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Full text: Jahresbericht Issue 2014(2015)

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Der BUND

JAHRESBERICHT 2014

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Vorwort Natur bewahrt Klimaschutz vorangebracht Verbraucherinnen und Verbraucher geschützt Natur schützen – Natur verbinden Klimaschutz: Hartnäckigkeit hat sich gelohnt Für eine Zukunft ohne Gift: Verbraucherinnen und Verbraucher geschützt Verkehr und mehr: Getan – Erreicht Landesverbände: Erfolge in Ost und West, Nord und Süd International: 2.000.000 Mitglieder BUNDjugend: Gut leben statt viel haben Unabhängig. Demokratisch. Vor Ort Mehr Mitglieder. Mehr Unterstützerinnen und Unterstützer BUND-Medien Einnahmen und Ausgaben: Mehr Geld für den Natur- und Umweltschutz Danke: Menschen, die uns großzügig unterstützt haben Randnotizen: Auszeichnungen

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Prof. Dr. Hubert Weiger
| BUND-Vorsitzender

Liebe Leserin, lieber Leser,
der Naturschutzbericht der Bundesregierung vom Februar dieses Jahres bestätigt, worauf wir regelmäßig hinweisen: Die Bundes- und Landesregierungen tun zu wenig für den Naturschutz. Deshalb verfehlt Deutschland seine Ziele zum Erhalt der biologischen Vielfalt. Auch Bundesumweltministerin Hendricks räumt ein: „Wir müssen mehr tun.“ Landwirtschaft und Verkehr setzen vielen Tieren und Pflanzen zu. Schutz der Böden vor Überdüngung: mangelhaft; Flächenverbrauch: fast dreimal so hoch wie von der Regierung geplant; unsere Bäche, Flüsse, Seen und Küstengewässer: nur rund zehn Prozent sind in einem guten oder sehr guten ökologischen Zustand. Auch der Klimawandel setzt vielen Arten zu. Beispiel Vögel: Da sich mit dem Klimawandel Insekten früher als sonst entwickeln, fehlt Spätheimkehrern immer öfter genügend Nahrung für ihre Jungen. Andere Zugvögel sind mit dem Problem konfrontiert, dass dauerhaft in Deutschland verbleibende Arten ihre Reviere besetzen. Deshalb ist unser Engagement für den Klimaschutz, für die Energiewende, für den Ausbau erneuerbarer Energien immer auch Naturschutz. Ein Entweder (Naturschutz) -oder (Klimaschutz) geht an den Herausforderungen vorbei, vor denen wir stehen. Ein zukunftsfähiges Deutschland ist ein Deutschland, das Abschied nimmt von dem scheinbar unerschütterlichen Grundsatz, es müsse immer mehr produziert und konsumiert werden. Eine Haltung, die unsere Lebensgrundlagen weltweit untergräbt. Weniger Ressourcenverbrauch hingegen schafft mehr Sicherheit, dass diese Lebensgrundlagen erhalten bleiben. Diese Einsicht ist der Kern unseres Engagements gegen das Transatlantische Freihandelsabkommen (Transatlantic Trade and Investment Partnership, TTIP). Wir wollen nicht, dass jeder Bereich des gesellschaftlichen Lebens dem Wachstums- und Gewinnstreben untergeordnet wird. Wir wollen weder Hormonfleisch und Agrogentechnik noch eine Sondergerichtsbarkeit, die es Konzernen erlaubt, gegen Naturschutz- oder Verbraucherschutzmaßnahmen zu klagen.

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Jahresbericht 2014

Wir hatten also im vergangenen Jahr viel zu tun. Einen Ausschnitt unserer Arbeit zeigt dieser Jahresbericht. Er macht deutlich: Wir haben auch in diesem Jahr viel zu tun. Und wir haben Gründe zu feiern: • Die Erfolge, die wir für die Natur und Umwelt erzielt haben – mehr auf den folgenden Seiten. • Unseren Geburtstag: Der BUND wird am 25. Juli 40 Jahre alt! Wir nehmen den Geburtstag zum Anlass, Stationen des Natur- und Umweltschutzes in Erinnerung zu rufen, Ihnen, wenn Sie mögen, ein Geburtstagskochbuch mit Rezepten aus den 16 Landesverbänden zu schenken und allen eine Plattform zu bieten, die uns gratulieren möchten. Das alles und noch viel mehr finden Sie hier: www.bund.net/40jahre • Wir sind gewachsen, haben mehr Mitglieder als im vergangenen Jahr. Und wir haben unsere Einnahmen erhöht. Mehr dazu auf den Seiten 22ff.

Berlin, Januar 2014: Über 30.000 Menschen gehen gegen eine Landwirtschaft auf die Straße, die Natur zerstört und Tiere quält. Mit dabei: Der BUND-Vorsitzende.
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Vorwort

Diese wachsende Unterstützung ist Fundament unserer Unabhängigkeit und Voraussetzung dafür, dass wir in bundesweiten Projekten und vor Ort Tiere und Pflanzen, Flüsse und Bäche, Wälder und Wiesen erfolgreich schützen können. Diese Unterstützung ermöglicht es uns auch, in umweltpolitischen Auseinandersetzungen der finanzstarken Autolobby, der Kohle-, Chemie- und Agrarindustrie selbstbewusst entgegenzutreten. Wir sind keinem Unternehmen verpflichtet und können uns deshalb kompetent und energisch für den Schutz der Natur und Umwelt einsetzen – durch Aufklärung und Demonstrationen, politische Lobbyarbeit sowie Expertisen und Alternativen. Zusammen mit dem großen Engagement vieler BUNDMitglieder in über 2.000 Orts- und Kreisgruppen, in 16 Landesverbänden und zahlreichen Facharbeitskreisen auf Bundes- und Landesebene macht diese Unterstützung den BUND zu einem starken Freund der Erde (wie wir in unserem Geburtstagssignet formulieren). Ich danke allen Spenderinnen und Spendern, unseren Mitgliedern und Förderinnen und Förderern im Namen des Bundesvorstandes und auch ganz persönlich. Bitte bleiben Sie dem BUND verbunden, bleiben Sie eine Freundin, ein Freund der Erde. Wir bauen auf Ihre Unterstützung! Herzlich Ihr Das Grüne Band zwischen Thüringen und Hessen.

Wenn Sie mögen, folgen Sie mir auf Twitter: https://twitter.com/HubertWeiger Im Februar dieses Jahres bin ich unter die Blogger gegangen: bund.net/StadtLandGlück Naturschutzgebiet bei Frankenheim in der Thüringer Rhön.
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Jahresbericht 2014

Natur bewahrt. Klimaschutz vorangebracht. Verbraucherinnen und Verbraucher geschützt.
Wildkatze und Schweinswal, Grünes Band und Elbauen, saubere Ostsee und renaturierte Moore – wir haben 2014 viel erreicht zum Schutz der Natur. Tausende haben angepackt. Zehntausende haben für eine andere Landwirtschaft und gegen Massentierhaltung demonstriert, für den Ausbau erneuerbarer Energien und gegen die halbherzige Energiepolitik der Bundesregierung. Mehr dazu und zu weiteren Erfolgen auf den nächsten Seiten.

Januar 2014: Am Berliner Hauptbahnhof startet die Demonstration für eine andere Landwirtschaft, über 30.000 sind dabei. (Foto: Die Auslöser)

Der BUND-Vorsitzende Huber Weiger pflanzt zusammen mit ehrenamtlichen Helfern in Thüringen einen Korridor für die Wildkatze.

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Jahresbericht 2014

Umweltministerin Hendricks besuchte 2014 das Wildkatzendorf im thüringischen Hütscheroda.

