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Full text: Gute Praxis Fallunspezifischer Arbeit (FuA) (Rights reserved)

Gute Praxis Fallunspezifischer Arbeit (FuA) Dokumentation Dokumentation Regionalleitertreffen im Jagdschloss Glienicke am Mittwoch, den 04.05.2011 Gute Praxis von Fallunspezifischer Arbeit (FuA) Zu einer guten sozialpädagogischen Diagnose gehört es, im sozialen Umfeld der ratsuchenden Familien, Kinder und Jugendlichen Ressourcen zu erkunden, die in der Fallarbeit kurzfristig, mittelfristig oder langfristig genutzt werden können. Einzelfallorientierte Sozialarbeit soll mit dem Ansatz der Fallunspezifischen Arbeit (FuA) erweitert werden, durch den Versuch, die sozialen Beziehungsnetze der Betroffenen zu stärken, denn es besteht ein positiver Zusammenhang zwischen Ressourcen der sozialen Vernetzung und nachhaltigen Lösungen bei den Hilfen zur Erziehung. Definition FUA: „Hier erschließt sich die Fachkraft Kenntnisse in einem sozialen Raum, ohne sofort darauf gerichtet zu sein, diese Ressourcen für einen bestimmten Fall abzurufen.“ FuA kann in drei Felder gegliedert werden: 1. Wissen über Ressourcen erkunden und sammeln 2. Ressourcen pflegen, Netzwerkarbeit 3. Ressourcenaufbau anregen, Angebote konzeptionell andenken und initiieren Am Mittwoch, den 04.05.2011 wurden gelungene bezirkliche Praxisformen von FuA im Regionalleitertreffen vorgestellt. Folgende Gliederung sollte die Präsentation strukturieren: 1. Wie (in welchem Gremium) ist der Bedarf nach FuA ermittelt worden? Was war der Auslöser für den FuA Ansatz? 2. Welche Ziele verfolgt das FuA Vorhaben? 3. In welchem Zusammenhang steht die FuA mit der Hilfeplanung? Werden FuA Erkenntnisse bei der Hilfeplanung genutzt? Wie geschieht dies beispielhaft? 4. Wer macht die FuA? Öffentlicher bzw. Freier Träger. Zu welchen Konditionen? 5. Hat die FuA die angestrebten Ziele erreicht? Ist eine Nachhaltigkeit der Ziele feststellbar? 6. Wie bewerten Sie die FuA Ansätze grundsätzlich und wie sollte die Arbeit weiter entwickelt werden? 7. Welche grundlegenden Schwierigkeiten/Stolpersteine sind Ihnen begegnet? Programm Regionalleiter/-innen-treffen am 04.05.11 im Jagdschloss Glienicke, Remise Thema: Gute Praxis Fallunspezifischer Arbeit in Berlin 09.15 Uhr 09.30 Uhr Anreise, Kasse, Teilnahmelisten Olaf Donner, Sen BWF, Gesamtjugendhilfeplanung,: Vorstellung „Zwischenbericht zur Entwicklung der Fallunspezifischen Arbeit und Fallteamarbeit in den Bezirken“ vom 13.01.11 durch III E11 Sen BWF 1. Präsentation Jugendamt Lichtenberg: Frau Krüger/Frau Zimmermann Vor-Ort-Teams/Netzwerke im Stadtteil: „Schwerpunkthäuser“. 2. Präsentation Jugendamt Steglitz-Zehlendorf: Uwe Rosenthal, Ilse Quaas, Karl Maurer und Dany Gukelberger vom NBH Wannseebahn e.V. Projekt „Mobiles Wohnzimmer - MoWo“ Pause 3. Präsentation Jugendamt Tempelhof-Schöneberg, Ortsteil Marienfelde: Herr Wackrow; Frau Foelsch; Frau Cornelius Übergang Kita zu Grundschule gestalten Mittagspause 4. Präsentation Jugendamt Neukölln: Frau Gewinner, Herr schramm, Frau Yilmaz von ASPE e.V. „AlleSamt“, Projekt für Mütter im Harzer Kiez in einer Kita 5. Präsentation Reinhilde Gudulla, Verband sozialkulturelle Arbeit Der Kiezatlas: wie pflegeintensiv, wie nützlich ist er für die Hilfen zur Erziehung? Pause 6. Präsentation Jugendamt Pankow: Axel Biere, Gesamtdarstellung FuA Projekte im Bezirk Pankow mit Film Abschlussbewertung und Diskussion Ausblick auf das Regionalleiter/-innentreffen am 02.11.11 Themenvorschlag: Evaluation der Kollegialen Beratung in der Fallteamarbeit Ende 10.15 Uhr 10.45 Uhr 11.15 Uhr 11.30 Uhr 12.00 Uhr 13.00 Uhr 13.30 Uhr 14.00 Uhr 14.30 Uhr 15.00 Uhr 15.45 Uhr 16.00 Uhr Präsentation Jugendamt Lichtenberg Referentinnen: Frau Krüger/Frau Zimmermann Vor-Ort-Teams/Netzwerke im Stadtteil: „Schwerpunkthäuser“. (Die Präsentation war vorbereitet, musste dann aber wegen der Erkrankung einer Referentin ausfallen). 1. Wie (in welchem Gremium) ist der Bedarf nach FuA ermittelt worden? Was war der Auslöser für den FuA Ansatz? Vorbedingungen für Entstehen von FUA-Projekten: o o PAZI- Projekte seit 2005; Stadtteilkoordination (STK) als Stelle eingeführt ab 2007, STK ist Bestandteil des Regionalteams. Für den von uns erweitert definierten Ansatz von FUA (siehe 6.) kam der Impuls aus dem öffentlichen Träger, Regionalleitung und Stadtteilkoordination + Mitarbeiter Projektmanagement JA nach Evaluation (Auslöser) zweier seit zwei Jahren laufenden Projekte „Schwerpunkthäuser“ (überproport. viele HzE). 2. Welche Ziele verfolgt das FuA Vorhaben? o Ermittlung Ressourcen im Stadtteil nach § 11,13(1), 16 SGB VIII, Beratungsangebote, Angebote Berufsbildung, Stadtteilzentren, u.a. in der Umgebung der „Schwerpunkthäuser“, Einrichtung von Vor-Ort-Büros in den Häusern, Bedarfsermittlung bei Bewohner/-innen und Professionellen über persönliche Befragung, Optimierung des Zugangs zu den Angeboten durch Vernetzung (z.B. Weiterverweisung von Adressaten, auch durch Begleitung), Kenntnis vom und Zugang zum Angebot für Adressaten verbessern, Träger im Stadtteil kennen untereinander die Angebote. o o o o o 3. In welchem Zusammenhang steht die FuA mit der Hilfeplanung? Werden FuA Erkenntnisse bei der Hilfeplanung genutzt? Wie geschieht dies beispielhaft? o o o über Fallteam, über Passus im Hilfeplan: ambulante Helfer/-innen nehmen aktiv Kontakt zu den Vor-Ort-Teams/Netzwerken im Stadtteil auf, um sich über Angebote zu informieren, regelmäßige Infos der Kolleg/-innen RSD in der Teamberatung, 1x jährlich Teamentwicklungstag - FoBi für die gesamte Jugendhilfe der Region -, Begegnungsmöglichkeiten zw. RSD und freien Trägern in RegAG78, regionale Fortbildung, Stadtteilrallyes, Stadtteilmonitoring, RSD bietet partiell Kiezsprechstunde an. 4. Wer macht die FuA? Öffentlicher bzw. Freier Träger. Zu welchen Konditionen? Öffentlicher Träger durch Stadtteilkoordination, 1 freier Träger pro Stadtteil über Netzwerkprojekte in Anlehnung an Finanzierung nach Stundensatz § 13(1) oder §16 SGB VIII, zwischen 5-8 Stunden pro Woche. 