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Aufgabenstellung

Full text: Aufgabenstellung

Besucherzentrum Botanischer Berlin SteglitzGarten und Botanisches Museum Zehlendorf Berlin Dahlem
Konkurrierendes Gutachterverfahren
Aufgabenstellung

Konkurrierendes Gutachterverfahren Besucherzentrum Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin Dahlem Berlin Steglitz-Zehlendorf Aufgabenstellung

Berlin, 11. Dezember 2012

Herausgeber Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Abteilung Städtebau und Projekte Referat II D Brückenstraße 6 10179 Berlin Aufgabenstellung Nanna Sellin-Eysholdt, II D 11, Dipl.-Ing. Architektur Referat Wettbewerbe und Auswahlverfahren, Lars Brink, M.A. Historische Urbanistik Digitale Bearbeitung Lars Brink Titelbild Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, Berlin

Inhaltsverzeichnis
Anlass und Ziel ........................................................................................ 7 Teil 1 1.1 1.2 1.3 1.4 1.5 1.6 1.7 1.8 1.9 1.10 1.11 1.12 1.13 1.14 1.15 1.16 Teil 2 2.1 2.2 2.3 2.4 2.5 2.6 Teil 3 3.1 3.2 3.3 3.4 3.5 3.6 3.7 3.8 3.9 3.10 3.10 Teil 4 4.1 4.2 4.3 Verfahren................................................................................. 9 Auftraggeber, Bauherr, Nutzer ..................................................... 9 Art des Auftrags ............................................................................ 9 Gutachter .................................................................................... 10 Obergutachter / Sachverständige............................................... 10 Ausgabe der Unterlagen / Ortsbesichtigung / Rückfragen ........ 12 Abgabe und Vorstellung des Gutachtens ................................... 12 Verzeichnis der Anlagen zum Auftrag ........................................ 12 Geforderte Leistungen ................................................................ 13 Vorprüfung .................................................................................. 14 Vergütung ................................................................................... 14 Auftragsvergabe ......................................................................... 15 Eigentum und Urheberrecht ....................................................... 15 Verfassererklärung ..................................................................... 15 Bekanntgabe des Ergebnisses................................................... 15 Haftung ....................................................................................... 16 Zusammenfassung der Termine................................................. 16 Situation und Planungsvorgaben....................................... 17 Städtebauliche Rahmenbedingungen ........................................ 17 Historische Entwicklung.............................................................. 22 Grundstück / Planungsbereich ................................................... 23 Technische Infrastruktur ............................................................. 24 Erschließung und Verkehr .......................................................... 24 Planungsrecht............................................................................. 25 Aufgabenstellung ................................................................. 27 Planungsumfang......................................................................... 27 Städtebauliche und architektonische Zielsetzung ..................... 28 Funktionale Anforderungen ........................................................ 28 Räumliche Anforderung .............................................................. 29 Raum- und Flächenbedarf .......................................................... 30 Eingang / Außenanlagen ............................................................ 30 Baukosten / Wirtschaftlichkeit..................................................... 30 Nachhaltigkeit/ Energieeffizienz/ Ökologische Zielsetzung ........ 31 Barrierefreies Bauen................................................................... 32 Baurechtliche Vorschriften, Normen und Richtlinien ................. 33 Beurteilungskriterien des Obergutachtergremiums .................... 33 Anhang .................................................................................. 35 Digitale Anlagen.......................................................................... 35 Bilddokumentation ...................................................................... 36 Quellenangabe und Urheberrecht .............................................. 39

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Anlass und Ziel
Anlass des Gutachtens ist die beabsichtigte Errichtung eines Besucherzentrums am Nordeingang des Botanischen Gartens Berlin in unmittelbarer Nähe zum Königin-Luise-Platz, in Berlin Steglitz-Zehlendorf, Ortsteil Dahlem. Der Nordeingang ist geprägt von Bauten der Wissenschaft. Neben dem dreiflügligen Botanischen Museum befindet sich östlich des Museums das Pharmazeutische Institut der Freien Universität. Im Westen grenzt das historische Kassenhaus sowie die ehemalige Direktorenvilla an, welche heute als Institutsbau der FU genutzt wird. Das Besucherzentrum soll somit eine markante Schnittstelle zwischen Wissenschafts- und Besucherinformation bilden und zwischen dem Botanischen Garten dem Botanischen Museum und dem historischen Kassenbereich vermitteln, sowie den Eingangsbereich neu ordnen. Der Planungsbereich gehört zum Denkmalbereich des Botanischen Gartens Berlin. Ziel des Gutachterverfahrens ist der Entwurf eines anspruchsvollen Gestaltungskonzepts, das sich in die Umgebung sensibel einpasst hinsichtlich Materialwahl und Proportionen. Der Neubau des Besucherzentrums hat eine Bruttogeschossfläche von ca. 550 m². Für das Bauvorhaben sind Gesamtbaukosten nach DIN 276 in Höhe von 2.000.000,- Euro brutto vorgesehen.

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Teil 1 Verfahren 1.1 Auftraggeber, Bauherr, Nutzer

Auftraggeber, Bauherr Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Abteilung Hochbau Referat V B Fehrbelliner Platz 2 10707 Berlin Birgitt Kalthöner, V B Tel.: +49 (0)30 90139 3150 Fax: +49 (0)30 90139 3151 Bedarfsträger / Nutzer Botanischer Garten und Botanisches Museum (BGBM) Zentraleinrichtung der Freien Universität Berlin Königin-Luise-Straße 6-8 14195 Berlin Durchführung des Gutachterverfahrens Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Abteilung Städtebau und Projekte Referat II D Brückenstraße 6 10179 Berlin-Mitte Nanna Sellin-Eysholdt, II D 11 Tel.: +49 (0)30 9025 2039 Fax: +49 (0)30 9025 2535 E-Mail: nanna.sellin-eysholdt@SenStadtUm.Berlin.de

1.2

Art des Auftrags

Die Beauftragung erfolgt als konkurrierendes Gutacherverfahren. Es werden sechs Planungsbüros von Architekten als Gutacher beauftragt. Eine Zusammenarbeit mit Landschaftsplanern wird dringend empfohlen. Von den Gutachtern soll ein gestalterisches und konstruktives Konzept entwickelt werden, das in einem abschließenden Kolloquium einem Obergutachtergremium vorgestellt wird. Im Anschluss daran entscheidet das Gremium, welches Konzept Grundlage für die weitere Bearbeitung werden soll. Kommunikation Die Kommunikation mit den Teilnehmern erfolgt über E-Mail. Die Verfahrenssprache ist Deutsch.

