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Standort Mitteldeutschland : Wirtschaft und Kultur in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen

Full text: Mittelpunkt Issue [7].2010 Standort Mitteldeutschland : Wirtschaft und Kultur in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen

Erfolgreiche Unternehmen für eine erfolgreiche Region
Das Standortmagazin der Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland
TM

perdata

ROHRLEITUNGSBAU

In  der  wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland  engagieren  sich  strukturbestimmende  Unternehmen  sowie  Kammern  und  Städte  aus  Sachsen,  SachsenAnhalt und Thüringen mit dem gemeinsamen Ziel einer nachhaltigen Entwicklung und Vermarktung der traditionsreichen Wirt  chafts  egion Mitteldeutschland. s r

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Standort Mitteldeutschland
Wirtschaft und Kultur in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen

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IMPRESSUM mitte l punkt – Das Standortmagazin der Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland Herausgeber: Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland GmbH | Nikolaistraße 28 – 32 | 04109 Leipzig Verantwortlicher: Prof. Dr. Georg Frank, 1. Vorsitzender des Vorstandes, Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland e.V. Redaktion: Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland GmbH | ABCreativ — Agentur für Text und Bild | Daniela Rutsch Redaktionsschluss: 31. August 2010 Texte: Daniela Rutsch | Mandy Schalast | Klaus Wurpts | Kai Bieler Grafik, Layout, Produktion: KOCMOC.NET Druck: Druckerei Thieme GmbH & Co. KG Bildnachweise Matthias Knoch: Titelbild | S. 2 – 3 | Aufmacher S. 8, 12, 16, 22, 28, 34 | Interviews: S. 35 – 41 | Grafiken: S. 17, 20 Dresden-Werbung und Tourismus GmbH, Sylvio Dittrich: S. 40 (1) Landesmarketing Sachsen-Anhalt GmbH | Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt | Juraj Liptak: S. 41 (2) LEG Thüringen: S. 40 (2) Pixelo.de: S. 10 (5) Punctum: S. 39 Q-Cells SE: S. 7 Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH: S. 40 (3), S. 41 (1)/(3) Wir danken unseren Mitgliedern und Partnern für die freundliche Überlassung der Abbildungen.

Magdeburg SACHSENANHALT Dessau-Roßlau Halle Erfurt ThüringEN Jena Leipzig Gera Chemnitz SACHSEN Dresden

Willkommen im neuen Mitteldeutschland!
Die traditionsreiche Kultur- und Wirtschaftsregion in den heutigen drei Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen knüpft im 21. Jahrhundert wieder an ihre Stärken an und präsentiert sich als moderner, dynamischer Standort mit hoher Lebensqualität. Mit erfinderischer Kreativität und großem Engagement haben die Menschen ihrer Region wieder eine neue Vision gegeben. Als Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland machen wir uns nach dem Prinzip „Erfolgreiche Unternehmen für eine erfolgreiche Region“ ebenfalls für diese Region stark, indem wir helfen, ihre „Stärken zu stärken“. Dies erfolgt im Rahmen des weltweit einmaligen „Clusterprozesses“, bei dem die Unternehmen mit Forschungseinrichtungen und begleitenden Institutionen aus den stärksten, miteinander verbundenen Branchen in gemeinsamen Netzwerkorganisationen über die Ländergrenzen hinweg gebündelt werden. Dies gibt der Region Profil. Auf den folgenden Seiten bieten wir Ihnen die Möglichkeit, alle „Stärken“ Mitteldeutschlands im anschaulichen Überblick kennenlernen. Dazu zählen unsere „Cluster“ wie Automotive, Energie/Umwelt, Chemie/Kunststoffe oder das „Solar­ valley“, aber natürlich auch unsere reiche Kulturlandschaft mit Bauhaus, Weimarer Klassik oder Malerstar Neo Rauch. Entdecken Sie den Standort Mitteldeutschland – Hier geht was!

Mit besten Grüßen, Hanka Fischer Leiterin Kommunikation, Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland GmbH

Wirtschaftsregion Mitteldeutschland

	 4	 Wirtschaftsregion Mitteldeutschland im Überblick Europas neue Mitte 	 8	 Automotive Cluster Ostdeutschland Mit neuem Antrieb 	12	 Cluster Biotechnologie–Life Sciences Ein Verbund fürs Leben 	16	 Cluster Chemie/Kunststoffe Hier stimmt die Chemie 	20	 Cluster Ernährungswirtschaft Erfolg ist mittelscharf 	22	 Cluster Energie/Umwelt Eine Region unter Strom 	25	 Cluster Solarwirtschaft Sonnige Aussichten

	28	 Cluster Informationstechnologie Quellcode der Zukunft 32		 Cluster Optoelektronik Jena Präzision weltweit 	33	 Cluster Mikroelektronik Silicon Saxony Kleiner, schneller, besser 	34	Kulturregion Mitteldeutschland Rastlose Ruhe – eine Rundreise 	42	DIE Wirtschaftsinitiative FÜR Mitteldeutschland 	44	Kontakte Region 		Impressum

europas neue mitte
Die Region Mitteldeutschland ist ein seit Jahrhunderten eng verflochtener Kultur- und Wirtschaftsraum in den heutigen Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Über die Landesgrenzen hinweg bekannt ist das weltberühmte kulturelle Erbe, das sich mit den Namen Luther, Bach und Händel ebenso verbindet wie mit der Dresdner Frauenkirche, der Himmelsscheibe von Nebra oder dem Bauhaus Dessau. Industrie und Handel ließen die rohstoffreiche Region ab Ende des 19. Jahrhunderts zu einem der wichtigsten Wirtschaftsstandorte Deutschlands und Europas aufsteigen.

Wirtschaftsregion Mitteldeutschland im Überblick

Die hochmoderne Infrastruktur mit enormen Kapazitäten verbindet das enge Metro­ olennetz und sorgt für eine optimale logistische Einbindung der Region in p die ­ uropäischen Nachbarzentren zwischen Berlin, Prag und Frankfurt/Main: neue e sechsspurige Autobahnen, ICE-Anbindung und ein 24h-Interkontinental-Flug­ a­ en h f in Mitteldeutschland.

Heute ist Mitteldeutschland aufgrund seiner zentralen Lage und der ausgezeichneten Infrastruktur die wich­ te Gateway-Region für den Austausch von tigs­ Wissen, Informationen und Gütern zwischen Westund Ost­uro­ a. In einem Radius von rund 100 km e p haben sich hier global agierende Unternehmen wie
4

­Porsche, BMW, Globalfoundries Inc., Dow Chemical, Bayer oder DHL sowie eine Vielzahl innovativer mittelständischer Unternehmen angesiedelt. So wird Mitteldeutschland zunehmend zum Dreh- und Angelpunkt des neuen Europas.

international gefragt: produkte und dienstleistungen aus Mitteldeutschland
Die internationale Wettbewerbsfähigkeit der mitteldeutschen Wirtschaft zeigt sich in der seit Jahren steigenden Exportquote. Der Anteil des Auslandsumsatzes am Gesamtumsatz des verarbeitenden Gewerbes in Mitteldeutschland ist auch angesichts schwieriger weltwirtschaftlicher Bedingungen seit 2008 stabil.

2009 2008 2006 2004 2002 2000 1997

29,5 % 30,7 % 29,8 % 26,3 % 25,5 % 21,4 % 16,5 %

Entwicklung der Exportquote (Anteil des Auslandsumsatzes am Gesamtumsatz) des verarbeitenden Gewerbes in Mitteldeutschland von 1994 – 2009 [ Quelle: Statistische Landesämter Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ]

1994 12,7 %

flexibler produktionsstandort
Gut ausgebildete, hoch motivierte Fachkräfte, wettbewerbsfähige Lohnstückkosten, eine dichte Wissenschaftslandschaft und eine gezielte Investitionsförderung machen Mitteldeutschland sowohl im innerdeutschen als auch im europäischen Vergleich zu einem attraktiven Produktionsstandort mit Wachstumspotenzial. Hier finden sowohl die klassischen Industriezweige wie der Automobil- und Maschinenbau als auch Hochtechnologiebranchen wie die Mikroelektronik, die Photovoltaik und die optische Industrie optimale Investitions- und Entwicklungsbedingungen.

positive umsatz- und beschäftigungsentwicklung: verarbeitendes gewerbe und industrie
In vielen nationalen und internationalen Rankings steht Mitteldeutschland dank seiner wirtschaftlichen Dynamik ganz oben. Während der vergangenen 15 Jahre konnten allein die Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe ihren Gesamtumsatz mehr als verdoppeln. Einige Branchen, beispielsweise die Chemieindustrie und die Photovoltaik, weisen alljährlich zweistellige Wachstumsraten aus.
112,9

120 100 80 60 40 20 1996 2001 2006

106

Umsatz in Mrd. € Beschäftigte in 10.000
51,3

43,4

2008

2009

Umsatz des verarbeitenden Gewerbes in Milliarden Euro [Quelle: Statistische Landesämter Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen]

Wirtschaftsregion Mitteldeutschland

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Top 12 Mitteldeutschland (Stand 2009)
1 VNG Verbundnetz Gas AG Leipzig 2 Total Raffinerie Mitteldeutschland GmbH Spergau 3 Dow Olefinverbund GmbH Schkopau 4 Volkswagen Sachsen GmbH (Zwickau/Dresden /Chemnitz) 5 Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH (LVV) 6 envia Mitteldeutsche Energie AG Chemnitz 7 BMW Werk Leipzig 8 Opel Eisenach GmbH Eisenach 9 E.ON Thüringer Energie AG Erfurt 10 Sachsenmilch AG Leppersdorf 11 ENSO Energie Sachsen Ost AG Dresden 12 Q-Cells SE Thalheim
[ Quelle: Fokus Mittelstand, Ausgabe Dezember 2009 ]

Bundesland
Sachsen Sachsen-Anhalt Sachsen-Anhalt, Sachsen Sachsen Sachsen Sachsen Sachsen Thüringen Thüringen Sachsen Sachsen Sachsen-Anhalt

Branche
Energie Energie Chemie­ industrie Automobil Kommunale Dienstleistungen Energie Automobil Automobil Energie Nahrungsmittel Energie Solar

Umsatz (Mio. €) Mitarbeiter
5.529 5.456 4.800 4.400 3.202 2.277 1.460 1.419 1.314 1.251 624 710 2.300 7.200 5.008 2.430 2.600 1.650 1.497 1.570 1.471 2.568

Mitteldeutschland 2015: Europa im Visier
„Mitteldeutschland zählt im Jahr 2015 zu den attraktivsten und innovativsten Wirtschaftsregionen in Europa und verbindet dynamisches Wachstum mit hoher Lebensqualität.“ So lautet die Vision der Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland. Der Zusammenschluss von mehr als 60 strukturbestimmenden Unternehmen, Kammern und Städten aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen hat sich das Ziel gesetzt, den länderübergreifenden Wirtschaftsraum zu entwickeln und zu vermarkten. Zu den Zielen des Netzwerkes regionaler Entscheider aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik gehören die Stärkung der Innovationsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen, der Aufbau selbsttragender, international wettbewerbsfähiger Cluster, die Erhöhung der Standortattraktivität für Investoren und Kreativkräfte und die Entwicklung einheitlicher wirtschaftlicher Rahmenbedingungen.

Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes 2000 – 2009
114

8,4 % Mitteldeutschland

4,8 % Deutschland

100 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009

Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes 2000 – 2009 (verkettet, preisbereinigt, Index: 2000 = 100 Prozent) [Quelle: Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung der Bundesländer]

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für eine gemeinsame Zukunft lernen: Wissenschaft und forschung im europäischen Maßstab
Eine an den Schwerpunkten und Zukunftsthemen der Industrie ausgerichtete Hochschul- und Forschungspolitik der Länder hat Mitteldeutschland zu einem der dichtesten Wissenschaftsräume in Europa werden lassen. 48 Hochschulen sowie weit über 100 Forschungseinrichtungen und -zentren – darunter 19 Fraunhofer-, 14 Leibniz- und 14 Max-Planck-Institute – zählt die Region. Die öffentlichen Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) liegen in Mitteldeutschland deutlich über dem gesamtdeutschen Durchschnitt und höher als in osteuropäischen Staaten wie Tschechien, Ungarn und Polen. Zahlreiche Kompetenznetzwerke und Kooperationsprojekte fördern den anwendungsorientierten Wissenstransfer zwischen Wirtschaft und Wissenschaft. Damit ist die Region auf vielen Gebieten bereits Vorreiter und knüpft erfolgreich an ihre großen wissenschaftlichen Traditionen des 19. und 20. Jahrhunderts an.

Universitäten | Fachhochschulen Hochschulen | Akademien Angewandte Forschung

die länderübergreifende Clusterentwicklung
Mitteldeutschland blickt in vielen Branchen auf eine lange und erfolgreiche Tradition zurück. Mit der Automobilwirtschaft in Eisenach und Zwickau oder der chemischen Industrie in Leuna und Bitterfeld zählte die Region schon zu Beginn des letzten Jahrhunderts zu den bedeutendsten Industriestandorten Europas und der Welt. Durch eine gezielte Entwicklung der wirtschaftlichen Stärkefelder wird daran heute angeknüpft. Der von der Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland initiierte Clusterprozess zielt auf die methodische Vernetzung derjenigen miteinander verbundenen Branchen mitsamt Forschungseinrichtungen, Zulieferern und Dienstleistern, in denen die Region über besondere Wettbewerbsvorteile auf länderübergreifender Ebene verfügt. Dies führt zu höherer Spezialisierung, niedrigeren Kosten und insgesamt höherer Wettbewerbsfähigkeit. Zudem bilden die Cluster ein attraktives Umfeld für Investoren. Info: www.mitteldeutschland.com

der Mittelstand von morgen
Auch für Existenzgründer und Ausgründungen aus Universitäten und Hochschulen bietet die Region exzellente Rahmenbedingungen. Der Mittelstand von morgen findet in Mitteldeutschland eine Reihe von Standortvorteilen wie flexible und schnelle Verwaltungsstrukturen, unterstützende Netzwerke und Partner sowie eine günstige Kostenstruktur bei Mieten und Grundstücken vor. Die Erfolgsgeschichten wie die von PC-WARE, Q-Cells, Funkwerk und anderen zeigen: Mit innovativen Geschäftsmodellen erobern junge Unternehmer aus Mitteldeutschland zunehmend Märkte und Kunden in aller Welt und werden so zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor der Region.

