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Klimaschutz

Full text: DBU aktuell Issue 2009, Sonderausgabe Klimaschutz

Klimaschutz
DBUaktuell | Sonderausgabe

Haus sanieren – profitieren! – Kostenlose
Energie-Checks für Hausbesitzer
Seite 2

Erfolgsmarkt Umweltschutz –
Die DBU fördert den Mittelstand
Seite 2

Der Deutsche Umweltpreis im
Zeichen des Klimaschutzes
Seite 3

Klima schützen – Energie sparen
Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt

Foto: Solvis
Die Effizienz der Nutzung erneuerbarer Energien steigern – einer der wichtigen Förderansätze der DBU.

Die Erderwärmung durch den Klima-

wandel ist Realität. Und sie schreitet
schneller voran als erwartet. Das
zeigen aktuelle Modellrechnungen.
Klimaforscher haben festgestellt, dass
die Kohlendioxid-Konzentration in der
Erdatmosphäre von 2000 bis 2007
dreimal schneller gestiegen ist als
vom Weltklimarat IPCC prognostiziert.
Die Forscher sind sich weitgehend
einig: Um die schlimmsten Folgen des
Klimawandels zu verhindern, muss die

globale Erwärmung auf 2 °C beschränkt
werden. Das bedeutet, dass der Anstieg
des CO2-Ausstoßes in den nächsten
10 - 20 Jahren gestoppt und bis 2050
auf unter die Hälfte des heutigen
Niveaus gesenkt werden muss. Diese
Reduktionsziele sind nur dann zu
erreichen, wenn wir die Anstrengungen für den Klimaschutz weiter
intensivieren. Neben dem verstärkten
Einsatz erneuerbarer Energien ist es
genauso wichtig, Energie so sparsam

DBU auf der HANNOVER MESSE 2009
Das Leitthema auf der diesjährigen
HANNOVER MESSE lautet »Energieeffizienz in industriellen Prozessen«. Ein
Motto, dem sich die Deutsche Bundesstiftung Umwelt seit vielen Jahren
verpflichtet fühlt. Neue Förderergebnisse zu den Themen Energieeffizienz,
Energieforschung und
Oberflächentechnik stellt
die DBU vom
20. - 24. April
in Hannover
vor. Auf dem
2
135 m großen Gemeinschaftsstand
präsentieren neun DBU-Förderpartner
aus dem Mittelstand ihre aktuellen
Projekte: von der Kälteerzeugung mit
Sonnenenergie über die energiesparende Reinigung mit Vibration bis hin
zur »Bio-Öl«-Gewinnung. Mit dabei:
Bauer Anlagen OHG: Induktive
Entlackung (www.bauer-anlagen.de)

| 	Klimaschutz

PYTEC GmbH: Energetische
Verwertung von Restholz
(www.pytec.de)
Pentagal-Chemie und Maschinenbau
GmbH: Bleifreilote für die Heißluftverzinnung (www.pentagal.de) 	
AIRMATIC GmbH: Entzunderungsverfahren mit Hochdruck-VakuumTechnik (www.airmatic-systeme.de)
PSE AG: Prozesswärmekollektor
zur solaren Kälteerzeugung
(www.pse.de)
vibro-tec GmbH: Nassreinigung
mit Vibration (www.vibro-tec.de)
Hochschule Ostwestfalen-Lippe:
Energiegewinnung durch hydrothermale Karbonisierung (www.hs-owl.de)
Willi Schlitt GmbH & Co. KG:
Energetische Verwertung organischer
Abfälle (www.willi-schlitt.de)
FSU Jena: Halbleitermaterialien in
der Mikrotechnik (www.uni-jena.de)
Besuchen Sie den
DBU-Messetand in Halle 2, Nr. D 62!

