integration in Arbeit ........................................................................................50
Widersprüche etc. (SGB II) ............................................................................50

1.13 FÖRDERUNG VON TRÄGERN DER
WOHLFAHRTSPFLEGE/ZUSCHÜSSE (PRODUKT 3311) ........................................... 51
1.14 BILDUNGS- UND TEILHABELEISTUNGEN ................................................................ 51
1.14.1 Antragszahlen auf Leistungen des
Bildungs- und Teilhabepakets im Jahre 2015 ................................................52
1.14.2 Aufwendungen im Jahr 2015..........................................................................53
1.14.3 Gesamtaufwendungen seit 2011 ....................................................................53

1.15 UNTERHALTSVORSCHUSS (PRODUKT 3411)......................................................... 54
1.16 ELTERNGELD ..................................................................................................... 54
1.17 BETREUUNGSGELD ............................................................................................ 55
2 Kinder, Jugend und Familie..................................................................................... 56
2.1 UNTERBRINGUNG, VERSORGUNG UND BETREUUNG
AUSLÄNDISCHER KINDER UND JUGENDLICHER ...................................................... 56
2.2 KINDER- UND JUGENDFÖRDERUNG (PRODUKTE 3621, 3631, 3661) ...................... 58
2.2.1

Kinder- und Jugendarbeit ...............................................................................59
2.2.1.1
2.2.1.2
2.2.1.3
2.2.1.4
2.2.1.5
2.2.1.6
2.2.1.7
2.2.1.8

2.2.2

Jugendsozialarbeit .........................................................................................74
2.2.2.1

Seite | 6

Jugendbegegnungsstätte (JBS) „Haus Metternich“ .................................... 59
Jugendtreff Maulwurf im Kurt-Esser-Haus .................................................. 61
Jugend- und Bürgerzentrum Karthause (JuBüZ) ........................................ 63
Dezentrale mobile Jugendarbeit .................................................................. 66
Spielhaus - Spielmobil - Ausleihe ................................................................ 67
Stadtranderholung ....................................................................................... 69
Beteiligungsformen für Kinder und Jugendliche .......................................... 70
Öffentliche Spielflächen ............................................................................... 73
Förderung und Zusammenarbeit
mit freien Trägern der Jugendsozialarbeit ................................................... 74

Amt für Jugend, Familie, Senioren und Soziales
Jahresbericht 2015

Inhaltsverzeichnis

2.2.2.2.
2.2.2.3
2.2.2.4
2.2.2.5

Jugendberufshilfe .........................................................................................76
Sachbericht „Jobfux“ 2015 ...........................................................................78
Schulsozialarbeit ..........................................................................................79
Hausaufgabenhilfe .......................................................................................81

2.2.3 Kinder- und Jugendschutz .............................................................................82
2.2.4. Streetwork .......................................................................................................84

2.3 FÖRDERUNG VON KINDERN IN KINDERTAGESEINRICHTUNGEN
UND KINDERTAGESPFLEGE (PRODUKTE 3611,3651) ............................................. 86
2.3.1

Kindertagesstätten .........................................................................................86
2.3.1.1
2.3.1.2
2.3.1.3
2.3.1.4
2.3.1.5
2.3.1.6
2.3.1.7
2.3.1.8
2.3.1.9
2.3.1.10
2.3.1.11

2.3.2

Einrichtungen und Plätze .............................................................................87
Elternbeiträge ...............................................................................................89
Elternbeitragsfreiheit ....................................................................................90
Übernahme von Elternbeiträgen nach dem Kindertagesstättengesetz .......90
Berechnung einkommensabhängiger Elternbeiträge ...................................91
Betreuungsbonus .........................................................................................91
Sprachförderung...........................................................................................92
Zuwendungen an Freie Träger .....................................................................92
Fachkräftemangel.........................................................................................93
Kita!Plus - Gemeinsam mit Eltern: Das Kind im Blick ..................................93
Projekt „Helfer/innen in Kitas“ ......................................................................95

Kindertagespflege ..........................................................................................96

2.4 FÖRDERUNG DER ERZIEHUNG IN DER FAMILIE ....................................................... 98
2.4.1
2.4.2
2.4.3

Koblenzer Bündnis für Familie .......................................................................98
Netzwerk Kindeswohl (Produkt 3631) ............................................................99
Leistungen des Jugendamtes zur Förderung der Erziehung in der Familie .. 100

2.5 HILFE ZUR ERZIEHUNG / EINGLIEDERUNGSHILFE FÜR SEELISCH BEHINDERTE
JUNGE MENSCHEN / HILFE FÜR JUNGE VOLLJÄHRIGE (PRODUKT 3631) ................ 104
2.5.1
2.5.2
2.5.3
2.5.4
2.5.5
2.5.6
2.5.7
2.5.8
2.5.9
2.5.10
2.5.11

Allgemeines zum Aufgabenbereich .............................................................. 104
Erziehungsberatung ..................................................................................... 106
Soziale Gruppenarbeit ................................................................................. 106
Erziehungsbeistandschaften ........................................................................ 107
Sozialpädagogische Familienhilfe ................................................................ 107
Tagesgruppen-Erziehung............................................................................. 108
Vollzeitpflege ............................................................................................... 109
Hilfe zur Erziehung in Heimen und sonstigen betreuten Wohnformen .......... 110
Betreutes Wohnen (Wohngruppen- oder Einzelwohnen).............................. 111
Intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung ............................................ 112
Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche ............ 112

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Amt für Jugend, Familie, Senioren und Soziales
Jahresbericht 2015

Inhaltsverzeichnis

2.6 UMGANG MIT HINWEISEN AUF KINDESWOHLGEFÄHRDUNG (PRODUKT 3631) ........ 115
2.6.1
2.6.2

2.7
2.8
2.9
2.10

Schutzauftrag des Jugendamtes nach § 8a SGB VIII ...................................115
Inobhut- und Herausnahmen von Kindern und Jugendlichen .......................116

MITWIRKUNG IN VERFAHREN VOR DEN FAMILIENGERICHTEN (PRODUKT 3631) ...... 119
JUGENDGERICHTSHILFE (PRODUKT 3631) ......................................................... 121
ADOPTIONSVERMITTLUNGEN (PRODUKT 3631)................................................... 124
AMTSVORMUNDSCHAFTEN, AMTSPFLEGSCHAFTEN, BEISTANDSCHAFTEN,
BEURKUNDUNGEN, SORGEERKLÄRUNGEN (PRODUKT 3631) ............................... 125
2.10.1 Begriffsbestimmungen .................................................................................125
2.10.2 Beistandschaften .........................................................................................125
2.10.3 Amtsvormundschaften und Amtspflegschaften.............................................128

2.11 WIRTSCHAFTLICHE JUGENDHILFE (PRODUKT 3631)............................................ 130
2.11.1 Pflegegeld ....................................................................................................131
2.11.2 Leistungen zum Unterhalt junger Menschen in Einrichtungen ......................132

3

Planungsaufgaben ................................................................................................ 133
3.1 JUGENDHILFEPLANUNG (PRODUKT 3641) .......................................................... 133
3.1.1
3.1.2
3.1.3
3.1.4
3.1.5
3.1.6
3.1.7

Kindertagesstätten-Bedarfsplanung .............................................................133
Berichtswesen in der offenen und mobilen Jugendarbeit .............................134
Einzelfallbezogene Hilfen des Jugendamts ..................................................135
Frühe Hilfen, Familienbildung und Kita!Plus .................................................136
Arbeit des Jugendamts mit
Menschen und Familien mit Migrationshintergrund ......................................136
Förderprogramm Soziale Stadt ....................................................................137
Organisatorische Einbindung der Jugendhilfeplanung im Jahr 2015 ............137

3.2 SOZIALPLANUNG / SONSTIGE SOZIALE HILFEN UND LEISTUNGEN (PRODUKT 3511) 138
3.2.1

3.2.2

Kommunale Teilhabeplanung für Menschen mit
körperlicher und/oder geistiger Behinderung
des Landkreises Mayen-Koblenz und der Stadt Koblenz .............................138
Pflegestrukturplanung ..................................................................................140
3.2.2.1
3.2.2.2

3.2.3

Gremien und Arbeitsgemeinschaften ........................................................ 141
Routineabfragen ........................................................................................ 141

Bericht zur wirtschaftlichen und sozialen Lage .............................................141

3.3 ÖFFENTLICHKEITSARBEIT, STATISTIK, CONTROLLING .......................................... 142
3.3.1
3.3.2
3.3.3

4

Öffentlichkeitsarbeit ................................................................................... 142
Statistik ...................................................................................................... 142
Controlling.................................................................................................. 143

Mitarbeiterfortbildungen ........................................................................................ 144

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Amt für Jugend, Familie, Senioren und Soziales
Jahresbericht 2015

Inhaltsverzeichnis

III ANHANG..................................................................................................................... 145
1 Gesetzliche Änderungen mit erheblichen Auswirkungen auf die
Arbeit im Amt für Jugend, Familie, Senioren und Soziales ................................... 146
2 Organigramm des Amtes für Jugend, Familie, Senioren und Soziales .................. 148
3 Geschäftsverteilungsplan des
Amtes für Jugend, Familie, Senioren und Soziales* ............................................. 149
3.1 AMTSLEITUNG .................................................................................................. 149
3.2 STABSSTELLE PLANUNG UND PROGRAMME ........................................................ 149
3.3 ABTEILUNG I – VERWALTUNG ............................................................................ 150
3.4 ABTEILUNG II – LEISTUNGEN NACH SGB XII ....................................................... 152
3.5 ABTEILUNG III – SONSTIGE SOZIALLEISTUNGEN .................................................. 154
3.6 ABTEILUNG IV – KINDER, JUGEND UND FAMILIE .................................................. 155
3.7 ABTEILUNG V – KOMMUNALER SOZIALDIENST
UND ÖRTLICHE BETREUUNGSBEHÖRDE ............................................................... 159

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Amt für Jugend, Familie, Senioren und Soziales
Jahresbericht 2015

I

Einleitung

1

Tendenzen und Schwerpunkte

1.1

Der Bereich Soziales
und Senioren
Ehrennadel für soziales Engagement

Im Rahmen des Jugend- und Sozialempfangs
verliehen Oberbürgermeister Prof. Dr. Joachim
Hofmann-Göttig und Bürgermeisterin MarieTheres Hammes-Rosenstein am 22.01.2015
die Ehrennadel für soziales Engagement der
Stadt Koblenz an Frau Schwester Sixta,
Herrn Michael Hungerberg-Schüller und an
Herrn Hans-Jürgen Hoffmann. Darüber hinaus wurden mit Frau Lena Störk und Frau
Veronika Schäfer auch zwei Jugendliche für
ihr besonderes soziales Engagement mit der
Ehrennadel der Stadt Koblenz ausgezeichnet.

Ehrenamtskarte
Mit der Unterzeichnung der Vereinbarung zwischen dem Land Rheinland-Pfalz und der
Stadt Koblenz wurde auch in Koblenz die landesweite Ehrenamtskarte eingeführt. Im Dezember 2015 konnte Bürgermeisterin Frau
Hammes-Rosenstein die ersten Ehrenamtskarten im Rahmen einer kleinen Feierstunde
überreichen.

Gemeindeschwester Plus
Mit dem Landesprojekt Gemeindeschwester
Plus fiel der Startschuss für eine Maßnahme,
die hochbetagten Menschen eine verbesserte
Beratung im Vorfeld der Pflege ermöglichen
soll. Bei dem Modellprojekt Gemeindeschwe-

ster plus handelt es sich um „ein neues Angebot für hochbetagte Menschen, die noch keine
Pflegestufe haben, sondern
Unterstützung
und Beratung in ihrem aktuellen Lebensabschnitt“ benötigen. „Das Projekt trägt unter
dem Aspekt des Kümmerns erkennbarem
Unterstützungsbedarf vieler alter Menschen
Rechnung ... Wichtig ist, dass die Gemeindeschwester plus nicht zu Fragen der Pflege berät und keine Leistungen erbringt, die bereits
heute von ambulanten Pflegediensten oder
anderen geeigneten Anbietern erbracht und
von den Pflegekassen finanziert werden ...“
(Homepage MSAGD). Projektpartner ist das
Deutsche Rote Kreuz, projektverantwortlich die
Sozialplanung des Amtes.

Kommunale Teilhabeplanung
Die im Jahr 2014 ins Leben gerufene Arbeitsgruppe „Kommunale Aktionspläne“ erarbeitete
bei insgesamt sieben Sitzungen im vergangenen Jahr 50 Ziele und Maßnahmen für die
Region. Diese wurden in einem Aktionsplan
zusammengefasst und Ende 2015 von allen
politischen Gremien beschlossen. Handlungsfelder sind die Themen Arbeit, Wohnen, barrierefreie Kommunikation, Kultur, Sport und Freizeit.
Die Arbeit an der Umsetzung der verschiedenen Maßnahmen wurde bereits begonnen und
wird in 2016 fortgesetzt. Unter anderem ist
eine Version des Aktionsplanes in „leichter
Sprache“ in Arbeit .

Asyl
Die Zahl der Asylbewerber und Flüchtlinge in
Koblenz ist im Jahr 2015 erheblich angestie-

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Amt für Jugend, Familie, Senioren und Soziales
Jahresbericht 2015

gen. Hauptherkunftsländer sind Syrien, Eritrea,
Irak und einige Balkanstaaten. Um dem mit
dem Anstieg der Fallzahlen einhergehenden
steigenden Bedarf an Unterbringungsmöglichkeiten zu begegnen, wurde im Jahr 2015 in der
Schlachthofstraße auf dem ehemaligen Betriebsgelände des Eigenbetriebes Kommunaler
Servicebetrieb Koblenz eine städtisch betriebene Wohnanlage eingerichtet. Außerdem
wurden entsprechende Einrichtungen auf dem
Messegelände und in der ehemaligen Fritschkaserne bezugsfertig.
Im Frühjahr fand eine Sondersitzung des
Stadtrates zum Thema statt. Darüber hinaus
wurden Bürgerversammlungen durchgeführt.

1.2

Der Bereich Jugend und Familie

Das Jahr 2015 war im Jugendamt geprägt von
zwei Schwerpunktthemen. Dies war zum ersten der weitere Ausbau der Kindertagesbetreuung und zum zweiten die Vorbereitungen auf
das zum 01.11.2015 in Kraft getretene Gesetz
zur Verbesserung der Unterbringung, Versorgung und Betreuung ausländischer Kinder und
Jugendlicher.

Ausbau der Kindertagesbetreuung
In der jährlichen Fortschreibung der Kindertagesstättenbedarfsplanung ist das Jugendamt
bis zu Beginn des Jahres 2015 davon ausgegangen, dass die in 2014 fertig gestellten
neuen Gruppen in Güls, Rauental und Oberwerth sowie die beschlossenen Ausbaumaßnahmen freier Träger ausreichen, den Bedarf
an Kitaplätzen dauerhaft zu decken. Sehr früh
stellte sich heraus, dass ein darüber hinausge-

hender Kita-Ausbau notwendig wird, den der
Stadtrat in seiner Sitzung am 18.12.2015 abschließend beschlossen hat. Das aktuelle
Maßnahmenpaket beinhaltet den Neubau von
16 Gruppen, die zum Teil sanierungsbedürftige
kirchliche Einrichtungen ersetzen, aber auch
zusätzliche Plätze in den Stadtteilen schaffen,
in denen sich weitere Versorgungsengpässe
abzeichnen. Die Absprachen und Vorbereitungen hierzu erfolgten in Kooperation mit betroffenen Trägern und Eltern und dem städtischen
Zentralen Gebäudemanagement, das für die
Bauplanung und –ausführung verantwortlich
zeichnet. So werden bis 2018 auf der Karthause 6 Gruppen, in Neuendorf 4 Gruppen
und in den Stadtteilen Asterstein und Horchheimer Höhe je 3 neue Gruppen zu errichten sein.

Unbegleitete ausländische Minderjährige
Mit dem Gesetz zur Verbesserung der Unterbringung, Versorgung und Betreuung ausländischer Kinder und Jugendlicher wurde bundesweit ein Verteilungsverfahren für die jungen
Menschen eingeführt, die als Minderjährige
ohne ihre Eltern nach Deutschland kommen.
Sie werden nach dem sog. Königsteiner
Schlüssel auf alle Jugendämter in Deutschland
verteilt. Darüber hinaus legt das Gesetz verbindliche Verfahrensschritte fest, nach denen
sich die Jugendämter zu richten haben. In
Rheinland-Pfalz sollten ursprünglich die
Jugendlichen bei ihrer Ankunft von 4 Schwerpunktjugendämtern betreut und versorgt werden, die im Umgang mit den spezifischen
Problemlagen besondere Erfahrungen haben.
Nach einer Entscheidung des Stadtrates vom
15.10.2015 hat sich das Jugendamt Koblenz
gegenüber dem Ministerium zur Übernahme
dieser Aufgabe für die Region Rheinland-Pfalz
Ost bereit erklärt.
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Amt für Jugend, Familie, Senioren und Soziales
Jahresbericht 2015

Die gegen Ende des Jahres sprunghaft steigenden Flüchtlingszahlen ließen erkennen,
dass die Aufgaben von den 4 angedachten
Schwerpunktjugendämtern allein nicht zu bewältigen sind, so dass sich das Ministerium,
die kommunalen Spitzenverbände und die Jugendämter zu einer Übergangslösung bis
30.04.2016 verabredeten, nach der endgültig
entschieden werden soll, ob das angedachte
System der Schwerpunktjugendämter beibehalten und durch Landesrecht abgesichert
werden soll.
Unabhängig von dieser Frage hat sich das
Jugendamt seit Mitte des Jahres 2015 auf die
neue Herausforderung vorbereitet; dies umfasste die fachliche Einarbeitung aber auch die
organisatorischen und personellen Vorkehrungen. Zum Stichtag 31.12.2015 wurden in Koblenz 75 unbegleitete ausländische Minderjährige betreut. Hieran ist erkennbar, welchen
Raum diese Aufgabe zwischenzeitlich insbesondere im Allgemeinen Sozialdienst, in den

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Vormundschaften und in der Wirtschaftlichen
Jugendhilfe einnimmt.
Ein besonderes Dankeschön gilt an dieser
Stelle den freien Trägern, die das Jugendamt
bei der Bereitstellung von Plätzen und Betreuungsmöglichkeiten in einem Maße unterstützt
haben, das hohe Anerkennung verdient. Seit
Bekanntwerden der Eckpunkte für die neue
gesetzliche Regelung im Sommer 2015 haben
sich bislang 9 verschiedene Träger bereit erklärt, insgesamt mehr als 70 Betreuungsplätze
für Inobhutnahmen, stationäre Heimunterbringungen, betreutes Wohnen und in Gastfamilien
zusätzlich zu schaffen. Nur so konnte auf den
starken Anstieg der Fallzahlen fachlich angemessen reagiert werden.
Aber auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
im Jugendamt haben sich mit hohem Engagement und außergewöhnlicher Motivation den
Aufgaben gestellt. Auch ihnen gehört ein aufrichtiges Dankeschön.

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Jahresbericht 2015

2

Haushaltsdaten 2015

2.1

Konsumtivhaushalt

Ergebnisrechnung 2015

Erträge

Produkt 3111

Grundversorgung und Hilfen gem.SGB XII

Produkt 3121

Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II)

Produkt 3122

Leistungen z.Sicherung d.Lebensunterhaltes* (BuT/SGB II)

Produkt 3131

Hilfen für Asylbewerber

Produkt 3141

Aufwendungen Zuschussbedarf

32.577.300 €

56.167.599 €

23.590.299 €

8.912.562 €

22.246.644 €

13.334.082 €

632.456 €

519.330 €

- 113.126 €

5.256.009 €

8.326.663 €

3.070.654 €

Soziale Einrichtungen

-€

166.869 €

166.869 €

Produkt 3211

Kriegsopferfürsorge

-€

-€

-€

Produkt 3311

Förderung von Trägern der Wohlfahrtspflege

224.806 €

825.954 €

601.148 €

Produkt 3411

Unterhaltsvorschussleistungen

1.378.571 €

2.104.250 €

725.679 €

Produkt 3431

Betreuungsleistungen

852 €

338.413 €

337.561 €

Produkt 3511

Sonstige soziale Hilfen und Leistungen

882.484 €

2.103.085 €

1.220.601 €

Produkt 3521

Bildung und Teilhabe (BKGG)

3.328 €

252.313 €

248.985 €

Produkt 3611

Förd. v. Kindern in Tageseinrichtungen und in Tagespflege

13.065.295 €

28.102.985 €

15.037.690 €

Produkt 3621

Jugendarbeit

17.701 €

585.955 €

568.254 €

Produkt 3631

Sonstige Leistungen der Kinder-, Jugend u. Familienhilfe

3.499.996 €

20.385.622 €

16.885.626 €

Produkt 3641

Jugendhilfeplanung

96 €

69.795 €

69.699 €

Produkt 3651

Tageseinrichtungen für Kinder

1.659.245 €

4.188.058 €

2.528.813 €

Produkt 3661

Einrichtungen der Jugendarbeit

286.773 €

2.389.710 €

2.102.937 €

68.397.474 €

148.773.245 €

80.375.771 €

Konsumtivhaushalt insgesamt:

Quelle: Ergebnishaushalt 2015
* Hier sind alle Erträge für die Aufwendungen der Umsetzung des Bildungs- und Teilhabepaketes (incl. Verwaltungskosten) erfasst

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Jahresbericht 2015

2.2

Investivhaushalt

Finanzrechnung 2015

Einzahlungen

I50Q500002 Spiel- und Bolzplätze

Auszahlungen

Zuschussbedarf

10.501 €

79.663 €

69.162 €

I50Q500003 Jugendbegegnungsstätten/Jugendtreffs

2.353 €

4.564 €

2.211 €

I50Q500004 Tageseinrichtungen für Kinder (eigene)

-€

3.646 €

3.646 €

415.896 €*

- 11.432 €**

427.328 €

I50P501009 Kita „Pusteblume“/Neuendorf (eigene)

23.105 €*

2.016 €

- 21.089 €

I50P501010 Neubau Kinderkrippe „St.Kastor“

23.105 €*

-€

- 23.105 €

I50P501018 Erweiterung Kita Regenbogen/südl.Vorstadt

46.211 €*

-€

- 46.211 €

I50P501028 Kita „Sonnenblume“/Niederberger Höhe

23.105 €*

-€

- 23.105 €

I50P501032 Kita „St.Laurentius“/Moselweiß

23.105 €*

-€

- 23.105 €

I50P501035 Umbau Kita „St.Beatus“/Karthause

23.105 €*

178.240 €

155.135 €

I50P501039 U3-Ausbau Kita „St.Antonius“/Lützel

23.105 €*

16.500 €

- 6.605 €

I50P501040 Kita „St. Mauritius“/Rübenach

23.105 €*

-€

- 23.105 €

I50P501041 U3-Ausbau Kita „St.Aldegundis“/Arzheim

-€

4.127 €

4.127 €

I50P501042 Außenspielgelände Kita „Sonnenschein“/A. d. Christuskirche

-€

1.078 €

1.078 €

636.696 €

278.402 €

358.294 €

I50Q500005 Förderung von Kindern in Tageseinrichtungen (freie Träger)

Investivhaushalt insgesamt:

Die Kita-Neubauten/Erweiterungen sowie die Asylbewerberunterkünfte werden beim Amt 65/ZGM (Zentrales Gebäudemanagement) im
Jahr 2015 mit einem Gesamtausgabevolumen in Höhe von rund 2.520.000 € abgewickelt.
*einmalige Einzahlung Investitionskosten U3-Ausbau
**buchtechnische Darstellung aufgrund Rückzahlung Investitionskosten

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Jahresbericht 2015

2.3

Ergebnishaushalt insgesamt

2.3.1

Entwicklung der Aufwendungen

160.000.000 €
140.000.000 €

Jugend

Soziales

Gesamt

120.000.000 €
100.000.000 €
80.000.000 €
60.000.000 €
40.000.000 €
20.000.000 €
0€
Jugend
Soziales
Gesamt

2.3.2

2011
44.233.367 €
76.063.235 €
120.296.602 €

2012
48.731.404 €
79.775.804 €
128.507.208 €

2013
50.185.778 €
83.150.316 €
133.336.094 €

2014
52.943.522 €
87.142.319 €
140.085.841 €

2015
55.722.125 €
93.051.120 €
148.773.245 €

2013
18.673.215 €
40.645.334 €
59.318.549 €

2014
18.405.105 €
42.893.911 €
61.299.016 €

2015
18.529.106 €
49.868.368 €
68.397.474 €

2013
31.512.563 €
42.504.982 €
74.017.545 €

2014
34.538.417 €
44.248.408 €
78.786.825 €

2015
37.193.019 €
43.182.752 €
80.375.771 €

Entwicklung der Erträge

80.000.000 €
70.000.000 €

Jugend

Soziales

Gesamt

60.000.000 €
50.000.000 €
40.000.000 €
30.000.000 €
20.000.000 €
10.000.000 €
0€
Jugend
Soziales
Gesamt

2.3.3

2011
15.235.247 €
31.365.103 €
46.600.350 €

2012
19.637.859 €
36.405.021 €
56.042.880 €

Entwicklung des Zuschussbedarfs

90.000.000 €
80.000.000 €

Jugend

Soziales

Gesamt

70.000.000 €
60.000.000 €
50.000.000 €
40.000.000 €
30.000.000 €
20.000.000 €
10.000.000 €
0€
Jugend
Soziales
Gesamt

2011
28.998.120 €
44.698.132 €
73.696.252 €

2012
29.093.545 €
43.370.783 €
72.464.328 €

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Jahresbericht 2015

3

Soziodemographische Daten der Stadt Koblenz

3.1

Junge Menschen (unter 21 Jahren)

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Amt für Jugend, Familie, Senioren und Soziales
Jahresbericht 2015

3.2

Personen im erwerbsfähigen Alter (15 bis unter 65 Jahre)

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3.3

Senioren (65 Jahre und älter)

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3.4

(Vollständige) Familien und Alleinerziehende

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3.5

Anteile Alleinerziehender

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3.6

Einwohner mit Migrationshintergrund

Migrationshintergrund
Der Begriff der Bevölkerung mit Migrationshintergrund
berücksichtigt die erste und zweite Staatsbürgerschaft „nicht
deutsch“, vorgenommene Einbürgerungen und den Geburtsort im
Ausland. Darüber hinaus erhalten im Haushalt lebende Kinder den
so genannten „haushaltsbezogenen“ Migrationshintergrund, wenn
mindestens ein Elternteil Migrationshintergrund aufweist.

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3.7

Arbeitslose

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3.8

Hilfen zur Erziehung

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Jahresbericht 2015

II

Leistungsbereiche

1

Senioren und Soziales

1.1

Grundversorgung und Hilfen gem. SGB XII (Produkt 3111)

1.1.1

Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung

1.1.1.1 Allgemeines
Vor allem ältere Menschen machen Sozialhilfeansprüche oft nicht geltend, weil sie den Unterhaltsrückgriff auf ihre Kinder befürchten. Diese Hauptursache für verschämte Altersarmut soll durch die
zum 01.01.2003 eingeführte Grundsicherung (GruSi) wegfallen. Das Wichtigste im Überblick:
Antragsberechtigt sind Personen, die die Altersgrenze erreicht haben, oder aus
medizinischen Gründen dauerhaft voll Erwerbsgeminderte ab 18 Jahren außerhalb und
innerhalb von Einrichtungen (a.v. E. - ambulant / i.v.E. - stationär).
Die Leistung ist abhängig von der Bedürftigkeit; eigenes Einkommen und Vermögen sind
wie in der Sozialhilfe zu berücksichtigen, gegenüber Kindern und Eltern mit einem
Jahreseinkommen von unter 100.000 € findet kein Unterhaltsrückgriff statt.
Die GruSi-Leistung entspricht der Hilfe zum Lebensunterhalt a. v. E. nach SGB XII.
Die Rentenversicherungsträger sind verpflichtet, über die Leistungsvoraussetzungen zu
informieren, zu beraten und bei der Antragstellung zu unterstützen – auch durch
Weiterleitung von Anträgen an den Träger der Grundsicherung.
Träger der Grundsicherung ist der Bund; die Aufgaben werden im Land Rheinland-Pfalz
von den Landkreisen und kreisfreien Städten wahrgenommen.
1.1.1.2 Empfänger der Grundsicherung (stationär / ambulant)
3000
2.585

2.536
stationär

ambulant

gesamt

2.049
2000

2.299
2.155

1.842

1.763

2.150

2.077

1.973

1000
459

326

313

286

435

0

2011

2012

Quelle: eigene Erhebungen; Verlaufszahlen des gesamten Jahres

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2013

2014

2015

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Jahresbericht 2015

1.1.1.3 Aufwendungen / Erträge in der Grundsicherung
2011

2012

2013

2014

2015

Bruttoausgaben … stationär

1.323.404 €

1.501.367 €

1.523.905 €

1.571.808 €

1.525.813 €

ambulant

8.795.195 €

9.521.494 €

10.394.322 €

11.177.342 €

11.881.521 €

gesamt 10.118.599 €

11.022.861 €

11.918.227 €

12.749.150 €

13.407.334 €

Einnahmen / Erträge … stationär

808.296 €

873.331 €

921.832 €

1.630.340 €

1.570.240 €

ambulant

1.513.022 €

4.046.416 €

8.219.132 €

11.218.159 €

11.873.758 €

gesamt

2.321.318 €

4.919.747 €

9.140.964 €

12.848.499 €

13.443.998 €

Netto-Ausgaben … stationär

532.848 €

628.036 €

602.073 €

-58.532 €

-44.427 €

ambulant

6.819.718 €

5.475.078 €

2.175.190 €

-40.817 €

7.763 €

gesamt

7.797.281 €

6.103.114 €

2.777.263 €

-99.349 €

-36.664 €

Grundsicherung: Aufwendungen / Erträge

Bruttoausgaben / Aufwendungen

Einnahmen / Erträge*

Netto-Ausgaben / Aufwendungen

Quelle: eigene Berechnungen/Statistik Amt 50, Stichtagserhebung zum 31.12. eines jeden Jahres
* ab 2012 wurden die Bundeszuweisungen deutlich erhöht (2012 = 45%; 2013 = 75%), ab 2014 erhalten wir 100 % der Nettoaufwendungen. Durch die geänderte Abrechnungssystematik kam es zu Verschiebungen, weiter ergeben sich aber auch Verschiebungen
durch die Ertrags- und Finanzrechnung.

1.1.2

Entwicklungen in der Hilfe zum Lebensunterhalt (HLU)

1.1.2.1 Empfänger der HLU (ambulant/stationär)
Seit dem 01.01.2005 kommt HLU i. d. R. nur noch für diejenigen Personen in Betracht, die länger
als 6 Monate, aber nicht dauerhaft erwerbsunfähig sind.
1000

Personen ambulant

Personen stationär
806

HLU-Empfänger ambulant / stationär
849

855

842

800
655

639

606
600

400

200

594

548

355

200

193

248

216

194

0

2011

2012

2013

2014

2015

Quelle: Controlling-Erhebungen Amt 50; seit dem 01.01.2012 Erhebung von Verlaufszahlen, davor Stichtagserhebung zum 31.12. eines
jeden Jahres

Seite | 25

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Jahresbericht 2015

1.1.2.2 Bruttoaufwendungen in der Hilfe zum Lebensunterhalt (ambulant/stationär)
1.500.000 €

500.000 €

1.331.400 €

801.457 €
529.943 €

701.485 €

1.300.662 €

Bruttoaufwendungen gesamt

599.177 €

1.112.128 €

553.982 €

558.146 €

Bruttoaufwendungen a. v. E. (ambulant)

1.033.550 €

542.464 €

491.086 €

657.812 €

473.247 €

1.000.000 €

1.131.059 €

Bruttoaufwendungen i. v. E. (stationär)

0€

2011

2012

2013

2014

2015

Quelle: Controlling-Erhebungen Amt 50

1.1.3

Hilfe zur Pflege

1.1.3.1 Empfänger der Hilfe zur Pflege (ambulant/stationär)
1.200
ambulant

stationär

gesamt

1.123

1.090

1.061

1.053

1.101

900

626

495

475

459

427

628

615

602

600

614
487

300

0

2011

2012

2013

Quelle: eigene Erhebungen aus Care4; Verlaufszahlen des gesamten Jahres

Seite | 26

2014

2015

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Jahresbericht 2015

1.1.3.2 Gesamtaufwendungen in der Hilfe zur Pflege (ambulant/stationär)
Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen nimmt aufgrund des demographischen Wandels weiter
zu. Die steigenden Kosten für die pflegerische Versorgung werden bei sozialhilfebedürftigen Menschen voll aus der Sozialhilfe finanziert, wenn die budgetierten Leistungen der Pflegekassen bereits ausgeschöpft sind.

9.680.773 €

6.087.251 €

3.447.430 €

3.593.522 €

6.410.494 €

9.370.905 €

6.395.620 €

8.997.855 €

2.975.285 €

2.320.368 €

2.752.545 €

5.000.000 €

2.500.000 €

Gesamtsumme

6.245.310 €

7.500.000 €

stationär

8.635.184 €

6.314.816 €

ambulant

9.857.924 €

10.000.000 €

0€

2011

2012

2013

2014

2015

Quelle: Statistiken der Ausgabe der Sozialhilfe

1.1.4

Eingliederungshilfe

1.1.4.1 Empfänger und erbrachte Leistungen in der Eingliederungshilfe

1.403

1.416

444

556
403

440

417

411

392

559

563

1.133

1.150

1.366
443

561
399

515

445

393

600

1.067

1.111

1.353
1.055

1.200

900

1.403

1.500

300
Empfänger

Leistungen gesamt

davon vollstatationär

davon teilstationär

davon ambulant

-

2011

2012

2013

2014

2015

Quelle: eigene Erhebungen aus Care4; Verlaufszahlen des gesamten Jahres

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Jahresbericht 2015

1.1.4.2 Aufwendungen der Eingliederungshilfe (örtlicher/überörtlicher Träger)
30.000.000 €

22.644.273 €

25.124.861 €

24.626.262 €

22.101.441 €

15.000.000 €

21.696.564 €

19.685.576 €

20.000.000 €

22.541.472 €

25.000.000 €

Gesamtsumme

26.562.879 €

stationär u. teilstationär/überörtl. Träger

22.849.347 €

ambulant/überörtl. Träger

25.823.312 €

ambulant/örtl. Träger

2.388.072 €

1.325.460 €

1.969.054 €

1.209.985 €

2.132.189 €

891.231 €

2.082.106 €

847.592 €

2.101.457 €

5.000.000 €

754.439 €

10.000.000 €

0€

2011

2012

2013

2014

2015

Quelle: Statistiken der Ausgabe der Sozialhilfe

1.1.4.3 Integrationshilfen an Schulen
Vor dem Hintergrund, dass sich immer mehr Eltern für eine Beschulung ihrer beeinträchtigten Kinder an Regelschulen entscheiden, erhält die Frage nach angemessener Förderung, beispielsweise
durch Integrationshilfen für diese Kinder, eine immer größere Bedeutung. Die rheinland-pfälzische
Landesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, dass bis zum Jahr 2016 rund 40% der behinderten
Erst- bis Zehntklässler Regelschulen besuchen.
In 2015 wurden in 24 Fällen Leistungen für Integrationshilfen an Schulen nach den §§ 53 ff SGB
XII finanziert. Das Land beteiligte sich erstmals an den Aufwendungen für Integrationshilfe für
behinderte Kinder an Schulen durch einen Unterstützungsfonds mit 290.000 €.

1.1.4.4 Gemeindepsychiatrischer Verbund (GPV)
Da der interne Jahresbericht 2015 der Koordinierungsstelle für Psychiatrie bei Redaktionsschluss
nicht vorlag, kann an der gewohnten Stelle nicht über die Tätigkeit des gemeindepsychiatrischen
Verbundes berichtet werden. Nähere Informationen können direkt über die Psychiatriekoordination
beim Gesundheitsamt Mayen-Koblenz, Neversstraße 4-6, 56068 Koblenz, erfragt werden.

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Jahresbericht 2015

1.1.5

Hilfen zur Gesundheit

1.1.5.1 Allgemeines
Seit dem 1. Januar 2004 erfolgt die sozialhilferechtliche Gewährung der Hilfe zur Gesundheit gem.
§ 264 SGB V durch die gesetzlichen Krankenkassen sowohl für ambulante, als auch für stationäre
Leistungen. Die Kosten werden den Krankenkassen durch den Sozialhilfeträger erstattet. Bis zum
30.06.2005 waren Verwaltungskosten in Höhe von 5 % der abgerechneten Leistungsaufwendungen an die jeweils beauftragte gesetzliche Krankenkasse zu leisten. Zum 01.07.2005 trat die Stadt
Koblenz der „Rahmenvereinbarung zur Umsetzung der Leistungserbringung nach § 264 SGB Abs.
2 bis 7 SGB V“ der AOK Rheinland-Pfalz bei. Aufgrund dieser Rahmenvereinbarung werden seitdem nur noch 4,6 % der abgerechneten Leistungsaufwendungen als Verwaltungskosten an die
AOK Rheinland-Pfalz gezahlt.
Die Abrechnung der Krankenkassen erfolgt quartalsweise und personenbezogen; es folgen in jedem Quartal Nachberechnungen für bereits vergangene Quartale. Nach der sachlichen und rechnerischen Prüfung werden die Daten durch manuelle Eingabe in der EDV (größtenteils über die
Schnellerfassung) eingespielt und verbucht. Abrechnungen von Krankenhilfeleistungen außerhalb
des § 264 SGB V (Asylbewerber, Privatversicherte, Beihilfeberechtigte sowie in Einzelfällen auch
SGB XII-Berechtigte ohne Krankenversicherungsschutz) werden unmittelbar vom Krankenhilfesachgebiet bearbeitet, geprüft, erfasst und gezahlt. Gleiches gilt für Anträge auf Kostenübernahmen für stationäre Aufenthalte außerhalb des § 264 SGB V. Anträge der Leistungserbringer (Krankenhäuser, Ärztenotdienst, Krankentransportunternehmen) auf Kostenübernahme von ambulanten
und stationären Leistungsaufwendungen der Hilfe bei Krankheit oder aufgrund von Notfällen bei
Personen, die keine laufenden Leistungen nach dem SGB XII erhalten und nicht krankenversichert
sind, werden hier bearbeitet.
Darüber hinaus werden Anträge von Hilfebedürftigen, die keinen Anspruch auf Hilfe zum Lebensunterhalt bzw. Grundsicherung haben, die jedoch die Voraussetzungen für die Krankenhilfe nach
dem SGB XII erfüllen, im Sachgebiet Krankenhilfe geprüft und bearbeitet. Eventuelle Eigenanteile
und Kostenbeteiligungen werden festgesetzt und eingefordert. Auch dieser Personenkreis wird,
sofern kein übersteigendes Einkommen vorhanden ist, im Rahmen des § 264 SGB V versorgt. Die
Personen, bei denen übersteigendes Einkommen nach § 85 SGB XII festgestellt wird, erhielten in
Einzelfällen Krankenscheine nach Bedarf. Erstattungsanträge an die Beihilfestellen, privaten und
gesetzlichen Krankenversicherungen werden nach Eingang, Prüfung und Zahlung der Rechnungen beziffert, die Zahlungen eingefordert und der Zahlungseingang überwacht.
Durch das Gesetz zur Stärkung des Wettbewerbs in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKVWSG) vom 26.03.2007 wurde mit Wirkung zum 01.04.2007 die Versicherungspflicht in der Krankenversicherung für Personen eingeführt, die keinen anderweitigen Anspruch auf Absicherung im
Krankheitsfall haben und die zuletzt gesetzlich krankenversichert waren. Hiervon profitieren auch

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Jahresbericht 2015

Personen, die zwar ihren laufenden Lebensunterhalt selbst sicherstellen konnten, aber wegen des
fehlenden Krankenversicherungsschutzes im Krankheitsfalle auf Gewährung von Krankenhilfe
nach dem 5. Kapitel des SGB XII angewiesen waren. Die kommunalen Sozialhilfeträger tragen in
diesen Fällen nur noch die Kosten für die Versicherungsbeiträge und nicht mehr die tatsächlich
anfallenden Krankhilfekosten.

1.1.5.2 Aufwendungen der ambulanten und stationären Krankenhilfe
4.000.000 €

2.826.081 €

gesamt

1.281.844 €

1.544.237 €

stationär

3.384.218 €

1.547.732 €

1.836.486 €

2.509.365 €

1.193.803 €

2.908.667 €

1.315.562 €

1.500.000 €

1.508.141 €

2.000.000 €

1.884.569 €

2.500.000 €

1.775.763 €

3.000.000 €

1.400.526 €

3.500.000 €

3.660.332 €

ambulant

1.000.000 €
500.000 €
0€

2011

2012

2013

2014

2015

Quelle: eigene Erhebungen aus Care4

1.2

Hilfen für Asylbewerber

1.2.1

Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG)

Die Zahl der Asylbegehrenden in der BRD ist erneut gestiegen. Von einer weiterhin steigenden
Tendenz ist auszugehen. Zu den Leistungsberechtigten nach den Bestimmungen des AsylbLG
zählen neben Asylbegehrenden im laufenden Asylverfahren auch abgelehnte, jedoch ausländerrechtlich geduldete Asylbegehrende und Personen mit bestimmten Aufenthaltstiteln. Mit Urteil vom
18.07.2012 hat das Bundesverfassungsgericht festgestellt, dass die Bestimmungen des Asylbewerberleistungsgesetzes, die die Grundleistungen regeln, mit dem Grundgesetz nicht vereinbar
sind. Das Gericht sah eine Verletzung des Grundrechts auf Gewährleistung eines menschenwürdigen Existenzminimums in Verbindung mit dem Sozialstaatsprinzip. Zum 01.08.2012 wurden daher
die seit 1993 unveränderten Grundleistungen angehoben, was mit zu einem Anstieg der Ausgaben
im Jahr 2012 führte.

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Jahresbericht 2015

Für einige Leistungsbezieher gewährt das Land eine Erstattung nach den Bestimmungen des Landesaufnahmegesetzes Rheinland-Pfalz (LAufnG). Diese bezifferte sich seit dem 01.01.2005 auf
monatlich 312 € pro Person. Infolge der Erhöhung der Grundleistungen wurde dieser Betrag angepasst. Die Pauschale beträgt nun monatlich 513 € pro Person. Von den 1.234 Leistungsempfängern waren 916 zum Stichtag 31.12.2015 mit dem Land abrechenbar.
Seit dem Jahr 2015 hat die Stadt Koblenz zwei eigene Asylbewerberunterkünfte in der Schlachthofstraße 34 - 44 und auf dem Gelände der Fritsch-Kaserne.
Hilfen für Asylbewerber:
Erträge und Aufwendungen

2011

2012

2013

Ausgaben

1.611.604 €

1.751.551 €

3.003.610 €

4.122.665 € 8.126.052 €

Erstattung durch das Land

368.222 €

423.024 €

795.193 €

1.074.306 € 4.892.146 €

sonstige Einnahmen

31.830 €

55.665 €

73.299 €

260

272

459

Empfänger zum 31.12. d. J.

1.2.2

2014

126.931 €
644

2015

360.225 €
1.234

Empfänger nach dem AsylbLG

1500
Empfänger

8.126.052 €

Ausgaben

9.000.000 €

1200
6.000.000 €
900
4.122.665 €
3.003.610 €

600

3.000.000 €
1.611.604 €

1.751.551 €

260

272

459

644

1.234

2011

2012

2013

2014

2015

300

0

0€

Quelle aller Daten: Erhebungen des Sachgebietes

Seite | 31

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Jahresbericht 2015

1.3

Sonstige soziale Hilfen und Leistungen (Produkt 3511)

1.3.1

Landesblindengeld

Das Landesblindengeld beträgt seit dem 01.05.2003 monatlich 410 €. Bei blinden Menschen, die
im April 2003 Blindengeld erhalten haben, beträgt das Blindengeld 529,50 €/Monat (§ 2 Abs. 1
LBlindenGG). Blinde, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, erhalten 50% der genannten Beträge (§ 2 Abs. 2 LBlindenGG).
Jahr:

2011

2012

2013

2014

2015

Empfänger < 18 Jahre gesamt

6

3

4

3

3

Empfänger ≥ 18 Jahre gesamt

202

212

216

213

208

Empfänger insgesamt

208

215

220

216

211

Empfänger zum Stichtag 31.12.

188

188

194

189

189

Gesamtaufwand

966.430 €

953.988 €

995.891 €

983.570 €

941.754 €

Quelle: Ergebnishaushalt 2012 / Anm.: Das Land trägt den Aufwand des Landesblindengeldes zu 2/3, die Kommunen zu 1/3 (§ 11 Abs.
2 LBlindenGG). Der Anteil der Rückforderungen wurde nicht berücksichtigt

1.3.2

Landespflegegeld

Das Landespflegegeld beträgt nach § 3 LPflGG monatlich 384 €. Schwerbehinderte unter 18 Jahren erhalten 50% dieses Betrages.
Jahr:

2011

2012

2013

2014

2015

Empfänger < 18 Jahre gesamt

1

1

1

2

2

Empfänger ≥ 18 Jahre gesamt

27

40

40

38

43

Empfänger insgesamt

28

41

41

40

45

Empfänger zum Stichtag 31.12.

