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Periodical volume

Full text: Yoga-Festival Issue 2011

Yoga-Festival
So Ham · So Ham · So Ham · So Ham · So Ham · So Ham · So Ham · So Ham · So Ham · So Ham · So Ham · So Ham · So Ham · So Ham

Programm im Innenteil!

Zeitung zum 7. Yoga-Festival Berlin 2011

Berlin | Fr. 24. - So. 26.06.11 · Kulturpark Kladow

Tageskarte: 22,- 5 | Vvk: 16,- 5 | Festivalkarte: 45,- 5 | Vvk: 38,- 5 | www.yogafestival.de

7. Y O

Every Breath You Take – Luft & Liebe
Foto: André Wagner · www.andre-wagner.com

A-FEST G

IV

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every breath you take

Liebe Yogis,
Entspannung an der Havel Der frische Wind an der Havel unterstreicht das diesjährige Motto des Yogafestivals »every breath you take«. Im malerisch gelegenen Kulturpark Kladow werden vom 24. bis 26. Juni 2011 mehr als 5.000 Festivalteilnehmer dabei sein. Über 50 nationale und internationale Gastsprecher, Musiker und Yogalehrer gestalten das atemberaubende Programm. Für Yoga-Interessierte bietet das Programm eine wundervolle Möglichkeit, verschieHighlights aus dem Programm
Sadhguru Jaggi Vasudev · Indien » Satsang Dinah Rodrigues · Brasilien » Hormon-Yoga Swami Yogananda · (102 Jahre) · Indien » Power Breath Shubhra · U.S.A. » Vedanta-Philosophie Familie Mallick · Indien » Klassische indische Musik Nanak Dev Singh Khalsa » Gongmeditation Satyaa und Pari · Griechenland » Konzert Leela Mata · U.S.A. » Ayurveda Steven Walters · U.S.A. » Mantrakonzert Josephine Selander · Schweden » Virya Yoga Taketina · Österreich » Rhythmus In Action Swami Mangalananda · Indien » Chakra Yoga Al Gromer Khan, Mareike Tiede » Sitar & Lesung AcroYoga · Deutschland » German Teachers Gathering Thomas Hübl · Berlin » Sharing The Presence

dene Zweige des Yogas zu beschnuppern. Selbst eingefleischte Yoginis und Yogis werden sehr viel Neues kennen lernen und ausprobieren können. In Kladow wird am Festivalwochenende nicht nur die Sonne gegrüßt, sondern auch der Mond. Schon früh um 6 Uhr beginnt das Yogafestival mit Meditation. Es geht weiter mit Acro-, Aroma-, Hatha-, Hormon-, und Familien-Yoga, vielen spannenden Vorträgen und Musik. Ein besonderer Höhepunkt ist wiederum der 102-jährige Swami

Yogananda, dieses Jahr mit dem Thema Powerbreathing. Wer am Samstagabend nach dem Konzert mit Satyaa und Pari noch nicht genug hat, kann um 23 Uhr bei entspannendem »Yoga und Klang« im Mondschein in die Ruhe der Nacht gleiten. Das Festival endet am Sonntagabend mit einem traditionellen indischen Bhajan-Konzert der begnadeten Musiker Swami Gurusharanananda und Swami Mangalananda. Karin Kuchelmeister

das Motto des Festivals »every breath you take« steht für mich sinnbildlich für die Magie des Yogas. Wie wir alle wissen, beginnt das Leben eines Menschen mit dem ersten Atemzug und endet mit seinem letzten. Wir atmen über 20.000 Mal am Tag und die meisten Menschen tun dies unvollständig, oft zu flach und manchmal verkrampft. Es ist kein Geheimnis, dass eine bewusste und richtige Atmung enorme Energien freisetzen kann. Der Atem ist somit die wichtigste Quelle unserer Lebensenergie. Theodor Fontane formulierte es treffend: »Je freier man atmet, je mehr lebt man«. In diesem Sinne: Genießen Sie jeden Atemzug! Namasté, Ihre Ursula Karven

BE

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Yoga-VedantaFamilycamp
Wer nach den drei Yoga-FestivalTagen süchtig geworden ist, kommt mit auf das 2. Yoga-Vedanta Familiy Camp. Vom 12. - 17. Juli wird der Yoga-Festival-Spirit auf einem herrlichen Gelände bei Rathenow erneut aufleben. Fünf Tage Yoga, Camping, Baden, Lagerfeuer, leckeres selbstgemachtes Essen und ein hervoragendes Yoga-Programm lässt uns Yoga, Urlaub und Entspannung perfekt kombinieren. KaKu
So Ham – Ich bin Das Der Meditierende ist die Existenz selbst. Er hat keine Form, keine Eigenschaften, keine Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft. Keine Bindung oder Begrenzungen beschränken den Strebenden, der Soham fest in seinem Geist fixiert hat. Wiederhole geistig mit jeder Einatmung: »So« und mit jeder Ausatmung: »Ham«.

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Seite 2 | Berlin | Fr. 24. - So. 26. Juni 2011

Ursula Karven, warum Yoga?

angeschaut, haben Babys beobachtet und in Verbindung mit dem Atem, Übungen entwickelt. Auch schon im Mutterbauch gibt es unzählige Yogastellung in denen das Ungeborene sich bewegt. Nach meiner Meinung kommen wir durch Yoga genau an diesen Ursprung zurück. Wenn wir die Stellungen praktizieren, mit einem Atem, der nicht gepresst, nicht gestresst und vor allem nicht zivilisiert ist, dann gehen wir zu diesem Ursprung zurück. Meiner Ansicht nach ist das die Lösung und führt zu innerem Frieden. Yogis sagen, wir sind in Wahrheit nicht unser physischer Körper. Wer sind wir dann? Das ist eine Frage, die nicht so einfach zu beantworten ist. Ich glaube auch, dass wir einfach nur Energie sind. Je tiefer man in die Zusammensetzung des Körpers eintaucht, um so klarer wird, dass alles sich bewegt. Die Metaphysik hat ja offen gelegt, dass alles vibriert, nichts fest ist, nur wirkt das oft sehr abstrakt.

na anwenden kann, wenn man müde oder überdreht ist. Mit Yoga habe ich meinen Werkzeugkasten immer dabei. Der ist so geordnet, dass ich die Höhen und Tiefen des Lebens damit ganz gut ausgleichen kann. Was ist ihnen beim Unterrichten wichtig? Spaß! Ich bring meine Leute gerne zum Lachen, so dass der Widerstand in den Köpfen langsam abgebaut wird. Das ist mein größtes Ziel. Sie wohnen jetzt in Berlin, haben Sie geplant auch hier ein Studio zu eröffnen? Ja. Es ist geplant ein Vinyasa Yoga Studio zu eröffnen, in dem auch für Kinder und Rentner Möglichkeiten geschaffen werden, Yogaübungen zu praktizieren. Dies wird voraussichtlich aber noch einige Zeit dauern. Am Schluss bitte noch ein paar Worte zum Yoga Festival Motto »Every breath you take«! Das ist doch so ein schönes Lied von Sting, nicht wahr? Sting und seine Frau sind auch ernsthaft praktizierende Yogis. Für mich sollte Yoga nicht zu streng sein. Alles, was zu dogmatisch wird, ist mir zu eng. Yoga sollte Spaß machen. Wenn man richtig atmet und die richtige Übung macht, geht alles von selbst. Wie ein Segen, der von oben in einen hineingeht. Phantastisch - und das merkt auch jeder. Atem ist der Schlüssel zum Yoga! Mir ist es eher unwichtig, ob die Stellung perfekt ist. Entscheidend ist, dass der Atem fließt. Ich ermutige ständig dazu, zu atmen und zu lächeln. Yoga ohne Atemansage ist Gymnastik! Jeder Atemzug zählt! »Every breath you take«: ein schönes Motto! Gratuliere! Das Interview führte Katja Silbermann
Ursula Karven wurde in Ulm geboren und lebt heute in Berlin. Die vielseitig talentierte Schauspielerin nahm Unterricht im Actors Studio München und studierte sechs Jahre am renommierten Lee Strasberg Institut in Los Angeles. Ihr Debüt gab sie 1984 in Nikolas Müllerschöns: »Ein irres Feeling« (Kino) und war seitdem in zahlreichen Fernsehfilmen und Serien auf dem Bildschirm zu sehen. Seit 1999 beschäftigt sie sich intensiv mit Yoga und hat sich als Autorin diverser Bücher und DVDs zu diesem Thema einen Namen gemacht. www.ursula-karven.de

Ursula Karven, Katja Silbermann Warum Yoga? Mein Rücken hat mir seit frühester Kindheit Probleme bereitet. Auch während meiner Schwangerschaft war ich ständig beim Chiropraktiker wegen Schmerzen im unteren Rücken. Mit Anfang 30 war dann bei mir Schicht im Schacht, bis ich zu einem Arzt kam, der mir riet: »Probieren Sie es doch mal mit Yoga!« Ich bin dann in Los Angeles in ein Studio von Steve Ross gegangen. In seinen Yogastunden wurde laute und robuste Musik von Eminem bis U2 aufgelegt, während Steve mit knallharten Kommandos im proppenvollen Studio Vinyasa Sequenzen lehrte. Nach 90 Minuten fühlte ich mich schweißgebadet, wie im Himmel angekommen. Die Stellungen wurden sehr lange gehalten, taten jedoch auch weniger weh, wenn z.B. »Hotel California« aus den Boxen tönte. belastbarer und habe von da an auch Lust auf gesundes Essen gehabt. magischerweise wollte ich plötzlich kein Fleisch mehr essen, dafür aber um so mehr Gemüse, Salat und Obst. Das hat sich wie von selbst ergeben, ohne Forderungen oder gut gemeinte Ratschläge von außen. Genau so möchte ich Yoga auch weitergeben. Yoga ist für mich keine dogmatische Form, die an bestimmte Rahmenbedingungen geknüpft ist. Dabei unterrichte ich anstrengendes Vinyasa Yoga, die Leute schwitzen wie verrückt. Wenn ich sie dann zurückhole, sehe ich in Kinderaugen und ich weiß, dass es funktioniert hat. In Wahrheit ist Yoga der Schlüssel zum Glück. Es gehört sehr viel Disziplin dazu, aber in der Disziplin liegt die Freiheit. Das erklärt auch den Yoga-Boom der letzten Jahre… Die Welt wird immer schneller, immer aufgeregter. Wir müssen uns unseren eigenen Ruhepol schaffen. Der Zugang zu Wissen über Indien ist viel einfacher geworden. Man muss heute nicht mehr für 10 – 20 Jahre dorthin gehen, um von den alten Kulturen zu lernen. Wir haben die große Chance, von dieser alten Kultur zu lernen. Yoga ist so eine wunderbare Sache, weil man zu seinem absoluten Kern zurückfindet. Mir ist dies vor allem durch meinen Sohn Liam aufgefallen, als ich bereits Yoga unterrichtet habe. Babys machen von Anfang an Yogastellungen und das den ganzen Tag. Von Happy Baby, über den Twist auf dem Wickeltisch bis zum Hund. Kleinkinder sitzen in Virasana. Es gibt keine Bewegung, die ich nicht aus dem Yoga kenne. Alle Bewegungen um Laufen zu lernen, um sich als Mensch zu etablieren, gehen über die Übungen, die Kinder intuitiv anwenden. So müssen das die Yogis auch gemacht haben. Sie haben die Natur

Was ist ihre Lieblingsasana? Das hat sich im Laufe der Zeit verändert. Früher bin ich total in TrikonAsana aufgegangen, und jetzt finde ich mich im herabschauenden Hund. Wenn ich, egal wo, einen Hund mache, kann ich sofort loslassen. Ich bin an sich ein steifer Mensch, es gibt Sachen, die ich gar nicht kann. Ich denke, dass die unbeweglichen Menschen mehr vom Yoga haben, da die Energie in Körperteile hineingeht, wo sie überhaupt noch nie war. Ich hab mir wirklich jeden Millimeter hart erarbeitet (lacht). Wie verbinden Sie denn die Schauspielerei mit Yoga? Das ist toll, da ich viel näher an mir dran bin. Selbst wenn die Yogis meinen, wir sind nicht der physische Körper, habe ich meinen Körper viel besser kennen gelernt und kann mich gut selbst einschätzen.

»Ich habe den Stecker in etwas hineingesteckt, was ich noch nie gefühlt hatte.«
Nach der ersten Yogastunde bei Steve fühlte ich eine ganz neue Qualität in mir. Ich hatte den Stecker in etwas hineingesteckt, was ich noch nie gefühlt hatte. So absurd es auch klingen mag: Ich habe in dieser Rock‘n‘Roll Yogastunde den Stecker in mein göttliches Selbst gesteckt. Das geschah hauptsächlich durch Atmen. Die Übungen waren im Zusammenspiel mit den lauten Beats so koordiniert, dass der Atem in jede Zelle schoss. Danach habe ich dann eine Ausbildung bei »Yoga Works« begonnen, um mehr über Yoga zu erfahren. Gleichzeitig bin ich immer gesünder geworden. Plötzlich war ich körperlich viel

»Jede Aufregung ist leichter zu nehmen, wenn man weiß, wie man atmet.«
Ich spüre sofort auf welcher Ebene ich gerade operiere. Ich bin auch geduldiger geworden und vor allem milder zu mir selbst. Jede Aufregung ist leichter zu nehmen, wenn man weiß, wie man atmet oder auch schnell mal eine Asa-

schöne reisen mit yoga

Yogaherbst im Zauberwald
Eine Woche Fünf-Sterne-Yoga in der Mecklenburgischen Schweiz 08.-15. Oktober 2011

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Kulturpark Kladow · www.yogafestival.de | Seite 3

Erschließe deine Energien durch Yoga

Mit dem Wort »Yoga« verbinden wahrscheinlich viele komplizierte oder gar unmögliche Körperstellungen. Das ist aber nicht das, was wir hier mit Yoga meinen. Yoga bedeutet, in perfektem Einklang zu sein. Wenn du »in Yoga« bist, sind Körper, Geist, Seele und die Existenz in absoluter Harmonie. Wenn du dich selbst so ausrichtest, dass alles in dir derart wunderbar funktioniert, werden deine besten Fähigkeiten ganz natürlich zum Ausdruck kommen. Wenn du glücklich bist, funktionieren deine Energien einfach besser. Ist dir aufgefallen, dass du schier endlose Energie hast, wenn du glücklich bist? Selbst wenn du nicht isst und nicht schläfst, kannst du einfach weitermachen. Das zeigt, dass es nur ein bisschen Glück braucht, dich von den normalen Begrenzungen in punkto Energie und Fähigkeiten zu befreien. Yoga ist die Wissenschaft zur Aktivierung innerer Energien, damit Körper, Geist und Emotionen optimal funktionieren. Wenn Körper und Geist in einem Zustand von Entspannung und Glückseligkeit sind, bist du von vielen Dingen befreit, unter denen die meisten Menschen leiden. Nehmen wir zum Beispiel an, dass du ins Büro kommst und quälende Kopfschmer-

zen hast. Deine Kopfschmerzen sind keine ernsthafte Krankheit, aber dieser klopfende Schmerz allein reicht aus, um dir für den ganzen Tag die Leistungsfähigkeit zu rauben. Durch Yoga werden dein Körper und Geist auf höchstem Niveau gehalten. Yoga hat noch weitere Dimensionen. Wenn du deine Energien aktivierst, kannst du auf eine komplett andere Weise funktionieren. Solange du dich als Person betrachtest, identifizierst du dich mit vielen Dingen; aber das, was du dein »Selbst« nennst, ist tatsächlich nur eine bestimmte Menge an Energie.

»Dieses Leben ist für mich ein Bestreben anderen Menschen zu helfen, Ihre Göttlichkeit zu erkennen und zu leben. Mögest du den Segen Gottes realisieren.« Sadhguru
Die moderne Wissenschaft sagt bekanntlich, dass die gesamte Existenz nur Energie ist, die sich auf verschiedene Weise manifestiert. Wenn das so

ist, dann bist auch du nur ein bisschen Energie, die auf bestimmte Weise funktioniert. Wissenschaftlich gesehen kann dieselbe Energie, die du »Selbst« nennst, auch ein Stein sein, als Lehm auf dem Boden liegen, als Baum aufrecht stehen, als Hund bellen oder eben hier als »du« sitzen. Alles ist dieselbe Energie, funktioniert aber auf verschiedenen Ebenen, was die Fähigkeiten angeht. Dasselbe gilt für Menschen. Obwohl wir alle aus derselben Energie gemacht sind, funktionieren wir nicht auf derselben Ebene, was unsere Fähigkeiten angeht. Was wir als Potenzial oder Talent bezeichnen, unsere Fähigkeit, Dinge in der Welt zu tun – unsere Kreativität, ist nur eine bestimmte Art und Weise wie unsere Energie funktioniert. Diese Energie funktioniert zum Beispiel in der einen Pflanze so, dass sie Rosenblüten schafft und in der anderen Jasminblüten – aber es ist alles dieselbe Energie, die sich selbst manifestiert. Wenn du eine gewisse Meisterschaft über deine Energien erlangst, wirst du sehen, dass du ganz einfach und natürlich Dinge tun kannst, die du nie für möglich gehalten hast. Das ist eine Erfahrung, die jeder macht, der angefangen hat yogische Übungen zu praktizieren. Es handelt sich um die innere Fähigkeit, Situationen so zu schaffen, wie du sie möchtest. Mit demselben Material, das wir heute benutzen um sehr große Häuser zu bauen, haben die Leute früher kleine Hütten gebaut. Sie haben gedacht, das sei alles was man damit machen kann. Sie dachten, man kann Lehm nur dazu nutzen, Töpfe oder Ziegel daraus herzustellen. Jetzt graben wir in der Erde und stellen daraus Computer, Autos und sogar Raumschiffe her. Es ist dieselbe Energie; wir haben nur angefangen, sie für immer höhere

Möglichkeiten zu nutzen. Unsere inneren Energien sind ähnlich. Es gibt eine ganze Technologie, wie man diese Energien für höhere Möglichkeiten nutzen kann. Jeder Mensch sollte das herausfinden und wissen. Andernfalls bleibt das Leben sehr beschränkt und zufällig; du machst nur Dinge, zu denen du gerade Zugang hast. Sobald du aber anfängst, deine inneren Energien zu aktivieren, erreichen deine Fähigkeiten eine ganz andere Sphäre. Yoga ist ein Werkzeug, dem Leben ultimativen Ausdruck zu verleihen. Text: Ishafoundation
Sadhguru Jaggi Vasudev Sadhguru ist ein tiefgründiger Yogi und Mystiker unserer Zeit, ein visionaerer Humanist und ein prominenter spiritueller Meister. Er steht für eine einzigartige Verbindung von tiefer innerer Erfahrung und Weisheit mit zeitgemässem Pragmatismus, im Dienste des körperlichen, geistigen und spirituellen Wohlergehens aller. Durch sein profundes Wissen über die Mechanismen des Lebens, welches auf seiner eigenen Erfahrung des Selbst basiert, ermöglicht er Menschen weltweit die subtileren Dimensionen des Lebens zu erkunden. Sadhguru’s wissenschaftliche Methoden zur inneren Transformation sind direkt und kraftvoll. Durch sie macht er die im modernen Kontext relevantesten Elemente der yogischen Wissenschaften zugänglich. Sadhguru spricht regelmäßig auf den wichtigsten internationalen Konferenzen wie dem Weltwirtschaftsforum in Davos, den Vereinten Nationen in New York und TED. Mit Witz und Humor, prägnanter Klarheit und bestechender Logik begeistert er Zuhörer unterschiedlichster sozialer, kultureller und religiöser Herkunft. Er ist der Gründer der Isha Foundation, einer überkonfesionnellen, gemeinnützigen Stiftung, die sich der Förderung aller Aspekte menschlichen Wohlergehens verschrieben hat. Schwerpunkte der Stiftungsarbeit sind die Verbreitung von Yoga in seiner reinsten Form, soziale Gerechtigkeit und Umweltschutz. Isha Foundation fördert nachhaltige gemeinnützige Projekte in den Bereichen Erziehung, Umwelt und Gesundheit. Isha Foundation wird von über einer Million ehrenamtlicher Mitarbeiter getragen, in 200 Zentren weltweit. www.ishafoundation.org Satsang Sa. 18:00 - 20:00 h >> Großes Zelt

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Auf dem Weg zur Gangesquelle: Atmen im Himalaya
Im Himalaya Der Weg führte mich zum wiederholten Male in den Himalaya, an die Ufer des heiligsten Flusses, des Ganges. Im letzten Frühjahr besuchte ich dort die Kumbha Mela, das größte Yogafestival der Welt mit geschätzten 200 Millionen Gästen. Höher in den Bergen, auf dem halben Weg nach Gomukh, der Gangesquelle, liegt das Sivananda Kutir, ein spiritueller Kraftort, ein kleiner Ashram – eine Perle. Wir, eine kleine Gruppe mutig Praktizierender, treffen dort einen wunderbaren Yogi und Pranayama Lehrer und beginnen unter seiner Führung, jedoch selbständig, das Atem-Sadhana als spirituelle Praxis. Ich freue mich auf die nächsten zwei Wochen eigenständige Energiearbeit, denn ich habe diese zwei Wochen Pranayama bereits dreimal am gleichen Ort erleben dürfen. Die Umgebung des Himalaya ist von großer magnetischer Kraft und Schönheit. Im Himalaya ist die Energie sehr rein. Das Rauschen des Ganges ist allgegenwärtig und wirkt sehr beruhigend. Seit Jahrtausenden praktizieren Hatha-Yogis hier Energiearbeit und Meditation.

frisches Obst und eine Tasse heiße Mandelmilch mit schwarzem Pfeffer und Kardamom sollen das Ojas, die spirituelle Energie, stärken. Die Vorbereitung Der Tag beginnt um vier Uhr morgens mit der Reinigung der Nase mittels Faden und Salzwasser sowie mit dem Bewegen der Bauchorgane mit Hilfe der Bauchmuskulatur (Nauli und Agni Sara). Die Praxis des Pranayama baut sich Tag für Tag langsam auf und erreicht schließlich eine Dauer von 7 - 12 Stunden pro Tag, je nachdem, in welchem Rhythmus der Sadhaka (Praktizierende) übt. Die »Bibel« der HathaYogis ist die Hatha-Yoga-Pradipika; sie bildet die Grundlage der Praxis. Hier werden höchstes Hatha-Yoga-Wissen und die entsprechenden Techniken, die es zu erlangen gilt, vermittelt. Einiges gilt als »Geheimwissen« und wird nur im direkten Zusammensein von Lehrer und Schüler übertragen, da sich der Lehrer von dem entsprechenden Entwicklungsstand des Schülers überzeugen muss. Da die Techniken sehr kraftvoll sind und direkt auf das Energiesystem des Übenden wirken, kann falsches Praktizieren zu körperlichen und geistigen Schäden führen, die nur schwer wieder gut zu machen sind. Insbesondere der westliche Schulmediziner verfügt für gewöhnlich über zu geringe Kenntnisse über den Energiekörper, als dass er in einem solchen Fall eine angemessene Behandlung anbieten könnte. Aus diesem Grund kann auch hier nicht über alle Übungen im Detail berichtet, aber einige wichtige Prinzipien des Pranayamas im Kontext der geistigen Wirkungen aufgezeigt werden. Das traditionelle Hatha-Yoga ist weit entfernt von der im Westen stärker werdenden Bewegung, Yoga häufig sehr körperbezogen zu verstehen. Das Verständnis der fortgeschrittenen Pranayama-Techniken hilft, unser Yoga im Alltag mit der richtigen Einstellung zu praktizieren. Im fortgeschrittenen Pranayama wendet man Techniken an, die auf einer höheren Schwingungs- beziehungsweise Energieebene ansetzen, aber noch nicht den abstrakten Bereich der Meditation als Hauptthema haben. Durch Reinigung der Nadis (Energiebahnen) zielt Pranayama auf die Erweckung potentieller Energie (Kundalini-Energie) ab.
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Der Ort Gangotri im Himalaya Das klassische System des HathaYoga benutzt an erster Stelle die uns allen gut bekannten Übungen der Asanas und der Atemtechniken, Pranayama genannt. Diese wiederum sind wichtige Stufen im achtgliedrigen Weg des Raja-Yoga, dem Weg zum Samadhi (Selbsterkenntnis) durch die Beherrschung der eigenen Gedanken. Doch wie genau der Schritt von den Übungen des Körpers und des Atems in den Bereich der inneren Kontrolle des Geistes (Pratyahara) und damit zu den drei höchsten Stufen (Konzentration, Meditation, Selbstverwirklichung) des Raja-Yogas geschieht, wird erst dann deutlich, wenn man intensiver in den Bereich des Pranayama vordringt und die Theorie und Praxis der Energiekontrolle durch bewusstes Atmen versteht. PranayamaAnfänger mögen häufig ihre ersten Atemübungen nicht besonders. Doch »der Appetit kommt beim Essen«.

