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Full text: Fallzahlen ausgewählter Krankenhausbehandlungen in Berlin im Jahr ... Issue 10.2014

Fallzahlen ausgewählter
Krankenhausbehandlungen
in Berlin im Jahr 2014
Krebsoperationen
Akuttherapie von Herzinfarkt und Schlaganfall
Behandlung peripherer Durchblutungsstörungen
Künstlicher Gelenkersatz an Hüfte und Knie
Chirurgie im Säuglingsalter
Palliativmedizin

10. Aktualisierung auf Grundlage der Daten des Jahres 2014
Berlin, Februar 2016

Inhalt
1. Einleitung ............................................................................................... 3
2. Erläuterungen zum methodischen Vorgehen.......................................... 4
3. Fallzahldiagramme ................................................................................. 5
3.1. Tumormedizin................................................................................... 5
3.2. Notfallmedizin ................................................................................. 21
3.3. Gefäßmedizin (arterielle Durchblutungsstörungen der Beine) ........ 23
3.4. Gelenkersatz .................................................................................. 24
3.5. Operative Behandlung von Kindern im ersten Lebensjahr .............. 26
3.6. Palliativmedizin............................................................................... 27
4. Abkürzungsverzeichnis ........................................................................ 29

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1. Einleitung
„Wer macht was wie oft?“
Im Krankenhausplan 2006 nutzte die damalige Senatsverwaltung für Gesundheit,
Soziales und Verbraucherschutz erstmals die vom Institut für das Entgeltsystem im
Krankenhaus (InEK) erhobenen Daten, um die unterschiedliche Beteiligung der Berliner
Krankenhäuser bei verschiedenen Behandlungen genauer zu untersuchen. Es wurde
beschlossen, Fallzahlen der Kliniken bei bestimmten Krebsoperationen auf der
Homepage der Senatsverwaltung zu veröffentlichen und jährlich zu aktualisieren. Mit
dem Krankenhausplan 2010 wurde diese Veröffentlichung auf weitere medizinische
Fachgebiete ausgedehnt.
Auf der Basis der Daten des Jahres 2014 werden hiermit Fallzahlen zu folgenden
Behandlungen veröffentlicht:

Krebsoperationen
Akuttherapie von Herzinfarkt und Schlaganfall
Behandlung peripherer Durchblutungsstörungen
Künstlicher Gelenkersatz an Hüfte und Knie
Chirurgie im Säuglingsalter
Palliativmedizin

Was ist unser Ziel?
Die Berliner Krankenhäuser sind vielfältig spezialisiert. Diese Arbeitsteilung ist in
Anbetracht der allgemein kurzen Wege in der Stadt für die Qualitätssicherung und in
wirtschaftlicher Hinsicht auch sehr sinnvoll. Wer etwas öfter macht, der gewinnt an
Erfahrung, nicht zuletzt bei der Organisation lückenloser Behandlungspfade. Für ihn
lohnen sich der oft mühevolle Aufbau eines unterstützenden Netzes verschiedenster
Kooperationen und die Anschaffung der eventuell erforderlichen teuren Medizintechnik.
Die hier gezeigten Diagramme bieten für die ausgewählten Diagnosen einen
vollständigen kompakten Überblick zum aktuellen Behandlungsumfang aller Berliner
Krankenhäuser, zum Teil auch bei selteneren Diagnosen und Eingriffen. Vergleichbare
ähnliche Darstellungen gibt es für Berlin bisher nicht. Inzwischen ist die jährliche
Veröffentlichung für Interessierte zu einer gut genutzten Informationsquelle geworden.
Sie kann sowohl die Suche von Betroffenen nach einem geeigneten Krankenhaus
unterstützen als auch bei klinikinternen Strategieplanungen zum Ausbau eines
bestimmten Versorgungsprofils hilfreich sein.