23

34

40

35

37

Gesamtaufwand

83.498 €

110.025 €

120.679 €

123.060 €

131.662 €

Quelle: Ergebnishaushalt 2013 / Anm.: Das Land trägt den Aufwand des Landespflegegeldes zu 1/4, die Kommunen zu 3/4 (§ 13 Abs. 2
LPflGG). Der Anteil der Rückforderungen wurde nicht berücksichtigt

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1.4

Frauenhaus

Das Frauenhaus Koblenz steht unter der Trägerschaft des Sozialdienstes katholischer Frauen
(SKF) und bietet Hilfe suchenden Frauen mit deren Kindern aus den verschiedensten Regionen
Deutschlands und – vereinzelt – auch aus dem Ausland in den vorhandenen acht Wohneinheiten
Zuflucht.
Im Jahr 2015 lag die Auslastung der Wohneinheiten des Frauenhauses bei 2.501 von möglichen
2.920 Belegungseinheiten, das entspricht einer Auslastung von 85,65 %. Insgesamt wurden 23
Frauen und 28 Kinder aufgenommen, von denen 2 Frauen aus Koblenz, 13 aus dem restlichen
Rheinland-Pfalz, 7 aus anderen Bundesländern und 1 aus dem Ausland kamen. 9 der aufgenommenen Frauen kamen ohne Kinder. 1 der insgesamt 28 Kinder stammt aus Koblenz. Die Belegung
des Frauenhauses in den Jahren 2011 bis 2015 und den Vergleich der Belegungsanteile an den
Belegungstagen zeigt nachfolgende Tabelle:
Frauenhaus Koblenz: Herkunfts- und Belegungsstatistik 2011 – 2015
Stadt Koblenz

Landkreise & Inland

Ausland

Insgesamt

Familienverbände
2011

12

37

2

51

2012

9

37

1

47

2013

6

34

-

40

2014

5

24

-

29

2015

2

20

1

23

Belegung in Tagen
2011

341

4.250

138

4.729

2012

716

4.450

18

5.184

2013

314

5.149

-

5.463

2014

269

4.428

-

4.697

2015

227

4.563

4

4.794

Belegungsanteil*
2011

7,21 %

89,87 %

2,92 %

100 %

2012

13,81 %

85,84 %

0,35 %

100 %

2013

5,75 %

94,25 %

-

100 %

2014

5,73 %

94,27 %

-

100 %

2015

4,74 %

95,18 %

0,08 %

100 %

Quelle: SKF, eigene Berechnungen

* Anteil bezogen auf 4.794 = volle Auslastung

Seite | 33

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Jahresbericht 2015

1.5

Soziale Einrichtungen für Wohnungslose

1.5.1

Menschen ohne Wohnung - Betreuungen durch den ASD

Menschen ohne Wohnung haben Anspruch auf psychosoziale Beratung und Unterstützung. Hierbei kann die Überwindung von Wohnungslosigkeit als Ziel verfolgt werden. Auf Grundlage des § 11
SGB XII und des § 16 SGB II sind zwei Mitarbeiter des Allgemeinen Sozialdienstes (ASD) neben
der zu leistenden Bezirkssozialarbeit mit der Wahrnehmung des Sachgebiets „Menschen ohne
Wohnung“ befasst. Eine Mitarbeiterin ist für weibliche Wohnungslose und ein Mitarbeiter für männliche Wohnungslose zuständig.
Für Personen, die den Wunsch nach Überwindung der Wohnungslosigkeit erklärten, stellten sich
die Aufgabenschwerpunkte wie folgt dar:
•

•

•
•
•

Kontaktaufnahme zum Hilfesuchenden und Einleitung eines Beratungs- und
Hilfeplanprozesses; psychosoziale Beratung zur Überwindung der schwierigen
Lebenssituation
Vermittlung und unterstützende Sachklärung bei der Geltendmachung von
Ansprüchen beim JobCenter der Stadt Koblenz zur Absicherung des
Lebensunterhaltes sowie Aufbau einer neuen Wohnexistenz
Erstellen und Abarbeiten eines individuellen Hilfeplanes (u. a. Hilfe bei der
Wohnungssuche), ggf. Prüfen eines späten Jugendhilfebedarfs
Beratung und Unterstützung nach Anmietung einer eigenen Unterkunft zur
Stabilisierung des Erreichten
Beratung und Information zu den Möglichkeiten des Betreuten Wohnens nach
§§ 67, 68 SGB XII, je nach individueller Bedarfslage, sowie gegebenenfalls
Berichterstattung an die Abteilung „Leistungen nach SGB XII“ des Amtes 50.

Im Jahr 2015 erfolgte in rund 60 Fällen psychosoziale Beratung und Unterstützung hinsichtlich der
Überwindung von Wohnungslosigkeit. Besondere Tendenz: qualitative Zunahme der begleitenden
Bedarfslagen des Themas Wohnungslosigkeit (z.T. Mehrfachnennungen):
•

Schwangere und junge Mütter mit Kleinkindern mit Abklärung der
Kinderschutzsituation und ggf. Einleitung von Mutter-Kind-Hilfen

•

junge Volljährige zwischen dem 18. und 21. Lebensjahr: Klärung finanzieller
Anspruchsgrundlagen und ggf. Prüfung eines möglichen Jugendhilfeanspruchs;
häufig nach Situationen des Rausschmisses bei Erreichen der Volljährigkeit
sowie nach Maßnahmenabbrüchen
Personen mit starker psychiatrischer Beeinträchtigung; Zusammenarbeit mit
psychiatrischen Beratungsstellen und Facheinrichtungen

•

Seite | 34

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Jahresbericht 2015

•

Personen mit erkennbarer Suchtproblematik; Zusammenarbeit mit
Suchtberatungsstellen und Substitutionsambulanzen
Zunahme von verdeckter Wohnungslosigkeit, d.h. Personen die über einen
längeren Zeitraum bei verschiedenen Freunden und Bekannten Unterschlupf
suchen

•

kein bzw. kaum Zugang der Personengruppe zu Angeboten auf dem Mietmarkt
führt zu dauerhaft anhaltender Wohnungslosigkeit

•

Die Sacharbeit im Bereich „Menschen ohne Wohnung“ findet in enger Zusammenarbeit und
Vernetzung mit den weiteren in der Wohnungslosenhilfe tätigen Einrichtungen und Anlaufstellen
statt:
•
•
•
•

Sophie-Schwarzkopf-Haus in Trägerschaft des AWO Kreisverbandes
Koblenz-Stadt e.V.

•

Jugendberufshilfe des Jugendamtes der Stadt Koblenz, ansässig beim
JobCenter Stadt Koblenz
Projekt „Spurwechsel“, Betreute Wohngemeinschaften für junge Volljährige
unter 25 Jahren, Träger Internationaler Bund (IB), Koblenz

•

1.5.2

„Die Schachtel e.V.“, Sozialberatung und Treffpunkt für Wohnungslose
Fachberatungsstelle „Menschen ohne Wohnung“ des Caritasverbandes
Koblenz e.V.
Städtisches Übernachtungsheim der AWO in der Herberichstraße

Übernachtungsheim

Die Zahl der Übernachtungsgäste stieg in 2015 im Vergleich zum Vorjahr um rund 4%, die
Gesamtzahl der Übernachtungen um rund 9%. Die durchschnittliche Verweildauer der Bewohner
blieb mit 33 Übernachtungstagen fast konstant.

1.6.2.1 Anzahl und Altersstruktur der Bewohner

Alter

Frauen

Männer

Gesamt

2013

2014

2015

2013

2014

2015

2013

2014

2015

bis 21 Jahre

8

4

7

12

19

9

20

23

16

22 - 25 Jahre

5

4

3

12

11

21

17

15

24

26 - 35 Jahre

7

11

9

41

42

52

48

53

61

36 - 45 Jahre

14

6

8

34

45

41

48

51

49

46 - 64 Jahre

14

8

6

35

47

44

49

55

50

1

2

4

5

5

7

6

7

11

49

35

37

139

169

174

188

204

211

ab 65 Jahre
gesamt

Seite | 35

Amt für Jugend, Familie, Senioren und Soziales
Jahresbericht 2015

1.6.2.2 Übernachtungszahlen
Übernachtungen insges.

Monat

2013

Frauen

2014

2015

2013

Männer

2014

2015

2013

2014

2015

Januar

617

707

654

143

207

115

474

500

539

Februar

621

577

574

113

142

115

508

435

459

März

748

581

693

154

101

130

594

480

563

April

693

511

651

175

48

142

518

463

509

Mai

774

514

651

210

66

165

564

448

486

Juni

677

512

588

177

58

139

500

454

449

Juli

738

584

516

216

144

131

522

440

385

August

699

563

485

172

137

151

527

426

334

September

696

521

437

184

150

148

512

371

289

Oktober

765

429

521

192

124

200

573

305

321

November

774

490

551

206

76

187

568

414

364

Dezember

739

629

668

173

82

147

566

547

521

8.541

6.618

6.989

2.115

1.335

1.770

6.426

5.283

5.219

gesamt

Quelle aller Daten: Jahresabschlussbericht 2015 der Arbeiterwohlfahrt Städtisches Übernachtungsheim

1.6

Wohngeld

1.6.1

Allgemeines

Wohngeld wird zur wirtschaftlichen Sicherung angemessenen und familiengerechten Wohnens als
Mietzuschuss (zum Beispiel für Mieter von Wohnraum) oder Lastenzuschuss (zum Beispiel für
Eigentümer einer Eigentumswohnung) zu den Aufwendungen für den Wohnraum geleistet. Bei
Wohngeld handelt es sich um eine Leistung, die von Bund und Land getragen wird.

1.6.2

Zahlungen

Wohngeld: Zahlungen

2011

2012

2013

2014

2015

Bewilligungen

4.328

3.349

3.072

3.912

2.854

Mietzuschuss

3.560.242 €

2.703.641 €

2.249.762 €

1.995.544 €

1.657.653,35

Lastenzuschuss

90.102 €

82.049 €

69.131 €

49.859 €

42.632,00

Wohngeld insgesamt

3.650.344 €

2.785.690 €

2.318.893 €

2.045.404 €

1.700.285,35

Quelle: eigene Berechnungen des Sachgebiets

Seite | 36

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Jahresbericht 2015

1.6.3

Hinweis auf statistische Daten

Das Land Rheinland-Pfalz erstellt durch das Statistische Landesamt Rheinland-Pfalz statistische
Berichte, aus denen sich weitere Daten zum Wohngeld ergeben. Die Berichte können unter der
Internetadresse www.statistik.rlp.de abgerufen werden.

1.6.4

Entwicklung und Ausblick

Die Verzahnung des Wohngeldrechts insbesondere mit Leistungen nach dem SGB II, dem SGB
XII und dem Steuerrecht, hat oft (auch starke) Schwankungen in den Bewilligungen zur Folge.
Aber auch die teilweise grundlegenden Änderungen des Wohngeldgesetzes selbst tragen zu diesem Umstand bei. So wurde beispielsweise ein isoliertes Wohngeld in SGB II – Bedarfsgemeinschaften (als „Kinderwohngeld“ bekannt) eingeführt und später wieder zurückgefahren. Ein weiteres Beispiel war die Aufnahme eines Heizkostenzuschlages, der später wieder abgeschafft wurde.
Während in den letzten Jahren die Aufwendungen rückläufig waren, ist im Jahr 2016 aufgrund der
zum 01.01.2016 erfolgten Wohngelderhöhung mit einer deutlichen Steigerung zu rechnen.

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Jahresbericht 2015

1.7

Sonstige soziale Hilfen und Leistungen (Produkt 3511)

1.7.1.

Offene Altenhilfe - Seniorenveranstaltungen

Im Jahr 2015 hat das Amt 50 im Rahmen der offenen Altenhilfe mit großem Erfolg drei Großveranstaltungen für Seniorinnen und Senioren organisiert und durchgeführt. Die im Bürgeramt angebotenen Karten für den Bunten Nachmittag (Karnevalssitzung), die Ganztagesschiffstour und den
Volksliedernachmittag waren jeweils innerhalb kürzester Zeit ausverkauft.
Der Bunte Nachmittag wurde wie in jedem Jahr
gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Koblenzer Karneval (AKK) in der Rhein-Mosel-Halle veranstaltet. Am 19.01.2015 wurde mit über 900
Seniorinnen und Senioren gesungen, geschunkelt
und gelacht. Die AKK hatte erneut ein buntes Programm zusammengestellt, das die Besucher der
ausverkauften Rhein-Mosel-Halle restlos begeisterte. Wie in jedem Jahr führte Heinz Kölsch,
Vize-Präsident der AKK, mit seiner spritzigen Art
durch den Nachmittag.
Die Ganztagesschiffstour am 30.06.2015 führte die Teilnehmer nach Oberwesel. Bevor das schöne
Rheinstädtchen bei einem Landgang erkundet wurde, gab es für alle Teilnnehmer ein im Preis
inbegriffens Mittagessen. Während der Schiffstour sorgte wie jedes Jahr der Alleinunterhalter Herr
Eppenich für tolle Stimmung an Bord. Abgerundet wurde dieser schöne Ausflugstag mit dem
gemeinsamen Anstimmen des Koblenzer Schängel-Liedes durch Manfred Gniffke.
Am 08.09.2015 fand der 35. Volksliedernachmittag mit rund 1.400 begeisterten Seniorinnen und
Senioren statt. Diese beliebte Veranstaltung wurde wieder von Manfred Gniffke moderiert, der als
„Altstadtoriginal“ mit seiner außergewöhnlichen Art bei dieser Veranstaltung nicht fehlen darf. Mit
dabei waren außerdem wie in jedem Jahr das Heeresmusikkorps Koblenz, das Stadttheater und
„Das Duo Akzent“. Das Heeresmusikkorps Koblenz, seit Juni 2014 unter der Leitung von
Oberstleutnanat Alexandra Schütz-Knospe, begeisterte mit Märschen und bekannten Stücken,
darunter das vom vorigen Leiter des Heeresmusikkorps, Robert Kuckertz, arrangierte Medley „Am
Rhein“. Das Stadttheater glänzte mit Gesangesdarbietungen aus „Der Barbier von Sevilla“ und
„Hochzeitsnacht im Paradies“. Eine Mischung aus bekannten Schlagern und Evergreens wurde
von der Gruppe „Das Duo Akzent“ vorgetragen und versetzte die anwesenden in „Alte Zeiten“.
Neben den genannten Veranstaltungen wurden auch in 2015 wieder folgende zusätzliche Aktivitäten für Senioren angeboten:

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Jahresbericht 2015

Veranstaltungen in den Stadtteilen
wöchentliche Senioren-Bastelnachmittage
Zusätzlich fördert die Stadt Koblenz im Rahmen der offenen Altenhilfe die Altenbegegnungsstätten
und Altenhilfeaktivitäten.
Quelle: Amt für Jugend, Familie, Senioren und Soziales, Sachgebiet offene Altenhilfe

1.7.2

Koblenzer Seniorenbeirat

Seit Beginn strebt der Seniorenbeirat danach, sich als von Seiten der Verwaltung ernst genommenes Gremium immer besser zu vernetzen, als Vermittler die unterschiedlichsten Interessengruppen
der Älteren zu bündeln und Ideen für eine zukunftsweisende Seniorenpolitik einzubringen. Mit
dem Vorsitzenden Prof. Dr. Heinz-Günther Borck, den Stellvertretern Monika Artz und Ingo Degner
sowie der Schriftführerin Marion Rödiger stellt sich der Seniorenbeirat auch 2015 den Anforderungen der Stadt Koblenz, die gemäß dem Leitbild auch für Ältere die „Stadt zum Bleiben“ ist. Im Jahr
2015 haben elf Vorstandssitzungen sowie fünf Plenumssitzungen (davon eine nichtöffentliche)
stattgefunden, deren Schwerpunkte waren:
Neue Geschäftsordnung (mit erweiterter Mitwirkung der Arbeitskreise)
Bildung dreier Arbeitskreise: Demografie und Stadtentwicklung, Bildung und Kultur,
Gesundheit und Betreuung (mit jeweils mehreren Arbeitstreffen)
Zusammenarbeit mit dem Kreisseniorenbeirat
Neuordnung der Öffentlichkeitsarbeit durch Schaffung eines eigenen Internetauftritts unter
www.sb-ko.de
Öffentliche Vorträge über die Auswirkungen des Pflegestärkungsgesetzes und des
Koblenzer Öffentlichen Personennahverkehrs
Organisation publikumsoffener Fahrten zum 11. Deutschen Seniorentag und zum
Landesseniorenkongress 2015 (letztere bereits gemeinsam mit dem Kreisseniorenbeirat)
Stellungnahmen zu Fragen des generationenübergreifenden Wohnens und zur
Verkehrsplanung unter dem Gesichtspunkt des Erhalts der Mobilität als Voraussetzung für
selbstbestimmtes Leben im Alter
Gemeinsamer Antrag von Seniorenbeirat und Kreisseniorenbeirat: "Sitzgruppenprojekt"
Beschluss gegen Altersdiskriminierung, der an die Landesseniorenvertretung und
Abgeordnete von Landtag, Bundestag und Europaparlament gesandt wurde
Die öffentlichen Plenarsitzungen wurden - nicht zuletzt wegen Behandlung aktueller Themen - gut
besucht. Der Seniorenbeirat ist in zahlreichen städtischen Gremien durch einzelne seiner Mitglieder regelmäßig oder - durch den Vorsitzenden gemäß Geschäftsordnung des Rates - aus aktuel-

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Jahresbericht 2015

lem Anlass vertreten gewesen. Er hat durch die Aufnahme weiterer Mitglieder in seine Arbeitskreise eine weitgehende Vernetzung mit anderen Einrichtungen erreicht.
Für die weitere Tätigkeit im Jahre 2016 wird sich der Seniorenbeirat in Übereinstimmung mit den
vom rheinland-pfälzischen Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie herausgegebenen Richtlinien und Empfehlungen weiterhin gegen jede Art von Ausgrenzung allein wegen
des kalendarischen Alters (Altersdiskriminierung) wenden und sich nachdrücklich für ein Verständnis der Generationen untereinander, z. B. durch Formen generationenübergreifenden Wohnens,
und für ein menschenwürdiges und selbstbestimmtes Leben bis in das hohe Alter hinein einsetzen.
Das schließt die Förderung von Begegnungsmöglichkeiten, von Strukturen gegenseitiger Hilfe, von
Mobilität und Gesundheit ein.
Soweit in der Öffentlichkeit gelegentlich von überholten Vorurteilen geprägte Meinungsbilder über
ältere Menschen begegnen, wird der Seniorenbeirat diesen entgegentreten; auch den in der Stadt
Koblenz vorhandenen Heimen und Einrichtungen der Altenhilfe gilt darüber hinaus seine besondere Aufmerksamkeit. Dabei erfuhr die Arbeitsplanung des Seniorenbeirates durch die Arbeitskreise unter Leitung von Edgar Kühlenthal (Demografie und Stadtentwicklung: Behandlung von
Fragen des ÖPNV und des gemeinsamen und generationenübergreifenden Wohnens), Monika
Artz (Bildung und Kultur: Ermittlung seniorenrelevanter Angebote in den städtischen Kultureinrichtungen und Vereinen) und Helga Schiffer (Gesundheit und Betreuung: Fragen von Seniorensport,
Begegnungsmöglichkeiten und Pflege) vielfache Anregungen, die auch im Jahre 2016 wesentliche
Teile der Beiratsarbeit bestimmen werden.
Durch erweiterte Pressearbeit und die neu geschaffenen Kommunikationsangebote im Internet ist
nicht nur der Bekanntheitsgrad des Seniorenbeirats weiter gestiegen, es haben auch Anfragen an
ihn zugenommen. Nicht zuletzt haben die der breiteren Öffentlichkeit angebotenen Veranstaltungen gute Resonanz gefunden und werden in ähnlicher Form fortgesetzt werden.
Quelle: Jahresabschlussbericht 2015 des Seniorenbeirates der Stadt Koblenz

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Jahresbericht 2015

1.8

Außendienst und sonstige Überprüfungen

Die Anzahl der für die Feststellung des für die Hilfegewährung notwendigen Bedarfs erteilten
Ermittlungsaufträge stellt sich für die Jahre 2010 bis 2015 wie folgt dar:
Ermittlungen & Ermittlungsaufträge

2012

2013

2014

2015

60

43

50

60

230

30

-

-

3

55

-

-

16

-

-

… Renovierung

13

5

28

21

76

… Einrichtung

17

37

6

28

99

sonstige Ermittlungen

103

175

182

123

331

Alle Ermittlungsaufträge

163

217

232

175

561

Anzahl der Bedarfsermittlungen
davon für

… Sonstiges
… Hausrat

2011

Quelle: eigene Aufzeichnungen/Berechnungen

Zu den Tätigkeiten im Rahmen der Aufgabenwahrnehmung zählen insbesondere folgende Außendiensttätigkeiten im Sozialamt (ohne Allgemeinen Sozialdienst/ASD):
Überprüfung der Bedürftigkeit bei SGB XII
Mithilfe bei Antragsaufnahme und Feststellung des Bedarfes bei SGB XII
Mithilfe bei Unterbringung von Asylbewerbern
Seit 01.09.2011 finden darüber hinaus interne Prüfungen bei der Auszahlung von Geldbeträgen
statt. Im Jahr 2012 wurden diese erstmals für ein ganzes Jahr dokumentiert.
Von den Überprüfungen sind Auszahlungen für die Bereiche Sozialhilfe (SGB XII), Leistungen
nach dem Asylbewerberleistungsgesetz, Landesblindengeld sowie Landespflegegeld betroffen,
ebenso die Bereiche der
Überprüfungen/Maßnahmen
2012
2013 2014
2015
Auszahlungen der ElternbeiBei geänderten Bankverbindungen
769
710
630
614
träge in Kindertagesstätten
Stichproben bei Einzelfällen
602
562
588
448
nach dem KJHG und auch
Bei hohen oder langen
die Leistungserbringung der
267
172
245
254
Nachzahlungen
Tagespflege im Rahmen des
Alle Überprüfungen
1.638 1.444 1.463 1.316
SGB VIII.
Im Jahre 2015 konnten bei den durchgeführten Überprüfungen keine Unregelmäßigkeiten festgestellt werden. Aufgedeckte kleinere Unstimmigkeiten, wie z. B. fehlende aktuelle Adresse oder fehlende unterhaltspflichtige Personen, wurden berichtigt.

Seite | 41

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Jahresbericht 2015

1.9

Widersprüche

Die im Amt für Jugend, Familie, Senioren und Soziales eingehenden Widersprüche betreffen die
folgenden Sachgebiete:
Sozialhilfegewährung
Bildung und Teilhabe
Landespflege- und Landesblindengeld
BAföG und AFBG
Unterhaltsstelle
Elterngeld/Betreuungsgeld
Unterhaltsvorschuss
Wohngeld
Jugendhilfe/Elternbeiträge
Jugendhilfe/Hilfen zur Erziehung u. Kostenheranziehung
Eingegangene und erledigte Widersprüche der Jahre 2011 bis 2015
Widersprüche
eingegangene Widersprüche
Erledigung durch Abhilfe
Erledigung durch Rücknahme
Erledigung durch Sonstiges/Vergleich
Vorlagen an den Stadtrechtsausschuss*
Quelle: eigene Aufzeichnungen/Berechnungen

Seite | 42

2011

2012

2013

2014

2015

402

393

407

371

378

133

135

174

165

167

88

79

91

93

78

1

7

114

75

112

74

54

69

33

60

* Stadtrechtsausschuss bzw. sonstige Widerspruchsbehörde

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Jahresbericht 2015

1.10

Refinanzierung der Sozialhilfe

1.10.1 Allgemeines
Zu den Einnahmequellen im Rahmen der Refinanzierung der Sozialhilfe gehören
die Rückzahlung von Dritten (Wiederherstellung des Nachranges - § 2 SGB XII)
Kostenerstattung (Ausgleichsfunktion wegen Zuständigkeiten - §§ 103 ff SGB XII)
die Rückzahlung vom Hilfeempfänger

1.10.2 Rückzahlungen von Dritten

1.10.2.1 Einnahmen der Unterhaltsstelle
Einnahmen/Erträge …

2011

2012

2013

2014

2015

… örtl. Sozialhilfeträger

51.292 €

3.107 €

53.744 €

26.466 €

45.177 €

a.v.E.

51.292 €

3.107 €

53.744 €

26.466 €

45.177 €

i.v.E.

-€

-€

-€

-€

-€

üö. Sozialhilfeträger (nur i.v.E.)

318.851 €

336.642 €

395.021 €

353.274 €

391.331 €

sonstige (KOF, Asyl a.v.E./i.v.E.)

-€

5.605 €

3.054 €

163 €

6.054 €

Einnahmen/Erträge insgesamt

370.143 €

345.354 €

451.819 €

379.903 €

442.562 €

davon…

Quelle: Ergebnisrechnung 2015

Die in der EDV dokumentierten Unterhaltsfestsetzungen konnten wie folgt ausgewertet werden:
Unterhaltsfestsetzungen

2011

2012

2013

2014

2015

Sozialhilfefälle, in denen eine Unterhaltsprüfung
vorgenommen wurde

1.286

1.384

1.422

1.482

1.490

Unterhaltsfestsetzung = 0 €

895

965

1.004

1.036

1.039

… Unterhaltsfestsetzung > 0 €

391

419

418

446

451

davon …

Anmerkung: Die Zahl der Unterhaltspflichtigen ist nicht identisch mit der Zahl der überprüften Sozialhilfefälle; diese liegt, vorsichtig
geschätzt, bei etwa 2,5 Personen/Fall.

Seite | 43

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Jahresbericht 2015

1.10.2.2

Erstattung von Sozialleistungsträgern

Erstattungen

2011

2012

2013

2014

2015

Einnahmen/Erträge a.v.E.

158.404 €

143.134 €

154.381 €

199.560 €

499.711 €

Einnahmen/Erträge i.v.E.

1.923.480 €

2.165.675 €

2.059.439 €

2.275.364 €

2.073.460 €

Asyl a.v.E./i.v.E.

-€

-€

-€

2.579 €

15.487 €

Einnahmen/Erträge gesamt

2.081.884 €

2.308.809 €

2.213.820 €

2.477.503 €

2.588.658 €

Quelle: Ergebnisrechnung 2015

1.10.2.3

Sonstige Ersatzleistungen Dritter

Ersatzleistungen Dritter

2011

2012

2013

2014

2015

Einnahmen/Erträge a.v.E.

71.417 €

64.955 €

93.171 €

69.324 €

70.710 €

Einnahmen/Erträge i.v.E.

137.719 €

87.901 €

53.670 €

28.782 €

35.977 €

Asyl a.v.E./i.v.E.

23 €

3.549 €

-€

-€

-€

Einnahmen/Erträge gesamt

209.159 €

156.405 €

146.841 €

98.106 €

106.687 €

Quelle: Ergebnisrechnung 2015; Beträge örtlicher und überörtlicher Sozialhilfeträger;
Sonstige Ersatzleistungen Dritter sind beispielsweise Erstattungen des Vermieters, von Arbeitgebern oder privaten Versicherungen.

1.10.3 Kostenerstattung a.v.E.
Kostenerstattung a.v.E.

2011

2012

2013

2014

2015

Einnahmen/Erträge

39.222 €

61.313 €

254.406 €

33.255 €

14.153 €

Ausgaben/Aufwendungen

62.566 €

39.358 €

106.867 €

49.893 €

4.480 €

Einnahmen/Ertragsüberschuss

- 23.344 €

21.955 €

150.539 €

-16.638 €

9.673 €

Quelle: Ergebnisrechnung 2015

1.10.4 Rückzahlung vom Hilfeempfänger (HE)
1.10.4.1

Darlehen

Rückzahlungen HE

2011

2012

2013

2014

2015

Einnahmen/Erträge a.v.E.

53.457 €

45.274 €

85.365 €

63.280 €

113.737 €

Einnahmen/Erträge i.v.E.

277.569 €

297.440 €

267.182 €

257.493 €

222.572 €

Einnahmen/Erträge gesamt

331.026 €

342.714 €

352.547 €

320.773 €

336.309 €

Quelle: Ergebnisrechnung 2015

Seite | 44

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Jahresbericht 2015

1.10.4. 2

Rückforderungen vom Hilfeempfänger

Rückforderungen HE

2011

2012

2013

2014

2015

Einnahmen/Erträge a.v.E.

154.385 €

181.976 €

61.087 €

82.933 €

66.563 €

Einnahmen/Erträge i.v.E

340.054 €

343.957 €

541.460 €

440.491 €

414.398 €

Einnahmen/Erträge Asyl a.v.E./i.v.E.

31.807 €

46.511 €

72.519 €

124.189 €

328.119 €

Einnahmen/Erträge gesamt

526.246 €

572.444 €

675.065 €

647.613 €

809.080 €

Quelle: Ergebnisrechnung 2015

Nach §§ 45, 50 SGB X bearbeitete Rückforderungen wegen rechtswidriger Sozialhilfegewährung:
Jahr:
Rückforderungen

2011

2012

2013

2014

2015

108

103

89

88

60

Fälle, in denen nach § 102 SGB XII oder § 103 SGB XII Kostenersatz geltend gemacht wurde:
Anzahl Fälle

19

3

6

5

3

Quelle: eigene Berechnungen

1.10.4.3

Zusammenfassung der Refinanzierung

Seite | 45

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1.11

Betreuungsleistungen

1.11.1 Örtliche Betreuungsbehörde - Aufgaben
Die Aufgaben der örtlichen Betreuungsbehörde sind in den §§ 4 bis 9 Betreuungsbehördengesetz
(BtBG) geregelt. Die Betreuungsbehörde der Stadt Koblenz fördert u. a. mit der Durchführung der
örtlichen Arbeitsgemeinschaften ein funktionierendes Betreuungswesen in der Kommune. Hierzu
gehören die Berufsbetreuerinnen, Berufsbetreuer, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Betreuungsvereine, Richterin, Richter, Rechtspflegerinnen und Rechtspfleger des Betreuungsgerichts
sowie das Gesundheitsamt. Darüber hinaus werden in der täglichen Arbeit Kooperationen mit den
ortsansässigen Krankenhäusern, der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach, den Alten- und Pflegeheimen in Koblenz, den Pflegestützpunkten und den Einrichtungen für Behinderte und psychisch
kranke Menschen gepflegt.
Zu den weiteren Aufgaben der Betreuungsbehörde gehört auch, die Öffentlichkeit und einzelne
Bürgerinnen und Bürger über das Betreuungsrecht und die Möglichkeiten der Vorsorge zu informieren. Die Betreuungsbehörde gehört dem Netzwerk Demenz Koblenz an und wirkt in der Landesarbeitsgemeinschaft für Betreuungsangelegenheiten Rheinland-Pfalz mit.
Arbeitsschwerpunkt aber bleibt nach wie vor die Unterstützung des Betreuungsgerichts vor Einrichtung einer Betreuung. Dies umfasst die Aufklärung des betreuungsrelevanten Sachverhalts, Vermittlung anderer Hilfen, Erstellung entsprechender Sozialberichte sowie den Vorschlag eines geeigneten Betreuers oder einer geeigneten Betreuerin. Nach Einrichtung einer Betreuung bietet sich
die Betreuungsbehörde als Ansprechpartner für die Betreuten an und steht den Betreuerinnen und
Betreuern für Beratung und Unterstützung zur Verfügung.
Für die fallbezogene Arbeit der örtlichen Betreuungsbehörde bleibt zu dokumentieren, dass im
Jahr 2015 insgesamt 580 Anfragen des Betreuungsgerichtes Koblenz bezüglich Betreuungsangelegenheiten bearbeitet wurden; im Jahr 2014 waren es 597 Anfragen.
Von den 580 Anfragen des Betreuungsgerichtes wurde in
24 Fällen keine Betreuung eingerichtet, weil eine Vorsorgevollmacht erteilt werden konnte
bzw. vorhanden war
52 Fällen keine Betreuung eingerichtet, da ein Regelungsbedarf bzw. die
Voraussetzungen für die Einrichtung einer rechtlichen Betreuung nicht gegeben waren
8 Fällen keine Betreuung eingerichtet, weil andere Hilfen vermittelt wurden
54 Fällen die Betreuung aufgehoben
39 Fällen ein Betreuerwechsel vollzogen
242 Fällen eine Betreuung eingerichtet
4 Fällen eine Vorführung zur ärztlichen Untersuchung bzw. Unterbringung durchgeführt.

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Jahresbericht 2015

Die restlichen 157 Fälle umfassen sonstige Anfragen, Einstellung des Verfahrens wegen Tod und
noch offene Betreuungsverfahren.
Darüber hinaus wurden von der Betreuungsbehörde im Rahmen ihrer o.g. Aufgabenstellungen
413 Beratungen von Bürgerinnen und Bürger, ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuern,
Bevollmächtigen, betreuten Personen, Berufsbetreuerinnen und Berufsbetreuern sowie Vertreterinnen und Vertretern von Institutionen durchgeführt. 70 Bürgerinnen und Bürger der Stadt Koblenz
wünschten eine Beratung zu Vorsorgevollmachten bzw. deren öffentliche Beglaubigung.

1.11.2 Art der Betreuung
Im Jahr 2015 wurde die überwiegende Anzahl der neu eingerichteten Betreuungen von Familienangehörigen der Betreuten übernommen.

Quelle aller Angaben: Statistik aus Software butler

*EA = ehrenamtlich geführte Betreuungen

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Jahresbericht 2015

1.11.3 Neue Betreuungsfälle: Altersstruktur und Geschlecht
Betreuungsfälle: Altersstruktur und Geschlecht der Neuzugänge*
Altersgruppe
18 bis 29 Jahre **

weiblich

männlich

Summe

in %

11

18

29

7,5

30 bis 39 Jahre

5

15

20

5,1

40 bis 49 Jahre

9

21

30

7,7

50 bis 59 Jahre

15

29

44

11,3

60 bis 69 Jahre

22

35

57

14,6

70 bis 79 Jahre

46

45

91

23,3

80 bis 89 Jahre

56

37

93

23,8

90 bis 99 Jahre

23

3

26

6,7

über 100 Jahre

-

-

-

-

187

203

390

100

Gesamt:

*Alter zum Zeitpunkt der Betreuungseinrichtung; Erhebungszeitraum: 01.01.2015 bis 31.12.2015
** 1 Person hatte zum Zeitpunkt der Betreuungseinrichtung das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet

1.11.4 Förderung der Betreuungsvereine
Im Bereich der Stadt Koblenz sind vier Betreuungsvereine tätig. Es handelt sich hierbei um den
Betreuungsverein der Lebenshilfe Koblenz e.V., den Betreuungsverein im Diakonischen Werk des
evangelischen Kirchenkreises Koblenz e.V., dem Sozialdienst katholischer Frauen Koblenz e.V.
Fachbereich Gesetzliche Betreuung und den Betreuungsverein der AWO Koblenz e.V. Die genannten Vereine wurden im Jahr 2015 durch das Land Rheinland-Pfalz und zu gleichem Anteil durch
die Stadt Koblenz jeweils mit einem Betrag von 27.194,00 Euro gefördert. Die Betreuungsvereine
Diakonisches Werk und Lebenshilfe wurden jeweils mit der Hälfte des o.g. Betrages gefördert, weil
diese Vereine sowohl im Stadtgebiet als auch im Zuständigkeitsbereich der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz tätig sind.

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Jahresbericht 2015

1.12

Grundsicherung für Arbeitsuchende/SGB II (Produkt 3121)

1.12.1 Allgemeines
Durch die Einführung der Grundsicherung für Arbeitsuchende mit dem SGB II haben sich die Leistungen zum Lebensunterhalt ab 01.01.2005 grundlegend verändert. Der anschließende Bericht
fasst noch einmal die wichtigsten Daten, Entwicklungen und finanziellen Auswirkungen für die
Stadt Koblenz im Jahre 2015 zusammen.

1.12.2 Bedarfsgemeinschaften und Personen (a.v.E.)
Bedarfsgemeinschaften
Monat

2011

2012

2013

2014

Personen
2015

2011

2012

2013

2014

2015

Jan

5.070

4.872

4.509

4.411

4.609

9.861

9.464

8.874

8.568

8.983

Feb

5.102

4.891

4.660

4.629

4.760

9.921

9.488

9.095

8.908

9.241

Mrz

5.095

4.923

4.707

4.668

4.840

9.931

9.535

9.153

8.969

9.415

Apr

5.020

4.878

4.724

4.655

4.841

9.785

9.489

9.172

8.958

9.435

Mai

4.912

4.880

4.713

4.629

4.825

9.598

9.525

9.154

8.947

9.400

Jun

4.800

4.826

4.668

4.624

4.788

9.379

9.416

9.084

8.947

9.280

Jul

4.774

4.799

4.716

4.640

4.816

9.367

9.344

9.109

8.995

9.340

Aug

4.699

4.771

4.672

4.632

4.813

9.266

9.271

8.968

8.973

9.302

Sep

4.665

4.738

4.619

4.613

4.777

9.197

9.206

8.875

8.943

9.267

Okt

4.716

4.724

4.566

4.584

4.778

9.243

9.182

8.786

8.908

9.270

Nov

4.783

4.614

4.468

4.591

4.828

9.301

9.005

8.641

8.897

9.372

Dez

4.792

4.514

4.411

4.588

4.857

9.307

8.887

8.554

8.929

9.393

Anm.: Endgültige Daten aus der Statistik der Bundesagentur

1.12.3 Gesamtaufwendungen der Stadt für SGB II
Leistungsart

2012

2013

2014

2015

18.717.109 €

18.342.955 €

18.071.385 €

18.385.833 €

19.752.490 €

Wohnungsbeschaffungskosten

22.295 €

21.229 €

57.740 €

67.197 €

87.854 €

Mietschulden

48.093 €

33.914 €

51.632 €

18.217 €

14.264 €

Erstausstattung Wohnung etc.

175.225 €

153.836 €

143.421 €

219.925 €

212.238 €

Erstausstattung Bekleidung etc.

112.202 €

103.920 €

113.176 €

125.473 €

110.437 €

-€

-€

-€

-€

-€

127.051 €

132.729 €

131.522 €

121.113 €

67.496 €

Laufende KdU/Heizung

Mehrtägige Klassenfahrten*
Flankierende Maßnahmen § 16 Abs. 2 SGB II

2011

* Ab 2011 gehören diese Aufwendung zum Bildungs- und Teilhabepaket

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Jahresbericht 2015

1.12.4 Laufende Leistungen Kosten der Unterkunft und Heizung nach SGB II
Laufende Leistungen KdU / Heizung
2013

Monat

2014

Erstattung Bund

2015

2013

2014

2015 *

Jan

1.456.868 €

1.457.724 €

1.528.931 €

530.462 €

540.910 €

603.730 €

Feb

1.485.148 €

1.542.789 €

1.620.445 €

540.621 €

571.874 €

634.390 €

Mrz

1.570.302 €

1.582.916 €

1.665.245 €

571.619 €

477.475 €

650.869 €

Apr

1.507.890 €

1.569.335 €

1.640.481 €

549.723 €

473.203 €

641.211 €

Mai

1.525.629 €

1.553.884 €

1.689.059 €

555.357 €

469.988 €

659.235 €

Jun

1.540.140 €

1.567.702 €

1.653.258 €

562.083 €

580.943 €

646.436 €

Jul

1.547.930 €

1.591.730 €

1.656.732 €

563.475 €

589.690 €

647.270 €

Aug

1.498.811 €

1.518.184 €

1.668.233 €

545.652 €

562.918 €

650.896 €

Sep

1.511.763 €

1.460.180 €

1.651.531 €

551.423 €

541.803 €

645.098 €

Okt

1.473.370 €

1.531.465 €

1.679.110 €

536.338 €

567.752 €

655.869 €

Nov

1.482.848 €

1.528.334 €

1.659.703 €

539.788 €

566.612 €

649.764 €

Dez

1.490.388 €

1.502.305 €

1.652.938 €

543.559 €

555.539 €

636.919 €

*Ab 2015 inkl. Bundesbeteiligung „Entlastung Vorgriff Bundesteilhabegesetz“ mit 3,07 % (Prozentsatz ergibt sich aufgrund der
Nettoausgaben der Leistungen der Eingliederungshilfe für behinderte Menschen des Vorvorjahres, hier 2013).

1.12.5 Integration in Arbeit
Zum Stichtag 31.12.2015 hat das Job Center der Stadt Koblenz folgendes Ergebnis erzielt:
Abgänge aus Hilfebedürftigkeit

2011

2012

2013

2014

2015

Anzahl der Personen insgesamt

3.942

3.808

3.719

3.540

3.359

… davon Integration in Erwerbstätigkeit

2.231

2.678

2.217

2.103

2.075

… davon Jugendliche unter 25 Jahren

390

458

441

403

373

Als flankierende Maßnahme im Sinne des § 16a SGB II wurde die Schuldnerberatungsstelle in 147
Fällen in Anspruch genommen. In 22 dieser Fälle erfolgte eine Integration in Arbeit bzw. in eine
Maßnahme.

1.12.6 Widersprüche etc. (SGB II)
Widersprüche, Klagen etc.

2011

2012

2013

2014

2015

Widersprüche

1.546

1.360

1.195

1.365

1.210

Klagen

271

228

205

202

211

Einstweil. Anordnungen, Berufungen u.a.

108

78

82

92

96

Quelle aller Angaben: eigene Erhebungen/Berechnungen des Job Centers

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Jahresbericht 2015

1.13

Förderung von Trägern der Wohlfahrtspflege/Zuschüsse (Produkt 3311)

Im Haushalt der Stadt Koblenz sind umfangreiche Finanzmittel zur freiwilligen und gesetzlichen
Förderung verschiedenster Angebote auf dem sozialen Sektor eingestellt.
Um eine übersichtliche Darstellung der aus dem Sozialetat der Stadt Koblenz in 2015 geleisteten
Förderungen/Zuschüsse zu gewährleisten, ist das angegebene Gesamtvolumen des Produktes
3311 entsprechend den Einzelkostenstellen dargestellt.
Zuschüsse*

2011

2012

2013

2014

2015

Förderung von Trägern der Wohlfahrtspflege
(K500100E29)
Sonstige Einrichtungen / Maßnahmen der
Gesundheitspflege (K500100E30)
Kontaktstelle für psychisch kranke Menschen
(K500200E31)

478.011 €

482.970 €

490.930 €

485.008 €

466.296 €

50.123 €

55.087 €

52.490 €

58.100 €

60.791 €

48.308 €

49.540 €

27.000 €

32.000 €

27.000 €

Gesamt

576.442 €

587.597 €

570.420 €

575.108 €

554.087 €

*Gesamtvolumina (Beträge gerundet)

1.14

Bildungs- und Teilhabeleistungen

Mit dem Gesetz zur Ermittlung von Regelbedarfen und zur Änderung des II. und XII. Buches
Sozialgesetzbuch vom 24.03.2011 wurde ein Bildungs- und Teilhabepaket für Kinder und Jugendliche bis unter 25 Jahren eingeführt. Ziel dieses Bildungs- und Teilhabepaketes ist es, Kindern und
Jugendlichen aus einkommensschwachen Familien ein Mindestmaß an Bildung und Teilhabe am
sozialen und kulturellen Leben zu ermöglichen. Kinder und Jugendliche erhalten seit 01.01.2011
folgende zusätzliche Leistungen für:
Schulausflüge und mehrtägige Klassenfahrten für Schülerinnen und Schüler und Kinder in
Kindertageseinrichtungen
Schulbedarf jährlich 100 Euro
Schülerbeförderung
Zusätzliche Lernförderung
Kosten für gemeinschaftliche Mittagsverpflegung in Schulen und
Kindertageseinrichtungen
Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben in der Gemeinschaft in Höhe von monatlich
bis zu 10 Euro für Mitgliedsbeiträge in den Bereichen Sport, Spiel, Kultur und Geselligkeit,
Musikunterricht, Teilnahme an Freizeiten

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Amt für Jugend, Familie, Senioren und Soziales
Jahresbericht 2015

Leistungsberechtigt sind Kinder und Jugendliche, die SGB II-Leistungen, die SGB XII-Leistungen,
Kinderzuschlag oder Wohngeld erhalten. Seit dem Jahr 2015 haben auch Kinder und Jugendliche
die Grundleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten nun Anspruch auf Leistungen zur Bildung und Teilhabe.
Auf Grund landesrechtlicher Regelung sind die Kommunen für diese Leistungen zuständig; sie
tragen auch die Kosten für das Bildungs- und Teilhabepaket. Hierfür erhält die Kommune Ausgleichsleistungen des Bundes nach § 46 SGB II (prozentual von den Nettoaufwendungen der Leistungen der Kosten der Unterkunft und Heizung).
Damit die Leistungen aus einer Hand gewährt werden können, erfolgt die Bewilligung für die SGBII-Berechtigten durch das Jobcenter. Für die SGB-XII-Berechtigten erfolgt die Bewilligung in Abteilung II, für die Kinderzuschlags- und Wohngeldempfänger in Abteilung I und für die Bezieher von
Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz in der Abteilung III des Amtes für Jugend, Familie, Senioren und Soziales.
Da bis auf die Leistungen für den persönlichen Schulbedarf und die Schülerbeförderung alle anderen Leistungen entweder als Sach- oder Dienstleistung zu gewähren sind, sind mit den entsprechenden Anbietern Absprachen zu treffen.

1.14.1 Antragszahlen auf Leistungen des Bildungs- und Teilhabepakets im Jahre 2015
Anträge auf Bildungs- und
Teilhabepaket nach …

Zahl der potenziell
anspruchsberechtigten Kinder*

Zahl der Kinder, für die mindestens ein Antrag gestellt ist

3.965

1.570

42

34

1.650

653

SGB II
SGB XII
Wohngeld/Kinderzuschlag

* Hierbei wurden alle Kinder von 0 bis unter 25 Jahren gezählt

Anträge auf Bildungs- und
Teilhabepaket nach …
SGB II
SGB XII
Wohngeld/ Kinderzuschlag
AsylblG

differenzierte Aufstellung**

gestellte
Anträge*

a)

b)

c)

d)

e)

f)

3.556

671

1419

0

77

923

466

49

5

28

0

1

10

5

1.060

167

486

3

19

210

175

159

16

128

0

4

7

4

* Werden mehrere Leistungen (zusammen) beantragt, wird für jede beantragte Leistung einzeln je ein Antrag gezählt.
** a) Ausflüge/Klassenfahrten b) persönlicher Schulbedarf (im SGB II und XII auch ohne gesonderten Antrag)
c) Schülerbeförderung
d) Lernförderung
e) Mittagsverpflegung
f) Teilhabeleistungen

Seite | 52

Amt für Jugend, Familie, Senioren und Soziales
Jahresbericht 2015

1.14.2 Aufwendungen im Jahr 2015
Aufwendungen für ….

SGB II

SGB XII

AsylbLG

§ 6b BKGG

Summe

Schulausflüge

3.814

0

114

1.090

5.018

Mehrtägige Klassenfahrten

69.250

610

835

24.300

94.995

Schulbedarf

139.595

2.200

10.000

37.460

189.255

Schülerbeförderung

0

0

0

126

126

Lernförderung

9.348

318

4.862

11.156

25.684

Mittagsverpflegung

104.651

1.028

767

32.273

138.719

Teilhabeleistungen

12.882

269

46

10.574

23.771

339.540

4.425

16.624

116.979

477.568

Summe der Aufwendungen

1.14.3 Gesamtaufwendungen seit 2011
500.000

400.000

300.000

457.203 €

486.905 €

432.844 €

477.568 €

100.000

252.600 €

200.000

2011

2012

2013

2014

2015

0

Quelle aller Daten: Fachverfahren GeDok

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Jahresbericht 2015

1.15

Unterhaltsvorschuss (Produkt 3411)

Unterhaltsvorschuss wird gezahlt nach dem Gesetz zur Sicherung des Unterhalts von Kindern alleinstehender Mütter und Väter durch Unterhaltsvorschüsse oder –ausfallleistungen. Er wird Kindern gewährt, die das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet und ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben, dort bei einem allein erziehenden Elternteil leben und von
dem anderen Elternteil nicht, nicht ausreichend oder nicht regelmäßig Unterhalt erhalten.
Leistungen im Bereich
Unterhaltsvorschuss
Fallzahlen im Jahresverlauf

2011

2012

2013

2014

2015

1.167

1.112

1.167

1.084

1.026

1.594.974 €

1.483.845 €

1.455.083 €

1.453.197 €

1.095.188 €

… davon für Land RLP 2/3

1.063.316 €

989.230 €

970.055 €

947.846 €

730.125 €

… davon für Stadt Koblenz 1/3

531.658 €

494.615 €

485.028 €

473.948 €

365.063 €

Unterhaltsvorschussleistungen*

Quelle: Fachverfahren GeDok und Mach

* Unterhaltsvorschussleistungen, die mit dem Land abgerechnet wurden

Die Aufgabengebiete des Unterhaltsvorschuss sind mit Wirkung vom 01.01.2016 organisatorisch
der Abteilung IV – Kinder, Jugend und Familie – zugeordnet worden. Sie gehören ab diesem
Zeitpunkt einem neu zugeschnittenen Sachbereich „Wirtschaftliche Leistungen in der Jugendhilfe“
an.