Natur schützen – Natur verbinden
Die biologische Vielfalt in Deutschland ist bedroht. Ein Weg, sie zu schützen, ist die Verbindung von Lebensräumen von Pflanzen und Tieren. Das machen drei BUNDGroßprojekte sehr erfolgreich. Zehn Jahre Rettungsnetz Wildkatze 1.000 Ehrenamtliche, über 4.000 Haarproben und rund 500.000 m2 gesicherte Flächen für die Wildkatze – zum 10-jährigen Jubiläum des Rettungsnetzes Wildkatze konnte der BUND 2014 besondere Erfolge vorweisen. Rund 1.000 Ehrenamtliche unterstützten das BUNDWildkatzenprojekt 2014. In Thüringen und Niedersachsen halfen mehrere Hundert Freiwillige, neue grüne Korridore für die Wildkatze zu pflanzen. In den Wintermonaten scheuten über 600 Ehrenamtliche weder Wind noch Wetter und kontrollierten wöchentlich Lockstöcke, um der Wildkatze weiter auf die Spur zu kommen. Der Wunsch, sich zu engagieren, machte hier aber noch nicht Halt. Aufgrund der großen Nachfrage bietet der BUND seit 2014 Seminare an, bei denen sich Ehrenamtliche zu „Wildkatzenbotschaftern“ ausbilden lassen können. Mehr als 4.000 Haarproben wurden von den Lockstöcken gesammelt, dokumentiert und genetisch analysiert. In Zusammenarbeit mit der Senckenberg-Gesellschaft entstand so eine weltweit einzigartige Datenbank, die die genetische Struktur und das Wanderverhalten der Wildkatze dokumentiert. Fast 500.000 m2 Fläche wurden mittlerweile für die Wildkatze gesichert. Mit unzähligen Gesprächen und einer starken Präsenz vor Ort schaffte es der BUND, in Baden-Württemberg, Hessen und Niedersachsen weitere Flurstücke zu sichern und zum Teil schon zu bepflanzen. In Nordrhein-Westfalen reicherte der BUND Wälder mit Totholz an und wertete sie so auf. Diese Erfolge ließen auch die vielen Freundinnen und Freunde der Wildkatze nicht unberührt: „Allen Helferinnen und Helfern weiterhin viel Kraft und Spaß für die Herausforderungen beim Retten und Erhalten unserer Wildkatzen“, gratulierte Willi Weitzel von „Willi will’s wissen“. „Hut ab!! Mein großer Respekt für die Retter der Miezen. Bitte mehr ...“, schrieb eine FacebookFreundin. Mehr als 65.000 Fans verfolgten 2014 täglich die Nachrichten zur Wildkatze auf Facebook. Eine starke Wildkatzen-Gemeinschaft online und offline. Mehr über das Projekt: www.bund.net/wildkatze

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Jahresbericht 2014

In der Region rund um die Brietzer Teiche in Sachsen-Anhalt konnte der BUND etliche Flächen sichern und so der Natur zurückgeben.

25 Jahre zum Schutz des Grünen Bandes Auf 1.393 Kilometern bilden 146 verschiedene Biotoptypen entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze ein einzigartiges Refugium für Tiere und Pflanzen. Von Naturschützern des BUND früh erkannt, von Politik und Behörden lange verkannt – das Grüne Band ist heute das älteste und am weitesten gediehene Biotopverbund-Projekt des BUND. 2014 feierte es seinen 25. Geburtstag. Das Jubiläumsjahr war flankiert von über 70 Veranstaltungen des BUND mit seinen Landesverbänden. Auch Umweltministerin Hendricks besuchte das Grüne Band beim Wandertag für biologische Vielfalt in der Rhön. Eine viertägige Pressefahrt lenkte die Aufmerksamkeit auf ausgewählte BUND-Projektgebiete. Am 3. Oktober feierte der BUND das Vierteljahrhundert gemeinsam mit VertreterInnen aus Politik und Gesellschaft auf Burg Lenzen. In den Modellregionen in Sachsen-Anhalt und Thüringen konnten wir 40 Hektar Land im Grünen Band sichern. Nach und nach können diese Gebiete nun wieder das werden, was sie einst waren: ein Rückzugsraum für bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Und wir haben eine Bestandsaufnahme gemacht. Sie macht deutlich: Die
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Lücken im Grünen Band haben abgenommen – von 15 Prozent (2001) auf 13 Prozent (2012). Nach wie vor ist aber ein Drittel des Biotopverbunds (450 km) ohne Schutzstatus. Hier wollen wir weiter aktiv sein! Das Grüne Band Europa ist ein zentrales Naturschutzprojekt, das wie kein zweites zum Zusammenwachsen des europäischen Naturschutzes beiträgt. Seit 2004 koordiniert der BUND den zentraleuropäischen Abschnitt. Im Projekt „GreenNet“ arbeiteten 22 Partner aus sechs Ländern erfolgreich zusammen und trugen zur Stärkung und Akzeptanz des ökologischen Korridors durch Europa bei. Mehr unter: www.bund.net/gruenesband

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Jahresbericht 2014

Soll sich in der Hohen Garbe wieder heimisch fühlen: der Seeadler.

Der Auwald in der Hohen Garbe kann wachsen „Lebendige Auen für die Elbe“ – das sind Name und Ziel unseres Projektes an der unteren Mittelelbe. Hier wollen wir einen alten und sehr seltenen Hartholzauwald wieder an die natürliche Dynamik der Elbe anschließen und neuen Wald wachsen lassen. Zahlreiche der dafür nötigen Flächen konnten wir 2014 dank großzügiger Spenden und mit Unterstützung der BUNDstiftung bereits kaufen. Doch noch immer klaffen – nicht zuletzt wegen stark gestiegener Grundstückspreise – große Lücken in dem Gebiet, in dem sich Seeadler und Schwarzstorch dauerhaft wieder ansiedeln sollen. Daher sind wir weiterhin auf umfangreiche finanzielle Unterstützung angewiesen! Neben den wichtigen Flächenkäufen konnten wir 2014 weitere Bausteine unseres Projektes umsetzen: Der Film „Lebendige Auen für die Elbe“ erläutert einer breiten Öffentlichkeit anschaulich, was intakte Auen so besonders macht, warum es sie kaum noch gibt und was wir an der Elbe tun, um die Lage zu verbessern. Und dass dieses Thema viele Personen bewegt, hat unser Fotowettbewerb „Fluss Natur Mensch“ gezeigt: Bei über tausend Einsendungen hatte die prominent besetzte Jury keine leichte Wahl. Mehr unter www.bund.net/elbauen

BUNDstiftung: Natur schützen und bewahren
Vielfalt erhalten und natürliche Wildnis schaffen – diesem Credo hat sich die BUNDstiftung auch 2014 verschrieben. Sie kaufte Flächen in der Hohen Garbe und schuf somit Grundlagen für den Auenschutz und Renaturierungen an diesem Elbe-Abschnitt. Die BUNDstiftung unterstützte zudem das Grüne Band. Dieser einzigartige Naturraum entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze konnte sein 25-jähriges Jubiläum feiern (vgl. S. 8). Die Stiftung begleitete die Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit im Geburtstagsjahr. 2014 war für die BUNDstiftung auch finanziell ein gutes Jahr – dank der vielen Unterstützerinnen und Unterstützer, die mit einer Spende, einer Zustiftung oder einem Stifterdarlehen dazu beitragen, das Stiftungskapital zu vermehren. Für dieses Vertrauen ist der Vorsitzende des Stiftungsrates, Hubert Weiger, sehr dankbar. Gemeinsam mit den weiteren fünf Mitgliedern kontrolliert er die Arbeit des Stiftungsvorstandes. Wie in jedem Jahr werden die Einnahmen und Ausgaben der BUNDstiftung von einer unabhängigen Wirtschaftsprüferin kontrolliert; dies erfolgt freiwillig. Der Jahresbericht der BUNDstiftung informiert über diese Zahlen und die Hintergründe der Fördermaßnahmen der Stiftung. Almuth Wenta freut sich über Fragen und Anregungen zur BUNDstiftung. Ab September kann über sie der Jahresbericht bestellt werden: almuth.wenta@bund-stiftung.de oder Tel. (0 30) 2 75 86-474.

www.bund-stiftung.de
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Jahresbericht 2014

Schweinswale haben wieder mehr Ruhe – dank dem BUND.

Meeresschutz – Dem Schweinswal geholfen, Yves Rocher Beine gemacht Im Sommer begann das Unternehmen Hydrocarbons mit Schallkanonen in der niederländischen Nordsee nahe der deutschen Schutzgebiete nach Erdgas zu suchen. Schallkanonen sind unter Wasser 10.000-mal lauter als ein Düsenjet und gefährden das Leben der nächsten zwei Schweinswal-Generationen. Deshalb startete der BUND die Petition „Ruhe bitte! NordseeSchweinswale schützen“. Rund 135.000 Menschen unterstützten sie. Prompt gab es die geforderte politische Reaktion: Umweltministerin Hendricks forderte ihren niederländischen Ministerkollegen zum Stopp der Untersuchungen auf. Die Untersuchungen wurden beendet, neue sind nicht in Planung.

Sauber bleiben An unseren Küsten, Flussufern und in unseren Meeren finden wir oft Plastikmüll wie Plastiktüten, Folien oder Plastikflaschen. Weniger offensichtlich – aber nicht weniger häufig – sind mikroskopisch kleine Plastikpartikel: Mikroplastik. Als Mikroplastik werden allgemein Kunststoffteilchen mit einer Größe von unter fünf Millimetern bezeichnet. Mikroplastik zieht Umweltgifte an, wird von Meeresorganismen gefressen und ist nicht wieder aus der Umwelt zu entfernen. Im Winter startete der BUND eine Aktion gegen Mikroplastik in Kosmetika von Yves Rocher. Innerhalb nur einer Woche beteiligten sich 10.000 Menschen. Mit Wirkung: Yves Rocher hat angekündigt, zukünftig auf Polyethylen in seinen Produkten zu verzichten. Wir werden das weiter verfolgen. Und das haben wir auch erreicht: Alle Zahnpasta-Hersteller für den deutschen Markt haben Mikroplastik aus ihren Produkten entfernt.