wie möglich zu verwenden. Jedes
Kilowatt elektrischer Strom und jeder
Liter Erdöl, der durch effizientere
Geräte oder Anlagen eingespart wird,
mindert den Ausstoß von CO2. Genau
hier setzt die Deutsche Bundesstiftung
Umwelt (DBU) als weltweit größte
Umweltstiftung mit ihrer Förderarbeit
an. »Wir müssen den Ausstoß von Treibhausgasen mithilfe neuester Umwelttechnologien begrenzen«, betont Dr.
Fritz Brickwedde, Generalsekretär der
DBU. Die Potenziale zur Energieeinsparung werden bei Weitem noch
nicht ausgeschöpft. Die DBU unterstützt die Entwicklung, Erprobung und
Umsetzung energiesparender Produkte
und Verfahren seit Beginn ihrer
Fördertätigkeit. »Speziell im Bereich
der Energietechnik hat die DBU bisher
mehr als 800 Projekte – besonders
in mittelständischen Betrieben – mit
über 127 Mio. Euro unterstützt«, so
Fritz Brickwedde. Lernen Sie auf den
folgenden Seiten die Arbeit der DBU
zum Klimaschutz und eine Auswahl
unserer besten Förderpartner kennen.
Sie zeigen beispielhaft einige der vielen
Möglichkeiten, Energie effizienter
einzusetzen, Kosten im Unternehmen
zu sparen und das Klima zu entlasten.

Das Zentrum für Umweltkommunikation der DBU
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Innovationen für den
Klimaschutz
Mit ihrer Niedrigenergie-UV-Technik
gelingt es der IST METZ GmbH aus
Nürtingen, den Energiebedarf beim
Aushärten von Farben im Vergleich
zur bisherigen Technik um 40 % zu
vermindern. Die Firma T+A (Herford)
hat den Leistungsverlust von HiFiAnlagen mit einem steuerbaren
Schaltnetzteil um über 60 % reduziert
– bei Millionen von Anlagen addiert
sich ein beachtliches Einsparpotenzial.

Nur zwei Beispiele für neue Umwelttechnologien aus dem Mittelstand
– gefördert von der DBU. Sie tragen
dazu bei, die Energieeffizienz von
Anlagen oder Geräten zu verbessern
und damit den Ausstoß von Treibhausgasen zu vermindern. Und:
Innovationen für eine effiziente
Energienutzung senken die Betriebskosten und stärken damit die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen.

siehe auch Seite 2 >>

Energie aus Pflanzenkohle
Demonstration auf der HANNOVER MESSE

Auf der HANNOVER MESSE wollen

zwei Projektpartner der DBU demonstrieren, wie sich aus Biomasse eine
Art Pflanzenkohle mit den energetischen Eigenschaften von Braunkohle
wirtschaftlich herstellen lässt. Der
zugrunde liegende Prozess, die »Hydrothermale Karbonisierung« (HTC), ahmt
die in der Natur in Millionen von Jahren
ablaufende Braunkohleentstehung
innerhalb weniger Stunden technisch
nach. Die HTC basiert auf einem
einfachen chemischen Prozess, bei dem
Energie freigesetzt wird. Unter Druck
und Luftabschluss bei einer Temperatur
von 185 °C erfolgt die Umsetzung der
Biomasse in Wasser. Dank der Zugabe
eines speziellen Katalysators verkürzt
sich die Reaktionszeit auf nur wenige
Stunden. Die Reaktion verläuft exotherm und setzt so viel Wärme frei,
dass dem Prozess Wärme entzogen
und anderweitig genutzt werden kann.

Die Firma Schlitt (Kirtorf) hat mit der
FH Gießen-Friedberg einen Versuchsreaktor mit einer Tagesproduktion von
rund 1,5 t Pflanzenkohle entwickelt
und wird ihn in Hannover vorstellen.

Der HTC-Reaktor liefert Energie

Zudem präsentiert Prof. Dr.-Ing. Ramke
von der Hochschule Ostwestfalen-Lippe
die Praxiseignung des HTC-Verfahrens
für organische Siedlungsabfälle auf dem
Gemeinschaftsstand der Deutschen
Bundesstiftung Umwelt in Halle 2.

Erfolgsmarkt Umwelttechnologie
Die DBU fördert mittelständische Unternehmen

oder mit externen Gutachtern zu
einer weiteren Optimierung der
innovativen Idee des Antrags. Über die
Anforderungen einer Projektskizze,
die der Antragstellung in aller Regel
vorausgeht, sowie über aktuelle
Förderschwerpunkte informiert
unsere Internetseite unter
www.dbu.de.

