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Materialien zu Erziehung, Bildung und Familie

Full text: Beiträge zur sozialwissenschaftlichen Praxis und Analyse (Rights reserved) Ausgabe 12.2009 Materialien zu Erziehung, Bildung und Familie (Rights reserved)

ISSN 1438 - 9525 Printausgabe Beiträge zur Sozialwissenschaftlichen Praxis und Analyse Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft Materialien zu Erziehung, Bildung und Familie Heft Nr. 12 (1 / 2009), 11. Jahrgang, Nr. 1 Eckert Familiale Erziehungsarbeit Dokumente Marx / Engels zu Privateigentum und Schulbildung e.V. i s p a e.V. Inhalt Vorwort Redaktion Moderne Zeiten: Turbo-Feudalismus und Globalisiertes Mittelalter Impressum Die „Beiträge“ werden herausgegeben vom Institut für Sozialwissenschaftliche Praxis und Analyse e.V. (ispa e.V.). Die „Beiträge“ sind ein Forum für die kritische sozialwissenschaftliche Debatte. Sie erscheinen unregelmäßig fortlaufend. 3 Martin Eckert Familiale Erziehungsarbeit zwischen Krise und Überforderung 4 Dokumente Karl Marx „Das Privateigentum hat uns so dumm und einseitig gemacht, ...“ 18 Friedrich Engels „Das Gymnasium in Elberfeld ist in sehr bedrängten Verhältnissen, ...“ 20 ispa e.V. lädt zur Einsendung von Manuskripten ein (mit US-amerikanischer Zitierweise, Bibliographie am Ende des Textes, ausgedruckter Text sowie zusätzlich für IBMkompatible PC’s lesbar in Word/Winword und .txt ). Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht immer die Meinung der Redaktion wieder. Redaktion: Martin Eckert (v.i.S.d.P.), Albrecht M. Albior, Richard Zweig Redaktions- und Postanschrift: ispa e.V. Parochialstr. 1 - 3 D-10179 Berlin +49-(0)30-93937724 info@ispa-ev.de www.ispa-ev.de Die Grafik auf der ersten Umschlagseite zeigt das Werk eines street-art-Künstlers in Berlin. Die Materialien werden von Eindrücken dieser urbanen, ehemals subkulturellen Kunstströmung begleitet. Im Internet sind unsere Publikationen als pdf-Dateien frei zugänglich - mit dem Extra: die grafischen Elemente, die die „Beiträge“ jeweils begleiten, sind dort im „Original“ (web-Auflösung, in Farbe) zu sehen! Konto für Spenden und Erstattungen Kto-Nr. 7313429010 BLZ 100 900 00 (Berliner Volksbank eG) © 2009, ispa e.V., Berlin Eigendruck Alle Rechte vorbehalten ISSN 1438 - 9525 (Printausgabe) Alle Fotos: Martin Eckert Moderne Zeiten: „Turbo-Feudalismus“ und „Globalisiertes Mittelalter“ Redaktion Wir müssen heute nicht mehr, wie vor knapp 150 Jahren, um die richtige Zustandsbeschreibung der Welt resp. ihrer einzelnen Regionen streiten. Auch sind die Fakten der kritischen Situation der Erde, wenn auch über eine Vielzahl verschiedener Quellen verstreut und vor allem: nicht allen zugängig, bekannt und stehen zumindest der politischen Öffentlichkeit der metropolen Industriestaaten, die für eine zukunftsweisende Entscheidungsfindung verantwortlich zeichnen, zur Verfügung. Der Komplex des "Handelns mit weitreichenden Veränderungskomponenten" ist allerdings negativ entsprechend immer weniger vorhanden. Ob zur Krisenbewältigung auf die Mittel der Steinzeit zurückgegriffen wird ("Aug' um Aug', Zahn um Zahn", also einer Methode, die heute mit Terror, Blutrache und Barbarei sowie Kriegstreiberei beschrieben werden muß), ob entgegen jeder (und anerkannten) wissenschaftlichen Erkenntnis der Raubbau der Erde und die Zerstörung der natürlichen Umwelt auf Kosten der existentiellen Zukunftssicherung weiter betrieben - und aus der Immanenz der herrschenden Wirtschaftsform heraus sogar noch 1 / 2009 verstärkt - wird: Sowohl tägliches Routine-Handeln wie auch praktische Lösungsversuche der Widersprüche haben den inhaltlichen Stand des Mittelalters erreicht. Wir befinden uns in einer Epoche, die mit Begriffen wie "TurboFeudalismus" und "Globalisiertes Mittelalter" am besten bezeichnet werden kann. Die Menschheit degeneriert. Das Erziehungs- und Bildungssystem in den modernen Industriestaaten führt zur beschleunigten Verblödung, elementare gesellschaftliche Aufgaben in diesem Bereich werden zudem weltweit aus angeblichem Finanzmangel zusammengestrichen. In den Medien, vom klassischen Print bis zu den Neuen Kommunikationsmitteln tummeln sich primär und quantitativ überwältigend Lügen, Halbwahrheiten und demagogische, oft volksverdummende Informationen. Widerspruchslos, unrecheriert und willfährig plappern Volksvertreter und Medienbeschäftigte Einzelinteresse-geleitete Nachrichten daher. Das Artensterben beschleunigt sich. Martin Eckert liefert Gedanken zur familialen Erziehungsarbeit, die strukturell in den Mechanismus der Kapitalistischen Produktionsweise eingebunden ist. Eine integrierende Gesellschaftstheorie ist nötig, um handlungsrelevante Ergebnisse zu erhalten. Dokumente von Karl Marx und Friedrich Engels regen an. 3 Familiale Erziehungsarbeit zwischen Krise und Überforderung Martin Eckert im gesellschaftlichen Gefüge betreffen. Interesse-leitend sind Tendenzen gesellschaftlicher Entwicklungen, die die Erziehungsarbeit betreffen; auch, um einen Handlungsrahmen für die politische und soziale Praxis bieten zu können 1. Definition, Einordnung in die Gesamtgesellschaft, Pluralität der Lebensformen Nach geltenden Recht wird die Familie bezeichnet als die rechtlich gesicherte, dauerhaft angelegte Lebens- und Haushaltsgemeinschaft eines Ehepaares von Mann und Frau mit seinen eigenen (unmündigen) Kindern. Daran orientiert sich – auch heute resp. immer noch – das vorherrschende Leitbild. Diese Definition lässt sich als Nominaldefinition auffassen. Betrachten wir jedoch die Dynamik der privaten Lebensformen und von Lebens- und Haushaltsgemeinschaften - dies drückt sich hier anfänglich beschrieben noch am ehesten über das Modell eines Familienzyklus aus - , so zeigt sich schon eine erste Begrenzung. Wir können über die oben genannte rechtliche Definition vielleicht gerade noch Phasen wie von der Heirat bis zur Schwangerschaft und die Zeit nach dem Auszug der Kinder (nachelterliche Phase, empty-nest) erfassen, schwer tun wir Übersicht: 1.) Definition, Einordnung in die Gesamtgesellschaft, Pluralität der Lebensformen 2.) Wandel der Familie: bezüglich Größe, Kinderzahl, Mutterrolle, Familienzyklus, Ehedauer etc. 3.) Erscheinungsebene Wandel 4.) Widersprüche: Krise (der Gesellschaft, des sozial-politischen