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Jahresbericht 2014

Wolfsmilchschwärmer · Er wird in Mitteleuropa immer seltener: der imposante Wolfsmilchschwärmer. Auch deshalb wurde der Nachtfalter von BUND und der Stiftung des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen zum Schmetterling des Jahres 2014 gekürt. Ursache seines Rückzugs: der zunehmende Verlust nährstoffarmer, trockener und warmer Lebensräume. Mit einer Flügelspannweite von bis zu acht Zentimetern gehört er zu den größeren Nachtfaltern. Er fliegt von Ende Mai bis Juli. Im Bild: seine Raupe.

Für eine andere Landwirtschaft Tierfabriken schließen. TTIP verhindern
Über 30.000 Menschen protestierten im Januar 2014 vor dem Bundeskanzleramt. Fast doppelt so viele wie zu Beginn der Bewegung 2011. Sie protestierten gegen eine industrielle Landwirtschaft und ihre fatalen Folgen für gesunde Nahrungsmittel sowie Mensch und Natur. Nicht ohne Resonanz: • Antibiotika in Mastställen werden seit 2014 digital erfasst, und Behörden können bei wiederholtem Antibiotikamissbrauch eingreifen, bis hin zur Stallschließung. • Das neue Baugesetz räumt Bürgerinitiativen und BUND-Gruppen mehr Einfluss bei Stallgenehmigungen ein. • BUND-Gruppen stoppten über 30 Megamastanlagen. • In vielen Bundesländern wurden Subventionen für Tierfabriken gesenkt und Anreize für den Ökolandbau erhöht. Für eine Wende hin zu einer bäuerlichen, ökologischen Landwirtschaft ist das geplante Freihandelsabkommen der EU mit den USA (TTIP) eine große Bedrohung. Sollte dieses Abkommen geschlossen werden, drohen auch in Deutschland Hormonfleisch, Chlorhühnchen und mehr Gentechnik ohne Kennzeichnung erlaubt zu werden. Über eine Million Menschen sagt Nein zu TTIP TTIP würde nicht nur Gentechnik, Hormonfleisch und Chlorhuhn bedeuten, sondern auch einen Angriff auf den Rechtstaat und einen Abbau von Umwelt- und Sozialstandards. Dass die Gefahren, die mit diesem Abkommen verbunden sind, inzwischen vielen Menschen bewusst sind und dieses Abkommen in Deutschland keine Mehrheit findet, ist auch Ergebnis der intensiven Öffentlichkeitsarbeit des BUND. Wir haben den Protest sichtbar auf die Straße getragen – unser Trojanisches Pferd warnte schon in vielen Städten vor TTIP. Der BUND spielt eine führende Rolle im Bündnis „ttipunfairhandelbar“ und bei der selbstorganisierten europäischen Bürgerinitiative „Stopp TTIP“. Das Ergebnis: Innerhalb von vier Monaten wurden in der EU 1,4 Millionen Unterschriften gegen das Abkommen gesammelt. Zudem hat der BUND die Kritiker im TTIPBeirat des Wirtschaftsministeriums zusammengeführt. Mit Gewerkschaften, Umwelt- und Wohlfahrtsverbänden, KünstlerInnen und dem Deutschen Städtetag haben wir es geschafft, Union und SPD gewaltig unter Druck zu setzen. Mit so viel Widerstand hatte die TTIP-freundliche Große Koalition nicht gerechnet.

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Jahresbericht 2014

Klimaschutz Hartnäckigkeit hat sich gelohnt

November 2014: TeilnehmerInnen der Bundesdelegiertenversammlung fordern vor dem Brandenburger Tor mehr Klimaschutz.

Dringender denn je müssen wir das Klima schützen, denn Hitzewellen, Stürme, Dürreperioden und Überschwemmungen nehmen in allen Teilen der Welt zu. 2014 war Deutschlands wärmstes Jahr seit Beginn regelmäßiger Messungen, charakterisiert durch ungewöhnlich viele Unwetter wie Gewitterstürme, Starkregen und Tornados. Die Prognosen des UN-Klimarates und die aktuellen Entwicklungen sind alarmierend. Der Westantarktische Eisschild ist instabil geworden. Wenn dieser Eispanzer erst bricht, kann ein dramatischer Anstieg des Meeresspiegels und der Verlust ganzer Küstenregionen nicht mehr aufgehalten werden. Die Politik wird dieser Problemlage nicht gerecht: Deutschland hat sich von der Rolle des internationalen Vorreiters im Klimaschutz verabschiedet. Die EU schreibt ihre unzureichende Politik fort.

Der BUND setzt sich dafür ein, dass im Klimaschutz die Politik des „Weiter so“ abgelöst wird von einem „Jetzt aber richtig“! Dazu gehört: • der Ausstieg aus der Kohlekraft, • eine radikale Reform des Emissionshandels, • ein wirkungsvolles internationales Klimaabkommen, • das Verbot von Fracking, • die Reduzierung von Emissionen im Verkehrsbereich, • ein Ende der Energieverschwendung. Aktiver Klimaschutz ist Naturschutz. Gelingt es uns, die Erderwärmung zu minimieren, können wir die weitere Verschiebung von Klimazonen noch verhindern und den Verlust von Arten stoppen. Zugleich müssen wir aus der Atomkraft so schnell wie möglich aussteigen. Nicht nur wegen der weiter bestehenden unakzeptablen Gefahren, die von der Atomkraft ausgehen, sondern auch um gegenüber anderen Ländern ein Zeichen zu setzen.

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Musical-Erfolg · Das vom BUND mitentwickelte Klimamusical „Eisbär, Dr. Ping und die Freunde der Erde“ konnte 2014 stolz bilanzieren: seit der Uraufführung mehr als 3.000 Aufführungen, über eine Million junge BesucherInnen, ins Englische übersetzt, Aufführungen selbst in Kasachstan. CD und Buch sind im BUNDladen erhältlich.

Lobby- und Protesterfolge Im Sommer 2014 räumte die Regierung ein, dass das nationale Klimaziel für 2020 verfehlt wird, wenn sie nicht nachsteuert. Mit dem Aktionsprogramm Klimaschutz will sie nun die Lücke schließen zwischen den realen Emissionsminderungen und dem nationalen Klimaschutzziel von minus 40 Prozent gegenüber 1990. Da wir mit Widerstand der Energiewirtschaft und des Bundeswirtschaftsministeriums rechneten, starteten wir eine Online-Aktion zur Unterstützung von Umweltministerin Hendricks – auch gegenüber ihrem Parteichef und Wirtschaftsminister. Mit Erfolg: Die Bundesregierung beschloss, dass auch der Stromsektor zusätzlich CO2 einsparen soll. Zwar geht es nur um 22 Millionen Tonnen, doch damit stehen die Kohlekraftwerke erstmals im Visier der Klimapolitik. Wenn das Klimaziel erreicht werden soll, muss Kohlestrom vom Netz.

www.bundladen.de/Medien

Das Aktionsprogramm weist – trotz aller Schwächen – erstmals seit Jahren in Richtung mehr Klimaschutz, räumt das Versagen des Emissionshandels ein und benennt den Stromsektor als Problem. Mit unserem Abschaltplan für alte Braunkohlekraftwerke, der schrittweise einen Ausstieg aus der Kohlekraft und die Abschaltung der ältesten Meiler fordert, haben wir die öffentliche Meinung nachhaltig geprägt. So gilt inzwischen vielen Leitmedien die Notwendigkeit des Ausstiegs aus der Kohle als unverzichtbar.