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2. Erläuterungen zum methodischen Vorgehen
Mit Umsetzung des Vergütungssystems nach Fallpauschalen (sog. DRG´s: Diagnosis
Related Groups) im Krankenhausbereich wurde gesetzlich die Möglichkeit eröffnet, die
zentral vom Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) aufbereiteten Daten
aus der Kostenabrechnung der Krankenhäuser für die Zwecke der
Krankenhausplanung nutzen zu können. Seit 2004 werden im Land Berlin diese Daten
systematisch aufgearbeitet. Mit Zustimmung der Berliner Krankenhäuser werden
seitdem ausgewählte Auswertungen durch Veröffentlichung auch einer breiteren
Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Wichtigste Suchkriterien für die Auswertungen sind die Diagnose (nach Internationaler
Klassifikation der Krankheiten - ICD: International Statistical Classification of Diseases
and Related Health, WHO, deutsche Modifikation, 10. Revision) und die durchgeführte
Behandlung (nach dem Operationen- und Prozedurenschlüssel - OPS, in der jeweils für
das Untersuchungsjahr aktuellen Version).
In der Regel wird bei den hier veröffentlichten Auswertungen von einer
Behandlungsdiagnose ausgegangen und ermittelt, wie viele unter dieser Hauptdiagnose
vollstationär behandelte Patienten eine ganz bestimmte Therapie erhielten. Die so
ermittelten
Fallzahlen
werden
nach
Krankenhäusern
geordnet
und
in
Säulendiagrammen dargestellt.
Folgende Ausnahmen von dieser Regel gibt es:
In den Diagrammen zu Implantationen künstlicher Gelenke wird der Eingriff selbst
(gekennzeichnet durch die entsprechende operative Prozedur) unabhängig von der
Diagnose gezählt.
Das Gleiche gilt für das Diagramm der Palliativmedizin. Hier wird die Zahl der sog.
palliativmedizinischen Komplexbehandlungen dargestellt. Diese Behandlung kann bei
unterschiedlichen Diagnosen durchgeführt werden, wobei Krebs die häufigste ist. Der
Anteil der Fälle, bei denen Krebs nicht Haupt- oder Nebendiagnose war, wurde
ebenfalls ermittelt.
Bei den ausgewählten Behandlungen im Säuglingsalter wurden alle Kinder erfasst, die
die im ersten Lebensjahr operiert wurden.

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3. Fallzahldiagramme
3.1. Tumormedizin
Bei vielen Krebsleiden steht eine Operation am Beginn der Therapie und bestimmt oft
maßgeblich den weiteren Krankheitsverlauf. Dabei müssen Art und Umfang der
Operation aber auch alle nachfolgenden Behandlungen möglichst individuell geplant
werden.
Für 21 wichtige Krebserkrankungen wird in Säulendiagrammen dargestellt, wie häufig
entscheidende Operationen in den einzelnen Berliner Krankenhäusern durchgeführt
werden. So werden Spezialisierungen der Kliniken anschaulich gemacht.

Untersuchte Diagnosen und Operationen
In Tabelle 1 ist zusammengefasst, welche Krebsdiagnosen (Spalte 1) und Operationen
(Spalte 3/4) für die Fallzahlermittlung in der Tumormedizin ausgewählt wurden. Bei den
bösartigen Neubildungen des Mund- und Rachenbereiches (C00-14), des
Kehlkopfes (C32), der Gebärmutter (C53-55/C57), des Eierstocks (C56), der
Schilddrüse (C73) und der Harnblase (C67) wurden zusätzlich besonders schwere
Eingriffe ausgewertet. Diese Operationen sind in Tabelle 1 jeweils kursiv gedruckt und
in den Diagrammen als zweite Säule neben der Hauptsäule dargestellt. Da die
bösartigen Neubildungen des lymphatischen und blutbildenden Gewebes (C81-95) nicht
operativ behandelt werden, wurden für die Darstellung hier hilfsweise
diagnosesichernde Eingriffe (Knochenmarkpunktion und Lymphknotenentnahme)
herangezogen.