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1.3

Gutachter

Folgende Gutachter werden beauftragt: Bruno Fioretti Marquez Architekten, Berlin HAAS Architekten BDA, Berlin Heidenreich und Springer Architekten, Berlin Köppen Rumetsch Architekten GmbH, Nürnberg Kuehn Malvezzi Architekten, Berlin Nieto Sobejano Architekten, Berlin

1.4

Obergutachter / Sachverständige

Das Gutachten wird vor folgendem Obergutachtergremium vorgestellt und diskutiert: Obergutachter Peter Kulka Architekt, Köln/ Dresden Hilde Léon Architektin, Berlin Volker Staab Architekt, Berlin Dr. Thomas Borsch Direktor Zentraleinrichtung Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin Dahlem Dr. Jörg Haspel Landeskonservator, Amtsleiter Landesdenkmalamt Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin Birgitt Kalthöner Abteilung Hochbau Leiterin Referat Projektmanagement Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin

Das Gremium kann bei Bedarf ergänzt werden. Vertretungen sind zugelassen. Sachverständige Karsten Schomaker Betriebsleiter und Betriebsleiter Technik, Infrastruktur, Umwelt Zentraleinrichtung Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin Dahlem

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Dr. H. Walter Lack Direktor am Botanischen Garten und Botanischen Museum Berlin Zentraleinrichtung Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin Dahlem Katrin Grotz Leiterin Ausstellungen / Museum Zentraleinrichtung Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin Dahlem Bettina Bergande Landschaftsarchitektin, Berlin Topos – Stadtplanung, Landschaftsplanung, Stadtforschung Sabine Lappe Leiterin des Stadtentwicklungsamtes, Fachbereichsleitung Stadtplanung Stadtentwicklungsamt Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf von Berlin Dr. Jörg Rüter Leiter Untere Denkmalschutzbehörde Abteilung Soziales und Stadtentwicklung Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf von Berlin Klaus Lingenauber Gartendenkmalpflege Landesdenkmalamt Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin Andreas Schwarz Abteilung Hochbau Referat Projektmanagement Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin Peter Ostendorff Abteilung Städtebau und Projekte Referatsleiter Wettbewerbe u. Auswahlverfahren Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin

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1.5

Ausgabe der Unterlagen / Ortsbesichtigung / Rückfragen

Ausgabe der Unterlagen Die Unterlagen werden am 11. Dezember 2012 im Rahmen der Ortsbesichtigung ausgegeben. Ortsbesichtigung Die Ortsbesichtigung findet am 11. Dezember 2012 um 12:00 Uhr statt. Rückfragen Rückfragen können bis zum 17. Dezember 2012 um 12:00 Uhr gestellt werden. Die Zusammenstellung der Rückfragen und deren Beantwortung werden am 20. Dezember 2012 allen Gutachtern per E-Mail zugesandt. Die Rückfragen sind zu senden an: nanna.sellin-eysholdt@SenStadtUm.Berlin.de Bei den Rückfragen ist auf die entsprechenden Teilziffern der Aufgabenstellung, auf die sie sich beziehen, Bezug zu nehmen.

1.6

Abgabe und Vorstellung des Gutachtens

Die Gutachten sind am Freitag, den 25. Januar 2012 bis spätestens 15:00 Uhr (es gilt nicht das Datum des Poststempels) einzureichen in der: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Brückenstraße 6 10179 Berlin Raum: Brü 4.026 abzugeben. Die Gutachten sind am Donnerstag, den 31. Januar 2012 dem Obergutachtergremium persönlich vorzustellen. Die Vorstellung findet statt im Botanischen Garten Berlin Rousseausaal im neuen Glashaus Die Einladung mit dem Zeitablaufplan und der genauen Adresse zu diesem Termin wird den Gutachtern gesondert zugeschickt. Die Gutachten sind in Papierform und auf CD-Rom / bzw. DVD zu diesem Termin mitzubringen.

1.7

Verzeichnis der Anlagen zum Auftrag

Arbeitsunterlagen des Gutachterverfahrens sind:

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Die vorliegende Aufgabenstellung sowie eine CD-ROM mit digitalen Dateien: Arbeitsplan Lage- und Arbeitsplan als .dwg / .dxf-Datei Informationspläne Denkmalkarte, Schwarzplan, Leitungsplan, Grundrisse der Bestandsgebäude Raumprogramm funktionale Anforderungen und Raumausstattung Weitere Planungsunterlagen Planunterlagen aus dem Pflegewerk Formblätter Verfassererklärung Bilder aktuelle Fotos als .jpg-Dateien, Luftbilder, als .jpg-Datei Hinweis Der Auftragnehmer des Gutachtens verpflichtet sich, die vorliegenden digitalisierten Daten und Pläne, auch die Auszüge des Gartenpflegewerks, nur für die Bearbeitung des Auftrags zu nutzen. Daten, die im Rahmen der Bearbeitung als Zwischenprodukte anfallen und nicht an den Auftraggeber abgegeben werden, sind nach Fertigstellung zu löschen.

1.8

Geforderte Leistungen

Es soll ein gestalterisches und konstruktives Konzept entwickelt werden. Vom Auftragnehmer werden folgende Leistungen erwartet: – – – – – – – Lageplan, M 1:500 mit Darstellung der Gesamtsituation EG Grundriss mit Darstellung der Erschließung und Anbindung an den Bestand, M 1:200 weitere Grundrisse, M 1:200 Ansichten, M 1:200 zum Verständnis des Entwurfs erforderliche Schnitte, M 1:200 eine räumliche Darstellung (Skizze) des Entwurfskonzeptes ein einfaches Arbeitsmodell als Massenmodell nach vorgegebenem Ausschnitt, M 1:500 (Die Kennzeichnung des Ausschnitts ist auf der CD-Rom unter Punkt 4.1.3 zu finden.) Fassaden- bzw. Systemschnitt M 1:20 mit Teilansicht. Der Informationsgehalt soll annähernd dem eines Schnittes im M 1:50 entsprechen. Aussagen zum energetischen Gesamtkonzept Erläuterungstext auf max. zwei DIN A4-Seiten Berechnung auf Formblatt A (siehe Anhang)

–

– – –

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– – –

Verzeichnis der eingereichten Unterlagen Baubeschreibung in Anlehnung an DIN 276 (neu) zu KG 300, 400 Verfassererklärung

Die geforderten Leistungen sind in Papierform abzugeben. Zusätzlich geforderte Leistungen sind in digitaler Form auf CD-ROM zu erbringen: – die Präsentationspläne als Windows-kompatible .tif-Datei(en) in einer Auflösung von bevorzugt 300 dpi (ggf. LZW-komprimiert) – die Präsentationspläne als .pdf-Datei(en) mit eingebundenen Pixeldarstellungen in einer Auflösung von bevorzugt 300 dpi. – Erläuterungstext Hinweise zu den geforderten digitalen Leistungen „Offene“ Dateien aus Layout-Programmen (z.B. InDesign, QuarkExpress, Illustrator etc.) können nicht berücksichtigt werden. Bildmaterial, das nicht im genannten Windows-kompatiblen .tif-Format vorliegt, kann nicht berücksichtigt werden. In den Dateinamen dürfen keine Leer- und Sonderzeichen vorkommen. Die CD-ROM ist für einen Windows-kompatiblen PC zu erstellen. Macintosh-Formate können grundsätzlich nicht verwendet werden. Allgemeine Hinweise Für die Präsentation der Gutachten stehen pro Planungsbüro max. zwei 2 m hohe Rolltafeln (einseitig behängt) mit einer Hängefläche von 1,96 m (Breite) x 1,46 m (Höhe) zur Verfügung. Die vom Auftraggeber zur Verfügung gestellten Arbeitspläne sind ein Angebot, das Konzept darzustellen; sie müssen von den Verfassern nicht verwendet werden.

1.9

Vorprüfung

Die eingereichten Arbeiten werden durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt vor der Endpräsentation auf ihre quantitativen Merkmale begutachtet. Die Beurteilung der Arbeiten bleibt dem Obergutachtergremium vorbehalten. Die Arbeiten werden von ihren Verfassern dem Obergutachtergremium vorgestellt.

1.10 Vergütung
Das Bearbeitungshonorar beträgt 4.000,– Euro je Teilnehmer. Die Mehrwertsteuer von derzeit 19 % wird zusätzlich ausgezahlt. Darüber hinaus ist eine Kostenerstattung oder die Vergabe von Preisen nicht vorgesehen.