Systems) und Überforderung (der Familie als „Reaktion“ auf zunehmende Widersprüche und Kompliziertheit 5.) Ausblick Wir werden im Folgenden nicht einen - wie auch immer geartet sein könnenden - Zerfall der Familie betrachten, sondern Veränderungen untersuchen, die die bestehende Normalfamilie – unter anderem als rechtliche Familie in der BRD – 4 Beiträge uns mit Lebensformen, die z.B. ebenfalls eine „Vorbereitungsphase“ sein können ( 3 bis 4 Probe-Ehen sind keine Seltenheit), oder die eine 1-Eltern-Familie (quantitativer Anstieg) kennzeichnen. Vollends einengend wird der nominalrechtliche Begriff, wenn wir die realen Veränderungen in der Familie, das Aufkommen einer Vielzahl von „alternativen“ Lebensformen oder zum Beispiel einen ganz speziellen Fall betrachten: objektiv vorhandene, vollständige „rechtliche“ Familie, aber „fehlender“ Trauschein. Wenn z.B. 1-Eltern-Familien, aber auch andere alternative Lebensformen, über die bestehende Einordnungshilfe als unvollständige Familien erfasst werden, tritt deutlich die Gefahr einer Einschätzung als „abnormal“ auf. Der Schritt zur Diskriminierung ist marginal und der Fakt, dass „unvollständige“ Familien stigmatisiert werden, ist zumindest in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts noch alltäglich gewesen. Wissenschaftstheoretisch betrachtet hätte die „Familiensoziologie“ einen äußerst beschränkten Untersuchungsbereich, wenn „Familie“ - als eine von mehreren möglichen „privaten Lebensformen“ – nicht um eine Vielzahl weiterer Lebensformen ergänzt würde. — Exkurs / Begriffsbestimmung „Wikipedia“ (in: http:// de.wikipedia.org/wiki/ Familie_(Recht), 17. 12. 2009) „Die Familie wird zwar an prominenter Stelle (in Artikel 6 des Grundgesetzes) unter den „Schutz der staatlichen Ordnung“ gestellt, doch erstaunlicherweise gibt es keine allgemeingültige gesetzliche Definition des Begriffs. Das Buch „Familienrecht“ innerhalb des Bürgerlichen Gesetzbuches definiert in seinem § 1589 nur den Begriff „Verwandtschaft“ anhand der Abstammung, nicht jedoch den der Familie. Das Personenstandsgesetz erläutert in § 15, wen der Standesbeamte in das Familienbuch von Ehegatten einzutragen hat, nämlich • die gemeinsamen Kinder der Ehe gatten, • die von den Ehegatten gemein schaftlich als Kind angenommenen Kinder, • die von einem Ehegatten als Kind angenommenen Kinder des anderen Ehegatten, jedoch ohne dass darin eine verbindliche Definition von „Familie“ liegt. Andere Gesetze ziehen den Kreis der Familienmitglieder „im Sinne dieses 1 / 2009 5 Gesetzes“ wesentlich weiter. Das Wohngeldgesetz rechnet in § 4 Absatz 1 zu den Familienmitgliedern den Antragsteller selbst, den Ehegatten, Verwandte in gerader Linie sowie Verwandte zweiten und dritten Grades in der Seitenlinie, Verschwägerte in gerader Linie sowie Verschwägerte zweiten und dritten Grades in der Seitenlinie und schließlich Pflegekinder. Die Beispiele für unterschiedliche Begriffsverständnisse in verschiedenen Gesetzen ließen sich fortsetzen. Eine einheitliche Definition des Begriffs Familie besteht demnach im deutschen Recht nicht. Es ist jedoch eine Tendenz erkennbar, den Familienbegriff stets dann eher eng zu fassen (Kernfamilie), wenn aus einem weiteren Verständnis Pflichten oder Belastungen für den Staat erwachsen würden - und umgekehrt (Großfamilie).“ — Einleitend möchten wir hier noch einen weiteren Aspekt anführen. Der rechtliche Familienzyklus entspricht • oft dem in anderen Kulturen an zutreffenden Typ nicht, und • auch nicht dem Typ unserer eige nen Sozialgeschichte. Um hier zu einer ersten genaueren Bestimmung von „Familie“ zu gelangen, ist eine anfängliche Unterscheidung sinn- voll. Wir werden auf der einen Seite die intime Verwandtschaftseinheit sehen, die aufgebaut ist auf einer Mutter-Kind-Einheit. Die zweite Seite bildet der Haushalt, als eine häuslich-ansässige Gruppe. Die Mutter-Kind-Einheit ist immer Teil einer größeren Gruppe, in der kleinsten Form als: Kernfamilie – der Vater kann hierbei der Erzeuger (Genitor) oder die soziokulturell bedingte Bezugsrolle (Pater) sein. Mit der Betrachtung der zweiten Seite – der residentiellen Gruppe – erhalten wir zwei wesentliche weitere Aspekte: a) Die Mutter-Kind-Einheit plus Vater – als Kernfamilie – ist in kulturvergleichender (und kulturhistorischer) Perspektive eher sehr selten. Häufiger sind komplexe Ausgestaltungen der Mutter-Kind-Einheit anzutreffen (gewesen). So bestehen / bestanden unter anderem komplexe Familiengruppen (vgl. auch Polygamie, Polygynie, Polyandrie), in der eine erweiterte Familie mit Bindungen zwischen mehreren Generationen besteht ( z.B. auch in matrilinearer Form als Abstammungs- und Lebensbezug über die Mutter), oder in der eine zusammengesetzte Familie als Bindung zwischen Geschwistern und / oder weiteren Verwandten (und auch nicht-verwandten) Personen besteht ( z.B. als fraternal mit Brüdern sowie Mutter und Kind). b) Über den Aufbau eines Haushaltes und über die Einbindung in einen be- 6 Beiträge stehenden Haushalt entsteht die spezifische, sozio-kulturell und historisch geprägte „Familien-Form“. Zusammenfassend lässt sich betonen, dass universell-biologische Faktoren (Geschlechtsunterschied, Gebärfunktion, Sozialisationsbedürfnis und Generationenunterschied) im Kontext mit spezifischen sozialen Regelungen (der o.g. Faktoren plus Haushaltsform) die Familienform ausmachen. Wir können von einer biologisch-sozialen Doppelnatur der Familie sprechen - und möchten zugleich diesen Begriff relativieren. Dabei soll der Standpunkt des Kindes der Ansatz sein, um den eben erwähnten Begriff der Doppelnatur zu ergänzen. Das Kind wird sofort nach der Geburt auf die „Umwelt“, das „Nicht-Ich“, die „Welt“ verwiesen. Zwei Beschränkungen bzw. Borniertheiten gehen damit einher: a) Die Welt produziert die Unmenge von Mitteln, die es zu befriedigen gilt, und zugleich produziert sie eine Menge von Hindernissen, die das Konsumieren dieser Mittel erschweren Letztendlich konstituieren die Besitzverhältnisse die sinnlich-erfahrbare Welt des Kindes, Herrschaft wird erfahren und gelernt (Rollenspiel, Eltern: Wenn du DAS tust, bekommst du eine Puppe – Kind: Wenn du DAS tust, darfst du mit MEINER Puppe spielen). b) Die Welt ist ein Ausschnitt – vor allem geprägt über den Haushalt, in dem das Kind