Tabelle 1: Untersuchte Operationen nach Diagnosen
Krebserkrankungen
ausgewählte
Diagnosen
nach
ICD 10
1

Therapeutische/diagnostische Prozedur

Erkranktes
Organ/
Erkrankung
2

Operation/Prozedur
nach OPS-301

3

Erläuterung

4

Bösartige Neubildungen von
Lippe, Mundhöhle und
Rachen
C00 bis C14

Mund- und
Rachenbereich

5-24 bis 5-31

Operationen in verschiedenen Bereichen von Mund und Rachen

darunter mit 5-403

radikale Lymphknotenentfernung am Hals (“Neck dissection“)

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Krebserkrankungen
ausgewählte
Diagnosen
nach
ICD 10

Therapeutische/diagnostische Prozedur

Erkranktes
Organ/
Erkrankung

1

Operation/Prozedur
nach OPS-301

2

Erläuterung

3

4

Bösartige Neubildungen der
Verdauungsorgane
C15

Speiseröhre

5-423 bis 5-426
5-427

partielle/totale Speiseröhrenresektion
Wiederherstellung der Speiseröhrenpassage

C16

Magen

5-434 bis 5-438
5-441 und 5-443
5-445
5-447

Magenresektion
erweiterte Magenresektion
Verbindung von Magen und Dünndarm ohne Magenresektion
Revision nach Magenresektion

C18

Dickdarm

5-455 und 5-456
5458

partielle/totale Dickdarmresektion
erweiterte Dickdarmresektion mit Entfernung von
Dünndarmabschnitten und weiterer Nachbarorgane

C19-21

Enddarm

5-455 und 5-456
5458

partielle/totale Dickdarmresektion
erweiterte Dickdarmresektion mit Entfernung von
Dünndarmabschnitten und weiterer Nachbarorgane

5-484 und 5-485

Mastdarmresektion mit und ohne Erhalt des Schließmuskels

C22

Leber

5-501 und 5-502

Resektionen an der Leber

C 23+24

Gallenblase
Gallengänge

5-511
5-515
5-524 und 5-525

Gallenblasenentfernung
Entfernung von erkranktem Gewebe der Gallengänge
partielle/totale Entfernung der Bauchspeicheldrüse

C25

Bauchspeicheldrüse

5-524 und 5-525

partielle/totale Entfernung der Bauchspeicheldrüse

Resektionen am Kehlkopf/Kehlkopfentfernung

Bösartige Neubildungen der
Atmungsorgane
C32

Kehlkopf

5-30
darunter mit 5-403

radikale Lymphknotenentfernung am Hals ( “Neck dissection“)

C34

Lunge

5-321 bis 5-328

Resektionen an Lunge/Bronchien

5-894
5-895
5-401 bis 5-404

Entfernung erkrankter Haut
ausgedehnte Entfernung erkrankter Haut
Lymphknotenentfernungen

5-87

Resektionen an der Brust/Entfernung der Brust

5-67 und 5-68

Resektionen an der Gebärmutter/Entfernung der Gebärmutter

darunter mit 5-685.1-3

radikale Gebärmutter- und Lymphknotenentfernung

5-652 und 5-653
5-683
5-685

Eierstockentfernung mit/ohne Eileiterentfernung
Gebärmutterentfernung
radikale Gebärmutterentfernung

darunter mit 5-685.1-3

radikale Gebärmutter- und Lymphknotenentfernung

Bösartige Neubildungen der
Haut
C43

Malignes
Melanom

Bösartige Neubildungen der
Brustdrüse
C50 und D05

Brust

Bösartige Neubildungen der
weiblichen Genitalorgane
C53-C55
C57
D06

Gebärmutter

C56

Eierstock

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Krebserkrankungen
ausgewählte
Diagnosen
nach
ICD 10

Therapeutische/diagnostische Prozedur

Erkranktes
Organ/
Erkrankung

1

Operation/Prozedur
nach OPS-301

2

Erläuterung

3

4

Bösartige Neubildungen der
männlichen Genitalorgane
C61

Prostata
(Vorsteherdrüse)

