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Full text: Ideale Realitäten - Potsdam

Architekten- und Ingenieur-Verein zu Berlin e.V. | seit 1824

SCHINKEL-WETTBEWERB
2012

	

AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2012

	

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Förderer und Stifter des
157. Schinkel-Wettbewerbs
Bundesministerium für Verkehr,
Bau und Stadtentwicklung

Architekten- und Ingenieurverein
zu Berlin e.V. | seit 1824

Senatsverwaltung für
Stadtentwicklung Berlin

Ideen- und
Förderwettbewerb

Ministerium für Infrastruktur
und Landwirtschaft des
Landes Brandenburg

für junge Architekten
und Ingenieure

Deutscher Beton- und
Bautechnik-Verein e.V.

Bericht

Förderverein des Verbandes
Beratender Ingenieure VBI

März 2012

Hans-Joachim-Pysall-Stiftung
Hans-Joachim-Pysall-Stiftung

DAI Verband Deutscher
Architekten- und Ingenieurvereine e.V.
Verband Restaurator im
Handwerk e.V.
Baukammer Berlin
Lenné-Akademie für Gartenbau
und Gartenkultur e.V.
SAIV

Dank freundlicher Unterstützung
der Fachhochschule Potsdam
können die Wettbewerbsbeiträge
vom 13. - 16. März 2012
jeweils von 13.00 - 18.00 Uhr
im „Schaufenster“ der FHP
(Friedrich-Ebert-Straße 6
in 14467 Potsdam)
besichtigt werden.

Architekten- und Ingenieurverein
zu Berlin e.V. | seit 1824

Schwäbischer Architekten- und
Ingenieurverein Augsburg e.V.
Vorsitzender des AIV zu Berlin

Medienpartner
architekten24
german architects

157. Schinkel-Wettbewerb 2012 – AIV zu Berlin
Ideale Realitäten – Potsdam
Einführung
Verstehen, indem man entwirft das ist der Impuls des AIV-SchinkelWettbewerbs Jahr für Jahr. Der Architekten- und Ingenieur- Verein zu
Berlin schafft gemeinsam mit Förderern, Stiftern, Juroren und Hochschulen ein Netzwerk unterschiedlicher
Disziplinen, in dem Antworten auf
planerische und gestalterische Fragen
gegeben und gleichzeitig junge Architekten und Ingenieure in ihrer fachlichen Entwicklung gefördert werden.
Mittel hierzu ist der Wettbewerbsbeitrag, der persönliche Entwurf. Die
Aufgabenstellung und die Wahl des
Kontextes sollen eine Auseinandersetzung mit komplexen Zusammenhängen und fachübergreifenden Sichtweisen initiieren. In diesem Jahr sind
228 Wettbewerbsarbeiten juriert
worden.
Nachdem in den zwei Vorgängerjahren Berliner Themen im Rahmen des
AIV-Schinkel-Wettbewerbs diskutiert
wurden, ging es in der diesjährigen
Runde in die Landeshauptstadt Brandenburgs. Im 300. Geburtsjahr Friedrichs des Großen erinnert der AIV an
den berühmten Ausspruch des Preussenkönigs: „Potsdam, Potsdam, was
brauchen wir, um glücklich zu sein?“
und hinterfragt dessen Residenzstadt
im Sinne des 21. Jahrhunderts:
Potsdam, das „Gesamtkunstwerk“,
das „Arkadien des Nordens“, die
„einzigartige Einheit von Kunst, Natur und Parks“, kommt in der Realität an. Die ehemals durch Schlösser
und Garnisonen geprägte Stadt der
preußischen Könige, nach Kriegszerstörungen unter den Ideologien der
DDR weitergebaut und heute durch
eine Überlagerung unterschiedlicher
Strukturen gekennzeichnet, stellt sich

	

den Bedingungen des 21. Jahrhunderts
als Landeshauptstadt, Wissenschaftsstandort und Kulturstadt mit wachsender Bevölkerung. Die „schöne
Tochter Berlins“ braucht Lebensraum
für junge Menschen; neue Wohnquartiere mit alternativen Wohnformen
sind gefragt.
Der 157. Schinkel-Wettbewerb thematisierte das Innenstadtgebiet beidseits
der Havel, für das es Stadtquartiere
zu entwickeln und zukunftorientiertes Wohnen am Wasser zu planen
galt. Zu den Herausforderungen des
Ortes gehörten die landschaftliche
Lage, ein heterogener Kontext sowie
das Nebeneinander von unterschiedlichen Stadtstrukturen.
Auch in diesem Jahr wurde erwartet,
dass sich die Teilnehmenden mit der
Aufgabenstellung auf unterschiedlichen Ebenen auseinandersetzen, um
Ideen und Visionen für die Landeshauptstadt Potsdam zu entwickeln
und diese Ideen im konkreten Kontext des Hier und Jetzt zu verankern.
Als Ideenwettbewerb für junge Planer
war Zielstellung, in den verschiedenen Fachsparten innovative Konzepte
für Potsdam zu entwickeln und mit
kreativen, mutigen Gestaltungsvorschlägen die Baukultur Potsdams zu
befördern.
Mit jungen Lösungsansätzen in Potsdam lebhafte Reaktionen hervorzurufen, ersuchte der AIV zu Berlin bereits
im Schinkelwettbewerb 1993.
Auch beinahe 20 Jahre später sind Realität und die schon vom Preussenkönig ersehnte „Glücklichkeit“ noch immer nicht in Übereinstimmung. Wege
dazu weisen manche Wettbewerbsarbeiten auf – nur realisiert werden
müssten sie!

AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2012

Fachgebiete
Traditionell wurde auch der 157.
Wettbewerb interdisziplinär ausgeschrieben in den Fachsparten Städtebau, Landschaftsarchitektur, Architektur, Konstruktiver Ingenieurbau,
Verkehrswesen Straßenbau, Verkehrswesen Eisenbahnbau sowie Kunst.
Zusätzlich gab es eine Aufgabe im Bereich der Denkmalpflege, die als fachübergreifendes Querschnittsthema
formuliert war.
Für die Fachsparte Technische Gebäudeausrüstung wurde eine Kooperation
mit Nachbardisziplinen vorausgesetzt,
da neben den o.a. Aufgabenbereichen
im Rahmen des Wettbewerbs auch
Auszeichnungen für Kooperationen in
Aussicht gestellt werden konnten.
Dies bezog sich in diesem Jahr auf
überzeugende Lösungsvorschläge für
drei Kooperationsaufgaben, die interdisziplinär für die Fachsparten Städtebau, Landschaftsarchitektur, Architektur, Technische Gebäudeausrüstung
und Konstruktiver Ingenieurbau ausgeschrieben wurden.
Die Kooperationsaufgaben implizierten einen erhöhten, zum Teil doppelten Abgabeumfang. Insgesamt wurde
hiermit das Aufgabenspektrum erweitert, der Leistungskatalog geöffnet
und die Zusammenarbeit zwischen
den Fachsparten unterstützt.
Die Fachsparte Kunst und Bauen wurde in diesem Jahr zur Freien Kunst
modifiziert. Die ebenfalls gestärkte
Jury durfte hierdurch ein außergewöhnliches Spektrum an wertvollen
Beiträgen diskutieren.
Im AIV-Schinkel-Wettbewerb 2013
wird es zudem um die Öffnung und
Stärkung der Fachsparte Technische
Gebäudeausrüstung gehen.

	

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157. Schinkel-Wettbewerb 2012 – AIV zu Berlin
Ideale Realitäten – Potsdam
Pressemitteilung
Beim diesjährigen 157. AIV-SchinkelWettbewerb sind 228 Arbeiten aus
Deutschland, England, Irland, Italien,
Österreich, der Schweiz und sogar aus
den USA von der Jury bewertet worden. Das sind mehr als 520 Teilnehmer und somit das beste Ergebnis der
letzten 32 Jahre, nachdem bereits vor
zwei Jahren mit der Thematik „Neue
Alte Mitte Berlin“ eine Rekordzahl
mit 189 Arbeiten erreicht wurde.
Neben jungen Berufskollegen haben
Studierende von diversen Universitäten mit ihren Entwürfen teilgenommen. Etwa 90 ehrenamtliche Juroren
ermittelten die Sieger für die neun
Fachsparten, Querschnitts- und Kooperationsthemen. 21.500 Euro werden in diesem Jahr an Preisgeldern

zugesprochen. Im Ergebnis sind 14
Preise auf 13 Projekte mit insgesamt
27 Preisträgern aufgeteilt.
Der AIV-Schinkel-Wettbewerb steht
im Zeichen der Förderung der Planungs- und Baukultur. Die Teilnehmer
sind Studierende und junge Absolventen, die höchstens 35 Jahre alt sein
dürfen.
Die Entwürfe des 157. Schinkelwettbewerbes sind vom 12.-16 März 2012,
täglich von 13.00-18.00 Uhr, im Schaufenster der Fachhochschule Potsdam
ausgestellt. Der Eintritt ist frei.
Die feierliche Preisverleihung findet
im Rahmen des Schinkelfestes am
13. März 2012 um 19.00 Uhr in der
Schinkelhalle in der Schiffbauergasse
in Potsdam statt. Die Grußworte bei
diesem Festakt zu Ehren des preußi-

(Luftbild von Potsdam, Stadtverwaltung Potsdam 2012)

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AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2012

schen Baumeisters (Geburtstag von
Karl Friechrich Schinkel am 13. März)
sprechen:
- Gunter Fritsch, Präsident des Landtages Brandenburg und Schirmherr
des Schinkelfestes 2012
- 	Michael Müller, Senator für Stadtentwicklung und Umwelt in Berlin
- 		Jörg Vogelsänger, Minister für
		Infrastruktur und Landwirtschaft im
Land Brandenburg
-		Matthias Klipp, Beigeordneter für
Stadtentwicklung und Bauen in
Potsdam.
Die Festrede hält Prof. Dr. rer. hort.
Klaus Neumann, Landschaftsarchitekt
Berlin.
Es musiziert das „Sax Solenne“ mit
Stipendiaten der Yehudi Menuhin Live
Music Now Berlin e.V.