Die Ernährung Pranayama beginnt mit der Umstellung der Ernährung. Das Essen wird dabei aus dem Bereich der Sinneserfahrung in den Bereich des Sattva (Reinheit und Ruhe) gebracht. Wird die Zunge beherrscht, lassen sich auch alle anderen Sinne leichter beherrschen. Deshalb spielt für fortgeschrittene Praktizierende das Essen eine so wichtige Rolle. In den ersten zwei Tagen entstehen dann häufig Kopfund Gelenkschmerzen. Die Schlackenstoffe und die aus den Geweben frei werdenden Gifte zirkulieren noch im Blut. Das rein vegetarische Essen ist frisch aus der Umgebung und besteht hauptsächlich aus Kitcherie (Reis und Linsen), welches ohne Salz und stimulierende Gewürze gekocht wird; dafür verwendet man Kurkuma (Gelbwurz) und Ghee (geklärte Butter); gewöhnungsbedürftig oder man könnte sagen, einfach nur lasch. Aber es entfernt tatsächlich den Geist vom »Erlebnis Essen«. Wurzelgemüse, wie Kartoffeln oder Möhren, stehen nicht auf dem Speiseplan, sie erden zu sehr. Leichtes Blattgemüse, viel

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Die Praxis Die Morgen- und Abendmeditation, zweimal 30 Minuten stille Meditation, sowie das Singen der Mantras schaffen den integralen Rahmen und stellen die Verbindung der Hatha-Yoga-Praktizierenden zum Jnana-Yoga (Erkenntnis durch Meditation und Reflektion) und zum Bhakti-Yoga (Bescheidenheit und Hingabe) dar. Eine Asana-Übungsreihe von ca. 60 Minuten wird dreimal täglich wiederholt und erweitert. Sie beginnt mit dem Rezitieren der Guru-Parampara (Übertragungslinie) der Hatha-YogaMeister, die in der indischen Mythologie als Ursprung Gott Siva selbst sieht. Die nun folgenden Übungen Surya Bheda und Ujjayi aktivieren Pingala Nadi, die Sonnenbahn, so dass sich eine angenehme Wärme ausbreitet. Es wird tönern geatmet und die Zeit des Kumbaka erhöht. Sitali und Sitkari gelten als kleine Pranayamas; sie stimulieren Ida, den kühlenden Nadi, die Mondbahn. Sonne heißt in Sanskrit Ha und Mond heißt Tha, zusammen also Hatha-Yoga. Yoga heißt »verbinden«. Brahmari, die Bienenatmung, gleicht die beiden Hauptenergiebahnen, Pingala Nadi und Ida Nadi, aus, die geistige Konzentration wandert zu bestimmten Tönen und Chakren (Chakren sind Energiekreuzungspunkte der Nadis). Auf dieses sehr gut vorbereitete Energiesystem des Astralkörpers setzten wir nun die kräftigeren Übungen, wie zum Beispiel Bhastrika, um die potentiellen Energien der Pranamaya Kosha (Energiekörper) zu wecken. Verschiedene Mudras (Siegel) und Bandhas (Verschlüsse) lenken und führen die vorhandene Energie, die teilweise mit Visualisierungen und Bija-Mantras kombiniert werden, zu den entsprechenden Energiezentren. Die Wirkung Der Geist wird angenehm ruhig und zufrieden. Das Prana ist der Antrieb der Gedanken. Durch eine gute Kontrolle des Pranas dünnt der Geist aus, und wir empfinden ein inneres Glück, welches nicht durch den Geist oder die Sinne erzeugt wird, sondern welches direkt vom innersten Selbst, dem Atman, kommt. Das Selbst wird als Sat-Chid-Ananda beschrieben, und Ananda bedeutet Glück. Der ruhige Geist, der durch die intensive Arbeit am Energiekörper entstanden ist, führt uns an die Schwelle zur wahren Innenschau auf das eigene Selbst und damit in die Meditation, in der der Praktizierende zum Seher seines eigenen Selbst wird. Die Wahrnehmungen des Pranas, die während der Übungen entstehen können, wie das Hören innerer Klänge, das Sehen von Lichtern oder das Erscheinen anderer Siddhis (Fähigkeiten) sind beeindruckend, aber bedeutungslos im Vergleich zu der inneren Zufriedenheit, die aus dem eigenen Selbst entsteht. Das Ziel der Übungen ist das Zügeln der Aktivitäten des Geistes (»Yogas chitta-vrittinirodhah«). Ein Freund: »Es ist eine großartige Erfahrung, gerade durch die intensive Praxis, wie sich Körper, Geist und Seele zu einer wunderbaren Zufriedenheit zusammenfinden. Dieser einzigartige Zustand ist zum Glück mit Worten nicht auszudrücken. Es war eine sehr tiefe Erfahrung für mich, zu erkennen, dass man nichts vermisst. Ich konnte hier ein derart großes Potential an Prana aufbauen, dass ich mit der festen Gewissheit in den Alltag zurückkehre, dass mich nichts mehr erschüttern kann und dass alles möglich ist und so stoße ich immer wieder in neue Grenzbereiche meiner Erfahrungen vor.« Diese zweiwöchige Praxis führt mich durch die eigene Erfahrung zurück zu der Quelle der Asanas und des Pranayama. Man spürt auf phantastische Weise die große Kraft der praktizierten Hatha-Yoga-Techniken. Prana und Geist sind weit geöffnet für die subtileren Ebenen. Der Geist steigt höher und höher in subtilere, feinere Ebenen. Das intuitive Erkennen geht über alle Formen des intellektuellen

Wissens hinaus. Das Wichtigste ist das Entwickeln des Bewusstseins für »Every breath you take«. Viel Freude bei jedem neuen Atemzug Text: Stefan Datt
Stefan Datt Physiotherapeut und Yogalehrer. Verbrachte mehrere Jahre zur Ausbildung in Indien, Kanada und den USA. Bietet bei »Lernen in Bewegung e.V.« auch Ausbildungen als

Yogalehrer an. www.yoga-berlin.de www.praxis-czech-datt.de

Yoga & Klang mit Arne & Stefan Sa. 23:00 - 0:30 h >> Asana 1

Die Praxis des Pranayama baut sich Tag für Tag langsam auf und erreicht schließlich eine Dauer von 7 - 12 Stunden pro Tag. Nach einer Entspannung reinigen wir die Atemwege durch Kapalabhati. Es folgt eine halbe bis volle Stunde Anuloma Viloma (Wechselatmung), je nach dem individuell gewählten Verhältnis von Rechaka (Einatmung), Kumbaka (Anhalten) und Puraka (Ausatmen) (z.B. 1 : 4 : 2 oder 4 : 16 : 8 oder 8 : 32 : 16) mit den entsprechenden vier Bandhas (Verschlüssen). Anuloma Viloma gilt als ideales Mittel, die Nadis von ihren Widerständen zu reinigen und bereitet die Energiekanäle auf weiterführende Techniken vor. Die Fähigkeit, lange und bequem sitzen zu können, ist von Vorteil und wird von Tag zu Tag verbessert. Stoffwechseltätigkeit, Atmung, Pulsschlag und Blutdruck werden dadurch noch besser gesenkt.

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»Sharing the presence« mit Thomas Hübl

ber per Telefon und weitere Gäste aus dem Christentum und dem Zen. Was ist der wesentliche Bestandteil eurer spirituellen Arbeit? Wir machen viel interpersonelle Klärungsarbeit. Wir nennen das transparente Kommunikation. Wir finden heraus, wo Menschen im interpersonellen Bereich Blockierungen haben, wo sie ihr Potential nicht ausbilden können, um zu schauen, wie man mit intensiver Arbeit miteinander ein Bewusstseinsfeld schafft, das viele unbewusste Sachen an die Oberfläche bringt. So lernen wir eine sehr verfeinerte Wahrnehmung von dem ganzen Körper-Geist-System, also vom Körper, den Emotionen und den Gedanken. Wie sähe es in der Welt aus, wenn alle alles von allen sehen und wahrnehmen könnten, wenn unsere Körper viel transparenter wären? Wir sehen, wie und wo Energie blockiert ist und wo nicht, und beziehen das mit ein, nicht nur in die transzendentalen Ebenen, sondern auch wie wir das im Leben manifestieren können. Meinst Du, dass die letzten schwarzen Flecken ergründet und alles ausgelebt werden muss? Ganz so ist es nicht, ich glaube nicht, dass man die letzten schwarzen Flecken ergründen muss. Wenn in einem Fluss größere Steine liegen, die große Wasserwirbel erzeugen, muss man sich darum kümmern. Ich glaube nicht, dass man ewig lange in Therapie sein sollte oder ewig nur auf der emotionalen Eben arbeiten sollte. Aber ich glaube, dass es wichtig ist, wenn wir eine gesunde Kultur bilden wollen, also eine gesunde Gesellschaft bilden, dass man sich auch um die Dinge kümmert, die wirklich im Weg liegen, die die Menschen wirklich als große Probleme betrachten. Durch Meditation und Praxis entsteht ein höheres Bewusststein, ein größerer Bewusstseinsraum und damit lösen sich manche Dinge auf. Man kann manche Dinge einfach freier sehen, und ist nicht mehr so identifiziert damit. Sind Spiritualität und Politik miteinander verbunden und sollte man sich überhaupt engagieren? Ich glaube, dass die Spiritualität eine spirituelle Intelligenz vertritt, die allen von uns in einer gewissen Form zugänglich ist. So manche von uns
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Wie gehst du damit um, dass deine Schüler Verantwortung für Ihren Prozess an dich abgeben? Ich glaube, dass es wichtig ist, die Menschen zu erinnern, dass jeder von uns diese eigene Verantwortung trägt in dem ganzen Prozess. Wenn Menschen ihre Verantwortung abgeben, möchte ich sie daran erinnern, dass sie sie wieder übernehmen. Wenn du zum Beispiel Mathematik studierst und Anfänger bist, dann gehst du zu einem Universitätsprofessor, dem du vertrauen musst, ihm Kompetenzen zugestehst, die du selbst nicht hast. Diese kannst du dann erwerben, indem du dich dem Experiment anvertraust, das zu lernen, was dein Lehrer weiß, und das es gut ist, das zu lernen. Also sagst du auch zu einzelnen Schülern: mach mal so oder mach mal so? Wenn ich das Gefühl habe, dass Leute Unterstützung wollen und sie danach fragen, dann lass ich denen auch meine ganze Erfahrung zukommen und ich glaube, dass auch viel Menschen davon profitieren. Machst du auch selbst Yoga oder eine Art von Body Praxis? Yoga mach ich nicht so extensiv – nur manchmal morgens. Ich mache immer wieder ein bisschen Sport. In meinen Gruppen achte ich drauf, dass es wichtig ist, seinen Körper mit einzubeziehen und zu schauen, dass der Körper in einer guten Verfassung ist. Bekannt ist ja das »Celebrate LiveFestival«, was du veranstaltest. Was passiert dort? Das 10-tägige »Celebrate Live Festival« ist eine Plattform, zu der ich verschiedene internationale Lehrer einlade, die einerseits daran interessiert sind, ihre eigene Arbeit vorzustellen, und andererseits auch an der Zusammenarbeit, also an einem Netzwerk. Wir haben Yoga, Thai-Chi, körperorientierte, geistig- und intellektuellorientierte, sowie emotionale Aspekte und spirituelle Dimensionen. Zum Beispiel machen wir dieses Jahr das Festival zum Thema »traditionelle Mystik und evolutionäre Mystik«. Wir haben Leute eingeladen wie André Cohen, Michael Leitmann aus der Kabbalah-Tradition und David Less aus der Sufi Tradition, sowie Ken Wil-

In der Atembewegung ist der gesamte Schöpfungsprozess des Lebens beschrieben. Wenn ich spiritueller Sucher bin, warum sollte ich zu dir kommen? Weil du spürst, dass das der richtige Platz für dich ist, und weil du im Herzen spürst, dass dir durch die Praxis, durch die Gruppen, durch die Energie und die Unterstützung geholfen wird, deinen eigenen Weg zu finden. Ich glaube, dass die Leute, die zu uns kommen eine klare Reflexion von sich zu bekommen hoffen. Wenn du in einer spirituellen Ebene wachsen möchtest oder dich beteiligen möchtest an der Arbeit an unserer Welt, wenn es dir wichtig ist, auch einen Beitrag zu leisten für unsere Kultur und unsere Welt. Hast du einen Lehrer gehabt, oder bist du einer Tradition verbunden? Ich habe keinen Lehrer gehabt. Nachdem ich 4 Jahre in Wien Medizin studiert habe und mich mit Körperpsychotherapie beschäftigt habe, habe ich 4 Jahre lang eine Auszeit genommen. Ich war erst in Indien und dann lange in Tschechien. In dieser Zeit hatte ich eine ganz intensive Meditationsphase mit grundlegenden Erfahrungen. Nach diesen vier Jahren ist meine Arbeit entstanden, die ich heute mache. Natürlich gab es mehrere Inspirationen und Eindrücke auf dem Weg, aber es gab nicht den einen Lehrer, sondern mehrere Einflüsse und die Zeit nach innen zu gehen. Hattest du während deiner Auszeit Erleuchtungserfahrungen? Ja, so eine ganz tiefe »Seins-Erfahrung«, die grundlegend was verändert hat. Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Also ich glaube, dass sich diese Frage irgendwann nicht mehr stellt: »Woher kommst du? Wohin gehst du?«, Ich denke, dass die Seele ein Konzept ist, das wir irgendwann transzendieren, und dass sich damit eine tiefe Präsenz einstellt, die existierte, bevor wir überhaupt geboren worden sind. Das heißt, wenn wir immer tiefer transzendieren gehen wir irgendwann nicht mehr irgendwohin. Und gibt es da auch Begrenzungen, für dich? Ich bezweifele, dass das Bild vom Erwachen ein ultimatives Ankommen ist. Ich glaube, dass das Erwachen ein kontinuierlicher Prozess ist. Leben bedeutet, sich immer weiter zu entwickeln und auch das Bewusstsein an sich zu entwickeln, und dass das Leben immer in Bewegung ist. Durch den Weg, den ich gegangen bin, habe ich Kompetenzen erworben, welche ich Menschen weitergeben kann. Was nicht heißt, dass ich zum Beispiel ein technologisches Genie geworden bin, und Computer reparieren kann.

Die Jurtin-System-Einlagen sind einzigartig, denn sie werden am unbelasteten, hängenden Fuß mit Justierung des oberen Sprunggelenks thermisch angepasst. Nur bei richtiger Justierung kann richtiges Gehen oder Laufen erfolgen. Es gibt eine reflektorische Wirkung auf die Aufrichtung des ganzen Menschen. Die Idee entspricht bestimmten Yogaübungen, die der Spiraldynamik folgen, um Gelenkprobleme zu verringern. Jurtin-System-Einlagen zaubern ein Lächeln in Gesichter von Kindern und Jugendlichen, bringen Menschen wieder auf die Beine, verlängern Gehzeiten und bauen Knie-, Hüft-, Rückenschmerzen und Fersensporn ab. Die Jurtin-System-Einlagen sind als leistungssteigernde Prophylaxe von Fußfehlstellungen zu sehen. Wir sollten sie mit guter Bewegung, d.h. Yoga und Sport kombinieren. Die Jurtin-System-Einlagen sind in einer Stunde angepasst.

Aufrecht wie einYogi

Erhältlich im Naturheilzentrum Karola Kleinschmidt Am Wieselbau 24 · 14169 Berlin · www.naturheilpraxis-kleinschmidt.de Tel. Anmeldung erforderlich: 030 - 847 21 699 E-mail: heilsein@freenet.de · Mehr Infos unter: www.jurtin.at

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mit JurtinSystem-Einlagen

Kulturpark Kladow · www.yogafestival.de | Seite 7
sind sehr intellektuell ausgeprägt, mache von uns haben eine hohe Körperintelligenz, mache von uns haben eine hohe emotionale oder soziale Intelligenz. Ich glaube, dass Spiritualität als ein Intelligenzstrang einen angebrachten Platz braucht in unserer Gesellschaft und auch in der Politik. Und ich glaube auch, dass die Mystik und die Spiritualität, die innere Weisheit, wenn sie Teil von Führungsqualität, von Leadership von Politik wäre, sehr viel Weitsicht und Gesundheit ins Spiel bringt. Würdest du dich als Berater aktiv in Politik engagieren? Ich denke, dass die Seele ein Konzept ist, dass wir irgendwann transzendieren. Wir bauen gerade eine Akademie auf. Diese Akademie hat als Kern die Mystik, die spirituelle Anbindung und beschäftigt sich dann mit der Bewusstseinsentwicklung und Wirtschaft, Erziehung, Medizin und Therapie, Kunst und dann auch mit Politik und auch mit anderen Gebieten. Wir machen das in Form von Studienkreisen mit Menschen, welche Profis sind auf ihrem Gebiet, aber Lust haben, sich an etwas Höherem anzubinden. In diesem Sinne sehe ich mich auch als Berater, aber ich sehe mich auch als jemanden, dem es wichtig ist, dass wir die spirituelle Dimension ins Zentrum des Wirkens stellen, um dann zu schauen, was hat das wirklich in konkreten Feldern für Auswirkungen. Ich kann mir wirklich gut vorstellen, dass sich mit der Zeit ein Trend in Richtung Politik und Bewusstseinsentwicklung entwickeln wird, und dass wir dann dort auch wirksamer werden können. Wir haben ein Motto zum dies jährigen Festival :»Every breath you take«. Fällt dir was zum Thema Atem ein? Im Prinzip ist Atem ja eine Metapher. Im Yoga wie auch in anderen Traditionen sowie im ganzen Universum ist das Ein- und Ausatmen ein ganzheitlicher Prozess. Das ganze Universum ist unaufhörlich in Bewegung – genauso wie unsere Atembewegung. Dass Dinge einfach erscheinen, ist ein wichtiges Prinzip. Ich glaube, das Dinge aus dem Nichts zu einer Form kreiert werden, die sich vollenden muss, um sich dann wieder im Nichts aufzulösen, genauso wie unser Atemfluss. Wo Dinge ganz ausgehen in die Welt und dann wieder eingehen in uns. Diese Atembewegung wurde schon seit Jahrtausenden als Klang, als tiefe Metapher beschrieben wie die Schöpfung passiert, wie wir ins Leben kommen, wie wir durchs Leben gehen, und wie wir aus dem Leben gehen. Wie das ein ewiger Kreislauf ist, der natürlich wie unsere Atembewegung auch eine Spiegelung davon ist, wenn man lernt, diese teilweise zu kontrollieren, teilweise mit Bewusstsein zu füllen, und somit einen sehr tiefen Effekt haben kann auf unseren Erwachungsprozess. Ich glaube, dass in der Atembewegung der gesamte Schöpfungsprozess des Lebens beschrieben ist. Hast du noch etwas, dass du uns mitgeben möchtest von dir aus? Mich freut es, dabei zu sein, weil wir auch in unserer Akademie mit der Idee der körperorientierten Arbeit experimentieren, wie das auch im Yoga der Fall ist. Wir arbeiten viel mit der Transparenz und viel mit sehr erhöhter Wahrnehmung, wie solche Energieflüsse in uns ablaufen. Welche Themen in uns gespeichert sind, welche Themen unser Leben auch blockieren und wie man da durch Präsenz und Klarheit mehr Gesundheit, Lebensfreude und Klarheit im Leben manifestieren kann. Was mich besonders interessiert ist, wie diese Felder sich gegenseitig stimulieren können. Mich interessiert immer ein kreativer Dialog mit Leuten, welche Lust haben, offen hinzuschauen und Dinge gemeinsamen verstärken wollen. Ich bin daran interessiert, mit euch zusammen zu schauen, wie da etwas Gemeinsames, Größeres entsteht. Das ist interessant. Wenn wir den Talk ohne Thema machen, können wir ja frei ins Rennen bringen, was uns einfällt. Vielen Dank für das Gespräch! Das Interview führte Miriam Kretzschmar
Thomas Hübl 1971 in Wien geboren, studierte Medizin und beschäftigte sich intensiv mit Körpertherapie, als er mit 26 Jahren einem starken inneren Ruf konsequent folgt: Er bricht das Studium ab und verbringt eine vierjährige Retreat-Zeit in Tschechien. Thomas Hübl spricht von einer grundlegenden Öffnung, die in dieser Zeit passiert. Thomas Hübl gibt zunächst Einzelsessions, die die Menschen tief berühren und sie ermutigen, hinter das Gewohnte zu schauen. Sehr schnell bekommt er Einladungen, größere Workshops zu machen. Seit 2004 bietet er weltweit Workshops, Trainings, Tonings und größere Events mit über 1000 Teilnehmern wie das »Celebrate Life Festival« oder die »Healing Events« an. Wenn er nicht gerade auf Reisen ist, lebt Thomas Hübl zusammen mit seiner Lebensgefährtin, der israelischen Künstlerin Yehudit Sasportas, in Berlin. www.thomashuebl.com www.celebrate-life.info Talk ohne Thema Fr. 19:00 - 21:30 h >> Großes Zelt

