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Full text: Ergebnisprotokoll

Freiraumgestaltung Berlin Mitte Umfeld Humboldt-Forum
Offener freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb

Ergebnisprotokoll

Offener freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb Freiraumgestaltung Umfeld Humboldt-Forum Berlin Mitte Ergebnisprotokoll

Berlin, Januar 2013

Herausgeber Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Am Köllnischen Park 3 10179 Berlin Wettbewerbsdurchführung Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Abteilung Städtebau und Projekte Referat Wettbewerbe und Auswahlverfahren, II D Brückenstraße 6 10179 Berlin Wettbewerbskoordination Maria Rünz, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Rose Fisch Landschaftsarchitektur, Berlin Koordination der Vorprüfung Rose Fisch Landschaftsarchitektur, Berlin Eckhard Lange, ag.u Lange, Berlin Digitale Bearbeitung Silke Ansorge, formation.A Armin Wandschura, Rose Fisch Landschaftsarchitektur, Berlin Vorprüfung Landschaftsarchitektur Stefan Büchner Thomas Guba Jens Henningsen, Kostenprüfung Katharina Schütze Annette Sprenger Ulrich Uphaus Mitarbeiter der Vorprüfung Felix Bentlin Johannes Hipp Jana Mackert Anita Wagner Armin Wandschura Titelbild bbz landschaftsarchitekten Druck A&W Digitaldruck, Berlin

Inhaltsverzeichnis
1	 1.1	 1.2	 1.3	 1.4	 1.5	 Protokoll der Preisgerichtssitzung am 14. und 15.01.2013..............................................................7 Begrüßung und Feststellung der Anwesenheit (1. Tag)..............7 Konstituierung des Preisgerichts ................................................7 Eröffnung der Preisgerichtssitzung.............................................8 Bericht der Vorprüfung ...............................................................8 Zulassung der Wettbewerbsarbeiten .........................................8

1.6	Informationsrundgang.................................................................8 1.7	Kriteriendiskussion......................................................................9 1.8	 1.9	 1.11	 1.12	 1.13	 1.14	 1.15	 1.16	 1.17	 1.18	 1.19	 1.20	 2	 2.2	 2.4	 2.6	 2.7	 Erster Wertungsrundgang...........................................................9 Zweiter Wertungsrundgang ........................................................9 Beurteilung der Arbeiten der engeren Wahl.............................. 11 Begrüßung und Feststellung der Anwesenheit (2. Tag)............18 Festlegung der Rangfolge und Preise.......................................18 Empfehlungen des Preisgerichts .............................................19 Öffnung der Verfassererklärungen............................................20 Abschluss der Sitzung ..............................................................20 Protokollfreigabe der Preisrichter..............................................21 Anwesenheitsliste 1. Tag...........................................................22 Anwesenheitsliste 2. Tag...........................................................30 Teilnehmer des Wettbewerbs ...................................................38 Bericht der Vorprüfung...........................................................47 Einlieferung der Arbeiten...........................................................48 Vollständigkeit der Arbeiten.......................................................48 Einzelberichte der Arbeiten 1174 – 1214..................................54 Stellungnahmen der Sachverständigen..................................138

1.10	Rückholanträge......................................................................... 11

2.1	Vorlauf.......................................................................................47 2.3	Anonymisierung........................................................................48 2.5	Vorprüfung.................................................................................53

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Protokoll der Preisgerichtssitzung am 14. und 15.01.2013

Die Sitzung findet statt im Berlin-Carré, Karl-Liebknecht-Straße 13, 10178 Berlin. Der Beginn der Sitzung ist um 10:20 Uhr.

1.1	

Begrüßung und Feststellung der Anwesenheit (1. Tag)

Frau Lüscher, Senatsbaudirektorin in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, begrüßt die Sitzungsteilnehmer im Namen des Auslobers, und stellt die Anwesenheit (siehe Anwesenheitsliste im Anhang) und die Vollzähligkeit des Preisgerichts fest.

1.2	

Konstituierung des Preisgerichts

Auf Vorschlag aus dem Kreis der stimmberechtigten Preisrichter wird Herr Hager ohne Gegenstimmen zum Vorsitzenden gewählt. Als ständig anwesende stellvertretende Fachpreisrichter werden Herr Dr. Schwarzkopf und Herr Rehwaldt gewählt. Herr Kühn vertritt Herrn Merz als Fachpreisrichter. Herr Hoffmann vertritt Herrn Bomba als Sachpreisrichter. Herr Dittrich vertritt Herrn Spallek als Sachpreisrichter. Damit hat das Preisgericht folgende Zusammensetzung: Stimmberechtigte Fachpreisrichter/-innen Guido Hager (Vorsitzender) Cordula Loidl-Reisch Ariane Röntz Gero Heck Franco Stella Thomas Will Wilfried Kühn Stimmberechtigte Sachpreisrichter/-innen Regula Lüscher Günther Hoffmann Dr. Dr. Hermann Parzinger André Schmitz Manfred Rettig Siegfried Dittrich

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1.3	

Eröffnung der Preisgerichtssitzung

Der Vorsitzende übernimmt die Leitung der Sitzung, umreißt noch einmal kurz die Wettbewerbsaufgabe und bittet um eine objektive, an der Auslobung orientierte Bewertung der Arbeiten. Der Vorsitzende lässt sich von den Mitgliedern des Preisgerichts ver­ ichern, s dass sie -keinen Meinungsaustausch mit Wettbewerbsteilnehmern über die Aufgabe und deren Lösung geführt haben und während der Dauer der Sitzung führen werden; bis zum Preisgericht keine Kenntnis von Wettbewerbsarbeiten erhalten haben, soweit sie nicht als Vorprüfer oder Sachverständige bei der Vorprüfung mitgewirkt haben; die Beratung des Preisgerichts vertraulich behandeln werden; die Anonymität der Arbeiten aus ihrer Sicht gewahrt ist; es unterlassen werden, sich über vermutete Verfasser zu äußern.

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1.4	

Bericht der Vorprüfung

Die Vorprüfung hat einen schriftlichen Bericht erarbeitet, der Bestandteil des Vorprüfberichts ist und dem Preisgericht vorliegt. Herr Lange berichtet über den Ablauf der Vorprüfung, über die Einhaltung der Vorgaben gemäß der Auslobung und über die Mitwirkung der Sachverständigen an der Vorprüfung.

1.5	

Zulassung der Wettbewerbsarbeiten

Auf einstimmigen Beschluss des Preisgerichts werden alle Arbeiten für den Informationsdurchgang zugelassen.

1.6	

Informationsrundgang

Ab 10:50 Uhr stellen die Vorprüfer die Wettbewerbsbeiträge in der Reihenfolge der Tarnzahlen anhand der jeweiligen Pläne und der Prüfbemerkungen aus dem Vorprüfbericht den Preisgerichtsbeteiligten vor. Der Informationsrundgang wird von 12:20 bis 12:30 Uhr für eine Pause und von 13:15 bis 13:55 Uhr für die Mittagspause unterbrochen und endet um 15:05 Uhr. Während des Informationsdurchgangs beschließt das Preisgericht einstimmig, dass die zusätzlichen Perspektiven, die die Arbeiten 1180, 1185, 1204, 1205 und 1212 eingereicht haben, zugelassen werden, da die Auslobung weitere atmosphärische Darstellungen erlaubt hat. Während des Informationsdurchgangs entscheidet das Preisgericht einstimmig, dass die Varianten zu den Stellplätzen der Arbeiten 1184, 1198 und 1213 gezeigt werden dürfen.

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Nach Abschluss des Informationsdurchgangs entscheidet das Preisgericht über die Zulassung von Arbeiten, die die geforderten Wettbewerbsleistungen nur sehr unvollständig erbracht haben. Dies betrifft die Arbeiten 1178 und 1186. Beide Arbeiten werden einstimmig aus dem Verfahren ausgeschlossen.

1.7	

Kriteriendiskussion

Das Preisgericht vergegenwärtigt sich in der Kriteriendiskussion von 15:05 bis 15:15 Uhr der komplexen Aufgabenstellung und führt unter dem Eindruck des Informationsdurchgangs eine vergleichende Diskussion in Bezug auf die in der Auslobung unter 1.11 genannte Beurteilungskriterien. Es wird festgestellt, dass die eingereichten Arbeiten ein breites Spektrum und eine große Vielfalt von Lösungen anbieten.

1.8	

Erster Wertungsrundgang

Ab 15:15 Uhr findet der erste Wertungsdurchgang statt. Der Vorsitzende weist darauf hin, dass im ersten Wertungsrundgang Arbeiten im Verfahren bleiben, wenn sie mindestens eine Stimme für ihr Weiterkommen erhalten. Folgende Arbeiten werden aus 39 zugelassenen Beiträgen einstimmig ausgeschieden: 1. Rundgang Tarnzahl	Ergebnis 1177	ausgeschieden 1182	ausgeschieden 1185	ausgeschieden 1188	ausgeschieden 1189	ausgeschieden 1192	ausgeschieden 1193	ausgeschieden 1200	ausgeschieden 1202	ausgeschieden 1207	ausgeschieden 1210	ausgeschieden 1212	ausgeschieden Es verbleiben 27 Wettbewerbsbeiträge im Beurteilungsverfahren. Der erste Wertungsrundgang endet um 15:40 Uhr.

1.9	

Zweiter Wertungsrundgang

Nach einer Pause nimmt das Preisgericht um 16:00 Uhr die Wertungsdiskussion über die 27 verbliebenen Arbeiten auf. Dabei werden die einzelnen Arbeiten intensiv diskutiert im Hinblick auf:

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die stadträumlicher Einordnung in Bezug zum Lustgarten / Museumsinsel, zum Dom, zur Spree, zum Freiheits- und Einheitsdenkmal und zum Marstall / ehemaligen Staatsratsgebäude die Raumbildung mit Baumhainen und die Berücksichtigung von Sichtachsen den planerischer Umgang mit der historischen geprägten Lage im Zentrum Berlins und dem Eingehen auf die Möglichkeit der Rückführung von historischen Artefakten die Verwendung von gärtnerischen Elementen im Bezug auf die Schlossterrassen, das Spreegärtchen die Aufenthaltsqualitäten die Lage und Machbarkeit der geforderten Stellplatzanlagen die Pflege und Unterhaltung der Flächen

Ab 17:45 Uhr bis zum Ende des 1. Preisgerichtstags vertritt Herr Wemhof als Sachpreisrichter Herrn Schmitz. Der zweite Wertungsrundgang wird von 18:55 bis 19:10 für eine Pause unterbrochen und endet um 19:40 Uhr. Die stimmberechtigten Preisrichter kommen, unter Anlegung der Beurteilungskriterien der Auslobung, nach intensiver Erörterung der einzelnen Arbeiten zu folgenden Abstimmungsergebnissen: 2. Rundgang Tarnzahl	Ja	 Nein	 Ergebnis 1174	 1	12	 ausgeschieden 1175	 11	2	 verbleibt 1176	 2	11	 ausgeschieden 1179	 10	3	 verbleibt 1180	 5	8	 ausgeschieden 1181	 11	2	 verbleibt 1183	 1	12	 ausgeschieden 1184	 0	13	 ausgeschieden 1187	 1	12	 ausgeschieden 1190	 0	13	 ausgeschieden 1191	 0	13	 ausgeschieden 1194	 1	12	 ausgeschieden 1195	 9	4	 verbleibt 1196	 0	13	 ausgeschieden 1197	 0	13	 ausgeschieden 1198	 0	13	 ausgeschieden 1199	 0	13	 ausgeschieden 1201	 3	10	 ausgeschieden 1203	 1	12	 ausgeschieden 1204	 0	13	 ausgeschieden 1205	 10	3	 verbleibt 1206	 0	13	 ausgeschieden 1208	 0	13	 ausgeschieden 1209	 0	13	 ausgeschieden 1211	 11	2	 verbleibt 1213	 0	13	 ausgeschieden 1214	 3	10	 ausgeschieden

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Somit sind die 21 Arbeiten 1174, 1176, 1180, 1183, 1184,1187,1190, 1191, 1194, 1196, 1197, 1198, 1199, 1201, 1203, 1204, 1206, 1208, 1209, 1213 und 1214 aus dem Beurteilungsverfahren im zweiten Wertungsrundgang ausgeschieden.

1.10	

Rückholanträge

Nach einer kurzen Pause werden von 19:45 Uhr bis 20:15 Uhr aus dem Kreis der stimmberechtigten Preisrichter für folgende Arbeiten Rückholanträge gestellt und nach intensiver Diskussion wie folgt abgestimmt: Rückholanträge Tarnzahl	Ja	 Nein	 1176	 3	 10	 1180	 4	 9	 1200	 1	 12	 1214	 1	 12	

Ergebnis verbleibt im 2. Rundgang verbleibt im 2. Rundgang verbleibt im 1. Rundgang verbleibt im 2. Rundgang

Folgende 6 Arbeiten bilden die engere Wahl: 1175, 1179, 1181, 1195, 1205 und 1211. In Anbetracht der Tatsache, dass die Auslobung 4 Preise und 4 Anerkennungen vorgesehen hat, beschließt das Preisgericht einstimmig, dass die Preissumme auf die verbliebenen sechs Arbeiten aufgeteilt wird. Der 1. Preisgerichtstag endet um 20:20 Uhr

2. Preisgerichtstag, 15.01.2013 1.11	 Beurteilung der Arbeiten der engeren Wahl

Die Arbeiten der engeren Wahl werden von 8:30 Uhr bis 10:30 Uhr durch eine(n) Fach-Preisrichter/in unter Berücksichtigung der vorhergehenden Diskussion bewertet und anschließend schriftlich beurteilt. Hierbei wird neben dem Vorprüfbericht auch der Erläuterungsbericht der Verfasser herangezogen. Die Vorprüfung und die Sachverständigen stehen für Rückfragen zur Verfügung. Arbeit 1175 Die sehr zurückhaltende Arbeit versucht die Wiedergewinnung des städtischen Raumgefüges in Anlehnung an die Schinkel’sche Planung und schafft dies durch eine gestalterische Zusammenziehung des Raums mittels konsequenter Verwendung eines einheitlichen Natursteinbelags. Dieser findet sich in Fortsetzung des Lustgartens von der Straße am Schloßplatz (Nord) bis zum Marstall. ehemaligen Staatsratsgebäudes/ESMT vom Spreeufer bis zum Freiheits- und Einheitsdenkmal. Die raumbildenden Vegetationskörper sind als Lindenhain - Zitat der Schinkelschen Allee - und als Hain vor dem ESMT-Gebäude präzise gesetzt. Auf dem südlichen Schloßplatz sind Schnurbäume reihenförmig und zugleich locker angeordnet, womit sich die Arbeit bewusst aus der Starre einer

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streng symmetrischen historischen Fassung löst. In der Diskussion werden Bäume im Bereich des Schloßplatzes (Süd) generell hinterfragt und kritisch bewertet. Die Verfasser verzichten nicht auf die Mittelpunktbetonung, allerdings in Form eines dem existierenden Lustgartenbrunnen gestalterisch sehr bzw. zu nahe kommenden Version. Die langen Sitzbänke werden dagegen begrüßt. Vier Schnurbäume beleben auch das Spreeufer, ohne die Ost-Fassade zu verdecken. Sie können als Erinnerung an das ehemalige Gärtchen verstanden werden. An der Schlossbrücke bleibt eine Leere, nicht aufgefüllt zum Beispiel durch Bäume, das schmerzt. Räumlich gediegen bilden die steinern interpretierten Terrassen vor der Nord-Fassade einen gut nutzbaren Auftakt vor dem Gebäude. Sehr schade, dass bei diesen eleganten Terrassen gänzlich auf Grün verzichtet wurde, was die Härte gemildert hätte und – ohne große Höhenentwicklung einen atmosphärischen Filter hätte darstellen können. Das Fehlen grüner Elemente wird hier besonders negativ beurteilt. Gut gelungen ist der Umgang mit dem Spreeufer, das insgesamt nur wenig abgesenkt wird und damit in seiner ästhetischen Wirkung sowie Nutzbarkeit als gut gelungen erscheint. Die in ihrer Intention sympathische Wahl von Muschelkalk als alles übergreifendem Belag bringt allerdings zahlreiche Probleme im funktionaler Hinsicht mit sich: der im Vergleich zu anderen sehr lebendige, aber auch relativ offenporige Naturstein weist eine weichere Farbgebung und auch weicheren Klang auf. Somit sollte Muschelkalk wohl eher als atmosphärische Zielrichtung verstanden werden und noch nicht als konkrete Lösung. Die geforderten Stellplätze befinden sich unter dem Baumhain vor dem ESMT-Gebäude. Diese Situierung ist fraglich (zu enge Baumstellung, Nachhaltigkeit der Baumpflanzungen wird angezweifelt, Unterflurbaumroste nötig) und atmosphärisch eher bedenklich situiert; sie sind aber vor allem vom Gebäude des Humboldt-Forums zu weit entfernt und die Querung der Straße ist nicht gewünscht. Die Straße am Schloßplatz (Süd) entspricht nicht der geforderten Lage ohne dass der Vorteil der Veränderung zu erkennen wäre. Der Arbeit gelingt eine großzügige Erscheinung des Humboldt-Forums. Materialwahl und umfangreiche Natursteinverarbeitungen (z.B. Terrassen) machen dieses Projekt eher aufwändig. In Teilbereichen verwischt sie jedoch zu sehr die historisch gedachten Analogien, ohne dem Ort genügend neue Qualitäten zu geben. Arbeit 1179 Ziel des Entwurfes ist die „Herausarbeitung eines einheitlichen Ensembles der Spreeinsel“. Durch eine klare räumliche Ordnung und eine reduzierte, sich an der Umgebung orientierenden Materialverwendung ist dies auch gelungen. Die Arbeit überzeugt zunächst durch ihren souveränen, selbstverständlich erscheinenden Gestus. Die vielfältigen Nutzungsanforderungen und funktionalen Restriktionen sind weitestgehend integriert und sinnfällig in die Gestaltung eingebunden. Die vier Teilräume des Humboldt-Forums

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erfahren eine differenzierte Durcharbeitung. Es entstehen eigenständige Orte, die in der Lage sind sich mit dem jeweiligen Gegenüber zu verknüpfen. Insofern wirkt der Entwurf positiv über das eigentliche Wettbewerbsgebiet hinaus, was besonders in Richtung Lustgarten deutlich wird. Nachvollziehbar - da typisch für den Stadtraum um die Museumsinsel ist der Entwurfsansatz, die Freiräume des Humboldt-Forums zunächst „auf sich bezogen“ zu entwickeln. Auf ein Herüberziehen von bloßen formalen Bezügen aus der Umgebung, insbesondere aus dem Lustgarten, wird so bewusst verzichtet. Durch eine sehr großzügige Interpretation der historischen Schlossterrassen gelingt dennoch eine überraschend prägnante und im Stadtraum lesbare Verknüpfung des Gebäudes mit „seinem Garten“. Hierzu tragen auch eine niveaugleiche Straßenausbildung und die Neupflasterung in Naturstein bei. Ob es dazu tatsächlich auch der vorgeschlagenen Verlängerung der südlichen Lustgarten-Beete um ca. 8 m bedarf und ob dies bezogen auf den Lustgarten selbst überhaupt wünschenswert und durchführbar ist, wäre zu prüfen. Der formale Umgang mit den neuen Schlossterrassen, die mehrfache Teilung, die rein „praktisch“ begründet erscheint und die Proportion zwischen Gebäude und Vorfeld bzw. Vorgarten und Erschließungsflächen wird in der Jury kontrovers diskutiert. Im Gegensatz zur Nordseite des Humboldt-Forums wird der Schloßplatz (Süd) als überwiegend steinerner Stadtplatz gesehen. Auch dieser Grundhaltung kann sich das Preisgericht anschließen. Die Entwurfsverfasser agieren hier allerdings historisierend, mit einer Rückführung des originalen Neptunbrunnens, straßenbedingt, einschließlich der flankierenden Schmuckbeete jedoch deutlich nach Norden verschoben. Der Brunnenstandort kommt dem Gebäudeportal sowohl gestalterisch-räumlich als auch funktional deutlich zu nah. Die Westseite des Humboldt-Forums (Schloßplatz (West)), die zukünftig durch das neu entstehende Freiheits- und Einheitsdenkmal dominiert sein wird, bleibt als Konsequenz in seiner Ausprägung zurückhaltend. Die verkehrlichen Anforderungen erhalten ausreichend Raum, ohne dass sie den Ort zu stark dominieren. Die Spreeseite könnte sich zu einem neuen attraktiven Ort in der Mitte Berlins entwickeln, trotz der ungünstigen Nord-Ost-Exposition. Die über die gesamte Länge reichende Sitzstufenanlage ist allerdings zu undifferenziert. Der Wechsel mit beiderseitigen Bastionen an den Brückenköpfen, Treppen und Rampe stellt sich als zu unausgewogen dar. Der enorme Höhenunterschied zwischen Platz- und Wasserniveau und die begrenzte Raumtiefe bis zur Gebäudefassade führen zu einer sehr steilen Anlage mit knappen Sitzstufen, die einen entspannten Aufenthalt fraglich erscheinen lässt. Unzulässig ist die Anordnung von 14 der 22 Stellplätze auf der gegenüberliegenden Straßenseite vor dem ESMT-Gebäude – sowohl aus Sicht der mobil eingeschränkten Besucher als auch in baurechtlichen Fragen. Eine Verlagerung auf das Grundstück des Humboldt-Forums wäre unvermeidlich. Den Verfassern gelingt auf dem ersten Blick eine stimmig erscheinende Entwurfslösung, die im Kostenrahmen zu realisieren wäre. In Teilbereichen lässt die Arbeit jedoch den notwendigen kritischen und denkmalpflegerisch

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angemessene Umgang mit den historischen Spuren und das an diesem Ort notwendige Maß an zeitgenössischer Qualität und Prägnanz vermissen. Arbeit 1181 Vielfältig werden Bezüge zum umgebenden Stadtraum aufgegriffen und in die Freiraumkomposition integriert. So wird das Schlossareal wieder näher an die Raumfolge der Museumsinsel herangeführt und als Fokus am Endpunkt der Achse Unter den Linden präsentiert. Ebenso baut diese Arbeit Bezüge zum östlichen Stadtraum Richtung Alexanderplatz auf. Städtebaulich konsequent versucht der Freiraumentwurf damit die Bedeutung des Standortes Humboldt-Forum als wichtigen Ausgangs- und Bezugspunkt der Stadtentwicklung zu unterstützen. Die Arbeit schafft ein urbanes, zusammenhängendes Ambiente. Die Verknüpfung mit der Museumsinsel wird über das Aufgreifen von Materialien und Ausstattungselemente des Lustgartens und der umgebenden Straßenräume gestärkt. Ein feingestreifter Pflasterteppich aus Naturstein umgibt das gesamte Gebäude des Humboldt-Forums. In dieser Einheitlichkeit werden dennoch die vier unterschiedlichen Platzseiten herausgearbeitet. Im Norden werden die historischen Schlossterrassen in moderner Weise neu interpretiert. Der gartenartige Charakter wird begrüßt, denn er schafft eine angenehme Vorzone mit Aufenthaltsqualitäten. Gleichzeitig tritt er auf selbstverständliche Weise in Dialog mit dem Lustgarten. Art und Höhe der Bäume auf den Terrassen werden in der Jury kritisch beurteilt. Der Lindenhain am früheren Standort des Apothekerflügels ist sowohl als räumlicher Abschluss als auch in seiner Ausgestaltung nachvollziehbar. Die Ausbildung eines Shared-Space als Verbindung zum Lustgarten wird in seinem Zuschnitt und seiner Materialität kritisch hinterfragt. Der Schlossplatz im Süden (Schloßplatz (Süd)) wird richtigerweise als urbaner Stadtplatz verstanden. Irritierend sind daher die locker gestellten Bäume und das Baumpacket analog dem Schloßplatz (Nord). Hierdurch verliert die Arbeit an Präzision. Eine deutliche Reduzierung der Gehölze würde die den Platz umfassenden bedeutsamen Fassaden mehr zur Geltung bringen und den beabsichtigten Kontrast zu den Schlossterrassen im Norden stärken. Die zwei Baumhaine nördlich und östlich des ESMT wirken eingezwängt. Auslobungskonform wird ein Standort für die Rückführung des Neptunbrunnens aufgezeigt, der zwar nicht an originaler Position, aber an zentraler Stelle im neuen Platzraum liegt. Die Nähe zur Fassade entfaltet jedoch nicht die stadträumliche Großzügigkeit, die eine Umsetzung des Neptunbrunnens erfordern würde. Bänke und eine Boden-Intarsie, die auf das ehemalige Dominikanerkloster verweist, werden am Streifenmuster der Pflasterung unauffällig ausgerichtet, was das Preisgericht eher als überflüssig erachtet. Die Anordnung der Stellplätze im Zusammenhang mit der Gebäudeanlieferung funktioniert so nicht. Im Westen werden die Hauptgestaltungselemente Portal und Freiheitsund Einheitsdenkmal herausgearbeitet. Eine ausreichend dimensionierte, verkehrsberuhigte Straße sichert die Erschließung. Die Orientierung des schmalen Platzstreifens nördlich des Denkmals zur Wasserkante des Spreekanals ist zwar plausibel, aber ein wenig kraftlos. Hier wären eini-

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ge größere Gehölze zur Einbindung der Platzelemente in den städtischen Kontext wohltuend. Einen interessanten Beitrag liefert das Belvedere östlich des HumboldtForums (Spreeufer). In fließenden Bewegungen werden die Flaneure ans Wasser geleitet. Konsequent wird die moderne Fassade mit einer zeitgemäßen Außenanlage ergänzt. Einen unlogischen Bruch in dieser zeitgemäßen Geste stellt die Verwendung der historischen Geländer dar. Auch die zu große Dichte der erforderlichen Absturzsicherungen schwächt die Eleganz des Entwurfsansatzes. Die vorgegebene Kostenobergrenze wird eingehalten. Arbeit 1195 Der Entwurf leistet durch seine zurückhaltende, der Identität des Ortes angemessene Ordnung und Gestaltung eine starke Integration des zukünftigen Humboldt-Forums in den Kontext der Museumsinsel. Durch die differenzierte Prägung der unterschiedlichen städtischen Räume unter Aufnahme historischer Bezüge nach dem gewählten Prinzip der „minimalen Intervention“ gelingt es den Verfassern eine zusammenhängende urbane Qualität zu schaffen, die der Aufgabe in guter Weise gerecht wird. Die Anbindung des Lustgartens wird über die Aufnahme der Materialität und einen einheitlichen im Straßenbereich durchlaufenden Bodenbelag gestaltet. Den nordöstlichen Abschluss bildet ein Baumkarree auf wassergebundener Decke, das in Beziehung zum neu geordneten Domvorplatz steht und den wichtigen räumlichen Abschluss Unter den Linden bildet. Im Detail sind die Stufen und Platzzuteilungen eher fraglich. Die modern gestalteten Lustgartenterrassen werden in Entsprechung zur historischen Situation als begehbare, bepflanzte Hochterrasse konzipiert und beweisen hohe Aufenthaltsqualität. Die Verfasser schlagen die Rückkehr sowohl der Adlersäule als auch der Rossebändiger an den historischen Ort vor und setzen hiermit wichtige städtebauliche Akzente am Portal IV und am nördlichen Eingang zum Schloss-Forum. Der Schloßplatz (West) wird durch eine kleine Baumgruppe nach Norden ergänzt, die in Anordnung und Gewicht noch als zu schwach empfunden wird. Die einheitliche Pflasterung erreicht eine großzügige Platzwirkung vor dem Portal III, dem westlichen Eingang des Humboldt-Forums, die Straßenführung zeigt sich zurückhaltend. Die Spreeseite wird durch eine kombinierte Sitz- und Freitreppe gestaltet und durch zurückhaltende Rampen bis auf mittlere Ebene harmonisch gegliedert und als Promenaden- und Aufenthaltsbereich angelegt. Der Vorschlag der Verfasser, durch Berankungen der vertikalen Mauer­ ächen fl einen Bezug zu den ehemaligen Schlossgärten der Uferseite zu erreichen sowie die symmetrische Gesamtfigur der baulichen Anlage wird durch die Jury als zu undifferenziert angesehen. Der Schloßplatz (Süd) überzeugt durch seine einheitliche Gestaltung und durchgängige Materialität. Die vor dem ehemaligen Staatsratsgebäude (ESMT) angeordnete Baumgruppe leistet den notwendigen räumlichen Abschluss des Platzes nach Westen, greift jedoch räumlich zu weit in den

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Vorbereich des in das ehemalige Staatsratsgebäude integrierten historischen Portals IV ein. Die Verfasser beschränken sich auf das Zitieren des Neptunbrunnens im Bodenbelag des ehemaligen Standorts, ohne die Möglichkeit einer Rückkehr des Originals zu verbauen. Die geforderten Stellplätze werden seitlich versetzt zu den Portalen I und II oberirdisch angeordnet. Die Fahrradstellplätze werden verteilt auf dem Gesamtareal integriert. Die Kostenobergrenze wird eingehalten. Der Entwurf stellt nach Auffassung der Jury einen zwar differenzierten, aber letztlich nicht ganz überzeugenden Beitrag für die zukünftige Gestaltung des Umfelds des Humboldt-Forums dar. Arbeit 1205 Die mit „Bühne der Welt“ überschriebene Arbeit nimmt die neue Bestimmung des Schlossbauwerks – im größeren Kontext der Museumsinsel – zum Ausgangspunkt der Gestaltung des Umfeldes. Sie wählt dafür formal knappe und konventionelle, d. h. bewährte Mittel, die die monumentalen Räume diskret unterstützen und funktionale Anforderungen geschickt und gewissermaßen beiläufig erfüllen. Die disziplinierte Arbeit ordnet die Räume ihren überlieferten und neuen Bedeutungen gemäß und schafft ein einladendes und nobles, aber nicht steif wirkendes Ambiente. Neue Akzente werden in einzelnen Teilbereichen auf das übergeordnete Konzept bezogen. Um die inhaltliche und räumliche Kontinuität zur Museumsinsel zu betonen, werden die Materialien des Lustgartens aufgegriffen und einheitlich bis zum Marstall durchgeführt. Zentraler Entwurfsgedanke ist ein steinerner Rahmen um den Schlossbau, der dessen Bedeutungswandel übersetzen soll. Dieser bodengleiche Fries aus Natursteinplatten reagiert in seiner unterschiedlichen Breite auf die Spuren der Geschichte, zugleich schafft er eine unauffällige Distanz, eine Art von Anführungszeichen, in denen das Humboldt-Forum als Zitat des ehemaligen Schlossbaus lesbar wird. An den Engstellen im Osten werden die Grenzen dieser Idee spürbar. Die ehemals gärtnerisch gestalteten Schlossterrassen interpretieren die Verfasser neu als vielfältig begeh- und bespielbare „Humboldt-Terrassen“. Die damit beabsichtigte „Geste der Nähe und des Willkommens“ entspricht der neuen Bauaufgabe mit ihrer offenen und sehr viel intensiveren Nutzung. Die Bespielbarkeit dieses Raums stellt einerseits einen interessanten Vorschlag dar; sie überfordert allerdings auch die Betreiber und findet keine ungeteilte Zustimmung. Auch der damit bedingte Verzicht auf eine dauerhafte grünräumliche Beziehung zum Lustgarten wird skeptisch gesehen. Die funktionalen Erfordernisse in der Vorzone des Bauwerks sind nicht vollständig eingehalten, die Anschlusssituation wird nicht im Detail erklärt. Die Möglichkeit der Aufstellung der figürlichen Relikte wird nicht thematisiert. Die anderen drei Raumbereiche um das Schloss werden ebenfalls individuell neu interpretiert: Der Schloßplatz (West) wird durch Fortführung der Lindenreihen vom Lustgarten zum Freiheits- und Einheitsdenkmal gegliedert. Der Blick von „Unter den Linden“ auf das Schloss wird sinnvoll gerahmt, aber nicht zu sehr eingeschränkt. Gleichzeitig sind hier die funktionalen Erfordernisse (U-Bahn, Taxen etc.) dezent eingebunden.

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Der südliche Schlossplatz (Schloßplatz (Süd)) wird seiner historischen Bedeutung folgend als steinerner Platz interpretiert, jedoch ohne direkten Rückgriff auf die kaiserzeitliche Anlage. Die wenigen Gestaltungsmittel – Banklinien entlang der Fassade und eine Fontäne in Erinnerung an den ehemaligen Neptunbrunnen – sind hier ausreichend und richtig eingesetzt. Allerdings eignet sich der heute mögliche fassadennahe Standort nicht für eine größere Brunnenanlage. Einen ganz anderen Charakter geben die Verfasser dem neu zu gestaltenden Spreeufer. Mit einer lockeren Platanenpflanzung wird der Raumabschluss zur Liebknechtbrücke definiert, gleichzeitig wird eine atmosphärische Verbindung zum Marx-Engels-Forum geschaffen. Die „klassisch“ angelegte, aber in der Länge zu knapp geratene Rampenanlage und die Art und Platzierung der Baumpflanzungen schaffen angenehme Aufenthaltsbereiche Die Baumgruppen sind allerdings hier funktional problematisch und finden auch in ihrem Bezug zu der neuen Schlossfassade keine ungeteilte Zustimmung. Nicht überzeugend und unnötig ist die axiale Schlosstreppe zum Wasser. Die Stellplätze für mobilitätseingeschränkte Besucher sind mit Ihrer Platzierung am ESMT-Gebäude nicht richtig zugeordnet. Hingegen sind die Fahrradstellplätze funktional und gestalterisch sehr geschickt in den Eckbereichen eingeordnet. Auch die reichlich vorgesehenen Sitzgelegenheiten werden begrüßt. Aufgrund des hohen Anteils an hochwertigen, befestigten Flächen wird die vorgegebene Kostengrenze überschritten. Arbeit 1211 Die Verfasser thematisieren den Freiraum des Humboldt-Forums als zeitgenössischen Stadtraum, in dem die historischen Bezüge unsentimental aber präzise verarbeitet und transformiert werden. Geschichte wird räumlich erlebbar, indem klare Orte geschaffen werden: die Schlossterrassen als neuer Raum mit Staudenpflanzung entlang der historischen Spur, eine Trauerweide am Ort des historischen Schlossgärtchens, der urbane harte Vorplatz im Süden, zeitgenössisch durch Bankmonolithe strukturiert, das Schleusengärtchen am Freiheits- und Einheitsdenkmal, die Beziehung zum Lustgarten durch einen durchgehenden Plattenbelag, der die Fahrspur auf der exakten Breite des Lustgartens leicht anhebt. Die Balance zwischen identitätsstiftender Einheitlichkeit des Freiraums und einer räumlichen Differenzierung der Teilbereiche ist gelungen. Konsequente Reduktion auf ein Steinmaterial (Dolomit) und dessen durchgängiger Gebrauch für vertikale und horizontale Flächen, schaffen eine gelassene neue Identität, die den örtlichen Interventionen, z.B. den Schlossterrassen als eleganter Hintergrund dient. Es entstehen auf jeder Seite des Humboldtforums klar gefasste und strukturierte Stadträume, die angemessen auf das jeweilige Gegenüber reagieren, ohne sich unterzuordnen. Das Spreeufer wird durch die Teilung in zwei Ebenen, den Spreebalkon und die Uferpromenade, die geschickt durch zwei Rampen und Treppen miteinander verbunden sind, sehr klar als urbane Sockelbebauung thematisiert. Dadurch wird der knapp bemessene Raum gut genutzt und Aufenthaltsqualität auf realistische Art geschaffen.

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Die ehemalige Schlossfreiheit wird in ihrer Kargheit trotz der Tatsache, dass historisch keine Bäume vorhanden waren, auch kritisch gesehen, da eine Bepflanzung in dem nördlichen, an die Schlossbrücke anschließenden Bereich, zusätzliche räumliche Qualität schaffen könnte. Der Vorschlag der Verfasser, durch eine Baumgruppe vor dem Dom eine Torsituation zu schaffen, findet nicht ungeteilt Zustimmung. Die Baumgruppe im Bereich des Apothekenflügels wird hingegen positiv bewertet, wobei das ‚Verstecken‘ der Tiefgarageneinfahrt kritisiert wird. Die Funktionalität des Entwurfs ist in hohem Maße gewährleistet, da die vorgeschlagenen Lösungen alle verkehrlichen Anforderungen erfüllen. Das Verkehrskonzept eines Mischverkehrs im Abschnitt Schloßplatz (West) wird in Ansatz und Ausformulierung sehr begrüßt. Der Entwurf ist innerhalb der vorgegebenen Kostengrenze realistisch umsetzbar. Es wird positiv gewertet, dass die Ausbildung der Freiräume eine optionale Rückkehr der historischen Skulpturen und Objekte an ihren ursprünglichen Ort in Zukunft nicht ausschließt.

1.12	

Begrüßung und Feststellung der Anwesenheit (2. Tag)

Der Vorsitzende Herr Hager stellt um 10:30 Uhr die Vollzähligkeit des Preisgerichts und der stimmberechtigten Preisrichter fest. Stimmberechtigte Fachpreisrichter/-innen Guido Hager (Vorsitzender) Cordula Loidl-Reisch Ariane Röntz Gero Heck Franco Stella Thomas Will Wilfried Kühn Stimmberechtigte Sachpreisrichter/-innen: Regula Lüscher Günther Hoffmann Dr. Dr. Hermann Parzinger André Schmitz Manfred Rettig Siegfried Dittrich

1.13	

Festlegung der Rangfolge und Preise

Nach dem Verlesen durch die Fachpreisrichter- innen, intensivem Diskutieren, Korrigieren und Verabschieden der schriftlichen Beurteilungen zwischen 10:30 und 12:30 Uhr wird das Preisgericht durch eine kurze Pause unterbrochen.

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Auf Antrag einzelner stimmberechtigter Preisrichter werden die Arbeiten 1179, 1195 und 1211 im Hinblick auf einen möglichen 1. Preis inhaltlich vielseitig und kontrovers diskutiert. Im Anschluss beschließt das Preisgericht mit 12:1 Stimmen, dass die Arbeit 1195 nicht für den 1. Preis in Frage kommt. Das Preisgericht beschließt einstimmig, dass die Arbeiten 1175 und 1181 eine Anerkennung erhalten. Im Anschluss beschließt das Preisgericht mit 9:4 Stimmen, dass die Arbeit 1205 den 4. Preis und, dass die Arbeit 1195 mit 12:1 Stimmen den 3. Preis erhält. Nach eingehender Diskussion beschließt das Preisgericht mit 8:5 Stimmen, der Arbeit 1211 den 1. Preis zu verleihen. Die Arbeit 1179 erhält mit 7:6 Stimmen den 2. Preis. Somit hat das Wettbewerbsverfahren folgendes Ergebnis: Tarnzahl	ja	 nein	 1211	 8	 5	 1179	 7	 6	 1195	 12	 1	 1205	 9	 4	 1175	 13	0	 1181	 13	0	 Ergebnis 1. Preis 2. Preis 3. Preis 4. Preis Anerkennung Anerkennung

Um 14:10 Uhr bis 14:25 Uhr wird das Preisgericht für eine kurze Pause unterbrochen. Ab 14:25 Uhr vertritt Herr Wemhof Herrn Schmitz als Sachpreisrichter. Im Anschluss beschließt das Preisgericht einstimmig, die Wettbewerbssumme in Höhe von 104.000 Euro wie folgt neu aufzuteilen: 1. Preis	 2. Preis	 3. Preis	 4. Preis	 Anerkennung	 Anerkennung	 37.000 € 25.000 € 18.000 € 12.000 € 6.000 € 6.000 €

1.14	

Empfehlungen des Preisgerichts

Das Preisgericht empfiehlt dem Auslober einstimmig, den ersten Preis zu realisieren unter Berücksichtigung folgender Empfehlungen: 1.	 Die Stellplätze sollen nutzerfreundlich oberirdisch, eingangsnah angeordnet werden, auch um die Aufenthaltsqualität auf dem Schloßplatz (Nord) zu gewährleisten.

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2.	 Die Anpflanzung von Bäumen entlang der ehemaligen Schlossfreiheit Schloßplatz (West) in dem nördlichen, an die Schlossbrücke anschließenden Bereich, könnte eine zusätzliche räumliche Qualität schaffen und soll in Verbindung mit der Einbindung des U-Bahn-Aufzuges und des Luftschachtes geprüft werden. 3.	 Eine langfristige Rekonstruktion des Schloßplatzes (Süd) mit einer Änderung der Verkehrsführung sowie die Möglichkeit der Rückführung von Artefakten an den ursprünglichen (authentischen) historischen Ort sollen bestehen bleiben. 4.	 Die Baumgruppen westlich des Schloßplatzes (Süd) unmittelbar am ESMT - Gebäude (ehemaligen Staatsratsgebäude) sind in ihrer Nähe zu diesem Gebäude insbesondere in Bezug zum Haupteingang (ehemaliges Portal IV) zu überprüfen. 5.	 Die Schlossterrassen sollen im Hinblick auf einen stärkeren räumlichen Bezug zum Lustgarten überprüft und ausformuliert werden. 6.	 Die Baumgruppe und die Einfassung durch Pflanzbeete vor dem Dom soll im Hinblick auf eine visuelle Öffnung des Domvorplatzes und im Bezug auf die Verbindung zum Schloßplatz (Nord) überprüft und verbessert werden.

1.15	

Öffnung der Verfassererklärungen

Die Umschläge mit den Verfasserklärungen werden vom Auslober geöffnet und verlesen.

1.16	

Abschluss der Sitzung

Der Vorsitzende Herr Hager schließt die Sitzung um 15:05 Uhr mit einem Dank an die Preisrichter, Sachverständigen und Vorprüfer für die engagierte sachliche Zusammenarbeit. Er dankt der Vorprüfung für die ausgezeichnete Präsentation der Arbeiten. Die Vorprüfung wird entlastet. Frau Lüscher bedankt sich für den Auslober bei allen Verfahrensbeteiligten und bezeichnet das Ergebnis des Wettbewerbs als eine hervorragende Grundlage zur Weiterentwicklung des Humboldt-Forum-Umfeldes. Das Protokoll wurde von dem Vorsitzenden des Preisgerichts, Herrn Hager, durchgesehen und genehmigt. Protokoll: Eckhard Lange

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1.17	

Protokollfreigabe der Preisrichter

Das Protokoll wird genehmigt: Unterschriften der stimmberichtigten Preisrichter

Das Protokoll wurde von Herrn Staatssekretär Schmitz am 04.02.2013 per E-Mail freigegeben.

