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Konservatorische / restauratorische Maßnahmen

Full text: Konservatorische / restauratorische Maßnahmen

Landesdenkmalamt Berlin
Leitfaden Konservatorische / Restauratorische Maßnahmen

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LEITFADEN ZUR ERSTELLUNG VON DOKUMENTATIONEN IN DER RESTAURIERUNG
KONSERVATORISCHE / RESTAURATORISCHE MAßNAHMEN

Stand Oktober 2011 Landesdenkmalamt Berlin
York Rieffel, Brigitta Hofer, Katja Schmeikal

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1.
1.1

INHALT ............................................................................ 3
DOKUMENTATION EINER MAßNAHME....................................................... 3
PROJEKTDATEN .................................................................................................... 4 BAU- UND OBJEKTBESCHREIBUNG .............................................................................. 4 AUFGABENSTELLUNG / ZIEL DER MAßNAHME ................................................................ 4 VORBEMERKUNG ZU DEN MAßNAHMEN ....................................................................... 5 MUSTER............................................................................................................. 5 MAßNAHMEBESCHREIBUNG ...................................................................................... 6 ZUSAMMENFASSUNG DER ERGEBNISSE ........................................................................ 6 ANHANG ............................................................................................................ 6

1.2

FOTODOKUMENTATION ....................................................................... 7

1.3

KARTIERUNG....................................................................................8
KARTIERUNGSGRUNDLAGE UND GRAFISCHE UMSETZUNG .................................................. 9

2.

FORM ........................................................................... 10
ORDNERRÜCKEN ................................................................................................. 10 INHALTSVERZEICHNIS ........................................................................................... 10 TITEL...... ........................................................................................................ 11 KOPFZEILE ........................................................................................................ 11 PROJEKTDATEN .................................................................................................. 12

3.

MATERIAL + MEDIEN ........................................................ 13
PAPIER.... ........................................................................................................ 13 DRUCKERTINTEN, TONER ...................................................................................... 13 DOKUMENTENHÜLLEN .......................................................................................... 13 DATEIFORMATE / SPEICHERMEDIEN .......................................................................... 14

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1. INHALT
Der „Leitfaden zur Erstellung von Dokumentationen in der Restaurierung“ des Landesdenkmalamtes von Berlin (LDA) zielt auf eine Standardisierung der Dokumentation von Untersuchungen und Konservierungs- / Restaurierungsmaßnahmen am Baudenkmal. Dieser Standard beinhaltet verbindliche Vorgaben zu Inhalt und Form einer Dokumentation und enthält eine Zusammenstellung der zeitgemäß wichtigsten Anforderungen. Entsprechend dem Berliner Denkmalschutzgesetz ist die Dokumentation Bestandteil der Gesamtleistung einer Maßnahme. Umfang und Inhalt orientieren sich im Einzelfall an der Aufgabenstellung. Die Dokumentation ist grundsätzlich als DIN-A4 Format anzufertigen. Für das LDA Berlin ist sowohl der Textteil als auch der Bildteil mit Fotos und Farbkarten als lose Blattsammlung in Klarsichthüllen im Ordner zu übergeben. Kartierungen und Pläne, gleich welchen Formates, sind wie Architektenpläne auf DIN A4 zu falten und ebenfalls in Hüllen abzuheften, um sie in die Gesamtdokumentation integrieren zu können. Für die Textdokumentation ist ein weißes Papier mit einem Mindestgewicht von 80g/m², für die Fotodokumentation von 120g/m² zu verwenden. Grundsätzlich erhält das LDA Berlin immer ein Original, eine Farbkopie und eine digitale Version (PDF- / PDF-A Format) der Dokumentation. Es ist ausnahmslos auf die Alterungs- und Archivbeständigkeit aller zur Verwendung gelangenden Materialien und Medien zu achten.