157. Schinkel-Wettbewerb 2012 – AIV zu Berlin
Ideale Realitäten – Potsdam
Historie
Während der Verein noch in Schinkels
Aufnahmejahr 1829 das „Stegreif-Konkurrieren“ einführte und „Monatswettbewerbe“ austrug, um sie gemeinsam
an Samstagnachmittagen zu erörtern
und die Gewinner mit „Andenken“,
zumeist Buchpreisen, zu honorieren,
wurde der heutige Schinkel-Wettbewerb erst 30 Jahre später erfunden:
Anlass war die Ehrung Schinkels, der
sich durch seinen beruflichen Werdegang und seine beispiellosen Bauwerke bereits zu Lebzeiten auch im
Architektenverein einer besonderen
Verehrung erfreute. Seine Geburtstage
am 13. März, zunächst Anlass für Huldigungen, wurden nach seinem frühen
Tod 1841 für Gedächtniszeremonien
genutzt. 1844 wurde das erste der bis
heute durchgeführten Schinkel-Feste
begangen, dessen Höhepunkt bereits
damals eine Festrede bildete. Neben
den vereinsinternen Vorträgen, Exkursionen und Gesängen (!) stellten
zu dieser Zeit Monatswettbewerbe
als „Übungen zum Entwerfen“ einen
wesentlichen Faktor der wöchentlichen Versammlungen dar. Umso mehr
überraschte es, als nur wenige Jahre
später, 1851, der junge Architekturstudent und spätere Vereins-Bibliothekar Friedrich Adler vorschlug, für
den Baumeisternachwuchs jährlich
eine größere Wettbewerbskonkurrenz unter den Vereinsmitgliedern zu
Ehren Schinkels durchzuführen. Der
Schinkel-Wettbewerb war geboren.
1852 wurde er zwar zum ersten Mal
vereinsintern ausgelobt, die Zeitrechnung aber soll erst mit der ersten
staatlichen Förderung im Jahr 1855
beginnen: Die Siegerpreise für Architektur und Ingenieurbau wurden
auf Weisung des preußischen Königs

	

Friedrich Wilhelm IV. gestiftet, womit
der Wettbewerb mit Gestalt eines
hoch dotierten Staatspreises eine bedeutende Aufwertung erfuhr.
Mit der Ausschreibung der Staatspreise konnten nun auch Studenten und
Absolventen des ersten (Bauführer-)
Examens auf dem gesamten preußischen Staatsgebiet um den Schinkelpreis konkurrieren. Neu war auch
deren Splittung in eine Aufgabe aus
dem Bereich des Land- oder Hochbaus bzw. des Ingenieurwesens, zu
dem Wasser-, Eisenbahn- und Maschinenbau gehörten. Das Preisgeld von
1700 Goldmark (12.000 Euro) war an
eine mehrmonatige Studienreise zu
den klassischen Stätten des Altertums
gebunden, über die nach Rückkehr
Rechenschaft in Form von Vorträgen
oder Bauaufnahmen abzulegen war,
einer der wissenschaftlichen Ansprüche des Vereins. Mit Erteilung des
Staatspreises konnten die prämierten
Arbeiten von der Bauakademie, der
späteren Technischen Hochschule
in Charlottenburg für Examina oder
Diplome anerkannt werden. Für den
Architektenverein gestaltete sich der
Schinkel-Wettbewerb rasch zu einem
vitalen Ereignis. Auf den Schinkel-Festen im eigenen Vereinshaus in der Wilhelmstraße wurden die Preisträger
gekürt und ihre Arbeiten präsentiert.

Förderung
In der Nachfolge der preußischen Könige fördern den AIV-Schinkel-Wettbewerb heute:
- Bundesministerium für Verkehr,
Bau und Stadtentwicklung
- Senatsverwaltung für
Stadtentwicklung Berlin
- Ministerium für Infrastruktur und
Landwirtschaft Brandenburg

AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2012

- Deutscher Beton- und
Bautechnik-Verein e.V.
- Förderverein des Verbandes
Beratender Ingenieure VBI
- Hans-Joachim-Pysall-Stiftung
- DAI Verband Deutscher Architekten- und Ingenieurvereine e.V.
- Verband Restaurator
im Handwerk e.V.
- Baukammer Berlin
- Lenné-Akademie für Gartenbau
und Gartenkultur e.V.
- Schwäbischer Architekten- und
Ingenieurverein Augsburg e.V.
- Vorsitzender des AIV zu Berlin.
In der Summe der Förderungen gibt
es inhaltlich gebundene sowie für alle
benannten Fachsparten verfügbare
und damit aufteilbare Preisgelder: Beispielsweise stellt der Förderverein des
VBI einen Sonderpreis für die beste
Kooperationsarbeit von Ingenieuren
und Architekten zur Verfügung. Die
Hans-Joachim-Pysall-Stiftung zeichnet
eine Schinkelpreisträgerarbeit mit
einem zusätzlichen “Schinkel-Italienreise-Stipendium” aus und knüpft an
den Zweck der ursprünglichen Preisgelder an. Der Verband Restaurator
im Handwerk e.V. sucht nach einem
bewußten Umgang mit historischer
Bausubstanz, die Sonderpreise des
MIL stehen für den Städtebau zur
Verfügung.
Erstmals ging der AIV zu Berlin im
Rahmen des Wettbewerbs 2012 Medienparterschaften mit den zwei Portalen „architekten24“ und „germanarchitects.com“ ein.
Der Wettbewerb wird zur Förderung
der fachlichen Entwicklung junger Planer – Studierende und Absolventen –
ausgeschrieben. Er orientiert sich an
den Regeln der GRW.

	

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157. Schinkel-Wettbewerb 2012 – AIV zu Berlin
Auszüge Aufgabenstellung
Einführung
Nah am Wasser bauen: Im Fokus der
Aufgabenstellung des 157. Schinkelwettbewerbs stand die Stadtmitte
von Potsdam mit ihren heterogenen
Stadtbausteinen von barocker Bebauung, Plattenbauten als Erbe der DDR
und den nach 1989 entstandenen
Neubauten. Die Landeshauptstadt
von Brandenburg zählt zu den prosperierenden Städten in Deutschland.
Die wachsende Nachfrage nach innerstädtischem Wohnraum war Ausgangspunkt der Aufgabenstellung.
Das Wettbewerbsareal an der Havel
– unmittelbar am historischen Zentrum der Stadt gelegen – stellte ein
großes Potential für künftige Entwicklungsprozesse der Stadt dar. Während
das Leitbild des Innenstadtbereichs
durch die Rekonstruktion des historischen Stadtgrundrisses bestimmt ist,
galt es, für die Entwicklung der Stadt
entlang der Havel neue städtebauliche
Visionen zu konzipieren. Dabei sollte
der Umgang mit der Flusslandschaft
eine zentrale Rolle spielen: Wie kann
dieser hochwertige Landschaftsraum
zu einem zentralen Element der städtebaulichen Entwicklung werden, wie
lassen sich diese Landschaftsräume als
Qualität städtischer Entwicklung im
Sinne einer Stadtlandschaft für künftige Planungen nutzen?
Gleichermaßen sollte ein angemessener Umgang mit dem Gebäudebestand
gefunden werden: Es musste abgewogen werden, wie mit den unterschiedlichen, heterogenen Planungsansätzen
im Bereich des Wettbewerbsgebietes
umgegangen werden soll. Wo wird
weiter-, und wo wird rückgebaut,
wie lassen sich die unterschiedlichen
Stadtfragmente vernetzen? Dazu
konnten unterschiedliche städtebauli-

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che Strategien zum Einsatz kommen:
So konnten über ein Leitbild städtebauliche und freiräumliche Interventionen entwickelt werden; denkbar war
auch, über die Definition eines Handlungsrahmens eine allmähliche Transformation des Wettbewerbsbereichs
zu initiieren.
Generell sollten Planungsansätze
prozessorientiert betrachtet werden: Das Denken in Szenarien und
Handlungsoptionen sollte die Planung
auch auf künftige Anforderungen und
Bedingungen mit einem hohen Grad
an Flexibilität reagieren lassen. Unter
dem Titel des Wettbewerbs „Ideale
Realitäten“ wurden innovative und
zukunftsorientierte Beiträge erwartet, die einen paradigmatischen Ansatz
zu den Themen künftiger Wohn- und
Lebenswelten zur Diskussion stellen.

Übergeordnete
Aufgabenstellung
Die geplante Stadt: Als Residenz- und
Garnisonsstadt, Bezirksstadt, bis 1990
als Militärstandort und seit 1990 als
Hauptstadt des Bundeslandes Brandenburg unterliegt Potsdams Stadtstruktur immer wieder umfassenden,
hoheitlich-planerischen
Eingriffen.
Damit ist die Gestalt der Potsdamer
Stadt- und Landschaftsräume immer
auch geprägt durch jeweils zeittypische Stadt-Ideale. Unter diesem Blickwinkel lassen sich im Wettbewerbsareal unterschiedliche Stadt- und
Landschaftsfragmente identifizieren.
Dazu zählen u.a. der Stadtgrundriss
der barocken Altstadt und die späteren Stadterweiterungen, das holländische Viertel, Teile des Havel /
Nuthe-Landschaftsraums, die Freundschaftsinsel, das DDR-Zentrum und
die Wohnsiedlungen Zentrum Süd

AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2012

und Zentrum Ost der 1960-70er Jahre, die Kombination aus Bahnhof und
Shopping-Mall, der Schloss-Neubau
sowie die geplante Rekonstruktion
des Alten Marktes.
Die Teilnehmer des Wettbewerbs waren aufgefordert, sich mit den bestehenden Fragmenten und den dahinter stehenden Vorstellungen zu Stadt
und Landschaft auseinanderzusetzen.
Der Wettbewerbs-Umgriff umfasste
Stadtfelder mit einem jeweils direkten
Bezug zur Havel, zur Alten und zur
Neuen Fahrt. Die Zusammenschau
der Uferbereiche bildet die Potsdamer Stadt-Silhouette.
Das Gebiet wurde gegliedert durch
den Havel/ Nuthe-Landschaftsraum,
der sich aus der Neuen und der Alten
Fahrt, der Nuthe-Mündung, baumbestandenen Uferbereichen sowie der
Freundschaftsinsel
zusammensetzt.
Durch seine zentrale Lage bildet er
ein wichtiges räumliches Identifikationsmerkmal für die Potsdamer
Innenstadt. Gleichzeitig wirkt er als
Barriere zwischen den angrenzenden
Stadtteilen.
Die Beziehung zwischen dem Landschaftsraum und den angrenzenden
Stadtbereichen wirkt an vielen Stellen
zufällig. Es fehlen prägnante und klare
Verbindungen zum Landschaftsraum
sowie zwischen den Stadtarealen
auf den gegenüberliegenden Uferseiten. Eine Querung des Bereichs ist
nur an wenigen Stellen möglich. Die
Übergänge zwischen Stadt- und Landschaftsraum sind überwiegend diffus
ausgebildet. Das Gebiet wurde südlich
und westlich durch breite Verkehrstrassen abgeschirmt. Ihre Dimension
und ihre Kreuzungspunkte verstärken
die Isolation des Areals.

157. Schinkel-Wettbewerb 2012 – AIV zu Berlin
Auszüge Aufgabenstellung
Wettbewerbsgebiet
und Hinweise
Die Abgrenzung des erweiterten
Wettbewerbsgebietes wurde grafisch
dargestellt. Der Wettbewerbsumgriff
fasste Stadtbereiche beiderseits der Havel zusammen und beinhaltete die nachfolgenden fünf Areale (vgl. u.a. Karte)
1 Zentrum Süd
2 Zentrum Ost
3 Bereiche um den Hauptbahnhof
4 Brauhausberg und Speicherstadt
5 Bereich südlich des Lustgartens.
Das Wettbewerbsgebiet liegt im Einflussbereich bzw. in der Pufferzone
der Potsdamer UNESCO-Welterbestätten. Es wird nördlich der Havel
durch das Ufer der Alten Fahrt, die
Nuthestraße, die Berliner Straße, die

Straße Am Kanal und die Straße Am
Lustgartenwall begrenzt und setzt sich
zusammen aus Teilen der Potsdamer
Innenstadt (Zentrum Süd) sowie dem
Bereich unterhalb des Lustgartens.
Ausgespart blieb der im Umbau befindliche Alte Markt mit Nikolaikirche,
dem barockem Rathaus, dem Neubau
Stadtschloss/Landtag und dem ehemaligen Barberini-Palais am Havelufer.
Südlich der Havel wurde das Wettbewerbsgebiet umfasst durch das Ufer
der Neuen Fahrt, die Nuthestraße, die
Friedrich-List-Straße, die Babelsberger Straße und die Leipziger Straße,
ergänzt um den Bereich am Brauhausberg einschließlich der bestehenden
Freizeitanlagen.
Konzeptabhängig konnten die Gebietsgrenzen angepasst werden.

Bereiche und ihre Themen:
- Zentrum Süd: Neuordnung der
sanierungsbedürftigen
Bebauung,
Havelufer, historische Sichtachse
zwischen Langer Brücke und Flatowturm, spezielle Straßenräume,
Arrondierung, Lückenschließung
- Zentrum Ost: Nachverdichtung und
Arrondierung des Gebiets
- Bereich um den Hauptbahnhof: Berücksichtigung der vorhandenen
Sichtbeziehung zwischen Bahnhof
und Innenstadt
- Brauhausberg und Speicherstadt: Erhalt der Freizeitbauten, historische
Speicherbauten
- Bereich südlich des Lustgartens:
Nähe zum historischen Stadtkern
und zum Hotel-Hochhaus; Möglichkeiten zur Überwindung der Bahntrasse als Barriere.