Yoga heißt Atmen
Foto: Alexander Klebe Photography · www.alexanderklebe.de

Für viele Menschen in der heutigen Zeit bedeutet »einfach mal durchatmen« noch immer: eine Zigarettenpause. In einer transformierten Version, die sich zum Glück immer mehr verbreitet, bedeutet Durchatmen die regelmäßige Yogastunde. Das Einkehren der Sinne, das Spüren des Körpers und die damit einhergehende Präsenz unseres Selbst. Im Yoga zelebrieren wir den Augenblick durch atmen: »Ich atme ein, ich atme aus.« Das bewusste Atmen lässt uns die Bedeutung von Yoga (Einheit) logisch erscheinen. Wir atmen alle dieselbe Luft, denselben Lebensodem (darf irgendjemand mehr Luft verbrauchen – darf Luft gar versteuert werden?) Wir kommen aus derselben Quelle und dort gehen wir wieder hin. Würden mehr Menschen ihr Essen selbst anbauen, wäre das Gefühl der Einheit mit den Elementen – und so mit allen Lebewesen viel naheliegender. Wir nehmen aus Tieren, Pflanzen und Wasser bestehende Nahrung auf. Unser Körper produziert sich selbst aus eben dieser Materie – diesen Körper immer wieder neu. Wenn nichts mehr geht, gehen unsere Körper dahin. Wohin? Zurück zum großen wunderschönen Körper der Erde. Bis auf ein paar zusätzliche Giftstoffe bleibt also nichts anderes übrig als ein Haufen Materie, zusammengesetzt aus Erde, Feuer, Wasser und Luft. Womit wir dann wieder beim Thema wären: »Die Erde atmet aus – und wir atmen ein.« Ich atme, also bin ich. Atmen ist ein sinnlicher Prozess. So ist das Einatmen nach dem Auftauchen aus dem tiefen Grün des Meeres ein Volles, geradezu Gieriges. Ähnlich dem ersten Atemzug: Wir kommen auf die Welt und atmen tief, voll und gierig. Es scheint, als müsse diesem vollen, kompromisslosen Einatmen ein gewisser Druck in Form von Atemnot vorraus gehen. So wie bei einer Lachattacke oder bei einem Weinkrampf. Oder manchmal auch beim Sex. Muss erst etwas passieren,

damit wir uns an das Einatmen und das damit verbundene Ja zum Leben erinnern? Etwas Schmerzvolles, so dass mein Atem flach geht – ich kaum Luft mehr bekomme? Oder etwas so unaussprechlich Schönes, das mir den Atem nimmt und ich über das Wunder des Lebens einfach vergesse zu atmen? Vielleicht müssen wir uns nur einfach immer wieder daran erinnern, dass bei allem, was wir tun, die Intention das Wichtigste ist. Es ist schön, mich bewusst für eine Qualität zu entscheiden, die ich aufnehmen möchte. Ebenso für etwas, das ich mit dem Ausatmen loslasse – wie beispielsweise körperliche Spannungen oder anstrengende Gedanken. Als AcroYogini plädiere ich natürlich für »Flugstunden«. Die rauben einem auch durchaus den Atem, unterstützen die soziale Interaktion und sind außerdem absolut klimafreundlich. Leben fängt mit atmen an. Jetzt! Das Motto ist also: Sei kompromisslos du selbst und »atme tief!«. Text: Lucie Beyer
Lucie Beyer and friends Als Yoga- / AcroYogalehrerin und leidenschaftliche Body-Workerin verfolgt Lucie einen spielerischen Ansatz, der dennoch tief in der Yogatradition wurzelt. In ihrer Arbeit legt sie großen Wert auf ein heilsames, vertrauensvolles Miteinander, aus dem Menschen ihr volles Potential entfalten können. Aus Freude an ganzheitlichen Bewegungsformen entwickelte Lucie ihr eigenes Bewegungs-Konzept: »Moveasy – Bewegung in Leichtigkeit«. Seit 5 Jahren leitet sie »Die Zauberwerkstatt«, eine Agentur für Kinderanimation und Weiterbildungen. www.yogamitlucie.de www.diezauberwerkstatt.de Acro Yoga – Maha Teaching Sa. 12:00 - 14:00 h >> Asana 1

Seite 8 | Berlin | Fr. 24. - So. 26. Juni 2011

Atem - Kraftquelle deines Lebens

angefüllt mit verbrauchter Luft, dass kein Platz mehr für die lebensnotwendige frische Luft vorhanden ist. Zuerst muss er die Möglichkeit haben vollständig auszuatmen, bevor er einatmet. Selbst wenn du kein Asthma hast, wird dir auffallen, dass du bei körperlicher oder mentaler Erschöpfung gähnen musst; und wenn du einer Lebenssituation überdrüssig oder gelangweilt bist, öfter seufzt. Damit veranlasst dich der Körper, angesammelte Gifte und Emotionen auszuatmen. Gähnen und Seufzen ist ein natürlicher Vorgang, um aus deinen Lungen verbrauchte Luft abzulassen, wenn du eine ordentliche Ausatmung vernachlässigt hast. Eine behutsame Atemkontrolle mit nachdrücklicher Ausatmung kann dir helfen ein erfülltes und gesundes Leben zu führen, und dich entspannen, wenn du dich gestresst fühlst. Atemtechniken und die Kunst der Atemkontrolle Hast du mal einen zarten Klang aus weiter Ferne gehört, den du nur undeutlich wahrnehmen konntest? Ein leises Klopfen an deiner Tür oder ein Gespräch im Nebenraum. Vielleicht hast du bei einem kranken Freund gesessen, der dir mit gedämpfter Stimme etwas Wichtiges sagen wollte. Um die intime Verbindung zwischen Atem und Geist zu verstehen, halte einen Moment inne und stell dir vor, wie du versuchst ein fernes, ganz leises Geräusch wahrzunehmen. Möglicherweise wirst du dabei instinktiv den Atem kurz anhalten. Denn immer wenn du dich konzentrierst, neigst du dazu, deinen Atem zu verlangsamen oder anzuhalten. Wie eine Katze, die einem Vogel auflauert; sie hält vollkommen inne und ist absolut konzentriert, so dass sie kaum atmet. Jeder besitzt das Wissen über die Verbindung zwischen Atem und Geist, auch wenn er sich dessen nicht bewusst ist. Stell dir vor, du würdest schnell und unregelmäßig atmen und ein zweijähriges Kind kommt zur Tür herein. Es würde dich ansehen und instinktiv fragen, was mit dir los ist. Es ist nichts Erlerntes, sondern ein tiefes Wissen. Obwohl die meisten Menschen Yoga für eine körperliche Bewegung halten, arbeiten viele Yogis intensiv mit ihrem Atem als Medium. Wenn Gedanken die Atmung beeinflussen, ist es logisch, dass auch die Qualität der Atmung eine starke Auswirkung auf Geist, Emotionen und körperliche Gesundheit hat. Atemübungen zur Kontrolle des Geistes und der feinstofflichen Energien sind ein bedeutender Aspekt im Yoga und werden »pranayama” genannt. Wörtlich aus dem Sanskrit übersetzt ist die »Kontrolle von Prana” gemeint. Prana ist feinstoffliche Lebensenergie, das ‘chi’ oder ‘ki’ in deinem Körper, mit dem in der Akupunktur und im Reiki gearbeitet wird. Der Atem ist die äußerliche Manifestation von Prana. Wenn du dich auf den Fluss der Lebensenergie in deinem Körper nicht einstellen kannst oder dir des-

sen vielleicht nicht bewusst bist, dann ist es ratsam, mit den Übungen zur Atemkontrolle zu beginnen. Atemübungen sind eine stark wirksame Komponente zur Belebung und Regeneration von Körper, Geist und Emotionen. Bei regelmäßiger Praxis können sie zur Überwindung und Abwehr verschiedenster Probleme helfen. Durch die Arbeit mit deiner Atmung und der Fähigkeit, sie zu leiten, erwirbst du die Kontrolle über noch feinstofflichere Energien in deinem Körper, bekannt als Prana. Dein Atem offenbart dir eine unschätzbare Verbindung zwischen körperlicher und mentaler Leistungsfähigkeit; gleichzeitig dient sie als universelle Schnittstelle, um dich mit einer höheren Kraft zu verbinden. Atemübungen sind ein zwingend notwendiger Bestandteil vieler Entgiftungsmethoden. Ihr Nutzen stellt einen weitreichenden Beitrag dar und ermöglicht nicht nur mit einer reinen Haut, sondern mit einer geistigen Klarheit, Ruhe und Stabilität durchs Leben zu gehen. Eine letzte Anmerkung Im Gegensatz zu Maschinen regenerieren sich Lebenssysteme wie unsere Körper ständig selbst. Die Atmung ist in ständiger Bewegung und ermöglicht dem Körper Wachstum und Veränderung.
Text: Swami Saradananda Übersetzung: Anette Schulze

«Pranayama ist die Verbindung zwischen mentaler und physischer Yoga-Praxis. Obwohl körperlich ausgeübt, ist Ruhe, Klarheit und Stabilität das Ergebnis auf mentaler Ebene”. Swami Vishnu-Devananda, Complete Illustrated Book of Yoga Von allen Bedürfnissen im Leben ist dein Atem von größter Bedeutung. Mit einer guten gesundheitlichen Kondition kannst du ohne Weiteres sechs Wochen ohne Nahrung auskommen und es auch einige Tage ohne Wasser aushalten. Doch ohne Atem wirst du nicht länger als ein paar Minuten überleben. Der Atem, die essentielle Schnittstelle zwischen Körper und Geist, ist dein intimster Begleiter. Einerseits reagiert deine Atmung auf Emotionen und Gedanken, kann aber auch einen regulierenden Einfluss auf deine Befindlichkeit nehmen. Dein Atem ist dir näher als alles andere auf der Welt, lieber als die Menschen, die du am meisten liebst, und wertvoller als dein größter Reichtum. Wenn du deinen Atem verlierst, geht auch alles andere verloren. Sofort nach deiner Geburt hast du angefangen zu atmen. Wenn dein erster Schrei laut und kräftig war, hat es die Menschen in deiner Umgebung glücklich gemacht zu hören, wie du deinen Eintritt in die Welt angekündigt hast. Eines Tages wirst du deinen letzten Atemzug machen und dein Körper wird für immer verlöschen. Viele Menschen denken nicht darüber nach, wie oder weshalb sie atmen. Obwohl niemand ohne Atmung überleben kann, verbringen die meisten Menschen ihr Leben ohne richtig zu atmen. Eine mangelhafte Atemgewohnheit belastet die Gesundheit – auf physischer, mentaler und emo-

tionaler Ebene - und beeinträchtigt die Lebensfreude. Wenn du an einer schlechten Atemgewohnheit leidest, liegt es wahrscheinlich an dem stressigen Zeitgeist unserer modernen Zeit. Sitzende Arbeits- und Freizeitgewohnheiten führen zu einer ungenügenden Atmung. Beobachte mal an deinem Arbeitsplatz oder bei der täglichen Fahrt im Bus wie viele Menschen mit halber Kapazität atmen. Ihre Einatmung ist flach weil sie es nicht anders können und dann atmen sie nur halb aus, denn es würde sie mehr Anstrengung kosten vollständig auszuatmen als bei einer richtigen Vollatmung.

Swami Saradananda ist Autorin des Buches «The Power of Breath”, in deutscher Übersetzung erschienen mit dem Titel «Atem: Kraftquelle deines Lebens”. Erhältlich in französisch, spanisch, portugiesisch, russisch, koreanisch und estnisch. www.viryayoga.se Vortrag: Atem – Kraftquelle des Lebens Sa. 11:30 - 13:00 h >> Innenraum Rishikesh-Reihe So. 14:15 - 15:45 h >> Asana 2

»Atmen ist der grobstoffliche Aspekt von Prana. Es ist der Rhythmus, der aus dem Ozean des kosmischen Seins hervortritt. Bei jedem Steigen eines Atemzuges empfängt das kosmische Prana die Identität individueller Lebenskraft. Bei jedem Fallen eines Atemzuges berührt der Fluss des individuellen Lebens kosmisches Sein. So tritt zwischen Ausatmen und Einatmen das individuelle Leben mit dem kosmischen Sein in Verbindung.« Maharishi Mahesh Yogi

Ein Mensch mit einem Asthmaanfall ist ein extremes Beispiel für eine schwache Atmung, obwohl der Betroffene natürlich in diesem Moment keine andere Wahl hat. Er versucht verzweifelt und mit größter Not viel Sauerstoff einzuatmen. Doch ohne dass er es weiß, sind seine Lungen so

Kulturpark Kladow · www.yogafestival.de | Seite 9

TaKeTiNa - Der Yoga des Rhythmus

Auch wenn die »Rhythmus-Arbeit« mit dem indisch anmutenden Namen »TaKeTiNa« im Gegensatz zu den indischen Yoga-Traditionen sehr jung ist, sind die Arbeitsweisen und manche Elemente darin auch in vielen alten Traditionen zu finden. Die Gesetzmäßigkeiten, auf denen die Arbeit beruht, sind Spiegelungen der Naturgesetze und somit universell. Ich habe mir erlaubt, für dieses Festival den Begriff »Yoga« in den Titel des Workshops zu nehmen. Ich selbst habe mich sehr tief mit einem Weg des Indischen Yoga beschäftigt und sehe TaKeTiNa, ebenso wie die indischen Yoga-Traditionen, als eine spirituelle »Übung« und Vertiefung ins Verständnis und Realisieren der inneren Natur, der Harmonie und des bewussten Tanzens, der innewohnenden Gesetzmäßigkeiten in Beziehung zum Leben, welches auch unvorhersehbar und chaotisch ist. Auch in In-

dien gibt es die alte Tradition, dass Körperbewusstsein durch Bewegung, die Stimme, durch das Schwingen im »Klang«, sowie das Wiederholen von Mantras zur Klärung vom Geist in Verbindung zueinander anzuwenden. Mitten in der Fülle des Geschehens kann sich ein innerer Raum öffnen, in dem alles im »Einen« pulsiert - Stille kann als lebendiger Raum des »SoSeins« erfahren werden. Reinhard Flatischler, der Begründer der TaKeTiNa Rhythmus-Arbeit, ist 16-jährig das erste Mal dem Spiel der Tabla, dem Rezitieren von Mantras und den Übungen des Pranayama in Indien begegnet. Sein Lehrer in Mantra und Pranayama, Harish Johari, hat ihn darin unterstützt, seine eigenen Mantras für den Körper in rhythmischer Bewegung zu finden. So haben die Mantras in der TaKeTiNa Rhythmus-Arbeit keine inhaltlich symbolische Bedeutung, noch sind sie einer Gottheit zugeordnet - doch sie sind ebenso »Werkzeug des Geis-

tes« und ersetzen das rationale Zählen einer rhythmischen Wiederkehr durch Silben, die den Geist still machen, das Nervensystem in Schwingung bringen und alle Sinne für das ganzheitliche Erleben von Rhythmus und seiner innewohnenden »Ordnung« öffnen. Eine Wiederkehr von drei oder vier Pulsen ist somit nicht eine gedacht empfundene Zähleinheit, sondern eine Gestalt mit einer sich entfaltenden Kraft. Der Kern der Übung liegt nicht darin Rhythmen zu lernen oder rhythmischer zu werden. Das ist sozusagen Nebenprodukt und Ausdruck, dass der Mensch sich mehr und mehr von Rhythmus, von der Kraft tragen lässt und mit den universell angelegten Schwingungsgesetzen körperlich synchronisieren kann. Eine Manifestation und Fähigkeit, die wir in dieser so komplexen und chaotischen Welt durch Rhythmus lernen können. Gute Kommunikation und Intention bei gleichzeitiger Hingabe, sich als Individuum und dennoch in der »Einheit« lebendig zu fühlen, sind als »Dynamik« und Zustand in TaKeTiNa erfahrbar. TaKeTiNa ist ein spielerischer Prozess, in dem die Teilnehmer auch lernen, innerhalb der Gruppe ihren eigenen Entwicklungsgang individuell zu gestalten. Rhythmus ist die Welt der Schwingungsverhältnisse zueinander, ein faszinierendes Mandala aus vernetzten und sich durchdringenden Strukturen. Die Füße gehen einen Rhythmus in langsam aufgebauten tänzerischen Schritten; darüber bilden sich mit Hilfe der Mantras die Klatscher in einer anderen rhythmischen Struktur. Jede/r kann dies in eigenem Zeitmaß tun. Das »Rausfallen« ist immer wieder eine Chance zum intensiveren »Reinfallen« und daher als Prozess willkommen. Der Wille lernt sich als Intention mit der Hingabe zu verbinden, und sich im »Getragen-Sein« zu vergessen. Dazu entfaltet sich dann ein »Hin- und Hersingen«, welches das rhythmische Gebilde von Händen und

Füßen aus verschiedenen Blickwinkeln aufleuchten lässt. Da der Prozess sich vom linearen Bewusstsein immer mehr in ein ganzheitliches Bewusstsein öffnet, und vom Willen her nicht mehr kontrollierbar ist, kann es sein, dass sich ein innerer Raum plötzlich öffnet: mühelos und still, geborgen und getragen, verbunden und doch ganz bei sich. Wenn der Rhythmus dann in die Stille geht, bleibt lebendiges »Sein«: Spanda! Spanda - das Wort aus dem Sanskrit, das sowohl Bewusstsein wie »Pulsation« bedeutet, kann erfahren werden. Viele Teilnehmer beschreiben es als »heimkommen«. Die ersten Resultate fundierter Rhythmusforschung mit TaKeTiNa belegen, wie gesund und höchst effektiv dieser Umgang mit »Rhythmus« auf Körper und Nervensystem wirkt. Die Fähigkeit, rhythmisch synchronisieren zu können, hängt direkt mit ganzheitlicher Gesundheit zusammen. So bekommt TaKeTiNa auch im Bereich der ganzheitlichen Vorsorge-Medizin, sowie in der Schmerztherapie ihren Platz. Text: Cornelia Flatischler
Cornelia Flatischler ist in Zürich 1966 geboren und hat dort Gesang und Rhythmik am Konservatorium studiert. Seit ihrem 13. Lebensjahr hat sie intensive Ausbildungen in Tai Chi/ChiGong, Tao Yoga bei Mantak Chia, NLP, Shivaismus/Meditation, sowie in Reiki und Heilarbeit durchlaufen. Seit 1990 arbeitet und reist Cornelia mit ihrem Mann Reinhard Flatischler, dem Begründer der TaKeTiNa Rhythmus-Pädagogik, weltweit und hat in den letzten Jahren auch viele neue Impulse in die Weiterentwicklung der TaKeTiNa Rhythmus Pädagogik gegeben. www.taketina.com Workshop: Der Yoga des Rhythmus Sa. 13.00 - 15.30 h >> Kleines Zelt Konzert: Lotus Love Journey So. 13.30 - 14.45 h >> Großes Zelt

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Der Mondgruß
Fotos: Stefan Maria Rother

Nivata holt den Mondgruß ans Sonnenlicht

Stufe 1: setzt auf die Balance – das innere und äußere Gleichgewicht wird angesprochen und gelevelt. Stufe 2: stärkt die Kraft – das eigene Kraftfeld wird auf- und ausgebaut. Stufe 3: widmet sich der Öffnung – die Fähigkeit loszulassen und sich hinzugeben wird erweckt.

Julian und Katharina Middendorf Beide sind von Shankya Yogacharya Swami Dayanand und der renommierten Bihar School of Yoga (Satyananda Yoga / Bihar Yoga) als Yogalehrer zertifiziert. Darüber hinaus wurde Julian Middendorf vom Sivananda Yoga Vedanta Center als Yogalehrer ausgezeichnet, während Katharina Middendorf von der Kundalin-YogaKoryphäe Gurmukh Kaur Khalsa als Schwangeren-Yogalehrerin zertifiziert wurde. www.nivata.de Mondgruß Fr. 18:30 - 20:30 h >> Asana 2

»Der Mond besitzt eine kühlende Wirkung. Die lunare Energie fließt durch Ida-Nadi und steht für die feminine und bewusste Kraft.«
Alle drei Stufen fokussieren insbesondere zwei Energiezentren: das Ajna Chakra (am Punkt zwischen den Augenbrauen) als Tor zur Intuition und das Mooladhara Chakra (im Bereich des Beckenbodens) als Anker der Stabilität. Man bewegt sich mit beiden Beinen stabil am Boden und mit dem dritten Auge zum Himmel gerichtet durch den Mondgruß. Mal schaut man zum Mond, mal ist man selbst der Mond. Effekte für den Alltag Der Mondgruß erhöht die Koordinationsfähigkeit. Durch die verschiedenen Rotationen werden Körper und Geist geschult, das innere Zentrum zu spüren und dadurch den im Alltag oft vernachlässigten Gleichgewichtssinn zu aktivieren. Effekt: Man behält auch beim Multi-Tasking das innere Gleichgewicht. Die seitlichen Dehnungselemente lockern und massieren die Taille und die inneren Organe. So werden Spannungen abgebaut und das Gefühl der Leichtigkeit mobilisiert. Effekt: Der starre Blick nach vorne weicht einem geschmeidigen Blick zu den Seiten des Lebens. Die drei Stufen intensivieren Schritt für Schritt die Öffnung im Hüftbereich. Durch die sich wiederholenden hohen und tiefen Squats werden die Hüften achtsam geöffnet. Effekt: Emotional gelingt es, Ängste aufzulösen. Körperlich betrachtet wird die Fähigkeit entspannt zu sitzen verbessert. Der nivata-Mondgruß ist eine fließende, hingebungsvolle Yogasequenz, die Spaß macht, wirkt und der yogischen Sonne das zurückgibt, was sie schon lange vermisst hat: ihren stillen, kühlen Begleiter. Text: Katharina Middendorf

Ein klarer Geist.

Katharina Middendorf beim nivata-Mondgruß in Rajasthan Der Mond ist weiblich – trotz ihres männlichen Artikels. Die Sonne männlich – trotz seines weiblichen Begleiters. Die Italiener haben das verstanden und sagen »La Luna« und »Il Sole«. Die Engländer halten sich fein raus und machen aus beidem »The«. Und die Deutschen? Wir machen das Ganze linguistisch etwas kompliziert und tauschen einfach die Geschlechter. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass dem Mond weibliche Qualitäten und der Sonne männliche zu eigen sind. Während die Sonne aktivierend ist, ist der Mond hingebungsvoll. Shiva und Shakti. Pingala und Ida. Und so sind auch die Begrüßungen der Himmelsgestirne: Der Sonnengruß ist in all seinen verschiedenen Spielarten dynamisch, kraftvoll und anregend. Der Mondgruß – selten praktiziert und gelehrt – ist beruhigend, sanft und ausgleichend. Daher eignet er sich besonders für die Abendstunden. Aber auch morgens kann er seine ganz besondere Wirkung entfalten: Nach einer unruhigen Nacht bringt er die fliegenden Gedanken sanft auf den Boden und sorgt für Ruhe, Stabilität und innere Gewissheit. Der Mondgruß ist ein bereicherndes Yoga-Tool, das bislang in deutschen Yogaklassen wenig Anwendung findet. Julian und Katharina Middendorf zeigen uns die 3 Stufen des nivata-Mondgrußes, die sie von ihrem Lehrer Swami Dayanand Shankya Yogacharya im Himalaya in tantrischer Tradition übertragen bekommen und innerhalb der eigenen Praxis- und Lehrerfahrung weiterentwickelt haben:

Ein starker Körper.