Das sagen die Unternehmer

Die DBU hat bisher 7.200 Projekte mit über 1,25 Mrd. Euro gefördert.

Kleine- und mittlere Unternehmen

(KMU) sind mit rund 1,66 Millionen
in Deutschland angesiedelten
Betrieben Herzstück und Motor der
deutschen Wirtschaft. Mehr als 99 %
aller Unternehmen in Deutschland
sind KMU. Sie erwirtschaften nahezu
46 % der Bruttowertschöpfung aller
Unternehmen und stellen fast 60 %
der Arbeitsplätze. Maßgebliche
Impulse für den Klimaschutz gehen
von kleinen und mittleren Unternehmen aus. Deren Forschungs- und
Entwicklungsvorhaben fördert die
DBU daher besonders. Sie spielen
seit Beginn eine Schlüsselrolle in

der Fördertätigkeit der DBU. »Unsere
Stärke ist die qualifizierte Beratung
der Antragsteller durch unsere
Fachleute«, so DBU-Generalsekretär
Dr. Fritz Brickwedde. Er fügt hinzu:
»Auch unsere Bearbeitungszeiten
können sich sehen lassen: Sie liegen
je nach Antragsumfang zwischen
zwei und fünf Monaten«. Als weiteres
Plus für KMU kommt hinzu, dass sich
der formale Aufwand der Antragstellung bei der DBU in Grenzen hält.
Die eigentliche Antragstellung erfolgt
häufig in Zusammenarbeit mit den
jeweiligen DBU-Experten. Nicht selten
führt die Rückkoppelung mit ihnen

»Unsere Kompetenz in der Erdgasmotorentechnik baut entscheidend
auf dem DBU-Förderprojekt auf«,
das sagt Dr. Peter
Kreuter, zusammen
mit Dr. Joachim
Reinicke-Murmann,
Geschäftsführer der
Meta Motorenund EnergieTechnik GmbH
aus Herzogenrath.
Meta hat mit
Förderung der DBU
einen Erdgasmotor
entwickelt, der bis zu
40 Prozent weniger
Kohlendioxid als ein
Benziner in die Atmosphäre ausstößt.

»Die Förderung durch die DBU war die
Initialzündung für uns«, sagt Stefan
Schöll, Geschäftsführer
der PYTEC GmbH in
Hamburg. Die DBU
war erster Förderer
des Flash-Pyrolyse-Verfahrens – einer innovativen Technik, mit der
es gelingt, aus Biomasse wie Holz oder
Stroh einen flüssigen Energieträger
herzustellen. In der Folge konnte Pytec
weitere Projektmittel akquirieren.
»Wenn es die DBU nicht gegeben hätte,
hätte es auch unsere Entwicklung nicht
gegeben«, meint
Werner Kaulbars,
der gemeinsam mit Dr.
Jens Lahr 1992
die Firma E.S.C.H.
Engineering Service
Center und Handel
GmbH gründete. Mit
DBU-Hilfe entwickelte
der Thüringer Mittelständler ein weltweit einzigartiges
Verfahren zum Ersatz
von Erdöl oder Erdgas
durch Kunststoffreststoffe, das den
Einsatz in Hochöfen ermöglicht.

Kostenloser Energie-Check für Hausbesitzer
Eine Kampagne auf dem Vormarsch:
Kostenlose Energie-Checks für Hausbesitzer bieten die DBU und das
Handwerk mit ihrer Initiative »Haus
sanieren – profitieren!« inzwischen
in fast ganz Deutschland an. Über
7.100 Handwerker beteiligen sich
am Beratungsprogramm und nutzen
unabhängiges Infomaterial der DBU.
So verteilen die Betriebe bei ihren
Kunden Gutscheine für den unverbindlichen Check und sensibilisieren
damit Hausbesitzer für energetische
Gebäudesanierungen und mehr
Klimaschutz. Ein Service, der ankommt:
»90 Prozent der von uns befragten
Hausbesitzer fanden den EnergieCheck richtig gut«, freut sich DBUGeneralsekretär Dr. Fritz Brickwedde.
Die Stiftung fördert die Kampagne