Wirtschaftsregion Mitteldeutschland

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Bis zum Jahr 2001 war hier, wo jetzt das moderne BMWWerk steht, ein riesiges Feld. Umsäumt von Hecken und Bäumen. Als Schüler hatte ich einen Ferienjob: Feldsteine lesen hinter einem Traktor mit Anhänger. So habe ich damals schon auf dem späteren Werksgelände mein erstes Geld verdient. Später erlernte ich den Beruf des KFZ-Elektrikers. Ich wohne in der Nachbarschaft des BMW-Werkes und konnte es von Anfang an entstehen sehen. Heute arbeite ich sozusagen ein zweites Mal auf diesem Boden. Aber diesmal in meinem Traumberuf.
Tino Lasch, Qualitätsmanagement Serienteile, BMW Werk Leipzig

MiT NEuEM ANTriEb
Die Automobilindustrie knüpft in Ostdeutschland an eine erfolgreiche Historie an. Durch die frühen Fertigungsstätten von DKW, Horch, Wanderer und Audi sowie durch den späteren Zusammenschluss zur Auto Union gilt die Region um Zwickau, Chemnitz und Gera bis heute als Wiege des Automobils. In der damaligen DDR blieben diese Zentren durch die Produktion von Trabant und Wartburg erhalten. Produktionsstandorte von Porsche und BMW um Leipzig, Opel in Eisenach, Mercedes-Benz in Ludwigsfelde sowie Volkswagen in Zwickau (Mosel), Chemnitz und Dresden lassen diese Region wieder zum wichtigen Automobilstandort im Herzen Europas wachsen. Ein dichtes Netz aus hochspezialisierten Zulieferunternehmen mit exzellent ausgebildeten Arbeitskräften bildet zudem das automotive Rückgrat Ostdeutschlands. Mit der professionellen Vernetzung der Zulieferindustrie schafft der Automotive Cluster Ostdeutschland eine Plattform für Kooperationen und Wissenstransfer zwischen den Unternehmen.

Automotive Cluster ostdeutschland

50.000 45.000 40.000 35.000 30.000 25.000 20.000 15.000 10.000 5.000 0 1997 2000 2003 2006 2008 2009

Anzahl der Beschäftigten in der ostdeutschen Automobilindustrie nach neuer Klassifikation WZ 2008, alte Zahlen sind nach WZ 2003 [ Quelle: Statistisches Bundesamt ]

die größten Automobilhersteller ostdeutschlands
Top 5 Ostdeutschland
1 Volkswagen Sachsen GmbH 2 BMW Werk Leipzig 3 opel Eisenach GmbH 4 Porsche Leipzig GmbH 5 Mercedes-Benz Ludwigsfelde GmbH
[ Quelle: Eigene Angaben der Unternehmen, Umsatzzahlen Stand 2009 ]

produzierte Fahrzeuge
212.000 Einheiten 138.000 Einheiten 133.000 Einheiten 34.560 Einheiten 31.929 Einheiten

Mitarbeiter
7.300 2.600 1.450 600 2.440

Automotive

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Ausgewählte Unternehmen der ostdeutschen Automobilbranche Volkswagen Motorenwerk Chemnitz ist Fabrik des Jahres 2009
Das Motorenwerk Chemnitz der Volkswagen Sachsen GmbH wurde von der Unternehmensberatung A.T. Kearney und der Fachzeitschrift „Produktion“ als „Fabrik des Jahres 2009“ in der Kategorie „Hervorragendes Innovationsmanagement“ ausgezeichnet. Die Volkswagen Sachsen GmbH beschäftigt 7.300 Mitarbeiter.

Sportliche Premium-Fahrzeuge aus Leipzig
Die Porsche Leipzig GmbH produziert mit mehr als 600 Mitarbeitern die Baureihen Panamera und Cayenne. Die moderne Modulfertigung und ein höchst dynamischer Fertigungsprozess ermöglichen eine flexible und bedarfsgerechte Produktion der Fahrzeuge – ganz nach den individuellen Wünschen der Kunden.

BMW-Werk wird Kompetenzzentrum für Elektrofahrzeuge
Im Werk der BMW AG in Leipzig werden täglich bis zu 700 Fahrzeuge der 3er Reihe, der 1er Reihe und des BMW X1 gefertigt. Zukünftig wird das Werk das BMW-Kompetenzzentrum für Elektrofahrzeuge bilden. Ab 2013 wird hier das „Megacity Vehicle“ vom Band rollen.

Neue „Ideen für Antriebe“ aus Haldensleben
Die IFA Rotorion Gruppe entwickelt und produziert am Standort Haldensleben unter anderem gewichtsoptimierte Gelenkwellen sowie Gelenke für front-, heckund allradgetriebene PKW sowie leichte Nutzfahrzeuge namhafter OEMs. Mit seinen innovativen Produkten sorgt der größte Hersteller von Kardanwellen in Europa dafür, dass sich mehr Fahrkomfort und weniger Kraftstoffverbrauch nicht ausschließen müssen.

Ausgewählte Automobil-Kompetenzzentren in Ostdeutschland
Institut für Automobiltechnik Dresden Technische Universität Dresden www.ivk.tu-dresden.de Institut Fahrzeugtechnik Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden www.fif.mw.htw-dresden.de Institut für Mechatronik Technische Universität Chemnitz www.tu-chemnitz.de/ifm Institut für Kraftfahrzeugtechnik Westsächsische Hochschule Zwickau www.fh-zwickau.de/ifk Fachgebiet Kraftfahrzeugtechnik Technische Universität Ilmenau www.tu-ilmenau.de/kft INFERTA – Institut für Fertigungstechnik im Automobilbau GmbH Magdeburg www.inferta.de CCC – Creativitäts- und Competenz-Zentrum Harzgerode www.ccc-harzgerode.de Lehrstuhl Konstruktion und Fertigung Brandenburgische Technische Universität Cottbus www.kuf.tu-cottbus.de Fachbereich Maschinenbau Fachhochschule Stralsund www.fh-stralsund.de

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gemeinsam vorankommen
Aluminium Elektrik / Elektronik

Powertrain

ACod
Leichtbau / Exterieur Interieur
Der Automotive Cluster Ostdeutschland (ACOD) bündelt die Kompetenzen und Aktivitäten seiner Mitglieder in fünf Kompetenzclustern. Damit sollen technische Innovationen vorangebracht und die überregionale Zusammenarbeit gefördert werden.

Treffpunkte der internationalen branche
Der jährliche Kongress des Automotive Cluster Ostdeutschland (ACOD) hat sich zu einem renommierten Treffpunkt von nationalen und internationalen Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft entwickelt. In den hochkarätig besetzten Beiträgen und Fachforen werden aktuelle Trends und Strategien der Automobilindustrie diskutiert. Thematisch perfekt abgestimmte Ausstellungsangebote für ihre Besucher bieten die zeitgleich in Leipzig stattfi ndende Zuliefermesse Z und die intec – Fachmesse für Fertigungstechnik, Werkzeug maschinen- und Sondermaschinenbau. Über 1.300 Aussteller präsentieren auf der größten Industrieschau Ostdeutschlands die neuesten Komponenten, Module und Technologien für den Automobil- und Maschinenbau.

iHrE ANSprECHpArTNEr für MEHr iNforMATioNEN Automotive Cluster ostdeutschland: Dietmar Bacher | ACOD GmbH | Nuthedamm 14 | 14974 Ludwigsfelde +49.3378.51 80 68-0 | www.acod.de AMZ – verbundinitiative Automobilzulieferer Sachsen: Dr. Claudia Scholta | RKW Sachsen GmbH, Niederlassung Chemnitz | Annaberger Straße 240 | 09125 Chemnitz | +49.371.534 73 44 | www.amz-sachsen.de MAHrEg Sachsen-Anhalt: C.-Friedrich Fahlberg | Steinfeldstraße 5 | 39179 Barleben | +49.39203.825 30 www.mahreg.de Automotive Thüringen: Michael M. Lison | Gewerbegebiet Kindel | Am Künkelhof 4 | 99820 Hörselberg-Hainich +49.36920.727 20 | www.automotive-thueringen.de Automotive berlin/brandenburg: Harald Bleimeister | Straße der Jugend 24 | 14974 Ludwigsfelde +49.3378.20 20 92 | www.ac-bb.de Automotive Mecklenburg-vorpommern: Dr. Andreas Vietinghoff | automotive-mv e. V. c/o REFA Landesverband Mecklenburg-Vorpommern e. V. | Lange Straße 1a | 18055 Rostock | +49.381.45 52 23 | www.automotive-mv.de

Automotive

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Ursprünglich wollte ich Medizin studieren. Menschen heilen. Das war mein Bild im Kopf. Studiert habe ich dann Chemie. Und meinen Traum vom Beruf auf indirekte Weise erfüllt. Wie in meiner Vorstellung helfe ich Menschen. Allerdings nicht am Krankenbett, sondern durch die Entwicklung neuer Therapieansätze. Wir forschen in Halle an Peptiden und Proteinen, deren Bausteine, die Aminosäuren, sich zu einer Kette reihen. Bei unserer Arbeit bin ich selbst Teil einer Kette. Die Wirkstoffentwicklung ist zu komplex, um allein etwas erreichen zu können. Wir forschen, experimentieren, entwickeln und publizieren gemeinsam. Das ist echte Teamarbeit.
Susanne Manhart, Leiterin peptidchemie, probiodrug Ag, Halle/Saale

Cluster biotechnologie-Life Sciences

EiN vErbuNd fürS LEbEN
Mitteldeutschland hat sich mit der Ansiedlung von mehr als 200 Biotechnologie-Unternehmen und 100 Dienstleistern mit insgesamt über 16.000 Arbeitsplätzen sowie Investitionen von mehr als einer Milliarde Euro als einer der Top-Biotechnologie-Standorte in Deutschland etabliert. Dabei haben sich an den verschiedenen Wissenschafts-Standorten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen unterschiedliche Themenschwerpunkte herausgebildet. Die wichtigsten Kompetenzfelder der Branche in der Region liegen in den Bereichen Bioinstrumente, Protein Engineering, Pflanzenbiotechnologie, Neurowissenschaften, Diagnostik und Analytik, Wirkstoffentwicklung, Regenerative Medizin und weiße Biotechnologie.

Universitäten Universitäten für angewandte Wissenschaften unabhängige Forschungsinstitute Leibniz-Institute Max-Planck-Einrichtungen Fraunhofer-Institute Helmholtz-Zentren

Forschungseinrichtungen im mitteldeutschen Cluster Biotechnologie– Life Sciences

Mittlerweile gilt die Region Mitteldeutschland als eine der dichtesten Forschungslandschaften mit über 50 universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen in den Bereichen Biotechnologie und Life Sciences. Hierzu zählen vier Fraunhofer-Institute, neun Max-Planck-Institute sowie fünf Universitäten mit mehr als 110.000 Studenten. Dank der hohen Konzentration von spezialisierten Hochschulinstituten und modernen Forschungszentren mit ihren internationalen Spitzenkräften garantiert das länderübergreifende Cluster Biotechnologie-Life Sciences – in enger Kooperation mit den drei Landesagenturen BioInstrumente Jena (Thüringen), biosaxony (Sachsen) und BIO Mitteldeutschland (Sachsen-Anhalt) – hoch qualifizierte Fachkräfte sowie einen engen Wissenstransfer zwischen Wirtschaft und Wissenschaft. Info: www.cluster-biotechnologie.de
biotechnologie-Life Sciences 13

das Cluster biotechnologie-Life Sciences im beispiel: herausragende projekte

Patientenspezifische Impfstoffe aus Pflanzen Das Unternehmen Icon Genetics aus Halle/Saale entwickelte eine Technologie, die die natürliche Erzeugung von Proteinen in Pflanzen zur Herstellung von Biopharmazeutika nutzt. Die in Tabakpflanzen erstmals produzierten Proteine befinden sich in der klinischen Erprobung. Die patientenspezifischen Impfstoffe sollen bei Krebserkrankungen der Lymphozyten die Behandlung des eigenen Immunsystems aktivieren, um bösartige Zellen zu erkennen und zu zerstören.

Grüne Wirkstoffproduktion mit Algen Algen enthalten wertvolle Inhaltsstoffe für den Einsatz in der Pharmazie, in Kosmetika und Nahrungsmitteln. Die Hochschule Anhalt, die BIO Mitteldeutschland GmbH und die Unternehmen GICON und Salata GmbH haben ein gemeinsames Projekt zur Etablierung der Algenbiotechnologie in Mitteldeutschland begonnen. Ziel ist eine gemeinsame Forschungsagenda, um Verarbeitungs- und Prozesstechniken zur kommerziellen Nutzung von Algen zu entwickeln.

Nützliches aus der Pflanze Als Geburtsstätte der deutschen Pflanzenzüchtung sind in der Region gleich vier Forschungsinstitute mit internationaler Geltung angesiedelt: die Bundesanstalt für Züchtungsforschung an Kulturpflanzen (BAZ) in Dresden, die Max-Planck-Forschungsstelle für Enzymologie und Proteinfaltung und das Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie in Halle/Saale sowie das Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung in Gatersleben.

die biotechnologie-Zentren und ihre Schwerpunkte
Die Biotechnologie in Mitteldeutschland konzentriert sich vor allem auf die sechs Biotechnologie-Zentren mit einer Gesamtfläche von über 75.000 m². Zu international wettbewerbsfähigen Preisen stehen hier Reinräume, S2/S3-Labore, Isotopenlabore, Gewächshäuser und auch Tierlabore zur Verfügung.

Biotechnologie-Zentrum Gatersleben – Grüne Biotechnologie (2.500 m²), www.startupbiotech.de BioInnovationsZentrumDresden – Molekulares Bioengineering (11.000 m²), www.biodresden.com Bio-Zentrum Halle/Saale I + II – Wirkstoffforschung (10.850 m² + 8.000 m²), www.tgz-halle.de BioCity Leipzig – Regenerative Medizin (19.500 m² Flächenangebot), www.bio-city-leipzig.de Bioinstrumentezentrum Jena – Bioinstrumente + Optik (7.000 m²), www.biocentiv.com Zentrum für neurowissenschaftliche Innovation und Technologie (ZENIT) Magdeburg – Neurowissenschaften (5.100 m²), www.zenit-magdeburg.de

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Alzheimer-Früherkennung per Augenscan
Alzheimer ist mit jährlich mehr als acht Millionen Neuerkrankungen weltweit die häufigste chronisch neurodegenerative Erkrankung. Die aktuelle Alzheimer-Diagnostik ist sehr aufwändig und erlaubt nicht, Menschen mit einem zukünftigen Erkrankungsrisiko zu identifizieren. Dies will der Forschungsverbund „MINDE“ (Molecular Diagnosis of Neurodegenerative Diseases in the Eye) unter Mitwirkung der Carl Zeiss AG, der Dyomics GmbH und des Universitätsklinikums Jena ändern. Ziel ist eine verbesserte Diagnostik, die sowohl ein kostengünstiges Screening als auch eine Früherkennung in Verdachtsfällen ermöglichen soll.

Anti-Freeze-Proteine
Die Kryokonservierung ist die wichtigste Methode, menschliche Zellen und Gewebe unter Erhalt der Funktionalität für längere Zeit zu lagern, etwa in der Krebstherapie, der Stammzellenbiotechnologie und beim Tissue Engineering. Bislang werden dafür agressive und toxische Substanzen verwendet. Das Fraun­ hofer Institut für Zelltherapie und Immunologie (IZI) und das Leipziger Unternehmen Bioplanta suchen jetzt nach pflanzlichen Alternativen: Anti-Freeze-Proteine sorgen in der Natur für das Überleben von Pflanzen bei Frost und im Eis. Sie sind heiße Kandidaten für die Entwicklung neuartiger ungefährlicher Ersatzstoffe.

