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Full text: Neue Alte Mitte in Berlin - eine Werkstatt der Ideen

Architekten- und Ingenieur-Verein zu Berlin e.V. | seit 1824

SCHINKEL-WETTBEWERB
2010

	

AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2010

	

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Architekten- und Ingenieurverein
zu Berlin e.V. | seit 1824

Bericht
Ideen- und Förderwettbewerb für
junge Architekten und Ingenieure

Bildnachweise

Herausgeber und
Wettbewerbsdurchführung

Vorderseite
Stefan Drese Hamburg
Schinkelpreis Architektur 2010

Architekten- und Ingenieur-Verein
zu Berlin e.V.
Vorstand mit Schinkel-Ausschuss
Dr. Rainer Norten
Dr. Melanie Semmer

Seite 4
Bernd Albers Berlin
Überlagerung Planwerk Innenstadt
2008 und Parzellenplan 1940

Bleibtreustraße 33
10707 Berlin
Tel.: 030 8834598
Fax.: 030 8854583

Rückseite
Senatsverwaltung für
Stadtentwicklung Berlin
Berlin Partner GmbH/
FTB-Werbefotografie
Luftfoto Berlin-Mitte, 2008

www.aiv-berlin.de
mail@aiv-berlin.de

Die übrigen Abbildungen sind den
daneben benannten Entwurfsverfassern zuzuordnen.

Layout und Grafik

SemmerHicsasmaz, Berlin
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AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2010

155. Schinkel-Wettbewerb 2010 – AIV zu Berlin
Neue Alte Mitte in Berlin – eine Werkstatt der Ideen
Anlass und Ziel
Verstehen, indem man entwirft das ist der Impuls des AIV-Schinkel-Wettbewerbs Jahr für Jahr.
Der Architekten- und IngenieurVerein zu Berlin schafft gemeinsam mit Stiftern, ehrenamtlichen
Juroren und Hochschulen ein
Netzwerk unterschiedlicher Disziplinen, in dem Antworten auf
planerische und gestalterische Fragen gegeben und gleichzeitig junge
Architekten und Ingenieure in ihrer fachlichen Entwicklung gefördert werden. Mittel hierzu ist der
Wettbewerbsbeitrag, der persönliche Entwurf.
Der
AIV-Schinkel-Wettbewerb
ermöglicht das Verstehen von
komplexen Zusammenhängen und
kreative Lösungsansätze in einem
Prozess an einem abgegrenzten
Thema und Ort. In diesem Jahr
sind 189 Wettbewerbsarbeiten
eingereicht worden, was einen
deutlichen Zuwachs gegenüber
den Vorgängerrunden darstellt.
Mit dem Wettbewerb 2010 kehrte der AIV zu Berlin in das eigentliche Zentrum und das Herz seiner Stadt zurück. Dieses markiert
nicht nur die Keimzelle der späteren Doppelstadt Berlin und Cölln,
sondern blieb trotz eines Jahrhunderte währenden Bauprozesses
mit zahlreichen Überformungen
die Berliner Altstadt. Mit einer
kreativen und mutigen Gestaltung
der Berliner Mitte sollte die bereits angelaufene Kontroverse befördert und junge Lösungsansätze,
Anregungen und lebhafte Reaktionen geschaffen werden. Die Auf	

gabenstellungen zu den einzelnen
Fachsparten wurden bewusst sehr
offen gehalten. Die Teilnehmer
waren aufgefordert zu untersuchen, ob dieser stadtgeschichtlich
besonders bedeutende Ort umgebaut, ergänzt, umgenutzt oder
erhalten werden soll. Dazu war
eine kritische Auseinandersetzung
mit den räumlichen Gegebenheiten, historischen Schichten und
heutigen Ansprüchen erforderlich.
Ausdrücklich erwünscht waren
unterschiedliche Haltungen und
Herangehensweisen sowie der Dialog und die Kooperation mit benachbarten Fachdisziplinen.
Das Thema des 155. SchinkelWettbewerbs war „nicht weniger“
als die Gestaltung der Mitte Berlins, des Bereichs zwischen Rotem
Rathaus, zukünftigem Schlossbau,
Marienkirche und Bahnhof Alexanderplatz – einem Ort zwischen
Neu und Alt.

Aufgabenstellung

Fachgebiete

“Bürgerhaus“
Szenario III (A/L/S)

Traditionell wurde auch der 155.
Wettbewerb interdisziplinär ausgeschrieben für die fünf Fachgebiete
Städtebau (S), Landschaftsplanung
(L), Architektur (A), Bauingenieurwesen (Konstruktiver Ingenieurbau:
KI) und Verkehrswesen (VW). Daneben wurden Auszeichnungen für
fachübergreifende Querschnittsthemen (Kunst und Bauen: K sowie
Techn. Gebäudeausstattung: TGA)
in Aussicht gestellt. Die Formulierung für das Wettbewerbsgebiet
selbst gewählter Ergänzungsthemen war ebenso willkommen wie
die Zusammenarbeit von mehr als
zwei Fachsparten.
AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2010

Um den Einstieg in die Aufgabe zu
vereinfachen, wurde eine Reihe
von möglichen Szenarien zur Aufgabe zusammengestellt. Es stand
den Teilnehmern frei, eine der
beschriebenen Sichtweisen zu verfolgen, Szenarien zu kombinieren,
einen eigenen Entwurfsansatz zu
entwickeln und / oder eine eigene Fachbereichsarbeit vorzulegen.
Aus dem selbst zu formulierenden
städtebaulichen Grundkonzept für
das Areal sollten Vertiefungen in
den einzelnen Fachsparten, auch
bezogen auf einzelne Teilbereiche
des Wettbewerbsgebietes, abgeleitet werden.
Vorgeschlagene Szenarien:
“Zentraler Freiraum“
Szenario I (L)
“Minimale Intervention“
Szenario II (A/L/K)

„Quartierskonzept städtische
Dichte“ Szenario 1V (A/S)
„Urban Mix“
Szenario V (A/S/TGA)
„Offene Entwicklung“
Szenario V1 (S/L)
„Verbindung über die Spree“
Szenario VI1 (KI/A/K)
„Bewegung und Aufenthalt“
Szenario VII1 (VW/S)
Auszüge aus der Aufgabenstellung
folgen. Die vollständige Auschreibung ist bei der Geschäftsstelle
des AIV zu Berlin abrufbar.
	

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155. Schinkel-Wettbewerb 2010 – AIV zu Berlin
Neue Alte Mitte in Berlin – eine Werkstatt der Ideen
Pressemitteilung
10.02.2010: Teilnehmerrekord (...)
Beim diesjährigen 155. SchinkelWettbewerb des Berliner Architekten- und Ingenieur-Vereins (AIV)
sind 189 Arbeiten aus Deutschland,
Österreich, Irland, Russland, Polen und der Schweiz eingegangen.
Das sind mehr als 500 Teilnehmer
und somit das beste Ergebnis der
letzten 30 Jahre. Über 90 ehrenamtliche Juroren werden bis Ende
Februar die Sieger für die jeweils
sieben Fachbereiche ermitteln.
Rund 20.000 Euro an Preisgeldern
stehen zur Verfügung.
Die Jury-Vorsitzenden, Dr. Melanie Semmer und Dr. Rainer Norten, sagten: „Diese überwältigende

Resonanz zeigt, dass unsere Aufgabenstellung für einen der Gründungsorte Berlins, dem ehemaligen Marienviertel, auf sehr großes
Interesse gestoßen ist. Wir erwarten innovative Impulse und überzeugende Vorschläge, die die öffentliche Debatte zur zukünftigen
Gestaltung der historischen Mitte
entscheidend voranbringt.“
Das Wettbewerbsgebiet umfasst
das gesamte Gelände zwischen
dem Bahnhof Alexanderplatz und
dem neuen Humboldt-Forum sowie zwischen dem Roten Rathaus
und der Marienkirche. Die Teilnehmer sollen prüfen, ob es umgebaut,
ergänzt, umgenutzt oder erhalten
werden kann. Gefragt sind Ideen,
die dem historischen Ort eine

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AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2010

angemessene Bedeutung als städtisches Zentrum verleihen. Die
Arbeiten müssen auch für die Formulierung prinzipieller Rahmenbedingungen für spätere (...) Bauaufgaben geeignet sein.
Am Samstag, den 13. März 2010,
wird um 11:30 Uhr die Ausstellung
mit den Entwürfen des 155. Schinkel-Wettbewerbes im Bikini-Haus
in der Budapester Str. 42, in 10787
Berlin, eröffnet. Die Schinkelpreisträger werden vor Ort sein und
Fragen zu ihren Arbeiten beantworten. Bis zum 21. März kann die
Ausstellung täglich von 13 bis 18
Uhr besichtigt werden. (...)
Jens Becker, AIV zu Berlin
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