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Kulturpark Kladow · www.yogafestival.de | Seite 11

Bedeutung und Ursprung des Gayatri-Mantras
szendente Göttliche im Inneren des Menschen. Wenn es praktiziert wird kann die Erfahrung dessen ausgeweitet werden. Dieses wird »Savita” genannt und bedeutet »das, woraus all dies geboren worden ist«. Es ist ein universelles Gebet und enthält die vier »Maha VakYas« die großen vedischen Lehrsätze, die lauten: 1. Prajnanam Brahma-Brahman: Bewusstsein (Aitareya Upanishad des Rigveda) 2. Aham Brahmasmi: Ich bin Brahman (Brihada.-Upanish.-Yajurveda) 3. Tat Tvam Asi: Das bist du (Chandoga Upanish. Samaveda) 4. Ayam Atma Brahman: Dieses Selbst ist Brahman (Mandukya Upanish Atharvaveda) Früher beteten dieses Mantra nur Brahmanen – heute ist es für alle zugänglich – als Schlüssel zur universellen Quelle zum Öffnen der Tür des kosmischen Bewusstseins. Das Mantra ist die Anrufung der Devi in Form des göttlichen Lichts, unserer Sonne – absolutes Brahman. Die Kraft und Wirkung bei regelmäßiger Rezitation zerstört Täuschungen, reinigt unsere Denkinhalte und Gefühle (cittashuddi). Es energetisiert das Prana und schenkt ein langes Leben mit Gesundheit, Reinheit und Weisheit als Glanz des Geistes und erweckt das universelle Bewusstsein in Erleuchtung und Verwirklichung des Nicht-Dualistischen, absolut Allumfassenden (advaitischen Brahman), zur Einheit des Bewusstseins. »Möge Gayatri, die Mutter des Universums, die ganze Welt mit transzendentalen Frieden segnen«. Sadguru Sant Keshavadas Das Universum ist angefüllt mit dieser göttlichen Energie. Mögen viele Menschen das Gayatri Mantra singen, beten, rezitieren um, die Quelle des Lichtes in sich zu erfahren und zu verinnerlichen, um so einen Beitrag zur Heilung für alle Wesen hier auf unserer Erde zu verbreiten. Om Shanti. Text: Catrin Müller
© Rosel Eckstein / Pixelio

Das Gayatri-Mantra ist ein universelles Gebet, das in den Veden – den ältesten heiligen Schriften der Menschheit, niedergelegt wurde (Rig Veda III 62.10) und gilt als die Essenz der Vedischen Lehren genannt Veda sara. Es existieren vielfältige Übersetzungen des Gayatri-Mantra. Eine Übersetzung aus der Geetha Vahini lautet : »Om – Wir meditieren über den Glanz und die Strahlung der Anbetungswürdigen höchsten Göttlichen Wirklichkeit, die Quelle allen Seins, der physischen, astralen und kausalen Ebene des Seins. Möge das höchste Göttliche Wesen unseren Geist erleuchten, damit wir die absolute Wahrheit erfahren – erwecke es unser Unterscheidungsvermögen.« Das Gayatri-Mantra wurde von dem vedischen Seher Vishvamitra entdeckt, der Sri Rama mittels des Mantras »Adityahridayam: Herz der Sonne« (Sathya Sai Vahini 183) in die Mysterien der Sonnenanbetung eingeweiht hat. Es wurde von vielen

Menschen gesungen und ist durch Broschüren von Sri Ramakrishna bekannt. »Jemand, der Reinheit und Harmonie von Gedanken, Wort und Tat praktiziert, in dem haben Gayatri, Savitri und Sarasvati Wohnung genommen« Sathya Sai 9/95-235 Das Gayatri Mantra wendet sich direkt an unsere geistige Sonnenenergie (Surya) und wird auch als die Mutter der Veden bezeichnet. Die Bedeutung des Namens Gayatri bezieht sich auf drei Gottheiten. Übersetzt bedeutet Gayatri: die Meisterin der Sinne. Savitri ist die Meisterin der Lebenskraft (Prana) und steht für Wahrheit, Sarasvati regiert die Rede (vak). Alle drei zusammen verkörpern die Reinheit in Gedanken, Wort und Tat (trikarana sudhi). Das Gayatri Mantra wendet sich also an das immanente und tran-

OM parabrahman BHUR bhuvarloka: physische Ebene panchabhutas: 5 Elemente BHUVAH pranashakti: astrale, mittlere Welt SVAHA svarloka: kausal, Himmel TAT paramatman: Gott, Brahman SAVITUR das, woraus all dies geboren ist VARENYAM anbetungswürdig BHARGO Strahlung-Weisheit-Licht DEVASYA Göttliche Wirklichkeit DHIMAHI wir meditieren DHIYO buddhi: reine Unterscheidungskraft YONAH welcher unser PRACHODAYT erleuchten, absolute Wahrheit
Catrin Müller 1964 in Berlin geboren Studium zur Theaterwissenschaftlerin/ Pädagogin in Berlin, Dipl.-Tanzpädagogin Shiatsu-Practioner und Yogalehrerausbildung an der »Yogaakademie Berlin« bei Ananda Leone. 2010 Eröffnung ShaktiYogalofts und Yogaschule Yogashakti in Berlin-Kreuzberg mit Schwerpunkt Hatha-Yoga, Ashtanga-Yoga, VinyasaYoga und Eventbereich. Mein Yogastil ist geprägt durch regelmäßige Indienreisen seid 1997 und Studien unter anderem in Ashtanga-Yoga nach Pattabhi Jois und Iyengar-Yoga. www.shakti-yogaloft.de Hatha Yoga Flow Fr. 15:30 - 17:00 h >> Asana 1

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Ahimsa – Wie sag ich‘s?

munikation zeigen Wege auf, sich auszudrücken, ohne andere zu verletzen, und ermöglichen es uns dadurch, Konflikte friedvoll zu lösen. Kern ist die uns aus dem Yoga, insbesondere der Meditation bekannte Unterscheidung von Beobachten und Bewerten. Beispiel: »Immer kommst du zu spät, weil es dir anscheinend egal ist, dass ich auf dich warte« ist eine Bewertung; »Letzte Woche kamst du dreimal zehn Minuten zu spät« ist eine Beobachtung. Nach Rosenberg führt die Vermischung von Beobachtung und Bewertung zu pauschalen Aussagen, die voller Gewalt sind und unser Gegenüber verletzen, statt die Situation zu klären. Die klare Trennung hingegen ermöglicht es uns auszudrücken, was wir fühlen und wünschen, ohne andere anzugreifen. Diese wiederum können uns besser zuhören, wenn sie sich nicht attackiert fühlen. Dadurch werden Konflikte gelöst und die Lebensqualität aller Beteiligten verbessert. Für gewaltfreie Kommunikation trennen wir vier Schritte: Beobachtung, Gefühle, Bedürfnisse, Bitten. 1. Was beobachte ich? Zuerst umgrenzen wir die konkrete Handlungen, die unser Wohlbefinden beeinträchtigt. Diese Beobachtung teilen wir dem anderen ohne Beurteilung und so genau wie möglich mit. »Gestern habe ich beobachtet, dass du…«. Pauschalisierungen (»immer«, »nie«, »alle Ausländer«) sowie wertende Formulierungen (»faul«, »rücksichtslos«) beinhalten Gewalt. 2. Was fühle ich? Danach sprechen wir aus, was wir fühlen, in Verbindung mit dem, was wir beobachten. Wir übernehmen die Verantwortung für unsere Gefühle und akzeptieren ihren Stellenwert. Dafür nutzen wir »Ich-Botschaften«, die von uns alleine ausgehen: »Ich bin wütend / traurig / enttäuscht«, nicht: »Du hast mich verärgert«. Unser Gegenüber kann hier zuhören, da er nicht angegriffen wird. 3. Was brauche ich? Erst anschließend erklären wir, aus welchen Bedürfnissen, Werten und Wünschen diese Gefühle entstehen. Auch hier formulieren wir Ich-Botschaften, da unsere Bedürfnisse unabhängig vom Konfliktpartner bereits in uns vorhanden sind: »Ich bin wütend,

weil mir wichtig ist, dass….«; »Ich bin traurig, weil ich das Bedürfnis habe, dass…« 4. Was wünsche ich mir? Daraus resultiert unsere konkrete, zukunftsgerichtete Bitte an die andere Person. Wir wünschen uns ein Verhalten, dass unser beider Lebensqualität verbessern wird. »Ich wünsche mir, dass du…, damit…«; »Daher wäre es schön, wenn du zukünftig…«. Beispiel: Meine neue Arbeitskollegin verstreut ihre Unterlagen im gesamten Büro. Ein paar Tage räume ich zerknirscht hinter ihr her, bis ich eines Morgens herausplatze: »Dein ständiges Chaos nervt mich!«. So verständlich diese Reaktion sein mag, sie enthält dennoch Gewalt, schon alleine aufgrund der Verallgemeinerungen »ständig« und der Anschuldigung statt Ich-Botschaft. Besser wäre folgende Kommunikation: »Letzte Woche habe ich drei Mal deine Unterlagen von meinem Schreibtisch geräumt (konkrete Beobachtung ohne Wertung). Das stört mich (Gefühl), da ich um effizient arbeiten zu können, in unseren gemeinsamen Arbeitsräumen Ordnung brauche (Bedürfnis). Daher möchte ich dich bitten, zukünftig deine Unterlagen auf deinem Schreibtisch aufzubewahren (Bitte)«. Text: Dr. Isabell Lütkehaus
*Marshall B. Rosenberg: Gewaltfreie Kommunikation, Junfermann Verlag ISBN: 978-387387-454-1

»Letzte Woche habe ich drei Mal deine Unterlagen von meinem Schreibtisch geräumt« ist eine konkrete Beobachtung ohne Wertung. Idealerweise ruhen wir in uns selbst und bleiben stets heiter und gelassen, unabhängig von äußeren Umständen; es beeinträchtigen uns weder Situationen noch Verhaltensweisen anderer Menschen. Tatsächlich sind wir jedoch gelegentlich verärgert oder enttäuscht, weil andere Menschen sich nicht so verhalten, wie es unseren Vorstellungen entspricht und Dinge anders verlaufen, als wir es uns wünschen. Wie gehen wir damit um? Lösungswege zeigen die Grundsätze der gewaltfreien Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg*. Manche Konflikte setzen uns derart zu, dass wir ohne Nachzudenken impulsiv mit Gefühlsausbrüchen und pauschalen Vorwürfen reagieren. Unser Gegenüber fühlt sich daraufhin verletzt und kann unsere darin enthaltene, möglicherweise gerechtfertigte Aussage nicht annehmen, sondern reagiert mit Gegenvorwürfen. Der Konflikt bleibt bestehen, eskaliert möglicherweise zum Streit und alle Beteiligten sind verletzt. Diese menschlich sicher verständliche Reaktion widerspricht dem zentralen yogischen Gebot Ahimsa, wonach unser Handeln und Reden keine anderen Menschen verletzen soll. Als Gegenentwurf versuchen wir daher, Verletzungen zu vermeiden, indem wir besser nichts sagen, sondern unsere negativen Gefühle unterdrücken und der Person oder Situation zukünftig aus dem Weg gehen. Dadurch verweigern wir jedoch unseren eigenen Gefühlen ihre Daseinsberechtigung, anstatt sie zu respektieren und uns wertzuschätzen. Wir unterdrücken sie, was weder gesund sein kann noch dauerhaft funktioniert und vielmehr an anderer Stelle umso heftiger ausbricht. Natürlich wäre es uns lieber, wir hätten nur positive Gefühle. Aber wenn negative Gefühle nun einmal da sind, sollten wir sie auch ernst nehmen, ihre Daseinsberechtigung anerkennen und ihnen Raum geben. Da wir unsere Vorstellungen nicht darlegen, wird die Situation außerdem nicht geklärt und unser Gegenüber bekommt nicht die Chance zu erfahren, was uns stört. Der Konflikt bleibt bestehen, wir belasten uns selbst mit unterdrückten Gefühlen und nehmen dem anderen die Möglichkeit, sein Verhalten aufgrund unseres Feedbacks zu ändern. Brechen Gefühle samt Vorwürfen ungefiltert aus uns heraus, üben wir anderen gegenüber Gewalt aus. Unterdrücken wir unsere Gefühle, behandeln wir uns selbst nicht gut. Beide Reaktionen verursachen Leid und führen vor allem nicht dazu, den Konflikt zu lösen. Die belastende Situation dauert unverändert an und beeinträchtigt unsere Lebensqualität. Was können wir tun? Die Grundsätze der gewaltfreien Kom-

Dr. Isabell Lütkehaus ist Juristin und arbeitet in freier Praxis als Mediatorin mit Trennungs- und Scheidungsfamilien. Darüber hinaus bietet sie Konfliktmanagement, Trennungsberatung und Streitschlichtung für alle Arten von Konflikten. www.home-mediation.de Gemeinsam mit ihrem Partner, Diplomsportwissenschaftler und Yogalehrer Tom Beyer betreibt sie in der Friedrichstrasse in Mitte das Yogastudio Home Yoga. www.home-yoga.de Rücken und Gelenke Sa. 10:00 - 11:30 h >> Asana 2

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Bhajans für Bildung

Schüler mit Westley Grenhalf, Englischlehrer aus London: »Seit ich im Ashram bin kann ich sehen, dass die Schule ein großes Potential hat. Ich möchte gern ein Teil der Entwicklung sein und zur Lehrerfortbildung beitragen.« »Wir waren wie berauscht von der Energie der Bhajans, die die Swamis mit den Schülern im Tempel sangen.« so Atman und Mira aus Montpellier, Frankreich. Bhajans sind spirituelle Lieder, in denen Gläubige ihre Liebe und Verehrung zu Gott besingen. Die Swamis geben den Bhajans eine ganz besondere Kraft. Die Liebe und Hingabe der Swamis ist in ihrem Gesang zu spüren. Sie singen in einer Art und Weise, die berührt, die einem das Herz öffnet und zum Mitsingen anregt. Diese liebevolle Kraft und den herzhaften Schwung dürfen wir auf dem 7. Yoga-Festival erneut erleben und in den Zauber ihrer Musik eintauchen. en im Bundesstaat Madhya Pradesh. Es ist ein kleiner indischer Pilgerort, gerade so klein, dass es keine staatliche Schule am Ort gibt. Dort wurde Ende der 80er Jahre ein Ashram gegründet. Fast alle Kinder arbeiteten in den kleinen Läden der Eltern oder bettelten. Es gab keine Möglichkeit zur Verbesserung der Lebenssituation. 2001 entstand dann die Schule. Die Swamis gingen von Tür zu Tür und baten die Eltern, die Kinder zur Schule zu schicken. Die Eltern zögerten zunächst, ihre Kinder zur Schule zu schicken, bringen die Kinder doch täglich 10 Rupien durch das Betteln nach Hause. Warum also sollten die Kinder zur Schule geschickt werden? Die Swamis überzeugten und mittlerweile hat die Schule im Dorf eine sehr gute Reputation. Jetzt fehlt es eher an Klassenräumen und Lehrern. Die Schüler lieben ihre Schule. So zum Beispiel Phooja: morgens ist sie eine fleißige und schlaue Schülerin und nachmittags Marktverkäuferin. Obendrein ist sie eine begnadete Tänzerin. Auch Tanzen ist Teil des Schulunterrichts. »Die Schülerinnen und Schüler werden sehr gut auf das Leben vorbereitet«, unterstreicht der Schulleiter. So ist neben Spiritualität Ökologie ein weiterer wichtiger Lehrinhalt. Auf dem felsigen Untergrund werden beispielsweise Bäume gepflanzt und gepflegt. Den Pil-

gerpfad Omkareshwars befreien die Schüler regelmäßig vom indischen Plastikmüll. Gopal ist ein Junge, den Swami Mangalananda unter der Brücke von Omkareshwar fand. Über Wochen und Monate suchte er vergeblich nach den Eltern des Jungen. Gopal lebt nun im Wohnheim, dass zum Ashram gehört. Dort leben derzeit rund 40 Jungen. Dieses Jahr werden neue Unterkünfte für diese Kinder gebaut. Direkt neben der Schule entsteht in traditioneller Bauweise quasi ein kleines Dorf. Es werden Häuser für je 7-8 Jungen gebaut. Es sind schlichte Bauten, die im Halbkreis angeordnet sind, wodurch ein Dorfcharakter entstanden ist. Die Häuser bestehen aus einem Raum und haben eine kleine Veranda. An den Wänden sind die Schlafplätze angeordnet. Rundum sind diese Schlafplätze wie Bänke gebaut, mit Filzmatten belegt und für jeden gibt es eine Decke. Es gibt ein großes gemauertes Regal, in dem jeder seinen Koffer oder seine Kiste für die persönlichen Sachen verstaut. Hinten ans Haus wird noch je ein Badezimmer angebaut werden. Die Jungen sind stolz und glücklich über diese Unterkunft und die Schule. Das Kinderlachen und das Glück, das aus diesen Augen sprüht, sind unbeschreiblich. Jeder gespendete Euro wird direkt in die

Schule investiert und gibt den rund 500 Kindern eine gute Schulzeit und eine Chance auf ein besseres Leben in Zukunft. Text: Karin Kuchelmeister
Spendenkonto für die Schule Lernen in Bewegung e.V. Konto: 638 487 906 BLZ: 860 100 90 Bank: Postbank IBAN: DE 17 8601 0090 0638 4879 06 BIC: PBNKDEFF Swami Mangalananda ist Amerikaner, der 1973 begann Indien zu besuchen. Er wurde von Sri Anandamayi Ma initiiert und lebt seither als Mönch in ihren Ashrams in Amerika und Indien. 2001 zog er endgültig nach Indien, wo er in Ma‘s Ashram in Omkareshwar, Zentralindien, wohnt. Er verbringt seine Zeit in Meditation und mit yogischer Praxis und unterrichtet in der Ashram-Schule. Er ist Autor von zwei Büchern und leistet regelmäßig Beiträge zu mehreren spirituellen Publikationen in Amerika und Indien. Swami Gurusharanananda vereint akademisches Wissen mit einer asketischen Lebensweise. Seit seiner Kindheit steht er unter der geistigen Führung seines erleuchteten Gurus, Swami Kedarnath (ein angesehener Jünger von Anandamayi Ma). Er ist ein Meister der Yoga-Asanas. In seiner Jugend hat er viele Preise in bundesweiten (der indischen Bundesstaaten) Wettbewerben erhalten, auf denen er seine Schule vertreten hat. Er hat ein Diplom in Philosophie und einen Doktor in der Auslegung der Upanishaden (indische heilige Schriften). Er dient als Leiter der Ashram-Schule in Omkareshwar und ist ein Experte für vedische Astrologie (Jyotish) und für viele Naturheilmethoden. Swami Gurusharananda verbringt seine Zeit in Meditation und Entsagung und setzt seine vielen Talente im Dienste seines Gurus und seines Ashrams ein. www.srianandamayima.org Chakra – Asana Workshop So. 12:15 - 14:00 h >> Asanas 1

Schulkinder Swami Mangalananda und Swami Gurusharanananda sind die Swamis aus Omkareshwar, die seit 2007 mit ihrer Musik auf Europa-Tournee gehen. Omkareshwar liegt zirka achtzig Kilometer südlich von Indore am heiligen Fluss Narmada in Zentralindi-

Phooja tanzt bei der Aufführung zum Nationalfeiertag

Bhajan-Konzert So. 18:30 - 20:00 h >> Grßes Zelt

Hier finden Sie das komplette Yoga-Festival-Programm und alle wichtigen Infos!

Camping Eingang Essens-Stände

Großes Zelt
DONNERSTAG ab ca. 21.00 Uhr Konzert Babek Bodien (Eintritt 10,- Euro inkl. Camping) FREITAG 14.00 – 14.30 Uhr Festivaleröffnung Stefan Datt, Miriam Kretzschmar 14.30 – 15.30 Uhr Eröffnungskonzert Bhaktas 17.30 – 19.00 Uhr Den launischen Geist besser verstehen Shubra >> Vortrag 19.00 – 21.30 Uhr Talk ohne Thema Thomas Hübl 21.30 – 23.00 Dhrupad Traditionskonzert Familie Mallick SAMSTAG 6.00 – 8.30 Uhr Sadhana Amrit Sadhana 10.00 – 11.30 Uhr Materielles und spirituelles Wachstum mit Veda Nikhil Joshi >> Vortrag 11.30 – 13.00 Uhr Mantrakonzert Swaramandala 13.00 – 14.45 Uhr Prana, Breath, Energy in Ayurveda Leela Mata 15.00 – 16.30 Uhr Just in this moment concert Steven Wolters 16.30 – 18:00 Uhr Die Gesetze der Sprache Shubhra >> Vortrag 18:00 – 20:00 Uhr Satsang – große Abendveranstaltung Sadhguru Jaggi Vasudev 20:30 – 22:30 Uhr Mantrakonzert Satyaa und Pari SONNTAG 6:00 – 7:00 Uhr Morgen Meditation 9.00-10.00 Uhr Über das mystische spirituelle Leben Narmada Devi 10.00 – 11.30 Uhr Die Atmung: Brücke des Prana zum quantenphysikalischen Körper Dr. Ori Wolff, Dr. Philip Eckardt und Yesha Z. Karmeli 11.30 – 13.00 Uhr Pranayama und die 3 Doshas – Körpertypen des Ayurveda Leela Mata 13.30 – 14.45 Uhr Lotus Love Journey Konzert Taketina 16.00 – 18.00 Uhr Gongmeditation Nanak Dev Singh Khalsa & friends 18.30 – 20.00 Uhr Bhajan – Konzert Swami Mangalananda Swami Gurusharanananda

Kasse

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Tickets: Tageskarte: 22 5 / Vvk: 16 5 · Festivalkarte: 45 5 / Vvk: 38 5 Vorverkaufsstellen: Online-Tickets unter: www.yogafestival.de Home Yoga Friedrichstr. 122 · 10117 Berlin-Mitte 030 - 31 01 58 00 · www.home-yoga.de Mondlicht-Buchhandlung Oranienstr. 14 · 10999 Berlin-Kreuzberg 030 - 618 30 15 Sotantar Yoga Shop Schliemannstr. 25A · 10437 Berlin-Prenzlauer Berg 030 - 44 73 76 52 · www.yoga-shop.org Shakti-Yogaloft Urbanstr.67 · 10967 Berlin-Kreuzberg Tel: 030 692 68 05 · www.shakti-yogaloft.de yoga 108 Behaimstr. 10 · 10585 Berlin-Charlottenburg 030 - 34 09 28 68 · www.yoga108.de Festival-Camping: ab 18 J. (p. P. pro Nacht): 12 5, ab 12 J. (p. P. pro Nacht): 5 5 Reservierung unter: www.yogafestival.de

Kulturpark Kladow an der Havel · Neukladower Allee 9 · 14089 Berlin Anfahrt mit dem Bus: 134 aus Richtung Berlin-Spandau, X34 aus Richtung Berlin-Zoo, 697 aus Richtung Potsdam bis Haltestelle: Neukladower Allee (Querstraße zum Kladower Damm) S-Bahn: S1, S5, S7, S75 bis S-Bhf. Wannsee. Genießen Sie anschließend das letzte Stück mit der Fähre F10 über die Havel, die Sie mit ihrem normalen BVG-Ticket für den Bereich AB nutzen können. Fährverbindung: Wannsee-Kladow: Abfahrt jeweils zur vollen Stunde, Fr.: 6:00 - 19:00, Sa.: 7:00 - 19:00, So.: 10:00 - 20:00, Kladow-Wannsee: jeweils zur halben Stunde, Fahrzeit: 20 Min. Die letzten 300 Meter gehen Sie vom Fähranleger in Richtung Nordosten am Ufer entlang und schon haben Sie das Festivalgelände erreicht! Anfahrt per Auto: aus Richtung Spandau: Von der Heerstraße links auf die Gatower Str., die in den Kladower Damm übergeht. Zum Festivalgelände geht es links in die Neukladower Allee, kurz hinter dem Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe. Aus Richtung Potsdam: Von der Potsdamer Chaussee auf den Ritterfelddamm und in Kladow auf den Kladower Damm. Dann rechts in die Neukladower Allee. Parkgebühren Festival-Parkplatz: Pkw: 5 5 / 1. Tag, 3 5 / 2. Tag, 10 5 / Fr. - So.; Wohnmobile: 15 5 / Fr. - So. Lernen in Bewegung e.V. · Weimarer Str. 29 · 10625 berlin · www.yogafestival.de · Call: 030 - 38 10 80 93