1.16

Elterngeld

Das Aufgabengebiet „Elterngeld“ ist mit Wirkung vom 01.01.2016 organisatorisch der Abteilung IV
– Kinder, Jugend und Familie – zugeordnet worden. Es gehört ab diesem Zeitpunkt dem neu zugeschnittenen Sachbereich „Wirtschaftliche Leistungen in der Jugendhilfe“ an.
Elterngeld
In den ersten 14 Monaten nach Geburt des Kindes können sich Eltern ihrem Kind widmen und
erhalten 65 bis 100 Prozent ihres Gehaltes, das sie vor der Geburt hatten, monatlich mindestens
300 Euro und höchstens 1.800 Euro. Müttern und Vätern stehen zwölf Monatsbeträge zur
Verfügung, die sie untereinander aufteilen können. Wenn beide Eltern das Elterngeld nutzen und
ihnen Erwerbseinkommen wegfällt, wird für zwei zusätzliche Monate (Partnermonate) Elterngeld
gezahlt. Möchte nur ein Elternteil das Elterngeld in Anspruch nehmen, wird mindestens für zwei
Monate und höchstens für zwölf Monate gezahlt. Eine Teilzeittätigkeit mit bis zu 30
Wochenstunden ist auch mit dem Elterngeld möglich.
ElterngeldPlus für ab dem 01.07.2015 geborene Kinder
Das ElterngeldPlus richtet sich vor allem an Eltern, die früh in den Beruf zurückkehren möchten.
Es berechnet sich wie das Elterngeld, beträgt aber maximal die Hälfte des Elterngeldbetrages, der
Seite | 54

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Jahresbericht 2015

Eltern ohne Teilzeiteinkommen nach der Geburt zustünde. Dafür wird für den doppelten Zeitraum
gezahlt: ein Elterngeldmonat = zwei ElterngeldPlus-Monate. Damit profitieren Eltern vom
ElterngeldPlus auch über den 14. Lebensmonat des Kindes hinaus.
Partnerschaftsbonus
Es können vier zusätzliche ElterngeldPlus - Monate für beide Elternteile anerkannt werden, wenn
beide gleichzeitig in vier aufeinander folgenden Monaten 25 – 30 Wochenstunden arbeiten. In
gleicher Weise werden auch Alleinerziehende gefördert
In Abteilung III …
… eingereichte Anträge auf Elterngeld
… darunter bewilligte Anträge
… Antragsteller Mutter
… Antragsteller Vater
… bewilligte Mindestbeträge
… Antragsteller Mutter
… Antragsteller Vater
… bewilligte Höchstbeträge
… Antragsteller Mutter
… Antragsteller Vater
… erteilte Bescheide unter Vorbehalt
… aufgelöste Vorbehalte (endgült. Bescheide)
Auszahlungsbetrag

1.17

2011
1.183
1.160
956
225
467
426
41
92
48
44
159
138
6.905.368 €

2012

2013

2014

1.124
1.068
855
213
393
364
29
81
38
43
135
137
6.870.946 €

1.284
1.199
946
253
470
422
48
98
56
42
150
83
7.194.375 €

1.336
1.239
931
308
463
406
57
93
41
52
147
113
8.261.342 €

2015
1.299
1.232
930
302
276
245
31
120
54
66
162
88
8.010.036 €

Betreuungsgeld

Auf den Antrag des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg hat das Bundesverfassungsgericht am 21.07.2015 - 1BvF 2/13 - die §§ 4a bis 4d des Bundeselterngeld-und Elternzeitgesetzes
(BEEG) in der Fassung des Gesetzes zur Einführung eines Betreuungsgeldes (Betreuungsgeldgesetz) vom 15.02.2013 (Bundesgesetzblatt I Seite 254) wegen fehlender Gesetzgebungskompetenz des Bundes für mit Artikel 72 Abs. 2 des Grundgesetzes (GG) unvereinbar und nichtig
erklärt.
Für die vor dem Gerichtsurteil bewilligten Anträge gilt Vertrauensschutz (§79 Absatz 2 BVerfGG
i.V.m.§ 45 Absatz 2 Zehntes Buch Sozialgesetzbuch-SGB X-).
Die nach dem Urteil eingehenden Anträge werden abgelehnt.

Seite | 55

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Jahresbericht 2015

2

Kinder, Jugend und Familie

2.1

Unterbringung, Versorgung und Betreuung ausländischer Kinder und
Jugendlicher

Im Juni 2015 legte das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend einen Referentenentwurf eines Gesetzes zur „Verbesserung der Unterbringung, Versorgung und Betreuung
ausländischer Kinder und Jugendlicher“ vor und beschrieb den Regelungsbedarf mit folgender
Begründung:
„Kinder und Jugendliche, die aus ihren Herkunftsländern allein nach Deutschland
kommen und ihre Familien verlassen, gehören zu den schutzbedürftigsten
Personengruppen überhaupt. Es sind junge Menschen, die häufig Schreckliches
erlebt haben, zum großen Teil physisch und psychisch stark belastet oder
möglicherweise hochtraumatisiert sind. Sie kommen allein in einem fremden
Land an, sprechen die Landessprache nicht und kennen die Kultur nicht, müssen
sich aber dort vollkommen auf sich gestellt zurechtfinden. Es sind aber auch
junge Menschen, die über große Potentiale und Ressourcen verfügen. Diese
Kinder und Jugendlichen haben nach dem Übereinkommen über die Rechte des
Kindes der Vereinten Nationen (VN-Kinderrechtskonvention) ein Recht darauf,
dem Kindeswohl entsprechend untergebracht, versorgt und betreut zu werden
(Artikel 3,22). Sie müssen ihren Bedürfnissen entsprechend aufgenommen und
mit all‘ ihren denkbaren Belastungen, schmerzhaften Erfahrungen, Ängsten oder
Traumata aufgefangen werden, aber auch die Möglichkeit erhalten, durch
Zugänge zu Angeboten formaler und non-formaler Bildung ihre Potentiale zu
entfalten und sich in die Gesellschaft einzubringen….“
Das Gesetz ist zum 01.11.2015 in Kraft getreten und sieht folgendes vor:
die Einführung einer bundesweiten Aufnahmeverpflichtung der Länder und Jugendämter
sowie ein gerechtes Verteilverfahren orientiert am Königsteiner Schlüssel
die Klarstellung, unter welchen Voraussetzungen ausländische Kinder und Jugendliche
unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus sämtliche Leistungen der Kinder- und
Jugendhilfe in Anspruch nehmen bzw. erhalten können
die statistische Erfassung der einreisenden unbegleiteten Kinder und Jugendlichen
Verfahrensfragen zu vorläufiger Inobhutnahme, Inobhutnahme und Zuweisungsverfahren
und Vereinfachung der Kostenerstattungsansprüche für Jugendämter gegenüber dem
überörtlichen Träger der Jugendhilfe
die Anhebung der Altersgrenze von 16 auf 18 Jahre für Verfahrenshandlungen nach dem
Aufenthaltsgesetz und dem Asylverfahrensgesetz

Seite | 56

Amt für Jugend, Familie, Senioren und Soziales
Jahresbericht 2015

Zusammen mit dem zuständigen Landesministerium für Integration, Familie, Kinder, Jugend und
Frauen haben sich die Jugendämter in Rheinland-Pfalz sehr früh auf die neue Rechtslage
vorbereitet. Der Jugendhilfeausschuss Koblenz wurde bereits am 02.06.2015 ausführlich informiert
und befasste sich darüber hinaus in einer Sondersitzung am 10.07.2015 mit der Frage, ob das
Jugendamt Koblenz sogenanntes Schwerpunktjugendamt werden solle. In dieser Funktion sollte
Koblenz im Rahmen der Inobhutnahme- und Clearingphase für umliegende Jugendämter der
Region Rheinland-Pfalz Ost tätig werden. Mit Beschluss vom 24.07.2015 sprach sich der Stadtrat
unter folgenden Voraussetzungen hierfür aus:
die Zahlung einer angemessenen Fallkostenpauschale durch das Land, die
rechtsverbindlich zugesichert wird
den Abschluss einer Kooperationsvereinbarung mit den anderen Jugendämtern und
einem ausreichenden Angebot an Inobhutnahmeplätzen in der Region
Die Vorbereitungen des Jugendamtes auf das Inkrafttreten des neuen Gesetzes, welches
ursprünglich für den 01.01.2016 geplant war, dann aber aufgrund stark steigender Fallzahlen auf
den 01.11.2015 vorgezogen wurde, stellten einen Schwerpunkt in der Arbeit des Jahres 2015,
insbesondere des 2. Halbjahres dar. Sie beinhalteten insbesondere:
die Gespräche mit den Trägern der freien Jugendhilfe in Koblenz, die Plätze für die
Unterbringung, Versorgung und Betreuung bereit stellen konnten
die Treffen mit den Jugendämtern der Region Rheinland-Pfalz Ost zur Festlegung des
Zusammenwirkens
interne Vorbereitungen, fachlich, personell und organisatorisch
die Mitwirkung bei Treffen und Arbeitssitzungen im Ministerium zu Verfahrensfragen und
Bedarfseinschätzungen
Im Zuge der Vorbereitungen mussten sich die Mitarbeiter/innen immer wieder kurzfristig auf sich
verändernde Sachlagen einstellen. Erst Anfang November erhielten die Jugendämter durch die
bundesweite Erfassung der Fälle Kenntnis über die Größenordnung ihrer Zuweisungsfälle, welche
weitaus höher lag, als alle vorherigen Bedarfseinschätzungen. In Koblenz war in den Monaten ab
September ein starker Anstieg der Fallzahlen zu verzeichnen. Mit dem Stichtag 31.12.2015 wurden
75 junge Menschen in Koblenz betreut. Zum Vergleich: Im Jahr 2014 waren es lediglich 3.
In vier Sitzungen der Arbeitsgemeinschaft Erziehungshilfen und in zahlreichen Einzelgesprächen
konnten die freien Träger in Koblenz dafür gewonnen werden, neue und zusätzliche
Platzkapazitäten für den Personenkreis der unbegleiteten Kinder und Jugendlichen zu schaffen. In
der Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung Arenberg wurden 14 Inobhutnahmeplätze eingerichtet, das
DRK Mittelrhein erwarb eine Immobilie in Stolzenfels, die zu einer Jugendhilfeeinrichtung mit 21
Plätzen hergerichtet wurde und inzwischen ihren Betrieb aufgenommen hat. Im Kolpinghaus
konnten 10 stationäre Plätze bereitgestellt werden.

Seite | 57

Amt für Jugend, Familie, Senioren und Soziales
Jahresbericht 2015

Andere Träger wie das Jugendhilfswerk, der Internationale Bund für Sozialarbeit, die JohanniterUnfallhilfe, der Verein für systemische Familienhilfen und die Gesellschaft für angewandte
Wissenschaften schufen Angebote für betreutes Wohnen und ambulante Betreuung des
Personenkreises. Der SkF Koblenz warb um Gastfamilien, von denen die erste im Dezember
belegt wurde. Insgesamt konnten mehr als 70 Plätze mit einem pluralen Betreuungsangebot
geschaffen werden, das es ermöglicht, eine passgenaue Hilfe für die jungen Menschen zu finden.
Dies zeigt die große Bereitschaft der Freien Träger, das Jugendamt zu unterstützen; hierfür auch
an dieser Stelle ein großes Dankeschön an alle Mitwirkenden.
Die Funktion des Schwerpunktjugendamtes hat das Jugendamt Koblenz nicht aufgenommen. Neben den unerwartet hohen Fallzahlen, die von zentraler Stelle aus nicht hätten gesteuert werden
können, kam hinzu, dass die mit Stadtratsbeschluss geforderte rechtsverbindliche Landesregelung
zur Ausführung des Bundesgesetzes erst für die Zeit nach der Landtagswahl angekündigt wurde.
Es bestand daher die Gefahr, aufgrund der bundesrechtlichen Zuständigkeitsregelung in einer fortlaufenden Zuständigkeit für die Fälle zu verbleiben. Die Errichtung mehrerer neuer Erstaufnahmeeinrichtungen in der vorgesehen Region Rheinland-Pfalz veranlasste das Ministerium zu Überlegungen, nicht mehr nur 5 sondern insgesamt 11 Schwerpunktregionen zu bilden; ein endgültiger
Zuschnitt sollte bis zum 30.04.2016 mit den Jugendämtern und Kommunalen Spitzenverbänden
ausgehandelt werden.
Die für die vorgesehenen Aufgaben im Rahmen des Schwerpunktjugendamtes vorgesehenen
Personalkapazitäten in den Bereichen ASD, Vormundschaften und Wirtschaftliche Jugendhilfe
wurden für die Bearbeitung der eigenen ständig steigenden Fälle benötigt; zur Bedienung der
anderen Jugendämter fehlten daher die notwendigen Personalressourcen.
Aufgrund der frühzeitigen und sorgfältigen Vorbereitung und vor allem dank der Mitwirkung der
Freien Träger konnte das neue Gesetz ab dem 01.11.2015 umgesetzt werden. Auf die Thematik
wird auch in einigen der folgenden Kapitel eingegangen.

2.2

Kinder- und Jugendförderung (Produkte 3621, 3631, 3661)

Gemäß den Vorgaben des SGB VIII erfolgt die Gestaltung dieser Jugendhilfeleistungen, die in den
§§ 11 bis 14 SGB VIII determiniert sind, als Maßnahmen des öffentlichen und der freien Träger.
Die Einrichtungen und Maßnahmen des Jugendamtes sind in den nachfolgenden Abschnitten beschrieben. Die Maßnahmen freier Träger können für den Bereich Jugendarbeit nicht einzeln benannt werden. Seitens der Stadt Koblenz erfolgt die Unterstützung durch Zuschussgewährung und
Beratung im Einzelfall.

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Jahresbericht 2015

Maßnahmenbezogen wurden Mittel gemäß den Richtlinien zur Gewährung von Beihilfen an Jugendverbände, Jugendgemeinschaften und sonstige Träger der freien Jugendhilfe auf der Grundlage des § 12 SGB VIII gezahlt. Mit den Trägern sind Ziel- und Leistungsvereinbarungen abgeschlossen. Die Zusammenarbeit mit den Jugendverbänden erfolgte in Arbeitsgesprächen themenbezogen und institutionalisiert. Hierbei ist besonders die Zusammenarbeit bei „Koblenz spielt“ hervorzuheben. Seitens des Jugendamtes wurde der Stadtjugendring bei dieser Aktion sowohl finanziell wie auch personell, insbesondere durch die Mitarbeit in der Planungsgruppe, unterstützt.
Diese Aktion des Stadtjugendrings ist inzwischen aus dem Veranstaltungskalender der Stadt Koblenz nicht mehr wegzudenken und stellt ein besonderes Highlight für Kinder und Familien in Koblenz dar. Sie hat die Jugendverbandsarbeit und den Stadtjugendring sehr positiv dargestellt und
beeinflusst.
Für den Bereich der offenen und mobilen Jugendarbeit in Trägerschaft der Stadt Koblenz wurde
ein einrichtungsübergreifendes Konzept erarbeitet. Nach verwaltungsinterner Abstimmung wird
dieses Konzept in 2016 in den Gremien beraten.

2.2.1

Kinder- und Jugendarbeit

2.2.1.1 Jugendbegegnungsstätte (JBS) „Haus Metternich“
Die JBS war und ist seit 38 Jahren ein zentraler innerstädtischer Anlaufpunkt für junge Menschen.
Im Jahresdurchschnitt besuchten im Berichtszeitraum 39 Personen pro Tag die Begegnungsstätte,
ein Anstieg um 10 % zum Vorjahr. Sporadisch auftauchende Besucherinnen und Besucher (z.B.
ehemalige Akteurinnen und Akteure) werden statistisch nicht erfasst. Die vierteljährlichen
Erhebung im Jahr 2015 ergab, dass die JBS als soziale Infrastruktur aufgesucht wurde von
57% volljährige Heranwachsende (sehr viele Care-Leaver)
36 % weiblichen Geschlechts (überdurchschnittlich hoher Anteil im Vergleich zu anderen
Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit)
44 % Besucherinnen und Besucher mit Migrationsgeschichte (ein leichter Anstieg)
30% Lützel/Neuendorf, 30% aus dem Rest aus Koblenz, 30% aus der Region
Bislang nicht explizit statistisch erfasst nutzen
geflüchtete junge Erwachsene zusammen mit Studierenden den Tanzraum
Teenager aus südosteuropäischen Ländern (Roma) sporadisch den Proberaum
(Bandprojekt)

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Jahresbericht 2015

Die Schwerpunkte der JBS allgemein:
die Förderung interkultureller Jugendbegegnung
die Stärkung von Jugend(sub)kulturen
Unterstützung non-formaler und informeller Bildung
offene Beratung und manchmal Kriseninterventionen
Offene Jugendarbeit als soziale Infrastruktur der
kommunalen Daseinssorge weiterentwickeln
Veranstaltungen:
Filmprojekt gegen Homophobie »Lieb doch wie du
willst« in Kooperation mit dem Landesfilmdienst,
queer.net und dem Ministerium für Integration,
Familie, Kinder, Jugend und Frauen
Mitwirkung bei einer SWR-Produktion »Bekannt im
Land« zu »Fürst Metternich. Europas erster
Krisendiplomat«
Demonstration mit »Jugendliche ohne Grenzen« (JOG)
Sozialraumanalyse der Hochschule Koblenz
Ausflüge in die Region
Weitere Veranstaltungen, wie Live Konzerte u. Parties, Nachtschichten werden im Plenum montags mit den AkteurInnen
geplant, beworben und durchgeführt.
Öffnungszeiten
Dienstag bis Freitag
Donnerstag
Montag

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15:00 Uhr bis 20:00 Uhr
ab 20:00 Uhr Thekenabend ab 16 Jahren
offenes Plenum von 17:00 Uhr bis 19:00 Uhr

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Jahresbericht 2015

2.2.1.2 Jugendtreff Maulwurf im Kurt-Esser-Haus
Highlights und Besonderheiten in 2015
Kooperationsangebote im schulischen Kontext:
Präventionsseminare: Das Präventionsteam (= Jugendschutzbeauftragter der Stadt
Koblenz und MitarbeiterInnen des Jugendtreffs) führte wieder wöchentlich 1-2 Seminare
für Schulklassen durch. Themenschwerpunkte sind: Gruppendynamik, soziales
Miteinander, Sucht- und Gewaltprävention. Es wird nun auch ein Seminar entwickelt, das
die Schüler dazu befähigen soll bewusst mit Informationsmedien umzugehen.
Nachmittags-AG: In Kooperation mit der Schulsozialarbeit der Clemens-BrentanoOverberg-Realschule-Plus wurde im Rahmen der Ganztagsschule ein Koch Angebot
sowie eine Garten AG durchgeführt.

Kooperationsangebote ohne schulischen Kontext:
„Lebenshilfe“: In Kooperation mit der Lebenshilfe fand einmal monatlich ein Jungentreff
für Jugendliche mit Beeinträchtigung statt.
Ferienangebot: Wegen personellen Umstrukturierungen konnte kein Ferienprogramm
angeboten werden.

Geschlechtsspezifische Angebote:
Jungenaktionen: In Kooperation mit den Schulsozialarbeiterinnen der ClemensBrentano-Overberg-Realschule-Plus wurde eine Jungenaktion angeboten. Hierbei
wurden jungenspezifische Themen und Interessen aufgegriffen sowie niedrigschwellige
Bildungsangebote durchgeführt.
Selbstbehauptungskurs für Mädchen: 2015 fand ein Selbstbehauptungskurs für
Mädchen statt. Dieser sollte den Mädchen die Wichtigkeit eines selbstbewussten
Auftretens nahebringen und ihnen Grundlagen der Selbstverteigung vermitteln.

Workshops und besondere Angebote:
„Länderwoche“: Hinter diesem Angebotstitel stand ein niedrigschwelliges
Bildungsangebot, welches geografische, politische und kulturelle Hintergründe
verschiedener Länder behandelte. In 2015 wurde Deutschland mittels eines Quiz, Filmen
und dem gemeinsamen Zubereiten typischer Speisen thematisiert.

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Jahresbericht 2015

„Kreativangebot“: Auch 2015 fand das Projekt „Ich mag es bunt! Du auch?“ statt,
welches interessierten Jugendlichen 1x monatlich verschiedene Gestaltungstechniken
näher bringen und ihre Kreativität fördern soll.
Erzählkaffee: Einmal monatlich fand ein Erzählkaffe für die Besucher des Hauses statt.
Hier hatten die Jugendlichen die Möglichkeit selbst ausgewählte Themen unter Anleitung
zu besprechen und sich mit anderen austauschen.
„Kochangebot“: Jeden Freitag fand im Rahmen des Offenen Treffs ein Kochangebot
statt. Mit diesem Angebot zur „lebenspraktischen Bildung“ erhalten die BesucherInnen des
Hauses die Möglichkeit, selber zu kochen.
„Lernhilfe“: Die Besucher konnten nun jeden Dienstag ab 14:00 Uhr unser
Lernhilfeangebot nutzen, Hausaufgaben machen oder für Klassenarbeiten lernen.
„Rommé-Tunier“: Jeden Donnerstag fand ein Rommé-Tunier statt.
„Gesundheitswoche“: Dieses Jahr fand wieder unsere Gesundheitswoche statt.
Bestandteil der Gesundheitswoche waren täglich wechselnde Angbote zur gesunden
Ernährung, Sinneswahrnehmung und Bewegung. Diesmal konnte für die Jugendlichen
zudem ein kostenfreier Erste-Hilfe-Kurs stattfinden.

Weitere Verantaltungen:
Großveranstaltungen: Die MitarbeiterInnen des Jugendtreff boten an „Koblenz spielt“
und dem „Internationalen Familiensportfest“ erlebnispädagogische Angebote für Kinder
und Jugendliche an.

Konzeptionelle Tätigkeiten:
Zielüberprüfung: Der im Sachbereich durchgeführte Prozess zur Qualitätssicherung,
Zielfindung und Evaluation wurde in 2015 erneut in Form der Zielüberprüfung
weitergeführt.
Aktualisierung des Programm-Angebots: Entsprechend der Bedarfe und Interessen
der BesucherInnen wurde das Programm-Angebot verändert– hier zu nennen sind:
Gesundheitswoche / Rommé Tunier / Lernhilfe

Sonstiges:
Der Jugendtreff Maulwurf erfuhr 2015 einige personelle Änderungen. Chris Krauslach ist
nun nur noch mit einer 39 % Stelle tätig. Er hat die Leitung im Spielmobil übernommen.
Petra Reichert übernimmt seine Stunden im Maulwurf und ist dort mit einer 50 % Stelle
als Erzieherin tätig.
Unsere neu gestaltete Homepage ist online gegangen.
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Jahresbericht 2015

Aktuelle Informationen zu Angeboten und Veranstaltungen des Jugendtreff Maulwurf sind unter
www.jugendtreff-maulwurf-koblenz.de zu finden.
Öffnungszeiten:
Montag

Bürotag

Dienstag - Donnerstag

15:00 – 19:30 Uhr

Freitag

15:00 – 21:00 Uhr

2.2.1.3 Jugend- und Bürgerzentrum Karthause (JuBüZ)
Das Jugend- und Bürgerzentrum (JuBüZ) auf der Karthause ist eine stadtteilorientierte Einrichtung
in Trägerschaft der Stadt Koblenz. Es ist ein Ort der Begegnung für Kinder, Jugendliche,
Erwachsene und Senioren. Neben den Angeboten für die verschiedenen Altersgruppen bieten
auch interkulturelle und generationsübergreifende Projekte die Möglichkeit, Menschen zusammenzuführen. Das Team des Jugend- und Bürgerzentrums versteht sich als Ansprechpartner für die
sozialen und kulturellen Belange des Stadtteils Karthause.
Neben dem pädagogischen Programmangebot stellt das Jugend- und Bürgerzentrum ebenfalls ein
Veranstaltungshaus dar, das von Vereinen, Verbänden und Privatpersonen zu geselligen und kulturellen Zwecken gemietet werden kann.

Wöchentliche Programmstruktur des Jugend- und Bürgerzentrums
Bürgertreff
Tag

Uhrzeit

Thema

Bemerkungen

Montag

09:30 – 11:30 Uhr

Krabbelgruppe

Montag

15:00 – 17:00 Uhr

Erzählcafé

Montag

18:30 – 20:00 Uhr

Hip Hop Dance für Erwachsene

Dienstag

15:00 – 18:00 Uhr

Spieletreff

jeden 2. u. 4. Dienstag

Dienstag

15:00 – 16:30 Uhr

Gedächtnistraining

jeden 1. und 3. Dienstag

Mittwoch

09:30 – 11:30 Uhr

Stadtteilfrühstück

jeden 1. Mi. im Monat

Donnerstag

09:30 – 11:30 Uhr

Elternfrühstück

jeden 3. Mi. im Monat

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Jahresbericht 2015

Jugendtreff
Tag

Uhrzeit

Thema

Bemerkungen

Montag

14:30 – 16:00 Uhr

„Krasse Klasse“

Schul AG RSK+

Montag

16:00 – 19:00 Uhr

Offener Treff für Teens (ab 10 Jahre)

Montag

17:00 – 19:00 Uhr

Schängel Komnata

Dienstag

16:00 – 19:00 Uhr

Offener Treff für Teens (ab 10 Jahre)

Dienstag

19:00 – 20:00 Uhr

Hip Hop Dance (ab 10 Jahre)

Mittwoch

15:00 – 18:00 Uhr

Offener Treff für Kids (ab 8 Jahre)

1. Halbjahr 2015

Mittwoch

15:30 – 17:30 Uhr

Mädchentreff (8 – 12 Jahre)

2. Halbjahr 2015

Donnerstag

16:00 – 19:00 Uhr

Offener Treff für Kids (ab 8 Jahre)

Freitag

15:00 – 19:00 Uhr

Offener Treff für Teens (ab 10 Jahre)

Treff für jugendl. Migranten

Generationentreff
Tag

Uhrzeit

Thema

Mittwoch

18:00 – 20:00 Uhr

Stadtteiltheater

Mittwoch

16:00 – 17:30 Uhr

Vorleseclub

Bemerkungen

jeweils letzter Mi. im Monat

Vermietungssprechstunde
Dienstag: 17:30 – 19:00 Uhr / Mittwoch:

11:00 – 13:00 Uhr

Veranstaltungen 2015
Folgende Veranstaltungen, organisiert durch das Team des Jugend- und Bürgerzentrums, fanden
im Jahre 2015 außerhalb des wöchentlichen Programms statt:
Seniorenkarneval in Kooperation mit der AWO Karthause
Schwerdonnerstagsparty für Teenies
Tanzveranstaltung HipHop-Tanzgruppe RE/MIX
Öffentliche Probe des Stadtteiltheaters am „Tag der Theaterpädagogik“
Theateraufführungen „Ehrenkämpfe“der Stadtteiltheatergruppe des JuBüZ
7. Stadtteilfest „Maifest“ in Kooperation mit dem Ortsring Karthause
Teenie-Disco (2 Veranstaltungen im Jahr)
Jungentag

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Jahresbericht 2015

Sommerferienprogramm
Halloweenparty für Teenies
Adventskranz basteln

Entwicklung des Jugend- und Bürgerzentrums
Seit der Inbetriebnahme des JuBüZ im Juni 2008 hat sich das Jugend- und Bürgerzentrum fest als
pädagogisches Angebots- und Veranstaltungshaus in Koblenz etabliert. Im Jahre 2015 standen
folgende Schwerpunkte der pädagogischen Arbeit im Mittelpunkt:
Bürgertreff: Die Kooperationen des JuBüZ erweitern sich stetig durch die bestehenden,
erfolgreichen Programme (Stadtteilfrühstück, Erzählcafe...). Im Jahre 2015 konnten zwei
weitere Angebotes des Bürgertreffs etabliert werden: HipHop-Dance für Erwachsene und
ein Gedächtnistraining.
Jugendtreff: Die Beteiligung der Jugendlichen an den Programmen des JuBüZ bildete
im Jahre 2015 den pädagogischen Schwerpunkt. Aus dem monatlichen Plenum heraus
konnten Jugendliche mit den hauptamtlichen Fachkräften zusammen
Umgestaltungswünsche des Offenen Treffs und Veranstaltungen wie zum Beispiel die
Teenie-Disco umsetzen. Im Jahre 2015 konnten die Öffnungszeiten des Offenen Treffs um
einen Wochentag erweitert werden.
Generationentreff: Der Dialog der Generationen ist fest im Bewusstsein der
BesucherInnen des JuBüZ etabliert. Das Stadtteiltheaterangebot ist seit Jahren Ausdruck
dieses Dialogs, ebenso wie der Vorleseclub. Im Jahre 2015 gestaltete der Vorleseclub des
JuBüZ das große Spielefest „Koblenz spielt“ mit. Es wurden erfolgreich Texte zu Robin
Hood gelesen.
Vermietungen: Der Saal des Jugend- und Bürgerzentrums ist seit der Inbetriebnahme
konstant für private Festlichkeiten, Karnevals- und Vereinsfeiern, Fachtagungen und
Bürgerversammlungen nachgefragt. Die Auslastung des Saals liegt bei nahezu 90% und
somit ist eine Belegung ca. 1 Jahr im Voraus gegeben.

Vermietungen
Private Vermietungen: 26
Vermietungen an Vereine, Parteien, Institutionen: 24
Vermietungen an Kooperationspartner (mietfrei): 23
Einnahmen aus Vermietungen 2015: 5.018 €
Weitere Informationen zum Konzept und Programm des Jugend- und Bürgerzentrums Karthause
finden Sie unter: www.jubuez.de, E-Mail: info@jubuez.de

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Jahresbericht 2015

2.2.1.4 Dezentrale mobile Jugendarbeit
Grundlage der Mobilen Jugendarbeit ist die Rahmenkonzeption „Aufsuchende Jugendarbeit“ (s. Kommunaler Jugendplan, Jugendamt der Stadt
Koblenz, 1996, S. 204 ff.) Der Leistungsumfang ist in der „Konzeption der
Mobilen Jugendarbeit 2005” beschrieben. Weitere Infos finden Sie auf der
Homepage http://www.mobile-jugendarbeit-koblenz.de; genaue Besucherzahlen vgl. Evaluation OJA 2015.
Kontinuierlich laufende Leistungen:
Jugendtreff Arzheim, Blindtal 60, 56077 Koblenz (Arzheim)
Öffnungszeiten: Montag - Donnerstag 19:00 – 22:00 Uhr
Jugendtreff Löwentor, Am Löwentor, 56075 Koblenz (Alt – Karthause)
Öffnungszeiten: Montag - Sonntag, 18:00 – 23:00 Uhr; in Selbstverwaltung
Jugendtreff Pfaffendorfer Höhe, Karl - Friedrich - Goerdeler - Str. 8, 56076 Koblenz
Dienstag, Mittwoch, Donnerstag: 16:00 – 22:00 Uhr; betreute Öffnung
Jugendtreff St. Nikolaus, Immendorfer Straße 8, 56077 Koblenz (Arenberg)
Öffnungszeiten: Montag – Freitag, 16:00 – 22:00 Uhr; in Selbstverwaltung
Jugendtreff Kesselheim,Schöffengasse 4, 56070 Koblenz (Kesselheim)
Öffnungszeiten: Freitags 17:00 – 22:00 Uhr
Aufsuchende Jugendarbeit, Im Kreutzchen, 56070 Koblenz (Neuendorf)
Öffnungszeiten: Dienstag 18:30 Uhr – 21:00 Uhr
Im Jahr 2015 suchte die Mobile Jugendarbeit die Clique Jugendlicher, die den Jugendtreff
nicht mehr besuchten, an ihren Treffpunkten im Wohngebiet auf, um auch diese
Jugendlichen weiter betreuen zu können.
Goldgrube – Rockcafé, Froebelstr. 9, 56073 Koblenz (Goldgrube)
Öffnungszeiten: Donnerstag und Freitag 18:30 Uhr – 22:00 Uhr
An einem Tagen wird der Treff von ehrenamtlichen Jugendlichen geöffnet. Sie
übernehmen den Getränkeverkauf und führen zusätzliche Aktionen wie Fussballschauen
und Renovierung des Treffs durch.
Mittelweiden – Bauwagen, In der Wehring 18, 56070 Koblenz (Mittelweiden)
Öffnungszeiten: Dienstag und Donnerstag 16:30 Uhr – 18:30 Uhr
Zusätzliche Aktionen: Schlittschuhlaufen, Schwimmen und Ausflüge.

Projekte & Events
Skateboard Contest Buga Skatepark
In Zusammenarbeit mit der Koblenzer Skaterszene wurde am 20.09.2015 der
„5. Koblenzer Skatecontest“ auf der Skateboardanlage vor dem Koblenzer Schloss

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Jahresbericht 2015

organisiert. In zwei Leistungsstufen waren insgesamt 40 Starter angetreten. 300 Besucher
bewunderten die„Flips, Hips, Ollies, Slides und Grinds Rails”der Skateboardfahrer.
Streetsoccerturnier der Aktion Ballance Rheinland-Pfalz
Im Rahmen von „Koblenz spielt“ veranstaltete die Mobile Jugendarbeit der
Stadtverwaltung Koblenz am 30.05.2015 ab 11:00 Uhr auf dem Münzplatz ein
Streetsoccer-Turnier. Ca. 40 Jugendliche haben in insgesamt 6 Mannschaften ihr
fußballerisches Talent gezeigt. In einem fairen Wettkampf hatten sie Spaß und Freude,
ihre Kräfte zu messen. Es galten die Regeln der Aktion Ballance Rheinland-Pfalz, d. h.
Fairness und Toleranz standen im Mittelpunkt des Turniers. Gespielt wurde in einem
mobilen Street-Soccer-Court (15x10m) nach einem speziellen pädagogischen Konzept
ohne Schiedsrichter.
Graffiti-Event am 24. und 25.10.2015 ab 10:00 Uhr Emser Straße in Koblenz
Der Koblenzer Graffiti-Künstler Daniel Schmitz veranstaltete zusammen mit der Mobilen
Jugendarbeit des Jugendamtes der Stadt Koblenz den Event „Just Writing My Name“.
Auch in diesem Jahr waren viele international bekannte Graffiti Künstler aus Europa mit
dabei. Am 24. und 25.10. ab 10:00 Uhr standen die Wände in der Emser Straße in der
Nähe der Pfaffendorfer Brücke für die eingeladenen Sprayer nach Absprache zur
Verfügung. Die Koblenzer Bevölkerung war herzlich eingeladen sich vom Können dieser
bekannten Künstler zu überzeugen.
Weitere Aktionen in den Jugendtreffs wie Kochen, Schwimmen, Schlittschuhlaufen, Kanufahren,
Musikkurse, Graffiti-Workshops etc. je nach Interessenslage der Jugendlichen.

2.2.1.5 Spielhaus - Spielmobil - Ausleihe
Spielhaus Peter-Altmeier-Ufer
Das Spielhaus ist ein Treffpunkt für 6- bis12-jährige Kinder im
offenen und situationsorientierten Konzept zur außerschulischen
ganzheitlichen Förderung. Arbeits- und Angebotsschwerpunkte
sind Spiel und Bewegung, gesunde und ausgewogene Ernährung, kreatives Gestalten, sowie die Vermittlung von Wissen
und Werten.
Seit August 2015 besteht die Leitung des Spielhaus/Spielmobil
aus zwei neu eingesetzten Kräften. Das bereits bestehende
Programm wurde um einige Themenschwerpunkte erweitert:
natur- und umweltpädagogische sowie tiergestützte Angebote.
Mit der Clemens-Brentano-/Overberg Realschule Plus sowie der
St. Castor Grundschule wurden in 2015 Kooperationsangebote im Nachmittagsbereich ins Leben
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Jahresbericht 2015

gerufen. Zudem wurde die Außenfassade im Zuge eines GraffitiWorkshops neu gestaltet (s. Fotos S. 68).
Während der Sommer-/ und Herbstferien fanden mehrere
Aktionswochen zu unterschiedlichen Themen statt. In der Weihnachtszeit wurden an drei Adventssamstagen Angebote für
Kinder durchgeführt.
Öffnungszeiten:
Das Spielhaus ist wochentags von 14.00 – 18.00 Uhr geöffnet.

Spielmobil „KOWELIX“ und mobile Spielekiste „MOSPIKI“
Das Spielmobil ist ein über 30 Jahre alter
LKW-Möbelanhänger, bestückt mit diversen Spiel-, Bewegungs- und Bastelmaterialien. Die mobile Spielekiste (MOSPIKI)
enthält ähnliche Materialien, allerdings in
geringerem Umfang.
Parallel zum täglichen Spielhauseinsatz
und einigen Wocheneinsätzen wurden mit
dem Spielmobil und der MOSPIKI Einsätze, u.a. in Kooperation mit der KoblenzDie mobile Spielekiste MOSPIKI im Einsatz auf dem Festungsgelände
Touristik, dem „Bündnis für Familien“, dem
Stadtjugendring und anderen durchgeführt. So waren Spielmobil bzw. mobile Spielkiste bei Events
wie „Koblenz blüht“, „Koblenz spielt“, dem „Augusta-Fest“ am Schloss, dem „Weltkindertag“, dem
„Sommerfest zu Rhein in Flammen“, dem „Drachenfest“ auf dem Festungsgelände u.a.m. mit von
der Partie. Außerdem fanden in Kooperation mit Koblenzer Grundschulen Nachmittagsangebote zu
unterschiedlichen Themenschwerpunkten statt.
Zusätzlich wurden in diesem Jahr an der Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge (Feuerwehrschule
Asterstein) mehrmals wöchentlich niedrigschwellige Spielangebote für Flüchtlingskinder und
Jugendliche durchgeführt. Eine Ausweitung des Angebots auf weitere Flüchtlingsunterkünfte in
Koblenz ist für 2016 in Planung.
Ausleihe: Vereine, Verbände, Institutionen, Familien, Geschäftsleute können zu Festen und Feiern
das KOWELIX, die MOSPIKI, die Buttonmaschine oder Spiel,- Sport- und Kreativmaterialien
ausleihen, um damit ihr Angebot für Kinder und Familien noch interessanter zu gestalten.

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2.2.1.6 Stadtranderholung
Die Stadtranderholung mit ihren vielfältigen
Angeboten für die Oster-, Sommer- und
Herbstferien ist seit vielen Jahren eine feste
Größe in Koblenz. Viele unterschiedliche
Träger engagieren sich hier und leisten für
berufstätige Eltern nicht nur einen wichtigen
Beitrag zur besseren Vereinbarkeit von
Familie und Beruf, sondern bieten auch den
Koblenzer Kindern, deren Eltern nicht in
Urlaub fahren können, spannende und Oberbürgermeister Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig besuchte im Juli
2015 den Bauspielplatz der JuKuWe
erlebnisreiche Ferientage „vor der Haustür“.
Im Vordergrund stehen Spiel, Spaß, Action, außerschulisches Lernen und das Schließen neuer
Freundschaften. Zum vielseitigen Freizeitprogramm zählen Ausflüge, Schwimmbadbesuche,
Naturerlebnisse und kreative Angebote. Insgesamt nahmen an der Stadtranderholung im Jahr
2015 mehr als 600 Schängel im Alter von 6 bis 12 Jahren teil.
Das Jugendamt stellt zu Beginn eines jeden
Jahres alle Ferienmaßnahmen in einer Broschüre zusammen, um Eltern einen Überblick über das Angebotsspektrum zu geben.
Die Broschüre kann im Internet unter der
unten angegebenen Adresse eingesehen
und heruntergeladen oder beim Jugendamt
angefordert werden.
Die Stadtranderholungen und Ferienaktionen vor Ort werden im Rahmen der RichtBürgermeisterin Marie-Theres Hammes-Rosenstein hatte Spaß mit den linien der Stadt Koblenz zur Förderung von
Kids, die am Technik-Ferien-Camp der TU Koblenz-Landau teilnahmen
Maßnahmen der Jugendarbeit finanziell
unterstützt. Eine der größten Maßnahmen ist der Bauspielplatz auf dem Gelände der Sportanlage
Oberwerth. Es ist eine Ferienmaßnahme der Stadt Koblenz in Kooperation mit der Jugendkunstwerkstatt Koblenz e.V., die für die Organisation und Durchführung der Aktion verantwortlich ist.
Auf Grund von Nachfragen zu den Stadtranderholungen und Freizeiten als Betreuungsangebot
haben die Träger der Maßnahmen kritisch die Möglichkeiten der Angebotserweiterung geprüft und
ihre Maßnahmen im Gesamten reflektiert. In diesem Kontext ist festzustellen, dass die Funktion
dieser Maßnahmen als Betreuungsangebot im Rahmen der Vereinbarkeit von Familie und Beruf
immer mehr zunimmt und seitens der Träger auch berücksichtigt wird, die Funktion im Rahmen
außerschulischer Bildung jedoch nicht vernachlässigt werden darf. Festzustellen ist, dass Ange-

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Jahresbericht 2015

bote auch in „schwierigen Zeiten“ wie der letzten Sommerferienwoche und den Weihnachtsferien
vorhanden sind, die Angebotsbreite in diesen Zeiten jedoch nicht gegeben ist.
Wie in den vergangenen Jahren unterstützen die Ambulanten Hilfen der Lebenshilfe Koblenz während der Sommerferien 2015 die Freizeitprojekte anderer Anbieter durch zusätzliche BetreuerInnen, um auf diese Weise auch Kindern und Jugendlichen mit Behinderung die Teilnahme zu
ermöglichen.
Informationen zu den aktuellen Ferienangeboten finden Sie im Internet unter der Adresse
www.koblenz.de/freizeit_sport/ferienprogramme.html.

2.2.1.7 Beteiligungsformen für Kinder und Jugendliche

Der Koblenzer Jugendrat präsentiert sich nach seiner Konstituierung im Dezember 2014

Jugendrat
Der Jugendrat 2015/2016 hat sich nach der Wahl im Dezember 2014 konstituiert und die Arbeit
aufgenommen. Neben dem Weiterführen von Arbeitsgruppen im Bereich Schule, Freizeit, Verkehr
und Öffentlichkeitsarbeit (für die eigene Arbeit) haben sich neue Arbeitsgruppen gebildet bzw.
Schwerpunkte verändert. Neben der Idee, ein Konzert für Jugendliche zu veranstalten, setzen die
Jugendlichen im Rahmen des Kennenlern-Tags sich außerdem das Ziel, Koblenz schöner zu
gestalten. Im Laufe des Jahres kristallisierte sich ein weiterer Schwerpunkt heraus, und zwar ein
Patenschaftsprojekt von Jugendlichen für Jugendliche, um jugendlichen Flüchtlingen in Koblenz
das Ankommen und Kennenlernen der Stadt zu erleichtern.
In der AG „Stadtverschönerung/Sicherheit“ gibt es zwei konkrete Anliegen, die 2015 bearbeitet
wurden: Zum einen möchten die Jugendlichen sogenannte Pfandringe® in Koblenz versuchsweise

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Jahresbericht 2015

einführen und zum anderen werden sie das Graffiti in der Unterführung in der Balduinbrücke neu
gestalten. Pfandringe® sind Metallgestelle, die um Abfalleimer angebracht werden können, in denen dann Pfandflaschen abgestellt werden können. Die Arbeitsgruppe hat dem Umweltausschuss
einen Brief geschrieben, in dem sie für die testweise Anschaffung plädiert; ein Treffen dazu mit
dem kommunalen Servicebetrieb wird im Frühjahr 2016 stattfinden. Das Graffiti wurde 2008 aufgebracht und ist inzwischen stark in Mitleidenschaft gezogen worden, die AG entwickelte daher Ideen
für ein neues Motiv. Aufgrund der Witterungsverhältnisse erfolgt die Umsetzung mit Unterstützung
eines Graffiti-Künstlers in den Osterferien 2016.
Die AG Konzert wollte ein Konzert für Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren veranstalten, da es für diese Altersgruppe wenig musikalische Angebote gibt; vor allem kostengünstige
Veranstaltungen sind nur spärlich vorhanden bzw. unter den Jugendlichen nicht bekannt. Für die
Planung wurden Gespräche u.a. mit music live e.V. und der Koblenz Touristik geführt, die wertvolle
Tipps und Hinweise gaben. Es ist geplant, das Konzert in der zweiten Jahreshälfte 2016 stattfinden
zu lassen.
Das letzte neue Projekt des Jugendrats zielt darauf ab, einen Teil zur gelebten Willkommenskultur
beizutragen. Hierfür sollen sich Koblenzer Jugendliche mit in etwa gleichaltrigen jugendlichen
Flüchtlingen treffen, um ihnen zu zeigen, was man wo in Koblenz als Jugendlicher machen kann.
Im Idealfall werden hier nicht nur die Orte gezeigt, an denen Jugendliche sich aufhalten (Jugendzentren, Bibliothek, Rheinufer, Forum Mittelrhein, u.v.m.), sondern auch Kontakte zu Sportvereinen, Musikgruppen und anderen festen Freizeitmöglichkeiten geknüpft, um die Integration in die
Koblenzer Gesellschaft zu erleichtern.
Den Vorstand des Jugendrats bildeten 2015 Monna Al-Khaldi (17 Jahre) als Vorsitzende und Lena
Adams (15 Jahre), Gregor Goethel (13 Jahre) und Marius Hoffart (16 Jahre) als stellvertretende
Vorsitzende. Der Jugendrat tagte 2015 in elf öffentlichen Sitzungen im Plenum, dazwischen arbeitete er in kleineren Arbeitsgruppen zu den Themen Verkehr, Schule, Freizeit, Öffentlichkeitsarbeit,
Stadtverschönerung/Sicherheit, Event und zum Flüchtlingsprojekt „Koblenz für alle Schängel“. Die
Themen der ersten vier Arbeitsgruppen sind analog zum letzten Jahr, die Inhalte der neuen
Arbeitsgruppen sind oben genannt.
Mitglieder des Jugendrats haben an dem Vernetzungstreffen der rheinland-pfälzischen Jugendvertretungen teilgenommen, um sich dort mit anderen Jugendlichen über die Arbeit in den Gremien
auszutauschen und in einem Workshop an dem Selbstbild und der Wirkung auf andere zu arbeiten. Außerdem waren zwei Mitglieder auf der Internationalen Demokratiekonferenz in Leipzig.
Der Jugendrat hat bei verschiedenen Veranstaltungen in Koblenz aktiv mitgearbeitet, zum Beispiel
beteiligte er sich wieder an „Koblenz spielt“, u.a. mit einem Quiz zur Jugendsprache. Beim Sporterlebnistag führte er eine intensive Befragung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer und der Veranstalter (Sportvereine) durch und trug mit einer differenzierten Auswertung wie jedes Jahr dazu bei,
dass solche Veranstaltungen nicht an den Bedürfnissen der Jugend vorbei geplant, sondern stets
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Jahresbericht 2015

neu objektiv bewertet werden können. Der Jugendrat hat sich außerdem an dem Sportfest International für die Flüchtlinge aus den Unterkünften beteiligt sowie an dem Kinderrechtefest, das im
Rahmen des Schängelmarkts stattgefunden hat.
Gremienarbeit
Der Jugendrat bringt die Interessen der Jugendlichen in verschiedene städtische Gremien ein: in
den Jugendhilfeausschuss, in die AG Spielflächen des Jugendhilfeausschusses, den Schulträgerausschuss, den Fahrgastbeirat, die Initiative „Sicherheit in unserer Stadt“ und den Hausbeirat des
Jugend- und Bürgerzentrums auf der Karthause. Außerdem ist der Jugendrat beratendes Mitglied
in der Stadt-Schülervertretung, die im Herbst neu belebt wurde. Die Geschäftsführung und die pädagogische Begleitung des Jugendrates obliegen dem Kinder- und Jugendbüro in Trägerschaft der
Jugendkunstwerkstatt Koblenz e.V. und des Stadtjugendringes.

