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Full text: Mitteilungsblatt Issue 12.2013,4

MITTEILUNGSBLATT 4/201 3

1 2. JAHRGANG . AUSGABE 4 . Dezember 201 3

BREMER HÖHE eG

Alle Genossenschaftsmitglieder erhalten mit diesem Mitteilungsblatt den neuen Bremer-HöheKalender 201 4. Wir wünschen frohe Weihnachten und ein gesundes Neues Jahr!

Nach zehnmonatiger Bauzeit wird das erste Neubauhaus unserer Genossenschaft am 1. Februar 2014 bezugsfertig sein.

Inhalt
Editorial . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1
Kommentar: BeDENKEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2
Solidarität wegen Überfüllung verschoben . . . . . . . 3
Ergebnisse der Werkstatt „AG Solidarität“ . . . . . . . 4
Hobrechtsfelde – Stand der Dinge 2013 . . . . . . . . . 6
Hobrechtsfelde – Abwasserbescheide . . . . . . . . . . . 7
Entwicklung der Betriebs- und Heizkosten . . . . . . . 8
Legionellenprüfung und Rauchmelderpflicht . . . . . . 9
Wie wohne ich richtig – Halloween . . . . . . . . . . . . 10
Fotowettbewerb Kalender 2014 . . . . . . . . . . . . . . . 11
Initiativenfonds . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
Leserbrief: Abfall aus der Datsche . . . . . . . . . . . . . 11
Termine, Verwaltung, Impressum . . . . . . . . . . . . . . 12

Geld, Geld, Geld
Auf den ersten Blick dreht sich in diesem Mitteilungsblatt alles um das liebe Geld: Um Geld, das im Initiativenfonds verfällt, weil keine Anträge gestellt werden (siehe Seite 11). Um Geld, das unsere Genossenschaft fast 100 Jahre nach Herstellung einer Abwasseranlage in Hobrechtsfelde durch den Vorvorvoreigentümer nun an die Gemeinde zahlen soll (siehe Seite 7).
Und um Geld, das die Haushalte in unseren Beständen

durch günstige Betriebskosten im Vergleich zu den
durchschnittlichen Kosten in Berlin sparen (siehe Seite
8), wenngleich ihnen diese Ersparnis durch immer neue
Verordnungen jedoch Stück für Stück wieder genommen wird (siehe Seite 9). Und schließlich auch um
Geld, das in Folge innergenossenschaftlicher Solidarität
umverteilt werden könnte (siehe Seite 4).
Denn bedingt durch die unterschiedlichen Historien der
einzelnen Bestände unserer Genossenschaft werden monatliche Mieten zwischen 3,85 € und 8,00 €/m² nettokalt
fällig. Sicher, ein Neubau ist nicht mit einem Altbau
gleichzusetzen und eine gewisse Binnendifferenzierung
zwischen den Beständen ist sinnvoll. Doch kann das
auch bedeuten, dass innerhalb der Genossenschaft der
eine „nur“ 20 % des Haushaltsnettoeinkommens für die
Miete zahlt, während der andere 40 % und mehr aufbringen muss.
Natürlich könnte man es dabei beruhen lassen; des
Einen Glück ist eben des Anderen Pech. Und wer zuletzt kommt, zahlt halt mehr! Doch verträgt sich das mit
dem Selbstverständnis der Genossenschaft, die sich auch
als Solidargemeinschaft versteht? Mit wem möchte wer
überhaupt solidarisch sein? Wie kann Solidarität aussehSeite 1

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aussehen, um auch etwas zu bewirken? Und wann ist
freiwillig freiwillig? Diese Fragen lassen sich nicht
leicht beantworten.
Im September 2012 wurde unter anderem auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung von Mitgliedern die Bereitschaft geäußert, mehr Miete zu zahlen,
um mehr Kostengerechtigkeit herzustellen. Was folgte
war ein durchaus bemerkenswerter demokratischer Prozess. Es wurde eine Arbeitsgruppe Solidarität gegründet,
die sich mit möglichen Finanzierungsvarianten von
neuen Vorhaben bzw. Solidarmodellen beschäftigte.
Diese offene Arbeitsgruppe, zu der alle Mitglieder
eingeladen waren, hat in mehreren mehrstündigen
Sitzungen zwei Abstimmungsvorlagen erarbeitet. Am 2.
Dezember sollte über diese abgestimmt werden. Dazu
kam es nicht. Als geschätzte 120 Mitglieder herbeiströmten, platzte die „Bremer Höhle“ aus allen Nähten.
Die Mitgliederversammlung musste vertagt werden
(Seite 3). Und egal, wie über die Beschlussvorlagen
abgestimmt werden wird: Das ganze Verfahren ist schon
jetzt – trotz mancher Mühen und Anfeindungen – ein
Gewinn für unsere innergenossenschaftliche Demokratie,
trotz oder gerade wegen des lieben Geldes.
Tino Kotte

Kommentar
BeDENKEN – vom Unter- und Überbewusstsein
Ein sehr symbolischer Abend, der 2. Dezember 2013 –
eine Genossenschaftsversammlung, die wegen Überfüllung verschoben werden musste. Die einen saßen drinnen, die anderen standen draußen – wie im richtigen
Leben!
Was ich draußen von einigen hörte, war deutlicher Unmut über das Thema des Abends: „Solidarität“ - als verordnete Aktion von der Vorstandsebene – „die da oben –
wir hier unten“. So erklärt sich vielleicht der Andrang.
Bei der Vorbereitungsrunde, die allen zugänglich war,
habe ich mich gefreut den Protagonisten beim Denken
zuzuhören, weil die Idee der Solidarität und deren Umsetzung ein schwieriges Vorhaben ist – noch dazu, weil
es um finanzielle Solidarität geht, die berechenbar sein
muss, wenn man mit dem Ergebnis mathematische Bauvorhaben realisieren will. „Bei Geld hört die Freundschaft auf“ – ein sehr menschlicher Grad der ErkenntSeite 2

nis. Wie kann das erklärt werden, wer sind die „oben“
und die „unten“ – und wer bin ICH und wer sind WIR?
Global gesehen wird das das Thema der Zukunft
sein, wenn wir nicht im Chaos der Verteilungskämpfe