1.1 DOKUMENTATION EINER MAßNAHME
Die Dokumentation konservatorischer oder restauratorischer Maßnahmen beinhaltet die vollständige Beschreibung aller Eingriffe und Veränderungen am Objekt. Diese sind in verständlicher und nachvollziehbarer Form im Textteil der Dokumentation zu beschreiben. Komplexe Sachverhalte (bspw. Bauzustände, Befundüberschneidungen etc.) sind zum besseren Verständnis durch bildhafte Darstellungen (Abbildungen, Zeichnungen, Skizzen etc.) im Text sowie durch eine Fotodokumentation und - je nach Umfang - eine Kartierung zu ergänzen. Im Vorfeld ist zu klären, inwieweit bereits eine Untersuchung durchgeführt wurde. Das denkmalpflegerische und restauratorische Konzept bildet die Basis einer jeglichen Maßnahme und ist in der Ziel- und Aufgabenstellung zu formulieren.

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Die Dokumentation einer Konservierungs- oder Restaurierungsmaßnahme gliedert sich wie folgt: • Projektdaten • • • • • • • Bau- und Objektbeschreibung Aufgabenstellung / Ziel der Maßnahme Vorbemerkung zu den Maßnahmen Muster Maßnahmenbeschreibung Zusammenfassung der Ergebnisse Anhang

Projektdaten
siehe Kapitel 2. – Projektdaten (S.12)

Bau- und Objektbeschreibung
Die formale Beschreibung des Objekts ist übersichtlich und knapp zu erstellen. Sie enthält prägnante Informationen über den Standort (Berücksichtigung der prägnanten Einflüsse aus Umgebung und Umwelt), eine Beschreibung der (Bau-)formen, der Abmessungen, der gegenwärtigen Nutzung und des Erhaltungszustandes. siehe auch Denkmalliste bzw. Datenbank des Landesdenkmalamtes (LDA)
www.stadtentwicklung.berlin.de/denkmal/denkmalliste/index.shtml www.stadtentwicklung.berlin.de/denkmal/liste_karte_datenbank/de/denkmaldatenbank/index.shtml)

Angaben zur Restaurierungsgeschichte sind üblicherweise Bestandteil der bauhistorischen oder auch restauratorischen Voruntersuchung und beinhalten die Zusammenstellung und Auswertung von Quellen, Archivmaterial, Literatur und mündlichen Überlieferungen. Hier werden lediglich die für die Maßnahme relevanten Fakten aufgeführt.

Aufgabenstellung / Ziel der Maßnahme
Die denkmalpflegerische und / oder restauratorische Aufgaben- und Zielstellung einer Maßnahme sind konkret zu formulieren. Dabei sind die Ergebnisse einer Voruntersuchung grundsätzlich einzubeziehen. Sollten sich durch die erneute Auseinandersetzung mit dem Objekt weitere wichtige Erkenntnisse ergeben, sind diese konzeptionell zu berücksichtigen.

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Vorbemerkung zu den Maßnahmen
Alle Maßnahmen am Objekt sollten grundsätzlich auf einem denkmalpflegerischen bzw. restauratorischen Konzept basieren. Die Beschreibung der Ausführungsmethodik soll dem besseren Verständnis der Ergebnisse dienen. Sie umfasst eine Auflistung der angewandten technischen Hilfsmittel und die Beschreibung der durchgeführten Techniken und Verfahren. Je nach Umfang der Maßnahme ist ein Schadbildkatalog zu erstellen oder ein bereits vorhandener zu erweitern (siehe Anlage Formblätter). Befunde werden durchlaufend nummeriert und bedürfen zur Lokalisierung einer Kennzeichnung. Sie können mit den nachfolgend genannten Angaben identifiziert werden: Objektname, Bauabschnitt, Maßnahme, Lokalisierung, Datum und Angaben zur Arbeitsphase (Vor-, Zwischen- oder Endzustand = VZ, ZZ, EZ). Ein Maßstab ist nach Möglichkeit zu integrieren. Im Einzelfall sind Maßangaben zur Lokalisierung erforderlich.
Bsp. Befundkennzeichnung: Befundcode: Maßnahme: Objekt: Bauteil: Lokalisierung: Phase: AP- F / 3 / 2.OG / P6 EZ 10/2008

Restaurierung des Baudekors Admiralspalast Fassade Achse 3 / 2. Obergeschoss / Pilaster Nr. 6 EndZustand Oktober 2008