Ausgewählte Kooperationsnetzwerke – Biotechnologie-Life Sciences
B CUBE Dresden (Regenerative Medizin und Molecular Bioengineering) www.bcube-dresden.de Leipziger Forschungsprogramm LIFE (Leipziger Interdisziplinärer Forschungs­ komplex zu molekularen Ursachen umwelt- und lebensstilassoziierter Erkrankungen) www.uni-leipzig-life.de Interdisziplinäre wissenschaftliche Einrichtung HALOmem (strukturbasierte Wirkstoffentwicklung für pharmazeutisch relevante Membranproteine) www.halomem.de JenAge – Jenaer Centrum für die Systembiologie des Alterns (Systembiologie / Bioinformatik) | www.hki-jena.de Jena School for Microbial Communication (Molekulare und Angewandte Mikrobiologie) | www.jsmc.uni-jena.de Research Academy Leipzig (Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses) www.zv.uni-leipzig.de/forschung/ral/ Dresden International Graduate School for Biomedicine and Bioengineering (Biomedizin und Bioengineering) | www.digs-bb.de Cluster Biotechnologie – Life Sciences Mitteldeutschland (Netzwerkmanagement) www.cluster-biotechnologie.de

ihre Ansprechpartner für mehr informationen Sachsen: biosaxony | Tatzberg 47– 51 | 01307 Dresden | +49.351.796 51 05 | www.biosaxony.de Sachsen-Anhalt: BIO Mitteldeutschland GmbH | Weinbergweg 22 | 06120 Halle/Saale | +49.345.555 98 50 www.biomitteldeutschland.de Thüringen: BioInstrumente Jena | Winzerlaer Straße 2 | 07745 Jena | +49.3641.50 86 51 | www.bioinstrumente-jena.de Clustermanagement: Martin Pohle | pohle@mitteldeutschland.com | www.cluster-biotechnologie.de
Biotechnologie–Life Sciences   15

Zugegeben – nachts, wenn die Chemieanlagen leuchten, wirken sie besonders imposant. Für uns zählen jedoch andere Werte: das sichere Betreiben unserer Anlagen im Interesse unserer Mitarbeiter und der Nachbarschaft. Seit 21 Jahren bin ich in der Chemie tätig. Und ich habe bis heute nicht einen Tag bereut. Mich fasziniert die Komplexität des Zusammenspiels von Mensch und Technik. Unsere Industrie ist die Basis einer Vielzahl von Produkten, die jeder von uns im täglichen Leben anwendet und die aus der modernen Gesellschaft nicht mehr wegzudenken sind. Nach Abschluss meines Studiums als Chemieingenieur 1989 habe ich am mitteldeutschen Dow-Standort Teutschenthal meine erste „Chemieluft“ geschnuppert. Heute leite ich im Dow Olefinverbund das Sol- und Speicherfeld Teutschenthal. Von 2006 bis 2009 war ich als Produktionsleiterin einer Anlage im Werk Böhlen tätig, die vor allem chemische Grundstoffe für die Verpackungsmittelindustrie herstellt. Heute sorge ich gemeinsam mit meinen Mitarbeitern dafür, dass die Produktionsanlagen in Schkopau zuverlässig mit Sole und chemischen Grundstoffen für die Kunststoffproduktion vom Sol- und Speicherfeld Teutschenthal versorgt werden. Mir macht die Arbeit viel Spaß, weil sie keine Routine zulässt und immer wieder neue Herausforderungen und Verantwortung bereithält.
Petra Hanisch, Produktionsleiterin, Dow Olefinverbund GmbH

Cluster Chemie / kunststoffe

HiEr STiMMT diE CHEMiE
Die dynamische Entwicklung der chemischen Industrie und der Kunststoffverarbeitung zählt zu den größten Erfolgsgeschichten der Wirtschaftsregion Mitteldeutschland. Aufbauend auf einer über hundertjährigen Tradition vereint die Branche heute knapp 800 Unternehmen mit rund 71.000 Beschäftigten und 21 Milliarden Euro Jahresumsatz, die entscheidend die Wirtschaftsstruktur Sachsens, Sachsen-Anhalts, Thüringens und Brandenburgs mitprägen. Zahlreiche internationale Unternehmen wie Dow, BASF, Bayer, LANXESS und Linde haben sich in den hochgradig vernetzten Chemieparks angesiedelt, die sich durch Investitionen in Milliardenhöhe und innovative Konzepte als Wachstumskerne der Region und weltweites Vorbild für die Chemiebranche profilierten.

21,02 Beschäftigte
Unternehmen Umsatz

14,99 70.958 61.596 58.550 52.204 49.244 45.389

2008 2006 2004 2002 2000 1998

785 11,80 652 661 592 550 508 6,54 8,87 10,05

1998
Beschäftigte und Unternehmen [ Quelle: Statistische Landesämter, Berechnungen Clustermanagement ]

2000

2002

2004

2006

2008

Umsatz in Mrd. € [ Quelle: Statistische Landesämter Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Berechnung: isw GmbH, Anmerkung: Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten]

die größten mitteldeutschen unternehmen im bereich Chemie/kunststoffe
Top 5 Mitteldeutschland
1 ToTAL Raffinerie Mitteldeutschland GmbH 2 Dow olefinverbund GmbH 3 BASF Schwarzheide GmbH 4 DoMo Caproleuna GmbH 5 infraLeuna-Gruppe
[ Quelle: Angaben der Unternehmen für 2009; *Gesamtumsatz der Dow-Gruppe in Deutschland ]

Umsatz (Mio. €)
4.363 4.130 * 826 407 276

Mitarbeiter
650 2.300 1.900 451 638

Chemie / kunststoffe

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Die Kompetenzregion für Polymere
Die Region hat sich zu einem international führenden Kompetenzzentrum für die Herstellung und Verarbeitung von Polymeren entwickelt. Die mitteldeutsche Kunststoffindustrie deckt dabei die gesamte Wertschöpfungskette ab, von der Forschung über die Polymersynthese bis zur Kunststoffverarbeitung in innovativen, vorwiegend mittelständischen Unternehmen. Hier entstehen die Grundlagen und Basisprodukte für Innovationen in vielen anderen Branchen und Bereichen unseres Lebens. Ohne Kunststoffe aus Mitteldeutschland sind weder die moderne Hochleistungsmedizin, neue Konzepte in der Automobilindustrie, funktionelle Textilien der Zukunft oder die Weiterentwicklung regenerativer Energien denkbar.

Fraunhofer-Institut für Werkstoff­ mechanik Halle (IWM) Kunststoffkompetenzzentrum Halle-Merseburg (KKZ) Thüringisches Institut für Textil- und Kunststoff-Forschung e. V. (TITK) Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymer­ forschung (IAP) Potsdam-Golm

Kunststoff-Zentrum (KuZ) in Leipzig gGmbH Fraunhofer Pilotanlagenzentrum für Polymer­ synthese und -verarbeitung Schkopau (PAZ)

Chemisch-Biotechnologisches Prozesszentrum CBP Leuna

Forschungs- und Kompetenzzentren der Kunststofftechnik (Auswahl)

Cluster und Netzwerke für gemeinsamen Erfolg
Im Cluster Chemie/Kunststoffe Mitteldeutschland arbeiten Unternehmen, Verbände, Bildungs- und Forschungseinrichtungen, Dienstleister sowie Politik und Verwaltung länderübergreifend zusammen. Gemeinsame Ziele sind die Etablierung regionaler Wertschöpfungsketten in der mitteldeutschen Chemie- und Kunststoffbranche sowie die Stärkung ihrer Innovationspotenziale und Wettbewerbsfähigkeit. Ein Beispiel für die Netzwerkarbeit im Cluster ist das Mitteldeutsche Kunststoffnetzwerk (MKN). In ihm sind die regionalen Verbünde AMZK (Automobil­ zulieferer Kunststofftechnik) aus Sachsen, Polykum e. V. aus Sachsen-Anhalt und PolymerMat e. V. aus Thüringen organisiert. Enge Verbindungen bestehen auch zum Innovationsnetzwerk Forschung und Entwicklung Kunststofftechnik Mitteldeutschland (FEKM).

Orte des Wissens: die mitteldeutschen Chemieparks
Mitteldeutschland ist die internationale „Geburtsstätte“ des Chemieparkkonzepts, in dessen ­ ahmen R die angesiedelten Unternehmen alle Dienstleis­ tungen und notwendigen Hilfsprozesse aus einer Hand erhalten. Darüber hinaus profilieren sich die mitteldeutschen Chemieparks durch die gezielte Ansiedlung von spezialisierten Forschungseinrichtungen zunehmend als „Knowledge Sites“ und arbeiten eng im Central European Chemical Network ­(CeChemNet) zusammen.

Innovative Braunkohlen Integration in Mitteldeutschland (ibi): Die integrierte stoffliche Nutzung der Braunkohle zur Gewinnung von Kohlenwasserstoffen wird in einem BMBF-geförderten Forschungsverbund untersucht. ChemLog: Das europäische Kooperationsprojekt will die Wettbewerbsfähigkeit der Branche durch eine bessere logistische Anbindung der neuen Wachstumsmärkte in Mittel- und Osteuropa stärken. ChemClust: Sieben europäische Chemiecluster arbeiten in dem EU-geförderten Vorhaben zusammen, um ihre Kooperation in den Bereichen Forschung und Innovation weiter zu vertiefen.
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Ein starkes Netzwerk: der Stoffverbund der mitteldeutschen Chemieparks
Ethylen
raffinerieprodukte pipeline rostock-böhlen piesteritz
Stickstoffprodukte

böhlen Wasserstoff Naphtha
Cracker, Acrylsäure, Anilin, Kohlenwasserstoffharze

Schkopau
Polymere Chemikalien

Ethylen

Ethylen, propylen, butadien, Aromate Salzsäure Leuna
Raffinerie, Polymere, Basischemikalien, Katalysatoren, Spezialchemikalien, techn. Gase

Wasserstoff, technische gase Ammoniak, Harnstoff technische gase Wasserstoff, technische gase

Schwarzheide
PU-Grundprodukte und Systeme, Kunststoffe, Schaumstoffe, Pflanzenschutzprodukte Wasserbasislacke

„drushba“ rohöl-pipeline

Zeitz
Adipinsäure, Salpetersäure, Cyclohexanol/-non, Grundöle/Raffinerie, Spezialwachse, Leime/Klebstoffe

Wasserstoff

bitterfeld/Wolfen
Anorganika, Chlorprodukte, Spezialchemikalien, Solarsilizium

Methanol

Adipinsäure Chlor Salzsäure Salpetersäure, Ammoniak pipeline rostock-Schwedt

Durch eine im Ostseehafen Rostock beginnende 430 Kilometer lange Rohstoff-Pipeline sind die sechs mitteldeutschen Chemieparks untereinander und mit den globalen Stoff- und Warenströmen verbunden. So werden beste Voraussetzungen für neue Ansiedlungen geboten. [ Quelle: auf Basis des Clusteratlas Chemie/Kunststoffe Mitteldeutschland ]

iHrE ANSprECHpArTNEr für MEHr iNforMATioNEN
Clustersprecher: Dr. Christoph Mühlhaus | c/o InfraLeuna GmbH | Am Haupttor | Gebäude 4310 | D-06237 Leuna Tel: +49.3461.43 68 28 | Fax: +49.3461.43 42 90 | christoph.muehlhaus@web.de | www.cluster-chemie-kunststoffe.de Sprecher für Chemie: Wolfgang Blümel | Verband der Chemischen Industrie | Landesverband Nordost Kleine Klausstraße 14 | D-06108 Halle/Saale | Tel: +49.345.388 07 51 | Fax: +49.345.388 07 60 | bluemel@lv-no.vci.de www.nordostchemie.de Sprecher für kunststoffe: Dr. Reinhard Proske | CircleSmartCard GmbH | In den Weiden 4 | D-99099 Erfurt Tel: +49.361.55 08 80 | Fax: +49.361.550 88 30 | rproske@circlesmartcard.com | www.circlesmartcard.com Sprecher für Chemieparks / feedstocks: Andreas Hiltermann | InfraLeuna GmbH | Am Haupttor | D-06237 Leuna Tel: +49.3461.430 | Fax: +49.3461.43 42 90 | pr@infraleuna.de | www.infraleuna.de Clustermanagement koordiniert durch isw gmbH: Dr. Gunthard Bratzke, Andreas Dockhorn | Hoher Weg 3 D-06120 Halle/Saale | Tel: +49.345.29 98 27 26 | Fax: +49.345.29 98 27 11 | cluster-chemie-kunststoffe@online.de CeChemNet koordiniert durch isw gmbH: Fiene Grieger – Projektmanagerin | Hoher Weg 3 | D-06120 Halle/Saale Tel: +49.345.29 98 27 18 | Fax: +49.345.29 98 27 11 | info@cechemnet.de | www.cechemnet.de

pipeline Stade-Mitteldeutschland

Chemie / kunststoffe

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Cluster Ernährungswirtschaft

ErfoLg iST MiTTELSCHArf
Bautzner Senf mittelscharf, Original Thüringer Bratwurst, Rotkäppchen-Sekt, Kathi-Backmischungen, ZettiKnusperflocken, Radeberger Bier, Halloren-Kugeln und Altenburger Ziegenkäse: Die Reihe der Marken und Produkte der Ernährungswirtschaft aus Mitteldeutschland, die bundesweit den Weg in die Supermarktregale und auf den Tisch der Verbraucher gefunden haben, ist lang. Damit findet eine jahrhundertealte Tradition ihre erfolgreiche Fortsetzung. Schon im 15. Jahrhundert wurde das Rezept für den Dresdner Stollen vom Papst gutgeheißen. 1804 eröffnete die älteste bis heute produzierende Schokoladenfabrik Deutschlands in Halle/Saale. Und 1813 wurde hier für Zar Alexander das bekannte „Russisch Brot“ gebacken. Sich gut zu ernähren, war in Mitteldeutschland eben schon immer selbstverständlich.
233 % 153 % 129 % 100 %

Deutschland

Sachsen

Thüringen

Sachsen-Anhalt

Anteil des Ernährungsgewerbes am gesamten verarbeitenden Gewerbe nach Umsatz (Bundesdurchschnitt = 100 %) [Quelle: Statistisches Jahrbuch Deutschland 2009; Jahreswirtschaftsbericht Sachsen-Anhalt 2009; Statistisches Jahrbuch Sachsen 2009; Statistisches Jahrbuch Thüringen 2009 ]

Mit Qualität auf Wachstumskurs
Der Ernährungswirtschaft Mitteldeutschlands ist es seit 1990 gelungen, sich den völlig veränderten Marktverhältnissen anzupassen und die Bekanntheit ihrer Produkte kontinuierlich zu steigern. Die erfolgreiche Kombination aus innovativen Unternehmen, gut ausgebildeten Fachkräften sowie hervorragenden Standortfaktoren machen sie heute zu einer der wettbewerbsfähigsten und bedeutendsten Wirtschaftszweige in der Region. Dazu tragen auch die großbetrieblichen Strukturen in der Agrarproduktion sowie modernste Technologien in der Lebensmittelherstellung bei. Die rund 800 Betriebe beschäftigen knapp 60.000 Menschen und erwirtschaften mehr als 17 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr. Dabei verzeichnet die Ernährungswirtschaft in Mitteldeutschland ein kontinuierliches Wachstum. So hat allein Sachsens Ernährungswirtschaft zwischen 1990 und 2008 ihren Umsatz auf 7,6 Milliarden Euro mehr als verdoppelt. Der Anteil der Branche am Umsatz und den Beschäftigten des gesamten verarbeitenden Gewerbes liegt in allen drei Bundesländern weit über dem bundesdeutschen Durchschnitt.

