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Full text: Biologische Zustandseinschätzung der Ostsee im Jahre ... Issue 2014

Biologische Zustandseinschätzung der Ostsee im Jahre 2014

Norbert Wasmund1, Jörg Dutz1, Falk Pollehne1, Herbert Siegel1
und Michael L. Zettler1

Leibniz- Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW)
Seestraße 15, D-18119 Rostock-Warnemünde
1

Dies ist eine deutsche Fassung des englischen Artikels:
Norbert Wasmund, Jörg Dutz, Falk Pollehne, Herbert Siegel und Michael L.
Zettler: Biological assessment of the Baltic Sea 2014.
Meereswiss. Ber., Warnemünde, 98 (2015) DOI: 10.12754/msr-2015-0098

2

Inhaltsverzeichnis

Kurzfassung
1.
2.
2.1
2.2
2.3
2.4
2.5
2.6
2.7
3.
4.
4.1
4.1.1

Einleitung
Material und Methoden
Beprobungs-Strategie
Phytoplankton
Chlorophyll
Sedimentation
Mesozooplankton
Makrozoobenthos
Qualitätssicherung
Die abiotischen Verhältnisse in der Ostsee im Jahre 2014
Ergebnisse
Phytoplankton
Satellitengestützte Darstellung der raum-zeitlichen
Cyanobakterien-Entwicklung
4.1.2
Jahresgang von Artenzusammensetzung und Biomasse
4.1.2.1
Frühjahrsblüte
4.1.2.2
Sommerblüte
4.1.2.3
Herbstblüte
4.1.3
Regionale Unterschiede in der Artenzusammensetzung
4.1.4
Veränderungen der Artenzusammensetzung
4.1.5
Chlorophyll a
4.1.6
Sedimentation
4.2
Mesozooplankton
4.2.1
Artenspektrum, Wasseraustausch und Neozoen
4.2.2
Jahresgang in der Artenzusammensetzung
4.3
Makrozoobenthos
4.3.1
Sedimente und Sauerstoff
4.3.2
Makrozoobenthos an den Stationen
4.3.3
Langfristiger Trend
4.3.4
Rote Liste
4.3.5
Neozoen
Zusammenfassung
Danksagung
Literaturverzeichnis
Anhang

Seite
3
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6
6
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8
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41
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48
50
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62
62
67
69
71
71
76
76
82

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Kurzfassung
Die 1979 begonnene HELCOM-Datenreihe der Artenzusammensetzung und Biomasse bzw.
Abundanz des Phyto- und Zooplanktons sowie des Makrozoobenthos im Gebiet von der Kieler
Bucht zur östlichen Gotlandsee wurde im Jahre 2014 fortgesetzt.
Die Phytoplankton-Frühjahrsblüte muß in der Mecklenburger Bucht vom 20.2. bis 19.3.2014
stattgefunden haben und wurde in der Arkonasee Mitte März voll entwickelt angetroffen,
dominiert von Skeletonema marinoi. Das starke Auftreten von Ceratium im Frühjahr ist
überraschend. Die dominanten Arten im Mai waren Dictyocha speculum in der westlichen
Ostsee und Mesodinium rubrum in der Arkonasee. Im Sommer trat in der westlichen Ostsee
eine Kieselalgenblüte, aber keine Cyanobakterienblüte auf. Die Herbstblüte wurde nicht wie
üblich von Ceratium tripos, sondern von C.fusus dominiert. Die im November 2014 gefundenen
marinen Arten Noctiluca scintillans und Spatulodinium pseudonoctiluca zeigen einen Einstrom
von Nordseewasser schon vor dem großen Einstromereignis vom Dezember 2014 an.
Die Chlorophyll-a-Konzentrationen zeigen ihr Maximum (10,35 mg m-3) zu Zeiten der
Frühjahrsblüte Mitte März in der Arkonasee.
Die Sedimentation des organischen Materials im Arkonabecken zeigte im Frühjahr 2014 einen
nur geringen, aber im 2.Halbjahr einen ansteigenden Partikelfluss, der als Artefakt aufgrund
der Besiedlung der Falle mit Seepocken gewertet werden kann. Diese ungewöhnlich starke
Besiedlung könnte mit dem Einstrom von Nordseewasser vom Februar und März 2014 erklärt
werden. Die extrem hohen Sedimentationsraten von 3,0 mol C, 429 mmol N, 1,2 mol Si und 9,3
mmol P m-2 a-1 bei einem Massefluss von 293 g Trockenmasse m-2 a-1 können daher nicht mit
den Daten aus den Vorjahren verglichen werden. Die Artendiversität sowohl der Diatomeen als
auch der Dinoflagellaten blieb in ähnlich hohen Bereichen wie im Vorjahr.
Beim Zooplankton wurden in 2014 ausgeprägte Abundanz-Maxima während des Sommers in
der Arkona- und Bornholsee gefunden. Diese gehen vor allem auf Bosmina spp. und
ungewöhnlich hohe Vorkommen von Temora longicornis und Centropages hamatus zurück. In
der Kieler und Mecklenburger Bucht dominierten Copepoden und Bivalvia-Larven; Paracalanus
parvus löste dort Pseudocalanus spp. als häufigste Art ab. Polychaetenlarven oder Evadne
nordmanni wiesen ein früheres zeitlichen Vorkommen auf, die Rotatorien waren im Gegensatz
zu den Vorjahren hauptsächlich auf des Frühjahr beschränkt. Mit Evadne anonyx, die bisher nur
in der östlichen Ostsee auftrat, wurde erstmals diese invasive Art in der Kieler Bucht
nachgewiesen.
Mit insgesamt 117 ist die Artenzahl des Makrozoobenthos im Vergleich zu den Vorjahren als
mittelmäßig zu bezeichnen. Anhaltender Sauerstoffmangel verursachte einen Arten- und
Abundanzschwund in der Mecklenburger Bucht. In Abhängigkeit vom Seegebiet schwankten
die Individuendichten zwischen 183 und 10.899 Ind./m² und die Biomasse zwischen 1,7 und
75,2 g AFTM/m². Die hohe Artenzahl von 24 und der ebenfalls hohe Salzgehalt von 22,1 psu im
zentralen Arkonabecken zeigen einen Salzwassereinstrom bereits vor dem großen Einstrom an.
An den 8 Monitoringstationen konnten insgesamt 17 Arten der Roten Liste nachgewiesen
werden. Der Anteil an Neozoen war 2014 mit 4 Arten sehr gering.

4
1.

Einleitung

Der vorliegende Bericht stellt die Ergebnisse des biologischen Monitoring dar, das am LeibnizInstitut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) durchgeführt wird. In der Ausschließlichen
Wirtschaftszone Deutschlands (AWZ) wird das Monitoring im Auftrage des Bundesamtes für
Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) durchgeführt, in der zentralen Ostsee (östliche
Gotlandsee) wird die Langzeit-Datenerfassung jedoch aus Hausmitteln des IOW finanziert.
Diese Zustandseinschätzung basiert auf dem Bericht, der dem BSH im August 2015 vorgelegt
wurde und ist eine inhaltlich unveränderte Übersetzung; er wurde aber mit Daten aus der
Bornholmsee und östlichen Gotlandsee ergänzt.
Das Monitoring ist Bestandteil des internationalen Umweltüberwachungsprogramms der
Helsinki-Kommission (HELCOM), an dem bereits das Vorgänger-Institut des IOW seit seinem
Beginn im Jahre 1979 beteiligt war. Es beinhaltet neben den biologischen Komponenten auch
ein umfangreiches hydrographisch-chemisches Untersuchungsprogramm (NAUSCH et al. 2015).
Mit Gründung des IOW im Jahre 1992 wird der deutsche Beitrag zum Monitoring-Programm der
HELCOM kontinuierlich weitergeführt.
Die gewonnenen Daten sind Bestandteil des koordinierten Meßprogramms der deutschen
Küstenländer. Die Arbeitsgemeinschaft Bund/Länder-Messprogramm Nord- und Ostsee (ARGE
BLMP) wurde mit Inkrafttreten des Verwaltungsabkommens Meeresschutz am 30. März 2012
durch den Bund/Länder-Ausschuss Nord- und Ostsee (BLANO) mit erweiterten Aufgaben zur
gemeinsamen Umsetzung der Anforderungen der EG-Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL)
ersetzt (siehe http://www.blmp-online.de/Seiten/Infos.html). Die gewonnenen Daten werden
über nationale Datenbanken jährlich an die Datenbank des ICES (International Council for the
Exploration of the Sea, siehe http://www.ices.dk/indexnofla.asp) gemeldet. Die internationale
Auswertung der Monitoringdaten fand früher durch die HELCOM in Periodischen Assessments
statt (HELCOM 1987, 1990, 1996, 2002). Gegenwärtig werden eher spezielle Thematische
Assessments veröffentlicht, z.B. über Einflüsse klimatischer Veränderungen (HELCOM 2013a)
oder der Eutrophierung (HELCOM 2014a). Ebenso werden jährlich kurze aktuelle Berichte in
Form der „Baltic Sea Environmental Fact Sheets“, vormals „Indicator Fact Sheets“ veröffentlicht
(JAANUS et al. 2007, HAJDU et al. 2008, OLENINA et al. 2009, OLENINA AND KOWNACKA 2010, ÖBERG
2014, WASMUND et al. 2015). Auch im Rahmen des BLMP wurden Indikatorberichte verfasst, wie
der über das Chlorophyll in der deutschen AWZ der Ostsee (WASMUND et al. 2011 b).
Die internationale Kooperation erhält zunehmend einen europäischen Rahmen. So entwickelte
beispielsweise
das
Europäische
Komitee
für
Normung
(CEN,
siehe
http://www.cen.eu/cenorm/homepage.htm) europaweit gültige Methodenvorschriften. Diese
sind weitgehend mit den von uns seit vielen Jahren konsequent angewendeten HELCOMMethoden konsistent. Den gesetzlichen Rahmen für die forcierte internationale
Zusammenarbeit bilden die EG-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL, siehe EUROPEAN UNION 2000,
und
http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=CELEX:32000L0060:DE:HTML)
sowie die EG-Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL, siehe EUROPEAN UNION 2008, und
http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2008:164:0019:0040:DE:PDF). Die
Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (RICHTLINIE 2008/56/EG) schafft den Ordnungsrahmen für
die notwendigen Maßnahmen aller EU-Mitgliedsstaaten, um bis 2020 einen „guten Zustand der

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Meeresumwelt“ in allen europäischen Meeren zu erreichen oder zu erhalten. Zu ihrer
Implementierung in den deutschen Bereichen von Nordsee und Ostsee musste bis 2012 u.a.
 eine Anfangsbewertung der Meere,
 die Beschreibung des guten Umweltzustandes und
 die Festlegung der Umweltziele erfolgen.
Entsprechende Monitoringprogramme sind zu unterhalten bzw. auszubauen. Ein darauf
aufbauendes Maßnahmenprogramm sowie ein Netz an Meeresschutzgebieten vervollständigen
die Meeresstrategie mit ihrem Ziel, den guten Zustand der Meeresumwelt zu erhalten oder wo
erforderlich wieder herzustellen.
Zur Bestimmung des guten Umweltzustandes sind Indikatoren zu entwickeln. Das erfolgte zum
Beispiel im Rahmen des HELCOM-Projektes CORESET (HELCOM 2013b). Der Prozess der
Entwicklung und Testung von Indikatoren ist sowohl im nationalen als auch im internationalen
Rahmen noch nicht abgeschlossen. Mitarbeiter der Sektion Biologische Meereskunde des IOW
sind involviert in der Entwicklung folgender HELCOM-“Core”- und “Pre-core”- Indikatoren, die in
Beziehung zu den Desriptoren Biodiversität (D1), nicht-einheimische Arten (D2), Nahrungsnetz
(D4) oder Eutrophierung (D5) stehen:












Zooplankton mean size and total stock.
State of the soft-bottom macrofauna communities.
Population structure of long-lived macrozoobenthic species.
Cumulative impact on benthic habitats
Extent, distribution and condition of benthic biotopes.
Trends in arrival of new non-indigenous species.
Lower depth distribution limit of macrophyte species.
Chlorophyll a concentrations
Diatom/Dinoflagellate Index
Seasonal succession of dominating phytoplankton groups
Cyanobacterial surface accumulations

Die durch das IOW erhobenen Monitoringdaten stellen eine wichtige Grundlage zur Entwicklung
und Testung der Indikatoren sowie der Umsetzung der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie dar.
Die umfassende wissenschaftliche Auswertung der Daten wird im IOW ermöglicht durch die
enge Zusammenarbeit von Ozeanographen, Meereschemikern und Biologen. Die biologischen
Daten werden vor dem Hintergrund der hydrographisch-chemischen Zustandseinschätzung
interpretiert, die für das Jahr 2014 bereits erschienen ist (NAUSCH et al. 2015).
Die Bearbeitung des Phytoplankton- und Chlorophyllkapitels lag in den Händen von Dr. NORBERT
WASMUND. Die Zooplanktonpassagen wurden von Dr. JÖRG DUTZ und der Makrozoobenthosteil
von Dr. MICHAEL L. ZETTLER verfasst. Die Sinkstofffallen wurden von Dr. FALK POLLEHNE und die
Satellitenbilder von Dr. HERBERT SIEGEL bearbeitet.