Muster
Die Anlage von Musterflächen zur Evaluierung geplanter Konservierungs- oder Restaurierungsmaßnahmen ist ein wichtiger vorbereitender Bestandteil aller Maßnahmen am Baudenkmal. Das Instrument erlaubt die Klärung technischer Fragestellungen und die Beurteilung des Erscheinungsbildes von Instandsetzungen und Restaurierungen mit allen Entscheidungsträgern zu erörtern und verbindliche Festlegungen vorzunehmen. Die Größe, Lage und Form der Musterflächen sind mit den Verantwortlichen abzustimmen und an repräsentativen jedoch unauffälligen Bereichen anzulegen. Von vorrangiger Bedeutung ist jedoch, dass mit frühzeitig geplanten Musterausführungen ein hohes Maß an Planungssicherheit und Substanzverträglichkeit erreicht werden kann. Wurden bereits in einer vorangegangenen Maßnahme Muster- bzw. Probeflächen angelegt, ist auf diese zu verweisen. Die Muster sind zu dokumentieren und die Benennung der Materialien und Mischungsverhältnisse bekannt zu geben.

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Maßnahmebeschreibung
Die Dokumentation der Maßnahmen beinhaltet aus Gründen der Nachvollziehbarkeit, die vollständige und systematische Beschreibung aller Eingriffe und Veränderungen am Objekt. Die einzelnen Arbeitsschritte sind präzise und verständlich textlich, fotografisch und ggf. auch grafisch darzustellen. Die durchgeführten Maßnahmen sind entsprechend der Werktechnik beispielhaft in ihrem Vor-, Zwischen- und Endzustand fotografisch zu dokumentieren. Alle zur Anwendung gelangenden Techniken, Verfahren, Materialien, Stoffe sowie Mengen und Rezepturen sind lückenlos aufzuführen und durch Technische Merkblätter zu belegen. Sämtliche Berichte vertiefender / erweiteter Untersuchungen müssen im Anhang der Dokumentation beigefügt werden. Die Ergebnisse sind im Text zu interpretieren und zu werten. Falls Abweichungen vom ursprünglichen Konzept oder den verbindlichen Mustern notwendig werden, sind diese schriftlich festzuhalten und zu begründen. Alle bearbeiteten oder veränderten Bereiche sind zusätzlich innerhalb einer Maßnahmekartierung grafisch zu dokumentieren.

Zusammenfassung der Ergebnisse
Die Zusammenfassung sollte die wesentlichen Punkte der Arbeiten (kritisch) darlegen. Die Maßnahmen sollten abschließend unter Aspekten der Nachhaltigkeit gewertet werden und ggf. eine Empfehlung zu notwendigen Inspektionen und / oder Wartungen beinhalten.

Anhang
Im Anhang werden alle Unterlagen, die nicht Bestand des erörternden Textteils sind, abgeheftet. Dazu gehören u.a. die Fotodokumentation, Pläne und Kartierungen sowie ggf. auch ein Literatur- und Quellenverzeichnis, aber auch externe Untersuchungsberichte, Protokolle und Korrespondenz. Der Anhang zur Dokumentation kann folgendes enthalten:
● ● ● ● ●

Fotodokumentation der Vor-, Zwischen- und Endzustände Produkt-, Materialangaben mit Verbrauch und Rezepturen S/W-Negative, Dias, Kontaktabzüge ggf. ergänzende Gutachten / Laborberichte Abbildungs-, Literatur- und Quellenverzeichnis

● ● ● ● ●

Maßnahmekartierung Technische Merkblätter Grundrisse / Pläne Leistungsverzeichnis Protokoll/Abnahmeprotokoll