(Karte des erweiterten Wettbewerbgebietes in Potsdam, Google Maps o.M., Grafik AIV Berlin, 2011)

	

AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2012

	

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157. Schinkel-Wettbewerb 2012 – AIV zu Berlin
Auszüge Aufgabenstellung
Aufgabenbereiche
Für den Idenwettbewerb wurde mit
sämtlichen Teilaufgaben zu einer kreativen und mutigen Gestaltung aufgerufen. Ausdrücklich erwünscht waren
unterschiedliche Haltungen und Herangehensweisen sowie der interdisziplinäre Dialog innerhalb der verschiedenen Fachsparten. Gezielt wurden
Kooperationsaufgaben formuliert.

Teilaufgabe Städtebau
„Urbane Ideale und landschaftliche
Vielfalt beiderseits der Havel –
Neue Wohnquartiere am Fluss“
Potsdams Stadtstruktur ist an vielen
Stellen durch eine Überlagerung unterschiedlicher
Idealvorstellungen
gekennzeichnet. Entlang der innerstädtischen Uferbereiche sollten sich
die Teilnehmer mit den bestehenden
Siedlungsfragmenten und den damit
verknüpften Vorstellungen zu Stadt
und Landschaft auseinandersetzen.
Ziel war die Entwicklung eines
städtebaulichen Konzeptes, das die
öffentlichen Uferbereiche frei hält, ggf.
neu ordnet und dabei die Innenstadt
und die angrenzenden Vorstädte
stärker miteinander verbindet. Neben
einer besseren Vernetzung der Ufer
sollten beiderseits der Havelinsel
vielfältige Quartiere mit eigener
Identität entstehen. Dazu waren
jeweils zeitgemäße Ordnungen und
Typologien zu entwickeln:städtisch dicht,
mit einer Mischung von Wohnen und
wohnnaher Arbeitsformen, nachhaltig,
ohne denkmalhafte Rekonstruktion,
eingebettet in qualitätvolle Freiräume.

der Aufbau von Beziehungen zwischen dem Landschaftsraum und den
angrenzenden Stadtbereichen, die
Verbesserung der Vernetzung zwischen der Potsdamer Kernstadt und
ihren südöstlich liegenden Vorstädten, die Überprüfung und Ergänzung
der bestehenden Stadtsilhouette, die
Entwicklung eines durchgängig öffentlichen Uferraums als Abfolge von
Abschnitten mit jeweils prägnanten
Eigenarten, die Überprüfung der Dimensionierung der Verkehrstrassen
und der Kreuzungssituationen sowie
eine Attraktivierung der Unterquerungen von Brücken.
Zu den quartiersbezogenen Handlungsansätzen gehörten: die Entwicklung von möglichst unterschiedlichen
Quartieren mit jeweils eigenständigen
stadträumlichen Qualitäten und Atmosphären unter Einbeziehung der
jeweils unterschiedlichen Eigenarten
des Kontextes, die Akzentuierung
von Nahtstellen zwischen den unterschiedlichen Quartieren sowie zwischen Quartier und Uferbereichen
(Ausbildung von Übergängen und
Schwellen), die Schaffung eines Angebots an unterschiedlichen Typologien,
Vorschläge zur Nutzungsmischung,
der Umgang mit dem fließenden und
ruhenden Verkehr.

Kooperationsaufgabe
Städtebau - Landschaftsarchitektur
„Die (ideale) Landschaftsstadt“

Zu den möglichen stadträumlichen
Handlungsansätzen gehörten:

Die integrierte Betrachtungsweise von Stadt und Landschaft, wie sie
sich im Verschönerungsplan von Lenné ausdrückt, sowie die Verbindung

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AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2012

ökonomischer, ästhetischer und ökologischer Belange, wie sie Lenné in
der Feldflur umsetzte, sind heute von
größter Aktualität. (...)
Die Kooperationsaufgabe suchte das
Anknüpfen an die Planungshaltung von
Lenné, die die Stadt Potsdam so maßgeblich geprägt hat. Die Herausforderung lag in der Weiterentwicklung
dieser Haltung, bezogen auf heutige
Erfordernisse und Ansprüche des
Städtebaus und des Freiraums im
Wettbewerbsgebiet.
Dabei war innerhalb des Gesamtkonzeptes zu entscheiden, ob und welche Faktoren, ökologische, räumlichästhetische, ökonomische und/ oder
soziale Priorität haben. Zu berücksichtigen waren veränderte Wahrnehmungs- und Nutzungsgewohnheiten
des öffentlichen Raums und des Freiraums. Zu bedenken waren auch die
heutigen vielfältigen, differenzierten
Ansprüche an das Lebensumfeld, an
Wohnen, Arbeiten, Freizeit und Kultur. Zu untersuchen war, wie sich ökologische Anforderungen in das Gebiet
integrieren lassen: allein als ein Teil
baulicher Maßnahmen (energieffizientes Bauen) oder als ein umfassenderer Blick, der in diesem Falle genauer
darzustellen war.
Zusammenfassend wurde ein Konzept erwartet, das zu einer Qualifizierung des Wettbewerbsgebietes mit
der Havel als seinem Zentrum führt.
Dies konnte über die Entwicklung
eines Leitbildes durch städtebauliche
und freiräumliche Interventionen geschehen oder über die Definition eines Handlungsrahmens, der zu einer
allmählichen Transformation beiträgt.
Auch im letzten Fall war eine über
Diagramme hinausgehende räumliche
Visualisierung gefordert.

157. Schinkel-Wettbewerb 2012 – AIV zu Berlin
Auszüge Aufgabenstellung
Teilaufgabe
Landschaftsarchitektur
“Zwischen Hauptbahnhof und NutheMündung – ein Freiraumentwurf am
südlichen Havelufer“
Der Havelraum im Innenstadtgebiet
von Potsdam war aus der Perspektive Landschaft heraus zu qualifizieren.
Dies beinhaltete vorallem Ideen zur
Verknüpfung von Landschafts- und
Stadtraum sowie Ideen für die Zwischenräume der heterogenen Stadtbereiche. Dabei sollte der Fokus der
übergeordneten Untersuchung auf
das südliche Ufer der Havel gelegt
werden. Zwischen der Nuthestraße
und der neu entstehenden Speicherstadt war der Uferraum mit seinen
visuellen Bezügen und seinen Wegeverbindungen zu betrachten und zu
qualifizieren. Dazu gehörten die Verknüpfungen vom Uferraum in die angrenzenden Stadt- und Landschaftsbereiche: zur Siedlung „Zentrum Ost“
am Humboldring, zur Speicherstadt
mit dem Brauhausberg, zur nördlich
des Bahnhofareals verlaufenden Nuthe und zur Freundschaftsinsel mit
einer möglichen Fußgängerbrücke.
Aufgabe: Ausgehend von dieser Untersuchung sollte vertiefend der Freiraum nördlich des Potsdamer Hauptbahnhof bearbeitet werden. Für die
derzeit räumlich und funktional unbefriedigende Situation am Übergang
zum Landschaftsraum der Havel war
ein Park zu entwerfen. Zu berücksichtigen waren dabei die heterogenen
Grenzen des Gebietes und insbesondere der Bezug zu den verschiedenen
landschaftsräumlichen Situationen –
der Uferbereich der Havel und der
Ufer- und Mündungsbereich der Nu-

	

the mit dem naturnahen Waldgebiet
nördlich des Flußlaufes.
Diese stehen derzeit im starken Kontrast zu dem verkehrlich geprägten
Bahnhofsvorfeld. Im derzeit gültigen
Bebauungsplan ist ein Baufeld nördlich des Bahnhofs an der Babelsberger
Straße ausgewiesen. Ob und in welcher Dimension hier eine Bebauung
am Übergang zum Nuthetal und zur
Havel verortet werden sollte, war
Teil der Aufgabe und entsprechend zu
begründen. Einzuschließen darin war
eine Aussage zur Babelsberger Straße. In diesem Kontext war eine zeitgemäße landschaftsarchitektonische
Lösung zu formulieren, welche die Situation nachhaltig qualifiziert und eine
eigenständige Haltung innerhalb der
heterogenen landschafts- wie stadträumlichen Fragmente findet.

Teilaufgabe Architektur
„Weiter Wohnen“
Potsdam wächst. Es galt, die hohe
Nachfrage an Wohnraum als Motor
der Stadtentwicklung im Potsdamer
Süden zu betrachten.Von den Teilnehmern wurde eine grundlegende, konzeptionelle Auseinandersetzung mit
dem Thema Wohnen erwartet: Wohnen sollte mit seinen unterschiedlichen Facetten vor dem Hintergrund
des gesellschaftlichen Wandels ausgelotet werden, um innovative Formen
des Wohnens zu entwickeln. Unter
den Stichworten Mehrgenerationenwohnen, temporäres Wohnen, familienorientiertes Wohnen, Integration
von Wohnen und Arbeiten etc. sollten
neue Typologien erforscht und erfunden, aber auch bewährte Wohnformen
weiter entwickelt werden, um die An-

AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2012

sprüche künftiger (Wohn-) Generationen erfüllen zu können. Dabei war
ebenso nach programmatischen Ansätzen zum Thema urbane Mischung
zu fragen, die zunehmende Segregation der Städte zu berücksichtigen,
neue Trägermodelle und Nachhaltigkeit im Wohnungsbau zu diskutieren.
Der Übergang zwischen dem privaten
Raum des Wohnens zum öffentlichen
Raum der Stadt war sorgfältig zu bearbeiten.
Das erweiterte Wettbewerbsgebiet
beinhaltete die bereits fachübergreifend beschriebenen fünf unterschiedlichen Areale.
Auch für die Architektur galt es, die
jeweiligen innovativen Potentiale der
genannten Areale zu untersuchen und
zu bewerten. Auf dieser Basis war die
Wahl eines Schwerpunkts zu begründen, der die spezifischen Bedingungen
eines Standorts mit einer visionären, zukunftsfähigen Konzeption zum
Thema Wohnen verbindet. Bei der
Entwicklung der Wohntypologien relevante Parameter wie Öffentlichkeit/
Privatheit, Gemeinschaftseinrichtungen/ Individualflächen, temporäres/
dauerhaftes Wohnen etc. waren qualitativ genau zu beschreiben (dazu waren die Programmbausteine Wohnen
mit den Quartiersbaustein „Gästehaus der Stadt Potsdam“ als Beitrag
zum Thema „Temporäres Wohnen“
zu vergleichen).
Bei der vertiefenden Bearbeitung
der Aufgabe sollten unterschiedliche
methodische Herangehensweisen geprüft werden: So war die Entwicklung
von Wohnungs-Prototypen und deren Platzierung und Adaptierung am
jeweiligen Standort genauso möglich
wie die umgekehrte Strategie, spezifische Wohnungstypologien aus den

	

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157. Schinkel-Wettbewerb 2012 – AIV zu Berlin
Auszüge Aufgabenstellung
Rahmenbedingungen des Kontexts
abzuleiten. So sollte es auch möglich
sein, sich nach eingehender Betrachtung der städtebaulichen Gesamtsituation entweder für die Bearbeitung
eines der Quartiere zu entscheiden
oder aber ein dezentrales Konzept
punktueller Interventionen an verschiedenen Standorten zu verfolgen.