6
2.

Material und Methoden

2.1

Beprobungs-Strategie

Die Aufgaben des IOW sind im Arbeitsplan des BSH festgelegt (BUNDESAMT FÜR SEESCHIFFFAHRT
UND HYDROGRAPHIE 2014). Sie orientieren sich an den Vorschriften der HELCOM. Im Einzelnen umfasst das biologische Monitoring am IOW die Bestimmung der qualitativen und quantitativen
Zusammensetzung des Phytoplanktons, Mesozooplanktons und Makrozoobenthos, die
Bestimmung des Chlorophyll-a-Gehalts von Wasserproben und die Auswertung von SinkstoffFallen. Die Phytoplanktonentwicklung wird auch anhand von Satellitenbildern verfolgt. Die
Methoden sind in einem Handbuch (HELCOM 2014b) verbindlich vorgeschrieben.
Die Stationen für die biologischen Untersuchungen sind in Abb. 1 dargestellt. Seit einigen
Jahren wird nicht mehr die IOW-interne Bezeichnung der Stationen, sondern die offizielle
Nomenklatur nach ICES-Station-Dictionary verwendet. In Ausnahmefällen wird in Abbildungen
und Tabellen aus Platzgründen aber auf den in diesem Bericht redundanten Präfix „OMBMP“
verzichtet. Die Entsprechungen der IOW-Stationsbezeichnungen sind aus Tab. 1 ersichtlich.
Tab. 1
Häufigkeit der Probenahme (= Anzahl der Probentermine) zur Gewinnung der biologischen
Daten des IOW im Jahre 2014.
Stationsnummer
Beltsee
OMBMPN3
OMBMPN1
OMBMPM2
OMO22
OM18
OMBMPM1
Arkonasee
OMBMPK8
OMBMPK5
OMBMPK4
Pommernbucht
OMBMPK3
OM160
Bornholmsee
OMBMPK2
Östl. Gotlandsee
OMBMPK1
OMBMPJ1

IOWStationsnummer

Chlorophyll

PhytoZooplankton plankton

Zoobenthos

TF0360
TF0010
TF0012
TF0022
TF0018
TF0046

5
10
5
10

5
10
5
10

5
10
10

1
1
1
1
-

TF0030
TF0113
TF0109

10
10
5

10
10
5

10
9
5

1
1

TF0152
TF0160

-

-

-

1
1

TFo213

9

9

8

-

TF0259

5
5

5
5

5
5

-

TF0271

-

Da Planktonproben möglichst sowohl auf den Hin- als auch Rückreisen genommen werden
sollten, ergeben sich von den 5 Fahrten maximal 10 Proben pro Station und Jahr. Die Stationen

7
OMBMPN3 (Kieler Bucht), OMBMPK4 (Arkona See) und OMBMPK1/OMBMPJ1 (östliche
Gotlandsee) werden standardmäßig jedoch nur auf den Hinreisen beprobt.
Die Sinkstoff-Fallen werden ab dem Jahre 2008 im Messfeld Arkonabecken (siehe Station AB in
Abb. 1) installiert.
Die Zooplankton-Probenahme wird in Übereinstimmung mit den Vorgaben durch HELCOM den
hydrographischen Bedingungen angepasst. Bei einer vollständig durchmischten Wassersäule
wird eine vom Boden bis zur Wasseroberfläche durchgehende Netzprobe genommen. Vertikal
aufgelöste Netzfänge werden durchgeführt, wenn durch salzreiches Wasser in der Tiefe eine
Halokline vorliegt oder die saisonale Erwärmung während des Frühjahrs und des Sommers eine
Thermokline ausgebildet ist. Dabei wird in der Regel eine Probenahme im anoxischen Bereich
vermieden. In 2014 wurden so während der Terminfahrten insgesamt 108 Zooplanktonproben
gewonnen. Eine detaillierte Übersicht über die in 2014 auf den verschiedenen Stationen
beprobten Wasserkörper befindet sich in Tabelle 2.
Makrozoobenthos-Proben werden nur einmal im Jahr (im November) von insgesamt 8 Stationen
genommen (siehe Tab. 3 auf Seite 12).

Abb. 1: Die Lage der beprobten Stationen in der Ostsee.

2.2

Phytoplankton

Im Allgemeinen werden an jeder Station 2 Phytoplanktonproben genommen: eine OberflächenMischprobe, für die Wasser von 1 m, 2,5 m, 5 m, 7,5 m und 10 m Tiefe zu gleichen Teilen

8
gemischt wird sowie eine Probe unterhalb der obersten Sprungschicht (meistens aus 20 m
Tiefe). Bei Vorliegen interessanter Strukturen (z.B. markante Fluoreszenzmaxima im
Tiefenprofil) werden auch aus diesen Wassertiefen zusätzliche Proben genommen. Die Proben
(200 ml) werden mit 1 ml saurer Lugolscher Lösung fixiert und so bis zur Auswertung gelagert
(max. 6 Monate).
Die Biomasse der einzelnen Phytoplanktonarten wird mikroskopisch nach der traditionellen
Methode nach UTERMÖHL (1958) bestimmt. Bei der Zählung werden die Individuen nicht nur
nach Taxa, sondern auch nach Größenklassen entsprechend der HELCOM-Vorgaben (OLENINA et
al. 2006) eingeteilt. Um eine statistisch akzeptable Abschätzung zu erhalten, werden von den
häufigsten Arten mindestens 50 Individuen gezählt, so dass ein statistischer Zählfehler für die
häufigsten Einzelarten von etwa 28 % angenommen werden kann. Insgesamt kommt man im
Allgemeinen pro Probe auf mindestens 500 gezählte Individuen. Damit wird der Fehler für die
Gesamtbiomasse deutlich geringer (< 10 %). Jeder Art bzw. Größenklasse entspricht ein
charakteristisches Individuenvolumen (Berechnung nach HELCOM 2014b). Dieses wird mit der
Anzahl der gezählten Individuen multipliziert, um auf das Biovolumen der jeweiligen Art zu
kommen. Bei Annahme einer Dichte von 1 g cm-3 entspricht das Biovolumen zahlenmäßig der
Biomasse (Frischmasse).
Die Berechnung und Datenausgabe erfolgte mit Hilfe des Zählprogramms OrgaCount der Firma
AquaEcology und der verbindlichen Arten- und Biovolumenliste PEG_BVOL2015, siehe
http://www.ices.dk/marine-data/Documents/ENV/PEG_BVOL.zip. Informationen zur Artenliste
auf der ICES-Seite können auch eingesehen werden unter http://www.ices.dk/marinedata/Pages/default.aspx (oben auf das große graugrüne Feld „HELCOM PEG BIOVOLUME
klicken).
2.3

Chlorophyll

Da das Chlorophyll a in allen Pflanzenzellen, also auch im Phytoplankton, einen bestimmten
Anteil an der Biomasse ausmacht, kann man seine Konzentration als ein Maß für die
Gesamtbiomasse des Phytoplanktons annehmen. 1 mg Chlorophyll a soll etwa 30 (im Frühjahr
und Herbst) bis 60 (im Sommer) mg organischem Kohlenstoff der Algen entsprechen (nach
GARGAS et al. 1978). 1 mg organischer Kohlenstoff entspricht etwa 9 mg Algen-Frischmasse
(EDLER 1979). Wegen der Variabilität der Faktoren wird im Allgemeinen auf eine Umrechnung
verzichtet und die Chlorophyll a-Konzentration direkt als ein Phytoplanktonparameter
betrachtet.
Proben zur Bestimmung der Chlorophyll a – Konzentrationen werden aus Standardtiefen (1 m, 5
m, 10 m, 15 m und 20 m), gelegentlich auch aus Sondertiefen parallel zum Phytoplankton
genommen. 200-500 ml Probenwasser werden durch Glasfaserfilter (Whatman GF/F) filtriert.
Die Filter werden dann in flüssigem Stickstoff (–196 °C) schock-gefrostet und im Institut für
maximal 3 Monate bei -80 °C gelagert. Die Extraktion erfolgt mit 96 %igem Ethanol, wie es von
HELCOM (2014b) vorgeschrieben ist. Dadurch konnte auf Homogenisation und Zentrifugation
verzichtet werden (WASMUND et al. 2006 b).
Es gibt mehrere Methoden zur Messung und Berechnung der Chlorophyll a-Konzentration, die
im Bericht von WASMUND et al. (2011 a) ausführlich diskutiert wurden. Mit der „Ansäuerungs-

9
Methode“ (LORENZEN 1967) kann neben dem Chlorophyll a zusätzlich auch das Phaeopigment a
bestimmt werden, welches verschiedene Komponenten (Phaeophytin, Phaeophorbid) enthält,
die im Wesentlichen als Chlorophyll a-Abbauprodukte angesehen werden. Die „AnsäuerungsMethode“ ist allerdings mit großen Ungenauigkeiten behaftet (vgl. WASMUND 1984, STICH &
BRINKER 2005). Da Im Gegensatz zu flachen Küstengewässern Phaeopigmente in der offenen
See keine große Rolle spielen, besteht kein Bedarf für die „Ansäuerungs-Methode“, so dass wir
auf die einfachere und besser reproduzierbare Methode ohne Ansäuerung der Extrakte
umstellen konnten.
Dadurch erhalten wir keinen Chlorophyll a-Wert mehr, der für Phaeopigment „korrigiert“ sein
soll („Chl.a-kor“), sondern einen „unkorrigierten“ Wert, den wir als „Gesamt-Chlorophyll a“
(„Chl.a-tot“, = Abkürzung für „Chlorophyll a total“) bezeichnen. Dieses Verfahren wird von
HELCOM (2014 b) und der UAG Qualitätssicherung Plankton im BLMP empfohlen. In den Jahren
2008-2010 haben wir die Methoden mit und ohne Ansäuerung parallel durchgeführt, im Jahres
2010 parallel sogar eine „alte“ und eine „neue“ Methode zur Bestimmung von „Chl.a-tot“
(siehe WASMUND et al. 2011 a). Die ermittelten Werte „Chl.a-kor“ und „Chl.a-tot-ALT“ wichen
deutlich voneinander ab. Es wurde bereits in den vorjährigen Berichten empfohlen, die „Chl.atot-ALT“-Werte der Jahre 2008-2010 nicht zu verwenden. Die ab 2010 angewendete „neue
Methode“ basiert auf einem speziell konfigurierten Fluorometers (TURNER - Fluorometer 10-AU005-CE), das die Störung durch Chlorophyll b eliminiert (Methode von WELSCHMEYER 1994). Die
resultierenden Werte „Chl.a-tot-NEU“ kamen den Werten von „Chl.a-kor“ erstaunlich nahe.
Deshalb empfahlen WASMUND et al. (2011 a), bis zum Jahre 2009 die Werte „Chl.a-kor“ zu
verwenden und ab 2010 die „Werte Chl.a-tot-NEU“. Dadurch kommt es zu keinem Bruch in der
Langzeit-Datenserie. Ab dem Bericht zum Jahr 2013 schreiben wir statt „Chl.a-tot-NEU“ nur
noch „Chl.a-tot“.
2.4

Sedimentation

Die Raten des vertikalen Partikelflusses (Sedimentation) wurden im Messfeld des IOW in der
zentralen Arkonasee gemessen. Hier wurde zur Erfassung der Menge und Qualität des aus der
Deckschicht absinkenden Materials eine automatische Sinkstoffalle des Typs SM 234 mit einer
Fangfläche von 0,5 m² verankert, die 21 in programmierbaren Zeitschritten auswechselbare
Fanggläser besitzt. Die Verankerung wurde bei einer Wassertiefe von 45 m mit einer
Oberflächenmarkierung und einer Grundfangleine ausgelegt und nach 3 - 4 Monaten wieder
aufgenommen. Die einzelnen Fangintervalle betrugen zwischen 7 und 10 Tagen. In der
Verankerung befand sich die Falle unter der Dichteschichtung in 35 m Tiefe im Tiefenwasser.
Am aufgefangenen Material wurden Elementanalysen, Bestimmungen der natürlichen
Isotopenzusammensetzung sowie mikroskopisch-taxonomische Analysen durchgeführt. Der
Technische Ablauf der Probengewinnung im Jahr 2014 lief nach Plan ab. Die Verankerungen
konnten regulär aufgenommen werden, es traten dabei keine technischen oder logistischen
Probleme auf. In der Probenaufarbeitung fiel durch einen Defekt am Messgerät ein Messwert
für Kohlenstoff aus, der eine Periode von 7 Tagen betraf.
Es wurde allerdings festgestellt, dass der Gitterdeckel der Falle 2014 zunehmend von
Balaniden (Seepocken) besiedelt wurde, die durch ihre filtrierende Lebensweise aktiv Partikel
konzentrieren und z.T. als Kotmaterial in das Fallenlumen abgaben. Die Raten für den passiven
Transport von absinkendem Material wurden dadurch so verfälscht, dass ein Vergleich mit den

10
Vorjahren nur auf qualitativer Ebene möglich ist. Eine Unterscheidung der beiden Prozesse ist
nicht möglich, da es sich um das gleiche Quellmaterial handelt. Dieses Wachstum wurde in den
Vorjahren nur vereinzelt an der Außenhaut der Falle beobachtet. Es wurde bisher offensichtlich
durch die niedrigen Sauerstoffkonzentrationen in Bodennähe unterhalb der Sprungschicht
unterdrückt. Da sich im Jahr 2014 schon vor dem großen Nordseewassereinstrom im Dezember
salzreiches und damit auch sauerstoffhaltiges Wasser im Arkonabecken einschichtete, können
sich damit zugleich mit dem Zustrom von Larven der Seepocken aus der westlichen Ostsee für
diese vorteilhafte Wachstumsbedingungen ergeben haben. Abb. 2 zeigt die über die zweite
Jahreshälfte zunehmende Füllung der Sammelgläser mit Kotmaterial und die Abdrücke der
Seepocken auf den Behältern.