155. Schinkel-Wettbewerb 2010 – AIV zu Berlin
Neue Alte Mitte in Berlin – eine Werkstatt der Ideen
Historie
Während der Verein noch in
Schinkels Aufnahmejahr 1829 das
„Stegreif-Konkurrieren“ einführte
und „Monatswettbewerbe“ austrug, um sie gemeinsam an Samstagnachmittagen zu erörtern und
die Gewinner mit „Andenken“,
zumeist Buchpreisen, zu honorieren, wurde der heutige SchinkelWettbewerb erst 30 Jahre später
erfunden:
Anlass war die Ehrung Schinkels,
der sich durch seinen beruflichen
Werdegang und beispiellosen Bauwerke bereits zu Lebzeiten auch
im Architektenverein einer besonderen Verehrung erfreute. Seine
Geburtstage am 13. März, zunächst
Anlass für Huldigungen, wurden
nach seinem frühen Tod 1841 für
Gedächtniszeremonien
genutzt.
1844 wurde das erste der bis heute durchgeführten Schinkel-Feste
begangen, dessen Höhepunkt bereits damals eine Festrede bildete.
Neben den vereinsinternen Vorträgen, Exkursionen und Gesängen (!)
stellten zu dieser Zeit Monatswettbewerbe als „Übungen zum Entwerfen“ einen wesentlichen Faktor
der wöchentlichen Versammlungen
statt. Umso mehr überraschte es,
als nur wenige Jahre später, 1851,
der junge Architekturstudent und
spätere Vereins-Bibliothekar Friedrich Adler vorschlug, für den Baumeisternachwuchs jährlich eine
größere Wettbewerbskonkurrenz
unter den Vereinsmitgliedern zu
Ehren Schinkels durchzuführen.
Der Schinkel-Wettbewerb war geboren. 1852 wurde er zwar zum
ersten Mal vereinsintern ausgelobt,
	

die Zeitrechnung aber soll erst mit
der ersten staatlichen Förderung
im Jahr 1855 beginnen:
Die Siegerpreise für Architektur und Ingenieurbau wurden auf
Weisung des preußischen Königs
Friedrich Wilhelm IV. gestiftet, womit der Wettbewerb mit Gestalt
eines hoch dotierten Staatspreises
eine bedeutende Aufwertung erfuhr.
Mit der Ausschreibung der Staatspreise konnten nun auch Studenten und Absolventen des ersten
(Bauführer-) Examens auf dem gesamten preußischen Staatsgebiet
um den Schinkelpreis konkurrieren. Neu war auch deren Splittung
in eine Aufgabe aus dem Bereich
des Land- oder Hochbaus bzw. des
Ingenieurwesens, zu dem Wasser-,
Eisenbahn- und Maschinenbau gehörten.
Das Preisgeld von 1700 Goldmark
(12.000 Euro) war an eine mehrmonatige Studienreise zu den
klassischen Stätten des Altertums
gebunden, über die nach Rückkehr
Rechenschaft in Form von Vorträgen oder Bauaufnahmen abzulegen
war - einer der wissenschaftlichen
Ansprüche des Vereins. Mit Erteilung des Staatspreises konnten
die prämierten Arbeiten von der
Bauakademie, der späteren Technischen Hochschule in Charlottenburg für Examina oder Diplome
anerkannt werden.
Für den Architektenverein gestaltete sich der Schinkel-Wettbewerb
rasch zu einem vitalen Ereignis. Auf
den Schinkel-Festen im eigenen
Vereinshaus in der Wilhelmstraße
wurden die Preisträger gekürt und
ihre Arbeiten präsentiert.
AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2010

Förderung
In der Nachfolge der preußischen
Könige fördern den AIV-SchinkelWettbewerb heute:
- Bundesministerium für Verkehr,
Bau und Stadtentwicklung
- Senatsverwaltung für
Stadtentwicklung Berlin
- Deutscher Beton- und
Bautechnik-Verein e.V.
- Hans-Joachim-Pysall-Stiftung
- Förderverein des Verbandes
Beratender Ingenieure VBI
- DAI Verband Deutscher Architekten- und Ingenieurvereine e.V.
- Baukammer Berlin
- Verband Restaurator im
Handwerk e.V.
In der Summe der Förderungen gibt es inhaltlich gebundene
wie auch für alle fünf Fachgebiete
verfügbare und damit aufteilbare
Preisgelder. Der Förderverein des
Verbandes Beratender Ingenieure
VBI schreibt beispielweise seit vielen Jahren einen Sonderpreis für
die beste Kooperationsarbeit von
Ingenieuren und Architekten aus.
Die Hans-Joachim-Pysall-Stiftung
zeichnet dagegen seit nunmher
zwölf Jahren grundsätzlich die beste Schinkelpreisträgerarbeit mit einem zusätzlichen “Schinkel-Italienreise-Stipendium” aus und knüpft
damit an den Zweck der ursprünglichen Preisgelder an.
Der Wettbewerb wird zur Förderung der fachlichen Entwicklung
junger Planer – Studierende wie
auch Absolventen – in den entsprechenden Fachrichtungen ausgeschrieben. Er orientiert sich an
den Regeln der GRW.
	

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155. Schinkel-Wettbewerb 2010 – AIV zu Berlin
Auszüge Aufgabenstellung
“Zentraler Freiraum“
Szenario I (L)

“Minimale Intervention“
Szenario II (A/L/K)

Der Freiraum zwischen zukünftigem Humboldtforum und Bahnhof
Alexanderplatz lässt sich heute als
Nebeneinander unterschiedlicher
Freiraumtypologien erleben. Gesucht wurden Ideen und Visionen,
die diesem Areal aus freiräumlichlandschaftsarchitektonischer Sicht
eine angemessene Bedeutung geben als lebendiges Zentrum einer
europäischen Großstadt.
Hinsichtlich der Größe und der
Art der Intervention wurden keine Vorgaben gemacht. Neben den
bestehenden Spuren und Räumen
waren die verschiedenen Transformationen des Ortes und seine
historischen Schichten zu berücksichtigen und zu bewerten. Der
vorgeschlagene Eingriff sollte den
Ort neu interpretieren und eine
überzeugende Anziehungskraft auf
die Nutzer und Besucher ausüben.
Dabei waren die benachbarten Plätze und Freiräume (Alexanderplatz,
Lustgarten, künftiger Schlossplatz
sowie die Freiräume im weiteren
Umfeld wie z.B. der MonbijouPark) zu berücksichtigen.
Die Aufgabe der Freiraumgestaltung konnte unter unterschiedlichen Prämissen gelöst werden,
zum Beispiel als:
- minimaler Eingriff
- Collage
- archäologische Funde
- Reparatur
- Transformation.
- vollständige Überformung.
Der Entwurf war in den Teilbereichen Marienkirche, Rathausvorplatz und Spreeufer zu vertiefen.

Die Verfasser waren aufgefordert,
mit zurückhaltenden Mitteln die
räumliche Qualität des Ortes zu
verbessern. Unter Einbeziehung
des Kontextes sollte eine möglichst präzise Intervention den Ort
auf prägnante und erkennbare Art
bereichern.
Das Szenario geht davon aus, dass
das Wettbewerbsareal überwiegend unbebaut bleibt. Durch eine
Aufwertung der Freiräume könnten neue innerstädtische Qualitäten geschaffen werden.
Für die Fachsparte Architektur
sollten – in enger Kooperation mit
Landschaftsarchitekten – minimale
Interventionen vorgeschlagen werden, die eine Art Infrastruktur für
die Nutzung und die Bespielung
des Areals zur Verfügung stellen.
Neben minimalen, feststehenden
Einrichtungen sollten temporäre
Architekturen entwickelt werden,
die Veranstaltungen auf dem Areal
aus dem Bereich Kultur und Sport
ermöglichen.
Für dieses Szenario war ein eigenständiger Freiraum-Entwurf zu
entwickeln, der die Anforderungen
an städtische Freiräume berücksichtigt und eng mit dem Konzept
der minimalen bzw. temporären
Intervention der Architektur verknüpft ist.
Zu beachten war der Maßstab der
Eingriffe, die Frage der Dauerhaftigkeit und die Frage der Veränderbarkeit. Denkbar waren bauliche
Interventionen von kleinen Eingriffen bis zu großen, solitären Bauwerken, von temporär aufgestellten bis

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AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2010

zu dauerhaft errichteten, von fest
vorgegebenen Formationen bis zu
veränderbaren, umbaubaren oder
beweglichen Strukturen. Möglich
war hier auch eine Integration des
Querschnittsthemas Kunst.
Als Programmbausteine konnten
u.a. die folgenden Maßnahmen vorgesehen werden:
- Freilichtbühne mit 2000
Besucherplätzen
- temporäre Ausstellungen
- gastronomische Angebote.

“Bürgerhaus“
Szenario III (A/L/S)
Um die „Neue Alte Mitte“ Berlins als einen öffentlichen Ort der
Stadt zu stärken, wurde als weiteres Szenario ein Bürgerhaus vorgeschlagen. Ziel war es, mit einer
öffentlichen Nutzung das Freiflächenpotential zwischen Bahnhof
Alexanderplatz und Spree zu entwickeln. Das Bürgerhaus umfasst
verschiedene Institutionen aus
dem Bereich Bildung und Kultur,
die in Abhängigkeit vom städtebaulichen Konzept frei kombiniert
werden konten.
Um der zentralen Lage des Ortes Rechnung zu tragen, beinhaltet
das Bürgerhaus einerseits Programmbausteine, die zum festen
Bestandteil des städtischen Alltags der Berliner Bürger gehören,
andererseits soll das Bürgerhaus
Informationsort für die Besucher
der Stadt sein.
Für dieses Szenario war ebenfalls
ein eigenständiges Freiraum- oder
Städtebaukonzept zu entwickeln,
mit dem inhaltlich an das Bürgerhaus angeknüpft werden konnte.

155. Schinkel-Wettbewerb 2010 – AIV zu Berlin
Auszüge Aufgabenstellung
Ein besonderer Stellenwert wurde dem Themenkomplex Bildung
und Weiterbildung eingeräumt: Im
Zusammenhang mit einer Bibliothek und Mediathek wurden verschiedene Einrichtungen aus dem
Bildungssektor im Bürgerhaus zusammengefasst, um Synergien zwischen den verschiedenen Akteuren
zu schaffen.
Vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Veränderungen (Stichwort:
Wissensgesellschaft) wird das lebenslange Lernen zukünftig fester
Bestandteil unseres Lebensalltags
sein. Mit dem Standort des Bürgerhauses in der „Neuen Alten Mitte“
Berlins kann diesem für unsere
Gesellschaft essentiellen Anliegen
Ausdruck verliehen werden.
Aufgabe der Fachsparte Architektur war es, dass Programm des
Bürgerhauses zu präzisieren und
einer städtebaulichen Haltung des
Ortes anzupassen.
Als Leitfaden wurden verschiedene
Programmbausteine vorgeschlagen,
die ergänzt und konzeptabhängig
akzentuiert werden sollten: So
konnte das Programm beispielsweise verschiedene Bildungseinrichtungen, wie ein Dokumentationszentrum zur Epoche der neueren
Geschichte, Einrichtungen der
Volkshochschule, eine Kinder- und
Jugendakademie / Zukunftslabor,
einen Standort der Bundesanstalt
für politische Bildung sowie eine
Bibliothek, beinhalten. Es konnte
aber auch ergänzt werden durch
einen Veranstaltungsbereich, einen
Servicebereich für die Belange der
Berliner Bürger und gastronomische Angebote.
	