über fünf Jahre mit fünf Millionen
Euro. »Es ist höchste Zeit, dass wir verstärkt Gebäude im Bestand fit für die
Zukunft machen«, betont Brickwedde.
Von den rund 15 Millionen Ein- und
Zweifamilienhäusern in Deutschland
seien etwa zwölf Millionen vor 1984

| 	Klimaschutz

gebaut worden und zu großen Teilen
sanierungsbedürftig. Eine Durchschnittsfamilie verbrauche rund 80
Prozent ihrer Energie im Haushalt fürs
Heizen. Damit nutzen Privathäuser
etwa so viel Energie wie die Industrie
und der Verkehr hierzulande, bei
immer weiter steigenden Kosten.
Sanierungen würden nicht nur der
Umwelt, sondern auch dem Geldbeutel
der Eigentümer zugutekommen.
Ein Fragebogen vermittle als Einstieg
ins Thema einen groben Eindruck vom
Zustand des Hauses. »In etwa einer
halben Stunde geht der Handwerker
alle relevanten Bauteile mit dem
Hausbesitzer durch und bewertet sie
im Bogen mithilfe eines Farbschemas
von rot bis grün«, weiß Brickwedde.
Der kostenlose Service im Rahmen von
»Haus sanieren – profitieren!« ersetze
aber keine neutrale und ausführliche
Fachberatung mit Maßnahmenpaketen und Wirtschaftlichkeitsberechnungen sowie Energieausweise.
»Durch die kostenlose Erstansprache
im Rahmen von ‹Haus sanieren –
profitieren!› wollen wir Investitionen
von knapp einer Milliarde Euro pro Jahr
anstoßen«, rechnet Brickwedde hoch.
Wer Interesse am Energie-Check
hat, findet alle geschulten
Kooperationspartner unter
www.sanieren-profitieren.de.

Energiecontrolling
in der mittelständischen Industrie

Steigende Energiekosten und

schärferer Wettbewerb erhöhen den
Druck, mit weniger Energieeinsatz
mehr zu leisten. Das DBU-geförderte
Projekt »Energiecontrolling in der
mittelständischen Kunststoffindustrie«
unterstützt Unternehmen dabei, ihr
Energieeinsparpotenzial systematisch
auszuschöpfen. Dabei gilt es, typische
innerbetriebliche Hürden zu überwinden und das Energiemanagement
in das Blickfeld der Entscheider zu
rücken. Oft scheitert die Erschließung
von Energiesparpotenzialen an Zeitmangel, fehlenden Finanzmitteln oder
mangelndem Know-how. Projektziel ist
es, ein Energiecontrolling im täglichen
Arbeitsablauf so selbstverständlich
zu integrieren wie beispielsweise die
Kosten- und Leistungsrechnung im
Unternehmen. Unterstützt von der
ÖKOTEC Energiemanagement Berlin

haben die Pilotunternehmen Schoeller
Arca Systems GmbH (Schwerin) und ZF
Boge Elastmetall GmbH (Damme) ein
strukturiertes Energiecontrolling etabliert. Das Controlling schafft Transparenz für die Verbrauchssituation im
Betrieb und bietet ein ideales Werkzeug,
die Energiekosten auf das wirtschaftlich
sinnvolle Minimum zu begrenzen.
Wesentlicher Baustein des Projekts ist
die Entwicklung von Kennzahlen zur
Beurteilung der Energieeffizienz. Sie
dienen als Grundlage zur Entwicklung
von Maßnahmen zur Steigerung der
Energieeffizienz im Unternehmen.
Alle Ergebnisse werden in einem
Leitfaden zusammengefasst und zur
Nachahmung den Mitgliederndes an
dem Vorhaben mitwirkenden Verband
Technische Kunsttoff-Produkte e. V.
(TecPart) zur Verfügung gestellt.
www.energieeffizient.com