Wissenschaftliche forschungseinrichtungen
Hochschule Anhalt (FH), Fachrichtungen Landwirtschaft, Ökotrophologie, Lebensmitteltechnologie | www.hs-anhalt.de Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften | www.landw.uni-halle.de Universität Leipzig, Institut für Lebensmittelhygiene | www.uni-leipzig.de/~lmh Friedrich-Schiller-Universität Jena, Institut für Ernährungswissenschaften, www.uni-jena.de/biologie/ieu/ew Technische Universität Dresden, Institut für Lebensmittel- und Bioverfahrenstechnik | www.tu-dresden.de/mw/ilb/ilb Forschungsvereinigung für Verfahrens- und Verpackungstechnik Dresden www.planet-interkom.de/fv.vvt

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die gesunde Zukunft als Chance
Im Rahmen des länderübergreifenden Clusterprozesses der mitteldeutschen Ernährungswirtschaft arbeiten zahlreiche Unternehmen wie die ÖHMI Analytik GmbH, die Pauly Biskuit AG oder die Wikana Keks und Nahrungsmittel GmbH an der Entwicklung neuartiger funktioneller Lebensmittel, die nachweislich über einen zusätzlichen Gesundheitsnutzen verfügen. Schon heute entstehen hier Produkte und Markttrends für die Zukunft sowie zusätzliche Wachstumschancen für die Unternehmen und die Region.

deutschlands nördlichste Weinbauregion
Die Stadt Meißen steht nicht nur für ihre weltbekannte Porzellanmanufaktur, sondern auch für ihr historisches, mit viel Sonne beschenktes Weinanbaugebiet entlang der Elbe. Unweit befindet sich Deutschlands nördlichste Weinbauregion im Herzen von Mitteldeutschland, wo sich Saale und Unstrut im Großjenaer Blütengrund bei Naumburg vereinigen. Vor allem hochwertige Weißweine werden in der Region produziert, deren Besonderheiten nicht zuletzt die touristische Erlebbarkeit des Anbaugebietes ausmachen.

Entlang der 55 Kilometer langen Weinstraße von Pirna über Dresden, Radebeul und Meißen bis in die idyllischen Elbweindörfer um Dießbar-Seußlitz zeigt sich eine vom 800-jährigen Weinbau geprägte Landschaft.

der Agrochemiepark piesteritz
Bereits seit dem Jahr 1915 werden bei Wittenberg moderne Düngemittel hergestellt. Im Agrochemiepark Piesteritz befindet sich mit der SKW Stickstoffwerke Piesteritz GmbH der größte deutsche Produzent für Harnstoff und Ammoniak mitsamt einer eigenen Forschungs- und Entwicklungsabteilung. Über 30 Unternehmen und Einrichtungen, darunter das Agrochemische Institut Piesteritz e. V., verbinden hier moderne Forschung und industrielles Produktionsmanagement mit regionaler Agrarwirtschaft.

iHrE ANSprECHpArTNEr für MEHr iNforMATioNEN
Agrar-Marketing Sachsen e. v.: www.agrar-marketing-sachsen.de

Agrarmarketinggesellschaft Sachsen-Anhalt mbH: www.amg-sachsen-anhalt.de Agrarmarketing Thüringen: www.agrarmarketing.thueringen.de

Ernährungswirtschaft

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Als ausgebildeter Instandhaltungsmechaniker liegt mir das Schrauben im Blut. Öl und Schmiere an den Fingern, robustes Material zum Verarbeiten, so habe ich es gelernt. Aber ich kann auch anders. Solarzellen wurden mein Fachgebiet. Das ist echte Feinarbeit. Bei der Arbeit trage ich Handschuhe und einen weißen Kittel. Jegliche Form von Verunreinigung würde die hochsensiblen Solarzellen beschädigen, aus denen später ganze Solaranlagen aufgebaut werden. Die Vorstellung, dass so eine kleine Zelle, die mitunter nicht größer als 150 × 150 mm ist, die Energie der Sonne überträgt, fasziniert mich. Im Urlaub ertappe ich mich dann immer wieder dabei, wie mein Blick ganz automatisch nach oben wandert. Auf die Hausdächer. Haben die eine Solaranlage? Sind die Zellen von uns? Die Nutzung der Solarenergie ist erst am Anfang ihrer Entwicklung, aber ich bin mit dabei.
Michael Harms, operator, Q-Cells SE, Thalheim

Cluster Energie/Umwelt

Eine Region unter Strom
Mitteldeutschland ist ein traditionsreicher Standort der Energiewirtschaft. Ein hochmoderner Braunkohle­ tagebau und neueste, umweltfreundliche Kraftwerks­ technologien garantieren heute höchste Versorgungssicherheit für Bewohner und Unternehmen der Region auf Basis eines einheimischen Rohstoffes. Der tiefgreifende Strukturwandel der Energiebranche und die beispiellose Rekultivierung von Braunkohlefolgelandschaften seit 1990 brachten zahlreiche innovative Verfahren und Technologien hervor. Durch diese Erfahrungen wurde Mitteldeutschland zu einem interna­ tional renommierten Kompetenzzentrum im Bereich der Umwelttechnik. Darüber hinaus hat sich die Region durch die erfolgreiche Ansiedlung von Unternehmen und Forschungskompetenzen zu einem herausragenden Standort der erneuerbaren Energien wie der Photovoltaik, der Wind­ kraft und der Biomasseverwertung entwickelt.

Gebündelte Forschung für Energie und Umwelt
Am Sitz des einstigen Instituts für Energetik der DDR in Leipzig wird mit dem Deutschen BiomasseForschungsZentrum (DBFZ) und dem Leipziger Institut für Energie GmbH (IE Leipzig) die nationale Kompetenz der Umweltforschung gebündelt. Mit über 900 Mitarbeitern an den Standorten Leipzig, Halle/Saale und Magdeburg erforscht das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) die komplexen Wechselwirkungen zwischen Mensch und Umwelt in städtischen und industriellen Ballungsräumen sowie naturnahen Landschaften. Weitere Forschungskompetenzen im Bereich Energie und Umwelt vereinen das Umweltbundesamt in Dessau-Roßlau, die TU Bergakademie Freiberg sowie die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (FH).

EEX: Europas größte Strombörse in Leipzig
Die 2002 gegründete European Energy Exchange AG (EEX) mit Sitz in Leipzig betreibt Marktplätze für den Handel mit Strom, Erdgas, CO2-Emissionsrechten und Kohle. Sie ist mit über 248 Handelsteilnehmern aus 22 Ländern die teilnehmer- und umsatzstärkste Energiebörse Kontinentaleuropas. Zur EEX Gruppe gehört mit der European Commodity Clearing AG (ECC) ein europaweit agierendes Clearinghaus, dessen Leistungsspektrum Clearing- und Abwicklung für börsliche Geschäfte an der EEX und ihren Partnerbörsen sowie außerbörsliche Geschäfte umfasst.

Die größten Energieversorger Mitteldeutschlands
Top 7 Mitteldeutschland
1 Verbundnetz Gas AG (VNG), Leipzig 2 envia Mitteldeutsche Energie AG, Chemnitz 3 Stadtwerke Leipzig GmbH 4 E.ON Thüringer Energie AG, Erfurt 5 ENSO Energie Sachsen Ost AG, Dresden 6 DREWAG Stadtwerke Dresden GmbH 7 Mitgas Mitteldeutsche Gasversorgung GmbH
[ Quelle: Geschäftsberichte 2009 der Unternehmen]

Umsatz (Mio. €)
4.763 2.916 2.812 1.378 1.305 1.049 646

Mitarbeiter
697 2.378 1.158 1.518 1.366 1.269 349

Energie/Umwelt   23

vorreiter für sauberen Strom
10 Mio.
9.061.820

1 Mio.

0,5 Mio.

2,5 Mio.

2.327.506

Windkraft

Wasserkraft*
530.378 4.195.926

679.415

Photovoltaik
325.180

Biomasse **

511.880 938.718

1.580.237

473.509

0 2000 2004 2009

0 2000 2004 2009

0

2.234

20.404

0 2009 2000 2004 2009

2000

2004

Der Anteil Erneuerbarer Energien an der Nettostromerzeugung in Mitteldeutschland wird seit Jahren konsequent ausgebaut. [Angabe in MWh; *ohne Pumpspeicheranlagen; **feste Biomasse; Quelle: Statistische Ländesämter Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen; eigene Berechnungen]

Moderner bergbau
Mitteldeutschland ist nach dem Ruhrgebiet die wichtigste traditionelle Bergbauregion Deutschlands. Die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft mbH fördert in den Tagebauen Profen (SachsenAnhalt) und Vereinigtes Schleenhain (Sachsen) jährlich bis zu 20 Millionen Tonnen Braunkohle, aus denen in den modernen Kraftwerken Schkopau und Lippendorf Strom und Wärme produziert wird. Seit 1994 investierte die MIBRAG über 1,3 Milliarden Euro in effiziente und umweltgerechte Technik. Das Bergbauunternehmen bietet 2.000 Mitarbeitern einen modernen Arbeitsplatz.

von der kohlegrube zum Seenparadies
Wo einst die Braunkohle die Landschaft zwischen Borna und Bitterfeld prägte, entsteht durch Flutung der ehemaligen Tagebaue das mitteldeutsche Seenland, mit vielfältigen Angeboten für Naherholung und Naturschutz. Sukzessive werden ehemalige Tagebaue geflutet und verwandeln Europas größte Landschaftsbaustelle in eine völlig neue Freizeit- und Tourismusregion, die rund 40 Seen mit mehr als 175 km² Wasseroberfläche umfasst.

Energie aus Wind und pflanzen
Im Magdeburger Werk der ENERCON GmbH fertigen rund 4.000 Mitarbeiter die größten Windkraftanlagen der Welt. Derzeit wird dort der Prototyp „E-126“ erprobt. Jede dieser fast 200 Meter hohen Anlagen mit einem Rotordurchmesser von 127 Metern wird zukünftig 7,5 Megawatt Leistung erzeugen. Aus rund 50.000 Tonnen Gülle, Getreide und Maissilage entstehen jährlich in Deutschlands größter Bioerdgas-Aufbereitungsanlage in Könnern bei Halle/ Saale circa 6 Millionen Nm³ Bioerdgas, die in das Netz der Mitteldeutsche Gasversorgung GmbH (MITGAS) eingespeist werden.
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Cluster Solarwirtschaft

Sonnige aussichten
Die Solarwirtschaft in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist ein Erfolgskapitel. Innerhalb weniger Jahre hat sich die Branche zu einer Schlüsselin­ us­ d trie und zu einer der tragenden Säulen des verarbeitenden Gewerbes in Mitteldeutschland entwickelt. Weltweit weist die Region die größte Dichte an SolarIndustrieunternehmen auf. Firmen wie die Q-Cells SE mit Stammsitz im MicroTechPark Thalheim/ Bitterfeld, die Bosch Solar Energy AG (Erfurt), die SCHOTT Solar AG (Jena), die PV Crystalox Solar AG (Erfurt, Bitterfeld), die SOLARWATT (Dresden), die SolarWorld AG und Deutsche Solar AG (Freiberg) beschäftigen hier mehr als 11.000 Mitarbeiter. Gleichzeitig gehört Mitteldeutschland durch die Ansiedlung der F&E-Abteilungen der großen Solarunternehmen und die exzellente öffentliche Wissen­ schaftslandschaft zu den weltweit führenden Technologie- und Innovationsstandorten der Branche. Gute Voraussetzungen also, dass sich das dynamische Wachstum der Solarwirtschaft in der Region auch in den nächsten Jahren fortsetzen wird.

Eine mitteldeutsche Erfolgsgeschichte in Zahlen

• 65 Prozent aller deutschen PV-Industrieunternehmen • 14,5 Prozent der weltweit produzierten Solarzellen • Vier Firmen unter den Top 10 weltweit • 11.000 direkt Beschäftige • 43 Prozent des Umsatzes der deutschen PV-Industrie • Produktion, Forschung & Entwicklung, Ausbildung am Standort

Gemeinsam an die Spitze
Im „Solarvalley Mitteldeutschland“ haben sich 29 welt­ w ­ eit agierende Unternehmen, neun Forschungs­in­ e richtungen und neun Hochschulen aus drei Bundesländern zusammengeschlossen. Gemeinsa­ es Ziel m aller Akteure ist es, Solarstrom wettbewerbs­ähig gef genüber konventionell erzeugtem Strom werden zu lassen. Ein erster großer Meilenstein wird dabei das Erreichen der sogenannten Netzparität bis zum Jahr 2013 sein. Das bedeutet: Privat erzeugter Solarstrom wird dann für den Endverbraucher kostengünstiger sein als der konven­ionell erzeug­e „Strom aus der t t Steckdose“ der gro­­ ßen Energieversorger. Dazu arbeiten die Partner in dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) als Spitzencluster geförderten Solarvalley Mitteldeutschland entlang der gesamten Photovoltaik-Wertschöpfungskette zusammen, von der Siliziumproduktion bis zur Gebäude­ inte­ration, von der Grundlagenforschung bis zur g inno­ ativen Anwendung. Die Aktivitäten des Spitzenv clusters Solarvalley Mitteldeutschland erstrecken sich dabei auf drei Handlungsfelder.

Zentrale Anlaufstelle für die Akteure
Das Clustermanagement des Solarvalley Mitteldeutschland koordiniert die Photovoltaik-Aktivitä­ ten in der Region und unterstützt den Ausbau eines länderübergreifenden Solar-Netzwerkes. Im Mittelpunt stehen dabei die Erhöhung der Attraktivität der Region für nationale und internationale Inves­ toren, die Unterstützung von Ausgründungen aus den Hochschulen sowie die Vertretung der mitteldeutschen Solar-Region auf nationaler und internationaler Ebene.
Solarwirtschaft   25

die Sonne als Jobmotor

Anteil Solarvalley Mitteldeutschland an der PV-Beschäftigung Deutschland Beschäftigte bei Zulieferern im Solarvalley Mitteldeutschland Beschäftigte in der PV-Industrie im Solarvalley Mitteldeutschland

Die Photovoltaikindustrie beschäftigt in Mitteldeutschland bereits heute knapp 11.000 Menschen, Tendenz weiter steigend. [Quelle: Solarvalley Mitteldeutschland e. V.]

günstiger, besser und länger
Ziel der gesamten F&E-Aktivitäten ist die Senkung der Kosten für Solarenergie auf allen Stufen der Wertschöpfungskette. Gleichzeitig soll der Wirkungsgrad sowohl bei der kristallinen Silizium-Technologie als auch bei der Dünnschicht-Silizium-Technologie weiter erhöht und die Lebensdauer der Anlagen verlängert werden. Das F&E-Programm des Spitzenclusters Mitteldeutschland umfasst derzeit zwölf Verbundvorhaben, die die Entwicklung neuer Lösungen sowohl bei den Produkten als auch im Bereich der Produktionstechnologie umfassen. Die Ergebnisse fließen dann schnell und nahtlos in die jeweiligen Wertschöpfungsstufen ein. So kann die Region als erster Solarstandort weltweit das Etappenziel der „Netzparität“ verwirklichen. Spitzentechnologie aus Mitteldeutschland wird damit entscheidend zur Deckung des weltweiten Strombedarfs aus umweltfreundlicher Sonnenenergie beitragen.