„Quartierskonzept
städtische Dichte“
Szenario 1V (A/S)
Bis zu den Kriegszerstörungen der
1940er Jahre bestanden seit dem
Mittelalter dichte Altstadtquartiere
um die Marienkirche. Wohnquartiere gegenüber dem Schloss reichten in geschlossener Baulinie von
der Spree bis zum Alexanderplatz
und den Vorstädten. Vielfältiges
bürgerliches Wohnen für Kaufleute
und Handwerker an kleinen Höfen,
durchsetzt von Läden, Werkstätten, Dienstleistungen und Gewerbe sowie wenigen großen Einrichtungen, wie ein Posttelegrafenamt,
bestimmten diesen nördlich des
Schlosses liegenden Stadtteil. Enge
Gassen, viele Höfe und kleine Plätze waren typisch für eine seit mehr
als fünfhundert Jahren bestehende
Bebauung, Stadtvielfalt und dichte
Nutzung in einer Innenstadtlage
„hinter dem Schloss“. Die dichte,
horizontal verflochtene Bebauung
der historischen Baufelder könnte
als örtliches Charakteristikum in
eine Neukonzeption einbezogen
werden.
Von den Verfassern war ein städtebauliches Konzept in einer skizzenhaft darzustellenden Stadtraumvision zu entwickeln, die ihrerseits
eine Begründung für selbst gewählte wichtige Standorte von Quartierskonzepten darstellt.
Mögliche Fragestellungen innerhalb
dieses Szenarios waren: Welchen
Stadtcharakter soll die künftige
Bebauung der „Neuen Alten Mitte“ zeigen? Sollen insbesondere im
Marx-Engels-Forum neue Quartiere entstehen, in welcher DichAIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2010

te und Geschossigkeit? Sollen die
Quartiersränder sowohl an der
Karl-Liebknecht-Straße (Stadtboulevard?) deutlich gefasst sein, wie
auch an der Rathausstraße (Flanierzone)? Soll am Spreeufer gegenüber dem Berliner Schloss eine
neue Stadtkante entstehen, oder
wird eine ganz andere Stadtraumlösung für das Spreeufer empfohlen? Sollte gegenüber vom Rathaus
mit einem Platz ein neues Quartier entstehen? Welcher Art und
Qualität sind die Freiräume, und
wie öffentlich sollen diese sein?
Bezüglich des Wohnens sollten für
unterschiedliche Lebensstile, Altersgruppierungen, kulturelle Prägungen und Familien- und Wohnmodelle für mindestens 50 - 60 %
der gesamtem Bruttogeschossfläche Bauten entstehen.Thematisiert
werden konnten hiermit gemischte Wohnungsgrössen, flexible Zimmernutzungen, bewohnbare Flure,
das „Durchwohnen“ zwischen Außenwänden, die Außenwohnräume wie auch die geschossweise
Wohnungsaufteilung, eventuell im
Zusammenhang mit benachbarten
Arbeitsbereichen. Sowohl für das
Arbeiten im Wohnumfeld als auch
für die öffentlichen Nutzungen waren ausdrücklich auf das Wohnen
in Baugruppen hin orientierte Lösungen gefragt, wie z.B. Geschäfte,
Werkstätten, Galerien, Restaurationen, Büroräume, Ateliers, Gesundheitsdienste,
Sportstudios,
Programmkino, aber auch ein Bürgertreff, Altenclub, Kinderladen
u.v.m. Die Geschosszahl sollte bei
horizontaler Bauweise mindestens
4-5 betragen. Öffentliche wie auch
private Höfe wurden empfohlen.
	

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155. Schinkel-Wettbewerb 2010 – AIV zu Berlin
Auszüge Aufgabenstellung
„Urban Mix“
Szenario V (A/S/TGA)
Das Szenario ging von der Vision
aus, dass das Wettbewerbsareal
als ein städtisch-urbanes Quartier
entwickelt wird. Einer Untersuchung, in welchem Umfang und
Bereich eine Bebauung des Areals
sinnvoll ist, sollte die Ausarbeitung
grundsätzlicher
städtebaulicher
Strukturen und Typologien folgen,
die für eine Entwicklung des Areals
angemessen erscheinen und zukunftsfähige Modelle urbaner Mischung ermöglichen.
So war für das Areal ein Masterplan für städtebauliche Typologien zu entwickeln, auf deren Basis
einzelne Bausteine als Gebäudeentwürfe vertieft werden sollten.
Erwartet wurden Aussagen zu Bebauungs- und Freiraumtypologien,
Bebauungsdichte sowie Erschließungssystemen. Des Weiteren waren Aussagen zur Einbindung des
Quartiers in den städtebaulichen
Kontext zu treffen.
Die wesentliche Fragestellung, wie
sich die öffentlichen und privaten
Nutzungen zueinander verhalten
und entsprechend räumlich differenziert werden, war hinsichtlich
der Bebauung wie auch der Freiräume zu bearbeiten. Dabei waren
auch Aspekte der Partizipation und
Aneignung durch die Bewohner zu
berücksichtigen.
Als architektonische Vertiefung
wurde ein exemplarischer Stadtbaustein erwartet, der ein zukunftsfähiges, visionäres Modell im
Umgang mit der Nutzungsmischung
Arbeiten/ Wohnen vorstellt.
Ausgehend von der These, dass die
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Individualisierung von Lebensmodellen zu unterschiedlichen Wohnund Lebensweisen führt, wurden
Konzepte erwartet, die den gesellschaftlichen Entwicklungen gerecht werden. Zu berücksichtigen
war auch die Feststellung veränderter Arbeitswelten, in denen die
Ortsunabhängigkeit von Tätigkeiten zunimmt, die Wohnung zunehmend auch als Arbeitsort genutzt
werden kann und damit die Grenze zwischen Arbeiten und Wohnen
an Kontur verliert. Welchen Einfluss haben diese Entwicklungstendenzen auf unsere Wohnwelten,
wie müssen unsere Wohnungen
und das Wohnumfeld in Reaktion
darauf beschaffen sein? Welche
Gebäude- und Grundrisstypologien sind hierfür denkbar? Diese
Fragestellungen sollten u.a. in der
Fachsparte Architektur anhand eines exemplarischen Gebäudeentwurfs thematisiert werden.
Die städtebauliche Typologie sowie der Gebäudeentwurf waren
aber auch unter energetischen
Gesichtspunkten zu betrachten.
Insbesondere auf der Maßstabsebene des Gebäudeentwurfs wurden
Aussagen über energieeffizientes
und ressourcenschonendes Bauen
erwartet.
Ebenso sollte der Aspekt einer
nachhaltigen
Stadtentwicklung
einbezogen und Möglichkeiten
für zukünftige Veränderungen der
Nutzungs- und Bewohnerstruktur
geschaffen werden. Flexibilität und
Veränderbarkeit in stadträumlichen, strukturellen und konstruktiven Konzepten spielen dabei eine
wichtige Rolle.
AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2010

„Offene Entwicklung“
Szenario V1 (S/L)
Der nahe am historischen Zentrum Berlins gelegene Bereich
weist eine Reihe Besonderheiten auf. Mit Marienkirche, Rotem
Rathaus, wiederaufgebautem Nikolaiviertel, Fernsehturm und der
langgestreckten Randbebauung aus
den 1960/70er Jahren stehen hier
Bauten zusammen, deren städtebauliche Wirkung kaum unterschiedlicher sein kann. Dieses sehr
heterogene Ensemble wird zusammengehalten durch einen sehr
großzügig dimensionierten Raum,
der sich zwischen Bahnhof
Alexanderplatz und Spree erstreckt. Zu den wesentlichen Potentialen des Ortes gehören seine
Dimension, seine zentrale Lage,
aber auch seine sehr unterschiedlichen Nutzungen. Dazu gehören
Dienstleistungen und Geschäfte,
Verwaltung sowie Kultur- und Tourismus-Nutzungen. Gleichzeitig ist
der gesamte Standort gekennzeichnet durch einen hohen Anteil an Wohnungen. Als besondere
Wohnlage und Wohnform sprechen sie ein eigenes Klientel an.
Im Sinne einer offenen und prozessualen Planung war im Rahmen des
Szenarios für das Areal eine stufenweise Strategie zur Qualifizierung
und Weiterentwicklung auszuarbeiten. Sie sollte einerseits kurzfristig erkennbare Verbesserungen
anbieten, mittel- und langfristig
aber auch Raum lassen für Anpassungen und Ergänzungen. Dabei
waren die in den vorangegangenen
Szenarien beschriebenen Perspek-

155. Schinkel-Wettbewerb 2010 – AIV zu Berlin
Auszüge Aufgabenstellung
tiven kritisch zu berücksichtigen.
Zu den wichtigsten Anknüpfungspunkten gehörten die heterogene
Substanz des Ortes, die besondere
Maßstäblichkeit des Freiraums und
der Bauten, die Beziehung zwischen
Bebauung und Freiraum sowie die
bestehende Nutzungsmischung in
Verbindung mit besonderen Formen des Wohnens.
Darzustellen waren mögliche Entwicklungsschritte und städtebauliche Zwischenzustände sowie die
Schnittstelle zu den Nachbardisziplinen Architektur/ Landschaftsarchitektur.