Teilaufgabe
Konstruktiver Ingenieurbau
„Neue Fuß- und Radwegverbindung
über die Havel an der Mündung zur
Vorderkappe “

Nachhaltige Quartiersgestaltung: Den
künftigen Anforderungen war durch
ein zukunftsweisendes Konzept zur
Schonung energetischer und natürlicher Ressourcen zu begegnen. Hier
galt es, einen integralen Ansatz in Abstimmung mit dem städtebaulichen
und entwurflichen Gestaltungskonzept zu entwickeln.
Der Grundgedanke einer nachhaltigen Quartiersentwicklung sollte
in der Bewertung der zur Auswahl
stehenden Areale und der gestalterischen und technischen Konzeption
der Wohnformen umgesetzt werden.
Es waren auf der Makro- und Mikroebene zukunftsweisende Lösungen
zu entwickeln, die unter Abwägung
der ökologischen, ökonomischen und
sozio-kulturellen Aspekte zu einem
qualitativ hochwertigen Wohnen bei
gleichzeitiger Schonung von Ressourcen führen. Die zum Teil widersprüchlichen Gütekriterien Wirtschaftlichkeit, Energieeffizienz und Komfort
waren neu zu bewerten und zu einem
Optimum abzustimmen.

Hier war eine neue Fußgänger- und
Radbrücke zur Überquerung der Havel im Südwesten der Innenstadt an
der Mündung zur „Vorderkappe“ zu
entwickeln, wodurch die Speicherstadt Brauhausberg mit dem Schiffsanleger südlich des Lustgartens und
Richtung Westen mit dem Potsdamer
Hafen verbunden wird.
Der besondere Ort forderte besondere Aufmerksamkeit in der Gestaltung und Filigranität der Brückenkonstruktion. Die verschiedenen
Aussichtspunkte für Blicke in die
Landschaft und auf die Potsdamer
Stadtsilhouette sind ein wesentliches
Element der Potsdamer Kulturlandschaft. Die Sichtachsen zwischen dem
Brauhausberg und dem Park Sanssouci verlaufen direkt über dem vorgesehenen Brückenstandort und waren
unbedingt in der Gestaltung der neuen
Brücke zu berücksichtigen. Es entstehen von der neuen Brücke aus neue
Blickbezüge zurück auf die Stadt und
in die Wasserlandschaft der Vorderkappe. Die hier zu planende Fuß- und
Radwegbrücke bildet sowohl für den
Nutzer als auch für den Betrachter
der Verbindung ein einmaliges Erleben
der städtischen Landschaft Potsdams.
Gleichzeitig kann, bedingt durch die
exponierte Lage, ein neues Wahrzeichen für Potsdam entstehen.
So sollten die vielfältigen Ausblicke
und Ansichten auf die Brücke bei der
Entscheidungsfindung zur Gesamtgestalt und zur Ausgestaltung der Details
eine sehr hohe Priorität bekommen.

8

AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2012

Kooperationsaufgabe
Techn. Gebäudeausrüstung
mit Architektur
und Städtebau
„Nachhaltige Quartiersgestaltung
– nachhaltige Wohnwelten“

Kooperationsaufgabe
Konstruktiver Ingenieurbau
mit Architektur, Städtebau
und Landschaftsarchitektur
„Eine Fußgänger- und Radwegverbindung beider Havelufer als Brücke
oder Brückenzug“
Das Ziel dieser Kooperationsaufgabe war, in Zusammenarbeit zwischen
Bauingenieuren des Konstruktiven
Ingenieurbaus und Architekten, Städtebauern und oder Landschaftsarchitekten einen Entwurf kooperativ zu
entwickeln. Dabei war ausdrücklich
gewünscht, dass der dem Entwurf
zugrunde gelegte Standort aus einem städtebaulichen Gesamtkonzept
gemeinsam anhand analytisch-programmatischer, gestalterischer und
ingenieurtechnischer Überlegungen
abgeleitet wird.
Der besondere Reiz der Stadt am
Wasser sollte sich widerspiegeln in
einem innovativen und zugleich sensibel auf die örtlichen Randbedingung
eingehenden Entwurf, der in Übereinstimmung mit dem Gesamtentwurf
die „Identität von Ort und Bauwerk“
in Planung, Konstruktion und Material
unterstützt. Somit sollten Lösungen
aus den Gegebenheiten von Topographie und Landschaft, Historie des Ortes und Genius Loci hergeleitet sein.
Im Abschnitt „Ideale Verbindungen
– Zielsetzung“ werden als Hilfestellung für die selbst zu bestimmenden
Standorte die Rahmenbedingungen
von drei denkbaren Bereichen mit ihren unterschiedlichen Verknüpfungsmöglichkeiten zu den verschiedenen
„Vertiefungsbereichen“ beschrieben.

157. Schinkel-Wettbewerb 2012 – AIV zu Berlin
Auszüge Aufgabenstellung
Teilaufgabe Verkehrswesen:
Straßenbau
„Umgestaltungskonzept für die Bundesstraße 1 (Am Kanal/ Berliner Str.)
Erwartet wurde ein Umgestaltungskonzept mit stadträumlichen Qualitäten für den Straßenzug Am Kanal/ Berliner Straße unter Berücksichtigung
der bestehenden und der zukünftigen
verkehrlichen Funktionen sowie unter Berücksichtigung der Wiederherstellung des Stadtkanals mit folgenden
Schwerpunktsetzungen: gute Erreichbarkeit und Erschließung für Fußgänger und Radfahrer, gute Erschließung
durch den ÖPNV unter besonderer
Berücksichtigung
mobilitätseingeschränkter Personen, gute Erreichbarkeit und Erschließung für den MIV
einschließlich der Berücksichtigung
der Anforderungen im ruhenden Verkehr sowie Umgestaltungskonzept für
die Knotenpunkte Am Kanal/ Berliner
Straße und Am Kanal/ Yorckstraße/
Friedrich-Ebert-Straße.

sen, andererseits auf Straßenbahntrassen verkehren können, um einen
durchgehenden Schienennahverkehr
zwischen der Potsdamer Innenstadt
und dem Potsdamer Umland zu ermöglichen.Welche Strecken/ Korridore in das mit Mehrsystemfahrzeugen
bediente System einbezogen werden,
war anhand sinnvoll gewählter Kriterien – wie verkehrlicher Nutzen, baulicher Aufwand etc. – abzuleiten und
nachvollziehbar zu begründen. Denkbar waren hier u. a. Lösungen im unmittelbaren Potsdamer Umfeld als
auch solche, die sich beispielsweise
in den Bereich Teltow/ Kleinmachnow/ Stahnsdorf bis nach Berlin oder
zum Flughafen „BBI - Willy Brandt“
erstrecken. Die erforderlichen infrastrukturellen und ggf. fahrzeugseitigen
Maßnahmen waren im Rahmen einer
Vorentwurfsplanung darzustellen.

Querschnittsthema
Denkmalpflege
„Kulturerbe weiterdenken“

Teilaufgabe Verkehrswesen:
Eisenbahnbau
„Mit Mehrsystem-Fahrzeugen in die
Potsdamer Innenstadt“
Potsdam verfügt schon heute über ein
vielfältiges Nahverkehrsangebot.Trotz
der bestehenden „Schnittstellen“ zwischen den städtischen Verkehrsmitteln
einerseits und der S-Bahn bzw. dem
Regionalverkehr andererseits sollte
der öffentliche Nahverkehr zwischen
Bahn und innerem Stadtverkehr noch
attraktiver werden. Gefragt war ein
Vorschlag für ein Verkehrssystem auf
der Basis von Mehrsystemfahrzeugen,
welche einerseits auf Eisenbahntras-

	

Die Stadt Potsdam hat in den letzten
20 Jahren heftige Auseinandersetzungen um Denkmalschutz und Stadtentwicklung erlebt. Mit der Altstadt und
den Welterbestätten der Preußischen
Schlösser und Gärten sind besondere
Voraussetzungen und erhöhte Denkmalschutzauflagen für jeden Eingriff
gegeben. Der Sonderpreis für Denkmalpflege verstand sich als integraler
Bestandteil der Wettbewerbsaufgaben
der einzelnen Fachsparten. Zwar geht
es im Denkmalschutz vorrangig um
Bewahrung, Erhalt und Pflege der vorgefundenen geschützten oder schützenswerten Substanz aller Zeitschichten, doch muss auch weitergedacht

AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2012

und -gebaut werden. Gesucht wurde
eine Arbeit, die sich im Rahmen der
Wettbewerbsaufgaben, gleich aus welcher Fachsparte, in besonderem Maße
mit dem baulichen sowie stadt- und
landschaftsräumlichen
Kulturerbe
auseinandersetzt und dieses nicht nur
respektiert, sondern auch durch den
Entwurf in Wert setzt.

Teilaufgabe Freie Kunst
„Freier Eingriff“
Wie sehen Künstler die Stadt der Wissenschaften, das politische Zentrum
Brandenburgs, die Stadt der Schlösser
und Gärten, in der sich etliche Schichten der Historie überlagern? Sie waren aufgefordert, im Zentrum der
Stadt – beidseits der Freundschaftsinsel – ihre Ideen zu formulieren. Dies
konnte in allen Medien und Formaten
geschehen, die zum gegenwärtigen
Spektrum der Bildenden Kunst zählen: Malerei, Performance, Installation,
Film, Klangkunst u.v.m.
Potsdam steht für Wandel: seine älteste Geschichte reicht weit in das vorige Jahrtausend hinein, seine neueste
ist geprägt von der Neuerfindung der
Schlösser- und Seenstadt nach dem
Mauerfall. Manche Bereiche harren
zu weiten Teilen ihrer Ausformung. In
der Schiffbauergasse ist ein Anfang für
die Verknüpfung Potsdams mit dem
lebendigen Strom der Gegenwartskunst gemacht. Für Potsdam als „junge Stadt“ sollten neue Perspektiven
formuliert und experimentelle Formate genutzt werden. Es ging nicht
um „Kunst im öffentlichen Raum“,
sondern um Positionen, die in einen
Dialog mit der Stadt und Wandlungsprozessen treten.

	

9

157. Schinkel-Wettbewerb 2012 – AIV zu Berlin
Jury Ergebnisse
Insgesamt standen 228 registrierte
Arbeiten zur Diskussion.
Vom 20.-24. Februar 2012 wurden
diese von Vorprüfern, den Mitgliedern
des Schinkel-Ausschusses und Gastpreisrichtern geprüft und diskutiert.
Nach eingehender Erörterung der
von den Fachjuroren zur Auszeichnung vorgeschlagenen Arbeiten fasst
der Ausschuss am 25.02.2012 für die
einzelnen Fachsparten und Kooperationsgebiete mehrheitlich folgende
Beschlüsse:

Städtebau
In der Fachgruppensitzung wurden 87
Arbeiten juriert, davon 3 Beiträge in
Kooperation mit der Fachsparte Architektur, 5 Beiträge in Kooperation
mit der Fachsparte Landschaftsarchitektur sowie ein Beitrag in Kooperation mit der Fachsparte Konstruktiver
Ingenieurbau. Hiervon werden drei
Arbeiten prämiert. An die Fachsparte
gehen ein Schinkelpreis in Höhe von
2.500 € sowie zwei Sonderpreise des
Ministeriums für Infrastruktur und
Landwirtschaft des Landes Brandenburg jeweils in Höhe von 1.500 €.

Landschaftsarchitektur
In der Fachgruppensitzung wurden
54 Arbeiten juriert, davon 5 Arbeiten als Kooperationsbeiträge mit
der Fachsparte Städtebau. Vier Preise
werden an drei Arbeiten verliehen: An
eine Arbeit gehen der Schinkelpreis in
Höhe von 2.500 € zzgl. das „SchinkelItalienreise-Stipendium“ gestiftet von
der Hans-Joachim-Pysall-Stiftung in
Höhe von 2.500 €. Weiterhin werden
in der Fachsparte der Sonderpreis
der Lenné-Akademie für Gartenbau
und Gartenkultur e.V. in Höhe von
1.000 € sowie der Sonderpreis eines
Reisestipendium nach Augsburg, gestiftet vom SAIV Augsburg, in Höhe
von 500 € vergeben.