5. Hat die FuA die angestrebten Ziele erreicht? Ist eine Nachhaltigkeit der Ziele feststellbar? FUA ist dauerhafter Prozess, da sich Parameter - wie Bewohnerstruktur, Angebotsstruktur, Personal, Finanzen, Ressourcen - ständig ändern. Es muss ein System geschaffen werden, dass die fortlaufende Aktualisierung der Parameter, den Informationsfluss zum Adressaten und für die Angebote untereinander sichert, Anfangsinvestition zur Schaffung des Systems ist umfangreicher, Prozess dauert mind. 1 ½ - 2 , eher 3 Jahre, für Einschätzung der Nachhaltigkeit ist die Zeit noch zu kurz, hängt vom geschaffenen System ab - ist noch in der Erprobung. 6. Wie bewerten sie die FuA Ansätze grundsätzlich und wie sollte die Arbeit weiter entwickelt werden? Definition FUA erweitern, nicht auf RSD und nur im Vorfeld von HzE reduzieren, fallunspezifisch (im Sinne von Sicherung aktuell verfügbarer Informationen) zu arbeiten ist gemeinsames Anliegen von freien und öffentlichen Trägern der Juhi u.a. (z.B. Stadtteilzentren), Kenntnisse über den Raum verfügbar machen und haben ist sowohl für RSD im Einzelfall als auch für Einzelfälle in Angeboten im Vorfeld von HzE hilfreich. 7. Welche grundlegenden Schwierigkeiten/Stolpersteine sind Ihnen begegnet? o SRO setzt sich nur über fachübergreifende Verantwortung für den Raum durch, FUA ist in den SRO-Leitlinien „Ressourcen vor Ort nutzen“ und „Vernetzung“ Teil von SRO, FUA in der allgemeineren Auslegung findet in sehr unterschiedlicher Weise statt, Trägerinteressen vs. gemeinsames Anliegen, Fachbezug vs. Raumbezug u.a., längerfristiger Prozess muss auch finanziert werden, lässt sich nicht „nebenbei“ erledigen (Coaching, Supervision, ext. Moderation), sehr unterschiedlicher Wissensstand bei Akteuren bzgl. Zielarbeit, Evaluation, Regeln der Kommunikation, Regeln im Netzwerk, permanente Überbelastung RSD, FUA kann breiter und früher einsetzen, keine Ausrichtung ausschließlich auf Vorfeld von HzE. o o o Dokumentation Regionalleiter/-innentreffen im Jagdschloss Glienicke am Mittwoch, den 04.05.2011 Gute Praxis von Fallunspezifischer Arbeit ( FuA ) Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf von Berlin Jugendamt - Regionaler Dienst C Jug 8100 24.04.2011 App. 5527 Fax 6266 Präsentation Projekt der Fallunspezifischen Arbeit „Mobiles Wohnzimmer - MoWo“ Zum Feld: Ressourcenaufbau anregen, Angebote konzeptionell andenken und initiieren 1. Wie (in welchem Gremium) ist der Bedarf nach FuA ermittelt worden? Was war der Auslöser für den FuA Ansatz? Das zugrunde liegende Problem wurde bei der Stadtteilkonferenz, dem Runden Tisch Zehlendorf Mitte, diskutiert, wo sich regelmäßig die Akteure im Kiez, wie Bürger, Freie Jugendhilfeträger, Jugend-, Gesundheits- und Ordnungsamt, Polizei und Vertreter der Parteien treffen. In der Regionale Arbeitsgemeinschaft nach § 78 SGB VIII, bei welcher Teilnehmer/-innen des Runden Tisches mitwirken, wurde diese Thematik genauso besprochen wie im zuständigen Fallteam, hier Kiezteam genannt. Dort wurde beschlossen, im Rahmen von Fallunspezifischer Arbeit, ein mobiles Streetworkprojekt zu entwickeln. Entsprechend der vereinbarten Verfahrensweise wurde die Idee auf der Internetseite der AG nach § 78 SGB VIII ausgeschrieben, damit Träger der Freien Jugendarbeit eine Projektskizze zur Bewerbung einreichen konnten. Die Entscheidung über Vergabe und Ausgestaltung des Projektes traf das Kiezteam. 2. Welche Ziele verfolgt das FuA Vorhaben? An für Bürger wichtigen Orten wie der Schneckenbrücke und dem S-Bhf. Sundgauer Straße zeigten sich seit 2008 wiederholt Probleme mit Gruppen von jungen Menschen, die durch Alkoholkonsum, z.T. Waffenbesitz und Bedrohung anderer Kinder und Jugendliche auffielen. Es gab Anwohnerbeschwerden über Lärm und Schmierereien sowie Einsätze der Polizei und des Ordnungsamtes. Die Angebote der Jugendförderung erreichten die auffälligen jungen Menschen nicht, da sie außerhalb des Alters der Zielgruppe lagen oder für sie nicht interessant waren. Daraus ergaben sich folgende Ziele: o o o o o o Bedürfnisse der jungen Menschen vor Ort klären. Deeskalierend auf Konflikte und störende Verhaltensweisen ein zu wirken. Soziale Kompetenzen der jungen Menschen zu stärken. Junge Menschen mit etablierten Freizeitmöglichkeiten des Bezirks vertraut zu machen. Konstruktiv ausgerichtete Freizeitmöglichkeiten zu eröffnen. Individuelle Beratung/Unterstützung in schwierigen Lebenslagen zur Vermeidung von HzE. 3. In welchem Zusammenhang steht die FuA mit der Hilfeplanung? Werden FuA Erkenntnisse bei der Hilfeplanung genutzt? Wie geschieht dies beispielhaft? Im Kiezteam wurde deutlich, dass die jungen Menschen, die an den genannten Orten auffällig geworden waren, Hilfe benötigten, um ihr nicht Normen gerechtes Verhalten verändern zu können. Anstatt Einzelfall bezogene Hilfen anzubieten, wurde ein FuAProjekt initiiert. 