5-603
5-604

offen chirurgische Entfernung von Prostatagewebe
radikale Prostataentfernung

5-553 und 5-554

partielle/totale Nierenentfernung

5-563

Entfernung von Harnleitergewebe/Harnleiterentfernung

5-573 bis 5-577

Resektionen an der Harnblase/Harnblasenentfernung/ -ersatz

darunter
5-574 bis 5-577

operativer Zugang nicht über die Harnröhre
(offen chirurgisch/laparoskopisch)

Bösartige Neubildungen der
Harnorgane
C64-66

C67

Niere
Nierenbecken
Harnleiter
Harnblase

Bösartige Neubildungen des
Zentralnervensystems und
des Auges

C69

Auge

5-155 bis 5-158
5-163

Resektionen am Auge
Entfernung des Auges

C70+71

Gehirn
Hirnhäute

5-015, 5-035
5-014.6

Entfernung von erkranktem Hirngewebe, -häuten
Implantation von radioaktivem Material

5-061 bis 5-063

partielle/totale Entfernung der Schilddrüse

darunter mit 5-403

radikale Lymphknotenentfernung am Hals ( “Neck dissection“)

Bösartige Neubildungen der
endokrinen Düsen
C73

Schilddrüse

Bösartige Neubildungen des
blutbildenden und
lymphatischen Systems bei
Erwachsenen
(> 18 Jahre)
C81-85

Morbus
Hodgkin,
Non-Hodgkin
Lymphome

1-424
5-401

Knochenmarkpunktion
Lymphknotenentnahme

C88

Bösartige
immunproliferative
Krankheiten

1-424

Knochenmarkpunktion

C90

Plasmazellneubildungen

C91-95

Leukämien

1-424

Knochenmarkpunktion

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Zusätzlich vermittelt die Tabelle 2 für die ausgewählten Krebserkrankungen einen
Gesamtüberblick für Berlin. Die Zahl der Neuerkrankungen (Spalte 3) ist dabei
erwartungsgemäß meist viel kleiner als die Zahl der Krankenhausbehandlungen
(Spalte 4), denn viele Patienten werden im Krankheitsverlauf mehrmals im Jahr
stationär aufgenommen. Die Spalte 5 der Tabelle 2 enthält nur die Krankenhausfälle
des Jahres 2014, bei denen gleichzeitig mindestens eine der Operationen nach Tab. 1
erfolgte. Es sind diese Krankenhausfälle, die in den folgenden Diagrammen nach
Krankenhäusern aufgeschlüsselt in Säulendiagrammen dargestellt werden.
Tabelle 2: Ermittelte Zahl der Neuerkrankungen für das Jahr 2012 gemäß GKR und Krankenhausfallzahl im
Jahr 2014 bei ausgewählten bösartigen Neubildungen, Berlin
ausgewählte
erkranktes Organ/
ermittelte Zahl der
KH-Fälle
KH-Fälle
insgesamt
Diagnosen
Erkrankung
Neuerkrankungen
mit Prozedur
nach ICD 10

GKR-Daten 2012
(Reg.stand : 12/2015)

1

2

3

InEK-Daten 2014

InEK-Daten 2014

4

5

1

C00 bis C14

Mund- und Rachen

536

2.896

957

C15

Speiseröhre

231

1.353

119

C16

Magen

490

2.177

366

C18

Dickdarm

1.233

3.400

1.276

C19-21

Enddarm

748

3.144

765

C23+24

Gallenblase/Gallengänge

135

538

144

C25

Bauchspeicheldrüse

655

2.601

317

C32

Kehlkopf

155

786

285

C34

Lunge

2.473

11.672

819

C43

Malignes Melanom

490

1.331

834

C50/D05

Brust

3.111

6.372

4.076

C53-55/C57

Gebärmutter

620

2.243

778

D06

Gebärmutter

189

371

365

C56

Eierstock

270

1.660

422

C61

Prostata

1.346

2.406

934

C64-66

Niere/Nierenbecken/Harnleiter

484

1.420

778

C67

Harnblase

538

4.404

3.488

C70+71

Gehirn

273

1.182

459

C73

Schilddrüse

344

1.295

448

C81-85*)