Kooperation Architektur –
Konstruktiver Ingenieurbau
In der Fachgruppensitzung wurden 8
Arbeiten juriert, davon 1 Beitrag in
Kooperation mit dem Städtebau sowie 7 Beiträge in Kooperation mit
Architektur. Hier wird einer Arbeit
der Sonderpreis gestiftet vom Förderverein des Verbandes Beratender
Ingenieure VBI in Höhe von 2.000 €
zugesprochen.

Konstruktiver Ingenieurbau
In der Fachgruppensitzung wurden 9
Arbeiten juriert. Keiner Arbeit wird
ein Preis zugeteilt, nachdem bei der
von der Fachjury vorgeschlagenen Arbeiten mehrheitlich von einer Preisvergabe abgesehen wurde.

Verkehrswesen Straßenbau
In der Fachgruppensitzung wurden 2
Arbeiten juriert. Hiervon wird eine
Arbeit mit dem von der Baukammer
Berlin in Höhe von 1.000 € gestifteten Sonderpreis ausgezeichnet.

Verkehrswese Eisenbahnbau
In der Fachgruppensitzung wurden 3
Arbeiten juriert. Hiervon wird eine
Arbeit mit dem Sonderpreis gestiftet
vom Deutschen Beton- und Bautechnik-Verein e.V.in Höhe von 1.000 €
prämiert.

Architektur

Freie Kunst

Hier gab es keine gesonderten Arbeiten zu jurieren.

In der Fachgruppensitzung wurden 54
Arbeiten juriert, davon 3 Arbeiten in
Kooperation mit der Fachsparte Städtebau. Davon werden zwei mit jeweils
einem Anerenungspreis in Höhe von
1.000 € ausgezeichnet.

In der Fachgruppensitzung wurden 11
Arbeiten juriert. Zwei Arbeiten werden ausgezeichnet. Hierhin gehen ein
weiterer Sonderpreis gestiftet vom
Deutschen Beton- und BautechnikVerein e.V. in Höhe von 1.000 € sowie
dem Sonderpreis gestiftet vom Verband Restaurator im Handwerk e.V.
in Höhe von 1.500 €.

10

AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2012

Querschnittsthemen
Denkmalpflege und
Techn. Gebäudeausrüstung

157. Schinkel-Wettbewerb 2012 – AIV zu Berlin
Preisträger
Städtebau

Landschaftsarchitektur

Verkehrswesen Straßenbau

Seite 12-15

Seite 16-19

Seite 24

Schinkelpreis

Schinkelpreis

in Höhe von 2.500 Euro
Shaghajegh Einali, Thomas Hartmann
Dresden,TU

in Höhe von 2.500 Euro

Sonderpreis gestiftet von
der Baukammer Berlin

Sonderpreis gestiftet vom
Ministerium für Infrastruktur
und Landwirtschaft

in Höhe von 2.500 Euro
Sebastian Pietzsch, Martin Reil
Dresden,TU

in Höhe von 1.500 Euro
Isabel Finkenberger
Köln

Sonderpreis gestiftet vom
Ministerium für Infrastruktur
und Landwirtschaft
in Höhe von 1.500 Euro
Michael Strobelt, Simon Palme
Dresden,TU

Architektur
Seite 20-21

Schinkel-ItalienreiseStipendium gestiftet von der
Hans- Joachim-Pysall-Stiftung

Sonderpreis gestiftet von der
Lenné-Akademie für Gartenbau und Gartenkultur e.V.
in Höhe von 1.000 Euro
Sebastian Sowa
München,TU

Verkehrswesen Eisenbahnbau

Sonderpreis Reisestipendium
nach Augsburg gestiftet vom
SAIV Augsburg

Sonderpreis gestiftet vom
Deutschen Beton- und
Bautechnik-Verein e.V.

in Höhe von 500 Euro
Susi Hübner, Verena Pfeil
Dresden,TU

in Höhe von 1.000 Euro
Stefan von Mach, Emmanuel Thuillier
Berlin,TU

Kooperation Architektur –
Konstruktiver Ingenieurbau

Freie Kunst

Seite 22-23

Anerkennungspreis
in Höhe von 1.000 Euro
Mattila Mastaglio, Daniel Güthler
Berlin,TU

Sonderpreis gestiftet vom
Förderverein des Verbandes
Beratender Ingenieure VBI

Anerkennungspreis

in Höhe von 2.000 Euro
Rico Wittke, Ole Brügmann,
Krischan Hubert, Sören Janson
Hamburg, HCU

in Höhe von 1.000 Euro
Julian Pommer, Hagen Schmidt
Berlin, UdK

in Höhe von 1.000 Euro
Juliane Herklotz, Tobias Wertheimer
Sascha Grundmann, Stephan Meinusch
Potsdam, FH

Seite 25

Seite 26-27

Sonderpreis gestiftet vom
Deutschen Beton- und
Bautechnik-Verein
in Höhe von 1.000 Euro
Karoline Liedtke, Sigurd Larsen
Berlin

Sonderpreis gestiftet vom
Verband Restaurator im
Handwerk e.V.
in Höhe von 1.500 Euro
Robert Patz
Berlin, UdK

	

AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2012

	

11

Städtebau – Ideale Realitäten

Schinkelpreis

Aus der Niederschrift der Jury

in Höhe von 2.500 Euro

Shaghajegh Einali
Thomas Hartmann
Dresden,TU

Die Verfasser benennen ihre Arbeit
„Arkadische Stadtlandschaft“ und bieten einen Kooperationsbeitrag Städtebau - Landschaftsarchitektur.
Die landschaftsräumliche Grundidee
wird von der Jury hoch eingeschätzt,
den Schlosspark von Babelsberg bis in
die Mitte Potsdams und parallel zur
Havel bis zur Neuen Fahrt zu verlängern. Dazu muss die Trennwirkung
der Babelsberger Schnellstrasse/ Autobahnzubringer nachdrücklich verringert werden.
Folgerichtig und überzeugend sollen
nordöstlich der Nuthe-Mündung vier
eigenständige kleinere Quartiere als
eine „Waldstadt“ entstehen, die den
Babelsberger Wohnstadtteil bis in den

12

AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2012

neuen Nuthe-Park mit einer „guten
Adresse“ verlängert.
Die Vorzone des Potsdamer Hauptbahnhofs wird mit unterschiedlicher
Bebauung, geschlossen zum Bahnhof
hin und richtigerweise offen zum
Nuthe-Park versehen, dabei ist ein
neuer Gewerbe-Einkaufsschwerpunkt
attraktiv an die Lange Brücke gesetzt.
Als Schwerpunkt der entwickelten
Stadtbau-Konzeptionen ist Umbau und
Nachverdichtung des „Kanalviertels“
vorgeschlagen, für das eine Sanierung
der DDR-Bauten ohnehin erfolgen
soll: Wohnbauverdichtung in den inneren Höfen und ein langer Wohnriegel hin zur Havel. Entscheidend ist die
Attraktivierung einer breiten vorgelagerten Uferzone hin zur Alten Fahrt
durch eine Doppelbaumreihe.

Städtebau – Ideale Realitäten

Schinkelpreis

Überzeugend erscheint auch die
Führung einer direkten Geh- und
Rad-Verbindung von der Berliner
Vorstadt durch das Kanalviertel über
die Freundschaftsinsel bis zum Bahnhofseingang mit einer abwechslungsreichen Folge von Alleen, Brücken und
kleinen Plätzen. So wird die zentrale
Funktion des Bahnhofs in der Innenstadt gestärkt. Bei diesen Siedlungsschwerpunkten ist es richtig, auf eine
weitere Wohnentwicklung im Kleingartengelände südlich der Bahnlinie
am Hinzberg zu verzichten, sodass
hier langfristig die Wiederherstellung
des Alten Lustgartens mit dem Wiederaufbau des Stadtschlosses möglich
erscheint. Zusammengefasst, eine sehr
maßstäbliche Erweiterungskonzeption
für die südliche Innenstadt Potsdams.

	

Shaghajegh Einali
Thomas Hartmann
Dresden,TU

AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2012

	

13

Städtebau – Ideale Realitäten

Sonderpreis gestiftet vom
Ministerium für Infrastruktur
und Landwirtschaft

Aus der Niederschrift der Jury

Isabel Finkenberger
Köln

Die Verfasserin der Arbeit „Follies &
Co“ identifiziert die nördlich und südlich der Havel liegenden Stadtteile als
Sammlung von Fragmenten mit jeweils
zeitgebundenem baulichen Ausdruck.
Statt zu versuchen, ihre Unterschiedlichkeit in einem idealen Plan zu verwischen, plädiert sie für ein behutsames, differenzierendes Vorgehen. Mit
den Eingriffen ist stets eine besondere
Sensibilität für den Kontext, aber auch
zeitgenössisches Interpretationsvermögen verbunden.
Für die einzelnen Stadtbereiche werden jeweils spezifische Interventionen
entwickelt, die neben einer Verbesserung der stadträumlichen Qualitäten
stets auch eine sinnvolle Ergänzung

14

AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2012

in Höhe von 1.500 Euro

der bestehenden Nutzungen intendieren. Die ergänzend vorgeschlagenen
städtebaulichen Akzente sind nachvollziehbar, im Bereich „Am Kanal“
aber in ihrer Maßstäblichkeit zu überprüfen. Besonders hervorzuheben ist
der Entwurf für die Speicherstadt, der
das Potential einer alternativen Planung für diesen Bereich aufzeigt.
Vermisst werden eine Übertragung
des Entwurfsansatzes auf das Zentrum
Ost sowie eine klare Haltung zum Havel- und Nutheraum. Die stadtteilbezogenen Eingriffe werden durch eine
Reihe von Verknüpfungen in ein übergeordnetes Wegenetz eingebunden.
Dabei stehen ihre Anschlusspunkte
und der Grad an Zurückhaltung bei
ihrer Ausbildung aber im Widerspruch
zur ihrer stadträumlichen Bedeutung.

Städtebau – Ideale Realitäten

Aus der Niederschrift der Jury
Gewählt wird ein bestandsorientierter Ansatz zur Weiterentwicklung der vernachlässigten havelnahen
Stadtgebiete „Neue Bahnhofsstraße“,
„Nuthequartier“, „Kanalquartier“. Vorgefundene Qualitäten sollen baulich
ergänzt und gestärkt werden, um die
drei Gebiete als eigenständige Quartiere in der Stadt erlebbar zu machen.
Für die neue Bahnhofsstraße werden
eine funktionsgemischte Neubebauung mit Büros zur Straße und Bahn
sowie Wohnen zum Park vorgeschlagen. Ein neuer Bahnhofplatz soll ein
angemessenes Stadtentrée schaffen.
Um das räumlich ungeordnete Nuthequartier zur Havel hin zu orientieren,
wird die Entwicklung eines Bandes mit

	

öffentlichen Funktionen vorgeschlagen. Eine Abfolge öffentlicher Räume
endet an der Havel an einer Marina
mit Stadtplatz und angrenzenden Cafés und Restaurants. Im Kanalquartier
werden bestehende Strukturen ebenfalsl baulich ergänzt und neue öffentliche Räume entwickelt. Diese laden
zum Flanieren ein und ermöglichen
die Nord-Süd-Verbindung zwischen
Innenstadt, Freundschaftsinsel und
Bahnhof. Die Punkthäuser im Osten
verleihen dem Quartier eine markante und moderne Wasseransicht.
Der Arbeit gelingt es, in den drei Quartieren neue städtebauliche Qualitäten,
bislang fehlende Orientierungen und
ein schlüssiges Gesamtbild zu entwickeln. Der zentrale Landschaftsraum
wird weiterhin großzügig gefasst.

AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2012

Sonderpreis gestiftet vom
Ministerium für Infrastruktur
und Landwirtschaft
in Höhe von 1.500 Euro

Michael Strobelt
Simon Palme
Dresden,TU

	

15

Landschaftsarchitektur – Ideale Realitäten

Schinkelpreis

Aus der Niederschrift der Jury

in Höhe von 2.500 Euro

Schinkel Italienreise
Stipendium gestiftet
von der Hans Joachim
Pysall Stiftung
in Höhe von 2.500 Euro

Der Entwurf „Stadtmosaiken“ integriert auf überzeugende Art den
Nuthepark in die Potsdamer Kulturlandschaft. Mit einem raumbildenden
Gesamtkonzept werden Havelufer,
Freundschaftsinsel und der Park Babelsberg zusammengefügt.Einheitliche,
spezifisch gestaltete Wege ergänzen
das bestehende Wegenetz und bilden
den gewünschten Zusammenhang
der unterschiedlichen Stadtbereiche.
Auch das Ufer der Alten Fahrt wird in
die Wegekonzeption mit einbezogen.

Sebastian Pietzsch
Martin Reil
Dresden,TU

Die Arbeit „Stadtmosaiken“ gliedert
den Nuthepark in drei Bereiche: die
Rasenterrassen als „urbaner Filter“
ausgehend vom Hauptbahnhof, den

16

AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2012

Wiesenpark als frei bespielbares Zentrum und den am Bestand orientierten Waldpark an der Nuthemündung.
Eine lockere Bebauung wird gemäß
B-Plan nördlich der Babelsberger
Straße angeordnet. Das Wohnquartier im Zentrum Ost wird mit neuen
fließenden Wegeführungen stärker in
die Landschaft eingebunden und damit aufgewertet.
Der Nuthepark, mit seinen gut proportionierten, von steinernen Kanten
gefaßten Terrassen, bietet die Möglichkeiten für verschiedene Aktivitäten,
und ein landschaftlich geführter Uferweg mit sinnvoll platzierter Brücke
zur Freundschaftsinsel ist unaufgeregt
und angemessen eingefügt. Der Abschluss zur Langen Brücke wird vom

Landschaftsarchitektur – Ideale Realitäten

Schinkelpreis

Preisgericht kritisch beurteilt, ebenso
der sehr zurückhaltende Übergang
vom Bahnhofseingang zum Park.
Insgesamt findet die Arbeit aber eine
stimmige Balance zwischen intensiv
gestalteten und extensiven Parkbereichen. Der Entwurf ist harmonisch
eingefügt und bildet eine gelungene
Antwort für diesen Stadtraum.

Schinkel Italienreise
Stipendium

Sebastian Pietzsch
Martin Reil
Dresden,TU

	

AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2012

	

17

Landschaftsarchitektur – Ideale Realitäten

Sonderpreis gestiftet von
der Lenné-Akademie
für Gartenbau und
Gartenkultur e.V.

Aus der Niederschrift der Jury

Sebastian Sowa
München,TU

Der Entwurf „Erinnerungen durch
die Mark Brandenburg“ greift das
Thema der Obstlandschaften an den
Havelhängen in Brandenburg auf. Ein
weit gespannter Obst-Hain differenziert zwischen Kultursorten und heimischen Wildobstsorten sowie dem
Stadtraum zuzuordnenden Zierformen. Er arrangiert die Sorten im Sinne
der Abfolge Wald-, Kulturlandschaft
und Ziergehölze von der Nuthe bis
zum Stadtplatz am Bahnhof. In lockerer Abfolge werden Angebote für Spiel
und Aufenthalt eingeplant. Die künstlich überformten Ufer von Havel und
Nuthe werden durch schwingende
Wegeführungen der Natur angenähert. Amorphe eingelagerte Wiesen-

18

AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2012

in Höhe von 1.000 Euro

räume erinnern dabei an die früheren
Sandbänke und wechselnden Feuchtgebiete. Der Bahnhofsvorplatz wird
auf ganzer Länge städtisch befestigt
und mit einer harten Kante zum Landschaftsraum abgegrenzt. Der Nuthewald wird im Wesentlichen belassen
und bis Neubebauung gemäß B-Plan
geführt. Der Entwurf setzt sich detailliert mit Auswahl und Zusammenstellung verschiedener Obstgehölze im
Bezug auf Habitus und Wuchshöhen
als Gestaltungselemente eines Stadtparkes auseinander. Die Abfolge der
Jahreszeiten und die Zusammengehörigkeit in Hinblick auf Biotoptypen
werden in der Auswahl der Unterpflanzungen sichtbar. Die Arbeit besticht durch ihre Idee und Grundhaltung zur Verwendung der Pflanzen.

Landschaftsarchitektur – Ideale Realitäten

Aus der Niederschrift der Jury
Die Verfasser der Arbeit „Zwischen
Hauptbahnhof und Nuthemündung“
gliedern den Nuthepark in vier Bereiche: das Bahnhofsplateau, den
Nuthepark, den Bruchwald und den
Uferbereich. Dabei werden zwei
Schwerpunkte ausgebildet: Der steinerne Balkon am Bahnhof, der mit
Fontänen und Sitzgelegenheiten einen
repräsentativen Auftakt und Übergang bildet, und der Uferweg, der den
Uferbereich des Havelraums inszeniert. Das Ufer wird hierfür unterschiedlich gestaltet: gegenüber der
Freundschaftsinsel als flache Wiesenböschung, an der Nuthemündung als
Strand und im Bereich der Bootshäuser als Holzplateaus mit Stegen.

	

Sonderpreis
Reisestipendium
nach Augsburg
gestiftet vom
SAIV Augsburg

Zwischen diesen beiden Schwerpunkten spannt sich ein ruhiger Wiesenraum auf, der unter Nutzung des
vorhandenen Höhenunterschieds mit
Rasenböschungen in Terrassen modelliert wird. Die Wohnsiedlung an der
Babelsberger Straße wird angemessen in das Konzept integriert. Die bestehende Alleebepflanzung der Straße
wird zugunsten einer lockeren Baumbepflanzung aufgelöst und in die Parklandschaft integriert, die Straße selber
wird als verkehrsberuhigte Zone ausgebildet.
Der Entwurfsumgang wird als wohltuend ruhig und dem Ort angemessenen juriert, die Nutzerströme jedoch
erscheinen unterschätzt. Atmosphäre
und Prägnanz des Parks könnten etwas deutlicher artikuliert sein.

AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2012

in Höhe von 500 Euro

Susi Hübner
Verena Pfeil
Dresden,TU

	

19

Architektur – Ideale Realitäten

Anerkennungspreis
in Höhe von 1.000 Euro

Aus der Niederschrift der Jury
Das Thema „Weiter Wohnen“ in
Potsdam beantworten die Verfasser
mit einer „Raumstadt“, die sowohl die
vielfältigen Qualitäten und Strukturen
des unmittelbaren Ortes, als auch die
Typologien der Potsdamer Stadtstruktur in einem Quartier zusammenfasst.
Unterteilt in drei Cluster, entstehen
Sichtachsen zur Potsdamer Altstadt
und ein wohlüberlegt belassener
Grünzug entlang des Wassers.

Mattila Mastaglio
Daniel Güthler
Berlin,TU

Durch die neuen, eigenständigen
Wohnformen lassen die Quartiere
ein hohes Potential der Identifikation
mit dem Nutzer erwarten. Die räumlichen Qualitäten überzeugen durch
gute Proportionen und Belichtungen,

20

AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2012

wie auch Adressbildung und Orientierungsmöglichkeiten. Mit der Komposition von Wohntypologien, die gut
zwischen privat, halböffentlich und
öffentlich differenzieren, ist fast eine
Heimeligkeit entstanden, die vielleicht
ein weiter zu verfolgender Weg für
nachhaltigen Quartiers- und Wohnungsbau aufzeigt.
Das architektonische Gestaltungskonzept ist durchgängig konsequent bis in
die detaillierte Grundrisserarbeitung
und die Materialität. Hierbei werden
kostengünstige, natürliche Materialien wie Sichtbeton und Sperrholz klug
eingesetzt.

Architektur – Ideale Realitäten

Aus der Niederschrift der Jury
Diese Arbeit thematisiert die Typologie des Lustgartens und dessen veränderte Form und Funktion seit dem
Barock und erarbeitet eine zeitgenössische Interpretation. Im Ergebnis der
stadträumlichen Analyse wird hierfür
das Areal am Hinzenberg gewählt.
Der Bedarf nach einer städtischen
Verdichtung sowie ein neues ökologisches Verständnis werden in die Entwurfsfindung einbezogen.
Hauptgestaltungselement ist ein Dachgarten über einer zweigeschossigen
Bebauung, die gewerbliche Nutzung
im EG und Wohnen im OG vorschlägt.
Ein Geflecht von 19 Höfen strukturiert den zusammenhängenden Block

	

Anerkennungspreis

und sorgt für Belichtung und Belüftung. Der Garten selbst wird als urbane Agrikulturlandschaft genutzt für
die Produktion von ökologischen angebauten Lebensmitteln, die lokal verkauft werden.

in Höhe von 1.000 Euro

Die Jury fand den Entwurf „Lustgärten“ ambitioniert in seiner Aufgabenstellung und konsequent in Auswahl
des Standortes und Durchführung
sowie der Darstellung. Die Interpretation des Lustgartens als urbane Agrikulturlandschaft ist ausschlaggebend,
alles andere folgt.
Kritisiert wurde die Höhe des Blocks;
Es wurde diskutiert, ob ein zusätzliches Wohngeschoss eine verbesserte
Dichte und ein besseres Straßenbild
erzeugt hätte.

AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2012

Julian Pommer
Hagen Schmidt
Berlin, UdK

	

21

Kooperation Konstruktiver Ingenieurbau | Architektur – Ideale Realitäten

Sonderpreis
gestiftet vom Förderverein
des Verbandes Beratender
Ingenieure VBI

Aus der Niederschrift der Jury

Rico Wittke
Ole Brügmann
Krischan Hubert
Sören Janson
Hamburg, HCU

Das gesamte Areal südlich des Bahndamms wird durch neue Grünflächen
gestaltet; neben der Brücke wird ein
Gästehaus für die Stadt Potsdam an
der Landspitze zur Vorderkappe vorgeschlagen. Gestalterisch verbindet die
expressive Formsprache Landschaft,
Gebäude und Brücke. Die Brückenkonstruktion stellt einen Stahltrog aus
Cor-Ten-Stahl mit einer offenen Laufbahn aus stählernen Querträgern mit
Holzbohlen dar. Das Tragsystem der
Brücke ist ein relativ einfaches – ein
gerader Durchlaufträger mit drei Feldern. In der ingenieurmäßigen Überlegung zur Gestalt der Brücke wird die
Formsprache der weiteren Gestaltung
des Areals aufgegriffen, um die Kon-

22

AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2012

in Höhe von 2.000 Euro

struktionshöhen in Verbindung mit den
Beanspruchungen zu manipulieren. Die
Anschlusspunkte der Rampenbauwerke sind ebenfalls in Hinblick auf Beanspruchungsverlauf und Tragsystem
gewählt. Durch die asymmetrische
Bearbeitung der beiden Träger gelingt
es, der geometrisch sonst einfachen
Brücke eine interessante räumliche
Qualität zu verleihen – von außen betrachtet, aber auch auf der Brücke, wo
verschiedene räumliche Situationen
entstehen. Allein die Geometrie der
beiden, seitlich angeschlossenen Rampen wirkt etwas aufgesetzt.
Die Arbeit begeistert auch durch die
Qualität ihrer Ausarbeitung: Lesbarkeit, Detaillierung und Begleitbericht
zu Entwurf und Statik lassen keine
Wünsche offen.