ThinWafer: Die Entwicklung ultradünner Siliziumwafer mit Dicken von 80 µm mittels Vieldrahtsägentechnologie soll die Einsparung von Materialkosten ermöglichen. FZSil: Das Verbundprojekt will das Float-Zone-Verfahren als wirtschaftlich rentable Methode zur Herstellung von monokristallinem Silizium für Wafer mit einem Wirkungsgrad von über 20 Prozent etablieren. BIPV: Ziel des Vorhabens ist es, die Kosten der durch Photovoltaik erzeugten Energie durch Fortschritte bei der Gebäude- und Systemintegration zu verringern und so die Netzparität zu erreichen.

die Experten von morgen
Einer der wichtigsten Faktoren für das dynamische Wachstum der mitteldeutschen Photovoltaikbranche ist die Existenz hoch qualifizierter und motivierter Fachkräfte aus der Mikroelektronik, der chemischen Industrie und dem Maschinenbau in der Region. Zusätzlich zu den bereits geschaffenen Stellen könnten
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bis zum Jahr 2020 bis zu 40.000 neue Arbeitsplätze entstehen. Angesichts dieses eindrucksvollen Zukunftsszenarios kommt der Sicherung des zukünftigen Bedarfs an hochqualifizierten Fach- und Führungskräften eine Schlüsselrolle für das weitere Wachstum der mitteldeutschen Solarbranche zu.

Neue Berufsbilder für die Solarbranche
Bereits jetzt wurden im Rahmen des länderübergreifenden Bildungskonzeptes an den Hochschulen der Region vier neue Bachelor- und Masterstudiengänge sowie sechs Stiftungsprofessuren ins Leben gerufen. Mit dem Thüringer Kompetenzzentrum für Hochtechnologie und Solarwirtschaft wurde eine bundesweit einmalige Einrichtung für die berufliche Aus- und Weiterbildung in der Solarwirtschaft geschaffen. Darüber hinaus sind eine Reihe weiterer Maßnahmen geplant, um den hohen qualitativen Ansprüchen einer zunehmend spezialisierten Photovoltaik-Industrie an die praxisnahe Ausbildung ihrer Mitarbeiter Rechnung zu tragen.

Hochschule Anhalt (FH), Bachelorstudiengang Solartechnik www.hs-anhalt.de Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Stiftungsprofessur und Studiengang Photovoltaik | www.landw.uni-halle.de Technische Universität Ilmenau, Masterstudiengang Electrical Power and Control Engineering und Photovoltaik | www.tu-ilmenau.de FH Jena, Bachelorstudiengang Photovoltaik und Halbleitertechnologie www.fh-jena.de Thüringer Kompetenzzentrum für Hochtechnologien und Solarwirtschaft, 25 Ausbildungsberufe für Solartechnologie, Erneuerbare Energien, Halbleiter­ echnologie und Mikrosystemtechnik | www.bwaw-thueringen.de t Friedrich-Schiller-Universität Jena, Institut für Festkörperphysik/ Forschungsschwerpunkt Photovoltaik | www.uni-jena.de Bergakademie Freiberg, Stiftungsfond der SolarWorld AG www.tu-freiberg.de

ihre Ansprechpartner für mehr informationen Solarvalley Mitteldeutschland e. V.: Solar Valley GmbH | Konrad-Zuse-Str. 14 | 99099 Erfurt | www.solarvalley-mitteldeutschland.org Solar Valley Geschäftsstelle Erfurt: Dr. rer. nat. Peter Frey – Geschäftsführer | +49.361.427- 68 40 | p.frey@solarvalley.org Margarete Brandt – Assistenz | +49.361.427- 6840 | m.brandt@solarvalley.org Christian Schalldach (M.A.) – Marketing und Kommunikation | +49.361.427- 68 48 | ch.schalldach@solarvalley.org Dr. rer. nat. Ralf Engelmann – F&E-Planung | +49.361.427- 68 45 | r.engelmann@solarvalley.org Solar Valley Büro Halle: Birgit Puppe (M.A.) – F&E-Controlling | Tel: +49.345.558 - 94 02 | Fax: +49.345.558 - 91 01 | b.puppe@solarvalley.org Dr. rer. nat. Carsten Rudolf – F&E-Management | +49 345 558-91 91 | c.rudolf@solarvalley.org Solar Valley Vertretung Dresden: Dr. Robert Franke (VDI/VDE-IT) – Internationalisierung | Tel: +49.351.486 54 21 | Fax: +49.351.486 54 10 franke@eesa-sachsen.de

Solarwirtschaft   27

Ein Computerfreak war ich nie. Für mich war der Computer vor allem zum Kommunizieren da. E-Mails schreiben, chatten, im Internet surfen. Tja, und dann ging es an die Entscheidung, was nach dem Abi kommt. Studium? Berufsausbildung? Ich hörte mich um und erfuhr von der kooperativen Ingenieurausbildung. Studium und Berufsausbildung in einem. Theorie und Praxis Hand in Hand. Das klang spitze. Jetzt werde ich Ingenieurin und es macht mir total Spaß. Und was danach kommt, kann ich mir auch schon vorstellen. Mein erstes Praktikum war in einem Krankenhaus. Einsatz und Nutzen der Elektronik erlebte ich in der Medizin hautnah: rascher Zugriff auf lebenswichtige Daten und bessere Diagnostik. Das ist Technik für den Menschen. So was möchte ich weiter machen.
Andra Seidler, Studierende in kooperativer ingenieurausbildung zum bachelor of Engineering Elektro-/informationstechnik – iT-Systemelektronikerin Siemens Ag, fachhochschule Zittau/görlitz

Cluster informationstechnologie

QuELLCodE dEr ZukuNfT
Die Informationstechnologie in Mitteldeutschland ist eine hochgradig innovative und leistungsstarke Dienstleistungsbranche mit zunehmend überregionaler Ausstrahlung.

die größten iT-unternehmen aus Mitteldeutschland
Top 10 Mitteldeutschland
1 PC-WARE 2 KoMSA SACHSEN AG 3 Cyberport GmbH 4 T-Systems Multimedia Solutions GmbH 5 blue chip Computer AG 6 GiSA GmbH 7 Unister GmbH 8 regiocom GmbH 9 HL komm Telekommunikations GmbH 10 intershop Communications AG
[ Quelle: Hoppenstedt 2009, www.hoppenstedt.de ]

Umsatz (Mio. €) Beschäftigte
890 695 209 100 75 73 60 42 37 32 1.583 1.200 225 700 238 450 650 800 100 264

• Wenn jemand in Danzig den Heizkörper

aufdreht, • wenn in Melbourne ein Müllcontainer entleert wird, • wenn ein Berliner Flughafenmitarbeiter seinen Gehaltszettel liest, • wenn im Hafen in Varna eine elektrische Großwinde in Betrieb geht, • wenn in London ein Sachbearbeiter den Telefonhörer abhebt, • wenn in Dubai jemand in einem Bankgebäude einen Rechner anschließt, immer dann sind innovative Lösungen und kluge Köpfe aus Mitteldeutschland am Werk.

gemeinsame Ziele: der länderübergreifende Clusterprozess der informationstechnologie
IT-Unternehmen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben sich für einen Clusterprozess zusammengeschlossen, um gemeinsam folgende Ziele zu erreichen:

• Vernetzung der Unternehmen in Verbindung mit Verbänden und • Etablierung der Unternehmen als bevorzugte Partner für die Industrien • Zusammenarbeit mit Universitäten und Hochschulen Mitteldeutschlands, um langfristig die Ausbildung qualifizierter Absolventen zu sichern und die Abwanderung von Talenten zu verringern • Stärkung der Region Mitteldeutschland • Entwicklung und Vermarktung von neuen innovativen IT-basierten Dienstleistungen • nachhaltige Verbindung von Unternehmen und anwendungsnaher Forschung Weitere Informationen unter: www.it-mitteldeutschland.de des Wirtschaftsraumes Mitteldeutschland und darüber hinaus Vereinigungen

informationstechnologie

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Optimale Rahmenbedingungen
Qualifiziertes, motiviertes Personal, niedrige Lohnkosten sowie gute Investitionsbedingungen dank hoher Fördersätze und niedriger Mieten: Immer mehr Unternehmen entdecken Mitteldeutschland als idealen europäischen Near-Shore-Standort für Leistungen im Business-Process-Outsourcing-Umfeld. Unternehmen wie die GISA GmbH, die regiocom GmbH und die perdata GmbH erbringen an 365 Tagen im Jahr Kundenbetreuungs- und Betriebsleistungen für die Energiebranche. Und das rund um die Uhr. Der Systembetrieb und die Kundenbetreuung im ERPund HR-Umfeld gehören ebenso zu den Spezialitäten mitteldeutscher IT-Service-Unternehmen wie qualitativ hochwertige Beratung in den Bereichen Outtasking und Managed Services.

Telekommunikationsunternehmen – eine Erfolgsstory in Mitteldeutschland

• 94 TK-Carrier in Mitteldeutschland • über 10.000 Mitarbeitern • mehr als 7 Milliarden Euro Umsatz • stetig wachsende Umsätze bei starkem Wettbewerb

eTicketing für den öffentlichen Nahverkehr
Im Auftrag des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes (MDV) entwickelten die Leipziger Unternehmen itCampus und perdata ein zentrales Verwaltungs­ ­ system für die ersten elektronischen Tickets für Bus und Bahn in Leipzig und Halle. Das so genannte MDV-Berechtigungssystem (MDV-BerSy) ermöglicht den Abgleich der Daten auf der Karte mit den beim jeweiligen Verkehrsunternehmen gespeicherten Fahrt­ berechtigungen. Nach erfolgreichem Start des Systems und dem Verkauf von über 120.000 elek­ tro­ nischen Tickets liegen nun wegweisende Er­kenntnisse für einen flächendeckenden Einsatz von eTickets bei ­ Verkehrsbetrieben vor.

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International erfolgreich mit Innovationen
Die rund 700 IT-Unternehmen der Region beschäf­ tigen aktuell über 25.000 Mitarbeiter. Immer mehr Soft- und Hardwarehersteller, Anbieter von Infrastrukturdiensten und IT-Beratungsunternehmen wie die perdata GmbH, die Gisa GmbH oder die TSA Teleport Sachsen-Anhalt Service GmbH können sich auf überregionaler und internationaler Ebene etablieren. Auch kleine innovative Unternehmen spielen in speziellen Nischenmärkten auf internationalem Parkett aktiv mit. Vor allem in den regionalen Oberzentren arbeiten viele junge Unternehmen an Einzellösungen, Webservices für Unternehmensnetzwerke oder bieten Dienstleistungen an. Mittels zukunftsgerichteter Ausbildungswege in Berufs- und Hochschulen in den Bereichen IT-Systeme, Programmierung und Administration sowie durch Spezialisierungen auf bestimmte Hardwareanbieter wie Cisco  Co. entwickelt sich die Region zunehmend &  zum Standort für Dienstleistungs- und Entwicklungs­ center wie Dell (Halle/Saale), IBM (Chemnitz) oder SAP (Dresden). Niederlassungen großer System- und Beratungshäuser sowie die Existenzgründungsquote im IT- und Mediensektor und die zahlreichen Einreichungen von innovativen Ideen und Produk­en t zum IQ Innovationspreis Mitteldeutschland zeugen davon.

Attraktiv für Fachkräfte
Der zukünftige Erfolg der mitteldeutschen IT-Branche hängt wesentlich von ihrer Attraktivität für hoch qualifizierte Fach- und Führungskräfte ab. Um die Bekanntheit des Standortes zu steigern, haben die Mitglieder des Cluster IT Mitteldeutschland, IT-Unternehmen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen und der Personaldienstleister DIS AG die bundesweite Kampagne „do IT here“ ins Leben gerufen. Ziel des Projektes ist es, über die attraktiven Karrierechancen in Mitteldeutschland zu informieren und Fachkräfte langfristig an den Standort zu binden. Zu den bisherigen Kampagnenaktivitäten gehören neben der Schaltung von Anzeigen und Plakaten auch die Präsenz an Hochschulen und auf Veranstaltungen wie der Absolventenmesse Mitteldeutschland sowie zukünftig ein Informationsangebot für interessierte Fachkräfte auf: www.it-mitteldeutschland.de.

ihr Ansprechpartner für mehr informationen Clustersprecher: Klemens Gutmann Cluster Informationstechnologie Mitteldeutschland e. V. c /o GISA GmbH | Leipziger Chaussee 191a | 06112 Halle/Saale +49.392.038 20 32 | gutmann@regiocom.com | www.it-mitteldeutschland.de

Informationstechnologie    31

Cluster Optoelektronik Jena

Präzision weltweit
Schon zu Zeiten von Carl Zeiss, Otto Schott und Ernst Abbe entstand der weltweit exzellente Ruf der optischen Industrie in Mitteldeutschland. Heute ist die Region Jena der Innovationsmotor für optische Lösungen in Europa. Den Kern dieses Hochtechnologiestandorts bilden neben weltbekannten Unternehmen wie Carl Zeiss, Jenoptik und Schott vor allem hochspezialisierte kleine und mittelständische Unternehmen, die über Spitzentechnologie für optische und optoelektronische Bauelemente und Systeme verfügen. Inzwischen wird dort ein Umsatz von 2,5 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das einzigartige Umfeld des „Optics Valley“ aus Unternehmen, Hochschulen und weiteren institutionellen Forschungseinrichtungen, darunter das Fraunhofer-Institut für angewandte Optik und Feinmechanik, garantiert einen schnellen Technologietransfer zwischen anwendungsnaher Forschung und den Unternehmen am Standort.

Netzwerk für die optische Industrie
Das Kompetenznetzwerk Optische Technologien (OptoNet) verbindet Unternehmen, Forschungs- und Bildungseinrichtungen, Kapitalgeber und öffentliche Einrichtungen mit dem Ziel, die Entwicklung der optischen Technologien am Standort Thüringen weiter zu stärken und entscheidend voranzubringen. Mit mehr als 90 Akteuren bündelt das Netzwerk die Interessen der optischen Industrie Mitteldeutschlands. Info: www.optonet-jena.de

Wichtige Zahlen der optischen Industrie Unternehmen Ausbildungsquote Ausbildungsbetriebe Beschäftigte inkl. Zeitarbeit Beschäftigte in Forschungseinrichtungen Personalstandsprognose 2010
[ Quelle: OptoNet Branchenreport 2009 ]

171 4 % 90 13.750 900 + 4 % p. a.