Morbus Hodgkin, NHL

571

4.037

705

C88-90*)

Immunproliferative Krankheiten

205

1.238

257

C91-95*)

Leukämien

351

1.885

791

Erkrankungen mit zentralisierter Versorgung
C22

Leber

356

1.601

174

C69

Auge

21

746

485

C81-95

Lymphome/Leukämien bei
Kindern (< 18 Jahre)

46

606

Summe bei den untersuchten Diagnosen

15.871

60.758

Summe aller bösartigen Neubildungen
(C00 – D09, ohne C44)

17.744

74.049

20.042

*) Erwachsene

1

Die „ermittelten Fallzahl“ der Krebsneuerkrankungen in Berlin ist die Summe aus den ans GKR gemeldeten Krebsneuerkrankungen und den Krebsfällen, die dem
Register nur per Leichenschauschein bekannt wurden. Die „erwartete“ Fallzahl gemäß Schätzung des Robert-Koch-Institutes liegt meist, diagnoseabhängig
verschieden, etwas höher. In der Tabelle findet die ermittelte Zahl der Neuerkrankungen für das Jahr 2012 Verwendung (Registrierungsstand: Dezember 2015).

8/29

Krebsoperationen in Berliner Krankenhäusern

9/29

* zus. Behandlungsfälle bei Militärangehörigen

10/29

11/29

12/29

* zus. Behandlungsfälle bei Militärangehörigen

13/29

14/29

15/29

* zus. Behandlungsfälle bei Militärangehörigen

16/29

17/29

18/29

19/29

Stark zentralisierte Krebsbehandlungen
Bestimmte Krebsbehandlungen erfolgen in Berlin zentralisiert in besonders spezialisierten
Kliniken:
•
•

•

Lymphom- und Leukämiebehandlungen bei Kindern (ICD 10: C81-95) werden im
HELIOS Klinikum Berlin-Buch und in der Charité (Campus Virchow-Klinikum)
durchgeführt.
In der Charité (Campus Benjamin Franklin) werden Augentumoren (ICD 10: C69)
operiert. Ggf. erforderliche Protonenbestrahlungen werden in Kooperation mit dem
Helmholtz-Zentrum
Berlin
für
Materialien
und
Energie
am
dortigen
Protonenbeschleuniger in Berlin-Wannsee durchgeführt.
Auf die operative Behandlung des Leberkrebses (ICD 10: C22) hat sich besonders
die Charité (Campus Virchow-Klinikum) spezialisiert.

Eine Darstellung in Diagrammen
Behandlungsangebote entbehrlich.

ist

wegen

der

guten

Zentralisierung

dieser

20/29

3.2. Notfallmedizin
Akuter Herzinfarkt mit Katheterbehandlung am Wochenende
Herzkatheter-Behandlungen erfolgen meistens geplant. Bei akutem Herzinfarkt wird
dieser Eingriff zur Notfalltherapie, bei der die verschlossene Herzkranzgefäße mit Hilfe
eines Herzkatheters geöffnet und die Blutversorgung des Herzens wieder sichergestellt
wird. Deshalb ist bei Verdacht auf Herzinfarkt (akuter Myokardinfarkt, Diagnosenummer
nach ICD 10: I 21) ein schneller Transport in ein geeignetes Krankenhaus mit sofortiger
Diagnosesicherung und im Falle der Verdachtsbestätigung sofortiger Behandlung oft
entscheidend für den Therapieerfolg. Die sog. percutane (lat.: per = durch, cutis = Haut)
Intervention (PCI) mittels Herzkatheter muss bei Herzinfarkt in Berlin rund um die Uhr
und am Wochenende möglich sein.
Das Fallzahldiagramm für das Jahr 2014 erfasst Behandlungen in Berliner
Notfallkrankenhäusern mit kardiologischer Abteilung gemäß Krankenhausplan 2010 und
spiegelt den Umfang der Beteiligung an der Notfallversorgung des Herzinfarktes wider.
Die erste Säule zeigt die Zahl der Aufnahmen mit Hauptdiagnose Herzinfarkt am
Wochenende (Sonnabend/Sonntag) in diesen Krankenhäusern. Insgesamt wurden hier
89 % aller Notaufnahmen am Wochenende in Berlin mit Diagnose Herzinfarkt versorgt.
Die zweite Säule stellt die Zahl der Patienten in diesen Krankenhäusern dar, die nach
einem akuten Herzinfarkt am Freitag, Sonnabend oder Sonntag aufgenommen wurden
und noch am selben Wochenende eine PCI erhielten.