Marktplatz

Großes Zelt

Kleines Zelt

Herzlichen Dank an die Sponsoren des Festivals:

W W W. Y O G A - S H O P. O R G

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Kulturpark Kladow · Neukladower Allee 9 · 14089 Berlin · www.yogafestival.de

Asana 1
FREITAG 15.30 – 17.00 Uhr Hatha Yoga Flow Catrin Müller 17.00 – 19.00 Uhr Hatha-Yoga – tantric perspective Michael Stewart 19.00 – 20.30 Uhr Ishta Yoga in english Julie Blumenthal 23.00 Uhr Chanting Danilo and friends SAMSTAG 9.00 – 10.00 Uhr Powerbreathing Swami Yogananda 10.00 – 12.00 Uhr Hatha Yoga Narmada Devi 12.00 – 14.00 Uhr Acro Yoga –german teachers gathering Lucie Beyer and friends 14.00 – 16.00 Uhr Virya Yoga Josephine Selander 16.00 – 18.00 Uhr Meridian Stretch Class Pari 23.00 – 0.30 Uhr Yoga & Klang Arne & Stefan SONNTAG 8.00 – 9.30 Uhr Meditation der vier Himmelsrichtungen (nach OSHO) Matthias Grimm 10.00 – 12.00 Die Power von Sanftheit: Dru Yoga Dr. Wolff 12.15 – 14.00 Uhr Chakra – Asana Workshop Swami Gurusharanananda Swami Mangalananda 14.15 – 16.00 Uhr Shiva-Shakti-EnergieFlow« Tantra-Yoga-Praxis Ilona Strohschein

Asana 2
FREITAG 17.00 – 18.30 Uhr Geheime Atemmethoden und Forschung Manoj Kumar 18.30 – 20.30 Uhr Nivata-Mondgruß Julian und Katharina Middendorf SAMSTAG 10.00 – 11.30 Uhr Rücken und Gelenke Yoga Tom Beyer 11.30 – 12.30 Uhr Familienyoga Miriam Kretzschmar 12.30 – 14.00 Uhr Yoga und Musik Janin Devi und Maik 14.00 – 16.00 Uhr Hormon Yoga Dinah Rodrigues 16.00 – 17.30 Uhr Benefit Yoga bewegt Sonja Klöwer – Weg der Mitte SONNTAG 9.00 – 10.30 Uhr Landscape – Yoga Susanne Lutz 10.45 – 12.15 Uhr Kundalini Yoga Stefano Petrou 12.30 – 14.00 Uhr Open Yoga Sri Sivan Namboothiri 14.15 – 15.45 Uhr Rishikesh Reihe Swami Saradananda 16.00 – 17.30 Uhr Schwangerenyoga Jutta Wohlrab

Kleines Zelt
FREITAG 16.00 – 17.30 Uhr Ayurvedische Behandlungsmethoden und -strategien bei Burn-Out-Syndrom Alexander Peters SONNTAG 11.00 – 12.00 Uhr Bhakti-Yoga – absolute Hingabe Sri Sivan Namboothiri 12.00 – 14.00 Uhr Eine indische Legende oder die Augen des ewigen Bruders Al Gromer Khan, Mareike Tiede >> Lesekonzert 14.00 – 15.45 Uhr Nada Yoga Workshop Familie Mallick

Theatersaal
SAMSTAG 14.00 – 15.30 Uhr Aroma Yoga Tanja Bochning 16.15 – 17.15 Uhr Mantra Chanting Lalita Devi SONNTAG 11.00 – 13.00 Uhr »Am Anfang war das Licht« Chi-Gong-Meisterin Tianying >> Film und Energiearbeit

Kinderbetreuung

17.30 – 19.00 Uhr Feuerzeremonie Narmada Devi SAMSTAG 10.00 – 11.30 Uhr Hormonyoga - Vortrag Dinah Rodrigues 11.30 – 13.00 Uhr Atem – Kraftquelle des Lebens Swami Saradananda 13.00 – 15.30 Uhr Taketina Workshop: Der Yoga des Rhythmus Cornelia Flatischler 15.30 – 17.00 Uhr Die heiligen Stätten Indiens – ihre Kraft und Geschichte Sarabjeet 17.00 – 18.00 Uhr Energiearbeit zur Beruhigung der Seele Meisterin Tianying

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Der Raga Jog – die Musik des Yoga

vielfach zu Körperertüchtigungsmethoden der anderen Art oder merkwürdigem Eros-Tantra des prekären Wochenend-Entertainments mit Anfassen entwickeln und für den ‚Indienfahrer‘ Anlass zum Fremdschämen werden würde. Nacht in Kalkutta. Nach dem Konzert der Krähen lebt die Stadt nach der Flucht der Tageshitze in der Dunkelheit fast ohne Stadtbeleuchtung noch einmal auf. Schemenhaft huschen Gestalten zwischen hupenden Taxis. Im Basar gehen die Neonleuchten an und im Haus des Musiklehrers herrscht die Geruchsmischung von gebratenem Gelbwurz und Kreuzkümmel, Koriander und Garam Masala vor. Der Meister selbst ist in entspannter, fast jovialer Stimmung, zurück gelehnt, Betelnuss kauend: »Heute zeige ich dir Raga Jog!« Die Wahrscheinlichkeit ist gering, doch die Möglichkeit besteht immer: Ich erzähle dem Lehrer von meiner Begegnung mit dem Yoga-Pandit und dass jener mir ebenfalls gerade an diesem Abend das Prinzip von Yoga und Vereinigung erläutert hatte. Der Meister winkt ab: Wundersame Zufälle seien eine Selbstverständlichkeit in Indien. Stattdessen nimmt er sein Instrument auf. Die Sitar glänzt matt vom vielen Üben und polieren. Eine kleine Duftwelle, Rose und Sandelöl geht von ihm aus. Mit der Linken zieht der Musiker die Saite über den Bund der Sitar. Ein minutiöses subtiles Ornament, saphirblau, entsteht, in einen seltenen Moment der Stille am indischen Abend gesetzt: Das Portamento gleitet sanft von Dur- nach Mollterz herunter zur Tonika. Der Lehrer blickt auf. Ein Augenzwinkern. »So spricht Paarvati!« Ich weiß wer Paarvati ist, sie ist die liebliche, reich geschmückte Gattin des Gottes Shiva … Ja, aber der Musikmeister ist doch Moslem? Der Lehrer wackelt mit dem Kopf, zwinkert erneut: »Man muss die höchste kosmische Kraft überall suchen«. Der Meister lacht verschmitzt. »Shiva, Paarvati … making nice nice!« Er setzt die klare Durterz gegen die unendlich versüßte Ambivalenz des Moll. Das ist Shiva! »Durch das Üben bereitest du die Wohnung vor, du putzt und polierst, machst sie bereit für Ihren Besuch,

Irgendwo im Hinterland von Madyha Pradesh, in der Nachmittagshitze während endlos scheinender Zugfahrten auf dem indischen Subkontinent, zwischen den übervölkerten Metropolen Bombay, Delhi, Kalkutta und Madras im Süden konnte der »Indienfahrer« der Siebzigerjahre des zwanzigsten Jahrhunderts eine andere Zeitspur wahrnehmen: ein Mann in Lendenschurz und hohem weißem Turban, ein Holzpflug, gezogen von einem Wasserbüffel mit Nackenjoch. Steinzeit. War dies das wirkliche Indien? Sich geduldig sein Joch aufbürden, sein Prarabdha Karma, die Konsequenzen aus vergangenen Wünschen, Neigungen, Sehnsüchten und Taten hinnehmen, allmählich abtragen, der Befreiung entgegen? Der ‚Indienfahrer‘ vermied im Jahre 1971 wenn es ging die Großstädte – Malaria, Hepatitis, der Taschendieb, der Radau bedrohten, bedrückten einen. Doch der Zug schlängelte sich durch Reisfelder und Steppenlandschaft Richtung Kalkutta. Nur hier, in den Metropolen, und dazu noch in unerwarteten, oft unansehnlichen Stadtbezirken konnte man jene Zeitgenossen finden, derentwegen man diese beschwerlichen Reisen auf sich genommen hatte. Reisen, die aufgrund von menschlichen Begegnungen zu Zeitreisen werden konnten: Feurig blickende Sadhus, entwordene Fakire

und sanft lächelnde Musiker, die nächtelang auf ihren Instrumenten übten, sich den Haarschopf mit einer Schnur an die Zimmerdecke banden, um dem Schlaf zu widerstehen, und einem irgendwann unerwartet anvertrauten: »Wir kennen keinen Schmerz.« »Das Yoga muss jetzt der Menschheit eröffnet werden.« Der Pandit, der weißhaarige Sanskrit-Professor sprach behutsam, aber mit Geistesschärfe; seine Statur und Leibesfülle ließen nicht unbedingt auf einen Yogi schließen. Dies war im Spätherbst 1971 am Park Circus, Kalkutta. Guesthouse For Visiting Professors. »Yoga bedeutet ‚Union‘, sagte der Pandit, »Vereinigung – manches deutet auf den Vorgang, einem Wasserbüffel das Joch aufzusetzen, hin.« Der ältere Mann sprach von ‚Dschoga‘, weil er Bengale war. »Im Gegensatz zur, sagen wir mal, der naturwissenschaftlichen Annäherung, wo ‚der Betrachter‘ der gleiche bleibt und Wissen adoptiert, wird im Yoga die entsprechende Person eine Neue, das Bewusstsein erweitert – die individuelle Evolution beschleunigt sich, der Yogi erhält tiefes Wissen und das Verständnis für die Mechanismen von Kosmos und Psyche.« Der Pandit konnte wohl kaum ahnen, dass die Vereinigung, von der er sprach und die sich auf den großen bengalischen Mystiker Shri Aurobindo bezog, sich zwanzig Jahre später im Westen

den Besuch der Göttin!«. Dann spielt er weiter, webt neue Melodiefragmente und fein ziselierte Portamenti, fügt sie in einen Rhythmus ein, der sich polyrhythmisch ausnimmt, doch der auf einem festen Vierer-Zeitmaß fußt. Zwischen Shiva und Paarvati ist es zu einer alchemistischen Hochzeit gekommen, die im Kopf stattfindet: der Moment des Eintritts des Lingam in die höchst verehrungswürdige kosmische Weiblichkeit. Im Solarplexus eine gute, satte, warme Empfindung. Eine neue Grundlage ist erreicht worden, weg von Mythologie oder banaler Phantasie. Psychosomatische Kraft ist erzeugt worden und der Indienfahrer schätzt sich glücklich, diesen Pfad erwählt und die beschwerliche Reise auf sich genommen zu haben. Es ist spät. Auch die Zeit – und mit ihr Kummer und Sorge – sind vorübergehend außer Kraft gesetzt. Der Musiker spielt. Was sich zunächst wie diese eine saphirblaue Phrase ausnahm, wurde zu einem Ozean von Möglichkeiten kreativer Entscheidungen, woraus der Meister anscheinend mit Leichtigkeit immer jene mit der feinsten Anmut, der zartesten Empfindung, der freudvollsten Euphorie auswählt, bis hin zum Bhava-Punkt, den man nur mit Demut und Bescheidenheit übertreten darf. Irgendwann, in der Stille der Nacht legt der Musiker das Instrument beiseite. Der ‚Indienfahrer‘ berührt seine Füße in Ehrfurcht, nimmt seinen Segen entgegen. »Subhan Allah! Morgen - morgen früh machen wir Grammatik in Raga Jog!« Der Lehrer lacht. Es ist noch das Lachen der Trance. Doch am Morgen ist alles anders: Krieg mit Pakistan ist ausgebrochen. Der Musiklehrer hatte zwar gemeint, wenn es Krieg gibt, dann würde es ein Weltkrieg werden. Doch es wurde kein Weltkrieg, stattdessen gab es im Anschluss statt zwei Staaten Pakistan nur noch einen, dafür aber einen ganz neuen: Bangladesh. Und es war unsicher geworden in Kalkutta. Heerscharen von Dienern und Kulis wurden gerufen: »Wir ziehen um nach Bombay!« Szenenwechsel: In einer deutschen Großstatt, im Süden der Republik war zwischenzeitlich die Sitarmusik in Mode gekommen. Der ‚Indienfahrer‘ genoss bemerkenswerte und ungeahnte Aufmerksamkeit bei Medien und Institutionen, durfte ein wenig von der Süße und Kraft

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des Raga Jog, die von der magischen Hand des Lehrers geflossen war, an langhaarige junge Männer und blumengeschmückte Mädchen weiterreichen. Nach und nach kam auch die Allgemeinheit hinzu. Hausfrauen nähten sich Blümchen auf die Jeans aus dem Warenhaus und Jazz-Journalisten mit schwer auszusprechenden osteuropäischen Namen taten sich schwer mit so Subtilem, warteten lieber Bier trinkend an der Bar, bis die indischen Klänge verklungen waren. Der öffentlich rechtliche Planstellenbesitzer fühlte sich zunächst bedroht und dann genötigt, Indien mit einzubeziehen. Der Anruf kam: »Wir brauchen etwas mit indischer Sitar. Können Sie nicht ab und zu etwas für uns machen, Herr Khan?« Ja, natürlich. Und dann war da noch Herr Bose, der Bengale, er arbeitete in einer Druckerei als Gehilfe. In seiner Schulzeit in Kalkutta hatte er hin und wieder ein wenig singen gelernt. Bald füllte sich das Archiv des Radiosenders mit `Liedern zum Erntedank‘ und verlieh der indischen Musik desweiteren den Nimbus des schwer Zugänglichen, von der Hektor Berlioz schon im 19. Jh. sagte, sie sei noch in tiefster Finsternis und Barbarei gefangen. Auch Herrn Professor Dr. Abdul Flechsig, Gelehrter in Sachen Völkerkunde, überforderte es, im Raga Jog oder im Yoga die Möglichkeit der Seligpreisung durch die darin enthaltenen Prinzipien Bhakti und Bhava zu erkennen. Also suchte er die Nähe des ‚Indienfahrers‘ und verbrachte Gesprächsabende beim Tee mit ihm. Bald sprach er selbst mit Autorität und der Würde seiner Position über ‚höhere Bewusstseinsstufen in kongenialeren Epochen menschlicher Entwicklung oder einem sozialen und geistigen Klima der Güte, in dem zwei Menschen aufeinander zukommen konnten, jeder bereit dem anderen etwas zu geben‘. Begriffe wie Samadhi entsprächen einer solchen Epoche, betonte er. Der Grundgedanke, so dozierte er: Die betreffende Person unterwerfe sich freiwillig einem höheren Ideal und beginne einen langen, beschwerlichen und schmerzhaften Weg der Entbehrung und Disziplin. Auch gefährlich sei der Weg, denn wer scheitert, habe die äußere Welt verlassen, als nicht mehr von Interesse zurück gelassen, die innere Welt jedoch womöglich noch nicht erschlossen. Wer jedoch den Grundgedanken der indischen Musik verstanden habe, begreife die verschiedenen Komponenten und die auftretenden Phänomene leichter, beginne nach einer gewissen Zeit der Hinwendung zu ahnen, worin der Pfad bestehe und wohin er führe. Dann erläuterte der Professor unter Verwendung aller im Synonymlexikon verfügbaren Adjektive die Entsprechung des klassischen indischen Raga Jog im Kontext zu den Yoga-Prinzipien des Patanjali. Die Zuhörer waren beeindruckt, applaudierten. Auch Abt Werinher von der Abtei St. Otto meldete sich. »Ich denke an eine Art kontemplatives Abendgebet: Zum Brunnen der Stille gehen …«. Der ‚Indienfahrer‘ beschrieb dem Abt indische Musik: Im Raga Jog verehren wir die weibliche Vulva als heilig. Das Konzert war sehr erfolgreich, fast tausend Besucher kamen, glasperlengeschmückte Blumenkinder meditierten. Doch am folgenden Tag trat der Abt auf ihn zu: »Ich habe Weisung von oben bekommen, hier keine indische Musik mehr zu erlauben.« Weisung? Von oben? Von wie weit oben? Doch es gab schon damals praktizierende Yoga-Anhänger in der Metropole am Alpenrand. Für sie, dachte der ‚Indienfahrer‘, könnte ich eine subtile, hermetische Trancemusik anhand von Raga Jog entwerfen, ihre Yoga-Übungen unterstützend und meinem Ustad, meinem Sitarlehrer zur Ehre gereichend. Also sprach er bei der Plattenfirma vor. Fritz MüllerSielaff von ‚Artists and Repertoire‘ empfing ihn in seinem Büro. »Musik für Yoga? Hahahaha! Hörnse ma: Wer soll‘n dat kaufen? Wenn ich entspannen will, trinke ich Schnaps!«
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eigene Hilflosigkeit zuzugeben, angesichts überwältigender kosmischer Kräfte und der Allgewalt der Mutter. Und dann die soul traps: Ist der bequeme Weg einmal eingeschlagen, die Falle zugeschnappt, ist es Zeit für die Geschäftsleute auf den Plan zu treten und jene jungen Seelen, die ohne Verantwortungsgefühl, doch mit dem Bedürfnis nach ‚Selbstverwirklichung‘ ausgestattet sind. Das ‚Hier und Jetzt‘ als Zustand bedürfnisloser Zeitlosigkeit ward zu einem Ausdruck hedonistischer Verantwortungslosigkeit: Sie waren es, die aus Musikstücken von sublimem Anspruch, eine ‚Musik zum indischen Sex-Ritual‘ und aus einer ‚ Beautiful Marva‘ ein ‚Kamasutra Experience‘ machten. Danach wandten sie sich Klingeltönen für Mobiltelefone zu. Begnügten sich mit ‚yogischen‘, mit ‚tantrischen‘ Projektionen, welche die gängigsten Klischees eines Weisen erfüllten: Mosesbart, Puffärmel,

des Yoga, des Tantra, der Religion. Eine Entwicklung, die sich im Laufe von zwei Jahrtausenden auch schon im Namen eines frühen Yogi vollzogen hat, hin zum Bollwerk des Vatikan und dem ‚Stellvertreter‘ mit all den unappetitlichen Randerscheinungen. Vielleicht darf es ja zeitgemäße Arten der Yoga-Interpretation geben, doch die dahinter liegende Intelligenz sollte heilig bleiben. Hinsichtlich des Tantra wäre es besser, Zeit beim Krematorium zu verbringen, als auf einer ‚tantrischen‘ Gruppensex-Party. Indische Musik, der Raga Jog führt Demut und Unterwerfung, das Joch, gleichsam als Wirkbeschleuniger inhärent mit sich. ©Al Gromer Khan 2011

Al Gromer Khan lebte in seinen frühen Jahren in London, Tanger und Indien. Zeitweise besuchte er eine Londoner Kunstschule. Später folgte jahrelanges Studium und Üben der indischen Musik, bei namhaften Sitarmeistern wie Imrat Khan, Roshan Jamal Bhartiya und Rais Khan. 1975 wurde er in die Vilayat Khani Gharana, das berühmte indische Musikhaus von Sitarspielern, aufgenommen. In Indien kam er in Kontakt mit heiligen Männern und Yogis. Er kehrte in den späten 1970er Jahren nach Deutschland zurück und war in Projekten kontemplativer und Welt-Musik für Radio, Fernsehen und Schallaufnahmen beteiligt. 1981 zog er sich für 10 Jahre zu spirituellen musikalischen Studien und Übungen zurück. Nach dieser Periode begann er seine Paisley Music zu entwickeln, einen kontemplativen Ambient Musikstil. Als inspirierende Einflüsse nennt er Satie, John Cage, Joseph Beuys und Vilayat Khan. Neben Komposition und Aufnahmen gibt er Konzerte klassischer indischer Musik. Er schreibt und arbeitet mit visueller Kunst. www.algromerkhan.com Lesekonzert Sa. 12:00 - 14:00 h >> Kleines Zelt

Vierzig Jahre gingen ins Land. Und vierzigtausend Übungsstunden. Die Messingbünde der Sitar waren abgenutzt und mussten erneuert werden, mehrmals. Die Vereinigung mit der höheren Kraft blieb aus, alles wurde schwieriger. Indische Musik ging, Punkrock kam. Obsessionen stellten sich ein. Doch dann wurde der ‚gesuchte Zustand‘ häufiger, der Pfad aber nicht weniger schmerzhaft. Am Horizont ein Zustand der sämtliche Attribute des Avadhut aufweist: Schlichtheit des Gemüts, unabhängig und furchtlos, gleichmütig in Freude und Leid, frei von Bindung, Furcht, Geilheit, Zorn, Ehrgeiz, Unruhe, die Menschen ohne Unterschied betrachtend: einer in hundert Millionen. Und dann bleiben diese auch noch am liebsten anonym. Womit nicht gesagt sein soll, dass nicht auch wir, die gewöhnlichen Zeitgenossen, dieses System, dieses Raga Jog, dies Yoga, praktizieren können, doch sollte davor gewarnt werden, den üblen Nachgeschmack zu ignorieren, der bleibt, wenn man versucht, ‚erleuchtet‘ zu spielen. Die eigenen Grenzen, die eigene Ignoranz zu erkennen und zu transzendieren, das könnte ein interessantes Projekt sein, schwieriger noch als die Eiger-Nordwand zu erklimmen, Millionär oder der schnellste Geiger der Welt zu werden. Diese Aufgabenstellung ist in der Tat so schwierig, weil es auch bedeutet, die

alttestamentarische Roben, merkwürdige Mützen. Sie akzeptierten sie, um Teil von etwas zu sein, das gewisse naive Vorstellungen von ‚Erleuchtung‘ befriedigte und ihnen ein soziales Spiel unter anderen ‚Erleuchteten‘ erlaubte. Eigentlich war es von Anfang an eine Frage des guten Stils, solche Kitschgurus zu meiden. Selbstverständlich hat Musik, indische Musik, die Kraft einen die Empfindungsebene wechseln zu lassen. Sicher gibt es Ambient-Alben, die in der Lage sind, die Denk- und Empfindungsfrequenz des Hörers zu verlangsamen. Essentielle Schritte, um das eigene Unbewusste zu erforschen. Indische Musik besitzt die Kraft, andere Facetten der menschlichen Seele zu aktivieren, doch das können, pro Situation auch Roy Orbison, Om Kalsoum oder Erik Satie. Gestern nachmittag erst hat mich das Tenorsaxophon-Solo von Dexter Gordon auf »Watermelon Man« verzückt und heute morgen einmal mehr Vilayat Khans ‚Lalit‘. Shiva zerstört banale Erwartungen, zumindest gefährdet er sie und dadurch wird eine Bewusstwerdung eingeleitet. Wichtig scheint, dass das Prinzip des Yoga, die kosmische Vereinigung, nicht aufgegeben wird, weil man sonst auf einer künstlichen Ebene landet. Denn dort gibt es Milliarden Möglichkeiten und Spielarten für das Ego im Namen