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1.11 Auftragsvergabe
Das Obergutachtergremium gibt eine mündliche Empfehlung zur Beauftragung der Planungsaufgabe. Die Sitzung des Obergutachtergremiums wird protokolliert. Der Auftraggeber wird unter Würdigung der Empfehlungen des Obergutachtergremiums den ermittelten Gutachter mit der Leistungsphase 2 bis 5 nach § 33 beauftragen, soweit und sobald die dem Gutachten zugrunde liegende Aufgabe realisiert werden wird. Die Beauftragung erfolgt stufenweise. Die Beauftragung der jeweils nächsten Stufe kann nur beim Vorliegen der haushaltsrechtlichen Voraussetzungen gem. ABau Teil II, Punkt 23 erfolgen. Ein Rechtsanspruch auf Beauftragung dieser Leistungen besteht nicht. Voraussetzung ist, dass die Ausführung der ausgewählten Arbeit innerhalb der Kostenobergrenze möglich ist. Im Falle einer Beauftragung werden die bereits im Gutachten erbrachten Planungsleistungen bis zur Höhe der Vergütung nicht erneut honoriert, wenn die Planungsleistungen in ihren wesentlichen Teilen unverändert der beauftragten Bearbeitung zugrunde liegen.

1.12 Eigentum und Urheberrecht
Die eingereichten Unterlagen werden Eigentum des Auftraggebers. Das Urheberrecht und das Recht der Veröffentlichung der Entwürfe bleiben dem Gutachter erhalten. Der Auftraggeber ist berechtigt, die Planungsleistungen nach Abschluss des Verfahrens ohne weitere Vergütung zu dokumentieren, auszustellen und (auch über Dritte) zu veröffentlichen. Die Namen der Gutachter werden dabei genannt.

1.13 Verfassererklärung
Durch ihre Unterschrift in der Verfassererklärung versichern die Gutachter, dass sie die geistigen Urheber der Planungsleistungen sind, mit einer Beauftragung zur weiteren Bearbeitung einverstanden und zur termingerechten Durchführung in der Lage sind. Die Verfassererklärung befindet sich als Formblatt auf beiliegender CDROM.

1.14 Bekanntgabe des Ergebnisses
Das Ergebnis des Verfahrens wird den Bewerbern direkt nach Beendigung der Sitzung des Obergutachtergremiums telefonisch mitgeteilt. Außerdem erhalten alle Verfahrensbeteiligten das Protokoll der Sitzung des Obergutachtergremiums.

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1.15 Haftung
Für Beschädigung oder Verlust der eingereichten Planungsleistungen haftet der Auslober nur im Fall nachweisbar schuldhaften Verhaltens.

1.16 Zusammenfassung der Termine
Ausgabe der Aufgabenstellung / Ortsbesichtigung Rückfragen bis Rückfragenbeantwortung bis Abgabe 11. Dezember 2012, 12:00 Uhr

17. Dezember 2012, 12:00 Uhr 20. Dezember 2012 25. Januar 2012 bis 15:00 Uhr 31. Januar 2012

Vorstellung vor dem Obergutachtergremium

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Teil 2 2.1

Situation und Planungsvorgaben Städtebauliche Rahmenbedingungen

Lage im Stadtgebiet Der Planungsbereich des Gutachterverfahrens liegt am Nordeingang des Botanischen Gartens Berlin-Dahlem im Bezirk Steglitz-Zehlendorf, in unmittelbarer Nähe zum Königin-Luise-Platz. Das rund 42 ha große Grundstück des gesamten Gartens erstreckt sich zwischen der Straße Unter den Eichen im Süden und dem Königin-Luise-Platz im Norden, der Willdenowstraße und der Altensteinstraße im Westen sowie der Zeunepromenade und zum Teil der Straße Am Fichtenberg im Osten. Stadträumlich ist das Gelände dem universitären Campus der Freien Universität Berlin (FU) sowie der Technischen Universität (TU) zugehörig.

Abb. 1:

Schwarzplan mit Eintragung des Wettbewerbsgrundstücks

Umgebende Bebauung Die nähere Umgebung des Planungsgrundstückes bzw. des Botanischen Gartens ist gekennzeichnet durch ein- bis dreigeschossige bauliche Anlagen zu Wohn-, Gewerbe, sowie Gemeinschaftszwecken im Westen und Osten der Gartenanlage. Im Süden des Botanischen Gartens befindet sich eine viergeschossige denkmalgeschützte Blockrandbebauung in Form von Mehrfamilienhäusern. Darüber hinaus befinden sich im Norden und Nordwesten des Botanischen Gartens bauliche Großstrukturen von Institutsgebäuden der Freien und Technischen Universität Berlins. Botanisches Museum Die Anfänge des Botanischen Museums gehen auf das Jahr 1815 zurück. Es entwickelte sich aus dem früheren „Königlichen Herbarium“, das seit je her organisatorisch mit dem Garten verbunden war. Bereits 1880 wurde erstmals eine Ausstellungsabteilung eröffnet, die der „Belehrung nicht fachlich ausgebildeter Besucher“ dienen sollte. 1906 wurde der

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Museumsbau fertig gestellt. Er bestand aus einer Dreiflügelanlage. Der Hauptflügel an der Königin-Luise-Straße war vornehmlich Räumen für Verwaltung und Lehre vorbehalten. Hier befanden sich auch Arbeitssäle sowie ein sich über zwei Stockwerke erstreckender Hörsaalanbau am nordwestlichen Ende des Flügels. Im südwestlichen Seitenflügel befand sich das Schaumuseum, welches sich über zwei Etagen erstreckte. Der Nordöstlich gelegene Seitenflügen enthielt das Herbarium welches sich ebenfalls auf zwei Etagen befand. Die Erschließung des Gebäudes erfolgte über eine Eingangshalle neben dem Hörsaal. Bemerkenswert am Bau des Museums war die Ausgestaltung der Dachlandschaft mit Zwerchhäusern. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Herbar sowie der Bibliotheksflügel weitgehend zerstört. Auch der Schaumuseumsflügel und der Hörsaal wurden 1944 schwerwiegend zerstört, so dass ein Wiederaufbau unumgänglich wurde. In den 1950er Jahren wurde das Museum wieder aufgebaut, jedoch ohne die Zwerchhäuser und mit baulichen Veränderungen. In den 1980er Jahren erfolgte der Um- und Neubau des Botanischen Museums mit Herbarflügel. In einer zweiten Bauphase von 1984-87 wurde ein Neubau für den Bibliotheks- und Herbarflügel mit zwei Tiefgeschossen realisiert. 1994 bekam das Museum einen weiteren, direkten Zugang zum Botanischen Garten. Die Wegeverbindung zwischen Museum und Hauptweg wurde über einen mit Mosaik-Kalkstein gepflasterten Weg hergestellt, welcher rechtwinklig zum Eingangsgebäude verläuft. Der Weg kreuzt hierbei eine offene, mit Beton befestigte Regenwasserrinne. Kennzeichnend für den Weg ist eine Metallbogenbrücke im japanischen Stil zur Überquerung der Wasserrinne.