21/29

Schlaganfallbehandlung/Neurologische Komplexbehandlung
Auch der akute Schlaganfall bzw. der Verdacht darauf ist ein Notfall. Die schnelle
Aufnahme in ein geeignetes Krankenhaus und unverzüglich eingeleitete Diagnostik sind
wichtig für eine erfolgreiche Behandlung. Bei akuter Symptomatik und bestätigter
Verdachtsdiagnose werden Schlaganfallpatienten heute meist in einer sog. Stroke Unit,
einer Schlaganfallspezialeinheit, erstversorgt. Hier erfolgt abhängig von Schwere und
Ursache des Schlaganfalls (Blutung oder Gefäßverlegung durch ein Gerinnsel) eine
individuelle Therapie, die helfen soll, bleibende Schäden zu verhindern oder zu
mindern. Dafür sind ein interdisziplinäres Behandlungsteam und umfangreiche
Überwachungsdiagnostik erforderlich. Bei vielen Patienten, die so behandelt werden,
wird im Fallpauschalensystem eine „neurologische Komplexbehandlung“ verschlüsselt.
Nach dieser Akutbehandlungsphase erfolgt, wenn eine Entlassung bzw. die ambulante
Rehabilitation noch nicht möglich ist, die Weiterbehandlung der Patienten in „normalen“
neurologischen, internistischen oder geriatrischen Abteilungen bzw. stationären
Rehabilitationseinrichtungen.
Das Diagramm zeigt, welche Krankenhäuser in der Stadt wie oft Patienten nach
Schlaganfall behandeln und bei Bedarf in der Akutphase die sog. neurologische
Komplexbehandlung einsetzen.

2014 wurden 94 % aller Erstaufnahmen mit Hauptdiagnose Schlaganfall in Berlin in
Krankenhäusern mit einer Abteilung für Neurologie und angeschlossener Stroke Unit
behandelt. Drei Viertel dieser Patienten erhielten eine neurologische
Komplexbehandlung.

22/29

3.3. Gefäßmedizin (arterielle Durchblutungsstörungen der
Beine)
Eine akute oder chronische Störung der Durchblutung der Beinarterien und deren
Komplikationen sind häufig die Spätfolge eines Diabetes. Ein weiterer Risikofaktor ist
starkes Rauchen. Therapeutisch wird versucht, die Blutversorgung konservativ
internistisch oder durch Gefäßeingriffe wieder zu verbessern. Letzteres ist durch
Spezialkatheter oder Operationen möglich.
Der untere Säulenabschnitt zeigt, wie oft offen chirurgische Verfahren zur Gefäßöffnung
angewendet wurden. Dem darüber liegende Säulenabschnitt ist zu entnehmen, wie oft
sowohl ein gefäßeröffnendes Katheterverfahren als auch eine gefäßmedizinische
Operation zur Anwendung kam. Mit Längsstreifen ist schließlich der Anteil markiert, bei
denen eine Wiedereröffnung des Gefäßes mittels Katheter (OPS 8-836, ggf. unter
Einführung einer kleinen Hülse (sog. Stent, OPS 8-840, 8-846) als Therapie
durchgeführt wurde.
Um jeden Patienten individuell am besten zu behandeln, ist die interdisziplinäre
Zusammenarbeit der Fachrichtungen Innere Medizin, Radiologie und Chirurgie wichtig.
Krankenhäuser, die durch die Fachgesellschaften als Gefäßzentrum zertifiziert wurden,
bieten dafür gute Voraussetzungen. Der Krankenhausplan 2010 hat auf dieser
Grundlage gefäßmedizinische Schwerpunkte ausgewiesen, die im Diagramm durch ein
Sternchen gekennzeichnet sind.