Jugendforum
Das Jugendforum findet turnusmäßig erst wieder im Jahr 2016 statt.

Kinderstadtteilerkundung
Die Kinderstadtteilerkundung 2015 wurde an der Grundschule
Lay durchgeführt. Die Kinder der zweiten und dritten Klasse gingen an zwei Tagen durch ihren Ortsteil und untersuchten diesen
auf seine Kinderfreundlichkeit. Dazu gehörte nicht nur das ausgiebige Bespielen des Spielplatzes, sondern auch darüber zu
reden (und zu zeigen), wo man in Lay relativ gefahrlos spielen
kann und welche Orte wegen des Autoverkehrs für Kinder nicht
geeignet sind. Außerdem besuchten sie in Kleingruppen wichtige Orte in Lay, wie z.B. ansässige Unternehmen (Geldinstitute
und die Bäckerei), den Layer Forst, die Kirche und den Ausgrabungsort der fränkischen Gräber und der Römervilla.
Der Kinderstadtteilerkundung vorangegangen war eine Befragung aller Klassen, in der die Schülerinnen und Schüler u.a. die
Möglichkeit hatten, ihre Wünsche und Interessen für die Erkundung von Lay zu nennen. Während des Projekts waren die Kinder dafür zuständig, für sie wichtige
Dinge im Ort und bei den Besuchen zu fotografieren und den Weg zu den Stationen zu finden. Als
Abschluss der beiden Tage fertigten sie Plakate über das Erlebte an.

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Jahresbericht 2015

Die Kinder der vierten Klasse nahmen statt an der klassischen Kinderstadtteilerkundung an einem
politischen Planspiel teil. Ziel war es, Kinder altersgerecht Entscheidungsprozesse in der Demokratie, bzw. genauer gesagt in der Kommunalpolitik, nahe zu bringen. Dazu wurde die hypothetische Ausgangslage beschrieben, was geschehen müsste, damit Lay einen zweiten Stadtteil auf
dem Kirmesplatz bekommen müsste. Die Kinder suchten im Internet AnsprechpartnerInnen in der
Verwaltung (Jugendamt, Grünflächenamt) und in der Politik (Ortsvorsteher).
Zusätzlich dazu befragten sie Layer Bürgerinnen und Bürger nach deren Meinung und überlegten
selbst, was sie an ihrem Spielplatz gut fanden und was dort fehlt. In den Gesprächen mit den
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung und den Politikern lernten die Kinder vor
allem, dass es leichter ist, etwas Bestehendes zu verändern, als Neues zu schaffen. Auch hier
dokumentierten die Kinder ihre Erlebnisse eigenständig und präsentierten diese im Abschluss
einem sehr interessierten Publikum.

Beteiligung an Spielplatzplanungen
Im Jahr 2015 stand kein Spielplatzneubau an.

Ort der Kinderrechte
Der diesjährige „Ort der Kinderrechte“ unter dem Thema „Recht
auf Gedankens-, Gewissens- und Religionsfreiheit“ wurde durch
muslimische und christliche Jugendliche gestaltet; das Objekt
aus Edelstahl steht in dem großen Blumenbeet am Zentralplatz.
Nach einer intensiven Auseinandersetzung mit der Thematik entstand eine Kreisscheibe, auf der das Wort „Freiheit“ heraustritt
und auf die der Satz „Was bedeutet das für dich?“ eingraviert
wurde.

Planung des Objektes für den „Ort der
Kinderrechte“ (o.) und das Ergebnis (u.)

2.2.1.8 Öffentliche Spielflächen
Das Jugendamt der Stadt Koblenz betreut 122 öffentliche Kinderspiel- und Bolzplätze. In diesem
Zusammenhang sind vielfältige Tätigkeiten zu verrichten, damit sich diese Anlagen in einem ordnungsgemäßen Zustand präsentieren und die Sicherheit stets gewährleistet ist. Sichergestellt wird
dies durch die fortlaufende Kontrolle und die Hinweise der ehrenamtlich tätigen Spielplatzpaten.

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Jahresbericht 2015

Reinigung und Reparatur der Spielflächen werden zum einen durch den
Eigenbetrieb „Grünflächen- und Bestattungswesen“, zum anderen durch
Fremdunternehmer/Beschäftigungsprojekte im Rahmen eines Projektes
der Jugendberufshilfe durchgeführt. Rechtsgrundlagen sind die Gemeindeordnung sowie das Baugesetzbuch und insbesondere § 11 der Landesbauordnung „Kinderspielplätze“ und die DIN E 18034 „Spielplätze
und Freiräume zum Spielen“.
Die Arbeitsgruppe „Spielflächen“ tagte im Berichtszeitraum dreimal.
Schwerpunkt war die Ersatzbeschaffung von Spielgeräten im Rahmen
der so genannten Prioritätenliste.

2.2.2

Jugendsozialarbeit

Jugendsozialarbeit hat gemäß § 13 SGB VIII die Aufgabe, jungen Menschen, die zum Ausgleich
sozialer Benachteiligungen oder zur Überwindung individueller Beeinträchtigungen in erhöhtem
Maße auf Unterstützung angewiesen sind, sozialpädagogische Hilfen anzubieten, die ihre
schulische und berufliche Ausbildung, Eingliederung in die Arbeitswelt und ihre soziale Integration
fördern.

2.2.2.1 Förderung und Zusammenarbeit mit freien Trägern der Jugendsozialarbeit
Die Zusammenarbeit mit Institutionen der Jugendsozialarbeit erfolgte in themenbezogenen Arbeitsgesprächen; die Förderungen erfolgten im Jahr 2015 gemäß Beschlussfassung durch den Jugendhilfeausschuss.

Projekt: Neustart in Arbeit
Auch 2015 wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Job-Center das Projekt „Neustart in Arbeit“
beim Internationalen Bund weitergeführt. Ziel der Maßnahme ist die Ersteingliederung sozial benachteiligter Jugendlicher. Zielgruppe sind Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 17 bis
25 Jahren, bei denen vielschichtige Symptomkomplexe und Vermittlungshemmnisse vorliegen.
Ohne die Förderung und sozialpädagogische Begleitung in der Maßnahme können diese Teilnehmer/Teilnehmerinnen nicht bzw. noch nicht in Arbeit oder Ausbildung eingegliedert werden. Im
Allgemeinen sind sie nicht mehr schulpflichtig und haben noch keine Berufsausbildung absolviert.
Die Teilnehmerkapazität lag auch in 2015 bei 20 Teilnehmer/innen.

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Jahresbericht 2015

Seitens des Jugendamtes wird eine Motivationsprämie an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer
finanziert. Die Motivationsprämie ist an eine regelmäßige Teilnahme und das Absolvieren der Praktika gekoppelt.

Angebote für von Wohnungslosigkeit bedrohte junge Menschen
In verschiedenen Arbeitsbereichen des Jugendamtes (Allgemeiner Sozialdienst, Jugendberufshilfe,
Streetwork) werden zunehmend junge Erwachsene mit multiplen Problemlagen bekannt, die nicht
in der Lage sind, die eigene Existenz zu sichern, sich nicht in Ausbildung oder Beschäftigung befinden und auf keinen unterstützenden familiären Background zurück greifen können. Diese jungen
Erwachsenen sind oft auf Grund dieser Problematik wohnungslos oder von längerfristiger Wohnungslosigkeit bedroht, was ein Hindernis für eine erfolgreiche Integration in Ausbildung oder
Arbeit darstellt. Diese Situation verschärft sich noch durch das mangelnde Angebot an angemessenem und bezahlbarem Wohnraum in Koblenz.
Zur Abhilfe dieser Problematik sind unterschiedliche Maßnahmen ergriffen worden. Das Wohnprojekt „Spurwechsel“ startete im Mai dieses Jahres. Es konnten eine Wohngemeinschaft für junge
Frauen und eine Wohngemeinschaft für junge Männer mit je 3 Plätzen in Betrieb genommen
werden. Die Trägerschaft hat der Internationale Bund übernommen. Vorrangiges Ziel der sozialpädagogischen Betreuung in der Wohngemeinschaft ist die berufliche Eingliederung in aufeinander
aufbauenden Schritten. Der Träger arbeitet hier eng mit der Jugendberufshilfe (siehe Bericht) und
dem Jobcenter zusammen.
Des Weiteren stehen im Kolpinghaus 2 Plätze zur Verfügung, die, gemäß § 13 Abs. 3 sozialpädagogisch begleitet, das Wohnen während Ausbildung, beruflicher Bildungs- und Orientierungsmaßnahme oder Eingliederung sichern.

Projekt: Aufsuchende Drogenarbeit in Koblenz-Neuendorf
Über mehrere Jahre wurde die Situation einer offenen und verdeckten Drogenszene in der Großsiedlung Neuendorf in der Öffentlichkeit diskutiert. Nicht zuletzt durch das Engagement betroffener
Anwohner und Eltern sowie durch die Gemeinwesenarbeit und Jugendsozialarbeit vor Ort und
unter Mitwirkung des Jugendamtes wurden geeignete konzeptionelle Ansätze für ein Tätigkeitsfeld
im Rahmen von Jugendsozialarbeit entwickelt, die polizei- und ordnungsrechtliche Maßnahmen
ergänzen sollten. Im Jahr 2009 wurde die aufsuchende Drogenarbeit vor diesem Hintergrund als
niedrigschwelliges Hilfsangebot im Wohngebiet etabliert und durch die Stadt Koblenz finanziert.
Die Situation der Suchtkranken im Wohngebiet hat sich seit Beginn und Umsetzung der aufsuchenden Drogenarbeit verändert. Die im ursprünglichen Konzept beschriebene Drogenszene,
insbesondere die Teilszene drogenkonsumierender Migranten aus den ehemaligen GUS-Staaten,
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Jahresbericht 2015

ist nicht mehr in einem nach außen sichtbaren Maß vorhanden. Der Bedarf an aufsuchender Arbeit
ist jedoch vor dem Hintergrund vorhandener Problemlagen notwendig. Typische Problemlagen
sind u.a.:

•
•

Langzeitarbeitslosigkeit
Jugendarbeitslosigkeit

•
•

Migrationsprobleme
Kriminalität

•
•

Diskriminierung/Stigmatisierung
Niedriger Bildungsstand

•

Erziehungsprobleme

Die Ereignisse in 2014/2015, die massive Polizeieinsätze in der Großsiedlung erforderten, machen
auch verstärkte präventive und weitere sozialarbeiterische Angebote erforderlich. Insbesondere
delinquentes Verhalten (Vandalismus, Zerstörung, Einbruch und Diebstahl, Sachbeschädigungen)
auch im Kontext von Suchtmittelkonsum (Alkohol, Medikamente, illegale Drogen, Spielverhalten)
soll nunmehr durch die aufsuchende Arbeit verstärkt aufgegriffen und in der Vernetzung (Haus des
Jugendrechts) lösungsorientiert bearbeitet werden. Aus diesem Grund wurde mit dem Träger der
aufsuchenden Drogenarbeit, dem Caritasverband Koblenz e.V. eine Konzeptänderung besprochen, die 2016 umgesetzt werden soll.
Zu den Vorkommnissen im Wohngebiet „Großsiedlung Neuendorf“ hat sich zu Beginn des Jahres
2015 auf Initiative des Polizeipräsidiums Koblenz hin ein runder Tisch etabliert, der bis Ende des
Jahres viermal tagte. Die Organisation und Federführung obliegt dem Jugendamt. Vertreten sind
alle Institutionen, die Dienste im Wohngebiet anbieten bzw. mit der dortigen Situation befasst sind.
Der Runde Tisch wird insbesondere die Umsetzung der Maßnahmen aus dem Programm „Soziale
Stadt“ (s. Kapitel 3.1.6) begleiten, sich mit Ursachen, Wirkungen und Folgen der Delinquenz befassen und gegensteuernde Maßnahmen initiieren. Die Arbeit der einzelnen Institutionen soll konzeptionell abgestimmt und die geplante Zusammenführung der sozialen Dienste in einem Stadtteilbegegnungszentrum vorbereitet werden.

2.2.2.2. Jugendberufshilfe
Jugendberufshilfe ist eine Leistung nach § 13 SGB VIII. Nach wie vor sind zwei Mitarbeiter/innen
des Jugendamtes in der Jugendberufshilfe eingesetzt. Sie haben ihren Arbeitsplatz im Job-Center
und arbeiten sehr eng mit dem dortigen U25-Team zusammen.
Die Mitarbeiter/innen der Jugendberufshilfe des Jugendamtes der Stadt Koblenz haben im zurückliegenden Jahr 170 Klienten beraten, 146 Klienten wurden intensiv sozialpädagogisch begleitet.
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Jahresbericht 2015

80% kamen aus dem Rechtskreis des SGB II, die anderen sind dem Rechtskreis SGB VIII
zuzuordnen. Es handelt sich hierbei um junge Menschen mit multiplen Problemlagen. Eine
Mehrzahl der Beratenen weist zu Beginn der Beratung drei oder mehr Vermittlungshemmnisse auf.
Hinzu kommen immer wieder Schwierigkeiten im Umgang mit der Antragstellung beim Job-Center
oder anderen Sozialleistungsträgern, d.h. das Thema Existenzsicherung steht sehr häufig an
vorderster Stelle der Beratung. Daneben sind es, wie in den letzten Jahren festgestellt, die
Themen Wohnungslosigkeit, psychische Problematiken, Sucht, Verschuldung und Partner- bzw.
Eltern/Kind-Konflikte, die eine stabile Integration in Gesellschaft und Arbeitswelt bisher verhindert
haben. In verstärktem Maße erschweren psychische Auffälligkeiten, mangelnde Konfliktfähigkeit,
geringes Selbstwertgefühl, fehlendes Durchhaltevermögen und mangelnde Eigenmotivation der
jungen Menschen die Integrationsbemühungen.
Bei den Intensivbetreuungen zeichnet sich eine immer stärkere Verlagerung der Arbeit der
Jugendberufshilfe in den Rechtskreis des SGB II ab. Die Begleitung in Krisen ist weiter elementarer Bestandteil der Beratung unter den veränderten gesellschaftlichen Bedingungen, dem Wegbrechen von familiären Bindungen und den eher hochschwelligen Zugangsmöglichkeiten zu therapeutischen und Beratungsangeboten.
Der Zusammenarbeit mit dem Jobcenter der Stadt Koblenz kommt weiter eine sehr hoher Stellenwert zu; dies betrifft sowohl das berufliche Fallmanagement als auch die Vermittler im Team U25.
Die Verzahnung der beiden Beratungsangebote hat sich in den letzten Jahren als zielführende
Ergänzung erwiesen, insbesondere durch die intensive individuelle niederschwellige Betreuung
der Klienten durch die Jugendberufshilfe. Bei über 40% der beratenen Jugendlichen konnte nach
Beendigung der Beratung ein Verbleib in Ausbildung, Arbeit oder auch in schulischen Bildungsgängen erreicht werden.
Das Thema Wohnungslosigkeit und Versorgung mit angemessenem Wohnraum hat die Jugendberufshilfe auch im Jahr 2015 intensiv beschäftigt. Auffällig war - wie bereits im vergangenen Jahr die hohe Zahl von ca. 20% junger Menschen, bei denen der Wegzug aus Koblenz der Grund für
die Beendigung der Beratung war. Dies spiegelt nach unserer Einschätzung die besonderen
Schwierigkeiten der jungen Menschen wieder, in Koblenz angemessenen Wohnraum zu finden.
Das Wohnprojekt „Spurwechsel“ des Internationalen Bund Koblenz (IB) startete im Mai 2015 mit
zwei Wohngruppen und je drei Plätzen für männliche bzw. weibliche junge Menschen und soll
dieser Entwicklung entgegenwirken. Ziel ist die Verhinderung von Wohnungslosigkeit bei jungen
Menschen zwischen dem 18. und 24. Lebensjahr, die keinen Anspruch mehr auf erzieherische
Hilfen durch das Jugendamt haben. Dieses Projekt ist eng an niederschwellige Projekte zur beruflichen Integration und die Zusammenarbeit mit der Jugendberufshilfe gekoppelt; Kooperationspartner sind das Jobcenter und das Jugendamt der Stadt Koblenz. Im Jahr 2015 konnten
insgesamt acht junge Menschen durch das Projekt „Spurwechsel“ betreut werden.
Die Personalkosten der Jugendberufshilfen werden zu 50 % vom Job-Center getragen; seitens des
Landes wird ein Zuschuss von jährlich 7.500 € gewährt.
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Jahresbericht 2015

2.2.2.3 Sachbericht „Jobfux“ 2015
Ausgangslage
Bereits seit Oktober 2011 übernimmt die Diplom-Sozialarbeiterin (FH) Julia Reiferscheid die Aufgabe des Jobfuxes an der Goethe-Realschule plus in Koblenz. Im Rahmen ihrer Tätigkeit unterstützt und begleitet sie Schüler und Schülerinnen bei dem Übergang von der Schule in den Beruf.
Das Projekt wird gefördert aus Mitteln des Landes Rheinland-Pfalz und dem Europäischen
Sozialfonds. Der Träger der Stelle in Koblenz ist das Amt für Jugend, Familie, Senioren und
Soziales.

Zielgruppe
Zielgruppe sind Schüler der Klassenstufen 8 und 9. Im Jahr 2015 richtete sich das Projekt an 144
Schüler, von denen 62 weiblich und 82 männlich waren.

Konzept
Der Jobfux ist mit seinem Büro im Schulgebäude jederzeit für die Jugendlichen erreichbar und
mittlerweile ein fester Bestandteil der Goethe-Realschule plus. In einer gezielten Einzelfallhilfe
werden die Schülern bei der Orientierung in der Berufswelt begleitet. Unter anderem wird den
Jugendlichen eine Unterstützung bei der Erstellung individueller Bewerbungsmappen, bei der
Suche nach Praktika und Ausbildung geboten.
Die Arbeit des Jobfuxes ist fest in den Unterricht integriert. Es werden Bewerbungstrainings
durchgeführt, um die Jugendlichen optimal auf die Arbeitswelt vorzubereiten. Zusätzlich werden
verschiedene Projekte zur Berufsorientierung mit Schülergruppen durchgeführt. Abgerundet wird
das Konzept durch das Angebot der Theoriemodule „Grundlagen finanzieller Lebensführung“ und
„Europa und ich“.

Angebote des „Jobfuxes“ zur Berufsorientierung im Überblick:
Individuelle Einzelfallhilfe
Individuelle Berufsberatung (Information und Beratung in allen Fragen rund um das
Thema Praktikum, Ausbildung und Berufe) sowie Hilfestellung bei der Suche nach
Praktikums- oder Ausbildungsstellen und der Erstellung von Bewerbungsunterlagen
Ansprechpartner für Erziehungsberechtigte in allen Fragen zum Thema Übergang von
der Schule in den Beruf

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Jahresbericht 2015

Unterrichtsprojekte
Bewerbertraining in der 8. und 9. Klassenstufe
Einzelprojekte zur Berufsorientierung (z.B. Training von Vorstellungsgesprächen,
Einstellungstests usw.)
Durchführung der o. g. Theoriemodule
Besondere Projekte
Projekte in Kooperation mit der IHK Koblenz, HWK Koblenz und der Bundesagentur
für Arbeit
Betriebsbesichtigungen bei verschiedenen Koblenzer Betrieben
Übung von Vorstellungsgesprächen unter „Ernstfallbedingungen“ mit Unterstützung
von Koblenzer Betrieben
Workshop mit der privaten Berufsberatung „Jobfly“ aus Koblenz zum Thema
„Bewerbungsfotos, Stil- und Outfitberatung“

Ausblick
Auch wenn sich die Lage auf dem Ausbildungsmarkt deutlich auch für Absolventen der Berufsreife
verbessert hat, besteht bei den Jugendlichen weiterhin großer Beratungsbedarf. Der Trend geht
dahin, dass Schüler und Schülerinnen nach immer höheren Schulabschlüssen streben. Oftmals
fehlt eine realistische Selbsteinschätzung. Somit wird versucht; die Attraktivität von Ausbildungsberufen zu steigern, indem eine möglichst praxisnahe Berufsorientierung durchgeführt wird. Die
Kooperation mit Betrieben wie auch weitere Unterstützungsangebote sind dabei sehr wichtig.

2.2.2.4 Schulsozialarbeit
Schulsozialarbeit bezieht sich in ihren Aufgaben und Angeboten auf die Ausführungen zur
(Jugendarbeit und) Jugendsozialarbeit in (§ 11 und) § 13 SGB VIII. Die MitarbeiterInnen der Schulsozialarbeit sind in erster Linie AnsprechpartnerInnen für die SchülerInnen der jeweiligen Schule.
Die Schulsozialarbeit ist als eigenständiges Handlungsfeld der Jugendhilfe in den jeweiligen Schulen tätig. Primärer und wichtigster Kooperationspartner ist die Schule, d. h. die Schulleitung, das
Lehrerkollegium und weitere MitarbeiterInnen. Darüber hinaus orientiert sich die Schulsozialarbeit
auf das Gemeinwesen und leistet auch dort Kooperationsarbeit.
In der Beratung arbeitet die Schulsozialarbeit bei komplexen Problemlagen mit amtsinternen und
anderen Fachdiensten zusammen. Sie schafft durch spezifische sozialpädagogische Interventionen soziale Rahmenbedingungen, um den SchülerInnen einen erfolgreichen Schulabschluss zu
ermöglichen. Hierdurch werden Chancen geschaffen, damit die SchülerInnen ein selbständiges
Leben führen können.

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Jahresbericht 2015

Folgende Arbeitsschwerpunkte werden von allen SchulsozialarbeiterInnen in unterschiedlicher
Gewichtung durchgeführt:
Beratung von SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen
Beratung und Angebote zur Berufsorientierung
Offene Gruppenangebote und Ferienaktionen
Sozialpädagogische Mitwirkung in Unterrichtseinheiten
Kooperationsarbeit, Vernetzung im Stadtteil bzw. Stadtteilarbeit
Besondere Projekte
Schulsozialarbeit wird weiterhin als unverzichtbarer Beitrag für alle Schultypen gesehen. Für die
Kommunikation und Kooperation zwischen Jugendhilfe und Schule in der Schulsozialarbeit ist
bedeutsam und unverzichtbar. Im Bereich der Elternarbeit findet Schulsozialarbeit Zugänge zu den
Eltern. Seitens der Jugendhilfe wird der Ansatz des Angebotes von Schulsozialarbeit in der und an
die Schule in eigener organisatorischer Verantwortung befürwortet und weiterverfolgt. Auf der
Grundlage der Konzeption für die Schulsozialarbeit der Stadt Koblenz wurde 2015 ein Konzept
erstellt, welches die gesamte Schulsozialarbeit in Koblenz incl. der Leistungen der freien Träger
inhaltlich beschreiben und Perspektiven aufzeigen soll. Die Konzeption wird in 2016 fertiggestellt.

Schulsozialarbeit in Trägerschaft der Stadt Koblenz
Schulsozialarbeit ist in städtischer Trägerschaft mit insgesamt 8 Stellen an den nachfolgend
genannten Schulen installiert und wurde 2015 vom Land mit jeweils 30.600 € pro 100%-Stelle und
15.300 € pro 50 % Stelle gefördert.
Realschule plus auf der Karthause (eine Vollzeitstelle)
Goethe- Realschule plus, Lützel (eine Vollzeitstelle)
Clemens-Brentano-Overberg Realschule plus Koblenz (eine Vollzeitstelle, eine
Teilzeitstelle)
Albert Schweitzer Realschule plus, Asterstein (eine Vollzeitstelle)
Integrierte Gesamtschule Koblenz, Metternich (zwei Teilzeitstellen)
Berufsbildende Schule Wirtschaft, Goldgrube (zwei Teilzeitstellen)
Folgende Stellen werden ausschließlich von der Stadt Koblenz finanziert:
Hans-Zulliger-Schule, Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen, Lützel (eine
Vollzeitstelle)
Diesterweg-Schule plus Förder- und Beratungszentrum, Schule mit dem
Förderschwerpunkt Lernen und sozial-emotionale Entwicklung, Altstadt (eine Teilzeitstelle)
Seit dem 01.08.2015 ist an die Diesterweg-Schule das Förder- und Beratungszentrum angeschlossen, welches für alle Koblenzer Schulen zuständig ist. Es wurden für die Schulsozialarbeit der
Stadtverwaltung Koblenz Kooperationsverträge mit den jeweiligen Schulen erstellt. Die veröffentSeite | 80

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Jahresbericht 2015

lichte Konzeption und ein ausführlicher Jahresbericht der Schulsozialarbeit können angefordert
werden.

Schulsozialarbeit bei freien Trägern mit städtischer Förderung
In Trägerschaft der Kinder- und Jugendhilfe Arenberg wird allen Grundschulen in Koblenz ein Angebot der Schulsozialarbeit zur Verfügung gestellt. Der Auftrag umfasst das Aufarbeiten von Vorfällen, Integration in Schule und Klasse, begleitende Elternarbeit; Präventionsseminare. Hierzu stehen 2,5 Personalstellen zur Verfügung. 24 der 25 Koblenzer Grundschulen haben 2015 dieses
Angebot in unterschiedlicher zeitlicher Ausgestaltung wahrgenommen.
Der Caritasverband Koblenz e.V. - ambulante Jugendhilfe - leistet Schulsozialarbeit mit 2 Personalstellen an allen 7 Koblenzer Gymnasien. Schwerpunkte sind Krisenintervention und Clearing,
Klärung schulischer und beruflicher Perspektiven, Sicherung von Beschulbarkeit, Beratung von
Schülern, Eltern und Lehrern.
An der berufsbildenden Schulen Gewerbe, Hauswirtschaft, Sozialwesen - Julius-Wegeler-Schule und der berufsbildenden Schule Technik - Carl-Benz-Schule - wird Schulsozialarbeit mit jeweils
einer 100%-Stelle in Trägerschaft der Schulbehörde (Julius-Wegeler-Schule) und Kolpinghaus
(Carl-Benz-Schule) geleistet.
Ergänzt wird die Schulsozialarbeit durch eine gezielte Maßnahme gegen Schulabsentismus und
Schulverweigerung von Schülern und Schülerinnen der Sekundarstufe I. Auftrag ist hier, die Beschulbarkeit wiederherstellen, berufliche Integration zu ermöglichen und begleitende Elternarbeit.
Die Maßnahme wird zentral durchgeführt; die Schulen entsenden den jeweiligen Schüler/die jeweilige Schülerin zum Projekt – bei Schulbefreiung. Träger der Maßnahme ist der Internationale Bund.
Hierzu sind 1,5 Fachkräfte eingesetzt. Einige Realschulen plus haben 2015 Schüler in das Projekt
entsandt.

2.2.2.5 Hausaufgabenhilfe
Die Hausaufgabenhilfe wurde im Rahmen der 2004 erarbeiteten Richtlinien zur „Integrations- und
Sprachförderung von Kindern und Jugendlichen im Schulalter“ durchgeführt. Die Träger – Deutscher Kinderschutzbund, Katholische Jugendsozialarbeit St. Peter Neuendorf, Merhaba und der
Verein Großsiedlung Neuendorf – waren hier tätig. In 2015 wurden 15 Gruppenangebote mit je
2.000 €/Jahr gefördert.
Auf Grund der geänderten Situation der Schulen (Ganztagsschule, schulische Hausaufgabenhilfen, Bildungs- und Teilhabepaket usw.) wurden die Hausaufgabenhilfen nach den Richtlinien zur
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Jahresbericht 2015

„Integrations- und Sprachförderung“ vom Kinderschutzbund ab der zweiten Jahreshälfte nicht mehr
durchgeführt. Da ein grundsätzlicher Bedarf verstärkt für die Sprachförderung von Flüchtlingen im
Schulalter besteht und die Möglichkeit der Förderung von 21 Gruppen gegeben ist, wurde für die
weitere Durchführung ein Interessenbekundungsverfahren bei relevanten Trägern durchgeführt.
Die Ergebnisse werden Anfang 2016 dem Jugendhilfeausschuss vorgelegt.

2.2.3

Kinder- und Jugendschutz

Die Schwerpunkte beim erzieherischen Jugendschutz lagen auch in diesem Berichtsjahr bei der
Durchführung von Präventionsveranstaltungen zu den Themen Sucht, Medien, Gewalt und Gruppendynamik für alle Koblenzer Schulen. Im Berichtsjahr wurden 32 Präventionsseminare für alle
weiterführenden Koblenzer Schulen angeboten. Im Bereich der Fort- und Weiterbildung wurde ein
Qualifiationskurs im Bereich Abenteuer- und Erlebnissport angeboten. Unterstützend führte das
Präventionsteam unter Leitung der Fachkraft erlebnispädagogische Aktionen bei „Koblenz spielt“
und beim TUS Immendorf durch. Am Rosenmontag beteiligte sich die Fachkraft an der Überwachung des Jugendschutzes in der RoMo-Jugenddisco. Nach Rückgang der Besucherzahlen bei
der jährlichen „Koblenzer Sportnacht“ haben die Akteure als neues Projekt das „Internationale
Sportfest“ für Flüchtlingsfamilien in Koblenz ins Leben gerufen, an dem sich das Präventionsteam
mit einer Kletteraktion zur Persönlichkleitsstärkung beteiligt hat. Es fand am 20.11.2015 in der
Sporthalle der Goethe RS Plus statt.

Jahresschwerpunkt: Alkoholprävention
Mit der Implementierung des bundesweiten Projektes „Hart am Limit“ (HaLT) hat die Stadt Koblenz
als gemeinsamer Standort mit dem Landkreis Mayen-Koblenz einen neuen Standard in der kommunalen Alkoholprävention geschaffen. HaLT besteht aus zwei unterschiedlichen Bausteinen, die
sich gegenseitig ergänzen und verstärken:
Im reaktiven Projektbaustein werden Jugendliche mit riskantem Alkoholkonsum nach
Alkoholvergiftung und ihre Eltern mit dem sogenannten „Brückengespräch“ meist noch im
Krankenhaus angesprochen. In Kooperation mit dem Klinikum Mittelrhein und der
Beratung durch das „Zentrum für ambulante Suchtkrankehilfe“ (ZAS) des CaritasVerbandes Koblenz konnte dies umgesetzt werden.
Der proaktive Baustein von HaLT umfasst Maßnahmen zum Jugendschutz wie
Testkäufe, Multiplikatorenschulungen und Fachtagungen im Bereich Alkoholprävention,
koordiniert durch den 2014 neu gegründeten „Regionalen Arbeitskreis Suchtprävention“
(RAK). Im Rahmen einer gut besuchten Auftaktveranstaltung zum Projektstart im Klinikum

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Jahresbericht 2015

Kemperhof am 27.05.2015 wurde das Projekt der Öffentlichkeit und den Fachkräften
vorgestellt. Koordinator des Projektes HaLT ist die Fachkraft.
Im Rahmen der Alkoholprävention hat die Fachkraft auf einer Schulung die Trainerlizenz für das
Multiplikatorenprojekt „Tom und Lisa“ erworben. Passend zum Jahresschwerpunkt wurde das
Theaterstück „Alkohölle“ im JuBüz zweimal vor insgesamt rund 250 SchülerInnen aufgeführt. Die
Diskussion mit den Darstellern, die teilweise selbst Suchtkarrieren hinter sich hatten, waren sehr
intensiv und berührend für die SchülerInnen.
Im Berichtsjahr hat die Fachkraft für Jugendschutz in Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt und
freiwillligen minderjährigen Auszubildenden der Stadtverwaltung wieder mehrere Testkäufe durchgeführt. Insbesondere neu überprüfte Geschäfte verkauften an die Minderjährigen ohne Rückfragen Zigaretten und Hochprozentiges. Die Testkäufe werden auch künftig fortgeführt, um eine
Nachhaltigkeit beim Einzelhandel zu erzielen.
Die Fachkraft koordiniert den reaktivierten RAK (regionaler Arbeitskreis Suchtprävention) und
arbeitet im überregionalen Netzwerk „Jugendschutz“ mit, das jährlich mit einer überregionalen
Broschüre das Arbeitsgebiet des Jugendschutzes öffentlichkeitswirksam darstellt.
Erstmalig hat die Fachkraft einen Vortrag mit Diskussion an der Universität zum Thema „Neue
Medien“ durchgeführt. Auf dem Gebiet des gesetzlichen Jugendschutzes erfolgten weiterhin
die Bearbeitung von Ausnahmeanträgen und Anfragen
Anhörungen im Rahmen des OWIG-Verfahrens
die Abgabe jugendschutzrechtlicher Stellungnahmen
die Unterstützung der Polizei gem. § 24 AGKJHG u.a. bei so gen.
Jugendschutzkontrollen.
Für zahlreiche Veranstaltungen konnten gemeinsam mit Veranstaltern und
Ordnungsbehörden Regelungen getroffen werden, die mögliche Gefährdungen für
teilnehmende Minderjährige durch geeignete Maßnahmen minimierten.
die Beratung von Eltern

Die Fachkraft für Jugendschutz ist außerdem mit der Aufgabe der stellvertretenden Sachbereichsleitung des Sachbereiches „Kinder- und Jugendförderung“ betraut.

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2.2.4. Streetwork
Seit dem 01.06.2009 gibt es beim Jugendamt Koblenz eine Stelle Streetwork, welche seit Mai
2013 unbefristet ist. Gesetzliche Grundlagen, Zielgruppe, Inhalte und Prinzipien der Arbeit sind im
Jahresbericht 2009 beschrieben und können dort nachgelesen werden.

Ausgangslage
Fehlende Perspektiven, Wohnungslosigkeit, Arbeitslosigkeit und Schulden sind weiterhin Schwerpunkte, bei denen die Klientel viel Unterstützung braucht. Beratung, Begleitung und Anleitung ist in
großem Maße nötig, ebenso wie akute Hilfe beim Fehlen jeglicher Mittel.
Streetwork betreut sowohl Einzelpersonen und Gruppen als auch junge Familien und Alleinerziehende, die gar keine oder nur geringe Anbindung an andere Institutionen haben. Auch 2015 war
das Thema Familie einer der Schwerpunkte. Vor allem gefragt ist die Unterstützung Alleinerziehender, beispielsweise um die Einhaltung von z. B. Arztterminen der Mütter zu gewährleisten oder die
Begleitung und Vermittlung zu weiteren Stellen, was von den Klienten allein häufig nicht wahrgenommen wird (kann). Überwiegend geht es hier darum, Informationen zu Leistungen zu vermitteln
und Ansprechpartner in akuten Krisen zu sein. Es gab Frauen und Männer, die die neuen Herausforderungen sehr gut bewältigten, aber auch Fälle, in denen Kinder in Obhut genommen werden
mussten und in Folge große emotionale wie auch fachliche Unterstützung erforderlich war.
Themen waren weiterhin die mangelnden Angebote des Wohnungsmarktes für Alleinstehende
oder auch Alleinerziehende bei gleichzeitig mangelnder Bereitschaft der Vermieter, an bestimmte
Personen/-gruppen zu vermieten, sowie veränderte Lebenslagen durch sich wandelnde problematische Schwerpunkte in den Biographien der jungen Menschen. Erfreulicherweise startete im März
das Projekt „Spurwechsel“, ein begleitetes Wohnen für junge wohnungslose oder von Wohnungslosigkeit bedrohte junge Erwachsene, in das auch vier von der Streetworkerin begleitete junge
Menschen einziehen konnten. Es ist unerlässlich, dass weiter daran gearbeitet wird, Koblenzer
Vermieter für junge Menschen und besonders für junge Frauen in Wohnungsnot zu sensibilisieren
und bezahlbaren Wohnraum zu sichern.
Vermehrt ist eine hohe Verschuldung zu Beginn der Volljährigkeit festzustellen; vielen bleibt nur die
Privatinsolvenz. Hauptursächlich sind hier Schulden bei Mobilfunkanbietern, Energieversorgern,
Vermietern und Gerichts- und Anwaltskosten, die nicht beglichen werden können. Ebenso ist zu
beobachten, dass vermehrt psychische Beeinträchtigungen oder Erkrankungen auftreten bzw. sich
manifestieren.

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Jahresbericht 2015

Das Aufsuchen öffentlicher Plätze, an denen sich junge Menschen aufhalten, neue Kontakte knüpfen und alte Kontakte pflegen, ist, ebenso wie die Einzelfallhilfe, ein weiterer Schwerpunkt des Aufgabengebietes.

Durchgeführte Freizeitaktivitäten:
Seit Juni 2010 öffnete der Jugendtreff Maulwurf einmal in der Woche im Anschluss an die regulären Öffnungszeiten für die älteren Jugendlichen seine Türen zum gemeinsamen Grillen oder
Kochen. Dieses Angebot wurde in 2015 nicht mehr so gut angenommen, daher ist es bis auf
weiteres eingestellt und wird spontan nur bei Bedarf durchgeführt. Auf dem Programm standen
weiterhin Spaziergänge, Schwimmen, Kino, Kochen und Backen.

Fortbildungen der Fachkraft:
„Unterschiedliche rechtliche Status von jungen Menschen mit Migrationshintergrund“

Weiteres:
Teilnahme am AK Wohnungslose Frauen in Koblenz
Personelle Unterstützung der Kollegen von der Jugendbegegnungsstätte Haus Metternich
und des Spielhauses am Moselufer
Unterstützung bei vom Sachbereich Kinder- und Jugendförderung durchgeführten
Angeboten (RoMo-Disco im Agostea für Kinder im Alter zwischen 12 und 18 Jahren,
Koblenz spielt usw.)

Kooperationspartner
MitarbeiterInnen des Schachtel e. V. und der Caritas (MoW), Träger der Obdachlosenhilfe
MitarbeiterInnen des Jobcenter Koblenz, auf Wunsch MitarbeiterInnen anderer
Jugendämter
KollegInnen des Sachbereiches Kinder- und Jugendförderung

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Jahresbericht 2015

2.3

Förderung von Kindern in Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege
(Produkte 3611,3651)

2.3.1

Kindertagesstätten

Die Stadt Koblenz hat in den zurückliegenden Jahren ein bedarfsgerechtes, qualitativ hochwertiges Angebot in der Tagesbetreuung für Kinder erreicht und ist seit 01.08.2013 aufgrund der
Rechtslage weiter gefordert. Hauptaugenmerk war und ist es, den Rechtsanspruch auf einen
Kindertagesstättenplatz oder einen Platz in Kindertagespflege zu erfüllen. Zu den Aufgaben des
Sachbereichs zählen u. a.
die Verwaltung der eigenen städtischen Kindertagesstätten
die Förderung der Kindertagesstätten in freier Trägerschaft durch Personalkosten-,
Sachkosten- und Investitionskostenzuschüsse und die Abwicklung der
Bonuszahlungen für die Bereitstellung von Plätzen für Kinder unter 3 Jahren
die Bescheiderteilung zu Bau und Ausstattung im Rahmen der Erlaubnisverfahren
nach § 45 SGB VIII für den Betrieb von Kindertagesstätten
die Berechnung von Elternbeiträgen
die Erstattungen an die Träger bei beitragsfreier Inanspruchnahme eines
Kindergartenplatzes
die Vermittlung von Plätzen in Kindertagesstätten und / oder Kindertagespflege
die Sprachförderung und die Förderung interkultureller Arbeit in Kindertagesstätten
für Kinder ohne ausreichende Deutschkenntnisse
die Umsetzung des Projektes „Bildung und Teilhabe“
die Umsetzung des Projektes „Kita!Plus“
die Planung und Schaffung neuer und veränderter Angebote an Kita-Plätzen auf der
Grundlage der städtischen Kita-Bedarfsplanung in enger Kooperation mit den
Trägern
die Geschäftsführung für die Arbeitsgruppe Kindertagesstätten
Der Ausbau der Plätze zur Erfüllung des Rechtsanspruches nach § 24 SGB VIII bzw. § 5 KitaG
Rheinland-Pfalz ist noch nicht abgeschlossen. Bei der Fortschreibung der Kindertagesstättenbedarfsplanung, die sich auch in 2015 insbesondere mit dem Ausbau der Plätze für Kinder unter 3
Jahren zu befassen hatte, spielte die Thematik der Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine große
Rolle. Folgende Maßnahmen sind beschlossen worden und befinden sich noch in der Umsetzung:
Erweiterung der Kindertagesstätte „St. Beatus“ auf der Karthause
Erweiterung der Kita „St. Mauritius“ in Rübenach
Neubau einer Kindertagesstätte auf dem Asterstein
Neubau einer Kindertagesstätte auf der Karthause

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Jahresbericht 2015

Neubau einer Kindertagesstätte in Neuendorf
Neubau einer Kindertagesstätte auf der Horchheimer Höhe
Im Vorgriff auf den geplanten 6-gruppigen Neubau auf der Karthause hat am 19.10.2015 die
Kindertagesstätte „Wilde Löwen“ in den Räumlichkeiten der Hans-Zulliger-Schule den Betrieb aufgenommen. Betriebsträger ist die Lebenshilfe für Menschen mit Behinderung, Ortsvereinigung
Koblenz e.V., die auch die Betriebsträgerschaft der neuen Einrichtung übernehmen wird. Zu
Beginn hält die Einrichtung Plätze in zwei geöffneten Kindergartengruppen bereit. Zum 01.01.2016
erfolgt die Inbetriebnahme einer dritten geöffneten Kindergartengruppe, so dass dann 60 Plätze
zur Verfügung stehen. Mit Fertigstellung des Neubaus werden diese drei Gruppen Teil der neuen
Einrichtung.
Im Jahr 2015 wurden die folgenden Kita-Projekte baulich abgeschlossen und haben den Betrieb
aufgenommen:
Sanierung und Erweiterung der Kita „St. Hedwig“ auf der Karthause
Einrichtung einer 4. Gruppe in der Kita „St. Aldegundis“ in Arzheim
Erweiterung der Kita „St. Antonius“ in Lützel
Die eingerichteten Übergangs-Kita-Plätze konnten aufgrund des Fortschreitens der Baumaßnahmen sukzessive abgebaut werden.
Am 31.12.2015 hat die Kita „Kükenkoje“ ihren Betrieb eingestellt. Die von der Schließung betroffenen Kinder konnten in verschiedenen anderen Einrichtungen aufgenommen werden.

2.3.1.1 Einrichtungen und Plätze
Übersicht über Einrichtungen und Plätze
Einrichtungsform

Kindergarten

Anzahl

TeilzeitPlätze

GanztagsKrippenHortplätze
Plätze
plätze

Plätze
gesamt

55

1.894

1.669

244

297

4.104

Kinderhort

3

-

-

90

-

90

Kinderkrippe

5

-

-

-

91

91

Haus für Kinder

4

20

137

100

88

345

67

1.914

1.806

434

476

5.112

Einrichtungen / Plätze gesamt
Quelle: eigene Erhebungen / Berechnungen

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Jahresbericht 2015

Kindergartenplätze in Koblenz
5.000
Teilzeit-Plätze

Ganztags-Plätze

darunter für u3-jährige

4.000

3.000

1.763

1.677

1.669

1.483

1.583

1.871

1.812

1.836

1.911

1.894

340

366

411

448

482

2011

2012

2013

2014

2015

2.000

1.000

0

Hort- und Krippenplätze in Koblenz
600
Hortplätze

450

Krippen-Plätze

507
468

468

450

439

440

353

300

308

297
244

150

0

2011

2012

2013

2014

2015

Quelle: eigene Erhebungen / Berechnungen

Die verstärkte Zuwanderung von Flüchtlingsfamilien wirkt sich selbstverständlich auch in den Bereich der Kindertagesbetreuung aus. Die Kita-Konferenz im Juni 2015 nahm sich dieser Thematik
an. Im Erfahrungsaustausch von Trägern, Kita-Leitungen, pädagogischen Fachkräften, Mitgliedern
des Stadtrates und Migrationsdiensten der Wohlfahrtsverbände wurden Vorschläge zur Verbesserung der Betreuungsarbeit für Kinder erarbeitet. Wesentliche Schlagworte waren dabei Transparenz, Hintergrundwissen, räumliche und personelle Rahmenbedingungen der Kindertagesstätten,
Sprachförderung, Vernetzung und Dolmetschertätigkeiten.

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Jahresbericht 2015

Einen wichtigen Beitrag zur Information der Familien über Kindertagesstätten und ihr Betreuungsangebot leisten die „Willkommensbriefe“. Sie bieten in mehreren Sprachen den Eltern bereichsbezogen die Möglichkeit, unmittelbar mit den Kindertagesstätten Kontakt aufzunehmen.
Der Anspruch auf Betreuung in einer Kindertagesstätte oder in Kindertagespflege besteht im rechtlichen Rahmen. Um mit der nötigen Sensibilität auf die Flüchtlingskinder eingehen zu können, hat
das Land Rheinland-Pfalz die Möglichkeit der zusätzlicher Einrichtung von bis zu fünf Ausbauplätzen pro Kindertagesstätte betont. Hierfür wird mit 0,2 Stellenanteilen pro Kind eine maximale
zusätzliche Personalisierung von 1,0 pädagogischen Fachkräften ermöglicht. Zudem können Teilnehmer am Bundesfreiwilligendienst eingesetzt werden.