untergehen wollen, müssen wir Systeme der Solidarität
erarbeiten. Ich, wir - müssen ein Bewusstsein des Ausgleichs ermöglichen, das die Würde des Nachbarn – von
denen es sehr viele gibt – nicht verletzt. Die „Würde“
im Grundgesetz für ALLE dieser Welt ! – d.h. anfangen –
anfangen sich damit zu beschäftigen. Überlegen, was
wir tun können - für wen, warum, wie viel, wie weit?
Die Freude und den Stolz etwas zu geben - als Tat für
sich (uns) selbst – ist nicht nur ein biblischer Spruch –
es kann, es wird – unser Leben lebenswert machen, uns
über uns selbst erheben – mit der nötigen Übersicht –
eine Zukunft, die offen ist und nicht untergeht im Selbstmitleid, im Egoismus und im „HabenWollenWahn“.
Als ich vor der Tür stand und diese engherzige Angst
spürte, bekam ich Angst vor dieser Angst. Über welche
Summen reden wir – verstellen wir uns den Weg mit
Vorurteilen, bevor wir offen darüber laut nachdenken,
wer wir sind und was wir wollen? Vielleicht war das gut
so, dass wir noch etwas Zeit haben, darüber nachzudenken, was wir vordenken wollen und können.
Im Wort freiwillig ist „frei“ und „willig“ – das setzt ein
gewisses Maß an Überlegung und Bereitschaft voraus,
wenn ich freiwillig Solidarität üben will, muss ich mir
über mich Gewissheit verschaffen, d.h. im Bild des
Gegenteils – wie kann ich ohne die Solidarität der
„Anderen“ leben, ist das interessant, ist das qualitativ
gut, hat das auf längere Zeit Sinn, habe ich so viel Kraft,
macht mich das einsam, werde ich dann geliebt? –
darüber sollten wir reden können – über Licht und
Schatten usw. – streiten kann Gewinn sein und muss
nicht Sieg heißen – der Prozess kann besser sein als sein
Ergebnis.
Mein Vorschlag ist, nicht drum rum zu reden:
Alternative 1 ist Pflicht ohne die Bezeichnung

„Solidarität“, weil die Genossenschaft sich solidarisch erklärt, als selbstbewussten Akt – basta!
Alternative 2 ist die Kür derer, denen es ein Bedürfnis
ist etwas zu teilen – abzugeben – frei und willig!
Wolf Leo

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Solidarität wegen
Überfüllung verschoben

„Solidarität ist die Gesinnung einer Gemeinschaft mit starker
innerer Verbundenheit“, so definierte der Soziologe Alfred
Vierkandt 1928 Solidarität.

Vor über einem Jahr beschloss die außerordentliche
Mitgliederversammlung im September 2012 (46 Anwesende) auf Anregung einiger Mitglieder die Einrichtung
einer Arbeitsgruppe Solidarität. In den darauffolgenden
Monaten trafen sich interessierte Mitglieder zu mehreren Sitzungen (Anwesenheit zwischen 2 und 22 Mitgliedern), bei denen vielfältige Aspekte von Solidarität im
Allgemeinen und deren Anwendungsmöglichkeiten in
unserer Genossenschaft im Besonderen diskutiert wurden.

Großer Andrang zur Mitgliederersammlung
So geschah es: Die Einladung zur daraufhin für den 2.
Dezember 2013 angesetzten außerordentlichen Mitgliederversammlung legte zwei Varianten einer Beschlussvorlage vor. Einmal die Einführung eines verbindlichen
Solidarbeitrags via Mieterhöhung durch die Genossenschaft um 0,10 €/m² (dort, wo mietrechtlich überhaupt
Spielraum ist, also z. B. nicht in Hobrechtsfelde oder in
der Liebigstraße 15), zum anderen die Möglichkeit, die
Miete um einen Solidarbeitrag freiwillig selbst zu
erhöhen.
Leider konnte die Versammlung nicht stattfinden. Es
strömten so viele Mitglieder in die Buchholzer Straße
16 wie nie zuvor. Selbst zu stürmischen Zeiten 2008, als
die Wogen in der Genossenschaft wegen des Verkaufs
der Christinenstraße 33 höher schlugen, hatten die 65
Mitglieder, die zu der damaligen Mitgliederversammlung gekommen waren, in den Gemeinschaftsraum gepasst. Dem Ansturm vom 2. Dezember konnte er keinen
ausreichenden Platz bieten. Nachdem der Raum bereits
gedrängt voll war und die Mitglieder noch immer um
die Ecke in die Greifenhagener Straße herum anstanden,
um hinein zu kommen, musste der Aufsichtsratsvorsitzende Gregor Jekel die Versammlung vor ihrem eigentlichen Beginn stoppen und vertagen.

Auf der ordentlichen Mitgliederversammlung im Juni
2013 (48 Anwesende) wurde beschlossen, diesen Prozess mit einer Werkstatt im November abzuschließen.
Diese bekam die Aufgabe, eine konkrete Beschlussvorlage für die Einführung eines Solidarbeitrags zu erarbeiten.

Zwischen Aufregung und Empörung
Die Stimmung unter den andrängenden Mitgliedern war
recht aufgeladen. Offenbar hatte das anstehende Thema
der Versammlung einige Gemüter erhitzt, die sich
weniger über die Option freuten, die Gestaltung eines
Solidarbeitrags mitbestimmen zu können, sondern sich
allein über das schiere Ansinnen empörten, dass eine
Mieterhöhung für alle (als eine von zwei Varianten) von
der Arbeitsgruppe vorgeschlagen worden war.

Die Werkstatt fand am 2. November 2013 statt (36 Anwesende). Die Teilnehmer wogen viele Argumente gegeneinander ab und suchten intensiv nach einer praktikablen Lösung. Letztlich teilte sich die Gruppe jedoch
in zwei fast gleich große Lager: jene, die eine für alle
Mitglieder verbindliche Form eines Solidarbeitrags
wünschten und jene, die einen ausschließlich freiwilligen Solidarbeitrag bevorzugten (siehe Seite 6). In dieser Patt-Situation entschieden sich die Anwesenden, der
Mitgliederversammlung nicht eine, sondern zwei Varianten eines zukünftigen Solidarbeitrags zur Wahl zu
stellen.