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1.18	

Anwesenheitsliste 1. Tag

Offener freiraumplanersicher Realisierungswettbewerb Freiraumgestaltung Umfeld Humboldt-Forum Berlin Mitte Preisgerichtssitzung Montag, den 14.01.2013, Beginn 10:00 Uhr bis 20:20 Uhr Berlin-Carré, Karl-Liebknecht-Straße 13, 10178 Berlin Eingang Rochstraße

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1.19	

Anwesenheitsliste 2. Tag

Offener freiraumplanersicher Realisierungswettbewerb Freiraumgestaltung Umfeld Humboldt-Forum Berlin Mitte Preisgerichtssitzung Dienstag, den 15.01.2013, Beginn 8:30 Uhr bis 15:05 Uhr Berlin-Carré, Karl-Liebknecht-Straße 13, 10178 Berlin Eingang Rochstraße

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1.20	

Teilnehmer des Wettbewerbs

Preisträger Arbeit 1211 1. Preis	 Verfasser:	 Mitarbeit: 	 Homepage: 	 Arbeit 1179 2. Preis 	

bbz landschaftsarchitekten, Berlin Timo Herrmann	 Malte Stellmann, Marc Leppin, Meinhard Kuntz www.bbz.la

WES GbR LandschaftsArchitektur mit Hans-Hermann Krafft, Berlin Henrike Wehberg-Krafft, Hans-Hermann Krafft, Henriette Henning, Maria Gehrmann, Irina de Cuveland, Sarah Abelmann Perspektiven: Landschaftsarchitektur+, Felix Holzapfel-Herziger, Hamburg www.wes-la.de

Verfasser: 	 Mitarbeit: 	 Sonderfachleute: 	 Homepage 	 Arbeit 1195 3. Preis	

Lützow 7 C. Müller J. Wehberg Garten- und Landschaftsarchitekten, Berlin Cornelia Müller, Jan Wehberg Kristin Kessler, Michèle Remy, Holger Schwarz, Phyllis Sperling Tiefbau / Ingenieurbüro Abraham, Uwe Abraham, Berlin www.luetzow7.com

Verfasser: 	 Mitarbeit: 	 Sonderfachleute: 	 Homepage	 Arbeit 1205 4. Preis	

Levin Monsigny Landschaftsarchitekten GmbH, Berlin Axel Hermening, Martina Levin, Nicolai Levin, Luc Monsigny Rob Grotewal, Michael Klittich, Flavia Moroni, Tim Stawitzke, Christiane Wetzel www.levin-monsigny.com

Verfasser:	 Mitarbeit: 	 Homepage 	 Arbeit 1175 Anerkennung	 Verfasser: 	 Mitarbeit: 	 Homepage	 Arbeit 1181 Anerkennung	

TDB Landschaftsarchitektur, Berlin Eva-Maria Boemans, Karl Thomanek	 Luka Gilic www.tdb-berlin.de

KRAFT.RAUM. Landschaftsarchitektur und Stadtentwicklung, Krefeld

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Verfasser:	 Mitarbeit: 	 Homepage	

René Rheims Masashi Nakamura, Wolfgang Hilgers www.kraft-raum.de

2. Rundgang Arbeit 1174 2. Rundgang	

Arbeitsgemeinschaft Lavaland GmbH, Berlin mit TH Treibhaus, Berlin Lavaland: Laura Vahl TH Treibhaus: Deniz Dizici, Gerko Schröder Lavaland: J. Kattinger, F. Zillmer TH Treibhaus: B. Lotter Lichtplanung: Anslem von Held, Berlin www.lavalan.biz / www.treibhausberlin.de

Verfasser Land	 schaftsarchitekt: 	 Verfasser Land	 schaftsarchitekt: 	 Mitarbeit: 	 	 Sonderfachleute: 	 Homepage:	 Arbeit 1176 2. Rundgang	

K1 Landschaftsarchitekten Kuhn Klapka GbR, Berlin Catherine Kuhn, Axel Klapka Heyden Freitag, Florian Mänz, Magdalena Sosnik, Torsten Wolff, Peter Young www.k1-landschaftsarchitektur.de

Verfasser:	 Mitarbeit:	 Homepage:	 Arbeit 1180 2. Rundgang	

Neumann Gusenburger Landschaftsarchitekten, Berlin Thomas Gusenburger Katharina Matheja, Ludwig Joseph, Tobias Fringel, Riccardo Pucella, Sandra Will Verkehrsplanung: Prof. Dr. Lutz Beckmann / Visualisierung Prof. Dirk Stendel www.ng-landschaftsarchitekten.com

Verfasser: 	 Mitarbeit: 	 Sonderfachleute: 	 Homepage:	 Arbeit 1183 2. Rundgang	 Verfasser: 	 Mitarbeit: 	 Homepage:	 Arbeit 1184 2. Rundgang	 Verfasser: 	

Planorama Landschaftsarchitektur, Berlin Maik Böhmer Ulf Schrader, Steffen Klotz, Phillip Rösner, Franziska Kreft www.planorama.eu

4d AG Landschaftsarchitekten BSLA, Bern Simon Schöni, Maurus Schifferli

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40

Mitarbeit: 	

Sonderfachleute: 	

Homepage:	 Arbeit 1187 2. Rundgang	

Aurélie Barral, Magdalena Paluch, Christian Früh, Vasiliki Stavrothedorou, Lukas Böhler, Michael Mammitzsch Christoph Schläppi Architekturhistoriker, Bern / Karak – gebrannte Zeichen, Marta und Sebastian Rauch, Schlins / Visualisierungen: nightnurse images, Zürich www.4dx.ch

ST raum a. Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, Berlin Tobias Micke, Stefan Jäckel Mathias Werner, Kolja Wischnewski, Betül Aydin, Max Odenthal www.strauma.com

Verfasser: 	 Mitarbeit: 	 Homepage 	 Arbeit 1190 2. Rundgang	 Verfasser: 	 Mitarbeit: 	 Homepage: 	 Arbeit 1191 2. Rundgang	

Landschaft planen + bauen GmbH, Berlin Manfred Karsch Anke Steinbrügge, Wilhelm Henschel www.lpb-berlin.de	

Arbeitsgemeinschaft office regina poly, Berlin mit Modersohn & Freiesleben Architekten BDA, Berlin Regina Poly Antje Freiesleben, Johannes Modersohn office regina poly: Eva Lange, Lucia Ramirez Pareja Modersohn & Freiesleben: Daniel Gross www.regina-poly.de / www.mofrei.de

Verfasser Land	 schaftsarchitekt: 	 Verfasser Architekt: 	 Mitarbeit: 	 	 Homepage: 	 Arbeit 1194 2. Rundgang	 Verfasser: 	 Mitarbeit: 	 Homepage: 	 Arbeit 1196 2. Rundgang	

Freiraumkonzepte GbR, Bad Lausick Peter Fibich Susan Richter www.freiraumkonzepte-glasten.de

Bode - Williams + Partner Landschaftsarchitektur und Stadtentwicklung, Berlin Udo Bode, Mario F. Berrios Miranda Fabian Roßmanith, Benjamin Boje, Andrej Serafin www.bwp-landschaftsarchitekten.com

Verfasser: 	 Mitarbeit: 	 Homepage:	

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41

Arbeit 1197 2. Rundgang	

Munder und Erzepky Landschaftsarchitekten BDLA, Hamburg Wolfram Munder, Katahrina Marie Erzepky Laura von Deyn, Sandra Haufe, Alex Rothe, Denis Trax www.munder-erzepky.de

Verfasser: 	 Mitarbeit: 	 Homepage 	 Arbeit 1198 2. Rundgang	 Verfasser:	 Mitarbeit: 	 Homepage 	 Arbeit 1199 2. Rundgang	

r+b landschaft s architektur, Dresden Sonja Rossa-Banthien Katrin Grafe, Annegret Stöcker, Sophia Till www.rplusb.de

A24 Landschaft Landschaftsarchitektur GmbH, Berlin Steffan Robel Sara Perovic,Henry Anderson, Florian Rüster, Eleonora Fiorentino, Paula Martin Aedo, Yue Guan, Sibylle Lacheta www.a24-landschaft.de

Verfasser:	 Mitarbeit: 	

Homepage: 	 Arbeit 1201 2. Rundgang	

Arbeitsgemeinschaft ANNA VIADER - Städtebau Architektur Landschaft, Berlin mit Astrid Bornheim Architektur, Berlin Anna Viader Astrid Bornheim ANNA VIADER: Evelyn König, Franziska Schadzek, Carmen Reina www.annaviader.com / www.astridbornheim.de

Verfasser Land 	 schaftsarchitekt: Verfasser Architekt: 	 Mitarbeit: 	 Homepage:	 Arbeit 1203 2. Rundgang	 Verfasser 	 Mitarbeit: 	 Homepage: 	 Arbeit 1204 2. Rundgang	 Verfasser: 	 Mitarbeit: 	

[f] landschaftsarchitektur gmbh, Bonn Gunter Fischer Neelja Gillich, Susanne Dietz, Joachim Evers www.landschaftsarchitektur.net	

bb+gg arquitectes-Beth Gali S. I, Barcelona Elisabeth Gali Camprubi J. Bennavent, A. Rodriguez, R. Wurth, M. Haferstroh, M. Partovi, Z. Angelakopoulou, I. De la Rosa

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Sonderfachleute: 	 Homepage: 	 Arbeit 1206 2. Rundgang	 Verfasser: 	 Mitarbeit: 	 Sonderfachleute: 	 Homepage: 	 Arbeit 1208 2. Rundgang	

Baukosten: Simons & Hinze GbR Landschaftsarchitekten, Berlin www.bethgali.com

Heinisch Landschaftsarchitekten, Gotha Thomas Heinisch Daniel Rosenbaum, Christian Baumgarten, Girit Hegewald, Alexander Schröter, Florian Selle Verkehrsplanung: Krebs und Kiefer, Brian Sorg, Berlin www.la-heinisch.de	

Müller-Born-Architekten, Kassel

Verfasser: 	 Arnim Koch, Michael Müller-Born Homepage:	/ Arbeit 1209 2. Rundgang	 Verfasser: 	 Mitarbeit: 	 Homepage: 	 Arbeit 1213 2. Rundgang	 Verfasser: 	 Mitarbeit: 	 Homepage	 Arbeit 1214 2. Rundgang	

OK-Landschaft, München Andreas Kickerer Stefan Grimm, Laura Welker, Maciej Wasilewski www.kickerer.ok-landschaft.de

Atelier Sonnenseite, Stadtilm Bettina Franke Simon Micha Karsunte, Kathrin Taut www.atelier-sonnenseite.de

Andreas Geser Landschaftsarchitekten AG, Zürich Andreas Geser Ludivine Gragy, Melanie Hengsberger, Garry Müntener, Janic Fotsch /

Verfasser: 	 Mitarbeit: 	 Homepage: 	

1. Rundgang Arbeit 1177 1. Rundgang	

Siedlung und Landschaft - Kläge Ludloff GbR, Luckau Jörg Ludloff Gerd Kaufmann, Christel Kühne www.siedlungundlandschaft.de

Verfasser: 	 Mitarbeit: 	 Homepage: 	

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Arbeit 1182 1. Rundgang	 Verfasser: 	 Mitarbeit: 	 Sonderfachleute: 	 Homepage: 	 Arbeit 1185 1. Rundgang	

Kamel Louafi Landschaftsarchitekten, Berlin Kamel Louafi Dörte Eggert-Heerdegen, Patrick Dorsch, Karen Zaspel, Miachael Kizil Visualisierung: Nil Lachkaref www.louafi.de

Schmidt-Seifert Landschaftsarchitektur Stadtforschung-Gartendenkmalpflege, Berlin

Verfasser: 	 Mitarbeit: 	 Sonderfachleute: 	

Peter Schmidt-Seifert Binh Hoang, Ulrike Goldmann, Clemens Muhs BSK Architekten, Prof. Rolf Backmann, Berlin / Verkehrsplanung: Arkan OK Homepage:	/ Arbeit 1188 1. Rundgang	

Arbeitsgemeinschaft Frank Buck Landschaftsarchitekt, Berlin mit Dr. Krause Architektenbüro, Berlin und Architektenbüro Dr. Mertens, Berlin Frank Buck Stephan Krause, Hans Mertens Frank Buck: Susanne Kienbaum, Claudia Walther, David Holzhause Dr. Krause: Jana Weiß, Daniela Breitenstein Art design, Hans-Jürgen Wroblewski, Gerhard Reimer, Berlin, Virtual photography, Oliver Hecke www.krause-architekt.de / www.mertarch.de

Verfasser Land 	 schaftsarchitekt: Verfasser Architekt: 	 Mitarbeit:	 	 Sonderfachleute: 	 Homepage: 	 Arbeit 1189 1. Rundgang	

Breimann & Bruun Landschaftsarchitekten, Hamburg Bertel Bruun Moritz Möllers, Claudia Wolsfeld, Ben Warnecke, Daniel Bok, Ramona Groß, Ana Martos Bares www.breimann-bruun.de

Verfasser: 	 Mitarbeit: 	 Homepage 	 Arbeit 1192 1. Rundgang	

EXTERN Garten- und Landschaftsarchitektur, Berlin Fritz Protzmann, Heinz Kluth Stefi Rescheleit, Janine Teßmer, Mari Carmen Cabrera Alcalde Künstler: Georg Zey www.extern-landscape.de

Verfasser:	 Mitarbeit: 	 Sonderfachleute: 	 Homepage: 	

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Arbeit 1193 1. Rundgang	

Arbeitsgemeinschaft Urban Catalyst, Berlin mit Phillip Oswalt Architekt Berlin Klaus Overmeyer Phillip Oswalt Urban Catalyst: Luc Knödler, Thomas Neher, Malte Wittenberg www.urbancatalyst-studio.de / www.oswalt.de

Verfasser Land 	 schaftsarchitekt: Verfasser Architekt: 	 Mitarbeit: 	 Homepage: 	 Arbeit 1200 1. Rundgang	

toponauten landschaftsarchitekturGesellschaft mbH, Freising Tobias Kramer, Felix Metzler Sonja Weber www.toponauten.de

Verfasser:	 Mitarbeit: 	 Homepage: 	 Arbeit 1202 1. Rundgang	 Verfasser: 	 Mitarbeit: 	 Sonderfachleute: 	 Homepage: 	 Arbeit 1207 1. Rundgang	

kiefer CS landschaftsarchitektur berlin, Berlin Tancredi Capatti, Matthias Staubach David Kaufmann, Kathrin Unger, Findlay Barge, Eugenio Braccio Gabriele G. Kiefer www.kiefercs.de

Arbeitsgemeinschaft Folkhart Ueberle Landschaftsarchitektur, Ottobrunn mit Architekturbüro Mayer, München Folkhart Ueberle Stefan Mayer Folkhart Ueberle: Andjelija Nikolic, Peter Böhler www.ueberle-landschaftsarchitektur.de

Verfasser Land-	 schaftsarchitekt: Verfasser Architekt: 	 Mitarbeit: 	 Homepage:	 Arbeit 1210 1. Rundgang	

Arbeitsgemeinschaft tropos Garten- und Landschaftsplanung, Berlin mit Dr.-Ing. Helmut Maier, München Thomas Heim Helmut Maier tropos: Uwe Steinkamp Verkehrsplanung: Norbert Rheinlaender, Berlin www.tropos-landschaftsplanung.de

Verfasser Land-	 schaftsarchitekt: Verfasser Architekt: 	 Mitarbeit: 	 Sonderfachleute: 	 Homepage: 	 Arbeit 1212 1. Rundgang	

Armin Henne, Büro für Landschaftsarchitektur und Gartenkunst, Wuppertal

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Verfasser:	 Mitarbeit: 	

Sonderfachleute: 	 Homepage: 	

Armin Henne Irene Haberland, Udo Hammermeister, Patrick Sonneborn, Linda Zachariah, Volker Garbade, Karin Martin, R. Koch Büro müllerundröhrig Design, Martin Röhrig, Essen www.armin-henne.de

Ausgeschieden Arbeit 1178 ausgeschieden	

Arbeitsgemeinschaft Yellow Office, Mailand mit baukuh, Mailand Francesca Benedetto Pier Paolo Tamburelli Yellow Office: Dong Sub Bertin, Antonio Buonsnate, Nicola Campri baukuh: Andrea Zanderigo, Matthias Winter, Cecilia Tramontano www.yellowoffice.it / www.baukuh.it

Verfasser Land- 	 schaftsarchitekt: Verfasser Architekt: 	 Mitarbeit:	 	 Homepage 	

Arbeit 1186 ausgeschieden	Arbeitsgemeinschaft Bureau.Um.Stadt:DesFreiraumes, Kemberg mit Atelier & Development, Paris Verfasser: 	 Lutz Waldenburger Homepage:	/

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2	 2.1	

Bericht der Vorprüfung Vorlauf

Die Ausschreibung erfolgt als offener einphasiger freiraumplaneri­ scher Realisierungswettbewerb mit Ideenteil gemäß den Richtlinien für Planungswettbewerbe (RPW 2008) sowie dem Rundschreiben SenStadt VI A Nr. 06 / 2009 (Einführung der RPW 2008). Berechtigt zur Teilnahme am Wettbewerb gemäß der Anzeige im Supplement des Amtsblatts der europäischen Gemeinschaft vom 12. 09 2012 sind Landschaftsarchitekten oder Arbeitsgemeinschaften aus Landschaftsarchitekten/Architekten unter der Federführung des Landschaftsarchitekten. Die Zusammenarbeit mit Verkehrsplanern ist empfohlen. Zur Teilnahme am Wettbewerb zugelassen sind natürliche Personen, die entsprechend den Regelungen ihres Heimatstaates berechtigt sind, die Berufsbezeichnung Landschaftsarchitekt zu führen und gemäß den EG-Richtlinien in der Bundesrepublik Deutschland tätig werden können. Juristische Personen sind teilnahmeberechtigt, sofern ihr satzungsmäßiger Geschäftszweck auf Planungsleistungen ausgerichtet ist, die der gestell­ ten Aufgabe entsprechen. Mindestens einer der Gesellschafter oder einer der bevollmächtigten Vertreter und der Verfasser der Wettbewerbsarbeit muss die an natürliche Personen gestellten Anforderungen erfüllen. Bei Arbeitsgemeinschaften muss jedes Mitglied teilnahmeberechtigt sein. Teilnahmehindernisse sind nach § 4 (2) RPW 2008 geregelt. Bei Arbeitsgemeinschaften muss jedes Mitglied die Anforderungen erfüllen, die an natürliche oder juristische Personen gestellt werden. Die Wettbewerbsunterlagen konnten ab dem 12.09.2012 unter folgender Adresse heruntergeladen werden: www.wettbewerbe-aktuell.de/de/ausschreibungen/online/5/teilneh­ merbereich.html Rückfragen konnten bis zum 25.09.2012 anonym im Rückfrageforum des Wettbewerbs im Internet gestellt werden. Die Antworten der Rückfragen wurden bis zum 10.10.2012 im Teilnehmer­ bereich veröffentlicht. Zudem wurden weitere Wettbewerbsunterlagen zur Verfügung gestellt. Als Ergebnis der Rückfragen wurde u.a. auf die Teilleistung „Vertiefung von zwei aussagefähigen Bereichen im Maßstab 1:250 verzichtet“. Zudem wurde darauf hingewiesen, dass die ehemals geplante Bebauung vor dem Staatsratsgebäude keine Planungsvorgabe für den Freiraumwettbewerb darstellt und Teil des Wettbewerbsgebietes ist. Aus der Erhöhung des Gesamtbudgets auf 12,179 Mio. € inklusive Umsatzsteuer, Unvorhersehbares und Planungskosten resultierte auch eine Erhöhung der Preisgelder auf insgesamt 104.000 €. Die Wettbewerbsteilnehmer wurden zudem per E-Mail über das Wettbewerbsgeschehen informiert.

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2.2	

Einlieferung der Arbeiten

Alle Arbeiten wurden nachweislich termingerecht bis Freitag, den 28.11.2012 bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Brückenstraße 6, Raum 4.026 in 10179 Berlin abgegeben oder am selben Tag oder davor liegend per Post- oder Kurierdienst aufgegeben. Die Teilnehmer konnten anhand einer Rund-Email überprüfen, ob ihre Wettbewerbsarbeiten beim Auslober eingegangen sind. Bei Einreichung durch Post- oder Kurierdienst musste eine Kopie des Aufgabebeleges an den Auslober nachgesendet werden. Es musste keine Arbeit vom Wettbewerb ausgeschlossen werden, weil sie später als 6 Tage nach Abgabedatum eingegangen ist. Eingangsdatum und -zeit, Zustand der Verpackungen sowie der Arbeiten wurden in Sammellisten eingetragen und ebenso wie die Verfasserumschläge unter Verschluss genommen.

2.3	

Anonymisierung

Die Arbeiten wurden durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt entgegengenommen und registriert. Die anschließende Tarnung und Vorprüfung der Arbeiten fand im Berlin-Carré, Karl-Liebknecht-Straße 13, 10178 Berlin statt. Die Kennziffern der Arbeiten wurden mit willkürlich gewählten Tarnnummern von 1174 bis 1214 überklebt.

2.4	

Vollständigkeit der Arbeiten

Die eingereichten Unterlagen wurden auf die Vollständigkeit der laut Auslobung unter Punkt 1.10 aufgelisteten geforderten Leistungen überprüft. Die ent­ prechende Liste ist Bestandteil des Vorprüfberichts: s Freiraumplanerisches Konzept / Einbindung in die Umgebung im Maßstab M 1:1.000 Das freiraumplanerische Konzept fehlte bei der Arbeit 1178, bei der Arbeit 1186 entsprach der Maßstab nicht 1:1.000. Freiraumplanerischer Entwurf Ideen- und Realisierungsteil im Maßstab M 1:250 mit Aussagen zu Belag, Vegetation, historischen Spuren, Ausstattungselementen und Topographie Der freiraumplanerische Entwurf fehlte bei der Arbeit 1186. Bei den Arbeiten 1194 und 1202 entsprach der Maßstab nicht 1:250. Bei der Arbeit 1206 fehlte der Ideenteil. Vier Pflichtschnitte wie im Arbeitsplan verortet im Maßstab M 1:100: zwei Schnitte zur Spreeseite und zwei Schnitte Schloßplatz (Nord), davon einer vom Humboldt-Forum bis zum Berliner Dom. Weitere frei wählbare Schnitte zur Verdeutlichung der Entwurfsidee sind möglich. Bei den Arbeiten 1178 und 1186 fehlten alle Schnitte, bei der Arbeit 1193 war nur ein Schnitt im Maßstab 1:1.000 vorhanden. Viele Arbeiten zeigten mehr als die geforderten vier Schnitte.

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49

Zwei Perspektiven: eine von der Schloßbrücke zum Bereich Schloßplatz (Nord) und Verbindungsraum zum Lustgarten/Dom und eine von der Liebknechtbrücke zum Spreeufer/Belvedere Bei den Arbeiten 1178 und 1186 fehlten beide Perspektiven. Bei den Arbeiten 1184, 1187, 1192, 1203, 1207 und 1210 entsprach eine der Perspektiven nicht den geforderten Blickwinkeln. Bei der Arbeit 1193 fehlte eine Perspektive. Die Arbeiten 1177, 1180, 1185, 1204, 1205, 1209, 1212 stellten über die geforderten zwei Perspektiven hinaus weitere Perspektiven dar. zusätzlich sind weitere atmosphärische Darstellungen wie Skizzen oder Piktogramme möglich, welche die Entwurfsidee verdeutlichen Alle Arbeiten zeigten weitere Darstellungen zur Verdeutlichung der Entwurfsidee. Erläuterungsbericht mit Begründung der vorgeschlagenen Entwurfs­ konzepte sowie Aussagen zur Material- bzw. Pflanzenverwendung, zum baulichen Aufwand, zum Nutzungskonzept, zur Entwässerung, Angaben zur Ausstattung, max. 3 DIN A4 Seiten Nur bei der Arbeit 1186 fehlte der Erläuterungsbericht. Satz Prüfpläne (gefaltet) mit Angabe der notwendigen Maße (M 1:250) Bei den Arbeiten 1178, 1179, 1193, 1200, 1201, 1203, 1204, 1205, 1207 und 1208 fehlten die geforderten Maßangaben. Bei der Arbeit 1186 fehlten die Prüfpläne. Bei der Arbeit 1178 deckte der Prüfplan nur einen Ausschnitt des Realisierungsteils ab. Kostenermittlungen in Anlehnung an DIN 276 für den Realisierungsteil (gemäß Formblatt) Bei der Arbeit 1208 war die Kostenermittlung unvollständig, die Arbeit 1184 reichte eine Kostenermittlung in Varianten ein. Flächenermittlungen (gemäß Formblatt) Bei den Arbeiten 1199 und 1208 waren die Flächenermittlungen unvollständig. Verzeichnis der eingereichten Unterlagen / Nutzungsvereinbarung Planwerk Innere Stadt (gemäß Formblatt) Das Verzeichnis der eingereichten Unterlagen fehlte bei der Arbeit 1186, bei der Arbeit 1185 wurde nur das Inhaltsverzeichnis der CD eingereicht. Die Nutzungsvereinbarungen werden zur Wahrung der Anonymität erst nach dem Preisgericht geöffnet. Verfassererklärung (gemäß Formblatt) Alle Arbeiten haben eine Verfassererklärung abgegeben. CD-Rom mit Präsentationsplänen als tif-und pdf-Dateien, Prüfpläne als tif- und dwg-Datei, Erläuterungstext als pdf-Datei Bei der Arbeit 1185 ließ sich die CAD-Dateien nicht öffnen, bei der Arbeit 1203 fehlten Verknüpfungen, so dass die CAD-Datei nachbearbeitet werden musste.

Wettbewerb Freiraum Humboldtforum - Eingangs-Checkliste

Tarnnummer

Konzept / Einbindung Prüfpläne Verfassererklärung CD Bemerkung

Entwurf

Freie Perspek- Darstellun gen Schnitte tiven Verzeichnis / KostenFlächenNutzungsverermittlung ermittlung einbarung

Erläuterungsbericht

1174 +
+ + +
(1) Maßstabsdifferenz

+ + + + +(1) +(1)
+

+ + + + + + + + + + +(2) + + + + + + + + + + +(2) + + + + + + + + + + + + +
+ +

+ + + + + + + + + + + + +(2) + + + + + + + + + + +
+
(1) Prüfplan nur ausschnittsweise, keine Maße (1) Prüfplan wie Präsentationsplan ohne Maße

+

+

+

+

+

+

+

+

1175 + + + + + + + + + + + + + + + + + + + +

+

+

+

+

+

1176

+

+(1)

+

+

+

1177

+

+

+

+

+

1178

-

+

-

-

+

1179

+

+

+

+

+

Freiraumgestaltung Umfeld Humboldt-Forum | Ergebnisprotokoll	

1180

+

+

+ +(1)

+

(1) weitere 2 Perspektiven (2) Kostenermittlung z.T. nicht nach Formblatt

1181

+

+

+

+

+

1182

+

+

+

+

+

1183

+

+

+

+

+

+

+
(1) Zweite Perspektive Schloßplatz (Süd) statt Schloßplatz (Nord) (2) Kostenschätzung in Varianten

1184

+

+

+ +(1)

+

1185

+

+

+ +(1)

+

+(3) - (2) +
+

(1) weitere 4 Perspektiven (2) nur Inhalt der CD (3) dwg und xls nicht lesbar (1) unmaßstäblich (2) Übersichtsplan abfotografiert für Vorprüfbericht (1) Zweite Perspektive von der Rathausbrücke statt von der Liebknechtbrücke

1186 +(1)

-

-

-

+

1187

+

+

+ +(1)

+

1188

+

+

+

+

+

50

Wettbewerb Freiraum Humboldtforum - Eingangs-Checkliste

Tarnnummer

Konzept / Einbindung Prüfpläne Verfassererklärung CD Bemerkung

Entwurf

Freie Perspek- Darstellun gen Schnitte tiven Verzeichnis / KostenFlächenNutzungsverermittlung ermittlung einbarung

Erläuterungsbericht

1189 + +
+

+ + + + +(3) + +
+

+ + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + +(1) + + + + + + + + + + + + +
+
(1) Flächenermittlung unvollständig

+ + + + + + + + + + +(1) + +
+

+ + + + + + + +
(1) Ausdruck maßstabsverzerrt

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1190

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1191 + + + + + + + + + + + + +(2) + +(1) +(1) + + + +

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1192

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(1) Zweite Perspektive von der Liebknechtbrücke zum Schloßplatz (Nord) statt zum Belvedere (2) keine xls-Dateien (1) nur ein Schnitt 1:1.000 (2) nur eine Perspektive von der Schloßbrücke zum Schloßplatz (Nord) (3) Prüfplan ohne Maße

1193

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+ - (1) +(2)

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1194

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+(1) +

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Freiraumgestaltung Umfeld Humboldt-Forum | Ergebnisprotokoll	

1195

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1196

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(1) USB-Stick statt CD

1197

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1200

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(1) Prüfplan ohne Maße (1) Prüfplan wie Präsentationsplan ohne Maße (1) Ausdruck maßstabsverzerrt

1201

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(1) Zweite Perspektive von der Rathausbrücke statt von der Liebknechtbrücke (2) Prüfplan wie Präsentationsplan ohne Maße (3) dwg mit fehlenden Verknüfungen

51

Wettbewerb Freiraum Humboldtforum - Eingangs-Checkliste

Tarnnummer

Konzept / Einbindung Prüfpläne Verfassererklärung CD Bemerkung

Entwurf

Freie Perspek- Darstellun gen Schnitte tiven Verzeichnis / KostenFlächenNutzungsverermittlung ermittlung einbarung

Erläuterungsbericht

1204 + + + + + + + +
(1) Zweite Perspektive von der Liebknechtbrücke nicht Blickrichtung Belvedere

+ +(2) + +(2) +(1) +(2) +(2) + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + +(2) + + + + + + + + + +(2) + + + + +
(1) zusätzliche Perspektive ( 2) Prüfplan ohne Maße

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+(1)

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(1) zusätzliche Perspektiven (2) Prüfplan ohne Maße

1205

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1206

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+(1)

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(1) ohne Ideenteil, alle Pläne nicht genordet (2) pdf nicht zu öffnen, Präsentationsplan abfotografiert für Vorprüfbericht (1) beide Perspektiven aus Richtung Liebknechtbrücke (2) Prüfplan ohne Maße (1) Prüfplan ohne Maße (2) Flächen- und Kostenermittlung unvollständig

1207

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+(1)

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1208

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1209 + + + + +

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Freiraumgestaltung Umfeld Humboldt-Forum | Ergebnisprotokoll	

1210

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(1) zusätzliche Perspektiven

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52

Freiraumgestaltung Umfeld Humboldt-Forum | Ergebnisprotokoll	

53

Bei den Arbeiten 1185 und 1192 fehlten die xls-Dateien, bei der Arbeiten 1180 war die Datei der Kostenermittlung, bei der Arbeit 1208 die Dateien der Kosten- und Flächenermittlung unvollständig. Bei der Arbeit 1206 wurde der freiraumplanerische Entwurf M 1:250 für den Vorprüfbericht abfotografiert, da sich die pdf-Datei nicht öffnen ließ. Bei der Arbeit 1186 fehlte eine CD, der Übersichtplan wurde für den Vorprüfbericht abfotografiert. Die Arbeit 1196 reichte einen USB-Stick ein statt einer CD. Die Pläne wurden entsprechend den Hängeplänen (sofern eingereicht) auf den Stelltafeln angeordnet. Sämtliche 41 Arbeiten wurden - auch bei zum Teil unvollständigen Unter​ lagen - geprüft. Über die Zulassung von Arbeiten, die die geforderten Wettbewerbsleistungen nicht vollständig erbracht haben, entscheidet das Preisgericht. Insbesondere betrifft dies die Arbeit 1186, die von den Verfassern nur anhand eines unmaßstäblichen Übersichtsplans ohne Erläuterungstext präsentiert wurde. Der Entwurfsplan 1:250, Schnitte und Perspektiven fehlen bei dieser Arbeit. Jeder Teilnehmer darf nur eine Arbeit ohne zusätzliche Varianten einreichen. Die Teilnehmer mussten sich für eine oberirdische oder unterirdische Stellplatzvariante für mobilitätseingeschränkte Personen entscheiden. Über den Umgang mit der Arbeit 1184, die beide Varianten im Entwurfsplan 1:250 darstellt, und über den Umgang mit den Arbeiten 1198 und 1213, die die Stellplatzvarianten separat zeigen, entscheidet das Preisgericht. Gemäß RPW 2008 § 5 Absatz 2 werden Darstellungen, die über die in der Auslobung geforderten Leistungen hinausgehen, von der Vorprüfung ausgesondert. Bei den Arbeiten 1177, 1180, 1185, 1204, 1205, 1209, 1212, die über die geforderten zwei Perspektiven weitere dargestellt haben, entscheidet das Preisgericht, ob sie mit bewertet werden.

2.5	

Vorprüfung

Die Vorprüfung nahm ihre Arbeit am 29.11.2012 im Berlin-Carré, KarlLiebknecht-Straße 13, 10178 auf. Am 11.01.2013 wurde die Vorprüfung abgeschlossen. Die Vorprüfung wurde von folgenden Personen durchgeführt: VorprüferInnen: Stefan Büchner, Landschaftsarchitekt Thomas Guba, Landschaftsarchitekt Katharina Schütze, Landschaftsplanerin Annette Sprenger, Landschaftsarchitektin Uli Uphaus, Landschaftsarchitekt Mitarbeiter der Vorprüfung: Felix Bentlin, Student Johannes Hipp, Student Jana Mackert, Studentin Anita Wagner, Studentin Armin Wandschura, Student

Freiraumgestaltung Umfeld Humboldt-Forum | Ergebnisprotokoll	

54

Die Koordinierung der Vorprüfung lag bei Eckhard Lange (Landschafts­ architekt) und Rose Fisch (Landschaftsarchitektin). Die Einschätzung des Kostenrahmens (gemäß 3.7 der Auslobung) im Rahmen der Vorprüfung erfolgte durch Jens Henningsen, Landschaftsarchitekt. Die Kostenprüfung erfolgte auf Basis der Auslobung mit den entsprechenden Informationen und Daten der Verfasser (tabellarische Kostenschätzung und Flächenermittlung, Prüfpläne als Ausdruck und als CAD-Datei). Die Sanierung des Spreeufers auf der Ostseite und das Umverlegen von Leitungen - insbesondere beim Bau von Brunnen - sind ebenso wie Umbaumaßnahmen (Verschwenkung / Pflasterung) der bereits hergestellten Straßen auf dem Schloßplatz (Süd) in den Kosten nicht berücksichtigt. Für einzelne Positionen wurden Mindeststandards festgelegt, das betrifft insbesondere den Bodenab- und Bodenauftrag, den Oberbau, die Entwässerung und die Baustelleneinrichtung. Es wurden die Massen und Kosten der einzelnen Arbeiten für den Realisierungsteil geprüft, mit der Kostenvorgabe verglichen und bezüglich der Einhaltung der Kostenobergrenze bewertet. Nach einem ersten informativen Rundgang, der einen Überblick über das Spektrum der eingereichten Arbeiten ermöglichte, wurden ein der Anzahl der Arbeiten und der zur Verfügung stehenden Zeit angemessenes Vorprüfverfahren sowie der organisatorische Ablauf festgelegt. Sachverständige Während der Vorprüfung wurden die Sachverständigen am 19.12.2012 eingeladen, sich einen Eindruck über die abgegebenen Arbeiten zu verschaffen. Von den 29 Sachverständigen nahmen 19 diese Gelegenheit wahr. Die Sachverständigen stehen dem Preisgericht für vertiefende Ausführun­ gen zur Verfügung. Von folgenden Sachverständigen wurden Einschätzungen der Arbeiten erstellt, die sich im Anhang befinden: -- Frau Zimmer ( Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt , X PI E 2 (Tiefbau / Ingenieurbauwerke) -- Herr Deppner (Wasser- und Schifffahrtsamt Berlin, Wasserstraßenüberwachung)

2.6	

Einzelberichte der Arbeiten 1174 – 1214

Gliederung der Einzelberichte Auf der Grundlage der in Teil 1 geforderten Leistungen und der in Teil 3 der Wettbewerbsauslobung beschriebenen Aufgabenstellung sowie der unter 1.11 der Auslobung aufgeführten Beurteilungskriterien entwickelte die Vorprüfung analog der Auslobung einen Kriterienkatalog zur Prüfung der Arbeiten, der in die Gliederungspunkte der textlichen Beschreibungen der einzelnen Wettbewerbsarbeiten eingegangen ist: -- Leitidee / Konzept (Entwurfsidee / übergeordnete räumlichen Anbindung) -- Gestaltung (straßenraumübergreifendes Konzept / Gestalt der vier Platzbereiche: Schloßplatz (Nord), Schloßplatz (Süd), Schloßplatz

Freiraumgestaltung Umfeld Humboldt-Forum | Ergebnisprotokoll	

55

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(West) und Spreeufer, Oberflächenbeläge, Umgang mit den historischen Spuren) Funktion (Nutzungskonzept, Organisation der verschiedenen Verkehrsarten, Barrierefreiheit, Berücksichtigung der funktionalen Erschließung) Wirtschaftlichkeit / Realisierbarkeit (Einhaltung der vorgegebenen Kostenobergrenze, Realisierbarkeit)

Jede Arbeit wird auf zwei Seiten vorgestellt. Die linke Seite zeigt den freiraumplanerischen Entwurf (im Original M 1:250) mit Angabe der gewählten Stellplatzvariante (oberirdisch oder unterirdisch), die rechte Seite enthält die Texte der Vorprüfung entsprechend der o.g. Gliederungspunkte. Zitate der Verfasser sind in „Anführungsstrichen“ wiedergegeben. Gemäß 1.10 der Auslobung bestehen für die Wettbewerbsteilnehmer keine bindenden Vorgaben. Die Auslobung enthält in Teil 2 „Situation und Planungsvorgaben“ und Teil 3 „Wettbewerbsaufgabe“ jedoch Anforderungen, deren Berücksichtigung von der Vorprüfung geprüft wurden: Anforderungen gemäß Auslobung Anforderungen des Humboldt-Forums an die Platzräume Funktionale Erschließung des Humboldt-Forums (Informationsplan „Funktionen“) Straßen und Verkehr Verkehrsplanerische Vorgaben (Informationsplan „Funktionen“) Umweltbedingungen und technische Vorgaben Technische Infrastruktur / Leitungen (Koordinierter Leitungsplan) Einbindung in den Stadtraum (Dialog mit den Stadträumen) Historische Vorgaben und Hinweise (Informationsplan „historische Spuren“) Stellplätze für mobilitätseingeschränkte Besucher (insgesamt 22 St.) Fahrradstellplätze (insgesamt 329 St.) Barrierefreiheit Teilbereich „Schloßplatz (Nord)“ Teilbereich „Schloßplatz (Süd)“ Teilbereich „Schloßplatz (West)“ Teilbereich „Spreeufer“ Kapitel 2.1 2.2 2.3 2.4 2.5 3.12 3.1 3.2 3.3 / 3.4 3.11 3.5 3.8 3.9 3.10 3.7

ARGE Lavaland GmbH, Berlin / TH Treibhaus, Berlin | 2. Rundgang	

1174

Variante oberirdische Stellplätze

Freiraumgestaltung Umfeld Humboldt-Forum | Ergebnisprotokoll	

1174

Leitidee/Konzept „BERLINER FREIHEIT – Raum für Veränderung“ nennen die Verfasser ihren Entwurf. „Das Ephemere und das Vergängliche verstehen wir als urbane Qualität. Das Vergängliche spiegelt den Zeitgeist, dem wir an diesem Ort Raum schaffen wollen ... Damit der Geist des Ortes in Zukunft zeitgenössisch bleibt, muss er sich wandeln können.“ „Die Veränderung soll durch Kunstwerke internationaler bildender Künstler geschaffen werden.“ In regelmäßigem Wechsel werden Großinstallationen nördlich und südlich des Humboldt-Forums ausgestellt. Diese Installationen sind bis zu 20 m hoch und können sich sowohl auf den Schloßplatz (Nord) begrenzen, aber auch um das Humboldt-Forum herumziehen. Dieser Prozess, anfangs begleitet, wird „partizipatorisch“ stattfinden, mit Bürgerbeteiligungsverfahren oder Online-Foren. Die Freiraumgestaltung des Humboldt-Forums orientiert sich zum Freiraum der Museumsinsel. Ein breiter Fußgängerüberweg unterstützt die Querungsmöglichkeit der Straße Schloßplatz (Nord). Streng gerasterte Gehölzvolumen aus Linden mit vereinzelten Wildbirnen werden vom Lustgarten und vom Dom zum Schloßplatz (Nord) weitergeführt. Dadurch wird die Torsituation an der Liebknechtbrücke betont. Die Achse vom Brandenburger Tor endet vor dem Humboldt-Forum auf einer Fläche mit einem „Wechselvolumen“. Die südliche Fläche für „Wechselvolumen“ korrespondiert über das SchlossForum mit der nördlichen Ausstellungsfläche. Im Übergang zum Werderschen Markt sind aufgelockerte Baumpflanzungen vorgesehen. Das „Berlin-typische Gehwegmuster“ mit Charlottenburger Platten wird über alle Gehwegbereiche geführt. Gestaltung Das gesamte neue Humboldtforum steht auf einer gerahmten Fläche aus Terrazzo, „fugenlos und richtungslos“, die begrenzt ist von einem bündigen gusseisernen Band. Dieser Rahmen stellt gleichzeitig bei besonderen Anlässen eine „beleuchtete Wasser- oder Nebelwand“ dar. Nähere Angaben zur Konstruktion finden sich nicht. Gehölze stehen in gußeisernen Baumscheiben. Auf dem Schloßplatz (Nord) entsteht, von zwei Baumhainen seitlich begrenzt, die etwa 73 x 30 m große Fläche für die Großskulpturen. Die Verfasser sprechen vom einem „Wechselvolumen“, das stets neu gefüllt werden wird. Die Ausstellungsfläche für „Wechselvolumen“ auf dem Schloßplatz (Süd) ist etwa 80 x 18 m groß und wird ebenfalls seitlich durch zwei Lindenhaine gefasst. Auf dem Schloßplatz (West) entsteht eine 14 m breite Fahrbahn. Die Fahrspur ist durch Hochborde begrenzt. Zur Spreeseite wird eine Freitreppe entworfen, die auf mittlerer Höhe in einem Balkon endet. Am südlichen Ende des Balkons ist ein Übergang zum unteren Spreeniveau möglich. Weitere Treppen zur Uferpromenade liegen

an der Liebknechtbrücke sowie an der Rathausbrücke. Entlang der Begrenzungsmauer sind Sitzkanten vorgesehen. Historische Spuren Im Umfeld des Humboldt-Forums werden keine historischen Bezüge thematisiert. Funktion Sitzgelegenheiten werden auf dem Schloßplatz (Nord) und Schloßplatz (Süd) unter den Baumhainen in Form von „Sitzmöbeln“ angeboten. Entlang der Spree bietet sich die neue Freitreppe als informelles Aufenthaltsangebot an, am Spreekanal ist eine Mauer dargestellt. Die geforderten 22 Stellplätze finden sind im östlichen Bereich des Schloßplatzes (Süd). Sie sind mit Erdnägeln markiert. Die Zufahrt zu den Stellplätzen liegt im vorgesehenen Bereich für die Reisebusse und ist daher möglicherweise problematisch. Die geforderte Gesamtzahl von 329 Fahrradstellplätzen wird um 79 überschritten. Die Platzflächen im Norden und Süden sind barrierefrei erreichbar, bei der neuen Spreepromenade wird auf Rampen verzichtet. Damit ist ein barrierefreier Zugang nicht möglich. Ebenso ist die Barrierefreiheit durch die Anlage von Hochborden auf dem Schloßplatz (West) eingeschränkt. Die Entwässerung erfolgt über Schlitzrinnen. Die funktionale Erschließung ist bis auf die Aufstellfläche für den Mobilkran und Materialanlieferung auf dem Schloßplatz (Nord), die Materialanlieferung, die Medienfläche und die Aufstellfläche Fassadenreinigung auf dem Schloßplatz (Süd) berücksichtigt. Die Baumstandorte im Südosten stehen z.T. in Konflikt mit den Aufstellflächen für die Materialanlieferung und den Aufstellfläche für den Mobilkran. Die Baumstandorte im Nordwesten und Südosten sind bezüglich der vorhandenen Fernwärmeleitungen problematisch. Wirtschaftlichkeit / Realisierbarkeit Die relativ hohen Kosten für die technischen Anlagen können durch geringere Aufwendungen in anderen Kostengruppen ausgeglichen werden. Die vorgegebene Kostenobergrenze wird eingehalten, wobei Kosten für eine ggf. erforderliche Umlegung der Fernwärme nicht enthalten sind.