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Vedanta – Streben nach Glückseligkeit!
und wir identifizieren uns mit den begrenzten Aspekten unseres Selbst und nicht mit dem unbegrenzten Teil! In diesem Fall definieren wir uns selbst in diesem Rahmen und leben ein Leben, kontrolliert von äußeren Kräften. Die Kraft zur Veränderung steckt in uns. Alles, was wir sein möchten und für uns erschaffen wollen, ist in uns! Wir können aus dem Universum der reinen Freude, der Seligkeit und des Überbewusstseins schöpfen, wenn wir uns mit der Quelle unseres Wesens verbinden. Vedanta: eine allumfassende Lehre aus einer uralten Tradition. Es ist die philosophische Basis allen Yogas. Der Begriff ‚Vedanta‘ kommt aus dem Sanskrit: ‚vid‘ – wissen veda = Weisheit anta = end Der Weg des Yoga Die Art, diese Verbindung herzustellen, wird im Sprachgebrauch des Vedanta Yoga genannt - der praktische Weg, uns wieder mit unserer Quelle zu verbinden. Obwohl heute Yoga als Asana verstanden wird, schließt es in seiner umfassenderen Bedeutung alle Übungen des Körpers, des Innersten und des Geistes ein, die uns in einen Zustand innerer Reinheit bringen, von wo aus wir den transzendentalen Sprung in die Welt des Überbewusstseins tun können. Wir können unsere Entdeckungsreise von jedem beliebigen Punkt aus beginnen - je nach unserer emotionalen Anlage. Vedanta ist eine universale Philosophie - kein Dogma - sie weist uns einfache, gangbare Wege in ein Leben frei von Zwängen und Angst! Die mystischen Lehren der Upanishaden (Offenba-

Shubhra Shubhraji ist in Indien geboren und eine international geschätzte Vedanta Lehrerin mit großer Weisheit. Sie unterrichtet in der Tradition ihres Meisters HH Swami Chinmayananda, der sein Leben kompromisslos der VedantaPhilosophie widmete. Shubhraji´ s spirituelle Arbeit vermittelt eine neue Bewusstheit zum Wohle von Frieden und Harmonie für die heutige Gesellschaft. Vedanta in authentischer Weise weiterzugeben ist ihr heiliges Anliegen, ihre tiefen Einsichten der vedischen Schriften spiegeln dabei die göttliche Natur des Einen in Allem. Vedanta verdankt ihren Ursprung keiner Person oder Propheten sondern gilt als die Essenz des vedischen Wissens. Im Mittelpunkt steht die kosmische Einheit. Vedanta lehrt den Weg zur Verwirklichung unserer göttlichen Natur, für ein Leben in Fülle und inneren Frieden. www.namahom.org Den launischen Geist besser verstehen Fr. 17:30 - 19:00 h >> Großes Zelt Die Gesetze der Sprache Sa. 16:30 - 18:00 h >> Großes Zelt

Vedanta-Philosophie mit Shubhraji Wir sind ein Produkt unserer Gedanken und der Umgebung. Wir erschaffen einen Teil unserer Probleme durch unsere Denkmuster und einen Teil durch die Umstände um uns herum. Wir fühlen uns gebunden und machtlos. Wonach streben wir? In einer Welt ständigen technischen Fortschritts scheinen wir eine Balance zwischen unserem beruflichen und persönlichen Leben zu suchen, um einen inneren Zustand von Frieden, Freude, Glückseligkeit zu finden - wie immer man es nennen will. Waren wir immer so? Die Antwort ist nein. Wir haben einfach vergessen, wer wir sind! Was passiert wirklich? Vedanta beantwortet diese Frage auf sehr einfachen Art. Wir sind sehr kraftvolle Wesen, weil das Grundmaterial unseres Organismus göttliche Energie ist. Diese Lebenskraft/ göttliche Energie ist die Essenz jeden menschlichen Wesens und ist im Grunde die gleiche Energie jeglicher Schöpfung. Diese göttliche Energie oder Bewusstsein besteht von Natur aus aus Reinheit, Unendlichkeit, Bedingungslosigkeit und Grenzenlosigkeit. Dieser Zustand der Vollkommenheit - Poorna - ist unsere wahre Natur. Das ist es, wer wir sind - dennoch fühlen wir uns wegen unserer spirituellen Unwissenheit oder Avidiya begrenzt

rungen, die Meistern im Himalaja gegeben wurden) führen uns durch den verstandesmäßigen Prozess des Erkennens der Natur des Selbst. Sie lehren uns, unsere Gedanken zu beobachten und zu erkennen, dass wir etwas anderes sind, als was wir denken und dass wir die Wahl haben, Inhalte aus unseren Gedanken zu löschen, die uns nicht länger dienlich sind - durch die Kunst der Unterscheidung - und dadurch nicht länger Gefangener ihrer einzelnen Auswirkung zu sein. Sie führen uns zum Nachdenken und dann dazu, über die Wahrheit zu meditieren, die immer in uns vorhanden ist - die frei verfügbar ist und sie zeigen uns vor allem, dass wir diesen vollkommenen Zustand in uns erfahren können! Mein Guru Swami Chinmayananda beschreibt Meditation auf eine wunderbare Art: »Eine Übereinstimmung mit einem höheren Ideal zu erreichen, wodurch der Meditierende in sich selbst die Qualitäten dessen entwickelt, worüber er meditiert, wird Meditation genannt.«.Wir haben auch den Text der Baghavad Gita, in dem Krishna, der Herr, sich an die Menschen aller Schichten wendet, um ihnen zu zeigen, wie man Ausgeglichenheit mitten im täglichen Leben erreichen kann. Er lehrt uns, die richtigen Werte zu leben, durch die der Geist und das Innerste unter Kontrolle und in Balance sind. Nur solch ein Geist ist in der Lage den Zustand von totaler Freiheit und Freude zu erreichen, den wir erstreben. Die Kunst der Wiederbelebung des Geistes und Ausschöpfung seines gesamten Potentials, um die höchste Verwirklichung und Glückseligkeit zu erreichen, ist die Kunst der rechten Handlung- Karma Yoga. Je unruhiger unser Geist ist, um so unfähiger ist er, hervorragende Ergebnisse zu erreichen. Wenn wir in der Lage sind, Handlungen des Dienens mit Liebe und ohne Anhaftung an ein Ergebnis auszuführen, führt uns das aus dem inneren Stress heraus und wenn wir die innere Reinheit erreichen, kann das Bewusstsein, das immer in uns vorhanden ist, erstrahlen. Streben nach Glückseligkeit heißt wissen, dass sie bereits in uns ist! Text by Shubhraji Übersetzung: Gabi Ziegenbein

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Kirtan mit Swaramandala & Friends

Swaramandala & Friends Die Gruppe Swaramandala gibt seit vielen Jahren Konzerte und unterrichtet Nada Yoga Seminare u.a. am Europäischen College für Yoga und Therapie (ECYT). Im Nada Yoga geht es um das Eintauchen in die Welt des Klangs bis hin zur Wahrnehmung der feinsten inneren Schwingungen, die uns in Einklang mit allem bringen. Speziell die Klänge der indischen Musik berühren unsere Seele, denn in ihren Gesetzmäßigkeiten spiegelt sich die Harmonie des Kosmos und der Natur. Buchveröffentlichung und mehrere CDs. www.wegdermitte.de Laura Patchen, Tabla. 1977–2004 vom Musiker und Komponisten Pandit Kamalesh Maitra ausgebildet. Seit 1978 Begleitung auf der Tabla bei seinen internationalen Tourneen. Gründungsmitglied des 1980 formierten Ragatala Ensembles mit Konzerten in Europa, Indien. MC-,LP- und CD-Einspielungen. Zwanzig Jahre Lehrerfahrung. Frank Beese, Sitar, Zither, Harmonium, Percussion. Unterricht bei Meistermusikern wie Pandit Budhaditya Mukherjee, Pandit Manilal Nag. Als Sitarspieler arbeitet er in Konzerten und Seminaren seit über 30 Jahren besonders mit der spirituellen und therapeutischen Dimension indischer Ragas Barbara Irmer, Gesang, Harmonium, Tamboura, Gitarre. Yogalehrerin WdM und BDY/EYU, BenefitYoga®Therapeutin, Lehrerin für Atem, Stimme und Bewegung nach Goralewski / Gindler, Heilpraktikerin, Pädagogin, Autorin. Carmen Mager, Gesang, Tamboura, Gitarre. Yogalehrerin WdM und BDY/ EYU, BenefitYoga®-Therapeutin, Dipl. Soz.Päd., Heilpraktikerin, Leitende Ausbilderin am Europäischen College für Yoga und Therapie im Fachgebiet BenefitYoga®-Therapie, Autorin. Erika Maria Rojo, Sängerin. Gesangsstudium an der Manhattan School of Music. Yogalehr-Ausbildung am Integral Yoga Institute in New York und WEG DER MITTE/ECYT. Dozentin für Musik und Yoga in den WEG DER MITTE Gesundheitszentren. Detlef Franz, musikalische Ausbildung an der UdK Berlin. Seit über 20 Jahren Mitwirkung bei Konzerten in Orchestern, Jazz-Ensembles und Percussiongruppen auf Berliner Bühnen. Musik-, Sport- und Theaterlehrer. Mantrakonzert Sa. 11.30 - 13.00 h >> Großes Zelt

»Ich weile weder im Himmel noch im Herzen der Yogis. Ich wohne nur dort, O Narada, wo die, die mich lieben, singen.« Krishna in der Narada Samhita, I,7 Die Gabe des Singens ist dem Menschen in die Wiege gelegt - und auch die Sehnsucht danach. Menschen singen in allen Ländern, in jeder spirituellen Tradition und Religion. In der indischen Tradition wird das gemeinsame Singen zur Lobpreisung des Göttlichen Kirtan genannt. Singen ist ein Ausdruck von Freude und Gemeinschaft, kann Menschen miteinander verbinden und ein gemeinsames Energiefeld schaffen. Kirtan-Singen verlangt keine musikalischen Vorkenntnisse. Weder Notenkenntnisse noch Stimmbildung oder das Spielen eines Instruments sind erforderlich, um aus vollem Herzen zu singen. Es geht um die Freude am Singen und um das gemeinsame Erleben von Musik. Die Praxis des Chantens ermöglicht ein Eintauchen in die spirituellen Qualitäten, mit denen wir uns verbinden möchten. In den Texten spiritueller Lieder spiegelt sich der Wunsch

nach Hingabe an das göttliche Prinzip. Wenn in der indischen Tradition göttliche Namen gesungen werden, so ist das letztlich nicht an einen äußeren Gott gerichtet. Die verschiedenen Namen der Gottheiten stehen vielmehr für innere Qualitäten, denen wir begegnen, wenn wir uns dem Selbst nähern. Durch die Auswahl der Lieder und die Art und Weise des Singens werden diese unterschiedlichen Qualitäten erweckt und durch wiederholtes Singen intensiviert, begleitet von einer Geste der Verehrung und Hingabe. Allein im Klang ihrer Namen offenbaren sich ihre Qualitäten. Die Geste des Singens kommt von Herzen und geht zu Herzen. Was klingt in unserem Inneren, wenn die göttliche Energie beim Kirtan-Singen gepriesen wird? Es ist der Klang des göttlichen Namens in der Melodie und im Rhythmus der Musik. Beim Kirtan wird ein gemeinsames Energiefeld aufgebaut, das die göttliche Energie einlädt und willkommen heißt. Wer würde einer solchen Einladung nicht folgen wollen? Menschen berichten von unerwarteten Momenten des Glücksgefühls

und des Aufgehoben-Seins in der Gemeinschaft der Singenden sowie von Gefühlen der Harmonie, der Verschmelzung, des Einsseins. Auch diejenigen, die ohne Vorerfahrung und Erwartungen chanten oder seit Jahren nicht mehr gesungen haben, können häufig bereits beim ersten gemeinsamen Lied die Erfahrung machen, dass ihr Herz berührt wird und dadurch eine gefühlsmäßige Öffnung entsteht. Beim Kirtangesang geht es vor allem um die Berührung und Vertiefung der Herzensqualität, der Hingabe. Wenn Singen sich mit der Qualität von Hingabe verbindet wird es zur Meditation. Es werden einfache Texte und Melodien gesungen und zum Teil während des Kirtans spontan weiterentwickelt. Dadurch entstehen neue melodische und rhythmische Variationen. Dies erzeugt eine besondere Aufmerksamkeit für den jeweiligen Moment. Der Chor stimmt sich auf den Vorsänger ein, nicht nur, um das Gesungene korrekt wiederzugeben, sondern auch, um sich an die innere Qualität anzuschließen, die das Lied hervorruft. Auf diese Weise ist es sehr einfach, ein neues Lied spielerisch zu erlernen. Der Vorsänger kann die Stimmung aus der Gruppe aufnehmen und die Menschen zur Verinnerlichung einladen, indem das Lied zunächst kraftvoll, dann schrittweise sanfter, leiser oder langsamer gesungen wird, um dann wieder kraftvoll werden zu können. In der indischen Tradition sind ein freies sich Einbringen mit Klatschen, Mitschwingen, Tanzen und mit spontanem Ausrufen von Lobpreisungen des Göttlichen selbstverständlich. Meist wird Kirtan von indischen Musikinstrumenten wie dem Harmonium, der Tamboura, sowie mit Zimbeln, Tabla und anderen Rhythmusinstrumenten begleitet und kann durch Soloparts, zum Beispiel mit der Bansuri, der indischen Bambusflöte, bereichert werden. Durch das zeitlose Wiederholen der Gesänge wird die Energie gehoben. Emotionale Spannungen lösen sich auf, wenn man sich ganz dem Gesang hingibt. Der Geist beruhigt und entspannt sich durch die Konzentration auf das Singen – erhebt sich. Text aus: »Nada Yoga – Hinwendung zum inneren Klang«, Barbara Irmer und Carmen Mager, Theseus Verlag.

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Yoga des Klangs: Dhrupad und Nada Yoga
Dhruvapada – meist wird das Wort abgekürzt zu Dhrupad – heißt auf indisch »der ewige Vers.« Dhruva ist der Polarstern, der unverrückbar fest am Himmel steht, Pada bedeutet »Vers«. Dhrupad ist der älteste Kunstgesangsstil Nordindiens, zugleich ist Dhrupad eine uralte Praxis der Gesangsmeditation, auch Nada Yoga, Yoga des Klangs, genannt. Beide, Yoga und Klang, beginnen mit dem Atem. Die Atemströme, die aus der Tiefe des Körpers aufsteigen und durch das linke und rechte Nasenloch strömen, geben dem Menschen Orientierung in der Unendlichkeit von Raum und Zeit. Aus dem Atem entsteht der Klang der Stimme, beginnend mit einem einzigen, gleichmäßigen Ton von der abgründigsten Tiefe bis zu jubelnden Höhen, vom Groben ins Feinste, vom Spiel zum Ernst, hin zu akrobatischen Rhythmen, bis die Stimme schließlich für den Sänger zum Spiegel wird: Der Gesang als Weg der Selbsterkenntnis. Eingebettet ist diese Praxis in Melodien, deren Kreislauf den Rhythmus von Tag und Nacht, Jahreszeiten und Spiel der Elemente widerspiegelt. »Aus dem Atem entsteht der Klang der Stimme, beginnend mit einem einzigen, gleichmäßigen Ton.« Obwohl es Texte gibt, in denen diese Yoga- und Gesangstechniken erläutert werden, reicht es nicht aus, Bücher zu lesen - man muss üben, am besten täglich. So beginnt man, mit der Stimme zu leben, gleich ob man den Zugang zu seinem tieferen Selbst sucht oder den Weg eines professionellen Sängers gehen möchte. Leben mit der Stimme – das heißt etwa: Bei Sonnenaufgang den Tag mit dem UrRaga Bhairav begrüßen, vormittags mit den Melodien von Raga Todi die Energie der Erde aufsteigen lassen, die nachmittägliche Stunde des Fauns mit Raga Bhimpalasi zu genießen, im Sonnenuntergang den Ragas des Zwielichts zu begegnen und in der Dunkelheit in nächtlichen Melodien seine Träume zu entdecken. Es wird gesagt, dass diese Gesangspraxis ihre Wurzeln im Samaveda hat, dem »Wissen von den Gesängen«, einem der vier Veden, den heiligen Texte des Hinduismus. Der historisch belegbare Ursprung des Dhrupad ist jünger und geht auf den Bhakti-Kult der liebenden Hingabe zurück, den ekstatische Dichter und
Die Mallik Familie: Premkumar, Priyanka, Prashant & Nishant Mallik - Gesang, Harmonium, Pakhawaj, Tabla, Rashmi Mallik - Tanpura. Pandit Premkumar Mallik ist der führende Sänger der Mallik-Familie, die in ganz Indien für ihre besonders rhythmische Interpretation des Dhrupad-Stils berühmt ist. Außerdem führen sie auch Khyals, Taranas, Ghazals, Bhajans und Lieder des mittelalterlichen Dichters Vidyapati im Thumri-Stil auf. Premkumar und Rashmi Malliks Söhne Prashant (29) und Nishant (26) wurden im landesweiten Wettbewerb des All India Radio mit Goldmedallien für ihre Leistungen im Dhrupad & Dhamar ausgezeichnet, während die Tochter Priyanka (25), die ihr erstes Konzert mit 7 gab, bereits eine hervorragende KhyalSängerin ist. Im Westen traten sie erstmals 1983 beim »European Dhrupad Mela« in Erscheinung, organisiert vom Weltmusikspezialisten Peter Pannke, der über Jahrzehnte hinweg mit der MallikFamilie in Indien lebte. 1992 nahmen sie am »Parampara!«-Festival in Berlin teil, 1993 eröffneten sie das »New Jazz Festival« Moers, 1994 erschienen sie bei den legendären BBC Proms in der Londoner Royal Albert Hall in London. Seitdem ist die Familie regelmäßig in Europa und Amerika aufgetreten. Hofmusik aus Darbhanga Die Mallik-Familie präsentiert die Hofmusiktradition von Darbhanga, einer einstigen Residenzstadt im Nordosten Indiens in der Nähe der nepalesischen Grenze. Sie führt ihre Traditionslinie auf die beiden Sänger Radhakrishna und Kartaram zurück, die um 1785 durch das Singen des magischen Regenragas Megh eine langjährige Dürreperiode beendeten. Maharaja Madhav Singh von Darbhanga verlieh ihnen den Titel »Mallik« Landbesitzer - und mehrere Dörfer und das umliegende Land, das die Familie bis zum heutigen Tag bewohnt.
CDs: Mallik Family: In Praise of the Goddess Celestial Harmonies 13267–2, Premkumar Mallik: The Prince of Love Celestial Harmonies 13238–2, Mallik Family: Dhrupadas from Darbhanga Museum Collection 17, La Famille Mallik: Dhrupad de Darbhanga VDE AIMP LXII 1006, Bidur Mallik & Sons: The Nightingale of Mithila Navras NR 0144, The Mallik Family: Secret Colours Shalimar SHLMR 7775

Mallik-Familie Heilige verbreiteten, die gegen Ende des 15. Jahrhunderts durch Indien zogen. In den heiligen Hainen von Braj - einer Landschaft in der Nähe von Agra - ließen sie sich nieder und ließen die Menschen durch Tanz und Theater, vor allem aber durch Gesang an ihren Visionen teilhaben. Dhrupad - so wurde die neue Art zu singen genannt - wurde bald so bekannt, dass sogar der Moghulkaiser Akbar davon bezaubert war. Er berief den heute noch legendär berühmten Sänger Tansen an seinen Hof. Während in Einsiedeleien und Tempeln fromme Sadhus die Liebeslyrik der Bhakti-Dichter rezitierten, entwickelte eine neue Generation von Musikern an den Fürstenhöfen eine fast abstrakt anmutende Vokalkunst. Hier entstand die melodische Grundstruktur der klassischen indischen Musik, der Raga. Überliefert wurde das Wissen um diese Kunst in einigen wenigen Musikerfamilien. Eine von ihnen ist die Familie Mallik, deren Vorfahren als Hofmusiker der Fürsten von Darbhanga im Nordosten Indiens lebten. Sie bekamen von dem Maharadscha von Darbhanga Ländereien geschenkt, nachdem die Gründerväter dieser Sängerdynastie, Radhakrishna und Kartaram, durch das Singen des magischen Regenragas Megh eine jahrelange Dürrekatastrophe beendet hatten. Dhrupad ist eine strenge, ritualisierte Kunst. Seine Regeln müssen unerbittlich eingehalten werden, damit der Raga seine magischen Kräfte entfalten kann. Dhrupad ist kraftvoll und wird traditionell von Männern gesungen. Im 19. Jahrhundert entstanden in Nordindien neue, blumigere Stile, die gefälliger und eingängiger waren und auch von Frauen gesungen wurden. So hatte der romantische Khyal – wörtlich »Phantasie« – dem Dhrupad in der Gunst der Hörer den Rang abgelaufen. Während es im Dhrupad darum geht, die melodischen Linien von allen Verzierungen zu befreien, um den klingenden Körper des Ragas zu entblößen, beherrschen die fein ziselierten Ornamente des Khyal bis heute die nordindische Konzertmusik. Unter Musikern gelten die Melodien des Dhrupad jedoch immer noch als der Maßstab, an dem die Ragas gemessen werden, und in den letzten Jahrzehnten hat Dhrupad eine Wiedergeburt erlebt und viele neue Freunde gefunden. Ein Dhrupad-Konzert folgt einem genau festgelegten Ablauf: Es beginnt mit dem ersten, langen Atemzug des Alap, der Einleitung. Langsam sinken die Stimmen in die tiefe Oktave, Ton für Ton erforschen die Sänger die Gestalt des Ragas. Oft singen mehrere Sänger gemeinsam, denn Dhrupad ist auch eine Demonstration körperlicher Kraft - Dhrupad benötigt die Kraft von vier Elefanten, sagt ein Sprichwort. Ein Puls taucht auf, die Stimmen formen Muster und Wirbel. Dreimal wird das Tempo verdoppelt, bis auf dem Höhepunkt das maximale Tempo erreicht wird, das menschliche Lippen artikulieren können - vollendeter Rap, könnte man sagen, intoniert auf Klangsilben, die sich geschmeidig an die Rhythmen anpassen. Bis zu diesem Punkt sitzt der Trommler unbewegt neben den Sängern auf der Bühne, jetzt stimmt er seine Pakhawaj, die indische Quertrommel. Schon vor dem Konzert hat er auf das linke Fell einen Teigfladen geklebt, der jedes Mal aus Mehl und Wasser neu zubereitet wird, genau wie ein Chapati, der zum Essen serviert wird.