Abb. 2: Sammelgläser zwischen Juni und November 2014 mit Spuren von Seepockenbewuchs

2.5

Mesozooplankton

Die Beurteilung des Jahres 2014 basierte auf insgesamt an 67 Stationen innerhalb der
Deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) sowie in der Bornholm- und Gotlandsee
gewonnenen Zooplanktonproben (Abb. 1). Diese Beprobung wurde entsprechend der HELCOMVorschrift mit einem WP-2 Netz (100 µm Maschenweite) in bis zu drei Tiefenstufen pro Station
vorgenommen. Die Netzfänge werden als Vertikalhols durchgeführt. Das Netz ist zum Zweck der
Bestimmung der filtrierten Wassermenge mit einem Durchflußzähler versehen. Netzwinkel, die
mehr als 40° betragen, werden hierbei vermieden. Die Proben wurden bis zur weiteren
Bearbeitung in wässriger Formalinlösung (4 vol%) fixiert.
Die Bestimmung der Taxa erfolgte im Labor. Hierbei wurde in jeder Probe eine Mindestanzahl
an Individuen bestimmt, gezählt und deren Abundanz (Individuen/m²) errechnet. Für die
Analyse wurden schrittweise mehrere Unterproben einer Gesamtprobe mit Hilfe einer BogorovZahlkammer mikroskopisch ausgezählt. Anschließend wurde der Rest der Probe auf weniger
häufigen Tiere und Neozoa durchgesehen. Alle Probenbearbeitungen wurden gemäß der
gültigen HELCOM Vorschrift durchgeführt. Das heißt, dass bei drei Taxa mit Ausnahme von
Nauplien, Rotatoria und Eubosminidae mindestens die Zahl von 100 Individuen erreicht wurde.
Anschließend wurde die Gesamtprobe analysiert, wobei nur die Taxa quantitativ berücksichtigt
wurden, die in dem bisherigen Teilproben-Verfahren nicht bzw. nur in sehr geringen Anzahlen
auftraten. Von der Zählung ausgeschlossen waren Häutungsprodukte und Phytoplankton. Bei
Tieren, die zerbrochen und nur unvollständig waren, wurde jeweils nur das Kopfteil
berücksichtigt, sofern das einem Taxa zuzuordnen war.

11
Die Analyse des Zooplanktons erfolgte nach einer internen Artenliste, die auf der langjährigen
Aufzeichnung des Arteninventars und auf dem des Ostsee-Zooplanktonatlas (TELESH et al.
2008) basiert. Als Referenz für taxonomische Bezeichnungen und Zuordnungen fand das
Integrierte Taxonomische Informationssystem (http://www.itis.gov) Anwendung. Als Referenz
für Neozoa dienten Online-Datenbanken des Informationssystems für aquatische, nichteinheimische Arten (AquaNIS, www.corpi.ku.lt/databases/index.php/aquanis) und des
Europäischen Netzwerkes für invasive Arten (NOBANIS, http://www.nobanis.org/Search.asp)
Die verwendeten taxonomischen Bezeichnungen und Zuordnungen beruhen gegenwärtig auf
dem Integrated Taxonomic Information System (ITIS, http://www.itis.gov/).
Da die Bestimmung auf Artniveaus bei Bosmina spp. ungeklärt ist wurde Bosmina spp. nur auf
dem Gattungsniveau gezählt. Dem Standard des „Integrated Taxonomic Information System“
folgend, wurden die Bryozoa als Gymnolaemata und die Mysidacea als Lophogastrida
aufgeführt.

Tab. 2
Übersicht über die beprobten Tiefen während der Zooplankton-Probenahme auf den in Abb.1
verzeichneten Stationen vom Februar bis November 2014.
Zeitraum
StationsBezeichnung

05.02. - 13.02.

17.03. - 25.03.

30.04. - 08.05.

19.07. - 29.07.

08.11. - 17.11.

Tiefe
von - bis
(m)

Tiefe
von - bis
(m)

Tiefe
von - bis
(m)

Tiefe
von - bis
(m)

Tiefe
von - bis
(m)

OMBMPN3

15 - 0

14- 0

15- 0

16- 0

15- 0

OMBMPM2

20 - 0
20 - 0

20 - 0
21 - 0

20 - 0
20 - 9 - 0

21 - 0
22 - 0

21 - 13 - 0
20 - 0

OMBMPM1

21 - 13 - 0
21 - 0

21 - 0
22 - 6 - 0

22 - 10 - 0
21 - 6 - 0

22 - 0
22 - 11 -0

23 - 0
21 - 14 - 0

OMBMPK8

19 - 0
18 - 0

18 - 7 - 0
19 - 14 - 0

19 -14 - 0
18 - 13 - 0

19 - 0
20 - 13 - 0

20 - 13 - 0
19 - 0

OMBMPK5

41 - 0
50 - 0

42 - 12 - 0
53 - 0

41 - 25 - 0
41 - 28 - 0

44 - 15 - 0
43 - 0

44 - 24 - 0

OMBMPK4

42 - 0

42 - 0

41 - 22 - 0

45 - 22 - 0

45 - 28 - 0

OMBMPK2

80 - 50 - 0
80 - 50 - 0

82 - 50 - 0
83 - 50 - 0

85 - 45 - 0
85 - 35 - 0

85 - 42 - 12 - 0
85 - 42 - 0

OMBMPK1

72 - 0

80 -61 - 0

85 - 70 - 0

80 - 10 - 0

86 - 38 - 0

OMBMPJ1

120 - 75 - 0

140 - 70 - 0

90 - 60 - 0

125 - 60 - 10 - 0

125 - 40 - 0

2.6

Makrozoobenthos

Beginnend von der Kieler Bucht wurden bis zur Pommernbucht im November 2014 an 8
Stationen Benthosuntersuchungen durchgeführt. Die Übersicht in Tab. 3 soll die Lage der

12
Stationen verdeutlichen. Je nach Sedimenttyp wurden zwei verschiedene van-Veen-Greifer (980
cm² und 1060 cm²) mit unterschiedlichen Gewichten (38 kg bzw. 70 kg sowie 23 kg) eingesetzt.
Pro Station wurden 3 Parallelproben (Hols) entnommen. Die einzelnen Hols wurden über ein
Sieb mit 1 mm Maschenweite mit Seewasser gespült, der Siebrückstand in Gefäße überführt
und mit 4%igem Formalin fixiert (HELCOM 2014 b). An allen Stationen wurde eine Dredge
(Kieler Kinderwagen) mit einer Spannweite von 1 m und einer Maschenweite von 5 mm
eingesetzt. Die Dredge erbrachte insbesondere bei den vagilen und selteneren Arten
Nachweise, die mit Hilfe des Greifers übersehen worden wären.
Die weitere Bearbeitung der Proben erfolgte im Labor. Nach dem Waschen der einzelnen Hols
wurden die Taxa mit Hilfe einen Binokolares bei 10-20 facher Vergrößerung ausgesammelt und
bis auf wenige Gruppen (z.B. Nemertea, Halacaridae) bis zur Art bestimmt. Bei der Nomenklatur
wurde weitestgehend dem „World Register of Marine Species (WoRMS)“ gefolgt
(http://www.marinespecies.org/index.php). Außerdem wurden die Abundanzen und
Biomassen (Aschefreie Trockenmasse, AfTM) erfasst.
Für eine vergleichbare Gewichtsbestimmung wurde der Helcom-Richtlinie (HELCOM 2014 b)
gefolgt und die Proben vor der Bearbeitung für 3 Monate gelagert. Alle Gewichtsbestimmungen
(Feucht-, Trocken- und Aschefreie Trockenmasse) erfolgte durch Messungen auf einer
Mikrowaage.
Tab. 3
Stationsliste über Untersuchungen am Makrozoobenthos im November 2014.

OMBMPN3
OMBMPN1
OMBMPM2
OM18
OMBMPK8
OMBMPK4
OMBMPK3
OM160

2.7

Datum

Tiefe

Nord

Ost

Seegebiet

09.11.2014
08.11.2014
08.11.2014
08.11.2014
17.11.2014
10.11.2014
10.11.2014
10.11.2014

16,8
25,8
23,5
19,5
21,0
45,8
29,3
13,4

54° 36,00
54° 33,20
54° 18,90
54° 11,00
54° 44,00
55° 00,00
54° 38,00
54° 14,50

10° 27,00
11° 20,00
11° 33,00
11° 46,00
12° 47,40
14° 05,00
14° 17,00
14° 04,00

Kieler Bucht
Fehmarnbelt
Mecklenburger Bucht
Mecklenburger Bucht Süd
Darßer Schwelle
Arkonasee Zentral
Pommernbucht Nord
Pommernbucht Zentral

Qualitätssicherung

Zu Beginn des Jahres 2011 wurden die Antragsunterlagen zur Akkreditierung für die
Prüfgruppen Phytoplankton, Zooplankton, Zoobenthos und Chlorophyll eingereicht. Seitdem
arbeiten wir bereits wie akkreditierte Labore, mit Führung der erforderlichen Dokumente. Nach
dieser über 3-jährigen Vorbereitungsphase erfolgte die Begutachtung nach DIN EN ISO/IEC
17025:2005 schließlich am 14. und 15.5.2014 durch die Deutsche Akkreditierungsstelle GmbH
(DAkkS). Sie verlief erfolgreich ohne Forderungen nach Nachbesserung.
Phytoplankton- (einschl. Chlorophyll), Zooplankton- und Zoobenthosdaten werden
entsprechend der Prüfanweisungen („standard operating procedure“, SOP) und unter Führung