Diese Empörung bahnte sich in den Wochen vor der
Versammlung schon an. Nachdem die Einladungen
ausgeteilt worden waren, musste sich der Vorstand
einige Sachen anhören: dass wir (der Vorstand!) nun
auch die Mietpreisspirale anziehen wollten, dass wir
(wieder der böse Vorstand!) verkappt eine Mieterhöhung durchführen wollten, um Neubauvorhaben auf Kosten der armen Mitglieder durchzuführen (für wen, für
uns Vorstände?) oder dass wir (!) die sozialen Belange
unserer Mitglieder grundsätzlich außer Acht ließen.
Unser Staunen über das große Misstrauen einiger Mitglieder (die seit Jahr und Tag zu günstigen Mieten sicher
Seite 3

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Die zusammengefassten Ergebnisse
der Werkstatt „AG Solidarität“

Zur außerordentlichen Mitgliedversammlung kamen so viele
Mitglieder wie noch nie und mehr. Und damit mehr, als unser
Gemeinschaftsraum „Bremer Höhle“ fassen konnte.

und umsorgt in ihren Wohnungen leben) wurde von Tag
zu Tag größer. Der Umstand, dass die AG Solidarität
Vorschläge zur Wahl stellte, und dass diese aus den
Reihen der „einfachen“ Mitglieder initiiert und erarbeitet worden waren, hatte offenbar nicht jedes Mitglied
erreicht.

Neuer Termin: 21 .01 .201 3, ZOAR-Gemeinde
Aus diesem Grund informieren wir in diesem Blatt noch
einmal ausführlicher über die Herleitung, Bedeutung
und mögliche Auswirkungen der vorgeschlagenen Beschlüsse. Die vertagte Versammlung wird nun am 21.
Januar 2014 um 19:00 Uhr im Gemeindesaal der
ZOAR-Gemeinde, Cantianstraße 9 in 10437 BerlinPrenzlauer Berg, stattfinden. Zu der Versammlung wird
jedes Genossenschaftsmitglied erneut regulär eingeladen.
In der Zwischenzeit gibt es weiterhin vielfältige Möglichkeiten, sich über die Ansätze der AG Solidarität, die
Herleitung der Beschlussvorlagen und deren angestrebten Zweck zu informieren, so über die Zusammenfassung im folgenden Artikel oder auf unserer Webseite in
den dort veröffentlichten Mitteilungsblättern dieses
Jahres oder auch dort unter Veröffentlichungen und
Protokolle. Wir Vorstände bieten außerdem auch an,
Fragen zu beantworten. Denn ein demokratisches Gemeinwesen kann nur fruchtbar sein, wenn Entscheidungen unter der Voraussetzung von Sachkenntnis getroffen werden.
Barbara König und Ulf Heitmann
Seite 4

Am Sonnabend, dem 2. November 2013, fanden sich 36
Mitglieder der WBG „Bremer Höhe“ eG im Gemeinschaftsraum in der Buchholzer Straße 16 ein, um gemeinsam in einer Werkstatt auf der Grundlage der bisherigen Diskussionsergebnisse der AG Solidarität einen
Beschlussvorschlag für die anstehende Mitgliederversammlung zu erarbeiten. Damit sollte ein mehr als
einjähriger innergenossenschaftlicher Diskussionsprozess, an dem sich insgesamt ca. 50 Mitglieder beteiligt
hatten, zum Abschluss gebracht werden.
Die Werkstatt wurde geleitet und moderiert durch
Barbara von Neumann-Cosel vom Berliner Genossenschaftsforum. Frau Neumann-Cosel stellte zu Beginn
der Werkstatt den Teilnehmern die noch offenen Fragen
vor, die im Laufe des Nachmittags gemeinsam beantwortet werden sollten: Wem soll der Beitrag zugute
kommen? Soll es eine freiwillige Zahlung oder ein
Pflichtbeitrag werden? Wie hoch soll ein solcher Solidarbeitrag sein? Und welches Gremium entscheidet
über die Vergabe der Solidarbeiträge?

Wem soll der Beitrag zugute kommen?
Um die Frage zu beantworten, wem ein möglicher Solidarbeitrag zu Gute kommen solle, wurden von allen
Teilnehmern Vorschläge auf Kärtchen gesammelt. Anhand der Häufung kristallisierten sich drei Schwerpunkte heraus, die eine Mischung aus Objekt- und Subjektförderung darstellen: Die Mieten einiger, nicht aller
Wohnungen neuer Vorhaben sollen durch den Solidar­
beitrag so weit gesenkt werden, dass sie auch für Haus­
halte mit niedrigen Einkommen oder auf dem Woh­
nungsmarkt benachteiligte Haushalte wie Behinderte
oder Flüchtlinge verfügbar sind.

Wichtig war den Anwesenden die Klarstellung, dass
nicht nur eventuelle Neubauvorhaben, sondern generell
neue Projekte, die heute und vermutlich auch in Zukunft
ohne Förderung und mit gestiegenen Baupreisen zu
deutlich höheren Mieten als in unseren bisherigen Projekten zu realisieren sind, von dem Solidarbeitrag profitieren sollen. Großes Augenmerk lag in der Diskussion
auch auf der Flexibilität, Qualität und Innovationskraft
der Architektur bei eventuellen Neubauvorhaben, letztlich sei dies aber nicht im Einflussbereich eines zukünfti-

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gen Solidarbeitrages, sondern generell Auftrag an die
Handelnden bei neuen Vorhaben.

Gründen über einen Aufschlag auf die Miete erfolgen
(Mietvereinbarung).

Freiwillige Zahlung oder Pflichtbeitrag?
Viel schwieriger erwies sich die Frage nach Pflicht
oder Kür. Hier konnte sich auch nach der ausführlichen
Sammlung aller Argumente keine eindeutige Mehrheit
für eine der beiden Varianten entscheiden. Tatsächlich
gibt es für beide vorgeschlagene Modi gute Gründe,
die eine Entscheidung für einen von beiden schwer
machten:

Welches Gremium entscheidet über die Vergabe?
Schließlich kam die AG überein, dass für die jeweilige
Vergabe der Solidarbeiträge kein neues Gremium geschaffen werden müsse. Über die Belegung von Wohnungen in neuen Vorhaben entscheide der Vorstand unter Berücksichtigung der bestehenden Grundsätze. Die
Kontrolle über den Einsatz der Mittel erfolge im Rahmen des Jahresabschlusses und des Lageberichts auf der
Mitgliederversammlung.