Über 12.000 Menschen setzten am 10. Mai in Berlin ein Zeichen dafür, dass die Energiewende vorangebracht und nicht blockiert werden darf. In der ersten Reihe: BUND-Vorsitzender Weiger und der stellvertretende Vorsitzende Klaus Brunsmeier. 13

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Jahresbericht 2013

Für eine Zukunft ohne Gift: Verbraucherinnen und Verbraucher geschützt

Das Hormonsystem des Menschen ist empfindlich. Hormonell wirksame Chemikalien können in diese Systeme eingreifen und die Gesundheit gefährden, Krebs oder Diabetes verursachen – zum Beispiel Weichmacher in PVC-Böden, Bisphenol A in Konservendosen oder Parabene in Kosmetika. Der BUND setzt sich politisch für ein Verbot dieser Stoffe ein. Und er hat eine Smartphone-App entwickelt, mit der Verbraucherinnen und Verbraucher Kosmetikund Körperpflegeprodukte im Laden prüfen können, ob sie diese gefährlichen Stoffe enthalten. Wenn dies der Fall ist, können sie unkompliziert eine Protestmail an die Hersteller versenden. Zu über 80.000 Produkten gibt der ToxFox inzwischen Auskunft, über 450.000-mal wurde die App heruntergeladen, mehr als 13 Millionen Produkte gescannt und über 100.000 Protestmails an Firmen verschickt. Eine Folge: Die Anzahl der belasteten Produkte sank von 30 auf 27 Prozent; von den neu erfassten Produkten enthalten nur noch 18 Prozent hormonell wirksame Stoffe. 2014 wurde außerdem eine ToxTen-Liste mit den am häufigsten gescannten und belasteten Produkten veröffentlicht. Ein Produkt enthält die hormonellen Schadstoffe inzwischen nicht mehr: eine positive Tendenz – der ToxFox zeigt Wirkung. www.bund.net/toxfox Mehr über Mobilfunk: www.bund.net/mobilfunk

Nanomaterialien vermeiden Nanomaterialien werden in zahlreichen Produkten unseres täglichen Lebens eingesetzt, obwohl die Risiken für Gesundheit und Umwelt nicht ausreichend erforscht sind. Der BUND hat erreicht, dass es für Nanomaterialien in Kosmetika, Bioziden (z. B. in Reinigungsmitteln) und Lebensmitteln inzwischen eine Kennzeichnungspflicht gibt. Bei allen anderen Produkten erfahren Verbraucherinnen und Verbraucher aber nach wie vor nicht, ob Nanomaterialien darin enthalten sind. Aus diesem Grund stellt der BUND seit 2012 die Datenbank „nanowatch“ zur Verfügung. 2014 hat er sie wegen der großen Nachfrage aktualisiert. Mehr als tausend der in Deutschland verfügbaren Produkte mit Nanomaterialien sind in der Datenbank zu finden. Sie ermöglicht es Verbraucherinnen und Verbrauchern, diese Produkte zu meiden. Außerdem

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Jahresbericht 2014

100 Jahre BUND Bremen · Der zweitälteste Landesverband des BUND feierte Ende Mai sein 100-jähriges Bestehen. Gegründet am 17. März 1914 als „Gesellschaft zum Schutz der heimischen Vögel“, konzentrierte sich der Verein, später unter dem Namen „Bremer Naturschutzgesellschaft“, lange Zeit auf naturkundliche Wanderungen und Vorträge. 1977 trat die Gesellschaft dem BUND als Bremer Landesverband bei – Auftakt eines erfolgreichen Engagements für den Natur- und Umweltschutz. Der BUND Naturschutz Bayern ist der älteste BUND-Landesverband. Er feierte 2013 seinen 100. Geburtstag.

werden sie dazu aufgerufen, uns neu entdeckte Produkte zu melden, damit diese in die Aufstellung integriert werden können. Damit die Datenbank auch unterwegs beim Einkauf nutzbar ist, gibt es sie als mobile Seite, für Smartphones optimiert. Politisch setzt sich der BUND für eine Meldepflicht und ein offizielles Nanoproduktregister ein, da unsere Datenbank nur diejenigen Produkte enthalten kann, für die die Firmen freiwillig entsprechende Angaben machen. www.nanowatch.de Keine Pestizide einsetzen Pestizide belasten unsere Umwelt und unsere Nahrungsmittel, und auch für den Hausgebrauch kann man sie erwerben. Im Sommer 2014 wollte der BUND wissen, ob Verbraucherinnen und Verbraucher ausreichend über die mit dem Einsatz von Pestiziden in Haus und Garten verbundenen Umwelt- und Gesundheitsgefahren informiert werden. Dafür wurden in 16 Bau- und Gartenmärkten

in Berlin und Brandenburg Testeinkäufe durchgeführt. Da seit vielen Jahren ein besorgniserregendes Bienensterben zu beobachten ist, interessierte uns besonders, ob die Fachkräfte der Märkte über die „Bienenverträglichkeit“ der Produkte ausreichend informiert sind. Wir haben erhebliche Beratungsdefizite festgestellt. Nicht nur zur Gartensaison, sondern auch zu Weihnachten sollten Verbraucherinnen und Verbraucher achtsam sein: Gemeinsam mit dem Landesverband Bayern haben wir Weihnachtsbäume testen lassen. Dabei war jeder zweite Christbaum mit Pestiziden belastet. Deshalb empfehlen wir: den Weihnachtsbaum beim Förster vor Ort oder aus ökologischer Produktion zu kaufen. www.bund.net/pestizide

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Jahresbericht 2014

Verkehr und mehr Getan – Erreicht
B 01/11/2014 10:32 Seite 1

Im Natur- und Umweltschutz gibt es viel zu tun. Deshalb ist das Spektrum der Probleme groß, die der BUND aufgreift. Auf den vorangegangenen Seiten haben wir über die Schwerpunkte unserer Arbeit berichtet. Doch wir haben noch mehr getan und erreicht. Eine kleine Auswahl. Energie effizient nutzen 2014 trug die langjährige und hartnäckige Lobbyarbeit des BUND Früchte: Das Wirtschaftsministerium griff unsere Vorschläge für ein nationales Top-Runner-Programm auf. Darunter: • Förderprogramme für Top-Runner-Produkte, • Wettbewerbsanreize für Hersteller und Händler zur Entwicklung effizienter Produkte, • mehr Transparenz für VerbraucherInnen durch die Angabe der Kosten eines Produkts über die gesamte Lebensdauer (bei Haushaltsgeräten: Preis pro Lebensjahr), • bessere Marktüberwachung von Ökodesign- und Energiekennzeichnung. VerbraucherInnen müssen sich auf die neuen Labels verlassen können. Deshalb überprüft der BUND gemeinsam mit der Verbraucherzentrale regelmäßig die Kennzeichnungen und deckt Händlerverstöße auf. CO2-Grenzwert senken Regierungen wechseln. Die Verkehrspolitik bleibt unzureichend. Gleichwohl konnte der BUND 2014 Teilerfolge erzielen. Die wichtigsten: • Trotz der starken Automobil-Lobby wurde 2014 ein EU-weiter CO2-Grenzwert von 95 g für neue Pkw durchgesetzt. Seit 1990 sanken die Emissionen im Pkw-Verkehr um 18 Prozent. • Es wurden Maßnahmen zur Halbierung des Schienengüterlärms bis 2020 beschlossen. • Immer mehr Binnenschiffe können dank anhaltender Förderung mit Dieselrußfiltern nachgerüstet werden.
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Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland

BUNDmagazin
Friends of the Earth Germany

www.bund.net

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Besser mobil

• Durch die vom BUND eingereichten Alternativprojekte zum Bundesverkehrswegeplan, die von der Bundesregierung geprüft werden müssen, beeinflussen wir die Gestaltung der Infrastrukturplanung erheblich. • Die Ausweitung der Lkw-Maut auf alle Bundesstraßen wurde beschlossen. Atommülllagerung transparent anpacken Der BUND machte 2014 Druck, um einen vernünftigen Umgang mit Atommüll zu erreichen. In der AtommüllKommission des Bundestages setzt er sich für ein besseres Suchverfahren mit echter Bürgerbeteiligung und ohne Gorleben ein. Es ist dem BUND gelungen, die Überprüfung des Standortauswahlgesetzes für ein Atommüll-Lager als ersten Arbeitsschwerpunkt der Kommission durchzusetzen. Wir wollen eine klare und nachvollziehbare Behördenstruktur, Verbesserungen beim Rechtsschutz und ein Verbot des Exports von hochradioaktivem Atommüll auch aus Forschungsreaktoren. Wir versuchen, weitere Nachteile für den Salzstock Gorleben durch eine einseitige Verlängerung der Veränderungssperre zu verhindern. Aktuelle Informationen zur Arbeit des BUND in der Atommüll-Kommission: www.bund.net/atommuell-kommission

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Jahresbericht 2014

Moore schützen und wiederbeleben Moore sind wichtige Lebensräume seltener Tiere und Pflanzen, und sie speichern gewaltige Mengen CO2. Der BUND schützt Moore in vielen Regionen Deutschlands. Zwei Beispiele aus Brandenburg: Im Barnim wird auf einer Fläche von 73 Hektar neues Moorwachstum durch wasserrückhaltende Maßnahmen initiiert, im Landkreis Elbe-Elster wird auf 2,2 Hektar dauerhaft naturnaher Wasserstand gesichert.
Allee des Jahres · Bernd Käding aus Wilhelmshaven fotografierte die