23/29

3.4. Gelenkersatz
Krankenhausfälle mit Implantation eines künstlichen Hüftgelenkes
Der Ersatz oder Teilersatz eines Hüftgelenkes ist längst ein chirurgischer Routineeingriff
geworden, der in sehr vielen Krankenhäusern der Stadt (2014 rund 7.500
Behandlungen) erfolgt. Hüftprothesen werden häufig notfallmedizinisch nach
Oberschenkelhalsfrakturen eingesetzt. Überwiegend erfolgt dies in
Notfallkrankenhäusern mit Abteilungen für Orthopädie/Unfallchirurgie. Krankenhäuser,
die 2014 über eine solche Abteilung verfügten, sind im Diagramm mit einem Sternchen
versehen. Darüber hinaus gibt es zahlreiche geplante Operationen. Die Fallzahlsäule im
Diagramm unterscheidet nicht zwischen geplanten und Unfalloperationen.

24/29

Krankenhausfälle mit Implantation eines künstlichen Kniegelenkes
Die Implantation künstlicher Teile am Kniegelenk erfolgt in der Regel nur geplant.
Ab 1. Januar 2015 gilt für diese Operationen gemäß Beschluss des
Bundessozialgerichtes wieder die Mindestmengenregelung des Gemeinsamen
Bundesausschuss (G-BA). Danach dürfen Krankenhäuser die Leistung nur dann zu
Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung erbringen, wenn sie mindestens 50
künstliche Kniegelenke pro Jahr einsetzen.
https://www.g-ba.de/institution/presse/pressemitteilungen/563/

25/29

3.5. Operative Behandlung von Kindern im ersten Lebensjahr
Die beiden folgenden Diagramme geben einen Überblick über operative
Krankenhausbehandlungen bei Säuglingen. Hier ist Spezialistenarbeit gefordert. Den
Diagrammen ist zu entnehmen, wo diese in welchem Umfang geleistet wird.
Das erste Diagramm zeigt die Eingriffe, die im ersten Lebensjahr am häufigsten
notwendig werden. Dies sind Leistenbruchoperationen und Korrekturoperationen von
Mund-Kiefer-Gaumen-Spalten. Dem Diagramm ist zu entnehmen, in welchen
Krankenhäusern und in welchem Umfang Säuglinge bei stationärer Aufnahme an
Leistenbrüchen operiert werden. Operationen bei Mund-Kiefer-Gaumen-Spalten
erfolgen ausschließlich im Campus Virchow-Klinikum der Charité.

26/29

Die im zweiten Diagramm dargestellten Operationen bei Erkrankungen bzw.
Fehlbildungen am Verdauungstrakt sind ausgesprochen selten erforderlich. Es gibt nur
vier Krankenhäuser in Berlin, die 2014 mehr als 10 Säuglinge in diesem Bereich
operierten.

3.6. Palliativmedizin
Die Palliativmedizin begleitet unheilbar schwer erkrankte Menschen (lat.: palliare = mit
einem Mantel bedecken), am häufigsten bei Krebs. Spezialisierte Schmerztherapie,
Symptomlinderung und soziale Unterstützung stehen dabei im Vordergrund. In Berlin
sorgt hierfür vor allem ein dichtes Netz ambulanter Hospiz- und Pflegedienste sowie
spezialisierter niedergelassener Ärzte. Durch palliativmedizinische Angebote in
Krankenhäusern soll - vor allem in schwierigeren Fällen - die Betreuung dieser
schwerkranken Patienten in der von Ihnen gewünschten Umgebung, meist ist es das
Zuhause, vorbereitet und unterstützt werden.
Im Fallpauschalensystem für die Vergütung im stationären Sektor werden durch die
sog. palliativmedizinischen Komplexbehandlungen besonders spezialisierte Leistungen
abgebildet, für die u.a. umfangreiche Anforderungen zum Personaleinsatz und zur
Personalqualifikation festgelegt werden. Dies sind die palliativmedizinische
Komplexbehandlung (OPS 8-982) und die 2012 korrespondierend zur spezialisierten
ambulanten Palliativversorgung (SAPV) eingeführte spezialisierte stationäre
palliativmedizinische Komplexbehandlung (OPS 8-98e). Für die spezialisierte stationäre
palliativmedizinische Komplexbehandlung nach OPS 8-98e wird eine kontinuierliche 24stündige Behandlung durch ein multidisziplinäres und multiprofessionelles