2.3.1.2 Elternbeiträge
Nach § 13 Abs. 4 KitaG werden die Elternbeiträge für andere Kindertagesstätten (Horte und Krippen) unter Berücksichtigung von Einkommen und Kinderzahl gestaffelt festgesetzt. Ab 01.11.2011
wurden die Elternbeiträge für Kinderkrippen und Kinderhorte erhöht und eine neue Höchsteinkommensgrenze beschlossen. Es gelten folgende Elternbeiträge:
Elternbeiträge Krippe für eine Familie mit …

1 Kind

2 Kindern 3 Kindern

Einkommen/Jahr*

Stufe 1

101,00 €

67,30 €

33,70 €

bis 22.000 €

Stufe 2

131,10 €

87,50 €

43,70 €

bis 25.000 €

Stufe 3

196,70 €

131,10 €

65,60 €

bis 31.000 €

Stufe 4

295,90 €

197,20 €

98,70 €

bis 37.000 €

Stufe 5

391,50 €

261,00 €

130,60 €

bis 48.000 €

Stufe 6

430,60 €

287,10 €

143,60 €

über 48.000 €

Elternbeiträge Hort für eine Familie mit …

1 Kind

2 Kindern

3 Kindern Einkommen/Jahr*

Stufe 1

70,50 €

47,00 €

23,50 €

bis 19.000 €

Stufe 2

108,60 €

72,40 €

36,20 €

bis 22.000 €

Stufe 3

127,60 €

85,00 €

42,60 €

bis 25.000 €

Stufe 4

154,30 €

102,90 €

51,50 €

bis 31.000 €

Stufe 5

190,50 €

127,10 €

63,50 €

bis 37.000 €

Stufe 6

232,30 €

154,90 €

77,40 €

bis 48.000 €

Stufe 7

255,60 €

170,40 €

85,20 €

über 48.000 €

Elternbeiträge Spiel- und Lernstuben mit …

1 Kind

2 Kindern

3 Kindern Einkommen/Jahr*

Stufe 1

46,70 €

31,10 €

15,60 €

bis 16.000 €

Stufe 2

59,60 €

39,70 €

19,90 €

bis 19.000 €

Stufe 3

69,20 €

51,90 €

34,60 €

über 19.000 €

* Maßgebend für die Berechnung der Elternbeiträge ist das jährliche Familien-Netto-Einkommen

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Jahresbericht 2015

2.3.1.3 Elternbeitragsfreiheit
Seit dem 01.08.2010 ist der Besuch eines Kindergartens ab dem 2. Lebensjahr beitragsfrei (§ 13
Abs. 3 Kindertagesstättengesetz Rheinland-Pfalz). Da die Stadt Koblenz – wie viele andere Kommunen auch – den Rechtsanspruch für 2-jährige Kinder aufgrund fehlender Platzkapazitäten in
Kindergärten nicht erfüllen kann, werden hierzu auch Plätze in Kinderkrippen benötigt. Das Land
hat zugesagt, auch in diesem Fall Eltern von der Zahlung von Elternbeiträgen zu befreien und den
Kommunen die ausfallenden Zahlungen zu erstatten. Die Kosten werden in Höhe des Elternbeitrages für den Ganztagsplatz (Kindergarten) vom Land übernommen, den Restbetrag trägt das
Jugendamt der Stadt Koblenz. Die Höhe der Abschläge der Landeszuweisung zur Elternbeitragsfreiheit im Jahr 2015 betrug 1.620.000 €. Die Spitzabrechnung erfolgt im Frühjahr 2016.

2.3.1.4 Übernahme von Elternbeiträgen nach dem Kindertagesstättengesetz
Für Familien mit geringem Einkommen kann der Elternbeitrag ermäßigt oder teilweise erlassen
werden. Entsprechende Anträge sind beim Jugendamt zu stellen. Das Jugendamt hat dem Träger
der Kindertagesstätte den ausfallenden Betrag zu erstatten. Der aus nachfolgender Tabelle ersichtliche Rückgang der Fälle ist auf die seit 01.08.2010 geltende Beitragsfreiheit für Kinder ab dem
vollendeten zweiten Lebensjahr zurückzuführen.
Übernahme von Elternbeiträgen für
die Kindertagesstätten-Betreuung

2011

2012

2013

2014

2015

laufende Fälle zum Jahresbeginn

147

155

140

134

133

zusätzliche Anträge im Jahr

124

124

134

109

90

Gesamtzahl der Fälle

271

279

274

243

223

Abmeldungen/Zahlungsaufhebungen

116

139

104

110

82

laufende Fälle am 31.12.

155

140

134

133

141

65.031 €

76.227 €

78.441 €

79.640 €

75.069 €

Summe der übernommenen Elternbeiträge

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Jahresbericht 2015

2.3.1.5 Berechnung einkommensabhängiger Elternbeiträge
Die Berechnung der einkommensabhängigen Elternbeiträge für Krippenkinder von 0 bis unter 2
Jahren, für Kinder in Spiel- und Lernstuben und für Hortkinder erfolgt durch das Jugendamt der
Stadt Koblenz.
Einrichtung

Berechnungen

Einrichtung

Berechnungen

Krabbelstube „Klitzeklein“

22

Kita „Im Kreutzchen“

40

Krabbelstube „Bunte Kleckse“

19

Kita St. Pankratius

14

Tagespflege

64

Kita St. Christopherus

5

Krabbelstube „Kuschelnest“

18

Kita St. Martin

5

Hort St. Servatius

12

Kita Uni Bullerbü

26

Hort Goldgrube

43

Kita „Zauberland“

25

Kemperhof

54

Kita „Arche Noah"

9

Spiel- und Lernstube „Heilig Kreuz“

39

Spiel- & Lernstube „Maria Himmelf.“

21

Eulenhorst

22

Netz für Kinder

25

Kinderhaus d. Studierendenwerkes

20

Bodelschwingh

4

Kita St. Hedwig

3

Marienkäfer

18

Bischöfliches Gymnasium

9

Compu-Group

11

St. Konrad

11

Hoffnungskirche

26

Kaulquappen

10

St. Kastor

4

Maria Hilf - Mittelweiden

40

Bilingoo

7

Spatzennest

5

St. Peter und Paul

2

Sonnenblume

10

Rappelkiste

9

Kleine Strolche

12

Schmetterlingsgarten

15

Unter dem Regenbogen

-

Lebenshilfe Kunterbunt

16

Lazarett-Zwerge

19

Spiel- u. Lernstube „Pusteblume“

11

Berechnungen insgesamt

670

2.3.1.6 Betreuungsbonus
Das Landesgesetz zum Ausbau der frühen Förderung vom 16. Dezember 2005 hat mit § 12 a
KitaG eine Regelung für Bonuszahlungen an Jugendämter und Träger für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren geschaffen. Über den Betreuungsbonus zahlt das Land einen finanziellen
Ausgleich für die Mehrkosten, die durch die Ausweitung der Betreuungsangebote für Kinder unter
drei Jahren insbesondere durch den Rechtsanspruch ab 2010 entstehen. Dieser beträgt 1.000 €
pro betreutem Kind. Davon werden 700 € an das Jugendamt ausgezahlt. Es werden 315 € an den
Träger weitergeleitet, 385 € verbleiben beim Jugendamt. Dabei melden die Träger bis zum 31. 01.
die Zahl der von Ihnen am 31.12. des Vorjahres betreuten Kinder unter drei Jahren an das
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Jahresbericht 2015

Jugendamt (erstmalig erfolgt im Januar 2007). Im Jahr 2015 wurden am 31. Dezember mehr als
40 v.H. der zweijährigen Kinder in Kindertagesstätten in Koblenz betreut. Der Betreuungsbonus für
jedes betreute zweijährige Kind über diesem Vomhundertsatz beträgt 2.050 €. Im Jahr 2015 wurde
für insgesamt 528 Kinder ein Betreuungsbonus in Höhe von insgesamt 502.407,01 € gezahlt.
Davon entfielen 274.021,44 € auf das Jugendamt.

2.3.1.7 Sprachförderung
Das Landesprogramm „Zukunftschance Kinder – Bildung von Anfang an“ beinhaltet einen weiteren
Baustein zur frühen Förderung von Kindern. Jedes Kind mit Sprachdefiziten soll vor der Einschulung ein geeignetes Förderangebot in einer Kindertagesstätte erhalten. Das Programm zielt auf
Kinder ohne hinreichend entwickelte Sprachkompetenz, insbesondere auch Kinder mit Migrationshintergrund ab, die in besonderer Weise von Bildungsbenachteiligungen betroffen sind. Als Förderung werden pauschalierte Personalkostenzuschüsse für max. 100 bzw. 200 Zeitstunden sowie ein
Materialkostenzuschuss gewährt. Die Steuerungsverantwortung für die Durchführung der Maßnahmen liegt beim Jugendamt, das mit dem vom Land zugewiesenen Budget eine Gesamtplanung für
alle Koblenzer Kindergärten aufzustellen hat. Für das Jahr 2014/15 wurden im Rahmen der
Projektförderung insgesamt 179.287,98 € als Landeszuwendung bewilligt, davon max. 3% als Entschädigung für den vom Jugendamt zu leistenden Verwaltungsaufwand. Insgesamt wurden 71
Sprachfördermaßnahmen in 32 Einrichtungen finanziert. 644 Kinder nahmen an den Sprachfördermaßnahmen teil.

2.3.1.8 Zuwendungen an Freie Träger
Aufwendungen für …

Betrag

Zuschüsse zu Neu-, Um- und Erweiterungsbauten (investiver/konsumtiver Bereich)

348.000,00 €

Sprachförderung

139.284,82 €

Personalkostenzuschuss für Kitas freier Träger, Zuweisung Kindergartenbeiträge (Elternbeitragsfreiheit),
Zuwendungen an freie Träger (Sach-/Mietkosten), Ausgleichszahlungen inkl. Kita Plus
Fahrtkosten …
Summe der Aufwendungen
Erträge
Erstattung von Landesanteilen an Personalkosten/Elternbeiträge

26.520.292,68 €
9.649,50 €
27.017.227,00 €
Betrag
11.088.144,60 €

Erstattung Sprachförderung

139.284,82 €

Betreuungsbonus

502.407,01 €

Summe der Erträge

Seite | 92

11.729.836,43 €

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Jahresbericht 2015

2.3.1.9 Fachkräftemangel
Der beschlossene Ausbau der Kindertagesbetreuung, die verankerte Einführung eines Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz für Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr und der Anspruch auf Qualität des Erziehungs-, Bildungs- und Betreuungsangebots führen dazu, den Bedarf
an qualifizierten Fachkräften in den Blick zu nehmen. Eine wichtige Herausforderung an das
Jugendamt als Träger eigener Kindertagesstätten ist die Gewinnung und die Bindung von Fachkräften für den Elementarbereich, gerade auch mit Blick auf die immer steigenden Anforderungen
an die Kindertagesstätten.
Ein Baustein der Gewinnung von Personal war auch im Jahr 2015 die Berufsorientierung der
SchülerInnen in den Klassen 9 zum Berufsprofil des/r Erzieher/in. Hier gab es zwei Veranstaltungen für SchülerInnen der IGS Koblenz und der Bischöflichen Realschule in der städt. Kita
Eulenhorst. Am 07.10.2015 beteiligten wir uns aktiv in Kooperation mit Einrichtungen der freien
Träger an der JOB-Börse der IGS. Schnuppertage, Schulpraktika und ein Boy’s und Girl’s Day
ermöglichen den SchülerInnen einen realen Eindruck in das Berufsbild. Das Jugendamt hält
Stellen für ein Freiwilliges Soziales Jahr, den Bundesfreiwillligendienst und das Duale Studium vor.
Auch die Thematik „Älter werden im Beruf“ gehört in die Diskussion zum Fachkräftemangel. Durchschnittlich liegt der berufliche Ausstieg von Erzieherinnen und Erziehern bei 59 Jahren. In enger
Zusammenarbeit mit dem Betrieblichen Gesundheitsmanagement der Stadtverwaltung fanden
zwei „Runde Tische“ zu Themen Betriebliches Eingliederungsmanagement, Präventionsmaßnahmen und Lärmschutz statt.

2.3.1.10 Kita!Plus - Gemeinsam mit Eltern: Das Kind im Blick
Das Land Rheinland-Pfalz hat im Jahr 2012 ein neues Förderprogramm beschlossen, das zum Ziel
hat, die Zusammenarbeit von Kindertagesstätten und Eltern zu intensivieren:
„… Kita!Plus nimmt die konsequente Weiterentwicklung der Kindertagesstätten in
Rheinland-Pfalz in den Blick. Kita!Plus baut auf dem auf, was in den vergangenen zehn
Jahren von allen Verantwortungsträgern und insbesondere von den Teams in den Kindertagesstätten vor Ort in qualitativer Hinsicht in den Kindertagesstätten geleistet
wurde, nämlich eine professionelle frühpädagogische Förderung der Kinder von Anfang an …
Dabei geschieht alles auf der Basis der Bildungs- und Erziehungsempfehlungen und
der Empfehlungen zur Qualität der Erziehung, Bildung und Betreuung in Kindertagesstätten in RLP …“
(Ministerium für Integration, Familie, Kinder, Jugend und Frauen – Mai 2012 )

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Amt für Jugend, Familie, Senioren und Soziales
Jahresbericht 2015

Mit Blick auf eine stärkere Eltern- und Familienorientierung im pädagogischen Alltag der Kindertagesstätten konnten wir nach ersten Planungsschritten im Jahr 2012 mit der Umsetzung der
Säule I des Landesprogramms Kita!Plus unter Beteiligung von vier Kindertageseinrichtungen im
Jahr 2013 beginnen. Für das Jahr 2015 stand ein Budget in Höhe von 98.843,00€ für die
Förderung von Kitas in Wohngebieten mit besonderem Entwicklungsbedarf zur Verfügung. Die
kath. Kindertagesstätte „Maria Hilf“ im Stadtteil Lützel, die kath. Kindertagesstätte „St. Konrad“ im
Stadtteil Metternich, die städt. Kindertagesstätte „Pusteblume“ und die Spiel- und Lernstube „Im
Kreutzchen“ im Stadtteil Neuendorf konnten ihre in 2013 angefangenen Projekte fortführen und um
weitere niedrigschwellige Angebote ergänzen. Die Kita „Kunterbunt“ der Lebenshilfe im Stadtteil
Rauental hat sich als fünfter Standort zur Umsetzung des Landesprogramms bereiterklärt.
Auch im Jahr 2015 wurden viele positive Erfahrungen mit den unterschiedlichen Angeboten
gemacht, insbesondere mit den Elterncafés. Besonders wichtig für die Familien sind ein persönlicher Bezug zu den durchführenden Personen und Ansprechpartnern. Es wurde eine Vertrauensbasis geschaffen, die zu intensiven Gesprächen und zu einer guten Beteiligung führt. Die Teams
der Einrichtungen werden je nach Angebot mit in die Arbeit eingebunden und sind über alle
Aktivitäten informiert. Es ist zu beobachten, dass sich die Eltern untereinander zur Teilnahme an
den Projekten motivieren. Kurzfristig konnten wir auch zwei Angebote für Flüchtlingsfamilien in den
Stadtteilen Rauental und Rübenach unterstützen.
Im Rahmen des Landesprogramms Kita!Plus Säule II arbeiten wir eng mit der Familienbildungsstätte Koblenz und dem Netzwerk Kindeswohl zusammen. Die 2013 fertig gestellte Konzeption
„Sozialraumorientierte Familienbildung im Rahmen des Landesprogramms Kita!Plus“ ist
Grundlage unserer Arbeit mit dem Ziel, die Eltern- und Familienbildung weiter auszubauen. Die
jährliche Landesförderung in Höhe von 15.000 € wird für Personal- und Sachkosten verwendet.
2015 fanden zwei Treffen zum Austausch mit den beteiligten Einrichtungen statt. Am 02.07.2015
wurde ein Fachforum zum Thema „Zusammenarbeit mit Eltern in der Kita“ in Kooperation mit der
Deutschen Kinder- und Jugendstiftung durchgeführt. Weiterhin gab es zwei vom Land organisierte
Regionaltreffen zum Thema Familienbildung im Netzwerk und die MitarbeiterInnen besuchten
verschiedene Fortbildungsveranstaltungen.
Ein weiteres Arbeitsfeld im Rahmen des Landesprogramms Kita!Plus Säule II ist die „Familienbildung im Kontext Früher Hilfen“. In der konstituierenden Sitzung der Arbeitsgemeinschaft
„Frühe Hilfen“ am 12.02.2014 wurde die UAG „Familienbildung im Kontext Früher Hilfen“ gebildet.
Diese hat zum Ziel, einen Überblick über familienbildende Maßnahmen im Rahmen der Frühen
Hilfen in Koblenz zu schaffen. 2015 wurde die Konzeption „Familienbildung im Kontext Frühe
Hilfen“ fertiggestellt. In der Sitzung AG Frühe Hilfen im September 2015 und in der Sondersitzung
mit Trägern familienbildender Maßnahmen in Koblenz stand das Thema Zuwandererfamilien und
Frühe Hilfen im Mittelpunkt.
Die Säule VII „Kita und Ernährung“ des Landesprogramms Kita!Plus bietet auch unseren Einrichtungen die Möglichkeit der Beteiligung am Kita-Obstprogramm. Seit dem 02.09.2013 erhalten
Seite | 94

Amt für Jugend, Familie, Senioren und Soziales
Jahresbericht 2015

insgesamt über 100.000 Kinder in mehr als 1.400 Kindertagesstätten in RLP ein Mal pro Woche
kostenlos eine Portion Obst oder Gemüse. Die Kosten teilen sich die Europäische Union und das
Land Rheinland-Pfalz.

2.3.1.11 Projekt „Helfer/innen in Kitas“
„…Die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ist ein vorrangiges Ziel der Bildungspolitik des Landes Rheinland-Pfalz. Die
Landesregierung hat aus diesem Grund mit dem Budget für Arbeit ein Instrument
initiiert, das die berufliche Eingliederung von Menschen mit Behinderung nachhaltig
unterstützt. Anstatt aus Mitteln der Eingliederungshilfe die Beschäftigung in einer
Werkstatt für behinderte Menschen zu finanzieren, nutzen die Träger der Sozialhilfe
den Eingliederungstitel, um damit Arbeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu fördern.
Die Geldleistung wird als „Budget für Arbeit“ statt an die Werkstatt, direkt an den
Arbeitgeber als Ausgleich für eine dauerhafte Minderleistung des Menschen mit
Behinderung gezahlt. Mit Unterstützung des Budgets für Arbeit besteht auch in den
Kindertagesstätten die Möglichkeit, im Rahmen einer Kooperation mit den Werkstätten
Menschen mit Behinderung einzustellen. Die Einsatzfelder liegen im hauswirtschaftlichen Bereich, sie können auch eine Unterstützung bei den Hausmeistertätigkeiten
umfassen. Der Kontakt zu den Kindern wird gewünscht. Kinder machen die Erfahrung
von Vielfalt, Gleichheit und Verschiedenheit im Sinne von Inklusion….“
Schreiben Ministerium für Integration, Familie, Kinder, Jugend und Frauen vom 06.09.2012

Das Konzept sieht zunächst eine Praktikumsphase vor, während derer die Hospitantin oder der
Hospitant in der Werkstatt für behinderte Menschen beschäftigt bleiben. Während dieser Zeit
entstehen dem Träger der Kindertagesstätte keine Kosten. Das Praktikum dient dem
gegenseitigen Kennenlernen und der Erprobung von Arbeitsabläufen. Ziel ist im Anschluss an das
Praktikum eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, die zu 70% aus dem Budget für Arbeit
des Landes (Leistung der Eingliederungshilfe nach SGB XIII) finanziert wird. Die verbleibenden
30% übernimmt der Arbeitgeber. Die Tarife entsprechen dem geltenden Tarifrecht und können so
ebenfalls von Seiten des Landes nach dem Kindertagesstättengesetz gefördert werden.
In Abstimmung mit dem städtischen Haupt- und Personalamt wurde die Entscheidung getroffen,
sich an diesem Projekt zu beteiligen. Im März 2013 fanden erste Gespräche mit der Rhein-MoselWerkstatt gGmbH Koblenz statt mit dem Ziel der Umsetzung des Projektes in unseren städtischen
Einrichtungen. Es wurden gegenseitige Erwartungen und Rahmenbedingungen diskutiert, festgeschrieben und die weitere Vorgehensweise besprochen. Seit März 2014 ist in der städtischen
Kindertagesstätte „Pusteblume“ in Neuendorf eine Kollegin nach dem beschriebenen Konzept
beschäftigt.

Seite | 95

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Jahresbericht 2015

2.3.2

Kindertagespflege

Kindertagespflege ist eine gesetzlich
2012
2013
2014
2015
Kinder in Kindertagespflege
anerkannte Betreuungsform. Sie
Bestand am 01.01.
90
87
76
81
steht als eigenständiges Angebot
Zugänge
162
113
143
110
gleichrangig neben den Betreuungsgesamt
252
200
219
191
angeboten von Krippe, Kindertgesmännlich
135
99
102
89
Geschlecht
stätte und Hort. Die Kindertagespfleweiblich
117
101
117
102
ge zeichnet sich in ihrem Angebot Nationalität
218
169
181
166
deutsch
insbesondere durch individuelle Bedoppelte
24
18
18
12
darfsausrichtung und eine hohe Flenicht-deutsch
10
13
20
13
xibilität aus. Sie bietet vor allem in Altersgruppe
unter 3
132
106
146
103
den ersten Lebensjahren eine famili- (am Jahresende)
66
41
39
50
3 bis 5
ennahe Betreuung, bei der die
6 bis 9
41
37
27
28
10 bis 13
13
16
7
10
individuellen Bedürfnisse berücksich14 u. älter
tigt werden können. Die Tagesmutter/
Abgänge
157
114
135
106
der Tagesvater hat die Möglichkeit
Bestand am 31.12.
95
86
84
85
und die Zeit, sich einzelnen Kindern
intensiv zuzuwenden. Kinder in Tagespflege werden von ein und derselben Person betreut; dieses
ist insbesondere für Kinder unter drei Jahren aus entwicklungspsychologischer Sicht ein
bedeutsamer Aspekt.
Auch besondere Betreuungszeiten, wie z. B. frühmorgens, abends oder am Wochenende und an
Feiertagen, zählen zu den Vorzügen der Kindertagespflege und können eine flexible und wohnortnahe Alternative bzw. Ergänzung zu Kindertageseinrichtungen sein. Die Kindertagespflege ist ein
Angebot für Kinder im Alter von 0 bis 13 Jahren.
Vermittlungen in Kindertagespflege
nach Alter der Kinder am Jahresende
300
unter 3 Jahre

13
41

16
40
49

132
100

6 bis 9 Jahre

10 bis 13 Jahre

7

15

200
66

3 bis 5 Jahre

27

10

37

39

28

41

146

50

111

106

2012

2013

103

0

2011

Quelle: Datenbank Kindertagespflege im Jugendamt / eigene Erhebung

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2014

2015

Amt für Jugend, Familie, Senioren und Soziales
Jahresbericht 2015

Zum Stichtag 31.12.2015 betreuen 41 Tagespflegepersonen 85 Koblenzer Kinder. Seit dem
01.08.2013 besteht für Kinder ab dem ersten Lebensjahr der gleichrangige Anspruch auf Förderung in einer Kindertageseinrichtung oder in Kindertagespflege. Hierdurch haben sich die Betreuungszahlen im U3-Bereich deutlich erhöht.
Für die Kindertagespflege wurden seitens der Stadt Koblenz im Jahr 2015 insgesamt 434.567 € an
laufenden Geldleistungen, Sachkosten und Erstattungen von Sozialversicherungsbeiträgen aufgewendet.

Öffentlichkeitsarbeit
Zur Gewinnung neuer Tagespflegepersonen, wurden auf der Internetseite www.kindertagespflegekoblenz.de detaillierte Informationen und Unterstützungsangebote des Jugendamtes für Tagespflegepersonen zusammengestellt. In Kooperation mit der VHS Koblenz werden bei entsprechendem Interesse regelmäßig Qualifizierungskurse für Tagespflegepersonen angeboten.

Festanstellung von Tagespflegepersonen
Für Unternehmen besteht zudem die Möglichkeit, eine Tagespflegeperson fest anzustellen, um so
ein Betreuungsangebot für bis zu fünf Kinder von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bereit zu stellen. Auf diese Weise kann auch ein ergänzendes Betreuungsangebot bei Schicht- und Wochenendarbeit vorgehalten werden. Mit interessierten Unternehmen wurden Informationsgespräche geführt. Bislang wird in Koblenz von der Möglichkeit der Festanstellung von Tagespflegepersonen
kein Gebrauch gemacht.
Gerätepool
Tagespflegepersonen, die Kinder unter drei Jahren betreuen, können sich aus dem mit finanzieller
Unterstützung des Landes Rheinland-Pfalz eingerichteten „Gerätepool“ u. a. Krippenwagen, Bücher, Spiele und CDs ausleihen, die sie für die Arbeit mit den Kindern benötigen.

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Jahresbericht 2015

2.4

Förderung der Erziehung in der Familie

2.4.1

Koblenzer Bündnis für Familie

Das Koblenzer Bündnis für Familie ist ein Zusammenschluss von mittlerweile fast 100 verschiedenen Unternehmen, gesellschaftlichen Institutionen und Gruppen aus Koblenz mit dem Ziel,
Koblenz als familienfreundliche Kommune weiterzuentwickeln. Das Koblenzer Bündnis für Familie
in der „Stadt zum Bleiben“ will Mut machen, „ja“ zu Kindern zu sagen, und dazu beitragen, die
Rahmenbedingungen für Familien zu verbessern. Das Bündnis ist organisatorisch in ein Kuratorium (Vertreter namhafter Koblenzer Institutionen), in eine Lenkungsgruppe (entscheidungsbefugte Vertreter der Kooperationspartner) und in themenspezifische Arbeitsgruppen aufgeteilt.
Der Arbeitsschwerpunkt liegt in der Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die Bündniserklärung wurde durch die Kuratoren während der Auftaktveranstaltung am 22.09.2006 unterzeichnet. Koblenz hat sich damit der Initiative „Lokale
Bündnisse für Familie“ des Bundesfamilienministeriums angeschlossen.
Die Arbeitsgruppen (AG), bestehend aus Mitarbeitern der Bündnispartner, engagieren sich auf verschiedenen Feldern und setzen Maßnahmen konkret um. Derzeit gibt es folgende AG‘s:
AG PR und Event
AG Betreuung und Arbeit
AG familienbewusste Personalpolitik
AG Generationen aktiv
AG Beratung
AG Schängel in Sicherheit
Dazu kommt als übergreifendes Element die Sprecher-AG, die in unregelmäßigen Abständen tagt,
um AG-übergreifende Themen zu behandeln und sich gegenseitig über die Arbeit in den jeweiligen
Arbeitsgruppen zu informieren. Die offensive Medienarbeit stellt auch durch die Kooperationspartner (Mittelrhein-Verlag/Rhein-Zeitung, TV-Mittelrhein, Radio Antenne Koblenz 98.0 und Radio RPR
1 Koblenz) entsprechende Medienpräsenz sicher. Die Homepage des Bündnisses wird weiter mit
Inhalten gefüllt und durch großes Engagement eines Bündnispartners aktuell gehalten. Beispielhaft seien folgende lokale Aktivitäten des Bündnisses im Jahr 2015 erwähnt:
15.05.2015 – Beteiligung am Aktionstag zum Internationalen Tag der Familie
(Presseartikel)
30.05.2015 – Beteiligung bei „Koblenz spielt“ (Informationsstand, Kinderschminken)
07.06.2015 – Beteiligung am Kaiserin-Augusta-Fest (Informationsstand, Glücksrad,
Fotowand)

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Jahresbericht 2015

23.07.2015 – Informationsveranstaltung zum Projekt der Stiftung Lesen „Mein Papa liest
vor … und meine Mama auch“ in Kooperation mit der Stadtbibliothek unter der
Schirmherrschaft der Bürgermeisterin
11.09.2015 – Generationenfest am Weinbrunnen in den Rheinanlagen
(Lieder und Spiele aus Großmutters Zeiten mit Kindern der Kindertagesstätte St. Peter,
Neuendorf, und mit Senioren aus dem Caritashaus St. Elisabeth)
Schirmherrschaft der Bürgermeisterin
19.10.-23.10.2015 und 26.10.-30.10.2015 – Herbstferienfreizeit 2015
(Betreuung von insgesamt 75 Kindern: im Werk Bleidenberg, 1. Woche – 44 Kinder, 2.
Woche – 31 Kinder, durch kath. Familienbildungsstätte e.V. Koblenz)
05.11.2015 – Veranstaltung der AG familienbewusste Personalpolitik „Sterben ist (keine)
Privatsache – Trauer am Arbeitsplatz“ im Vortragsraum Kemperhof
06.11.2015 – Beteiligung an der Demografiewoche 2015 auf Einladung des
Seniorenbeirates der Stadt Koblenz: Podiumsdiskussion „Generationenübergreifendes
Wohnen" im DRK-Heim
28.11.2015 – Beginn der Adventszeitbetreuung (Aktionen von Jugendamt der Stadt
Koblenz, kath. FBS e.V. an den 4 Adventssamstagen)
06.12.2015 – Adventwanderung am Remstecken mit Familien und
Nikolaus-Bescherung

2.4.2

Netzwerk Kindeswohl (Produkt 3631)

Das Netzwerk Kindeswohl basiert auf dem rheinland-pfälzischen Landesgesetz zum Schutz von
Kindeswohl und Kindergesundheit von 2008, das die Jugendämter mit dem Aufbau von lokalen
Netzwerken beauftragt. Kooperationspartner sind dabei alle Professionen, die mit Kindern zu tun
haben. Das Bundeskinderschutzgesetz, 2012 in Kraft getreten, hat diese Vorgabe von RheinlandPfalz als Anregung aufgenommen und bundesweit die Vernetzung von kinder- und jugendnahen
Berufen eingeführt.
Das Koblenzer Netzwerk Kindeswohl startete dementsprechend im März 2009 und erfüllt die
Forderungen beider Kinderschutzgesetze. Seitdem sind bereits viele Aktivitäten zum Thema
Kindeswohl geschehen. Hier einige Auszüge aus der Arbeit des Jahres 2015:
Die Netzwerkkonferenz im März beschäftigte sich in Vortrag und Foren mit dem Thema
Sucht und Familie. Wie wichtig Informationen und Austausch hierzu sind, zeigt die
Teilnehmerzahl von 140 Personen.
In der AG Frühe Hilfen gem. § 78 SGB VIII wurden die Aufgaben des Jahres 2014
weitergeführt. Der Lotsendienst Frühe Hilfen für Fachkräfte und Familien hat angefangen

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Jahresbericht 2015

zu arbeiten. Familienbildung ist zu einem festen Bestandteil geworden. Erstmals stand die
Unterstützung von Flüchtlingsfamilien mit kleinen Kindern auf der Agenda.
Der Auf- und Ausbau Früher Hilfen nach dem Bundeskinderschutzgesetz unter
Einbezug von Ehrenamtsstrukturen sowie der Einsatz von Familienhebammen in Familien
wurden auch 2015 fortgesetzt. Die teilweise seit 2012 betreuten Programme sind aus der
Koblenzer Hilfelandschaft nicht mehr wegzudenken.
Die Kooperation mit dem Gesundheitswesen ist ein wesentlicher Baustein im
Netzwerk Kindeswohl und hat durch den Bereich Frühe Hilfen weitere Themen
hinzubekommen.
Die Netzwerkpartner werden in verschiedenen Konstellationen regelmäßig zum Thema
Kindeswohlgefährdung informiert. Schwerpunkt in 2015 war der gemeinsame Fachtag
von Jugendamt, ADD und Trägern der Schulsozialarbeit für die Koblenzer Schulen, die
alle anwesend waren.
Das seit 2009 durchgeführte Datenschutzforum gemeinsam mit dem Netzwerk der
Kreisverwaltung Mayen-Koblenz findet weiterhin zweimal jährlich statt und wird gefüllt von
vielen Fragen aus der beruflichen Praxis der Netzwerker.
Das große Interesse an der Thematik Strafverfolgung bei sexuellem Missbrauch von
Kindern führte zu einem weiteren Runden Tisch, an dem eine Gutachterin über die
Aussagetüchtigkeit und Glaubhaftigkeit eines Kindes referierte. Hier nahmen u.a. der
Allgemeine Sozialdienst, die Polizei und die Staatsanwaltschaft teil. Angestoßen wurde
diese Idee vom Netzwerkpartner Kinderschutzdienst. Ein weiterer Kooperationspartner
hierbei ist der Weiße Ring.
Am 30.09.2015 besuchte die Familienministerin Alt das Koblenzer Jugendamt und konnte
mit einem kurzen Film von Rhein-Ahr-TV auch über die Vielfalt des Netzwerkes
Kindeswohl informiert werden.

2.4.3

Leistungen des Jugendamtes zur Förderung der Erziehung in der Familie
§ 16 SGB VIII - Allgemeine Förderung der Erziehung in der Familie

Die „formlose Betreuung“ gem. § 16 SGB VIII als Beratungsprozess durch den Allgemeinen Sozialdienst (ASD) ergibt sich aus der Kontaktaufnahme zum Jugendamt durch Ratsuchende oder durch
Kontaktaufnahme seitens des ASD nach eingehenden Hinweisen Dritter (z.B. Schulen, Polizei, Kliniken, Nachbarn, Verwandte) auf Problemlagen, die Kinder in Familien betreffen. Die sich hieraus
ergebende, antragsunabhängige, formlose Beratung/Betreuung findet in der Regel im Jugendamt
(Komm-Struktur) oder in Form von Hausbesuchen (aufsuchende Beratung) statt. Die „formlose
Betreuung“ hat einen lösungsorientierten Ansatz und kann durchaus auch zur Vermittlung an andere Leistungserbringer führen. An den ASD herangetragene Fragen und Problemlagen können
u.a. sein:

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Jahresbericht 2015

Fragen zur Betreuung des Kindes
familiäre Konflikte, Erziehungsschwierigkeiten
Verdacht auf Kindesmisshandlung/sexuellen Missbrauch
schulische Probleme, Schulschwänzen
Straftat eines Kindes
Alkohol-/Medikamenten-/Drogenprobleme eines jungen Menschen und/oder eines
Erziehungsberechtigten
Psychische Probleme/Erkrankungen in der Familie
Integrationsschwierigkeiten von Migrantinnen und Migranten
Umgangs- und/oder Sorgerechtsfragen
finanzielle Schwierigkeiten
Wohnsituation
In Einzelfällen gelingt es im Rahmen der „formlosen Betreuung“, die Problemlage zu lösen. Die
Beteiligten können schließlich aber auch zu der Erkenntnis gelangen, dass diese nicht ausreichend ist, dass es vielmehr einer intensiveren, problemspezifischen Hilfe bedarf. Es besteht dann
die Möglichkeit der Beantragung und Einleitung einer Hilfe zur Erziehung nach den Bestimmungen
des SGB VIII.

§ 17 SGB VIII - Beratung in Fragen der Partnerschaft, Trennung und Scheidung
Aus dem § 17 SGB VIII ergibt sich für Väter und Mütter ein Rechtsanspruch auf Beratung in Fragen der Partnerschaft, wenn sie für ein Kind oder einen Jugendlichen zu sorgen haben oder tatsächlich sorgen. Die Beratung soll helfen, aufgetretene Konflikte zu bewältigen, ein partnerschaftliches Zusammenleben in der Familie wieder aufzubauen und das Familiensystem zu stabilisieren,
um eine für das Kind oder den Jugendlichen belastende Trennung zu vermeiden.
Im Fall von Trennung und Scheidung haben Eltern den Anspruch, im Beratungsprozess dahin gehend angeregt und unterstützt zu werden, dass sie auch unter diesen Bedingungen die Voraussetzungen für die Wahrnehmung gemeinsamer Elternverantwortung schaffen. Es gilt einen Rahmen
zu entwickeln, der es den Eltern ermöglicht, trotz emotionaler Verstrickung den Blick von der Paarebene auf die Elternverantwortung zu lenken und sie bei der eigenverantwortlichen Entwicklung
einer längerfristigen Perspektive für die Wahrnehmung der elterlichen Sorge zu unterstützen.
Im Beratungsprozess soll das betroffene Kind oder der Jugendliche an der Entwicklung eines einvernehmlichen Konzeptes zur Wahrnehmung der elterlichen Sorge entsprechend ihrem Entwicklungsstand und ihrer Einsichtsfähigkeit angemessen beteiligt werden. Die Beratung soll mit Orientierung auf eine etwaige Regelung durch das Familiengericht erfolgen.
Die Hilfen nach § 17 SGB VIII sind somit gleichermaßen

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Jahresbericht 2015

präventive Hilfen zur Selbsthilfe der Eltern, um Krisensituationen vorzubeugen, ein
partnerschaftliches Zusammenleben in der Familie aufzubauen bzw. zu erhalten
Hilfe zur aktuellen Bewältigung von Konflikten und Krisen in der Familie
begleitende und nachsorgende Hilfe zu einer gemeinsamen elterlichen
Verantwortung nach erfolgter Trennung und Scheidung und damit Sicherung der
Kontinuität der nachehelichen elterlichen Beziehung des Kindes zu Mutter und Vater
Neben dem Jugendamt leisten auch drei Beratungsstellen freier Träger die Beratung nach § 17
SGB VIII.

§ 18 SGB VIII - Beratung und Unterstützung bei der Ausübung der Personensorge und
des Umgangsrechts
Der § 18 SGB VIII bündelt unterschiedliche Leistungen der Jugendhilfe für unterschiedliche Adressaten und richtet sich gezielt an allein erziehende und/oder allein sorgende Eltern. Väter und Mütter, die allein für ein Kind oder einen Jugendlichen zu sorgen haben oder tatsächlich sorgen, haben Anspruch auf Beratung und Unterstützung bei der Personensorge, einschließlich der
Geltendmachung von Unterhalts- oder Unterhaltsersatzansprüchen. Kinder und Jugendliche haben Anspruch auf Beratung und Unterstützung bei der Ausübung ihres eigenen Umgangsrechts
gegenüber ihren Eltern. Daneben haben Eltern, andere Umgangsberechtigte sowie Personen, in
deren Obhut sich das Kind befindet, Anspruch auf Beratung und Unterstützung bei der Inanspruchnahme ihres Umgangsrechts. In diesem Bereich des § 18 SGB VIII sind, wie bei dem Beratungsangebot nach § 17 SGB VIII, neben dem Jugendamt freie Träger wichtige Ansprechpartner für die
Ratsuchenden. Mit zwei Trägern (evangelische und katholische Lebensberatungsstelle) bestehen
seit mehreren Jahren vertragliche Vereinbarungen zur Übernahme des begleiteten Umgangs.
Ergänzend zum betreuen Umgang hat das Amt für Jugend, Familie, Senioren und Soziales – Jugendamt – der Stadt Koblenz in 2012 mit mehreren freien Träger eine Konzeption und Vereinbarung zur Durchführung von Kontrolliertem Umgang nach § 18 Abs. 3 SGB VIII abgeschlossen:
Der Kontrollierte Umgang ist eine Sonderform des betreuten Umgangs. Ausgangspunkt ist eine
Kindeswohlgefährdung, die jedoch nicht ausreicht oder hinreichend deutlich ist, um einen Umgang
auszuschließen. Das Kindeswohl und insbesondere die Identitätsbildung soll gefördert werden
durch die Wiederherstellung, den Aufbau und/oder die Erhaltung von emotionalen sowie sozialen
Beziehungen zu den Umgangsberechtigten.
Für junge Volljährige bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres stellt der § 18 SGB VIII einen Anspruch auf Beratung und Unterstützung bei der Geltendmachung von Unterhalts- oder Unterhaltsersatzansprüchen sicher.

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Jahresbericht 2015

Förderung der Erziehung in der Familie
1.200
Förderung der Erziehung in der Familie (Fallzahlen)

900

darunter formlose Betreuungen

1.034

1.001

962

945

837
600

682

624

678
604

548

300

0

2011
Quelle: Fachverfahren GeDok

2012

2013

2014

2015

Hinweis: Die Auswertung berücksichtigt Fallzahlen, nicht Personen

Im Jahr 2015 gingen die Fallzahlen im Rahmen der Formlosen Betreuungen gegenüber dem
Vorjahr von 678 auf 604 zurück. Ob sich die Bedarfslage verändert hat bzw. ob andere, multiple,
Faktoren für diese gesunkenen Zahlen ursächlich relevant sind, bedarf einer weiteren Klärung.

§ 19 SGB VIII - Gemeinsame Wohnformen für Mütter, Väter und Kinder
Nach § 19 SGB VIII haben Mütter oder Väter, die allein für ein Kind unter 6 Jahren zu sorgen haben, Anspruch auf eine gemeinsame Unterbringung mit dem Kind in einer geeigneten Wohnform,
wenn sie auf Grund ihrer Persönlichkeitsentwicklung diese Unterstützung benötigen. Die Unterbringung kann im Einzelfall als Clearingmaßnahme ausgelegt werden und auf etwa 6 Monate befristet
sein, wenn danach Klarheit hinsichtlich eines etwaigen anderweitigen Hilfebedarf besteht oder
aber eine weitere Hilfe nicht benötigt wird. In der Praxis ergibt sich immer wieder ein individueller
Bedarf an einer Unterbringungsmöglichkeit nach § 19 SGB VIII, wobei in den meisten Fällen der
Wunsch nach einem Verbleib in Koblenz oder der näheren Umgebung besteht. Diesem Bedarf
entsprechen die in Boppard und Koblenz vorhandenen Einrichtungen (Jugendhilfeeinrichtungen
Haus Niedersburg und ISA KOMPASS). In 2015 wurde die Hilfe in 14 Fällen gewährt.

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Jahresbericht 2015

2.5

Hilfe zur Erziehung / Eingliederungshilfe für seelisch behinderte junge
Menschen / Hilfe für junge Volljährige (Produkt 3631)

2.5.1

Allgemeines zum Aufgabenbereich

§ 27 SGB VIII ist die zentrale Grundnorm für den individuellen Rechtsanspruch auf erzieherische
Hilfen. Wesentliche Voraussetzung für den Anspruch Personensorgeberechtigter auf Hilfe zur Erziehung ist, dass eine dem Wohl des Minderjährigen entsprechende Erziehung nicht gewährleistet
ist, dass also ein erzieherischer Bedarf bzw. eine erzieherische Mangelsituation gegeben ist. Die
zu gewährende Hilfe muss für die Entwicklung des Minderjährigen notwendig und geeignet sein.
Im Sinne der Leitbilder des Kinder- und Jugendhilfegesetzes sind die Gedanken der Prävention,
des Angebotscharakters der Leistungen, der Hilfe zur Selbsthilfe, der Ganzheitlichkeit sowie der
Lebenswelt- und der Lebenslagenorientierung bestimmend. § 27 SGB VIII schreibt keine bestimmte Art der Erziehungshilfe vor. Vielmehr muss die zu gewährende Hilfe im jeweiligen Einzelfall
notwendig und geeignet sein. So kommen in Koblenz seit einiger Zeit verstärkt flexible Formen der
Erziehungshilfe in ambulanter Form zum Tragen, mit denen die im SGB VIII in den §§ 28-35
aufgezeigten Hilfen eine Ergänzung finden.
Die Fallzahl- und Kostenentwicklung im Bereich der erzieherischen Hilfen und der Eingliederungshilfe ist in den vergangenen Jahren stets Gegenstand der jugendpolitischen Diskussion gewesen.
Im Jahr 2015 sind die Fallzahlen und die Kostenentwicklung in diesem Bereich insgesamt leicht
rückläufig, vor allem im stationären Bereich (Heimerziehung). Die Zunahme der vorläufigen
Schutzmaßnahmen begründet sich insbesondere in den Entwicklungen im Bereich der UmAs
(unbegleitete minderjährige ausländische Kinder und Jugendliche).

Entwicklung der Fall- und Kostendaten im Bereich Hilfen zur Erziehung (§§ 27-35)
und Eingliederungshilfe (§ 35a SGB VIII)
Kinder/Jugendliche

Erziehungshilfen (§§ 27- 35, § 35 a, einschl. § 41 SGB VIII) in Koblenz

je 1000 Ew. unter 21

1.200

120
1.090

1.000
957

1.000

1.133
100

1.019

800

80

600
49,6

51,5

52,2

55,6

56,9

400

60

40

200

20
Hilfen zur Erziehung, Eingliederungshilfe (Fälle)
Erziehungs- u. Eingliederungshilfen pro 1.000 Einwohner unter 21 Jahren

0

2011
Quelle: Fachverfahren GeDok

Seite | 104

0

2012

2013

2014

2015

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Jahresbericht 2015

Einzelfallbezogene Hilfen
Fallzahlen im Verlauf der Jahre 2011 - 2015

2015

2014

§ 27:
40
§ 29:
6

§ 30:
129

§ 27:
54

§ 30:
§ 29: 126
1

§ 27:
64

§ 30:
§ 29: 125
3

2013

§ 30:
§ 29: 104
9

§ 27:
62

2011

0

§ 31: 312

§ 32:
71

§ 32:
59

§ 32:
43

§ 31: 235

§ 30:
107

§ 32:
51

§ 31: 234

100

200

Quelle: Fachverfahren GeDok

SGB VIII

§ 32:
77

§ 31: 263

§ 27:
67

2012

§ 31: 321

300

400

§ 33: 148

§ 33: 146

§ 34 (B):
25
§ 35 a:
§ 35: 97
20

§ 34 (H): 231

§ 34 (B):
33
§ 35 a:
§ 35: 98
18

§ 34 (B):
24
§ 35 a:
§ 34 (H): 212
§ 35: 101
23

§ 33: 145

§ 33: 149

§ 34 (H): 231

§ 34 (B):
27
§ 35 a:
106
§ 35:
29

§ 34 (B):
21
§ 35 a:
§ 34 (H): 201
107
§ 35:
28

§ 33: 146

500

§ 34 (H): 189

600

700

800

900

1000

1100

Anm.: Bis 2013 Fallzahlen mit KSD-Zuständigkeit, ab 2014 Fallzahlen mit WJH-Zuständigkeit

Bezeichnung

§ 27 Flexible HzE
§ 29 Soz. Gruppenarbeit/Betreuungsweisungen
§ 30 Erziehungsbeistandschaften
§ 31 Sozialpädagogische Familienhilfe
§ 32 Tagesgruppenerziehung
§ 33 Vollzeitpflege
§ 34 (H) Heimerziehung
§ 34 (B) Betreutes Wohnen
§ 35 Intens. sozialpäd. Einzelbetreuung
§ 35 a Eingliederungshilfe (ohne Frühförderung)
Erziehungshilfen gesamt

2011

2012

2013

2014

2015

73.934 €

80.471 €

74.073 €

76.393 €

53.014 €

-€

13.194 €

2.852 €

880 €

9.375 €

396.605 €

374.512 €

435.547 €

467.747 €

469.054 €

1.408.093 €

1.400.740 €

1.534.088 €

1.816.694 €

1.538.694 €

935.611 €

778.421 €

1.067.928 €

1.320.686 €

1.546.095 €

1.195.514 €

1.240.878 €

1.230.806 €

1.262.840 €

1.057.020 €

5.401.677 €

6.654.680 €

6.366.684 €

6.542.664 €

6.416.643 €

227.225 €

293.480 €

263.826 €

333.758 €

224.466 €

155.504 €

132.846 €

153.349 €

154.080 €

59.321 €

583.321 €

627.858 €

656.604 €

743.337 €

550.700 €

9.794.162 € 10.969.221 € 11.129.154 € 11.975.743 € 11.373.682 €

Leistungsbereich insgesamt 10.576.174 € 11.711.676 € 11.932.091 € 12.988.554 € 12.116.179 €
Quelle: GeDok / GePlan; gebuchte Kosten im Haushaltsjahr, ohne Erstattungsfälle von anderen, mit Erstattungsfällen an andere
Jugendämter

Seite | 105

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Jahresbericht 2015

Insgesamt kann auch weiterhin eine verstärkte aktive Inanspruchnahme der Hilfen durch Betroffene selbst konstatiert werden; der Anteil der Multiproblemfamilien, der Familien mit Suchtproblematik und psychischen Erkrankungen ist tendenziell größer geworden.