„Verbindung über die Spree“
Szenario VI1 (KI/A/K)
Hierfür war eine Verbindung über
die ca. 34 m breite Spree unter
Berücksichtigung der beiden 4,0 m
breiten Uferpromenaden vor dem
Humboldtforum zu entwerfen. Sie
sollte Fußgängern und Fahrradfahrern eine eigene Spreequerung
ermöglichen, unabhängig von den
beiden bestehenden Straßenbrücken Karl-Liebknecht-Brücke und
Rathausbrücke. Das Verbindungselement sollte zum Verweilen einladen. Es sollte in seinem Charakter
der Gesamtnutzung der „Neuen
Alten Mitte“ als repräsentativer
Ostzugang zum Humboldtforum
gerecht werden. Bei der Entwicklung des Brückentragwerks waren
Treppenabgänge als Verbindung mit
den Uferpromenaden unterhalb
des Bauwerkes zu berücksichtigen.
Zugelassen waren alle Baustoffe,
es gab keine Vorgaben zu Brückenform und Tragsystem. Die Gesamterscheinung der Brücke sollte die
	

besondere Bedeutung des Ortes berücksichtigen. Die Lage des
Bauwerks war zwischen neuer
Rathausbrücke und Liebknechtbrücke frei zu wählen, jedoch zu
begründen. Bei der Festlegung war
die Trasse der künftigen U-Bahn
unbedingt zu berücksichtigen. Die
Widerlager sollten mit ihren Vorderkanten die jeweiligen senkrechten Begrenzungen der tiefliegend
angenommenen 4 m breiten Uferpromenaden bilden. Am Spreeufer
durften eingeschränkt auch Stützen vorgesehen werden.
Die Brücke konnte auch als Landschaftsraum ausgebildet werden.
Als Verkehrswege waren zwei je
2,0 m breite Gehwege – ohne Aufenthaltsbereiche u.ä. – und zwei
1,5 m breite Radwege oder eine
vergleichbare Verkehrsführung (z.B.
Mischnutzung) vorzusehen. Es war
zudem darauf zu achten, dass die
unter der Brücke liegenden Uferpromenaden ausreichend belichtet
werden.
Neben der möglichen Integration
des Querschnittsthemas Kunst war
auch die Kooperation mit der Architektur gefragt: In einer solchen
waren
gestaltungsbestimmende
Aspekte sowie die Nachvollziehbarkeit der realen Ingenieur-Architekten-Kooperation vertiefend
darzustellen. Im Rahmen der selbst
zu bewertenden gestaltungsbestimmenden Aspekte sollten die
städtebauliche Einbindung sowie
die Neugestaltung des charakteristischen Umfeldes, die beiden unterschiedlichen Flussufer zwischen
Rathaus- und Liebknechtbrücke,
berücksichtigt werden.
AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2010

„Bewegung und Aufenthalt“
Szenario VII1 (VW/S)
Hierfür war ein integriertes Verkehrskonzept im Rahmen eines
städtebaulichen Entwurfs zur Neugestaltung des Wettbewerbsgebiets
zu entwickeln. Schwerpunkt lag dabei auf einer qualitätvollen Erschließung sowie hohen Aufenthaltsqualität für die nicht motorisierten
Verkehrsteilnehmer.
Empfohlen
wurde die Kooperation mit Vertretern der Fachsparte Städtebau,
die Bearbeitung des Szenarios in
Einzelarbeit war ebenfalls vorstellbar. Für die verkehrsplanerische
Vertiefung sollte auf die Szenarien
1-6 zurückgegriffen werden.
Das Wettbewerbsgebiet ist für
den Kraftfahrzeugverkehr über die
angrenzenden Hauptverkehrsstraßen gut erreichbar. Durch große
Verkehrsbelastungen und durch
Staus ergeben sich an den Hauptachsen
Karl-Liebknecht-Straße/
Unter den Linden und Grunerstr./
Mühlendamm hohe kfz-bedingte
Umfeldbelastungen. Da das Wettbewerbsgebiet durch den Bahnhof
Alexanderplatz, die Verlängerung
der U5 mit den neuen Bahnhöfen
Rotes Rathaus und Humboldtforum und durch die Straßenbahn in
der Karl-Liebknecht-Straße durch
öffentliche Verkehrsmittel gut angebunden ist, sollte das Verkehrskonzept auf eine Stärkung des Umweltverbundes ausgerichtet sein.
Erwartet wurde ein Konzept mit
einer guten Erreichbarkeit und Erschließung für Fußgänger, Radfahrer,
Mobilitätsbehinderte wie auch für
den Tourismusverkehr, den ÖPNV
und den Wirtschaftsverkehr.
	

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155. Schinkel-Wettbewerb 2010 – AIV zu Berlin
Ergebnisse
Insgesamt wurden 189 Arbeiten
eingereicht.
Vom 15.-20. März 2010 wurden
diese von Vorprüfern, den Mitgliedern des Schinkel-Ausschusses
und Gastpreisrichtern geprüft und
diskutiert.
Nach eingehender Erörterung der
von den Fachjuroren zur Auszeichnung vorgeschlagenen Arbeiten
fasst der Ausschuss am 20.03.2010
mehrheitlich folgende Beschlüsse:

Fachbereich Städtebau

Es wurden 89 Arbeiten eingereicht,
davon 8 Kooperationsarbeiten mit
dem FB Architektur, 5 Kooperationen mit dem FB Landschaftsarchitektur, eine Kooperationsarbeit
mit den FB Architektur und Landschaftsarchitektur sowie eine Kooperation mit dem FB Straßenbau/
Verkehrswesen.
Zwei Arbeiten wurden nach der
Rückholung in das Verfahren der
Preisvergabe wieder ausgeschieden. Es werden zwei Anerkennungspreise in Höhe von jeweils
800 Euro zugeteilt.

Fachbereich Architektur

62 Arbeiten wurden eingereicht,
davon acht Kooperationsarbeiten
mit dem FB Städtebau, fünf Kooperationsarbeiten mit dem FB Landschaftsarchitektur, eine Kooperationsarbeit mit den FB Städtebau
und Landschaftsarchitektur sowie
13 Kooperationsarbeiten mit dem
FB Konstruktiver Ingenieurbau.
Eine Wettbewerbsarbeit wird mit
dem Schinkelpreis in Höhe von
2.000 Euro sowie mit dem „Schinkel-Italienreise-Stipendium“der
Hans-Joachim Pysall-Stiftung in
Höhe von 2.500 Euro ausgezeichnet. Eine zweite Arbeit erhält einen Anerkennungspreis in Höhe
von 800 Euro.

Fachbereich
Landschaftsarchitektur

(Im Folgenden wird der Begriff
„Fachbereich“ mit FB abgekürzt.)

Es wurden 47 Arbeiten eingereicht,
davon fünf Arbeiten in Kooperation mit dem FB Städtebau, fünf
Arbeiten in Kooperation mit dem
FB Architektur, eine Kooperationsarbeit mit den FB Architektur und

10

AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2010

Städtebau sowie eine Kooperation
mit dem FB Kunst. Es werden drei
Anerkennungspreise in Höhe von
jeweils 800 Euro zugeteilt. Der
Sonderpreis des Verbandes Restaurator im Handwerk e.V. in Höhe
von 1.500 Euro geht an eine Kooperation der FB Architektur und
Landschaftsarchitektur. Es wird darauf hingewiesen, dass die Auswahl
für diesen Preis ausschussintern
zukünftig besser abzustimmen ist.

Straßenbau u.Verkehrswesen

Es sind drei Arbeiten, darunter
eine Kooperationsarbeit mit dem
FB Städtebau, eingereicht worden,
die jedoch keinen Preis erhalten.

Fachbereich Kunst u. Bauen

Der FB war mit zwei Kooperationsarbeiten vertreten. Hiervon
wird eine im FB Konstruktiver Ingenieurbau – Kooperation ausgezeichnet.

Fachbereich Konstruktiver
Ingenieurbau / Kooperation

Es sind 22 Wettbewerbsarbeiten
zur Beurteilung eingegangen, davon 13 Kooperationsarbeiten mit
dem FB Architektur und eine als
Kooperation mit dem FB Kunst.
Eine Arbeit erhält den Sonderpreis
des VBI in Höhe von 3.000 Euro.
Zwei weitere Arbeiten werden jeweils Anerkennungspreise in Höhe
von 500 Euro, gestiftet vom Betonund Bautechnik-Verein, zugesprochen. Der von der Baukammer
Berlin gestiftete Preis in Höhe von
1.000 Euro wird ebenfalls an eine
Arbeit vergeben.

155. Schinkel-Wettbewerb 2010 – AIV zu Berlin
Preisträger
Städtebau
Seite 12-13

Architektur
Seite 14-16

Landschaftsarchitektur
Seite 17-19

Anerkennungspreis
in Höhe von 800 Euro
Clara Schuster, Dresden

Anerkennungspreis
in Höhe von 800 Euro
Alessa Hansen, Claudia Müller,
Elisa Wienecke, Berlin

Schinkelpreis
in Höhe von 2.000 Euro
Reisestipendium der
Hans-Joachim-Pysall-Stiftung
in Höhe von 2.500 Euro
Stefan Drese, Hamburg

Anerkennungspreis
in Höhe von 800 Euro
Bastian Henning, Himmelpforten

Anerkennungspreis
in Höhe von 800 Euro
Heiko Ruddigkeit, Nadia Rückert,
Petra Stern, Pablo Tena, Berlin

Anerkennungspreis
in Höhe von 800 Euro
Franz Reschke, Anna Vogels, Berlin
Anerkennungspreis
in Höhe von 800 Euro
Hans Christian von Bülow,
Cornelius Voß, Berlin

Konstruktiver Ingenieurbau
Seite 20-24

Zusätzlich

Sonderpreis
gestiftet vom Förderverein
des Verbandes Beratender
Ingenieure VBI
in Höhe von 3.000 Euro
Damian Kania, Katarzyna Kurek,
Andreas Reimer, Berlin

Anerkennungspreis
gestiftet vom Beton- und
Bautechnik Verein e.V.
in Höhe von 500 Euro
Daniela Ehnert, Olga Schäfer,
Cottbus

Anerkennungspreis
gestiftet vom Beton- und
Bautechnik Verein e.V.
in Höhe von 500 Euro
Lars Cusnick, Benjamin Kraus,
Nadine Kellmeyer,
Tobias Schmidt, Kaiserslautern

Anerkennungspreis
gestiftet von der
Baukammer Berlin
in Höhe von 1.000 Euro
Marek Lipsky, Melanie Runowski,
Simon Wübbels, Hamburg

Sonderpreis gestiftet vom Verband
Restaurator im Handwerk e.V.
in Höhe von 1.500 Euro
Pierre Guibert, Mirko Schaab,
Stefan Schwarz, Berlin

Seite 25

	

AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2010

	

11

Städtebau – Neue Alte Mitte in Berlin

Anerkennungspreis
in Höhe von 800 Euro

Aus der Niederschrift der Jury

Clara Schuster
Dresden,TU

Die Verfasser schlagen einen großen Grünbereich als neuen Aufenthaltsort im Zentrum Berlins
vor. Dieser langgestreckte Raum
zwischen S-Bahn und Spree wird
von Solitären entlang der Hauptstraßen flankiert. Beginnend mit
einer Freitreppe am Fluss steigt
das Niveau des Freiraumes kontinuierlich an, um am Fernsehturm
ein neues Basisgeschoss zu bilden.
Eine lockere Untergliederung in offene Rasenflächen, Baumhaine und
harte Plätze lassen unterschiedliche Freiraumnutzungen zu.
Die Jury hebt besonders den
konzeptionellen Ansatz zwischen
Stadt und Landschaft hervor. Mit

12

AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2010

wenigen städtebaulichen Eingriffen
werden die angrenzenden Straßenräume neu definiert und ein organischer Landschaftsraum beschrieben. Das Bürgerhaus am Platz vor
dem Rathaus ist logisch, die vorgeschlagene Nutzung der anderen Solitäre mit Gewerbe/ Büros
sollte in dieser exponierten Lage
diskutiert werden. Die Stellung der
Solitäre bietet Raum für Plätze an
der Marienkirche und am Rathaus.
Die Formgebung der Solitäre zum
Grünbereich und der Freibereiche
könnte zum Teil kraftvoller sein.
Das Konzept mit seiner klaren
Gegenposition zur Rekonstruktion des Gebietes wird als wichtiger
Diskussionsbeitrag zur Zukunft
dieses Raumes eingeordnet.