4. Wer macht die FuA? Öffentlicher bzw. Freier Träger. Zu welchen Konditionen? Mit dem Freien Jugendhilfeträger Nachbarschaftshaus Wannseebahn e.V., wurde ein Vertrag vom 15.08.-31.12.08 abgeschlossen, in dem die Ziele, Inhalt und Form, Finanzierung und Rechnungslegung, Kooperationen etc. festgeschrieben wurden. Es wurde ein finanzielles Gesamtvolumen von 16.292,07 festgelegt, von dem der Träger 2 Sozialpädagoginnen halbtags einstellte und ein altes Feuerwehrauto anschaffte, das zu einem „Mobilen Wohnzimmer“ umgestaltet wurde und dem Projekt den Namen gab. Der Träger konnte zur Weiterfinanzierung ab 2009 Mittel akquirieren, so dass die Arbeit bis heute fortgesetzt wird. Das Jugendamt unterstützte das Projekt mit weiteren Verträgen vom 1.10.-31.12.2009 in Höhe von insgesamt 14.474,94 und vom 1.10.31.12.2010 mit 9.852,72 . 5. Hat die FuA die angestrebten Ziele erreicht? Ist eine Nachhaltigkeit der Ziele feststellbar? Die Sozialpädagoginnen schufen Kontakte zu vielen teils im Kiez bekannten, schwierigen jungen Menschen, vermittelten z.T. Orte, wo sie ihren Interessen nachgehen konnten, schlichteten Konfliktfälle und boten selber interessante Freizeitbeschäftigungen an, wie z.B. einen Film drehen, Rap-Songs aufnehmen etc. Einige der jungen Menschen wurden in ihren Kompetenzen so gestärkt, dass sie ihre Interessen beim Runden Tisch angemessen aber wirkungsvoll vertreten konnten. Es gibt inzwischen sogar einen Sprecher aus ihrem Kreis in diesem Gremium. Mit der gemeinsamen im Rahmen des Projektes durchgeführten kreativen Neugestaltung der Schneckenbrücke unter Einbeziehung von Anwohnern, Jugendlichen und umliegenden Einrichtungen wurden Kontakte und neue Vernetzungen initiiert. Die Ziele konnte das Projekt so voll und ganz erreichen. 6. Wie bewerten sie die FuA Ansätze grundsätzlich und wie sollte die Arbeit weiter entwickelt werden? FuA stellt die bislang einzige Ressource dar, mit der die im Kiezteam dicht an der Basis arbeitenden Freien und Öffentlichen Trägern zeitnah und nicht einzelfallbezogenen auf Bedarf aus dem Stadtteil reagieren können. 7. Welche grundlegenden Schwierigkeiten/Stolpersteine sind Ihnen begegnet? Schwierig ist es, finanzielle Möglichkeiten zu finden, um die durch FuA-Projekte entdeckten Bedarfe oder geweckten Bedürfnisse über die Projekte hinaus zu befriedigen und so nachhaltig zu wirken. Auch ist es schwer, unter den Voraussetzungen eines kurzfristigen Mitteleinsatzes Träger zu finden, da deren personelle Kapazitäten gebunden sind und schwerlich vorübergehend erweitert werden können. Ilse Quaas, Regionalteamleitung Uwe Rosenthal, Leitung des Regionalen Dienstes Übergang Kita - Grundschule gestalten Ein Projekt im Rahmen Fallunspezifischer Arbeit in Marienfelde Präsentierende: Ulrike Foelsch, Projekt-Koordinatorin, JaKuS gGmbH Jens Wackrow, GF, Bereichsleitung Tempelhof-Schöneberg, JaKuS gGmbH Annegret Cornelius, Jugendamt Tempelhof-Schöneberg; Regionalleitung Marienfelde Wie ist das Projekt entstanden? Prozessebene: • Initiierung eines Bildungsverbundes, der sich selbst trägt, • nachhaltige Vernetzung und Zusammenarbeit der teilnehmenden Institutionen, • gleichwertige Partnerschaften zwischen Kita und Schule zu etablieren, • die modellhaft erzielten Ergebnisse/Erkenntnisse anderen päd. Institutionen zugänglich machen und sie in den weiteren Prozess einbinden. Inhaltliche Ebene • Erarbeitung eines gemeinsamen pädagogischen Konzepts, nach dem zukünftig der Prozess des Übergangs „Kita-Grundschule“ verläuft, • gemeinsames Bildungsverständnis entwickeln (Stichwort Sprachlerntagebuch) Modellverlauf: Dezember 2009 bis April 2010: • Kontaktaufnahme zu Kindertagesstätten im Einzugsgebiet der KiepertGrundschule. • Sondierungsgespräche mit Kitaleitungen und der Schul- und Hortleitung der Kiepert-Grundschule (Sensibilisierung für das Thema, Kooperationsbereitschaft). • Vorbereitung des konstituierenden 1. Treffens der Arbeitsgruppe unter Einbezug der vorangegangenen Gespräche. bislang stattgefundene Treffen/Workshops: 2010: 06.Mai, 09.September, 05. November 2011: 27.Januar, 17. März, geplant: 01.September Die begleitete Phase endet im Dezember 2011. Teilnehmende Institutionen Kita Südwest Domagkstraße Kita Nusz Vier Jahreszeiten Luckeweg Kiepert-Grundschule + Hort L.i.Ma Kita NBHS Stegerwald-straße seit Juli 2010 Kita vom Guten Hirten Tennstedterstraße JaKuS gGmbH - fuA-Projekt Mfld. Marienfelder Grundschule + Hort seit März 2011 Übergangskompetenz ist nicht nur als Kompetenz des einzelnen Kindes zu sehen, sondern als die Fähigkeit und Bereitschaft aller beteiligten Akteure aus Familie, Kita und Grundschule zu Kommunikation und Partizipation. Ergebnisse ein Kooperationskalender, der zahlreiche Kooperationsinstrumente für eine gelungene Übergangsgestaltung enthält, ein Kooperationsvertrag, der Ziele, Handlungsmaximen und Methoden beinhaltet wurde erarbeitet, ein gemeinsamer Info-Flyer, den die Einrichtungen an die Eltern austeilen, Regelung für den Weiterverbleib/Weiternutzung des Berliner Sprachlerntagebuchs. weitere Ergebnisse • es wurde eine gemeinsame Dialogkultur entwickelt, • anfänglich bestehende Hemmnisse und Widerstände konnten positiv verändert werden, • es wurde ein zunehmend realistisches Bild vom jeweils anderen Beruf, seiner Tradition sowie seinen Rahmenvorgaben entwickelt, • Klärung identischer Begriffe der jeweiligen Fachsprachen und Überlegungen zu gemeinsamen Anknüpfungspunkten für die Kooperation die der