- Die Hauptargumente für eine verbindliche Zahlung
eines Solidarbeitrags in Form einer allgemeinen Mieterhöhung waren die einfachere Umsetzung, eine bessere Planbarkeit, die Anlegung auf Dauer, die relevantere
Summe und der Umstand, dass die Solidarität, die alle
Bewohner der Genossenschaft genießen, von allen
auch weiter gegeben werden soll. Ein weiteres Argument war, dass bei einer freiwilligen Variante doch nur
wieder jene sich beteiligen, die sich immer beteiligen.
- Für die freiwillige Variante gab es jedoch ähnlich
überzeugende Argumente: Freiwilligkeit ist eher eine
Umverteilung von oben nach unten, höhere Flexibilität
für die Mitglieder, jedes kann frei entscheiden, für was
es solidarisch ist. Auch ist damit eine individuelle
Entscheidung zur Solidarität verbunden. Außerdem befürchteten die Befürworter des freiwilligen Modells,
dass die Verbindlichkeit eine zu hohe Belastung für
Geringverdiener sein könne, und dass sie insgesamt
weniger Akzeptanz in unserer Mitgliedschaft finden
könnte.
Angesichts einer fehlenden eindeutigen Mehrheit für
eines der beiden Modelle beschloss die AG schließlich,
der Mitgliederversammlung diese zwei Varianten zur
Auswahl vorzulegen.

Wie hoch soll ein solcher Solidarbeitrag sein?
Die beiden noch ausstehenden Fragen wurden recht
schnell beantwortet. In einer kurzen Diskussion
einigten sich die Anwesenden darauf, dass für die
verpflichtende Variante ein Betrag von 0,10 € pro/m²
angemessen sei. Für die freiwillige Variante wurde ein
Mindestbetrag von 10 € monatlich vorgeschlagen, weil
ein geringerer Betrag durch den Verwaltungsaufwand
weitgehend „aufgefressen“ würde. Auch in diesem Fall
sollte die Zahlung des Solidarbeitrags aus steuerlichen

Allerdings fehlen Grundsätze, an denen sich Vorstand
und Aufsichtsrat beim Mitteleinsatz orientieren können. Eine Kommission von Mitgliedern, die auf der
außerordentlichen Mitgliederversammlung gewählt werden soll, solle daher bis zur ordentlichen Mitgliederversammlung im Sommer 2014 solche Kriterien erarbeiten.
Zum Beispiel solle die Kommission sich Gedanken
machen, wie viel Mittel (ein Vielfaches des jährlichen
Solidarbeitrags oder ein Prozentsatz der Kosten eines
Vorhabens) für ein Vorhaben verwendet werden sollen.
Auch soll darüber entschieden werden, nach welchen
Kriterien an wen vergeben werde (eher niedrigere Einkommen oder eher barrierefreie Zugänglichkeit oder
anderes), ob es hierfür Prioritäten gibt, wie verfahren
werden solle, wenn die Bewilligungsgrundlage entfällt
(z. B. wenn ein Geringverdiener eine weit besser bezahlte Arbeit bekommt) etc. Sie solle sich dabei an den
bestehenden Grundsätzen der Genossenschaft orientieren.
Mit diesen Vorschlägen zeigten sich alle Teilnehmer
nach sehr intensiven fünf Stunden zufrieden. Sie waren
gespannt, ob und für welche Variante eines Solidarbeitrags sich die Mitglieder der Genossenschaft entscheiden würden.

Berechnungen
Zur weiteren Information stellen wir kurz vor, wie sich
die beiden Varianten jeweils finanziell auf die Durchführung von neuen Vorhaben auswirken würden. Die
vorgeschlagenen Solidarbeträge von 0,10 €/m² (im Falle
der Verbindlichkeit) und 10,00 € pro Wohnung (im Falle
individuell freiwillig) belassen die Kaltmieten der solidarischen Haushalte unter dem Berliner MietspiegelmitSeite 5

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mittelwert und werden nicht als Grundlage für spätere
„reguläre“ Mieterhöhungen herangezogen (siehe Tabelle).

Hobrechtsfelde –
Stand der Dinge Ende 201 3

Mit dem einmaligen Einsatz einer solchen Summe lassen sich beispielsweise durch die Einsparung von Kreditmitteln für zwei mittelgroße (ca. 85 m²) oder drei
kleinere Wohnungen (ca. 55 m²) die Dauernutzungsentgelte dauerhaft um 0,80 bis 1,00 €/m² reduzieren. Im
Altbau mit Sanierungs- und Kaufkosten von ca. 1.450 €
könnte sich so für zwei bis drei Wohnungen die Miete
von ca. 7,10 €/m² auf 6,20 €/m² reduzieren. Genauso
könnte z.B. für die Herstellung eines barrierefreien Zugangs in einem Vorhaben für ca. 40.000,00 € ein Fahrstuhl finanziert werden, ohne dass den Mietern Mehrkosten entstehen. Dies gälte für Alt- wie für Neubau.

Weihnachten 2013 können 43 Hobrechtsfelder Haushalte in Wohnungen feiern, die über einen Standard verfügen, der hoffentlich für lange Zeit keine weiteren umfangreichen Baumaßnahmen an den insgesamt neun sanierten Gebäuden mehr notwendig macht. Für diese
Mitglieder und Mieter bedeutet das auch, dass in den
nächsten Jahren keine weiteren Erhöhungen der Nettokaltmiete erfolgen werden.

Modell Freiwilligkeit
Für jährlich 40.000,00 € müssten 333 Haushalte der
Bremer Höhe ihre Miete um monatlich 10,00 € freiwillig erhöhen. Täten dies 50 Haushalte, kämen jährlich
6.000,00 € zusammen. Da die Anzahl möglicher freiwilliger Solidarbeitragszahler vollkommen offen ist,
können hier Modellrechnungen und Planzahlen nicht
verifiziert werden.
Barbara König

In diesem Jahr haben wir zwei 1907/08 errichtete
Gebäude (Hobrechtsfelder Dorfstraße 7-9 und 10-13) in
Abstimmung mit den Bewohnerinnen und Bewohnern
sowie der Denkmalschutzbehörde saniert (siehe Mitteilungsblatt 3/2013). Die Kosten der Maßnahmen betrugen ca. 630.000 €. Das ist etwas mehr, als noch zu
Beginn des Jahres gedacht. Wie das manchmal so ist,
haben sich erst kurz vor Beginn der Arbeiten noch einige
Wünsche und Anregungen der Mitglieder und Mieter herausgestellt, die wir für sinnvoll und langfristig erforderlich hielten. So wurden unter anderem in eine ca. 120 m²
große Wohnung ein zweites (Dusch-)Bad installiert und
die wohnungsweisen dezentralen gegen eine energetisch
sparsamere Zentralheizung ausgetauscht.
Auch in diesem Jahr ist kein Haushalt in Folge der
umfangreichen Baumaßnahmen und erheblichen Steigerung der Miete aufca. 6,00 €/m² nettokalt aus Hobrechts-

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Das Haus Hobrechtsfelder Dorfstraße 7-9 vor der Sanierung ...