Kooperation Konstruktiver Ingenieurbau | Architektur – Ideale Realitäten

Sonderpreis

Rico Wittke
Ole Brügmann
Krischan Hubert
Sören Janson
Hamburg, HCU

	

AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2012

	

23

Verkehrswesen Straßenbau – Ideale Realitäten

Sonderpreis gestiftet von
der Baukammer Berlin

Aus der Niederschrift der Jury

in Höhe von 1.000 Euro

Juliane Herklotz
Tobias Wertheimer
Sascha Grundmann
Stephan Meinusch
Potsdam, FH

Die Arbeit trägt allen Verkehrsträgern
(einschl. Umweltverbund von Fußgängern, Radfahren, ÖPNV) in sorgfältiger Weise Rechnung. Sehr geschickt
ist die Verlegung der Straßenbahnlinien vom Kanal weg. Dadurch entsteht
Raum für die Leistungsfähigkeit des
fließenden Verkehrs, während ausreichend Raum für den ruhendenVerkehr
und den begrünten Uferstreifen bleibt.
Die erforderliche Aufenthaltsqualität
entlang des Kanals ist gegeben. Über
die Angabe der Straßenbahnführung
hinaus werden weitere städtebauliche
Folgen entlang der neuen Linie thematisiert. So wird vor dem Eingang zum
Klinikum Bergmann die Anlage einer
neuen Haltestelle möglich. Positiv ist

24

AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2012

auch die Konzentration der Umsteigebeziehungen von 3 Straßenbahnlinien
an der Kreuzung Charlottenstr./Friedrich-Ebert-Str. Die Führung der hoch
belasteten Bundesstraße 1 hat in dem
betroffenen Gebiet zwei bedeutsame
und konfliktträchtige Knotenpunkte. Die Bearbeiter haben die Auseinandersetzung mit der verkehrlichen
Problematik nicht gescheut. Es erfolgt
eine detailliertere Ausarbeitung der
Verkehrsführung einschließlich der
Darstellung einer 3-Phasenregelung
für die Steuerung mit Signalanlagen.
Für die Zukunft sieht die Arbeit eine
durchgehende Nutzung des Stadtkanals für kleine Sportboote vor, was
bei entsprechender baulicher Anpassung zur Attraktivitätssteigerung des
Stadtteils beitragen wird.

Verkehrswesen Eisenbahnbau – Ideale Realitäten

Aus der Niederschrift der Jury
Kann der öffentliche Nahverkehr attraktiver werden, wenn die Potsdamer
Straßenbahn neue Wege einschlägt
und Teile der ausstrahlenden Eisenbahnstrecken nutzt? Die prägnant mit
„RegioPotsTram“ betitelte Arbeit beantwortet die Aufgabenstellung „Mit
Mehrsystem-Fahrzeugen in die Potsdamer Innenstadt“ mit einem schlüssigen Gesamtkonzept aus Angebot, Infrastruktur und Betrieb.
Die Arbeit beeindruckt durch ihre umfassende, kreativ über den Tellerrand
blickende und ansprechende Lösung
der Aufgabenstellung und des selbst
abgesteckten Untersuchungsraums.
Ihr methodisch überzeugendes Vorgehen ist ebenso hervorragend wie die

	

Sonderpreis gestiftet vom
Deutschen Beton- und
Bautechnik-Verein e.V.

tiefgehende Analyse. Die Lösungsvarianten werden verkehrlich, betrieblich und infrastrukturell detailliert
dargestellt. Die Übergangsbereiche
zwischen Straßen- und Eisenbahnbereichen werden im Rahmen einer
groben Vorentwurfsplanung trassiert
und der Systemwechsel ausführlich
beschrieben. Die speziellen Anforderungen an die für Potsdam erforderlichen Zweisystemfahrzeuge werden
ebenfalls ausführlich wie auch zielorientiert beschrieben.
Im Ergebnis wird mit der konzipierten „Regionalstadtbahn für Potsdam
und sein Umland“ eine gelungene
Arbeit vorgelegt, die nur in einzelnen
Bereichen Abstriche verzeichnen lässt
– grundsätzlich aber an vielen Stellen
die Erwartung der Fachjury übertrifft.

AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2012

in Höhe von 1.000 Euro

Stefan von Mach
Emmanuel Thuillier
Berlin,TU

	

25

Freie Kunst – Ideale Realitäten

Sonderpreis gestiftet vom
Deutschen Beton- und
Bautechnik-Verein

Aus der Niederschrift der Jury

Karoline Liedtke
Sigurd Larsen
Berlin

„Potsdam wird mit seinen Gärten und
Parks zusammengehalten, komplettiert und inszeniert.“ Mit der Arbeit
„Wachsende Konserve“ möchten die
Verfasser „der Stadt Potsdam ein Geschenk bereiten – ein Bild entwerfen,
welches über einen Zeitraum von
100 Jahren seine volle Kraft entfaltet
und dabei schon im Zerfall begriffen
ist. Einen Ort des Rückzugs und des
Nachdenkens, an dem zugleich die
Unmöglichkeit der Statik und die Unumgänglichkeit des Wandels und der
Vergänglichkeit aufgezeigt werden.“
Vorgeschlagen wird ein ausgehöhlter
Betonwürfel, der seitlich wie auch
nach oben unregelmäßige Öffnungen
hat. Hineingepflanzt werden drei grö-

26

AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2012

in Höhe von 1.000 Euro

ßere, symbolträchtige Eichen, die sich
im Laufe des Jahrhunderst ausdehnen
und den Würfel durch ihr Wachstum
zum Bersten bringen.
Die Jury liest darin eine Anlehnung
an bestehende Vorbilder aus dem
asiatischen Raum, insbesondere Tempelbauten mit jahrhundertealten Bäumen. Sie bewertet diese Arbeit als
besonders gelungen, da hiermit an die
alte Gartentradition Potsdams angeknüpft wird und zugleich der zerberstende Würfel als Symbol der immer
wieder zerstörten Gebäude dieser
Stadt zu sehen ist. Insbesondere die
Erlebbarkeit dieser Idee (der Würfel
soll begehbar sein und den Besuchern
einen in sich geschlossenen Raum in
der Natur mit Blick auf die Stadt gewähren) zeichnet diese Arbeit aus.

Freie Kunst – Ideale Realitäten

Aus der Niederschrift der Jury
Der Verfasser der Arbeit „Selbstversenkung“ möchte ein Signal gegen
den wiederentstehenden Glanz der
Preußen-Metropole Potsdam setzen:
Mit einer Nachbildung der untergegangenen deutschen Kriegsflotte, die
1918 in Scapa Flow versenkt wurde,
in der Bucht vor der Potsdamer Innenstadt soll deutlich werden, dass
Potsdam auch Militarismus bedeutet.
Es wird vorgeschlagen, die Schiffe den
Originalen nachzubauen und auch die
Verrottung im Wasser bewusst zuzulassen. Im Erläuterungstext heisst es:
„Preußische Geschichte ist nicht weniger von Glanz und Gloria, als von
Größenwahn und Grauen geprägt. Ein
Vergessen dieser historischen Bezie-

	

Sonderpreis gestiftet vom
Verband Restaurator im
Handwerk e.V.

hung bei aller städtebaulichen Harmonie gilt es zu verhindern. Versenkt
in der Havel, schauen deshalb die
preußischen Kriegsschiffe (...) auf die
Schlossfassade als schlichtes Gegenüber und als Gleichnis für die Paarung
von Wachsen und Verderben, oder
auch schlicht: Geschichte. “
In der Jury wurde kontrovers diskutiert, wieweit diese Nachbildung möglicherweise zu plakativ sei und sich zu
sehr auf die Historie bis 1945 konzentriere. In der Diskussion wurde jedoch
deutlich, dass diese Arbeit mit ihrer fast
brachialischen Ausdrucksweise einen
gelungenen Gegenpart zum aktuellen
Aufbau historischer Gebäude darstellt
und damit zur kritischen Auseinandersetzung mit Potsdam als Ausgangsort
militärischer Gewalt anregt.

AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2012

in Höhe von 1.500 Euro

Robert Patz
Berlin, UdK

	

27

Alle Fachsparten – Nominierte Arbeiten aus der engeren Wahl

Städtebau
Han Yeol Baek
Stuttgart, Universität

Landschaftsarchitektur
Andrè Hansen
Katja Ulbrich
Hamburg, HCU

Konstruktiver
Ingenieurbau
Laszlo Kielczinski
Fabian Eckinger
Gert Salzer
Hamburg, HCU

28

AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2012

Alle Fachsparten – Nominierte Arbeiten aus der engeren Wahl

Architektur
Elisabeth Schwarz
Nadina Dienel
Berlin,TU

Architektur
Claudia Hartmann
Jano Jähne
Cottbus, BTU

Architektur
Anne-Sophie Eyraud
			
Marine Guis
	
Sebastien Soulez-Lariviere
Grenoble, Université

Kooperation Städtebau
Landschaftsarchitektur

		

	

AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2012

	

Johannes Hipp
Arlett Gehrke
Peter Mackensen
Felix Bentlin
Berlin,TU

29

Preisgericht und Vorprüfung

Mitglieder It. Statut

Gastpreisrichter 2012
Braum, Michael Prof. Dipl.-Ing.
Bundesstiftung Baukultur
Grüntuch, Armand Dipl.-Ing.
Grüntuch Ernst Architekten Berlin
Kneer, Olaf Dipl.-Ing.
Architectural Association London
Pinardi, Mara Prof. Dipl.-Ing.
Gestaltungsrat der
Landeshauptstadt Potsdam
Schwacke, Martin Dipl.-Ing.
Technische Universität Berlin
Stricker, Hans-Joachim Dipl.-Ing.
Land Brandenburg - Ministerium für
Infrastruktur und Landwirtschaft
Zillich, Klaus Prof. Dipl.-Ing.
Technische Universität Berlin

(* keine Jury-Teilnahme 2012)

Semmer, Manfred Dr.-Ing.
AIV zu Berlin
Baumgart, Christian Dipl.-Ing. *
DAI Verband Deutscher Architektenund Ingenieurvereine e.V.
Darge, Joachim Dipl.-Ing.
AIV zu Berlin
Kaula, Renate Dipl.-Ing. *
Verband Beratender Ingenieure
VBI, Förderverein e.V.
Fingerloos, Frank Dr.-Ing.
Deutscher Beton- und
Bautechnik-Verein e.V.
Doehler-Behzadi, Marta Dr.-Ing. *
Bundesministerium für Verkehr,
Bau und Stadtentwicklung
Ihrig, Gerhard Prof. h.c. Dipl.-Ing.
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, i.V. für OPA/ BMVBS
Lüscher, Regula Senatsbaudirektorin *
Senatsverwaltung für
Stadtentwicklung Berlin
Neu, Peter Dipl.-Ing. Ministerialrat *
Oberprüfungsamt/ BMVBS, Bonn
Pluta, Hans-Jürgen
Lenné-Akademie für Gartenbau
und Gartenkultur e.V.
Pysall, Hans-Joachim Dipl.-Ing.
Hans-Joachim-Pysall-Stiftung
Nielsen, Karl-Peter Dr.-Ing. *
Baukammer Berlin
Rost, Sebastian
Verband Restauratoren
im Handwerk e.V.
Vogelsänger, Jörg Dipl.-Ing. Minister *
Land Brandenburg - Ministerium für
Infrastruktur und Landwirtschaft
Weise, Wolfgang Dipl.-Ing.
Schwäbischer AIV Augsburg e.V.

30

AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2012

Jury im Sinne dieses Wettbewerbs ist
laut Statut der AIV-Schinkel-Ausschuss.
Neben den laut Statut gesetzten Mitgliedern werden die Mitglieder des
Schinkelausschusses gewählt. Zusätzlich können in jedem Jahr besondere
Sachverständige zugewählt werden.
Erneut wurden zusätzlich Gastpreisrichter für die abschließende Ausschuss-Sitzung eingeladen.
Ihnen und allen Vorprüfern sowie den
Mitgliedern des Schinkel-Ausschusses
gilt ein großer Dank für ihr ehrenamtliches Engagement in diesem Wettbewerb. Ohne sie wäre eine derart umfangreiche Prüfung, Diskussion und
Jurierung der Wettbewerbsbeiträge
nicht möglich!