TBD Landschaftsarchitektur, Berlin | Anerkennung	

1175

Variante oberirdische Stellplätze

Freiraumgestaltung Umfeld Humboldt-Forum | Ergebnisprotokoll	

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Leitidee/Konzept „Der Entwurf orientiert sich in einer zeitgemäßen Gestaltung einzig an den baugeschichtlichen und stadträumlichen Zeugnissen und schafft vier differenzierte Platzseiten, die sich durch Materialität und historisch belegte Elemente als Raumkontinuum präsentieren.“ Der räumliche Übergang zum Lustgarten wird durch die Neupflasterung der Straße Schloßplatz (Nord) mit Großsteinpflaster und die Anlage einer Mittelinsel neu gestaltet. Vor dem Dom im Übergang zur Liebknechtbrücke entstehen zwei gefasste Grünflächen mit sechs neu gepflanzten Linden. Gestaltung Das verwendete Muschelkalkmaterial zieht sich in unterschiedlichen Formaten vom Lustgarten bis an die Fassade des Marstalls und ESMT-Gebäudes. Rund um den Baukörper des Humboldt-Forums gibt es einen Traufstreifen aus Kleinsteinpflaster, auf den Plätzen Kleinsteinpflaster in Passe, auf den Straßen Großsteinpflaster. Auf dem Schloßplatz (Nord) werden die ehemaligen Terrassen thematisiert und als bauliche Kante in Sitzhöhe aufgenommen. Darauf befinden sich Sitzpodeste in unterschiedlicher Höhe, die an „steinerne Heckenskulpturen“ erinnern. Material ist ebenfalls Muschelkalk. Nach Nordosten schließt sich ein Baumraster mit zwölf Linden an. Die Bäume sind die Fortsetzung der nördlich des Domes beginnenden dreireihigen Allee. Weiter in Richtung Liebknechtbrücke sind Infotafeln („Zeitfenster“) auf der Fläche aufgestellt. Auf dem Schloßplatz (Süd) ist in die Pflasterfläche ein Plattenband mit steinernen Bänken integriert. Diese Bänke finden sich auch vor dem Marstall und dem ESMTGebäude. Mittig vor dem Portal II wird ein runder Brunnen entworfen, ein Fontänenkranz spritzt etwa mannshoch in die Mitte des Wasserspiels. Die gewölbte Innenfläche besteht aus Terrazzo. In Ost-West-Richtung wird der Schloßplatz(Süd) über hoch aufgeastete Schnurbäume mit den übergeordneten Grünflächen verbunden. Im westlichen Übergang in Richtung Schleusenbrücke liegt ein Lindenhain, ebenso in Richtung Breite Straße. Der Schloßplatz (West) wird als offene Platzfläche entstehen, die Fahrstreifen führen niveaugleich über den Platz. Nach Norden gibt es drei steinerne Bänke. „Zeitfenster“ finden sich im südlichen Platzbereich. Am Spreeufer „entscheidet sich zugunsten einer städtischen Promenade gegen eine aufwändige Treppenund Rampenanlage“. Vorgesehen ist als Abschluss zur Spree ein 4 m breiter Uferweg, der von Sitzstufen mit integrierten Steinbänken begleitet ist. Im südlichen Teil der Promenade werden „in Erinnerung an das Schloßgärtchen“ Bäume gepflanzt.

Historische Spuren „Verweise auf die machtpolitische Funktion und den dynastischen Anspruch entfallen (keine Skulpturen). Historisch wichtige Informationen werden auf gläsernen Tafeln“ auf dem Schloßplatz (Nord) und (West) angeboten. Die ehemaligen Schloßterrassen und der Brunnenstandort werden neu interpretiert. Entlang des Spreekanals sind historische Geländer vorgesehen, entlang der Spreepromenade moderne Geländer zwischen Steinpfeilern, deren Rhythmus auf die Ostfassade bezogen ist. Funktion Sitzmöglichkeiten gibt es an den Sitzpodesten der Terrassen, auf dem Schloßplatz (Süd), am Spreekanal und entlang der Spreepromenade. Der neue Fontänenbrunnen auf den Schloßplatz (Süd) lädt ebenfalls zum Verweilen ein. Die Podeste auf dem Schloßplatz (Nord) können auch als „Präsentationsflächen der Museen“ dienen. Nördlich und östlich des ESMT-Gebäudes sind PKW Stellplätze vorgesehen. Sie sind Gebäude fern und nur mit einer zusätzlichen Straßenquerung zu erreichen. Die geforderte Zahl von 329 Fahrradstellplätzen ist um 3 überschritten. Alle Platzflächen sind barrierefrei erreichbar. Die Spreepromenade ist nur vom Norden über eine Rampe barrierefrei erreichbar. In das Pflastermuster integriert sind regelmäßige Hofeinläufe aus Naturstein. Die funktionale Erschließung ist berücksichtigt bis auf die Aufstellfläche für den Mobilkran sowie Fluchtweg vom Portal IV auf dem Schloßplatz (Nord), Feuerwehraufstellfläche, und die Medienaufstellfläche auf dem Schloßplatz (Süd). Wirtschaftlichkeit / Realisierbarkeit Bedingt durch die relativ hohen Kosten für befestigte Flächen und Baukonstruktionen wird die vorgegebene Kostenobergrenze überschritten. Kosten für eine ggf. erforderliche Umlegung der Fernwärme und für eine Erhöhung der Uferwand sind nicht enthalten.

K1 Landschaftsarchitekten Kuhn Klapka GbR, Berlin | 2. Rundgang	

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Variante oberirdische Stellplätze

Freiraumgestaltung Umfeld Humboldt-Forum | Ergebnisprotokoll	

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Leitidee / Konzept „Die historischen Schichten werden nach ihrer Relevanz interpretiert und bilden unterschiedliche Schichtungen, die als Gesamtkomposition eine eigenständige Platzfläche beschreiben. Der Schloßplatz erhält zeitgemäße Ergänzungen, die Bezug auf das städtebauliche Umfeld nehmen und das Forum im Gesamtgefüge verankern.“ Von der Schloßbrücke bestehen offen gehaltene Sichtbeziehungen über den Schloßplatz (Nord) und Schloßplatz (West). Durch eine leichte Anhebung der Straße Schloßplatz (Nord), und eine einheitliche Materialgestaltung auf beiden Straßenseiten, wird die Verbindung zum Lustgarten bzw. der Museumsinsel betont. Die Freihaltung der Achse vor dem Portal II Richtung Breite Straße stärkt den Bezug zum südlich angrenzenden Stadtraum. Auf dem Schloßplatz (Süd) wird eine neue Verbindung herausgearbeitet. Hier leiten Grünelemente zu den „Spreeterrassen“. Gestaltung Befestigte Flächen bestehen aus grauem Granit nuanciert in Farbe, Verlegemuster, Größe und Oberflächenqualität. Die Ausstattungselemente (Sitzmöbel, Infostelen, Sehrohre, Baumroste, Abfallbehälter) bestehen aus Messing, Stahl, Granit und Holz. Der Schloßplatz (Nord) präsentiert sich als offene Platzfläche. Den südlichen Abschluss des Platzes bilden die Schlossterrassen in einer neuen Interpretation. Sie werden mit großformatigen Granitplatten nachgezeichnet, die sich bis ca. 30 cm vom umgebenden Belag abheben. Auf einer Breite von 10 m (vom Gebäude abgerückt) sind die Platten mit einem dünnen Wasserfilm bedeckt, der über die vordere Kante abfließt. Ein Lindenhain besetzt die Fläche des ehemaligen Apothekenflügels und rahmt die Platzfläche im östlichen Bereich. Die nördliche Platzkante ist mit großformatigen Plattenstreifen als „Intarsie“ markiert, in die einzelne Sitzmöbel integriert sind. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite werden die linearen Elementen wieder aufgegriffen: Im Bereich des Gehweges am Lustgarten bestehen sie aus großformatigen Plattenstreifen, und auf dem Dom-Vorplatz aus einer Stufenanlage mit integrierten Buchsbaumhecken (Höhe ca. 1,2 m). Die Straße Schloßplatz (Nord) erhält einen Asphaltbelag, gefasst mit einem Bordstein und wird in Querungsbereichen leicht angehoben. Am Schloßplatz (Süd) wird die Pflasterfläche straßenübergreifend, mit Aussparung der Fahrspur, bis zu den Gebäudekanten des Marstalls bzw. ESMT herangezogen. Im Westen besteht der Platzabschluss aus einem Lindenhain. Er ist mit einer wassergebundenen, leicht abgesenkten Wegedecke versehen und wird zweiseitig von Stufen gerahmt. Südlich des Humboldt-Forums werden Buchsbaumbeete mit lockerer Baumstellung und rahmenden Aufenthaltsflächen angelegt. Am östlichen Kopfende führt eine breite Treppenanlage (Granitstein) zur Spree.

Auf dem Schloßplatz (West) sind die Fahrstreifen als „shared space“ gestaltet. Sie wird um 3 cm abgesenkt, 50 cm breite Plattenreihen entlang der Kante dienen optisch als Straßenbegrenzung. Nördlich des Freiheitund Einheitsdenkmals führt eine Treppenanlage mit Sitzstufen hinunter zum Spreekanal. In Verlängerung des „Wasserspiegels“ auf den Schlossterrassen entsteht auf dem unteren Niveau ein „Wasserspiel“. Das Schleusengärtchen wird als „Rückzugsort“ mit neuen Sitzelementen und einer Rasenfläche mit Frühjahrsblühern gestaltet. Am Spreeufer liegt auf dem oberen Niveau der „Spreebalkon“. Eine Erschließung des Spreeufers ist mit Treppen und Rampen sowohl von Norden als auch Süden gegeben. In die Rampenanlage sind unterschiedlich hohe und breite Sitzstufen mit Holzdecks integriert. Historische Spuren Die Schlossterrassen werden als flache „Wasserspiegel“ neu interpretiert, die ehemaligen Standorte der Rossebändiger mit einem „stilisierten Sockel“ markiert. Verschiedene historische Bauzustände sind durch unterschiedlich breite Messingbänder mit Prägung gekennzeichnet, so auch der ehemalig Standort des Neptunbrunnens. Ein Bodenfenster bietet Sicht in den gotischen Keller. Informationsstelen und Periskope sind über die gesamte Platzfläche verteilt. Letztere bieten historische Ansichten oder Einblicke in unterirdische Gewölbe. Funktion Auf allen vier Platzflächen werden Grünelemente, Bänke und Sitzstufen zum Aufenthalt angeboten. Von den geforderten 22 Stellplätzen sind 4 Stellplätze am Lindenhain Nord und 18 weitere an der Straße Am Schloßplatz (Süd) vorgesehen(senkrecht zur Fahrbahn). Dort wird zugunsten der Stellplätze auf die 2 Haltestellen für Reisebusse verzichtet. Die geforderte Gesamtzahl von 329 Fahrradstellplätzen ist eingehalten. Alle Platzbereiche sind barrierefrei erreichbar, mit Ausnahme der Sitzstufen am Spreekanal und eines abgesenkten Bereichs am Spreeufer. Die Entwässerung der Platzflächen erfolgt über Punkteinläufe, an Fußpunkten von Rampen und Treppen über Entwässerungsrinnen. Die funktionale Erschließung ist berücksichtigt. Einzelne Baumstellungen südwestlich von Portal II und die Wasserterrasse im Nordwesten sind problematisch im Verhältnis zu Fernwärmeleitungen Wirtschaftlichkeit / Realisierbarkeit Die relativ hohen Kosten für Baukonstruktionen und technische Anlagen können durch geringere Aufwendungen in anderen Kostengruppen ausgeglichen werden. Die vorgegebene Kostenobergrenze wird eingehalten. Die Kosten für eine ggf. erforderliche Umlegung der Fernwärme und für eine Freilegung unterirdischer Räume, die über Periskope betrachtet werden, sind nicht berücksichtigt.

Siedlung und Landschaft - Kläge Ludloff GbR, Luckau | 1. Rundgang	

1177

Variante oberirdische Stellplätze

Freiraumgestaltung Umfeld Humboldt-Forum | Ergebnisprotokoll	

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Leitidee / Konzept An die historische Situation anknüpfend wird „(…) mit den Ansätzen ‚Weiterbauen’ und ‚Überlagern’ ein Konzept verfolgt, das zum selbstverständlichen Einfügen der Freiraumgestaltung in das vorhandene stadträumliche Umfeld führt.“ Das Humboldt-Forum und die Platzflächen werden mittels „Funktions- Symmetrie- und Sichtachsen“ mit ihrem Umfeld verknüpft. Wichtig ist den Verfassern insbesondere die „Achse Schloss-Forum“. Sie findet Gestalt in Form von „symmetrischen Vorplätzen“ auf dem Schloßplatz (Nord) und Schloßplatz (Süd). Besucher vom Brandenburger Tor kommend werden entlang dieser Achse durch das Schloss-Forum geleitet um über den Schloßplatz (Süd) beispielsweise zum Alexanderplatz zu gelangen. Die Achse betont darüber hinaus die Beziehungen zum Lustgarten und dem südlich angrenzenden Stadtraum. In Querungsbereichen der Straßen werden die Bordsteine abgesenkt und die gegenüberliegenden Straßenseiten einheitlich gestaltet. Gestaltung Im Entwurf werden vier „Zonen“ (A, B, C, D) genannt die sich teilweise überlagern. Die Ausgestaltung der Zonen wird durch das Konzept „Weiterbauen“ bestimmt. Dabei werden „unterschiedliche Materialien und Formen von bedeutsamen Orten aus dem Berliner Stadtraum“ auf den Schloßplatz übertragen. Die Verfasser wollen den Schloßplatz damit zu einem „Assoziationsraum“ werden lassen:„Zone A“ definiert zwei Vorplätze als „Entree“ auf dem Schloßplatz (Nord) und Schloßplatz (Süd), (Granitpflaster analog Pariser Platz). Um das Humboldt-Forum herum liegt die „Zone B“. In Anlehnung an die Lage der „historischen Brüstungen“ entstehen vor der Nord-, Ost- und Südfassade neue Brüstungen (Granitverkleidung analog Neue Nationalgalerie) mit Heckenkörpern (analog Altes Museum). An der Nord- und Ostfassade bilden sie die neuen „Humboldtterrassen“. Sie liegen ca. 15-30 cm über Platzniveau und sind über Rampen oder ein leichtes Platzgefälle erreichbar. Der Belag besteht aus kreisförmigen Beton- und Tonplatten (analog Kaiser-Wilhelm Gedächtniskirche). „Zone C“ dehnt sich nach Norden und Süden jeweils bis zu den Gehwegen aus (Pflaster aus Grauwacke mit Kalksteinrahmung). Begrenzt wird die Zone durch je vier „Lichtpylone“ (analog Washingtonplatz) entlang der Straßen. Dort werden außerdem Sitzmöbel (Granit mit seitlichen Lehnen) angeordnet, die Bezug auf die Fensterachsen des Humboldt-Forums nehmen. In der „Zone D“ entstehen auf dem Schloßplatz Nord und Süd „spiegelbildähnliche“ Platzräume (Granitplatten). An drei Schmalseiten liegen jeweils Treppen (Granit) mit Zugang zu den Uferzonen, am ESMT befindet sich eine Grünfläche. Die Straße Schloßplatz (Nord) erhält eine Asphaltdecke. Sitzmöbel werden auch auf der nördlichen Straßenseite angeboten. Auf dem Dom-Vorplatz ist die Anlage von

8 Heckenkörpern (Hainbuchen, 1,3 m hoch) vorgesehen. Sie werden von Platanen überstanden und mit einer Brüstung aus Muschelkalk gefasst. Auf dem Schloßplatz (Süd) beschränkt sich die „Zone B“ (Brüstung mit Hecken) auf einen schmalen Streifen entlang der Fassade. Die Fläche östlich des ESMT ist mit einer wassergebundenen Decke hergestellt und von 9 Mehlbeeren überstanden. Im Westen führen Sitzstufen auf eine modellierte Rasenfläche (auf über 2,0 m ansteigend, analog Tilla-Durieux-Park). Am Spreeufer liegen die „Humboldtterrassen“ auf dem oberen Niveau. Es schließt sich ein ca. 50 cm tiefer liegender Streifen mit wassergebundener Decke und Heckenkörpern an (Buchs 40 cm hoch). Die Fläche ist mit zwei langen Betonsitzbänken ausgestattet. Benachbart führen zwei Rampenanlagen (Betonwerkstein) zum Spreeufer (Granitplatten). Die Stützwand ist mit CortenStahl (analog Spreebogenpark) verkleidet. Auf dem Schloßplatz (West) wird der Bezug zwischen dem Freiheits- und Einheitsdenkmal und Portal III durch einen verbindenden Belag (Granitplatten) betont. Die Fahrstreifen sind mit einer Asphaltdecke hergestellt, Querungsbereiche durch eine Absenkung des Bordsteins markiert. Die Verfasser schlagen vor, den U-Bahn-Aufzug im Bereich der neuen Treppenanlage am Spreekanal auch als barrierefreien Zugang zum Ufer zu nutzen. Südlich der Treppenanlage sind Buchsbaumhecken und Fahrradstellplätze geplant. Historische Spuren Im Wandbereich der „Brüstung“ am Schloßplatz (Süd) ist ein Periskop mit Einblick in den Gotischen Keller vorgesehen. LED-Bodenlichtbänder mit kupferfarbenem Licht markieren die Umrisse historischer Gebäude und verweisen auf den „fortlaufenden Transformationsprozess“ des Ortes. Funktion Aufenthaltsmöglichkeiten werden auf allen vier Platzbereichen angeboten. Von den geforderten 22 Stellplätzen sind 15 oberirdische Stellplätze an der Straße Schloßplatz (Nord) und 7 weitere im nördlichen Abschnitt des Fahrstreifens auf dem Schloßplatz (West) vorgesehen (Länge 4,0 statt 5,0 m). Die geforderte Gesamtzahl von 329 Fahrradstellplätzen wird eingehalten. Alle Platzflächen sind barrierefrei erreichbar, der Schloßplatz (West) wegen der nicht niveaugleichen Fahrbahn jedoch nur eingeschränkt. Die Entwässerung erfolgt über die Vegetationsflächen und Bodeneinläufe mit Kanalanschluss, an Rampen sind Schlitzrinnen vorgesehen. Die funktionale Erschließung ist berücksichtigt. Wirtschaftlichkeit / Realisierbarkeit Die vorgegebene Kostenobergrenze wird eingehalten.

ARGE Yellow Office, Mailand / baukuh, Mailand | Ausgeschieden	

1178

Variante oberirdische Stellplätze

Freiraumgestaltung Umfeld Humboldt-Forum | Ergebnisprotokoll	

1178

Leitidee/Konzept „Die paradoxe Eigenart“ des Humboldt-Forums aus Inhalt und Hülle sowie die vielen Wünsche an das HumboldtForum werden in dieser Arbeit gärtnerisch thematisiert. „Italienische Gärten umgeben das gesamte HumboldtForum und stellen die räumliche Verbindung zwischen dem Schloss, dem Dom und dem Alten Museum wieder her.“ Die Verfasser nehmen eine neue Anordnung des Lustgartens vor. Sie verbinden die Räume um das Humboldt-Forum mit dem Lustgarten zu einer aus verschiedenen Teilen komponierten Konstellation“. Mittelpunkt dieses Systems stellt eine neu gepflanzte Stieleiche dar, die am südlichen Ende der Rasenfläche zwischen dem Lustgarten und dem Humboldt-Forum vermitteln soll. Die neu angelegten Gartenflächen westlich und südlich des Doms sind ebenso Bestandteil der Gärten. „Die durch den Abriss des Schlosses zerstörte städtische Harmonie bedarf der Reaktivierung.“ Zwischen den Gärten entstehen drei Plätze vor den Portalen im Norden, Westen und Süden des Humboldt-Forums. Ein System aus Rampen, Terrassen und kleinen Gärten verbindet das Spreeufer mit dem künstlichen Strand am Spreeufer. Gestaltung Vor dem Portal IV und V auf dem Schloßplatz (Nord) öffnet sich ein Platz, der von geometrisch geformten Gartenflächen und schmalen Wasserflächen mit Sitzbänken gerahmt wird. Hier wird eine Querungsmöglichkeit zum Lustgarten vorgesehen. Neben dem Aufzug zur U-Bahn Station auf dem Schloßplatz (West) platzieren die Verfasser einen kleinen Steg zum Spreekanal. Die Oberflächen der Plätze Schloßplatz (Nord, West, Süd) sind in Naturstein ausgeführt. Die elliptischen Flächen vor den Portalen sind mit drei verschiedenen Weltkarten dekoriert, „welche drei verschiedene Phasen der kontinentalen Verschiebung aufzeigen“. Die Gärten setzen sich aus fünf Hauptthemen zusammen, die den Erdteilen zugeordnet sind. Um das Humboldt-Forum sind Pflanzen aus Asien, Afrika, Nordund Südamerika und Ozeanien angeordnet. Um den Dom ordnen die Verfasser Pflanzen aus Europa und der Antarktis an. Ein Pflanzplan beschreibt Möglichkeiten der Pflanzenverwendung in den verschiedenen Themengärten. Alle Gärten und Grünräume sind durch verschiedene Hecken (z.B. Eiben, Buchsbaum und Zypressen) gerahmt, die nicht höher als 1,3 m vorgesehen sind. Die Geometrie der Gärten orientiert sich an funktionalen Vorgaben wie Zufahrten, Fluchtwege, U-Bahn Ausgänge etc. Die Unterteilung der Gärten in kleinere Abteilungen sieht Pflanzungen vor, die thematisch eine Beziehung zu den Sammlungen des Humboldt-Forums aufnehmen. Es sind zwei größere Bäume vorgesehen: eine Andentanne (Araucaria) nordwestlich des Humboldt-Forums und die Stieleiche südlich des Lustgartens. Bänke aus Naturstein, Obelisken, Pyramiden und Säulen sind hier ebenso un-

tergebracht. Es sollen lebensgroße Tiere als versteinerter Zoo in Anlehnung an Humboldts Reisen gezeigt werden. Das Spreeufer erreicht man sowohl von der Liebknechtbrücke als auch von der Rathausbrücke über Treppen, zwei Rampen führen durch den Garten hinunter an die Spree. Historische Spuren Eingelagerte Bildhauerarbeiten des 19. Jahrhunderts und Denkmalfragmente wie historische Säulen und Kapitelle sollen in den Gärten verteilt, drei bronzene Löwen (Tierpark Friedrichsfelde) sollen auf dem Mittelstreifen an der Fußgängerquerung aufgestellt werden. Funktion Die Gartenflächen sind als Freilicht-Museumsräume und botanische Gärten angelegt. Flächen für den Aufenthalt, Sportfelder (z.B. Boccia), oder auch ein Freiluftkino schlagen die Verfasser für die Gärten vor. Dazu gibt es Freiluft-Ausstellungsflächen ebenso wie Bereiche für Außengastronomie. Für die Fußwegeverbindung über die Straße Schloßplatz (Nord) sind drei Querungsmöglichkeiten in Form von Zebrastreifen vorgesehen. Fahrstreifen über den Schloßplatz (West) verlaufen durch die Gartensegmente und binden an den Schloßplatz (Süd) an. 22 Stellplätze sind auf dem Schloßplatz (Süd) untergebracht. Sie überlagern die Anlieferungszone zum UG und zwei Haltestellen der Reisebusse. Die Anbindung an das ESMT Gebäude und den Marstall sowie die Haltestellen (Reisebusse, ÖPNV) sind nicht dargestellt. Eine barrierefreie Erschließung des Spreeufers ist nicht prüfbar. Ebenso ist die Einhaltung der Vorgaben zu Bereichen mit Flächenfunktionen für Medien, Feuerwehr und Rettungswege nur bedingt eingehalten und prüfbar. Die betrifft auch mögliche Konflikte zu den Fernwärmeleitungen. Wirtschaftlichkeit/Realisierbarkeit Bedingt durch die relativ hohen Aufwendungen in allen Kostengruppen wird die vorgegebene Kostenobergrenze überschritten. Kosten für eine ggf. erforderliche Umlegung der Fernwärme sind nicht enthalten.

WES GbR LandschaftsArchitektur mit Hans-Hermann Krafft, Berlin | 2. Preis	

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Variante oberirdische Stellplätze

Freiraumgestaltung Umfeld Humboldt-Forum | Ergebnisprotokoll	

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Leitidee/Konzept „Der städtebaulich freiraumplanerische Schwerpunkt liegt in der Herausarbeitung des einheitlichen Ensembles der Spreeinsel.“ Ein großer einheitlich gepflasterter Platzraum umgibt das Humboldt-Forum und verknüpft die angrenzenden Stadträume. Als ein besonderes Element stellen Rasenbeete auf dem Schloßplatz (Nord) die Beziehung zum Lustgarten her und die historischen Schlossterrassen werden neu interpretiert. Die Einordnung in den Freiraum der Museumsinsel wird durch die Materialität des fortgeführten Natursteinpflasters unterstrichen. Für bessere Querungsmöglichkeiten schlagen die Verfasser zwischen dem Lustgarten und Schloßplatz (Nord) eine Anhebung der Straße vor. Eine lange Sitzbank markiert den Höhensprung vor dem Dom. Die Stufenanlage zur Spree versteht sich als „Stadtbühne oder –Loge“ zum gegenüberliegenden Marx-EngelsForum und bindet an die Spree an. Gestaltung Der Freiraum um das Humboldt-Forum wird von der nördlichen Museumsinsel bis an das ESMT und dem ehemaligen Marstall einheitlich mit einem Natursteinpflaster gestaltet. Die Straße Schloßplatz (Nord) setzt sich in Format und Verlegung zu den Platzflächen ab. Ein Streifen aus Natursteinplatten um das Humboldt-Forum betont das Gebäude gegenüber der Platzfläche. Die Gliederung der Rasenbeete auf dem Schloßplatz (Nord) erfolgt durch den Bezug der Achsen der Portale IV und V, sowie die Wegebeziehungen zu der Straße Unter den Linden und der Liebknechtbrücke. In Breite und Höhe (20 bis 45 cm) variierende Betonbänder rahmen die einzelnen Flächen und bieten Sitzmöglichkeiten. Die ursprüngliche Schließung des Raumes nach Osten wird mit drei „besonderen“ Bäumen angedeutet. Zentrales Element auf dem Schloßplatz (Süd) ist der Neptunbrunnen vor Portal II, sowie linear angeordnete Sitzbänke und Heckenkörper in der Platzmitte. Diese Elemente führen am östlichen Ende zu einer Stufenanlage die das Spreeufer mit dem Schloßplatz (Süd) verbindet. Ein Baum wurde gesetzt. Der Übergang vom Werderschen Markt ist durch die Kaisereiche im Schleusengärtchen und zusätzliche neue Bäume nordwestlich des ESMT Gebäudes gefasst. Vor dem Sockel des ESMT schlagen die Verfasser eine immergrüne Hecke vor. In der Hecke sind Sitznischen mit Bänken vorgesehen. Als Zukunftsoption wird die Pflasterung der Fahrbahnen von der Schleusen- bis zur Rathausbrücke über den Schloßplatz (Süd) vorgeschlagen. Der Schloßplatz (West) wird steinern ausgebildet. Der Portal III erhält einen „Plattenteppich“. Natursteinplatten als Rinnen, Steinpoller und Bänke gliedern die Fläche. Die Fahrstreifen werden nur mit einer Plattenreihe markiert. Die Stufenanlage zum Spreeufer ist so dimensioniert, sodass sich ein niveaugleicher Platz vor dem Belvedere im Norden von 21m bis auf 9m im Süden verjüngt. Eine ca.

75 m lange Rampe, die in die Stufenanlage einschneidet, führt von Norden hinunter auf den zwei Meter breiten Uferweg an der Spree. Historische Spuren Zum Betrachten des Gotischen Kellers ist ein Periskop aufgestellt. Die Verfasser schlagen vor, den Neptunbrunnen in etwa am historischen Standort vor das Portal II aufzustellen,. Drei historische Säulen mit Kapitell werden gebäudeseitig an die Ecken der neu interpretierten Schlossterrassen platziert. Funktion Die Rasenflächen auf dem Schloßplatz (Nord) bieten neben Möglichkeiten zum Aufenthalt auch die Möglichkeit zum Ausruhen, Bewegen und informellem Austausch. Zusätzliche Bänke sind entlang des Fahrstreifens Schloßplatz (West), dem Domvorplatz, sowie auf dem Schloßplatz (Süd) angeordnet. Die Stufenanlage zur Spree ist teilweise mit verschiebbaren Holzsitzauflagen bestückt. Auf drei Standorte sind die geforderten 22 Stellplätze verteilt: 5 werden am Rand des Fahrstreifens am Schloßplatz (West) vorgesehen, 3 weitere befinden sich nordöstlich des Humboldt-Forums. 14 PKW Stellplätze werden unter dem Baumhain vor dem ESMT Gebäude angeordnet (nicht gebäudenah, Straßenquerung notwendig). Stellplätze für Fahrräder befinden sich nördlich des Freiheits- und Einheitsdenkmals, nordwestlich des Humboldt-Forums unter den Bäumen sowie vor dem Marstall und neben dem ESMT Gebäude. Die geforderte Gesamtzahl 329 Fahrradstellplätzen wurde um 51 Stellplätze überschritten. Die funktionale Ausstattung ist bis auf die Feuerwehraufstellfläche und Fluchtweg im Bereich des Neptunbrunnens berücksichtigt. Die Zufahrt und Anlieferungszone auf dem Schloßplatz (Süd) ist ebenfalls nicht ausreichend berücksichtigt (Baumpflanzung). Die Breite des Uferweges von 2  m lässt eine Befahrung mit Pflegefahrzeugen nicht zu. Die Aufstellung des Neptunbrunnens und die Pflanzung des Solitärbaumes an der Rathausbrücke führen zu Konflikten mit der Fernwärmetrasse. Wirtschaftlichkeit/Realisierbarkeit Die vorgegebene Kostenobergrenze wird eingehalten, wobei Kosten für eine Umlegung der Fernwärme auf dem Schloßplatz (Süd) nicht enthalten sind.

Neumann Gusenburger Landschaftsarchitekten, Berlin | 2. Rundgang	

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Variante oberirdische Stellplätze

Freiraumgestaltung Umfeld Humboldt-Forum | Ergebnisprotokoll	

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Leitidee / Konzept Die Arbeit hat den Anspruch, ein „gebührendes Umfeld” für das Humboldt-Forum zu schaffen, „das weit über den Status eines bloßen Vorplatzes hinausgeht.” Das städtische Raumgefüge soll „sinnvoll ergänzt, die einzigartige Kupfergrabenlandschaft um einen bedeutsamen Freiraum erweitert” werden. Prägendes Gestaltungselement der Plätze ist deren im Rhombenmuster verlegter Bodenbelag (Mischverkehrsfläche), der im Norden bis zu Lustgarten und Dom, im Süden bis zu den Gebäudekanten reicht. Die Beziehung zum Lustgarten wird betont, indem dessen Grünflächen nach Süden erweitert werden, „die abgerundete Form ist inspiriert durch Schinkels Entwurf zum Lustgarten von 1828”. Zusammen mit den neuen Schlossterrassen soll hierdurch der ursprünglich gärtnerische Nordteil „einen Teil seiner früheren Identität” zurückerhalten. Zwischen Schloßbrücke und Straße Am Lustgarten wird der Straßenraum durch Weiterführung des Belagsmotivs in die Platzgestaltung integriert (Markierung des Fahrbahnverlaufs durch flachen Bordstein). Fußgängerübergänge werden an drei Stellen angeboten, der Mittelstreifen leicht erhöht. Auf der gesamten Strecke sollen hüfthohe Ampeln als Signalgeber die Sicherheit für kreuzende Fußgänger erhöhen, ohne die Blickbeziehungen zu verstellen (genanntes Vorbild: Paris). Gestaltung Verbindendes Gestaltungselement der Teilbereiche ist ein durchgängiger Bodenbelag aus „berlin-typischen Materialien”: Großformatige Platten aus schlesischem Granit in changierenden Farbtönen für die Platzflächen, Mosaikpflasterflächen (Bernburger und Basalt) für besondere, weitgehend autofreie Bereiche. Der Schloßplatz (Nord) soll Möglichkeiten für Veranstaltungen bieten. Als Beispiel wird ein Skulpturenpark mit wechselnden Ausstellungen nördlich der Schlossterrassen genannt. Die Schlossterrassen sind in Ost-West-Richtung querbar, beidseitig bepflanzt und von Balustraden umgeben. Der Belagsstreifen der Terrassen wird östlich von Portal V wieder aufgegriffen (Außengastronomie). Den östlichen Abschluss bildet eine Doppelreihe Linden, unter denen 16 Pkw-Stellplätze angeordnet werden. Auf dem Schloßplatz (Süd) soll ein von zwei Rasenspiegeln flankiertes Wasserbecken den repräsentativen Charakter dieses baulich gefassten Platzes unterstreichen und den „Point de vue” in der Flucht Breite Straße bilden. Die Form des Wasserbeckens ist als „Zitat des Neptunbrunnens zu verstehen”. Der Schloßplatz (West) wird „zurückhaltend gestaltet, damit das Freiheits- und Einheitsdenkmal uneingeschränkt zur Geltung kommen kann”. Die Fahrstreifen werden durch Markierungsnägel gekennzeichnet. Im Norden führen Stufenanlagen hinunter zu Terrassen am Spreekanal mit Blickbeziehungen zur anderen Uferseite. Der Bereich ist von Bäumen überstanden.

Der Bereich Spreeufer besteht aus der „Spreeterrasse” als Teil der Platzflächen (Granitplatten) und der tieferliegenden „Spreepromenade” (Mosaikpflaster). Beide sind durch Treppen direkt miteinander verbunden, während der Zugang von der Liebknecht- und Rathausbrücke zur „Spreepromenade” durch Rampen und Treppen erfolgt. Von der Spreepromenade führen an mehreren Stellen Sitzstufen bis auf Wasserniveau. Südlich der LiebknechtBrücke wird eine Anlegestelle angeboten. Historische Spuren Die Schlossterrassen werden an historischer Stelle platziert, ihre Balustraden in „zeitgemäßer Form” („Weiterbauen am Denkmal”) errichtet. Figuren der Rossebändiger betonen den Zugang zu Portal IV. Das Wasserbecken auf dem Schlossplatz (Süd) zitiert in seiner Form den Neptunbrunnen. Funktion Besondere Nutzungsschwerpunkte entstehen mit dem Skulpturenpark auf dem Schloßplatz (Nord), dem Wasserbecken auf dem Schloßplatz (Süd), den Terrassen am Spreekanal und den Sitzstufen an der Spreepromenade (Bereich Spreeufer). Aus Sicht der Verfasser bieten Treppen, Stufen, Einfassungen und Balustraden genug Sitzgelegenheiten, um auf eine gesonderte Möblierung verzichten zu können. Mit Ausnahme der Mosaikstein-Beläge auf den Schlossterrassen und der „Spreepromenade” werden die gesamten Platzflächen als verkehrsberuhigte Mischverkehrsflächen (Granitplatten 1,6 x 1,0 x 0,14 m, verlegt auf Drainbeton) ausgewiesen (Verzicht auf bauliche Absperrungen). Es werden 22 oberirdische Stellplätze auf dem Schloßplatz (Nord) angeboten (mit 4,0 m Länge zu kurz dargestellt). Die geforderten 329 Fahrradstellplätze werden nicht nachprüfbar dargestellt, die Anzahl scheint nicht erfüllt zu sein. Die Schlossterrassen sind nur eingeschränkt barrierefrei. Die Erschließung des Spreeufers scheint behindertengerecht zu sein (wegen fehlender Höhenkoten nicht genau nachprüfbar). Die Entwässerung erfolgt über Dränrinnen mit geschlitzter Granitplattenabdeckung. Die funktionale Erschließung ist mit der Einschränkung erfüllt, dass die Feuerwehraufstellflächen und Fluchtwege auf Schloßplatz (Nord) und (Süd) sowie der westliche Mobilkran-Standort auf dem Schloßplatz (Nord) nicht vollständig freigehalten sind. Der Brunnen auf dem Schloßplatz (Süd) liegt im Bereich der Fernwärmeleitung. Wirtschaftlichkeit / Realisierbarkeit Bedingt durch die relativ hohen Kosten für befestigte Flächen wird die vorgegebene Kostenobergrenze überschritten. Auf dem Schloßplatz (Süd) sind Kosten für eine ggf. erforderliche Umlegung der Fernwärme nicht enthalten.

KRAFT.RAUM. Landschaftsarchitektur und Stadtentwicklung, Krefeld | Anerkennung	

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Variante oberirdische Stellplätze

Freiraumgestaltung Umfeld Humboldt-Forum | Ergebnisprotokoll	

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Leitidee / Konzept Die Verfasser verfolgen die Absicht, „einen qualitativ hochwertigen öffentlichen Freiraum zu schaffen, der an die Gestaltung der Museumsinsel anknüpft“. Zur Erreichung dieses Ziels sehen sie „eine klare räumliche Grundfigur” vor, die aus den Bezügen zum HumboldtForum und dessen Umgebung entwickelt wird. Die vier Teilbereiche sollen „trotz ihrer unterschiedlichen Charaktere und Nutzungen ein einheitliches Gestaltungsbild aufweisen.” Dies geschieht, indem sie als „Intarsien in einen homogenen Stadtgrund aus Kleinsteinpflaster entworfen werden“. Auf diese Weise „erfährt das Umfeld eine angemessene Gliederung, die den jeweiligen Nutzungen und Anforderungen gerecht wird” und bewahrt gleichzeitig seine Kontinuität. Die übergeordnete räumliche Einbindung erfolgt insbesondere über die fortgeführte Materialität des Lustgartens und des Straßenraums: Durch Aufpflasterung des Straßenabschnitts nördlich der Schlossterrassen entsteht eine barrierefreie Verbindung zum Lustgarten („shared space“). Zwei Übergänge mit Plattenbelag markieren die Übergänge. Gestaltung Flächen aus Kleinsteinpflaster umgeben das HumboldtForum wie einen Rahmen, während auf den umlaufenden Gehwegbereichen der Granitplattenbelag der Gehwege weitergeführt wird. Das Motiv von Baumhainen (Winter-Linden), die nordund südöstlich platziert sind, werden vor dem Dom und der ESMT wiederholt. Der Schloßplatz (Nord), ein „Stadtplatz mit grünem Charakter”, erhält zwei leicht erhöhte, von Norden aus über Stufen erreichbare Schlossterrassen. Pflanzflächen werden von verschiedenen Baumpflanzungen („Analogie zu den Forschungsreisen Humboldts”) überstanden. Die Aufkantung der Terrassen hat Sitzhöhe. Zusätzliche Sitzgelegenheiten werden entlang der Pflanzflächen angeboten. Einen weiteren grüngeprägten Bereich stellt der Hain aus Winterlinden dar, der den ursprünglichen Standort des Apothekergartens neu interpretiert (Außengastronomie). Der Schloßplatz (Süd) wird als urbaner Stadtplatz verstanden. Locker gesetzte Baumpflanzungen mit Sitzgelegenheiten bilden einen Kontrast zum Baumhain im Osten, unter dem 16 Pkw-Stellplätze nachgewiesen werden. Nördlich und östlich der ESMT werden zwei weitere Baumhaine (Rasenspielfläche bzw. Fahrradstandort) platziert. Vor der Hochschule für Musik wird ein Bereich für Außengastronomie angeboten. Der Eingangsbereich (Portal III) am Schloßplatz (West) ist nach Auffassung der Verfasser durch das Frei- und Einheitsdenkmal bereits definiert und wird von ihnen weiterentwickelt: Auf den Fahrstreifen wird der Kleinsteinbelag fortgesetzt. Eine Fußgängerverbindung in Flucht von Portal III verein-

facht die Querung des verkehrsberuhigten Straßenraums, in dessen Seitenstreifen Bus- und Taxihaltezonen sowie 6 Pkw-Stellplätze angeordnet werden. Nördlich des Denkmals definiert ein „Wechselspiel aus linearen Bänken und Hecken geschützte Aufenthaltsbereiche mit Blick auf den Spreekanal.” Der Übergang zum Spreeufer wird als Stufen- und Rampenanlage mit verschieden breiten Terrassenflächen ausformuliert, der gesamte Bereich als „Belvedere” bezeichnet. Die leichten Versprünge der Mauerwangen entwickeln sich „aus dem Bezug zur modernen Fassade des Humboldt-Forums und setzen somit einen deutlichen Kontrast zu den historisch geprägten Bereichen.” Historische Spuren Das Thema der Schlossterrassen wird an historischer Stelle neu interpretiert. Auf ihnen werden verschiedene Skulpturen aufgestellt. Auf dem Schloßplatz (Süd) wird der Grundriss des Klausurhofs mit Messing-Bändern nachgezeichnet. Vor Portal II besteht die „Möglichkeit zur Unterbringung und Reanimierung des Neptun-Brunnens”. Funktion Innerhalb der Belagsflächen werden in allen vier Platzbereichen intimere Orte mit Aufenthaltsgelegenheiten geschaffen. Vor der ESMT entsteht auf einer Rasenfläche ein Spielbereich unter Bäumen. Die geforderte Anzahl von 22 oberirdischen Pkw-Stellplätzen wird nachgewiesen: 16 Stück werden auf dem Schloßplatz (Süd), 6 Stück auf dem Schloßplatz (West) angeboten. Die geforderte Gesamtzahl von 329 Fahrradstellplätzen wird nachgewiesen. Mit Ausnahme der angehobenen Schlossterrassen sind alle Flächen barrierefrei. Die Entwässerung der Platzflächen erfolgt über offene Rinnen (Naturstein) entlang der Kleinsteinpflasterfläche. Die funktionale Erschließung ist weitgehend berücksichtigt. Problematisch sind die Baumstellungen auf dem Schloßplatz (Süd) in Bezug auf die Aufstellflächen für Lkw, Übertragungswagen und Mobilkran sowie wegen des Verlaufs des Fernwärmetunnels. Wegen der Fernwärmeleitung können auch einzelne Baumstellungen im Bereich der Schlossterrassen (Schloßplatz (Nord)) zu Konflikten führen. Wirtschaftlichkeit / Realisierbarkeit Die vorgegebene Kostenobergrenze wird eingehalten, wobei Kosten für eine ggf. erforderliche Umlegung der Fernwärme nicht enthalten sind.