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Abb. 2:

Luftbild, 2011

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Abb. 3:

Lageplan mit Eintragung des Planungsbereiches

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Nordeingang Königin-Luise-Platz Das Nordportal am Königin-Luise-Platz ist in den Kreisbogen der Einfriedung eingebunden und nimmt Bezug auf die frühere kreisförmige Anlage des Königin-Luise-Platzes mit den ehemals strahlenförmig abgehenden Straßen. Die Podbielskiallee bildete ursprünglich die Flucht mit dem Hauptweg des Botanischen Gartens, jedoch ist dies heute nur noch eingeschränkt wahrnehmbar, seitdem der Platz von einem kreisförmigen Platz zu einem optimierten Kreuzungsbereich umgebaut wurde. Die Tor- und Zaunanlage des Gartens bilden einen Kreisbogen, der durch ein vorgelagertes Beet in der Form eines Kreissegmentes betont wird. Innerhalb des Gartens war der nördliche Eingangsbereich von je her schlichter gestaltet. Schmuckpflanzungen fanden sich lediglich auf der Pflanzfläche zwischen Museum und Hauptweg. Für die Besucher gab es, identisch dem Südeingang, einen Unterstand mit Kassenhäuschen. Hierbei handelte es sich um eine offene Halle mit einem aufgeständerten Dach. Später wurden Absperreinrichtungen, Toiletten (1938) und ein Drehkreuz eingebaut. Die äußere Gestalt des Kassenhäuschens und des Unterstandes am Nordeingang ist weitgehend im Original erhalten. Der Hauptweg der den Nordeingang mit den großen Gewächshäusern und darüber hinaus dem Südeingang verbindet besteht seit der Anlegung des Gartens. Bei seiner Entstehung war er als Platanenallee ausgebildet. Diese wurden 1925 gefällt und durch einen Buchenwald aufgeforstet. Der Wald bildet heute einen dicht bewachsenen Buchendom aus. Direktorenvilla (Englervilla) Schon während der Realisierung der Erstanlage wurden für den Direktor des Gartens, den Unterdirektor sowie den Oberinspektor Einzelgebäude mit dazu angrenzenden Schmuckgärten errichtet. Von den beiden Direktorenwohngebäuden ist nur die Direktorenvilla erhalten. Sie befindet sich westlich des nördlichen Haupteinganges. Das Grundstück der Direktorenvilla wurde dem Grundstück des Botanischen Gartens ausgegliedert und 1973-75 saniert. Heute befinden sich hier verschiedene Institute der Freien Universität. Zäune und Einfriedungen Bereits mit dem Bau des neuen Botanischen Gartens in Dahlem wurde das Grundstück eingefriedet. Die Einfriedung wurde 1905 fertig gestellt. Somit war das gesamte Gelände, inklusive des Pharmazeutischen Instituts von einem 2849m langen, bis zu drei Meter hohen Zaun umgeben. Der Zaun ist heute noch größtenteils vorhanden und besteht aus einem bis zu 60 cm hohen Klinkersockel mit einem eisernen Staketengitter. Die einzelnen Elemente des Zauns sind acht Meter lang und an rechteckigen Metallpfosten bzw. Mauersegmenten befestigt. Zum Garten hin sind die Zaunelemente abgestützt. Die Grundstücksecken sind jeweils durch Mauersegmente gestalterisch betont. Die Einfriedung steht unter Denkmalschutz. Nördlich des Kassenhäuschens in unmittelbarer Nähe zur Zaunanlage befindet sich ein technisches Gebäude der Firma Vattenfall. Dieses Ge-

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bäude kann nicht überplant werden. Der Standort des Gebäudes ist im Bestandsplan des Gartenpflegewerks unter Punkt 4.1.5 auf der CD-Rom zu finden.

2.2

Historische Entwicklung

Die Ursprünge des Botanischen Garten Berlin liegen im Lustgarten, welcher 1573 auf Veranlassung des Kurfürsten Johann Georg westlich des Berliner Stadtschlosses angelegt wurde. Bereits hier wurden, neben einheimischem Obst, fremdartige Früchte sowie Pflanzen für Nahrungs- und Arzneizwecke kultiviert. Der eigentliche Botanische Garten wurde unter dem Botaniker Johann Sigismund Elsholtz 1657 geschaffen. 1679 kam mit dem Schöneberger Garten (heutiger Kleistpark) ein weiterer Küchengarten, der so genannte Hopfengarten, hinzu. Mit der Umwandlung des Lustgartens in einen Paradeplatz im Jahr 1715 wurden die dortigen Pflanzen aus den königlichen Gärten am Schloss nach Schöneberg überführt. 1718 wurde der Garten der Societät, etwas später dann der Akademie der Wissenschaften übertragen, wo er ca. 100 Jahre später, unter der Leitung von Carl Ludwig Willdenow zu einer wissenschaftlichen Institution heranwuchs. Er war es auch, der sich gegen die Akademie durchsetzte, den Garten erstmals landschaftlich gestaltete und neue Gewächshäuser bauen lies. 1812 wurde der Botanische Garten der Akademie entzogen und der neu gegründeten Universität angegliedert. Ende des 19. Jahrhunderts, nach zahlreichen Umgestaltungen und Neubaumaßnahmen war der alte Botanische Garten in Schöneberg zu klein geworden, sodass über eine Verlegung an einen anderen Ort nachgedacht werden musste. Die Gewächshäuser waren zu dieser Zeit stark sanierungsbedürftig, die Pflanzenflächen zu klein. Außerdem gab es Bedarf ein neues und größeres Arboretum anzulegen. Als Fläche zur Neuanlage rückte ein Grundstück in Dahlem, nahe dem Neubau des Pharmazeutischen Instituts, welches den Grundstein für den Umzug des Gartens nach Dahlem bildete, in den Fokus. Nach zahlreichen Überlegungen gelang es dem damaligen Direktor des Gartens Adolf Engler 1895 die Genehmigungspläne zusammen mit dem königlichen Baurat Alfred Körner zu erarbeiten. 1897 stimmte der Preußische Landtag dem Vorhaben zu, sodass im gleichen Jahr noch mit Erdund Bauarbeiten begonnen werden konnte. Mit der Umsiedlung nach Dahlem ergab sich die einmalige Chance, den gesamten Gartenbereich neu zu gliedern und anzulegen. 1910 konnte der königliche Botanische Garten und das Botanische Museum an seinem jetzigen Standort in Dahlem mit einer zweitägigen Feier von Direktor Adolf Engler offiziell eröffnet werden.

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In der Zwischenkriegszeit erfolgten Veränderungen insbesondere durch die Fällung der Platanenallee entlang des Hauptweges 1925 sowie durch eine bauliche Ergänzung bei den Toiletten- und Wirtschaftsgebäuden. Im zweiten Weltkrieg, zwischen 1943 und 1944, wurden große Teile des Gartens zerstört. Unter anderem fielen große Teile des Botanischen Museums, das Pharmazeutische Institut, die Unterdirektorenvilla und das Alpenhaus den Zerstörungen zum Opfer. Aber auch die Gartenanlage selber hatte zahlreiche Schäden zu verzeichnen. Zwischen 1946 und 1968 wurde der Garten wiederaufgebaut und systematisch neu geordnet. Der in Nachkriegszeiten eingestellte Universitätsbetrieb - 1946 wurde der Garten aus dem Verband der Berliner Universität herausgelöst und dem Magistrat, Abteilung Volksbildung, unterstellt – wurde ab den 1970er Jahren wieder aufgenommen und hatte den Wiederaufbau notwendiger Forschungs- und Institutsgebäude, unter anderem des Pharmazeutischen Instituts, des Bibliotheks- und Herbarflügel des Museums zur Folge.