lebt, erzogen sozialisiert und versorgt wird. Klassenspezifisch betrachtet bedeutet das für ein Kind der Familie, • die der Arbeiterklasse zuzurechnen ist: Die Besitzgrenzen sind Lern grenzen; • die einer Schicht zugehört, die überdurchschnittlich hoch am ge sellschaftlichen Reichtum teilhat: Die Besitzgrenzen sind durch (ak zeptierte) Leistungen verschiebbar. Wir möchten daher den oben genannten Begriff der biologisch-sozialen Doppelnatur der Familie erweitern: Die Familie stellt sich dar als eine biologische und selektiv-soziale, oft sozial-verzerrte Doppelnatur. Sie ist eine Institution mit emotional-sozialer Spezialisierung – und sie ist nötig als Komplementär-Institution zur Erwerbsarbeit (historischer Aspekt). Bei einer Vielzahl von Wertvorstellungen, bei einer sich mehr und mehr ausdifferenzierenden, heterogenen Gesellschaft ist es einsichtig, dass eine Pluralität der Lebensformen erfolgt. Wir erhalten nicht mehr nur komplexe Familienformen, sondern komplexe Lebensformen. Die sozialisatorischen Möglichkei- 1 / 2009 7 ten der Familie (resp. der Lebensform „Familie“) sind weiterhin durch das gesellschaftliche Umfeld bestimmt. Damit ist nicht vorbestimmt, dass es für die Familie nicht eine gewisse Autonomie gibt, den Sozialisationsprozess zu gestalten, das partnerschaftliche Zusammenleben wirklich emanzipatorisch auszufüllen und gesellschaftliche Einflüsse zu korrigieren, zu bremsen oder zu verstärken. Diese Autonomie wird jedoch weitgehend vom klassenspezifischen Standort und den (resultierenden) sozialen Lebensbedingungen geprägt (Stichworte seien hier: berufliche Position und (Ab-)Sicherung, Form und Dauer der Erwerbslosigkeiten mit ihrem Einfluss auf die Erziehungsstile, etc.). Wenn wir im Folgenden den Wandel und die Veränderungen im Zusammenhang mit der Bedeutung der Familie betrachten, steht also immer auch im Hintergrund, dass spezielle Lebensformen – auf faktischer Ebene – Ausdruck des Kampfes um individuelle, familiale partnerschaftliche Autonomie und Selbstbestimmung sind. Und dass Familie – auf der normativen Ebene -, als eine mögliche Lebensform, eine rechtlich-politisch geförderte resp. unterstützte Institution abgibt. Der Kampf um Autonomie und Selbstbestimmung wird in dieser speziellen Lebensform – weitgehender als in anderen – auf den Versuch einer Verein- barung von Widersprüchen reduziert (oder im Falle eines überwiegenden Rückzugs in die Familieneinheit: auf eine Teil/ Total-Privatisierung). Unsere These ist daher, dass die (rechtliche) Familie eine Autonomie besitzt, die sich – weitgehend - darauf beschränkt, Funktionen zu erfüllen und Leistungen zu erbringen und / oder zu bieten, die in der Markt- und Leistungsgesellschaft nicht ausreichend honoriert werden (weil sie nicht oder noch nicht „profitabel“ sind, also weder ökonomisch noch moralisch, vom Normenund Wertekatalog betrachtet, der jetzigen Gesellschaftsform angemessen sind). Die Funktionen und Leistungen, die einer Familie obliegen, entpuppen sich hierbei auf der einen Seite als eine reale Überforderung, als eine Überbelastung, vor allem, wenn wir dies auch unter historischen und gesamtgesellschaftlichen Veränderungen betrachten. Der Zwang, bestimmte Funktionen ausüben zu müssen (Mensch kann sich nicht so leicht ausklinken, wir denken einfach nur einmal an Schulpflicht und Schulgeld, an Versicherungen etc.), trägt andererseits dazu bei, das bestehende System zu stabilisieren. Im Zusammenhang mit einer (möglichen) Überbelastung wird die „gewisse“ Autonomie selbst zum Zwang, und – das ist das Antisoziale, Asoziale – reduziert sich auf die einge- 8 Beiträge schränkte / beschränkte Gestaltung (inner-)familiärer Aufgabenerfüllung. Historisch betrachtet hat die entstehende Kapitalistische Produktionsweise (KPW) einer neuen Lebensform: der Familie als Mutter-Kind plus Vater eine komplementäre Funktion zur Erwerbsarbeit zugewiesen. Funktion und Funktionswandel sind Resultat der Dynamik der KPW. 2. Wandel bezüglich Größe, Kinderzahl, Mutterrolle, Familienzyklus, Ehedauer etc. Betrachten wir einige gesellschaftliche Veränderungen unter dem Blickwinkel des Einflusses auf die Familie. Wir wollen dabei davon absehen, bestimmte Wandlungen jeweils in eine Reihe von Erklärungsansätzen / Thesen zu fassen. Als solche seien - des Überblickes wegen und der Vollständigkeit halber - erwähnt: • der unbestrittene (Mega-)Trend, mit einigen seiner Erscheinungen: Rückgang der Heiratsneigung und Anstieg des Heiratsalters im Kontext der Zunahme sogenannter „nicht-ehelicher Lebensgemeinschaften“ und damit einhergehend die Zunahme der (rechtlichen) SingleHaushalte; Ganz allgemein ist von einer Entwicklung von der erweiterten (Haushalts-)Familie zur Klein- resp. Gatten1 / 2009 familie auszugehen. Am nächsten wird dieser Trend schon von Emile Durkheim mit seinem Kontraktionsgesetz erfasst. Durch die Industrialisierung wandelt sich die erweiterte Familie zur Kernfamilie (bedingt durch außerhäusliche Produktion, die erforderliche Mobilität, etc.). Wichtig ist hierbei, dass es einen Unterschied zwischen erweiterter Familie und Großfamilie gibt. • Die Klein- resp. Kernfamilie ist ten denziell (und strukturell) einer hö heren gesellschaftlichen Isolierung ausgesetzt als eine erweiterte Fa milie. Damit einher gehen Ent wicklungen wie der partielle Funktionsverlust der Familie. • Verringerung der Einbindung der Familie in Verwandtschafts beziehungen und in Gesellschafts zusammenhänge (zunehmende Isolation, Desintegration und Des organisation). • Ausformung eines eigengesetzli chen Privatraumes (Privatisie rung). • Zunehmende Gefühlverbindung zwischen den Mitgliedern der (klei ner gewordenen) Familie (Emotionalisierung). Solche „Trend“-Thesen heben jedoch immer nur Teilaspekte heraus – auch unter verschiedenen theoretischen Ansät- 9 zen, ob institutioneller, struktur-funktionalistischer oder interaktionistischer Art. Sie sind letztendlich eingebunden in komplexe Wandlungsvorgänge und ihren sozio-ökonomischen, politischen, kulturellen und historischen Bedingungen. Der Wandel lässt sich mit ihnen jedoch trefflich erfassen und die Statistik, dass in einzelnen Gebieten von Großstädten der Anteil der normativ-rechtlichen Familien an allen Haushalten zum Teil schon unter 20% liegt, untermauert, dass die Veränderungen einen wesentlichen Charakter haben. 