Präzise Wetterlage für Europa
Die Firma Jena-Optronik entwickelte die Verarbeitungssoftware, mit der sich die Daten des Wetterforschungssatelliten MetOp-A der Europäischen Raumfahrt- und Wetteragentur ohne Verzögerung per Knopfdruck auswerten lassen. Mit Hilfe dieser Technik lässt sich das Wetter in Europa präzise für die nächsten sechs Tage vorhersagen.

Center for Advanced Micro- and Nano-Optics
Das Zentrum mit seiner Elektronenstrahl-Laserlithographieanlage wird mit dem Institut für Angewandte Physik der Universität Jena betrieben. Genutzt wird die Anlage auch vom Institut für Physikalische Hochtechnologie. Erstmals steht der Mikro- und Nanooptik Europas eine Mikrostrukturtechnik-Fertigungsanlage zur Verfügung, wie sie sonst nur in der Chipindustrie zu finden ist.
32    Optoelektronik

Cluster Mikroelektronik Silicon Saxony

Kleiner, schneller, besser
Die Region um Dresden hat sich zum Technologiezentrum der Halbleiter-, Elektronik-, Mikrosystem- und Softwareindustrie entwickelt. Chips für Automobile, Handys, Laptops, PCs – Produkte aus Sachsen begleiten und ermöglichen unseren Alltag. Namhafte Unternehmen wie GLOBALFOUNDRIES, Infineon, ZMD und Siltronic haben sich mit Produktionsstätten, Forschungs- und Entwicklungsabteilungen angesiedelt. Rund um diese Unternehmen hat sich eine komplette Wertschöpfungskette der Halbleiterindustrie gebildet. Kleine und mittelständische Unternehmen sind vom Design und der Entwicklung von Wafern bis hin zum Herstellungsprozess von Speicherchips und Packaging integriert. Die Konzentration von neun Fraunhofer-Instituten schafft zudem ein einzigartiges technologisches Innovationsklima. Diese Entwicklung beflügelte auch die Ansiedlung attraktiver Zukunftsbranchen rund um Dresden, wo mittlerweile führend an Themen wie organische Elektronik, Software, Nanotechnologie und Photovoltaik gearbeitet wird.

Neue Werkstoffe – Dresdner Innovationen als „Motor“ für die Industrie
Die Entwicklung neuer Produkte wird maßgeblich durch die Entwicklung neuer Werkstoffe und Materialien bestimmt. In Dresden bringen mehr als 1.000 Werkstoffforscher ihr Know-how in diesen Prozess mit ein. Themenschwerpunkt ist die Herstellung dünner Schichten und Schichtsysteme. Die Anwendungen reichen von Nanoelektronik über Optik bis hin zu neuen Photovoltaik-Technologien.

Cool Silicon – kühle Rechner und kühle Köpfe
Computer und Kommunikationssysteme verbrauchen weltweit immer mehr Ener­ gie. Das Spitzencluster „Cool Silicon“ will diese Entwicklung stoppen. Mit dem ehrgeizigen Projekt wollen die über 60 Partner die technologischen Voraussetzungen dafür schaffen, dass IT-Produkte künftig nur mit einem Zehntel der heute benötig­ ten Energie auskommen.

Einleuchtend! Organische Elektronik aus Dresden
Sachsen ist Europas größter Forschungs- und Produktions-Cluster für organische Halbleiter. Mehr als 15 Firmen und acht Forschungseinrichtungen in der Region Dresden decken die gesamte Wertschöpfungskette von der universitären Grundlagenforschung bis hin zu den fertigen Hochtechnologieprodukten ab.

Netzwerkinitiative Silicon-Saxony
Mit dem Ziel, die Wirtschaftsregion als Standort für Hochtechnologie nachhaltig zu stärken, versteht sich der Verein Silicon Saxony als Kommunikations- und Kooperationsplattform für seine 280 Mitglieder. Intelligente Kooperationen untereinander sorgen für Know-how-Transfer, Synergien und fördern die Innovationskraft. Info: www.silicon-saxony.de

weitere netzwerke Nanotechnologie-Kompetenzzentrum – Ultradünne funktionale Schichten: www.nanotechnology.de Organic Electronics Saxony e. V.: www.oes-net.de Europäische Forschungsgesellschaft für Dünne Schichten e. V.: www.efds.org RFID Saxony: www.rfid-saxony.de
Mikroelektronik   33

Neo-Rauch-Ausstellung in der Galerie EIGEN+ART, Spinnerei, Leipzig

Rastlose Ruhe – eine Rundreise
Das Gewandhaus in Leipzig, der Dom in Magdeburg, Händels Wiege in Halle, das Grüne Gewölbe in Dresden und die Meis­ terhäuser in Dessau stehen für kulturelle Vielfalt, die weit über die Grenzen von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen hinaus strahlt. Doch die Region Mitteldeutschland beweist nicht nur in ihren pulsierenden Zentren die permanente Präsenz von Kunst und Kultur. Wir haben eine Autorin auf Reisen geschickt, um ihre Eindrücke auf den Pfaden von Musik, Museen und Menschen in Mitteldeutschland zu schildern.

Kulturregion Mitteldeutschland

„Mitteldeutschland war bereits vor mehr als 3000 Jahren ein Ort der Hochkultur“, sagt Dr. Harald Meller. Der Direktor des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt hält den zwei Kilogramm schweren Beweis fest in beiden Händen: die Himmelsscheibe von Nebra. „Die weltweit äl­­ teste konkrete Himmelsdarstellung von 1600 vor Christus ist nicht nur in astronomischer Hinsicht sensationell, sondern zeigt auch, dass die Region damals schon rege Handelsbeziehungen in ganz Europa pflegte.“

Der Landesarchäologe Meller hat seinen Sitz in Halle, erste Station meiner kleinen Kulturreise durch Mitteldeutschland. Halle liegt an der Saale und kommt auch sonst gar malerisch daher. Sie ist eine der wenigen Ausnahmen deutscher Großstädte, die sich mit einem nahezu vollständig erhaltenen mittelalterlichen Kern schmücken dürfen. So fühle ich mich bei einem Bummel über Boulevard und Markt zurückversetzt in eine Zeit, in der Pferdedroschken statt Straßenbahnen über das Pflaster schnellten und Halles berühmtester Sohn, der Komponist Georg Friedrich Händel, durch die Straßen flanierte. Form und Funktion Gegensätzlich zu dieser fast betulichen Schönheit wirkt indes der Bauhaus­ gedanke in Dessau. Kaum 50 Kilometer von Halle entfernt, entstand hier 1925 eine der ersten Hochschulen für Gestaltung und damit eine neue Heimstatt für das 1919 in Weimar ­begründete Bauhaus. Die flächige Transparenz dieser „neuen Sachlichkeit“ in Design und Architektur findet sich in Dessau allerorten. Mich beeindrucken Meisterhäuser, Stahlhaus, Arbeitsamt und die Laubenganghäuser – ebenfalls mit der für das Bauhaus typisch zweckmäßigen Leichtigkeit. Nach so viel klarer Form erscheint die Weiterreise in romantisches Licht getaucht. Ein Blick aus dem Zugfenster lässt das Auge im Grün von Wiese und Heide versinken. Unterbrochen nur von

Regina Bittner, Stiftung Bauhaus Dessau. Sie leitet das Bauhaus Kolleg, ein postgraduales Programm zur Zukunft des Städtischen.

Dr. Harald Meller, Landesarchäologe und Direktor des Landesamtes für Denkmal­ pflege und Archäologie Sachsen-Anhalt

„Als ich die Himmelsscheibe von Nebra das erste Mal in der Hand hielt, bekam ich eine Gänsehaut. Die Faszination war riesig. Inzwischen ist klar, dass es sich um einen der bedeutendsten archäologischen Funde handelt. Sie ist die früheste bekannte Darstellung des Kosmos weltweit. Und damit liefert sie gleichzeitig den Beweis, dass die Menschen hier schon in der Bronzezeit innovativ und hochproduktiv waren.“

„Das Bauhaus Dessau ist international aner­ kannt und hoch geschätzt. Seit seiner Grün­ dung war es neben innovativer Ausbildungs­ stätte immer Produktionsort internationaler Diskussionen. Ein perfekter Boden für das Bauhaus Kolleg. Seit 1999 gibt es dieses postgraduale Programm rund um urbanis­ tische Themen. Gestalter und Wissenschaftler unterschiedlichster Bereiche wie Architektur, Kunst und Sozialwissenschaften kommen aus aller Welt für jeweils ein Jahr zusammen. Wir ent­ ickeln völlig neue Zugänge und gestalte­ w rische Konzepte zur Zukunft unserer Städte. Jedes Jahr unter einem neuen Schwerpunkt. Doch immer bei uns in Dessau. Auch wenn wir uns dabei mit Themen wie Migration in Istanbul, europäische Integration in Sibiu oder postsozia­ listische Stadtentwicklungen in Minsk beschäf­ tigen – immer lässt sich dabei auch etwas für die Situation in Sachsen-Anhalt lernen.“

leuchtend gelben Rapsfeldern. Im Hintergrund erkenne ich die Silhouette einer Stadt. Wittenberg. Die blonde Frau neben mir im Abteil zeigt mit ausgestrecktem Arm auf eine Turmspitze:
Kultur   35

Sven Helbig, Musiker, Komponist und Produzent. 1996 gründete er die Dresdner Sinfoniker. Seine Inszenierungen wurden unter anderem in London, Paris und Dresden uraufgeführt.

„Ich bin ständig auf der Suche. In unterschiedlichen Musikformen spüre ich dem großen Gefühl nach, das sie verbindet. Schmerz, Verlangen, Leidenschaft. Auf dieser emotionalen Ebene können dann neue Klangwelten entstehen, die zuvor als unüberwindbare Distanzen erschienen. Wagner trifft auf Rammstein, Elektro­ pop auf Klassik. Zum Entwickeln meiner Ideen komme ich immer nach Dresden. Hier finde ich die Ruhe und Harmonie, die ich brauche, damit alles reift. Während die Elbe ruhig dahinfließt, kann ich mich auf meine Arbeit konzentrieren.“

7 Mal Weltkulturerbe in Mitteldeutschland
1994 Stiftskirche, Schloss und Altstadt von Quedlinburg – Deutschlands größtes Flächendenkmal 1996 Luthergedenkstätten in Eisleben und Wittenberg – authentische Orte der Reformation 1996 Das Bauhaus und seine Stätten in Weimar und Dessau – beispielhaft für die revolutionäre Architektur der Bauhausschule 1998 Klassisches Weimar – Gebäude und Parks als Zeugnisse der Weimarer Klassik

„Die gehört zur berühmten Schlosskirche.“ Mit ihrer weltbekannten Tür, an die Reformator Martin Luther 1517 seine 95 Thesen schlug, steht sie auf Platz drei der Lieblingsorte der Deutschen. Glanz und Gloria Folgt man von Wittenberg dem majes­ tätischen Fluss der Elbe, fährt man zwar gegen den Strom, aber kommt auf sehr schönem Weg direkt nach Dresden. Kurz bevor ich Elbflorenz erreiche, sehe ich rechts die Albrechtsburg. Sie ist Wahrzeichen von Meißen, der Stadt des Weißen Goldes. Seit Johann Friedrich Böttger hier Anfang des 18. Jahrhunderts die europäische Herstellung von Porzellan aufdeckte, ist die Stadt Sitz der ersten Porzellanmanufaktur Deutschlands. In Dresden angekommen, mache ich mich auf den Weg zum Grünen Gewölbe. Das ist im Dresdner Residenzschloss angesiedelt und gilt als eine der reichsten Schatzkammern der Welt. Glänzendes Goldgehänge, poliertes Tafelsilber: Die Kostbarkeiten der sächsischen Herrscher funkeln mir in den Augen. Am meisten beeindruckt mich jedoch ein Schmuckstück von nur 1 cm Durchmesser. Auf einem Kirschkern finden sich 185 Gesichter mit unterschiedlichen Minen geschnitzt. Mich überläuft ein Schauer. Da heißt es Sonne tanken bei einem Spaziergang am Elb­ fer. Zunächst ist mir jedoch der u Ausgang versperrt. Fotografierende Japaner lassen das Gebäude im Blitzlicht­

gewitter versinken. Diese Gruppe von 40 Touristen ist nur eine Handvoll der rund 12 Millionen Gäste, die jährlich Mitteldeutschland besuchen. Im Jahr 2006 kamen übrigens rund 43.000 Kulturneugierige aus Japan in die Region. Am Elbufer lasse ich den Zwinger von Baumeister Pöppelmann, die Brühlsche Terrasse, Semperoper, Kreuzkirche und alle anderen Kunstschätze von Weltruf, die in der Galerie Alte Meister in der Sempergalerie und im Albertinum mit seiner Galerie Neue Meister lagern, hinter mir. Hier ist die Welt eine andere. Ruhe zieht ein. Statt Menschengemurmel umschließt mich nur das Rauschen
Erholung pur auf 4,4 km²: der ­ ospudener See bei C Leipzig. Er ist das erste erschlossene Naherholungsgebiet des Neuseenlandes. Wo ursprünglich Braunkohle gefördert wurde, entstehen nun südlich von Leipzig rund 70 km² Wasserfläche.

1999 Wartburg – Sängerkrieg, heilige Elisabeth und Übersetzung des Neuen Testaments machten sie zu einem Kulturmonument 2000 Dessau-Wörlitzer Gartenreich – in der Zeit der Aufklärung angelegte Kulturlandschaft, die philosophischen Prinzipien folgt 2004 Muskauer Park – als Gartenkunstwerk im 19. Jahrhundert angelegt von Fürst Hermann von Pückler-Muskau

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vom Fluss und das Wiegen der Weiden im Wind. Unterbrochen wird der Weg nur von kleinen Cafés, in denen Wein aus dem mit circa 300 Hektar kleinsten Weinbaugebiet Deutschlands rund um Dresden angeboten wird. Würde ich der Elbe weiter folgen, käme ich in die wegen ihrer Felsen mit Klettergipfeln gerühmte Sächsische Schweiz mit ihrem imposanten Elbsandsteingebirge. Elbsandstein war der Baustoff des Barock. Auch die Dresdner Frauenkirche wurde wieder original­etreu aus g

dem hellgelben Material hergerichtet. Für mich geht es jedoch tiefer hinein in die Lausitz. Wo die Rekultivierung der Braunkohlegebiete schon fortgeschritten ist, entstehen Seenlandschaften und Naherholungsgebiete. Städte scheinen im Dornröschenschlaf versunken. Die Zeit geht einen halben Takt lang-

samer. Auf so natürliche Weise, dass ich anfange zu rennen, um mich nicht ebenfalls der gemütlichen Natur hinzugeben. Ich komme nach Bautzen. Die Stadt könnte ein internationales Lehrstück geglückten bikulturellen Miteinanders sein. Vermutlich sind die Sorben das kleinste Volk Europas.