In Niedersachsen engagiert sich der BUND seit fast 30 Jahren in der Diepholzer Moorniederung. Auf einer Fläche von über 10.000 Hektar hat es der BUND geschafft, dass das Hochmoor wieder mehr als 30 gefährdeten Brutvogelarten ein Zuhause bietet. 2014 wurde das von ihm mitgetragene Europäische Fachzentrum Moor und Klima eröffnet. Jeder und jede Einzelne kann durch den Kauf torffreier Blumenerde helfen, Moore zu schützen. Der BUNDEinkaufsführer „Torffreie Erden“ hilft: www.bund.net/torffrei Ressourcen schützen und umsichtig nutzen In den meisten Produkten stecken mehr natürliche Ressourcen, als man annehmen würde. Verschwenderischer Konsum führt dazu, dass Mineralien und Metalle, Wasser und Böden knapp werden. Der BUND setzt sich national und europaweit für konkrete und verbindliche Maßnahmen ein, die zu einem effizienteren Umgang mit natürlichen Ressourcen führen. In einer 2014 veröffentlichten Broschüre zeigen wir anschaulich und mit konkreten Tipps – am Beispiel von Handy, Rindfleisch, T-Shirts und Individualverkehr –, wie viele natürliche Ressourcen wir verbrauchen und was wir für einen schonenderen Umgang mit diesen kostbaren Lebensgrundlagen tun können: www.bund.net/ressourcen

Allee des Jahres 2014: die Lindenallee zwischen Bisdorf und Batevitz im Landkreis Vorpommern-Rügen. Mit der Auszeichnung der Allee des Jahres macht der BUND auf die Gefährdung von Alleebäumen aufmerksam. Alleen sind schützenswerte kulturelle Monumente. Und Alleen filtern Schadstoffe aus der Luft, verbinden natürliche Lebensräume und sind oft Zufluchtsstätten gefährdeter Tierarten.

Ressourcen schützen und respektvoll nutzen!
Land – Wasser – Materialien – Atmosphäre

                           
www.bund.net

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Jahresbericht 2014

BUND-Landesverbände Erfolge in Ost und West, Nord und Süd

Frei! Mit überwältigender Mehrheit stimmten die BerlinerInnen gegen den Bebauungsplan des Senats für das Tempelhofer Feld. Der neue Entwicklungsplan wird nun vom Geschäftsführer des BUND Berlin, Tilmann Heuser, koordiniert.

Der Konzern „Rose Petroleum“ hat die Fracking-Erlaubnis seiner Konzerntochter für Fracking am Bodensee zurückgegeben. Der hartnäckige Protest des BUND Baden-Württemberg hat das Unternehmen zermürbt.

Solche Rodungen, wie hier zur Erweiterung des Kiesabbaus am Langener Waldsee, wird es hoffentlich nicht mehr geben. Der BUND Hessen hat dafür gesorgt, dass das Land die eher lockeren Rechtsvorschriften verschärfte, die bei der Rodung eines Bannwaldes beachtet werden müssen. 18

Der Wildkatzenkorridor, der den Hainich wieder mit dem Thüringer Wald verbindet, ist jetzt lückenlos. Der BUND pflanzte auf über zwei Kilometern Korridorstrecke Zehntausende Bäume und Büsche – die letzten 8.000 davon 2014.

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Jahresbericht 2014

Ob Artenschutz, Kampf gegen Zerschneidung und Flächenverbrauch, Meeresschutz, ökologische Land- und Forstwirtschaft oder nachhaltige Energiepolitik: 2014 haben die sechzehn Landesverbände des BUND beeindruckende Erfolge erzielt. Eine kleine Auswahl sehen Sie hier – und weitere unter www.bund.net/erfolge

Berlin: Tempelhofer Feld gerettet Mit über 64 Prozent der abgegebenen Stimmen haben die Berlinerinnen und Berliner beim Volksentscheid ein deutliches Votum für „100 % Tempelhofer Feld“ abgegeben. Mit der Entscheidung wird die einzigartige Freifläche im Herzen der Stadt für Freizeit, Erholung und Natur gesichert und als identitätsstiftender Ort für Berlin bewahrt. Der BUND unterstützte die Mobilisierung für den Volksentscheid. Der gewonnene Volksentscheid bietet die Chance, zusammen die vielfältigen Potenziale für eine nachhaltige Entwicklung Berlins zu nutzen. Nun muss ein Entwicklungs- und Pflegeplan partizipativ erarbeitet werden. Michael Müller, inzwischen Regierender Bürgermeister, hat hierfür BUND-Landesgeschäftsführer Tilmann Heuser zum Verfahrenskoordinator berufen. www.bund.net/tempelhoferfeld

Hessen: Waldschutz verstärkt Hessen hat den gesetzlichen Schutz für „Bannwälder“ auf Druck des BUND gestärkt. Eine Bannwaldregelung gibt es schon seit etlichen Jahren. Neu ist, dass die zu lockeren Rechtsvorschriften, die im Fall einer Rodung beachtet werden müssen, verschärft wurden. Als „Bannwälder“ werden Waldgebiete ausgewiesen, die wegen ihrer besonderen Lage vollständig erhalten werden sollen. Das sind in Hessen vor allem Wälder im Ballungsraum Rhein-Main, die einem ständigen Druck ausgesetzt sind durch alle möglichen Vorhaben, zum Beispiel Sand- und Kiesgewinnung, Straßenbau oder Bauplanungen. Bannwälder sind die „grüne Lunge“ des Rhein-Main-Gebietes. Und auch für den hessischen Staatswald gibt es gute Neuigkeiten: Das Land wird die Bewirtschaftung in dieser Legislaturperiode auf den nachhaltigen und naturnahen Standard „FSC“ umstellen. Damit setzt die Regierung eine langjährige Forderung des BUND um.

Baden-Württemberg: Fracking am Bodensee verhindert Niemand will Fracking am Bodensee. Das haben 2014 auch die Verantwortlichen der „Rose Petroleum“ einsehen müssen. Sie gaben die Fracking-Erlaubnis der Konzerntochter „Parkyn Energy Germany“ im Gebiet Konstanz und Biberach zurück. Der hartnäckige Widerstand der BUND-Gruppen Konstanz und Pfullendorf und des BUND Baden-Württemberg hatte die Frackingfirma zermürbt. Der BUND forderte wiederholt, dass den Unternehmen die Lizenz entzogen wird, und mobilisierte beim Treffen der Landes-Umweltminister in Konstanz Hunderte Menschen zum Protest. Im Juli deckte der BUND Konstanz dann auf, dass Parkyn Energy seinen Berichtspflichten nicht nachkam. Die Förderung von mehr Erdöl und Erdgas durch Fracking kann Böden und Trinkwasser irreparabel schädigen. Sie führt zu einem Anstieg von klimaschädlichen Gasen und beschleunigt den Klimawandel. www.bund.net/fracking

Thüringen: Der Wildkatze den Weg bereitet Mitte November war es wieder so weit. Der BUND pflanzte ein ganzes Wochenende mit vielen freiwilligen HelferInnen Tausende Bäume und Sträucher für den Wildkatzenkorridor am Fuße der Hörselberge. Dieser Abschnitt schließt die letzte Lücke des Korridors zwischen dem Nationalpark Hainich und dem Thüringer Wald. Damit wird den Wildkatzen die Besiedelung des Thüringer Waldes ermöglicht. Über 70 Menschen waren trotz nebeligen Novemberwetters dem Aufruf des BUND gefolgt und kamen frühmorgens ausgerüstet mit Gummistiefeln und Spaten nach Schönau. Viele hatten für diese Pflanzaktion weite Wege auf sich genommen. Die HelferInnen reisten aus Bayern, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen oder Bremen an. Neben etlichen HelferInnen, die schon im vergangenen Jahr dabei waren, gab es auch viele neue Gesichter. www.bund.net/wildkatze

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Jahresbericht 2014

BUND International 2.000.000 Mitglieder
Friends of the Earth International (FoEI) hat Grund zur Freude: Nach dem Beitritt von Friends of the Earth Bulgaria im November 2014 zählt das Netzwerk 75 Mitgliedsorganisationen. „Centar za zivotnu sredinu“ aus Bosnien-Herzegowina und die „Russian SocialEcological Union“ traten ihre zweijährige Mitgliedschaft auf Probe an. In rund 5.000 lokalen Gruppen engagieren sich ca. zwei Millionen Mitglieder für den Natur- und Umweltschutz. Vorsitzende von FoEI ist Jagoda Munic aus Kroatien. Mehr: www.bund.net/foei Umweltschutz: Shell zum Verhandeln gezwungen Im Niger-Delta kämpft die Bevölkerung seit vielen Jahren mit den Folgen der Ölförderung. Lecks in den Pipelines und Ölaustritte an den Förderstellen haben eine Fläche so groß wie Portugal verseucht.
Friends of Earth Europe demonstrieren in Brüssel gegen das

uns einen Einblick in die vielfältige Naturschutzarbeit des Netzwerkes. Zu den Porträtierten zählen zwei Frauen, die sich seit vielen Jahren im BUND engagieren: Heidrun Heidecke, die sich besonders um den Schutz der GoitzscheWildnis bei Bitterfeld verdient gemacht hat. Und Brigitte Martin, die u.a. mit Darmstädter Kindergruppen spielerisch das Leben der Amphibien erkundet, um ihnen so die Schönheit der Natur nahezubringen. Mehr: http://natures-keepers.org

2011 hat das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) einen Fahrplan zur Renaturierung aufgestellt. Gemeinsam mit Friends of the Earth-Partnern aus Frankreich, den Niederlanden, Norwegen, Nigeria und Österreich weist der BUND seit 2013 immer wieder auf diese von der Öffentlichkeit fast vergessene Umweltkatastrophe hin und fordert die Umsetzung des UNEPPlans. Ende 2014 begannen endlich die Verhandlungen zwischen der nigerianischen Regierung und den betreffenden Öl-Firmen über Maßnahmen zur Beseitigung der gigantischen Schäden. Mehr: www.bund.net/shell Naturschutz: Besondere Europäerinnen und Europäer Eine Ausstellung von Friends of the Earth Europe präsentiert 22 besondere EuropäerInnen: Menschen, die entschlossen dafür eintreten, die Zerstörung der Natur zu stoppen. Luka Tomac reist quer über den Kontinent – von den Stränden Zyperns bis zu norwegischen Fjorden, von den Bergen Bulgariens bis zu Wildblumenwiesen in britischen Städten. Seine Aufnahmen gewähren

Freihandelsabkommen.