Solvis-Nullemissionsfabrik erweitert
Der Solarheizsystem-Hersteller Solvis
aus Braunschweig wächst weiter. Solvis
hat kürzlich seine Betriebsgebäude
um 5.400 Quadratmeter erweitert.
Die »Nullemissionsfabrik« wird durch
eigene Solaranlagen sowie durch ein
mit Rapsöl betriebenes Blockheizkraftwerk mit Energie versorgt. Die Firma
Solvis GmbH & Co KG ist langjähriger
DBU-Partner. Die DBU förderte
zwischen 1995 und 1999 die Entwicklungen zum Solarheizkessel SolvisMax.
Das war der Ausgangspunkt für eine
ganze Produktfamilie: Der Solarheizkessel SolvisMax vereint Solar-Schichtspeicher und Gas- oder Ölbrennwertkessel. Neueste Entwicklung: Die

Integration einer Wärmepumpe. In
Kombination mit Solarkollektoren
entsteht ein komplettes Solarheizsystem – mit einer kompakten Heizkreisstation inklusive Hocheffizienzpumpe. Sie reduziert den Stromverbrauch um bis zu 80 % im Vergleich
zu herkömmlichen Pumpen. Solvis ist
technologisch führender Hersteller für
Solarheizsysteme und Absorberproduzent in Europa. Das Unternehmen
wurde für sein Engagement im
Klimaschutz mehrfach ausgezeichnet:
So mit dem Europäischen Solarpreis
2002, dem Energy Globe 2003 und dem
europäischen »Energy+ Award 2008«.
www.solvis.de

nachhaltigen Energiezukunft und
damit der Weiterentwicklung und
Herstellung regenerativer Technologien abermals bestärkt. Regenerative
Energien bieten eine einmalige
Chance, unser Klima zu schützen und
die CO2-Emissionen zu reduzieren«.

Deutscher Umweltpreis

Der Deutsche Umweltpreis
im Zeichen des Klimaschutzes

Dr. Wolfgang Feist (2001)

Der Bundespräsident überreicht den Deutschen Umweltpreis.

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt

verleiht den Deutschen Umweltpreis,
Europas größte Umweltauszeichnung.
Bisher wurden 41 Persönlichkeiten
geehrt, von denen sich viele besonders
um den Klimaschutz verdient gemacht
haben: angefangen mit dem ersten
Preisträger Eberhard Günter, der für die
Entwicklung und Produktion des ersten
FCKW-freien Kühlschranks ausgezeichnet wurde, über Georg Salvamoser,
Solarpionier und Gründer der SolarFabrik GmbH in Freiburg bis zu Prof. Dr.
Hans Joachim Schellnhuber, einem der
bedeutendsten Klimaforscher unserer
Zeit. Gemeinsam ist allen Preisträgern,
dass sie neue und innovative Wege
gehen, die praktisch umsetzbar sind,
multiplizierende Wirkung und Vorbildfunktion besitzen und auf diese Weise
einen hervorragenden Beitrag zum
Schutz unseres Klimas leisten. Was
hat sich für die Preisträger mit
der Auszeichnung des Deutschen
Umweltpreises verändert?
	
Einige der ausgezeichneten
Unternehmer beschreiben hier ihre
Erfahrungen:
| 	Klimaschutz

Georg Salvamoser (1998)

1996 gründete Georg Salvamoser mit
hohem persönlichem Risiko die
Solar-Fabrik in Freiburg. Die Fabrik
entwickelte sich in nur 10 Jahren
vom reinen Modulhersteller zu
einem europaweit führenden
Solarunternehmen mit heute rund
300 Mitarbeitern. »Der Deutsche
Umweltpreis hat für die Solar-Fabrik
und für mich zu einer unglaublichen Popularität geführt. Auch
der Solarstandort Deutschland hat
dadurch eine Stärkung erlebt.«

Bernhard Aloys Wobben (2000)

Als es noch keinen funktionierenden
Windenergiemarkt in Deutschland
gab, gründete Bernhard Wobben sein
Unternehmen. Seine Entwicklungen
setzten Maßstäbe. Heute gehört
ENERCON zu den international
führenden Herstellern von Windkraftanlagen. »Die Verleihung des
Deutschen Umweltpreises und der
damit verbundene öffentliche Zuspruch hat mich in meinem Bestreben
nach aktiver Mitgestaltung einer