Kamel Louafi Landschaftsarchitekten, Berlin | 1. Rundgang	

1182

Variante oberirdische Stellplätze

Freiraumgestaltung Umfeld Humboldt-Forum | Ergebnisprotokoll	

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Leitidee / Konzept Die vorliegende Arbeit strebt eine Oberflächengestaltung in der Tradition der repräsentativen Freiräume wie Museumsinsel, Pariser Platz oder dem Boulevard Unter den Linden an. „Proportionen, Oberflächenmaterialien und subtile semiotische Verweise prägen hier das Raumempfinden. Der Bezug auf bestehende Raumkanten und räumliche Spuren von Gestern findet sich in der Neuinterpretation.“ Gestaltung Prägend für den Entwurf ist das um das Gebäude umlaufende „Humboldt-Plateau“ in Form eines einheitlichen „Pflasterteppichs mit semiotischer ornamentaler Gestaltung“. Innerhalb des Belages sind großformatige Schriftzeichen verschiedener Kulturen eingelegt, die den inhaltlichen Bezug zum Humboldt-Forum herstellen sollen. Die übrigen Platzflächen sind einheitlich gepflastert. Zur Anbindung des Schloßplatzes (Nord) an die Museumsinsel wird der nördliche Bereich des Planungsgebietes durch eine drei Meter breite, umlaufende Rahmung aus großformatigen Granitplatten gefasst. Die eingeschlossene Fläche wird mit gesägtem Großsteinpflaster belegt und mittels eingestreuter quadratischer Platten (Kantenlänge ca. 150 cm) aufgelockert. Die gerahmte Fläche nimmt den gesamten Bereich inklusive Straße zwischen Schloßbrücke und Liebknechtbrücke ein. Erhöhungen in der Fahrbahn erleichtern die Fußgängerquerung und sollen eine Verkehrsverlangsamung bewirken. In Analogie zu den historischen Schlossterrassen sehen die Entwurfsverfasser flache Rasenpodeste vor, die einen gestalterischen Bezug zum Lustgarten herstellen sollen. Die Podeste sind mit zweistufigen Bändern eingefasst, die durch niedrige quaderförmige Pfostenelemente gegliedert werden. Zur Platzfläche hin vorgelagert sind doppelreihig gepflanzte Schirmplatanen als architektonisches Element und Schattenspender angeordnet. Das Thema der Rasenpodeste wird auf dem Schloßplatz (Süd) wieder aufgegriffen. Weitere großzügige Rasenflächen befinden sich nordwestlich und östlich des ESMT. Die Einfassung des „Humboldt-Plateaus“ ist südlich des Gebäudes einstufig ausgebildet. Vor dem Portal II greift die so benannte „Neptunskulptur“ als historisches Zitat den ehemaligen Neptunbrunnen auf. Sie besteht aus einem bronzenen Kugelsegment mit Öffnungen für die nächtliche Beleuchtung und wird von einer umlaufenden Sitzbank eingefasst. Am Schloßplatz (West) ist im direkten Uferbereich nördlich des Denkmals eine Sitzstufenanlage mit vorgelagerter Terrasse geplant, die über die bestehende Uferlinie des Spreekanals ragt. Westlich des Gebäudes wird vor dem Portal III mit Bezug auf die ehemalige Bauakademie das so bezeichnete „Schinkel-Ornament“ als großflächige Pflasterintarsie in die Platzfläche eingebettet. Parallel zur Uferkante werden in Analogie zum historischen Schloßbrückenentwurf Schinkels säulenförmige

Bäume (Pappeln und Eichen) angeordnet. Zwei große Schirmgehölz-Solitäre mit umlaufender quadratischer Sitzkante sind zwischen der Westfassade des Gebäudes und dem Freiheits- und Einheitsdenkmal positioniert. Das Spreeufer wird mit einer parallel zum Ufer geführten Sitzstufenanlage zum Aufenthaltsbereich, der über Stufenanlagen und symmetrisch geführte Rampen erschlossen wird. Mittig in die Sitzstufen eingebettet schiebt sich das „Belvedere“, eine wellenförmig ausgepflasterte Aussichtsterrasse, über die vorhandene Uferlinie der Spree. Säulenförmige Bäume (Pappeln und Eichen) werden in Ufernähe mit Weiden kombiniert. Historische Spuren Auf die Rückführung von historischen Skulpturen wurde bewusst verzichtet. Die Rasenpodeste thematisieren die Schlossterrassen. Unterirdische Fragmente können durch leicht erhöhte Sichtfenster betrachtet werden. Die „Außengeometrie“ des Neptunbrunnens wird in Form der „Neptunskulptur“ zitiert. Funktion Das Mobiliar soll eine „moderne Formensprache“ erhalten, angedacht ist die gelegentliche Kombination von Form und Funktion (z.B. als Sitzelement / Pflanzeinfassung). Quadratische Sitzquader werden als Sonderelemente ausgebildet, kombiniert mit modernen Standardbänken. Zur Verkehrslenkung sind taktile Leitstreifen (Rillen oder Mosaikpflaster) vorgesehen sowie im Norden Würfelpoller. Die geforderten 22 PKW-Stellplätze sind oberirdisch untergebracht. Die Standorte südlich des Gebäudes (15 Stück) stehen teilweise in Konflikt mit den Fußgängerüberwegen der Straße Am Schloßplatz (Süd). Die übrigen 7 PKW-Stellplätze sind nicht eingangsnah im Bereich Schleusenbrücke angeordnet. Die geforderte Gesamtzahl von 329 Fahrradständern wurde um 61 Stück unterschritten. Die Rampen zum Spreeufer scheinen für einen barrierefreien Zugang zu kurz bemessen zu sein. Die Zugänglichkeit des Spreeufers für Pflegefahrzeuge wird durch abknickende Zufahrten erschwert. Die Aussichtsplattform am Spreekanal ist nicht barrierefrei erreichbar. Gleiches gilt für Teile der Schlossterrassen. Die funktionale Erschließung ist berücksichtigt bis auf die Mobilkran-Aufstellfläche und die Anlieferung im Nordosten sowie die Aufstellfläche Medienfahrzeuge und die Rettungswege im Süden. Die Entwässerung soll über Punktentwässerung und Hofeinläufe erfolgen. Wirtschaftlichkeit / Realisierbarkeit Die vorgegebene Kostenobergrenze wird eingehalten.

Planorama Landschaftsarchitektur, Berlin | 2. Rundgang	

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Freir aumgestaltung umFeld Humboldt-Forum
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Variante unterirdische Stellplätze

Freiraumgestaltung Umfeld Humboldt-Forum | Ergebnisprotokoll	

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Leitidee / Konzept Die Entwurfsverfasser registrieren nach den kontroversen Diskussionen in Verbindung mit dem Wiederaufbau des Stadtschloßes „ein leichtes Unbehagen“, das sich „auch an dem neuen Namen des Gebäudes ablesen lässt“. Umso wichtiger ist ihnen daher die Schaffung eines „für die Vielschichtigkeit und historische Heterogenität des Umfeldes verständlichen und zeitgenössischen Freiraumes, der die Unterschiedlichkeiten zusammenführt.“ Gestaltung Der „Kernbereich“ des Schloßplatzes ist umlaufend mit einem Großsteinpflasterbelag aus gesägtem Naturstein belegt .Dadurch entsteht eine homogene und multifunktionale Platzfläche. Dieser Kernbereich ist im Norden räumlich von der Straße abgesetzt, um die „historische Distanz des Schlosses zur Straße und zum Lustgarten hervorzuheben“, im Westen reicht er bis zum Uferbereich und nimmt die ehemalige Schloßfreiheit vor dem Portal III auf. Im Süden definiert er an den Hauskanten von Marstall und ESMT ein Ende des Platzes und im Osten zieht er sich als schmaler Streifen entlang des Humboldt-Forums. Als Betonung der Flächen vor den Portalen sind Bänder aus großformatigen Natursteinplatten vorgesehen. Während die Plattenbänder an den nördlichen und südlichen Portalen relativ schmal gehalten sind, wird das westliche Plattenband in Bezug auf das Freiheits- und Einheitsdenkmal seitlich aufgeweitet. Gleiches gilt für das östliche Plattenband, das auf die Stufenanlagen zu den neuen Spreeterrassen führt. Außerhalb des „Kernbereiches“ sind in Anlehnung an die Beläge der Museumsinsel Kleinsteinpflasterflächen im nördlichen Bereich vorgesehen, in den ufernahen Platzbereichen wassergebundene Decke. Die Zielsetzung ist, dass „die Freiflächen im Bereich des Humboldt-Forums als Kontinuum der Freiflächen der Museumsinsel gelesen werden können und sich in diese eingliedern.“ Als wesentliches Element auf dem Schloßplatz (Nord) ist ein Wasserspiel vorgesehen, das zur „Bühne des urbanen Lebens“ werden soll. Der zweiteilige, langgestreckte „Nebelbrunnen“, der in einer Breite von 6 Metern und in einer Gesamtlänge von ca. 108 Metern direkten Bezug auf die Grenzen der historischen Schlossterrassen nimmt, erzeugt „Schleierwolken fein gestäubten Nebels“. Die Brunnenfläche erhält eine bronzefarbene Oberfläche und ist minimal über den Platz erhoben. In den Gehwegbereichen an der Straße Schloßplatz (Nord) verlaufen Mosaikpflasterstreifen in Kombination mit Charlottenburger Platten. Eine barrierefreie Fußgängerquerung in Richtung Lustgarten ist mittels angehobener Fahrbahnbeläge über eine Länge von ca. 77 m möglich. Der Schloßplatz (Süd) wird weitgehend von Einrichtungen freigehalten, um verschiedene Nutzungen zu er-

möglichen. Als gliederndes Element ist ein Band von Sitzelementen parallel zur Gebäudefassade eingestellt. Auf dem Schloßplatz (West) werden zwei „Baumpakete“ aus Linden als Rahmung des Freiheits- und Einheitsdenkmals in Anlehnung der Standorte der historischen Bebauung der Schloßfreiheit positioniert. Weitere Baumarten: Ahorn, Ulmen und Pappeln. Die Abtrennung der ausgewiesenen Fahrtrassen erfolgt mittels Stempelpollern. Leitlinien werden belagsbündig ausgeführt. Östlich des Gebäudes, am Spreeufer, liegen die Spreeterrassen mit Stufenanlagen und Sitzstufen aus Naturstein, die durch zwei unterschiedlich gestaffelte Ebenen Aussichtspunkte schaffen. Die seitlichen Rampen aus nördlicher und südlicher Richtung bestehen aus farbgleichem Asphalt mit abgestreuter Oberfläche. Die Uferterrassen werden mit Lindenhainen bepflanzt. Historische Spuren Zur Vermittlung der Geschichte vor Ort wird eine „Augmented Reality“ (Erweiterte Realität) vorgeschlagen, die mittels entsprechender Apps für Tablet und Smartphone im Bedarfsfall aufgerufen werden kann. Als konkrete Hinweise auf die Historie sind lediglich ein archäologisches Fenster im Bereich des Klosters oder die Aufstellung des Standbildes Moritz von Oraniens vorgesehen. Eine der beiden „Baumwolken“ im östlichen Uferbereich soll die Lage des ehemaligen Apothekerflügels andeuten. Funktion Ausstattungsgegenstände wie Bänke und Fahrradständer sind in den Randbereichen der Platzflächen unterhalb der Baumhaine vorgesehen. Die geforderten 22 Stellplätze sind in der Tiefgarage untergebracht. Die geforderte Gesamtzahl von 329 Fahrradstellplätzen wurde eingehalten. Alle Platzbereiche sind barrierefrei erreichbar, mit Ausnahme des unteren Spreeuferbereiches, der nur über die nördliche Rampe zugänglich ist. Die funktionale Erschließung ist berücksichtigt, bis auf den nordwestlichen Rettungsweg und die westlichen Feuerwehraufstellflächen, die durch Fahrradständer bzw. Poller verstellt sind. Die Platzentwässerung erfolgt über offene Pflasterrinnen, Punktabläufe sowie durch eine Rinne vor der obersten Stufe der Spreeterrassen. Am Spreeufer sind einige Bäume zu nah an der Uferkante positioniert. Die Baumstandorte im Südosten stehen z.T. in Konflikt mit der Fernwärmetrasse. Wirtschaftlichkeit / Realisierbarkeit Die relativ hohen Kosten für Baukonstruktionen können durch geringere Aufwendungen in anderen Kostengruppen ausgeglichen werden. Die vorgegebene Kostenobergrenze wird eingehalten. Kosten für eine ggf. erforderliche Umlegung der Fernwärme auf dem Schloßplatz (Süd) sind nicht enthalten.

4d AG Landschaftsarchitekten BSLA, Bern | 2. Rundgang	

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Variante unterirdische Stellplätze, zusätzlich 22 oberirdische Stellplätze

Freiraumgestaltung Umfeld Humboldt-Forum | Ergebnisprotokoll	

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Leitidee/Konzept „Um das Fremde zu verstehen, muss man das Eigene begreifen“, titulieren die Verfasser ihren Entwurf. Die neue Oberfläche des Schloßplatzes besteht aus Pflasterklinkerplatten mit einem Blattmotiv in 40x40 cm Größe. Zwei Aspekte werden genannt: Der „märkische Ton wird in brandenburgischen Ziegeleien gebrannt, das Blattmotiv steht emblematisch für den Geist und die Systematik Humboldts“. Der Übergang zum Lustgarten wird durch zwei Fußgängerüberwege erleichtert, die sich vom Asphaltbelag der Straße absetzen. Vor dem Dom entsteht eine „Anhebung“ des Geländes mit neuer Treppe, zwei Linden, einem „Ufergehölz“ und Buchspflanzungen. Das Pflasterklinkermuster wird bis an die Straße Schloßplatz (Süd) herangeführt. Die Perspektive von der Schloßbrücke aus auf das Humboldt-Forum wird „freigespielt“ und „postkartentauglich inszeniert“. Vom Marx-Engels-Forum über den Schloßplatz (Süd) bis zur Schleusenbrücke erstrecken sich Baumgruppen und „zonieren den Außenraum“. Gestaltung Die Plattenoberfläche zieht sich rund um das HumboldtForum und hält die vier Platzsituationen mit ihren eigenständigen Atmosphären zusammen. Auf dem Schloßplatz (Nord), den die Verfasser „Platz der Fragen“ nennen, werden über den erhaltenen Fundamenten acht 2,5 m x 3 m große „Postamente“ (Sockel aus Lausitzer Granit) mit einer Höhe von 2,5 m platziert, die „bespielt werden können, aber nicht müssen. Ihre spätere Besetzung mit einstigen Bildplastiken oder noch zu findenden Objekten soll in einem Prozess kultureller Partizipation stattfinden“. An der nordöstlichen Ecke werden sechs Linden gepflanzt, zwischen ihnen befindet sich der Zugang zur Tiefgarage. Der Schloßplatz (Süd) heißt „Platz der Antworten“. Hier entfaltet sich die „Gegenwelt“ zum offenen Schloßplatz (Nord). Drei tiefer liegende Parterres beidseits von Portal II stehen auf einem „verfestigtem Sandbelag“, die Umrandungen sind durch Sitzkanten erstellt, die Eichen sind „direkte vegetative oder generative Nachkommen berühmter (Eichen)-Exemplare...aus allen Teilen Deutschland... und bilden eine soziale Skulptur“. Im östlichen Teilbereich ist eine Brunnenschale vorgesehen. Westlich des Straßenschwenks Am Schloßplatz (Süd) ist eine lockere Baumpflanzung von acht Linden geplant. Auf dem Schloßplatz (West) werden die Fahrstreifen im Plattenmuster markiert. Entlang des Spreekanals liegen fünf, vor dem Freiheits- und Einheitsdenkmal nochmals zwei „Humboldt-Gärtchen“ mit umgrenzenden Buchshecken sowie niedrigen Schmuckpflanzungen, die nach naturwissenschaftlichen Kriterien zusammen gestellt sind.

Am Spreeufer führen Treppen und Rampen auf eine tiefer gelegene Spreepromenade. Zwei schwimmende Wasserplattformen sind vorgesehen, als Belag werden Granitplatten gewählt. Sechs Kioske für Erfrischungen und Souvenirs sind in die neu erstellte Böschungsmauer integriert. Acht Bäume (Erlen, Eschen, Traubenkirschen, Ulmen, Trauerweiden) werden auf dem mittleren Niveau gepflanzt. Historische Spuren Das Adlerkapitell wird in einem Humboldt-Gärtchen am Spreekanal aufgestellt, Moritz von Oranien im neuen Schloss-Forum. Ein schalenartigen Brunnen als Reminiszenz an den Neptunbrunnen steht im östlichen Eichenparterre. Das „archäologische Fenster“ befindet sich in im westlichen Eichenparterre (Schloßplatz (Süd)). Entlang der Spreepromenade werden historische Geländer vorgesehen. Mit der Aufstellung der Schupmann-Kandelaber an der Straße Schloßplatz (Nord) wird die Straßenbeleuchtung von Unter den Linden bis an das Humboldt-Forum herangeführt. Funktion Sitz- und Aufenthaltsangebote entstehen in den Humboldt-Gärtchen, an der Freitreppenanlage zur Spree und auf dem Schloßplatz (Süd) durch die Sitzkanten der Parterres. Südlich der Straße Schloßplatz (Süd) sind im Lindenhain zusätzlich zur Tiefgarage am Schloßplatz (Nord) 22 Stellplätze vorgesehen. Fahrradstellplätze sind in ausreichender Zahl nachgewiesen. Alle Platzflächen sind barrierefrei erreichbar. Die gesamte Fläche wird über Trichtergefälle und Punkteinläufe entwässert. Die funktionale Erschließung ist berücksichtigt bis auf die Fluchtwege Schloßplatz (Nord) am Lindenhain sowie zum Spreekanal und U-Bahnausgang Schloßplatz (West), Aufstellfläche Medien und Mobilkran sowie Feuerwehr am Schloßplatz (Süd). Die Baumstandorte auf den Parterres und der Brunnen auf dem Schloßplatz (Süd) stehen z.T. in Konflikt mit der Fernwärmetrasse. Wirtschaftlichkeit / Realisierbarkeit Der Kostenprüfung wurde die Variante „unterirdische Stellplätze“ zu Grunde gelegt. Die vorgegebene Kostenobergrenze wird eingehalten, wobei Kosten für eine ggf. erforderliche Umlegung der Fernwärme auf dem Schloßplatz (Süd) nicht enthalten sind.

Schmidt-Seifert Landschaftsarchitektur - Stadtforschung - Gartendenkmalpflege, Berlin | 1. Rundgang	

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Variante oberirdische Stellplätze

Freiraumgestaltung Umfeld Humboldt-Forum | Ergebnisprotokoll	

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Leitidee/Konzept „Die Gestaltung des Stadtraumes lehnt sich an die Quincunx-Signatur an, ein bis in die Antike zurückgehendes Ordnungs- und Gestaltungselement in Kunst, Natur und Mystik.“ “Die Struktur des Quincunx findet sich für uns ideell auch im Kompass wieder...“ “Sinnbildlich bilden das Zeughaus, der Dom, das ehemalige Staatsratsgebäude und der Marstall mit dem Schloß im Mittelpunkt einen Quincunx. Das zeitlose Prinzip des Quincunx wird daher als Entwurfsmuster den Platzräumen vor den Barockfassaden zugeordnet“. ...„Aufbauend auf dieser einheitlichen Struktur entstehen vier Orte mit eigenen Atmosphären und Identitäten...“ Der räumliche Übergang zum Lustgarten wird durch die Neupflasterung der Straße Schloßplatz (Nord) mit Reihensteinpflaster und zusätzlichen Querungsmöglichkeiten neu gestaltet. Gestaltung Das Quincunxmuster - ein 10 x 10 m große Raster aus Striegauer Granitplatten und Streifen aus beigefarbenem Bernburger Granit – wird über den gesamten Schloßplatz und bis an die Fassade des ESMT-Gebäudes und des Marstalls geführt. Davon ausgespart werden das Spreeufer und die Zufahrten zu den Portalen, für die Terrazzo-Asphalt und Sichtbeton vorgeschlagen werden. Auf dem Schloßplatz (Nord) werden die früheren Schlossterrassen in neuer Form erstellt: Es entsteht eine gegliederte, blühende Stauden- und Gräserpflanzung, deren einzelne Teile jeweils mit Sitzmauern eingefasst sind. Der neuen Terrasse schließt sich nach Nordosten „ein Baumhain aus Gleditschien an, die mit ihrer freien Natur ... einen reizvollen Kontrast zur Geometrie des Rasters“ darstellen. Auf dem Schloßplatz (Süd) entstehen vier quadratische Wasserspiegel, „die Spiegel des Neptun“, von 10x10 m Größe, deren Mitte durch je eine fünfarmige „Schinkelleuchte“ betont wird. Die Einfassungen der Wasserflächen sind als Sitzkanten ausgebildet. Nach Westen schließt der Platz mit einem „Skulpturenhain“ aus Prunus padus (Traubenkirsche) ab, der mit Gräserbändern gegliedert ist. Gedacht ist ein „Aufstellort für Bauteile, die heute in Depots lagern und zukünftig in einem neuen Zusammenhang als Eingangsrisalite in der Fassade des ehemaligen Staatsratsgebäudes präsentiert werden“. Der Schloßplatz (West) wird als offene Platzfläche entstehen, nach Norden am Spreekanal gibt es ein „Sonnendeck“. Es sind Lichtpunkte und Ausstattungsmöbel in das Raster integriert. Der Verkehr wird über die durchgängige Fläche niveaugleich geführt. Am Spreeufer wird eine Stufenanlage entstehen, die durch drei gradlinig geführte kurze Treppen und eine aufliegende, diagonale Rampenanlage strukturiert ist. Nördlich und südlich dieser Anlage ragen Betonmauern mit Rot-Ahorn bastionsartig Richtung Spree.

Historische Spuren Neben dem Periskop für den gotischen Keller wird südlich der Straße Schloßplatz (Süd) ein weiteres Periskop zum Einblick in die ehemalige Sakristei vorgeschlagen Außerdem wird eine Videoinstallation zur „Dokumentation des Schlossabrisses und der Asbestsanierung des Palastes der Republik“ vorgeschlagen. Im nördlichen Bereich der Spreeterrassen wurde die „noch auf den Palast der Republik zurückgehende Treppenanlage“ integriert. „Da eine Rekonstruktion der Terrassen aus funktionalen Gründen nicht möglich ist, werden die heute an anderen Orten und in anderen Zusammenhängen stehenden historischen Skulpturen nicht zurückgeführt“. Entlang der Spreepromenade werden historische Geländer vorgesehen. Die „Schinkelleuchten“ sollen an die historische Beleuchtung auf dem Schloßplatz (Süd) erinnern Funktion Sitzmöglichkeiten gibt es an den neuen Pflanzungen, an den vier neuen Brunnen und auf drei rot dargestellte lange Holzbänke an der Spree und am Spreekanal, außerdem an der Freitreppe zur Spree. Unter dem Gleditschienhain ist eine Einzelbestuhlung vorgeschlagen. Die geforderte Anzahl von Fahrradstellplätzen wird um 5 unterschritten. Südlich der Straße Schloßplatz (Süd) sind westlich und östlich des ESMT die geforderten 22 Stellplätze nachgewiesen (nicht gebäudenah, Straßenquerung notwendig). Alle Platzflächen sind barrierefrei erreichbar. In das Rautenmuster integriert ist das Entwässerungskonzept dargestellt. Die funktionale Erschließung ist berücksichtigt bis auf die Aufstellfläche für mobile Fassadenreinigungsgeräte, Fluchtwege Schloßplatz (Nord), Aufstellfläche Medien und Mobilkran Schloßplatz (Süd). Die Lage von drei Brunnen auf dem Schloßplatz (Süd) führt zu Konflikten mit der Fernwärmeleitung. Wirtschaftlichkeit / Realisierbarkeit Bedingt durch die relativ hohen Kosten für befestigte Flächen und Einbauten wird die vorgegebene Kostenobergrenze überschritten. Auf dem Schloßplatz (Süd) sind Kosten für eine ggf. erforderliche Umlegung der Fernwärme und für eine Freilegung unterirdischer Räume der Sakristei, die über ein weiteres Periskop betrachtet werden, sind nicht berücksichtigt.

ARGE Bureau.Um.Stadt:DesFreiraumes, Kernberg / Atelier & Development, Paris | Ausgeschieden	

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Variante Stellplätze nicht prüfbar

Freiraumgestaltung Umfeld Humboldt-Forum | Ergebnisprotokoll	

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Die Arbeit wird von den Verfassern nur anhand eines unmaßstäblichen Übersichtsplans ohne Erläuterungstext präsentiert. Leitidee / Konzept Die Platzflächen werden einheitlich in einem diagonal verlaufenden Raster mit scheinbar dreidimensionalen Elementen gestaltet. Die Gestaltung steht im Kontrast zu den umgebenden Stadträumen. Gestaltung Kastenartige Elemente sitzen auf einem diagonalen Raster auf und überziehen alle vier Platzbereiche. Die Gestaltung setzt sich im Innern des Humboldt-Forums fort. Befestigt werden die Platzflächen mit großen Granit-Platten. Der Schloßplatz (Nord) wird entlang der Straße Schloßplatz (Nord) von einer Baumreihe begleitet. Im Bereich der ehemaligen Schlossterrassen befinden sich weitere Grünelemente eingebunden in das diagonale Flächenraster. Die Straße Am Schloßplatz (Süd) wird von einer unregelmäßigen Baumreihe begleitet. Vor der Südfassade des Humboldt-Forums sind Grünelemente angeordnet. Auf dem Schloßplatz (West) sind kleinteiligere Strukturen im Vorfeld der Fassade vorgesehen. Benachbart sind die Fahrstreifen dargestellt. Das Spreeufer wird mit der Überschrift „Los Organos“ betitelt. Das untere Niveau wird von verschränkten Treppenanlagen gefasst. Die Abbildung eines Rollstuhlfahrers suggeriert eine barrierefreie Erreichbarkeit des Spreeufers. Der Bodenbelag auf dem unteren Niveau unterscheidet sich durch unregelmäßige Belagsformen von dem diagonalen Rasterbelag der übrigen Platzflächen. Rückwärtig sind sich auftürmende, monolithische Elemente mit Baumsetzungen und skulpturalen Objekten erkennbar. Historische Spuren Im Bereich der ehemaligen Schloßterrassen sind Grünelemente vorgesehen. Die Aufnahme weiterer historischer Spuren ist nicht prüfbar. Funktion In der Kostenschätzung sind 400 lfm Sitzstufen (Beton) und 22 Bänke erfasst. Flächen für Außengastronomie sind nicht verortet. Als Ausstattungselement ist in der Kostenschätzung ein Solarpanel für eine Illumination genannt. Die Organisation des ruhenden Verkehrs (Stellplätze, Haltestellen, Vorfahrten, U-Bahn-Eingänge) ist nicht prüfbar bzw. nicht erkennbar. Die geforderte Gesamtzahl von 329 Fahrradstellplätzen wurde um 301 unterschritten (28 Stellplätze sind kostenmäßig erfasst). Die barrierefreie Erreichbarkeit der Platzflächen ist nicht prüfbar. Die Entwässerung ist nur kostenmäßig erfasst. Die funktionale Erschließung ist nicht prüfbar.

Wirtschaftlichkeit / Realisierbarkeit Auf Basis der eingereichten Unterlagen sind die Kosten nicht prüfbar.

ST raum a. Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, Berlin | 2.Rundgang	

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Variante oberirdische Stellplätze

Freiraumgestaltung Umfeld Humboldt-Forum | Ergebnisprotokoll	

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Leitidee / Konzept „Unter dem Motto ‚Auf historischen Spuren neue Wege beschreiten’ verzichtet der vorliegende Entwurf bewusst auf die Rekonstruktion der historischen Anlagen. Vielmehr greift der Gestaltungsvorschlag die Themen der historischen Freiraumelemente auf und interpretiert diese in zeitgemäßer, abstrakt-vereinfachter Form.“ An der Straße Schloßplatz (Nord) wird der Bezug zum Lustgarten bzw. zur Museumsinsel durch eine straßenraumübergreifende materielle Ausgestaltung unter Einbeziehung der Straße herausgearbeitet. Die Gestaltung des Schloßplatzes (Süd) erfolgt entsprechend, der Straßenbelag dort bleibt dabei jedoch unverändert bestehen. An der Spree bilden Baumpflanzungen in freier Stellung einen Übergang zum Marx-Engels-Forum. Gestaltung Alle befestigten Flächen werden mit einem hellen Granitstein in unterschiedlichen Formaten hergestellt. Das Gebäude wird entlang der Fassaden mit großformatigen Platten als „Schlosssockel“ gefasst. Die Eingangsbereiche an den Portalen werden durch kleinere Plattenformate mit verändertem Fugenlauf markiert. Bronzene, mobile Pflanzkübel im Bereich des „Schlosssockels“ setzen grüne Akzente. Die an den „Sockel“ anschließenden Platzflächen bestehen einheitlich aus Granit-Kleinsteinpflaster. Auf dem Schloßplatz (Nord) werden die historischen Schlossterrassen neu interpretiert. Drei lange, erhöht liegende Eibenbeete verlaufen als Heckenkörper parallel zur Nordfassade. Sie werden von Natursteinmauern gefasst, die zur Platzfläche hin als Sitzbänke dienen. Südlich werden die Heckenkörper von einem Weg in Form einer „ornamentalen Pflasterfläche“ aus Kleinsteinpflaster begleitet. Im Osten der Platzfläche sind aufgeastete Bäume in lockerer Stellung vorgesehen. Sie „können auch als abstrakte Reminiszenz“ an den ehemaligen Apothekergarten gesehen werden. Unter den Bäumen Stellplätze vorgesehen. Die Straße Schloßplatz (Nord) wird bis auf 3 cm unter Platzniveau angehoben. Ihr Belag besteht aus Granitpflaster, der Straßenrand ist mit einem Bordstein markiert. Natursteinquader auf beiden Straßenseiten verhindern das Befahren der Platzbereiche. Die Flächen am Lustgarten und auf dem Dom-Vorplatz werden wie der Schloßplatz mit Granit-Kleinsteinpflaster befestigt. Auf dem Dom-Vorplatz werden die Bestandplatanen erhalten und die Pflanzflächen in Hochbeeten mit Sitzkante neu gefasst und neu bepflanzt. Auf dem Schloßplatz (Süd) entstehen vor dem Portal II, im Bereich der dort ehemals vorhandenen Rasenflächen, zwei „Rasenparterre“. Sie werden von einem großformatigen Plattenbelag gerahmt. Dazwischen wird ein bodengleiches, überfahrbares Wasserspiel mit Fontänen und Nebeldüsen vorgeschlagen – der „Poseidonbrunnen“ als Neuinterpretation des Neptunbrunnens. Unter den neu gepflanzten, hoch aufgeasteten Platanen im Übergang zur Spree sind weitere Stellplätze und ein Trinkbrunnen

vorgesehen. Im Westen, vor dem ESMT, entsteht ein quadratisches „Baumboskett“ aus Linden. Östlich des ESMT wird ein quadratisches Rasenfeld mit Sitzkante angelegt und „vermittelt zwischen den Baufluchten“. Vor dem Marstall-Gebäude sind im Bereich der gastronomischen Außenflächen bronzene Pflanzkübel verortet. Auf dem Schloßplatz (West) werden die Fahrstreifen ohne Belagswechsel mit einem abgesenkten Bordstein markiert. Nördlich des Freiheits- und Einheitsdenkmals ist der Bereich zum Spreekanal mit einer hellgrauen Kiesfläche befestigt. Am Spreeufer entsteht auf dem oberen Niveau am Belvedere, im nördlichen Abschnitt des „Schlosssockels“, eine kleine Platzfläche. Sie ist mit zwei langen Natursteinbänken ausgestattet. Von dort führt nur eine Rampe Richtung Süden auf das untere Niveau, ebenfalls ausgestattet mit einer langen Bank. Von Norden führen zwei Treppen, von Süden eine Treppe hinunter an das Spreeufer. Historische Spuren Die historischen Schlossterrassen werden aufgegriffen und mit Heckenkörpern und Sitzmauern neu interpretiert. Eingefügt in den „Schlosssockel“ an der Südfassade ermöglicht ein begehbares Sichtfenster Einblick in den Gotischen Keller. Der Neptunbrunnen wird in Form eines bodengleichen Wasserspiels zitiert. Funktion Sitzmauern und Sitzbänke auf allen vier Platzbereichen dienen dem Aufenthalt. Die geforderten 22 oberirdischen Stellplätze werden dezentral untergebracht: 8 unter den Bäumen auf dem Schloßplatz (Nord), 4  straßenbegleitend vor dem Dom (nicht gebäudenah, Straßenquerung notwendig), 2 an der Verbindungsstraße auf dem Schloßplatz (West) und 8 unter den Platanen auf dem Schloßplatz (Süd). Die geforderte Gesamtzahl von 329 Fahrradstellplätzen wird im Realisierungsteil (um 38) unterschritten, 96 weitere Fahrradstellplätze werden im Ideenteil vorgeschlagen. Alle Platzflächen sind barrierefrei erreichbar. Die Entwässerung des „Schlosssockels“ erfolgt über Schlitzrinnen, der übrigen Platzflächen über Punkteinläufe. Die funktionale Erschließung ist berücksichtigt. Ein Baumstandort (Nähe Rathausbrücke) und das Wasserspiel im Bereich der Fernwärmeleitungen erscheinen problematisch. Wirtschaftlichkeit / Realisierbarkeit Bedingt durch die relativ hohen Kosten für befestigte Flächen und Baukonstruktionen wird die vorgegebene Kostenobergrenze überschritten. Auf dem Schloßplatz (Süd) sind Kosten für eine ggf. erforderliche Umlegung der Fernwärme nicht enthalten.

ARGE Frank Buck Landschaftsarchitekt, Berlin / Dr. Krause, Berlin / Dr. Mertens, Berlin | 1. Rundgang	

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Variante oberirdische Stellplätze

Freiraumgestaltung Umfeld Humboldt-Forum | Ergebnisprotokoll	

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Leitidee/Konzept/Räumliche Einbindung „Das vielschichtige humanistische Konzept des HumboldtForums spiegelt sich unter Einbeziehung geschichtlicher Inhalte im umgreifenden Freiraum wieder.“ Es entsteht ein Abfolge unterschiedlich ausformulierter Platzbereiche. Die Verfasser haben eine übergreifende Nord-Süd-Achse entwickelt, die alle Teilräume (Lustgarten, Schloßplatz (Nord)) durch das Schloss-Forum des Humboldt-Forums mit dem Schloßplatz (Süd) verbindet. Der Straßenraum Schloßplatz (Nord) zwischen den Lichtsignalanlagen wird barrierefrei angehoben und gepflastert. Die NordSüd-Achse wird durch eine besondere Pflasterung hervorgehoben. Ein ca. 100 m langes Fontänenfeld markiert den Platzrand an der Straße Schloßplatz (Nord). Am Rand des Lustgartens sehen die Verfasser eine lineare „Kübelpflanzengalerie“ vor. Die Oberflächen der Platzbereiche um das Humboldt-Forum weisen teilweise Ornamente in unterschiedlichen Materialien auf. Gestaltung Die historischen Fassaden des Humboldt-Forums erhalten im Sockelbereich Heckenpflanzungen und eine Fassung aus Granitplatten als Oberflächenbelag. Großund Kleinsteinpflaster sowie Granitplatten in unterschiedlichen Formaten sind für die Platzflächen vorgesehen. Über große Freitreppen gelangt man auf die „Museumsterrassen“ auf dem Schloßplatz (Nord). Als Material wird Sandstein vorgeschlagen. Im Boden eingelassene Flächenornamente zeigen die „Kulturen der Welt.“ Als Beispiel nennen die Verfasser hier die „Himmelsscheibe von Nebra“, Mexikos Maya-Kultur und den Modulor von Le Corbusier. Als Reminiszenz an den Apothekerflügel des Stadtschlosses platzieren die Verfasser einen Apothekergarten, der von Hainbuchenhecken gefasst ist. Bänderungen aus Klinkersteinen strukturieren die Fläche. Das Fontänenfeld an der Straße Schloßplatz (Nord) ist mit einer umlaufenden Sitzmauer aus Basaltlava eingefasst. Für die Oberfläche des Wasserfeldes wird Porphyr verwendet. Auf dem Schloßplatz (Süd) wird der Endpunkt der Nord-Süd-Achse mit einem Rondell gestaltet. Als Flächenornament zeichnet sich der ehemalige Neptunbrunnen vor dem Portal II des Humboldt-Forums im Pflaster ab. Mit einer halbkreisförmigen Baum- und Heckenpflanzung abgeschirmt, liegt der „Klostergarten“ im westlichen Platzbereich und zeigt die Spuren des Dominikanerklosters. Der östliche Platzbereich wird von drei Bäumen markiert. Die Oberflächen vor dem Marstall und dem ESMT Gebäude erhalten eine dunkle Bänderung im Pflaster. Vor dem Marstall sehen die Verfasser drei Bäume und östlich des ESMT Gebäudes einen Baumhain vor. Der westliche Bereich erhält unter dem Lindenhain ein quadratisches Flächenraster. Auf dem Schloßplatz (West) sehen die Verfasser einen ornamentalen Halbkreis aus Granitplatten mit Bändern aus Granit-, Basalt- und Kalksteinmosaikbänder vor dem

Freiheits- und Einheitsdenkmal vor. Die Wappen der Bundesländer sind in das Pflaster eingelassen. Nördlich des Spreekanalufers werden fünf Bäume gesetzt. Am Spreeufer auf dem Niveau des Belvederes erhalten die Flächen Bänderungen aus Betonwerksteinplatten. Lineare Pflanzterrassen vermitteln zwischen den Höhen. Von Norden und Süden führen jeweils Rampen hinunter ans Spreeufer. Eine aufgeständerte Stahlkonstruktion schwebt mittig über den Terrassen bis an die Spree. Dieser „Stadtbalkon“ ist über drei Wege zugänglich. Die gläserne Brüstung zeigt Gravuren Humboldtscher Pflanzenentdeckungen. Historische Spuren Die Rossebändiger stehen vor Portal IV an den „Museumsterrassen.“ Das Kapitell der Adlersäule markiert die „Museumsterrassen“ an der westlichen Seite. Schrifttafeln der politischen Ereignisse von 1849 – 1990 sind in die Stufenanlage der östlichen „Museumsterrasse“ eingelassen. Der Neptunbrunnen wird als gepflastertes Flächenornament ausgebildet. Funktion Die umlaufende Sitzbank des Fontänenfeldes sowie die „Museumsterrassen“ mit der langen Sitzbank bieten unterschiedliche Verweilmöglichkeiten. Am Spreeufer stehen lange Bänke zum Aufenthalt am Wasser. Der Klostergarten auf dem Schloßplatz (Süd) bietet mit eingelassen Sitzbänken ebenso Verweilmöglichkeiten an. Die Flächen für Außengastronomie befinden sich im nördlichen und östlichen Bereich des Humboldt-Forums und am Marstall. Die geforderten 22 PKW-Stellplätze befinden sich im Apothekergarten (Schloßplatz (Nord)). Die geforderten 229 Fahrradstellplätze sind zwischen dem HumboldtForum und den Museumsterrassen, sowie als Markierung des Klostergartens auf dem Schloßplatz (Süd) vorgesehen. Bis auf die „Museumsterrassen“ sind alle Bereiche barrierefrei erschlossen. Die funktionale Ausstattung ist berücksichtigt. Die Stellung der Baumgruppe auf dem Schloßplatz (Süd) könnte zu Konflikten mit der Fernwärmeleitung führen. Wirtschaftlichkeit / Realisierbarkeit Die vorgegebene Kostenobergrenze wird eingehalten, wobei „Ausstattungen und Kunstwerke“ nicht enthalten sind.