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1.2 FOTODOKUMENTATION
Die Fotodokumentation ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Dokumentation. Sie visualisiert den Erhaltungszustand sowie Materialien, Bau- und Restaurierungsphasen als auch Schadensphänomene und ergänzt damit die Textdokumentation wesentlich. Form und Umfang sind zu Beginn der Maßnahme mit den Verantwortlichen abzustimmen. Vor der Maßnahme sind repräsentative, nach Möglichkeit allseitige und orthogonale fotografische Abbildungen des zu untersuchenden Objektes (bspw. Gesamtansichten) anzufertigen. Das Darzustellende ist vollformatig abzulichten. Dabei ist unbedingt auf eine Vergleichbarkeit des Bildausschnitts (VZ / EZ) achten. Eine Fotodokumentation wird unter dem besonderen Aspekt der Abbildungsqualität und Alterungsbeständigkeit hergestellt und daher wird neben der digitalen Fototechnik auch die Verwendung analoger Technik mit klassischen Schwarz-Weiß- oder Farbabzügen begrüßt. In Abhängigkeit vom Objekt und den Anforderungen sind sowohl Kleinbild, Mittel- und auch Großformate erlaubt. Digitale Aufnahmen sind grundsätzlich auf alterungsbeständigem PE-Papier auszubelichten (bspw. Kodak Endura) oder als Print auf archivbeständigem Papier ausschließlich mit Pigmenttinte (mind. 300 dpi) herzustellen. Die zu archivierenden Dateien sind im TIFF- Format oder auch JPEG 2000 zu speichern. Die Bilder sollten hoch aufgelöst und unkomprimiert mindestens eine Dateigröße von 5 MB haben!
Dabei sind die Metadaten 1 (Objekt, Beschreibung bspw. VZ / ZZ / EZ, Aufnahmedatum, Fotograf, Copyright ...) integraler Bestandteil der Bildinformation und sollten deshalb direkt mit den Objektdaten verbunden werden, um das Risiko eines Verlustes der Verbindung der Metadaten mit einem dazugehörigen Objekt zu minimieren.

Konventionelle Farbausdrucke mit Tintenstrahl- oder Laserdruckern sind zu vermeiden! Nur wirklich aussagekräftige Abbildungen sind in die Dokumentation einzufügen !

= Metadaten sind, eine digitale Ressource beschreibende und identifizierende Daten, die das Organisieren großer Datenmengen erleichtern. Sie enthalten strukturierte Informationen über digitale Objekte, ihre Beziehungen und Verknüpfungen und dienen z.B. der Identifizierung, der Auffindbarkeit, der Interpretation oder dem Nachweis der Authentizität sowie der Kontrolle der Nutzungsrechte. Sie sind eine wichtige Voraussetzung für die Verwaltung der Daten im Rahmen der Langzeitarchivierung. Metadaten von Dokumenten sind in vielen Dateiformaten eingebettet. Für die Objektcharakterisierung ist ein bekannter und weitverbreiteter Metadatenstandard auszuwählen, um die Datenmigration auch bei unterschiedlichen Betriebssystemen zu gewährleisten.
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Fotografische Abbildungen sind ausnahmslos als ausbelichtete Abzüge auf säurefreien Fotokarton (mind. 120 g/m2) zu montieren. Die Aufnahmen sind mit einer Beschreibung des Dargestellten zu versehen und sollten die folgenden wesentlichen Angaben enthalten:
● ● ● ●

Objekt Thema / Abbildung / Zustand (VZ, ZZ, EZ) Aufnahmedatum / Fotonummer Autor

Die Abzüge sind mit einem reversiblen, lösemittel- und säurefreien Fixiermittel zu befestigen und vorzugsweise in alterungsbeständigen Klarsichthüllen der Dokumentation beizufügen. Mit der Übergabe der Arbeit, gehen die Bildrechte an das LDA Berlin über. Das LDA verpflichtet sich den Urheber in einer Publikation namentlich zu nennen. Der Urheber hat weiterhin ein Nutzungsrecht seiner Abbildungen, die Weitergabe an Dritte bedarf jedoch der Zustimmung des LDA.