2.5.2

Erziehungsberatung

Die Leistung der Erziehungsberatung (§ 28 SGB VIII) wird durch zwei Beratungsstellen (in katholischer bzw. evangelischer Trägerschaft) in Koblenz erbracht. Seit dem Jahr 2005 werden die Leistungsdaten der beiden Beratungsstellen nach zuvor vereinbarten Merkmalen an das Jugendamt
übermittelt. Eine Einordnung dieser Leistungen im Kontext der o. g. Hilfen zur Erziehung würde –
insbesondere mit Hinblick auf die Vorjahresvergleiche – irritierend wirken. Daher werden die durch
die Erziehungs- und Lebensberatungsstellen erbrachten Leistungen hier gesondert dargestellt.
Die Aufgabenwahrnehmung der Beratungsstellen ist mit der Stadt Koblenz ab dem Haushaltsjahr
2008 vertraglich neu vereinbart worden. Zusammen mit den Stadtjugendämtern Neuwied, Andernach und Mayen und den Kreisjugendämtern Neuwied und Mayen-Koblenz auf der einen Seite
und den Beratungsstellen des Bistums Trier und des Evangelischen Kirchenkreises Koblenz und
Wied auf der anderen Seite wurde eine gemeinsame Vereinbarung erarbeitet, die eine einheitliche
Förderpraxis festschreibt. Diese bietet den Trägern der Beratungsstellen eine hohe Verlässlichkeit
für die Förderung sowie einen gesteigerten kommunalen Förderanteil. Die Kommunen haben die
Sicherheit, dass sie nur die Anteile der Förderung tragen, die auf ihre Klientel entfallen.
In der Erziehungsberatung nach § 28 SGB VIII hat sich seit 2001 eine Weiterentwicklung in der
Form ergeben, dass neben der klassischen „Komm-Struktur“ auch zugehende Formen der Beratung in verschiedenen Kindertagesstätten und Grundschulen angeboten werden. Damit wird dem
Bestreben des Jugendamtes, Angebote der Kinder- und Jugendhilfe weiter zu dezentralisieren mit
der Zielsetzung, mehr Bürgernähe zu erreichen und die Prävention vor allem in belasteten Wohngebieten zu verstärken, Rechnung getragen. Zu nennen sind hier u.a. die Kindertagesstätte
„Pusteblume“ in der Großsiedlung Neuendorf und die zugehende Beratung an Koblenzer Grundschulen im Rahmen des Netzwerkes E.

2.5.3

Soziale Gruppenarbeit

Die soziale Gruppenarbeit ist ein ambulantes pädagogisches Angebot der Jugendhilfe für gefährdete ältere Kinder, Jugendliche und junge Volljährige oder bereits straffällig gewordene junge Menschen, auf die Jugendstrafrecht angewandt wird. Sie soll jungen Menschen auf der Grundlage eines pädagogischen, erforderlichenfalls therapeutischen Konzepts durch intensive erzieherische
Einwirkung in einer Gruppe, insbesondere durch handlungs- und erlebnisorientierte Angebote, eine
Hilfe zur Konfliktverarbeitung bieten.

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Jahresbericht 2015

Die Aufnahme in die soziale Gruppenarbeit beruht auf einer jugendrichterlichen Entscheidung im
Rahmen des Jugendgerichtsgesetzes (JGG), auf einer Veranlassung der Jugendstaatsanwaltschaft i. R. d. JGG, auf einem Tätigwerden des Vormundschaftsrichters nach § 1631 Abs. 3 BGB,
auf einer vormundschaftsrichterlichen Entscheidung nach §§ 1666, 1666a Abs. 1 BGB oder auf einer Maßnahme des Jugendamts in Form einer Hilfe zur Erziehung nach § 29 SGB VIII. Die Durchführung von sozialer Gruppenarbeit kann sowohl in freier wie in öffentlicher Trägerschaft erfolgen.
Soziale Gruppenarbeit wird in Koblenz durch die Jugendgefährdetenhilfe des Caritasverbandes
Koblenz e.V. angeboten. Beim Caritasverband, dem Jugendhilfswerk e.V. und dem Tagewerk e.V.
finden auch die Betreuungsweisungen nach dem JGG statt. Dabei sind soziale Gruppenarbeit und
Betreuungsweisungen, die im Rahmen eines Jugendgerichtsverfahrens zustande kommen, durch
den § 36 a in das SGB VIII in die Steuerungsverantwortung des Jugendamts gestellt.

2.5.4

Erziehungsbeistandschaften

Die Erziehungsbeistandschaft ist nach § 30 Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG) eine ambulante
Hilfe zur Erziehung. Sie soll das Kind oder den Jugendlichen bei der Bewältigung von Entwicklungsproblemen unterstützen und in der Verselbständigung fördern. Gleichzeitig sollen die Eltern in
der Erziehung beraten und angeleitet werden. Die Arbeit in der Erziehungsbeistandschaft ist eng
verknüpft mit der Gesamtfamilie sowie dem sozialen Umfeld des Kindes oder Jugendlichen. Der
Erziehungsbeistand kann Hilfestellung geben zur Verbesserung der Erziehungs-, Beziehungs- und
Kommunikationssituation innerhalb einer Familie, bei Schwierigkeiten in der Schule, der Ausbildungsstelle oder berufsfördernden Maßnahmen, bei Problemen im sozialen Umfeld, im Freizeitverhalten sowie im Freundeskreis der Kinder und Jugendlichen. Die Erziehungsbeistandschaft endet nicht zwangsläufig mit der Volljährigkeit, sondern die Heranwachsenden können bei Bedarf
darüber hinaus betreut werden. Im Jahr 2015 ist der Bedarf für die Durchführung von Erziehungsbeistandschaften gegenüber dem Vorjahr nahezu gleich geblieben. Erziehungsbeistandschaften
werden von mehreren freien Trägern der Jugendhilfe im Auftrag des Jugendamtes durchgeführt.

2.5.5

Sozialpädagogische Familienhilfe

Die Sozialpädagogische Familienhilfe ist nach § 31 SGB VIII eine intensive Form der Erziehungshilfe. Sie ist in der Regel auf längere Dauer angelegt. Für die Betreuung durch die Sozialpädagogische Familienhilfe (SPFH) kommen Familien in Betracht, die durch intensive Betreuung und Begleitung in ihren Erziehungsaufgaben, bei der Bewältigung von Alltagsproblemen, der Lösung von
Konflikten und Krisen, in Kontakt mit Ämtern und Institutionen gestützt werden müssen. Aufgrund
der massiven vielfältigen Defizite sind die für diese Hilfe in Frage kommenden Familien in der
Regel nicht in der Lage, den Anspruch der Kinder auf Erziehung nach § 1 SGB VIII sicherzustellen.
Die Sozialpädagogische Familienhilfe soll in erster Linie Hilfe zur Selbsthilfe geben. Bei den betroffenen Kindern und Jugendlichen sind nicht selten schwerwiegende Auffälligkeiten zu verzeichnen,

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auch Kinder im Kleinkindalter sind hiervon betroffen (extreme Entwicklungsrückstände und psychische Auffälligkeiten aufgrund eines defizitären sozialen Umfeldes).
Auch im Jahr 2015 gab es einen hohen Bedarf am Einsatz Sozialpädagogischer Familienhilfe, gegenüber dem Jahr 2014 kam es zu einer nochmaligen Steigerung der Fallzahlen. SPFH wurde im
letzten Jahr durch das hiesige Jugendamt als eine der wirksamsten Formen der ambulanten Hilfen
zur Erziehung in Familien intensiv genutzt, dies auch zunehmend mit einem präventiven Charakter
in Zusammenhang mit der Umsetzung des Schutzauftrages für Kinder. Hierbei werden ausschließlich Fachkräfte von freien Trägern aus Koblenz und Umgebung eingesetzt. In einigen Fällen waren
wegen der Komplexität des Hilfebedarfes zeitweise auch zwei Fachkräfte in einer Familie tätig. In
Koblenz werden in diesem Arbeitsfeld teilweise auch Sozialpädagogische Fachkräfte mit speziellen
Sprachkenntnissen in Familien mit Migrationshintergrund eingesetzt, bzw. auch in Familien, in
denen die Anwendung der Gebärdensprache notwendig ist. Bemerkenswert erscheint, dass sich
weiterhin in zunehmendem Maße Familien aus eigenem Antrieb beim Jugendamt melden und den
Bedarf an Unterstützung durch Sozialpädagogische Familienhilfe geltend machen.

2.5.6

Tagesgruppen-Erziehung

Nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz (§ 32 SGB VIII) stellt die Hilfe zur Erziehung in einer
Tagesgruppe eine Verknüpfung der Angebote
des sozialen Lernens in der Gruppe,
der Begleitung der schulischen Förderung und
Elternarbeit
dar, die den Verbleib des Kindes oder des Jugendlichen in seiner Familie sichern soll. Zudem erfährt die Familie tagsüber eine Entlastung von der Versorgung und Betreuung des Kindes oder des
Jugendlichen. Zielgruppe dieser Form der erzieherischen Hilfe sind vor allem Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 14 Jahren.
Im Stadtgebiet Koblenz gibt es inzwischen 7 Tagesgruppen, die durch Jugendhilfeträger (eine vom
evangelischen Kinderheim Haus Niedersburg Boppard, 2 vom evangelischen Kinder- und Jugendheim Oberbieber und 2 von der Kinder- und Jugendhilfe Arenberg, eine in Trägerschaft des
Internationalen Bundes sowie die im Jahr 2014 hinzu gekommene Tagesgruppe LION GbR)
betreut werden. Darüber hinaus können in Einzelfällen Kinder und Jugendliche aus Koblenz in
Tagesgruppen in Bendorf (Casa Concordia), Neuwied (Johanniter Tagesgruppe) sowie im Kinderund Jugendheim Neuwied-Oberbieber und im Bernardshof Mayen (in den beiden letztgenannten
i.d.R. in Verbindung mit dem Besuch der dortigen Heim-Förderschule für sozial-emotionale
Entwicklung) betreut werden.

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Für das Jahr 2015 ist eine weitere Steigerung der Zahlen in diesem Bereich der Hilfen zur
Erziehung zu verzeichnen. Der Bedarf für diese teilstationäre Hilfeform ist unter anderem damit
erklärbar, dass nun eine ausreichende Zahl von Plätzen auch in Koblenz ortsnah zur Verfügung
steht und die Hilfe durch eine Tagesgruppe in verschiedenen Fällen eine adäquate Unterstützung
bietet, ohne dass es zu einer Heimunterbringung kommt.

2.5.7

Vollzeitpflege

Vollzeitpflege ist die begriffliche Zusammenfassung für verschiedene Angebote zur Unterbringung
und Erziehung eines Kindes oder Jugendlichen über Tag und Nacht in einer Pflegefamilie. Die Vollzeitpflege ist eine Hilfeart im Bereich der Hilfen zur Erziehung (§ 33 SGB VIII) und – neben der
Heimerziehung – die zweite „Säule“ bei den Unterbringungen außerhalb der eigenen Familie. Für
Kinder und Jugendliche bietet die Unterbringung in einer Pflegefamilie einen Rahmen, der gekennzeichnet ist durch soziale Nähe und emotionale Sicherheit. Die Vollzeitpflege zeichnet sich durch
eine Reihe unterschiedlicher Pflegeformen aus; das Kinder- und Jugendhilfegesetz benennt in Bezug auf die zeitliche Dauer und Funktion zwei Varianten:
Die zeitlich befristete Erziehungshilfe, bei der die Rückkehr des Kindes in die
Herkunftsfamilie vorgesehen ist und die Pflegefamilie eine familienergänzende
Aufgabe wahrnimmt. In diesem Rahmen bestehen fortlaufende Kontakte zwischen
Herkunfts- und Pflegefamilie; es gilt, die Beziehungen des Kindes zu seiner Familie
zu fördern.
Die auf Dauer angelegte Erziehungshilfe, bei der die Pflegefamilie zum neuen,
festen Lebensort für das Kind wird. Die Pflegefamilie tritt an die Stelle der
Herkunftsfamilie und wird somit zur neuen Familie. Kontakte zu den Eltern und
Geschwistern des Kindes können weiterhin bestehen, eine Rückkehr des Kindes zu
seinen Eltern ist jedoch nicht vorgesehen.
Die Entscheidung für die eine oder andere Variante der Vollzeitpflege ist vor allem abhängig vom
Alter und Entwicklungsstand des Kindes, seinen persönlichen Bindungen sowie von der Situation
in der Herkunftsfamilie, d. h. vor allem von der Möglichkeit, deren Erziehungsbedingungen in einem angemessenen Zeitraum zu verbessern.
Im Verlauf der letzten Jahre hat der Anteil der Pflegekinder, die bei Verwandten leben, deutlich
zugenommen (auch auf Grund entsprechender Rechtsprechung). Wie in allen anderen Fällen prüft
das Amt für Jugend, Familie, Senioren und Soziales auch hier, inwieweit die Hilfe notwendig und
geeignet ist. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Verwandtenpflege aufgrund ihrer besonderen
Stellung oft einen hohen Beratungs- und Unterstützungsbedarf hat. Dies macht häufig eine
spezifische pädagogische Begleitung notwendig.

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Zum Aufgabenbereich des Pflegekinderdienstes gehören die Werbung und Überprüfung von
Pflegeeltern, die Öffentlichkeitsarbeit, die Durchführung von Fortbildungen für Pflegeeltern sowie
die fachgerechte Betreuung der Pflegeeltern. Darüber hinaus gibt es eine aktive Zusammenarbeit
mit dem Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) im Bereich des Pflegekinderdienstes. Der SkF hat
in diesem Bereich auch eine Konzeption zur Betreuung unbegleiteter minderjähriger Asylbewerber
in Gastfamilien erarbeitet. Das Angebot steht dem Jugendamt zur Verfügung.
Auf der Internet-Seite www.pflegeeltern-koblenz.de können sich Interessierte über das
Aufgabenfeld der Vollzeitpflege und die Tätigkeit als Pflegestelle ausführlich informieren. Hier sind
auch die Ansprechpersonen genannt, die potentielle Pflegeeltern beraten und unterstützen.

2.5.8

Hilfe zur Erziehung in Heimen und sonstigen betreuten Wohnformen

Heimerziehung oder Erziehung in einer anderen betreuten Wohnform kommt dann in Betracht,
wenn die Erziehungskraft der Familie durch andere Angebote und Leistungen der Jugendhilfe nicht
so gestärkt werden kann, dass eine tragfähige Erziehungssituation gewährleistet ist. Nach § 34
SGB VIII werden der Heimerziehung unter Berücksichtigung von Alter und Entwicklungsstand der
Kinder und Jugendlichen sowie den Möglichkeiten der Verbesserung der Erziehungsbedingungen
in der Herkunftsfamilie alternativ folgende drei Aufgaben übertragen:
Es soll eine Rückkehr des Kindes oder des Jugendlichen in die Herkunftsfamilie
angestrebt werden.
Es soll die dauerhafte Unterbringung in einer anderen Familie oder
familienähnlichen Wohnform vorbereitet werden.
Es soll die Verselbstständigung von Jugendlichen gefördert und begleitet werden.
Im Hinblick auf die Rückkehr eines Kindes oder Jugendlichen in die Herkunftsfamilie ist es heute
von großer Bedeutung, dass in zunehmendem Umfang regionalisierte und flexible Angebote in der
Heimerziehung vorgehalten werden. Das Konzept der „milieunahen Heimerziehung“ muss praktiziert werden, die Grenzen zwischen ambulanten, teilstationären und stationären Angeboten müssen aufgehoben, fließende Übergänge durch Angebote eines Trägers oder eines Trägerverbundes
hergestellt werden. Ein regionalisiertes Angebot soll es dem betroffenen Kind oder dem Jugendlichen ermöglichen, in der vertrauten Umgebung zu verbleiben und wichtige gewachsene soziale
Kontakte und Bindungen, insbesondere die Eltern-Kind-Beziehung, aufrecht zu erhalten.
Diesbezüglich gewinnt auch der Aspekt einer Weiterentwicklung der „Familienaktivierenden Heimerziehung“ mit verstärkter Einbindung von Eltern in die Umsetzung von Heimerziehung zunehmend
an Bedeutung. Damit sollen eine möglichst gute Klärung der Beziehung zwischen Eltern und
Kindern herbeigeführt und eingehend Rückführungschancen geprüft werden, um somit auch nach
Möglichkeit die Verweildauer im Heim zu verkürzen.

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Jahresbericht 2015

Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl der Heimunterbringungen deutlich zurückgegangen. Dabei gilt
es anzumerken, dass es sich in vielen Fällen um vorübergehende Unterbringungen mit kurzer
Verweildauer im Zusammenhang mit Kriseninterventionen handelte. Es galt dabei, eine
Rückführungsmöglichkeit für das Kind/den Jugendlichen zu klären und den Bedarf an etwaigen
weitergehenden Hilfen zu klären.
Insgesamt zeichnet sich weiterhin eine Tendenz zu einer steigenden Differenzierung des Leistungsangebotes und einer zunehmenden Intensivierung des Betreuungsrahmens in der Heimerziehung ab, bis hin zur, zumindest zeitweisen, 1:1 Betreuung. Hinzu kommt, dass weiterhin in
vielen Fällen der erzieherische Bedarf nicht losgelöst von therapeutischer Bedarfslage auf Grund
entsprechender psychischer/psychiatrischer Krankheitsbilder gesehen werden kann, was aber
auch insgesamt für die Hilfen zur Erziehung gilt. Immer wieder stößt somit auch die Heimerziehung
an die Grenzen ihrer Möglichkeiten. Es gibt zunehmend Jugendliche, die aufgrund ihrer massiven
Problematik (Drogenkonsum, Gewaltbereitschaft und Gruppenunfähigkeit…) in keiner Einrichtung
haltbar und tragbar sind. Wenn es dann auch im familiären System keine Möglichkeiten mehr gibt,
kommt es zu sich wiederholenden Abbrüchen von Unterbringungen in verschiedenen
Heimeinrichtungen. Eine konstruktive Hilfeplanung ist dann nicht möglich. Für diese kaum
erreichbaren Jugendlichen fehlen bisher niedrigschwellige Angebote vor Ort (z.B. Sleep-InnsNotübernachtung für junge Menschen).
Auch im Jahr 2015 gab es den Bedarf an Heimunterbringungen in Form einer Freiheit entziehenden Maßnahme, die damit vom Familiengericht zu genehmigen waren.

2.5.9

Betreutes Wohnen (Wohngruppen- oder Einzelwohnen)

Die Jugendhilfemaßnahme „Betreutes Wohnen“ richtet sich an junge Menschen im Alter von 16 bis
21 Jahren, die sich in einer schwierigen Entwicklungs- bzw. Krisensituation befinden und nicht oder
nicht mehr in ihrer bisherigen Wohnumgebung leben können, d. h. in ihrer Herkunftsfamilie, Pflegefamilie oder in einer Heimeinrichtung, im Einzelfall sogar in Obdachlosigkeit leben. Neben der
bestehenden Not- oder Krisensituation sind ein eindeutiger pädagogischer Bedarf und die
Mitwirkungsbereitschaft der jungen Menschen wesentliche Voraussetzungen. Im Rahmen von
regelmäßigen Bürokontakten, Hausbesuchen, Behördengängen, sonstigen Erledigungen und Freizeitaktionen werden die jungen Menschen gezielt und kontinuierlich pädagogisch betreut und begleitet. Dabei liegt das Augenmerk eindeutig auf der Stärkung der Eigenkompetenz der jungen
Menschen, das heißt dem Lernprozess, anstehende Aufgaben und Probleme zunehmend selbst
zu bewältigen. Die inhaltliche Arbeit findet vor allem in folgenden Lebensbereichen statt:
Wohnen / Haushaltsführung
Schule, Ausbildung, Beruf
Persönlichkeitsentwicklung

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Klärung sozialer Beziehungen
Freizeitverhalten
Umgang mit Finanzen, ggf. Schuldnerberatung
Individuelle Schwerpunkte wie z.B. Umgang mit Suchtmitteln,
Essverhalten/Essstörungen
weitergehender psychologischer Hilfebedarf
strafrechtliche Verfahren
Die gesetzliche Grundlage ergibt sich für unter 18-Jährige aus § 34 Abs. 3 SGB VIII (Heimerziehung, sonstige betreute Wohnform) und für junge Volljährige (18 bis 21 Jahre) noch zusätzlich aus
§ 41 SGB VIII (Hilfe für junge Volljährige). Hilfe zur Erziehung in Form von Betreutem Einzelwohnen wird im Bereich der Stadt Koblenz ausschließlich durch freie Träger erbracht. Das Jugendhilfswerk Koblenz hält auch eine sog. Übergangswohnung vor, um eilbedürftigen Unterbringungen gerecht zu werden, bevor eine Wohnung für die zu betreuende Person angemietet werden kann.
Diese Wohnung kann auch für Inobhutnahmen nach § 42 SGB VIII genutzt werden.

2.5.10 Intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung
Intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung (ISE) gemäß § 35 SGB VIII soll Jugendlichen gewährt werden, die einer intensiven Unterstützung zur sozialen Integration und zur eigenverantwortlichen Lebensführung bedürfen. Die Hilfe ist in der Regel auf längere Zeit angelegt und soll den
individuellen Bedürfnissen des Jugendlichen Rechnung tragen. Die ISE kommt insbesondere bei
Jugendlichen zum Tragen, für die bereits verschiedene Formen der Jugendhilfe gewährt wurden,
ohne dass die jeweiligen Zielsetzungen erreicht werden konnten. Manche Jugendliche, bei denen
angestrebt wird, einen Hilfeprozess nach § 35 SGB VIII umzusetzen, leben zum Zeitpunkt der Kontaktaufnahme überwiegend auf der Straße. Grundsätzlich kann diese Form der Hilfe zur Erziehung
sehr flexibel gestaltet und sowohl z.B. im Elternhaus mit dem Ziel der Verselbständigung als auch
in stationärer Form bis hin zu einer individualpädagogischen Maßnahme ansetzen.

2.5.11 Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche
Eine seelische Behinderung eines Kindes oder Jugendlichen und der Anspruch auf Eingliederungshilfe gem. § 35a SGB VIII liegt vor, wenn
die seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von
dem für sein Lebensalter typischen Zustand abweicht und
daher seine Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft beeinträchtigt ist oder eine
solche Beeinträchtigung zu erwarten ist.

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Jahresbericht 2015

Die Diagnose der Abweichung der seelischen Gesundheit des jungen Menschen wird von folgenden Professionen anerkannt:
Arzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie
Kinder- und Jugendpsychotherapeut
Arzt oder psychologischer Psychotherapeuten, der über besondere Erfahrungen auf
dem Gebiet seelischer Störungen bei Kindern und Jugendlichen verfügt.
Die Diagnostik muss auf Grundlage des ICD-10 der WHO erfolgen. Für notwendige weitergehende
Klärungen einer Abweichung der seelischen Gesundheit steht dem Jugendamt im Einzelfall jeweils
eine Diagnosestelle bei der Katholischen Lebensberatungsstelle und bei der Evangelischen
Beratungsstelle zur Verfügung.
Die Beeinträchtigung der Teilhabe am Leben in der Gesellschaft wird durch die sozialpädagogische Fachkraft im Jugendamt diagnostiziert. Die abschließende Feststellung des Eingliederungsbedarfs erfolgt durch Fachkräfte im Jugendamt. Im Fall zu bewilligender Eingliederungshilfe wird
diese nach dem Bedarf im Einzelfall im Rahmen der Hilfeplanung geleistet:
in ambulanter Form
in Tageseinrichtungen für Kinder oder in teilstationären Einrichtungen
durch geeignete Pflegepersonen oder
in vollstationären Einrichtungen sowie sonstigen Wohnformen
Zur Beschulung von Kindern und Jugendlichen, die seelisch behindert oder von einer solchen
Behinderung bedroht sind, gilt es sicherzustellen, dass diese nicht vom staatlichen Schulsystem
ausgeschlossen. Für diese Kinder und Jugendlichen müssen vielmehr innerhalb des staatlichen
Schulsystems Wege zur Beschulung und Förderung gefunden werden, so der Inklusionsgedanke,
wie er in der aktuellen Fassung des Schulgesetzes festgeschrieben ist. Im Einzelfall ist für
begleitende, inner- oder außerschulische Maßnahmen der Eingliederungshilfe nach § 35a SGB
VIII zu sorgen.
Als Ergebnis einer interdisziplinären Zusammenarbeit der Sozial- und Jugendämter Koblenz und
Mayen-Koblenz sowie dem Schulbereich und unter Mitwirkung der Lebenshilfe e.V. steht eine Arbeitshilfe „Integrationshilfe an Schulen“ zur Verfügung, die im Internet unter
http://www.koblenz.de/familie_soziales/sozialberichte.html
abrufbar ist.

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Jahresbericht 2015

Im Jahr 2015 sind auf der Rechtsgrundlage des § 35a SGB VIII 24 Integrationshilfen an Schulen
und 10 Eingliederungshilfen1 in Kindertagesstätten (Integrationshilfen und Förderkindergartenplätze oder integrative Gruppenplätze) umgesetzt worden. Die Zahl der Anträge für diese Form der
Eingliederungshilfe gem. § 35a SGB VIII zeigt den wachsenden Bedarf solcher intensiver Unterstützungsformen in diesen Bereichen. Ziel der Integrationshilfe ist es, zusätzlich zu den Verpflichtungen und Anstrengungen der Schulen aus dem Schulgesetz heraus bzw. zu den Konzepten der
Kindertagestätten, die behinderungsbedingten Einschränkungen der Kinder und Jugendlichen mittels individueller Unterstützung in enger Zusammenarbeit zwischen Familien, Schule, Kindertagesstätte, Sozial- und Jugendamt und anderen Beteiligten auszugleichen und den Kindern bzw.
Jugendlichen perspektivisch eine selbständige Teilhabe am Besuch von Schule oder Kindertagesstätte ohne diese Form der Betreuung zu ermöglichen.
In ambulanter Form (z.B. Lerntherapien bei Legasthenie oder Dyskalkulie, heilpädagogische Maßnahmen und Autismustherapien) wurden 66 Kinder und 4 junge Volljährige unterstützt. In stationärer bzw. teilstationärer Form wurden 4 Jugendliche im Rahmen der Eingliederungshilfe gem. § 35a
SGB VIII unterstützt.
Für den Bereich der Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche zeichnet
sich weiterhin tendenziell ab, dass die Anfragen hier steigen werden und die Leistungen der
Jugendhilfe als Ersatz für die nicht vorhandenen Angebote in anderen Sozialleistungssystemen,
verstärkt im Schulsystem, zur Verfügung stehen müssen. Wenn der Inklusionsgedanke politisch
wie gesellschaftlich gewünscht ist, muss das Schulsystem sich darauf einstellen und neue Angebote schaffen und strukturelle Veränderungen angehen, denn auf Dauer kann die Jugendhilfe den
zunehmenden Bedarf an Integrationshilfen und anderen Eingliederungshilfen nicht leisten.

1

Quelle: Datenbank GeDok

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Jahresbericht 2015

2.6

Umgang mit Hinweisen auf Kindeswohlgefährdung
(Produkt 3631)

2.6.1

Schutzauftrag des Jugendamtes nach § 8a SGB VIII

Auch im Jahr 2015 spielte Hinweise auf mögliche Kindeswohl2011 2012 2013 2014 2015
der Umgang mit Hinweisen gefährdung gem. § 8a SGB VIII
Bestand 01.01.
19
22
13
24
33
auf
Kindeswohlgefährdung
eine sehr gewichtige Rolle in
48
44
85 119
68
neue Hinweise
der Alltagsarbeit des KomGesamt im Jahr
67
66
98 143 101
munalen Sozialdienstes, und
44
53
78 111
79
Risikoeinschätzung erfolgt
hier insbesondere des AllgeBestand 31.12.
23
13
20
32
22
meinen Sozialdienstes. Auf
Geschlecht
weiblich
34
43
45
84
53
Grundlage der Bestimmunmännlich
33
23
53
59
48
gen des § 8a SGB VIII besteAlter
0 bis 2
25
25
34
60
27
hen im Jugendamt Regelungen, wie solche Hinweise sy3 bis 5
22
18
19
29
17
stematisch zu bearbeiten
6 bis 9
9
10
19
24
24
und zu dokumentieren sind.
10 bis 13
4
8
13
21
11
14 bis 17

5

3

8

9

22

Das „Handbuch zum Umgang mit Hinweisen auf Kindeswohlgefährdung“ ist nach wie vor konzeptionelle Grundlage des
Handelns und Bestandteil eines Gesamtkonzeptes des Jugendamtes der Stadt Koblenz zur Erfüllung des Schutzauftrages nach § 8a SGB VIII. Es enthält auch Vorgaben zur konkreten Zusammenarbeit zwischen dem Kommunalen Sozialdienst, den städtischen Kindertagesstätten und dem
Sachbereich Kinder- und Jugendförderung. Die notwendige Zusammenarbeit zwischen dem
Kommunalen Sozialdienst und den freien Trägern bei Mitteilungen über Kindeswohlgefährdungen
ist ebenfalls im Handbuch thematisiert.
Die im Jahr 2014 eingetretene erhebliche Steigerung gegenüber den Vorjahren im Bereich der
Hinweise auf Kindeswohlgefährdung hat sich im Jahr 2015 in etwa wieder auf das Niveau des
Jahres 2013 eingependelt. Die Überprüfung von Hinweisen auf eine mögliche Kindeswohlgefährdung ist im Bereich des Jugendamtes der Stadt Koblenz nach wie vor ein zentrales Arbeitsfeld im Allgemeinen Sozialdienst.
Die Kooperation des Jugendamtes mit freien Tägern im Bereich des § 8 a SGB VIII basiert auf
den im Jahr 2008 abgeschlossenen Vereinbarungen.

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Amt für Jugend, Familie, Senioren und Soziales
Jahresbericht 2015

Bearbeitung von Hinweisen auf eine mögliche Kindeswohlgefährdung
gem. § 8 a SGB VIII
150
143
120

101

98

90

60

67

66

2011

2012

30

0

2013

2014

2015

Quelle: Fachverfahren GeDok

Mit 4 Trägern hat das Jugendamt darüber hinaus eine Sondervereinbarung dahingehend, dass sie
den Trägern, die nicht über eine eigene insoweit erfahrene Fachkraft verfügen – dies sind insbesondere die Kindertagesstätten und die Jugendverbände – im Bedarfsfall zur Seite stehen. Es
handelt sich um den Sozialdienst katholischer Frauen (SkF), das Jugendhilfswerk, den
Kinderschutzbund und die Kinder- und Jugendhilfe Arenberg.

2.6.2

Inobhut- und Herausnahmen von Kindern und Jugendlichen

Das Jugendamt ist gemäß § 42 in Verbindung mit § 8a SGB VIII verpflichtet, ein Kind oder einen
Jugendlichen in Obhut zu nehmen, wenn das Kind/der Jugendliche um Obhut bittet oder wenn
eine dringende Gefahr für das Kind bzw. den Jugendlichen die Inobhutnahme erfordert und die
Personensorgeberechtigten nicht widersprechen oder eine familiengerichtliche Entscheidung nicht
rechtzeitig eingeholt werden kann. Die Personensorge-/ Erziehungsberechtigten sind unverzüglich
zu benachrichtigen; mit ihnen ist das Gefährdungsrisiko abzuschätzen.
Widersprechen diese der Inobhutnahme, so ist das Kind bzw. der Jugendliche den Personensorgeoder Erziehungsberechtigten zu übergeben, sofern nach Einschätzung des Jugendamts eine Gefährdung des Kindeswohls nicht besteht oder die Personensorge- oder Erziehungsberechtigten
bereit und in der Lage sind, die Gefährdung abzuwenden. Andernfalls hat das Jugendamt eine
Entscheidung des Familiengerichts über die erforderlichen Maßnahmen zum Wohl des Kindes
oder des Jugendlichen herbei zu führen.

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Jahresbericht 2015

Unbegleitete
minderjährige Schutz von Kindern und
Kinder und Jugendliche aus Jugendlichen durch …
Inobhutnahme in Einrichtungen (§ 42)
dem Ausland haben außerdem Anspruch auf eine Inob- Inobhutnahme für andere Kostenträger (§ 42)
hutnahme, wenn sie nach
Bereitschaftsbetreuungsstellen (§ 42)
Deutschland kommen und
Bereitschaftsbetreuungsstellen (§ 33)
sich weder PersonensorgeHeimerziehung als Krisenintervention (§ 34)
noch Erziehungsberechtigte
Gesamt im Jahr:
im Inland aufhalten. Diese
Geschlecht
weiblich
Thematik hat im 2. Halbjahr
männlich
2015 durch den vermehrten
Nationalität
deutsch
Zuzug einen besonderen
deutsch (MigHg)
Stellenwert erhalten.
ausländ.

2011 2012 2013 2014 2015
13

18

27

42

29

15

9

16

31

88

1

2

2

8

7

35

23

17

25

14

42

48

63

47

3

106

100

125

153

141

47

46

69

72

41

59

45

56

81

100

96

43

110

126

67

1

9

6

9

3

9

9

9

18

71

Bei der Betrachtung der ZahAlter
0 bis 5
21
16
35
47
24
len zu Unterbringungen auf
6 bis 9
13
11
10
6
7
Basis der §§ 8a und 42 SGB
10 bis 13
23
21
28
15
33
VIII ist Folgendes zu beach14 bis 17
49
43
52
85
75
ten: Im Bereich der vorüber18 u. älter
2
gehenden Unterbringungen
Unterbringungstage 9.788 7.341 7.757 8.305 7.152
im Heimbereich steht die Inobhutnahmestelle der Kinder- und Jugendhilfe Koblenz Arenberg zur Verfügung. Dort werden
Kinder und Jugendliche im Rahmen einer Inobhutnahme/Krisenintervention untergebracht. Hinzu
gekommen sind zwei Wohneinheiten außerhalb der Heimeinrichtung für Jugendliche ab 16 Jahren
(INTERIM).
Inobhutnahmen, Bereitschaftsbetreuungen, Kriseninterventionen
200

12.000
Fälle

Unterbringungstage

9.788

150

9.000
7.341

7.757

8.305
7.152

100

6.000

50

3.000

0

106

100

125

153

141

2011

2012

2013

2014

2015

0

Quelle: Fachverfahren GeDok

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Jahresbericht 2015

Eine vorläufige Unterbringung ist aber auch im Rahmen einer Hilfe zur Erziehung möglich, wenn
die Sorgeberechtigten einverstanden sind und einen Antrag auf Jugendhilfe stellen. Auch dabei
handelt es sich i. d. R. um eine Form der Krisenintervention und der Klärung eines etwaigen weiteren Hilfebedarfes.
Eine gleiche Regelung ist auch im Bereich der Unterbringungen von jüngeren Kindern in Bereitschaftsbetreuungsstellen möglich, die hier in Koblenz und Umgebung zur Verfügung stehen. Dort
kann es bei Bedarf zu einer Inobhutnahme oder zu einer Unterbringung im Rahmen einer Hilfe zur
Erziehung zum Schutz des Kindes und/oder zur Klärung des weiteren Vorgehens kommen.
Die Zahl der Inobhutnahmen nach § 42 SGB VIII im engeren Sinne hat sich von 81 Fällen auf 124
Fälle im Jahr 2015 deutlich erhöht. Dies hängt einerseits mit dem nach wie vor ungebrochenen
Bedarf der Überprüfung und Klärung von kindeswohlgefährdenden Situationen, aber auch
insbesondere mit den Entwicklungen im Bereich der UmAs (Unbegleiteten minderjährigen
ausländischen Kinder und Jugendlichen) zusammen.

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2.7

Mitwirkung in Verfahren vor den Familiengerichten (Produkt 3631)

Das Jugendamt hat nach § 50 SGB VIII die Aufgabe, das Familiengericht bei allen Maßnahmen,
die die Sorge für die Person von Kindern und Jugendlichen betreffen, zu unterstützen. Dieser Auftrag bezieht sich auf Verfahren nach dem Gesetz über das Verfahren in Familiensachen und in den
Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit (FamFG), wonach das Jugendamt nach § 50
Abs.1 mitzuwirken hat bei: Kindschaftssachen, Abstammungssachen, Adoptionssachen, sowie in
Einzelfällen bei Wohnungszuweisungen und Gewaltschutzverfahren. Aufgabe des Jugendamtes im
Rahmen der Mitwirkung ist es hauptsächlich, über angebotene und erbrachte Leistungen zu unterrichten, erzieherische und soziale Gesichtspunkte zur Entwicklung des Kindes oder des Jugendlichen einzubringen und auf weitere Möglichkeiten der Hilfe hinzuweisen.
Amtsvormundschaften und -pflegschaften
120
Bestellte Vormundschaften

Gesetzliche Amtsvormundschaften

Amtspflegschaften

Überprüfung von Vormündern

106

100
86
79

80

78

76
68

70

67

60
45

40
29
18

20
9

9

7

17
4

1

15
8

3

0
2011

2012

2013

2014

2015

Quelle: Fachverfahren GeDok

Das Familiengericht ist seitens des Jugendamtes stets auch dann einzuschalten, wenn es dessen
Tätigwerden zur Abwendung einer Gefährdung des Wohls des Kindes oder des Jugendlichen für
erforderlich hält (§ 8a Abs. 3 SGB VIII, Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung).
Im Jahr 2015 gab es mit einer Zahl von 314 Fällen im Bereich der Familien- und Vormundschaftsgerichtshilfen keine Veränderung gegenüber dem Jahr 2014. Bei den Stellungnahmen zu Sorgerechtsentzügen war 2014 mit 54 Fällen ein Höchststand im Vergleich mit den letzten Jahren zu
verzeichnen. Im Jahr 2015 hat sich diese Zahl auf 51 etwas reduziert.
Der Schwerpunkt der familiengerichtlichen Mitwirkung des Allgemeinen Sozialdienstes bezieht sich
insbesondere auf Anträge zu Regelungen des Umgangs- und Sorgerechts für Kinder und Jugendliche, wobei es sich gemäß Rechtslage hierbei fast ausschließlich um strittige Fälle handelt.

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Jahresbericht 2015

In einem Arbeitskreis „Kindschaftsrecht“ arbeiten seit mehreren Jahren verschiedene Professionen
zusammen. An den Zusammenkünften nehmen Vertreterinnen und Vertreter Koblenzer Beratungsdienste (freie Träger), der Anwaltschaft, des Amtsgerichts, des Oberlandesgerichts, des Kreisjugendamtes Mayen-Koblenz und des Jugendamtes der Stadt Koblenz teil. Es geht in diesem Arbeitskreis um einen fachspezifischen Gedankenaustausch, um die Weitergabe aktueller Informationen, um anonymisierte Fallbesprechungen, um die Diskussion methodischer Arbeitsansätze sowie
insbesondere auch um eine Verbesserung der Vernetzung der Professionen in der Zusammenarbeit.
Familien- und Vormundschaftsgerichtshilfen
400

Fälle von Familen- und Vormundschaftsgerichtshilfen
darunter Stellungnahmen zum Sorgerechtsentzug

345

300
281

282

39

39

32

2011

2012

2013

314

314

54

51

2014

2015

200

100

0

Quelle: Fachverfahren GeDok

Seite | 120

Hinweis: Die Auswertung berücksichtig Fallzahlen, nicht Personen

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Jahresbericht 2015

2.8

Jugendgerichtshilfe (Produkt 3631)

Nach den Bestimmungen des Jugendgerichtsgesetzes und auf der Grundlage des § 52 SGB VIII
wirkt das Jugendamt in Verfahren nach dem Jugendgerichtsgesetz in Form der Jugendgerichtshilfe
mit. Dies geschieht durch Beratung, Begleitung und Betreuung von straffälligen Jugendlichen und
jungen Volljährigen (14 bis 20 Jahre) sowie ihrer Familie vor, während und nach Ermittlungs- und
Jugendstrafverfahren. Das Jugendamt bringt darüber hinaus die erzieherischen und sozialen
Gesichtspunkte gegenüber der Staatsanwaltschaft und den Jugendgerichten ein und unterstützt
die beteiligten Fachbehörden durch Erforschung der Persönlichkeit, der Entwicklung und der
Umwelt der Beschuldigten. Erzieherische Hilfen, die im Rahmen eines Jugendgerichtsverfahrens
zustande kommen, sind durch die gesetzlichen Regelungen des § 36a SGB VIII in die
Steuerungsverantwortung des Jugendamtes gestellt worden.
Die Jugendgerichtshilfe ist seit der Regionalteambildung im Sommer 2013 organisatorisch den
Regionalteams zugeordnet. Aus fachlicher Sicht ist dies die Grundlage für eine neue Ausrichtung
der Jugendgerichtshilfe und einer damit verbundenen engeren Kooperation mit den ASD-Mitarbeiter/innen. Die Arbeit der Jugendgerichtshilfe soll mehr unter einem ganzheitlichen Ansatz gesehen,
Maßnahmen und Hilfen von Jugendgerichtshilfe und ASD aufeinander abgestimmt und das
Lebensumfeld von Kindern und Jugendlichen einbezogen werden.
Im Jahr 2015 haben die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Jugendgerichtshilfe, die Regionalteamleitungen und die Abteilungsleitung unter diesen Vorzeichen eine Konzeption der Jugendgerichtshilfe erstellt, in der die Grundlagen und Standards dieses Sachgebiets dargestellt und festgelegt sind. Sie wurde am 02.03.2016 vom JHA beschlossen.

Haus des Jugendrechts

Ein weiterer Baustein bei der Neuausrichtung der Jugendgerichtshilfe ist die Zusammenarbeit mit
dem Haus des Jugendrechts, das im Herbst 2014 errichtet wurde. Staatsanwaltschaft, Polizei,
Caritasverband, Job-Center und Arbeitsagentur sind im Haus des Jugendrechts präsent. Die
Jugendgerichtshilfe hat nicht ihren Dienstsitz dort. Mit den Kooperationspartnern wurden aber
verbindliche Absprachen zur künftigen Zusammenarbeit getroffen, die im Wesentlichen folgende
Zielsetzungen verfolgen:
Verbesserung der Verfahrensabläufe
zeitnahe und abgestimmte Reaktionen auf Straffälligkeit
Ausweitung des Maßnahmenspektrums, z.B. hinsichtlich der beruflichen
Eingliederung von straffällig gewordenen Jugendlichen
Verstärkung von Präventionsmaßnahmen und
Optimierung der fallunabhängigen Kooperation

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Jahresbericht 2015

Hierzu sind folgende Festlegungen getroffen:
Vierteljährliche Treffen zu Informationsaustausch und Absprachen, konzeptionelle
Weiterentwicklung der Zusammenarbeit, gegenseitige Hospitationen
Gemeinsame Entwicklung neuer Maßnahmen zur „passgenauen“ Reaktion auf
Delinquenz
Verstärkung der Zusammenarbeit von Jugendamt und Polizei im Bereich der
Prävention
Bündelung von Diversionsverfahren, Verfahrensbeschleunigung
Einführung von Fallkonferenzen, insbesondere bei Intensivtätern.
Begleitend hierzu ist die Staatsanwaltschaft zwischenzeitlich mit einem beratenden Sitz im
Jugendhilfeausschuss vertreten.
Die Statistik der Jugendgerichtshilfe ist eine Eingangsstatistik, d.h. die von der Staatsanwaltschaft
eingegangenen Verfahren sagen noch nichts über deren Ausgang aus. Daher sind die Jugendlichen und Heranwachsenden bis zur Verurteilung bzw. Einstellung des Verfahrens als „Tatverdächtige“ zu bezeichnen. Die Fallzahlen geben die Zahl der Verfahren, nicht die Zahl der Tatverdächtigen wieder.
Im Zuge der datentechnischen Erfassung der Jugendgerichtshilfe-Fälle seit 2007 lassen sich auch
Aussagen über die Beendigung der Verfahren machen. Diese Auswertung macht wiederum die
veränderte Verfahrenspraxis ab dem Jahr 2008 deutlich. Der Anteil der (bereits vorab von der
Staatsanwaltschaft) eingestellten Verfahren beträgt seither deutlich über 50%.
JGH-Verfahren
(nur Koblenzer Tatverd.)
1.500
1.393

Verfahren je 100
14 - 20jährige

Jugendgerichtshilfen in Koblenz

Jugendgerichtshilfen (Fälle aus Koblenz)
Jugendgerichtshilfen / Jahr gesamt
JGH pro 100 14 - 20jährige Koblenzer

1.457

1.200
1.189
19,6
900

1.031

30

24

1.237

1.060
963

1.015

1.024

1.079
18

16,2
14,2

13,1

600

13,7
12

6

300

0

0

2011

Seite | 122

2012

2013

2014

2015

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Jahresbericht 2015

Jugendgerichtshilfen 2015

Alle Tatverdächtigen

Delikt

männlich

weiblich

Summe

Anteile

(Keine Angabe)

16

1

17

1,6%

Aussagedelikte

5

1

6

0,6%

Bedrohung/Nötigung

26

7

33

3,1%

Beförderungserschleichung

18

11

29

2,7%

Beleidigung

67

22

89

8,2%

Betrug

56

24

80

7,4%

BTMG (Eigengebrauch)

80

15

95

8,8%

BTMG (Handel)

13

1

14

1,3%

155

70

225

20,9%

Fahren o. Fahrerlaubnis/Vers.