Wolfgang Feist, seinerzeit Leiter des von
ihm gegründeten Passivhaus-Instituts,
konnte erstmals nachweisen, dass das
Passivhaus-Konzept in der Praxis funktioniert und Gebäude ohne herkömmliche Heizung auskommen. Seit der
Verleihung des Umweltpreises für
das Passivhaus- Konzept hat sich die
Entwicklung beim energieeffizienten
Bauen stark beschleunigt. Dies kommt
dem Klimaschutz zugute, ist aber auch
eine ökonomische Notwendigkeit,
wie die Entwicklung der Energiepreise
zeigt. Arbeitsplätze und verbesserter
Lebensstandard durch Umweltschutz,
und dies zu einzelwirtschaftlich
tragfähigen Bedingungen – das ist das
Ergebnis der Passivhaus-Entwicklung.«

Carl H. Schmitt und
Prof. Dr. Jürgen Köhler (2007)

Carl H. Schmitt, Aufsichtsratsvorsitzender der von ihm gegründeten Konvekta
AG, und Prof. Dr. Jürgen Köhler, Direktor
des Instituts für Thermodynamik an der
TU Braunschweig, haben die Entwicklung von Kälte- und Klimaanlagen mit
CO2 als umweltschonendem Kältemittel
in der Automobilindustrie mit großem
Engagement vorangetrieben. »Für
unsere Mitarbeiter und mich war der
Deutsche Umweltpreis eine großartige
Anerkennung. Dieser Preis ist Hilfe
und Ansporn zugleich, die Umstellung der Fahrzeugindustrie auf ein
natürliches Kältemittel zu erreichen.«

Eine der wichtigsten Aufgaben der
DBU ist die jährliche Vergabe des
Deutschen Umweltpreises. Mit einer
halben Million Euro ist es die höchstdotierte Umweltauszeichnung
Europas. Prämiert werden damit
Leistungen, die in vorbildhafter Weise
den Schutz der Umwelt verbessern
oder in Zukunft zu einer deutlichen
Umweltentlastung beitragen werden.
Der Deutsche Umweltpreis wird an
Persönlichkeiten verliehen, die herausragende Forschungsergebnisse
erbracht oder innovative Produkte
und nachhaltige Verfahren entwickelt
haben. Auch die Lebensleistung einer
Person kann ausgezeichnet werden.
Was jedes Jahr im Herbst mit der
Preisverleihung seinen Abschluss
und Höhepunkt findet, hat einen
einjährigen Vorlauf. Die vorschlagsberechtigten Personen und Institutionen können bis Mitte Februar eines
Jahres ihre Nominierungen bei der
DBU einreichen. Die Geschäftsstelle
prüft und bewertet unter Einbindung
externer Gutachter die Vorschläge
und legt sie einer unabhängigen Jury
aus hochkarätigen Vertretern aus
Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft
und Medien vor. Die Jurymitglieder
werden für zwei Jahre vom Kuratorium
der DBU berufen und können einmal
bestätigt werden. Das Kuratorium trifft
auf Empfehlung der Jury schließlich die
endgültige Entscheidung. Während der
feierlichen Festveranstaltung im Oktober, die in Kooperation mit ZDF/3sat
entsteht, überreicht der Bundespräsident die Auszeichnung. Die
nächste Umweltpreisverleihung findet
am 25. Oktober 2009 in Augsburg statt.
www.dbu.de/umweltpreis