13
der erforderlichen Dokumente gewonnen. Alle Ergebnisse, Qualitätssicherungsmaßnahmen
und Bearbeitungsschritte sind im Qualitätsmanagementsystem des IOW abgelegt. Einweisung,
Kontrolle und Fortbildung der betrauten Mitarbeiter sowie Teilnahme an den angebotenen
Qualitätssicherungsaktivitäten
(z.B.
Laborvergleichstests)
sind
selbstverständlich;
Kurzinformation siehe http://www.io-warnemuende.de/analytik.html.
Die Qualitätssicherungsaktivitäten die einzelnen Parameter betreffend werden im Folgenden
kurz genannt:
Phytoplankton
Jede 10. Probe wird selektiv für zwei wichtige Arten doppelt gezählt zur Eintragung in die
Spannweiten-Kontrollkarte. Das entspricht auch der durch die HELCOM-PhytoplanktonExpertengruppe (PEG) international abgestimmten Strategie.
Die qualifizierte Artbestimmung des Phytoplanktons ist wesentlich vom Kenntnisstand des
Bearbeiters abhängig. Aus diesem Grunde führt die Phytoplankton-Expertengruppe (PEG, siehe
http://helcom.fi/helcom-at-work/projects/phytoplankton/) jährliche Weiterbildungsveranstaltungen und etwa in dreijährigem Abstand einen Ringtest durch. An dem PEG-Treffen des Jahres
2014 konnte kein IOW-Vertreter teilnehmen, da zeitgleich die Begutachtung zur Akkreditierung
stattfand. Der letzte HELCOM-Ringtest für Phytoplankton wurde im Jahre 2012 durchgeführt
(GRINIENE et al. 2013). Pläne für einen Ringtest, der von AquaEcology Oldenburg koordiniert
wird, wurden auf dem Workshop „Methodische Abstimmung und Harmonisierung der
Phytoplankton-Biovolumenbestimmung für das marine Monitoring“ (27.-28.11-2013, Berlin)
abgestimmt. An diesem Europäischen Laborvergleichstest zum Phytoplankton-Biovolumen
innerhalb des CEN/TC 230-Mandate M/424 nahmen im März 2014 die mit der
Phytoplanktonanalyse betrauten Kolleginnen des IOW teil. Erste Resultate dieser sehr
aufwändigen Arbeiten wurden auf der internationalen Arbeitstagung zur Entwicklung eines
Europäischen Phytoplankton-Biovolumen-Standards vorgestellt, die vom 7. Bis 11.Oktober 2014
im Deutschen Institut für Normung (DIN) in Berlin stattfand.
Wie in jedem Jahr wurde die Arten- und Größenklassenliste der Biovolumendatei rückwirkend
für das vorangegangene Jahr aktualisiert. Zu den Proben bis März 2014 gehört die offizielle
ICES- und HELCOM-Biovolumendatei PEG_BIOVOL2014 und ab Mai 2014 die Biovolumendatei
PEG_BIOVOL2015.
Chlorophyll
Jede 10. Probe zur Chlorophyll-Bestimmung wird doppelt genommen und separat analysiert zur
Prüfung der Abweichung von Parallelen (Eintragung in die Spannweiten-Kontrollkarte). Das
Fluorometer wird halbjährlich kalibriert.
Das IOW beteiligt sich regelmäßig an den Chlorophyll-Vergleichen von AQ11 (= Chlorophyll im
Meerwasser) im Rahmen von QUASIMEME. Entsprechend des Beschlusses der BLMP-UAG
Qualitätssicherung Plankton vom 11.9.2008 wurde nur noch das unkorrigierte „Gesamt“Chlorophyll-a („Chl.a-tot“) gemeldet (siehe Kapitel 2.3). Dadurch lagen unsere Werte meistens
etwas höhere als der Durchschnitt aller Teilnehmer. Die Ergebnisse der Runde 73 des
QUASIMEME-Ringtests für Chlorophyll a (AQ-11) fielen mit z-scores -0.1, 1.0, -0.4 und -0.9
trotzdem sehr gut aus. Wegen der allgemeinen Verschlechterung der Ergebnisse der

14
QUASIMEME-Teilnehmer wurde zur Ursachenfindung von QUASIMEME ein Workshop vom 4. bis
6.2.2014 in Ostende (Belgien) einberufen, an dem der mit der Chlorophyll-Analyse betraute
Kollege Christian Burmeister teilnahm. In Zukunft werden zumindest die von manchen
Teilnehmern gemeldeten HPLC-Ergebnisse aus der Gesamt-Berechnung ausgegliedert.
Zooplankton
Die Qualitätssicherung der Zooplanktonarbeiten wurde durch verschiedene Arbeitsschritte
gewährleistet. Jede involvierte technische Mitarbeiterin bzw. jeder technische Mitarbeiter war
in die entsprechenden Probenahme eingewiesen und hat die vorgeschriebenen Arbeitsabläufe
(SOP) befolgt. Diese standardisierten Arbeitsabläufe beruhen auf den im HELCOM COMBINE
Manual (HELCOM 2014b) festgelegten Verfahrensweisen.
Beim Zooplankton erfolgte routinemäßig eine wiederholte Analyse jeder 10. Probe. Eine
wiederholte, betriebsinterne Doppelsichtung einer Probe hinsichtlich der Bestimmung von
Arten und Anzahl erfolgte bei der Bearbeitung der Proben durch mehrere Mitarbeiter. Auch in
2014 lagen gemessene Abweichungen deutlich unterhalb des geforderten Schwellenwertes für
kritische Fehler. Die zur internen Qualitätssicherung angelegte Vergleichs- und Belegsammlung
wurde auch in 2014 unter besonderer Berücksichtigung der im Untersuchungsgebiet
auftretenden Evadne-Arten erweitert. In internen Arbeitsgruppentreffen wurde speziell die
taxonomische Identifikation von Pseudo- und Paracalanus-Arten und die Differenzierung der
verschiedenen Gattungen und Arten innerhalb der Cladocera diskutiert. Unklarheiten bezüglich
des möglichen Auftretens zweier verschiedener Paracalanus-Arten wurde mit Hilfe von
internationalen Spezialisten auf einem Taxonomie-Workshop (SAHFOS, Plymouth) geklärt.
Obwohl durch einen ausgeprägten Größenunterschied charakterisiert, erwiesen sich diese
eindeutig als Morphotypen von Paracalanus parvus.
Makrozoobenthos
Die Makrozoobenthos-Arbeitsgruppe hat bisher an allen stattgefundenen Qualitätssicherungsmaßnahmen teilgenommmen. Der 5. Makrozoobenthos-Ringtest, durchgeführt vom
Umweltbundesamt (Qualitätssicherungsstelle des BLMP), beinhaltete 3 Tests und wurde im
Herbst 2013 ausgegeben. Es wurden die Korngrößenbestimmung von Sedimenten, die
Biomassebestimmung und die Sortierung, Artbestimmung und Zählung von benthischen Arten
geprüft. Die Auswertung und Zusendung der Ergebnisse erfolgte im März 2015. Das BenthosLabor des IOW schnitt in allen 3 Tests mit hervorragenden Ergebnissen ab.

3.

Die abiotischen Verhältnisse in der Ostsee im Jahre 2014

Die Entwicklung der Wasseroberflächentemperatur (SST) wurde für das Jahr 2014 auf der
Grundlage von Satellitendaten der amerikanischen NOAA- und der europäischen MetOpWettersatelliten erarbeitet, die täglich durch das BSH Hamburg bereitgestellt wurden (NAUSCH
et al. 2015).
2014 war das wärmste Jahr seit 1990 und lag mit ca. 1.2 K über dem Mittelwert der Periode
1990-2014 und 0.4 K über dem bisher wärmsten Jahr 2008. Dazu haben außer Februar und Juni
alle Monate und insbesondere die Monate Juli und August in der nördlichen Ostsee
beigetragen. Die westliche Ostsee lag außer im Februar in allen Monaten +1 bis +3 K über den

15
langjährigen Mittelwerten. Nach mildem Beginn des Jahres sorgte ein Kälteeinbruch ab ca.
20.1.2014 für eine starke Abkühlung bis Anfang Februar. Trotzdem lag das Januar- Monatsmittel
+2 K über den Mittelwerten (1990-2014) und der Januar war nach 2007 der zweitwärmste in der
westlichen Ostsee seit 1990. Der Februar lag im Bereich der langjährigen Mittelwerte und war in
der Arkonasee und im Bottnischen Meerbusen der kälteste Monat des Jahres. Der 4.2.2014 war
der kälteste Tag in der gesamten Ostsee und der 6.2. der Tag maximaler Eisbedeckung. Der
März entwickelte sich wie üblich zum kältesten Monat des Jahres in der Gotlandsee. Von März
bis Mai waren in der gesamten Ostsee und sogar von März bis Dezember im westlichen Teil
Anomalien von +1 bis +3 K zu verzeichnen. Der Juni war der einzige Monat mit beckenweiten
negativen Anomalien von -1 bis -2 K in der zentralen und nördlichen Ostsee. Der Juli war nur in
der Mecklenburger Bucht der wärmste Monat, ansonsten der August. Der wärmste Tag war der
28.7. mit Temperaturen von 21-25°C. Die untypische gleichmäßige Temperaturverteilung in der
gesamten Ostsee im Juli und August hat in der nördlichen Ostsee zu hohen Anomalien von bis
zu +5 K im Juli geführt. Der Juli 2014 war der absolut wärmste seit 1990. Die Monate Oktober
und November waren mit Anomalien von bis zu +3 K die jeweils wärmsten in der westlichen
Ostsee.
Im Jahr 2014 fanden vor dem großen Einstrom vom Dezember 2014 (MOHRHOLZ et al. 2015)
bereits mehrere kleine Einströme von Nordseewasser in die Ostsee statt, insbesondere im
Februar, März und August 2014, wie aus dem Ansteig des Salzgehaltes zu entnehmen ist
(Abb.3; NAUSCH et al. 2015).
Sie füllten die westlichen Becken gut auf und ebneten den Weg für ein Vordringen von
salzreicherem Wasser bis in das Gotlandbecken. So wurden auf der Juli-Fahrt sogar im
Gotlandbecken in verschiedenen Tiefen Zungen von oxischem Wasser als Ausläufer der
Einströme gefunden (WASMUND 2014). Diese kleineren Einströme beeinflussen die biologischen
Proben deutlich, erhielten aber wegen des großen Einstroms vom Dezember 2014 viel zu wenig
Beachtung. Der große Einstrom kann sich erst auf unsere Proben des Jahres 2015 auswirken
und wird erst im nächsten Bericht ausführlicher betrachtet.

Abb. 3: Verlauf des Salzgehaltes in der Deck- und Bodenschicht im Arkonabecken (Station AB)
im Jahr 2014 (NAUSCH et al. 2015).

16
4.

Ergebnisse

4.1

Phytoplankton

4.1.1 Satellitengestützte Darstellung der raum-zeitlichen Cyanobakterien-Entwicklung
Die Entwicklung des Phytoplanktons wurde in den letzten Jahren anhand von Chlorophyllkarten
erarbeitet, die seit dem Ausfall des ESA Sensors MERIS aus den 1 km Daten der amerikanischen
MODIS Sensoren von verschiedenen Serviceeinrichtungen in unterschiedlicher Qualität
abgeleitet worden sind. Da sich die Zahl der Provider verringert hat, die verwendeten
Prozeduren ähnlich sind und sich die Zahl der hochwertigen, wolkenfreien Szenen stark
verringert hat, macht es aus unserer Sicht keinen Sinn, die Chlorophyllkarten weiter für die
Beschreibung der Planktonentwicklung zu nutzen. Die räumlich hoch aufgelösten MODIS True
Colour Szenen (RGB, 250 m) der Satelliten Aqua und Terra, bereitgestellt durch das Lance Rapid
Response System der NASA, wurden für die Verfolgung der raum-zeitlichen Cyanobakterienentwicklung im Sommer verwendet.
In den letzten Jahren waren erste Anzeichen von Cyanobakterien meistens um den 25. Juni
beobachtet worden. Auch im Jahr 2014 waren erste Anzeichen in der südöstlichen Ostsee zu
erkennen. Allerdings dominierten wie schon im gesamten Frühjahr Ende Juni bis Anfang Juli
2014 Wolken die Satellitenszenen. Eine Wolkenlücke Anfang Juli zeigte erste Andeutungen von
Filamenten in der nördlichen Arkonasee und im Bornholmbecken. In der nächsten Szene vom
4.7. waren die Filamente in diesen Gebieten und im Stettiner Haff, aber auch schon in der
gesamten Ostsee von der Arkonasee bis in den Finnischen Meerbusen ausgeprägt. Zwei Tage
später waren sie bereits in der gesamten Arkonasee bis zur Darßer Schwelle und in der
Pommernbucht vorhanden (Abb. 4a). In den Folgetagen sorgten Windereignisse für Durchmischung, so dass am 9. und 10.7. die Filamente in der südlichen und westlichen Ostsee nicht
mehr so klar zu erkennen waren; die Cyanobakterien waren in der Wassersäule und bis vor
Warnemünde verteilt. Ein Maximum bildet sich im Bereich von der Insel Gotland bis zum
Eingang des Finnischen Meerbusens aus. Durch Windereignisse und wechselnde Bewölkung
zeigten Szenen von 17., 19., 23. und 31.7. ähnliche Situationen in der westlichen Ostsee mit
weniger stark ausgeprägten Filamenten.

Abb. 4: Cyanobakterienentwicklung am 6.7.2014 (a) und am 1.8.2014 (b) in der westlichen
Ostsee.