16

1

17

1,6%

Hausfriedensbruch

24

1

25

2,3%

Hehlerei

10

1

11

1,0%

Körperverletzung

180

36

216

20,0%

Notrufmissbrauch

7

-

7

0,6%

Raub

8

-

8

0,7%

Räuberische Erpressung

1

-

1

0,1%

58

9

67

6,2%

5

-

5

0,5%

36

14

50

4,6%

Strafvereitelung/falsche Anschuldigung

5

2

7

0,6%

Tötungsdelikte

1

-

1

0,1%

Unterschlagung

13

4

17

1,6%

Verkehrsdelikt

34

7

41

3,8%

Verstoß gegen Ausländergesetz

2

-

2

0,2%

Verstoß gegen das Pflichtversicherungsgesetz

1

-

1

0,1%

Verstoß gegen Urhebergesetz

1

-

1

0,1%

Verstoß gegen Waffengesetz

2

-

2

0,2%

12

-

12

1,1%

852

227

1.079

100%

Diebstahl

Sachbeschädigung
Sexualdelikt
Sonstiges

Widerstand gegen VSB
Gesamt
Quelle aller Angaben: Fachverfahren GeDok

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Jahresbericht 2015

2.9

Adoptionsvermittlungen (Produkt 3631)

Die Jugendämter der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz und der Städte Mayen, Andernach und Koblenz führen eine Gemeinsame
Adoptionsvermittlungsstelle (GAV), die ihren
Sitz in den Räumen der Kreisverwaltung
Mayen-Koblenz hat. Dort ist eine Halbtagskraft für den Bereich der Stadt Koblenz tätig. Die GAV übernimmt alle kommunalen
Aufgaben, die in den Zuständigkeitsbereich
einer Adoptionsvermittlungsstelle fallen:

Fallzahlen im
Zuständigkeitsbereich der GAV

2013 2014 2015

Bewerber-Beratung

9

4

11

Bewerber-Verfahren

2

-

1

Verwandtenadoption / Beratung

9

12

3

Adoptionspflege

3

6

1

Nachsorge einschl. Berichterstattung

2

-

2

Fachliche Äußerung

1

9

8

Vormundschaft bei Adoption

3

4

3

1

5

6

Beschluss
Information und Beratung
interessierter Bürger und
Bürgerinnen
Überprüfung von AdoptionsbewerberInnen
Beratung abgebender Eltern(teile)
Vermittlung von Kindern zu geeigneten Adoptiveltern
Begleitung des formalen Ablaufs eines Adoptionsverfahrens
Beratung, Begleitung und Stellungnahmen bei Stiefkindadoptionen und
Auslandsadoptionen

Nachforschungen zu älteren Adoptionsverfahren werden weiterhin im Jugendamt der Stadt Koblenz bearbeitet. Die Beteiligung des Jugendamtes in Adoptionsangelegenheiten ist durch das
Gesetz über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen
Gerichtsbarkeit (FamFG) geregelt. Adoptionssachen sind dem Familiengericht zugeordnet.
In Koblenz wird durch den Sozialdienst Katholischer Frauen im Übrigen eine weitere anerkannte
Adoptionsvermittlungsstelle geführt.

Seite | 124

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Jahresbericht 2015

2.10

Amtsvormundschaften, Amtspflegschaften, Beistandschaften, Beurkundungen,
Sorgeerklärungen (Produkt 3631)

2.10.1 Begriffsbestimmungen
Eine Ergänzungspflegschaft gem. § 1909 BGB wird auf Beschluss des
Familiengerichtes für Teile der elterlichen Sorge eingerichtet, wenn das Kind ansonsten
keinen gesetzlichen Vertreter (Sorgeberechtigten) für diesen Bereich hätte:
bei Ruhen von Teilen der elterlichen Sorge
Teilentzug der elterlichen Sorge bei Gefährdung des Kindeswohls
gemäß §1666 BGB
Die gesetzliche Amtsvormundschaft tritt kraft Gesetzes immer ein, wenn die Mutter
eines Kindes bei der Geburt noch minderjährig ist.
Die bestellte Amtsvormundschaft wird auf Beschluss des Familiengerichts eingerichtet,
wenn das Kind ansonsten keinen gesetzlichen Vertreter (Sorgeberechtigten) hätte:
bei Ruhen der elterlichen Sorge bei tatsächlichem Hindernis
(z.B. Inhaftierung, unbekannter Aufenthalt)
Tod des sorgeberechtigten Elternteils bzw. der Eltern
Entzug der elterlichen Sorge bei Gefährdung des Kindeswohls
gem. § 1666 BGB
wenn der Familienstand des Kindes nicht zu ermitteln ist
Beistandschaften werden auf Antrag eines allein erziehenden Elternteils beim
Jugendamt eingerichtet und bedürfen keines gerichtlichen Beschlusses.
Rechtsgrundlagen sind die §§ 55 und 56 SGB VIII sowie die §§ 1712 ff BGB.
Beurkundungen werden beim Jugendamt im Rahmen des § 59 SGB VIII vorgenommen.

2.10.2 Beistandschaften
Neben den statistisch erfassten Beistandschaften nehmen die Mitarbeiter gerade in der heutigen
Zeit verstärkt auch eine Beratungstätigkeit in Unterhaltsangelegenheiten und Unterstützung bei der
Umsetzung wahr. Die Beratung und Unterstützung wird fachlich auch als „kleine Beistandschaft“
bezeichnet.
Damit wird deutlich, dass für diese Tätigkeit nahezu alle Kenntnisse des Beistandschaftsbereichs
erforderlich sind, so dass beide Bereiche gleiche Wertigkeit genießen. Insbesondere erfolgt dies
bei Eltern, die sich Klarheit über eine Anerkennung der Vaterschaft oder auch über
unterhaltsrechtliche Fragen verschaffen möchten und sich selbst außergerichtlich einigen können
und wollen. Aufgrund der Zunahme dieser Beratungstätigkeit werden ab 2014 alle Fälle im
Fachverfahren dokumentiert.

Seite | 125

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Jahresbericht 2015

Seit dem 01.08.2015 gelten folgende Mindestunterhaltsbeträge:
Geburt bis 5. Lebensjahr
6. bis 11. Lebensjahr
12. bis 17. Lebensjahr

236 €
284 €
348 €

Bei der Kindergelderhöhung ab dem 01.01.2015 gilt für die Zeit vom 01.01.2015 bis zum
31.12.2015 die eingeschränkte Anrechnung nach Art. 8 Abs. 3 des „Gesetzes zur Nichtanrechnung
rückwirkender Erhöhungen des Kindergeldes vom 16.07.2015.
Ab dem 01.01.2016 erhöhen sich nochmals die Mindestunterhaltsbeträge:
Geburt bis 5. Lebensjahr
6. bis 11. Lebensjahr
12. bis 17. Lebensjahr

240 €
289 €
355 €.

Ab dem 01.01.2015 erhöhten* sich ebenfalls die Beträge des notwendigen Eigenbedarfs (Selbstbehalt) wie folgt:
Nicht erwerbstätige Unterhaltspflichtige
Erwerbstätige Unterhaltspflichtigen

von 800 €
von 1.000 €

auf nunmehr 880 €
auf nunmehr 1.080 €

Die Anzahl der Beratungen in Unterhaltssachen sowie zur Abgabe einer Sorgeerklärung nimmt
stetig weiter zu: Im Rahmen der Beistandschaft konnten im Jahr 2015 insgesamt 605.635,60 € an
Unterhaltszahlungen realisiert werden. Teilweise werden diese Gelder mit dem gezahlten Unterhaltsvorschuss bzw. geleisteten Sozialleistungen verrechnet und entlasten damit den entsprechenden Haushalt. Darüber hinaus kommen noch Unterhaltszahlungen hinzu, die von den Beiständen
realisiert und direkt vom Unterhaltsschuldner an das Kind geleistet werden.
Jahresverlaufszahlen im Rahmen der Beistandschaft
Fallart
Beistandschaft
Beratung
Pflegschaft
Fremde Zuständigkeit
Gesamt

Fallbestand
01.01.2015
379
114
1
494

Zugänge
2015
97
453
8
5
563

Fälle gesamt
476
567
9
5
1.057

Abgänge
2015
76
270
3
349

Fallbestand
31.12.2015
400
297
6
5
708

Datenquelle: GePlan, 127

*Anmerkung: Die Erhöhung beruht auf Koordinierungsgesprächen, die unter Beteiligung aller Oberlandesgerichte und der Unterhaltskommission des Deutschen Familiengerichtstages e.V. stattgefunden haben. Sie ergeben sich aus der Anmerkung 5 zur
Düsseldorfer Tabelle.

Seite | 126

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Jahresbericht 2015

Sorgerecht

Die Reform des Sorgerechts wurde im Bundesgesetzblatt veröffentlicht und trat am 19. Mai 2013
in Kraft. Ziel der Neuregelung des Sorgerechts ist es, unverheirateten Vätern den Zugang zum
Sorgerecht für ihre Kinder zu erleichtern. Bisher hatten unverheiratete Väter keine Möglichkeit,
gegen den Willen der Mutter ein gemeinsames Sorgerecht durchzusetzen.
Nach dem neuen Leitbild des Gesetzes sollen grundsätzlich beide Eltern die Sorge gemeinsam
tragen, wenn das Kindeswohl dem nicht entgegensteht. Im Mittelpunkt der Neuregelungen steht
somit stets das Kindeswohl. Künftig kann der Vater die Mitsorge in einem beschleunigten und ggf.
vereinfachten Verfahren dann erlangen, wenn die Mutter sich zu dem Antrag nicht äußert oder
lediglich Gründe vorträgt, die erkennbar nichts mit dem Kindeswohl zu tun haben, und dem Gericht
auch sonst keine kindeswohlrelevanten Gründe bekannt sind. Das Kindeswohl steht dabei stets im
Mittelpunkt.

Vaterschaftsfeststellungen, gerichtliche Klagen und Beurkundungen
Vaterschaftsfeststellungen …

2011

2012

2013

2014

2015

…insgesamt

88

81

181

105

121

... durch freiwilliges Anerkenntnis

70

62

165

96

108

... durch gerichtliche Entscheidung

17

19

16

9

13

Gerichtliche Anträge insgesamt

45

47

37

30

29

… auf Feststellung d. Vaterschaft

18

19

16

11

13

... Anfechtung der Vaterschaft

10

8

7

8

7

… in Unterhaltssachen

10

6

12

11

9

... auf Erlass einer einstweiligen Anordnung (Unterhaltssachen)

9

14

2

-

-

... Drittschuldnerklagen

-

-

-

-

-

2011

2012

2013

2014

2015

296

217

301

387

341

7

5

3

2

3

... Vaterschaftsanerkennung

13

16

13

7

18

... Unterhaltsverpflichtung

64

54

72

69

48

... Abänderung eines Titels

18

13

14

15

17

... Zustimmungserklärung zur Vaterschaftsanerkennung

22

21

19

9

11

122

91

164

196

157

50

41

90

89

87

darunter Anträge …

Beurkundungen …
… insgesamt
darunter… Vaterschaftsanerkennung mit Unterhaltsverpflichtung*

... Sorgeerklärung
... Vaterschaftsanerkenntnis mit Zustimmungserklärung

* Mehrfachnennungen möglich

Seite | 127

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Jahresbericht 2015

2.10.3 Amtsvormundschaften und Amtspflegschaften
Durch das Gesetz zur Änderung des Vormundschafts- und Betreuungsrechts vom 29.06.2011 wurden neue Maßregeln für die Führung von Pflegschaften und Amtsvormundschaften in den Jugendämtern gesetzlich verankert. So ist ein regelmäßiger persönlicher Kontakt des Vormunds/Pflegers
vorgeschrieben, der in der Regel einmal monatlich in der üblichen Umgebung des Mündels stattfinden soll. Der Vormund hat darüber hinaus die Pflege und Erziehung des Mündels persönlich zu
fördern und zu gewährleisten und hierüber dem Familiengericht zu berichten. Dieses beaufsichtigt
und überprüft die Einhaltung der persönlichen Kontakte. Ab dem 05.07.2012 ist eine Anhörpflicht
des Kindes/Jugendlichen zur Auswahl des Beamten oder Angestellten vorgesehen, der die Vormundschaft oder Pflegschaft übernehmen soll. Die Fallzahl der Vormundschaften und Pflegschaften wird auf maximal 50 Fälle pro Vollzeitkraft begrenzt.
Durch den massiven Anstieg von minderjährigen unbegleitenden Flüchtlingen entstanden auch
neue und große Herausforderungen für diesen Sachbereich. In 2015 wurde der Weg für eine
weitere Stelle bereitet, so dass es in 2016 vier Vollzeitstellen geben wird.
Diese Stellen sind mit sozialpädagogischen Fachkräften besetzt, die einerseits die rechtliche Vertretung der Mündel übernehmen und andererseits den persönlichen Kontakt mit den betreffenden
Kindern und Jugendlichen aufrechterhalten.
Dieser Sachbereich Vormundschaften/Pflegschaften erfährt seit mehreren Jahren eine kontinuierliche Weiterentwicklung, sowohl personell als auch konzeptionell. So wurden in Kooperation mit
benachbarten Jugendämtern z. B. Standards zur Optimierung der gesetzlich geforderten Besuchskontakte erarbeitet.

Amtsvormundschaften in Koblenz
150
Bestand am 01.01.

Neuzugänge

gesamt im Jahr

129

120

60

89

87

90

30

69

64

60

87

86

55

27

25

2011

2012

60

59

31

28

0

Seite | 128

2013

2014

2015

Amt für Jugend, Familie, Senioren und Soziales
Jahresbericht 2015

Amtspflegschaften in Koblenz
100
Bestand am 01.01.

Neuzugänge

gesamt im Jahr
82

81

75

68

50

50

65

54
45
32

36

36

25

17

2

2

4

4

0
2011

2012

2013

2014

2015

Quelle aller Angaben: eigene Erhebungen/Berechnungen

Seite | 129

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Jahresbericht 2015

2.11

Wirtschaftliche Jugendhilfe (Produkt 3631)

Der Sachbereich wirtschaftliche Jugendhilfe ist zuständig für die Prüfung der sachlichen und örtlichen Zuständigkeit, der Kostenerstattung zwischen den Jugendhilfeträgern, der Ermittlung der wirtschaftlichen Verhältnisse der Kinder und Jugendlichen, Volljährigen, Ehegatten und Lebenspartner
der jungen Menschen und der Eltern, sowie für die Erhebung der Kostenbeiträge durch Leistungsbescheid und die Geltendmachung von Ersatzleistungen. Weiterhin erfolgen von hier aus die Kostenübernahmeerklärungen an die Einrichtungen und Bescheiderteilungen an Eltern bzw. Sorgeberechtigte sowie die Zahlungen der monatlichen Entgelte, Kosten der Betreuungen und Pflegegelder.
Im Bereich der Jugendhilfe gelten besondere Regelungen bezüglich der örtlichen Zuständigkeit.
Anknüpfungspunkt bei der Prüfung der örtlichen Zuständigkeit ist in der Regel der „gewöhnliche
Aufenthalt“ der Eltern/Elternteile. Durch diese Regelungen werden Jugendämter für Fälle zuständig, obwohl die Eltern nicht in deren Bereich wohnen oder gewohnt haben. Bei der Gewährung von
Jugendhilfen (insbesondere stationärer Hilfen) ist die Zuständigkeit stets mit erheblichem finanziellem Aufwand verbunden. Durch die Sonderzuständigkeit für die auf Dauer angelegten Vollzeitpflegefälle führen Jugendämter oftmals Fälle nur aufgrund der Tatsache, dass die Pflegefamilien in
dessen Bereich wohnen. Zum Ausgleich derartiger Kostenverlagerungen wurden die §§ 89 bis 89
h SGB VIII im Gesetz aufgenommen. Sie gewähren in derartigen Fällen dem örtlich zuständigen
Jugendhilfeträger einen Kostenerstattungsanspruch gegenüber den anderen Jugendämtern oder
dem überörtlichen Jugendhilfeträger.
Werden Leistungen über Tag und Nacht außerhalb des Elternhauses erbracht, so wird das
Kindergeld neben dem Kostenbeitrag aus dem Einkommen vom dem kindergeldberechtigen
Elternteil gefordert. Die Höhe des darüber hinaus zu zahlenden Kostenbeitrages richtet sich nach
der Kostenbeitragsverordnung. Daneben werden auch zweckgleiche Leistungen wie Waisenrenten
oder BAB-/BaFöG-Leistungen während einer stationären laufenden Jugendhilfemaßnahme
vereinnahmt. Die Kostenerstattung des Landes als überörtlicher Jugendhilfeträger nach § 26
AGKJHG hat sich von ursprünglich mit 25 % weiterhin auf aktuell 12,48 % verringert.
Gesamtausgaben von 15.458.111 € - davon erstattungsfähige Leistungen 1.010.333 € - stehen
folgende Einnahmen gegenüber:
Erstattung Jugendhilfe durch das Land

1.555.099 €

Erstattung Jugendhilfe durch das Land in Einzelfällen

148.719 €

Erstattung Jugendhilfe anderer Träger

677.260 €

Erstattung anderer Träger junge Volljährige
Kostenbeiträge / Leistungen von Sozialleistungsträgern
Summe Erstattungen
Quelle: Fachverfahren GeDok

Seite | 130

23.655 €
478.763 €
2.883.496 €

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Jahresbericht 2015

Eine besondere Herausforderung zum Ende des Jahres war das Inkrafttreten des Gesetzes zur
Verbesserung der Unterbringung, Versorgung und Betreuung ausländischer Kinder und Jugendlicher, welches kurzfristig zum 01.11.2015 in Kraft getreten ist. Bezüglich der Kostenerstattung für
die unbegleiteten ausländischen Minderjährigen haben wir es seit der Neuregelung mit „Altfällen“
zu tun, in denen noch ein kostenerstattungspflichtiger überörtlicher Träger im Bundesgebiet bestimmt wird und mit „Neufällen“ ab dem 01.11.2015, in denen zukünftig immer das Landesamt für
Soziales, Jugend und Versorgung die Kosten in voller Höhe erstattet. Als Abschlagzahlung für
2016 wurde vom Landesamt bereits ein Betrag von 196.000 € zur Verfügung gestellt. Für sogenannte Tagesfälle, in denen ein unbegleiteter ausländischer Minderjähriger innerhalb von 3 Tagen
Koblenz wieder verlässt, erhält das Stadtjugendamt neben der Erstattung der entstandenen Kosten noch eine Tagespauschale von 300 €.
Aufgrund der Besonderheiten bei der Hilfegewährung und dem Abrechungsverfahren fand ab Januar 2016 im Bereich der wirtschaftlichen Jugendhilfe eine Spezialisierung mit einem Stellenanteil
von insgesamt 0,75 statt. Hiervon wurden 0,5 Stellen zusätzlich speziell für die unbegleiteten ausländischen Minderjährigen zur Verfügung gestellt.
Für unbegleitete ausländische Minderjährige wurden im Jahr 2015 insgesamt 95 Leistungen mit
einem Kostenvolumen von etwas über 500.000 € erbracht.

2.11.1 Pflegegeld
In seiner Sitzung am 22. September 2014 hat der Landesjugendhilfeausschuss die Übernahme
der erweiterten Empfehlungen des Deutschen Vereins für die Bemessung der monatlichen
Pauschbeträge in der Vollzeitpflege beschlossen. Erstmals erfolgte hierbei auch die Änderung des
Zuschnitts der Altersgruppen. Die Festsetzung folgender Beträge gilt seit dem 01. Oktober 2014
wie folgt:
Vollzeitpflege (§ 33 SGB VIII)
für Kinder im Alter von:

0 bis 5 Jahre

6 bis 11 Jahre

12 bis 18 Jahre

18 Jahre u.
älter

Kosten für Sachaufwand

504 €

584 €

671 €

671 €

Kosten für Pflege und Erziehung

235 €

235 €

235 €

235 €

summierter Höchstbetrag

739 €

819 €

906 €

906 €

Zusätzlich sind für eine Pflegeperson die Hälfte der nachgewiesenen Aufwendungen für Beiträge
zu einer angemessenen Alterssicherung von höchstens 42,53 € monatlich und für eine Unfallversicherung von maximal 137,94 € im Jahr zu übernehmen.

Seite | 131

Amt für Jugend, Familie, Senioren und Soziales
Jahresbericht 2015

2.11.2 Leistungen zum Unterhalt junger Menschen in Einrichtungen
Der Barbetrag zur persönlichen Verfügung (Taschengeld) wurde vom Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung - Landesjugendamt - am 28. September 2015 mit Wirkung ab 01.10.2015
neu festgesetzt.
Monatlicher Barbetrag zur persönlichen Verfügung
Alter

Betrag

Alter

Betrag

Alter

Betrag

im 5. Lebensjahr (4 Jahre)

4,90 € im 10. Lebensjahr (9 Jahre)

15,50 € im 15. Lebensjahr (14 Jahre)

44,60 €

im 6. Lebensjahr (5 Jahre)

6,70 € im 11. Lebensjahr (10 Jahre)

21,40 € im 16. Lebensjahr (15 Jahre)

48,60 €

im 7. Lebensjahr (6 Jahre)

11,40 € im 12. Lebensjahr (11 Jahre)

23,70 € im 17. Lebensjahr (16 Jahre)

52,10 €

im 8. Lebensjahr (7 Jahre)

13,00 € im 13. Lebensjahr (12 Jahre)

27,90 € im 18. Lebensjahr (17 Jahre)

56,90 €

im 9. Lebensjahr (8 Jahre)

14,40 € im 14. Lebensjahr (13 Jahre)

33,30 € als Volljährige

62,60 €

Erhöhter Barbetrag*
Alter

Betrag

Alter

im 16. Lebensjahr (15 Jahre)

57,90 €

im 18. Lebensjahr (17 Jahre)

im 17. Lebensjahr (16 Jahre)

70,10 €

als Volljährige

Betrag
81,20 €
103,70 €

*Anm.: Jugendliche ab dem 16. Lebensjahr/junge Volljährige, die nach neun Schuljahren eine Schule weiter besuchen, an einer
berufsvorbereitenden Maßnahme teilnehmen oder Einkommen aus Ausbildungs- und Arbeitsvergütung erzielen, haben Anspruch auf
einen erhöhten Barbetrag zur persönlichen Verfügung

Seite | 132

Amt für Jugend, Familie, Senioren und Soziales
Jahresbericht 2015

3

Planungsaufgaben

3.1

Jugendhilfeplanung (Produkt 3641)

3.1.1

Kindertagesstätten-Bedarfsplanung

Am 2. Juni 2015 hat der Jugendhilfeausschuss die Kita-Bedarfsplanung für den Zeitraum 2015/16
beschlossen. Anders als im Vorjahr konnte die Beschlussfassung über das daraus resultierende
Maßnahmenpaket aber nicht abschließend im Fachausschuss erfolgen, da hiermit zusätzliche
investive Projekte verbunden waren, die sich auf den städtischen Haushalt auswirkten. Hintergrund
hierfür waren vor allem die Bedarfe zur Schaffung von Ersatz- und Neubauten von Kindertagesstätten in freier Trägerschaft in den Stadtteilen Karthause, Asterstein und Horchheimer Höhe. So
beschloss nach vorheriger Beratung in der AG Kita und im Jugendhilfeausschuss letztlich wiederum der Stadtrat in seiner Sitzung am 18. Dezember 2015 das Maßnahmenpaket zur Kita-Bedarfsplanung 2015/16.
Entwicklung von Kita-Plätzen in Koblenz
(Bestands- und Planungsdaten)
2.500

2.311

Bestand 01.08.2007
Bestand 31.12.2015
1.899

2.000

1.833

1.806

1.899

Beschluss/Planung bis
01.08.2017

1.500
1.048

1.000

476

500

549

482

142

558
438

434

444

128

0
Krippen-Plätze

Quelle: eigene Erhebung

Teilzeit-Kiga

Ganztags-Kiga

darunter für 2-jähr.

Hort-Plätze

Querverweis: Kapitel II.2.3.1

Mit den nunmehr noch erforderlichen Anpassungen bei der Angebotsstruktur wurden – im Vergleich zum Bestand am 31.12.2015 – aufsaldiert nochmals zusätzlich 27 Kindergartenplätze (dabei
entstehen durch interne Umstrukturierungen 76 neue Plätze für 2-jährige Kinder), 73 Krippenplätze
sowie weitere 10 Hortplätze verbindlich beschlossen.
Die Stadt Koblenz kommt beim Ausbau der Betreuung für Kleinkinder auch deshalb gut voran, weil
freie Träger und zunehmend auch Betriebe und Behörden bereit sind, hier mit der Stadt zusammenzuarbeiten. Seither konnten betriebliche Einrichtungen durch das Bistum Trier, durch die
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Jahresbericht 2015

Compu-Group, das Klinikum Marienhof, an der Hochschule und der Universität Koblenz, am Klinikum Kemperhof sowie am Bundeswehr-Zentralkrankenhaus eingerichtet bzw. erweitert werden.
Weitere Betriebe und Organisationen stehen im Kontakt mit dem Jugendamt, um ebenfalls betriebliche Betreuungsplätze zu schaffen. Dies alles zeugt auch von einem erfolgreichen Wirken des
Koblenzer Bündnisses für Familie zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
Der aktuelle Kita-Bedarfsplan steht zum Download auf der Internetseite der Stadt Koblenz unter
http://www.koblenz.de/bilder/kita-plan2015-2016.pdf bereit.

3.1.2

Berichtswesen in der offenen und mobilen Jugendarbeit

Das Berichtswesen im Aufgabenfeld „offene/mobile Jugendarbeit“ besteht seit 2005. Jährlich werden die Erhebungsbögen zu vorab festgelegten Zeiträumen von den KollegInnen ausgefüllt und
durch die Jugendhilfeplanung ausgewertet. Dadurch entstehen dauerhafte Informationen über die
Besucherstruktur in den Einrichtungen der offenen und mobilen Jugendarbeit in Koblenz.
Hochgerechnete Besucherzahlen in der offenen Jugendarbeit
40.000
Besuchertage/Jahr in Jugendtreffs

30.000

Besuchertage/Jahr in Jugendhäusern

13.178
15.224

8.283
8.932

10.571

20.000

24.992

10.000

24.934

21.582

20.383

18.469

0
2011

Quelle: eigene Erhebung

2012

2013

2014

2015

Querverweis: Kap. 2.2.1

Oben stehende Grafik zeigt die Entwicklung der hochgerechneten Besucherzahlen auf das ganze
Jahr, unterschieden nach hauptamtlich geleiteten Jugendhäusern einerseits und ehrenamtlich geleiteten, aber hauptamtlich begleiteten dezentralen Jugendtreffs andererseits.
Im Jahr 2010 wurde vom Jugendhilfeausschuss (JHA) eine aktualisierte Prioritätenliste für die offene Jugendarbeit in Koblenz beschlossen, die in der Arbeitsgemeinschaft offene und mobile Jugendarbeit vorbereitet wurde und über deren Umsetzung kontinuierlich im JHA berichtet werden
soll.
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Jahresbericht 2015

In den Jahren 2014 und 2015 wurde mit dem Sachbereich Kinder- und Jugendförderung des
Jugendamts intensiv an einer einrichtungsübergreifenden Konzeption für den Aufgabenbereich der
offenen und mobilen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bzw. jungen Volljährigen gearbeitet.
Diese befand sich zum Jahresende noch in der verwaltungsinternen Abstimmung und lag daher
noch nicht in einer beschlussreifen Fassung vor.

3.1.3

Einzelfallbezogene Hilfen des Jugendamts

Wie alljährlich wurden auch im Frühjahr 2015 die einzelnen Daten für das landesweite Berichtswesen an das Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz e.V. (ISM) übermittelt. Das ISM
stellt den Jugendämtern seinerseits umfängliche Berichte zur Entwicklung der Fall- und Kostendaten im landesweiten Kontext zur Verfügung. Trotz hoher Fallzahlen – insbesondere in den ambulanten Hilfen und bei den Interventionen zum Kindesschutz – stand die Stadt Koblenz im
Berichtsjahr 2014 kostenmäßig bei den erzieherischen Hilfen im interkommunalen Vergleich erneut
relativ günstig da.
Seit 2011 arbeitet der Stelleninhaber für die Jugendhilfeplanung in einer Arbeitsgruppe beim ISM
mit, die sich mit den Datenstrukturen für die jährliche Erhebung zum landesweiten Berichtswesen
befasst. Die Arbeitsgruppe wurde im Jahr 2015 vom ISM zur Fortschreibung der Erhebungsmethodik einberufen. Schwerpunkt hierbei war die Integration von Berichtsmerkmalen für unbegleitete
ausländische Minderjährige.
Auch für das amtsinterne vierteljährliche Berichtswesen über die Entwicklung von Hilfen und Kosten im Bereich des Kommunalen Sozialdienstes/der wirtschaftlichen Jugendhilfe zeichnet die Jugendhilfeplanung federführend verantwortlich. Im Jahr 2015 wurde der Personenkreis, der sich
bislang aus den Leitungskräften des Jugendamts für den KSD bzw. die WJH zusammensetzt, um
den Controller des Hauptamts für den Bereich Jugend und Soziales erweitert. In diesem Rahmen
wurden und werden auch die landesweiten Daten betrachtet und kommentiert.
Des Weiteren analysiert die Jugendhilfeplanung jährlich die Fallzahlenentwicklung im Allgemeinen
Sozialdienst und in den Jugendgerichtshilfen auf kleinräumiger Ebene. Zusammen mit so genannten „Belastungsindikatoren“ für die Sozialräume dienen diese als Grundlage für eine Fortschreibung der Bezirkszuschnitte, sowohl für die Regionalteams insgesamt wie auch für die einzelnen
ASD-Bezirke.
Querverweis: Kapitel II.2.4

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Jahresbericht 2015

3.1.4

Frühe Hilfen, Familienbildung und Kita!Plus

Nach einer Neukonzipierung der Familienbildung in Koblenz und der
Beteiligung einer 5. Koblenzer Kindertagesstätte am Landesprogramm
Kita!Plus waren insbesondere die nachhaltige Sicherung eines Lotsendienstes Frühe Hilfen in Koblenz Schwerpunkt der Aktivitäten. Mit den
drei Schwangerenberatungsstellen in Koblenz (pro familia, Diakonisches Werk, Sozialdienst katholischer Frauen) wurde das System
entwickelt und zur Umsetzung gebracht. Hierbei war und bleibt auch die Öffentlichkeitsarbeit ein
nicht zu unterschätzender Beitrag zur Verbesserung des Hilfeangebots. Das abgebildete Logo soll
daher die Wiedererkennung des Lotsendienstes unterstützen.
Querverweis: Kapitel II.2.4.2

3.1.5

Arbeit des Jugendamts mit Menschen und Familien mit Migrationshintergrund

Nach den eher allgemeinen Aufgabenstellungen der Vorjahre für die Jugendhilfeplanung konkretisierte sich der Auftrag für das Jahr 2015 unter der o.g. Rubrik darauf, zum einen die Anforderungen an das Jugendamt im Zusammenhang mit den Zuzug unbegleiteter ausländischer Minderjähriger (umA) bedarfsplanerisch zu organisieren und zum anderen, die sich aus dem Zuzug von
Flüchtlingsfamilien ergebenden Bedarfe zur Betreuung von Kindern in Kindertagesstätten und
Kindertagespflege in der Kita-Bedarfsplanung mit zu berücksichtigen.
Zum Themenkreis Hilfen für umA fanden mehrere Treffen mit den umliegenden Jugendämtern
statt, die ursprünglich eine Versorgungsregion Rheinland-Pfalz-Ost mit einem „Schwerpunktjugendamt“ bei der Stadt Koblenz bilden sollten. Von Beginn an stellte sich dabei die Frage, mit
wie vielen jungen Menschen in der Versorgungsregion zu rechnen sein dürfte und wie viele Hilfen
und Betreuungsplätze diese dann benötigen. Dabei wurde zunächst ein regionales Modell entwickelt, das auf Annahmen bzgl. Übergangsquoten von der einen zur anderen Hilfeform beruhte.
Nachdem das Land das Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz (ISM) mit einer eigenen
Analyse beauftragt hatte, wurde dieses dann für die weitere Bedarfskalkulation übernommen. In
einem zweiten Schritt stellten die Fachkräfte der Jugendhilfeplanung eine Übersicht an bestehenden und geplanten Unterbringungsmöglichkeiten für umA zusammen, die zunächst für die gesamte
Versorgungsregion erstellt wurde. Inzwischen wird diese allerdings ausschließlich für eine örtliche
Übersicht an verfügbaren Unterkunftsplätzen genutzt.
Die Berücksichtigung der Betreuungsbedarfe für Kinder aus Flüchtlingsfamilien stellt ein ebenso
schwieriges Planungsgeschehen dar. Auch hier ist schon eine Prognose der voraussichtlichen Entwicklung der Anzahl der Familien und der Kinder kaum möglich, da sie von zu vielen Unwägbarkeiten abhängt. Auch die Information, wie lange sich Flüchtlingsfamilien in Koblenz an welchen Orten
aufhalten, ist ebenso fragil wie die, welche Betreuungsbedarfe sie für ihre Kinder haben. Dabei

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Jahresbericht 2015

können Angebote zur Kinderbetreuung nicht nur entlastend wirken, sondern ggf. Familien in bestimmten Situationen auch überfordern. Es bedarf daher einer ständigen Beobachtung, wie und
unter welchen Voraussetzungen bereits installierte Angebote angenommen werden. Dies wird
auch über 2015 hinaus eine Daueraufgabe für die Fachkräfte der AG Kindertagesbetreuung und
hier insbesondere der Unter-AG Interkulturelle Arbeit sein. Im Jahr 2015 konnten an den beiden
städtischen Kitas „Zauberland“ (Rübenach) und „Pusteblume“ (Neuendorf) zwei sog. Ausbaugruppen für Flüchtlingskinder eingerichtet werden.
Querverweis: Kapitel II.2.1

3.1.6

Förderprogramm Soziale Stadt

Die Aktivitäten bezogen sich im Jahr 2015 zum einen auf die Begleitung und Teilnahme an der
Lenkungsgruppe des Quartiersmanagements in Koblenz-Lützel, zum anderen auf die Beteiligung
am Gesamtkonzept des neuen Fördergebiets Koblenz-Neuendorf.
Im Jahr 2015 konnte nach langer Zeit endlich ein Fortschritt bei den Bemühungen um ein Bürgerzentrum für den Stadtteil Lützel erzielt werden. Der Vertrag über die Errichtung und den Betrieb
wurde zwischen den Vertragspartnern (Stadt Koblenz und Kath. Kirchengemeinde St. Antonius, mit
Beteiligung des Bistums Trier) unterzeichnet und der Bauantrag konnte darauf hin gestellt werden.
Der Träger hat für den Aufbau der inhaltlichen Tätigkeiten des Bürgerzentrums auch bereits eine
sozialpädagogische Fachkraft eingestellt.
Im Fördergebiet Koblenz-Neuendorf fanden die ersten Aktivitäten zur Beteiligung der Bewohnerschaft am Integrierten Stadtteilentwicklungskonzept statt. Federführend wird diese durch das Amt
für Stadtentwicklung und Bauordnung bearbeitet und durch ein Planungsbüro vorbereitet. Parallel
hierzu fanden Besprechungen und Begehungen mit der Koblenzer WohnBau über ein Raumkonzept für die soziale Infrastruktur in der Großsiedlung Neuendorf statt, die in das Entwicklungskonzept eingeflossen sind. Diese Maßnahmen stehen in der Federführung der Jugendhilfeplanung.

3.1.7

Organisatorische Einbindung der Jugendhilfeplanung im Jahr 2015
Mitarbeit an der Landesarbeitsgemeinschaft Jugendhilfeplanung und dem regionalen
Arbeitskreis der JugendhilfeplanerInnen
Mitwirkung in der Arbeitsgruppe der JugendhilfeplanerInnen beim Institut für
Sozialpädagogische Forschung Mainz (ISM) e.V. zur Begleitung des landesweiten
Berichtswesens über die Hilfen zur Erziehung
Teilnahme am Jugendhilfeausschuss und dessen Arbeitsgruppen
(u.a. Federführung der AG Jugendhilfeplanung gem. § 4 Abs.1 AGKJHG, Teilnahme an
der AG Kita und der AG Spielflächen des JHA) sowie an Sitzungen des Sozialauschusses

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Jahresbericht 2015

Federführung für die Arbeitsgemeinschaften „Kindertagesbetreuung (TaB)“ und
„Erziehungshilfen“ (jeweils nach § 78 SGB VIII)
Mitarbeit in der Steuerungsgruppe zur gemeinsamen kommunalen Teilhabeplanung mit
der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz
Mitarbeit in der Lenkungsgruppe des Quartiermanagements Koblenz-Lützel
Mitarbeit in der AG Frühe Hilfen und in der Steuerungsgruppe des Koblenzer „Netzwerks
Kindeswohl“
Koordination der Aufgaben in der Stabsstelle Planung und Programme des Amtes
Federführung für das verwaltungsinterne Controlling zu Hilfen zur Erziehung und
sonstigen KSD-Hilfen
Beratung von und Gespräche mit freien Trägern der Jugendhilfe zur bedarfsgerechten
Weiterentwicklung von Konzepten
Beteiligung an der vorbereitenden und verbindlichen Bauleitplanung (Anregungen und
Stellungnahmen für das Jugendamt als Träger öffentlicher Belange nach dem BauGB)
Berücksichtigung familienbezogener Infrastruktur bei Bauvorhaben

3.2

Sozialplanung / Sonstige soziale Hilfen und Leistungen
(Produkt 3511)

Den Themenschwerpunkt in der Sozialplanung im Jahr 2015 bildete die Erstellung des Kommunalen Aktionsplanes im Rahmen der Kommunalen Teilhabeplanung für Menschen mit körperlicher
und/oder geistiger Behinderung. Im Bereich Pflegestrukturplanung hatte die Erstellung eines Konzeptes zur Umsetzung des Modellprojektes der Landesregierung Gemeindeschwester plus eine
herausragende Bedeutung.
Außerdem wurde das Konzept für die Neuauflage des Berichtes zur wirtschaftlichen und sozialen
Lage der Stadt Koblenz überarbeitet und im Sozialausschuss vorgestellt. Zum Dezember des Jahres 2015 konnte im Bereich Sozialplanung eine halbe Stelle zur Bearbeitung dieses Konzeptes
wieder besetzt werden.

3.2.1

Kommunale Teilhabeplanung für Menschen mit körperlicher und/oder geistiger
Behinderung des Landkreises Mayen-Koblenz und der Stadt Koblenz

Anlass und Grundlage der kommunalen Teilhabeplanung bildet das Übereinkommen der Vereinten
Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen. Bürgerinnen und Bürger sollen aufgrund ihrer Behinderung nicht benachteiligt werden und gleichermaßen am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.

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Jahresbericht 2015

Leitziel der kommunalen Teilhabeplanung ist die Erhaltung und Förderung der Teilhabe von Menschen mit körperlichen und/oder geistigen Behinderungen im Landkreis Mayen-Koblenz und in der
Stadt Koblenz.
Teil des Abschlussberichtes zur Kommunalen Teilhabeplanung, der im Januar 2014 veröffentlicht
wurde, waren zehn Handlungsempfehlungen, die das mit der Planung beauftragte Büro transfer
den Verwaltungen vorschlug. In Handlungsempfehlung (1) wurde die Erstellung eines Aktionsplanes für die Region vorgeschlagen, dem die Handlungsempfehlungen, der Landesaktionsplan und
die UN-Behindertenrechtskonvention als Grundlagen dienen sollten. Hierzu wurde entsprechend
der Handlungsempfehlung 2 eine gemeinsame „Arbeitsgruppe Kommunale Aktionspläne“ gegründet. Die Federführung bei der Erstellung der Kommunalen Aktionspläne liegt wie in den Vorjahren
weiterhin bei der Steuerungsgruppe, die sich aus MitarbeiterInnen der Sozialverwaltungen der
Stadt Koblenz und des Landkreises Mayen-Koblenz zusammensetzt.
Aufgabe der Arbeitsgruppe Kommunale Aktionspläne ist es, Meilensteine, Ziele und konkrete Maßnahmen für die Stadt Koblenz im Rahmen eines Aktionsplanes zu entwickeln. Dabei steht die Erhaltung und Förderung der Teilhabe von Menschen mit körperlicher und/oder geistiger Behinderung im Fokus. Die Handlungsfelder des kommunalen Aktionsplanes für die Stadt Koblenz bzw.
den Landkreis Mayen-Koblenz ergeben sich aus den Handlungsempfehlungen des Abschlussberichtes der Kommunalen Teilhabeplanung: Arbeit, Wohnen, Barrierefreie Kommunikation, Kultur,
Sport und Freizeit.
Folgende Institutionen sind in der AG KAP vertreten:
Stadtverwaltung Koblenz und Kreisverwaltung Mayen-Koblenz
(Vorsitz in der AG "Kommunale Aktionspläne" im Wechsel, Gemeinsame
Federführung)
Andere Behörden:
- Ministerium für, Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie (MSAGD)
- Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung (LSJV)
- Prüfbehörde nach dem Landesgesetz über Wohnformen und Teilhabe (LWTG)
Behindertenbeauftragte der Stadt Koblenz und des Landkreises Mayen-Koblenz
Vertreterinnen und Vertreter der Bewohnerbeiräte und Nutzer ambulanter Dienste
Vertreterinnen und Vertreter von in der Region angesiedelten Diensten und
Einrichtungen
Vertreterinnen und Vertreter der Werkstatträte
Angehörige von Menschen mit Behinderungen
In einem ersten Schritt der Entwicklung der Aktionspläne trafen sich die benannten Akteure zu insgesamt sieben Sitzungen der Arbeitsgruppe Kommunale Aktionspläne. Gemeinsam erarbeitete
diese Arbeitsgruppe 50 Ziele und Maßnahmen für die Region. Diese wurden in einem Aktionsplan
zusammengefasst und Ende 2015 von allen politischen Gremien beschlossen.
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Jahresbericht 2015

Die Arbeit an der Umsetzung der verschiedenen Maßnahmen hat bereits begonnen und wird in
2016 fortgesetzt. Unter anderem ist eine Version des Aktionsplanes in leichter Sprache in Arbeit,
die in den kommenden Monaten veröffentlicht werden soll. Im Herbst 2016 findet ein erneutes Treffen der Arbeitsgruppe Kommunale Aktionspläne statt, um einen Überblick über den Stand der Umsetzung einzelner Maßnahmen zu bekommen und um über den Umgang mit weiteren Themen für
den Aktionsplan zu sprechen.

3.2.2

Pflegestrukturplanung

Im Frühjahr 2015 hat sich die Stadt Koblenz um das Modellprojekt der Landesregierung „Gemeindeschwester plus“ beworben und wurde für eine Teilnahme daran ausgewählt. Das Modellprojekt
ging zum 01.07.2015 an den Start und wird vom Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und
Demografie für einen Zeitraum von dreieinhalb Jahren zu 100% gefördert.
Bei dem Modellprojekt Gemeindeschwester plus handelt es sich um „ein neues Angebot für hochbetagte Menschen, die noch keine Pflegestufe haben, sondern Unterstützung und Beratung in
ihrem aktuellen Lebensabschnitt“ benötigen. „Das Projekt trägt unter dem Aspekt des Kümmerns
erkennbarem Unterstützungsbedarf vieler alter Menschen Rechnung. „Wichtig ist, dass die Gemeindeschwester plus nicht zu Fragen der Pflege berät und keine Leistungen erbringt, die bereits
heute von ambulanten Pflegediensten oder anderen geeigneten Anbietern erbracht und von den
Pflegekassen finanziert werden“ (Homepage MSAGD). Die wissenschaftliche Begleitung erfolgt
durch das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung (dip) mit Sitz in Köln. Bis zum
01.11.2015 wurden in sieben Landkreisen und kreisfreien Städten 17 Fachkräfte eingestellt.
Für die Stadt Koblenz wurde das Einsatzgebiet der Gemeindeschwester plus auf die Stadtteile
Karthause-Flugfeld und Goldgrube eingegrenzt. Diese beiden Stadtteile wurden ausgewählt, da an
diesen Orten überdurchschnittlich viele Menschen leben, die über 80 Jahre alt sind, von denen
darüber hinaus viele einen Migrationshintergrund haben und/oder von Altersarmut betroffen sind.
In der Stadt Koblenz begann die Implementierungsphase des Projekts mit der Erstellung der Konzeption und deren Vorstellung bei der konstituierenden Sitzung der begleitenden Projektgruppe im
November 2015. Die Projektgruppe besteht aus cirka 30 Personen, die in die Umsetzung des Projekts auf unterschiedliche Weise involviert sind. Viele davon sind Netzwerkpartner, aber auch Vertreter/innen der Pflegestützpunkte und der Pflegekassen gehören dazu.

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Jahresbericht 2015

3.2.2.1 Gremien und Arbeitsgemeinschaften
Auch im Jahr 2015 verfolgte die Sozialplanung die Entwicklungen im Bereich der Pflegestrukturplanung und arbeitete regelmäßig in folgenden regionalen und überregionalen Arbeitsgemeinschaften und Konferenzen mit:
Regionale Pflegekonferenz der Stadt Koblenz
Landesarbeitsgemeinschaft Pflegestrukturplanung des Landesministeriums für
Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demographie (MSAGD)
Praxistreff Pflegestrukturplanung der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in
Rheinland-Pfalz (LZG e.V.)
Arbeittreffen der Projektverantwortlichen im Modellprojekt „Gemeindeschwester
plus“

3.2.2.2 Routineabfragen
Auch in 2015 wurde die Routineabfrage zur Situation im Bereich der stationären Pflege von Senioren und Seniorinnen in Kooperation mit der kommunalen Statistikstelle der Stadt Koblenz durchgeführt. Es handelt sich dabei um eine jährliche Abfrage der Belegungsstruktur im Bereich der
stationären Pflege mit dem Stichtag der Bundespflegestatistik am 15.12 eines Jahres.