„Urbanes Leben und Naturverbundenheit sind nicht zu trennen.“
Olaf Schubert, seit 1994 Stadtförster und Leiter der Stadtforsten Jena. Für die vorbildliche und nachhaltige Waldbewirtschaftung wurde die Stadt mehrfach geehrt.

„Wir haben einen echten Stadtwald. Artenreiche Laubwälder aus Buche, Eiche, Ahorn oder Linde, aber auch Nadelhölzer wie die Kiefer umsäumen Jena. Der Wald ist der grüne Gürtel unserer Stadt. Urbanes Leben und Naturverbundenheit sind da nicht zu trennen. Kein Wunder also, dass sich die Jenaer stark dafür interessieren, was in ihrem Wald passiert. Hier kommen sie her, um Kraft zu tanken und sich zu erholen. Nicht selten führe ich die Besucher an meine Lieblingsplätze im Wald und zeige ihnen die verborgenen Schönheiten der Jenaer Natur. Immer faszinierend ist ein Blick von den umgebenden Bergen auf die Stadt. Um mich herum die Stille der Natur und greifbar nah ist städtischer Trubel und die Hightech-Welt. Ein toller Gegensatz, jedoch berufliche Herausforderung zugleich.“

Kultur   37

In Bautzen und Umgebung teilen sie mit den Sachsen so selbstverständlich ihr tägliches Miteinander, dass man es nicht bemerken würde. Wäre am Ortseingang nicht auch der sorbische Stadtname Budy�in zu lesen. Dann sehe ich s die zweisprachigen Straßenschilder. Gehe vorbei an einer sorbischen Schule. Begegne einem jungen Mädchen mit einem farbenprächtigen Kleid und einem bunt bestickten Käppchen. Für mich heißt es jedoch „Boˇemje“ – „auf z

wagen Deutschlands, des Horch, sondern auch der so genannten ostdeutschen „Rennpappe“, des Trabant. Gleichzeitig ist sie die Geburtsstadt Robert Schumanns. Romantik pur. Überhaupt bekomme ich den Eindruck, dass in Mitteldeutschland die Wiegen genialer Musiker dicht nebeneinander standen: Bach, Händel, Schütz, Wagner fallen mir spontan ein. Als ich „gelle“ höre, manchmal auch „ge“, weiß ich mich in Thüringen.

könnte ich es für die Landschaft singen. Wälder so weit das Auge reicht. Mit einem Waldanteil von 32 Prozent gehört Thüringen zu den waldreichsten Bundesländern. Wie schön es hier im Herbst sein muss. Da der größte Teil der grünen Fläche Laubbäume sind, ist die Landschaft im ­ eptember in sattes S Rot und warmes Gelb getaucht. Thüringen selbst nennt sich „das grüne Herz Deutschlands“. Wobei in Thüringen zwei Herzen pochen. Gleichzeitig

Dr. Michael Maul, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Bach-Archiv Leipzig. Seit 2002 forscht er in mittel­ deutschen Archiven und Bibliotheken systematisch nach Bach-Dokumenten.

„Die Musik von Johann Sebastian Bach ist in aller Ohren. Wenn es draußen schneit und in den Küchen nach Lebkuchen duftet, wer hört da nicht das Weihnachtsoratorium? Doch über Bach selber wissen wir nur wenig. Deshalb begann ich 2002 mit der Suche nach Dokumen­ ten, die etwas über den Komponisten hinter dieser brillanten Musik erzählen. In über 400 Orten Mitteldeutschlands war ich unterwegs. Als ich dann die Bach-Arie in der Anna-AmaliaBibliothek in Weimar entdeckte, war ich überwältigt. Ich konnte es gar nicht glauben. Es war der erste Fund einer Originalhandschrift von Bach seit 1935.“

„In über 400 Orten Mitteldeutschlands war ich unterwegs.“
Wiedersehen“ auf Sorbisch – zu sagen. Weiter geht es ins Erzgebirge. Mit rund 130 km Länge bildet das Erzgebirge die südliche Grenze Mitteldeutschlands. Bekannt ist das Mittel­ gebirge mit dem Fichtelberg vor allem als Wintersportregion und als Aus­ il­ b dungsstätte zahlreicher Sportler mit Welt­ uf wie Jens Weißflog. Da verwunr dert es nicht, dass in Klingenthal die m­dernste Großsprungschanze Euroo pas steht, die Vogtland Arena. Aber nicht nur Wintersport hat in Mitteldeutschland Tradition. In mehr als 10.970 Vereinen sind über 1,25 Millionen Menschen organisiert. Die am meisten trainierte Sportart ist mit fast 25 Prozent Fußball. Fast schon in Thüringen mache ich einen Zwischenhalt in Zwickau. Die Stadt war nicht nur Produktionsort eines der ersten LuxusNördlich vom Rennsteig – als bekanntestem Wanderweg – gibt es sieben thüringische und südlich davon zwei fränkische Sprachgebiete. Das alles mit fließenden Grenzen. „In manchen Dialekten findet man heute noch Wörter aus althochdeutscher Zeit, die bereits ausgestorben sind. Keinem Bedeutungswandel unterlag hingegen die 1.000 Jahre alte Vokabel ‚brâtwurst’, ein nicht unwesentlicher Hinweis auf die Lebens- und Essgewohnheiten der Altvorderen“, erklärt Professorin Rosemarie Lühr von der Uni Jena. Hören kann man das thüringische Sprachgemisch auf einem der zahlreichen Feste, genannt Kirmes. Heute eher Volksfeste, wurden sie ursprünglich zum Gedenken der Weihe neuer Gotteshäuser begangen. Mit „Grün ja grün ...“ sind im Kinderlied die Kleider gemeint, hier

schlägt hier das deutsche Herz: Der geo­grafische Mittelpunkt Deutschlands liegt einige Kilometer südlich von Mühl­ ausen. Nach so viel Herz ist h Geist gefragt. Jena heißt meine nächste Station. Die Verflechtung von Wissenschaft und Technik ist hier schon fast historisch. Kluge Köpfe – ganz klassisch Bereits 1558 wurde die heutige Friedrich-Schiller-Universität als eine der ersten Hochschulen Deutschlands gegründet. Persönlichkeiten wie Fichte, Hegel oder Schiller wirkten hier. Nun studieren 214.341 Studenten in Mitteldeutschland, davon 107.000 in Sachsen, 51.000 in Sachsen-Anhalt, und 49.000 in Thüringen. In Jena wird die europäische Forschungsentwicklung auch geprägt von den Ergebnissen in Astronomie, Chemie, Optik und Glasherstellung. Es fallen Namen wie Carl Zeiss, Ernst Abbe und Otto Schott.

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geboren in Mitteldeutschland: berühmte kinder der region
gottfried Wilhelm Leibniz 1646 in Leipzig geboren, Philosoph und Dichter der deutschen Aufklärung

Clara Schumann Pianistin, Komponistin, Ehefrau Robert Schumanns und einst das Gesicht der 100-DM-Note, 1819 in Leipzig geboren

Johann friedrich böttger 1682 in Schleiz geboren, entschlüsselte das Geheimnis der Porzellanherstellung als erster Europäer kurt Weill 1900 in Dessau geborener Komponist, schuf u. a. mit Bertolt Brecht „Die Dreigroschenoper“ Johann Sebastian bach 1685 in Eisenach geborener Komponist und Orgelvirtuose

Neo rauch Maler und prominentes Aushängeschild der „Neuen Leipziger Schule“, 1960 in Leipzig geboren

Erich kästner Schriftsteller weltbekannter Kinderbücher („Emil und die Detektive“), 1899 in Dresden geboren Caroline Neuber 1697 in Reichenbach geboren. „Die Neuberin“ gilt als Begründerin des bürgerlichen Theaters, indem sie es nach französisch-klassizistischem Vorbild zu einer Bildungsstätte umformte.

Sie forschten, entwickelten und verkauften. Wissenschaft und Technik Hand in Hand. Legendär als „Doppelstadt WeimarJena“ bezeichnet, ist die Klassikerstadt Weimar nächste Station. „Wo finden Sie auf einem so engen Fleck noch so viel Gutes“, schrieb Johann Wolfgang von Goethe 1823 über Weimar. Hier lebte und arbeitete der deutsche Dichter und Denker viele Jahre. Ebenso Friedrich Schiller. Das Deutsche Nationaltheater Weimar wurde zur Wirkungsstätte der beiden großen Köpfe. Heute werden deren Theaterstücke noch ebenso populär wie vor mehr als 150 Jahren inszeniert. „Vorhang auf “

heißt es übrigens nicht nur in Weimar. Mit einer weiten Theaterlandschaft erwartet Mitteldeutschland die Liebhaber der schönen Künste: 34 öffentliche Theater ziehen jährlich mit über 11.000 Aufführungen mehr als 3,5 Millionen Zuschauer in die Vorstellungen. Dass Weimar ein Symbol für den Geist des Idealismus wurde, ist zwei weiteren Denkern zu verdanken: Christoph Martin Wieland und Johann Gottfried Herder, die gemeinsam mit Goethe und Schiller die Weimarer Klassik mit ihrem humanistischen Menschenbild prägten. Umso mehr erschüttert ein Besuch des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald den humanistischen

Gedanken. Zwei gegensätzliche Welten, wie sie entfernter nicht sein könnten. Ein kurzer Abstecher führt mich in die Landeshauptstadt Thüringens. In Erfurt flaniere ich an Straßencafés vorbei und lasse mich vom Duft einer echten Thüringer Bratwurst aufhalten. „Überhaupt ist Thüringen kulinarisch eine Entdeckungsreise wert“, erzählt mir der Bratwurströster Jakob Hausmann. Für den nächsten Besuch empfiehlt er mir den „Ardäpfelklus“, den bekannten Thüringer Kloß aus Kartoffeln. Denkmale auf Papier gebaut Für mich geht es noch einmal nach Sachsen-Anhalt. Quedlinburg und Magdeburg möchte ich mir nicht entgehen lassen. Ich brause an Burgen und Schlössern, Klöstern und Kirchen vorbei. Mehr als ich zählen kann. Was nicht verwundert: Über 2.500 Schlösser

kultur

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Blick vom Schloss Albrechtsberg in das Elbtal, Dresden

Bauhaus, Weimar

Gemäldegalerie Alte Meister, Dresden

und Burgen gibt es in Mitteldeutschland, außerdem 169.500 Denkmäler. Wie lange würde es dauern, allein eine Auflistung der Denkmalnamen zu lesen. Wäre pro Denkmal eine Zeile reserviert, würden auf ein eng beschriebenes Blatt Papier 80 Namen passen. Dann bräuchte ich 2.119 Blatt Papier. Als Schnellleser würde ich pro Seite zwei Minuten zum Lesen der Namen brauchen. Insgesamt wäre ich schlaflos drei Tage beschäftigt. Wow. Wie lange es dauern würde, all diese Denkmale zu besichtigen, überlege ich mir gar nicht

erst. Lieber schnell nach Quedlinburg. Die Stadt empfängt mich mit einem Wuff. Ein Hund, der Quedel, ist als Symbol der Stadt Wappenhalter. 1.000-jährige Geschichte zwischen der Gründung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und dem Untergang des Dritten Reiches bekommt hier ein Gesicht. Im 10./11. Jahrhundert war Quedlinburg Lieblingsort der Herrscher Sachsens und damit Hauptort der deutschen Reichspolitik. 1.000 Jahre später war die Stiftskirche nationalsozialistische „Weihestätte“, mit Ar-

chitektur aus verschiedenen Epochen. Herausragend sind die 1.200 Fachwerkhäuser, die Quedlinburg das UNESCOPrädikat „Kulturerbe der Menschheit“ einbrachten. Außerdem ist die mittelalterliche Stadtmauer zu weiten Teilen erhalten und es gibt mehrere gotische Hallenkirchen zu bestaunen. Noch dazu liegt Quedlinburg im östlichen Harzvorland und gehört zu den regenärmsten Regionen Deutschlands. Der Harz ist ein Nationalpark mit knapp 6.000 ha Fläche. Ein sagenumwobener dazu: Brockengipfel und Hexentanz-

kleines konversationslexikon: Wissenswerte Anekdoten aus der geschichte Mitteldeutschlands
9./10. Jh. Merseburger Zaubersprüche als einzige althochdeutsche Zeugnisse heidnischen Inhalts 929 Sachsen ist ältester Freistaat Deutschlands. Keimzelle war die unter Heinrich I. begründete Burg Meißen. 1517 Martin Luther veröffentlicht seine 95 Thesen in Wittenberg. 1743 Gewandhausorchester Leipzig unter dem Namen „Das große Concert“ als ältestes bürgerliches Konzertorchester im deutschen Raum offiziell gegründet. Die Wurzeln reichen zurück bis ins Jahr 1479. 1807 Erster Baumkuchen von Johann Schemikow in Salzwedel gebacken 1880 Der Duden erscheint in seiner ersten Auflage in Leipzig. 1872 Philipp Griebel formt im thüringschen Gräfenroda den ersten Gartenzwerg aus Terrakotta. 1896 In Halberstadt weltweit erstmals Würstchen in Dosen hergestellt: die Halberstädter Würstchen. 1908 Melitta Bentz aus Dresden erfindet den Kaffeefilter. Sie durchlöchert einen Messingtopfboden und legt darauf ein Löschblatt aus dem Schulheft des ältesten Sohnes. 1928 Erfindung des Tonbandes – damals noch aus Papier – durch den Dresdner Fritz Pfleumer 1936 Erster praktikabler Farbfilm der Kinogeschichte in der Filmfabrik Wolfen hergestellt 1955 Erstes Literaturinstitut in Leipzig gegründet. Heute bietet das Deutsche Literaturinstitut Leipzig eine Universitätsausbildung zum Schriftsteller.

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Semperoper, Dresden

Himmelsscheibe von Nebra, Halle

Weltberühmte Handwerkskunst aus dem Erzgebirge

platz sind Schauplatz fantastischer Überlieferungen. Fantasievoll geht es auch in Magdeburg zu. Weg von imposanten Gebäuden und gewaltigen

aus Mitteldeutschland begegnet, die Einfluss auf das Weltgeschehen nahmen, höre ich jetzt die Welt in Mitteldeutschland. Im zweisprachi­en King

„Ich war gefangen von dem Potenzial.“
Naturschönheiten­treffe ich hier Kathleen Schladitz. Sie kümmert sich um die Bildung der kleinen Bürger als Leiterin des deutsch-französischen Kindergartens „Au Clair de la Lune“. Bin ich bisher vielen Menschen und Ideen dergarten werden französische Feste gefeiert und deutsche Bräuche gelebt und so die Offenheit für andere Kulturen geweckt. Übrigens hat Sachsen-Anhalt mit 1.915 Kindertageseinrichtungen einen der höchsten Anteile der Welt. Meine Reise durch Mitteldeutschland neigt sich leider dem Ende zu. Vorher noch ein Stopp in Leipzig. Selbst­ bewusst schlendern die Leipziger durch ihre Stadt, vorbei auch am ersten Renaissance-Rathaus Deutschlands. Als Messe- und Handelsstadt erlangte Leipzig frühe Bedeutung: Via regia (Königsstraße) und via imperii (Reichsstraße) kreuzten sich hier. Die Folge sind repräsentative Bürgerhäuser und Handelspaläste mit den berühmten Passagen. Ich schaue mir die Entwicklung im Stadtgeschichtlichen Museum an. Eines von über 800 Museen und Sammlungen in Mitteldeutschland mit jährlich rund 14,7 Millionen Besuchern. Die Reise klingt aus in einem Café. Davor zwei Straßenmusikanten mit Mundharmonika und Akkordeon. Und siehe da: Kultur in Mitteldeutschland ist nicht nur in Museen, Theatern und Konzertsälen, sondern überall, auch auf der Straße. Nah am Menschen.