2.3

Grundstück / Planungsbereich

Grundstück / Größe Das Grundstück des Botanischen Gartens liegt in Berlin SteglitzZehlendorf im Ortsteil Dahlem. Die Adresse des Botanischen Gartens lautet Königin-Luise-Straße 6-8, 14195 Berlin. Der Planungsbereich befindet sich auf dem Gartengelände in unmittelbarer Nähe des Nordeinganges am Königin-Luise-Platz. Eigentum Die Liegenschaft einschließlich der ausgegliederten Grundstücksteile (durch Institute der FU genutzte Grundstücksteile) gehört verwaltungsrechtlich zum Bezirk Steglitz-Zehlendorf, vermögensrechtlich dem Land Berlin und wird von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung verwaltet. Nutzer ist die Freie Universität Berlin, wobei der Botanische Garten und das Botanische Museum den Status einer Zentraleinrichtung haben. Topographie/ Baugrund Naturräumlich betrachtet liegt der Botanische Garten im Norden der regionalgeologischen Großeinheit der „Mittelbrandenburgischen Platten und Niederungen“. Die Haupteinheit der „Teltow-Platte“ bildet eine ebene bis flachwellige Grundmoränenplatte, die sich durch meist recht sandige Ausbildung auszeichnet. In einer geologischen Karte von 1964 ist fast der gesamte Botanische Garten als Geschiebelehm bzw. –mergel ausgewiesen. Nur im Norden des Gartens gibt es rund um den Alpenwasserfall einen Bereich mit „Abschlämmmassen über Sand auf Geschiebelehm bzw. –mergel und südlich des Wasserfalls Sand. Vegetation / Baumbestand Der Botanische Garten Berlin beherbergt ca. 10.000 Gehölze, 5.000 hiervon sind Bäume im Freilandbereich. Sie bilden die wissenschaftliche

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Pflanzensammlung und sind außerdem die langlebigsten und aus diesem Grund mit Sorgfalt und besonderem Aufwand zu pflegenden und gestaltenden Elemente des Gartens, neben den Gewächshäusern. Sämtliche gestalterischen Maßnahmen, sowie Zuschnitt und Abholzungen müssen aus diesem Grund mit den genehmigenden Institutionen, dem Grünflächenamt und der Gartendenkmalpflege abgestimmt werden. Die bepflanzte Fläche zwischen dem Hauptweg und dem Museum ist im Gegensatz zur ursprünglich regelmäßig geplanten Gestaltung dicht bewachsen und nimmt die Sicht auf das Botanische Museum und den Eingang. Es handelt sich hierbei vorwiegend um Laub-, vereinzelt aber auch Nadelbäume. Die Vegetation und der Baumbestand des Botanischen Gartens steht grundsätzlich unter Schutz.

2.4

Technische Infrastruktur

Es kann davon ausgegangen werden, dass sich unter dem Planungsbereich die nötige technische Infrastruktur befindet. Ein aktueller Leitungsplan des Botanischen Gartens befindet sich auf der CD-Rom unter Punkt 4.1.3.

2.5

Erschließung und Verkehr

Übergeordnete Erschließung Der Botanische Garten verfügt über zwei Eingänge: Der Nordeingang befindet sich am Königin-Luise-Platz/ Königin-Luise-Straße, der Südeingang ist direkt von der B1 Unter den Eichen zu erreichen. Die beiden Haupteingänge im Norden und Süden sind durch einen breiten Hauptweg verbunden, der die Gewächshausanlagen, das Betriebsgelände und die Sonderanlagen auf der östlichen Gartenseite von den großflächigen Pflanzengeographischen Anlagen, dem Arboretum und der Systematischen Abteilung auf der westlichen Gartenseite trennt. Die den Nordeingang tangierende Königin-Luise-Straße führt in östlicher Richtung direkt zum S+U Bahnhof Rathaus Steglitz. Nach Westen verläuft sie in Richtung Dahlem, in Richtung des Campus der Freien Universität. Die nach Nordwesten abgehende Podbielskiallee führt Richtung Roseneck. Über die nach Nordosten führende Englerallee erreicht man zeitnah den Abzweig Steglitz der Stadtautobahn und somit das übergeordnete Schnellstraßennetz der Stadt. Erschließung des Grundstücks Das Grundstück wird direkt über den Königin-Luise-Platz und die Königin-Luise-Straße erschlossen. ÖPNV Der Nordeingang des Botanischen Gartens Berlin ist am besten mit dem Bus zu erreichen. Die Haltestelle direkt vor dem Eingang heißt Königin-

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Luise-Platz / Botanischer Garten. Hier verkehren die Buslinien X83, M48 und 101. In ca. 1 km Entfernung befindet sich der U-Bahnhof Dahlem-Dorf, an dem die BVG Züge der Linie U3 in Richtung City West verkehren. Der Südeingang des Botanischen Gartens ist per S-Bahn über den Bahnhof Botanischer Garten zu erreichen.

2.6

Planungsrecht

Flächennutzungsplan Der FNP 94 (Neubekanntmachung vom 12. November 2009) weist das Gebiet, auf dem sich das Wettbewerbsgrundstück befindet, als Grünfläche mit dem Zusatz Parkanlage aus. Denkmalschutz Der Botanische Garten Berlin ist seit 1995 nach § 2 DSchGBln vom 24.4.95 als Gesamtanlage und Gartendenkmal unter den Inventarnummern 09065932 und 09046297 in die Denkmalliste von Berlin eingetragen. Bedeutende Wissenschaftler, Gärtner, Architekten und Bauherren, die für den Garten tätig waren, weisen ihn als hervorragendes kultur- und wissenschaftsgeschichtliches Denkmal aus. In seiner Gestaltung als neuer Botanischer Garten stellt er zudem ein hochrangiges Gartendenkmal aus der Zeit des wilhelminischen Historismus und des Jugendstils dar, das in seiner gartenkünstlerischen Ausgestaltung wissenschaftliche Tradition mit modernen Konzepten der Lehre, der Volksbildung und der Erholung zu verbinden versteht. Maßgeblich für die Unterschutzstellung eines Gartens sind per Gesetz künstlerische, geschichtliche, wissenschaftliche oder städtebauliche Gründe. Für den Botanischen Garten Berlin treffen alle vier Begründungen zu. Die wissenschaftliche Begründung basiert auf der großen Lebend- und Herbar-Sammlung von Pflanzen und deren wissenschaftlicher Beschreibung und Erforschung. Die geschichtliche Begründung liegt vor allem in der wissenschaftsgeschichtlichen Bedeutung des Botanischen Gartens. Zum einen reicht seine Tradition und Sammlungsgeschichte bis in das Barockzeitalter des Großen Kurfürsten zurück, zum anderen zeugt der Garten von einer großen Zahl bedeutender Botaniker, die die Berliner Forschungen und Sammlungen in der ganzen Welt bekannt gemacht haben. Darüber hinaus haben Botaniker wie Adolf Engler und seine Mitarbeiter die Anlage des neuen Botanischen Gartens entscheidend geprägt. Wissenschaftsgeschichtlich von Bedeutung ist aber auch die Sammlungsgeschichte vieler Pflanzen, die dem Garten aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg überkommen sind sowie die kulturgeschichtliche Bedeutung von Pflanzen. Die künstlerisch-gestalterische Bedeutung liegt darin, dass die ursprüngliche Gestaltung, basierend auf Konzepten und Entwürfen von Adolf Eng-

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ler, des Baurats Alfred Koerner und der Gartenarchitekten und Gartendirektoren Axel Fintelmann und Hermann Geitner von 1897-1909 im Stil der Lenné-Meyer'schen-Schule in großen Teilen erhalten geblieben ist. Mit einer Vielzahl baulicher Details, insbesondere an den Schaugewächshäusern, aber auch bei der Gestaltung des Seerosenbeckens im Italienischen Garten verweisen die Entwürfe Alfred Koerners auch auf den Jugendstil. Als Denkmalbereich / Gesamtanlage geschützt sind die Schaugewächshäuser, das Botanische Museum, die Eingangsgebäude, die Einfriedungen, das Brunnenhaus, das Gärtnerwohnhaus 1 und 2, das DirektorenWohnhaus, das Inspektoren- Wohnhaus, der Wasserturm und zwei Toilettengebäude.