Breimann & Bruun Landschaftsarchitekten, Hamburg | 1. Rundgang	

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Variante unterirdische Stellplätze

Freiraumgestaltung Umfeld Humboldt-Forum | Ergebnisprotokoll	

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Leitidee / Konzept Das Humboldt-Forum soll „ein Zentrum des Lebens sein – ein Ort, der als Synonym für Berlin steht. Es soll ein Ort der Geschichte und Kultur, des Entdeckens und der Bildung und ein Ort der Menschen, Völker und Länder, des Lebens – ein Ort der Stadt sein.“ Die Oberflächen um das Humboldt-Forum sowie die barrierefreie Straßenquerung Schloßplatz (Nord) zum Lustgarten ordnen sich in die Umgebung ein. Historische Spuren werden nachgezeichnet und neu interpretiert. Im Norden markieren zwei Baumpakete die ursprüngliche Dimension des Schlosses und führen die flankierende Lindenpflanzung des Lustgartens über die Straße fort. Gestaltung Das typische Material für Berlin, die Charlottenburger Platten und das Bernburger Pflaster, welches die Umgebung prägt, soll einheitlich an das Humboldt-Forum herangeführt werden. Die Beläge reagieren auf die unterschiedlichen Nutzungen. Auf dem Schloßplatz (Nord) werden Gehbänder entlang der Straßen in Platten ausgeführt. Der Querungsbereich zwischen den beiden Lichtsignalanlagen auf dem Schloßplatz (Nord) wird barrierefrei gepflastert. Zur Straße sehen die Verfasser zwei Baumhaine vor. Im westlichen Baumhain befindet sich der künftige U-Bahn Ausgang. Der Lindenhain im Osten überstellt die Tiefgarage und begrenzt den Raum zur Spree. Die Schlossterrassen erheben sich mit einer Stufe aus der umliegenden Platzfläche und gleichen die Höhendifferenz des Geländes aus. Sie sind gebäudeseitig barrierefrei zugänglich. Pflasterornamente werden in Anlehnung an alte Entwürfe von Peter J. Lenné auf den Terrassen nachgezeichnet. Den nördlichen Abschluss bildet das „Herbarium der Kulturen“, breite Sitzblöcke aus Acryl in denen „Zeugnisse unserer Welt“ ausgestellt werden sollen. Gerahmt werden die Terrassen mit hellen Natursteinplatten. Der Schloßplatz (Süd) wird durch ein Fontänenfeld bestimmt, welches an zentraler Stelle vor dem Portal II vorgesehen wird. Vor das ESMT Gebäude und den Marstall ist eine Baumreihe angeordnet. Den westlichen Abschluss zum Spreekanal bildet ein Baumhain. Der Schloßplatz (West) wird offen gehalten. Die Fahrstreifen werden im Norden durch den Baumhain geführt und durch Belagswechsel markiert. Am Spreeufer wird der Pflasterbelag um das HumboldtForum niveaugleich bis an die „KönigsLoge“ des Belvederes herangeführt. Eine Rampe führt von Nord nach Süd durch „goldene Tapeten“ aus perforiertem Blech ans Ufer. Von Süden erreicht man das Spreeufer über Treppen. Vierzehn bronzene Kübel, bepflanzt mit Orangenbäumen und Azaleen im Winter, säumen das Spreeufer. An der Wand stehen lange Sitzbänke.

Historische Spuren Zum Betrachten des Gotischen Kellers ist ein Periskop aufgestellt. Die historische Ausdehnung des Lustgartens wird mit Intarsien im Pflaster nachgezeichnet. Die historische Adlersäule mit Kapitellen, sowie das Standbild von Moritz von Oranien werden am Spreeufer platziert. Der Neptunbrunnen wird mit einem Fontänen-Wasserspiel zitiert, welches sich durch eine Stufe vom Platz abhebt. Funktion Auf dem Schloßplatz (Nord) hebt sich eine Stufe aus der Platzfläche, diese bieten neben Möglichkeiten zum Aufenthalt (Sitzbänke/Vitrinen). An der West- bzw. Südseite des Humboldt-Forums werden steinerne Sitzbänke platziert. Eine vierzig Meter lange Sitzbank lädt zum Verweilen am Spreeufer ein. Flächen für Außengastronomie sind am Marstall sowie nördlich und östlich des Humboldt-Forums vorgesehen. Die Verfasser wählten die Variante mit Tiefgarage. Die Zufahrt ist unter dem nordöstlich des HumboldtForums gelegenen Lindenhain. Das Spreeufer wird nur von Norden barrierefrei über eine Rampe erschlossen. Die Vorgaben zur funktionalen Ausstattung sind bis auf die Aufstellfläche der Feuerwehr sowie der Einhaltung des Fluchtweges im Bereich des Neptunbrunnens und Baumhains (Schloßplatz (Nord)) berücksichtigt. Eventuell können Konflikte zwischen dem Wasserspiel und der Fernwärmeleitung entstehen. Wirtschaftlichkeit / Realisierbarkeit Bedingt durch die relativ hohen Kosten für Baukonstruktionen und Einbauten wird die vorgegebene Kostenobergrenze überschritten. Auf dem Schloßplatz (Süd) sind Kosten für eine ggf. erforderliche Umlegung der Fernwärme nicht enthalten.

Landschaft planen + bauen GmbH, Berlin | 2. Rundgang	

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Variante oberirdische Stellplätze

Freiraumgestaltung Umfeld Humboldt-Forum | Ergebnisprotokoll	

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Leitidee / Konzept Der Schloßplatz wird als „Ankerpunkt” des Ensembles aus Dom, Lustgarten und Museen verstanden, der „an die wissenschaftlich-kulturelle Vergangenheit des Ortes anknüpft und die Bürger der Welt zum Besuch an der Spree einlädt.” Das Ziel der Verfasser, dem Humboldt-Forum durch eine „klassisch-urbane Formensprache” einen würdigen Rahmen zu geben, soll durch einen „großzügigen urbanen Gestaltduktus” erreicht werden, der als „Kontinuum zu seiner repräsentativen Nachbarschaft wahrgenommen wird”. Dies geschieht durch die Gestaltung des „Stadtbodens” aus Granitstein im „berlintypischen Materialkanon”, der zwischen Schloß- und Liebknechtbrücke auch über die Straße Schloßplatz (Nord) und deren nördlichen Fußgängerbereich gezogen wird. Die Fahrbahn liegt hier 10 cm unter Platzniveau, an zwei Stellen werden Querungsmöglichkeiten angeboten. Gestaltung Elemente des Lustgartens (Lindenreihen und auf Sitzhöhe angehobene Rasenparterres) werden „über den gesamten Schloßplatz bis zum ehemaligen Staatsratsgebäude gezogen“. Die Nutzer werden „wie auch im Lustgarten zur Inbesitznahme der Flächen eingeladen”, der Schloßplatz ein „einladendes Forum für Bürger und Besucher” sein. Alle Platzbereiche erhalten den einheitlichen Belag des „Stadtbodens”: Ein großformatiger Granitplattenbelag (Läuferverband) mit Bänderungen aus Granitkleinsteinpflaster (Rasterweite: 15 m) „arbeitet den Schloßplatz als ein Ganzes heraus und verleiht ihm eine urbane Eleganz”; Granitsteinpflaster (8x8 cm, in Passe) betont die Portale und wird im Gehwegbereich der Straßen sowie am Spreeufer eingesetzt; Granitsteinpflaster (10x10 cm, im Reihenverband) wird für die Zufahrts- / Mischverkehrsfläche entlang der Westfassade verwendet. Am Schloßplatz (Nord) nehmen Lindenreihen und Rasenflächen Fluchten des Lustgartens auf. Der westliche Baumhain rahmt den U-Bahnzugang und bietet Platz für Fahrradstellplätze, unter dem östlichen werden 10 Pkw-Stellplätze angeordnet. Die historische Lage der Schlossterrassen wird aufgegriffen, indem hier Bänke und „Wunderkammern” angeordnet werden: Die „Wunderkammern” zitieren das Thema der Schauräume im ehemaligen Stadtschloß und machen auf Ausstellungen im Humboldt-Forum aufmerksam, indem hier Kunstwerke (Artificialia), seltene Naturalien (Naturalia), wissenschaftliche Instrumente (Scientifica), Objekte aus fremden Welten (Exotica) oder unerklärliche Dinge (Mirabilia) ausgestellt werden. Sie fungieren gleichzeitig als Hörstationen mit „Infos und News zur (Welt-) kultur, womit sie die „eigentliche Idee des Forums in die urbane Öffentlichkeit tragen.” Die Sockel aus Naturstein sind mit Zitaten Humboldts versehen. Auf dem Schloßplatz (Süd) wird das Motiv der Linden und Rasenflächen aus dem Schloßplatz (Nord) beidseitig der Straße Am Schloßplatz (Süd) weitergeführt: Unter

den Lindenhainen vor der Südfassade des HumboldtForums befinden sich ebenfalls Fahrrad- und 10 PkwStellplätze. Ein weiterer Lindenhain (auf wassergebundenen Wegedecke mit Sitzgelegenheiten) liegt nördlich der ESMT. Östlich des Gebäudes befindet sich das Gegenstück zum Rasenparterre nördlich der Straße Am Lustgarten. Der Schloßplatz (West) wird von Bäumen freigehalten. Entlang der Fassade werden Sitzgelegenheiten angeboten. Die um 3 cm abgesenkten Fahrstreifen werden von der Platzfläche optisch abgesetzt (Granitpflaster 10x10 cm, im Reihenverband). Die Bezug zwischen Portal III und dem Frei- und Einheitsdenkmal wird durch den Bodenbelag unterstrichen. Die Verfasser bezeichnen den Teilbereich Spreeufer als „Schlossterrassen“ und bilden drei Ebenen aus. Diese sind über Treppenanlagen im Bereich der beiden Brücken und in Flucht von Portal VI zu erreichen. Die behindertengerechte Erschließung erfolgt über zwei Rampenläufe, deren oberer an der Nordostecke des Humboldt-Forums beginnt. Historische Spuren Das Motiv der Schlossterrassen wird zeitgenössisch interpretiert. Der gotische Keller wird über eine in den Boden eingelassene Glasplatte erlebbar. Funktion In allen Teilbereichen werden Bänke angeordnet. Weitere Sitzgelegenheiten stehen mit den Umrandungen der Rasenparterres zur Verfügung. ”Analog zu den Pflanzkübeln am Lustgarten“ werden beidseitig der Portale III und IV sowie auf den „Spreeterrassen” mobile Pflanzkübel mit Palmen aufgestellt. Die geforderten Flächen für Gastronomie vor der Hochschule für Musik sind nicht dargestellt, aber funktional möglich. Von den geforderten 22 Pkw-Stellplätzen werden 20 oberirdisch nachgewiesen. Sie haben eine Breite von 2,50 m (statt geforderter 3,50 m), jedoch auf einer Seite einen Bewegungsstreifen von 1,0 m Breite. Es fehlen die geforderten 50 Fahrradstellplätze an der ESMT. Insgesamt werden 284 statt der geforderten 329 Fahrradstellplätze nachgewiesen. Die Haltebereiche für Reisebusse sind nicht dargestellt, aber funktional möglich. Alle Bereiche sind barrierefrei erreichbar. Die Entwässerung der Platzflächen erfolgt über Punkteinläufe, angeordnet in der Kleinsteinbänderung des Plattenbelags. Die funktionale Erschließung ist erfüllt, bis auf den Fluchtweg im Nordosten, der nur eingeschränkt zur Verfügung steht. Problematisch sind die Baumstellungen im Südosten und Nordwesten wegen des Verlaufs der Fernwärmeleitungen. Wirtschaftlichkeit / Realisierbarkeit Die vorgegebene Kostenobergrenze wird leicht überschritten, wobei Kosten für eine ggf. erforderliche Umlegung der Fernwärme auf dem Schloßplatz (Süd) nicht enthalten sind.

ARGE office regina poly, Berlin / Modersohn & Freiesleben Architekten BDA, Berlin | 2. Rundgang	

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Variante oberirdische Stellplätze

Freiraumgestaltung Umfeld Humboldt-Forum | Ergebnisprotokoll	

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Leitidee / Konzept Der Freiraum des Humboldt-Forums soll nach Vorstellung der Verfasser die „Neue Mitte Berlins” werden. Gleichzeitig ist er ein „verbindendes Element des vielfältigen Gefüges”. Er ist „sowohl Materialrecycling als auch Überblendung und Umdeutung der Historie. Die historische Gestalt wird nachgeahmt bzw. in eine neue Gestaltung übertragen.” Der Freiraum soll die Verbindung „des Innern mit dem Äußeren des Forums im Dialog mit den angrenzenden Stadträumen herstellen”. Dies geschieht über die Materialität verschiedener Bodenbeläge. Zur „Entschleunigung des Verkehrs” und „wie in der Historie” werden die verschiedenen Beläge des Schloßplatzes in allen Teilbereichen über die Fahrbahnen bis auf die jeweils andere Straßenseite gezogen. Die Fahrbahnen werden „nur durch feine Streifen abgegrenzt”. Gestaltung Ein historisches, gesägtes Kopfsteinpflaster umfasst das Humboldt-Forum als „niveaugleiches, lebendiges und elegantes Pflaster”. „Teppiche” aus ungesägtem Kopfstein-, hellem und dunklem Großsteinpflaster strukturieren die Fläche, verbinden das Innere und Äußere des Humboldt-Forums miteinander und kennzeichnen Bereiche für Pkw- und Fahrradstellplätze. Streifen aus Gehwegplatten markieren als „wesentliche Fußgängerverbindungen” den Gehweg entlang der Straße Schloßplatz (Nord) sowie die Verlängerung des südlichen Gehwegs der Werderschen Straße und verbinden beide über das Schloss-Forum miteinander. In allen vier Teilbereichen werden Baumgruppen aus RotAhorn platziert. Auf dem Schloßplatz (Nord) sind in die Flächen aus gesägtem Großsteinpflaster folgende Belagsflächen eingebettet: Gesägtes, anthrazitfarbenes Natursteinpflaster führt in Flucht der Straße Am Lustgarten bis in den Schlüterhof. Helles Granitpflaster zeichnet die Schlossterrassen nach und enthält Flächen aus anthrazitfarbenem Naturstein, die von Bänken gesäumt werden. Historisches Kopfsteinpflaster markiert in Nähe des U-Bahn-Einganges die Fläche für 120 Fahrradstellplätze. Auf dem Schloßplatz (Süd) betont eine Fläche aus gesägtem, anthrazitfarbenem Natursteinpflaster das Portal II. In sie integriert ist der freigehaltene Standort des Neptunbrunnens, an den bis zu einer möglichen Rückführung ein in den Boden eingelassener „Fontänenbrunnen” erinnert. Zwei Baumgruppen und eine lange Sitzbank rahmen diesen Bereich. Die südöstliche Fläche des Platzes ist mit historischem Kopfsteinpflaster belegt (Anlieferung, Stellplätze für Reisbusse und 95 Fahrradstellplätze). Ebenfalls mit historischem Kopfsteinpflaster belegt ist die Fläche unter einem Baumhain vor der ESMT, auf der Sitzgelegenheiten angeboten werden.

Auf dem Schloßplatz (West) wird In Breite der vier westlichsten Baumreihen des Lustgartens eine Fläche aus gesägtem, anthrazitfarbenem Natursteinpflaster auf den Schloßplatz (West) gezogen und beidseitig von Portal III durch Flächen aus gesägtem Kopfsteinpflaster unterbrochen. Die Fahrstreifen sind in die jeweiligen Belagsflächen integriert, Querungen am Übergang zum Frei- und Einheitsdenkmal sowie in Höhe der Taxistellplätze werden durch Streifen aus hellen Granitplatten betont. Am Spreeufer führt in Flucht des Gebäudeeinganges eine Treppenanlage, die bis zum Spreeufer von zwei „Bastionen” flankiert wird. Eine behindertengerechte Rampe beginnt in Höhe der südlichen Fassadenflucht und knickt an der südlichen Bastion nach Süden ab. Am Ende der Spreeufers führt eine Treppe hinauf zur Rathausbrücke. Südlich der Liebknechtbrücke gelangt man über eine Treppenanlage an das Spreeufer. Sie bildet gleichzeitig den Abschluss einer Sitzstufenanlage, die bis zur nördlichen Bastion reicht. Historische Spuren Die Verfasser verzichten „zugunsten einer neuen und ruhigen Gestaltung” auf die Freilegung historischer Spuren, „da es im Umfeld des ehemaligen Schlosses sehr viele historische Veränderungen” gibt. Eine Ausnahme davon bilden die Schlossterrassen und die Figurengruppe der Rossebändiger, die an den historischen Standort zurückgeführt werden. Funktion Sitzbänke werden auf den Schlossterrassen, vor Portal II, unter dem Baumhain vor der ESMT, nördlich des Freiund Einheitsdenkmals und auf den „Bastionen” angeboten und durch Sitzstufen am Spreeufer ergänzt. Die geforderten 22 Pkw-Stellplätze werden dezentral platziert: 6 Stück zwischen nördlichem U-Bahn-Zugang und Straße Schloßplatz (Nord), 7 Stück südlich von Portal III, 5 Stück nördlich der ESMT (nicht gebäudenah, Straßenquerung notwendig), 3 Stück westlich der Fontäne vor Portal II, 1 Stück vor der Hochschule für Musik (Straßenquerung notwendig). Die geforderte Anzahl von 329 Fahrradstellplätzen wird eingehalten. Alle Bereiche sind barrierefrei erreichbar. Die funktionale Erschließung ist erfüllt mit Ausnahme des nach Westen führenden Fluchtweges auf dem Schloßplatz (Nord). Der Standort des Brunnens auf dem Schloßplatz (Süd) steht im Konflikt mit der Fernwärmeleitung. Wirtschaftlichkeit / Realisierbarkeit Die vorgegebene Kostenobergrenze wird eingehalten, wobei Kosten für eine ggf. erforderliche Umlegung der Fernwärme auf dem Schloßplatz (Süd) nicht enthalten sind.

EXTERN Garten- und Landschaftsarchitektur, Berlin | 1. Rundgang	

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Variante oberirdische Stellplätze

Freiraumgestaltung Umfeld Humboldt-Forum | Ergebnisprotokoll	

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Leitidee / Konzept Das Motto der vorliegenden Arbeit lautet: „Das, was zu sehen ist, ist das, was gemeint ist“. In diesem Sinne verzichtet der Entwurfsverfasser auf jegliche Beschriftung seiner Plandarstellungen. Gestaltung Das Leitmotiv für die Gestaltung der gesamten „Platzfigur“ ist das reale Bild eines Wolkenhimmels. Die Pixel des Schwarz-Weiß-Fotos einer „Himmelslandschaft“ werden hierfür in Form von unterschiedlich hellen Kleinsteinund Mosaikpflastersteinen auf den Maßstab der Platzflächen übertragen. Das Pflastermaterial besteht aus Natursteinen wie schwarzem Basalt und Granit in verschiedenen Grautönen bis hin zu fast weißem Marmor. Die Straßenabschnitte mit Pflasterbild behalten die „übliche Höhenprofilierung mit Borden etc.“. Durch die konsequente Umsetzung des beschriebenen Konzeptes sollen die Sichtachsen des Stadtgefüges komplett freigehalten werden. Zur Gewährleistung unterschiedlichster Nutzungsanforde­ rungen sind die Platzflächen bis auf wenige Ausnahmen prinzipiell schwerlastbefahrbar ausgelegt, so dass auf beschränkende Zeichen und Markierungen weitestgehend verzichtet werden kann. In den Bereichen Schloßplatz (Nord) und Schloßplatz (Süd) werden lockere Baumgruppen aus Kiefern angepflanzt, darunter befinden sich Aufenthalts- und Sitzbereiche mit großformatigen Rundbänken. Das durchgehende Pflastermotiv findet zur Anbindung an die Museumsinsel auch bei der Fußgängerquerung zum Lustgarten und auf dem Domvorplatz Verwendung. Ebenso reicht das Pflasterthema bis an die im Süden gelegenen Fassaden von Marstall und ESMT. Der Schloßplatz (West) bleibt frei von funktionalen Einschränkungen, so dass zwischen der Südfassade und dem Freiheits- und Einheitsdenkmal ein offener Raum entsteht. Das Schleusengärtchen soll als Spielfläche genutzt werden. Am Spreeufer ist im Bereich des ehemaligen Apothekenflügels eine großräumige Treppen- und Rampenanlage mit teils hohen Stützmauern geplant, die eine platzartige Aufweitung der unteren Geländeebene zum Spreeufer ermöglicht. Das Gebäude scheint aus nordöstlicher Blickrichtung nun „auf einem horizontalen Sockel zu stehen“. Die obere, gebäudenahe Ebene wird mit der unteren, wasserorientierten Ebene zusätzlich mittels zwei Wendeltreppen in der Nähe des Portals I verbunden. Seitlich der Wendeltreppen sind Sitzstufenbereiche vorgesehen, deren Überdachung durch die uferseitige Auskragung der oberen Terrasse gebildet wird. Die große Freitreppe wird in Richtung Dom und Spreeufer als groß dimensionierte, skulpturale Wasserkaskade fortgeführt, so dass sich auf der unteren Ebene ein Aufenthaltsraum zum Fluss hin öffnet, in dem der Verkehrslärm der Umgebung durch die Geräuschkulisse

des herabfließenden Wassers relativiert werden soll. Die obere Terrasse bietet Platz für die Außengastronomie. Mauern und Sitzstufen bestehen aus anthrazit durchgefärbtem Sichtbeton, die Treppenanlagen aus dunklen Naturstein-Blockstufen. Die Ufermauer erhält eine Natursteinabdeckung in Kontinuität zu den anschließenden Uferbereichen. Historische Spuren Der Gedenkstein mit der Inschrift „umgebaut 1895“ wird im Bereich des Schleusengärtchens in den Sockel des Freiheits- und Einheitsdenkmals integriert. Funktion Das gesamte Mobiliar einschl. der Brüstungsgitter soll durch ein eigenes, einheitliches Ausstattungsprogramm aus „schmalem Metallrohr (z.B. Baubronze)“ gestaltet werden. Die Unterbringung der geforderten 22 Stellplätze erfolgt oberirdisch, jedoch überwiegend nicht gebäudenah und erfordert größtenteils Straßenquerungen (Domvorplatz: 8 Stück, Bereich U-Bahn-Zugänge: 4 Stück, Straße Am Schloßplatz (Süd): 5 Stück, Bereich Schleusenbrücke: 5 Stück). Die geforderte Anzahl von 329 Fahrradstellplätzen wird um 347 Stück übertroffen. Besonderes Augenmerk wird auf die Oberflächen­ beschaffenheit der Belagsmaterialien im Bereich der wichtigsten Fahrradverbindungen nördlich, südlich und westlich des Gebäudes gelegt. Hier sollen „geschnittene Pflastersteine mit griffig-glattem Belag“ Verwendung finden. Alle Platzbereiche sind barrierefrei erschlossen. Die funktionale Erschließung ist berücksichtigt, bis auf die Rettungswege im nordöstlichen Bereich (Geländeeinschnitt / Wasserkaskaden). Die Zufahrt zur Anlieferung (UG) und die Bushaltestellen des ÖPNV im Norden sind nicht dargestellt. Die Entwässerung erfolgt „über offene Pflastermulden mit Hofeinläufen oder Schlitzrinnen“. Das Niederschlagswasser soll über Wasserspeier (in Form von drei waagerechten Schlitzen) im sichtbaren Bereich der Ufermauer in die Spree eingeleitet werden. Die Wasserzirkulation der Kaskaden erfolgt über unterirdische Pumpenanlagen. Wirtschaftlichkeit / Realisierbarkeit Die vorgegebene Kostenobergrenze wird leicht überschritten.

ARGE Urban Catalyst, Berlin / Phillip Oswalt Architekt, Berlin | 1. Rundgang	

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Variante unterirdische Stellplätze, Zufahrt über einen Straßentunnel

Freiraumgestaltung Umfeld Humboldt-Forum | Ergebnisprotokoll	

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Leitidee / Konzept Die Verfasser stellen ihre Arbeit unter das Motto „Aktive Rekonstruktion – Das Jahr 1716 als Basis“. Das „Schlossbauprojekt“ (Humboldt-Forum einschließlich Freianlagen) wird als historische Rekonstruktion verstanden, wobei sich dem Planer die Frage stellt, welcher Zustand des über fünfhundertjährigen Entwicklungs- und Veränderungsprozesses rekonstruiert werden soll und in welchem Ausmaß dabei zeitgenössische Elemente integriert werden dürfen. Als konzeptionell und gestalterisch kompromisslosem „Befreiungsschlag“ aus diesem Dilemma wurde daher die weiträumige Rekonstruktion des städtebaulichen Zustandes im Jahre 1716 zu Grunde gelegt. Damit wurde exakt jener Zeitpunkt gewählt, „an dem der heute für die Rekonstruktion maßgebliche Barockbau fertig gestellt wurde“. Als weiterer wesentlicher Bestandteil des Gesamtkonzeptes der vorliegenden Arbeit ist eine temporäre Bespielung des Freiraums vorgesehen, bei der verschiedene historische Szenarien am Originalstandort durch entsprechende Installationen nachgestellt bzw. gespielt werden können. Gestaltung Als Konsequenz bei der Umsetzung dieses Konzeptes ergibt sich eine weitgehende Loslösung vom Anforderungsprofil der Auslobung. Der Planungsansatz der Verfasser geht über die Wettbewerbsgrenzen hinaus und bezieht u.a. den Lustgarten mit ein. Zur Umsetzung der Planung werden im Einzelnen folgende städtebauliche Eingriffe postuliert: - Verlegung des Straßenzuges Unter den Linden / Schloßplatz (Nord) / Karl-Liebknecht-Straße in einen unterirdischen Verkehrstunnel. - Rückbau des Lustgartens zugunsten einer durchgängigen Asphaltfläche mit Natursteinbändern als Markierung historischer Spuren. - Wiederherstellung der historischen Uferlinie von Spree und Spreekanal einschl. Treppenanlagen. - Reduzierung der Baumpflanzung der westlichen Seite des Lustgartens auf die ursprünglich zweireihige Lindenallee. - Errichtung eines aufgemauerten Wallfragments einschl. Wassergraben im Bereich Bebelplatz / Neue Wache. - Wiedererrichtung des Apothekerflügels des ehemaligen Stadtschlosses. - Errichtung eines „Lusthauses“ östlich des Alten Museums, das als Gewächshaus genutzt wird. - Verzicht auf festes Mobiliar, mit Ausnahme der historischen Beleuchtung Das gesamte Areal des Schloßplatzes (einschließlich Lustgarten) wird „in Anlehnung an die Materialität der 1713 angelegten Chaussierung“ als durchgängige Asphaltfläche mit Splitteinstreu ausgebildet. Strukturiert wird die Fläche durch Bänderungen aus gesägten Natursteinplatten als Markierung historischer Spuren. Der Durchgangsverkehr soll unterirdisch geführt werden.

Auf dem Schloßplatz (Nord) wird in der Kubatur des Apothekerflügels ein neues Gebäude errichtet. Der Bau erhält eine „transluzente Hülle“. Dadurch können die im Gebäude untergebrachten Einrichtungen (Werkstätten, Lapidarium etc.) von außen sichtbar gemacht werden. Die Bereiche Schloßplatz (Süd) und Schloßplatz (West) werden zu Gunsten der multifunktionalen Nutzbarkeit komplett freigehalten. Die Straße Schlossplatz (Süd) ist als durchgehende Asphaltfläche ohne Fahrspuren, Mittelinsel und Fußgängerüberwege gestaltet. Längs des Spreeufers ist eine großzügige durchgehende Treppenanlage zur Wasserkante geplant. Anbindungen durch vorhandene Treppenanlagen sind nicht vorgesehen. Auf Rampen und Stützmauern wurde verzichtet. Historische Spuren Sich überlagernde Natursteinbänder innerhalb der Belagsflächen dienen als „Markierung der historischen Schichten“. Für die temporäre Bespielung der Flächen sind folgende Szenarien angedacht: 1448 Berliner Unwille / 1592 Reiterturnier / 1689 Lustgarten / 1706 MünzturmKatastrophe / 1840 Huldigung Kaiser Wilhelm IV. / 1848 Märzrevolution / 1897 Einweihung des Nationaldenkmals / 1918-19 November-Revolution / 1976 Eröffnung des Palastes der Republik. Funktion An den Zu- bzw. Ausgängen des Platzes werden 5 Aussichtspunkte bzw. „Stuhllager“ errichtet. Besucher können sich hier Mobiliar (in Form von 520 Stühlen) ausleihen und selbst auf der Fläche positionieren. Die 22 PKW-Stellplätze sollen unterirdisch untergebracht werden, wobei die Zufahrt über einen (im Bestand nicht existenten) Straßentunnel erfolgen soll. Von den geforderten 329 sollen 320 Fahrradständer in den verschiedenen Platzbereichen bereit gestellt werden, die genaue Ausweisung der Standorte fehlt. Alle Platzbereiche sind barrierefrei erreichbar, mit Ausnahme der nur über eine Freitreppe zugänglichen Wasserkante des Spreeufers. Die funktionale Erschließung kann nicht abschließend bewertet werden, da die Planungstiefe des Entwurfes dies nicht zulässt. Die Rettungswege und Aufstellflächen scheinen erfüllt worden zu sein. Die vorhandene Verkehrsführung ist weitestgehend aufgehoben worden, da der Schloßplatz keinen Durchgangsverkehr aufnehmen soll. Stellplätze für Taxen, Reisebusse, Anlieferung etc. sowie Gastronomieflächen werden nicht ausgewiesen. Wirtschaftlichkeit / Realisierbarkeit Die vorgegebene Kostenobergrenze wird eingehalten. Kosten für einen Straßentunnel und temporäre Maßnahmen sind nicht enthalten.

Freiraumkonzepte GbR, Bad Lausick | 2. Rundgang	

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Variante oberirdische Stellplätze

Freiraumgestaltung Umfeld Humboldt-Forum | Ergebnisprotokoll	

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Leitidee/Konzept „Wer A sagt, sollte auch B sagen: Die geplante Rekonstruktion des Berliner Schlosses fordert im unmittelbar angrenzenden Freiraum zu einer kritischen Rekonstruktion heraus. Die ... Skulpturen (werden) „als letzte authentische Relikte des Stadtschlosses integriert.“ An drei Seiten des Humboldt-Forums herrschen die historisch begründeten Elemente vor, die Spreeseite wird modern gestaltet. Die Einordnung in den Freiraum der Museumsinsel wird durch die einheitliche Materialwahl von GranitKleinsteinpflaster vom Lustgarten über die Straße Schloßplatz (Nord) bis zur Fassade des ESMT sowie Baumpflanzungen unterstrichen. Die Achse Unter den Linden wird an der nordöstlichen Ecke des HumboldtForums von einem Ahornhain aufgefangen. Durch ein zusätzliches „Baumgeviert“ aus Ahorn vor dem Berliner Dom wird die Torsituation an der Liebknechtbrücke betont. Der Übergang vom Werderschen Markt ist durch einen Baumhain aus 16 Kastanien betont, an der Rathausbrücke werden acht Ahornbäume gepflanzt. Gestaltung Der „rekonstruierte Teil des Stadtschlosses“ wird durch einen Belag aus Sandsteinplatten umgeben. Die übrigen Flächen sind mit gelb-braunem Granit-Kleinsteinpflaster belegt. Auf dem Schloßplatz (Nord) sollen die Schlossterrassen in historischer Dimension, aber ohne Höhenversprung, neu entstehen. Geschnittene Taxushecken werden von 45 cm hohen Granitkanten in Sitzbreite gefasst. Die Gliederung nimmt Bezug auf die historische PfeilerRhythmisierung der Terrasse. Schloßplatz (Süd) wird durch einen Ahorn- und zwei Kastanienhaine räumlich gefasst. Vor der Fassade des Humboldt-Forums werden die ehemaligen Vorgartenzonen nachgezeichnet, der Bereich des Gotischen Kellers und des Dominikanerklosters bleibt frei. Der Taxus der Vorgartenzone zieht sich bis zum Schloßplatz (West), der ansonsten gepflasterte Verkehrsfläche wird. Die Fahrstreifen sind durch Hochborde begrenzt. Zur Spreeseite wird eine Treppenanlage aus Granitstufen entworfen, die diagonal von einer breiten Rampe geschnitten ist. Die Uferpromenade ist erhöht und schließt weiter südlich über Stufen an das Niveau des Durchganges unter der Rathausbrücke an. Eine „zeitgenössische Skulptur“ soll am Treffpunkt von Rampe und Spreeuferweg entstehen. Nördlich und südlich der Freitreppe zur Spree begrenzen die Ahornraster auf einer bastionsartigen Sichtbetonwand die Freiraumsituation. Historische Spuren Zum Betrachten des Gotischen Kellers sind zwei weitere Periskope vorgesehen. Anstelle des Neptunbrunnens ist eine Brunnenanlage in Form eines ovalen Wassertisches vorgesehen. Die

Erdteile sind reliefartig hervorgehoben. Der Brunnen „betont das Portal II mit seinem Durchgang“, das „Wasserspiel in der Mitte des Lustgartens und der neue Brunnen „Die Entdeckung der Welt“ treten nun zueinander in Beziehung.“ Auf dem Schloßplatz (Nord) werden die Rossebändiger am Portal IV „als Original oder Kopie“ aufgestellt, das Adlerkapitell findet seinen alten Standort am westlichen Terrassenrand. Das Standbild von Moritz dem Oranien wird im Ahornhain aufgestellt. Alle Skulpturen erhalten moderne, auf „die kubische Form reduzierte Sockel.“ Der historische Gedenkstein (Umbau Schleusenbrücke 1895) wird am Rampenzugang zum Freiheits- und Einheitsdenkmal integriert. Funktion Sitzgelegenheiten bieten die Einfassungskanten der Terrassen und Vorgartenzonen, außerdem werden unter den vier Baumhainen rund um das Humboldt-Forum 17 „Sitzpodeste“ aufgestellt, am Spreekanal sind Bänke vorgesehen. Sowohl der Schloßplatz (Nord) als auch der Schloßplatz (Süd) werden durch Schlitzrinnen entwässert. Die Haltepunkte für die Stadtrundfahrtbusse sowie für Reisebusse sind nicht eingehalten. Von den geforderten 22 Stellplätzen werden 9 Stellplätze entlang der Straße Schloßplatz (Nord) und 13 auf dem Schloßplatz (West) erstellt. Die geforderten 329 Fahrradstellplätze sind um 100 unterschritten. Alle Platzflächen sind bis auf den Schloßplatz (West) und Spreeufer barrierefrei erreichbar. Die funktionale Erschließung ist berücksichtigt bis auf die Mobilkranfläche auf dem Schloßplatz (Nord) sowie die Feuerwehrzufahrt und Fluchtwege vor Portal II. Die Brunnenanlage und Baumpflanzungen sind problematisch in Bezug auf die Fernwärmeleitung. Wirtschaftlichkeit / Realisierbarkeit Die vorgegebene Kostenobergrenze wird eingehalten, wobei Kosten für eine ggf. erforderliche Umlegung der Fernwärme auf dem Schloßplatz (Süd) nicht enthalten sind.

Lützow 7 C. Müller J. Wehberg Garten- und Landschaftsarchitekten, Berlin | 3. Preis	

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Variante oberirdische Stellplätze

Freiraumgestaltung Umfeld Humboldt-Forum | Ergebnisprotokoll	

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Leitidee/Konzept Die Freiräume des Humboldt-Forums „verpflichten gleichzeitig zu minimaler Intervention, neuer Interpretation unter Berücksichtigung der historischen Chronologie des Ortes auf eine zeitgemäß moderne Gestaltung.“ Die Anbindung an den Freiraum der Museumsinsel wird durch den einheitlichen Belag vom Schloßplatz (Nord) über die Straße und den niveaugleichen Übergang zum Lustgarten unterstrichen. Die rasterartige Ahornpflanzung im nordöstlichen Wettbewerbsgebiet setzt sich beidseitig der Straße fort. Die Höhenanpassung vom Domvorplatz zur Liebknechtbrücke ist mit drei parallelen Stufen neu geordnet. Der Blick von der Schlossbrücke ist offen auf die Nordund Westfassade des Humboldt-Forums gelenkt. Der Übergang vom Werderschen Markt wird durch zwei Rechtecke von 12 und 4 Bäumen nordwestlich der ESMT betont. Demgegenüber akzentuieren lockere Eschenpflanzungen den Freiraum entlang des Spreeufers. Gestaltung Granitpflaster in einem warmen hellgrau, mittelkörnig, mit gesägter und geflammter Oberfläche wird für das Wettbewerbsgebiet vorgeschlagen. In zwei kombinierten Formaten (20x29 und 20x20) belegt es die Platzflächen und Straße, in zwei weiteren (10x16 und 10x10) die Belvedere-Terrassen. Rund um das Humboldt-Forum wird auf einem Streifen von 1,50 m Breite dasselbe Material im Mosaikformat verlegt. Auf dem Schloßplatz (Nord) wird eine begehbare Hochterrasse mit integrierter langer Sitzbank und Heckenbosketts aus wintergrünem Ilex entstehen. Die Terrasse ist etwa 1 m hoch und durch Stufen erschlossen. Das Portal IV ist freigehalten. Weiter nördlich entsteht ein „Baumkarree“ auf ebener, wassergebundener Oberfläche mit eingeordneten Aufenthalts- und Funktionsangeboten. Ein Heckenstreifen und breite Stufen begrenzen diese Fläche nach Westen und Süden. Der Schloßplatz (Süd) ist steinerne Bewegungsfläche mit linear aufgestellten Fahrradständern. Die Straße Am Schlossplatz (Süd) ist in die Oberflächentextur mit einbezogen. Am gepflasterten Schloßplatz (West) werden drei Bäume entlang des Spreekanals gepflanzt, ein größerer Bereich erhält eine wassergebundene Oberfläche. Die Fahrspur über den Schloßplatz (West) ist nicht erkennbar vom Fußwegbereich abgegrenzt. Zur Spreeseite wird eine kombinierte Sitz- und Freitreppe entworfen. Eine großzügige Treppenanlage und zwei Rampen erschließen das untere Promenadenniveau. Drei Eschen im nördlichen Promenadenbereich und vier weitere an der südlichen Gebäudeecke werden als „Referenz an den Fluss“ gepflanzt. Die Mauern sind vertikal begrünt.

Historische Spuren Zum Betrachten des Gotischen Kellers ist ein Periskop aufgestellt, der Neptunbrunnen ist durch eine „niveaugleiche Steinsetzung“ zitiert. Die Terrassen werden zitiert. Mittig vor Portal IV werden die zwei Rossebändiger platziert, am westlichen Ende der neuen Terrasse findet das Adlerkapitell seinen neuen Platz. Die Skulptur des Moritz von Oranien wird in der Achse der historischen Terrasse und Belvederemauer platziert. Ebenfalls auf diesem Mauersockel befinden sich fünf Reliefsteine, die Pläne der historischen Mitte Berlins zeigen „Plan-Zeitreise“. „Historische Nachbildungen der gusseisernen Geländer“ sind entlang der Spree vorgesehen. Funktion Sitzgelegenheiten in Form von quadratischen „Sitzkuben“ gibt es im Bereich der „Baumkarrees“ auf dem nördlichen und dem südlichen Schloßplatz. In den Terrassen zum Lustgarten sind Sitzbänke in den Mauern integriert. Die kombinierte Sitz- und Freitreppe bildet entlang der Spree ein Aufenthaltsangebot. Die Straßenoberflächen Schloßplatz (Nord) und Am Schloßplatz (Süd) sind ebenfalls gepflastert. Von den 22 geforderten Stellplätzen befinden sich 16 Stellplätze im östlichen Bereich des Schloßplatzes (Süd) und 6 entlang der Straße Am Schloßplatz (Süd). Die geforderten 329 Fahrradstellplätze sind um 19 unterschritten. Die Terrassen auf dem nördlichen Schlossplatz sind nicht mit Rampen erschlossen, die Spreepromenade ist barrierefrei zugänglich. Die Entwässerung ist nur kostenmäßig erfasst. Die funktionale Erschließung ist berücksichtigt bis auf die Flächen für Mobilkran und Fassadenreinigung auf dem Schloßplatz (Nord). Wirtschaftlichkeit / Realisierbarkeit Die vorgegebene Kostenobergrenze wird eingehalten.

Bode - Williams + Partner Landschaftsarchitektur und Stadtentwicklung, Berlin | 2. Rundgang	

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Variante unterirdische Stellplätze

Freiraumgestaltung Umfeld Humboldt-Forum | Ergebnisprotokoll	

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Leitidee / Konzept „Das Freiraumkonzept entwickelt sich aus einer Schichtung und Überlagerung von Erinnerung, Befund, Bestand und Zukunft. (…) Die Gestaltung verweist auf und inszeniert die zurückliegende Geschichte der Stadt und prägt durch eine zeitgemäße Materialität und Formensprache die gegenwärtige und zukünftige Stadt.“ Von der Schloßbrücke bestehen Blickachsen zum Humboldt-Forum über die offenen Platzflächen des Schloßplatzes (Nord) und Schloßplatzes (West). Ausgehend von den Portalen werden Sichtbeziehungen zu den angrenzenden Räumen und Bauwerken frei gehalten. Die Beziehung zum Lustgarten und Dom-Vorplatz wird über eine einheitliche Materialverwendung der Gehwege auf beiden Straßenseiten betont. Die asphaltierte Straße Schloßplatz (Nord) ist mit einem Bord ausgeführt und erhält eine 3 m breite Mittelinsel. Ein barrierefreier Übergang besteht im Bereich der LSA. Auf dem Schloßplatz (Nord) werden Pflanztröge auf einem „einstufig erhöhten Podest“ platziert. Sie entsprechen den Pflanztrögen im Lustgarten. Darüber hinaus wird die dreireihige Baumpflanzung auf dem Schloßplatz (Nord) bis über den Dom-Vorplatz hinaus fortgesetzt. Gestaltung Gehwegsflächen entlang der asphaltierten Straßen (Nord und Süd) werden aus Bernburger Mosaikpflaster mit anschließenden Charlottenburger Granitplatten hergestellt. Begleitet werden sie jeweils von einem Streifen aus Basalt Mosaikpflaster. Zur Straße hin ist ein breites Hochbord vorgesehen. Die befestigten Platzflächen bestehen aus Beton-Großformatplatten mit Natursteinvorsatz. Auf dem Schloßplatz (Nord) wird das Vorfeld des Humboldt-Forums mit einer niedrigen Kante abgesetzt (ca. bis 12 cm hoch). Auf den zwei „Podesten“ sind Pflanztröge aufgereiht und zwei lange Sitzelemente vorgesehen. Von Westen besteht jeweils barrierefreier Zutritt. Im östlichen Platzbereich entsteht ein Lindenhain, ausgestattet mit Lichtbändern und Sitzmöbeln. Der Bereich erhält eine wassergebundene Decke, Baumscheiben werden mit begehbaren Rosten abgedeckt. Nördlich grenzt das Funktionsgebäude der Tiefgarage an. Auf dem Schloßplatz (Süd) sind zwei bodengleiche, begehbare Wasserspiele mit Düsen und Lichtbändern in rechteckiger Form als „programmgesteuerte Wasserorgeln“ vorgesehen. Weiter südlich, in Richtung Straße, werden drei lange Sitzelemente angeboten. Vor der westlichen Gebäudefassade des ESMT entsteht eine quadratische Fläche als „temporäres Grün“. Die Fahrstreifen auf dem Schloßplatz (West) ist einseitig durch eine Kante markiert An dieser können sich Fahrzeuge bei der Aufstellung orientieren. Am Spreeufer fassen auf dem oberen Niveau (Belvedere) zwei Aussichtterrassen eine breite Treppenanlage. Sie führt auf eine Aussichtsterrasse auf mittlerem Niveau. Von Norden und Süden schließt jeweils eine Rampe an die mittlere Aussichtsterrasse an. Von dort führt eine

Rampe weiter zum Uferweg auf das untere Niveau. Treppenanlagen im Norden schließen zusätzlich an die verschiedenen Niveaus an. Historische Spuren Auf der gesamten Platzfläche werden die Umrisse von historischen Bauwerken, Skulpturen und Freiraumelementen im Belag nachgezeichnet. Periskope bieten Einblicke auf historische Befunde, so etwa im Bereich des Gotischen Kellers. Auf dem Schloßplatz (Süd) wird das Element Wasser mittels einer „Wasserinszenierung“ an den Ort zurückgebracht. Funktion Lange Sitzbänke auf dem Schloßplatz Nord und Süd sowie am Spreeufer bieten Aufenthaltsmöglichkeiten. Für die Stellplätze wird die Variante mit Tiefgarage gewählt. Die Zufahrt liegt im Bereich des Baumhains. Haltestellen für Reisebusse auf dem Schloßplatz (Süd) sind nicht dargestellt. Die geforderte Gesamtzahl von 329 Fahrradstellplätzen wird eingehalten. Alle Platzflächen sind barrierefrei erreichbar, mit Ausnahme des Spreeufers (Engstellen in der Rampe von 2,2 m). Auf den Platzflächen sind taktile Streifen vorgesehen. Die Entwässerung der Platzflächen erfolgt über Punkteinläufe und teilweise Rinnen. Schlitzrinnen werden im Bereich von Rampen, Kastenrinnen im Bereich von Schwerlastverkehr eingesetzt. Die funktionale Erschließung ist berücksichtigt. Wirtschaftlichkeit / Realisierbarkeit Bedingt durch die relativ hohen Kosten für befestigte Flächen und technische Anlagen wird die vorgegebene Kostenobergrenze überschritten. Kosten für eine ggf. erforderliche Umlegung der Fernwärme auf dem Schloßplatz (Süd) und für eine Freilegung historischer Befunde, die über weitere Periskope betrachtet werden, sind nicht enthalten.