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Jahresbericht 2014

BUNDjugend Gut leben statt viel haben

Wie kann es aussehen – das gute Leben für alle Menschen auf diesem Planeten? Viele Jugendliche bei der BUNDjugend beschäftigt diese Frage. Viele andere junge Menschen auch. Sie trafen sich Anfang September 2014 in Leipzig zur Degrowth-Konferenz. Die internationale Konferenz wurde von der BUNDjugend über ein Jahr lang ehren- und hauptamtlich mitorganisiert. Die BUNDjugend und der BUND boten während der Konferenzwoche zahlreiche Veranstaltungen an. Unter dem Motto „Brücken bauen zwischen Praxis, Bewegung und Wissenschaft für die große Transformation“ standen auf der Degrowth-Konferenz konkrete Schritte für eine Gesellschaft jenseits von Wachstumszwängen im Mittelpunkt. Mit sieben Hauptvorträgen, über 20 Podiumsdiskussionen und mehr als 250 Workshops gab die Konferenz Raum für wissenschaftliche Debatten, den Austausch zwischen AktivistInnen und wirtschaftlichen PionierInnen sowie für künstlerische Umsetzungen der Suche nach einer Zukunft ohne Wachstum. Rund

4.000 Menschen – darunter 50 BUNDjugendliche – diskutierten aktuelle Forschungsergebnisse, bereits erprobte Ansätze sowie Forderungen an die Politik. Kleidertausch statt Konsumrausch Die Lebensstildebatte wurde nicht nur in Seminarräumen geführt: Auf Exkursionen zu Orten, an denen sich ein sozial-ökologischer Wandel erleben lässt, bei Workshops zum Thema Recycling und Wiederverwertung und mit Klimaexperimenten im Alltag erprobten zahlreiche Jugendliche Alternativen zum Konsumdenken. Mit öffentlichen Kleidertauschpartys zu Primark-Eröffnungen in Dresden und Berlin wurde der kritische Blick auf die Wechselwirkungen zwischen ökologischen und sozialen Problemen auch in die Öffentlichkeit getragen. So tauschten etwa 500 Menschen auf dem Alexanderplatz in Berlin ihre Kleider und setzten mit dem Motto „Kleidertausch statt Konsumrausch“ ein Zeichen gegen Ausbeutung und die Verschwendung von Ressourcen.

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Jahresbericht 2014

Demokratisch. Unabhängig. Vor Ort
Der BUND ist in Berlin ebenso politisch präsent wie in Düsseldorf und Erfurt, in Schwerin und Stuttgart. Der Bundesverband und die Landesverbände arbeiten eng zusammen. Der BUND ist ein Mitgliederverband. In über zweitausend Orts-, Kreis- und Regionalgruppen engagieren sich BUND-Mitglieder ehrenamtlich für den Schutz bedrohter Tierarten, für den Ausbau des Radverkehrs und des öffentlichen Nahverkehrs und gegen das geplante Freihandelsabkommen TTIP, das die Handlungsspielräume von Städten und Gemeinden einschränken würde. Über zwei Millionen Stunden pro Jahr legen sich BUND-Mitglieder für den Schutz von Natur und Umwelt ins Zeug. 2014 konnte der BUND erneut viele neue Mitglieder gewinnen. Das stärkt die Unabhängigkeit und Durchsetzungsfähigkeit des Verbandes. Das wiederum ist gut für die Natur und Umwelt.

Vordere Reihe: Claudia Baitinger (Sprecherin AK Immissionsschutz), Dr. Hartmut Hoffmann (AK Abfall & Rohstoffe), Sebastian Schönauer (AK Wasser), Dr. Martha Mertens (AK Gentechnik), Richard Mergner (AK Verkehr), Dr. Christian Hildmann (AK Zukunftsfähige Raumnutzung), Dr. Kai Frobel (AK Naturschutz), Jutta Wieding (stellv. Sprecherin AK Umweltethik), Prof. Dr. Wilfried Kühling (Vorsitzender). Fortsetzung S. 23

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Jahresbericht 2014

Gläserner Verband Demokratie ist BUND-Prinzip – bei den Strukturen und den Entscheidungsprozessen. Auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene. Und der BUND ist transparent. Er hat nichts zu verheimlichen. Alle können erfahren, was der BUND tut, woher seine Einnahmen kommen und wie er sie verwendet, wie Entscheidungen von wem getroffen werden, welche Vergütungen und Gehälter gezahlt werden. Der BUND ist Mitglied der „Initiative Transparente Zivilgesellschaft“. Mehr dazu unter: www.bund.net/bund_transparent

Der Bundesvorstand des BUND (v. l.): Hubert Weiger, Klaus Brunsmeier, Dagmar Becker, Julia Römer, Jörg Nitsch, Andreas FaensenThiebes, Heidrun Heidecke †, Norman Stock und Wilfried Kühling.

Demokratisch legitimiert. Wissenschaftlich fundiert Das ist einzigartig in der Landschaft der Natur- und Umweltschutzverbände: In zwanzig Arbeitskreisen, in denen sich über tausend Fachleute ehrenamtlich engagieren, werden von Abfall bis Zukunftsfähigkeit die drängenden Probleme des Natur- und Umweltschutzes bearbeitet. Die Sprecherinnen und Sprecher der Arbeitskreise bilden den Wissenschaftlichen Beirat des BUND, der den Vor-

Nicht im Bild Maren Jonseck-Ohrt.

stand und die Geschäftsführung des Verbandes berät. Zudem veröffentlichen Mitglieder des Beirats regelmäßig Beiträge in der Zeitschrift „politische ökologie“. Alle Sprecherinnen und Sprecher der Arbeitskreise werden auf der Bundesdelegiertenversammlung gewählt. Die Verbindung von wissenschaftlicher Fundierung und demokratischer Legitimation ist ein Markenzeichen des BUND. Mehr über die Arbeitskreise und den Wissenschaftlichen Beirat unter www.bund.net/ueber_uns

Mittlere Reihe: Dr. Erich Bayer † (stellv. Sprecher AK Abfall & Rohstoffe), Dr. Joachim Spangenberg (AK Wirtschaft & Finanzen), Jochen Dettmer (AK Landwirtschaft), Edo Günther (AK Atomenergie & Strahlenschutz), Ernst-Christoph Stolper (AK Internationale Umweltpolitik), Dr. Werner Neumann (AK Energie), Ingo Valentin (AK Bodenschutz / Altlasten), Birgit Eschenlohr (stellv. Sprecherin AK Umweltbildung), Dr. Wolfgang Baur (AK Gesundheit), Prof. Dr. Rudi Kurz (Kommission Wissenschaftspolitik) Hintere Reihe: Dr. Markus Große-Ophoff (stellv. Sprecher AK Umweltchemikalien / Toxikologie), Tim Schwarzenberger (AK Wald), Peter Rottner (AK Recht) Es fehlen: Stefan Menzel (AK Meer & Küste), Prof. Dr. Felix Ekardt (AK Umweltethik), Prof. Dr. Uwe Schneidewind (AK Umweltchemikalien / Toxikologie), Axel Schreiner (AK Umweltbildung), Anna Holthaus (Jugendvertreterin)

BUND-Wissenschaftspolitik · Wir stehen vor großen globalen Herausforderungen. Wir können sie nur dann bewältigen, wenn auch grundlegende Änderungen in der Wissenschaft, der Forschung und Lehre, vorgenommen werden. Besonders dringlich ist eine stärkere Beteiligung der Zivilgesellschaft am Wissenschaftssystem. Deshalb mischt der BUND mit. Deshalb hat der BUND eine Kommission Wissenschaftspolitik eingerichtet. Deshalb erarbeitet er Alternativen und macht Druck auf die politisch Verantwortlichen. Mehr dazu: www.bund.net/wissenschaft

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Mehr Mitglieder. Mehr Unterstützerinnen und Unterstützer
Mit 538.311 Mitgliedern, Förderinnen und Förderern hatte der BUND 2014 – wie in den Jahren zuvor – einen deutlichen Zuwachs an UnterstützerInnen. Dies ist ein wichtiger Vertrauensbeweis für unsere Arbeit. Diese Entwicklung zeigt auch: Vielen Menschen liegt der Schutz von Natur und Umwelt am Herzen. Die Zahl der Mitglieder, von denen sich viele ehrenamtlich engagieren, stieg um knapp sechs Prozent auf über 350.000. Es ist ein gutes Zeichen, dass sich in Zeiten, in denen global agierende Großkonzerne versuchen, den Umwelt- und Verbraucherschutz auszuhebeln, immer mehr Menschen bereit sind, Natur und Umwelt zu schützen. Je mehr Mitglieder den BUND unterstützen, desto gewichtiger ist seine Stimme in Politik und Gesellschaft, und desto wirksamer kann er sich für den Natur- und Umweltschutz einsetzen. Deshalb geben wir Geld für Betreuung und Werbung von Mitgliedern aus und für die Unterstützung der ehrenamtlichen Gruppen und Gremien.