Abb. 4:

Denkmalkarte

Bebauungsplan Im Baunutzungsplan ist das Grundstück als Nichtbaugebiet ausgewiesen. Mangels verbindlicher Bauleitplanung sind hier die Planersatzvorschriften der Paragraphen 34 und 35 BauBG anzuwenden. Aufgrund der Größe des Nichtbaugebiets handelt es sich hier um einen Außenbereich im Innenbereich im Sinne von Paragraph 35 BauGB. Nach Paragraph 35.2 BauBG können sonstige Vorhaben im Einzelfall zugelassen werden, wenn ihre Ausführung oder Benutzung öffentliche Belange nicht beeinträchtigt und die Erschließung gesichert ist. Die Genehmigung des Bauvorhabens erfolgt im Baugenehmigungsverfahren bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin. Bauordnungsrecht Der Planung ist die Bauordnung des Landes Berlin BauOBln, www.stadtentwicklung.berlin.de/service/gesetzestexte/de/bauen.shtml in der aktuellen Fassung zugrunde zu legen.

Besucherzentrum Botanischer Garten / Teil 3 Aufgabenstellung

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Teil 3 Aufgabenstellung 3.1 Planungsumfang

Die gutachterliche Bearbeitung beinhaltet die konzeptionelle Neuordnung der Eingangssituation am Nordeingang. Dazu soll ein neues Besucherzentrum für den Botanischen Gartens und das Botanische Museum geplant werden. Der Neubau soll als Bindeglied zwischen dem Eingang, dem Botanischem Garten und Museum fungieren und den nördlichen Eingang attraktiv für Besucher gestalten und klar strukturieren. Das historische Kassenhaus kann in die Planung mit einbezogen werden. In einem Ideenteil sollen Konzepte zur Neugestaltung des bestehenden direkten Eingangs einschließlich der Eingangshalle vom Garten in das das Museum entwickelt werden. Über die letzten Jahrhunderte galt der Fokus des Botanischen Gartens dem Sammeln, Bewahren, Erforschen und Erschließen von Pflanzenmaterialien sowie der Naherholung für die Berliner Bevölkerung. Mit der Angliederung an die Freie Universität in den 1990er Jahren und unter veränderten gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Rahmenbedingungen stellen sich heute neue Anforderungen an den Garten. Ein gestiegenes Bewusstsein für den Erhalt und die nachhaltige Nutzung der Umwelt und der Pflanzenvielfalt, richtet die Aufmerksamkeit auf den Botanischen Garten, gerade auch bei Touristen aus aller Welt. Dies bedeutet eine Verschiebung des Schwerpunktes von der reinen Forschungseinrichtung hin zu einer Einrichtung, deren besondere Aufmerksamkeit auf der Vermittlung und Ausstellung von Wissen liegt. Hierdurch soll die breite Öffentlichkeit für die Pflanzenwelt begeistert werden. Zurzeit werden sowohl der Nord- als auch der Südeingang des Botanischen Gartens gleich stark von jeweils ca. 50 Prozent der Besucher des Gartens frequentiert. Der Nordeingang bildet hierbei die Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Besucherinformation. Hier konzentrieren sich die wissenschaftlichen Bauten, wie das Botanische Museum und das Pharmazeutische Institut der Freien Universität. Jedoch wird das Erscheinungsbild der straßen- und parkseitigen Zugänge zum Museum den gesammelten Exponaten in Bibliothek, Museum und Herbar nicht gerecht. Deswegen ist eine denkmalgerechte und funktionale Neugestaltung der Zugänge zu Garten und Museum dringend erforderlich. Dieser neue Zugang soll mithilfe eines repräsentativen neuen Nordeingangs für Garten und Museum realisiert werden. Das neue Eingangskonzept soll als Besucherzentrum mit Informationsbereich, Museumsshop und Bistro / Restauration geplant werden und den Botanischen Garten entsprechend seiner Bedeutung als wichtige kulturelle Einrichtung Berlins für Besucher präsentieren. Erwartet werden Lösungen zur funktionalen und gestalterischen Neuorganisation des Eingangs Nord. Dieser soll durch ein Besucherzentrum ergänzt werden und hierdurch ein repräsentativer und für Besucher gut auffindbarer Zugang zum Botanischen Garten und Botanischen Museum hergestellt werden. Die Beziehung und Anbindung zwischen Garten und Museum ist durch das Besucherzentrum zu stärken. Im Rahmen der

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Neuordnung soll der bestehende direkte Zugang einschließlich der Eingangshalle vom Garten in das das Museum neu geplant und organisiert werden. Der Zugang soll barrierefrei gestaltet und mögliche Doppelfunktionen in der Eingangshalle, die durch den Neubau des Besucherzentrums entstehen, vermieden werden. Der Eingang des Museums an der Königin-Luise-Straße soll nach dem Bau des neuen Besucherzentrums nicht mehr durch Besucher genutzt werden. Er bleibt als Zugang für die Mitarbeiter der Zentraleinrichtung erhalten. Mit der strukturellen Neuordnung des Nordeingangs soll ein Dialog zwischen den einzelnen Gebäuden am Nordeingang des Gartens hergestellt werden und die Attraktivität des Gartens und des Botanischen Museums gestärkt werden. Dem zukünftigen Besucherzentrum kommt hierbei eine zentrale Bedeutung zu. Wünschenswert ist eine Zugänglichkeit des Besucherzentrums unabhängig vom Besuch des Gartens und des Museums. Der Planungsbereich für das Gutachterverfahren liegt zwischen dem Museumsbau und dem Grundstück der ehemaligen Direktorenvilla und überspannt somit sowohl das historische Kassenhaus sowie auch die historische Nord-Süd-Achse des Botanischen Gartens. Die Sichtbeziehung der Nord-Süd-Achse darf durch die Neubebauung nicht eingeschränkt werden. Die Bruttogeschossfläche des Neubaus soll ca. 550 m² betragen. Für die Maßnahme ist ein Gesamtkostenrahmen von 2.000.000,– Euro brutto vorgesehen. Die Neugestaltung des bestehenden Eingangs und der Eingangshalle und die denkmalgerechte Instandsetzung der historischen Bausubstanz des Kassenhäuschen ist nicht Bestandteil des Kostenrahmens.

3.2

Städtebauliche und architektonische Zielsetzung

Von den Gutachtern wird ein gestalterisch anspruchsvoller Entwurf erwartet. Dieser soll in der Architektursprache der Bauaufgabe angemessen sein. Aufgrund seiner Zweckbestimmung soll der neue Entwurf eine hohe Funktionalität aufweisen. Ziel des Gutachterverfahrens ist die Entwicklung eines gestalterisch und konstruktiv einheitlichen Gesamtkonzepts, das sich hinsichtlich seiner Gestaltung, Materialien und Proportionen sensibel in die unter Schutz stehende vorhandene Bebauung und Gartenanlage einfügt.

3.3

Funktionale Anforderungen

Das Besucherzentrum fungiert als Schnittstelle zwischen dem Stadtraum und dem Garten. Der Informationsbereich soll hierbei der räumliche Verteiler und Ausgangspunkt für Besuche des Gartens und des Museums sein. Erwartet wird somit eine logische konzeptionelle Auseinandersetzung mit den Besucherströmen. Es ist vorgesehen, mit Fertigstellung des Besucherzentrums zukünftig nur noch Eintrittskarten zu verkaufen, die

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sowohl zum Besuch des Museums wie auch des Gartens berechtigen. Der Ticketverkauf soll im neuen Besucherzentrum stattfinden. Es ist vorgesehen, den Einlass mit Ticketscannern und Drehkreuzen auszustatten. Funktionale Bereiche wie Sanitärräume, Museumsshop und Bistro sollten jedoch ohne den Erwerb eines Tickets zu benutzen sein. Wünschenswert wäre eine freie Sichtbeziehung zwischen Bistro und Park. Zudem sollte der Museumsshop abschließbar sein, um das Besucherzentrum auch nach Schließung des Museums und des Gartens nutzen zu können. Des Weiteren sind räumliche Zusammenhänge, wie z. B. die Nähe des Lagers zum Shop, die Nähe der Küche und des Lagers zum Bistro sowie die Nähe des Tresorraums zur Kasse zu berücksichtigen.