Munder und Erzepky Landschaftsarchitekten BDLA, Hamburg | 2. Rundgang	

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HUMBOLDTFORUM

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U-Bahn Ausgang Süd Granit- Platten
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Lageplan 1:250

Variante unterirdische Stellplätze

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Schlossplatz West
Wasserspiel

Gastronomie

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Freiheits- und Einheitsdenkmal

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European school of management and technology

TiefgaragenEinfahrt

Wasserspiel VegetationsBlätter

VegetationsBlätter

Leuchtelemente aus Milchglas

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Lustgarten

34,93

+

35,31

+

Schlossplatz

35,55

+

35,50

+ +

35,63

35,99

Dom-Vorplatz

Schlossplatz

Schnitt A-A` 1:100

Palast-Wanne
+

27,40

Schnitt B-B` 1:100

Freiraumgestaltung Umfeld Humboldt-Forum | Ergebnisprotokoll	

1197

Leitidee / Konzept „Neben der Gestaltung, die eine dialektische Fusion aus historischen Elementen und zeitgenössischer Raumästhetik herstellt, soll der zu erwartende Nutzungsdruck mit der scheinbaren Leichtigkeit einer Theatervorstellung im Barockgarten inszeniert werden. (…) Das hybride Zusammenwirken der homogenen Horizontalebene als verbindendes Element der Vermarkung und der heterogenen Vertikalebene als verbindende Objekte innerhalb der Stadtraumfolgen manifestiert den städtebaulichen Spagat zwischen integraler und exponierter Raumwirkung.“ Das Humboldt-Forum mit seinen Platzräumen ist über Sichtachsen mit den umgebenden Stadträumen verknüpft. Der Bezug zum Lustgarten und den Platzflächen südlich der Straße Schloßplatz (Süd) wird durch eine einheitliche Gestaltung der Gehwege hergestellt. Kurze Baumsequenzen auf dem Schloßplatz (Nord) werden auf dem Dom-Vorplatz wieder aufgegriffen. Am Spreeufer korrespondieren die Baumpflanzungen und das Halbrund der Treppenanlage mit dem gegenüberliegenden Marx-Engels-Forum. Gestaltung Die Platzflächen sind mit großformatigen, im Raster verlegten Granitplatten befestigt. Auf dem Schloßplatz (Nord) und Schloßplatz (West) ist in diesen Belag ein „monumentales, barockes Pflasterornament“ eingebettet - als historisches Zitat. Das Ornament besteht aus Bernburger Großsteinpflaster. Die „florale Optik“ des Ornaments wird im östlichen Teil des Schloßplatzes (Nord) und auf dem Schloßplatz (Süd) in vertikale, raumbildende Blattelemente überführt. Als „Metapher der geschichtlichen Fortentwicklung aus dem Barock“ werden sie mit einer „zeitgenössischen Gestaltung in Szene gesetzt“. Die Blattelemente differenzieren sich in Lichtskulpturen (Höhe bis ca. 1,4 m), Wasserspiele (ebenerdig und überfahrbar) und Vegetationsflächen (Höhe bis ca. 1,4 m). Die Vegetationsflächen bestehen ihrerseits entweder aus modellierten Rasenflächen oder pflegeleichten Pflanzbeeten. Als zusammenhängende „florale Komposition“ gliedern die Blattelemente den Freiraum in verschiedene, programmatische Teilräume. Der Schloßplatz (Nord) ist sowohl durch das florale Pflasterornament als auch die vertikalen Blattelemente (Vegetation, Licht, Wasser) geprägt. Östlich sind die Erschließung und das Funktionsgebäude der Tiefgarage integriert. Auf dem Schloßplatz (Süd) dient eine Lichtskulptur als Übertragungsfläche für Projektionen des unterirdisch gelegenen gotischen Kellers. In Anlehnung an den ehemaligen Neptunbrunnen versammeln sich vor dem Portal II mehrere Blattelemente zu einem Fontänenbereich. Eine Baumreihe vor dem ESMT und Marstall überstellt die dortigen Platzflächen. Einen westlichen Abschluss bildet ein im Raster angelegter Baumhain.

Die Fahrstreifen auf dem Schloßplatz (West) sind durch eine farbliche Nuancierung im Belag kenntlich gemacht. Am Spreeufer entwickeln sich die „Spree-Terrassen“ aus einer halbrunden Treppenanlage und zwei klammerartigen Rampen. Die Rampen umlaufen jeweils eine Rasenfläche mit Bäumen. Zugang zu den Treppen und Rampen besteht zentral vom oberen Niveau am Belvedere. In die Treppenanlage sind Sitzstufen mit Holzauflage integriert. Auf dem unteren Niveau werden begleitend zur Uferlinie Bänke angeboten. Historische Spuren Der ornamentale Bodenbelag zitiert die barocke Geschichte des Schloßplatzes. Mit vertikalen Blattelementen wird das Ornament neu interpretiert. In Anlehnung an den Neptunbrunnen entsteht auf dem Schloßplatz (Süd) ein großflächiges Wasserspiel. Ein Blattelement dient als Projektionsfläche für den Gotischen Keller. Funktion Aufenthaltsbereiche mit Bänken oder Sitzstufen sind auf allen 4 Platzbereichen vorgesehen. Sitzelemente vor dem Lustgarten und am Dom-Vorplatz bieten weitere Aufenthaltsmöglichkeiten. Veranstaltungsflächen werden, neben dem Schlüterhof, vor dem Portal I und IV ausgewiesen. Für die geforderten 22 Stellplätze wird die unterirdische Variante gewählt. Die Zufahrt zum Marstall ist durch einen Baum verstellt. Die dort vorgesehenen Haltestellen für Reisebusse werden auf die nördliche Straßenseite verlegt. Aufstellflächen für Taxen und Stadtrundfahrtbusse auf dem Schloßplatz (West) sind nicht dargestellt. Die geforderte Gesamtzahl von 329 Fahrradstellplätzen ist eingehalten. Alle Platzflächen sind barrierefrei erreichbar mit Ausnahme des Spreeufers (Rampen zu schmal). Die Anbindung an die Unterquerung der Rathausbrücke wird nicht berücksichtigt. Die Entwässerung erfolgt über Punktabläufe. Die funktionale Erschließung ist berücksichtigt bis auf einzelne Vegetationsflächen die im Bereich von Feuerwehraufstellflächen und Fluchtwegen liegen (Schloßplatz (Nord) und (Süd)). Die Fontänen im Bereich der Fernwärmeleitung auf dem Schloßplatz (Süd) erscheinen problematisch. Der Sockel des Freiheits- und Einheitsdenkmals ist mit einem ornamentalen Bodenbelag versehen (außerhalb des Wettbewerbsgebietes). Wirtschaftlichkeit / Realisierbarkeit Bedingt durch die relativ hohen Kosten für befestigte Flächen und Baukonstruktionen wird die vorgegebene Kostenobergrenze überschritten. Kosten für eine ggf. erforderliche Umlegung der Fernwärme auf dem Schloßplatz (Süd) sind nicht enthalten.

r+b landschaft s architektur, Dresden | 2. Rundgang	

1198
932603
Kar l-L ie bk ne ch t-S tra ße

Umfeld Humboldt Forum Berlin - Mitte
OFFENER FREIRAUMPLANERISCHER REALISIERUNGSWETTBEWERB

93
Durchgängigkeit der Museeumsinsel
Pergamon Museum

Karl-Lieb Neues Museum

Altes Museum

Berliner Dom

Humboldt Forum

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Neuer Marstall

Staatsratsgebäude

Lustgarten

Pallastspur als Intarsienband, Goldelloxiertes Aluminium

Grünverbindungen

Fußgängerübergang mit LSA A‘ Stadtparkett, Plattenbelag BK lll Treppe +36.50 Fahrradstellplätze Pflaster BK V

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Fußgängerübergang mit LSA

Stadtparkett, Plattenbelag BK lll

Zugang/Einfahrt Tiefgarage

Linden Hain

Grünstreifen mit Baumreihe Säulenpappel Marx-Engels-Forum

Außengastronomie Pallastspur als Intarsienband, Goldelloxiertes Aluminium +36.50 B

Bu

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+36.50

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Spree

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Fußgängerübergang mit LSA

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Schlossterrasse

Spreeterrasse Treppe

Dimensionierung in Anlehnung an den historischen Platzräum

Portal Vl

+34.60

Sockel mit Medieninformationsstele

+36.90

Rampe

Schlossbrücke Unterflurmedienanschluss

Grünstreifen mit Baumreihe, Säulenpappel Portal V

+35.50 A

Schloßplatz

Spreeterrassen

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U-Bahnzugang

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Schloßfreiheit
Schlossterrasse Schlüterhof

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+34.70

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Schloßplatz

+35.35

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Schlossforum

+35.35

+36.20

historische Spuren
Pallastspur als Intarsienband, Goldelloxiertes Aluminium +36.80 Fahrradstellplätze Rathausbrücke

U-Bahnzugang

Portal l Stadtparkett, Plattenbelag Spreekanal Empfang +36.50 Vorfahrt

Schlossfreiheit Verkehrsberuhigter Bereich Portal ll Portal lll Vorfahrt +35.50 +35.55

Rasenparterre mit Lindenhain

Bu

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Außengastronomie

1934 Schloß & Schloßplatz 1950 Palast der Republik

Wasserspiegel
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Überlagerung und Interpretation der historischen Spuren

Freiheits- und Einheitsdenkmal

Periskop Rasenparterre mit Lindenhain

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+35.30

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Stadtparkett, Plattenbelag

barrierefreier Zugang

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Ausstattungselemente

Werde

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Entwurfplan M 1:250

*
Belag Ein hell- bis mittelgrauen Natursteins als großformatiger Plattenbelag prägt den Platzraum. Es erfolgt eine Differenzierungen zwischen Fahrbahnen, Plätzen und Wegen des einheitlich als Stadtparkett verlegten Natursteins durch die Wahl der Verlegerichtung sowie durch eine Abstufung der Steingrößen. Die Stufen und Borde sind aus dem gleichen Naturstein entwickelt. Im Bereich des Gebäudesockels und der Flächen der neu interpretierten Schlossterrassen erfolgt ein Materialwechsel. Künstlerisch gestaltete Betonstein -Oberflächen sind befahrbar und können Informationen aufnehmen. Historische Spuren Das Standbild Moritz von Oranien sowie das Kapitell der Adlersäule sind wieder aufgestellt. Ebenso der Gedenksteinfund Sandsteinblock Schleusenbrücke mit der Inschrift: „umgebaut 1895“. Spuren des Dominikanerklosters sind im Parterre ablesbar, die Raumkanten des ehemaligen Palastes der Republik der DDR nachgezeichnet. Entwässerung Anfallendes Niederschlagwasser wird über Pflasterrinnen in Einläufen gesammelt und dem Entwässerungssystem des Humboldt-Forums zugeführt, sowie an den öffentlichen Kanal angeschlossen. In den vegetationsflächen kann Wasser versickern. Das Humboldt-Forum Umfeld und das Schloss-Forum verbindetn sich zu einem uneingeschränkt nutzbaren öffentlichen Raum, in dem sich Berliner und Besucher aus aller Welt begegnen können

Fahrradparker Bänke Poller Laternen

342 Stellplätze 12 Stück

Variantenvergleich Stellplätze unter dem nödlichen Lindenh

Stadtparkett

Belagsdetails

Sitzstufen

Vegetation Im Bereich der ehemaligen Schlossterrassen stehen Jap. Zierkirschen die mit ihrer zarten Blüte, dem lichten Laub und der Herbstfärbung für einen besonderen gärtnerischen Aspekt sorgen. Hoch auf geastete Linden geben dem nördlichen Schlossplatz seine Raumkante zur Spree. Linden stehen ebenfalls auf der Südseite des Humboldt-Forums. Am Spreeufer akzentuieren Säulen- Zitterpappeln die untere Terrasse. Ausstattungselemente : Die Möblierung ist den Bedürfnissen aller Altersgruppen entsprechend ausgewählt und teilt sich in zwei gestalterische Einheiten. Am Spreeufer werden Bänke in gleicher moderner Gestaltsprache wie innerhalb des Humboldt-Forums verwendet. Unter den Baumgruppen stehen „Berliner Parkbänke“ analog der Gestaltung unter den Linden. Abfallbehälter sind mit einem vergrößerten Volumen Unterflur ausgebildet. Die Lampen und Kandelaber orientieren sich an den historischen Vorbildern. Poller / flächenschützende Elemente werden nur sparsam verwendet. Ein künsterlerisch gestaltetes Periskop ermöglicht einen Einblick in den gotischen Raum des archäologischen Fensters.

Fahrspur Aufgang/ Zuffahrt

Stellplät

Lindenh Lindenhain

Japanische Zierkirschen, mehrstämmig

Tiefgarage

Gravierte Betonoberfläche Rasenspiegel mit Sitzeinfassung Gebürstete Betonoberfläche

Ca. 40 Stellplätze davon 22 behindertengerecht in einer Tiefgarage

22 behinderte Stellplätze ob

Belagsdetail Schlossterrassen M 1:50

Variante unterirdische Stellplätze

Freiraumgestaltung Umfeld Humboldt-Forum | Ergebnisprotokoll	

1198

Leitidee / Konzept „Die Wahrung der historischen, städtebaulichen Kontinuität, die Erlebbarkeit und Unverwechselbarkeit des Raumes, mit einer zeitgemäßen Interpretation der historischen Vorgaben und geschichtlichen Spuren, ist der Leitgedanke dieser Freiraumgestaltung.“ Ein Stadtparkett umgibt das Humboldt-Forum und nimmt historische Proportionen auf. Einbauten, Markierungen und Kanten zitieren die unterschiedlichen Geschichtsebenen. Räumliche Akzente setzen die Verfasser mit einem Baumhain im Norden des Humboldt-Forums sowie zwei Baumhainen auf dem Schloßplatz (Süd), die ein Wasserspiel rahmen. Gestaltung Die Oberflächengestaltung um das Humboldt-Forum wird einheitlich mit großformatigen Natursteinplatten ausgeführt. Varianten gibt es hinsichtlich Größe und Verlegart. Der Platzbelag wird auf dem Mittelstreifen und dem südlichen Bereich des Lustgartens bis an die Rasenflächen herangeführt. Zwei Sitzstufen schneiden sich in die Platzfläche vom Schloßplatz (Nord) und zitieren die historischen Schlossterrassen. Ornamental gravierte Betonoberflächen und eine Reihe japanischer Zierkirschen markieren diesen Ort. Zwischen den ebenso ornamental gestalteten Flächen im Sockelbereich des Humboldt-Forums sind die Portale IV und V barrierefrei zu erreichen. Als Raumkante zur Spree sehen die Verfasser einen Lindenhain vor, der vor dem Dom fortgesetzt wird. Der nordwestliche Platzbereich wird zum Spreekanal mit drei Bäumen und einer Rasenfläche betont. Am Schloßplatz (Süd) wird der Bodenbelag bis an das ESMT Gebäude und den Marstall herangezogen. Dem Portal II ist in der Achse der Breiten Straße ein flacher Wasserspiegel als Zitat für den Neptunbrunnen vorgelagert. Gerahmt wird der Brunnen von zwei Baumhainen, die einerseits Fragmente des Dominikanerklosters sichtbar machen, anderseits die Gebäudedecke des ehem. Palastes der Republik durch eine Markierung im Bodenbelag sichtbar macht. Die Baumallee aus der Breiten Straße weitet sich am ESMT Gebäude auf. Der südliche Abschluss des Platzes bildet eine Reihe Linden vor den Gebäuden. Nordwestlich des ESMT Gebäudes weisen die Verfasser ein Baufeld aus, zu dem keine näheren Angaben gemacht werden. Die Fahrstreifen über den Schloßplatz (West) werden materialgleich mit einem Tiefbord ausgebildet. Von weiteren Einbauten wird dieser Bereich freigehalten. Das Spreeufer an der Ostseite des Humboldt-Forums erreicht man über eine mittig angelegte Freitreppe. Von den Liebknechtbrücke und der Rathausbrücke führen ebenfalls Treppen an das Ufer. Zwischen den Treppen parallel zum Ufer führen Rampen hinunter. Am Spreeuferweg schlagen die Verfasser einen Grünstreifen mit Säulenpappeln vor. Die Fortsetzung des Spreeuferweges bis unter die Rathausbrücke ist nicht berücksichtigt.

Historische Spuren Interpretation der Schlossterrassen, an deren westlichen Ecke das Kapitell der Adlersäule platziert wird. Die Sockel der Rossebändiger werden für Medieninformationsstelen verwendet. Der Neptunbrunnen wird durch einen flachen Wasserspiegel vor dem Portal II zitiert. Spuren des Dominikanerklosters sind im westlichen Parterre auf dem Schloßplatz (Süd) zu sehen. Die Raumkanten des ehemaligen Palastes der Republik werden mit eloxierten Aluminiumbändern nachgezeichnet. Funktion Verweilmöglichkeiten bieten die Sitzstufen der neu interpretierten Schlossterrassen im Norden. Bänke stehen in den Rasenparterres auf dem Schloßplatz (Süd), sowie am Spreeufer zwischen der Pappelreihe und dem Ufer. Die Verfasser entscheiden sich für die Variante Tiefgarage unter dem Lindenhain auf dem Schloßplatz (Nord). Sollte die Tiefgarage nicht ausgeführt werden, platzieren die Verfasser die Stellplätze unter dem dortigen Lindenhain. Von den vorgesehenen Haltepunkten für Busse wird nicht abgewichen bis auf die Stadtrundfahrtbusse, die im Süden angeboten werden. Die Haltestellen für die Reisebusse und eine ÖPNV Bushaltestelle sind nicht dargestellt. Die geforderte Gesamtzahl von 329 Fahrradstellplätzen wurde um 13 Stellplätze überschritten. Die funktionale Ausstattung ist bis auf die Erfordernis der Freihaltung der gebäudenahen Bereiche, berücksichtigt. Dort sind teilweise Stellplätze für Fahrräder angeordnet. Der U-Bahn Aufzug ist nicht dargestellt, bzw. würde sich in der Grünfläche hinter den Fahrradstellplätzen befinden. Die Straße am Schloßplatz (Nord) wird bis auf die vorgesehenen LSA gesteuerten Übergänge nicht barrierefrei ausgeführt. Sonst sind alle Flächen barrierefrei zugänglich. Brunnen und Baumhaine auf dem Schloßplatz (Süd) führen zu Konflikten mit der Fernwärmeleitung. Wirtschaftlichkeit / Realisierbarkeit Die vorgegebene Kostenobergrenze wird eingehalten, wobei Kosten für eine ggf. erforderliche Umlegung der Fernwärme auf dem Schloßplatz (Süd) nicht enthalten sind.

A24 Landschaft Landschaftsarchitektur GmbH, Berlin | 2. Rundgang	

1199

Variante oberirdische Stellplätze

Freiraumgestaltung Umfeld Humboldt-Forum | Ergebnisprotokoll	

1199

Leitidee/Konzept „Mit dem Humboldt-Forum, Lustgarten und Berliner Dom entsteht ein Ensemble, das das Stadtraumgefüge zwischen 1845-1934 räumlich wieder herstellt. ...Unter den Linden erhält seinen Ausgangspunkt zurück.“ Ein offener Platz mit steinerner Oberfläche bindet das Humboldt-Forum in die nördliche Umgebung ein. Die Baumgruppen im Norden und Süden nehmen ein „Motiv Schinkels“ auf und strukturieren die Platzbereiche. Historische Bezüge zum sich verändernden Stadtraum in Berlins Mitte werden durch einen Wechsel des Oberflächenbelags dargestellt. Zum Spreeufer führt eine große Treppenanlage. Gestaltung Die Platzflächen um das Humboldt-Forum werden mit einem Kalkstein-Kleinsteinpflaster, verlegt in Passe, angelegt. Teilbereiche setzen sich durch Belagswechsel (in Reihe) ab. Das Humboldt-Forum wird mit Granitplatten gefasst. Der Mittelstreifen der Straße Schloßplatz (Nord) wird gepflastert. Das Straßenniveau wird nicht angehoben. Die Straße verläuft sonst in Asphalt über dem Schloßplatz (Nord). Die Bereiche der Gehwege entlang der Straße Schloßplatz (Nord) sind mit Platten versehen. Der nördliche Abschluss der Schlossterrassen wird mit Stufen ausgebildet, die auch das Platzgefälle ausgleichen. Geschnittene Taxuskörper gliedern die Terrasse. Die Oberflächentextur ist aus Mosaikpflaster und Natursteinplatten. Vor Portal II auf dem Schloßplatz (Süd) platzieren die Verfasser ein Wasserspiel als modernes Zitat des Neptunbrunnens. Belagswechsel gibt es im Bereich des ehemaligen Klosters und des Palastes der Republik. Zwei Baumhaine aus Gleditschien sind dem südwestlichen bzw. südöstlichen Bereich des Humboldt-Forums vorgelagert. Dem Gebäude der ESMT wird nordwestlich und östlich eine leicht geneigte Rasenfläche mit Sitzkante vorgelagert. Die Fahrstreifen des Schloßplatzes (West) werden niveaugleich mit Großsteinpflaster hervorgehoben, ebenso der Grundriss der ehemaligen Uferbebauung. Lange Bänke stehen am Ufer des Spreekanals in Richtung Schloßbrücke. Das Schleusengärtchen am Freiheits- und Einheitsdenkmal ist über eine neue Treppe erreichbar. Der Höhensprung am Spreeufer wird über eine Treppenanlage aus Natursteinstufen überwunden. Der barrierefreie Zugang erfolgt einseitig in Nord-Süd Richtung über eine Rampe hinunter zum Spreeufer. Die Stufen sind teilweise mit hölzernen Sitzelementen bestückt. Historische Spuren Eine Interpretation der Schlossterrasse wird angeboten. Historische Grundrisse wie die der Uferbebauung am Spreekanal, des Dominikanerklosters, des Apothekerflügels und des Palastes der Republik werden

durch Belagswechsel (Reihenpflaster) in der Oberfläche abgebildet. Der Neptunbrunnen wird mit einem flachen Wasserspiegel vor dem Portal II zitiert. Funktion Flächen für den informellen Aufenthalt bieten die Bänke und Stufen der Schlossterrassen, sowie die Stufen und Sitzelemente der Treppenanlage zum Spreeufer. Bänke befinden sich am Ufer des Spreekanals nördlich des Freiheits- und Einheitsdenkmals sowie unter dem Gleditschienhain auf dem Schloßplatz (Süd). Die Rasenflächen am ESMT Gebäude sind einseitig mit einer langen Sitzkante versehen. Auf dem Schloßplatz (Süd) sind die geforderten 24 Stellplätze unter dem westlichen Baumhain vorgesehen. Die geforderte Gesamtzahl von 329 Fahrradstellplätzen wurde um 50 Stk. unterschritten. Alle Bereiche sind barrierefrei erschlossen. Die funktionale Ausstattung wird nur bedingt berücksichtigt. Die geforderte Breite des Fluchtwegs wird an der südöstlichen Ecke des Humboldt-Forums um 1,25 m unterschritten. Die Anlieferung im Süden erscheint durch die Baumpflanzungen nur bedingt möglich. Die Baumpflanzungen sowie der Brunnen erzeugen Konflikte mit der Fernwärmeleitung auf dem Schloßplatz (Süd). Wirtschaftlichkeit/Realisierbarkeit Die vorgegebene Kostenobergrenze wird leicht überschritten, wobei Kosten für eine ggf. erforderliche Umlegung der Fernwärme auf dem Schloßplatz (Süd) nicht enthalten sind.

toponauten landschaftsarchitekturGesellschaft mbH, Freising | 1. Rundgang	
BERLINER DOM

1200
LIEBKNECHTBRÜCKE

A
LAGEPLAN 1:250
LUSTGARTEN

B

743437

743437

33.80 32.45

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Café Belvedere

Sophora japonica

36.90 32.90

36.00

Wasseraustrittsfuge

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Das Wasserspiel des Fontänenfeldes ist aperiodisch in zwei Modi geschaltet. 5-7 Meter hohe Fontänen markieren zum einen den Raum auf Entfernung, während die geneigte Fläche über eine Wasseraustrittsfuge „geflutet“ werden. Die nasse Oberfläche erscheint temporär in spiegelnd kräftigen Farben des Plattenmaterials.

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36.50

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Nördlicher Schlossplatz
35.10

Gastronomie

Die gegen Osten blickende Seite präsentiert die‚ schöne Aussicht‘ in den Stadtpark und auf die Stadtsilhouette des gegenüberliegenden Spreeufers. Die breite mehrfach gefaltete Spreeterrasse bietet auf der oberen Ebene 36.80 niveaugleichen Anschluss an die Gastronomie im Humboldt-Forum und dient dieser als Außenbereich. Die unteren Ebenen konzentrieren sich in der Mitte zu einem Aufenthaltsbereich mit einladenden Sitzstufen. Die Treppen und Rampen zu beiden Seiten lassen Höhenversätze zur Spree angenehmem überwinden.

Sitzstufen

Hotspot 2

C
Portal V

Spreeterrassen 1:100

Hotspot 1

B

Café Belvedere

SPREE

D

Fontänenfeld 1:100
36.60 32.90

H
SCHLOSSBRÜCKE Zeitzeuge Ballhaus Verkehrsberuhigter Bereich - Belagsschwelle

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35.00 36.90

Spreeterrassen

Fontänenfeld Portal IV
35.50

U-Bahn

A
35.35

Schlüterhof

D
An lie feru ng
36.45

32.45

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Aufzug U-Bahn

Ha lte zo ne x Ta i+ Sig hts ee ing
35.35

HUMBOLDT - FORUM
36.50

RATHAUSBRÜCKE
36.50

SPREEKANAL

Portal I Sophora japonica

U-Bahn
35.40 35.55

Portal III Portal II
35.55

H

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Platz am Freiheits- und Einheitsdenkmal

rf Vo ah rt Gä ste
35.40

Aufstellbereich TV Südlicher Schlossplatz

Periskop Gotischer Keller SCHINKELPLATZ Freiheits- und Einheitsdenkmal

35.30

Verkehrsberuhigter Bereich Belagsschwelle Zeitzeuge Stadtmauer

Ailanthus altissima

B-S

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SCHLEUSENGARTEN

H

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Ailanthus altissima
Sitzbank

SCHLEUSENBRÜCKE

SCHNITT BB 1:100

Wassergebundene Wegedecke
Plattenbelag

Die geschlossenen Raumvolumen aus Ailanthus altissima ergänzen und ordnen die Stadtstruktur im südlichen Teil des urbanen Raums am Stadtschloss. Sie zeichnen sich durch einen abwechslungsreiches Form- und Farbspiel im jahreszeitlichen Verlauf aus.

Hotspot 3

Sitzen am Ufer 1:100

BERLINER DOM

Bestandsbäume aufgeastet

36.30 Bordstein 12cm

Liebknechtbrücke

36.20 Bordstein 12cm

36.90

Baumhain

HUMBOLDTFORUM

35.30

35.30

35.50 Bordstein 12cm

HUMBOLDTFORUM

Fontänenfeld

Schlossplatz Nord

35.30 Bordstein 12cm

LUSTGARTEN

SCHNITT AA 1:100

Variante oberirdische Stellplätze

Freiraumgestaltung Umfeld Humboldt-Forum | Ergebnisprotokoll	

1200

Leitidee / Konzept „Stadt ist ein Gewebe – ein Tuch – in Bewegung. Diese Bewegung orientiert sich an räumlichen und zeitlichen Ereignissen, welche im Rückschluss die grundlegenden Komponenten des Gedankens „Stadt” sind. Stadt ist somit Veränderung, Ereignis und Resultat.” Die Verfasser greifen Lefebvres 1974 geprägten Begriff vom „urbanen Tuch” („tissu urbain”) auf und wenden ihn auf ihren Entwurf an: Mit der Errichtung des HumboldtForums erhält das „urbane Tuch Berlins” einen neuen „Eindruck”, der einerseits auf die umgebende Stadt ausstrahlt und andererseits auf deren „urbanen Druck” selber reagiert. ”Das Gebäude mit seiner Bestimmung zieht die Stadt zu sich heran und wirft gleichzeitig an seinen Raumkanten „verdichtete - komplexere” Stadt in ihre Struktur zurück.” Gestaltung Die Verfasser unterscheiden „vier gerichtete Identitäten” der Plätze um das Humboldt-Forum. Diese entstehen, indem sich die „Raumvolumen der umgebenden Stadt in den Freiraum um das Humboldt-Forum entwickeln”. Hierbei „kommunizieren” einerseits die Plätze mit ihrem jeweiligen Gegenüber ohne es zu kopieren. Andererseits „strahlen die Raumecken faltengleich Fassettenreichtum in die Stadt zurück”. Diese Faltung, als „Synonym der vielschichtigen Veränderung” der Stadt, wird durch das Fugenbild des Bodenbelags abgebildet: Er besteht aus quadratischen Betonplatten in zwei Grautönen und in unterschiedlichen Größen, die mit einer kontrastierenden anthrazitfarbenen Fuge verlegt werden. Auf den Platzflächen herrscht das Format 120x120 cm vor, auf den Fahrbahnen von Schloßplatz (Nord) und (Süd) sowie dem Fahrstreifen Schloßplatz (West) das Format 60x60 cm. Diese Formate werden untereinander kombiniert und durch Formate mit den Kantenlängen 30 und 15 cm ergänzt. Verschnittflächen sind in Bernburger Mosaikpflaster gepflastert. Verbindendes Element ist weiterhin ein modulares Ausstattungssystem, das verschiedene Funktionen miteinander verbindet. Auf dem Schloßplatz (Nord) wird „die große Weite des Lustgartens” über den Straßenraum bis zum HumboldtForum weitergeführt, indem er als offener Freiraum gestaltet wird. Das Zentrum bildet ein Fontänenfeld im „Schnittpunkt der Straße Unter den Linden mit den Brunnenanlagen des Lustgartens”. Sein Wasserspiel wird in zwei Modi geschaltet: In einem markieren 5-7 m hohe Fontänen den Raum auf Entfernung. Im anderen wird das Feld temporär geflutet, wodurch das „Prozesshafte der Stadt und der Zeit-Raum-Bezug” verdeutlicht werden soll. Ein Hain aus Schnurbäumen führt im östlichen Platzbereich „das vegetative Raumvolumen” des MarxEngels-Forum auf den Schloßplatz. Der Schloßplatz (Süd) nimmt die Struktur „der von außen ankommenden Stadt” auf, indem ein Wechsel offener und geschlossener Raumstrukturen geschaffen wird:

In Verlängerung des Marx-Engels-Forums wird ebenfalls ein Baumhain aus Schnurbäumen angeordnet, während im Westen vor dem Humboldt-Forum und gegenüber der ESMT Götterbäume gepflanzt werden. Die Verfasser weisen darauf hin, dass beide Baumarten besonders gut an den Stadtklimawandel angepasst sind. Der Schloßplatz (West) wird als „repräsentative Kommunikationszone” zwischen Portal III und dem Freiheits- und Einheitsdenkmal bewusst frei gehalten, „um den beiden Protagonisten eine ungestörte Plattform zu bieten”. Nördlich, am Spreekanal und im Bereich der U-Bahnzugänge, wird das beschriebene modulare Freiraummobiliar eingesetzt. Das Spreeufer wird als „mehrfach gefaltete Spreeterrasse” ausgebildet. Von der oberen Ebene mit der „schönen Aussicht in den Stadtpark” (Marx-Engels-Forum) führen seitlich Treppen auf den „Promenadenabschnitt direkt an der Spree”. Von der Liebknecht- und Rathausbrücke ist die untere Ebene sowohl über Rampen- als auch über Treppenanlagen erreichbar. Historische Spuren (z.B. Domkirche, Neptunbrunnen, Palast der Republik) werden durch Sonderplatten aus Metall oder Naturstein auf dem Boden markiert. Einblicke in den gotischen Keller werden über ein Periskop ermöglicht. Funktion In den Platzbereichen Nord, Süd und West wird ein für den Ort entwickeltes modulares Freiraummobiliar aus Beton eingesetzt, das die Funktionen Sitzgelegenheit, Fahrradstellplatz etc. miteinander kombiniert. Durch die flexible Anordnung „wird die intuitive und fließende Orientierung der Verkehrsströme und Aufenthaltsbereiche” unterstrichen. Alle Verkehrsflächen sind als „shared space”, Fahrbereiche durch „Belags- und Bereichsschwellen” markiert. Die geforderten 22 Stellplätze werden jeweils quer zur Fahrbahn angeordnet (Schloßplatz (Nord): 12 Stück; Schloßplatz (Süd): 9 und 3 Stück). Die 329 geforderten Fahrradstellplätze werden dezentral nachgewiesen. Alle Flächen sind barrierefrei erschlossen. Die Entwässerung erfolgt über ein „Netz aus Punkten und Rinnen, Schwellen und Kanten dienen der Wasserführung“. Die funktionale Erschließung ist erfüllt bis auf die Aufstellflächen für den Mobilkran auf dem Schlossplatz (Nord) und die Standorte der Reisebusse auf dem Schloßplatz (Süd), die zu kurz bzw. gar nicht dargestellt sind. Hier kollidieren auch die 3 Pkw-Standorte mit den vorgegebenen Reisebusstandorten. Einige Baumstandorte sind problematisch in Bezug auf die Fernwärmetrasse auf dem Schloßplatz (Süd). Wirtschaftlichkeit / Realisierbarkeit Die vorgegebene Kostenobergrenze wird eingehalten.

ARGE ANNA VIADER- Städtebau Architektur Landschaft, Berlin / Astrid Bornheim Architektur, Berlin | 2. Rundgang	

1201

Variante oberirdische Stellplätze

Freiraumgestaltung Umfeld Humboldt-Forum | Ergebnisprotokoll	

1201

Leitidee / Konzept Dem Leitsatz folgend, dass „der Freiraum zum HumboldtForum war, ist und wird”, verstehen die Verfasser ihren Entwurf als „mise-en-scène der Spuren der Vergangenheit, der urbanen Räume der Gegenwart und der Handlungsräume von gesellschaftlichen Aktivitäten in Gegenwart und Zukunft.” Umgesetzt werden soll dies, indem historische Themen aufgegriffen und auf die „Anforderungen des aktuellen Städtebaus und auf die neuen Nutzungen ausgerichtet” werden. Das geschieht durch das Mittel der „Verschiebung” (z.B. Neptunbrunnen, der ”in eine zeitgenössische Wasserfläche transformiert und nach Norden verschoben wird“.) Die Gestaltung soll zur „Partizipation und Aneignung des Ortes” einladen und hierdurch „Optionen für Handlungsräume der Zukunft formulieren.” Städtebaulich will der Entwurf die Raumfolge der Museumsinsel mit ihrem „typischen Rhythmus von Bebauung und Freiraum fortsetzen, in dem jeder Einzelbaustein mit Orientierung, Geometrie und Achsen einer eigenen Logik folgt.” Gestaltung Entsprechend der oben genannten Raumfolge der Museumsinsel wird der Freiraum als „klarer Rahmen” gestaltet, der die „Logik des Humboldt-Forums aufnimmt”. Dieser Rahmen wird durch einen einheitlichen Bodenbelag aus „berlintypischen” Platten, Groß- und Kleinsteinpflaster aus Granit gebildet. Begrenzt wird er durch die Straßen Schloßplatz (Nord) und Schloßplatz (Süd) und den Fahrsteifen auf dem Schloßplatz (West). Es werden vier Stadträume unterschieden: Am Schloßplatz (Nord) wird „einer der ältesten Stadträume Berlins frei gespielt”. Durch die Platzierung eines Haines aus Ahornbäumen gegenüber dem Berliner Dom „wird die Verbindung zum Lustgarten bewusst offengehalten”. Die Bäume befinden sich in einer um 20 cm angehobenen rechteckigen Fläche mit einer 60 cm hohen Einfassung. Zum anderen wird gegenüber dem Lustgarten das Thema der Schlossterrassen zur „Inszenierung urbaner Aktivitäten in einen Bühnenraum verwandelt”: 33 Podeste in Sitzhöhe stehen für die freie Aneignung als Meetingpoint, Rastplatz, Speaker-Corner (z.B. für Touristenführer) zur Verfügung und sollen eine „neue Form von Öffentlichkeit im öffentlichen Raum” erzeugen. Auf dem Schloßplatz (Süd) wird im westlichen Bereich eine rechteckige Wasserfläche als Referenz an den Neptunbrunnen angeordnet, „deren Dimensionierung Platz für die Rekonstruktion des Brunnens” lässt. Indem die Wasserfläche in westliche Richtung verschoben wird, wird das „Freiheits- und Einheitsdenkmal und die Schlossachse freigespielt”. Die Wasserfläche wird von den Verfassern als „Handlungsfläche mit Aufenthaltsqualitäten” verstanden (kühlendes Wasser im Sommer, Eislauffläche im Winter). Eine Aufkantung um 45 cm dient als Sitzmöglichkeit. Im östlichen Platzbereich

werden Pkw- und Fahrradstellplätze angeordnet. Ein Platanendach vor der ESMT bildet die westliche Raumkante und wird als Pendant zum Wasserbecken verstanden. Die Gestaltung des Schloßplatzes (West) „unterstützt die Monumentalität des repräsentativen Eingangs des Humboldt-Forums, indem sie diesen Raum so frei und offen wie möglich lässt”. Die Fahrstreifen werden in der Materialität der existierenden Fahrbahnen Schloßplatz (Nord) und Schloßplatz (Süd) dargestellt, der Bereich bis zum Spreekanal analog der bestehenden Fußgängerbereiche. Das Spreeufer wird „als ruhige, großzügige Plattform interpretiert und als Ort mit Aufenthaltsqualität gestaltet”. Diese Plattformen sind im Anschluss an das Portal VI um 90 cm angehoben, auf der nächsten Ebene höhengleich mit dem Straßenraum im Norden und Süden, während die nächste Ebene 90 cm tiefer ist und somit ca. 5 m über der Wasseroberfläche liegt und sich auf das Marx-Engels-Forum ausrichtet. Im südlichen Bereich gelangt man über Treppenanlagen an die Spree und zur Unterquerung der Rathausbrücke. Auf den Plattformen sind Pflanzgefäße aufgestellt, die von den Besuchern bepflanzt werden können. Zu diesem Zweck werden im Bereich des Baumhains auf dem Schloßplatz (Nord) Automaten mit Blumenzwiebeln aufgestellt. Historische Spuren Spuren des historischen Raumes (z.B. Grundriss des Domikanerklosters, Emblem des Palastes der Republik) werden mit photochromatíscher Farbe auf dem Bodenbelag aufgetragen, wo sie erst bei Dunkelheit durch künstliche Beleuchtung (Mastleuchten im direkten Umfeld der Markierung) sichtbar werden. Funktion Für die Ausstattungselemente (Podest, Pflanzwiebel­ automat, Pflanzkubus, Leuchten) aus Messing wird eine gemeinsame Formensprache entwickelt. Neben den Podesten gibt es weitere Sitzgelegenheiten auf Aufkantungen (Wasserbecken, Baumhain) und Podeststufen (Spreeufer). Die geforderten 22 Stellplätze werden auf dem Schloßplatz (Süd) nachgewiesen (Breite: 3,0 m statt 3,50 m). Die geforderte Gesamtzahl von 329 Fahrradstellplätzen wird nachgewiesen. Die geforderten Stellplätze für Taxen und Reisebusse sind nicht dargestellt, aber funktional möglich. Der Teilbereich Spreeufer ist eingeschränkt barrierefrei erschlossen. Die Entwässerung ist nur kostenmäßig berücksichtigt. Die funktionale Erschließung ist berücksichtigt außer auf dem Schloßplatz (Nord) im Bereich des Baumhains (Feuerwehr, Mobilkran, Materialanlieferung). Wirtschaftlichkeit / Realisierbarkeit Bedingt durch die relativ hohen Kosten für Einbauten wird die vorgegebene Kostenobergrenze überschritten.

kiefer CS landschaftsarchitektur berlin, Berlin | 1. Rundgang	

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Freiraumplanerischer Entwurf M 1:250

Freiraumgestaltung Umfeld Humboldt-Forum | Ergebnisprotokoll	

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Leitidee / Konzept „Das Humboldt-Forum wird als Ort der pluralistischen, interkulturellen Diskussion ein Fenster der Demokratie und der Metropole Berlin zur Welt. Der Begriff Forum soll in einer breiten Auslegung der Definition sowohl als Gebäude der Kultur als auch als Freiraum verstanden werden.“ Damit die „städtebauliche Scharnierfunktion“ wieder wirksam wird, bekommt der Lustgarten ein „Gegenüber in Form der rekonstruierten Forumsfassade mit großzügigem Vorplatz und Reminiszenzen an die historischen Schlossterrassen.“ Die „sozialistische Achse (Fernsehturm / Marx-EngelsForum) des Rathausforums erhält durch das HumboldtForum einen würdigen Abschluss nach Westen.“ Durch die vom Verfasser so bezeichnete „Kartographie der historischen Spuren“ soll die Stadtmitte mit einer weiteren Bedeutungsebene bereichert bleiben. Gestaltung Das gesamte Umfeld des Humboldt-Forums soll in der Fortsetzung des Bodenbelags der Museumsinsel mit Kleinsteinpflaster im Verband „Berliner Passe“ belegt werden, so dass ein „einheitliches Raumkontinuum“ entstehen kann. Die gesamten Platzflächen werden vollflächig befahrbar und somit multifunktional nutzbar angelegt. Die Straßenzüge erhalten beidseitig Gehwege, die aus Bändern von zwei- bis dreireihig verlegten Charlottenburger Gehwegplatten bestehen. Der Bereich des ehemaligen Palastes der Republik hebt sich in Form einer Fläche aus großformatigen Natursteinplatten (125 cm x 250 cm) vom umgebenden Kleinpflaster ab. Hier sollen temporäre Veranstaltungen, mobile Aktivitäten und Versammlungen stattfinden können. Auf dem Schloßplatz (Nord) werden die Flächen der historischen Schlossterrassen in Form von handwerklich bearbeiteten Naturstein-Bodenplatten wieder erkennbar und bilden das Entrée zum Gebäude. Durch entsprechende Zuschnitte und Lasergravuren in den Plattenbelägen werden die Formen der ehemaligen Pflanzbeete und Pflaster-Ornamente wieder erlebbar. Die Bereiche der Schlossterrassen umlaufend wird eine niedrige Raumkante von 45 cm Höhe ausgebildet, die als Sitzkante dient. Seitlich, an den Gebäudeanschlüssen, verlaufen die Terrassen jedoch höhenbündig mit den übrigen Platzflächen. Als Begrünung werden mobile Pflanzkübel mit Buchsbaum-Formgehölzen im Bereich der ehemaligen Schlossterrassen aufgestellt. Im Vorbereich des Doms wird ein langgestrecktes SitzbankElement parallel zur Straßenflucht positioniert. Die barrierefreie Straßenquerung zum Lustgarten erfolgt über zwei Fußgängerfurten mit abgesenkten Bordsteinen. Ansonsten wird das Höhenprofil des Straßenzuges „Schloßplatz (Nord)“ mit dem begrenzenden Hochbord beibehalten. Am Schloßplatz (Süd) befinden sich im Bereich des ESMT zwei baumüberstandene Aufenthaltsbereiche

mit Naturstein-Bodenplatten und Sitzbänken. Diese „Lindenhaine“ sollen in Verbindung mit daran anbindenden Lindenalleen eine Verstärkung der Raumkanten bewirken. Der Schloßplatz (West) wird bis auf Fahrradständer am südlichen U-Bahnausgang von Einrichtungen freigehalten. Die Fahrstreifen sind mit abgesenkten Borden eingefasst. Das Spreeufer ist als Erholungsraum mit einer „steinernen Raumskulptur“ aus ineinander verschränkten Rampen und Treppen geplant. Die Uferkante der „Spreeterrassen“ wird von drei durchlaufenden Sitzstufen in einer Länge von über 130 Metern gebildet. Der Bodenbelag aus großformatigen Bodenplatten besteht ebenso wie die Treppen und Stützmauern aus Naturstein. In Ufernähe bietet ein weiteres Bankelement Sitzmöglichkeiten. Historische Spuren Durch abweichende Materialien hinsichtlich Format und Oberflächentextur in den Natursteinbelägen sollen verschiedene Zeitabschnitte der älteren und jüngeren Geschichte des Raumes ablesbar aufgezeigt werden. Der Bereich des ehemaligen Palastes der Republik erhält einen Bodenbelag aus großformatigen Natursteinplatten. Die Lage des Volkskammersaals ist durch eine andere Richtung des Plattenverbandes und eine Steinfuge von der Hauptfläche abgesetzt. Auch die Umrisse des Dominikanerklosters werden durch eine abweichende Oberflächentextur des Kleinsteinpflasters hervorgehoben. Naturstein-Sockel kennzeichnen die ehemaligen Standorte der Rossebändiger vor Portal IV. Die Sockel sollen zukünftig für temporäre Kunstinstallationen zur Verfügung stehen. Als „work in process“ können z.B. die Originalstandbilder durch Modelle zeitweise wieder sichtbar gemacht werden. Funktion Die oberirdische Anordnung der 22 geforderten Stellplätze erfolgt gebäudenah (8 Stück westlich und 14 Stück südlich des Gebäudes). Die geforderten 329 Fahrradstellplätze werden überschritten (Gesamtanzahl 358). Alle Platzbereiche sowie das Spreeufer sind barrierefrei erreichbar. Die funktionale Erschließung ist berücksichtigt bis auf den Rettungsweg im Nordwesten, in den ein Sitzelement ragt. Der U-Bahn-Lift wurde nicht dargestellt. Die Entwässerung soll über ein Raster aus Straßenabläufen erfolgen sowie „im Bereich der Plattenbeläge in seitlich angeordneten Schlitzrinnen“. Wirtschaftlichkeit / Realisierbarkeit Die vorgegebene Kostenobergrenze wird eingehalten.