Weichmacher für Metalle
DBU-Projektpartner erhalten den Hermes Award 2008

Um Heizungsrohre aus Kupfer oder

Fensterrahmen aus Aluminium in Form
zu bringen, müssen die Metalle bei
Temperaturen von bis zu 1.000 Grad
weich gemacht werden. Dieser Schritt
verbraucht enorm viel Energie. Davon
lässt sich in Zukunft mehr als die Hälfte
einsparen – das zeigt ein Induktionsheizer mit Hochtemperatursupraleitern
(HTS). Die mittelständischen Firmen
Zenergy (Rheinbach) und Bültmann
(Neuenrade) haben die Anlage in den
letzten drei Jahren entwickelt – unterstützt von der DBU mit knapp 600.000
Euro. Auf der Hannover Messe 2008
wurden beide Firmen dafür mit dem
Hermes Award ausgezeichnet, dem mit
100.000 Euro weltweit höchstdotierten
Technologiepreis. Der HTS-Induktionsheizer ist erstmals kommerziell beim
Mittelständler weseralu in Minden,
einem Profilpresswerk für Metalle,

im Einsatz. »Durch den verkürzten
Heizprozess können die Metalle jetzt
doppelt so schnell weiterverarbeitet
werden, und wir haben unsere
Produktivität um 25 Prozent verbessert« berichtete Heinz Hagemann,
geschäftsführender Gesellschafter
von weseralu. Darüber hinaus verbrauche die neue Anlage nur halb so
viel Strom wie eine konventionelle.

Präzises Windvorhersagesystem
Dank des ausgeklügelten Vorhersagesystems der energy & meteo systems
GmbH aus Oldenburg wird die Leistung
von Windparks so gut kalkulierbar,
dass sie optimal in den Energiemarkt
integriert werden kann. Auf der Grundlage von Wetterdaten verschiedener
Wetterdienste prognostizieren energy
& meteo die zu erwartende Einspeisung
von Windstrom für die nächsten drei bis
zehn Tage. Damit wissen die Energieversorger, welcher Anteil des Strombedarfs
mit Windenergie gedeckt wird und wie
sie für den Rest konventionelle Kraftwerke einsetzen müssen. Die exakten
Windvorhersagen vermindern den
Einsatz der »Regelenergie« und damit
den CO2-Ausstoß erheblich: Denn die
für unvorhersehbare Schwankungen
der Windenergie nötige Kraftwerksleistung muss nicht mehr in dem Maße
vorgehalten werden wie bisher. Mit
einem Promotionsstipendium der DBU

zur Windleistungsvorhersage legte
Geschäftsführer Dr. Matthias Lange
die Basis für das heute erfolgreiche
Unternehmen. Inzwischen beschäftigt
Lange mit seinem Partner Dr. Ulrich
Focken knapp 20 hoch qualifizierte

Windvorhersage für mehrere Tage

Mitarbeiter. Und die »weiteren Aussichten« sind gut. Jüngster Coup: Der
weltweit größte Netzbetreiber aus
den USA lässt sich den Wind inzwischen aus Oldenburg vorhersagen.
www.energymeteo.com

Neuer Induktionsheizer spart Energie.

Das Zentrum für Umweltkommunikation der DBU
Energieeffizientes Konferenz- und Ausstellungsgebäude

Umweltschutz braucht Innovationen.

Das Konferenz- und Ausstellungsgebäude in direkter Nachbarschaft zur DBU in Osnabrück

| 	Klimaschutz

elektrische Beleuchtungsenergie zu
sparen. Sonnenschutz und Tageslichtsteuerung erfolgen über drehbare
Lamellen. Weitere Besonderheiten des
ZUK sind eine Fußbodenheizung, die
im Sommer mit Grundwasser kühlt
sowie das Blockheizkraftwerk, das
die Energieversorgung übernimmt.
Eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach
ergänzt die Energieversorgung. Niederschlagswasser wird auf dem Grundstück versickert und bleibt so dem
natürlichen Wasserhaushalt erhalten.
Das Zentrum für Umweltkommunikation verfügt über einen teilbaren
Konferenzraum für 200 Personen und
ein großes Foyer, das als Ausstellungsfläche dient. Alle Räume sind mit
moderner Kommunikationstechnik
ausgestattet. www.dbu.de/zuk