3. Erscheinungsebene Wandel Die Erwerbsarbeit ist für die (um)weltliche Lebenshaltung der Familie die zentrale ökonomische Basis. Die Erziehungs- und Beziehungsarbeit ist dagegen der zentrale Bezug in der Familie selbst. Als eine wesentliche Tendenz der gesellschaftlichen Entwicklung in den Industriestaaten ist eine veränderte Stellung der Frau in der Erwerbsarbeit auszumachen. Generell ist eine Zunahme von Frauen in der Erwerbsarbeit festzustellen, immer mehr Frauen unterbrechen zudem immer seltener und immer kürzer ihre Erwerbsarbeit. Die Erwerbstätigkeit der modernen, spätkapitalistisch-neoliberalen Produktionsgesellschaft ist unter anderem durch hohe Mobilität, zeitliche Flexibilität und einen Kampf um Zugänge zu Arbeitsmarkt und Bildung gekennzeichnet, ein Schlüsselbegriff ist hier „Prekariat“ – Der Kampf ist eben verbunden mit der Angst des gesellschaftlichen Abstiegs und einer dominierenden, lebensbestimmenden Arbeitslosigkeit. Die Erwerbstätigkeit ganz allgemein ist: familienfrei. Die Familie – als Zentrum auch emotional-sozialer Beziehungen – verlangt nach Partner- und Kinderorientierung, d. h. nach gemeinsamer Zeit, nach Ausgleich und nicht nach „Kampf“, Streit und Mühen. Die hohen Erwartungen an die Erziehungsarbeit, im Hinblick auf optimale Förderung, bestmögliche soziale Placierung etc. trägt zum tendenziellen Verschwinden der Kindheit bei – durch und über eine Inszenierung der Kindheit. Ein erstes Paradox taucht auf: Die Kapitalistische Produktionsweise benötigt aber eine bestimmte Population und Reproduktionsrate. Betrachten wir alleine die biologische Reproduktionsrate der Bundesrepublik Deutschland, können wir feststellen, dass die Gesellschaft der BRD sich zur Zeit nicht mehr selbst reproduziert. Allgemein betrachtet steht die Familie unter dem Zwang gesellschaftlicher Forderungen: Sie muss leistungsgesellschaftfreundlich sein, eine optimale Förderung 10 Beiträge und Erziehung werden dabei verlangt, aber sie muss auch kinderfreundlich sein. Ein „liberaler“ Erziehungsstil wird erwartet, nicht zuletzt über eine wissenschaftlich-pädagogische Wende. Daraus entstehen Spannungen, die noch verstärkt werden, falls ein Partner intensiv am komplexen gesellschaftlichen Leben teilnimmt. Gefordert ist vermehrt ein psychosozialer Spannungsausgleich. Betrachten wir den Wandel der Erziehungsarbeit Familie näher. Im 19. Jahrhundert kann sie stark vereinfacht als „erzieherfreundlich“ beschrieben werden. Fortschrittsglaube, Beherrschbarkeit der Umwelt und das Ideal der Aufklärung führten nicht zuletzt zu der Einstellung, dass soziale Positionen selbst und in relativ kurzer Zeit „machbar“ sind. Und auch die Natur der Menschen wurde als machbar angesehen. Resultat ist ein Erziehungsleitbild, welches vermittels Bildung für eine Durchsetzung beim Positionskampf auf eine dominante Formung der Kinder setzte: autoritäre Erziehung – und: erzieherfreundlich. Im 20. Jahrhundert ist der Druck vielfältiger geworden. Nicht mehr das allein Mögliche einer optimalen Formung dominiert, sondern das „WIE“. Zeitschriften, Kurse, ärztliche Untersuchungen, ständiger Kampf zwischen Aufstiegswunsch und Abstiegsbedrohung, wegen selektiver Auslagerung von gesellschaft1 / 2009 lich angebotenen Funktionen und Aufgaben immer neue und zusätzliche Funktionen für die Familie resp. die Erziehungsarbeit, eine höher Respektierung der Kinder (pädagogische Wende) und Einiges mehr führen zu einem „kinderfreundlichen“ Erziehungsstil. Aus Erziehung wird schrittweise immer stärker „Beziehung“, aus einem ehemaligen „dienen“ wird partiell: bedienen. Familienkonferenzen, Interessenausgleich schaffen, generationenübergreifende Diskussionen sind Schlagworte, die in der Praxis einen nicht unerheblichen „neuen“ und zeitlich ausgeweiteten Teil der familiären Erziehungsarbeit einnehmen. Ein bedeutender Widerspruch erscheint nun: Auf der einen Seite steht eine kinderbewusste und kinderorientierte Erziehung. Auf der anderen Seite steht – unter den Lebensbedingungen der spätkapitalistischen Gesellschaft – eine kinderfeindliche (und mütterfeindliche) Struktur. Ob Schul-Öffnungszeiten, Betreuungsangebote, KITAVerfügbarkeiten, Wohnungsgrößen, Straßenverläufe, Individualverkehr-Orientierung etc.: In nahezu allen Lebensbereichen ist die Organisation des Kinderaufwachsens mit Widerständen, Barrieren und auch gesellschaftlichen Hindernissen und Einschränkungen verbunden. Der Inhalt der Erziehungsarbeit hat sich gewandelt – aber auch die Vertei- 11 lung dieser Arbeit an sich. Statt einer Verund Aufteilung auf mehrere Personen und eine Delegation auf Hausgemeinde-Mitglieder führte die Auflösung des Hauses als Wirtschaftgemeinde zur Einschränkung persönlicher Ressourcen. Was zuerst eher ein „Nebenresultat“ war: die Frau hatte Zeit für die Kinder, sie war für die Haus- und Erziehungsarbeit zuständig, wurde bald darauf ein generell anerkanntes gesellschaftliches Leitbild. Eine Unterstützung durch die Psychologie kam hinzu: Der Frau immanent ist die Mutterrolle. Eine weitere Folge stellt sich ein: Die Familie und der Haushalt wurden zum „exklusiven“ Aufgabenbereich der Frau erklärt. In einer gängigen konservativen Ansicht bedeutet das Interesse-haben an außerfamiliaren Angelegenheiten (durch die Frau) schon eine Vernachlässigung der Familie! Betrachten wir die Mutterrolle im Kontext des heutigen Familienzyklus, so stellen wir fest, dass über • die Vorverlegung des Heiratsalters, • die verlängerte Lebenserwartung und • die Reduktion der Gebärphasen (1– 2 Kinder statt der 3 – 4 Kinder zu früheren Zeiten) sich das Leben der Frau – als Mutter – auf ca. ein Viertel des Lebens beschränkt hat. Die Frau hat also erheblich mehr „Rollen“ als die ihr so dominant zuge- wiesene Mutterrolle. Diese Mutterrolle jedoch, mit einem zeitlichen Anspruch von einem Viertel des Lebens, ist derzeit durch Überforderung und Überlastung gekennzeichnet. Außerhalb der eigentlichen Erziehungsarbeit lassen sich stichpunktartig einige Aspekte aufführen: • Begrenzung der materiellen Mög lichkeiten, Konsumerwartungen, • normativer Charakter des Lebens standards (Aufstieg – Abstieg), • Schlechterstellung nach berufli cher Pause, über Dauer-Arbeits losigkeit eine Beraubung sozialer Rollen und Zunahme