1.3 KARTIERUNG
Die Kartierung ist ein wichtiger Bestandteil einer Dokumentation. Sie ergänzt die schriftliche und fotografische Dokumentation und bietet vereinfachte und konzentrierte Überblicke zur Lokalisierung und Verteilung der Materialität, der Schäden und der durchgeführten Maßnahmen. Daher wird im Allgemeinen wird zwischen einer Bestands-, Schadens- und Maßnahmekartierung unterschieden. Die Maßnahmekartierung beinhaltet eine präzise grafische Darstellung aller durchgeführten Arbeiten am Objekt. Grundsätzlich nimmt sie unmittelbar Bezug auf eine vorangegangene Zustands- oder Schadenskartierung, kann diese aber nicht ersetzen. Es besteht die Möglichkeit einer Verknüpfung der Kartierung mit Aufmass- bzw. Abrechnungstabellen, um die Transparenz und Nachvollziehbarkeit einer Maßnahme zu gewährleisten. Die Kartierung ist während der Arbeiten am Objekt weiter fortzuschreiben. Sie ist als maßstäbliche, in seltenen Fällen auch als nicht maßstäbliche zeichnerische Bearbeitung auszuführen.

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Kartierungsgrundlage und grafische Umsetzung
Die Ausführung einer Kartierung kann auf Grundlage eines zeichnerischen Aufmasses, eines Messbildes oder einem entzerrten Fotos ausgeführt werden. Für die Lesbarkeit der Kartierung ist die fotografische Vorlage im Hinblick auf Helligkeit und Kontrast so anzupassen, dass die grafische Umsetzung der Kartierungslegende gut lesbar ist. Der Maßstab der Kartierungsgrundlage ist in Abhängigkeit der Größe des Objektes zu wählen, dabei ist bei größtmöglicher Information die Lesbarkeit zu gewährleisten. Sie ist im Vorfeld mit den Verantwortlichen abzustimmen. Für komplizierte detailreiche Objekte wie Wandmalereien oder Skulpturen wird ein Maßstab von 1:5 bis 1:10 empfohlen mit einer daraus folgenden Detailgenauigkeit von etwa +/- 0,5 cm. Baubefunde werden meist steingerecht vermessen und für deren Darstellung sind daher Maßstäbe zwischen 1:10 bis 1:50 sinnvoll. Als Datenformate für den Austausch und zur Speicherung von CAD-, Bild- und Grafikdaten eignen sich gegenwärtig sowohl das DXF- als auch das EPS-Format. Als Originalkartierung gilt die Druckversion mit abgehefteten Plänen, die sowohl als ausgedruckte computergestützte Kartierungen als auch als zeichnerische Handkartierungen abgegeben werden können. Die Kartierungsblätter müssen der Maßnahme eindeutig zuzuordnen sein und as solche auch separat gelesen werden können. Daher ist jedes Blatt mit eine Legende und einem Plankopf, mit allen objektspezifischen Angaben, zu versehen. Legende und Plankopf befinden sich bei einer Kartierung größer als DINA 4 in der rechten unteren Ecke, damit die spezifischen Angaben und das Kartierungsthema auch dann zu lesen sind, wenn das Blatt auf DIN A4 gefaltet und abgeheftet wird.

ADMIRALSPALAST, Berlin-Mitte
Fassade Planckstraße / Achsen 1 - 9 Instandsetzung 2007/2008

ZUSTANDSKARTIERUNG ACHSE 1
Firma: xy Restaurierungen, ... Berlin, Tel. Sept. 2007 1 : 25

Blatt Nr. 1

Bearbeiter

KARTIERUNGSLEGENDE

...

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2. FORM
Die Dokumentation ist grundsätzlich als DIN-A4 Format anzufertigen. Für das LDA Berlin ist sowohl der Textteil als auch der Bildteil mit Fotos und Farbkarten als lose Blattsammlung in Klarsichthüllen im Ordner zu übergeben. Kartierungen und Pläne, gleich welchen Formates, sind wie Architektenpläne auf DIN A4 zu falten und ebenfalls in Hüllen abzuheften, um sie in die Gesamtdokumentation integrieren zu können. Für die Textdokumentation ist ein weißes Papier mit einem Mindestgewicht von 80g/m², für die Fotodokumentation von 120g/m² zu verwenden. Grundsätzlich erhält das LDA Berlin immer ein Original, eine Farbkopie und eine digitale Version (PDF- / PDF-A Format) der Dokumentation. Es ist ausnahmslos auf die Alterungs- und Archivbeständigkeit aller zur Verwendung gelangenden Materialien und Medien zu achten ! Die Dokumentation dient der Erfassung und Vermittlung vielfältiger Informationen und setzt sich aus zahlreichen Komponenten zusammen. Um jeden einzelnen Bestandteil schnell und eindeutig einer Maßnahme zuordnen zu können, wird dieser mit Basis- oder auch Metadaten (siehe hierzu auch S.7 Fotodokumentation) versehen, welche die folgenden Informationen über das Projekt und das Dokument liefern kann: 1. 2. 3. 4. 5. Objektname mit Adresse und Inventarnummer / Nummer aus der Denkmalliste Bereich / Bauteil Maßnahme / Aufgabenstellung als Schlagwort Zeitraum der Maßnahme Auftragnehmer der Maßnahme und/oder Verfasser der Dokumentation