17

Nur im Stettiner Haff entstanden zeitweise klare Filamente, also Oberflächenakkumulationen.
In der Folgezeit blieb das Maximum in der nördlichen Gotlandsee weitgehend erhalten, wie
eine Szene vom 22.7. in Abb.5 zeigt. Wenig Entwicklung fand im Finnischen Meerbusen statt,
aber Transporte über die Alandsee in die Bottensee waren erkennbar. In der Phase vom 27.7.
bis Ende des Monats war auch die zentrale Ostsee durch Wolken geprägt. Am 1.8. hatten sich
bei klaren und ruhigen Bedingungen Filamente nördlich und östlich der Insel Rügen
ausgebildet, die sich der Ostküste nähern (Abb. 4b). Ansonsten verteilten sich die Filamente in
den anderen Teilen der Ostsee ähnlich wie zuvor mit hohen Konzentrationen in der nördlichen
Gotlandsee und einer südlichen Ausdehnung bis zur Südspitze der Insel Gotland. Am 3.8.
waren dann wieder weite Teile der Arkonasee beeinflusst und am 8.8. waren Cyanobakterien
bis Höhe Warnemünde vorhanden. In der nördlichen Gotlandsee waren die Intensitäten durch
den Wind geringer geworden. Die nächsten Tage waren durch weitere starke Bewölkung und
Wind
in
der
gesamten
Ostsee
gekennzeichnet.
In
den
nächsten
verwendbaren Szenen vom 12.8. und 13.8.
waren in der nördlichen und östlichen
sowie in der westlichen Ostsee keine
Cyanobakterienanreicherungen mehr zu
erkennen. Im weiteren Verlauf war der
August durch starke Bewölkung und Wind
geprägt. Auch die nächste verwendbare
MODIS-Szene vom 28.8. zeigte keine
Cyanobakterien mehr in der gesamten
Ostsee.

Abb. 5: Cyanobakterienentwicklung in der
zentralen Ostsee am 22.7.2014.
4.1.2

Insgesamt war das Jahr 2014 in der
westlichen Ostsee nicht durch eine
intensive
Cyanobakterienentwicklung
gekennzeichnet, wahrscheinlich wegen der
meteorologischen Bedingungen mit dem
Durchzug von vielen Tiefdruckgebieten. In
der nördlichen Gotlandsee gehörte die
Cyanobakterienentwicklung
zu
den
intensiveren, wozu insbesondere der
Monat Juli beigetragen hat.

Jahresgang von Artenzusammensetzung und Biomasse

Die begrenzte Anzahl an Fahrten, Stationen und Tiefenhorizonten lässt keine umfangreicheren
Analysen zur Sukzession sowie zur horizontalen und vertikalen Verteilung des Phytoplanktons
zu. Insbesondere die vertikale Verteilung ist jedoch, im Gegensatz zum Zooplankton, von
geringerer Priorität, da sich das Phytoplankton hauptsächlich in der durchmischten
Deckschicht aufhält, so dass wir uns primär auf die Mischproben aus 0-10 m Tiefe
konzentrieren können. Die wegen der relativ geringen Probenfrequenz bestehenden
Kenntnislücken beim aktuellen Jahresverlauf der Phytoplanktonentwicklung konnten wir für die

18
Mecklenburger Bucht durch zusätzliche Informationen aus dem Küstenmonitoring des IOW vor
Heiligendamm schließen. Die Daten des Küstenmonitorings sind auf der Homepage des IOW
unter http://www.io-warnemuende.de/algenblueten-vor-heiligendamm-2014.html einzusehen.
Satellitendaten ermöglichen eine höherfrequente Beobachtung (Kapitel 4.1.1). Über mehrere
Tage integrierte Proben erhält man aus Sinkstofffallen (Kapitel 4.1.5).
Die 10 wichtigsten Phytoplankton-Taxa (nach Biomasse) aus den Oberflächenproben von den 5
Monitoringfahrten sind für die einzelnen Stationen und Jahreszeiten in Tab. A1 (Anhang)
zusammengestellt, sortiert nach ihrem prozentualen Anteil an der Gesamt-Biomasse der
Station und Jahreszeit. Die drei Winter/Frühjahrsfahrten sind zusammengefasst. Unbestimmte
Kategorien („Unbestimmte“, „Gymnodiniales“, „Peridiniales“, „Craspedophyceae“) sind aus
der Tabelle entfernt, wenn ihr Anteil an der GesamtPhytoplanktonbiomasse <10%“ ist, denn ihr
Informationsgehalt ist gering. Dann sind die nachfolgenden Taxa aufgerückt. Tabellen gleicher
Struktur sind auch schon in den vorjährigen Berichten gezeigt, so dass dem Leser ein LangzeitVergleich möglich ist.
Die komplette Phytoplankton-Taxaliste (alle Tiefen) des Jahres 2014, aufgeschlüsselt nach den
einzelnen Monitoringfahrten, ist in Tab. A2 zu finden. Die Arten sind dort alphabetisch sortiert.
Es sind auch die Individuen berücksichtigt, die der Art sehr ähnlich sind, dieser aber nicht mit
Sicherheit zugeordnet werden konnten (gekennzeichnet mit „cf.“). Ebenso sind die
Organismen genannt, die nur bis zur Gattung bestimmt werden konnten (gekennzeichnet mit
„sp.“ oder „spp.“). Wenn die Bestimmung bis zur Art oder Gattung nicht möglich war, wurden
höhere Taxa angegeben. Hier sind die unbestimmten Kategorien neuerdings auch einbezogen,
die bis zum Bericht des Jahres 2012 weg gelassen wurden (Gymnodiniales, Peridiniales,
Craspedophyceae, Chrysophyceae, Centrales, Pennales, „Unidentified“ und „Unidentified
flagellata“). Die Rangfolge der Taxa nach ihrer Biomasse, gemittelt über alle Stationen (einschl.
zentrale Ostsee) und alle Monitoringfahrten des Jahres 2014 ist ebenfalls angegeben. Auch die
Taxa, die im Jahre 2014 nicht in den Oberflächenproben, sondern nur in den Proben aus 20 m
Tiefe auftraten, wurden in Tab. A2 mit erfasst und mit Rang-Nr. versehen: Protoperidinium
divergens, Spatulodinium pseudo-noctiluca, Dissodinium pseudolunula, Nitzschia seriata,
Leptocylindrus danicus, Leptocylindrus minimus, Chaetoceros circinalis, Merismopedia
punctata, Diatoma tenuis, Koliella spp., Calliacantha spp. Es muss aber darauf hingewiesen
werden, dass der Rangfolge seltener Arten keine Bedeutung beizumessen ist, da deren
Biomasse nur mit größerer Ungenauigkeit zu bestimmen ist und deshalb keine feine
Differenzierung mehr erlaubt. Nützliche Informationen zur taxonomischen Zugehörigkeit der
Arten finden sich ebenfalls in Tab. A2. Diese mehrseitigen Tabellen sind in den Anhang gestellt.
Verwandte Arten haben oft ähnliche ökologische Ansprüche und können daher vereinfachend
zu Gruppen zusammengefasst werden. Obwohl die Klasse ein hoher taxonomischer Rang ist,
der durchaus ökologisch unterschiedliche Arten enthält, hat sich die Abstraktion auf der Ebene
der Klasse bewährt. Die Jahresgänge der Biomasse der wichtigsten Klassen des
Phytoplanktons, wie Kieselalgen (= Bacillariophyceae, Diatomeen) und Dinoflagellaten (=
Dinophyceae), sind in den Abb. 8-10 für die untersuchten Stationen dargestellt.
Traditionsgemäß werden auch heterotrophe Arten und Gruppen (wie Ebria tripartita,
Protoperidinium spp., Craspedophyceae und „incertae sedis“) bei der Zählung erfasst.
Craspedophyceae ist der botanische Name für die Choanoflagellaten. „Incertae sedis“ ist eine

19
Sammelgruppe von Arten, die taxonomisch noch nicht eingeordnet werden können, wie
Katablepharis, Leucocryptos und Telonema. Wir haben sie in die Artenlisten (Tab. A1 und A2)
und die Phytoplankton-Biomasseangaben (Abb. 8-10) einbezogen.
Auch mixotrophe Ciliaten wurden mit erfasst. Bis zum Jahre 2011 war Mesodinium rubrum der
einzige Vertreter dieser Gruppe in unseren Proben. Seit 2011 wird der oligotrichen Ciliaten
Laboea strobila bewußt erfasst, der mixotroph sein soll (STOECKER et al. 1988; SANDERS 1995).
Die Aphanizomenon-Art der eigentlichen Ostsee ist bis Mitte der 90er Jahre als Aphanizomenon
flos-aquae bezeichnet worden. Sie unterscheidet sich phaenotypisch aber von der OriginalBeschreibung der Art A. flos-aquae. Deshalb ist sie provisorisch als Aphanizomenon sp.
bezeichnet worden, solange keine gültige Artbeschreibung vorliegt. Bei den Arbeiten zur
gültigen Neubeschreibung dieser Art durch mehrere Wissenschaftler stellte sich aber heraus,
dass sie genotypisch von der eigentlichen Süßwasserart A. flos-aquae nicht verschieden ist
(LAAMANEN 2002). Wir könnten die Ostseeart also wieder A. flos-aquae nennen. In der
verbindlichen Artenliste der HELCOM-Phytoplankton-Expertengruppe (PEG) wird sie bis zu einer
endgültigen Klärung aber weiterhin unter „Aphanizomenon sp.“ geführt.
Nach der taxonomischen Revision der Gattung Anabaena durch WACKLIN et al. (2009) sollten die
planktischen Anabaena-Arten nun “Dolichospermum” heißen (siehe auch KOMÁREK &
ZAPOMĚLOVÁ 2007, 2008). Die HELCOM-Phytoplankton-Expertengruppe hat diese Gattung in
ihrer verbindlichen Artenliste nun umbenannt, so dass wir ab 2014 den neuen Namen
benutzen.
Die Gattung Skeletonema ist einer taxonomischen Revision unterzogen worden (SARNO et al.
2005, ZINGONE et al. 2005). Das machte eine Neubestimmung der typischen FrühjahrsKieselalge Skeletonema costatum erforderlich. Wir haben sofort elektronenmikroskopische
Untersuchungen durchgeführt und die in unseren Proben gefundene Art als S. marinoi
bestimmt (WASMUND et al. 2006 a). Dieser Befund wurde später auch von anderen Instituten
bestätigt, so dass wir die Umstellung des Namens ab den Proben von 2012 vorgenommen
haben.
Die Art Dictyocha speculum tritt größtenteils in ihrer „nackten“ Form (ohne das typische
Kieselskelett) auf (vgl. JOCHEM & BABENERD 1989, HENRIKSEN 1993). Sie ist in diesem Falle schwer
zu bestimmen und kann leicht mit Verrucophora farcimen (ebenfalls zu Dictyochophyceae) und
Chattonella spp. (zu Raphidophyceae) verwechselt werden. Als Synonym wird auch
Pseudochattonella verruculosa diskutiert (siehe in HOPPENRATH et al. 2009). Es wurde in den
Vorjahren bereits darauf hingewiesen, dass die Bestimmung nicht abgesichert ist. Da wir
gelegentlich sowohl nackte als auch Skelett-tragende Stadien und darüber hinaus auch
Übergangsstadien fanden (Abb. 6 e-g), sind wir uns bei den runden nackten Zellen ziemlich
sicher. Allerdings diskutierten wir in der HELCOM-Phytoplankton-Expertengruppe (PEG), ob
auch länglichen Formen nackte Dictyocha speculum wären, einigten uns aber dann, dass diese
als Verrucophora farcimen gezählt werden. Die Unsicherheit ist unproblematisch wenn auf
Klassenebene gearbeitet wird, denn sowohl Verrucophora farcimen als auch Dictyocha
speculum gehören zur Klasse der Dictyochophyceae, die übrigens früher der Klasse der
Chrysophyceae zugeordnet wurde. Wegen der Vergleichbarkeit mit den Vorjahren belassen wir

20
diese Gattungen wie bisher in den Abb. 8-10 in der Klasse der Chrysophyceae; in dieser
Kategorie macht Dictyocha im Allgemeinen den weitaus größten Biomasse-Anteil aus.
Die HELCOM-Phytoplankton-Expertengruppe hat ihre Artenliste bisher sehr konservativ
behandelt und nicht sofort taxonomische Neuerungen aufgenommen. Zum Jahre 2015 werden
aber etablierte neue Synonyme in die Liste eingeführt. Wir zeigen in Tab. 4 vorab die unsere
eigenen Listen betreffenden Neuerungen, die aber für das Berichtsjahr 2014 noch nicht gelten,
aber für das Jahr 2015 übernommen werden.
Aus unseren langjährigen Datenreihen wissen wir, dass im Untersuchungsgebiet jährlich drei
markante Blüten (Frühjahrsblüte, Sommerblüte, Herbstblüte) vorkommen, die oft noch in
Phasen unterschiedlicher Artensukzession unterteilt werden können.