27/29

palliativmedizinisch spezialisiertes Team auf einer eigenständigen Palliativstation (mit
mindestens 5 Betten) gefordert.
Dem Diagramm ist zu entnehmen, in welchen Berliner Krankenhäusern 2014 diese
Behandlungen erfolgten.
Die spezialisierte stationäre palliativmedizinische Komplexbehandlung OPS 8-98e
darunter ist als zweite Säule dargestellt.
Die dritte Säule zeigt schließlich den Anteil der Patienten, die so behandelt wurden und
nicht an Krebs erkrankt waren.

28/29

4. Abkürzungsverzeichnis
Abkürzungen in den Krankenhausnamen:
Charité/CBF
Charité/Campus Benjamin Franklin
Charité/CCM
Charité/Campus Charité Mitte
Charité/CVK
Charité/Campus Virchow-Klinikum
DRK
Deutsches Rotes Kreuz
DRK-Westend
DRK-Kliniken Westend
DRK-Köpenick
DRK-Kliniken Köpenick
DRK-Mitte
DRK-Kliniken Mitte
Elisabeth Klinik
Evangelische Elisabeth Klinik
KEH
Evangelisches Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge
EWK Spandau
Evangelisches Waldkrankenhaus Spandau
GKH Havelhöhe
Gemeinschafts-Krankenhaus Havelhöhe
HELIOS Behring
HELIOS Klinikum Emil von Behring
HELIOS Buch
HELIOS Klinikum Berlin-Buch
Immanuel KH W. bzw.B.
Immanuel Krankenhaus Standort Wannsee bzw. Berlin-Buch
KH
Krankenhaus
Kl.
Klinik
Klinik TWW
Kliniken im Theodor-Wenzel-Werk
Maria Heimsuchg.
Maria Heimsuchung Caritas Klinik Pankow
Parkklinik W´see
Parkklinik Weißensee
Sana Lichtenbg.
Sana Klinikum Lichtenberg
St.Hedwig/Gr.Hamb.
St. Hedwig-Kliniken, Standort: Große Hamburger Straße
St Hedwig/H.-Höhe
St. Hedwig-Kliniken, Standort: Hedwigshöhe
St. Joseph T´hof
St.Joseph-Krankenhaus (Tempelhof)
Viv. Hellersdorf
Vivantes Klinikum Hellersdorf
Viv. Am Urban
Vivantes Klinikum Am Urban
Viv. AVK
Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum
Viv. F´hain
Vivantes Klinikum im Friedrichshain
Viv. Humboldt
Vivantes Humboldt-Klinikum
Viv. Neukölln
Vivantes Klinikum Neukölln
Viv. Prenzlauer Berg
Vivantes Klinikum Prenzlauer Berg
Viv. Spandau
Vivantes Klinikum Spandau
Viv. Wenckeb.
Vivantes Wenckebach-Klinikum
Westklinik D.
Westklinik Dahlem
zus.
zusätzlich
andere verwendete Abkürzungen:
DRG
Diagnosis Related Groups
GKR
Gemeinsames Krebsregister der Länder Berlin,
Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt
und der Freistaaten Sachsen und Thüringen
G-BA
Gemeinsamer Bundesausschuss
ICD 10
Internationale Klassifikation der Krankheiten, 10. Revision
InEK
Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus
NHL
Non-Hodgkin Lymphome
OPS
Operationen- und Prozedurenschlüssel
PCI
Percutane Intervention

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