Nada Yoga Workshop So. 14:00 - 15:45 >> Kleines Zelt Dhrupad Traditionskonzert Fr. 21:30 - 23:00 >> Großes Zelt

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Rhythmus einfallen kann. Unerschütterlich schlagen die Hände der Sänger weiter den Rhythmus, der nicht verloren gehen darf. Einige Zuhörer tun es ihnen nach; wer nicht mitmacht, dem entgeht eine Dimension dieses Spiels, aber trotzdem kann man immer noch die majestätischen Konturen des Gesangs genießen, die einen ganzen Kosmos von Formen in den geheimnisvollen Raum in unserem Gehirn zeichnen, in dem wir Musik entschlüsseln. Text: Peter Panke
Peter Pannke

Prana – der universelle Lebensatem
Mit jedem Atmenzug nährt uns das Universum mit subtiler Energie – Prana. Prana ist die vitale, psychische und spirituelle Kraft, die alle Handlungen und die Existenz der physischen und geistigen Welt ermöglicht. Was ist Prana? Die großen Weisen und Meister dieser Welt offenbarten uns eine fundamentale, göttliche Energie, die Zeit und Raum transzendiert, alles im Universum durchdringt und das Leben und die Gesundheit aller Lebewesen bedingt. Die Existenz dieser Kraft wird seit Jahrtausenden einstimmig erkannt: die Yogis nennen sie Prana, für Polynesen und Hawaiianer heißt sie Mana, die Chinesen nennen sie qi, die Japaner ki. Hypokrates taufte sie Vis Mediatrix Naturae, Galen nannte sie Pneuma, Hermes Trismegistos bezeichnete sie als Telesma und Wilhelm Reich sprach von der orgonischen Energie. Heute ist Prana in Wissenschaft und Parapsychologie als Bioenergie bekannt. Die uralten Lehre der Hindus beschreibt das Prana als die göttliche Kraft. Sie entfaltet sich im Werden des Universums zuerst im grundlegendsten Element der Manifestation, im akasha tattva (sanskrit »die Realität des subtilen Äthers«). In den Upanishaden heißt es, dass vor der Manifestation, die NichtManifestation war. Sie ist von der transzendenten Leere verschieden, denn sie ist Energie, reines Prana. So wird Prana als die »Seele« der Energie, die Essenz aller Bewegung und die Kraft in allen Dingen und Wesen betrachtet. Egal, ob die Bewegung der Himmelskörper, die Schwerkraft oder die Elektrizität – Prana wirkt in allen Kräften, es ist ihr subtil-energetisches Substrat. Prana zeigt sich in allen Lebewesen in der Vielschichtigkeit der physiologischen Prozess, sei es in der simpelsten Spezies oder in hoch-komplexen Lebensformen; es ist gleichzeitig in der nicht-lebenden Materie als Energie der Kohäsion oder Bindekraft präsent. Prana durchdringt alle Formen der Materie, ohne selbst Materie zu sein. Prana trägt zu den Prozessen der Manifestation und Aufrechterhaltung des Universums bei, und definiert auch das Konzept der Resorption. Wenn ein Wesen oder eine substanzielle Materieeinheit das Ende seines Lebens- oder Existenzzykluses erreicht, wird die individuelle Energie, die ihm bis hierhin eigen war, in das undifferenzierte Prana des Universums zurück resorbiert. Pranayama – mit Prana praktizieren Laut der Yoga-Tradition ist der physische Körper des Menschen entsprechend seines »Prana-Haushalts« aufgebaut. Das Prana-Reservoir ar-

Pandit Premkumar Mallik Die Pakhawaj wird mit dem Chapati gefüttert, sagen die Trommler, denn sie spricht wie ein Mensch: Das Fell ist ihr Mund. Jeder Trommelschlag hat eine eigene Silbe, die Silben fügen sich zu Ketten, Sätzen, Geschichten zusammen. Die Trommel ahmt nicht nur die Sprache der Schläge nach, sondern kann auch die Namen der Götter, ihre Eigenschaften und Geschichten rezitieren; jede Silbenkombination, die das Sanskrit kennt, kann auf die Trommel übersetzt werden. Nach dem Spiel kratzt der Trommler den Fladen vom Fell der Trommel wieder ab, da der Teig sonst hart werden würde. »Wenn ein Kind Schwierigkeiten mit dem Sprechen hat, muss man ihm den vom Spiel durchvibrierten Fladen zu essen geben, seine Zunge wird sich unweigerlich lösen«, wissen die Pakhawaj-Spieler. Die Sänger schlagen den Takt auf ihre Oberschenkel oder klatschen ihn mit den Händen, zuerst in einfachem Tempo, dann vervielfachen sie die Geschwindigkeit. Auf dem Höhepunkt brechen sie ab, denn jetzt beginnt ein neues Spiel, bei dem Silben und Töne verändert und neu geformt werden. Die Aufgabe des Trommlers ist es jetzt, den spontanen Einfällen der Sänger zu folgen. Kämpfe zwischen dem Sänger und dem Trommler entspinnen sich; der Sänger hält in dem Stakkato von Silben, die aus seinem Mund strömen, für den Bruchteil einer Sekunde inne, der Trommler muss abwarten, bis er wieder in den

beitet als vitaler »Biomotor« des Körpers. Das »persönliche Prana« steht in permanentem Austausch mit dem unendlichen Prana-Reservoir des Universums. Dabei ist das Resonanzphänomen von außerordentlicher Wichtigkeit, denn es bildet die metaphysische und praktische Grundlage eines jeden Vereinigungsprozesses zwischen Makrokosmos (das absolute Ganze) und Individuum (Teil des Ganzen) und gewährt dem Individuum Vitalität, Seele und Geist. Prana bedeutet Atem, Atmung, Leben, Vitalität, Energie oder Kraft. Ayama bedeutet Streckung, Dehnung, Erweiterung, Regulierung, zurückhalten oder kontrollieren. Somit bedeutet Pranayama die Verlängerung, das

Peter Pannke ist sein ganzes Leben lang dem Weg der Stimme gefolgt. In den 70ern studierte er erweiterte Vokaltechniken bei Pauline Oliveros und Michiko Hirayama, die 80er Jahre verbrachte er in Indien mit den Sängerfamilien Mallik und Dagar und entwickelte seinen ganz eigenen Gesangsstil, den er in den 90ern mit seiner Band Troubadours United in Europa und Asien vorstellte. 2006 erschien seine autobiographische Erzählung »Sänger müssen zweimal sterben - Eine Reise ins unerhörte Indien« (Piper Taschenbuch). Durch eine schwere Krankheit entdeckte er die heilende Wirkung des Dhrupad-Gesangs und begann, seine Erfahrungen und die Lehren seiner Gurus im »Leben mit der Stimme« mit anderen Menschen zu teilen. Infos: peterpannke@gmail.com

Zurückhalten oder die Kontrolle des Atems und der dazugehörigen subtilen Energien (Prana). In den Yoga Sutras, (Kapitel 2, Sutras 49-51), beschreibt der große Weise Patanjali das Pranayama »als Handlung der kontrollierten Ein- und Ausatmung in stabiler und beständiger Position«. Um den harmonischen und sicheren Energiefluss während der sehr intensiv energetisierenden Pranayama-Verfahren zu gewährleisten, werden die komplexeren Übungen mit Mudras (Gesten) und Bandhas (Kontraktionen) kombiniert. Obwohl Prana allgegenwärtig ist, gibt es trotzdem Orte und Zeiten, an und zu denen es sich mehr konzentriert und PranayamaPraxis von besonderer Bedeutung ist. Prana-Kraftorte zeigen eine höhere Konzentration negativ geladener Ionen, wie z.B. auf Berggipfeln oder in der Nähe von Ufern sämtlicher fließender Gewässer. Charakteristisch fließt das universelle Prana in Zyklen. Dabei ist die Prana-Zirkulation morgens, nachmittags und am frühen Abend am intensivsten. Die beharrliche Pranayama-Praxis erlaubt uns, in bewussten Austausch mit den wohltuenden makrokosmosmischen Energien zu treten, zu Vitalität zu kommen und die Fluktuationen des Geistes zu beruhigen. Aufgepasst! Da durch Pranayama-Verfahren immense Energiemenge in das Wesen gebracht werden können, sollten sie im angemessenem Rahmen von erfahrenen Lehrern erlernt werden. © Deutsche Akademie für traditionelles Yoga e.V. Berlin, traditionellesyoga.de/berlin

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Das Geheimnis von Yoga

sigte, schwache Muskeln werden gestärkt und überbeanspruchte, verhärtete Muskeln gelockert. Aber das Geheimnis der Yogahaltungen und besonders der fließenden Sequenzen liegt noch viel mehr im Bereich der Energie. Von der Energie des Menschen ist alles abhängig: Gesundheit, Gefühle, Lebenskraft, Erfolg. »Mit Gymnastik würde man nie das erreichen, was man mit Yogaübungen bewirkt.« Daher gibt es im Dru Yoga, einer speziellen Yoga-Form aus der nordindischen Tradition Mahatma Gandhis, spezielle »Energie-Blockaden-Auflöse-Übungen«, fließende Bewegungen wie im Tai Chi oder Qi-Gong, von denen man beim ersten Hinsehen denken würde, dass sie doch ernsthaft nichts oder nur wenig bewirken können. Das Phänomenale aber ist, dass gerade diese sehr leichten fließenden Übungen unglaubliche Veränderungen bewirken, weil sie im Energiefeld »Mensch« auf die richtigen Knöpfe drücken: Hemmende Blockaden werden gelöst, übrigens auch im seelischen Bereich, und der Lebensfluss eines Menschen kann sich wieder ungehindert entfalten. Mit dem Lebensfluss kommen ganzheitliches Wohlgefühl, Gefühle von Ruhe und Frieden und eine besondere Wachheit für die Gegenwart zurück. Für den westlichen Menschen gibt es allerdings beim Üben eine typische Gefahr. Da man hier bis in den letzten Winkel des eigenen Daseins oft von Leistung, Wettbewerb und Rollenerwartung geprägt ist, neigen viele dazu, auch Yoga mit diesen Einstellungen zu betreiben. Demgegenüber kann nicht genug betont werden, dass die Übungen nicht anstrengend sein sollten, sondern Ausdruck von Leichtigkeit und Wohlgefühl wie von Festigkeit und Bewusstsein. In Wirklichkeit kommt es nicht darauf an, wie weit ich z.B. bei einer Vorbeuge komme, ob ich mit den Händen ganz

zum Boden komme, ob ich weiterkomme als der Nachbar, sondern es kommt darauf an, ganz bewusst in der Bewegung zu sein, ganz bewusst in meiner Bewegung zu sein und meine Bewegung sanft und mit Würde auszuführen. Dazu gehört auch, dass man sich Zeit lässt, und dass man Veränderungen nicht »pusht«, sondern mit Geduld und Ruhe einfach die Bewegungen genießt. Auch beim Yoga gilt der Grundsatz: Der Weg ist das Ziel. Nach den Bewegungen aber steht am Ende immer das Ausruhen, das Entspannen in Savasana, der sog. »Todeshaltung«. In dieser Haltung liegt man auf dem Rücken, die Beine sind etwa schulterbreit auseinander, die Füße nach außen gerichtet, die Arme etwas näher am Körper, die Handinnenflächen zeigen nach oben. Keine Frage: Solches entspannendes Ausruhen tut unglaublich gut, und es ist eine Erfahrungstatsache, dass die Übungen mit der anschließenden Entspannung zehnmal mehr wirken als ohne. Aber der tiefste Sinn der Todeshaltung dürfte doch sein: Man »ergibt« sich. Man hört auf, gegen das Leben, gegen den Körper, gegen die Gefühle anzukämpfen. Man vertraut sich dem Fluss des Lebens an. Genau das ist Yoga. Dazu übt man: Um immer mehr mitzufließen im seligen Fluss des Lebens. Text: Dr. Klaus Wolff
Dr. Klaus Wolff Dr. Klaus Wolff, geb. 1962 in Düsseldorf, ist Heilpraktiker/Psychotherapie mit eigener Praxis für Lebensberatung, Dru Yoga und Mentaltraining in Bonn. Schwerpunkte seiner Arbeit sind therapeutisches Yoga, Einzelberatung und Coaching.Darüber hinaus gibt es von ihm zahlreiche Veröffentlichungen zum Thema »Lebenskunst« in der SWR2-Radiosendung »5 vor 6«. www.dr-klaus-wolff.de Die Power von Sanftheit: Dru Yoga So. 10:00 - 12:00 h >> Asana 1

Zuviel Sitzen, Mangel an Bewegung und Haltungsschäden machen Yoga gerade für den westlichen Menschen besonders attraktiv. Speziell die Körperhaltungen und die fließenden Sequenzen des Hatha-Yoga üben eine unwiderstehliche Anziehung aus. Nicht zuletzt die enormen – auch medizinisch nachprüfbaren - Wirkungen dieser Yogaübungen zeigen, dass sie mehr sind als reine Gymnastik. Mit Gymnastik würde man nie das erreichen, was man mit Yogaübungen bewirkt. Um das Geheimnis der Yogaübungen zu verstehen, muss der Mensch allerdings anders verstanden werden, als es herkömmlich geschieht. Das Denkmodell des Yoga – wie übrigens auch das Modell der Traditionellen Chinesischen Medizin – begreift den Menschen als ein Energiefeld, das weitaus größer ist, als der

sichtbare Körper des Menschen. Der physische Körper ist nur der feste Teil dieses Energiefeldes. Vieles, was dem Menschen als Krankheit oder als Unwohlsein zu schaffen macht, hat in diesem Modell weniger etwas mit dem Körper selbst zu tun, sondern mehr mit den Energieschichten um den Körper herum. Daher kommt es darauf an, in erster Linie an der Energie eines Menschen zu »arbeiten«. Denn wenn man die Energie eines Menschen – sein Energiefeld ändert, muss der Körper nachziehen, auch wenn das auf den ersten Blick vielleicht unmöglich erscheint. Rückenschmerzen z.B. erledigen sich oft mit gezielten, gerade energetischen Yogaübungen, obwohl man von der Physiologie her eigentlich Schmerzen haben müsste. Natürlich beeinflusst Yoga auch den Körper direkt positiv: Vernachläs-

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Spiritualität - das Natürlichste der Welt

Wenn wir bereit sind, Engagement und Energie einzusetzen, können wir diese Regeln und Gewohnheiten durchbrechen. Computer funktionieren immer im Rahmen von Programmen, innerhalb von Grenzen. Sie spielen etwas, das wir als begrenztes Spiel bezeichnet haben. Menschen dagegen können unbegrenzte Spieler sein. Wir können uns ein neues Ziel setzen - wir können mit den Grenzen spielen.«* Ganzheitliches Denken »All das können wir, weil uns eine Art von Denken gegeben ist, die kreativ, von Einsicht geleitet und intuitiv ist. Wir lernen eine Sprache mit unseren seriellen (IQ) und assoziativen Denksystemen (EM), aber wir erfinden eine Sprache mit Hilfe eines dritten Denksystems. Wir verstehen gängige oder vorgegebene Situationen und Verhaltensmuster und -regeln mit Hilfe der ersten beiden Arten von Denken, aber wir schaffen neue mit Hilfe dieser dritten Art. Und wir Menschen sind Geschöpfe, die auf Sinn aus sind. Erteilt man einem Computer einen programmierten Befehl, so fragt er nicht: »Warum soll ich das tun?« oder: »Was bedeutet das?« Er führt den Befehl aus. Menschen dagegen stellen sich oft solche Fragen und erfüllen ihre Aufgabe in der Regel wirkungsvoller, wenn sie gute Antworten erhalten haben. Computer können die Syntax (Satzbau) einer Sprache manipulieren – sie können die korrekte grammatische (also regelgeleitete) Anordnung von Wörtern herausfinden und umsetzen. Aber nur Menschen verstehen die Semantik (den Sinn in einem Satz), die Bedeutung einer Anordnung von Wörtern, und deshalb besitzen sie die Fähigkeit, so etwas wie eine Metapher zu entschlüsseln (Beispiel:»Google-Übersetzer«). Was all diese weitergehenden Fähigkeiten des Menschen gemeinsam haben, ist ein Sinn für Einheit, wenn wir eine Situation erfassen oder darauf reagieren. Verstehen ist im Kern etwas Ganzheitliches – eine Fähigkeit, den Gesamtzusammenhang zu begreifen, durch den die Bestandteile miteinander verbunden sind. Den Schizophrenen mangelt es an diesem Verständnis des Zusammenhangs; sie können ihre Erfahrungen nicht zu einem Ganzen vereinigen und deswegen nicht angemessen darauf reagieren. Wir bezeichnen diese Fähigkeit in diesem Buch als »Einheit stiftendes Denken«. Sie ist ein wesentliches Merkmal des Bewusstseins und der Schlüssel zum Verständnis der neurologischen Grundlage des SQ.«*

Spiritualität der Natur Der physikalische Nachweis von Schwingkreisen und Oszillatoren in den Zellen (H. Fröhlich, C. Smith, G. Lakhovsky, F. A. Popp) lässt darauf schließen, dass es nicht nur eine neuronale spirituelle Intelligenz gibt, sondern dass jede einzelne Zelle über diese spirituelle Intelligenz verfügt. Mit dieser Intelligenz werden Felder aufgebaut, deren Summe und Überlagerungen die spirituelle Intelligenz der Individuen bilden. Spiritualität kann demnach wissenschaftlich dargestellt und nachgewiesen werden und ist Bestandteil jeder Zelle - der Natur. Spiritualität des Menschen Der SQ ist die Grundvoraussetzung zum vernetzten und ganzheitlichen Denken. Um Dinge in einen Zusammenhang zu stellen und etwas von einem Zustand in einen anderen zu überführen, bedarf es der Kreativität. Sowohl ganzheitliches Denken als auch Verantwortung und Verpflichtung für die gesamte Welt sind nur mit Hilfe der spirituellen Intelligenz möglich. Viele Menschen spüren, dass die Systeme um sie herum kollabieren und empfinden dabei eine Ohnmacht. Der Weg, diese Ohnmacht zu überwinden, ist ein spiritueller, der durch seine Kreativität gangbare, zukunftsorientierte Tore öffnet. Solange Spiritualität und Esoterik von der Mehrheit der Menschen in degradierendem Sinne verwandt werden, wird es aber zu keinen echten fortschrittlichen zukunftsfähigen Lösungen in den Bereichen der Wirtschaft, Wissenschaft sowie in der Politik kommen. Spiritualität - das Natürlichste der Welt.
*Dana Zohar»Spirituelle Intelligenz«

»Neben dem Intelligenz Quotienten (IQ) und der emotionalen Intelligenz (EM), gibt es eine dritte Intelligenz: die spirituelle Intelligenz (SQ). Diese ermöglicht den Menschen das ganzheitliche Denken, auch »Einheit stiftende Denken« genannt, das notwendig ist, um den Dingen und Handlungen Sinn zu geben.« (F. Vester: Die Kunst vernetzt zu denken) Die SQ ist die Voraussetzung für ganzheitliches Denken und ist deshalb heute von großer Bedeutung, da für Lösungen von Zukunftsproblemen das ganzheitliche, systemische Denken notwendig ist. Spirituelle Intelligenz (SQ ) steht für: Sinn und Bedeutung, Einheit stiften, etwas in einen Zusammenhang stellen und etwas von einem Zustand in einen anderen überführen, ganzheitliches Denken, Verantwortung und Verpflichtung für die gesamte Welt. Die neurologischen Grundlagen der einzelnen Arten von Intelligenz konnten mit Hilfe neuester Technologie (Magnetoenzephalographie) wissenschaftlich untersucht und dargestellt werden. Die einzelnen Arten der Intelligenz unterscheiden sich in der Art der Verschaltung der Nervenzellen (Neuronen) und stellen sich folgendermassen dar: • Intelligenz Quotient (IQ) seriell verschaltete Neuronen, in Reihe verschaltet • Emotionale Intelligenz (EM) parallel verschaltete Neuronen (Netzwerke) • Spirituelle Intelligenz (SQ) im Kreis verschaltete Neuronen; diese kreisförmigen Verschaltungen wechseln in definierter Frequenz ihre Richtung (Schwingkreise) Das Gehirn - eine Denkmaschine? »Computer können sowohl das serielle (in Reihe verschaltete) als auch das assoziative (vernetzte) Denken nachbilden. PCs können etwas, das dem

seriellen Denken (IQ) sehr nahe kommt, schneller und genauer als Menschen. Computer mit neuronalen Netzen können einen Teilbereich unserer assoziativen Denkfähigkeiten (Emotionale Intelligenz/EQ) nachahmen und diese Maschinen werden mit der Weiterentwicklung der Technologie sicherlich immer besser. Aber es gibt sehr viele Aspekte des geistigen Lebens und der Intelligenz des Menschen, die kein bislang gebauter oder ersonnener Computer nachbilden kann. Es handelt sich dabei um Begabungen, die als »spirituelle Intelligenz/SQ« bezeichnet werden; jene Intelligenz, mit der wir einer Sache einen Sinn verleihen, etwas in einen Zusammenhang stellen und etwas von einem Zustand in einen anderen überführen.«* Unbegrenzte Spieler »Im Unterschied zu Maschinen sind Menschen bewusste Wesen. Wir sind uns unserer Erfahrung bewusst, und wir sind uns der Tatsache bewusst, dass wir Bewusstsein haben. Wir reagieren auf diese Erfahrung mit Schmerz oder Lachen, mit einem Gefühl der Sorge oder mit Humor. Wir lachen über Witze und wir haben Zahnschmerzen. Obwohl wir über die Regeln, die wir erlernen, »programmiert« sind und über ein Leben lang anhaltende Assoziationen tief sitzende Gewohnheiten ausgebildet haben, behalten wir unseren freien Willen.

Text: Dr. Ori Wolff
Dr. Ori Wolff Facharzt für Chirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie. Seit 2006 Tätigkeit in seiner privatärztlichen Praxis für ganzheitliche Medizin in Berlin. Hauptarbeitsgebiete sind Applied Kinesiology, mitochondrale Medizin (Zellsymbiose), orthomolekulare Medizin, »Körperelektronik«. Seit mehreren Jahren regelmässige Yoga-Praxis. www.oriwolff.de Die Atmung: Brücke des Prana zum quantenphysikalischen Körper Vortrag: Dr. Ori Wolff, Dr. Philip Eckardt, Yesha Z. Kameli So. 10:00 - 11:30 h >> Großes Zelt

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Der biomechanische Ansatz im Yoga
Wieso, weshalb, warum... Motivationen, mit Yoga anzufangen gibt es viele – und das wird hoffentlich auch immer so bleiben. Ich frage mich jedoch selbst: »Warum hat es bei mir so lange gedauert, bis ich mit dem Yoga anfing?«. Ich bin ausgebildete Tänzerin, Choreopgraphin, Cantienica®-Therapeutin und Zirkuspädagogin. Die Welt der Bewegung war immer mein zu Hause, in ihr fühlte ich mich wohl, konnte mich entwickeln, hatte vor nichts Angst, probierte fast täglich neue Dinge aus. Aber Yoga? Da sträubte sich etwas innerlich. Yoga schien mir zu mystisch, fast so, als würde ich den Boden unter den Füßen verlieren. »Warum war das so ?«, frage ich mich heute – und die Antwort ist komplex. Zum einen war da dieses Vorurteil, dass Yoga ein Angriff auf meine Ratio ist und dass da mit Dingen rumgemacht wird, die ich nicht so richtig zu fassen kriege und dass mir eine Auflösung des Egos abverlangt werden könnte. Zum anderen war da die Warnung anderer: Yoga-Positionen würden die Gelenke überdehnen und so den Körper instabil machen – fürchterlich. In meinem Beruf braucht man als zweifache Mutter einen Körper, der funktioniert, und zwar auf allen Ebenen und zu allen Tageszeiten. Die Cantienica® - Das BeckenbodenProgramm schien mir ein praktischer Schlüssel für dieses Ziel zu sein, ohne esoterischen Schnick-Schnack. Aber schon bald dachte ich über meinen Körper, wie über ein Auto; Bauch flach, Beckenboden einschalten, mit den Fersen Gas geben. Ich konnte meine eigenen Instruktionen nicht mehr hören und es fehlte mir der spirituelle Reiz, der in jeder noch so einfachen Tanzbewegung verborgen liegt, die Anknüpfung ans Universelle, an etwas Größeres. Es wurde Zeit weiterzugehen. Ich begann Geld zu sparen und suchte nach einer neuen Methode. Immer wieder stieß ich auf verschiedene Yogaformen, immer wieder nagte in mir ein Zweifel. Der verschwand auch nicht ganz, als ich 2009 auf der Seite des nordischen Yogainstitutes landete. Begriffe wie»Biomechanik” und Aspekte der Yogaphilosophie befriedigten spontan meine Ratio – ich hatte etwas zum reinbeißen gefunden. Zeitgleich entdeckte ich, wie sehr die Beckenbodenarbeit schon immer Teil des Yoga- Körperbildes war. Was, wenn sich das Wissen über die Funktionsweise des Beckenbodens, in die Yogapositionen integrieren ließe? Meine Neugier siegte und ich begann meine Viryayoga-Ausbildung in Stockholm. Schon bald begriff ich, dass durch den biomechanischen Aufbau einer Asana, der Beckenboden als Zentrum unserer Tiefenmuskulatur automatisch mitaktiviert wird: Mula Bandha – reloaded. Heute bin ich die Koordinatorin des Nordischen Yogainstitutes für den deutschsprachigen Raum und ich bin sehr froh darüber, Viryayoga und Josephine Selander kennengelernt zu haben. Der biomechanische Ansatz umfasst in allen Asanas immer die fünf Stufen: Aufmerksamkeit, Erdung, Stabilität, Expansion und Balance.