Bildungsauftrag des jeweilig anderen hat. • Es lässt sich eine hohe Motivation und Engagement der Teilnehmenden erkennen, • Teilnehmende betonen häufig die Praxisrelevanz, die dieses Modell für sie hat. Dies sind wichtige Faktoren für die Nachhaltigkeit in der Zusammenarbeit und der erzielten Ergebnisse!!! Stolpersteine • Bislang verläuft der Prozess noch sehr personenabhängig, • die erzielten Ergebnisse stehen bislang hauptsächlich dem Arbeitskreis zur Verfügung - andere Kitas profitieren bislang noch nicht von den Aktivitäten. Ausblick • • • Wege entwickeln, die das Modell zukünftig auch anderen Einrichtungen bzw. zukünftigen Schulkindern und ihren Eltern zugänglich machen, weitere Institutionen aus dem Sozialraum einbeziehen, das Konzept so weiter entwickeln, dass es jederzeit auch von weniger damit vertrauten Personen angewandt werden kann. Übergang Kita - Grundschule gestalten Ein Projekt im Rahmen fallunspezifischer Arbeit in Marienfelde Im Dezember 2009 startete die JaKuS gGmbH im Auftrag des Jugendamtes Tempelhof-Schöneberg das Projekt „Übergang Kita-Grundschule gestalten“. Im Rahmen von und finanziert aus Mitteln fallunspezifischer Arbeit wird in Marienfelde - einer Region im Süden des Bezirks mit 30.000 Einwohnern, zwei Grundschulen und verschiedenen Kindertageseinrichtungen - ein Prozess zur vertieften Kooperation von Kita und Grundschule durch den regionalen Jugendhilfeträger JaKuS konzipiert, moderiert und begleitet. Beteiligte Die relevanten Akteure im Projekt sind Leitungs- und Fachkräfte der KiepertGrundschule und von vier Kindertageseinrichtungen im Einzugsbereich dieser Schule. Eine Mitarbeiterin von JaKuS agiert als externe Prozessbegleiterin während der begleiteten Phase des Projekts. Die Gruppe umfasst zehn Fachkräfte. Ziel Ziel ist es, mit der beteiligten Kitas und der Grundschule ein gemeinsames pädagogisches Konzept zu erarbeiten, nach dem künftig standardisiert der Prozess des Übergangs Kita-Grundschule verläuft. Dabei wird nach der begleiteten und moderierten Phase von mehreren Monaten ein sich selbsttragender Bildungsverbund der beteiligten Einrichtungen angestrebt. Dieser soll eine nachhaltige Vernetzung mit sich bringen und damit eine fortlaufende Kommunikation im Interesse der Eltern und Kinder an der Schnittstelle zwischen Kita und Grundschule gewährleisten. Handlungsmaxime Das zentrale Anliegen der phasenweisen Begleitung besteht darin, den Erfahrungsaustausch zwischen Erzieherinnen und Grundschullehrerinnen anzuregen und ihre unterschiedlichen Vorstellungen und Kompetenzen in die Arbeitsgruppe einfließen zu lassen. Gemeinsam werden Ideen und Konzepte für die praktische Gestaltung des Übergangs von der Kindertageseinrichtung in die Grundschule erarbeitet. Die Arbeitsgruppe ist in diesem Zusammenhang nicht zuletzt auch ein Raum, um Transparenz, Offenheit und Verständnis für die jeweils andere Profession zu entwickeln. Kommunikation und Partizipation sind die wichtigsten Handlungsmaxime. Auswahl der Beteiligten Im Einzugsgebiet der Kiepert-Grundschule befinden sich mehrere größere Kindertagesstätten kirchlicher, kommunaler und privater Träger, aber auch Elterninitiativ-Kitas und eingruppige Einrichtungen. Im Jahr 2010 wurden Kinder aus insgesamt 22 Einrichtungen an der Schule aufgenommen. In ersten persönlichen Kontakten zwischen Jugendamts-Regionalleitung und JaKuS mit Schul- und Hortleitung zur Initiierung des Projektes wurde ein großes Interesse deutlich, mit umliegenden Kitas eine intensivere Kooperation herzustellen. Dabei wurden sowohl Einblicke in bestehende Kooperationsstrukturen der Schule vermittelt als auch Vorstellungen über Veränderungen bzw. Optimierung bestehender Kooperations- und Kommunikationsstrukturen zu den Kindertagesstätten aber auch zu anderen Grundschulen in der Region entwickelt. Ein erstes Kriterium für die Kontaktaufnahme zu Kindertagesstätten war die durchschnittliche Anzahl der jährlich von der jeweiligen Kita in die Grundschule übergehenden Kinder, um für eine möglichst große Zahl an Kindern und deren Familien Veränderungsprozesse zu starten. Es war außerdem zu vermuten, dass es zwischen den größeren Institutionen und der Grundschule bestehende Kooperationsstrukturen gibt. Folglich würde es möglich sein, an bereits entwickelte Konzepte und Strukturen anzuknüpfen und von gegenseitigen Erfahrungen profitieren zu können. Ein weiteres Kriterium war eine möglichst breite Vielfalt an Trägern die repräsentativ für die Trägerlandschaft Berlins im Bereich der Kindertagestätten ist, an diesem Projekt zu beteiligen und deren unterschiedliche Konzeptionen und Rahmenbedingungen als gewinnbringenden Aspekt mit einzubeziehen. Nachhaltigkeit Wichtig im Sinne einer Nachhaltigkeit der initiierten Prozesse ist, dass die Teilnahme, die Bereitschaft und die Möglichkeit zur weiteren und längerfristigen Zusammenarbeit, auch über die begleitete Projektphase vorhanden sind. Hierbei ist nicht nur der Wunsch nach Teilnahme der einzelnen Institution ausschlaggebend, sondern auch deren Rahmenbedingungen personelle und fachliche Ressourcen und die Bereitschaft des Trägers, Konzepte auszutauschen, Personal bereit zu stellen, Offenheit gegenüber Neuerungen etc. - die ein kontinuierliches Arbeiten in einer institutionen- und trägerübergreifenden Arbeitsgruppe erst möglich machen. Zielgruppen des Projektes In der Umsetzungsphase des Projektes werden zwei Zielgruppen unterschieden: die Akteure und die