Städtebau – Neue Alte Mitte in Berlin

Aus der Niederschrift der Jury
Ausgehend von der Frage nach der
heutigen Bedeutung und Identität
des Wettbewerbsgebiets interpretieren die Verfasser das MarxEngels-Forum als „Diele“, in Ergänzung zum Pariser Platz als „gute
Stube“ und dem Gendarmenmarkt
als „Salon“ der Stadt. Eine Diele
als Visitenkarte, als Verteiler und
Antichambre der umliegenden, als
„Zimmer“ bezeichneten Quartiere. Die städtebauliche Struktur
benutzt die historischen Parzellengrenzen als Folie, auf deren Grundlage sich ein neuer Stadtraum entwickeln soll, von der Bebauung
ausgesparte ehemalige Blöcke
bilden neue öffentliche Räume,

	

Anerkennungspreis

die auf das veränderte städtebauliche Umfeld reagieren. Aus dieser
Raumtypologie ergibt sich eine
Überlagerung von Reminiszenzen an historische Strukturen mit
neuen Besetzungen, urbaner Dichte und angenehmer Weite – eine
überraschende Mischung aus Artifizialität und Selbstverständlichkeit.
Damit bewegt sich die Arbeit in einem Spannungsfeld zwischen Rekonstruktion und neuer Definition,
indem sie zwar die historische Situation aufgreift und als Muster
der Neuplanung unterlegt, diese
jedoch umcodiert und mit einem
aktuellen städtebaulichen Ansatz
kombiniert, der ein flexibles Regelwerk anstelle eines festgelegten
Masterplans vorschlägt.

AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2010

in Höhe von 800 Euro

Alessa Hansen
Claudia Müller
Elisa Wienecke
Berlin, UdK

	

13

Architektur – Neue Alte Mitte Berlin

Schinkelpreis
in Höhe von 2.000 Euro

Aus der Niederschrift der Jury

Stefan Drese
Hamburg

Die Arbeit mit dem Titel „Kulturzentrum Alte Neue Mitte“ entwickelt einen solitären Gebäudekomplex entlang des Spreeufers,
zwischen Liebknecht- und Rathausbrücke, gegenüber dem geplanten Humboldtforum. Der weitere
Bereich des Marx-Engels-Forums
und des Rathausplatzes bleibt unbebaut und wird als landschaftlich
orientierter Freiraum dargestellt,
gegliedert durch schiefwinklige,
verkippte Flächen.
Die Gebäudekubatur wird aus der
Fortführung von Bewegungsachsen
und Richtungsvektoren generiert,
die aus dem umliegenden städtischen Kontext abgeleitet werden:

14

AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2010

Reisestipendium der
Hans-Joachim-Pysall-Stiftung
in Höhe von 2.500 Euro

Das Gebäude wird als ein „Knoten“
dieser Bewegungslinien formuliert.
Auf dieser Matrix entstehen schiefwinklige, dynamische Kuben, die
auf einem Sockelbauwerk entlang
des Spreeufers verortet werden.
Es entsteht ein spannungsreiches,
eigenständiges Gebäudeensemble,
das den Freiraum zwischen Fernsehturm und Spree neu definiert.
Das Gebäude selbst wird als ein
multifunktionaler Veranstaltungsort entwickelt. Schwerpunkt des
Programms bilden verschiedene
Veranstaltungs- und Seminarräume
in den Obergeschossen. Im Erdgeschoss ist ein Bibliotheks- und
Medienbereich untergebracht. Die
Erschließung erfolgt über eine zentrale Halle, die Nutzungsbereiche

Architektur – Neue Alte Mitte Berlin

werden über Galerien an diese
angebunden. Im Sockelgeschoss
sind Einzelhandels- und Gastronomieflächen mit Orientierung zum
Spreeufer vorgesehen. Die Dachflächen sind begehbar, auf dem Sockelgeschoss ist eine Freilichtbühne geplant. Die Grundrisse nutzen
die Schiefwinkligkeit des Baukörpers aus, um spannungsreiche Innenraumsituationen zu erzeugen;
es besteht eine Kohärenz zwischen
der äußeren Form und dem Innenleben des Ensembles. Die Qualitäten der Räume werden überzeugend präsentiert. Die Organisation
der Nutzungen ist plausibel.
Die Fassade wird als eine vorgehängte Hülle aus weißem Sandstein vorgeschlagen. Das parallelo-

	

grammförmige Fassadenraster wird
in jeweils zwei Dreiecke zerlegt,
die räumlich zueinander verkippt
werden und gleichzeitig Öffnungen
zulassen. Somit wird ein dreidimensionales, facettenreiches Relief
erzeugt. Unterstützt wird dieser
Effekt durch die unterschiedliche
Oberflächenbehandlung der Steinplatten. Grundsätzlich ist dieses
Konzept eine konsequente Lösung,
um die schiefwinklige Kubatur zu
verkleiden. Die Materialwahl wird
in der Jury kontrovers diskutiert.
Die Details der Fassade zeichnen
sich durch eine hohe Bearbeitungstiefe aus.
Die Arbeit zeichnet sich insgesamt
durch eine konsequente Haltung
in allen Maßstäben aus: Ausge-

AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2010

hend von einer Analyse des städtebaulichen Kontextes, über deren
Umsetzung in eine Gebäudekubatur, die Ausformulierung des Programms bis in die Detaillierung
der Fassade hat der Verfasser auf
einem durchgehend hohen Niveau
gearbeitet. Die Jury kritisiert, dass
die Vorschläge zur Gliederung des
Freiraums schematisch bleiben.
Die skulpturale, eigenständige Lösung überzeugt die Jury und zeigt
auf, dass die Bebauung des Areals
mit einem freistehenden Solitär
eine interessante Entwicklungsperspektive darstellt.

	

15

Architektur – Neue Alte Mitte Berlin

Anerkennungspreis
in Höhe von 800 Euro

Aus der Niederschrift der Jury

Bastian Henning
Himmelpforten,TU Braunschweig

Der Verfasser analysiert die Bedeutung des Ortes als Staatsraum der
DDR. Als Nukleus von Berlin hatte
der Ort eine lesbare Geschichte.
Nachdem die Gebäude bis auf die
Marienkirche abgeräumt wurden,
verlor er seine „Aura“. Der Verfasser möchte einen Ort schaffen, der
den Genius loci widerspiegelt. Das
Bürgerzentrum ist kein Gebäude,
sondern eine bauliche Anlage mit
Siedlungscharakter, deren Funktionen in einen räumlichen Zusammenhang gestellt werden: der Ort,
an dem sich eine Gesellschaft definiert. Die Arbeit setzt sich über gesellschaftspolitische Parameter mit
der Ortsgeschichte durch räum-

16

AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2010

lich angemessene, bauliche Formen
auseinander. Dabei ist gegenüber
dem geplanten Schloss eine bauliche Anlage entstanden, die mit dem
Riegel zur Spandauer Straße und
zur Rathausstraße ein Quartier
markiert, das eine eigenständige
stadträumliche Qualität aufweist.
Die Fläche zwischen Spandauer
Straße und Fernsehturm bleibt
als frei verfügbare Fläche erhalten.
Zweifel hegt die Jury an der Nutzbarkeit des Ortes außerhalb des
Sommers; der Verfasser betont die
ungehinderte Zugänglichkeit aller
Funktionen des Bürgerzentrums.
Die Jury würdigt explizit die sozialpolitische Komponente der Arbeit,
die jedoch noch intensiver hätte
ausgearbeitet werden können.

Landschaftsarchitektur – Neue Alte Mitte Berlin

Aus der Niederschrift der Jury
Die Verfasser der Arbeit „Wenn
viele sich streiten, freut sich die
Mitte“ möchten ohne „geschichtliches Statement“ einen „Ort mit
verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten für alle Bürger“ schaffen.
Die Marienkirche, das Rathaus und
den Fernsehturm mit Sockelbebauung definieren sie als „steinerne Zeugen“, die gleichbedeutend
den Ort prägen. Baulich ergänzen
sie das Ensemble durch ein Bürgerhaus auf dem Marx-EngelsForum, unmittelbar auf der Achse
zwischen Fernsehturm und Spree.
Die Längsseiten der Gesamtfläche
werden von Lindenreihen gefasst.
Gegliedert wird die befestigte

	

Anerkennungspreis

Platzfläche durch „Inseln“ in Form
von leicht über das Platzniveau herausgehobenen, amöbenförmigen
Grünflächen: „Pufferinseln“ zur
Integration vorhandener Bäume,
„Themeninseln“ mit konkreten
Nutzungsangeboten und „Pflanzinseln“ für Staudenpflanzungen.
Richtung Norden nimmt die Dichte der Inseln auf der Platzfläche ab:
Der an der Spree noch überwiegend grün geprägte Aufenthaltsort
wandelt sich so zu einem urbanen,
steinernen Platz. Der pragmatische
Arbeitsansatz wird ebenso gelobt
wie der ergänzende Umgang mit
dem Bestand. Geschaffen wird ein
zwischen Park und Platz changierender Ort, der auf eine großmaßstäbliche Geste verzichtet.

AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2010

in Höhe von 800 Euro

Heiko Ruddigkeit
Nadia Rückert
Petra Stern
Pablo Tena
Berlin

	

17

Landschaftsarchitektur – Neue Alte Mitte Berlin

Anerkennungspreis
in Höhe von 800 Euro

Aus der Niederschrift der Jury

Franz Reschke
Anna Vogels
Berlin,TU

Der Beitrag „Spuren der Abwesenheit“ befasst sich mit der Suche
nach in Vergessenheit geratenen
„städtischen Zeitfragmenten“ zwischen Fernsehturm und Spree. Zu
der Frage, wie man den Ort wieder ins Bewusstsein rücken kann,
bieten die Verfasser ein scharfsinniges und polemisches Statement.
Die jetzigen Eigenarten des Ortes
werden als „stilles“, vielleicht unsichtbares Potenzial gesehen. Die
Umsetzung stärkt die Wahrnehmung der bestehenden Solitäre
und lädt zu einer Kolonisierung
des Stadtraums ein. Die vorhandenen Identitäten der Solitäre werden durch Zuordnung von Plät-

18

AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2010

zen mit individueller Gestaltung
gestärkt. Demgegenüber bildet
ein weiterer Platz den „kontrastreichen“ Gegenpol; die Platzkante
wird nach erhöht, der Übergang
zwischen Geschlossenheit und
Weite, Identität und Abwesenheit,
Diversität und Minimalismus wird
dadurch akzentuiert. Die Verfasser
postulieren, dass die Simplizität der
Gesamtfigur die Wahrnehmung auf
Details lenke – Details als Abbild
von Spuren und Nutzung, z.B. Licht
und Schatten, Blickwinkel, Wasserspiegelungen, flüchtige Fußspuren.
Die Arbeit interessiert durch ihre
intellektuelle und poetische Auseinandersetzung mit dem Ort und
Details. Ihre polarisierende Wirkung bleibt umstritten.

Landschaftsarchitektur – Neue Alte Mitte Berlin

Aus der Niederschrift der Jury
Die Arbeit „Vier Zimmer für Berlin“ knüpft an die Berliner Grünräume mit Baumachsen an. Diese
Achsen benötigen ergänzende
Stadtplätze und rahmende Gebäude. Entsprechend der Plätze entlang der Allee “Unter den Linden”
reihen sich die Plätze nördlich der
Spree entlang Platanenbändern. Die
Plätze sind wichtigen Orten zugeordnet: Der erste Platz mit Cafés
und Shops liegt an der Spree. Der
zweite Platz mit Rathausforum ist
in das grüne Band integriert und
wird an der Westseite durch ein
3,5-geschossiges Bürgerhaus mit
Volkshochschuleinrichtung gefasst.
Marienkirche und Fernsehturm

	

Anerkennungspreis

erhalten eigene städtische Räume, der Platz am Fernsehturm
wird durch einen 2,5-geschossigen
Abschlussriegel mit Gastronomie
ergänzt. Der Raum vor der Marienkirche wird abgesenkt. Die gesamte Platzanlage ist begehbar.
Die Jury bedauert die Aufhebung
der historischen Spandauer Straße
und den Abriss der Erschließungsbauten des Fernsehturmes. Sie vermisst zudem eine detaillierte Ausarbeitung der Plätze. Die Abfolge
lichter offener Plätze und verschatteter Bereiche unter dem Baumdach aber wird positiv bewertet.
Die Platzaufreihung an dem Platanenband wird als zukunftsträchtige
Ergänzung zwischen Pariser Platz
und Alexanderplatz gelesen.

AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2010

in Höhe von 800 Euro

Hans Christian von Bülow
Cornelius Voß
Berlin, UdK

	

19

Konstruktiver Ingenieurbau – Neue Alte Mitte Berlin

Sonderpreis
gestiftet vom Förderverein
des Verbandes Beratender
Ingenieure VBI

Aus den Niederschriften der Jury

Damian Kania
Katarzyna Kurek
Andreas Reimer
Berlin,TU

Fachgruppe Architektur:
Im städtebaulichen Kontext ist
der Erhalt der derzeitigen Situation vorgesehen. Aus der Kreisform des Marx-Engels-Forums ist
die Halbkreisform, die sich der
Spree zuwendet, entwickelt und
eröffnet das Angebot eines Freilichttheaters. Das Brückenkreuz
übernimmt ideell die Aufgabe einer Wegkreuzung, um beide Seiten
des Wettbewerbsgebietes über
die Spree hinweg miteinander zu
verbinden. Auch beide Längsseiten
des Humboldtforums werden dadurch eingebunden. Die Anlage hat
das Potential für einen charakteristischen Freizeit- und Kulturort in

20

AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2010

in Höhe von 3.000 Euro

der Mitte Berlins. Die Behandlung
der Uferpromenade auf der Seite
des Humboldtforums könnte noch
attraktiver sein. Die Luftigkeit der
Konstruktion entspricht dem hier
gewünschten Anmutungscharakter.
Fachgruppe Kunst:
Die Arbeit zeigt einen markanten
Vorschlag zur Überquerung der
Spree mit dem Hintergrund, einen
besonderen Ort der Kommunikation zu schaffen. Der Entwurf gibt
einen interessanten Lösungsweg
vor, ist aber in seiner künstlerischen Idee und deren Durcharbeitung nicht ausgeprägt. Die Arbeit
wird mit Nachdruck für den Bereich Konstruktiver Ingenieurbau
empfohlen.

Konstruktiver Ingenieurbau – Neue Alte Mitte Berlin

Fachgruppe
Konstruktiver Ingenieurbau:
Die Entwurfsverfasser stellen den
Begriff „Verbindung“ in den Mittelpunkt und ziehen somit auch die
Ufergestaltung mit in das Konzept
ein. Die Brücke fügt sich trotz der
besonderen Form gut in die Umgebung ein. Das mit Kalksandsteinplatten verkleidete Amphitheater
und die angeschlossenen Widerlager stellen einen Bezug zu den bestehenden historischen Gebäuden
der Stadt her. Beide Uferseiten und
die Brücke bilden eine Einheit. Als
Tragkonstruktion sind ellipsenförmig gekrümmte Rohrträger, die im
Kreuzungspunkt zur Reduzierung
der Bauhöhe mit dem Gehwegdeck in Verbund stehen, vorgese-

	

hen. Dadurch entsteht eine filigrane und schlanke Konstruktion.
Durch die kreuzartige Aufweitung
werden die Promenaden ausreichend beleuchtet.
Die Darstellung ist sehr ansprechend und repräsentativ. Die städtebaulichen Aspekte sind mit dem
Überbau optimal gelöst worden.
Die Ufergestaltung ist sehr gut
gelungen und überzeugt. Als Lage
wurde bewusst die Achse Fernsehturm – Marx-Engels-Forum –
Schloss gewählt und könnte für die
Konzeption nicht besser sein. Die
Voruntersuchungen sind sehr professionell geführt. Es wurden alle
Lastfälle und Lastfallkombinationen
berücksichtigt. Die Montageüberlegungen wurden durchgeführt.

AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2010

Die durchgeführte Kostenschätzung schließt ab mit 3,3 Mio Euro,
ein Wert, der sich in der richtigen
Größenordnung bewegt.
Die Bearbeitungstiefe ist in statischer und konstruktiver Hinsicht
völlig ausreichend, um die Ausführbarkeit des Entwurfes nachzuweisen. Die Randbedingungen
wurden eingehalten. Das Tragwerk
passt sich mit seiner konstruktiven
Ausbildung und der Wegekonzeption sehr gut in das Umfeld ein.
Besonders hervorzuheben ist auch
das vorgeschlagene Beleuchtungskonzept, das die Brücke zu einem
„Highlight“ werden lässt.

	

21

Konstruktiver Ingenieurbau – Neue Alte Mitte Berlin

Anerkennungspreis
gestiftet vom Beton- und
Bautechnik Verein e.V.

Aus der Niederschrift der Jury

Daniela Ehnert
Olga Schäfer
Cottbus, BTU

Die Entwurfsverfasser streben
eine leichte, transparente Brücke
an. Den unterschiedlichen Flussufern wird durch die Form des
Tragwerks Rechnung getragen. Als
Lage wurde die Achse Fernsehturm – Marx-Engels-Platz – Schloss
gewählt. Die Tragkonstruktion besteht aus einem Rohrfachwerk
mit verwundenen Tragebenen und
einer orthotropen Fahrbahnplatte mit Epoxidharzbeschichtung.
Beidseitig sind Treppenanlagen und
Aufzüge vorgesehen.
Insgesamt ist die Bearbeitungstiefe
in konstruktiver Sicht ausreichend,
um die Ausführbarkeit des Entwurfes nachzuweisen. Die Vorstatik ist

22

AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2010

in Höhe von 500 Euro

zwar nur sehr einfach geführt, wesentliche Belastungen und Montageüberlegungen wurden nicht berücksichtigt, die Randbedingungen
aber wurden eingehalten. Die in
der Kostenschätzung ermittelten
Kosten erscheinen nicht ausreichend. Die Gründung ist ausreichend dargestellt. Systembedingt
sind am östlichen Ufer erhebliche
Erdbewegungen notwendig; die
östliche Brückenlängsneigung ist
sehr groß, der Gradientenhochpunkt liegt über der Spree. Das
Lichtraumprofil für die Schifffahrt
ist nur in Spreemitte gewährleistet. Wenngleich der Überbau sehr
gewaltig erscheint, wirkt das gewählte Tragwerk gegenüber dem
zukünftigen Schloss überzeugend.