3.4

Räumliche Anforderung

Informationsbereich Vom Informationsbereich aus starten Garten- und Museumsführungen. Hier soll es einen Wartebereich mit Sitzgelegenheiten für Besucher/innen geben. Er soll mit einen Info-Desk für eine Person einschließlich Möblierung wie zum Beispiel einer Stehhilfe ausgestattet sein. Als Lichtquelle sollen Beleuchtungsschienen vorgesehen werden. Für den Informationsbereich ist ein Sonnenschutz vorzusehen, da die Ausstellungsobjekte, sowie die Bild- und Videoprojektionen keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein dürfen. Museumsshop Der Museumsshop soll mit einem Verkaufstresen mit entsprechender Möblierung ausgestattet werden. Für die Präsentation der Waren ist ein Regal- und Tischsystem vorgesehen. Außerdem soll es eine PosterGalerie geben. Sanitärbereich Der Sanitärbereich soll eine Standardausstattung ohne Hygienemittel erhalten. Es sollen Seifen- und Handtuchspender sowie Hygieneboxen vorgesehen werden. Kassenbereich Der Kassenbereich soll mit einem Verkaufstresen einschließlich Möblierung für eine Kassenkraft ausgestattet werden. Die Tresorausstattung und Sicherheitstechnik ist entsprechend den gesetzlichen Anforderungen auszuführen. Garderobenbereich Im Garderobenbereich sind Schließfächer für Taschen und Kleidungsstücke vorzusehen. Bistrobereich Im Bistrobereich sollen die Vorinstallationen für den gastronomischen Betrieb mitgeplant werden (Schenke/ Küche).

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3.5

Raum- und Flächenbedarf
Anzahl der Räume

Nutzung / Raumbezeichnung

Nutzfläche 1.1 1.2 Informationsbereich Museumsshop, inklusive Lager Der Zutrit soll ohne Zahlung des Eintritts möglich sein. Der Shop muss abschließbar sein Bistro /Restauration, inklusive Küche und Lager. Der Zugang soll ohne Zahlung des Eintritts möglich sein Sanitäranlagen für Damen, Herren und mobilitätseingeschränkte Menschen Garderobe/ Gepäckaufbewahrung Kasse, inklusive Nebenraum mit Tresor Reinigungsraum 1 1 230,0 100,0

Fläche / Raum

550,0 230,0 100,0

1.3

1

100,0

100,0

1.4 1.5 1.6 1.7

1 1 1 1

45,0 55,0 15,0 5,0

45,0 55,0 15,0 5,0

3.6

Eingang / Außenanlagen

Eingang Das unter Denkmalschutz stehende und weitgehend im Original erhaltene Kassengebäude sowie die Einfriedung am Eingang Nord muss erhalten bleiben und kann in die Planung des neuen Besucherzentrums einbezogen werden. Außenanlagen Neben der Planung des Besucherzentrums ist eine gärtnerische Aufwertung der Vorgarten- und Schmuckbereiche am Nordeingang wünschenswert.

3.7

Baukosten / Wirtschaftlichkeit

Nach der Landeshaushaltsordnung ist der Bauherr verpflichtet, seine Mittel sparsam und wirtschaftlich zu verwenden. Die Wirtschaftlichkeit des Gebäudeentwurfes sowie die Realisierung des Entwurfes innerhalb des vorgegebenen Kostenrahmens sind entscheidende Kriterien bei der Beurteilung der Entwurfskonzept. Dies bezieht sich auf:
–

Baukosten

Flächenbedarf

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– –

Instandhaltungskosten Kosten des laufenden Betriebs

Bei der Planung sollten umweltfreundliche Baustoffe verwendet und technische Systeme auf ein Minimum reduziert werden (die Verwendungsverbote und -beschränkungen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung sind zu beachten, s. Anhang, Teil 4.1.6). Die Planung hat sich am Prinzip des kostensparenden Bauens zu orientieren. Hierzu sind folgende Kriterien zu berücksichtigen: – – – – – – – Kompakte, klare und funktionale Grundrissorganisation; Reduzierung der Verkehrsfläche auf ein notwendiges Maß; Natürliche Belichtung der Räume; Verzicht auf aufwendige Konstruktionen; Minimierung der Oberfläche, Kompaktheit; Optimierung des Verhältnisses von verglaster zu geschlossener Fassadenfläche; Reduktion der Materialwahl, Instandsetzungsfähigkeit, Alterungsfähigkeit des Materials.

Zur Beurteilung der architektonischen und konstruktiven Konzeption unter Berücksichtigung der genannten Kosten- und Qualitätsanforderungen werden konkrete Aussagen zur Konstruktion und zum Ausbau erwartet. Um die Vergleichbarkeit der Entwürfe zu gewährleisten, ist dabei – neben der Darstellung des Entwurfsansatzes in Skizzen und Textform – eine Beschreibung der Konstruktion und Materialien (Baubeschreibung in Anlehnung an DIN 276 (neu) für die Kostengruppen 300, 400, s. 1.10 Geforderte Leistungen) gefordert. Dabei soll auch die baukonstruktive und gebäudetechnische Grundkonzeption beschrieben und dargestellt werden. Es sind konkrete Aussagen zu folgenden Punkten zu machen: – – – Konstruktion, Tragsystem, Ausbau Gebäudehülle (Fassade, Dach) Technische Gebäudeausrüstung (Heizen u. Lüften, Wärmerückgewinnung, Tageslichtnutzung, Beleuchtung)

3.8

Nachhaltigkeit/ Energieeffizienz/ Ökologische Zielsetzung

Der Neubau soll unter dem Aspekt des energieoptimierten und nachhaltigen Bauens im Sinne eines innovativen energie- und kosteneffizienten Gebäudekonzepts konzipiert werden. Die Grundlage der Planung öffentlicher Bauten in Deutschland bildet der "Leitfaden Nachhaltiges Bauen 2011", dessen Beachtung verbindlich ist. www.nachhaltigesbauen.de/leitfaeden-und-arbeitshilfen/leitfadennachhaltiges-bauen.html Neben den unter 3.7 genannten Kriterien sind folgende Ziele zu berücksichtigen:

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-

Sicherstellung eines geringen Energiebedarfs (Gebäude, Anlagentechnik) Optimierung der Tageslichtnutzung Sehr gute akustische Raumeigenschaften und Sprachverständlichkeit Langfristige und nachhaltige Nutzungsqualität Kosteneffizienz bei Baukosten Minimierung der Betriebskosten Bedarfsgerechte Lüftung Reduktion von Immissionen und Emissionen Kompaktheit (A/V) der Gebäudeform und Zonierung der Nutzungsbereiche Hohe thermische Qualität, Fugendichtheit und wärmebrückenfreie Konstruktionen der Gebäudehülle Einsatz von Steuerungs- und Regelungsstrategien Prüfung des Einsatzes regenerativer Energien Schadstofffreiheit und Raumluftqualität

Bei der Planung sind die Kriterien und Anforderungen der EnEV minus 30 Prozent zu berücksichtigen und der Nachweis über die Einhaltung der Primärenergieanforderungen in der weiteren Planung zu erbringen bzw. Ausnahmeregelungen zu belegen. Der Einsatz von regenerativen Energien wird vorausgesetzt. Das Gebäude- und Technikkonzept soll so einfach wie möglich gestaltet und adaptiv zu bedienen sein, um einen optimierten, dauerhaft wirtschaftlichen Betrieb zu gewährleisten. Im Rahmen der weiteren Planung ist gemäß den wasserwirtschaftlichen Grundsätzen ein Konzept zur Regenwasserbewirtschaftung zu entwickeln. Hierbei soll das Niederschlagswasser möglichst vollständig zurückgehalten, über die belebten Bodenschichten versickert oder genutzt werden. Ökologische Planungskriterien Prinzipien des ökologischen Bauens sind in den „Ökologischen Kriterien für Bauwettbewerbe“ beschrieben (Stand Juli 2007, s. Teil 4 Anhang, 4.1.6 Richtlinien als .pdf). Für die Konstruktion und Bauausführung sollen danach nur Materialien und Bauteile zur Anwendung kommen, die hinsichtlich Gewinnung, Transport, Verarbeitung, Funktion und Beseitigung eine hohe Gesundheits- und Umweltverträglichkeit sowie eine hohe Lebensdauer aufweisen.