Ausgezeichnet: DBU-geförderte Projekte

Informationen zu DBU-Projekten
Wie Unternehmen erfolgreich Energie
sparen, dabei innovative Technik
einsetzen und gleichzeitig etwas für
den Klimaschutz tun können – das
zeigt die neue DBU-Broschüre »Energie
effizient – Klimaschutz in Industrie
und Gewerbe«. Das Heft präsentiert
26 Beispiele innovativer Technologien
für einen
effizienteren
Energieeinsatz.
Die vorgestellten
DBU-Projektpartner weisen
den Weg hin zu
mehr Klimaschutz: von besonders
effizienten Solarkollektoren bis hin
zum klimaschonenden Schmiedeofen.
Konkrete Erfahrungen und Statements
von Unternehmern zur DBU-Förderung

Doch was nützen neue Lösungen,
wenn niemand davon erfährt? Hier
setzt das Zentrum für Umweltkommunikation (ZUK) in Osnabrück an:
Das ZUK unterstützt Innovationen im
Umweltschutz durch zielgruppenspezifische Kommunikation. Das
Zentrum für Umweltkommunikation ist
Ausstellungs- und Konferenzgebäude
in einem. Es verbindet »ökologisches«
Bauen mit innovativer Architektur und
modernster Technik. Eine Holzskelettkonstruktion und große Glasflächen
prägen das Haus. Eine besondere
Innovation ist das Dach: Es besteht aus
einer transparenten, selbstreinigenden
Membranhaut als Wetterschutz. Der
Dachaufbau erlaubt es, besonders
helles Tageslicht zu nutzen und so

finden sich in der neu erschienenen
Broschüre »Erfolgsprodukt Umweltschutz – Projekte innovativer Unternehmen«. Zu Wort kommen hier
Geschäftsführer und Inhaber von mittelständischen
Firmen. Sie
schildern aus
persönlicher
Sicht, welche
Vorteile mit der
Förderung durch
die Deutsche
Bundesstiftung Umwelt (DBU) für
ihre Unternehmen und die Umwelt
verbunden sind. Die beiden neuen
Broschüren wie auch weitere
Publikationen zur Förderarbeit der
DBU können bestellt werden unter
www.dbu.de/publikationen.

Die NARVA Lichtquellen GmbH & Co.

KG erhielt den Innovationspreis auf dem
18. Symposium Thermische Solarenergie
für ihren effizienten Vakuumröhrenkollektor. Die mit DBU-Förderung
entwickelten Vakuumröhren des
sächsischen Mittelständlers sparen im
Vergleich 20 % Materialkosten.
www.narva.de ++ Für die Prozessoptimierung bei der Zementherstellung erhielt die Kreisel GmbH den
Sächsischen Umweltpreis 2008. Die
vom sächsischen Familienunternehmen
mit DBU-Unterstützung konstruierte
Anlage verringert Wärmeverluste
wie auch Lärmemissionen deutlich.
www.kreisel.eu ++ Das DBU-geförderte
»bauteilnetz Deutschland« wurde als
UN-Dekade-Projekt »Bildung für nachhaltige Entwicklung« ausgezeichnet.
Ziel des Bauteilnetzes: Gebrauchsfähige

Bauteile aus Abbruch und Umbau
wieder in den Kreislauf der Bauwirtschaft zurückführen und so Rohstoffeund Energie einsparen. Partner sind
Handwerker, Abbruchunternehmen,
Architekten und Wohnungsbaugesellschaften. www.bauteilnetz.de

Impressum
Herausgeber: Deutsche Bundesstiftung Umwelt
DBU; An der Bornau 2, 49090 Osnabrück, Tel.
0541|9633-0, Fax 0541|9633-190, www.dbu.de
Text und Redaktion: Ulf Jacob, Zentrum für
Umweltkommunikation der Deutschen
Bundesstiftung Umwelt gGmbH ZUK, An der
Bornau 2, 49090 Osnabrück, Tel. 0541|9633-960,
Fax 0541|9633-990, zuk-info@dbu.de
Verantwortlich: Dr. Markus Große Ophoff (ZUK)
Gestaltung: David Heße, Helga Kuhn, Christina
Nieporte (ZUK), Satz: ZUK, Osnabrück
Bildnachweis: DBU und Projektpartner
Druck: STEINBACHER DRUCK GmbH, Osnabrück
Stand: März 2009
        
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