Mitglieder nach Landesverband
Baden-Württemberg Bayern Berlin Brandenburg Bremen Hamburg Hessen Mecklenburg-Vorpommern Niedersachsen Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz Saarland Sachsen Sachsen-Anhalt Schleswig-Holstein Thüringen Bundesverband/Ausland Gesamt 2014 49.850 182.306 6.571 3.108 5.111 8.158 23.427 2.536 21.600 24.342 11.687 3.559 3.431 2.528 6.066 3.437 703 358.420 2013 46.773 174.981 6.334 2.705 4.563 7.554 20.930 1.927 20.326 23.689 10.858 3.101 2.601 2.009 5.973 2.843 702 337.869

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Jahresbericht 2014

BUND-Medien Informieren. Aktionsmöglichkeiten offerieren
Sachlich und fundiert informieren, schnell auf Aktionen und Veranstaltungen hinweisen, Hintergrundinformationen bereitstellen und Möglichkeiten bieten, online zu protestieren oder seine Zustimmung zum Ausdruck zu bringen – das ist Aufgabe der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des BUND. Sie wird mit unterschiedlichen Mitteln und Medien erfüllt. Einige Beispiele. • Newsletter: Über 260.000 Newsletter-EmpfängerInnen zählte der Bundesverband zum Ende des Jahres 2014. Sechs Newsletter sind im Angebot. Darüber hinaus gibt es einen Newsletter für BUND-Mitglieder und einen Newsletter, der sich an politische Entscheidungsträger in Berlin und Brüssel wendet. Mehr unter: www.bund.net/newsletter • Social Media: Sowohl unser Facebook- als auch unser Twitter-Angebot erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Über 80.000 Menschen sind BUND-„Fans“, und über 24.000 folgen uns auf Twitter. Täglich werden es mehr. www.facebook.com/bund.bundesverband und https://twitter.com/BUND_net • BUNDmagazin: Das Mitgliedermagazin, Auflage über 300.000, informiert vierteljährlich über wichtige Themen des Natur- und Umweltschutzes sowie über das, was sich im BUND tut. Die Landesverbände sind mit eigenen Beilagen im Magazin vertreten. www.bund.net/bundmagazin • Internet: Über 2,5 Millionen Menschen besuchten 2014 bund.net und luden über eine halbe Million Dokumente und Publikationen herunter. • Presseresonanz: Millionen können in Zeitungen und Zeitschriften, in Radio und Fernsehen lesen, hören und sehen, was der BUND meint. Der BUND ist kompetent und meinungsstark. Das verschafft ihm große Resonanz in den Medien. Nur ein Beispiel: Unsere Pressemitteilung über den Fleischatlas erreichte eine Abdruckquote von über 42 Millionen. Mehr unter www.bund.net/presse

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland

BUNDmagazin
Deutschland: ein Umweltcheck

Friends of the Earth Germany

www.bund.net

1/2014
01/05/2014 10:08 Seite 1

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland

BUNDmagazin
www.bund.net

Germany Friends of the Earth

www.bund.net

3/2014

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland

BUNDmagazin
Friends of the Earth Germany

2/2014

Lebendige Wälder

25 Jahre Grünes Band
Biotopverbund im BUND

Der BUNDladen im Dialog
Der BUNDladen bietet all jene Dinge, die das Leben schöner machen, ohne dabei Mensch und Natur zu schaden. Ganz im Sinne des BUND und anhand von transparenten Kriterien sucht das Team Produkte aus. Artgerechte Tierbehausungen, sorgfältig verarbeitete Gartenmöbel aus Europa und das Sonnenglas waren besonders beliebt. Ob für die Küche, den Garten oder das Kinderzimmer: Der BUNDladen hat sich als Fundort für ökologische Geschenke bewährt. Im Dialog mit dem BUND, seinen Mitgliedern und unseren Kundinnen und Kunden entwickeln wir unser Angebot immer weiter. Im BUNDladen können Sie diskutieren und Kommentare und Empfehlungen abgeben. Denn online Shoppen heißt für den Laden des BUND: Auserlesenes bieten, Transparenz schaffen, Schönes genießen und etwas für Natur und Umwelt tun. Wir freuen uns auf Ihren Besuch:

www.bundladen.de

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Jahresbericht 2014

Mehr Einfluss für Umweltverbände · Die Hamburger Morgenpost hat im November 2014 eine Umfrage zum Einfluss der Umweltverbände in Auftrag gegeben. Ergebnis: 40 Prozent der BürgerInnen wünschen sich mehr Einfluss für Umweltverbände. Ein Erfolg auch für den BUND, der maßgeblich den Volksentscheid zum Rückkauf der Hamburger Energienetze vorangebracht und jüngst mit dafür gesorgt hat, dass die Stadt mehr für die Luftreinhaltung tun muss. Befragt wurden 1002 wahlberechtigte BürgerInnen. BUND-Landesgeschäftsführer Manfred Braasch wertete das Ergebnis als Auftrag, auch künftig „kräftig in Hamburg mitzumischen“.

Einnahmen erneut gesteigert. Verwaltungsausgaben gesenkt
Um rund 1,6 Mio. Euro stiegen 2014 die Einnahmen des Bundesverbandes. Das ist ein Plus über acht Prozent gegenüber dem Vorjahr. Fast die Hälfte dieser Mehreinnahmen stammt aus den Beiträgen von Mitgliedern. Mitgliedsbeiträge und Spenden (einschließlich Erbschaften und Bußgelder) machen drei Viertel der BUND-Einnahmen aus. Über eine halbe Million UnterstützerInnen garantieren die politische Unabhängigkeit des BUND. Zuschüsse erhielt der BUND vom Umweltbundesamt und vom Bundesamt für Naturschutz. Zum Beispiel für seine Naturschutzarbeit und seine Projekte für eine Zukunft ohne Gift oder für kommunale Nachhaltigkeit. Mit diesen staatlichen Zuschüssen ist keine inhaltliche Einflussnahme der Geldgeber verbunden. Kontrolliert wird ausschließlich der korrekte Umgang mit den Fördermitteln. Unter „Sonstige Einnahmen“ sind unter anderem zusammengefasst: Zinserträge von 50.000 Euro (aus Festgeldanlagen unserer Rücklagen) und Einnahmen aus Leistungen für unsere Landesverbände.