(Im Rahmen der Dokumentation in der Denkmalpflege dienen die Metadaten einer Maßnahme dazu, deren
zahlreiche Einzelkomponenten zu vernetzen und zu orten oder jeden einzelnen Bestandteil schnell und eindeutig einer Maßnahme zuordnen. Die Metadaten finden sich im Titelblatt, der Kopfzeile der Textdokumentation und der Bilddokumentation, den Planköpfen der Pläne und Kartierungen, den Befundetiketten und allen weiteren Beschriftungen, die eine eindeutige Zuordnung eines einzelnen Elementes zu einem bestimmten Projekt ermöglichen sollen)

Ordnerrücken
Auf dem Ordnerrücken sind im Hochformat in Anlehnung an das Titelblatt alle relevanten Informationen zum Bauvorhaben (Projekt, Maßnahme, Jahr, Verfasser, Auftraggeber) aufzuführen.

Inhaltsverzeichnis
Das Inhaltsverzeichnis ist ein Grundbestandteil der Dokumentation. Es ist darauf zu achten, dass die Gliederung eine übersichtliche und logische Struktur hat.

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Titel
Das Deckblatt oder Titelblatt verweist übersichtlich auf das Objekt, die Maßnahme und die Beteiligten. Beispiel: Admiralspalast
Friedrichstraße 101 10115 Berlin

Objekt:

Aufgabenstellung: Berichterstellung:

Instandsetzung und Restaurierung der Fassaden

August 2008

Auftragnehmer/Verfasser mit vollständiger Adresse:

Verfasser: Dipl. Rest. XY Berliner Str. , 10222 Berlin

Auftraggeber:

Auftraggeber: ABC GmbH Musterstr. 7, 10333 Berlin

Kopfzeile
Die Kopfzeile erscheint als Nachweis und Orientierungshilfe durchlaufend auf jeder Seite der Foto- und Textdokumentation mit Ausnahme des Titelblatts. Die Informationen der Kopfzeile (s. Beispiel) müssen auch im Plankopf der Kartierungen und Pläne zu finden sein, so dass alle Teile der Dokumentation eindeutig einer Maßnahme zuzuordnen sind. Beispiel:
Maßnahme: Blatt Nr. / Kapitel / Seite:

Instandsetzung Fassaden
Objekt: Admiralspalast Friedrichstr. 101 10115 Berlin Verfasser: Dipl.Rest. XY Berliner Str. 10222 Berlin Auftraggeber: abc Architekten Musterstr. 10333 Berlin

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Lokalisierung:

Thema / Kapitelüberschrift:

Bearbeitungszeitraum:

Sicherung Baudekor

April bis Juli 2008

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Projektdaten
Mit dem Projektdatenblatt werden Basis - Informationen in einer Übersicht aufgeführt. Das beinhaltet alle beteiligten Institutionen mit den zuständigen Ansprechpartnern sowie die wichtigsten Informationen zu den einzelnen Bestandteilen der Dokumentation.