desintegrierender Zeiten, • marginale „Honorierung“ der Bil dung gesellschaftlichen Reichtums durch Erziehungs- und Familien arbeit (Aufzucht der nachfolgen den Generation), • außerhäusliche Berufstätigkeit der Frau versus geschlechtsspezifische (status-anerkannte) Arbeitsteilung in Haushalt und Erziehung, • defizitäre Realitätswahrnehmung des Mannes. Mit dem Fokus auf der Erziehungsarbeit lassen sich kurz folgende Aspekte anführen: • Zu- und Nacharbeit (für ausgelagerte, ehemals gesellschaftlich organisierter Aufgaben), 12 Beiträge Rechtfertigungsdruck (auch gegenüber sog. Professionellen), • Rivalität und ständige Verarbeitung externer Einflüsse, • Kostenfaktor, • speziell im ländlichen Raum vermehrt zusätzliche Aufgaben. Die höhere Lebenserwartung führt zudem in immer mehr Familien und in immer mehr Haushalten zu aufkommenden Vier-Generationen-Gemeinschaften. Die zusätzliche Pflege- und Betreuungsarbeit wird vorwiegend von der Frau geleistet – eine zeitliche und auch körperliche Überforderung ist damit tendenziell angelegt. Wir werden im Folgenden noch einige weitere Aspekte erwähnen, die den Wandel auf der Erscheinungsebene kennzeichnen: • Zur Erfüllung der Erziehungsarbeit existieren inzwischen mehr als eine gesellschaftlich anerkannte Institution. Neben der „Familien-Ehe“ bestehen weitere eheliche und partnerschaftliche Lebensformen, in denen Erziehungsarbeit geleistet wird. Das Spektrum reicht von der (anfänglichen) „Probe-Ehe“ bis hin zu der bewusst für „ständig“ gewählten, nicht-ehelichen Wohn-, Haushalts- und/ oder Lebensgemeinschaft. • Die für die Familie charakteristische emotionale Bedürfnislage erfährt eine Ausdehnung auf und um weitere partnerschaftliche Lebenslagen. 1 / 2009 • • Die Abnahme des Verpflichtungscharakters für eine andauernde Institution betrifft tendenziell eher die Ehe als die Familie. • Die Reduktion der Kinderzahl auf ein bis zwei Kinder führt bezüglich der Aufwandsquantität zu einer erhöhten Kinderorientierung. • Trotz steigender Wertpräferenz „Familie“ zeigt die Zunahme der Scheidungsrate eine eheliche „Unzufriedenheit“, hier vor allem bei den Frauen. Der tendenzielle Anstieg der Scheidungsrate wird durch die Zunahme nicht-ehelicher Lebensgemeinschaften noch gebremst. • Gesellschaftlich wird eine Gleichrangigkeit der Geschlechter postuliert, de facto eine Überlegenheit des Mannes akzeptiert und in der männlichdominierenden, polit-ökonomischen Beziehungsnetzwerk-Struktur gefördert. Letztendlich haben sich die Machtbeziehungen in der Familie und im zwischengeschlechtlichen Zusammenhang eher normativ als faktisch gewandelt. Ein roll-back, ein Zurückdrängen schon erkämpfter emanzipatorischer Fortschritte ist außerdem gerade im gender-Bereich festzustellen. 13 4. Widersprüche Gesamtgesellschaftlich erscheint es paradox: Reproduktion ist nötig, die Kinderzahl sinkt. Dabei ist dieser Fakt zuerst weder positiv noch negativ zu bewerten. Die Widersprüche auf der familialen resp. lebensgemeinschaftlichen Ebene erscheinen als andere: Erwähnt hatten wir bereits das Gegensatzpaar Kinderorientierung vs. Kinder-Mütter(resp. Erzieher-)feindliche Umwelt. Den zentralen Aspekt, auf dem die derzeitigen Widersprüche von familialer Erziehungsarbeit und gesellschaftlichem Wandel beruhen, stellt verallgemeinernd der Funktionsentzug resp. – verlust der Familie dar. Der Familie sind in ihrer sozio-historischen Stellung Aufgaben entzogen, die in den wesentlichen Bereichen Bildung, Wirtschaft und Betreuungsresp. Versorgungssystem liegen. Der Funktionsentzug, partiell oder selektiv – nämlich unter dem Primat: den Kampf in der Markt- und Leistungsgesellschaft überhaupt erst einmal aufnehmen zu können, später: ihn erfolgreich zu bestehen und zuletzt: diesen Kampf auch für das Gesellschaftssystem auszutragen (in der Schule wurden (und werden immer noch nicht) Eigenschaften wie kritisches Denken, solidarisches Lernen und Verhalten auch mit und gegenüber Benachteiligten nicht resp. nur rudimentär vermittelt, Umweltbewusstsein wird eher unter dem Gesichtpunkt betrieben, wo und wie kann ressourcenschonende Produktion profitabel eingesetzt werden, wo kann nachhaltiges Wachstum und kapitalistische Produktion in Einklang gebracht werden) – ist für die Familie mehr als ein einfacher Wandel, er ist eine ständige und neue, eine wachsende und eine immer komplexer werdende Bedrohung. — Exkurs: Die Familie ist tot, es lebe die Familie! (Telepolis, in: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/ 23/23095/1.html, 17. 12. 2009) „Diese gegenstrebige Fügung ... stürzt die moderne Familie in eine paradoxe Grundstruktur: Einerseits braucht die moderne Gesellschaft die Familie zum Bestandserhalt. Keine soziale Einheit übt zentrale Aufgaben der Gesellschaft, Fortpflanzung, Fürsorge, emotionale Stabilisierung, soziale Platzierung, wirtschaftliche Versorgung kostengünstiger aus als sie; und keine andere soziale Einheit ist besser geeignet, deviantem oder delinquentem Verhalten vorzubeugen und Funktionen sozialer Kontrolle wahrzunehmen. Gleichwohl kann die Familie all dies aber nur leisten, wenn sie von der 14 Beiträge Gesamtgesellschaft in diesem Tun bedingungslos unterstützt wird, materiell wie ideell. Mithin sind es genau diese biosozialen Reproduktionsleistungen, aus der sich der besondere Schutz begründet, den ihr der Staat fortan gewährt.“ — Im gleichen Atemzug ist die Familie mehr und mehr „zuständig“ für Funktionen, die unter den herrschenden Marktbedingungen an den Rand gedrängt werden. Insbesondere Wissensvermittlung, Spracherziehung und gesellschaftliche Teilhabe über Gruppen- und Vereinszugehörigkeit werden immer stärker (ökonomisch) entweder als Ware gehandelt oder komplett aus dem gesellschaftlichen Funktionsangebot gestrichen. Allein die Schule betrachtet: Sie stellt heute lediglich eine Funktionsauswahl zur Verfügung – die Familie resp. die private Lebensform dagegen muss die immer komplexere Gesellschaft als „Ganzes“ vermitteln. Kernfächer der „geistigen“ Bildung werden zusammengestrichen (Kunst, Sport, Musik) und reproduzierbares Einzelwissen in immer unselbständigwerdender Weise vermittelt. Der Bologna-Prozess ist hier nur ein Ende des Bildungsweges, der verhindert, fächerübergreifend lernen und denken zu können. 