3.2.3

Bericht zur wirtschaftlichen und sozialen Lage

Der im Jahr 2011 veröffentlichte „Bericht zur wirtschaftlichen und sozialen Lage“ soll beschlussgemäß alle fünf Jahre aktualisiert werden. Die Fachstelle Sozialplanung war von Mitte 2011 bis
Ende 2012 mit einer Vertretungskraft und im Anschluss daran mit lediglich einer Halbtagsstelle
besetzt, die vorrangig mit den o.g. Aufgaben der Kommunalen Teilhabeplanung und der Pflegestrukturplanung befasst war. Daher konnte ein Fortschreibungskonzept und insbesondere die
inhaltliche Arbeit an der Fortschreibung bislang nicht umgesetzt werden.
Im Jahr 2015 wurde eine zusätzliche Halbtagsstelle für die Sozialplanung, Schwerpunkt „Sozialberichterstattung“, eingerichtet und ab Dezember 2015 auch personell besetzt. Somit wird die
Fortschreibung des Berichts im Jahr 2016 auf Grundlage der Daten bis zum Jahr 2015 erfolgen.

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Jahresbericht 2015

3.3

Öffentlichkeitsarbeit, Statistik, Controlling

3.3.1

Öffentlichkeitsarbeit
Erstellung verschiedener Fachpublikationen und Dokumentationen für die
Bereiche Jugend und Familie (Aktualisierung der Konzeptionen der städtischen
Kitas, Gestaltung des Jahresberichtes, Hausordnung JuBüZ u.a.m.)
Gestaltung von Titelseiten zu diversen Publikationen
(„Kindertagesstätten in Koblenz“, „Kindertagesstätten-Bedarfsplanung“ etc.)
Erstellung von Präsentationen
Reden, Grußworte und Laudationes
Planung, Organisation und Durchführung des jährlichen Jugend- und
Sozialempfangs
Recherchearbeiten zur Verleihung der Ehrennadel für soziales Engagement der
Stadt Koblenz durch den Oberbürgermeister und die Bürgermeisterin
Foto-Dokumentationen verschiedener Fachtagungen und Veranstaltungen
(Seniorenveranstaltungen, Pressekonferenzen, Stadtranderholung,
Kindertagesstätten etc.)
Begleitung der Seniorenveranstaltungen des Amtes
Pflege des Internetauftritts des Amtes und des „Koblenzer Online Beratungs- und
Informations-Guides“ (KOBIG)
Erstellen diverser Pressemitteilungen zu Veranstaltungen und Veröffentlichungen
des Amtes für Jugend, Familie, Senioren und Soziales
Mitarbeit in der „AG PR & Event“ des Koblenzer Bündnisses für Familie
Organisation und Vorbereitung von Presseterminen/-konferenzen gemeinsam mit
der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit/Stadtkonzeption

3.3.2

Statistik
Erstellung und Übermittlung der vierteljährlichen und jährlichen Pflichtstatistiken
(u.a. HLU, Asyl) gemäß den gesetzlichen Vorschriften an das Statistische
Landesamt Bad-Ems.
Neukonzeption der Statistik der Empfänger von Grundsicherung im Alter und bei
Erwerbsminderung: Mit dem Gesetz zur Änderung des SGB XII vom 20.12.2012
wurde u.a. § 46a, gültig ab dem 01.01.2013, geändert. Der Bund erstattete
hiernach den Ländern im Jahr 2013 einen Anteil von 75% und ab dem Jahr 2014
einen Anteil von 100% der im jeweiligen Kalenderjahr den für die Ausführung des
Gesetzes nach diesem Kapitel zuständigen Trägern entstandenen
Nettoausgaben für Geldleistungen nach diesem Kapitel.
Im Zuge dieser vollständigen Übernahme der Kosten für Geldleistungen der

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Amt für Jugend, Familie, Senioren und Soziales
Jahresbericht 2015

Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung durch den Bund erfolgt auch
eine entsprechendee Anpassung der Statistik über die Leistungsberechtigten.
Die Statistik der Empfänger von Grundsicherung im Alter und bei
Erwerbsminderung wurde zum 1. Berichtsquartal 2015 nach den Vorgaben des
statistischen Bundesamtes von einer dezentralen Jahresstatistik auf eine
zentrale Quartalsstatistik mit einem geänderten und erweiterten Merkmalskatalog
ab dem 1. Berichtsquartal 2015 umgestellt. Ab 2016 werden die Daten nicht mehr
von der EDV-Abteilung des Amtes, sondern direkt von der Stabsstelle erhoben
und an das statistische Bundesamt geliefert.

3.3.3

Controlling
Teilnahme und Mitarbeit am Vergleichsring Eingliederungshilfe Rheinland-Pfalz,
der von der KGSt begleitet wird und in dem alle 36 rheinland-pfälzischen
Landkreise und kreisfreien Städte mitarbeiten. Der Vergleichsring hat sich, wie
schon in den Vorjahren, auch in 2014 mit der Betrachtung der Leistungen der
Eingliederungshilfe für behinderte Menschen nach dem 6. Kapitel des SGB XII
befasst und bietet ergänzend dazu interessierten Kommunen den Vergleich der
Leistungen „Hilfe zum Lebensunterhalt“ (3. Kapitel), „Grundsicherung im Alter
und bei Erwerbsminderung“ (4. Kapitel) und „Hilfe zur Pflege“ (7. Kapitel) nach
dem SGB XII auf Basis der bestehenden Kennzahlsysteme an, eine Option, von
der die Stadt Koblenz ebenfalls Gebrauch macht. Ziele des interkommunalen
Vergleichs sind
- der Aufbau eines für den interkommunalen Vergleich geeigneten Kennzahlensystems, durch das die kommunalen Leistungen im Bereich des SGB XII
abgebildet werden können
- Förderung des interkommunalen Erfahrungsaustausches zur Steuerung der
Leistungen des SGB XII, insbesondere der Eingliederungshilfe
- Lokalisierung und Diskussion von Steuerungsmöglichkeiten in den untersuchten
Bereichen
Die für die Jahre 2011, 2012, 2013 und 2014 inzwischen vorliegenden Daten
ermöglichen neben einem Quervergleich unter den Kommunen auch einen
Mehrjahresvergleich der eigenen Werte für jede Kommune. Aus der Diskussion
der Teilnehmer heraus ergeben sich Empfehlungen für die weitere Gestaltung
und Steuerung dieser Hilfen, auch und vor allem an die (Landes-) Politik.

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Amt für Jugend, Familie, Senioren und Soziales
Jahresbericht 2015

4

Mitarbeiterfortbildungen

Im Jahr 2015 wurden Einzelfortbildungen aus dem Budget der jeweiligen Abteilungen in einem Gesamtvolumen von 35.877,98 € in Anspruch genommen. Das entsprach einem Kostenanteil pro Mitarbeiter von 196,05 € (2014 = 245,76 €). Es wurde ein Inhouseseminar für den Bereich
„Asylbewerber/ rechtliche Grundlagen“ durchgeführt. Weitere Themenschwerpunkte von internen
Schulungen waren „Psychatrie Basiswissen“, „unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge“ sowie
„Supervisionen“. Darüber hinaus fanden interne Schulungsveranstaltungen über das Haupt- und
Personalamt der Stadt Koblenz statt.

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Jahresbericht 2015

III

Anhang

Seite | 145

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Jahresbericht 2015

1

Gesetzliche Änderungen mit erheblichen Auswirkungen auf die
Arbeit im Amt für Jugend, Familie, Senioren und Soziales
Gesetz

Inkrafttreten

Erstes Gesetz zur Stärkung der
pflegerischen Versorgung und zur
Änderung weiterer Vorschriften (Erstes
Pflegestärkungsgesetz PSG I) vom
17.12.2014

01.01.2015

Verbesserung von Leistungen nach
dem SGB XI

Gesetz zur Einführung des Elterngeld
Plus mit Partnerschaftsbonus und
einer flexibleren Elternzeit im
Bundeselterngeld- und
Elternzeitgesetz vom 18.12.2014

01.01.2015

Änderungen im Elterngeldrecht

Gesetz zur weiteren Entlastung von
Ländern und Kommunen ab 2015 und
zum quantitativen und qualitativen
Ausbau der Kindertagesbetreuung
sowie zur Änderung des
Lastenausgleichsgesetzes vom
22.12.2014

01.01.2015

Änderung des § 46 SGB II (Erhöhung
der Bundesbeteiligung)
Kinderbetreuungskosten

Gesetz zur Verbesserung der
Rechtsstellung von asylsuchenden
und geduldeten Ausländern vom
23.12.2014

01.03.2015

Leistungsrechtliche Änderungen für
bestimmte Personengruppen

Gesetz zur Förderung von
Investitionen finanzschwacher
Kommunen und zur Entlastung von
Ländern und Kommunen bei der
Aufnahme und Unterbringung von
Asylbewerbern vom 24.06.2015

30.06.2015

u.a. Erhöhung der Bundesbeteiligung
nach § 46 Abs. 5 SGB II im Jahr 2017

Gesetz zur Anhebung des Grundfreibetrags, des Kinderfreibetrags, des
Kindergeldes und des
Kinderzuschlags vom 16.07.2015

01.01.2015

Erhöhung des Kindergeldes etc.

Seite | 146

Auswirkungen

Amt für Jugend, Familie, Senioren und Soziales
Jahresbericht 2015

Gesetz

Gesetz zur Verbesserung der
Unterbringung, Versorgung und
Betreuung ausländischer Kinder und
Jugendlicher vom 28.10.2015
Landesgesetz zur Änderung des
Landesaufnahmegesetzes und
weiterer Gesetze vom 22.12.2015

Art. 3: Änderung des
Landesaufnahmegesetzes

Inkrafttreten

01.11.2015

Auswirkungen

u.a. Änderung SGB VIII

2015

Entlastung der Aufwendungen der
Kommunen für die
Flüchtlingsunterbringung
(u.a. Auszahlung eines
Einmalbetrages für das Jahr 2015 und
2016, Erhöhung des mtl.
Erstattungsbetrages auf 848 €)

01.01.2015

Festlegung der Erstattungszeiträume

Seite | 147

Amt für Jugend, Familie, Senioren und Soziales
Jahresbericht 2015

2

Organigramm des Amtes für Jugend, Familie, Senioren und Soziales

Seite | 148

Amt für Jugend, Familie, Senioren und Soziales
Jahresbericht 2015

3

Geschäftsverteilungsplan des
Amtes für Jugend, Familie, Senioren und Soziales*

3.1

Amtsleitung
Amtsleitung
Sachgebiet

Name

Geschäftszeichen

Telefon

Zimmer

Vertretung

E-Mail

Amtsleiterin

Schüller

500101

2201

807

Strunk

Martina.Schueller
@stadt.koblenz.de

Sekretariat

Dommermuth

500102

2202

806

N.N.

Eva.Dommermuth
@stadt.koblenz.de

Telefon

Zimmer

Vertretung

E-Mail

2325

902

Schnütgen

Lothar.Mohr@
stadt.koblenz.de

3.2

Stabsstelle Planung und Programme
Stabsstelle
Sachgebiet

Name

Geschäftszeichen
500201

Stabsstellenkoordinator,
Jugendhilfeplanung, Jugendhilfestatistik,
"Soziale Stadt", Agenda 21-Beauftragter

Mohr

Öffentlichkeitsarbeit, Sozialcontrolling,
Sozialhilfestatistik, Berichtswesen,
Gesundheitskonferenz

Morgenroth

500203

2319

901

Glaßer

Gisbert.Morgenroth@
stadt.koblenz.de

Sozialplanung (Schwerpunkte Kommunale
Teilhabeplanung, Pflegestrukturplanung)

Schnütgen

500204

2301

901 A

Mohr

Anne.Schnuetgen@
stadt.koblenz.de

Sozialplanung (Schwerpunkt
Sozialberichterstattung)

Breßler

500206

2266

901 A

Schnütgen

Sophia.Bressler@
stadt.koblenz.de

Teamassistenz

Glaßer

500205

2286

904

Morgenroth

Katja.Glasser@
stadt.koblenz.de

*Stand: 31.03.2016

Seite | 149

Amt für Jugend, Familie, Senioren und Soziales
Jahresbericht 2015

3.3

Abteilung I – Verwaltung
Abteilung I „Verwaltung“
Sachgebiet

Name

Geschäftszeichen
501001

Telefon

Zimmer

Vertretung

E-Mail

2206

803

Krüger

Gerd.Strunk@
stadt.koblenz.de

Abteilungsleiter,
stellvertretender Amtsleiter
Jobcenter für die Stadt Koblenz
Gesundheitsschutz und Arbeitssicherung

Strunk

Geschäftszimmer

Breitenbach

501002

2240

1002

Sturm

Doris.Breitenbach@
stadt.koblenz.de

Geschäftszimmer

Sturm

501003

2346

1002

Breitenbach

Michaela.Sturm@
stadt.koblenz.de

Außendienst (Feststellung des Bedarfes i. R.
d. Sozialhilfe; Überprüfung von Bedürftigkeit),
Asylbewerber: Mithilfe bei Unterbringung,
Amtshilfe - Auskunftsersuchen

Schulten

501004

2210
(01702053418)

804

Reinhold.Schulten@
stadt.koblenz.de

Aktenarchivierung

Reck

501005

2287

515

Brigitte.Reck@
stadt.koblenz.de

EDV-Koordinator, stellvertr. Abteilungsleiter
Beauftragter Brandschutz u. Erste Hilfe

Krüger

501101

2231

812

Bädorf

Andreas.Krueger@
stadt.koblenz.de

EDV-Koordination

Bädorf

501102

2253

812

Krüger

Dietmar.Baedorf@
stadt.koblenz.de

EDV-Koordination

Cords

501103

2256

811

Krüger / Bädorf

Christel.Cords@
stadt.koblenz.de

Rechnungsstelle, Haushalt (Jugendbereich),
Ausgabenüberwachung

Müller

501201

2297

805

Raffauf

Astrid.Mueller@
stadt.koblenz.de

Rechnungsstelle, Einnahmen, Haushalt
(Sozialbereich)

Raffauf

501202

2208

801

Müller / Oggel

Katja.Raffauf@
stadt.koblenz.de

Rechnungsstelle, Einnahmen

Oggel

501203

2209

802

Raffauf / Müller

Martina.Oggel@
stadt.koblenz.de

Rechnungsstelle, Beschaffungen,
Einnahmen

Unkelbach

501204

2241

802

Müller / Raffauf

Sera.Unkelbach@
stadt.koblenz.de

Unterhaltsstelle

N.N.

501301

2285

814

Hallermann /
Schappeler

Unterhaltsstelle

Hallermann

501302

2257

815

N.N.

Marion.Hallermann@
stadt.koblenz.de

Unterhaltsstelle

Schappeler

501304

2251

817

N.N.

Ariane.Schappeler@
stadt.koblenz.de

Kostenstelle, Widerspruchsstelle

Putz

501401

2205

808

Hähn

Thomas.Putz@
stadt.koblenz.de

Kostenstelle, Bildung und Teilhabe,
Ausbildung, Praktikanten

Hähn

501402

2296

818

Putz/ N.N.

Kirsten.Haehn@
stadt.koblenz.de

Kostenstelle

N.N.

501403

2259

809

Hähn / Putz

Zuschüsse Sozialbereich (einschl.
Frauenhaus und Altenbegegnungsstätten),
Federführung Sozialausschuss,
Behindertenbeauftragter, Seniorenbeirat,
sonstige Seniorenarbeit, Ehrenamt,
Pflegekonferenz, Sonstiges

Weyand

501501

2213

819

Lewe / Herber

Seite | 150

Johanna.Weyand@
stadt.koblenz.de

Amt für Jugend, Familie, Senioren und Soziales
Jahresbericht 2015

Abteilung I „Verwaltung“ (Fortsetzung)
Sachgebiet

Name

Veranstaltungen, Organisation Infothek,
Raumbelegung, Zuschüsse: Kurt-EsserHaus, Frauenhaus, Freizeitmaßnahmen;
Seniorenarbeit, Geschäftsst. Widersprüche

Herber

Geschäftszeichen
501502

Telefon

Zimmer

Vertretung

E-Mail

2270

813

Lewe / Weyand

Monika.Herber@
stadt.koblenz.de

Zuschüsse Jugendbereich, Federführung
Jugendhilfeausschuss, Zuschüsse Stadtranderholung, Fortbildung, Dienstreisen, Pflege
(Vereinbarungen und Zuschüsse), Sonstiges

Lewe

501503

2271

816

Herber /
Weyand

Astrid.Lewe@
stadt.koblenz.de

Amt für Ausbildungsförderung (Schüler- und
Meister- BAföG)

Böker

501701

2214

508

Fetz

Brigitte.Boeker@
stadt.koblenz.de

Bildung und Teilhabe, Landespflege- und
Landesblindengeld

Fetz

501702

2249

507

Böker

Corinna.Fetz@stadt.koblenz.de
infothek-sc@stadt.koblenz.de

Infothek
Infothek

Edgü

501602

1102

S. Unkelbach

Perrin.Edgue@
stadt.koblenz.de

Infothek

Seebert

501603

1102

S. Unkelbach

Rita.Seebert@
stadt.koblenz.de

Seite | 151

Amt für Jugend, Familie, Senioren und Soziales
Jahresbericht 2015

3.4

Abteilung II – Leistungen nach SGB XII
Abteilung II „Leistungen nach SGB XII“
Sachgebiet

Name

Abteilungsleiter, Städtisches
Übernachtungsheim, Psychiatrie,
Verhandlungen von Pflegesätzen
und Investitionskosten
im stationären Pflegebereich

Pabst

Sekretariat

Fettkenheuer

Geschäftszeichen
502001

Telefon

Zimmer

Vertretung

E-Mail

2203

607

Vomland

Peer.Pabst@
stadt.koblenz.de

502002

2222

606

Judith.Fettkenheuer@
stadt.koblenz.de
Pflege@stadt.koblenz.de

Hilfe zur Pflege nach dem SGB XII
Stellvertretender Abteilungsleiter,
Hilfe zur Pflege
Buchstabenbereich G, R, U – Y

Vomland

502101

2243

605

Zängerle

Reiner.Vomland@
stadt.koblenz.de

Hilfe zur Pflege
Buchstabenbereich
D, Hi und Hu, I, J, M - Q, Z

Zängerle

502102

2242

601 A

Thönnes

Peter.Zaengerle@
stadt.koblenz.de

Hilfe zur Pflege
Buchstabenbereich A, B, C, E, F

Thönnes

502103

2294

602

Zängerle

Waltraud.Thoennes@
stadt.koblenz.de

Hilfe zur Pflege
Buchstabenbereich H, ohne Hi u. Hu, S

Nikolay

502104

2239

604

Habermann

Andrea.Nikolay@
stadt.koblenz.de

Hilfe zur Pflege
Buchstabenbereich K - L, T

Habermann

502105

2215

601

Nikolay

Bernd.Habermann@
stadt.koblenz.de
Eingliederungshilfe@
stadt.koblenz.de

Eingliederungshilfe in und außerhalb von Einrichtungen, Reso-Hilfen nach dem SGB XII
E, J, S, U – X, Z

Pilcher

502201

2236

511

Wiechert

Yvonne.Pilcher@
stadt.koblenz.de

B, I, O, Y

Maximini

502202

2246

512

Führ

Claudia.Maximini@
stadt.koblenz.de

A, K, M, P

Wiechert

502203

2289

510

Pilcher

Andrea.Wiechert@
stadt.koblenz.de

F, G, H, N, Q, R

Führ

502204

2288

509

Maximini

Martha.Fuehr@
stadt.koblenz.de

C, D, L, T

Rojan

502205

2273

512

Petra.Rojan@
stadt.koblenz.de

Sozialdienst Eingliederungshilfe

LütkemeierWeiß

502206

2284

513

Gabriele.Luetkemeier-Weiss@
stadt.koblenz.de

Sozialdienst Eingliederungshilfe

Antoni

502207

2291

514

Miriam.Antoni@stadt.koblenz.de

Abrechnungen, Leistungen nach §§ 47 ff
SGB XII

Blinn

502301

2247

603

Petra.Blinn@stadt.koblenz.de

Abrechnungen

Maros

502302

2248

603

Larissa.Maros@
stadt.koblenz.de

Krankenhilfe nach dem SGB XII

Seite | 152

Amt für Jugend, Familie, Senioren und Soziales
Jahresbericht 2015

Abteilung II „Leistungen nach SGB XII“ (Fortsetzung)
Sachgebiet

Name

Geschäftszeichen

Telefon

Zimmer

Vertretung

Grundsicherung
Hilfe zum Lebensunterhalt sowie Hilfen in anderen Lebenslagen nach den §§ 70 bis 74 SGB XII außerhalb von Einrichtungen,
Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung

E-Mail
Grundsicherung@
stadt.koblenz.de

E, G, N, O, Q, X

Schuhmacher

502401

2254

611

Fischer /
Philippsen

Ute.Schuhmacher@
stadt.koblenz.de

S ohne St

Kremer

502403

2212

609

Kreuter

Thomas.Kremer@
stadt.koblenz.de

B, C, I, J

Pottbäcker

502404

2258

612

Gerhardt

Sebastian.Pottbaecker@
stadt.koblenz.de

R, W, Y, Z

Gerhardt

502405

2267

616

Pottbäcker

Meike.Gerhardt@
stadt.koblenz.de

L, M, U

Becker

502406

2233

614

Schmitt

Mike.Becker@
stadt.koblenz.de

K, St

Schmitt

502407

2268

615

Becker

Gisela.Schmitt@
stadt.koblenz.de

D, F, H

Kreuter

502408

2244

613

Kremer

Christina.Kreuter@
stadt.koblenz.de

P, T

Fischer

502409

2283

608

Schuhmacher

Martin.Fischer@
stadt.koblenz.de

A+V

Philippsen

502410

2255

610

Schuhmacher /
Fischer

Jennifer.Philippsen@
stadt.koblenz.de

Buchstaben M, N, P, Q, T, W

Wenig

502501

2274

701

Holstein

Beatrix.Wenig@stadt.koblenz.de

Buchstaben R, S

Holstein

502502

2276

705

Wenig

Nadine.Holstein@
stadt.koblenz.de

Buchstaben E, F, G, I, J, O

Sommerlade

502503

2295

707

Wenig

Manuela.Sommerlade@
stadt.koblenz.de

Buchstaben K, L, U, X, Y

Horn

502504

2277

706

Schulze

Katja.Horn@stadt.koblenz.de

Buchstaben A, B, C, D

Schulze

502505

2278

703

Horn

Nadine.Schulze@
stadt.koblenz.de

Buchstaben H, V, Z

Lehnertz

502506

2216

704

Leistungen nach dem Wohngeldgesetz
Miet- und Lastenzuschuss

Seite | 153

Amt für Jugend, Familie, Senioren und Soziales
Jahresbericht 2015

3.5

Abteilung III – Leistungen für Asylbewerber
Abteilung III „Leistungen für Asylbewerber“
Sachgebiet

Abteilungsleiterin

Schmidt

Geschäftszeichen
503502

Sekretariat

Maiwald

503002

2217

714

Asylbewerberleistungsgesetz
Buchstabenbereich A, B, C

Reitz

503501

2282

715

Masala

Kirsten.Reitz@
stadt.koblenz.de

Asylbewerberleistungsgesetz
Buchstabenbereich L - Z

Masala

503503

2223

701

Reitz

Giannina.Masala@
stadt.koblenz.de

Asylbewerberleistungsgesetz I, J, K

Meier

503504

2224

701

Roch

Christian.Meier@
stadt.koblenz.de

Asylbewerberleistungsgesetz D - H

Roch

503506

2225

715

Meier

Alexandra.Roch@
stadt.koblenz.de

Asyl, Zuweisungen

Krapf

503505

2269

810

Marie.Krapf@
stadt.koblenz.de

Asyl, Verwaltung

Waheed

503522

2327

718

Saima.Waheed@
stadt.koblenz.de

Asyl, Sozialarbeit
Schlachthofstraße/BIMA - Wohnungen

Schmitt

503550

01758070582

Pamela.Schmitt@
stadt.koblenz.de

Asyl, Sozialarbeit Schlachthofstraße

Moskopp

503551

015161150034

Jasminka.Moskopp@
stadt.koblenz.de

Asyl, Wohnraumverwaltung
Schlachthofstraße

Schmidt

503552

015111280450

Michael
H.Schmidt@stadt.koblenz.de

Asyl, Herbergsvater BIMA - Wohnungen

Wilhelmi

503553

01714159121

Hans-Juergen.Wilhelmi@
stadt.koblenz.de

Asyl, Sozialarbeit Fritschkaserne

Oberhofer

503560

015117967982

Tobias.Oberhofer@
stadt.koblenz.de

Asyl, Wohnraumverwaltung
Fritschkaserne

Selmani

503561

015117644827

Peparim.Selmani@
stadt.koblenz.de

Seite | 154

Name

Telefon

Zimmer

Vertretung

E-Mail

2252

713

Renate.Schmidt@
stadt.koblenz.de
Marlene.Maiwald@
stadt.koblenz.de

Amt für Jugend, Familie, Senioren und Soziales
Jahresbericht 2015

3.6

Abteilung IV – Kinder, Jugend und Familie
Abteilung IV „Kinder, Jugend und Familie“
Sachgebiet

Name

Geschäftszeichen

Telefon

Zimmer

Vertretung

E-Mail

Abteilungsleiterin,
Leiterin Jugendamt

Unkelbach

504001

2304

912

Pottbäcker

Elvira.Unkelbach@
stadt.koblenz.de

Sekretariat

Federhen

504002

2315

911

Elingshausen

Nina.Federhen@
stadt.koblenz.de

Sekretariat

Elingshausen

504003

2303

911

Federhen

Sabine.Elingshausen@
stadt.koblenz.de

Bündnis für Familie

Bojara

504004

2305

903

Unkelbach

Minka.Bojara@stadt.koblenz.de

Sachbereich Kindertagesbetreuung, Spielflächen
Sachbereichsleiterin
Kindertagesbetreuung

Machein

504101

2376

914

Felkl

Daniela.Machein@
stadt.koblenz.de

Betriebsträgerschaft städt. Kitas,
Investförderung freie Träger

Höger

504110

2324

908

Zeitzem

Julia.Hoeger@stadt.koblenz.de

Personal- und Sachkostenförderung
Kindertagesstätten, Spiel- und
Bolzplätze

Zeitzem

504102

2321

910

Höger

Rita.Zeitzem@
stadt.koblenz.de

Elternbeiträge

Noll

504103

2314

915

Take

Cornelia.Noll@
stadt.koblenz.de

Elternbeiträge

Take

504104

2374

915

Noll

Christiane.Take@
stadt.koblenz.de

Leiter Vermittlung Kindertagesbetreuung und Kindertagespflege

Felkl

504106

2328

909

Machein

Christian.Felkl@
stadt.koblenz.de

Vermittlung Kindertagesbetreuung,
Fachberatung Kindertagespflege

Risch

504107

2306

916

Hönig / Felkl

Denise.Risch@
stadt.koblenz.de

Vermittlung Kindertagesbetreuung,
Fachberaterin Kindertagespflege,
Sprachförderung

Hönig

504108

2302

916

Risch / Felkl

Verena.Hoenig@
stadt.koblenz.de

Fachberaterin Kindertagesstätten,
Sprachförderung

Gniffke

504109

2329

903

Unkelbach /
Machein

Beate.Gniffke@
stadt.koblenz.de

Städtische Kindertagesstätte
Metternich "Eulenhorst",
Im Eulenhorst 1 a, 56072 Koblenz

Crecelius /
Skowron

504115

026125044

Kuntz

kita.eulenhorst@
stadt.koblenz.de

Städtische Kindertagesstätte
Neuendorf "Pusteblume", Hans-Bellinghausen-Str. 95, 56070 Koblenz

Dünwald

504116

026186152

Müller,
Stephanie

kita.pusteblume@
stadt.koblenz.de

Städtische Kindertagesstätte
Rübenach "Zauberland",
Lambertstraße 37, 56072 Koblenz

Schmitz

504117

0261280730

Peez

kita.zauberland@
stadt.koblenz.de

Städtische Kindertagesstätte
Güls "Rappelkiste",
Gulisastraße 55, 56072 Koblenz

Müller /
Pick

504118

02618897679

Pick

kita.rappelkiste@
stadt.koblenz.de

N.N.

Martina.Schwarz@
stadt.koblenz.de

Sachbereich Wirtschaftliche Jugendhilfe
Sachbereichsleiterin
Wirtschaftliche Jugendhilfe

Schwarz

504201

2310

1007

Wirtschaftliche Jugendhilfe
Buchstabenbereich K, L, M, O, Q

Kröber

504202

2335

1006

Christina.Kroeber@
stadt.koblenz.de

Seite | 155

Amt für Jugend, Familie, Senioren und Soziales
Jahresbericht 2015

Abteilung IV „Kinder, Jugend und Familie“ (Fortsetzung)
Sachgebiet

Name

Wirtschaftliche Jugendhilfe
Buchstaben Sch,T, W, X, Y

Hochhalter

Geschäftszeichen
504203

Wirtschaftliche Jugendhilfe
Buchstaben A, B, C, Sp

Rosenbach

Wirtschaftliche Jugendhilfe
Buchstabenbereich G, H, I, N, R, S

Telefon

Zimmer

Vertretung

E-Mail

2311

1001

Ines.Hochhalter@
stadt.koblenz.de

504204

2313

1001

Marina.Rosenbach@
stadt.koblenz.de

Wagner

504205

2312

1001

Ilka.Wagner@
stadt.koblenz.de

Wirtschaftliche Jugendhilfe Buchstaben
D, U, V

Goebel

504206

2336

1003

Andrea.Goebel@stadt.koblenz.de

Wirtschaftliche Jugendhilfe
Buchstaben E, F, J, P, St

Wilks

504207

2384

1007

Schwarz

Maraike.Wilks
stadt.koblenz.de

Beistandschaften, Beurkundungen,
Prozessvertretungen
Buchstabenbereich L - Z (außer Sch)

WambachMaiolini

504301

2330

1005

Fritz

Sandra.Wambach-Maiolini@
stadt.koblenz.de

Beistandschaften, Beurkundungen,
Prozessvertretungen
Buchstabenbereich A - K, Sch, Z

Fritz

504302

2331

1004

WambachMaiolini

Bernhard.Fritz@
stadt.koblenz.de

Elterngeld A - P

Prinz

503301

2318

709

Andernach

Ursula.Prinz@stadt.koblenz.de

Mindestelterngeld

Andernach

503303

2317

710

Prinz

Helga.Andernach@
stadt.koblenz.de

Elterngeld Q - Z

Kampfmann

503302

2316

711

Prinz /
Andernach

Monika.Kampfmann@
stadt.koblenz.de

Unterhaltsvorschuss A, M

N. N.

503201

2327

718

Eickes

Unterhaltsvorschuss K, Z

N.N.

503202

2338

719

Thies

Unterhaltsvorschuss E, F, G, I, N, O
Vorläufige Vertretung: K und Z

Thies

503203

2332

720

Eickes

Unterhaltsvorschuss B, Hj-Hz

N.N.

503204

2334

716

Michels

Unterhaltsvorschuss L, S, V, W
Vorläufige Vertretung: B, Hj-Hz

Michels

503205

2337

717

N.N.

Achim.Michels@stadt.koblenz.de

Unterhaltsvorschuss C, D, Ha, He, Hi,
J, P, Q, R, T, U, X, Y
Vorläufige Vertretung: A, M

Eickes

503206

2220

712

Thies

Michaela.Eickes@stadt.koblenz.de

Sachbereich Beistandschaften

Sachbereich Elterngeld

Sachbereich Unterhaltsvorschuss

Carina.Thies@stadt.koblenz.de

Sachbereich Kinder- und Jugendförderung
Sachbereichsleiter Kinder- und
Jugendförderung

Muth

504401

2320

1201

Scholer

Thomas.Muth@
stadt.koblenz.de

Jugendschutz, Geschäftsführer
Arbeitskreis Prävention

Scholer

504402

2322

1202

Muth

Joachim.Scholer@
stadt.koblenz.de

Leitung Spielmobil, Spielhaus

Krauslach

504413

2016916

Stahl von Zabern

Kris.Krauslach@
stadt.koblenz.de

Leitung Spielmobil, Spielhaus

Stahl von
Zabern

504436

026197332942

Krauslach

Janine von Zabern@
stadt.koblenz.de

Spielmobil, Spielhaus

Schedler

504404

026197332942

Seite | 156

Amt für Jugend, Familie, Senioren und Soziales
Jahresbericht 2015

Abteilung IV „Kinder, Jugend und Familie“ (Fortsetzung)
Sachgebiet

Name

Spielmobil, Spielhaus

Lenhart

Spielmobil, Spielhaus

Neuheuser

Spielmobil

Geschäftszeichen
504407

Telefon

Zimmer

Vertretung

E-Mail

026120168888

Christian.Lenhart@
stadt.koblenz.de

504433

026197332942

Anne.Neuheuser@
stadt.koblenz.de

Reichert

504403

02612016919

Petra.Reichert@stadt.koblenz.de

Spielmobil

Werner

504405

Leitung Jugendbegegnungsstätte
im Haus Metternich

Klein

504408

02612016888

Christiane.Klein@
stadt.koblenz.de

pädagogischer Mitarbeiter
Jugendbegegnungsstätte
im Haus Metternich

Kress

504409

02612016888

Joerg.Kress@
stadt.koblenz.de

Leiter Jugendtreff Maulwurf

Schmitt-Geber

504411

02612016916

Ralf.Schmitt-Geber@
stadt.koblenz.de

pädagogische Mitarbeiterin
Jugendtreff Maulwurf

Langenbahn

504412

02612016916

Teresa.Langenbahn@
stadt.koblenz.de

pädagogischer Mitarbeiter
Jugendtreff Maulwurf

Reichert

504403

02612016916

Petra.Reichert@
stadt.koblenz.de

Mobile Jugendarbeit

Marquardt

504415

02612016917,
01702054008

Holger.Marquardt@
stadt.koblenz.de

Mobile Jugendarbeit

Winkler

504416

02612016918,
01607111995

Michael.Winkler@
stadt.koblenz.de

Mobile Jugendarbeit

Orth

504434

02612016918

Oliver.Orth@
stadt.koblenz.de

Mobile Jugendarbeit

N.N.

504417

02612016917

Jugend- und Bürgerzentrum Karthause (JuBüZ)
Leiter Jugend- und Bürgerzentrum
Karthause (JuBüZ),
Potsdamer Straße 4, 56075 Koblenz

Lüdecke

504429

026191406000

Michael.Luedecke@
stadt.koblenz.de

pädagogische Mitarbeiterin
Jugend- und Bürgerzentrum
Karthause (JuBüZ)

Korn

504428

026191406000

Birgit.Korn@
stadt.koblenz.de

pädagogischer Mitarbeiter
Jugend- und Bürgerzentrum
Karthause (JuBüZ)

Wagner

504430

026191406000

Bjoern.Wagner@
stadt.koblenz.de

Streetwork

Retrayt

504431

0261914060019

Vanessa.Retrayt@
stadt.koblenz.de

Schulsozialarbeit
Goethe-Realschule plus

SchulteWissermann

504418

02619824962

Schulsozialarbeit
Hans-Zulliger-Schule

Viehmann

504420

026196358115

1. St., 17

Thomas.Schulte-Wissermann@
stadt.koblenz.de
Doris.Viehmann@
stadt.koblenz.de

Seite | 157

Amt für Jugend, Familie, Senioren und Soziales
Jahresbericht 2015

Abteilung IV „Kinder, Jugend und Familie“ (Fortsetzung)

Schulsozialarbeit
Realschule plus Karthause

Ecker

Geschäftszeichen
504421

Schulsozialarbeit
Diesterwegschule

Jünger

504422

Schulsozialarbeit
Clemens Brentano-OverbergRealschule plus

Theisen

504425

Stahl v. Zabern

504436

Schulsozialarbeit
Albert-Schweitzer-Realschule plus
Asterstein

Kreuter-Maagh

504426

026188965920

Oliver.Kreuter@
stadt.koblenz.de

Schulsozialarbeit
Integrierte Gesamtschule
(IGS Koblenz)

Lorenz

504419

026198863270

Simone.Lorenz@
stadt.koblenz.de

Topic

504432

Haußmann

504435

02614040729

Danijela.Topic@
stadt.koblenz.de
Alexandra.Haussmann@
stadt.koblenz.de

Kappus

504437

Sachgebiet

Schulsozialarbeit
Berufsbildende Schule Wirtschaft
Koblenz

Name

Telefon

Zimmer

Vertretung

E-Mail

02619429137

Uwe.Ecker@
stadt.koblenz.de

02611330117

Ulrike.Juenger@
stadt.koblenz.de

026191469063
026191469065

Anke.Theisen@
stadt.koblenz.de
Janine von Zabern
@stadt.koblenz.de

Katja.Kappus@stadt.koblenz.de
02614040722

Jugendberufshilfen

Westphal

504423

0261579245421

Wagner

Klaus.Westphal@
stadt.koblenz.de

Jugendberufshilfen

Wagner

504427

0261579245685

Westphal

Ingrid.Wagner@
stadt.koblenz.de

Job-Fux Goethe Realschule plus

Reiferscheid

504424

02619822891

Seite | 158

Julia.Reiferscheid@
stadt.koblenz.de

Amt für Jugend, Familie, Senioren und Soziales
Jahresbericht 2015

3.7

Abteilung V – Kommunaler Sozialdienst und örtliche Betreuungsbehörde
Abteilung V „Kommunaler Sozialdienst und örtliche Betreuungsbehörde“
Sachgebiet

Name

Geschäftszeichen

Telefon

Zimmer

Vertretung

E-Mail

Abteilungsleiter
Kommunaler Sozialdienst

Pottbäcker

505001

2342

913

Unkelbach

Bernhard.Pottbaecker@
stadt.koblenz.de

Teamleiterin Regionalteam 1
Eingliederungshilfen für Bezirke
Regionalteam 1 und Regionalteam 3

Hoffart

505106

2371

1104

Geiter

Ines.Hoffart@
stadt.koblenz.de

Altstadt, Oberwerth, Stolzenfels

Schüler

505104

2367

1010

Sauer

Sofia.Schueler@
stadt.koblenz.de

Arzheim, Pfaffendorf,
Pfaffendorfer Höhe

Sauer

505120

2348

1012

Schüler

Marie.Christin.Sauer@
stadt.koblenz.de

Süd (ohne Bezirke 125 und 127)

Schleck

505119

2343

1110

Duck

Nicole.Schleck@
stadt.koblenz.de

Mitte, Süd (Bezirke 125 und 127),
Asterstein

Duck

505125

2378

1012

Schleck

Lars.Duck@
stadt.koblenz.de

Ehrenbreitstein, Niederberg

Michel

505108

2352

1206 A

Fregin

Sandra.Michel@
stadt.koblenz.de

Arenberg / Immendorf, Horchheim,
Horchheimer Höhe

Fregin

505107

2370

1107

Michel

Marc.Fregin@
stadt.koblenz.de

Jugendgerichtshilfe (team 1)
Rechte Rheinseite und
externe Fälle

Neuheuser

505130

2381

1101

Capito / Skiba

Anne.Neuheuser@
stadt.koblenz.de

Teamleiter Regionalteam 2
Eingliederungshilfen für Bezirke
Regionalteam 2

Hameyer

505101

2360

1106

Hoffart

Ekkehard.Hameyer@
stadt.koblenz.de

Rauental

Theisen

505102

2377

1008

Geiermann

Ralf.Theisen@stadt.koblenz.de

Moselweiß

AndernachSaalmann

505103

2341

1105

Schmidt

Gabriele.AndernachSaalmann@stadt.koblenz.de

Karthause-Nord, Karthäuserhof,
Karthause-Flugfeld (Bezirke 162, 165)

Königs

505105

2363

1103

Kunz

Eva.Koenigs@stadt.koblenz.de

Goldgrube-Süd (Bezirke 172, 175),
Frauenhaus, Menschen ohne
Wohnung (w), Lay

Kunz

505111

2368

1108

Königs

Julia.Kunz@stadt.koblenz.de

Rübenach, Bubenheim, Metternich mit
Pollenfeldsiedlung Straßenaufteilung
A-G

Klein

505113

2361

1015

Wedler

Horst.Klein@stadt.koblenz.de

Goldgrube (stat. Bezirke 171, 173, 174)

Lukas

505117

2373

1111

AndernachSaalmann

Michaela.Lukas@stadt.koblenz.de

Güls, Bisholder

Schmidt

505118

2345

1105

Lukas

Monika.Schmidt@stadt.koblenz.de

Karthause-Flugfeld (außer Bezirke
161,163, 164)

Geiermann

505124

2382

1204

Theisen

Dirk.Geiermann@stadt.koblenz.de

Metternich, Pollenfeldsiedlung Straße
H-Z

Wedler

505126

2380

1017

Klein

Andrea.Wiedler@stadt.koblenz.de

Allgemeiner Sozialdienst
Regionalteam 1

Regionalteam 2

Seite | 159

Amt für Jugend, Familie, Senioren und Soziales
Jahresbericht 2015

Abteilung V „Kommunaler Sozialdienst und örtliche Betreuungsbehörde“ (Fortsetzung)
Sachgebiet

Telefon

Zimmer

Vertretung

E-Mail

Capito

Geschäftszeichen
505210

2350

1016

Skiba

Ulrich.Capito@
stadt.koblenz.de

Teamleiter Regionalteam 3
Frauenhaus, FBB-Koordination
unbegleitete ausländische
Minderjährige

Geiter

505114

2365

1102

Hameyer

Ceyda.Geiter@
stadt.koblenz.de

Wallersheim, rechts vom
Wallersheimer Weg, Kesselheim

Jachmig

505109

2364

1206

Krauß

Arno.Jachmig@stadt.koblenz.de

Neuendorf-Weiße Siedlung (Bezirk
433)

Steffen

505110

2375

1111

Becker

Tanja.Steffen@stadt.koblenz.de

Neuendorf-Ost
(Bezirke 431, 432, 434)

Steinebach

505112

2369

1203

Bolz

Heike.Steinebach@
stadt.koblenz.de

505128

2383

Jugendgerichtshilfe
Altstadt, Mitte, Süd, Oberwerth,
Stolzenfels

Name

Regionalteam 3

Henning

Janine.Henning@
stadt.koblenz.de
Kerstin.Bolz@
stadt.koblenz.de

Neuendorf-Weiße Siedlung
(Bezirk 433),
Stadtteilbüro „Im Kreutzchen“

Bolz

505115

2362

1207

Steinebach

Lützel-Ost (Bezirke 401, 402, 407)

Bolz

505115

2362

1109

Steinebach

Kerstin.Bolz@stadt.koblenz.de

Lützel-West (Bezirke 403,404, 405,
406), Menschen ohne Wohnung (m)

Krauß

505116

2366

1210

Jachmig

Olaf.Krauss@stadt.koblenz.de

Neuendorf- Weiße Siedlung (Bezirk
433), Wallersheim, links vom
Wallersheimer Weg

Becker

505121

2354

1207

Steffen

Thorsten.Becker@
stadt.koblenz.de

Eingliederungshilfe, unbegleitete
minderjährige Flüchtlinge

Harms

505129

2355

1208

Andreas.Harms@stadt.koblenz.de

Eingliederungshilfe, unbegleitete
minderjährige Flüchtlinge

Mukhwana

505133

2323

1208

Delia.Mukhwana@
stadt.koblenz.de

Jugendgerichtshilfe, Bezirke Team 3

Skiba

505131

2351

1015

Capito

Yvonne.Skiba@stadt.koblenz.de

Sachbereichsleiter Sonderdienste

Pottbäcker

505001

2342

913

Graef

Pflegekinderdienst

Steininger

505201

2353

1014

Preiser

Pflegekinderdienst

Preiser

505202

2347

1011

Steininger

Pflegekinderdienst

Strack

505203

2344

1011

Wilhelmi

Pflegekinderdienst

Wilhelmi

505204

2349

1014

Strack

Vormundschaften und Pflegschaften

Graef

505205

2333

1009

Stein

Vormundschaften und Pflegschaften

Triolo

505206

2359

1013

Graef

Vormundschaften und Pflegschaften

Abel

505207

2333

1009

Graef

Vormundschaften und Pflegschaften

Stein

505208

2379

1013

Triolo

Bernhard.Pottbäcker@
stadt.koblenz.de
Susanne.Steininger@
stadt.koblenz.de
Ulrike.Preiser@
stadt.koblenz.de
Elke.Strack@
stadt.koblenz.de
Petra.Wilhelmi@
stadt.koblenz.de
Karsten.Graef@
stadt.koblenz.de
Natalie.Triolo@
stadt.koblenz.de
Sandra.Abel@
stadt.koblenz.de
Peter.Stein@stadt.koblenz.de

Netzwerk Kindeswohl

Schmengler

505212

2357

903

Pottbäcker

Sachbereich Sonderdienste

Seite | 160

Sabine.Schmengler@
stadt.koblenz.de

Amt für Jugend, Familie, Senioren und Soziales
Jahresbericht 2015

Abteilung V „Kommunaler Sozialdienst und örtliche Betreuungsbehörde“ (Fortsetzung)
Sachgebiet

Name

Geschäftszeichen

Telefon

Zimmer

Vertretung

E-Mail

Sachbereich Örtliche Betreuungsbehörde
Sachbereichsleiter
Örtliche Betreuungsbehörde

Pottbäcker

505001

2342

913

Unkelbach

Bernhard.Pottbäcker@
stadt.koblenz.de

Örtliche Betreuungsbehörde

Klersy

505301

2245

907

Simonis

Örtliche Betreuungsbehörde

Lang

505302

2238

906

Engels

Örtliche Betreuungsbehörde

Simonis

505303

2261

907

Klersy

Örtliche Betreuungsbehörde

Engels

505304

2260

905

Lang

Rita.Klersy@
stadt.koblenz.de
Ursula.Lang@
stadt.koblenz.de
Beate.Simonis@
stadt.koblenz.de
Elke.Engels@
stadt.koblenz.de

Seite | 161

Amt für Jugend, Familie, Senioren und Soziales
Jahresbericht 2015

Impressum
Herausgeber

Redaktion & Gestaltung
Mitarbeit

Fotos
Telefon
Fax
E-Mail

Stadtverwaltung Koblenz
Amt für Jugend, Familie, Senioren
und Soziales
Schängel-Center
Rathauspassage 2
56068 Koblenz
Gisbert Morgenroth
die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des
Amtes für Jugend, Familie, Senioren und
Soziales; Statistikstelle der Stadt Koblenz
(für die Inhalte zeichnen die Sachgebiete
verantwortlich)
J. Kress, G. Morgenroth, P. Reichert,
Archiv
(0261) 1 29-0
(0261) 1 29-22 00
sozialamt@stadt.koblenz.de
jugendamt@stadt.koblenz.de
Koblenz, im Mai 2016

Herstellung
Auflage

Seite | 162

Druckerei Fuck Koblenz
250 Exemplare
        
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