Vorsitz Schinkelausschuss
Norten, Rainer Dr.-Ing.
Semmer, Melanie Dr.-Ing.
AIV zu Berlin

Preisgericht und Vorprüfung

Mitglieder Schinkelausschuss
Städtebau
Altrock, Uwe Prof. Dr.-Ing.
Aminde, Hans-Joachim Prof. Dr.-Ing.
Brenn, Peter Dipl.-Ing.
Heitele, Bernhard Dipl.-Ing.
Hobusch, Tom Dipl.-Ing.
Kaul, Hannelore Dipl.-Ing.
Kendel, Hermann Prof. Dipl.-Ing.
Krause, Ludwig Dipl.-Ing.
Kühn, Bernd Dipl.-Ing.
Luther, Ulla Prof. Dipl.-Ing.
Metz, Jens Dipl.-Ing.
Ostendorff, Peter Dipl.-Ing.
Zahiri, Cyrus Dipl.-Ing.

Landschaftsarchitektur
Angulo Garcia, Daniel Dipl.-Ing.
Becher, Holm Dipl.-Ing.
Böhm, Ulrike Dipl.-Ing.
Dietrich, Thomas Dipl.-Ing.
Gottfriedsen, Hendrik Dipl.-Ing. *
Heurich, Michael Dipl.-Ing.
Hube, Elke Dipl.-Ing.
Hutter, Barbara Dipl.-Ing.
Klapka, Axel Dipl.-Ing. *
Müller, Cornelia Prof. Dipl.-Ing. *
Profé, Beate Dipl.-Ing.
Schwarz, Christiane Dipl.-Ing.
Weidinger, Jürgen Dipl.-Ing.

Konstruktiver Ingenieurbau
Desczyk, Dieter Dipl.-Ing. *
Eisenloffel, Karen Prof. MA
Franz, Stefan Dr.-Ing. *
Geißler, Karsten Prof. Dr.-Ing. *
Kickler, Jens Prof. Dr.-Ing.
Praetzel, Norbert Dipl.-Ing. *
Ripke, Henry Dipl.-Ing.
Schlaich, Michael Prof. Dr.-Ing. *
Schmackpfeffer, Heinz Prof. Dr.-Ing. *
Strohwig, Horst Dipl.-Ing.

Techn. Gebäudeausrüstung
Hanisch, Jens Dipl.-Ing.
Kretschmer, Thomas Prof. Dr.-Ing. *

Architektur
Baller, Inken Prof. *
Engelbrecht, Philip Dipl.-Ing. *
Fleckenstein, Ralf Dipl.-Ing.
Hebert, Saskia Dr.-Ing.
Hicsasmaz, Ayse Zeynep Dipl.-Ing. *
Jäger, Dagmar Prof. Dr.-Ing. *
Kahlfeldt, Petra Prof. Dipl.-Ing. *
Kaindl, Stephanie Dipl.-Ing. *
Krapf, Eva Dipl.-Ing. *
Nöfer, Tobias Dipl.-Ing.
Pflitsch, Manfred Dipl.-Ing. *
Pysall, Justus Dipl.-Ing.
Rothe, Annemarie Dipl.-Ing.
Schädler, Michael Dipl.-Ing.
Schuster, Wolfgang Prof. Dr. h.c.
Seeger, Almut Dipl.-Ing.
Steinweg, Reinhart Dipl.-Ing.

Verkehrswesen
Straßenbau
Borchert-Prante, Swetlana Dipl.-Ing.
Garben, Manfred Dr.-Ing.
Guggenthaler, Heribert Dipl.-Ing.
Richter, Thomas Prof. Dr.-Ing. *
Schumann, Robert Dipl.-Ing.

Verkehrswesen
Eisenbahnbau
Freystein, Hartmut Dipl.-Ing.
Hübner-Kosney, Erhard Dipl.-Ing.
Kruse, Bernd Dipl.-Ing. *
Lemnitz, Rüdiger Dipl.-Ing.
Walf, Fabian Dr.-Ing.

Freie Kunst
Günther, Katrin Dipl.-Ing.
Hasse, Dieter Dr.
Heinze, Christian
Lemburg, Peter Dr. phil.
Liman, Heinrich Dipl.-Ing.
Rabensaat, Richard
Roge, Susann Dipl.-Ing. *
Schmidt, Olaf Dr.-Ing.
Schulze, Holger Dr.
Seitz, Hanne Prof. Dr.
Thünker, Lotte Dipl.-Ing.

Vorprüfer
Städtebau
Beltran, Lidia
Jäger, Thomas
Paul, Kerstin
Pohl, Helene
Ruhl, Matthias
Selvigen, Bastian
Vennemann, Daniel
Wildner, Tim

Landschaftsarchitektur
Bublitz, Annika
Dernis, Anna
Kurths, Andreas
Lessing, Luise
Schmid, Marie
Thoma, Martin Alexander

Architektur
Kniesche, Sebastian
Kuznik, Mirco
Richert, Carlhans
Schuster, Jasmin

Konstruktiver Ingenieurbau
Römheldt, Patrice
Serra, Clara

	

AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2012

	

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Rückblick und Ausblick

Zum Verein

Zum Wettbewerb

158. Schinkel - Wettbewerb

Der Architekten- und IngenieurVerein (AIV) wurde 1824 von jungen „Bauconducteuren“ um Eduard
Knoblauch in Berlin gegründet. Das
Wirken des AIV zu Berlin hat wesentlich zur Entwicklung des Berufsstandes der Architekten und Ingenieure
sowie der Bau- und Kulturgeschichte
Berlins, Preußens und Deutschlands
beigetragen.
Heute gehören dem AIV zu Berlin
rund 350 Mitglieder an. Als Berufsgruppen sind Architekten, Stadtplaner,
Landschaftsarchitekten,
Bauingenieure, Wissenschaftler und Künstler
vertreten. Neben dem Vorstand, der
einmal monatlich tagt, sorgen neben
den aktiven Vereinsmitgliedern auch
namhafte Kuratoriumsmitglieder für
das Renommé des Vereins. Als bekannte Persönlichkeiten sollen sie die
Arbeit des AIV ideell unterstützen
und für seine Ziele in der Gesellschaft
werben. Fördermitglieder – Firmen,
Gesellschaften, verschiedenste Institutionen und Einzelpersonen – unterstützen die Vereinsarbeit mit Zuwendungen.
Das primäre Satzungsziel des AIV
besteht seit je her in der Förderung
der Baukultur. Der Verein würdigt in
Veranstaltungen und Publikationen
die Leistungen der Vergangenheit und
begleitet das aktuelle Baugeschehen
konstruktiv kritisch. Sein wohl bekanntestes wissenschaftliche Werk
heisst „Berlin und seine Bauten“.
2007 erhielt der AIV Berlin von der
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
die Ferdinand - von - Quast - Medaille,
einen Berliner Denkmalpflegepreis, in
Anerkennung für seine besonderen
Verdienste um diesen Bereich.

Der vom AIV zu Berlin alljährlich ausgeschriebene Schinkel-Wettbewerb
verzeichnet bereits eine 157-jährige
Tradition. Seit seiner ersten Ausschreibung im Jahr 1854 werden in
diesem Förderwettbewerb jungen
Planern in mehreren Fachgebieten
Aufgaben gestellt - mit dem Ziel,
deren Kreativität und Phantasie für
die Lösung zukunftsorientierter Planungsaufgaben herauszufordern. Der
grundsätzlich als Ideenwettbewerb
ausgelobte AIV-Schinkel-Wettbewerb
dient der Förderung des technischwissenschaftlichen
Nachwuchses,
wirkt aber auch für Berlin und seine
benachbarte Region auf der Suche
nach einer künftigen Gestalt. Die Vielfalt der Ideen soll die Planungskultur
und sie bereichern.
Der Schinkelpreis wird dem Statut
entsprechend in jeder Fachsparte
für hervorragende technisch-wissenschaftliche Leistungen im Bauwesen
ausgelobt, die entweder das erfolgreiche Zusammenwirken technischer
Disziplinen untereinander oder auch
mit anderen wissenschaftlichen Disziplinen dokumentieren oder als Einzelleistungen sich durch das vorbildliche
Abwägen von fachspezifischen und
übergeordneten Belangen besonders
auszeichnen. Der Preis dient der Förderung des Nachwuchses (Studierende / Absolventen). Preisträger dürfen
daher nicht älter als 35 Jahre sein.
Der 13. März, Schinkels Geburtstag,
wird traditionell für das Schinkelfest
mit Preisverleihung und einen baukulturellen Dialog genutzt. Erstmals steht
das Fest unter der Schirmherrschaft
des Brandenburger Landtagspräsidenten Gunter Fritsch.

Mit dem Ende des Flugbetriebs wird
auf dem innerstädtischen Flughafen
Berlin-Tegel ein ca. 460 ha großes Gelände in ausgezeichneter Lage frei für
neue Nutzungen. Der AIV zu Berlin
beschäftigte sich bereits 1999/2000
damit. Das Areal birgt aufgrund seiner
Größe, der optimalen Verkehrsanbindung, der Nähe zu wichtigen Hochschulen und Forschungseinrichtungen
sowie großen Industrieunternehmen
vielfältige
Entwicklungspotentiale.
Gleichzeitig ist das Gebiet ein wichtiges Verbindungsglied im Berliner
Freiraumsystem und hat eine große
Bedeutung für Stadt-klima und Landschaftsbild.
Zukunftsweisende Konzepte für eine
nachhaltige Stadtentwicklung sollen
Berlin neue Impulse bringen. Die geplante Entwicklung des Geländes als
ökonomisch und ökologisch nachhaltiger Forschungs- und Produktionsstandort wird ebenso Aspekt der
Aufgabenstellung werden wie die Frage nach geeigneten, innovativen, energetisch optimierten Wohnkonzepten.
Weitere zentrale Themen werden
eine nachhaltige Natur- und Landschaftsentwicklung in Verbindung mit
den vorhandenen Grün- und Stadträumen und die Untersuchung planerischer Werkzeuge zur Sicherstellung
einer dynamischen Entwicklung des
Standorts mit hoher zeitlicher und
programmatischer Flexibilität.
Der AIV-Schinkel-Wettbewerb 2013
wird die Gestaltung einer ressourcenschonenden Stadtentwicklung thematisieren, für die ein umfassendes
architektonisches,
städtebauliches,
landschaftliches und energetisches
Konzept zu erstellen ist.

32

AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2012

Impressum
Ideen- und Förderwettbewerb für
junge Architekten und Ingenieure

Architekten- und Ingenieurverein
zu Berlin e.V. | seit 1824

Herausgeber und
Wettbewerbsdurchführung
Architekten- und Ingenieur-Verein
zu Berlin e.V.
Vorstand mit Schinkel-Ausschuss
Dr. Rainer Norten
Dr. Melanie Semmer
Geschäftsstelle
Renate Pfeiffer
Karin Tiedemann
Bleibtreustraße 33
10707 Berlin
Tel.: 030 8834598
Fax: 030 8854583
www.aiv-berlin.de
mail@aiv-berlin.de

Bericht
Grafik, Satz und Layout
Semmer Hicsasmaz, Berlin
mit Olga Schäfer

Gesamtherstellung
Druckerei Lippert, Berlin

Bildnachweise Umschlag
Collage aus den zwei
Schinkelpreisarbeiten 2012:
Sebastian Pietzsch und Martin Reil
für Landschaftsarchitektur,
Shaghajegh Einali und
Thomas Hartmann für Städtebau
Die übrigen Abbildungen
sind den daneben benannten
Entwurfsverfassern zuzuordnen.

	

AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2012

	

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AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2012
        
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