1 / 2009 Objektiv stellt der Single – denn ihm kann fast keine Reproduktionsfunktion mehr entzogen werden – den idealen Arbeitnehmer dar: aus der Sicht des kapitalistischen Produktionsprozesses. Da in ihm Beziehungen Warencharakter angenommen haben und annehmen, entfällt auch der Aspekt, soziale Beziehungen als gesellschaftlich vermittelt und als zwingend notwendige gesellschaftliche Form aufzufassen. Der Single produziert – in den allermeisten Fällen - keine kleinen Singles. Eine immer komplexer sich gestaltende Erziehungsarbeit verhindert die öffentliche Auseinandersetzung, zwingt zum verstärkten Engagement im Privaten. Gerade bei Frauen ist dieser Balance-Akt: Wunsch nach Beruf und Karriere Pflichtwunsch nach Familie resp. Kindern mit einer Doppel- resp. Überbelastung verknüpft. Dies bezieht sich nicht alleinig und zwingend nur auf den zeitlichen Aspekt, sind die beiden erwähnten „Lebens“-Wünsche doch gerade auch eher im emotionalen Bereich anzusiedeln. Der Rückzug ins Private entpuppt sich als Scheinprivatheit, denn der private Bereich ist in immer stärkerem Maße mit dem öffentlichen, ökonomischen Bereich verschränkt (Konsum, Schule, Beruf, Vermarktung Freizeit, Vermarktung Bildung, Vermarktung Erziehung (subjektive Notwendigkeit, die Playstation zu ha- 15 ben)). Der private Bereich ist also Objekt unzähliger ökonomischer Interessen geworden. Der Schein der Privatheit wird sehr deutlich, wenn wir uns die immer noch steigende Konsumzeit am Fernsehen, Video und PC betrachten – und eben auch den (gerade erwähnten) Zwang, entsprechende Gerätschaften kaufen zu müssen (Start- und Bildungschancen). Einige weitere Tendenzen der gesellschaftlichen Entwicklung sollen hier den Komplex „Widersprüche“ ergänzen. • Zentrale gesellschaftliche Normen wie Gleichheit und Freiheit kollidieren mit „Familie“ resp. mit der durchgängig betriebenen Erziehungsarbeit. Freiräume für Kinder und gleichberechtigte Handlungsstrukturen mit Kindern sind in der bürgerlichen Erziehungswelt nur eingeschränkt vorhanden und eher ein pädagogischer Ansatz bei „sozialistischen“ Kinder- und Jugendinstitutionen. • Der Familie kommt in der individualistischen Erwerbsgesellschaft in stärkerem Maße als früher eine resozialisierende Rolle zu. Gemeinsam verrichtete Arbeit steht der individuelle Durchsetzung am Markt entgegen – Diese Tendenz wird durch die Schwäche der Gewerkschaften noch verstärkt. • Die (ursprüngliche) kindliche Erfahrungswelt mit Spielen, Spontanität und Phantasie steht den Erfordernissen der Arbeitswelt (immer noch, teilweise verstärkt) mit den Merkmalen Disziplin, Pünktlichkeit, Gehorsam entgegen. Die Familie als immer stärker „abgespeckte“ erweiterte Familie unterliegt mit der geringeren Anzahl an Mitgliedern immer vehementer aber den Erfordernissen der ökonomischen Basis, der Arbeitswelt. 5. Ausblick Die bürgerliche Gesellschaft reduziert in letzter Instanz die sozialen Beziehungen auf bloße Waren- und Geldverhältnisse. Noch weniger kann die Familie zu einer Loslösung ihrer selbst beitragen, oder gar zu einer Loslösung des (kindlichen) Individuums aus der Beschränkung der bürgerlichen Gesellschaft. Erziehungsarbeit in der bürgerlichen Gesellschaft kann die Befreiung aus den Bedingungen der Fremdbestimmtheit nicht erreichen – andere private Lebensformen sind zumindest wegen ihrer Differenz in der Lage, eine Vorstellung von einem entwickelteren Niveau zu bekommen. Es ist illusorisch, die Emanzipation des Individuums zu seiner unmittelbaren Gesellschaftlichkeit, zu einem „menschlichen (=gesellschaftlichen) Menschen“ (statt eines verdinglichten Wesens) inner- 16 Beiträge halb der bürgerlichen Gesellschaft zu erwarten. Bezogen auf die vorherrschenden soziologischen Untersuchungen (FamilienSoziologie) vom „Funktionswandel der Familie“, von der„Relativierung der Bedeutung der Familie“ ist festzuhalten, dass diese sozialen Tatbestände in der Mehrheit aus Einzelerscheinungen heraus erklärt werden (Mutterrolle, Geburtenrückgang, Wertvorstellungen etc.). Damit werden die tendenziell krisenhaften Momente der Kapitalistischen Produktionsweise in eine innere Krise der Familie selbst umgewertet. Wissenschaftstheoretisch bedarf die Familien-Soziologie einer Einbindung in eine Gesellschaftstheorie. 1 / 2009 17 Dokumente Karl Marx Ökonomisch-philosophische Manuskripte [aus: Privateigentum und Kommunismus] ... Das Privateigentum hat uns so dumm und einseitig gemacht, daß ein Gegenstand erst der unsrige ist, wenn wir ihn haben, also als Kapital für uns existiert oder von uns unmittelbar besessen, gegessen, getrunken, an unsrem Leib getragen, von uns bewohnt etc., kurz, gebraucht wird. Obgleich das Privateigentum alle diese unmittelbaren Verwirklichungen des Besitzes selbst wieder nur als Lebensmittel faßt und das Leben, zu dessen Mittel sie dienen, ist das Leben des Privateigentums Arbeit und Kapitalisierung. An die Stelle aller physischen und geistigen Sinne ist daher die einfache Entfremdung aller dieser Sinne, der Sinn des Habens getreten. Auf diese absolute Armut mußte das menschliche Wesen reduziert werden, damit es seinen innern Reichtum aus sich herausgebäre. (Über die Kategorie des Habens siehe Heß in den 21 Bogen.) Die Aufhebung des Privateigentums ist daher die vollständige Emanzipation aller menschlichen Sinne und Eigenschaften; aber sie ist diese Emanzipation grade dadurch, daß diese Sinne und Eigenschaften menschlich, sowohl subjektiv als objektiv, geworden sind. Das Auge ist zum menschlichen Auge geworden, wie sein Gegenstand zu einem gesellschaftlichen, menschlichen, vom Menschen für den Menschen herrührenden Gegenstand geworden ist. Die Sinne sind daher unmittelbar in ihrer Praxis Theoretiker geworden. Sie verhalten sich zu der Sache um der Sache willen, aber die Sache selbst ist ein gegenständliches menschliches Verhalten zu sich selbst und zum Menschen* und umgekehrt. Das Bedürfnis oder der Genuß haben darum ihre egoistische Natur und die Natur ihre bloße Nützlichkeit verloren, indem der Nutzen zum menschlichen Nutzen geworden ist. Ebenso sind die Sinne und der Genuß der andren Menschen meine eigne Aneignung geworden. Außer diesen unmittelbaren Organen bilden sich daher gesellschaftliche Organe, in der Form der Gesellschaft, also z.B. die Tätigkeit unmittelbar in Gesellschaft mit andren