Tab. 4
Umbenennungen von Phytoplankton-taxa.
Altes Synonym
Aphanothece
Chaetoceros impressus
Cladopyxis claytonii

Neues Synonym
Anathece
Chaetoceros castracanei
Micracanthodinium claytonii

Craspedophyceae

Choanoflagellatea

Cylindrotheca closterium
Dinophysis rotundata
Prorocentrum minimum
Scenedesmus acuminatus
Scenedesmus acuminatus
Scenedesmus obliquus

Ceratoneis closterium
Phalacroma rotundatum
Prorocentrum cordatum
Acutodesmus acuminatus
Acutodesmus acuminatus
Acutodesmus obliquus

Frühere Umbenennungen (bereits realisiert in diesem Bericht):

Anabaena
Skeletonema costatum

Dolichospermum
Skeletonema marinoi

4.1.2.1 Frühjahrsblüte
Die in Abb. 8-10 dargestellten Phytoplankton-Jahresgänge an den verschiedenen Stationen
zeigen Anfang Februar noch die erwarteten geringen Winter-Werte. Lediglich auf Station
OMBMPN3 waren, wie schon in 2013, die Biomasse-Werte erhöht aufgrund langlebiger
Ceratium-Arten (Ceratium tripos: 296 µg/l), die überwintert haben und im Laufe des Frühjahrs
verschwanden. Erstaunlich ist die starke Ansammlung von Coscinodiscus concinnus (Abb. 6a)
über dem Grund in 16,5 m Tiefe (973 mg/l), aber absolut nicht in den oberen 10 m. Die TiefenProben (20 m) von den Stationen OMO22, OMBMPM2 und OMBMPM1 waren stark mit
resuspendiertem Sediment durchsetzt und nicht auswertbar, aber die großen Coscinodisusund Ceratium-Zellen waren dort nicht zu finden (Abb. 6b). Allerdings waren an den Stationen
OMO22 und OMBMPM2 die Chl.a-Konzentrationen in 15 m Tiefe erhöht (1,6-1,8 µg/l)

21

(a)

(b)

(d)

(c)

(e)

(f)

(g)

Abb. 6: Lichtmikroskopische Aufnahmen von der Frühjahrsblüte des Jahres 2014:
(a) Coscinodiscus concinnus neben Ceratium tripos in einer Netzprobe aus den oberen 16 m
vom 4.2.2014, Station OMBMPN3, (b) Beispiel einer versandeten Probe, 4.2.2014, Station
OMO22, 20 m Tiefe, (c) Coscinodiscus concinnus in Gürtelbandansicht, Lebend-Netzprobe aus
den oberen 20 m vom 13.2.2014, Station OMBMPM2, (d) Skeletonema marinoi in der
Oberflächenprobe vom 4.3.2014, Küstenstation Heiligendamm. (e) bis (g) Dictyocha speculum
in unterschiedlichen Erscheinungsformen vom nackten Stadium (e: vom 25.3.2014, Station
OMBMPM2) über eine Zwischenform (f: vom 25.3.2014, Station OMBMPM2) bis zum
skelettragenden Stadium (g: vom 1.5.2014, Station OMBMPK8). Fotos: Susanne Busch.

22
Interessant war aber das starke Anwachsen der Biomasse von Coscinodiscus concinnus zum
13.2.2014 an Station OMBMPM2 in den oberen 10 m der Wassersäule (411 µg/l; siehe Abb. 6c),
aber nicht in 20 m Tiefe. Hier fanden offensichtlich Transportprozesse statt. An der
Küstenstation Heiligendamm wurde dieses starke Auftreten von Coscinodiscus concinnus im
Oberflächenwasser nicht beobachtet. Dort verschwand mit einem Ausstrom Ceratium. Die
westliche Ostsee ist offensichtlich sehr dynamisch und die Algenverteilung sehr fleckenhaft. In
den weiter östlich gelegenen Seegebieten war im Februar noch kein deutliches Algenwachstum
zu bemerken.
Zum nächsten Meßtermin Mitte März kam es auf allen hier berichteten Stationen zu einer
Zunahme der Phytoplankton-Biomasse. Das spiegelt sich auch in den Chl.a-Werten (Tab. 6)
wider. Ein deutliches Phytoplanktonwachstum ist aus dem starken Rückgang der
Nährstoffkonzentrationen von Mitte Februar bis Mitte März abzuleiten (Tab. 5). Die
anorganischen Nährstoffe Stickstoff und Phosphor sind bis Mitte März in der Kieler, Lübecker
und zentralen Mecklenburger Bucht fast vollständig aufgebraucht, was für eine
Phytoplanktonblüte bereits Anfang März sprechen würde.
Dagegen waren im Jahre 2013 die Nährstoffe bis Mitte März nur wenig reduziert, weshalb wir im
Jahre 2013 die Frühjahrsblüte in der westlichen Ostsee erst Ende März erwartet haben, sie mit
der lückenhaften Probennahme aber nicht trafen.
Das Anwachsen der Frühjahrsblüte geht mit hoher Photosynthese einher, die wiederum am
CO2-Gehalt des Wassers zehrt. Der CO2-Partialdruck (p CO2) wird seit dem Jahre 2004 auf
Schiffen (aktuell die „Finnmaid“), die zwischen Travemünde und Helsinki regelmäßig
verkehren, gemessen. Aus dessen Abnahme während des Frühjahrs kann die Größe der
Primärproduktion auch in ihrer zeitlichen und räumlichen Verteilung bestimmt werden.
Demnach fand die Frühjahrsblüte in der Mecklenburger Bucht im Jahre 2013 erst vom 21.3. bis
3.4 2013 statt, aber im Jahre 2014 bereits vom 20.2. bis 19.3.2014 (SCHNEIDER et al. 2015). Das
stimmt gut mit unseren Befunden überein.
Dank der wöchentlichen Messungen an der Küstenstation Heiligendamm (http://www.iowarnemuende.de/algenblueten-vor-heiligendamm-2014.html) können wir die Angaben von
SCHNEIDER et al. (2015) bestätigen: Am 25.2.2014 kam es an der Station nach einem deutlichen
Temperatur- und Salzgehaltsanstieg auf 2,9 °C und 15,3 PSU zu einer plötzlichen Blüte von
Kieselalgen, gebildet aus Skeletonema marinoi (918 µg/l), Thalassiosira spp. (403 µg/l),
Chaetoceros cf. wighamii (357 µg/l), und Detonula confervacea (211 µg/l). Diese Blüte hielt
mindestens bis zum 12.3.2014.
Offensichtlich ist die Frühjahrsblüte zum Probenahmetermin Mitte März 2014 in der Kieler,
Lübecker und zentralen Mecklenburger Bucht schon vorüber. Aus den Silikat-Verbrauchswerten
(Tab. 5) ist zu schließen, dass eine Kieselalgenblüte stattgefunden haben muss, aber zum
17./18.3.2014 waren die Kieselalgen (Rhizosolenia setigera, Skeletonema marinoi) schon
weitgehend durch nackte Dictyocha speculum (Abb. 6 e-f) verdrängt. Der Zusammenbruch der
Blüte ist sicher durch Nährstoffmangel bedingt, aber auch Parasiten haben einen Einfluß, wie
befallene Skeletonema marinoi (Abb. 6d) zeigten. In 15-20 m Tiefe waren relativ große
Biomasseanreicherungen von gesund erscheinenden Coscinodiscus concinnus festzustellen
(z.B. 350 µg/l an Stat. OMBMPM1 am 18.3.2014). Solch ein starkes Tiefenmaximum von

23
Coscinodiscus concinnus war uns bisher noch nicht aufgefallen. Ceratium tripos ist in der
Lübecker und Mecklenburger Bucht im Vergleich zum Februar deutlich angewachsen. Das ist
sehr ungewöhnlich, da diese Art normalerweise im Winter/Frühjahr verschwindet. Dieses
Wachstum ist real, wie der weitere Biomasse-Anstieg von Ceratium tripos auf 357 µg/l zum
25.3.2015 an Station OMBMPM2 zeigt. Schließlich verschwindet Ceratium tripos aber zum
30.4./1.5.2014 und es tritt dann in den oberen 10 m der Wassersäule (aber nicht in 20 m Tiefe)
eine fast reine Blüte von Dictyocha speculum auf (z.B. 885 µg/l an Station OMO22; Abb. 6 e-f,
7a-d), in Abb. 8-10 unter den Chrysophyceen erfasst. Dieser Flagellat trat hauptsächlich in
seiner „nackten“ Form (Abb. 6e), seltener mit dem typischen Kieselskelett (Abb. 6g) auf. Er
erreichte an der Küstenstation Heiligendamm am 22.4.2014 sogar ein Maximum von 2230 µg/l.
Neben dieser starken Spätfrühjahrsart konnten andere klassische Vertreter Ende April/Anfang
Mai 2014 kaum bestehen (Abb. 8).
In der Arkonasee sieht die Entwicklung deutlich anders aus. Hier zeigt sich das von WASMUND et
al. (1998) beschriebene Phänomen der Verzögerung der Frühjahrsblüte in östliche Richtung
deutlich. Während die Frühjahrsblüte in der Kieler, Lübecker und Mecklenburger Bucht im
Wesentlichen vorüber ist, war sie Mitte März 2014 in der Arkonasee noch voll entwickelt.
Der deutliche Stickstoffmangel (Tab. 5) deutet aber auf ein nahes Ende der Blüte hin.
Interessant ist, dass im Gegensatz zur Arkonasee in der Kieler Bucht zuerst der Phosphor
verbraucht war, was dort auf Phosphor-Limitation hinweist. Silikat wurde in all diesen
Seegebieten konsumiert (allerdings nicht aufgebraucht), was ein deutliches Zeichen für eine
Kieselalgenblüte ist.
Tatsächlich fanden wir an den drei Stationen der Arkonasee am 18./19.3.2014 hohe
Kieselalgen-Biomassen (Abb. 9 a-c), die aber bis zum 24./25.3.2014 deutlich abnahmen. Sie
wurden im Wesentlichen von Skeletonema costatum gebildet (z.B. an Station OMBMPK5: 1590
µg/l), daneben auch Thalassiosira spp. (z.B. an Station OMBMPK5: 316 µg/l) und Chaetoceros
cf. wighamii (z.B. an Station OMBMPK5: 223 µg/l). Diese Blüten erstreckten sich auch bis in 20
m Tiefe. Dictyocha speculum trat in der Arkonasee nicht auf, aber ab Mitte März hatte sich
Mesodinium rubrum als Beimischung zur Kieselalgenblüte entwickelt, und es wurde nach dem
Zusammenbruch der Kieselalgen Anfang Mai 2014 zur dominierenden Art.

Dictyocha und Mesodinium können offensichtlich noch mit den geringen nach der
Kieselalgenblüte verbliebenen Nährstoffkonzentrationen wachsen (Tab. 5) oder sie nehmen die
remineralisierten Nährstoffe schnell auf (siehe unten). Bemerkenswert ist, dass Ceratium tripos
sogar in der Arkonasee und selbst zu dieser ungewöhnlichen Zeit (Mai) zu finden ist, wie
Netzproben zeigen (Abb. 11 a). Auch das Cyanobakterium Aphanizomenon sp. trat nun schon
auf.
In der Bornholmsee war die Phytoplankton-Biomasse zum 20.3.2014 schon erhöht
(Mesodinium rubrum, Skeletonema marinoi), während in der östlichen Gotlandsee fast noch
des Winterminimum anzutreffen war (Abb. 10). Erst zur Mai-Beprobung hatten sich in der
Bornholmsee und im südlichen Teil der östlichen Gotlandsee (hier kurz „südliche Gotlandsee“
genannt) kräftige Blüten entwickelt, die deutlich von Mesodinium rubrum dominiert wurden, in
der südlichen Gotlandsee mit Beimischungen der Dinoflagellaten Dinophysis acuta, Amylax
triacantha, Peridiniella catenata und Gyrodinium spirale.