[f] landschaftsarchitektur gmbh, Bonn | 2. Rundgang	

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Variante oberirdische Stellplätze

Freiraumgestaltung Umfeld Humboldt-Forum | Ergebnisprotokoll	

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Leitidee / Konzept „Platz schaffen“ lautet das doppeldeutige Motto zum vorliegenden Entwurf. „Im Kontext des räumlichen und vor allem baugeschichtlichen Verflechtungsraums“ soll das historische Vorbild „behutsam aber selbstbewusst neu interpretiert werden“. Die vier Teilräume des Schloßplatzes werden als Einheit gesehen und sollen mit dem nördlich angrenzenden Areal rund um den Lustgarten gestalterisch wie funktional verknüpft werden. Gestaltung Die Schaffung eines einheitlichen Stadtraums, der „in seiner Reduktion alle Möglichkeiten offen lässt“ wird mittels weitgehend einheitlicher Gestaltung der Oberflächen durch Kleinsteinpflaster in richtungslosem PasseVerband erreicht. Die Lenkung der Fußgängerströme entlang der Fahrbahnränder erfolgt durch Gehwegbänder aus 3-reihig verlegten großformatigen Charlottenburger Granitplatten. In die Pflasterflächen eingelegte Plattenbänder, die so genannten „Zeitbänder“, greifen historische Bezüge und Raumkanten auf und setzen lineare Akzente. Das Motiv der „Zeitbänder“ wird nördlich, südlich und westlich des Gebäudes sowie auf dem Domvorplatz thematisiert. Auf dem Schloßplatz (Nord) greifen längs der Gebäudefassade quadratische Vegetationsblöcke aus geschnittenen Eibenkörpern die Lage der ehemaligen Schlossterrassen auf. Hierdurch soll ein „gestalterischer Brückenschlag“ zum gegenüber liegenden Lustgarten entstehen. Das Gehölzthema wird auf die gesamte nördliche Gebäudebreite übertragen. Die Eibenblöcke sind von breiten Wegen aus großformatigen Granitplatten durchzogen und werden längs der Wege mit durchgehenden Granit-Sitzelementen eingefasst. Durch eine unterseitige Beleuchtung sollen die Einfassungen in der Nacht optisch „zum Schweben“ gebracht werden. Der einheitliche Pflasterbelag soll „einem Teppich gleich“ zwischen Schloß- und Liebknechtbrücke ausgebreitet werden. Die Verkehrsflächen bleiben durch längs der Straßen verlaufende Plattenwege und durchgehend abgesenkte Granitborde ablesbar. Die fußläufige Querung der Fahrspuren erfolgt in einer Breite von ca. 110 Metern. Der Schloßplatz (Süd) ist als offene, befestigte und vielseitig nutzbare Fläche angelegt. Die Verkehrsflächen sind in den Platzbelag integriert, die Vorflächen am Marstall und ESMT werden miteinbezogen. Die oben beschriebenen „Zeitbänder“ nehmen Bezug auf die südlichen Gebäudeportale. Ein großflächiger „Wasserteller“ mit Nebelspiel liegt bodenbündig im zentralen Bereich des Schloßplatzes. Die mit grauen Granitplatten belegte halbkreisförmige Fläche markiert den ursprünglichen Standort des Neptunbrunnens. An der Schleusenbrücke / Vorplatz ESMT sollen die PKW-Stellplätze unter einem Lindenhain untergebracht werden. Im Bereich Schloßplatz (West) „nimmt sich die Gestaltung des Außenraums vornehm zurück“. Die Nord-Süd-

Durchfahrt wird in Platzmanier gepflastert und lediglich durch Natursteinborde markiert. Zur Gewährleistung der Barrierefreiheit werden sämtliche Borde auf 3 cm abgesenkt. Der Uferbereich am Spreegraben ist nördlich des Freiheits- und Einheitsdenkmals bis hin zur Schloßbrücke als großzügige Pflanzzone ausgebildet. Bei der Gestaltung des Spreeufers orientiert sich der Entwurf an der architektonischen Konzeption des Gebäudes. Flächen östlich des Baukörpers werden als „städtische Promenade“ in wassergebundener Wegedecke ausgebildet. Parallel zum Ufer gestellte zwei- und dreireihige Lindenalleen greifen das Motiv der geschlossenen Baumreihen des Lustgartens auf. Unter dem Baumdach soll so ein Flanier- und Aufenthaltsraum entstehen. Die hoch aufgeasteten Linden nehmen das Achsmaß der modernen Ostfassade auf. Rampen- und Treppenanlagen sind nicht notwendig, da auf eine untere Ebene am Spreeufer bewusst verzichtet wurde. Historische Spuren Das „Zeitband“ im Bereich des ehemaligen Dominikanerklosters wird „wie ein Suchschlitz“ mit einer Glasabdeckung ausgebildet. Funktion Die oberirdische Anordnung der geforderten 22 Stellplätze erfolgt nicht gebäudenah im Bereich ESMT / Schleusenbrücke und macht eine Straßenquerung erforderlich. Die geforderte Gesamtzahl von 329 Fahrradstellplätzen wird um 91 Stück überschritten. Alle Platzbereiche sind barrierefrei erreichbar. Die funktionale Erschließung ist berücksichtigt bis auf die Standorte der Reisebusse im südöstlichen Bereich, die sich innerhalb des Straßenprofils befinden, sowie die Rettungswege vor dem Portal II, die durch den Nebelbrunnen eingeschränkt werden. Der Brunnen und die Baumpflanzung im Südosten stehen im Konflikt mit der Fernwärmetrasse. Im Nordwesten wird der Rettungsweg durch Fahrradständer und Pflanzungen verstellt. Nördlich des Gebäudes wurde die Gastronomiefläche nicht berücksichtigt. Die Entwässerung der Platzflächen erfolgt sowohl über Punkteinläufe als auch über in die „Zeitbänder“ integrierte Rinnen mit einer geschlitzten Abdeckung aus Naturstein. Wirtschaftlichkeit / Realisierbarkeit Die vorgegebene Kostenobergrenze wird eingehalten, wobei Kosten für eine ggf. erforderliche Umlegung der Fernwärme auf dem Schloßplatz (Süd) und für die Erhöhung der Uferwand nicht enthalten sind.

bb+gg arquitectes, Barcelona | 2. Rundgang	

1204

Variante oberirdische Stellplätze

Freiraumgestaltung Umfeld Humboldt-Forum | Ergebnisprotokoll	

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Leitidee/Konzept „Ein alles übergreifender Teppich“ wird geschaffen aus Streifen von Bernburger Kopfsteinpflaster, Natur- und Betonstein. Der entstehende Rhythmus nimmt gemeinsam mit den vorgeschlagenen Baumreihen Bezug auf die Hauptachsen des Humboldt-Forums.“ Die lineare Pflasterung des Platzes orientiert den Freiraum des Humboldt-Forums in die Freiräume der Museumsinsel. Ein niveaugleicher Übergang über die Straße Schloßplatz (Nord) wird mit Baumpflanzungen auf dem Mittelstreifen vorgeschlagen, als Verlängerung der Mittelpromenade Unter den Linden über die Schlossbrücke bis in Domhöhe weitergeführt. Baumpflanzungen vor dem Dom sind in das Pflanzraster integriert, die Flächen vor dem Domvorplatz werden durch Höhenanpassung neu geordnet. Gestaltung Der Freiraum um das Humboldt-Forum wird von der nördlichen Museumsinsel bis an die Fassaden des ESMT und des ehemaligen Marstalls mit Pflasterstreifen einheitlich gestaltet. Der nördliche Schlossplatz wird zu einem baumbestandenem Platz, die Achsen der Portale IV und V bleiben offen. Zum westlichen und östlichen Rand stehen die Baumreihen enger. Dieser „Filter“ vermittelt „zwischen den unterschiedlichen Volumen des Alten Museums und des Humboldt-Forums“. „Die rasterförmigen Baumreihen werden aus einer freien Kombination aus Eschen, Mehlbeeren und Judasbäumen entstehen.“ Auf dem Schloßplatz (Süd) ist ein besonderes Stadtmöbel vorgesehen, die von acht Felsenbirnen begleitet ist. „Volksbank“ bezeichnen die Verfasser die zwölf in einer Linie aufgestellten Bänke, deren räumlicher Abschluss durch zwei Pavillons gebildet wird. Zur Spree entsteht ein um wenige Stufen tiefer gelegener „Aussichtspunkt“ mit vier akzentuierenden Bäumen. Als Belagsmaterial ist hier Naturstein und Betonstein geplant. An der Schleusenbrücke soll durch die Aufspaltung in getrennte Fahrspuren der Straße Am Schloßplatz (Süd) eine baumbestandene Grünfläche entstehen, die „die westliche und südliche Platzfläche eindeutig miteinander verbindet.“ Der Schloßplatz (West) wird als mit großformatigen Betonplatten belegter Platz entstehen, „der Fahrverkehr wird soweit wie möglich vom Gebäude abgerückt.“ Die Fahrstreifen sind mit Hochborden begrenzt, der Übergang zum Freiheits- und Einheitsdenkmal niveaugleich. Zum Spreeufer wird eine durch vier Rampen und Treppen erschlossenen Ufergestaltung vorgesehen. Vor dem Portal VI liegen Treppenstufen in freien Längen in einer Rasenböschung. Nördlich des Fassadenbereiches führt eine gewinkelte Treppen- und Stufenanlage aus Betonstein zum unteren Promenadenniveau.

Historische Spuren Über dem Gotischen Keller ist eine begehbare Glasfläche vorgesehen, der Keller ist beleuchtet. Der Gedenksteinfund ‚umgebaut 1895‘ wird im Bereich des Rampenzuganges zum Einheitsdenkmal verortet. Funktion Als Aufenthaltsangebote gibt es auf dem Schloßplatz (Nord) 21 Sitzbänke, auf dem südlichen Schlossplatz, durch die Orientierung am längsten besonnt, werden Holzauflagen entlang der langen Bänke vorgesehen, die Sitzen und Liegen ermöglichen. Als Nutzung für die beiden Pavillons werden Café und Bar vorgesehen. Der westliche Schlossplatz bleibt vor dem Portal III ohne Sitzmöglichkeiten als Platz für „Event-Nutzungen (Wochenmarkt, Konzerte, Weihnachtsmarkt)“ frei. Die Verkehrsführung im Bereich Schleusenbrücke entspricht nicht den Vorgaben, auf dem Schloßplatz (West) sind keine Möglichkeiten für Stadtrundfahrtbusse und Taxen vorgesehen. Die geforderte Gesamtzahl von Fahrradstellplätzen ist um 81 unterschritten, die Stellplätze befinden sich entlang der Straße Am Schlossplatz (Süd) auf der südlichen Seite, eine Straßenquerung ist nötig. Die Rampen zur unteren Spreepromenade überschreiten mit Zwischenpodesten 6%, der „Aussichtspunkt“ ist nicht barrierefrei. Ebenso ist die Barrierefreiheit durch die Anlage von Hochborden auf dem Schloßplatz (West) eingeschränkt. Die Platzentwässerung erfolgt über Straßeneinläufe direkt in die Spree. Die Vorgaben zur technischen Ausstattung wurden berücksichtigt bis auf die Aufstellflächen für mobile Fassadenreinigung sowie Mobilkran auf dem Schloßplatz (Nord), Fluchtwegbereich am Spreeufer, Fluchtweg vor Portal II, Feuerwehrzufahrt vor Portal I. auf dem Schloßplatz (Süd). Baumpflanzungen im nordwestlichen Platzbereich erzeugen Konflikte mit der Fernwärmeleitung. Wirtschaftlichkeit / Realisierbarkeit Die vorgegebene Kostenobergrenze wird eingehalten, wobei Kosten für eine ggf. erforderliche Umlegung der Fernwärme nicht enthalten sind. Kosten für eine Neutrassierung der Straße Schloßplatz (Süd) im Bereich Schleusenbrücke wurden nicht berücksichtigt.

Levin Monsigny Landschaftsarchitekten GmbH, Berlin | 4. Preis	

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Variante oberirdische Stellplätze

Freiraumgestaltung Umfeld Humboldt-Forum | Ergebnisprotokoll	

1205

Leitidee/Konzept „Bühne der Welt“ nennen die Verfasser ihren Entwurf. Als „moderner Ausstellungs- und Veranstaltungsort wird das Humboldt-Forum ein weiterer Baustein der Berliner Museumsinsel“ nicht mehr „politisches Gegenüber“. Der gepflasterte Rahmen rund um das Humboldt-Forum „versinnbildlicht diesen Bedeutungswandel. Die differenzierte Ausgestaltung bildet eine Geste der Nähe und des Willkommens. Besondere Bedeutung kommt dabei den neu interpretierten ehemaligen Terrassen an der Nordseite des Humboldt-Forums zu“. Die Einordnung in den Freiraum der Museumsinsel wird durch die Materialität des fortgeführten Kleinpflasters, den niveaugleichen Übergang und die gewählten Bepflanzungen unterstrichen. Es entsteht eine einheitliche Platzfolge mit zwei „unterschiedlichen Atmosphären“, die Bezug nehmen auf die angrenzenden Freiräume: Der Blick von der Schlossbrücke ist von Linden gerahmt und gibt in der langen Perspektive zunächst die Westfassade frei, 13 Linden setzen die Bepflanzung entlang des Spreekanals fort. Der Übergang vom Werderschen Markt ist durch die Kaisereiche im Schleusengärtchen und ein Quadrat von 16 Linden nordwestlich der ESMT gefasst. Demgegenüber „prägen lockere Platanenpflanzungen den Freiraum entlang des Spreeufers“ und „verbinden sich mit dem baumbestandenen Marx-Engels-Forum“. Vor dem Dom stehen fünf, auf dem nordwestlichen Schlossplatz 12 und im weiteren Verlauf der Spree nochmals fünf Platanen. Gestaltung Großformatige Natursteinplatten umgeben den Neubau des Humboldt-Forums auf allen vier Seiten. Die Breite variiert: Im Norden nimmt der 20m-Plattenstreifen die Breite der ehemaligen Schlossterrassen auf, im Westen und Süden der 6m-Plattenstreifen die ehemaligen Vorgärten, entlang der Spree verjüngt sich der Plattenband von 16 auf 9 m und führt von der Fassade bis zur neuen Spreepromenade. Auf dem Schloßplatz (Nord) sind die ehemaligen Terrassen als „Bühne des multikulturellen Lebens“ neu erstellt. Sie sind etwa 80 cm erhöht und mit einem quadratischen Plattenornament belegt. Am Schloßplatz (West) und Schloßplatz (Süd) werden ca. 20 m lange Beton-Steinbänke mit Schriftintarsien aus Bronze vorgeschlagen. Die Zitate stammen von den Humboldtbrüdern. Die Fahrstreifen über den Schloßplatz (West) sind durch Pflasterrinnen vom Fußwegbereich abgegrenzt. Zur Spreeseite wird eine Promenade vorgesehen, die um 4,30 m tiefer liegt als die Platzfläche. Zur Überwindung des Höhenunterschiedes sind zwei 78 m lange Rampen und drei Treppenanlagen geplant. Während auf dem Platz Holzbänke vorgesehen sind, werden auf dem unteren Spreeniveau Steinbänke vorgeschlagen. Die

Platanen im Abschluss der Spreepromenade sollen an das ehemalige Schlossgärtchen erinnern. Historischen Spuren Zum Betrachten des Gotischen Kellers ist ein Periskop aufgestellt, der Neptunbrunnen ist durch eine Fontäne zitiert, die durch eine kreisrunde, niveaugleiche Natursteinplattenfläche gefasst wird. Funktion Die auf dem nördlichen Schloßplatz erstellten Terrassen bieten neben dem Angebot zum informellen Aufenthalt (Stufen) auch die Möglichkeit der „Bespielung“. Die Plattenquadrate sind zu öffnen und werden dann zu einem „definierten Hohlraum“, der durch einzelne Exponate als Vitrinen, zur Bepflanzung oder mit Licht inszeniert werden kann. Sitzmöglichkeiten sind an drei Fassadenseiten vorgesehen Die geforderten 22 Stellplätze befinden sich unter dem Lindenquadrat im südwestlichen Bereich und sind nur mit zusätzlicher Straßenquerung zu erreichen, die Baumpflanzung im Raster erscheint problematisch. Die 329 geforderten Fahrradstellplätze sind um 55 überschritten. Die Terrassen auf dem nördlichen Schlossplatz sind von Portal IV aus mit Rampen erschlossen, die Rampen zur unteren Spreepromenade überschreiten mit Zwischenpodesten 6%. Die Platzentwässerung erfolgt durch Pflasterrinnen und Hofeinläufe. Die funktionale Erschließung ist berücksichtigt bis auf die mobile Fassadenreinigung Schloßplatz (Nord) sowie Medienaufstellfläche Schloßplatz (Süd). Die Brunnenfontäne auf dem Schloßplatz (Süd) steht im Konflikt auf der Fernwärmetrasse. Wirtschaftlichkeit / Realisierbarkeit Bedingt durch die relativ hohen Kosten für befestigte Flächen wird die vorgegebene Kostenobergrenze überschritten. Kosten für eine ggf. erforderliche Umlegung der Fernwärme auf dem Schloßplatz (Süd) sind nicht enthalten.

Heinisch Landschaftsarchitekten, Gotha | 2. Rundgang	

1206

Variante oberirdische Stellplätze

Freiraumgestaltung Umfeld Humboldt-Forum | Ergebnisprotokoll	

1206

Leitidee / Konzept „Der vorliegende Entwurf (…) widerspiegelt die schon im Baukörper selbst ablesbare Verknüpfung von alt und neu, Rekonstruktion und Moderne, aufwendiger Repräsentation und zeitgenössischer Zurückhaltung.“ Die Verknüpfung des Schloßplatzes (Nord) mit dem Lustgarten und der Museumsinsel wird durch eine einheitliche Oberflächengestaltung der Gehwegsbereiche unter Einbeziehung der Fahrbahn herausgearbeitet. Der Querungsbereich reicht über die gesamte Breite des Lustgartens. Baumreihen sind gehwegsbegleitend am Dom-Vorplatz, westlich des Lustgartens, am Marstall und ESMT vorgesehen. Sie setzten sich in den angrenzenden Straßenräumen fort. Locker gestellte Bäume und eine Wiesenfläche am Spreeufer stellen Bezug zum gegenüberliegenden Marx-Engels-Forum her. Gestaltung Die Straßen Schloßplatz (Nord) und Am Schloßplatz (Süd) werden mit dunklem Granit-Großpflaster ausgeführt und mit einem 3 cm hohen Rundbord von den Gehwegen abgegrenzt. Die anschließenden Gehwege und Platzflächen sind mit dem gleichen Belag in einem helleren Farbton belegt. Die Fahrstreifen auf dem Schloßplatz (West) werden in gleicher Weise ausgeführt, allerdings ohne einen Farbwechsel im Belag. Auf der Nord-, Süd- und Westseite des Humboldt-Forums entsteht eine um zwei Stufen erhöht liegende Terrasse mit einem Pflasterbelag aus Bernburger Mosaik. Die Portale sind jeweils stufenlos von den Platzflächen erreichbar und durch eine Reihenpflasterung (Bernburger Mosaik in größerem Format) hervorgehoben. Gebäudeseitig werden Heckenblöcke angelegt (Buchs, Eibe, ca. 50 cm hoch), ein Wartungsstreifen am Gebäude dabei freigehalten. Auf dem Schloßplatz (Nord) und (Süd) wird der Umriss des Palastes der Republik mit einem 10 cm breiten, ebenerdigen Stahlband und „temporären Wasserspielen“ gekennzeichnet. Auf dem Schloßplatz (Nord) werden die Rossebändiger an ihren ursprünglichen Standort zurückverlegt. Die Heckenblöcke auf der neuen Terrassenanlage sind mit einer Sitzmauer aus Naturstein begrenzt. Im Belag auf dem Schloßplatz (Süd) sind lineare „archäologische Sichtfenster“ vorgesehen. Ihnen sind jeweils Sitzbänke zugeordnet. Im westlichen Bereich vor dem ESMT wird ein „Lapidarium“ vorgeschlagen. Querende Wege werden von Hecken und Sitzmöbeln begleitet. Das Portal III auf dem Schloßplatz (West) wird durch eine Ausdehnung des gebäudeseits verlaufenden Mosaikpflasters bis zur Fahrbahn betont. Nördlich des Freiheits- und Einheitsdenkmals wird die Setzung eines Solitärbaums vorgeschlagen. Es schließen sich Aufenthaltsbereiche mit Sitzelementen an. Sie sind zum Spreekanal ausgerichtet und durch Heckenblöcke von der rückwärtigen Straße abgegrenzt. In Nähe der U-Bahn Ausgänge ist jeweils ein „Infopoint“ platziert.

Am Spreeufer entsteht auf dem oberen Niveau am Belvedere der „Spreebalkon“ mit einer vorgelagerten Heckenreihe. Er ist durch Außengastronomie nutzbar und mit Sitzelementen ausgestattet. Es schließt sich eine als Böschung ausformulierte Wiese mit lockerer Baumpflanzung an, die „Grüne Welle“. Sie senkt sich hinab bis zur uferbegleitenden „Spreeterrasse“ (Plattenbelag aus Granit). Von Norden führt eine Rampe auf das untere Niveau, im Norden und Süden des „Spreebalkons“ jeweils eine Treppe. Den Treppen sind Bootsanleger vorgelagert „für den touristischen Schiffsverkehr“. Historische Spuren Die ehemaligen Schlossterrassen werden mit einer niedrigen Stufenanlage (anstelle der Balustrade) neu interpretiert. Am Portal IV sind die Rossebändiger zurückverlegt. Auf dem Schloßplatz (Süd) ermöglichen „Archäologische Fenster“ Einblick auf Befunde des Dominikanerklosters. Ein „Infopoint“ informiert über die ursprüngliche Lage und Bedeutung des Gebäudes. Vor dem ESMT wird ein Lapidarium vorgeschlagen. Dort können Skulpturen und Fragmente des Schlosses ausgestellt werden. Eine Karte am „Infopoint“ gibt Aufschluss über deren Zuordnung. Ein ebenerdiges Stahlband auf dem Schloßplatz Nord und Süd verweist auf den Palast der Republik. Auf dem Stahlband können z.B. „Themen zur Geschichte des Palastes“ in Form von Gravuren dargestellt werden. Funktion Sitzmöbel (mit Holzauflage und z.T. Lehnen) bieten Aufenthaltsmöglichkeiten auf allen vier Platzbereichen. Die geforderten 22 oberirdischen Stellplätze werden zugunsten einer „freien Platzgestaltung“ östlich des ESMT untergebracht (nicht gebäudenah, Straßenquerung notwendig). Haltestellen für die BVG (Schloßplatz (Nord) und (Süd)) für Taxen und Stadtrundfahrtbusse (Schloßplatz West) sind nicht dargestellt. Die geforderte Gesamtzahl von 329 Fahrradstellplätzen wurde um 249 unterschritten. Alle Platzflächen sind mit Ausnahme der neuen Schlossterrassen und der Portale I und II (Steigung über 6%) barrierefrei erreichbar. Die Entwässerung der Platzflächen erfolgt über Schlitzrinnen. Die funktionale Erschließung ist berücksichtigt bis auf die Fluchtwege am Spreeufer (von Heckenreihe und Treppe verstellt). Die Oberfläche der Straße Am Schloßplatz (Süd) wird mit Granit-Großpflaster neu befestigt. Zwei Sichtfenster im Bereich der Fernwärmeleitung auf dem Schloßplatz (Süd) erscheinen problematisch. Wirtschaftlichkeit / Realisierbarkeit Die vorgegebene Kostenobergrenze wird eingehalten, wobei Kosten für eine ggf. erforderliche Umlegung der Fernwärme auf dem Schloßplatz (Süd) und für eine Freilegung weiterer Befunde des Dominikanerklosters nicht enthalten sind.

ARGE Folkhart Ueberle Landschaftsarchitektur, Ottobrunn / Architekturbüro Mayer, München | 1. Rundgang	

1207

Variante oberirdische Stellplätze

Freiraumgestaltung Umfeld Humboldt-Forum | Ergebnisprotokoll	

1207

Leitidee / Konzept „Der Entwurf greift auf die historischen Ereignisse von Vergangenheit und Gegenwart im Wandel der Zeit.“ Von der Straße Schloßplatz (Nord) bestehen Sichtbeziehungen über den Schlossplatz (Nord), zur Spreeseite und auf den Schoßplatz (West). Eine verschwenkte Grundfläche um das Humboldt-Forum und die rückverlegten Rossebändiger nehmen mit ihrer Ausrichtung Bezug auf den Lustgarten. Durch einen einheitlichen Bodenbelag der Platzflächen und der Straße Schloßplatz (Nord) wird der Bezug zum Lustgarten zusätzlich gestärkt. An der Straße Am Schloßplatz (Süd) entsteht durch die Rückverlegung des Neptunbrunnens auf die Mittelinsel eines Kreisverkehrs ein neues Merkzeichen. Durch die Neutrassierung der Straße wollen die Verfasser einen „größeren Abstand von Fahrverkehr zu Schloss, Denkmal für Freiheit und Einheit und ESMT“ herstellen. Gestaltung Um das Humboldt-Forum legt sich eine leicht verdrehte, rechteckige Grundfläche aus grauen Granitplatten. Sie ist auf den Lustgarten ausgerichtet. Die Fläche wird von einem durchlässigen Rahmen (Rasen und Kieselstreifen) mit geschnittenen Eiben als Solitäre gefasst, die die barocke Fassadengestaltung des Humboldt-Forums „nachempfinden“. Innerhalb der rahmenden Eibenstreifen entstehen kleinteiligere Flächen, die gastronomische Nutzungen aufnehmen. Die Differenz der Anschlusshöhen an den Portalen I und II sowie IV und V wird jeweils über eine Treppe bzw. Rampe abgefangen. An die rechteckige Grundfläche schließt sich nach allen Seiten ein Belag aus gelbgrauen Granitplatten an („analog zur Farbgestaltung des Humboldt-Forums“). Die Verfasser betonen vier Portale in ihrer Verbindungsfunktion. Von dort führen anthrazitfarbene Plattenbänder in alle vier Himmelsrichtungen zu den angrenzenden Freiräumen. Auf dem Schloßplatz (Nord) reicht der Belag aus gelb-grauen Granitplatten nach Norden, unter Einbeziehung der Straße, bis zum Lustgarten und Dom-Vorplatz. Die Fahrbahn besteht aus einer Granit-Großpflasterzeile und liegt 2 cm unter Platzniveau. Im Querungsbereich „haben Fußgänger Vorrecht“. Auf dem Dom-Vorplatz wird die dortige Höhendifferenz durch niedrige Stufen abgefangen. Vier versetzt angeordnete Rasenstreifen mit Eiben-Solitären zitieren das bereits auf dem Schossplatz (Nord) eingesetzte Gestaltungselement. Einen östlichen Abschluss der Platzfläche am Schloßplatz (Nord) bildet ein Baumquadrat ausgestattet mit Sitzelementen. Am Schlossplatz Süd zieht sich der Granitbelag, unter Aussparung der Straße Am Schloßplatz (Süd), bis zu den Gebäudekanten des Marstalls bzw. ESMT. Ausgerichtet auf das Portal des ESMT führt ein breiter Übergang (Granit-Plattenbänder) über die Straße Am Schloßplatz (Süd) hinweg bis zum Denkmal für Einheit und Freiheit. Im Süden ist der Übergang durch zwei Baumsetzungen markiert. Westlich des Übergangs und an der Breiten

Straße wird jeweils ein Baumhain angelegt. Im Bereich des ehemaligen Dominikanerklosters ist ein „offenes Gotisches Feld“ verortet. Auf dem Schloßplatz (West) wird die Verbindung zwischen dem Humboldt-Forum und Denkmal für Einheit und Freiheit durch anthrazitfarbene Plattenbänder hervorgehoben. Fahrstreifen sind nicht vorgesehen. Am Spreeufer führt eine Treppenanlage, ausgehend vom oberen Niveau am Belvedere, auf den „Humboldt-Balkon“ auf mittlerem Niveau. Von Süden kommend bindet eine Rampe an dieses Niveau an und führt von dort weiter auf das untere Niveau, die „Spreepromenade“. Sie ist mit Sitzbänken ausgestattet. Von der Straße Schloßplatz (Nord) führt eine Treppenanlage auf das untere Niveau. Historische Spuren Der durchlässigen Rahmen mit geschnittenen Eiben soll die barocke Fassadengestaltung des Humboldt-Forums aufgreifen und thematisiert gleichzeitig die ehemaligen Schlossterrassen. Die Rossebändiger werden in leicht veränderter Position auf den Platz zurückverlegt. Auf dem Schloßplatz (Süd) entsteht ein „offenes Gotisches Feld“ und der Neptunbrunnen wird zurückverlegt (leicht nach Süden verschoben). Funktion Sitzbänke auf dem unteren Niveau des Spreeufers und entlang der Eibenblöcke bieten Aufenthaltsmöglichkeiten auf allen 4 Platzbereichen. 8 oberirdische Stellplätze sind auf dem Schloßplatz (Nord) in der Nähe des Spreeufers untergebracht (Zufahrt ist nicht dargestellt), 22 weitere im südwestlichen Baumhain vor dem ESMT (nicht gebäudenah, Straßenquerung notwendig, Einschränkung durch Bäume). Die geforderte Gesamtzahl von 329 Fahrradstellplätzen wurde überschritten. Alle Platzflächen sind barrierefrei erreichbar. Die Entwässerung ist nur kostenmäßig erfasst. Die funktionale Erschließung ist berücksichtigt bis auf die Eibenpflanzungen im Bereich von Aufstellflächen für die Feuerwehr (Schloßplatz West) und im Bereich von Fluchtwegen (Spreeufer). Auf dem Schloßplatz (West) ist keine Strukturierung der Laufflächen, Haltezonen und der Fahrstreifen vorgesehen. Das Spreeufer wird nur über eine von Norden kommende Rampe barrierefrei erschlossen. Die Straße Am Schloßplatz (Süd) wird abweichend von den Vorgaben mit einer gestreckten S-Kurve und einem Kreisverkehr neu trassiert. Wirtschaftlichkeit / Realisierbarkeit Bedingt durch die relativ hohen Kosten für befestigte Flächen wird die vorgegebene Kostenobergrenze überschritten. Kosten für eine erforderliche Umlegung der Fernwärme auf dem Schloßplatz (Süd) und für die Freilegung eines „offenen Gotischen Feldes“ sind nicht enthalten. Kosten für eine Neutrassierung der Straße Schloßplatz (Süd) mit einem Kreisverkehr wurden nicht berücksichtigt.

Müller-Born-Architekten, Kassel | 2. Rundgang	

1208

struktur der ge struktur der m

Tarnnummer

SYSTEM DER VERKNÜPFUNGEN

am anfang war die geteilte meinung.., ob ma im historischen stiel neu erbauen soll oder e zeitgemässer berliner stadt-architektur.
fahrräd. gestaltung angepasst an struktur anschlusszone

herausgekommen ist beides.

diese schlosssynthese nimmt nun ihre umge als selbstständiges element, in einer art selb transformation in beschlag und befreit sie da funktion der dienenden erweiterung und dem verdacht.
beh.

die geteilte meinung wird als symbolische st fläche eingeschrieben.
fahrräd.

auf der inhaltlichen ebene zum humboldtfor assoziation zum interkulturellen meinungsau die meinungsvielfalt hinzugefügt.

dort, wo geteilte meinungen nebeneinander können, ist logischerweise auch die freie me meinungsfreiheit garantiert. es wird somit ein bogen zum freiheits- und e geschlagen und dieses miteinbezogen.

die fläche wird selbst eine art denkmal an di

die neue einheit von humboldtforum, einheit neuen meinungsdenkmal hat jetzt an dieser stelle den angemessenen wert erhalten, aus und die notwendige inspirative ausstrahlung
spreebalkon beh.

eine strukturelle verbindung oder verknüpfun stadträumen wird nicht eingegangen.

da die fläche wie eine folie gedacht ist, aus nungen wie ein hologramm abbilden, bleibt vollkommen frei von aufbauten. nur das alle in der 3. dimension, etwa schilder, geländer halter.
gestaltung angepasst an struktur anschlusszone fahrräd.

zur spree gibt es eine erweiterung, den spre der auch von der gastronomie genutzt wird.

taxi beh.

bus

der belag besteht aus grossformatigen, durc platten, in 3 abstufungen. 2 in grautönen, 1 i

fahrräd. fahrräd.

bus

fahrräd.

bus

gestaltung angepasst an struktur anschlusszone

fahrräd. fahrräd.

gestaltung angepasst an struktur anschlusszone grünfläche

beh.

gestaltung angepasst an struktur anschlusszone

abgrenzungen für taxi, stellplätze behinderte stadtrundfahrten, werden mit kleinteiligem g kennzeichnet.

grünfläche

beispiel abgrenzungen stellplatz beh.

Variante oberirdische Stellplätze

Freiraumgestaltung Umfeld Humboldt-Forum | Ergebnisprotokoll	

1208

Leitidee/Konzept Die Verfasser erheben die „geteilte Meinung“ über die „Schlosssynthese“ zum Leitbild ihrer Arbeit und schreiben diese als „symbolische Struktur in die Fläche ein.“ Als eigenständiges Element soll es keine strukturellen Verbindungen oder Verknüpfungen mit umliegenden Stadträumen eingehen. Gestaltung Der Entwurf stellt das Humboldt-Forum auf einen einheitlich gestalteten Platz, die vier Platzbereiche erscheinen wie aufgehoben. Für die Verfasser werden die Oberflächen um das Humboldt-Forum zur „Folie, auf der sich die Meinungen wie ein Hologramm abbilden lassen“. Der Oberflächenbelag setzt sich aus großformatigen farbigen Betonplatten in drei Farbtönen (zwei Grautöne und Rosa) zusammen. Um das Gebäude des Humboldt-Forums wird ein einfarbiges „Plattenband“ gelegt, daran schließen lineare Plattenbänder im Wechsel der Grautöne mit einer nordsüdlichen Ausrichtung an. In diesen Plattenbändern liegen intarsienartige Quadrate, im farblichen Kontrast zum jeweiligen Plattenband. Markierungen und Abgrenzungen für Stellplätze, Busse und Taxi werden mit Granitpflaster gekennzeichnet. Im Bereich des Schloßplatzes (West) sind die Fahrstreifen dieser Rhythmisierung des Belages ebenfalls untergeordnet. Die Spreeuferzone wird etwas über dem Umgebungsniveau angehoben. Am Spreeufer ragt bzw. schwebt ein „Spreebalkon“ in den Flussraum der Spree. Hierzu fehlen genauere Angaben und Höhenkoten. Die Gestaltung im Bereich ESMT und Marstall sowie am Lustgarten erfolgt nach Aussage der Verfasser „angepasst an den vorhandenen Strukturen der Anschlusszonen“. Am ESMT sind ovale Grünflächen dargestellt. Historische Spuren Bezüge zu historischen Spuren sind nicht erkennbar. Das Aufstellen historischer Fragmente wird nicht thematisiert. Funktion Die Offenheit des Platzes lässt vielfältige Nutzungen zu, hierzu wurden aber keine Aussagen getroffen. Der Spreebalkon soll gastronomisch genutzt werden können. 14 Stellplätze sind an der Straße Schloßplatz (Nord) und Schloßplatz (West) vorgesehen. 8 Stellplätze befinden sich südlich des Freiheits- und Einheitsdenkmal an der Straße Schloßplatz (Süd). Bereiche mit funktionalen Vorgaben (Fahrräder, Bus, Taxi) werden schematisch rings um das Gebäude benannt, die geforderte Gesamtzahl von 329 Fahrradstellplätzen wurde nicht nachgewiesen. Die Zufahrt zum UG mit der Anlieferungszone Schloßplatz (Süd) ist nicht ausreichend berücksichtigt. Die Unterführung der Rathausbrücke entlang der Spree ist nicht an das obere Platzniveau angebunden. Soweit die Arbeit eine Beurteilung einzelner Kriterien zulässt, ist die funktionale Ausstattung berücksichtigt.

Wirtschaftlichkeit/Realisierbarkeit Die vorgegebene Kostenobergrenze wird eingehalten, wobei die Kosten für die Erhöhung der Uferwand nicht enthalten sind.

OK-Landschaft, München | 2. Rundgang	

1209

Variante unterirdische Stellplätze

Freiraumgestaltung Umfeld Humboldt-Forum | Ergebnisprotokoll	

1209

Leitidee/Konzept „Der Platz umschließt das Schloss und bindet es in allen Himmelsrichtungen ein.“ Die einzelnen Platzbereiche um das Humboldt-Forum sind offen und setzen mit dem Lindenhain im Nordosten, den umlaufenden „Terrassen“ und mit der Rampen- und Treppenanlage zum Spreeufer neue Akzente. Weitere Bäume sehen die Verfasser vor dem Dom mit einer neuen Stufenanlage vor. Der Übergang zum Lustgarten wird zwischen den Lichtsignalanlagen niveaugleich angehoben. Gestaltung Das Humboldt-Forum erhält umseitig „Terrassen“, die mit Granitplatten unterschiedlicher Formate belegt sind. Die Oberflächen der „Terrassen“ zeichnen den Rhythmus der Fassade nach und werden mit historischen Spuren überlagert (Proportionen und Formen vergangener Pflanzbeete). Auf dem Schloßplatz (Nord) gleichen die Terrassen den Höhenunterschied des Geländes aus und bilden eine nördliche Abschlusskante auf dem Platz. Über Rampen sind die Terrassen barrierefrei begehbar. Alle anderen „Terrassen“ sind niveaugleich mit dem Gelände ausgeführt und bilden einen Rahmen um das Gebäude. Der Platz, die Gehwegszone am Lustgarten und der Straßenabschnitt zwischen dem Lustgarten und Schloßplatz (Nord) erhalten ein Kleinsteinpflaster aus Granit. Im Querungsbereich der Straße wird die Oberfläche angehoben, niveaugleich mit den Plätzen, ein Tiefbord trennt die Fahrbahn von den Gehwegen. Die Unterbringung der Stellplätze für mobilitätseingeschränkte Besucher erfolgt in der Tiefgarage im Lindenhain. Der Schloßplatz (Süd) ist als offene Platzfläche ebenfalls mit einem Granitkleinstein gepflastert. Eine Baumreihe (Weiden) steht vor dem Marstall sowie ein Lindenhain vor dem westlichen Flügel des ESMT Gebäudes. Das ESMT Gebäude erhält über die westliche Zufahrt eine separate Vorfahrt vor dem Gebäude. Sie bindet an die Straße Schloßplatz (Süd) an. Die Fahrstreifen auf dem Schloßplatz (West) werden niveaugleich hergestellt und mit einem Tiefbord gefasst. Das Spreeufer erschließt sich von Norden über eine breite Treppe. Die Terrasse vor dem Belvedere wird durch eine Mauer abgefangen, Rampen führen von Süden und Norden hinunter ans Spreeufer. An der südöstlichen Ecke des Humboldt-Forums sehen die Verfasser drei Weiden auf dem Niveau der ansteigenden Terrasse vor. Die Uferzone erhält einen Belag aus Granit Kleinsteinpflaster. Historische Spuren Zum Betrachten des Gotischen Kellers ist ein archäologisches Fenster mit Glasabdeckung vorgesehen. Durch die Terrassen im Norden, Westen und Süden des HumboldtForums sowie Baumpflanzungen werden historische Spuren nachgezeichnet.