etc. ist ein Organ meiner Lebensäußerung geworden und eine Weise der Aneignung des menschlichen Lebens. Es versteht sich, daß das menschliche Auge anders genießt als das rohe, 18 Beiträge unmenschliche Auge, das menschliche Ohr anders als das rohe Ohr etc. Wir haben gesehn. Der Mensch verliert sich nur dann nicht in seinem Gegenstand, wenn dieser ihm als menschlicher Gegenstand oder gegenständlicher Mensch wird. Dies ist nur möglich, indem er ihm als gesellschaftlicher Gegenstand und er selbst sich als gesellschaftliches Wesen, wie die Gesellschaft als Wesen für ihn in diesem Gegenstand wird. Indem daher überall einerseits dem Menschen in der Gesellschaft die gegenständliche Wirklichkeit als Wirklichkeit der menschlichen Wesenskräfte, als menschliche Wirklichkeit und darum als Wirklichkeit seiner eignen Wesenskräfte wird, werden ihm alle Gegenstände als die Vergegenständlichung seiner selbst, als die seine Individualität bestätigenden und verwirklichenden Gegenstände, als seine Gegenstände, d.h. Gegenstand wird er selbst. Wie sie ihm als seine werden, das hängt von der Natur des Gegenstandes und der Natur der ihr entsprechenden Wesenskraft ab; denn eben die Bestimmtheit dieses Verhältnisses bildet die besondre, wirkliche Weise der Bejahung. Dem Auge wird ein Gegenstand anders als dem Ohr, und der Gegenstand des Auges ist ein andrer als der des Ohrs. Die Eigentümlichkeit jeder Wesenskraft ist grade ihr eigentümliches Wesen, also 1 / 2009 auch die eigentümliche Weise ihrer Vergegenständlichung, ihres gegenständlichwirklichen, lebendigen Seins. Nicht nur im Denken, sondern mit allen Sinnen wird daher der Mensch in der gegenständlichen Welt bejaht. Andrerseits: Subjektiv gefaßt: Wie erst die Musik den musikalischen Sinn des Menschen erweckt, wie für das unmusikalische Ohr die schönste Musik keinen Sinn hat, [kein] Gegenstand ist, weil mein Gegenstand nur die Bestätigung einer meiner Wesenskräfte sein kann, also nur so für mich sein kann, wie meine Wesenskraft als subjektive Fähigkeit für sich ist, weil der Sinn eines Gegenstandes für mich (nur Sinn für einen ihm entsprechenden Sinn hat) grade so weit geht, als mein Sinn geht, darum sind die Sinne des gesellschaftlichen Menschen andre Sinne wie die des ungesellschaftlichen; erst durch den gegenständlich entfalteten Reichtum des menschlichen Wesens wird der Reichtum der subjektiven menschlichen Sinnlichkeit, wird ein musikalisches Ohr, ein Auge für die Schönheit der Form, kurz, werden erst menschlicher Genüsse fähige Sinne, Sinne, welche als menschliche Wesenskräfte sich bestätigen, teils erst ausgebildet, teils erst erzeugt. Denn nicht nur die 5 Sinne, sondern auch die sogenannten geistigen Sinne, die praktischen Sinne (Wille, Liebe etc.), mit einem Wort 19 der menschliche Sinn, die Menschlichkeit der Sinne wird erst durch das Dasein seines Gegenstandes, durch die vermenschlichte Natur. Die Bildung der 5 Sinne ist eine Arbeit der ganzen bisherigen Weltgeschichte. Der unter dem rohen praktischen Bedürfnis befangene Sinn hat auch nur einen bornierten Sinn.> Für den ausgehungerten Menschen existiert nicht die menschliche Form der Speise, sondern nur ihr abstraktes Dasein als Speise; ebensogut könnte sie in rohster Form vorliegen, und es ist nicht zu sagen, wodurch sich diese Nahrungstätigkeit von der tierischen Nahrungstätigkeit unterscheide. Der sorgenvolle, bedürftige Mensch hat keinen Sinn für das schönste Schauspiel; der Mineralienkrämer sieht nur den merkantilischen Wert, aber nicht die Schönheit und eigentümliche Natur des Minerals; er hat keinen mineralogischen Sinn; also die Vergegenständlichung des menschlichen Wesens, sowohl in theoretischer als praktischer Hinsicht, gehört dazu, sowohl um die Sinne des Menschen menschlich zu machen als um für den ganzen Reichtum des menschlichen und natürlichen Wesens entsprechenden menschlichen Sinn zu schaffen. * Ich kann mich praktisch nur menschlich zu der Sache verhalten, wenn die Sache sich zum Menschen menschlich verhält. ... Friedrich Engels Briefe aus dem Wuppertal ... Das Gymnasium in Elberfeld ist in sehr bedrängten Verhältnissen, aber anerkannt eins der besten im preußischen Staat. Es ist Eigentum der reformierten Gemeinde, hat von ihrem Mystizismus wenig zu leiden, weil die Prediger sich nicht darum bekümmern und die Scholarchen nichts von Gymnasialsachen verstehen; desto mehr aber von ihrer Knauserei. Diese Herren haben nicht die geringste Idee von der Vorzüglichkeit der preußischen Gymnasialbildung, suchen der Realschule alles, Geld wie Schüler, zuzuwenden und werfen doch dem Gymnasium vor, daß es durch Schulgeld seine Auslagen nicht einmal decken könne. Es wird jetzt unterhandelt, daß die Regierung, der es sehr darum zu tun ist, das Gymnasium übernimmt; käme es nicht dazu, so mußte es in wenigen Jahren aus Mangel an Mitteln suspendiert werden. Die Lehrerwahlen liegen jetzt auch in den Händen der Scholarchen, Leute, die zwar einen Posten sehr korrekt ins Hauptbuch übertragen können, aber von Griechisch, Latein oder Mathematik keine Idee haben. Das Hauptprinzip ihrer Wahl ist: lieber einen reformierten Stümper als einen tüchtigen Lutheraner 20 Beiträge oder gar Katholiken zu wählen. Da aber unter den preußischen Philologen weit mehr Lutheraner als Reformierte sind, haben sie diesem Prinzipe fast nie recht folgen können. ... Dr. Clausen, dritter Oberlehrer, ohne Zweifel der tüchtigste Mann in der ganzen Schule, in allen Fächern bewandert, in der Geschichte und Literatur ausgezeichnet. Sein Vortrag ist von seltener Anmut; er ist der einzige, der den Sinn der Poesie in den Schülern zu wecken weiß, den Sinn, der sonst elendiglich verkümmern müßte unter den Philistern des Wuppertales. Als Schriftsteller ist er meines Wissens nur in einer Programm-Dissertation: »Pindaros der Lyriker« aufgetreten, die ihm einen großen Ruf unter den Gymnasiallehrern in und außerhalb Preußen gemacht haben soll. In den Buchhandel ist sie natürlich nicht gekommen. Diese drei Schulen sind erst seit 1820 eingerichtet worden; früher bestand nur in Elberfeld und Barmen je eine Rektoratschule und eine Menge von Privatinstituten, die keine gediegene Bildung geben konnten. Ihre Nachwirkungen sind noch an den älteren Kaufleuten Barmens zu spüren. Von Bildung - keine Idee; wer