3) Atmen Sie aus. Der linke Arm wird ausgestreckt, der Daumen nach unten gedreht und die Hand unter die Kniekehle durchgeführt. Die andere Hand greift von der anderen Seite zu. Der Nacken ist eine Verlängerung des ganzen Rückens. Verweilen Sie 5 – 10 Atemzüge. Text: Ada Auf der Strasse, Foto und Asana-Beschreibung: Josephine Selander, ® 2010 Miro Verlag Stockholm, Fotograf: Mikael Gustavsen Aus dem Schwedischen von Ada Auf der Strasse ® 2011 scenarium, Schweden

Paschimottanasana 1) Die Hände sind am Boden, beide Sitzbeinhöcker sind stark verankert. Verlängerung des Rückens, das natürliche Hohlkreuz ist spürbar. 2) Bauen Sie Kontakt zu den Muskeln zwischen den Schulterblättern auf. Der Rücken wächst. 3) Atmen Sie aus. Der Oberkörper fällt von den Hüften aus nach vorn, der untere Rücken bleibt so lange wie möglich gerade. Die Hände umfassen die Füße oder Unterbeine, die Ellenbogen ziehen zur Seite. Das Steißbein strebt nach hinten.

Josephine Selander hat ihre Wurzeln in der Bühnenkunst und ist ausgebildete Tänzerin und Schauspielerin. Seit 1999 hat sie Yogaerfahrungen in der ganzen Welt gesammelt, unter anderem in AshtangaYoga, Hatha-Yoga, Anusara-Yoga und Iyengar-Yoga. Während ihres Studiums am Dramatischen Institut wurde sie in San Fransisco bei Larry Schultz zur Ashtanga-Yoga-Lehrerin ausgebildet und vertiefte ihr Wissen in den folgenden Jahren bei Pattabhi Jois und Saraswati Jois. 2005 - 2008 folgte die zweite Yoga Ausbildung bei John Friend in AnusaraYoga und zwischen 2008 - 2009 legte sie bei Doug Keller in Asheville und London den Grundstein im therapeutischen Yoga. 2004 entwickelt Josephine zusammen mit Malin Flinck, die als Therapeutin im Bereich Rehabilitation und Prävention arbeitet, den neuen Yogastil ViryaYoga. Sie hat insgesamt 3 Bücher verfasst und 2 DVD‘s. Josephine ist eine international anerkannte Yoga Instruktorin und auf Festivals eine gern gesehene Yoga-Lehrerin. Sie genießt tiefe Zuneigung und Anerkennung von ihren ehemaligen Lehrern John Friend, Kia Meux, Kathleen Hogan, Katchie Ananda, Larry Schultz, Cyndi Lee, Rusty Wells und Dharma Mittra in USA sowie Pattabhi Jois und Saraswati Jois in Mysore in Indien. Wenn Josephine nicht unterwegs ist lebt sie mit ihrem einjährigem Sohn und Lebenspartner in Stockholm. www.viryayoga.se www.nordiskyoga.se Virya Yoga Sa. 14:00 - 16:00 h >> Asana 1

Utthita Trikonasana 1) Der vordere Fuß zeigt geradeaus, der hintere zeigt diagonal nach außen, der Abstand ist groß, das vordere Bein gebeugt, Knie über Fußgelenk. Die Fingerspitzen sind hinterm Fuß auf dem Boden, oder einem Klotz platziert. 2) Verankern Sie den hinteren Fuß im Boden, das vordere Bein wird gestreckt, der andere Arm zur Decke verlängert. 3) Das vordere Bein macht eine leichte Außenrotation, das Großzehgrundgelenk strebt zum Boden. Das hintere Bein macht eine Innenrotation. 4) Das hintere Bein wird von der Hüfte aus nach unten verlängert. Gleichzeitig strebt der Oberkörper von der Hüfte aus Richtung Kronenpunkt.

Ardha Matsyendrasana mit Bindung. 1) Die Beine liegen übereinander. Atmen Sie aus. Der linke Fuß wird an die Außenseite des Oberschenkels gestellt. Atmen Sie ein. Der Rücken wächst zur Decke, die Sitzbeine rotieren in den Boden. 2) Atmen Sie aus. Der Oberkörper ist stabil und dreht sich zum Bein. Einatmung. Der Rücken wird verlängert.

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Foto: Stefano Petrou

Matajis Weg

warten, bis wir selbst bereit sind. Das passiert nicht von alleine – wir müssen den Weg der inneren Klärung gehen, um spirituell zu werden und Ignoranz durch Weisheit ersetzen. Das ist es, was der Westen zu leicht nimmt. Was ist deine hauptsächliche Sadhana (spirituelle Praxis)? Meine hauptsächliche Praxis ist der Name Gottes. 24 Stunden lang ersetze ich meinen Geist durch den Namen Gottes. Die andere spirituelle Praxis ist tiefes Vertrauen in das Göttliche (Murti) und die Zufriedenheit (Santosh). Wie hast Du die Verbindung zu Gott aufgebaut? Kannst Du diese Erfahrung beschreiben? Als es zum ersten Mal passierte, verschwand die Trennung zwischen mir und der Welt. Es ist so, als wenn du die Göttlichkeit in dir selbst erlebst, das ist die Selbsterkenntnis. Es ist nicht im Aussen und nicht im Innen, es ist die Einheit. Es ist die Erkenntnis, dass alles mit dem Göttlichen verbunden ist. Wie alt warst du, als das passierte? Ich war 24 Jahre alt, ein paar Tage nachdem ich in Indien ankam. Wie hast du die letzten vierzig Jahre in Indien gelebt? Durch den Guru hatte ich die Möglichkeit in Indien zu bleiben und war durch ihn beschützt. Zehn Jahre verbrachte ich in Samadhi. Indien wurde mein Leben und die Schwierigkeiten verschwanden.

Was kannst du spirituell Suchenden mit auf den Weg geben? Es ist die alte Botschaft der Upanishaden: erfreue dich und entsage. Durch die stetige Praxis reinigst du den Geist und überwindest die Widerstände auf deinem spirituellen Weg. Du findest alle Antworten in der Bhagavad Gita und kannst dadurch ein glücklicher Mensch werden.
Narmada Devi Puri Ma - Mataji ist das geistige Oberhaupt des Santosh Puri Ashrams. Sie kam in den 70er-Jahren als 24-jährige aus Deutschland nach Indien, wo sie Baba Santosh Puri traf. Sie verließ ihn nie wieder. Guru Santosh Puri gab ihr den Namen »Narmada«, zwei gelbe Kleidungsstücke und den heiligen Namen Shivas als Mantra zur Meditation. Fast zehn Jahre lebte sie asketisch mit Babaji unter einem Baum, Wind und Wetter ausgesetzt, mit nur einer Feuerstelle und wenig Essen. Santosh Puri, ein Guru der alten Schule, gab ihr schwierige Aufgaben. Diese halfen ihr, die Hindernisse auf ihrem spirituellen Pfad wie zum Beispiel: Stolz, Faulheit des Körpers, Egoismus und Eitelkeit zu beseitigen. Nach acht Jahren heirateten sie. Noch vor der Geburt des ersten Sohnes gründeten sie den Santosh Puri Ashram nahe Haridwar. Zwei weitere Kinder wurden geboren. www.sanatansociety.org Feuerzeremonie Fr. 17:30 - 19:00 h >> Kleines Zelt Über das msytische spirituelle Leben So. 9:00 - 10:00 h >> Großes Zelt AshtAngA YogAlehrer Ausbildung
“the art of teaching” 2011/2013 mit Andreas Loh & Dr. R. Steiner

Wie hieß dein erster Guru? Mataji kam in den 70er Jahren aus Deutschland nach Indien. Ich hatte nur einen Guru: Sri Santosh Puri. Welche spirituelle Erfahrung hat dein Leben verändert? Das war meine Verbindung mit Gott. Es kam nicht aus einem Buch oder von einem Guru, es kam direkt von oben. Ich war völlig unwissend und empfing eine tiefe Verbindung zu Gott, ohne dass ich den Weg kannte. Wir müssen geduldig sein – jeder ist auf seinem Weg. Wir fragen immer: »Wo ist unser Guru?« er ist jedoch immer anwesend. Gott ist da und wir können ihn nicht sehen. Wir müssen

Die 2-jährige Ausbildung (500 UE) bezieht sich auf die Ashtanga Yoga Tradition nach Shri K. Pattabhi Jois und findet an 21 Wochenenden in Berlin und 2 Intensivwochen an einem ausgewählten Retreatort statt. Bewerbungsschluss: 08.08.2011 Ausbildungsbeginn: 10.09.2011

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Landscapeyoga – Yoga im Dialog mit der Natur
rung verwandter Wissenschaften dar, die sich mit der Erde, der Natur, dem Stadt- und Landschaftsraum beschäftigen, denn die Geomantie bezieht die spirituelle Dimension und die Mehrdimensionalität der Wirklichkeit mit ein. Die emotionale Verbindung zwischen Subjekt und Objekt ist dabei durchaus erwünscht. Durch diese »Liebesbeziehung« erwächst das Bewusstsein, dass wir ein Teil der Erde sind, die Erde respektieren, die Erde als ein spirituelles Wesen erkennen mit dem wir kooperieren. Das Landscapeyoga könnte auch ältere Semester ansprechen, da die Übungen z.T. etwas einfacher als beim »normalen« Yoga sind und somit auch bei körperlichen Einschränkungen leicht auszuführen sind. Text: Susanne Sumitra Lutz

Susanne Sumitra Lutz

Baum-Yoga Baum-Yoga, das sind sanfte Übungen aus dem Kundalini-Yoga, einer dynamischen Yoga-Form, die Bewegung und Atem miteinander verbindet. Ausgeführt werden sie unter einem Baum, dessen Energie sich auf den Körper und das Bewusstsein übertragen. Das Konzept entwickelte der Kundalini-Yoga-Lehrer Satya Singh und der Baum-Experte Fred Hageneder. Ihre Idee: Jeder Baum besitzt eine besondere Energie, zu der ganz bestimmte Yoga-Übungen passen. Die Birke zum Beispiel vermittelt Jugendfrische und tänzerische Leichtigkeit, während die Eiche einen mit Stärke und Entschlossenheit aufladen kann. In zwölf Kapiteln werden die verschiedensten Bäume und die dazu passenden Übungen vorgestellt. Autoren: Fred Hageneder, Satya Singh Paperback, 213 Seiten, ISBN: 978-3-89060-247-9
individuell

Landscapeyoga ist nicht einfach nur »Outdooryoga«. Im Freien, in Wechselbeziehung mit der umgebenden Natur, wird ganz bewusst der Strom der Lebensenergie, Prana, aufgenommen – auch über die Hände, die Haut und die Fußsohlen. Die fünf Elemente spielen dabei eine große Rolle. Im Dialog mit der Natur und in Verbindung mit den Elementen wird Landscapeyoga nicht nur an einem Platz praktiziert. Mittels Geh- oder Atemmeditation (auch »Breathwalk«) geht man von Ort zu Ort und verbindet sich bewusst mit den Elementen - beim Yoga am Wasser zum Beispiel mit dem Wasserelement bzw. der Deva des Gewässers, an dem man sich gerade befindet. Dies kann man beliebig ausweiten auf jegliche Art von Landschaftsbestandteilen wie Felsen, Bäume oder Berge. Besonders spannend wird es, wenn ganz bestimmte »Kraftorte« aufgesucht werden. Dadurch kann in Kommunikation mit der Natur und ihren Wesenheiten getreten werden und die Landschaft als

Spiegel der Seele erkannt werden. Es kann beim Landscapeyoga zu einem intensiven Gruppenprozess kommen, bedingt durch den Austausch zwischen dem inneren und äußeren Raum, dem Individuum, der Gruppe und der Landschaft. Dadurch wird ein ganzheitliches Verstehen der Wirklichkeit gefördert. Möglich ist auch eine kreative Interaktion mit dem Raum und den Teilnehmern in Form von Klang, Tönen, Bewegung, Tanz oder Landart, wodurch ein besonders nachhaltiger Wandlungsprozess der inneren und äußeren Welt initiiert werden kann. Oft wird zum Schluss ein Mandala aus Naturmaterialien gelegt. Susanne Sumitra Lutz arbeitet mit Elementen aus dem KundaliniYoga nach Yogi Bhajan, dem BaumYoga nach Satya Singh, dem DruidenYoga und der Geomantie nach Marko Pogačnik. Die moderne Geomantie ist eine ganzheitliche Erfahrungswissenschaft. Es geht darum, die ursprüngliche enge Beziehung zwischen Erde und Mensch wieder zu erwecken. Damit stellt die Geomantie eine Erweite-

ist von ihrer ursprünglichen Ausbildung her Stadt- und Regionalplanerin und hat 7 Jahre in diesem Beruf gearbeitet. Seit 12 Jahren unterrichtet sie Kundalini Yoga nach Yogi Bhajan und beschäftigt sich seit 10 Jahren mit der Geomantie. Sie hat verschiedene Seminare und Fortbildungen absolviert, u.a. bei Hagia Chora www.lebensplan.com Landscape-Yoga Sa. 9.00 - 10.30 h >> Asana 2

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Kulturpark Kladow · www.yogafestival.de | Seite 27

»Glück naht!« wünscht Ihnen gute Gedanken
Das erste »Glück naht!-Shirt« entwarf die Designerin Lea Kovats als ihren persönlichen Glücksbringer vor einer schweren Operation. Alles wendete sich zum Guten und die Idee war geboren, gute Gedanken mit einem Kleidungsstück, gewissermaßen als Trägersubstanz, zu verbinden. Denn Gute Gedanken sind pure Energie! Zusammen mit der Berliner Grafikerin Britta Paulich entwickelte sie das Label »Glück naht«. Rechtzeitig zum Yogafestival in Berlin wird es verschiedene T-Shirts u.a mit der Botschaft »Lächelnd gehe ich meinem Ziel entgegen« geben. Die Botschaft steht auf der Innenseite des Rückenteils und wirkt so nach innen. Im Nebel zeigt sie uns wie ein Kompass den Weg zum Ziel. Ein wunderbarer Gedanke für alle Yogis. Die Shirts eignen sich auch als Geschenk

für alle Freunde, denen ihr »gute Gedanken« senden wollt. Die weichen Shirts sind durch die perfekte Materialzusammensetzung aus Bambus und Biobaumwolle sehr anschmiegsam und angenehm zu tragen. Sie werden natürlich fair und nachhaltig produziert. Es gibt Basicshirts zum täglichen »drunter« tragen, knackige Kurzarmshirts, weiche Wickeljacken und Langarmshirts mit U-Boot-Ausschnitt. Eine Reikimeisterin bedruckt und energetisiert die Kleidung, die entspannt und zugleich beflügelt!
Fliegt doch mal an unserem »Glück naht« Stand vorbei – wir freuen uns auf Euch! Lea und Britta Fr. - So. >> Marktplatz www.glueck-naht.blogspot.com

Kleidung · Kissen · Kurse
Bei uns finden Sie die schönen Dinge & viele Sonderangebote

Alles rund um Yoga

Behaimstr. 10 Tel. 030 - 34 09 28 68 U7 Richard-Wagner-Pl. www.yoga108.de
Foto: Michael Luther

Janin Devi & Die Bhaktas

Sie ist die Kirtan-Neuentdeckung des letzten Jahres. Eine junge Frau die aus ihrer Liebe zum Bhakti Yoga durch die Welt reist, um mit den Menschen die Schönheit des gegenwärtigen Augenblicks durch spirituelles Chanten zu erfahren. Im letzten Jahr begleitete Janin Devi Dave Stringer auf mehreren Konzerten mit ihrer klahren und ausdrucksstarken Stimme. Sie singt seit ihrer Kindheit und kombiniert die klassischen Mantren mit jazzigen Akkorden und Gospeleinlagen. Unterstützt wird sie von spirituellen Musikern auf der ganzen Welt . Pures Bhakti!
www.janindevi.de www.myspace.com/janindevi Eröffnungskonzert: Fr. 14.30 - 15.30 h >> Großes Zelt Janin Devi und Maik, Yoga und Musik Sa. 12.30 - 14.00 h >> Asana 2

An dieser Stelle ein großes Dankeschön an alle ehrenamtliche Helfer, die das Yoga-Festival Berlin zum Highlight des Jahres machen. Mit Herz und Seele wird das Festival von Miriam Kretzschmar und Stefan Datt organisiert, die ein ausgewogenes Programm für Anfänger und Fortgeschrittene, für große und kleine Yogis zusammenstellen. Auch dieses Jahr wird es wieder eine liebevolle Kinderbetreuung der pädagogisch erfahrenen Helfer mit viel Spiel und Spaß auf dem Gelände geben.

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Kleinanzeigen

YOGA (Charlottenburg-SchlossNähe)... entspannt, schenkt Freude, macht gelassen, formt einen schönen Körper und darin einen klaren, schöpferischen Geist, steigert insgesamt die Lebensqualität ... Martina Tinney 0176 511 094 13 (Yoga-Lehr.(BYV), Reiki-Master) Kundalini-Yoga im Elysium, Lindenstr.12, DO. 18.30 - 20.00 und Baum-Yoga im Park BABELSBERG Info: Nina Pellegrino 0331 - 867 23 88 Yoga kennt kein Alter mit/ohne Vorerfahrung in Steglitz Die/Do: 19.45 Uhr www.yoga-trinity.de Info/Anmeldung: 030-791 65 86 Autogenes Training KK-gefördert in Kreuzberg. Ab Juli neuer Kurs im Yoga-Shakti-Loft. www.Reich-der-Entspannung.de

Migränetherapie in der Praxis Czech und Datt, 25,- € á 30 Min. Bitte trau Dich, Dir helfen zu lassen. Intensiv Workshops Migränetherapie nach Kern. Info: www.praxis-czechdatt.de, Tel.: 494 3004 Yoga im Wedding,offene Stunde klass. Hathayoga immer Montags 19:30 h mit Sarah, kein Kurs keine Verpflichtung kostenlose Probestunde Praxis Czech&Datt, Osloerstr. 109, Ecke Pankstr., 13359 Berlin, Tel: 494 30 04 www.praxis-czech-datt.de Mindstyle – Lifestyle – Netzwerk www.AllegriaSpirit.de deckt alle ganzheitlichen Bereiche ab. Eine Fülle an Infos, Terminen, Gewinnspielen, inspirierender Kunst, Videos und Artikeln von Ayurveda über Yoga bis Zen mit Kontakten und Communities. Log Dich ein!

Spiritshirt
B E R L I N
YOGA-SHIRTS FÜR ALLE

Herausgeber: Lernen in Bewegung e.V. Weimarer Str. 29 · 10625 Berlin Tel.: (030) 38 10 80 93 www.yogafestival.de Redaktion: Marco Friedrich · Karin Kuchelmeister Anette Schulze · Juliane Schulz Verantwortlich: Lieselotte Wertenbruch, V.i.S.d.P. Tel.: (030) 34 35 65 69 zeitung@yogafestival.de

Ausverkauf am Stand von:

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Anzeigen, Gestaltung & Satz: Lieselotte Wertenbruch mail@mediaservice-berlin.com Druck: BVZ Berliner Zeitungsdruck GmbH Auflage: 10.000 Stck.

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Seite 28 | Berlin | Fr. 24. - So. 26. Juni 2011

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Karottensuppe Tandoori
Zutaten: 2 Lauchzwiebeln 1 Messerspitze Asafötida 1 Apfel 500g Karotten 1 TL frischer geriebener Ingwer 3 EL Ghee 1 EL Mehl 1 EL Tandoori Gewürzmischung (Alternativ auch Curry) 750ml Gemüsebrühe 125ml Sahne 1 Eigelb 5 Zweige Koriander oder Schnittlauch

hitzen und die Lauchzwiebeln kurz anbraten. Jetzt Karotten, Apfel und Ingwer zugeben und für 1-2 Minuten mitbraten. Mehl, Tandoori, Asafetida zugeben, mit der Gemüsebrühe aufgießen und zugedeckt für 10 Minuten köcheln lassen. Jetzt verrührst du 4 EL der Sahne mit dem Eigelb und stellst es zur Seite, die restliche Sahne kommt zur Suppe. Nach weiteren 2-3 Minuten nimmst du die Suppe vom Herd und gibst das verrührte Eigelb dazu. Vor dem Servieren mit Kräutersalz und Pfeffer abschmecken. Hinweis: Tandoori, Garam und auch Curry sind immer Kräutermischungen, die sogenannten Masalas.

© Farina

So geht‘s: Die Zwiebel schälen und klein hacken. Die Karotten und den Afel waschen, schälen und fein reiben. Das Ghee in einem Topf er-

Ayurveda-Rezept: Volker Mehl www.koch-dich-gluecklich.de

Verbeugung vor dem großen Gott Ganesha OM ist der ursprünglichste, mächtigste Mantraklang und dient dazu, reine, höchste Schwingungen zu erwecken. Sri ist eine Bezeichnung des verehrenden Respekts. Maha bedeutet groß. Ganapata ist ein anderer Name für Ganesha, den elefantenköpfigen Gott, der Kraft und Standhaftigkeit darstellt. Er beseitigt Hindernisse und bringt Erfolg.

Mutter Erde

Text u. Musik: Babek Bodien

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»Musik ist für mich ein wundervoller Wegbegleiter und Werkzeug, mit dem ich mir immer wieder einen Zugang zu mir selbst und zu meiner Umwelt erschließen kann. Klänge können unsere Wahrnehmung und Gefühle in einer Weise berühren, die unser ganzes Wesen umfasst, erweitert und erhellt. Dieses Erleben zu vertiefen und mit anderen zu teilen ist für mich die Erfüllung.«
Konzert: Babek Bodien & friends, Do. 21 h >> Großes Zelt

Mutter Erde ist auf der CD »Sonnengesang« von Babek Bodien erschienen. Mehr Infos unter: www.myspace. com/babekbodien
        
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