Bewältiger. Zur Gruppe der Akteure gehören in diesem Fall die pädagogischen Fach- und Leitungskräfte der beteiligten Einrichtungen. Bewältiger bzw. auch Adressaten sind die Eltern und Kinder, die von der Kita in die Grundschule wechseln. Die Akteure werden in der ersten Phase durch die externe Prozessmoderation dabei begleitet, ein ganzheitliches Konzept für den Übergang Kita - Grundschule und damit für einen zukünftigen Bildungsverbund zu erarbeiten. In der Umsetzungsphase, zum Schuljahr 2010/2011 erproben sie dieses dann gemeinsam mit den Bewältigern, den Kindern und Eltern. Theoretische Grundlagen Das Team gründet seine Projektplanung auf der Grundlage der nachfolgend kurz skizzierten wissenschaftlichen Grundlagen: Transitionen werden als zeitlich begrenzte Lebensabschnitte definiert, die markante Veränderungen hervorrufen können. Sie werden als komplexe, ineinander übergehende Wandlungsprozesse angesehen und stellen sich als sozial prozessierte, verdichtete und akzelerierte Phasen eines Lebenslaufs und in sich verändernden Kontexten dar. Übergänge begegnen uns in den verschiedensten Lebensphasen und sind wichtige Entwicklungsaufgaben jedes Einzelnen, denn innerhalb dieser Phase kommt es zu einer Kumulation unterschiedlicher Belastungsfaktoren. Die Anpassung an diese Veränderungen auf der individuellen, der interaktionalen und der kontextuellen Ebene muss durch eine qualitative Neugestaltung innerpsychischer Prozesse und Beziehungen geleistet werden, wobei das Vorige in das Gegenwärtige integriert wird und bei einem positiven Verlauf sich ein Kompetenzgewinn zeigt. Für den Übergang von der Kindertagesstätte in die Schule kann man daraus eine Komplexität herausarbeiten, die für alle eine große Herausforderung bedeuten. Die Anforderung, die das Kind auf der individuellen Ebene zu bewältigen hat, ist die Veränderung der Identität, d.h. vom Kita-Kind zum Schulkind. Dazu kommt die Bewältigung starker Emotionen, wie Vorfreude, Neugier, Stolz, aber auch Unsicherheit, Anspannung, Belastung, Verlustgefühl und Angst. Ein erforderlicher Kompetenzerwerb, u.a. in Hinblick auf die Selbständigkeit, das Erlernen von Kulturtechniken und neuer Verhaltensweisen, fordert die Kinder ebenfalls heraus. Auf der interaktionalen Ebene entstehen Anforderungen durch die Aufnahme neuer, aber auch durch den Verlust bestehender Beziehungen. Hinzu kommen Anforderungen aus dem Rollenzuwachs als Schulkind und auch durch die damit verbundenen Erwartungen und Sanktionen der Erwachsenen. Auf der kontextuellen Ebene ist die Integration der Lebensbereiche Schule und Familie zu bewältigen. Aber auch die Veränderung des Curriculums und der Lernmethoden sowie der Techniken stellen für das Kind weitere Herausforderungen dar. Die damit verbundene Auseinandersetzung mit den verschiedenen Lebensräumen und ggf. mit der Bewältigung weiterer Übergänge stellen das Kind und seine Familie vor große Aufgaben. Es können hier nur einige ausgewählte Anforderungen genannt werden, die an das Kind, aber auch an seine Familie gestellt werden. Für die Eltern stellt der Übergang eine mehrfache Belastung dar, und zwar als Unterstützer ihres Kindes und in der Bewältigung des eigenen Übergangsprozesses. Hinzukommen die eigenen Vorstellungen und Schulerfahrungen sowie daraus resultierende Erwartungen. Eine Ambivalenz an Gefühlen ist auch bei den Eltern erlebbar, denn auch Freude und Stolz gehören zum Prozess. - Hieraus folgt, die Aufmerksamkeit nicht nur auf das Kind zu legen, sondern Formen der Elternarbeit zu finden, die den unterschiedlichen Bedürfnissen der Eltern gerecht werden. Erste Schritte - Auftakt-Workshop Für die Gruppe aus erfahrenen Fachleuten für frühkindliche Bildung und Erziehung stand zunächst eine gründliche inhaltliche Vertiefung des Themenbereichs Transitionen mit dem Schwerpunkt Transition vom Elementarbereich (Kindergarten/Kindertagesstätte) in die Grundschule im Vordergrund. Da es sämtlich erfahrene Fachleute sind, mußte das Thema vertieft, nicht erarbeit werden. Auf der Basis einschlägiger wissenschaftliche Literatur, relevanter Thesen und Erkenntnisse wurde eine theoretische Grundlage für das weitere Vorgehen ausgewählt. Bereits entwickelte und in der pädagogischen Praxis erprobte Modellprojekte für Übergänge zwischen Kindergarten und Grundschule (z.B. die Ergebnisse von TransKiGS) wurden gesichtet und in Anlehnung an diese wurden erste Handlungsschritte entwickelt. Das nahm einen Teil des ganztägigen Auftakt-Workshops im Mai 2010 in Anspruch. Der Tag wurde durch die Prozessbegleiterin von JaKuS moderiert, unterstützt durch eine externe, erfahrene Moderatorin im Bereich Pädagogischer Fortbildungen für Lehrer und Erzieher. Beide lieferten den fundierten theoretischen Input. Im Weiteren Verlauf konstituierten sich die Projektteilnehmer an diesem Tag zu einer Gruppe, die gemeinsam ihre Erwartungen, Zielsetzungen und Wünsche im anstehenden Prozess, sowie mögliche Stolpersteine erörterte. Es wurde eine Vereinbarung zum weiteren Vorgehen und zur Arbeitsstruktur verabschiedet. Pilotphase, Zwischenauswertung Auf den zwei folgenden ganztägigen Treffen aller beteiligten Fachkräfte im Herbst 2010 wurde die fachliche Auseinandersetzung im Hinblick auf die Implementierung eines pädagogisches Konzepts fortgesetzt und an der Entwicklung und Beschreibung von konkreten gemeinsamen Übergangs- und Kooperationselementen gearbeitet. Es war zunächst wichtig, sich über bestehende