Whist und Billard spielen, etwas politi1 / 2009 sieren, ein gewandtes Kompliment machen kann, das ist in Barmen und Elberfeld ein gebildeter Mann. Es ist ein schreckliches Leben, was diese Menschen führen, und sie sind doch so vergnügt dabei; den Tag über versenken sie sich in die Zahlen ihrer Konti, und das mit einer Wut, mit einem Interesse, daß man es kaum glauben möchte; abends zur bestimmten Stunde zieht alles in die Gesellschaften, wo sie Karten spielen, politisieren und rauchen, um mit dem Schlage neun nach Hause zurückzukehren. So geht es alle Tage, ohne Veränderung, und wehe dem, der ihnen dazwischenkömmt; er kann der ungnädigsten Ungnade aller ersten Häuser gewiß sein. - Die jungen Leute werden brav von ihren Vätern in die Schule genommen; sie lassen sich auch sehr gut an, ebenso zu werden. Ihre Unterhaltungsgegenstände sind ziemlich einförmig; die Barmer sprechen mehr von Pferden, die Elberfelder von Hunden; wenn's hoch kömmt, werden auch Schönheiten rezensiert oder es wird von Geschäftssachen geplappert, das ist alles. Alle halbe Jahrhundert sprechen sie auch von Literatur, unter welchem Namen sie Paul de Kock, Marryat, Tromlitz, Nestroy und Konsorten verstehen. In der Politik sind sie als sehr gute Preußen, weil sie unter preußischer Herrschaft stehen, a priori allem Liberalismus gar sehr zuwider, al- 21 les, solange es Sr. Majestät gefällt, ihnen den Code Napoleon zu lassen; denn mit ihm würde aller Patriotismus schwinden. Das junge Deutschland kennt niemand in seiner literarischen Bedeutung; es gilt für eine geheime Verbindung, etwa wie die Demagogie, unter dem Vorsitze der Herren Heine, Gutzkow und Mundt. Einige der edlen Jünglinge haben wohl etwas von Heine gelesen, vielleicht die »Reisebilder« mit Übergehung der Gedichte darin, oder den »Denunzianten«, aber von den übrigen herrschen nur dunkle Begriffe aus dem Munde der Pfarrer oder Beamten. Freiligrath ist den meisten persönlich bekannt und steht im Rufe eines guten Kameraden. Als er nach Barmen kam, wurde er von diesem grünen Adel (so nennt er das junge Kaufmannsvolk) mit Besuchen überhäuft; bald aber hatte er ihren Geist erkannt und zog sich zurück; aber sie verfolgten ihn, lobten seine Gedichte und seinen Wein und strebten mit aller Gewalt darnach, mit einem Brüderschaft zu trinken, der etwas hatte drucken lassen; denn diesen Menschen ist ein Dichter nichts, aber ein Schriftsteller alles. Nach und nach brach Freiligrath allen Umgang mit diesen Menschen ab und verkehrt jetzt nur mit wenigen, nachdem Köster Barmen verlassen hat. Seine Prinzipale haben sich in ihrer prekären Stellung immer sehr anständig und freundlich gegen ihn benommen; merkwürdigerweise ist er ein höchst exakter und fleißiger Kontorarbeiter. Über seine dichterischen Leistungen zu sprechen, wäre sehr überflüssig, nachdem Dingelstedt, in dem »Jahrbuche der Literatur«, und Carrière in den Berliner »Jahrbüchern« ihn so genau beurteilt haben. Indes scheinen mir beide nicht genug beachtet zu haben, wie er bei allem Schweifen in die Ferne doch so sehr an der Heimat hängt. Darauf deuten die häufigen Anspielungen auf deutsche Volksmärchen, z.B. S.54, die Unkenkönigin, S.87, Snewittchen u.a., denen S.157 ein ganzes Gedicht (»Im Walde«) gewidmet ist, hin, die Nachahmung Uhlands (der Edelfalk, S.82, »Die Schreinergesellen«, S.85, auch das erste der »Zwei Feldherrngräber« erinnert doch nur zu seinem Vorteile an ihn), dann »Die Auswanderer« und vor allem sein unübertrefflicher »Prinz Eugen«. Auf diese wenigen Momente muß man desto mehr achten, je mehr Freiligrath in die entgegengesetzte Richtung sich verliert. Einen tiefen Blick in sein Gemüt eröffnet auch »Der ausgewanderte Dichter«, besonders die Fragmente, die im »Morgenblatt« abgedruckt sind; darin fühlt er schon, wie er in der Ferne nicht heimisch werden kann, wenn er nicht in echt deutscher Dichtkunst wurzelt. ... 22 Beiträge „Die Sozialwissenschaft arbeitet mit den Akteuren zusammen, damit sie gemeinsam erkennen lernen, was überhaupt gespielt wird.“ (frei nach Alain Touraine) Das „Institut für Sozialwissenschaftliche Praxis und Analyse e.V. (ispa e.V.)“ versteht sich in erster Linie als Ort und Möglichkeit, an dem sich unterschiedliche Denkrichtungen begegnen, sich Perspektiven und Wissenskulturen durchdringen und sich wissenschaftliche Ergebnisse mit konkreten Erfordernissen von gesellschaftlichen Gruppen austauschen. Insofern geht der Anspruch des Instituts ispa e.V. über eine rein theoretisch-wissenschaftliche Ausrichtung hinaus. ispa e.V. will einen Beitrag zur Veränderung politischer und kultureller Hegemonien leisten. ispa e.V. strebt die Initiierung eines Projektes an, in dem Menschen für Menschen ein zukunftsfähiges gesellschaftliches Gegenbild zum Neoliberalismus entwerfen. ispa e.V. soll dabei gängige Theorien und Strategien mit neuen Entwicklungen und Erkenntnissen befruchten und so der Diskussion ideelle Anstöße geben. Es geht ispa e.V. nicht darum, Rezepte für Handeln aus dem Hut zu zaubern. Es geht darum, den Möglichkeitssinn zu schärfen und eine offene Diskussion über Veränderungen anzuregen - insbesondere auch zwischen Wissenschaft und den vielfältigsten gesellschaftlichen Gruppierungen. ispa e.V. will diese Zusammenarbeit von Gesellschaft und Wissenschaft fördern. Dabei ist das Institut eine in allen Bereichen unabhängige Einrichtung. ispa e.V. ist ein als gemeinnützig anerkannter eingetragener Verein. Die Arbeit des Instituts wird bis jetzt ausschließlich ehrenamtlich geleistet. ispa e.V. ist daher auch auf Ihre finanzielle Unterstützung angewiesen. Ihr Beitrag in Form einer Spende oder als förderndes Mitglied ist steuerlich absetzbar! Schreiben Sie uns - gerne schicken wir Ihnen einen Satzungsauszug sowie ein Formular für die Fördermitgliedschaft! Unsere These ist daher, dass die (rechtliche) Familie eine Autonomie besitzt, die sich – weitgehend - darauf beschränkt, Funktionen zu erfüllen und Leistungen zu erbringen und / oder zu bieten, die in der Markt- und Leistungsgesellschaft nicht ausreichend honoriert werden (weil sie nicht oder noch nicht „profitabel“ sind, also weder ökonomisch noch moralisch, vom Normen- und Wertekatalog betrachtet, der jetzigen Gesellschaftsform angemessen sind).
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