Einnahmen des BUND-Bundesverbandes 2014
insg. 21.037.128 EUR sonstige Einnahmen 2.702.042 EUR 12,8 % Projektzuschüsse 2.154.635 EUR 10,2% Bußgelder 135.760 EUR Erbschaften 1.569.257 EUR 7,5 % 0,6 % Verwendung von Rücklagen 601.334 EUR 2,9 % Spenden 6.752.134 EUR 32,1 %

Mitgliedsbeiträge 7.121.965 EUR 33,9 %

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Ausgaben des BUND-Bundesverbandes 2014
insg. 21.037.128 EUR Verwaltung 1.272.532 EUR Einstellung in Rücklagen 1.570.056 EUR Sonstige FundraisingAusgaben 1.119.997 EUR Mitglieder- und Spenderwerbung 1.999.609 EUR Betreuung Mitglieder, Spender, Förderer 623.374 EUR Ehrenamtliche Gremien 626.694 EUR 7,5 % 5,3 % 6,0 % 37,4 % Natur- und Umweltschutzarbeit, Fach- und Lobbyarbeit, Aktionen, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit 7.863.282 EUR

9,5 %

3,0 % Überweisungen an Landesverbände für Natur- und Umweltschutzmaßnahmen 5.381.657 EUR

3,0 % 2,8 % Umweltpolitische Unterstützung von Untergliederungen und Dritten 579.927 EUR

25,6 %

Verwaltungsausgaben gesenkt Mit fast 20 Millionen Euro hat der BUND 2014 deutlich mehr Geld für den Schutz der Natur und der Umwelt ausgegeben. Nimmt man die 1,5 Mio. Euro hinzu, die als Rücklagen in naher Zukunft für den gleichen Zweck ausgegeben werden, ist das eine Steigerung von rund 16,6 Mio. Euro oder über acht Prozent. Davon wurden über fünf Mio. Euro an die BUND-Landesverbände weitergeleitet und die BUNDjugend, das internationale Netzwerk des BUND und andere mit knapp 340.000 Euro unterstützt. Dort wird das Geld satzungsgemäß für Umwelt-, Natur- und Artenschutz, für Umweltbildung, Fach- und Informationsarbeit ausgegeben. Das gilt auch für die ehrenamtlichen Gremien des BUND, die einen großen Teil der BUND-Facharbeit leisten. Der Anteil der Verwaltungskosten betrug sechs Prozent – gegenüber 6,9 Prozent im vergangenen Jahr. Beim BUND fließt das Geld der SpenderInnen und Mitglieder dorthin, wo es gebraucht wird: in den Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Unsere Ausgaben dienen dem Schutz der Natur und Umwelt. Einige unserer Einnahmen sind an einen bestimmten Zweck gebunden: Wir werben zum Beispiel um Patenschaften für die Wildkatze. Gelder, die wir für diesen Zweck eingenommen haben, geben wir auch nur für diesen Zweck aus. Das kann nicht immer umgehend ge-

schehen, weil zum Beispiel eine Verhandlung über einen Kaufvertrag notwendig ist. In diesem Falle werden sogenannte zweckgebundene Rücklagen gebildet, die zu einem späteren Zeitpunkt ausgegeben werden. Zudem bilden wir Rücklagen, um auch dann handlungsfähig zu sein, wenn unvorhergesehene Situationen eintreten oder einmal finanzielle Engpässe entstehen. Das ist, meinen wir, ein verantwortungsvoller Umgang mit Geld. Wirtschaftlich und transparent Der BUND lässt – über die gesetzlichen Verpflichtungen hinaus – seinen Jahresabschluss von einer unabhängigen Wirtschaftsprüferin unter die Lupe nehmen. Wirtschaftsprüferin Heike Apel prüfte im Frühjahr 2015 den Abschluss und bestätigte ihn uneingeschränkt. Die BUND-Finanzen werden auch vom zuständigen Finanzamt regelmäßig intensiv überprüft – stets ohne Beanstandungen. Die Stiftung Warentest bescheinigt dem BUND 2013, dass er gut organisiert ist, wirtschaftlich arbeitet und seine Einnahmen und Ausgaben transparent darlegt. Die Stiftung untersuchte 44 Organisationen aus den Bereichen Tier-, Natur- und Artenschutz sowie Umwelt- und Klimaschutz. Sechs Organisationen wurden ohne Einschränkungen empfohlen – darunter der BUND. (Test, Heft 12/2013). Die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung finden Sie unter www.bund.net/ueber_uns/finanzen
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Jahresbericht 2014

Herzlichen Dank
Zahlreiche Spenderinnen und Spender haben uns im vergangenen Jahr unterstützt; sie haben es uns ermöglicht, unabhängig und engagiert für den Natur- und Umweltschutz einzutreten. Dankbar erinnern wir an jene, von denen wir eine Erbschaft oder ein Vermächtnis erhalten haben: Ursula Weigt, Erna Wackernagel, Bernd Rist, Joachim Kumpf, Elli Zach, Karola Tristram, Hilde Bauer, Lucia Schepel, Gernot Mauerhoff, Marianne Bröcker, Eva Nehre, Jutta Arbeitlang und Walter Gießler. Der BUND freut sich über Ihre Unterstützung. Mit ihr können wir uns für gefährdete Ökosysteme, Biotope und Arten einsetzen.
Rudolpho Duba_pixelio.de; Peter Hill_pixelio.de ; S. 3: Danny Perez Photography/CC BY-NC-ND 2.0/flickr.com; Wikipedia_Nasenbär

Sie können den BUND auf vielfältige Weise unterstützen: mit einer Projektspende, einer frei einsetzbaren Spende, einem Darlehen oder einem Vermächtnis. So ermöglichen Sie dem BUND langfristiges Planen und Handeln. Ihre Ansprechpartnerin für Ihre persönliche Unterstützung ist Almuth Wenta, almuth.wenta@bund.net oder Tel. (0 30) 2 75 86-474. Für die hilfreiche Unterstützung und gute Zusammenarbeit danken wir: dem Team von Publicis, Peter Iversen-Schwier, Hans-Michael Schnack, Matthias Lindemann, Holger Blaskowski, Burghotel Lenzen, Annette Schüller (AB. Mediendesign & Eventservice) und denen, die ungenannt bleiben wollen.

Almuth Wenta ist Ansprechpartnerin für GroßspenderInnen und Menschen, die dem BUND etwas vererben wollen.

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BUND-Randnotizen: Auszeichnungen

Zwölf Sterne für engagierte Naturschützerin
Corinna Cwielag, Landesgeschäftsführerin des BUND Mecklenburg-Vorpommern, nahm am 1. Dezember in Brüssel den Umweltpreis „12 Stars Award for Environment“ entgegen. Das Europabüro der Umweltverbände zeichnete sie für ihr langjähriges Engagement aus – besonders zum Schutz wertvoller Küstenlandschaften an der Ostsee, wertvoller ostdeutscher Alleen und gegen Massentierhaltungsanlagen.

Ehrenpreis für Lebenswerk
Hubert Weinzierl, von 1983 bis 1998 BUND-Vorsitzender, hat den Ehrenpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) für sein Lebenswerk erhalten. Die DBU würdigte sein langes Engagement im Naturschutz, mit dem er den organisierten Naturschutz ins Zentrum unserer Gesellschaft gerückt habe. Es sei eine großartige Leistung, Naturschutz und moderne Umweltpolitik zusammengeführt zu haben.

Nachhaltigkeitspreis für Vordenkerin
Die BUND-Ehrenvorsitzende erhielt am 3. Juli den Nachhaltigkeitspreis von Neumarkter Lammsbräu. Ausgezeichnet wurde sie als „Vordenkerin der ökologischen Ökonomie“, die einem nachhaltigen Lebensstil politisches Gehör verschafft habe. Bereits am 24. Januar war sie mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse für ihr langjähriges umweltpolitisches Engagement geehrt worden.

Politikaward für Fleischatlas
„Unaufgeregt … adressiert der Atlas die Probleme der Massentierhaltung. Die Kooperationspartner Heinrich-Böll-Stiftung, BUND und Le Monde diplomatique stehen für Kompetenz“ – heißt es in der Begründung für die Auszeichnung des Fleischatlas‘ durch die Zeitschrift „politik & kommunikation“ in der Kategorie „Kampagnen von gesellschaftlichen Institutionen“.

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IMPRESS U M

Mögen Weit über 80.000 Menschen mögen den BUND. www.facebook.com/bund/bundesverband Sind Sie darunter?

Herausgeber: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. Friends of the Earth Germany Am Köllnischen Park 1 10179 Berlin Telefon: (0 30) 2 75 86-40 Fax: (0 30) 2 75 86-440 Redaktion: Dr. Norbert Franck (V.i.S.d.P.) Mitarbeit: Jenny Blekker, Christiane Bohn, Antje von Broock, Patricia Cameron, Nehle Hoffer, Mark Hörstermann, Rosemarie Kleindl, Mechthild Klocke, Eva Nolte, Almuth Wenta Gestaltung: Claudia Gunkel Infografiken: Marc Venner Bildautoren: Jörg Farys (Titel u.r., S. 13, S. 24), K. Schertler (Titel o.l.), Die Auslöser (S. 4, S. 6 li), Klaus Leidorf (S. 5 o.), H. Schlumprecht (S. 5 u.), M. Jehnichen (S. 6 re, S. 18 r.u.), Thomas Stephan (S. 7, S. 27), Ute Machel (S. 8), Dieter Damschen (S. 9), Solvin Zankl (S. 10), Walter Schön (S. 11), Jakob Huber (S. 12, Titel l.u.), Bernd Käding (S. 17), Tine Szyska (S. 18 o.l.), Niko Martin (S. 18 l.u.), Eidens-Holl (S. 18 o.r.), Lode Saidane (S. 20), BUNDjugend (S. 21), Ralph Leupolt (S. 22), Daniel Karman/DBU (S. 29/2), johannes-green-fotografie.de (S. 29/3), alle übrigen Bilder BUND. Druck: Z.B.!, Köln Gedruckt auf 100 % Recyclingpapier, Juli 2015

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