24

Tab. 5
Konzentrationen der Nährstoffe Nitrat+Nitrit, Phosphat und Silikat (µmol/L) aus 5 m
Wassertiefe an den Biologie-Stationen im Februar bis Mai 2014. Daten aus der IOW-Datenbank.
Stationsbezeichnung
OMBMPN3
OMBMPN3
OMBMPN3
OMO22
OMO22
OMO22
OMBMPM2
OMBMPM2
OMBMPM2
OMBMPM2
OMBMPM2
OMBMPM1
OMBMPM1
OMBMPM1
OMBMPM1
OMBMPM1
OMBMPK8
OMBMPK8
OMBMPK8
OMBMPK8
OMBMPK8
OMBMPK5
OMBMPK5
OMBMPK5
OMBMPK5
OMBMPK5
OMBMPK5
OMBMPK4
OMBMPK4
OMBMPK4
OMBMPK4
OMBMPK2
OMBMPK2
OMBMPK2
OMBMPK2
OMBMPK2
OMBMPK1
OMBMPK1
OMBMPK1
OMBMPJ1
OMBMPJ1
OMBMPJ1

Datum
04.02.2014
17.03.2014
30.04.2014
04.02.2014
18.03.2014
30.04.2014
05.02.2014
13.02.2014
18.03.2014
25.03.2014
01.05.2014
05.02.2014
13.02.2014
18.03.2014
25.03.2014
01.05.2014
05.02.2014
12.02.2014
18.03.2014
25.03.2014
01.05.2014
05.02.2014
12.02.2014
18.03.2014
24.03.2014
01.05.2014
08.05.2014
05.02.2014
12.02.2014
19.03.2014
02.05.2014
07.02.2014
20.03.2014
24.03.2014
03.05.2014
07.05.2014
11.02.2014
21.03.2014
04.05.2014
09.02.2014
21.03.2014
04.05.2014

Nitrat+Nitrit
5,98
1,05
0,84
7,98
0,11
0,02
5,21
5,81
0,75
0,12
0,02
4,45
6,58
2,34
0,60
0,06
4,58
5,70
0,04
0,01
0,08
5,83
4,32
0,03
0,12
0,08
0,02
3,77
3,45
0,06
0,02
4,10
2,45
3,05
0,00
0,03
3,62
3,20
0,06
4,13
3,39
0,06

Phosphat
0,57
0,07
0,01
0,75
0,07
0,08
0,56
0,60
0,06
0,07
0,50
0,61
0,59
0,27
0,12
0,52
0,58
0,59
0,12
0,18
0,51
0,53
0,60
0,14
0,09
0,69
0,57
0,48
0,70
0,22
0,39
0,71
0,56
0,54
0,47
0,32
0,57
0,62
0,37
0,52
0,42
0,28

Silikat
16,50
3,60
3,90
19,10
1,10
3,60
14,80
16,60
2,40
2,50
11,10
14,60
13,90
3,80
4,20
11,00
14,30
14,70
1,60
2,70
11,40
14,90
12,10
1,50
1,10
14,20
13,30
9,10
12,60
3,60
9,70
13,20
12,30
11,30
14,20
12,10
12,60
12,90
12,30
11,30
11,40
12,90

Auch aus den Silikat-Verbrauchswerten von Februar bis März 2014 kann man nach der von
WASMUND et al. (2013) vorgeschlagenen Strategie schlußfolgern, dass von der westlichen
Ostsee bis in die Arkonasee deutliche Kieselalgenblüten stattgefunden haben während in den
östlicheren Gebieten die Kieselalgenblüten ausblieben. Es ist bekannt, dass in der Kieler und

25
Mecklenburger Bucht jedes Jahr eine mehr oder weniger starke Kieselalgen-Frühjahrsblüte
vorkommt, während die Kieselalgenblüte in der Arkonasee schon deutlich reduziert sein kann,
wie z.B. in 2012 und 2013. Erstaunlich ist, dass die Silikat-Konzentrationen von März bis Mai
wieder deutlich anstiegen, aber nicht bei Phosphat und Nitrat. Eine selektive Mineralisierung
nur von Silizium ist aber nicht anzunehmen. Eher dürften alle Algenkomponenten abgebaut
werden, aber Phosphor und Stickstoff werden von den dann wachsenden Flagellaten
aufgenommen, während Silizium von diesen nicht benötigt wird. In jedem Falle ist die schnelle
Rückführung von Nährstoffen einschließlich des stabil erscheinenden Silizium der
Kieselalgenschalen sehr erstaunlich.
4.1.2.2 Sommerblüte
Die Sommerbeprobung beruht auf nur einer Fahrt und kann die große Vielfalt der
Phytoplanktongemeinschaft nur unzureichend widerspiegeln. Insbesondere bildet sich häufig
eine Kieselalgen-Sommerblüte, die aber wegen fehlender Probennahmen oft nicht erkannt
wird. Im Jahre 2014 wurde die Sommer-Kieselalgenblüte mit unserer Probenahme von der Kieler
Bucht bis in die zentrale Mecklenburger Bucht aber gut getroffen. Diese Blüte bestand fast
ausschließlich aus Dactyliosolen fragilissimus (z.B. 4377 µg/l an station OMO22), begleitet
von dem bemerkenswerten Dinoflagellaten Alexandrium pseudogonyaulax (z.B. 163 µg/l an
Station OMO22), der im Jahre 2010 erstmals von uns nachgewiesen wurde (Abb. 11 b). Auch
Ceratium tripos entwickelte sich bereits wieder. Bezüglich dieser Arten ähnelt dieses Jahr dem
Jahr 2013, aber nicht dem Jahr 2012. An unserer Küstenstation in Heiligendamm erreichte
Dactyliosolen fragilissimus ähnlich hohe Biomassen (3111 µg/l am 15.7.2014).

Dactyliosolen fragilissimus fehlte vollständig in der Arkonasee einschl. Station OMBMPK8, aber
Ceratium tripos kam erstaunlicherweise so weit östlich vor, z.B. an Station OMBMPK5 am
29.7.2014 mit 101 µg/l. Das könnte ein Hinweis auf einen Einstrom sein, den wir auf der JuliFahrt tatsächlich nachweisen konnten und der sich bis in das östliche Gotlandbecken
auswirkte. Grundsätzlich sind in den Sommerproben besonders viele Picoplankter (Einzelzellen
von < 2µm) enthalten, die nicht gezählt werden, da die angewendete Methode für deren
quantitative Erfassung nicht geeignet ist.

Foto: Wasmund

Abb. 7: Cyanobakterienblüte in der östlichen
Gotlandsee (südlich der Station TF0286) am
25.7.2014.

Die typischen Cyanobakterien des
Sommers bilden in der westlichen
Ostsee normalerweise keine Blüten,
aber ihre Biomasse wuchs im Juli
deutlich an und erreichte z.B. an
Station OMBMPM2 am 29.7.2014
immerhin je 50 µg/l Aphanizomenon
sp. und Nodularia spumigena. Auf
der Monitoringfahrt waren visuell an
einigen Stellen der Mecklenburger
Bucht und der Arkonasee im Wasser
suspendierte
Aggregate
von
Cyanobakterien zu erkennen.

26

Abb. 8: Jahresgang 2014 der Phytoplanktonbiomasse (Frischmasse) in taxonomischen Gruppen
in der Kieler Bucht (a), Lübecker Bucht (b) und Mecklenburger Bucht (c, d).

27

Abb. 9: Jahresgang 2014 der Phytoplanktonbiomasse (Frischmasse) in taxonomischen Gruppen
in der Arkonasee (a-c).

28
3000

Station OMBMPK2

(a)
Frischmasse [µg/l]

2500

Others
Ciliophora (mixotr.)
Chrysophyceae
Bacillariophyta
Dinophyceae
Prymnesiophyceae
Cyanophyceae

2000
1500
1000
500

3000

12.11.

28.07.

22.07.

3000
2500

1000

13.11.

23.07.

0

04.05.

0
21.03.

500

11.02.

500

13.11.

1000

1500

24.07.

1500

2000

05.05.

Frischmasse [µg/l]

2000

Station OMBMPJ1

21.03.

Station
OMBMPK1

2500

(c)

10.02.

(b)
Frischmasse [µg/l]

07.05.

03.05.

24.03.

20.03.

11.02.

07.02.

0

Abb. 10: Jahresgang 2014 der Phytoplanktonbiomasse (Frischmasse) in taxonomischen
Gruppen in der Bornholmsee (a) und östlichen Gotlandsee (b-c).

In der Bornholmsee (Stat. OMBMPK2) waren im Juli 2014 bei geringer Gesamt-Biomasse die
unbestimmten Einzelzellen (2-5 µm) die dominierende Komponente, daneben auch
unbestimmte Gymnodiniales und Prymnesiales. Auch in der südlichen Gotlandsee (Stat.
OMBMPK1) war die Biomasse sehr gering. Hier dominierten Cyanobakterien, aber weniger die
Stickstoff-Fixierer (32 µg/l), sondern die koloniebildende Art Cyanonephron styloides (50 µg/l).
In der östlichen Gotlandsee (Stat. OMBMPJ1) fanden wir jedoch im Oberflächenwasser eine
Cyanobakte-rienblüte aus Nodularia spumigena (549 µg/l) und Aphanizomenon sp. (128 µg/l),
daneben auch bedeu-tende Mengen an Prymnesiales (182 µg/l). Die Blüte war besonders stark
im nördlichen Teil der östlichen Gotlandsee, südlich der Station 286 (Farö-Tief), siehe Abb. 7.

29

(a)

Dinobryon

→

(b)

Abb. 11: Überblicksbilder von Netzproben (a) vom 1.5.2014, Station OMBMPK5, mit Ceratium
tripos, Mesodinium rubrum, Aphanizomenon sp. und Dinobryon balticum; (b) vom 19.7.2014,
Station OMBMPN3, mit Dactyliosolen fragilissimus, Alexandrium pseudogonyaulax und
Ceratium tripos. Fotos: Susanne Busch.

30

(a)

(c)

(b)

(d)

(e)

Abb. 12: (a) Netzprobe vom 17.11.2014, Stat. OMBMPM2: Ceratium tripos, C. fusus, C. lineatum,
Cerataulina pelagica, Dactyliosolen fragilissimus, Dinophysis norvegica, Proboscia alata; (b)
Netzprobe vom 8.11.2015, Stat. OMO22: Noctiluca scintillans, C. tripos, C. fusus, C. lineatum.
(c) Spatulodinium pseudonoctiluca (8.11.2014, Stat. OMBMPM2, 20 m); (d) Coscinodiscus
granii, Cerataulina pelagica (17.11.2014, Stat. OMBMPM1); (e) Cerataulina pelagica (9.11.2014,
Stat. OMBMPK8, 20 m). Fotos: Susanne Busch.

31
4.1.2.3
Herbstblüte
Die Herbstblüte wurde wie erwartet angetroffen, wahrscheinlich nicht zu ihrem Maximum, aber
zumindest mit der deutlichen Dominanz der typischen Phytoplanktonklassen. Sie wurde in der
Kieler, Lübecker und Mecklenburger Bucht von Ceratium-Arten dominiert (Abb. 12 a),
erstaunlicherweise nicht vom üblichen Ceratium tripos (z.B. an Stat. OMBMPM2: 182 µg/l),
sondern von C. fusus (z.B. an Stat. OMBMPM2: 430 µg/l). Bedeutend waren an Stat. OMBMPN3
(8.11.2014) auch Polykrikos schwartzii (90 µg/l) und Dinophysis norvegica (81 µg/l), an Stat.
OMO22 Polykrikos schwartzii (266 µg/l) und an Stat. OMBMPM2 Cerataulina pelagica (221
µg/l, Abb. 12 a) und Polykrikos schwartzii (195 µg/l). Zum 17.11.2014 war Ceratium tripos an
Station OMBMPM2 deutlich zurückgegangen.
In östliche Richtung nehmen Ceratium spp. ab und Kieselalgen üblicherweise zu.
Dementsprechend finden wir an der Darßer Schwelle (Stat. OMBMPM1) und in der Arkonasee
keine Dinoflagellatenblüten mehr, sondern Kieselalgenblüten. Die wichtigsten Vertreten waren
Coscinodiscus granii und Cerataulina pelagica (Abb. 12 d), wobei der Anteil von Coscinodiscus
granii in östliche Richtung zunimmt und der von Cerataulina pelagica in östliche Richtung
abnimmt. Die Biomasse von Cerataulina pelagica betrug in den oberen 10 m an Station
OMBMPM1 noch 499 µg/l, aber an Station OMBMPK8 nur noch 69 µg/l, dafür aber an letzterer
Station in 20 m Tiefe 803 µg/l (Abb. 12 e). In den Tiefenproben kam, wie schon in 2012,
Coscinodiscus radiatus in einigen Exemplaren vor. Die Frühjahrsart Dictyocha speculum, die im
Herbst 2013 erstaunlich häufig gefunden wurde, kam in den Proben vom Herbst 2014 nur in
sehr geringen Biomassen < 6 µg/l vor. Vielleicht hat ihre starke Entwicklung im Herbst 2013
(z.B. 63 µg/l am 1.11.2013 an Station OMBMPM2) die Grundlagen für die besonders hohe
Biomasse im Frühjahr 2014 gelegt.
Besonders hervorzuheben sind die in der Lübecker und Mecklenburger Bucht gefundenen
marinen Arten Noctiluca scintillans (Abb. 12 b) und Spatulodinium pseudonoctiluca (Abb. 12 c).
Sie zeigen einen Einstrom von Nordseewasser an. Das ist umso bedeutsamer, da sie ein
Anzeiger dafür sind, dass offensichtlich schon vor dem großen Einstromereignis vom Dezember
2014 (MOHRHOLZ et al. 2015) verschiedene kleinere Einströme stattfanden.
In der Bornholmsee fanden wir eine fast reine Blüte von Coscinodiscus granii vor (Abb. 10 a).
Diese trat in schwächerer Ausprägung auch in der östlichen Gotlandsee auf (Abb. 10 b, c),
wobei an der Station OMBMPJ1 noch Mesodinium rubrum und Dinophysis-Arten beigemischt
waren.
4.1.3

Regionale Unterschiede in der Artenzusammensetzung

Die Lage der Stationen ist so gewählt, dass sie im Wesentlichen einen Längsschnitt durch die
Ostsee von der Kieler Bucht bis in das Gotland-Tief bilden. Für die Arten, die in der eigentlichen
Ostsee nicht mehr vorkommen, wurde nur der Kartenausschnitt der westlichen Ostsee gezeigt.
Entsprechend dem Salzgradienten verändert sich die Artenzusammensetzung des
Phytoplanktons entlang dieses Schnittes deutlich. Das ist bereits im vorigen Kapitel 4.1.2
erläutert worden, soll hier aber exemplarisch für einige wichtige Arten in den Abb. 13-15 noch
zusamengefasst werden. Es ist in den Grafiken jeweils die Jahreszeit des stärksten Auftretens
der Art dargestellt.