Übergangskonzepte auszutauschen und sich anhand von „Best-Practice“ Beispielen ein gemeinsames Konzept zu erarbeiten. Dabei wurden alle Bewältiger im Prozess bedacht und Vorgehensweisen für die Gestaltung des Übergangs für die Elternebene und die Ebene der zukünftigen Schulkinder beschrieben. Im Ergebnis der und parallel zu den Arbeits-Treffen werden erste entwickelte Übergangselemente in einer Pilotphase probeweise umgesetzt. JaKuS fungiert in dieser Zeit als koordinierender Ansprechpartner, der die Erprobung beobachtet und den Gesamtprozess überwacht. Auf bilateraler Ebene finden Kontakte der Einrichtungen und von Kitaeltern mit den Eltern der gegenwärtigen Schuleingangsphase statt. Die laufende Zwischenauswertung der gesetzten Ziele und des Kooperationsprozesses prüfte den Stand der Umsetzung der Elemente des Veränderungskonzeptes und die Einschätzung aller Beteiligten zur Zusammenarbeit bei der Umsetzung. Auf Basis der Ergebnisse fand die weitere Feinabstimmung ab, sowie die Weiterentwicklung des Übergangskonzeptes. Info-Flyer Neben dem regelmäßigen Austausch mit den Eltern sind detaillierte Informationen für sie eine wichtige Basis, um eine positive Entwicklungsbegleitung auch im Übergang realisieren zu können. Ein Baustein der Kooperation in Bezug auf verbesserte Kommunikation und Transparenz ist ein Informationsflyer, der von den beteiligten Einrichtungen an die Eltern der zukünftigen Schulkinder ausgeteilt werden soll. Dieser wird gemeinsam erarbeitet und veröffentlicht, mit Logos der beteiligten Einrichtungen versehen und dient somit neben der Information auch der Darstellung der Intention, der Identifikation der Gruppe und als wichtiges Instrument zur Außendarstellung des entstandenen Netzwerkes in der Region. Öffentlichkeitsarbeit, Vernetzung Über Anliegen, geplanten Verlauf und Zwischenstand des Projektes wurde auf regionalen und Fach-Arbeitsgruppen berichtet und diskutiert. Dazu zählen die Regionale AG nach § 78 SGB VIII und das FUA-Team Marienfelde, sowie die Lenkungsrunde Schule-Jugendhilfe des Bezirkes. Hier stellten zwei weitere Jugendhilfeträger gelungene Schnittstelle-Projekte zwischen Jugendhilfe und Schule im Bezirk vor. In Folge der regionalen Öffentlichkeitsarbeit konnte eine weitere interessierte Kindertagesstätte in den laufenden Prozess der Gruppe einsteigen. In einem Austausch mit dem Beauftragten des Bildungsverbundes Marienfelde - einem Gemeinschaftsprojekt von Wohnungsbaugesellschaft und bezirklichem Jugendamt für sämtliche Bildungseinrichtungen der Region - wurden Intentionen, Ziel- und Umsetzungen beider Initiativen mit dem Ziel erörtert, Anschlüsse zu sichern und ressourcenaufwendige Dopplungen zu vermeiden. Arbeitstreffen zur Auswertung Abschließend ist ein Arbeitstreffen zur Auswertung die begleitete Modellphase im Frühjahr 2011 geplant. Es geht um eine Evaluation, einschließlich einer Prozessauswertung. Im Vorfeld werden die Beteiligten anhand eines Fragebogens den Prozess vorbereitend reflektieren. Nach der Initiierung und Begleitung des gemeinsamen Arbeitsprozesses der Gruppe umfasst das Treffen die Themen: • Was braucht die Arbeitsgruppe an weiterer externer Prozessbegleitung zum selbstorganisierten Verbund und zur Verstetigung? • Welche Ziele wurden erreicht? • Wie kann die inhaltliche Arbeit weiterentwickelt werden? • Was war im bisherigen Prozess hilfreich? • Was hat den bisherigen Prozess erschwert oder konstruktives Arbeiten verhindert? • Wie gelingt die Vernetzung mit anderen regionalen Bildungseinrichtungen? Die Ergebnisse des bisherigen Prozesses - eine Kooperationsvereinbarung der Beteiligten einschließlich entwickelter und erprobter Instrumente des Übergangs - werden in Anwesenheit des Regionalen Jugendamtes präsentiert und erörtert. Resümee • Mit einem überschaubaren Einsatz finanzieller Mittel des öffentlichen Jugendhilfeträgers konnte in der Region Marienfelde des Bezirkes TempelhofSchöneberg ein Prozess zur vertieften Kooperation von Kindertageseinrichtungen und Grundschule durch den regionalen Jugendhilfeträger JaKuS konzipiert, gestartet und begleitet werden. • Das Kooperationsinteresse und die Kooperationsbereitschaft der beteiligten Grundschule und vier Kindertageseinrichtungen sind hoch. • Die beteiligten Einrichtungen waren und sind bereit und in der Lage, die notwendigen eigenen, vor allem personellen Ressourcen für den Prozess bereitzustellen. • Durch die aktive Einbindung der relevanten Fachkräfte und die Nutzung ihrer vorhandenen Erfahrungen und Strukturen ist eine Nachhaltigkeit des begonnenen Prozess gesichert. • Zugewinn für die beteiligten Pädagogen: zusätzliche Qualifikation • Eine gleichwertige Partnerschaft zwischen Schule und Kita ist gewollt und machbar. Ulrike Foelsch, Jens Wackrow, (JaKuS gGmbH) Im Dezember 2010 Jugendamt Neukölln Frau Gewinner/Herr Schramm Jugendamt Neukölln; Frau Yilmaz von ASPE e.V. „AlleSamt“, Projekt für Mütter im Harzer Kiez in einer Kita Ausgangssituation 2009: In der Region zwischen Wildenbruchstraße und Teupitzer Straße fanden sich, wie einer durchgeführten Bedarfsanalyse zu entnehmen war, zu wenig Angebote, um dem Bedarf an Angeboten für Mütter mit Kindern im ersten Lebensjahrgerecht zu werden. Die Infrastruktur in Bezug auf frühe Hilfen war und ist noch rudimentär, sicherlich auch deswegen, weil die Region nicht Quartiersmanagementgebiet ist. Besonders beklagt wurde, dass es keine Angebote für das erste Lebensjahr für die