Konstruktiver Ingenieurbau – Neue Alte Mitte Berlin

Aus der Niederschrift der Jury
Fachgruppe Architektur:
Die zurückhaltende Erscheinung
der Brücke wird anerkannt. Die
Einspannung in das Widerlager ist
für die Seite des Humboldtforums
richtig, auf der Parkseite jedoch
gestalterisch falsch, weil sie hier
den
Landschaftszusammenhang
massiv unterbricht. Auf der Seite
des Humboldtforums erschöpft
sich die Ufergestaltung im Lapidaren, auf der Landschaftsseite ist sie
durch eine gewisse Starrheit nicht
attraktiv genug. Dessen ungeachtet
ist die Konstruktionsweise völlig
richtig gedacht und ausgereift, um
eine positiv zu bewertende Leichtigkeit zu erzeugen.

	

Anerkennungspreis
gestiftet vom Beton- und
Bautechnik Verein e.V..

Fachgruppe
Konstruktiver Ingenieurbau:
Die Brücke überquert die Spree
im rechten Winkel und erzielt mit
einem beidseitig eingespannten,
acht Meter breiten Stahlverbundquerschnitt eine sehr geringe Bauhöhe und große Schlankheit.
Die Brücke hat zwar nur geringe
Aufenthaltsqualität, das konstruktive Konzept und die gekonnte
Durcharbeitung sind aber beachtlich und stellen für den konstruktiven Ingenieurbau eine anerkennenswerte Leistung dar.

AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2010

in Höhe von 500 Euro

Lars Cusnick
Benjamin Kraus
Nadine Kellemeyer
Tobias Schmidt
Kaiserslautern,TU

	

23

Konstruktiver Ingenieurbau – Neue Alte Mitte Berlin

Sonderpreis
gestiftet von der
Baukammer Berlin

Aus der Niederschrift der Jury

Marek Lipsky
Melanie Runowski
Simon Wübbels
Hamburg, HCU

Fachgruppe Architektur:
Auf der Brücke sind die verschiedenen Bewegungsformen nach
Höhen differenziert und mit kleinen angelagerten Rasenflächen als
Aufenthaltsbereiche ergänzt. Die
anpassungsfähige
KastenträgerKonstruktion mit Kragbereichen
entspricht der Gesamthaltung des
Entwurfs. Das auf der SüdwestSeite vorgeschlagene Café wird
über Rampenabgänge von den beiden Längsseiten her erschlossen.
Die landschaftliche Terrassierung
auf der Nordost-Seite ist sinvoll,
jedoch in der Durcharbeitung zu
schematisch. Die Anordnung der
Blumenbeete wirkt unvollendet.

24

AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2010

in Höhe von 1.000 Euro

Fachgruppe
Konstruktiver Ingenieurbau:
Der Entwurf wird als „Spreegrün“
betitelt. Die Brücke dient keinem
repräsentativen Ostzugang zum
Humboldtforum, sondern führt
schräg von der Nord-Ost-Ecke
des Forums über die Spree in den
Grünbereich am rechten Ufer. Ein
mehrteiliger, einfacher Stahlhohlkasten überspannt den Fluss mit
einem 38m-Mittelfeld und endet
hinter den Uferpromenaden jeweils in kurzen, ballastierten Endfeldern. Durch querträgergestützte
Aufweitungen und Höhenstaffelung
werden die Bereiche Radfahren,
Spazieren und Ruhe differenziert,
sind wegen fehlender Geländer jedoch nicht verkehrssicher.

Zusätzlich – Neue Alte Mitte Berlin

Aus der Niederschrift der Jury
Die Arbeit geht von dem Erhalt
des Gebietes als Freifläche aus, um
die historischen Schichten nicht
durch eine vollständige bauliche
Überformung zu zerstören oder
eine Zeitschicht zu präferieren. Sie
setzt sich mit Freiflächen in Metropolen auseinander und bezieht sich
auf den Champs de Mars in Paris.
Der Raum zwischen Fernsehturm
und Spree wird von parallelen Achsen, Baumreihen und Freiflächen
geprägt, deren Wandelraum durch
quadratische Kleinbauten für öffentliche Nutzungen wie Gastronomie, Ausstellungen u.ä. ergänzt
wird. Die bestehenden Denkmäler
werden sorgsam integriert; Mari-

	

Sonderpreis
gestiftet vom
Verband Restaurator
im Handwerk e.v.

enkirche und Rathaus erhalten angemessene Vorplätze.
Unter der Prämisse des Denkmalschutzes als Erhalt und Konservierung der Substanz überzeugt die
Arbeit durch ihren konsequenten
Ansatz. Ihre Strenge und Klarheit
lassen keinen Zweifel aufkommen,
dass hier unter Respektierung
der im Boden verborgenen historischen Funde wie auch der Entwicklungen der letzten 30 Jahre
mit einer minimalen Intervention
ein stringenter Verbesserungsvorschlag angeboten wird. Einzig der
Abriss des Brunnens am Fernsehturm und das wenig ausformulierte
Achsenende am Humboldtforum
erscheinen aus Sicht des Denkmalschutzes als Beeinträchtigungen.

AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2010

in Höhe von 1.500 Euro

Pierre Guibert
Mirko Schaab
Stefan Schwarz
Berlin, Beuth HfT

	

25

Alle Fachsparten – Weitere Arbeiten in der engeren Wahl

Städtebau
Henning Michelsen
Florian Voigt
Leipzig, BUW

Städtebau
(Rückholantrag, 1. RG)
Moritz Henkel
Isabelle Kievenheim
Annika Nolting
Berlin

Städtebau
(Rückholantrag, 3. RG)
Albrecht Lutter
Arne Wade
Dresden,TU

Architektur
Felix Hiller
Michael Schulze
Hoyerswerder, BTU Cottbus

Architektur
Helena Hanser
Sonja Moser
Konstanz, HTWG
26

AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2010

Alle Fachsparten – Weitere Arbeiten in der engeren Wahl

Architektur
Dao Thai Hung
Kim Jae Ho
Maximilian Papp
München,TU

Ingenieurbau
Ersin-Mecit Gönen
Harald Pietsch
Erhan Isiksalanlar
Hamburg, HCU

Ingenieurbau
Janine Hanhues
Maida Ramcic
Ahmad Raselch
Hamburg, HCU

Ingenieurbau
Nicole Gabel
Susanna Lemke
Cottbus, BTU

Zusätzlich
Simon Becker
Jan Gehrke
Jan Purnhagen
Hamburg, HCU
	

AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2010

	

27

Preisgericht und Vorprüfung

Mitglieder It. Statut

Gastpreisrichter 2010

Semmer, Manfred Dr.-Ing.
AIV zu Berlin
Baumgart, Christian Dipl.-Ing. *
Verband Deutscher Architektenund Ingenieurvereine
Darge, Joachim Dipl.-Ing.
AIV zu Berlin
Kaula, Renate Dipl.-Ing.
Verband Beratender Ingenieure VBI,
Förderverein e.V.
Fingerloos, Frank Dr.-Ing.
Deutscher Beton- und BautechnikVerein e.V.
Doehler-Behzadi, Marta Dr.-Ing *
Bundesministerium für Verkehr, Bau
und Stadtentwicklung
Schweinberger, Jürgen *
Ministerium für Infrastruktur und
Raumordnung, Brandenburg
Ihrig, Gerhard Prof. h.c. Dipl.-Ing.
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, i.V. für OPA/ BMVBS
Lüscher, Regula
Senatsbaudirektorin*
Senatsverwaltung für
Stadtentwicklung Berlin
Neu, Peter Dipl.-Ing. Ministerialrat*
Oberprüfungsamt/ BMVBS, Bonn
Pysall, Hans-Joachim Dipl.-Ing.
Hans-Joachim-Pysall-Stiftung
Nielsen, Karl-Peter Dr.-Ing.
Baukammer Berlin
Rothe, Annemarie Dipl.-Ing.
Verbands Restaurator
im Handwerk e.V.

Braum, Michael Prof. Dipl.-Ing.
Bundesstiftung Baukultur
Gengnagel, Christoph Prof. Dr.-Ing.
Universität der Künste Berlin
Honerla, Martin
Kuratorium des Architektenund Ingenieur-Vereins zu Berlin
Kahlfeldt, Petra Prof. Dipl.-Ing.
Kuratorium des Architektenund Ingenieur-Vereins zu Berlin
Kleihues, Jan Dipl.-Ing.
Kleihues + Kleihues Berlin
Kneer, Olaf Dipl.-Ing. Architectural
Association London
Schuster, Wolfgang Prof. Dr. h.c.
Kuratorium des Architektenund Ingenieur-Vereins zu Berlin
Stimmann, Hans Prof. Dr.-Ing.
Kuratorium des Architektenund Ingenieur-Vereins zu Berlin
Willemeit, Thomas Dipl.-Ing.
Graft Berlin
Zillich, Klaus Prof. Dipl.-Ing.
Technische Universität Berlin

Geschäftsstelle

Vorsitz Schinkelausschuss

Betreuung Vorprüfung

Pfeiffer, Renate
AIV zu Berlin
(* 2010 keine Jury-Teilnahme)

Norten, Rainer Dr.-Ing.
AIV zu Berlin
Semmer, Melanie Dr.-Ing.
AIV zu Berlin

Böhm, Ulrike Dipl.-Ing.
Kaindl, Stefanie Dipl.-Ing.
Zahiri, Cyrus Dipl.-Ing.
Aminde, Hans-Joachim Prof. Dr.-Ing.

28

AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2010

Jury im Sinne dieses Wettbewerbs
ist laut Statut der AIV-SchinkelAusschuss. Neben den laut Statut
gesetzten Mitgliedern werden die
Mitglieder des Schinkelausschusses
gewählt. Zusätzlich können in
jedem Jahr besondere Sachverständige zugewählt werden.
Erstmals wurden zusätzlich Gastpreisrichter für die abschließende
Ausschuss-Sitzung eingeladen
Ihnen und allen Vorprüfern sowie
den Mitgliedern des Schinkel-Ausschusses gilt ein großer Dank für
ihr eherenamtliches Engagement
in diesem Wettbewerb.
Ohne sie wäre eine derart umfangreiche Prüfung, Diskussion und Jurierung der Wettbewerbsbeiträge
nicht möglich!