... und nach der Sanierung.

felde weggezogen. Vielleicht auch deshalb, weil durch
die Sanierung die Heizkosten im Gegenzug deutlich
sanken. So konnten wir in einem Fall Mieter von der
anstehenden Modernisierung u.a. deshalb überzeugen,
weil in einer typgleichen Wohnung im bereits sanierten
Nachbarhaus die Heizkosten monatlich ca. 90 € unter
ihren eigenen lagen. Wir freuten uns darüber und versichern denjenigen, deren Wohnungen in den nächsten
Jahren saniert werden, dass wir großes Interesse daran
haben, dass niemand wegen der Sanierung und den damit verbundenen höheren Mieten verdrängt wird.

schließungsstraße, der Einfriedung und Bepflanzung.
Außerdem werden wir einige ökologische Ausgleichsmaßnahmen durchführen, die wir in Abstimmung mit
unseren Nachbarn zur Verschönerung des Ortsbildes
und in Übereinstimmung mit den langfristigen regionalen Entwicklungszielen realisieren. Geplant ist zunächst eine Obstbaumzeile auf dem Gutsgelände.

Hauptteil des diesjährigen Bauprogramms war die Wiedererrichtung der Hobrechtsfelder Dorfstraße 26. An
Stelle der ehemaligen Schnitterbaracke haben wir ein
neues Schnitterhaus mit neun Wohnungen gebaut. Die
Gesamtbaukosten werden sich auf ca. 2 Mio. Euro belaufen. Davon stecken ca. 230.000 Euro nicht in dem
Wohngebäude, sondern wurden für den Abriss des abgebrannten Hauses aufgewendet und stecken in den
Außenanlagen, Nebengebäuden, Stellflächen, der Er-

Im Schnitterhaus mit seinen neun 2- bis 5-Raum-Wohnungen werden ab Februar 2014 unterschiedliche Haushaltstypen leben: Familien, Senioren und Single unterschiedlichen Alters. Was wir bei unserer Planung gehofft haben, ist eingetreten: Es ist ein Mehrgenerationenhaus geworden. Der jüngste Bewohner ist 1 Jahr, der
älteste 77 Jahre alt. Die 13 Mitglieder kommen aus dem
Havelland, aus Bernau, Pankow, Weißensee und aus
der Bremer Höhe. Ende November fand bereits eine erste Hausversammlung statt, auf der Ideen für die Gestaltung der gemeinsam nutzbaren Freiflächen gesammelt
wurden und die Sektkorken knallten.
Ulf Heitmann

Hobrechtsfelde: Erneute Abwasserbescheide, erneute Widersprüche
Im November dieses Jahres erhielten wir Post vom Eigenbetrieb Kommunalservice Panketal, zuständig für
Schneebeseitigung, Baumpflege, Straßenreinigung, Verkehrssicherheit im öffentlichen Raum sowie Wasserund Abwasser. Inhalt der Post waren neun Verwaltungsbescheide, mit denen wir zur Zahlung von insgesamt ca.
203.000 € aufgefordert wurden, zahlbar innerhalb eines
Monats (das sind rund 8.500 € pro Haus und 2.360 € pro
Wohnung in Hobrechtsfelde). Da der Bescheid vorläufig
vollstreckbar ist, müssen wir den vollen Betrag zahlen,
obwohl wir widersprochen haben; präziser: erneut wi-

dersprochen haben, denn bereits 2011 hatten wir eine
Zahlungsaufforderung gleichen Inhalts erhalten, die der
Eigenbetrieb unverzüglich nach unserem Widerspruch
jedoch zurücknahm. Die Gemeinde Panketal macht uns
gegenüber Ansprüche für die Herstellung der Abwasseranlage in Hobrechtsfelde geltend. Diese ist noch vor
dem Ersten Weltkrieg im Zuge der Errichtung und Inbetriebnahme des Stadtguts Hobrechtsfelde gebaut und
damals von der Eigentümerin des Stadtguts, der Stadt
Berlin, bezahlt worden. Doch ist die 2003 gegründete
Gemeinde Panketal der Auffassung, dass sie (im Bescheid
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nicht dargelegte) Herstellungsaufwendungen auf alle Eigentümerinnen und Eigentümer abwälzen könne.
Es ist anzuzweifeln, ob die Gemeinde überhaupt zu einer solchen Satzung und der Eigenbetrieb zu den
Bescheiden berechtigt sind, ob die Ansprüche überhaupt
und wenn ja, in dieser Höhe bestehen und ob sie, falls
sie bestünden, nicht verjährt sind. Auch viele Formalien
des Verwaltungsverfahrens müssen geprüft werden. Wir
werden in diesem Blatt über Entwicklung und Ausgang
dieses Konflikts berichten. Immerhin würde der geforderte Betrag – heruntergerechnet - für jedes unserer
zurzeit ca. 650 Mitglieder Aufwendungen in Höhe von
312 € bedeuten, für die wir als Gesamtgenossenschaft
aufkommen müssten.
Ulf Heitmann

Entwicklung der
Betriebs- und Heizkosten
Während wir uns an genau dieser Stelle vor einem Jahr
noch freuten, dass der allgemeine Preisanstieg bei den
Kosten für Wärme die Bremer Höhe noch nicht erreicht
hat, können wir in diesem Jahr zu der erfolgten Abrechnung der Betriebs- und Heizkosten leider nur eines feststellen: alles wird immer teurer. Besonders hart war der
Schlag für viele unserer Mitglieder, bei denen der 2012
dann auch in der Genossenschaft angekommene Preisanstieg für Heizung und Warmwasser mit einem deutlich höheren Verbrauch zusammen gefallen ist. Einige
mussten erstmals und dann gleich größere Nachzahlungen leisten.