Familien gibt. Zielgruppe: Mütter mit und ohne Migrationshintergrund, die in der Region um die Harzer Straße leben, insbesondere Familien mit Kindern in der Altersgruppe 0 - 1 Jahr. Zielsetzung: • Vermittlung von Kenntnissen über Erziehungsstandards für die Altersgruppe • Frühe Förderung von Bindung zwischen Mutter und Kind • Kontaktangebot für die Mütter • Mütter erlernen die Zusammenhänge von Ernährung und Entwicklung bei ihren Kindern • Mütter kennen die Äußerungen von Bedürfnissen ihrer Kinder besser und lernen alternative Reaktionsmuster • Schwierige Entwicklungen werden frühzeitig erkannt und an entsprechende Einrichtungen und Dienste weitergeleitet • Vernetzung im Kiez Methodische Ansätze: • Offene Mutter-Kind Gruppe mit thematischen Schwerpunkt • Individueller Erfahrungsaustausch • Einsatz von kompetenten Fachkräften • Offene Hebammensprechstunde • Einzelberatung mit systemischem Ansatz • Gemeinsame Aktivitäten im Kiez • Kooperation und Vernetzung Auswertung: • Zielsetzung ist erreicht • Methoden werden genutzt • Vernetzung und großes Engagement der Mitarbeiter sind Voraussetzung zur erfolgreichen Durchführung BA Pankow von Berlin Herr Biere / Jug ESD L Fallunspezifische Arbeit im Jugendamt Pankow v. Berlin 1. Allgemeine Berliner Grundsätze zur fallunspezifischen Arbeit zitiert aus „Fallunspezifische Arbeit in der Berliner Jugendhilfe“ SenBWF / III E 1 vom 11.01.2007 : 02.05.2010 90295 7961 „Fallunspezifische Arbeit“: Diese Tätigkeit setzt die Einschätzung voraus, dass bestimmte Ressourcen, die noch nicht zur Verfügung stehen bzw. noch nicht genutzt werden können, erforderlich sind, um im Fallmanagement und in der Fallarbeit optimaler arbeiten zu können. Fallunspezifische Arbeit ist folglich darauf gerichtet, Ressourcen zu entdecken, zu erhalten (pflegen) oder deren Schaffung anzuregen, um im Bedarfsfall darauf zurückgreifen zu können. Sie geschieht zu einem Zeitpunkt, da die Fachkräfte noch nicht absehen können, ob und für welchen späteren Fall sie die jeweilige Ressource benötigen. Zur fallunspezifischen Arbeit zählt insbesondere die Aneignung von Kenntnissen über den sozialen Raum, die Einbindung in das Netz der Fachkräfte im Wohnquartier, der Aufbau von Kontakten zu Institutionen außerhalb des sozialen Bereichs, zu Vereinen, Bürgergruppen usw. sowie die Anregung von formeller und informeller Infrastruktur. Beschreibung von „Fallunspezifischer Arbeit“ Fallunspezifische Arbeit in der Berliner Jugendhilfe ist eine systematische, zielgerichtete Arbeit, die einen deutlichen Bezug zum Handlungsfeld Hilfe zur Erziehung hat. Sie soll 1. Ressourcen für eine spätere Fallarbeit im Bereich Hilfe zur Erziehung entdecken und pflegen oder Hilfen zur Erziehung präventiv vermeiden helfen sowie 2. die Ressourcenbildung (Netzwerke, formelle und informelle soziale Infrastruktur ...) anregen und u.U. auch an der Entwicklung der Ressourcen mitwirken. Fallunspezifische Arbeit leistet so einen wesentlichen Beitrag dazu, dass die Voraussetzungen für die ressourcenorientierte Fallarbeit verbessert werden. Durch fallunspezifische Arbeit wird insbesondere das Reservoir an zur Verfügung stehenden Ressourcen für die fallbezogene Arbeit aufgefüllt. Zu 1: Entdecken und Pflegen von Ressourcen Es handelt sich dabei um die gezielte Erschließung und Erhaltung von Ressourcen, die überwiegend aus dem lebensweltlichen Zusammenhang (i.d.R. außerhalb des professionellen Bereichs) stammen (z.B. Aufbau von Kontakten zu ehrenamtlichen Initiativen, Seniorengruppen, Vereinen wie Kleingarten- oder Sportvereinen, lokalen Bündnissen von Gewerbetreibenden, engagierten Menschen - „Schlüsselpersonen“ - wie Pfarrern, Hausmeistern, Ärzten, Kommunalpolitikern ... und Pflege der Kontakte); im sozialen Raum außerhalb der Jugendhilfe vorhanden sind (z.B. Einrichtungen und Institutionen: Schulen, Gesundheitsamt, Arbeitsagentur, Wohnungsbaugesellschaften, Wohnungsamt, Quartiermanagement, Beratungsstellen - Sucht-, Sexual-, Schuldnerberatung ... -); im sozialen Raum durch die Jugendhilfe vorhanden sind (Kindertagesstätten, Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen, Beratungsstellen, ..., z.B. um die Möglichkeiten für eine integrative Arbeit in Regeleinrichtungen zu verbessern oder die vorhandenen Potenziale besser nutzen zu können). Die Ressourcen werden in einer Ressourcenkartei festgehalten. Die Kartei muss ständig gepflegt werden. Zu 2. Entstehung von Ressourcen anregen Wird festgestellt, dass bestimmte Ressourcen für eine gelingende Fallarbeit gar nicht oder nicht in geeigneter Form vorhanden sind, soll die Bildung dieser Ressourcen angeregt werden. Zur fallunspezifischen Arbeit gehört dann auch, die Entstehung der gewünschten Ressourcen zu planen (z.B. Was muss getan werden, damit vorhandene Angebote besser aufeinander abgestimmt sind? Wer muss dabei was tun? Oder: Welches Angebot fehlt uns, damit wir zukünftig die Fallarbeit besser leisten können? Wie muss das Angebot konkret aussehen und wie kann es geschaffen werden? Wie ist das Angebot ggf. zu finanzieren? Wer kann Träger des Angebots sein?). Diese Form der fallunspezifischen Arbeit ist projektbezogen und regt den Aufbau von Infrastruktur an. Der Aufbau selbst ist nicht mehr Bestandteil von fallunspezifischer Arbeit. Ebenso wenig ist das Vorhalten des Angebots, dessen Entstehung durch fallunspezifische Arbeit angeregt wurde, bzw. die konkrete Leistungserbringung im Rahmen eines so entstandenen Angebots Bestandteil von fallunspezifischer Arbeit.