Preisgericht und Vorprüfung

Schinkelausschuss Mitglieder
Städtebau

Brenn, Peter Dipl.-Ing.
Heitele, Bernhard Dipl.-Ing.
Hobusch, Tom Dipl.-Ing.
Kaul, Hannelore Dipl.-Ing.
Kendel, Hermann Prof. Dipl.-Ing.
Krause, Ludwig Dipl.-Ing.
Kühn, Bernd Dipl.-Ing.
Mensing-de Jong, Angela Dipl.-Ing. *
Metz, Jens Dipl.-Ing.
Nagler, Heinz Prof. Dipl.-Ing. *
Noack, Konstanze Dipl.-Ing.
Ostendorff, Peter Dipl.-Ing.
Zahiri, Cyrus Dipl.-Ing.

Gottfriedsen, Hendrik Dipl.-Ing.
Heurich, Michael Dipl.-Ing. *
Hube, Elke Dipl.-Ing. *
Hutter, Barbara Dipl.-Ing.
Klapka, Axel Dipl.-Ing. *
Mahler, Erhard Dipl.-Ing. *
Müller, Cornelia Dipl.-Ing. *
Profé, Beate Dipl.-Ing.
Schwarz, Christiane Dipl.-Ing.
Weidinger, Jürgen Dipl.-Ing.

Konstruktiver Ingenieurbau

Desczyk, Dieter Dipl.-Ing.
Franz, Stefan Dr.-Ing. *
Geißler, Karsten Dipl.-Ing. *
Hoth, Ralf Dipl.-Ing. *
Kickler, Jens Prof. Dr.-Ing. *
Ripke, Henry Dipl.-Ing.
Architektur
Aminde, Hans-Joachim Prof. Dr.-Ing. Schlaich, Michael Prof. Dr.-Ing
Schmackpfeffer, Heinz Dipl.-Ing.
Baller, Inken Prof. Dipl.-Ing. *
Svensson, Nils Dipl.-Ing. *
Drosch, Christian Dipl.-Ing. *
Eisenloffel, Karen Prof. MA
Engelbrecht, Philip Dipl.-Ing. *
Technische
Fleckenstein, Ralf Dipl.-Ing.
Gebäudeausrüstung
Hartleben, Rolf Dipl.-Ing. *
Kretschmer, Thomas Prof. Dr.-Ing.
Hastenteufel, Markus Dipl.-Ing. *
Hicsasmaz, Ayse Zeynep Dipl.-Ing.
Verkehrswesen u. Straßenbau
Jäger, Dagmar Prof. Dr.-Ing. *
Garben, Manfred Dipl.-Ing.
Kaindl, Stephanie Dipl.-Ing.
Guggenthaler, Heribert Dipl.-Ing.
Klooster, Thorsten Dipl.-Ing. *
Richter, Thomas Dipl.-Ing. *
Krapf, Eva Dipl.-Ing.
Schumann, Robert Dipl.-Ing. *
Nöfer, Tobias Dipl.-Ing.
Pflitsch, Manfred Dipl.-Ing.
Verkehrswesen u. Bahnwesen
Pysall, Justus Dipl.-Ing.
Freystein, Hartmut Dipl.-Ing.*
Sauerzapfe, Martin Dipl.-Ing. *
Hübner-Kosney, Erhard Dipl.-Ing.*
Schädler, Michael Dipl.-Ing.
Kruse, Bernd Dipl.-Ing.*
Seeger, Almut Dipl.-Ing.
Lemnitz, Rüdiger Dipl.-Ing.*
Steinweg, Reinhart Dipl.-Ing.

Landschaftsarchitektur

Angulo Garcia, Daniel Dipl.-Ing.
Becher, Holm Dipl.-Ing.
Böhm, Ulrike Dipl.-Ing.
Daldrop-Weidmann, Monika Prof.*
Dietrich, Thomas Dipl.-Ing.
	

Kunst

Günther, Katrin Dipl.-Ing.
Hannibal, Thomas Dipl.-Ing.*
Hasse, Dieter Dr. *
Lemburg, Peter Dr.phil.
Schmidt, Olaf Dr.-Ing.
Thünker, Lotte Dipl.-Ing.
AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2010

Vorprüfer
Städtebau

Berg, Florian
Dietrich Margaux
Engemann, Miriam
Hauptvogel, Henny
Karol Kominek
Lederer, Katrin
Milijo Dzeko
Pfeiffer,Verena
Pohl, Helene
Pohle, Wolfgang
Renner, Daniela
Trapp, Julia
Vieweg, Björn

Architektur

Haase, Alexander
Haist, Tim
Hellmann, Magdalena
Hütteroth, Maren
Matveev, Lena
Mykietyszyn, Marta
Simonaic, Tanja
Sostmann, Jonas
Stephan, Zita
Thömen, Vanessa
Valencia-Zang, Daniela
Zeiler, Sven

Landschaftsarchitektur
Bannach, Moritz
Charpentier, Cecile
Dittrich, Andreas
Holz, Sophie
Karle, Fabian
Kracht, Sylvia
Rüger, Florian
Susann, Ahn
Torini, Luca

Konstruktiver Ingenieurbau
Jones, Cilly
Nowitzki, Alexander
	

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Rückblick und Ausblick

Zum Verein

Zum Wettbewerb

156. Schinkel - Wettbewerb

Der Architekten- und IngenieurVerein (AIV) wurde 1824 von jungen „Bauconducteuren“ um Eduard Knoblauch in Berlin gegründet.
Das Wirken des AIV hat wesentlich
zur Entwicklung des Berufsstandes
der Architekten und Ingenieure sowie der Bau- und Kulturgeschichte
Berlins, Preußens und Deutschlands beigetragen.
Heute gehören dem AIV zu Berlin rund 350 Mitglieder an. Als
Berufsgruppen sind Architekten,
Stadtplaner, Landschaftsarchitekten, Bauingenieure, Wissenschaftler und Künstler vertreten. Neben dem Vorstand, der einmal
monatlich tagt, sorgen neben den
aktiven Vereinsmitgliedern auch
namhafte Kuratoriumsmitglieder
für das Renommé des Vereins. Als
bekannte Persönlichkeiten sollen
sie die Arbeit des AIV ideell unterstützen und für seine Ziele in der
Gesellschaft werben. Fördermitglieder – Firmen, Gesellschaften,
verschiedenste Institutionen und
Einzelpersonen – unterstützen die
Vereinsarbeit mit Zuwendungen.
Das primäre Satzungsziel des AIV
besteht seit je her in der Förderung der Baukultur. Der Verein
würdigt in Veranstaltungen und
Publikationen die Leistungen der
Vergangenheit und begleitet das
aktuelle Baugeschehen konstruktiv
kritisch. 2007 erhielt der AIV Berlin von der Senatsverwaltung für
Stadtentwicklung die Ferdinandvon-Quast-Medaille, einen Berliner Denkmalpflegepreis, in Anerkennung für seine besonderen
Verdienste um diesen Bereich.

Der vom AIV zu Berlin alljährlich
ausgeschriebene Schinkel-Wettbewerb verzeichnet heute eine
155- jährige Tradition. Seit seiner
ersten Ausschreibung im Jahr 1854
werden in diesem Förderwettbewerb jungen Planern in mehreren
Fachgebieten Aufgaben gestellt mit dem Ziel, deren Kreativität und
Phantasie für die Lösung zukunftsorientierter Planungsaufgaben herauszufordern. Der grundsätzlich
als Ideenwettbewerb ausgelobte
AIV-Schinkel-Wettbewerb dient
der Förderung des technischwissenschaftlichen Nachwuchses,
wirkt aber auch für Berlin und seine benachbarte Region auf der Suche nach einer künftigen Gestalt.
Die Vielfalt der Ideen soll die Planungskultur und sie bereichern.
Der Schinkelpreis wird dem Statut
entsprechend in jeder Fachsparte für hervorragende technischwissenschaftliche Leistungen im
Bauwesen ausgelobt, die entweder
das erfolgreiche Zusammenwirken
technischer Disziplinen untereinander oder auch mit anderen
wissenschaftlichen Disziplinen dokumentieren oder als Einzelleistungen sich durch das vorbildliche
Abwägen von fachspezifischen und
übergeordneten Belangen besonders auszeichnen. Der Preis dient
der Förderung des Nachwuchses
(Studierende / Absolventen). Preisträger dürfen daher nicht älter als
35 Jahre sein.
Der 13. März, Schinkels Geburtstag, wird traditionell für das Schinkelfest mit Preisverleihung und einen baukulturellen Dialog genutzt.

Die neue Wettbewerbsaufgabe für
2011 wird sich auf die tiergartennahe City West im Bereich des
Universitätsgeländes sowie der
Schleuseninsel mit dem denkmalgeschützten Umlaufwerk der Versuchsanstalt für Wasser- / Schiffbau
von Ludwig Leo beziehen.
Dabei werden das städtebauliche
Entwicklungspotential des Areals
zwischen Schleuseninsel, Campus,
Zoologischer Garten und Bahnhof
ebenso hinterfragt wie die Öffnung
und Anknüpfung der Universitäten
an die Stadt.
Das Gebiet als Schauplatz für Wissenschaft unter Einbeziehung der
Leitlinie City West und der Erweiterungsabsichten der Universitätsleitungen zu modernisieren,
scheint zum heutigen Erkenntnisstand ebenso notwendig, wie das
Riesenradareal am Zoo und die
Tiergartenerweiterung zu hinterfragen.
Um zu innovativen und zukunftsfähigen Entwürfen für das komplexe
Wettbewerbsgebiet zu gelangen,
wird die Ausschreibung, die im September 2010 veröffentlicht werden
wird, diese unterschiedlichen Rahmenbedingungen berücksichtigen
und zur Diskussion stellen.

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AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2010

Architekten- und Ingenieurverein
zu Berlin e.V. | seit 1824

Der AIV dankt den
Förderern und Stiftern
des 155. Schinkel-Wettbewerbs:
Bundesministerium für Verkehr,
Bau und Stadtentwicklung
Senatsverwaltung für
Stadtentwicklung Berlin
Deutscher Beton- und
Bautechnik-Verein e.V.
Hans-Joachim-Pysall-Stiftung
Förderverein des Verbandes Beratender
Ingenieure VBI
Verband Deutscher Architekten- und
Ingenieurvereine e.V. – DAI –
Baukammer Berlin
Verband Restaurator im Handwerk e.V.

	

AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2010

	

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AIV - SCHINKEL - WETTBEWERB 2010
        
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