Bertram Schultze, Geschäftsführer der Leipziger Baumwollspinnerei Verwaltungsgesellschaft mbH, www.spinnerei.de

Kathleen Schladitz leitet den deutschfranzösischen Kindergarten „Au Clair de la Lune“ in Magdeburg.

„Die Kinder kommen aus verschiede­ nen Ländern. Zum Beispiel Prince aus Kamerun. Im Sommer hat er das erste Mal einen Regenwurm ge­ ehen und s sich fürchterlich erschreckt. Dafür erzählt er von Tieren, die unsere Mag­ e­ urger Kinder nur aus dem Zoo d b kennen. Es ist ein Geschenk, dass wir unseren Kindern so viel Offenheit für andere Kulturen, Sprachen, Denkwei­ sen und Religionen mitgeben können.“

„Als ich das Gelände der alten Baumwollspin­ nerei zum ersten Mal betrat, verfiel ich sofort dem Charme dieser kleinen ‚Fabrikstadt’. Riesige ­ allen erbaut aus roten Klinkersteinen, H Eisentreppen waren von Rost bedeckt. Ich war gefangen von dem Potenzial, das in den alten Gebäuden steckte. 100.000 m2 Nutzfläche. Heute ist die historische Fabrik prall gefüllt mit zeitgenössischen Inhalten. Künstler und G ­ aleristen von Weltruf haben sich hier angesie­ delt. Mehr als 50 Prozent der Mieter sind das. Das wiederum zieht andere Kreative an. Archi­ tekten, Werber, Gitarrenbauer, um nur einige zu nennen. Diese kommerzielle Nutzung für Kunst und Kultur ist weltweit einzigartig. Und wir haben sie uns auf die Stirn geschrieben: Die langfris­ ige und beständige Ansiedlung t internationaler Kunst ist unser erklärtes Ziel. From cotton to culture.“

Kultur   41

diE WirTSCHAfTSiNiTiATivE für MiTTELdEuTSCHLANd
In der Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland engagieren sich strukturbestimmende Unternehmen sowie Kammern und Städte aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen mit dem gemeinsamen Ziel einer nachhaltigen Entwicklung und Vermarktung der traditionsreichen Wirtschaftsregion Mitteldeutschland.

Ziele
• • • • • • Stärkung der Innovationsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen Aufbau selbsttragender, international wettbewerbsfähiger Cluster Erhöhung der Standortattraktivität für Investoren und Kreativkräfte Einheitliche und gemeinsame Vermarktung des Wirtschaftsstandortes Entwicklung einheitlicher wirtschaftlicher Rahmenbedingungen Gewinnung der wichtigsten Städte und Unternehmen als Mitglieder

Aktivitäten
• Cluster Mitteldeutschland
Der Clusterprozess fördert die Vernetzung in denjenigen Branchen mit einer überdurchschnittlichen Konzentration an miteinander verbundenen Unternehmen und Forschungseinrichtungen und bildet das Wirtschaftsprofil.

Handlungsfelder
• Stärkung von Innovation und Nachhaltigkeit
Die Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland fördert die länderübergreifende Gestaltung nachhaltiger Rahmenbedingungen zur Stärkung von Innovationsprozessen in der Wirtschaft. Dafür bündelt und vernetzt sie vorhandene Initiativen und Aktivitäten und unterstützt die Entwicklung erfolgreicher Kooperationsmodelle.

• IQ Innovationspreis Mitteldeutschland
Der bundesweit einzige Innovationswettbewerb der Wirtschaft, der innovative Verfahren, Produkte oder Dienstleistungen aus den regionalen Clustern fördert. Bewerbungen um rund 80.000 € Preisgeld unter www.iq-mitteldeutschland.de

• Organisation und Unterstützung von Wachstumsprozessen
Die Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland organisiert und unterstützt nachhaltige Wachstumsprozesse zum Nutzen insbesondere von kleinen und mittelständischen Unternehmen. Im Sinne einer offenen Plattform werden alle Akteure, Netzwerke und Partner gleichberechtigt eingebunden, um gemeinsam einen Mehrwert zu erzielen.

• Absolventenmesse Mitteldeutschland
Die Absolventenmesse Mitteldeutschland ist die zentrale Karriere- und Recruitingplattform für Hochschulabgänger und Unternehmen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. www.absolventenmesse-mitteldeutschland.de

• Förderung von Kommunikation und Vermarktung
Die Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland fördert länderübergreifende Kommunikationsprozesse für ein besseres Kennenlernen und einen intensiveren Austausch der Entscheider aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung. Darüber hinaus trägt sie zur positiven Außenwahrnehmung und zur Profilierung der Wirtschaftsregion bei.

• Mitteldeutscher Abend
Der Mitteldeutsche Abend bietet eine hochwertige Dialogplattform zu wichtigen regionalen und insbesondere überregionalen Partnern und Institutionen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik/Verwaltung.

• Informationen
mitte|punkt | halbjährlich erscheinendes Standortmagazin mitte|news | vierteljährlicher Print-Newsletter mit Infos zur Initiative online-Newsletter | jeden Freitag aktuelle Kurzbeiträge aus Region und Initiative www.mitteldeutschland.com | Aktuelle Infos, Hintergrundinformationen, Downloads, Wirtschafts-, Terminkalender und vieles mehr aus Mitteldeutschland.

Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland gmbH / e. v. Nikolaistraße 28 – 32 | 04109 Leipzig Tel: +49.341.600 16 0 | Fax: +49.341.600 16 13 info@mitteldeutschland.com www.mitteldeutschland.com

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Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland

Stellen Sie sich vor, Sie hätten

fördern können.

D

ie Welt wäre um einige Erfindungen reicher. Damit unserem Land kein zukünftiger Leonardo entgeht, machen sich im Stifterverband 3.000 Unternehmen und Privatpersonen für Wissenschaft, Forschung und Bildung stark. Der Stifterverband enga-

giert sich für die Erneuerung des Wissenschaftssystems und stärkt den Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Fördern Sie mit Ihrer Spende die weltbewegenden Ideen der Leonardo da Vincis von morgen. Mehr unter www.stifterverband.de

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06.10.10 10:59

Kontakte Region
Agrar-Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt mbH: www.amg-sachsen-anhalt.de Agrarmarketing Sachsen e. V.: www.agrar-marketing-sachsen.de Agrarmarketing Thüringen: www.agrarmarketing.thueringen.de AMZ Sachsen: Dr. Claudia Scholta | Annaberger Straße 240 | 09125 Chemnitz | +49.371.534 73 44 | www.amz-sachsen.de Automotive Berlin/Brandenburg: Harald Bleimeister | Zukunftsagentur Brandenburg c/o SWFG Teltow Fläming | Zinnaer Straße 34 | 14943 Luckenwalde +49.3371.64 35 27 | www.ac-bb.de Automotive Cluster Ostdeutschland: Dietmar Bacher | ACOD GmbH | Nuthedamm 14 | 14974 Ludwigsfelde | +49.3378.51 80 68-33 | www.acod.de Automotive Mecklenburg-Vorpommern: Dr. Andreas Vietinghoff | automotive-mv e. V. c/o REFA Landesverband Mecklenburg-Vorpommern e. V. ­ Lange Straße 1a | 18055 Rostock | +49.381.45 52 23 | www.automotive-mv.de Automotive Thüringen: Michael M. Lison | Gewerbegebiet Kindel | Am Künkelhof 4 | 99819 Hörselberg | +49.36920.727 22 | www.automotive-thueringen.de BioInstrumente Jena e. V.: Winzerlaer Straße 2 | 07745 Jena | +49.3641.50 86 51 | www.bioinstrumente-jena.de Bio Mitteldeutschland GmbH: Weinbergweg 22 | 06120 Halle/Saale | +49.345.555 98 50 | www.biomitteldeutschland.de Biosaxony: Tatzberg 47– 51 | 01307 Dresden | +49.351.796 51 05 | www.biosaxony.de Bundesvereinigung Logistik: www.bvl.de    » Region Sachsen: Hans-Peter Kloppe | +49.341.986 35 19 | hans-peter.kloppe@sparkasse-leipzig.de    » Region Sachsen-Anhalt: Holger Seidel | +49.391.409 01 23 | holger.seidel@iff.fraunhofer.de    » Region Thüringen: Michael Hofmann | +49.3621.71 22 11 | michael.hofmann@tva-logistik.de CeChemNet: Fiene Grieger | +49.345.29 98 27 18 | fiene.grieger@cechemnet.de Cluster Biotechnologie-Life Sciences: Martin Pohle | pohle@mitteldeutschland.com | www.cluster-biotechnologie.de Cluster Chemie/Kunststoffe: Andreas Dockhorn | +49.345.521 36 28 | info@cluster-chemie-kunststoffe.de | www.cluster-chemie-kunststoffe.de Cluster Informationstechnologie: Klemens Gutmann | Cluster Informationstechnologie Mitteldeutschland e. V. | c /o GISA GmbH | Leipziger Chaussee 191a 06112 Halle/Saale | +49.392.038 20 32 | gutmann@regiocom.com | www.it-mitteldeutschland.de Cluster Solarwirtschaft: Dr. Peter Frey | p.frey@solarvalley.org | www.solarvalley-mitteldeutschland.org Cluster Optoelektronik: Dr. Klaus Schindler | klaus.schindler@optonet-jena.de | www.optonet-jena.de Cluster Mikroelektronik Silicon Saxony: Gitta Haupold | gitta.haupold@silicon-saxony.de | www.silicon-saxony.de GFAW – Gesellschaft für Arbeits- und Wirtschaftsförderung des Freistaats Thüringen mbH: Warsbergstraße 1 | 99092 Erfurt | +49.361.222 30 | www.gfaw-thueringen.de IMG Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt mbH: Kantstraße 4 | 39104 Magdeburg | +49.391.56 89 90 | www.img-sachsen-anhalt.de Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen mbH (LEG): Mainzerhofstraße 12 | 99084 Erfurt | +49.0361.56 03-0 | www.leg-thueringen.de MAHREG Sachsen-Anhalt: C.-Friedrich Fahlberg | Steinfeldstraße 5 | 39179 Barleben | +49.39203.825 30 | www.mahreg.de Mitteldeutsches Kunststoffnetzwerk MKN: Dr. Peter Bloß | +49.341.49 41- 501 | bloss@kuz-leipzig.de Nanotechnologie-Kompetenzzentrum – Ultradünne funktionale Schichten: www.nanotechnology.de Sächsisches Telekommunikationszentrum e. V.: http://saechs-tel.sachsen.de Verband der Chemischen Industrie Nordost: Dr. Paul Kriegelsteiner | +49.30.34 38 16 10 | kriegelsteiner@lv-no.vci.de Verband der Informationswirtschaft, Telekommunikation und Neue Medien Sachsen e. V.: www.sax-it.de Wirtschaftsförderung der Stadt Magdeburg: Ölweide 12 | 39114 Magdeburg | +49.391.532 94-0 | www.gwm-magdeburg.de Wirtschaftsförderung der Stadt Gera: Kornmarkt 12 | 07545 Gera | +49.365.838-12 01 | www.gera.de Tourismus-Marketing Sachsen-Anhalt GmbH: Am Alten Theater 6 | 39104 Magdeburg | +49.391.567-70 80 | www.sachsen-anhalt-tourismus.de Thüringer Tourismus GmbH: Weimarische Straße 45 | 99099 Erfurt | +49.361.374 20 | www.thueringen-tourismus.de Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen mbH: Bautzner Straße 45/47 | 01099 Dresden | +49.351.49 17 00 | www.sachsen-tour.de Wirtschaftsförderung der Stadt Dessau-Roßlau: Zerbster Straße 4 | 06844 Dessau-Roßlau | +49.340.204-20 80 | www.dessau.de Wirtschaftsförderung der Stadt Halle: Marktplatz 1 | 06108 Halle/Saale | +49.345.221 47 60 | www.wifoe.halle.de Wirtschaftsförderung der Stadt Jena: Tatzendpromenade 2 | 07745 Jena | +49.3641.49-50 20 | www.jena.de Wirtschaftsförderung der Stadt Leipzig: Martin-Luther-Ring 4 – 6 | 04092 Leipzig | +49.341.123-58 10 | www.leipzig.de/de/business/ Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland GmbH: Nikolaistraße 28 – 32 | 04109 Leipzig | +49.341.600 16-0 | www.mitteldeutschland.com Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH: Bertolt-Brecht-Allee 22 | 01309 Dresden | +49.351.213 80 | www.invest-in-saxony.net

IMPRESSUM mitte l punkt – Das Standortmagazin der Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland Herausgeber: Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland GmbH | Nikolaistraße 28 – 32 | 04109 Leipzig Verantwortlicher: Prof. Dr. Georg Frank, 1. Vorsitzender des Vorstandes, Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland e.V. Redaktion: Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland GmbH | ABCreativ — Agentur für Text und Bild | Daniela Rutsch Redaktionsschluss: 31. August 2010 Texte: Daniela Rutsch | Mandy Schalast | Klaus Wurpts | Kai Bieler Grafik, Layout, Produktion: KOCMOC.NET Druck: Druckerei Thieme GmbH & Co. KG Bildnachweise Matthias Knoch: Titelbild | S. 2 – 3 | Aufmacher S. 8, 12, 16, 22, 28, 34 | Interviews: S. 35 – 41 | Grafiken: S. 17, 20 Dresden-Werbung und Tourismus GmbH, Sylvio Dittrich: S. 40 (1) Landesmarketing Sachsen-Anhalt GmbH | Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt | Juraj Liptak: S. 41 (2) LEG Thüringen: S. 40 (2) Pixelo.de: S. 10 (5) Punctum: S. 39 Q-Cells SE: S. 7 Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH: S. 40 (3), S. 41 (1)/(3) Wir danken unseren Mitgliedern und Partnern für die freundliche Überlassung der Abbildungen.

Erfolgreiche Unternehmen für eine erfolgreiche Region
Das Standortmagazin der Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland
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ROHRLEITUNGSBAU

In  der  wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland  engagieren  sich  strukturbestimmende  Unternehmen  sowie  Kammern  und  Städte  aus  Sachsen,  SachsenAnhalt und Thüringen mit dem gemeinsamen Ziel einer nachhaltigen Entwicklung und Vermarktung der traditionsreichen Wirt  chafts  egion Mitteldeutschland. s r

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Standort Mitteldeutschland
Wirtschaft und Kultur in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen

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