Preise gehen vor allem nach oben
Die kalten Betriebskosten sind 2012 ebenfalls gestiegen,
wenn auch nicht so deutlich, wie die Preise für Wärme.
2013 kamen weitere Kostenerhöhungen dazu: Die Müllentsorgung wurde teurer, der Strom sowieso. Mitte dieses Jahres musste der Vorstand einer erneuten Prämienerhöhung für die Versicherung zustimmen, um den Versicherungsschutz nicht zu verlieren. Die hohe Schadensquote durch die vielen Brandfälle (wir berichteten im
Mitteilungsblatt 4/2012) verhindert zurzeit den Wechsel
zu einer anderen Versicherung. Und weitere Kostensteigerungen kündigen sich an. Unter anderem ist es notwendig geworden, dass die Genossenschaft ab 2014 in
jenen Häusern in Hobrechtsfelde, die eine ZenSeite 8

tralheizung und ein gemeinschaftliches Treppenhaus haben, einmal wöchentlich einen Hausmeisterdienst einsetzt.

Kostentreiber
Wesentlicher sind jedoch die Kostensteigerungen, die
durch neue Verordnungen, Vorschriften oder Tariferhöhungen entstehen, welche nicht im Einflussbereich der
Genossenschaft liegen. So wurden die aufgrund der
neuen Trinkwasserverordnung nun vorgeschriebenen Legionellenprüfungen an den betroffenen Trinkwasseranlagen erstmals dieses Jahr durchgeführt (Ergebnisse
siehe Seite 9). Sie müssen nun in regelmäßigen Abständen erfolgen und zählen zu den Kosten der Wasserversorgung. Ebenfalls kommt ab 2014 wahrscheinlich die
regelmäßige Kontrolle und Wartung der Rauchmelder in
den Wohnungen hinzu, wenn die Länder Berlin und
Brandenburg wie angekündigt als letzte Bundesländer
eine Rauchmelderpflicht einführen. Die Winterdienste
geben ab 2014 die Mehrkosten nach Einführung eines
Mindestlohns in dieser Branche an ihre Kunden weiter
und auch die bisher kostenfreie Entsorgung des Altglases soll nicht mehr gebührenfrei sein. Die Preise für
Energie kennen seit langem nur mehr eine Richtung –
nach oben.
Lichtblicke
An einer Stelle konnten wir diese Spirale steigender
Preise vorerst stoppen. Zum Ende des Jahres einigten
wir uns mit dem Wärmelieferanten in der Bremer Höhe
und in der Bornitz-/Ruschestraße auf eine Änderung bei
der Preisberechnung, die rückwirkend ab 1. Januar 2013
für niedrigere Arbeitspreise der Wärmeerzeugung sorgen werden. Die kommende Heizkostenabrechnung sollte somit für die meisten Bewohner ein erfreulicheres Ergebnis haben, als die letzte.
Ein weiterer Hoffnungsstrahl für die Berliner sind die
Entwicklungen bei der Wasserversorgung (die bisher in
Berlin doch unverhältnismäßig teuer ist). Über die
Guthaben aus alten Wasserrechnungen, welche die Berliner Wasserbetriebe zwar ausgekehrt haben, evtl. aber
wieder zurückfordern wollen, haben wir im Mitteilungsblatt 2/2013 geschrieben. Wenn es hier positive Rechtssicherheit gibt, können unsere Mitglieder und Mieter
mit einer Gutschrift auf ihrer nächsten Abrechnung rechnen. Inzwischen hat das Land Berlin sogar den Rückkaufder Wasserbetriebe beschlossen und für 2014 niedri-

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Bestimmte Betriebskostenarten wie Lüfterwartung oder Aufzugskosten betreffen nur einzelne Häuser oder Wohnungen und sind deshalb nicht aufgeführt. Die Kosten für Wasser und Wärme können in Abhängigkeit vom individuellen Verbrauch stark
abweichen. Die Kosten für Gebäudereinigung in der Katzlerstraße sind überdurchschnittlich, weil die 22 Wohnungen über drei
Treppenhäuser erschlossen werden. In Hobrechtsfelde sind nur die Kosten der Mehrfamilienhäuser in den Vergleich einbezogen. Die
dort angegebenen Heizkosten beziehen sich nur auf die wenigen Häuser, die 2012 schon das ganze Jahr lang eine Zentralheizung
hatten. Die hohen Kosten für den Winterdienst sind der Randlage und Weitläufigkeit der dortigen Häuser geschuldet.
* Quelle: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
** Durchschnittswert der Häuser mit Zentralheizung
Anmerkungen:

gere Wasserpreise versprochen. So könnten die Betriebskosten an einer Stelle wieder etwas sinken – sofern die Regierenden in Berlin einmal halten, was sie versprechen.

Betriebskosten weiter unterdurchschnittlich
Insgesamt zeigt der Vergleich mit dem Berliner Durchschnitt, dass die Betriebs- und Heizkosten in der WBG
„Bremer Höhe“ eG weiterhin deutlich unterdurchschnittlich sind. Die Kosten fast aller Betriebskostenarten der
WBG „Bremer Höhe“ eG liegen klar in der unteren
Spanne des Berliner Betriebskostenspiegels, der zusammen mit dem Mietspiegel veröffentlicht wurde und unter
www.stadtentwicklung.berlin.de/wohnen/betriebskosten
einsehbar ist. Selbst bei den Heizkosten liegen unsere
„teuersten“ Bestände noch 19 % unter dem Berliner
Durchschnitt. Wir hoffen, dass wir diesen Abstand in
den nächsten Jahren mindestens beibehalten können.
Barbara König

Nach Legionellenprüfung
nun auch Rauchmelderpflicht?
Vor zwei Jahren berichteten wir an dieser Stelle über die
neue (und seither noch einmal leicht geänderte) Trink-

wasserverordnung (TwVO) aus dem Hause des Bundesgesundheitsministers (siehe Mitteilungsblatt 4/2011).
Diese gab uns bis zum Ende dieses Jahres Zeit, die
Anlagen zur Wassererwärmung auf Legionellen zu
überprüfen. Glücklicherweise betrifft diese Prüfpflicht
nur einen kleineren Teil unserer Häuser, da die großen
Anlagen in der Bremer Höhe und in der Bornitz- und
Ruschestraße über Zirkulationsleitungen verfügen und
durch regelmäßige Erhitzung auf über 70 °C vor einem
Befall gefeit sind.
Untersuchen mussten wir die Häuser in der Liebig- und
der Katzlerstraße sowie jene Häuser in Hobrechtsfelde,
die seit der Sanierung eine zentrale Warmwasserversorgung haben. Das Hygiene-Institut Berlin hat in unserem
Auftrag in diesen Häusern Wasserproben entnommen
und auf einen Befall mit Legionellen geprüft. Das Ergebnis war – glücklicherweise – in allen Fällen negativ.
Die Laborberichte können in der Geschäftsstelle eingesehen oder auf Anfrage auch zugesandt werden. Eine
weitere Überprüfung ist nun erst wieder in drei Jahren
notwendig.
Trotz des erfreulichen Ergebnisses und der damit verbundenen Sicherheit für die Mieter bedeutet diese neue
Vorschrift wieder einmal zusätzliche Kosten, denn die
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Ob für so vernünftige Einrichtungen aber immer Verordnungen und Prüfpflichten notwendig sind, die zu zusätzlichen Kosten führen, darf man dennoch bezweifeln.
Barbara König

Wie wohne ich richtig?