OBJEKT / BAUGATTUNG: (ggf. mit Angabe der Denkmallisten–Nr.) BAUTEIL: ADRESSE: BAUZEIT / ARCHITEKT: MAßNAHME / AUFGABENSTELLUNG: ZEITRAUM: EIGENTÜMER*: AUFTRAGGEBER*: AUFTRAGNEHMER*: (mit Angabe der Mitarbeiter) AUSFÜHRENDE FIRMEN*: PLANUNG / BAULEITUNG / FACHBAULEITUNG*: DENKMALSCHUTZ*: BAUFORSCHUNG*: GUTACHTEN / ANALYSEN*: FORSCHUNGSPROJEKTE / DIPLOM-, MASTERARBEITEN u.ä. in Zusammenhang m. d. Maßnahme: VERFASSER DER DOKUMENTATION / DES BERICHTES: Anzahl der Exemplare – Original / Kopie Ort der Archivierung DATUM: ...

Der Eintrag ist unter folgender Adresse zu finden: http://www.stadtentwicklung.berlin.de/denkmal/denkmalliste/index.shtml

* immer mit Namen, vollständiger Adresse, Tel.-Nr. und Email der Ansprechpartner

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3. MATERIAL + MEDIEN
Grundsätzlich hat der Verfasser einer Dokumentation auf die Archivbeständigkeit der verwendeten Materialien und die Erfüllung der einschlägigen Normen zu achten. Alle zur Verwendung gelangenden und im folgenden genannten Materialien und Medien haben diesen Anspruch zu erfüllen!

Papier
Das verwendete Papier muss entsprechend DIN-ISO 9706 alterungsbeständig sein, d.h. säurefrei und ohne optische Aufheller.

Druckertinten, Toner
Bei Farbausdrucken mit Tintenstrahldruckern sind ausschließlich lichtbeständige Pigmenttinten zu verwenden! Konventionelle Farbausdrucke mit Tintenstrahl- oder Laserdruckern sind nicht erwünscht! Schwarzweiß-Fotokopien und Schwarzweiß-Computerausdrucke von Tintenstrahldruckern ebenso wie von Laserdruckern sind in der Regel alterungsbeständig, sofern entsprechendes Papier verwendet wurde. Bei Handkartierungen und -zeichnungen sind Lichtechtheit und Verträglichkeit mit dem Beschriftungsmaterial die wichtigsten Kriterien für ihre Beständigkeit. Aus diesem Grund sind Materialien mit lichtechten Pigmenten zu verwenden.

Dokumentenhüllen
Klarsicht- oder auch Dokumentenhüllen sollen neben dem Textteil vor allem den Abbildungsteil schützen, der sowohl Fotos als auch von Hand nachgemischte und aufmontierte Farbkarten enthalten kann und vor Verlust oder Verschmutzung schützt. Zur sicheren Archivierung kommen dabei nur Kunststoffe in Frage, die chlor-, schwefel-, und weichmacherfrei sind. Dazu gehören weichmacherfreie Polyester, reines Polyethylen und Polypropylen, wobei erstgenanntes sich durch besondere Klarheit und Beständigkeit auszeichnet.

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Dateiformate / Speichermedien
Das PDF bzw. aktuell PDF/A hat sich als Standard für die Präsentation von Grafik und Text durchgesetzt und ist als originalgetreue Wiedergabe mit allen gängigen Betriebsystemen zu öffnen. Bei Textverarbeitungsprogrammen ist die Verwendung von der gängigen Dokumentformate wie DOC, DOCX oder ODF und ggf. auch TXT zu empfehlen. Als Datenformate für den Austausch und zur Speicherung von CAD-, Bild- und Grafikdaten eignen sich das DXF- und das EPS-Format. Für die Erstellung von Datenbanken (Raumbüchern, Befundlisten ...) wird sich möglicherweise zukünftig das XML-Format durchsetzen. Für sämtliche digitalen Dateien sind archivfähige Speichermedien - in der Regel (gold-) beschichtete CD-ROMs oder DVDs (DVD-RAM) oder auch Wechseldatenträger (USB-Stick) - zu verwenden. Diese sind mit geeigneten, Materialien zu beschriften, so dass eine Zuordnung zu dem jeweiligen Projekt und der Maßnahme möglich ist. Bei der Anfertigung der Dokumentation ist immer auf die Verwendung von Standardformaten zu achten. Die finale digitale Version der Dokumentation ist ausnahmslos als PDF oder PDF/A Dokument zu erstellen!

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