“ 2. Umsetzung der Grundsätze im Jugendamt Pankow Fallunspezifische Arbeit ist FINALE : Freiwillige aktivieren mit Blick auf Nutzung von Infrastruktur und Informationswegen, innerhalb bestehender Netzwerke unterschiedlichste Akteure unter dem Aspekt einer Anschub- und Aktivierungshilfe anzuregen, d.h. es können Leuchttürme zur Handlungsorientierung auf den verschiedensten Erfahrungsinseln das professionelle Handeln bereichern. Das Jugendamt Pankow finanziert aus den FUA-Mitteln neben der Teilnahme der Träger HzE an den Fallteamsitzungen ausschließlich Projekte der fallunspezifischen Arbeit. Diese Projekte dienen im Sinne der bundesweiten Definition der fallunspezifischen Arbeit dazu: • Kenntnisse der Fachkräfte über den sozialen Raum und seine Ressourcen im Hinblick auf eine perspektivische Fallarbeit zu erweitern, • • • die gewonnen Informationen aufzubereiten, zu pflegen und der (Fach-) Öffentlichkeit zugänglich zu machen, lebensweltliche Ressourcen zu initiieren und/oder zu fördern, Vernetzungsarbeit im Interesse der Stärkung lebensweltlicher Ressourcen zu initiieren und/oder zu fördern. Wichtigstes Kriterium ist die Nachhaltigkeit des Mitteleinsatzes. Es werden keine Projekte der „Hilfen zur Erziehung“ oder „Hilfen vor den Hilfen“ finanziert bzw. anderweitige Ersatzfinanzierungen aus dem HzE-Bereich geleistet. Planung der Mittel in 2010: Verwendungszweck Teilnahme der freien Träger an den Fallteamsitzungen FUA-Projekte der FUA-Teams Qualifizierung PRK Regionenübergreifende Projekte u.a. Umsetzung der Mittel in 2010: Verwendungszweck Teilnahme der freien Träger an den Fallteamsitzungen ca. 12.000,Summe 25.000 105.000 15.000 pro FUA-Team 7.500 12.500 Summe (Plan 2010) Moderation der FuA-Fallteams ca. 13.000,- FUA-Projekte der FUA-Teams Schwerpunkte der FuA-Projekte - Vernetzung / Fundraising - Freiwilligenaktivierung - Informationsqualifizierung - Anschubfinanzierung Beispiele: - Vernetzung: - Freiräume für Kinder / Jugendliche - Fundraising welcome - Vernetzung / Familienzentren: - Machbarkeitsstudien - Konzeptentwicklung - Koordination - Freiwilligenaktivierung: - Frühe Hilfen / welcome ca. 88.000,- - - - Familienzentren Coaching Elterninitiative - Familienunterstützende Dienste Lernpatenschaften Hausaufgabenhilfepool Erhebung zu Bedarfen: - Regionale Bedarfe „Märchenland“ - Bevölkerungsgruppen „Schwierige Jugendliche“ „Werdende Eltern“ Initiierung von Projekten mit nachhaltiger Anschlussfinanzierung - „Eltern kochen Gutes“ - „Kursprogramm Übergewichtige Kinder“ - Aufbau Selbsthilfewerkstatt - Aufbau Nachbarschaftshilfe und Tauschring - Aufbau und Fundraising ADHS-Selbsthilfegruppe - Aufbau FuN-Sebsthilfegruppe - SaferUSE X Drogenprävention Qualifizierung PRK Beispiele: - Moderation der PRK - Initiierung von kleinen nachhaltigen Projekten 2.500 Regionenübergreifende Projekte u.a. Beispiele: - Qualifizierung Kiezatlas - Rennsation - Qualifizierung Netzwerk Frühe Hilfen - Infrastruktur für FuA-Fallteams + PRK 22.000 ca. 137.500 Folgende allgemeine Verteilung der FUA-Mittel ist für 2011 vorgesehen: Verwendungszweck Teilnahme der freien Träger an den 25.000 Summe (Plan 2010) Fallteamsitzungen FUA-Projekte der FUA-Teams Einschließlich der Mittel für die Moderation der FuA-Teams Qualifizierung PRK Regionenübergreifende Projekte u.a. 105.000 15.000 pro FUA-Team 7.500 12.500 Empfehlungen und Anregungen aus der Abschlussrunde 1. Die regelmäßige Abfrage des „Zwischenbericht zur Entwicklung der fallunspezifischen Arbeit und Fallteamarbeit in den Bezirken“ könnte noch weiter präzisiert werden. 2. Es empfiehlt sich die FuA Themen und Finanzierungsentscheidungen halbjährig zu sondieren und zu sichten. 3. Netzwerkarbeit ist ein zentrales Moment, um die Nachhaltigkeit der Arbeit zu stärken. 4. Die Fua-Mittel müssen weiterhin zweckgebunden zur Verfügung stehen. 5. FuA verlangt besondere Aufmerksamkeit und geht häufig nach den Fallberatungen unter. Feste Extratermine des Fallteams, die für FuA reserviert werden haben sich bewährt, z.B. 6-8 x pro Jahr. 6. FuA eignet sich um Themen der Regionalentwicklung zu befördern. 7. Die Kosten für das „Sitzungsgeld - d.h. Teilnahmeentgelt“ für Freie Träger im Fallteam sollte langfristig verkürzt werden und der eigentlichen FuA zu Gute kommen. 8. Wenn präventive Familienbildung über § 16 in Zukunft verbessert finanziert werden kann, kann auch FuA noch stärker in die Entwicklung von Ressourcen im Sozialraum genutzt werden. 9. Die FuA Mittel müssen im Fallteam bleiben und von dort gesteuert werden. Wenn das Fallteam Bedarfe erkennt, sollte es auch entsprechende Angebote finanzieren können. Die Ausgabenplanung sollte konsequent im Fallteam erfolgen. Es müssen dem Fallteam Freiheiten gestattet werden, um das Notwendige umzusetzen. Definitionen dürfen dem nicht im Wege stehen. Auch die Initiierung und Umsetzung von Projekten muss möglich sein. Die Definition muss weiter gefasst werden. 10. Die relativ geringen FuA Mittel haben einen enormen Multiplikationseffekt. Frau Biermann, Jugendamtsleiterin Steglitz- Zehlendorf, wird eine Vorlage für die AG 3 der Berliner Jugendämter erarbeiten, wie es zu einer besseren Übersicht über das Thema - auch online – und einer stärkeren Gewichtung und Aufmerksamkeit für das Thema FuA kommen kann. Anregungen nimmt Frau Biermann gern entgegen unter: leitung-jugendamt@ba-sz.berlin.de
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