Die Untersuchung auf Legionellen ergab keinen Befall: die
Bewohner können weiter sorgenfrei duschen.

Überprüfung des Trinkwassers gehört zu den Kosten der
Wassererwärmung und ist somit Teil der Betriebskosten.
Die Regelungsfreude unserer vielen Regierungsebenen,
sei es nun die des Landes, des Bundes oder der Europäischen Union, scheint die Konsequenz für den Mieter,
nämlich immer weiter steigende laufende Ausgaben,
auszublenden. So werden regelmäßig neue Pflichten geschaffen, die alle für sich eins gemeinsam haben: sie erzeugen Kosten. Ein Beispiel ist die erforderliche Ausgestaltung des Blitzschutzes im Neubau, der sich längst
nicht mehr auf einen Blitzableiter beschränken darf,
sondern als ein komplexes Ableitsystem gestaltet werden muss. Und da dieses so komplex ist, muss es natürlich fortan regelmäßig überprüft werden – was den Bewohnern unseres Neubaus Betriebskosten verursacht –
und zwar jedes Jahr von neuem.
Die nächste Regelung, die für alle Mieter, egal ob im
Alt- oder Neubau, weitere Kosten mit sich bringen wird,
ist schon angekündigt. 2014 wollen sowohl der Brandenburger Landtag als auch der Berliner Senat als fast
letzte Bundesländer eine Rauchmelderpflicht für Wohnungen einführen. An dem Sinn dieser Verordnung gibt
es keinen Zweifel, aber sie bedeutet, dass alle Wohnungen durch die Genossenschaft mit Rauchmeldern ausgestattet werden, die dann wiederum regelmäßig kontrolliert werden müssen. Darüber, wie die anstehende Verordnung genau umgesetzt wird, werden wir noch informieren. Die Verbreitung von Rauchmeldern können wir
vor dem Hintergrund der vielen Brände in unseren Beständen nur begrüßen (siehe Mitteilungsblatt 4/2012).
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Dem groben Unfug Einhalt gebieten
Der 31. Oktober gilt in den überwiegend von reformierten Christen bewohnten Gebieten als Tag des Gedenkens an Luthers 95 Thesen („Propositiones wider das
Ablas“), die er – der nicht sicher belegten Überlieferung
nach – an diesem Tag des Jahres 1517 an die Tür der
Schlosskirche zu Wittenberg nagelte. Diese Tat, ob geschehen oder nicht, ist Symbol für eine der größten
humanistischen Modernisierungsbewegungen der europäischen Geschichte. Nachdem 1667 der sächsische (!)
Kurfürst dieses Datum zum alljährlichen Festtag erhob,
übernahmen alsbald die meisten lutherischen Gebiete
diese Gelegenheit des stillen Gedenkens. „Stille Nächte“ gibt es mehrere im Jahr.

Mit dieser Stille ist es wegen der Adaption und Verrohung der All Hallows´ Eve-Gebräuche in Mitteleuropa
seit den 1990er Jahren vorbei. Als Gespenster verkleidete kleine bis mittelgroße Menschen ziehen von Haus
zu Haus und betteln mehr oder minder aggressiv –
zumeist mehr als minder – um Süßes unter leider nicht
nur verbaler Androhung von Saurem, falls der Angebettelte nicht freiwillig das Nachgefragte bereitstellt. Das
Saure sind u. a. rohe Eier, die man zwar sauer zubereiten kann, jedoch roh nicht sauer sind, dafür umso mehr
nach deren Missbrauch die jeweils Getroffenen oder anderweitig Geschädigten - auch eher mehr als minder. Zur
Verbesserung der nachhaltigen Wirkung des kleinkriminellen Handelns werden alternativ oder kumulativ Ket-

M I T T E I L U N G S B L AT T D E R W O H N U N G S B A U G E N O S S E N S C H A F T B R E M E R H Ö H E e G

chup, Farbbeutel, Sekundenkleber, Bauschaum, etliches
glibberiges Zeugs unbekannter Herkunft und sogar
Reißnägel eingesetzt. Leider kam es auch in diesem Jahr
nicht nur zu erheblichen Sachbeschädigungen, sondern
auch zu Körperverletzungen unter den etwas größeren
Gespenstern, die sich gegenseitig das Beutegut abjagten.
Innerhalb des beschriebenen Verhaltenskodexes ist das
lobenswert und effizient. Außerdem belästigt es einen
weitaus geringeren Bevölkerungsanteil als es das Basisbetteln tut.
So lustig das alles klingen und den meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie deren erwachsenen Angehörigen an diesem letzten Oktoberabend vorkommen
mag, ist weder das Ritual, noch dessen Folgen. Die Polizei berichtet von höheren Sachschäden, als die, die infolge der 1.-Mai-Krawalle entstehen.
In diesem Jahr nahmen leider auch in der „Bremer Höhe“ die Beschädigungen im Vergleich zu den Vorjahren
erheblich zu. Eier wurden an die Fassade, Türen und an
Klingeltableaus geschmissen, Hauseingangstüren und
Wände waren mit Ketchup verschmiert. Einige größere
Beschädigungen (Sekundenkleber in Wohnungs- und
Haustürschlössern, Bauschaum in Parkscheinautomaten)
betrafen zum Glück in diesem Jahr (noch) nicht uns, sondern trafen unsere Nachbarn. Unsere Gebäudeschäden
belaufen sich 2013 immerhin auf einige Hundert Euro.
Ich möchte mit diesem Artikel anregen, nachzudenken
und zwar in mehrere Richtungen: Wäre es nicht angebracht, sich an diesem Tag eher so zu verhalten, dass
seine für unsere Geschichte und unser heutiges Leben in
einer modernen und offenen Gesellschaft so wichtige
Bedeutung im Mittelpunkt steht? Ist dieser Tag nicht
Anlass, mit den kleinen und mittelgroßen Menschen genau darüber zu sprechen und auch über die sachgemäße
Verwendung von Lebensmitteln? Kann man das so gesparte Geld nicht viel sinnvoller, zumindest sinnfälliger
verwenden, z. B. für den eigenen Einkauf von Süßigkeiten? (Oder für den Solidarfonds?)
Liebe Genossen, Euch gehören die Gebäude. Solltet
nicht gerade Ihr dafür Sorge tragen, dass wir geringe
Instandhaltungs- und Pflegekosten haben. Es ist Eure
Miete, die da „geopfert“ wird. Da die Verursachergespenster natürlich nicht festgestellt werden können, ist
es wie fast immer: Der Spaß bleibt einseitig, die Schäden werden vergesellschaftet.