Funktion Verweilmöglichkeiten bieten die Terrassen und Sitzmauern auf dem Schloßplatz (Nord), sowie Bänke am Spreeufer und der Lindenhain vor dem ESMT Gebäude. Außengastronomie wird wie vorgesehen auf dem Schloßplatz (Nord), am Spreeufer und vor dem Marstall angeboten. Die geforderte Gesamtzahl von 329 Fahrradstellplätzen wird um 31 überschritten. Die funktionale Ausstattung ist berücksichtigt. Wirtschaftlichkeit/Realisierbarkeit Die vorgegebene Kostenobergrenze wird eingehalten.

ARGE tropos Garten- und Landschaftsplanung, Berlin | Dr.-Ing. Helmut Maier, München | 1. Rundgang	

1210

Variante unterirdische Stellplätze

Freiraumgestaltung Umfeld Humboldt-Forum | Ergebnisprotokoll	

1210

Leitidee / Konzept Die Verfasser stellen ihrer Arbeit eine Betrachtung zur Bedeutung der Museumsinsel voran: „Das Schloss kehrt – nunmehr ganz der Kunst gewidmet – zurück an den Ursprungsort der Museumsinsel. Die Schlossherren haben seinerzeit die Kunstsammlungen und 1830 den ersten Museumsbau in Preußen initiiert und gefördert. (...) Schinkels Anlage des Lustgartens mit seinen duftenden Anpflanzungen diente der Einstimmung des Publikums auf den Kunstgenuss.” Hieraus leiten die Verfasser ihr Planungsziel ab, „den grünen Raum des Lustgartens derart von Störungen zu befreien und zu stärken, dass das Schloss wahrnehmungsästhetisch näher an den nördlichen Teil der Museumsinsel herangerückt erscheint”. Eine weitere Entwicklungsrichtung sehen sie im Süden, wo sie die „solitäre Sonderstellung des ehemaligen Staatsratsgebäudes” hinterfragen. Ihr Leitbild ist „der grüne Raum des Lustgartens, der durch die dargestellten Baumpflanzungen, die Rasenparterres und die begrünten Spalierbauten erweitert und gestärkt wird.” Verkehrstechnisch nennen die Verfasser den Pariser Platz als Vorbild und sehen vor, den Lkw- und IndividualVerkehr zwischen Lustgarten und Humboldt-Forum „stärksten einzuschränken bzw. gänzlich zu unterbinden”. Für BVG-Busse und Taxen ist die Durchfahrt erlaubt. Mit Bezug auf das Vorbild des Grand Louvre in Paris machen die Verfasser einen Vorschlag außerhalb des Bearbeitungsgebietes: Der „Petit Louvre” ist eine unterirdische Verbindung zwischen Altem Museum und Humboldt-Forum mit Museumsshops etc., wodurch „die Archäologische Promenade” bis in die historischen Schlosskeller fortgesetzt werden soll. Gestaltung Das gesamte Umfeld des Humboldt-Forums erhält einen einheitlichen Belag aus Granitpflaster und wird auch durch das Schloss-Forum geführt. Als wichtiges verbindendes Element nennen die Verfasser weiterhin bepflanzte Terrassen, die das Humboldt-Forum wie ein “grüner Kranz” umgeben. Auf dem Schloßplatz (Nord) werden zur Erreichung des erklärten Ziels, den Freiraum zwischen dem Alten Museum und Humboldt-Forum “wieder als Einheit wirken zu lassen”, die Grünflächen des Lustgartens nach Süden erweitert. Die erhöhten Schlossterrassen sind von Sandstein-Balustraden eingefasst, auf der westlichen wird Außengastronomie angeboten. Der ehemalige Apothekerflügel wird als begrüntes Spalierhaus nachempfunden, da dieser eine „wichtige Funktion zur Platzbildung hatte”. Im Westen wird das Spalierhaus von einem Baumhain gerahmt, im Osten vom „Apothekergarten”. Auf dem Schloßplatz (Süd) wird an historischer Stelle eine „Brunnenanlage in den Maßen des Neptunbrunnens” platziert, wodurch eine Rückführung des Originals jederzeit ermöglicht werden soll. Zu beiden Seiten ist sie von Rasenbeeten mit Schmuckpflanzungen gerahmt.

Im Norden des Schloßplatz (West) wird der Kopfteil der Bebauung der ehemaligen Schloßfreiheit als Spalierhaus wiedererrichtet („niedrigeren Vordergrund vor dem dahinter aufragendem hohen Schloss”). Im Inneren steht Raum für Werbeflächen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz sowie 100 Fahrradstellplätze zur Verfügung. Am Spreeufer wird auf Ebene des Untergeschosses eine direkte Verbindung zu einer vorgeschlagenen Schiffsanlegestelle geschaffen. Treppenanlagen führen seitlich auf das Platzniveau. Durch diese Maßnahmen „wird auch der Wasserweg wieder Teil des Schlosses und dieser Teil des Spreewanderwegs schafft eine Verbindung zum Dom und zur gesamten Museumsinsel”. Historische Spuren Die Rossebändiger werden an ihren ursprünglichen Aufstellungsort zurückgeführt, die Adlersäule an der Schlossterrasse wiedererrichtet. Für die Platzierung der Brunnenanlage am alten Standort des Neptunbrunnens wird der Verlauf der Straße Am Schloßplatz (Süd) verändert. Funktion Die Gastronomie auf dem Schloßplatz (Nord) wird statt im Osten im Westen nachgewiesen. Pkw-Stellplätze werden in einer Tiefgarage angeordnet. Die Zufahrten erfolgen über das Spaliergebäude (Apothekerflügel) und von Süden über eine Zufahrt, die” im Zuge der Bebauung der Breiten Straße” entstehen soll. Vorgeschlagen wird die komplette unterirdischen Querung des Humboldt-Forums. Weiterhin werden hier 26 Busstellplätze angeordnet, „um das Halten und Parken von Touristenbussen im Lustgarten und die unzuverlässigen „Slots” zu vermeiden”. Es werden 300 Fahrradstellplätze benannt. 170 Stück in den beiden Spalierhäusern sind zeichnerisch nicht nachgewiesen. Die Vorgaben der Verkehrsführung werden auf Schloßplatz (Nord) und (Süd) nicht eingehalten. Das Spreeufer ist aus dem aus dem Freiraum heraus nicht barrierefrei erschlossen. Die Entwässerung erfolgt über Punkteinläufe (beispielhaft im Detail dargestellt). Die funktionale Erschließung ist nur bedingt erfüllt: Der 1,5 m breite Streifen entlang der Fassaden sowie die Aufstellflächen für Mobilkran und Materialanlieferung auf dem Schloßplatz (Nord) werden nicht freigehalten. Die Forderungen an Feuerwehraufstellflächen und Fluchtwege werden nur auf dem Schloßplatz (West) vollständig erfüllt. Die U-Bahn Ausgänge werden nicht berücksichtigt. Die Straßen Schloßplatz (Nord) und (Süd) werden entgegen der Vorgaben neu trassiert. Wirtschaftlichkeit / Realisierbarkeit Die relativ hohen Kosten für Baukonstruktionen und technische Anlagen können durch geringere Aufwendungen in anderen Kostengruppen ausgeglichen werden. Die vorgegebene Kostenobergrenze wird eingehalten, wobei Kosten für eine Umlegung der Fernwärme auf dem Schloßplatz (Süd) Straßenneutrassierungen und Tunnelbauwerke nicht enthalten sind.

bbz Landschaftsarchitekten, Berlin | 1. Preis	

1211

Variante unterirdische Stellplätze

Freiraumgestaltung Umfeld Humboldt-Forum | Ergebnisprotokoll	

1211

Leitidee / Konzept Aus Sicht der Verfasser entstehen mit der Errichtung des Humbold-Forums „vier deutlich gefasste Teilbereiche mit unterschiedlichen Ausrichtungen und städtebaulichen Bezügen“. Deren unterschiedliche Qualitäten wollen die Verfasser der Arbeit herausarbeiten. Wie im Lustgarten nach Ansicht der Verfasser bereits geschehen, soll das Umfeld des Humboldt-Forums „attraktiv und zeitgemäß” gestaltet werden, wozu „Raumfigurationen historischer Epochen aufgegriffen und zeitgemäß interpretiert” werden: Dies erfolgt durch die Wiederherstellung der historischen Raumgrenzen an Liebknecht- und Schleusenbrücke durch Baumhaine, die Schaffung einer Verbindung zum Lustgarten durch die „räumliche Konfiguration der Schlossterrassen”, die Wiederherstellung der linearen Platzgliederung auf dem Schloßplatz (Süd) sowie die Neuinterpretation des historischen Spreegärtchens. Gestaltung Verbindendes Element der Teilbereiche ist ein einheitliches Material für Belagsflächen, Mauern und „Bankmonolithe”: Die Verfasser schlagen als Material das heimische Sedimentgestein Dolomit vor, da es widerstandsfähig ist und sowohl mit der zukünftigen Fassade des Humboldt-Forums als auch mit dem Material des Lustgartens (Muschelkalk) harmoniert. Der Dolomit wird vorwiegend als Kleinsteinpflaster mit gesägter und sandgestrahlter Oberfläche verwendet und in Passe verlegt. Eine Ausnahme bildet die Fahrbahn auf dem Schloßplatz (Nord), wo das Material in Flucht des Lustgartens im Plattenformat verlegt wird (Höhenanschluss 3 cm unter dem der angrenzenden Platzflächen). Hierdurch soll „die räumliche Zusammengehörigkeit von Lustgarten und Schloßplatz unterstrichen und das barrierefreie Queren der Straße auf breiter Fläche ermöglicht werden”. Zur Verdeutlichung der räumlichen Beziehung des Schloßplatz (Nord) zu Lustgarten, Dom und Museumsinsel werden zwei pflanzliche Elemente verwendet: Im östlichen Bereich stellt ein Baumhain aus hoch aufgeasteten, lichten Schnurbäumen die Raumgrenze nach Osten wieder her (ehemaliger Apothekerflügel). Dieses Motiv wird vor dem Dom wiederholt. Vor der Fassade werden die Schlossterrassen als „vegetative Elemente neu interpretiert”, die von breiten, bis zu 80 cm hohen Dolomitmauern eingefasst und von barrierefreien flachen Rampen erschlossen sind. Sitzgelegenheiten und „hochwertige Staudenpflanzungen” schaffen ”einen herausgehobenen grünen Aufenthaltsort” mit verschiedenen Blickbeziehungen. Analog zum Schloßplatz (Nord) wird auf dem Schloßplatz (Süd) „die historische räumliche Konfiguration entsprechend den heutigen Gegebenheiten neu interpretiert. Schmuckbeete und Neptunbrunnen werden zu großen, skulpturalen Bankmonolithen umgedeutet, die die Platzflächen gliedern und die Portale des Gebäudes betonen.”

Als Pendant zum Schloßplatz (Nord) fasst ein weiterer Hain aus Schnurbäumen die westlichen Raumkante am ESMT / Schleusenbrücke. Der Schloßplatz (West) wird mit seinem einheitlichen Belag als „ruhiger Platzbereich” gestaltet, „der sich gegenüber den Bauten und der Kupfergrabenlandschaft zurücknimmt und diese in voller Pracht erstrahlen lässt“. Der Fahrstreifen ist um 3 cm abgesetzt. Das Schleusengärtchen wird über eine neue Treppe erschlossen und mit Bankelementen versehen. Hier wird auch der Gedenkstein für die Schleusenbrücke aufgestellt. Die obere Ebene des Spreeufers wird als „Spreebalkon” bezeichnet, von dem aus der östlich angrenzende Stadtraum überblickt werden kann. Die untere Ebene ist von der Straße Schloßplatz (Nord) und der Rathausstraße aus über barrierefreie Rampen zu erreichen, von der Liebknecht-Brücke außerdem über eine Treppenanlage. Eine „großzügige Sitzbank und eine malerische Trauerweide” bilden eine zeitgenössische Interpretation des historischen Spreegärtchens und ein Pendant zum Schleusengärtchen. Historische Spuren „Raumfigurationen historischer Epochen werden aufgegriffen und zeitgemäß interpretiert” (Schlossterrassen, lineare Gestaltung des Schloßplatz (Nord), Spreegärtchen) Funktion Als Sitzmöglichkeiten werden auf den Schlossterrassen Bänke mit Holzlattung und Lehnen, auf dem Schloßplatz (Süd) Bankmonolithen aus Dolomit angeboten. Schnurbäume wurden wegen „ihres malerischen Wuchses” als Baumart gewählt und da „die lichten Kronen gleichzeitig ein gewünschtes Maß an Transparenz und Durchblickmöglichkeiten auf die Schlossfassade gewährleisten”. Die geforderte Gesamtzahl von 329 Fahrradstellplätzen wird erfüllt. Die geforderten 22 Stellplätze werden unterirdisch angeordnet. Alle Flächen sind barrierefrei erschlossen. Für die Entwässerung sind Gefällerichtungen angegeben. Die funktionale Erschließung ist erfüllt, bis auf den geforderten 1,5 m Streifen entlang der Fassade auf dem Schloßplatz (Nord). Wirtschaftlichkeit / Realisierbarkeit Die vorgegebene Kostenobergrenze wird eingehalten.

Wettbewerb Freiraumgestaltung Umfeld Humboldt-Forum Berlin
Blatt 3 Blatt 4 161295 161295

Wettbewerb Freiraumgestaltung Umfeld Humboldt-Forum Berlin

Variante unterirdische Stellplätze

Armin Henne, Büro für Landschaftsarchitektur und Gartenkunst, Wuppertal | 1. Rundgang	

Belag: Splitt Mastix, hell

Freiraumplanerischer Entwurf 1:250

Detail Pflastermosaik: Lennéterrasse

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Planerisches Leitmotiv - Plan von Peter Joseph Lenné, 1847

Streifen: vierreihiges Pflasterband, dunkler Basalt, Steingröße ca. 4/4 cm Füllung: gemischte Pflasterfläche, hell, Plötzkyer Sandstein, Basalt, Marmor, Steingröße ca. 6/6 cm, auf passe verlegt, wilder, unregelmäßiger Verband

Freiraumgestaltung Umfeld Humboldt-Forum | Ergebnisprotokoll	

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Leitidee / Konzept Leitgedanke der Verfasser ist eine „Neuinterpretation der urbanen Situation … unter Berücksichtigung historischer Vorbilder … zu einem einheitlichen Erscheinungsbild“. Dabei wird auch das Uferareal östlich der Spree miteinbezogen. Die Gestaltung der Terrassen vor der nördlichen Gebäudefassade erfolgt unter Berücksichtigung der historischen Vorlagen und wird als inhaltliches Zentrum der Arbeit ausgewiesen. Gestaltung Die achsen- bzw. spiegelsymmetrische Ausrichtung des Schlosses wird in der Konzeption der Freianlagen aufgegriffen. Eine inhaltliche Verbindung zum Humboldt-Forum soll mit Symbolen aus „Humboldts Pflanzenkunde“ erzielt werden, die im Belag der Terrassenanlagen eingebracht werden. Die Zugänge zu den sechs Portalen werden durch Plattenflächen definiert. Zur Vervollständigung der „Ikonografie eines Schlosses“ ist östlich der Spree „spiegelbildlich zum Freiheits- und Einheitsdenkmal im Westen“ eine Orangerie angedacht. Die Außenfassaden des Humboldt-Forums werden durch einen umlaufenden Bereich intensiv ausgearbeiteter Flächenbeläge mit einer Gesamtbreite von ca. 20 Metern betont. Außerhalb dieses Bereiches schließen sich im Norden, Süden und Westen offen gehaltene Asphaltflächen an. Die Begrünung der Platzbereiche erfolgt durch mobile Kübelpflanzen wie z.B. Buchsbaumkugeln und Zitronen. Für den Schloßplatz (Nord) wird der Lenné’sche Terrassenplan von 1847 als Leitmotiv herangezogen. Die erhöhten Terrassen sind durch 5-stufige Freitreppen erreichbar und besitzen umlaufende Stützmauern und Balustraden. Die Belagsflächen der Terrassen werden mit historischen Pflasterornamenten aus Naturstein versehen. Alternierend zu den befestigten Flächen sind Vegetationsflächen mit Rasen-, Stauden- und niedrigen Heckenpflanzungen vorgesehen. Die fußläufige Querung der Straße Schloßplatz (Nord) erfolgt mittels zwei Übergängen. Auf dem Schloßplatz (Süd) findet das modifizierte Konzept der Nordseite in gespiegelter und gestalterisch reduzierter Form Anwendung. Die Beläge sind hier flächenbündig und barrierefrei eingebaut. Mosaikartige Einzelfelder aus verschiedenen Natursteinarten werden durch Rahmungen aus Sandsteinplatten eingefasst. Ornamental ausgepflasterte Felder wechseln mit großformatigen Sandsteinplatten (2,40 x 1,50 m) mit in Stein geschnittenen Pflanzenmotiven. In der Nähe der Rathausbrücke wir ein runder Brunnen angelegt. Die Straße Am Schloßplatz (Süd) wurde in ihrem Verlauf abgeändert. Der Schloßplatz (West) wird weitgehend offen gehalten. Zur Betonung der Gebäudefassade sind umlaufende Pflasterbänder aus verschiedenen Pflaster- und Plattenmaterialien unterschiedlicher Formate vorgesehen. Nördlich des Freiheits- und Einheitsdenkmals verläuft ein Band aus Plattenbelägen parallel zur Uferkante

des Spreekanals. In einem „Infopoint“ südlich von Portal III kann z.B. ein Schlossmodell ausgestellt werden. Der belagsbündige Fahrstreifen wird durch Poller markiert. Am Spreeufer befindet sich auf EG-Ebene eine große trapezförmige Terrasse mit einer zweireihigen Kübelbepflanzung. Die tiefer gelegene Uferzone erreicht man über eine langgestreckte Rampe und Treppenanlagen. Nördlich und südlich des Gebäudes schieben sich Aussichtsplattformen über die vorhandene Uferlinie der Spree. Historische Spuren An den Portalen II, III und IV sowie vor den Eingängen zum ehemaligen Marstall und zum ESMT sind neunarmige Straßenkandelaber in paarweiser Anordnung vorgesehen. Ein begehbares „Schaufenster“ erlaubt Einblicke in die Ausgrabungen des gotischen Kellers. Die Adlersäule mit historischem Kapitell sowie das Standbild Moritz von Oraniens werden an den Originalstandorten positioniert. Auch die beiden Skulpturen der Rossebändiger sollen auf Sandsteinpostamenten vor Portal IV wieder aufgestellt werden. Der Brunnen wird als „Zitat des ehemaligen Spreegärtchens“ verstanden Funktion Die PKW-Stellplätze sind unterirdisch untergebracht. Der dargestellte PKW-Lift entspricht hinsichtlich der Lage und Zufahrt nicht den Vorgaben und blockiert Rettungswege. Von den geforderten 329 Fahrradstellplätzen sind 320 vorgesehen, zu den Standorten finden sich keine Angaben. Alle Platzbereiche sind barrierefrei erreichbar, mit Ausnahme der „Lenné-Terrassen“ vor der nördlichen Gebäudefassade. Das Spreeufer ist nur aus nördlicher Richtung barrierefrei erschlossen. Zur „Ausweisung von Zonenübergängen“ wird ein Blindenleitsystem in die Belagsflächen integriert. Die funktionale Erschließung ist berücksichtigt, bis auf die im Norden liegenden Rettungswege und Aufstellflächen für Mobilkräne. Die Rampe zum Spreeufer ist mit ca. 1,8 m Breite zu schmal für Pflegefahrzeuge. Der U-BahnLift und die Zufahrt zur Anlieferung (UG) wurden nicht dargestellt. Die Anbindung an die Treppenanlage an der Rathausbrücke fehlt. Die Vorgaben zur Außengastronomie werden nördlich des Gebäudes nicht berücksichtigt. Die Entwässerung soll über Schlitzrinnen und Rigolen erfolgen. Die Straße Am Schloßplatz (Süd) wird entgegen der Vorgabe mit einer gestreckten S-Kurve neu trassiert. Die Lage des Brunnens auf dem Schloßplatz (Süd) in der Nähe der Rathausbrücke führt zu Konflikten mit der Fernwärmeleitung. Wirtschaftlichkeit / Realisierbarkeit Bedingt durch die relativ hohen Kosten für Baukonstruktionen wird die vorgegebene Kostenober­ grenze überschritten. Kosten für eine ggf. erforderliche Umlegung der Fernwärme auf dem Schloßplatz (Süd) sind nicht enthalten. Kosten für eine Neutrassierung der Straße Schloßplatz (Süd) wurden nicht berücksichtigt.

Atelier Sonnenseite, Stadtilm | 2. Rundgang	

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Variante unterirdische Stellplätze

Freiraumgestaltung Umfeld Humboldt-Forum | Ergebnisprotokoll	

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Leitidee / Konzept Als „Hauptelement des übergeordneten Konzepts für die Freiraumgestaltung“ entwickeln die Entwurfsverfasser „aus bestehenden stadträumlichen Bezügen“ abgeleitete Achsen, die die vier einzelnen, funktional unterschiedlich belegten Platzbereiche gliedern und „eine einheitliche Gestaltung des Gesamtplatzes“ gewährleisten sollen. Es soll „ein einheitliches Ensemble von Museumslandschaft“ und „ein unverwechselbarer Stadtraum“ geschaffen werden. Gestaltung Als verbindendes Gestaltungselement für die einzelnen Platzflächen schlagen die Verfasser eine einheitliche Platzmöblierung vor, die an diesem Ort „identitätsstiftend wirken“ soll. Sie besteht aus speziell für diesen Standort entworfenen Bankelementen, die mit jeweils einer Mastleuchte kombiniert werden und parallel zu den Gebäudefassaden positioniert werden. Auf dem Schloßplatz (Nord) wird als „räumliche und akustische Trennung“ zur Straße eine Achse aus einer zweireihigen Traubeneichenpflanzung (in den Randbereichen) und aus Wasserfontänen unterschiedlicher Höhe (im Mittelteil vor der Gebäudefassade) ausgebildet. Die ehemaligen Schlossterrassen werden leicht erhöht ausgebildet und erhalten eine umlaufende Begrenzung aus großformatigen Granitplatten. Als „deutlich formulierte, großzügige Straßenquerung“ zur raumübergreifenden Anbindung in Richtung Lustgarten wird der einheitliche Granitpflaster-Belag der Platzflächen in einer Breite von ca. 20 Metern durch eine Granitplattenfläche unterbrochen, die mittig auf die Gebäudeachse des Portals III ausgerichtet ist. Der Schloßplatz (Süd) erhält analog zur Gestaltung des nördlichen Platzes ebenfalls zweireihige Baumpflanzungen aus Traubeneichen am westlichen und östlichen Platzrand. Die Bäume stehen in rechteckigen Rasen-Hochbeeten mit umlaufender GranitSitzkante. Die durch diese Baumpflanzungen gebildete Raumachse wird vor der Gebäudefassade durch ornamental ausgebildete ebenerdige Pflasterflächen definiert. Diese, als „Schlossteppich“ bezeichneten Bereiche werden mit floralen Mustern gestaltet, die aus NatursteinMosaikpflaster in verschiedenen Farbtönen zusammengesetzt sind. Die Rahmung der „Schlossteppiche“ besteht aus großformatigen Granitplatten. Der Vorplatz von Portal II ist als eine in die umgebenden Pflasterflächen eingeschobene Granitplattenfläche ausgebildet, die in südlicher Richtung auf eine bodenbündige „Lichtskulptur“ am Originalstandort des ehemaligen Neptunbrunnens führt. Die Platzfläche Schloßplatz (West) erhält eine „schlichte Gestaltung, um Sichtbeziehungen freizuhalten“. Die Zonierung der Verkehrsflächen erfolgt durch einen Materialwechsel im Belag: während die umgebenden Platzflächen in Granitpflaster ausgeführt werden, wird die Verkehrszone Schloßplatz (West) sowie die Eingangszone vor dem Portal III mit Granitplatten belegt.

Parallel zur gesamten Gebäudefassade am Spreeufer bietet eine 9 Meter breite Terrasse auf der Geländehöhe des Eingangs Raum für Außengastronomie und Fußgängerverkehr. Über eine Freitreppe mit Zwischenpodesten gelangt man aus nördlicher Richtung auf die untere Terrasse am Ufer. Diese ist ebenfalls über zwei Rampen von Norden und Süden erreichbar. Seitlich der Rampen werden parallel zum Ufer Sitzgelegenheiten angeboten. Die Uferkante wird mit linear aufgestellten Magnolien in Pflanzkübeln betont. Der Bodenbelag der Uferterrasse („Belvedere“) ist als „Pflasterteppich“ analog zu den floralen Pflastermosaiken auf der Gebäudesüdseite ausgebildet. Historische Spuren Historische Eindrücke sollen durch südlich des Gebäudes positionierte „Periskope“ und „Pepper’s Ghost Cameras“ sichtbar gemacht werden (durch optische Illusionen erscheinen dem Betrachter dabei virtuelle Objekte). Die ehemaligen Schlossterrassen werden interpretiert. Der ehemalige Standort des Neptunbrunnens und der historische Vermessungspunkt (0-Punkt der Stadt Berlin) sollen durch eine (bodenbündige) Lichtskulptur bzw. durch „Pflasterspuren“ vermittelt werden. Funktion Als einheitliche Platzmöblierung kommen Bankelemente aus Holz mit drehbaren Rückenlehnen zum Einsatz. Das jeweils in die Bankelemente integrierte Lichtelement besteht aus Stahl mit einem goldfarbenen Schirm. Die Unterbringung der geforderten 22 Stellplätze erfolgt unterirdisch. Die geforderte Gesamtzahl von 329 Fahrradstellplätzen wurde um 29 Stück unterschritten. Alle Platzbereiche sind bis auf die leicht erhöhten Schlossterrassen barrierefrei erreichbar. Die Rampen zum Spreeufer sind zu steil ausgelegt. Die funktionale Erschließung ist berücksichtigt bis auf die Rettungswege im Norden, die durch die Fahrradständer am südlichen U-Bahn-Ausgang und z.T. durch die Fontänen behindert werden. Die Zufahrt zum PKWLift sowie die Anlieferung (UG) entsprechen nicht den Vorgaben. Die Reisebushaltestellen wurden in die Flucht der Zufahrt verschoben. Die Bushaltestellen des ÖPNV im Norden und an der südwestlichen Platzkante fehlen. Die Entwässerung soll durch Schlitzrinnen und Bodeneinläufe erfolgen. Die Lage des Baumblocks im Südosten (Schloßplatz (Süd)) steht in Konflikt mit der Fernwärmeleitung. Wirtschaftlichkeit / Realisierbarkeit Die vorgegebene Kostenobergrenze wird eingehalten, wobei Kosten für eine ggf. erforderliche Umlegung der Fernwärme auf dem Schloßplatz (Süd) nicht enthalten sind.

Andreas Geser Landschaftsarchitekten AG, Zürich | 2. Rundgang	

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Variante unterirdische Stellplätze

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Leitidee/Konzept „Gestalterische Grundidee ist die Projektion der barocken Hauptfassade mittels Wasserflächen auf den nördlichen Vorbereich des Humboldt-Forums. „Die Platzebene fungiert als Mittler zwischen den Formensprachen aus unterschiedlichen kulturellen Epochen. Die orthogonale Anordnung der Wasserfelder verweist auch auf die ehemaligen Schlossterrassen und deren ehemals feinteilige ornamentartige Gliederung. Durch die Spiegelung in den Wasserfeldern findet eine mehrfache Überlagerung von Urbild und Abbild statt.“ Schloßplatz und Lustgarten werden als zwei voneinander getrennte Freiräume aufgefasst. Der Lustgarten erhält einen südlichen Abschluss mit einer Lindenreihe. „Die räumliche Schließung und die vertiefte Lage zum übrigen Stadtraum unterstreichen die Typologie des kontemplativen Gartens.“ Die Straße Schloßplatz (Nord) erhält eine Asphaltoberfläche, ein Mittelstreifen ist nicht vorgesehen. Lockere Baumpflanzungen erstrecken sich an beiden Seiten der Spree und bilden eine Anbindung an die Grünflächen des Marx-Engels-Forums. Der Übergang zum Werderschen Markt ist durch einen Baumhain aus 20 Linden akzentuiert. Gestaltung Der Freiraum um das Humboldt-Forum wird von dem nördlichen Gehwegbereich der Straße Schloßplatz (Nord) bis Schloßplatz (Süd) mit großformatigen Natursteinplatten einheitlich gestaltet. Auf der Straße Schloßplatz (Süd) sind die Natursteinplatten jedoch kleinformatiger als auf der Platzfläche. Direkt um das Humboldt-Forum wird Natursteinpflaster verlegt, ebenso um die Gebäude des ESMT, des Marstalls sowie um das Freiheits- und Einheitsdenkmal.. Auf dem Schloßplatz (Nord) entstehen über 100 „Wasserspiegel“ in vier Reihen. Diese sind so flach, dass sie betreten und mit Fahrzeugen überfahren werden können. Sie sind in die Formate der Plattenoberfläche eingepasst (ca. 1,80x3,00 m). Richtung Spree wird ein Baumhain aus unterschiedlichen „nordamerikanischen“ Arten gepflanzt, insgesamt stehen 12 teilweise mehrstämmige Großbäume rund um das Zufahrtsgebäude zur Tiefgarage. Die Baumscheiben sind mit Gitterrosten abgedeckt. Der Schloßplatz (Süd) ist offen gestaltet, nur zur Spreeseite findet sich eine lockere Pflanzung von „asiatischen“ Bäumen. Über den Schloßplatz (West) führt ein 3m breiter Fahrstreifen, der westlich durch einen Hochbord und in Teilabschnitten zusätzlich durch Poller begrenzt. Der Bereich am Spreekanal und der Zugang zum Freiheitsund Einheitsdenkmal ist gepflastert. Zur Spreeseite wird eine Uferpromenade mit Asphaltoberfläche sowie einer „Kies-Chaussee“ entworfen“. Zwei Rampen erschließen den Bereich, von Norden und Süden sind Treppen geplant. 13 Bäume unterschiedlicher Art werden entlang der Promenade gepflanzt.

Historische Spuren In der Achse der Breiten Straße markiert ein Wasserbecken die Lage und Form des Neptunbrunnens. Funktion Der Schloßplatz (Nord) ist „bei unterbrochener Wasserversorgung“ auf den Wasserfeldern bei „verschiedenartigen Veranstaltungen und temporären Installationen bespielbar“. Sitzmöglichkeiten gibt es in den Baumhainen an der Liebknechtbrücke, der Rathausbrücke und der Schleusenbrücke sowie entlang der „Kies-Chaussee“ und am Spreekanal. Die Straße Am Schloßplatz (Süd) wird entgegen der Vorgaben mit einer gestreckten S-Kurve neu trassiert. Der Fahrstreifen über den Schloßplatz (West) ist nur 3m breit und durch ein Hochbord gefasst, wodurch Barrierefreiheit eingeschränkt ist. Die übrigen Platzflächen sind barrierefrei erreichbar. Die Haltepunkte für die Stadtrundfahrtbusse sind nicht eingehalten. Die geforderte Gesamtzahl von 329 Fahrradstellplätzen wurde um 55 unterschritten. Die westliche Zufahrt zur Tiefgarage auf dem Schloßplatz (Nord) fehlt, stattdessen erfolgt die Ein- und Ausfahrt über die verbreiterte östliche Spur. Die Entwässerung ist nur kostenmäßig erfasst. Die funktionale Erschließung ist berücksichtigt bis auf Fluchtwege am Spreeufer und Mobilkranflächen. Die Brunnenanlage und die Standorte einzelner Bäume an der Rathausbrücke stehen im Konflikt mit der Fernwärmeleitung. Wirtschaftlichkeit / Realisierbarkeit Bedingt durch die relativ hohen Kosten für befestigte Flächen wird die vorgegebene Kostenobergrenze überschritten. Kosten für eine ggf. erforderliche Umlegung der Fernwärme sind nicht enthalten. Kosten für eine Neutrassierung der Straße Schloßplatz (Süd) wurden nicht berücksichtigt.

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2.7	

Stellungnahmen der Sachverständigen

SenStadtUm X PI E 2 Frau Zimmer

27.12.2012  90139 (9139) 3820  90139 (9139) 3811

Wettbewerb Freiraumgestaltung Umfeld Humboldt-Forum
Bemerkungen zu den gesichteten Arbeiten : Die aufgestellten Arbeiten wurden unter folgenden Gesichtspunkten bewertet: - barrierefreie Wegeführung von der Rathausbrücke (Straßenniveau) zu dem SpreeUferweg in Fortsetzung der Brückenunterführung - Anbindung des unter der Rathausbrücke befindlichen Uferweges (Brückenunterführung) und Beibehaltung der Widerlagerkonstruktion der neu erbauten Brücke - Anmerkungen zu Entwürfen von neuen Ingenieurbauwerken (Stützmauern und Treppenanlagen) zum Spreeufer Die meisten Wettbewerbsentwürfe berücksichtigten eine barrierefreie Anbindung des Gehweges der Rathausstraße an das Spreeufer mittels Rampen. Parallel dazu wurden zusätzlich Treppenanlagen vorgesehen. Oft werden zur Sicherung der Geländesprünge (Höhenniveauausgleich von bis zu ca. 5 m zwischen dem Gelände Spreeterrasse und Uferweg) aufwendige Ingenieurbauwerke (hohe Stützbaumauern) vorgesehen. Neben den hohen Herstellungskosten für die Gewährleistung der Standsicherheit dieser Bauwerke durch aufwendige Gründungen in dem dort vorhandenem wenig tragfähigem Baugrund soll an dieser Stelle auch auf die daraus für die spätere Nutzung entstehenden hohen Unterhaltungskosten hingewiesen werden. Positiv bemerkenswert sind in diesem Zusammenhang Entwürfe, die massive Stützbaumauern vermeiden und den Höhenunterschied zwischen einem Spreeuferweg und der Terrasse vor dem Humboldt-Forum mit geneigten Grünflächen und darin integrierter barrierefreier Wegeführung (z.B. Tarnnr. 1204 u.1206) vorsehen bzw. mehrere Terrassen mit kleineren Höhenunterschieden und damit gefälligeren Brüstungsmauern (kleiner 1,5 m freistehende Höhe und damit kein Ingenieurbauwerk) nutzen. Einige Entwürfe ermöglichen keinen barrierefreien Zugang zu dem Spree-Uferweg und der Rathausbrückenunterführung (z.B. Tarnnr. 1175;1182; 1184; 1186; 1193; 1201; 1203; 1208 und 1210 ). Ein zusätzlicher Hinweis gilt Einbauten in den Spreeraum (Schiffsanlegestellen und Spreebalkon (1184; 1208)), die durch die damit verbundene Behinderung des Schiffverkehrs auf der Spree nicht umsetzbar sind.

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Wasser- und Schifffahrtsamt Berlin Mehringdamm 129 · 10965 Berlin

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Planen Bauen Wohnen Natur Verkehr IID 22 Am Köllnischen Park 3 10179 Berlin

Wasser- und Schifffahrtsamt Berlin Mehringdamm 129 10965 Berlin Ihr Zeichen Mein Zeichen 3715SB3-213.3-SOW/793 21.12.2012 Ralf Deppner Telefon 030 69532-335 Zentrale 030 69532-0 Telefax 030 69532-201 wsa-berlin@wsv.bund.de www.wsa-berlin.wsv.de

Offner Realisierungswettbewerb Freiraumgestaltung Umfeld Humboldt-Forum Vorprüfung und Preisgerichtssitzung Sehr geehrte Frau Rünz, anbei übersende ich Ihnen meine Stellungnahme mit der Bitte um Kenntnisnahme.

Tarnnummer 1174

Bemerkung

Aus strom- und schifffahrtspolizeiliche Sicht (§31 Bundeswasserstraßengesetz) genehmigungsfähig, keine Einwände Aus strom- und schifffahrtspolizeiliche Sicht (§31 Bundeswasserstraßengesetz) genehmigungsfähig, keine Einwände Spree (SOW): Uferabsenkung, Perspektive falsch. Aus strom- und schifffahrtspolizeiliche Sicht (§31 Bundeswasserstraßengesetz) genehmigungsfähig, keine Einwände Spreekanal(SpK): Plattform, Anzeige wäre nachträglich

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zu prüfen 1179 Aus strom- und schifffahrtspolizeiliche Sicht (§31 Bundeswasserstraßengesetz) genehmigungsfähig, keine Einwände Keine Höhen angegeben Absenkung Empfehlung 0,70 m über Bwo (oberer Bezugswasserstand)* Aus strom- und schifffahrtspolizeiliche Sicht (§31 Bundeswasserstraßengesetz) genehmigungsfähig, keine Einwände Spreekanal(SpK): Plattform, Anzeige wäre nachträglich zu prüfen Spree(SOW): Plattform, nicht genehmigungsfähig 1183 Aus strom- und schifffahrtspolizeiliche Sicht (§31 Bundeswasserstraßengesetz) genehmigungsfähig, keine Einwände Spree(SOW): 2 Wasserplattformen nicht genehmigungsfähig Aus strom- und schifffahrtspolizeiliche Sicht (§31 Bundeswasserstraßengesetz) genehmigungsfähig, keine Einwände Nicht prüfbar Aus strom- und schifffahrtspolizeiliche Sicht (§31 Bundeswasserstraßengesetz) genehmigungsfähig, keine Einwände Spree(SOW): Aussichtsplattform, darf nicht Auskragen. Aus strom- und schifffahrtspolizeiliche Sicht (§31 Bundeswasserstraßengesetz) genehmigungsfähig, keine Einwände Aus strom- und schifffahrtspolizeiliche Sicht (§31 Bundeswasserstraßengesetz) genehmigungsfähig, keine

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Einwände 1191 1192 1193 1194 Abstand Bäume? Keine prüfbaren Höhen Spree(SOW): keine prüfbaren Höhen angegeben Aus strom- und schifffahrtspolizeiliche Sicht (§31 Bundeswasserstraßengesetz) genehmigungsfähig, keine Einwände Aus strom- und schifffahrtspolizeiliche Sicht (§31 Bundeswasserstraßengesetz) genehmigungsfähig, keine Einwände Genehmigungsfähig, Spk: Bäume Bestand Genehmigungsfähig, Spk: Bäume Bestand Spk: Mindestabstand Bäume 6,0m Aus strom- und schifffahrtspolizeiliche Sicht (§31 Bundeswasserstraßengesetz) genehmigungsfähig, keine Einwände Aus strom- und schifffahrtspolizeiliche Sicht (§31 Bundeswasserstraßengesetz) genehmigungsfähig, keine Einwände Aus strom- und schifffahrtspolizeiliche Sicht (§31 Bundeswasserstraßengesetz) genehmigungsfähig, keine Einwände SOW: Treppe am Wasser – keine Höhen angegeben Aus strom- und schifffahrtspolizeiliche Sicht (§31 Bundeswasserstraßengesetz) genehmigungsfähig, keine Einwände Aus strom- und schifffahrtspolizeiliche Sicht (§31 Bundeswasserstraßengesetz) genehmigungsfähig, keine Einwände

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Aus strom- und schifffahrtspolizeiliche Sicht (§31 Bundeswasserstraßengesetz) genehmigungsfähig, keine Einwände SOW: 2 Bootsstege – nicht genehmigungsfähig – Abstand Bäume Spk?

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Aus strom- und schifffahrtspolizeiliche Sicht (§31 Bundeswasserstraßengesetz) genehmigungsfähig, keine Einwände SOW: Spreebalkon nicht genehmigungsfähig Aus strom- und schifffahrtspolizeiliche Sicht (§31 Bundeswasserstraßengesetz) genehmigungsfähig, keine Einwände Spk: Freihäuser: Mindestabstand 6,0m SOW: Anlegestelle- anzeigepflichtig, Genehmigungsfähigkeit wäre bei Antragstellung abschließend zu prüfen, Tendenz in Richtung Einzelgenehmigung (Charter) Antragstellung über Stiftung

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Aus strom- und schifffahrtspolizeiliche Sicht (§31 Bundeswasserstraßengesetz) genehmigungsfähig, keine Einwände SOW: Auskragung nicht genehmigungsfähig Aus strom- und schifffahrtspolizeiliche Sicht (§31 Bundeswasserstraßengesetz) genehmigungsfähig, keine Einwände Aus strom- und schifffahrtspolizeiliche Sicht (§31 Bundeswasserstraßengesetz) genehmigungsfähig, keine Einwände

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Freiraumgestaltung Umfeld Humboldt-Forum | Ergebnisprotokoll	

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Es wurden verschiedene Angaben zu den Wasserständen angegeben: * Maßgebende Wasserstände bezogen auf den UP Schleuse Mühlendamm Jahresreihe 2001 - 2010: HHW: 32,36m ü NHN (07.03.1946) NNW: 30,17m ü NHN (10.06.1918) NW: 30,70m ü NHN MW:30,78m ü NHN HW:31,25m ü NHN Maßgebende Wasserstände für den Neubau: min. OK Uferbefestigung = 0,70m ü. Bwo Bwo = 31,15m Link: www.wsa-berlin.wsv.de http://www.wsaberlin.wsv.de/service/gewaesserinfo/wasserstand/wasserstand.pdf Es wurde kein Höhensystem angegeben. Hinweis zum Genehmigungsverfahren: Die Planungen sind vorab auf die Genehmigungsfähigkeit mit dem WSA Berlin abzustimmen. Sollte es von Ihrer Seite aus hierzu Fragen sich ergeben, schicken Sie mir bitte eine Email. Ich wünsche Ihnen eine schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr 2013.

Mit freundlichen Grüßen Im Auftrag

Deppner
        
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