3.9

Barrierefreies Bauen

Barrierefreies Bauen ist als selbstverständliche Qualitätsanforderung gemäß den Grundsätzen des Handbuches „Barrierefreies Planen und Bauen in Berlin“ und des Handbuches „Design for all – Öffentlicher Freiraum Berlin“

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(http://www.stadtentwicklung.berlin.de/bauen/barrierefreies_bauen/de/ha ndbuch.shtml) im Wettbewerb umzusetzen. Die unterschiedlichen Nutzeranforderungen sollen hinsichtlich motorischer, sensorischer oder kognitiver Art Berücksichtigung finden. Funktionsbereichen wie Erschließung, Orientierung, Versammlungsräume, Gastronomieräume, Aufenthaltsräume und Sanitärräume ist besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Freiflächen Auch im Außenraum sind die Prinzipien des barrierefreien Bauens konsequent anzuwenden. Für die Erschließung der Besucher ist eine barrierefreie Konzeption nach DIN 18040-1 erforderlich. Die Erschließung der öffentlichen Freiflächen aus dem Straßenraum sollte sich durch eindeutige Orientierung bzw. selbsterklärende Auffindbarkeit auszeichnen.

3.10 Baurechtliche Vorschriften, Normen und Richtlinien
Der Planung sind insbesondere zugrunde zu legen:
-

-

-

Gesetz zum Schutz von Denkmalen in Berlin – Denkmalschutzgesetz Berlin (DschG Bln) Bauordnung Berlin und ergänzende Vorschriften BauOBerlin http://www.stadtentwicklung.berlin.de/service/gesetzestexte/de/down load/bauen/20070607_bauobln.pdf; Verordnung über Bauvorlagen, bautechnische Nachweise und das Verfahren im Einzelnen (Bauverfahrensverordnung - BauVerfVO) vom 19. Oktober 2006; Baugesetzbuch, Neugefasst v. 23.9.2004 I 2414;zuletzt geändert durch Art. 4 G v. 31.7.2009. § 34 BauGB (unbeplanter Innenbereich) Bundesnaturschutzgesetz, Stand 2009, § 14 BNatSchG Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) vom 08. August 2008; Verordnung über Arbeitsstätten (ArbStättVO) vom 12. August 2004; Leitfaden für Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen (A-Bau Anhang 2) Leitfaden „Ökologisches Bauen – Anforderungen an Baumaßnahmen“, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin, Abteilung VI, 2007 Gesetz zur Ordnung des Wasserhaushalts (Wasserhaushaltsgesetz - WHG); Berliner Wassergesetz (BWG).

Des Weiteren sind die im Anhang aufgeführten Richtlinien zu beachten.

3.10 Beurteilungskriterien des Obergutachtergremiums
Architektonische Gestaltung – Städtebau / stadträumliche Gestaltung – Architektonische Gestaltung

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– – – –

Denkmalschutz Baukörper, Gestaltung Einfügen in den Bestand Materialwahl

Funktionen – Erschließung (Außen und Innen) – Funktionale Zuordnung – Räumliche Qualität – Raumzuschnitte, Belichtung, Belüftung – Barrierefreiheit Realisierbarkeit – Programmerfüllung – Wirtschaftlichkeit von Bau und Betrieb – Kostenprüfung – Genehmigungsfähigkeit – Nachhaltigkeit und Energieeffizienz

Die Reihenfolge der Kriterien stellt keine Gewichtung dar. .

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Teil 4 Anhang 4.1 Digitale Anlagen

Arbeits- und Informationspläne und ergänzende Unterlagen befinden sich auf der beiliegenden CD-ROM. Sie ist Bestandteil der Aufgabenstellung. 4.1.1 – Aufgabenstellung Vorliegende Aufgabenstellung als .pdf-Datei mit Abbildungen in 300 dpi Auflösung
01_Aufgabenstellung_Bot_Garten.pdf

4.1.2 – –

Lage- / Arbeitsplan Lageplan
01_Lageplan_Bot_Garten.pdf (M 1:1000) (vAutoCAD 2000)

Arbeitsplan (Auszug aus der ALK)
02_Arbeitsplan_ Bot_Garten.dwg/dxf

4.1.3 –

Informationspläne / -unterlagen .pdf-Datein
01_Denkmalkarte_ Bot_Garten.pdf 02_FNP_2009_Bot_Garten.pdf 03_Ausschnitt_Arbeitsmodell.pdf 04_Leitungsplan

– – –

.dwg/dxf-Datein
Grundrisse/ Schnitte_Botanisches_Museum

.dwg-Datein
Vermessung_Kassenhaus_Eingangsbereich

pdf-Datein
Grundrisse_Hoersaal_Umbau

4.1.4 –

Raumprogramm .pdf-Datei
01_Raum- und Ausstattungsprogramm_ Bot_Garten.pdf

4.1.5 – 4.1.6 4.1.7 4.1.8 –

Weitere Planungsunterlagen .pdf-Dateien Richtlinien / Vorschriften als .pdf Richtlinien / Vorschriften im Internet Formblatt Verfassererklärung (pdf-Formular, d.h. Text kann direkt in das Formblatt eingegeben und danach ausgedruckt werden. Das pdf-Formular kann mit dem Acrobat-Reader aber nicht gespeichert werden)
01_Verfassererklaerung_ Bot_Garten.pdf

4.1.9 – –

Bilddokumentation Bilddokumentation als .jpg-Dateien Luftbilder, letzter Stand 2011 als .jpg-Datei

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4.2

Bilddokumentation

Besucherzentrum BotanischerGarten / Teil 4 Anhang

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Besucherzentrum BotanischerGarten / Teil 4 Anhang

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Besucherzentrum BotanischerGarten / Teil 4 Anhang

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Die Bilddokumentation ist ebenfalls auf der CD-Rom unter Punkt 4.1.9 zu finden.

4.3
-

Quellenangabe und Urheberrecht

-

Einzigartig und Zukunftsweisend – Alleinstellungsmerkmale und Zukunftsprojekte des Botanischen Gartens Berlin-Dahlem, Hrsg. Landesdenkmalamt Berlin und Botanischer Garten / Botanisches Museum Berlin-Dahlem, 2012, Berlin Gartenpflegewerk Botanischer Garten, 2012, Berlin, Herausgeber, Finanzier und Rechteinhaber: Landesdenkmalamt Berlin, Autoren: „ARGE TOPOS/ Ökologie und Planung“.

Internet – Internetseite der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt
http://www.stadtentwicklung.berlin.de

– – –

FIS-Broker (GIS) Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Wikipedia
http://www.wikipedia.org

Internetseite des Botanischen Gartens und des Botanischen Museums Berlin
http://www.botanischer-garten-berlin.de

Abbildungen Titelbild, Abb. 1 – 4 und Luftbilder: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, Berlin Fotodokumentation im Anhang: Lars Brink
        
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