Das nächste Ereignis steht an, zu dem alljährlich geballert und gekokelt wird: Silvester. Dieser letzte Kalendertag gehört zu den Unruhnächten, also Gelärme gehört dazu. Der wurde einst durch Topfschlagen und den
Gebrauch von Musikinstrumenten erzeugt. Das ist nicht
nur preiswert und umweltschonend, sondern macht auch
Spaß. Somit ergeht wie fast in jedem Jahr mein Aufruf:
Kauft kein Ballerzeug! Verwendet dieses Geld für
sinnvollere Sachen.
Ulf Heitmann

Fotowettbewerb für Kalender 201 4
Alle Genossenschaftsmitglieder erhalten den neuen Kalender mit diesem Mitteilungsblatt. Ein herzlicher Dank
geht an Andreas Bachmann, der auch diesen Kalender
gestaltet hat. Den Fotowettbewerb gewann Tina Raedel
aus der Katzlerstraße, herzlichen Glückwunsch!
Tino Kotte

Initiativenfonds
Erstmals gab es nur einen Antrag für die Herbstrunde
des Initiativenfonds. Dieser wurde auf das Frühjahr verschoben, weil es sich um einen Antrag im Zusammenhang mit der sommerlichen Hofnutzung handelte
und sich die Zusammenkunft der Jury für einen Antrag
nicht lohnt. Aufsichtsrat und Vorstand werden zu Beginn des neuen Jahres über die Höhe der Ausstattung
des Initiativenfonds für 2014 entscheiden. Am 15. März
2014 endet wieder die Antragsfrist!
Tino Kotte

Leserbrief: Abfall aus der Datsche
Nun ist die Sommer-/Herbstsaison der Datschenbesitzer beendet und damit hoffentlich auch das Entsorgen
ihrer Abfälle in unseren Müllcontainern. Innerhalb des
„sozialen Lebens“ ist es wohl nicht zu viel verlangt,
dass diejenigen, die zu dieser privilegierten Gruppe der
Eigentümer eines „Landsitzes“ gehören, ihre Abfälle
vor Ort entsorgen und nicht auf Kosten der Mitglieder/Mieter der Bremer Höhe. Dafür möchte ich mich im
Voraus bedanken.
Irmtraut Petersson
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Termine

Sprechzeiten der Verwaltung

Außerordentliche Mitgliederversammlung
Dienstag, 21. Januar 2013 um 19:00 Uhr, ZOARGemeindesaal, Cantianstraße 9, 10437 Berlin-Prenzlauer Berg
.
Redaktionsschluss Mitteilungsblatt 1 /201 4
Montag, 3. März 2014, Beiträge von Genossenschaftsmitgliedern, die die WBG „Bremer Höhe“ eG betreffen,
sind willkommen! Namentlich gekennzeichnete Einsendungen bitte an redaktion@bremer-hoehe.de oder das
Büro senden.

Montag
Dienstag

Antragsschluss Initiativenfonds
Sonnabend, 15. März 2013, Genossenschaftsmitglieder
können Anträge zur Förderung genossenschaftlicher und
nachbarschaftlicher Projekte stellen. Bitte postalisch
oder per E-Mail an initiativenfonds@bremer-hoehe.de
senden.
Tauschbörsentreff
Donnerstag, 20. März 2014, 20 Uhr, Gemeinschaftsraum „Bremer Höhle“, offen für alle Tauschbörsenund interessierten Genossenschaftsmitglieder.
Ständig aktualisierte Termine
finden sich auf www.bremer-hoehe.de.
Newsletter WBG „Bremer Höhe“ eG
Bitte E-Mail an newsletter@bremer-hoehe.de um Aufnahme in den Verteiler senden, erscheint monatlich mit
aktuellen Informationen und Angeboten, nur für Mitglieder.

telefonisch
Sprechstunde in den
Geschäftsräumen
Mittwoch telefonisch
Donnerstag telefonisch

13.00 - 16.00 Uhr
9.00 - 12.00 Uhr
13.00 - 18.00 Uhr
14.00 - 16.00 Uhr
13.00 - 16.00 Uhr

Vom 24. Dezember 2013 bis zum 5. Januar 2014 bleibt
das Büro der Hausverwaltung geschlossen, der Anrufbeantworter ist geschaltet und wird an den Werktagen
abgehört. Für Mängelanzeigen kann der Hausmeisterbriefkasten in der Greifenhagener Straße 65 bzw. für
den Lichtenberger Bestand in der Bornitzstraße 29 genutzt werden. In dringenden Fällen bitte die auf den
Aushängen oder der Webseite aufgelisteten Notdienste
kontaktieren.
Für Hobrechtsfelde gelten folgende Servicenummern:
Elektro: Elektroanlagen Zepernick, Tel: 0173 610 50 60
Gas/Wasser/Sanitär: Fa. Lamprecht, Tel: 030 893 63 90

Impressum

Mitteilungsblatt der Wohnungsbaugenossenschaft „Bremer Höhe“ eG, Schönhauser Allee 59 b, 10437 Berlin,
Telefon 44 67 76 - 0, Telefax 44 67 76 - 20
info@bremer-hoehe.de, www.bremer-hoehe.de

Redaktion
Barbara König (V.i.S.d.P.), Ulf Heitmann, Tino Kotte
Bildnachweise
Tino Kotte (1, 4)
Stephanie Hofschlaeger, pixelio.de (3)
Ulf Heitmann (7)
Barbara König (10)
Lilo Kapp, pixelio.de (10)
Satz: Tino Kotte

Druck: Copy Clara

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