32

Abb. 13: Verteilung von Ceratium tripos, Skeletonema marinoi und Dictyocha speculum in
Gebieten und zu Jahreszeiten ihres Hauptvorkommens in 2014.

33

Abb. 14: Verteilung von Mesodinium rubrum, Dactyliosolen fragilissimus und Alexandrium
pseudogonyaulax in Gebieten und zu Jahreszeiten ihres Hauptvorkommens in 2014.

34

Abb. 15: Verteilung von Ceratium fusus, Cerataulina pelagica und Coscinodiscus granii in
Gebieten und zu Jahreszeiten ihres Hauptvorkommens in 2014.

35
Ceratium tripos bildet normalerweise im Herbst eine Blüte in der westlichen Ostsee, war jedoch
zu Beginn des Jahres 2014 bis in den März hinein stark vertreten. Dagegen war es im Herbst
2014 nicht mehr die dominante Art, sondern trat in der Kieler, Lübecker und zentralen
Mecklenburger Bucht hinter Ceratium fusus zurück. Wir stellen deshalb erstmalig die
Frühjahrswerte (Mittelwert aus Februar-Mai) von Ceratium tripos dar (Abb. 13 a), während für
die Herbstblüte Ceratium fusus gezeigt wird (Abb. 15 a). Es wird deutlich, dass diese Arten von
Westen her im Allgemeinen nicht in die eigentliche Ostsee (beginnend ab der Arkonasee)
vordringen.
Die typische Kieselalgen-Frühjahrsblüte wurde in der westlichen Ostsee nicht getroffen; sie
fand hier zwischen der Februar- und März-Fahrt statt. Wegen der bekannten Verzögerung des
Blütentermins in östliche Richtung konnte die Kieselalgenblüte in der Arkonasee im März 2014
aber noch angetroffen werden. Ihr wichtigster Vertreter, Skeletonema marinoi, wird in Abb. 13 b
gezeigt. Nach der Kieselalgenblüte wird im April-Mai in der westlichen Ostsee Dictyocha
speculum (Abb. 13 c) und in der eigentlichen Ostsee Mesodinium rubrum dominant (Abb. 14 a).
Die ausgewählten Sommer-Arten Dactyliosolen fragilissimus und Alexandrium pseudogonyaulax bevorzugen die salzreicheren Bedingungen der westlichen Ostsee (Abb. 14 b und c).
Andererseits treten in der eigentlichen Ostsee hauptsächlich die Cyanobakterienblüten auf. Im
Jahre 2014 waren die Cyanobakterienblüten dort jedoch nur schwach entwickelt. Sie sind
deshalb nicht gesondert dargestellt.
Im Herbst werden die regionalen Unterschiede oft am deutlichsten: Im Allgemeinen dominieren
in der westlichen Ostsee Dinoflagellaten (Ceratium spp.) und in der eigentlichen Ostsee
Kieselalgen (Coscinodiscus granii). Wie oben schon erwähnt, war im Jahre 2014 aber Ceratium
fusus der dominierende Dinoflagellat (Abb. 15 a). Die marine KieselalgeCerataulina pelagica
zeigte durch ihr geringeres Auftreten in der Kieler Bucht nicht ganz die typische Verteilung
(Abb. 15 b) und auch Coscinodiscus granii zeigte nicht das klassische Muster der Vorjahre mit
kontinuierlicher Zunahme zur eigentlichen Ostsee hin (Abb. 15 c).
4.1.4

Veränderungen der Artenzusammensetzung

Der Schutz der marinen Umwelt beinhaltet nicht nur die Erreichung bzw. Erhaltung einer guten
Wasserqualität und der natürlichen Produktivität eines Gewässers, sondern auch die Erhaltung
der natürlichen Diversität. Die Einwanderung und Etablierung neuer Arten ist mit einem
Verdrängen einheimischer Arten verbunden. Es dürfte sich dadurch zumindest zeitweise sogar
die Diversität vor Ort erhöhen (-Diversität), aber die typischen biozönotischen Strukturen
verschwinden und die weltweite Mannigfaltigkeit (-Diversität) nimmt ab.
Folglich gibt es Bemühungen, das Einschleppen neuer Arten zu vermeiden. Das ist beim
Phytoplankton schwierig, da es verschiedenste nicht zu blockierende Eintragswege gibt. Ein
Beispiel für einen vordringenden Phytoplankter ist Prorocentrum minimum, der wahrscheinlich
auf natürlichem Wege über das Kattegat in die Ostsee vorgedrungen ist. HAJDU et al. (2000) und
OLENINA et al. (2010) haben eindrucksvoll das Vordringen dieser Art nachgezeichnet. Sie ist zeitund stellenweise zur dominanten Art geworden. Andererseits ist die Art Prorocentrum balticum
anscheinend verschwunden (WASMUND et al. 2008). Eine Verdrängung der einen Art durch die
andere ist in diesem Falle jedoch unwahrscheinlich, da P. balticum eine Frühjahrsart und P.
minimum eine Spätsommerart ist.

36
Es ist bekannt, dass marine Arten (z.B. Cerataulina pelagica, Chaetoceros brevis, Dactyliosolen
fragilissimus) teilweise sehr weit in die Ostsee bis zur litauischen Küste transportiert werden,
und zwar nicht nur mit Salzwassereinbrüchen im Tiefenwasser, sondern auch mit warmen
oberflächennahen Strömungen, die mit einfachen Salzgehaltsmessungen nicht nachgewiesen
werden (HAJDU et al. 2006). Insofern sind diese Arten Indikatoren für oberflächennahe
Einströme von Nordseewasser.
OLENINA & KOWNACKA (2010) analysierten die Artenzusammensetzung 5 Jahre nach dem von
HAJDU et al. (2006) beschriebenen ungewöhnlich weiten Eindringen mariner Arten erneut und
stellten fest, dass sich einige Arten etabliert haben und andere wieder verschwanden.
Cerataulina pelagica wird ab 2008 mit zunehmenden Biomassen in der Danziger Bucht
gefunden und Dactyliosolen fragilissimus wird seit 2007 zum regelmäßigen Bestandteil des
Herbst-Phytoplanktons in polnischen und litauischen Gewässern. Chaetoceros brevis, das im
Jahre 2005 in Massen gefunden wurde, ist seitdem aus der südlichen eigentlichen Ostsee
wieder verschwunden (auch noch in 2014).
Die im Jahre 2009 für uns in unseren Ostseeproben neuen marinen Arten Noctiluca scintillans,
Lennoxia faveolata, Chaetoceros lorenzianus und Phaeodactylum tricornutum sind als
Einzelfunde zu werten, die spätestens bis zum Jahre 2012 wieder verschwunden sind. Die
ersten drei tauchten aber 2014 wieder auf, sicher im Zusammenhang mit Einstromereignissen
in die westliche Ostsee. Zusätzlich wurde auch Spatulodinium pseudonoctiluca (Abb. 12 c)
gefunden. Diese Art ist für uns neu. Der sonst nur selten in unseren proben auftretende marine
Dinoflagellat Polykrikos schwartzii bildete im Herbst 2014 relativ hohe Biomassen in der
westlichen Ostsee und kam damit insgesamt auf Rang 17 in Tab. A2. Die erstmalig im März
2010 in unseren Proben von der Kieler und Mecklenburger Bucht gefundenen Arten
Chaetoceros circinalis und Chaetoceros pseudobrevis sind weiterhin präsent.
Der erstmals im Sommer 2010 von uns gefundene Dinoflagellat Alexandrium pseudogonyaulax
hat sich in der westlichen Ostsee etabliert und erreicht in unserer Rangliste des Jahres 2014
Rang 23 (Tab. A2). Dagegen war die im Herbst 2010 stark aufgetretene Kieselalge
Pseudosolenia calcar-avis seit dem Jahre 2013 nicht mehr nachzuweisen [aber sie erschien
wieder in 2015 und wird in der nächsten Biologischen Zustandseinschätzung und in einer
Publikation von KAISER et al. (eingereicht) behandelt werden]. Der Dinoflagellat Peridiniella
danica, der erstmals im Jahre 2011 in hohen Biomassen (Rang 5) auftrat, ist deutlich
zurückgegangen und steht jetzt auf Rang 50.
Das Bestimmungs-Problem bei den nackten Dictyochophyceae ist oben in Kapitel 4.1.2 schon
erörtert worden. Ab dem Jahre 2009 versuchen wir die Art Verrucophora farcimen von der
nackten Form von Dictyocha speculum abzutrennen und führen sie seitdem ebenfalls in
unseren Listen. Die in vielen Jahren (2007, 2008) insbesondere in der Beltsee stark auftretende
Frühjahrsart Dictyocha speculum war im Jahre 2010 relativ unbedeutend ohne dass wir
alternativ Verrucophora in hohen Biomasse bestimmt hätten. Im Jahre 2011 erschienen die
Dictyochophyceen mit Rang 6 besonders stark, wobei wir verstärkt Verrucophora farcimen
bestimmten. Diese Art zeigte sich in den Proben von 2012 und 2014 nicht mehr. Wir finden von
diesen beiden Arten wieder fast ausschließlich Dictyocha speculum, in den Jahren 2012 und
2013 aber nicht in hohen Biomassen und im Jahre 2013 erstaunlicherweise stärker im Herbst

37
als im Frühjahr. Im Jahre 2014 trat Dictyocha speculum wieder mit einer starken Frühjahrsblüte
auf.
Traditionell wird der extrem häufige mixotrophe Ciliat Mesodinium rubrum in den
Phytoplanktonproben mitgezählt. Er ist in der eigentlichen Ostsee immer stark im Frühjahr
vertreten (Abb. 10, 14 a), tritt in geringeren Biomassen aber auch im Herbst auf. Im Vergleich zu
den Vorjahren war Mesodinium rubrum in der westlichen Ostsee deutlich schwächer vertreten.
Die im Jahre 2011 ausnahmsweise dominierende Kieselalge Achnanthes taeniata, die sonst in
der westlichen Ostsee ungewöhnlich ist, war in den Jahren 2012 bis 2014 wieder nur schwach
vertreten, im Jahre 2014 lediglich im März in der Arkonasee. Diese Kaltwasserart ist in den
1980er Jahren in der zentralen Ostsee blütenbildend gewesen und seitdem stark rückläufig
(HELCOM 1996; WASMUND et al. 2011 c). Offensichtlich haben ihr die milden Winter der 1990er
Jahre geschadet.

4.1.5

Chlorophyll a

Ein grober Jahresgang der Chlorophyll a-Konzentration ist der Tab. 6 zu entnehmen. Er
entspricht etwa den bereits in Abb. 8-10 dargestellten Jahresgängen der Biomasse. Es sind für
jede Probenahme die Mittelwerte über die oberen 10 m gezeigt. Wie in Kapitel 2.3. dargelegt,
werden von uns nur noch die „Gesamt-Chlorophyll a“-Werte („Chl.a-tot“) bestimmt.
Das Jahres-Maximum der Chlorophyll a-Konzentration (10,35 mg m-3) wurde wie üblich zu Zeiten
der Frühjahrsblüte gefunden, die wir Mitte März in der Arkonasee angetroffen haben. In der
westlichen Ostsee wurde die Frühjahrsblüte verpasst; deshalb finden wir hier die
Maximalwerte im Herbst.
Typische Chlorophyll-Jahresgänge in 3 Bereichen der Ostsee werden von KAITALA et al. (2011) in
einem Environment Fact Sheet gezeigt, der allerdings nicht mehr weitergeführt wird.
Die horizontale Verteilung der Chlorophyll-a-Werte im Stationsnetz für die 5 Monitoringfahrten
ist in Abb. 16-18 dargestellt. Abb. 16 a macht deutlich, dass im Februar 2014 noch keine
wesentliche Phytoplanktonentwicklung stattgefunden hat. Mitte März 2014 war die
Frühjahrsblüte in der Mecklenburger Bucht bereits vorüber, aber in der Arkonasee noch präsent
(Abb. 16 b). Die Entwicklung von Dictyocha speculum in der westlichen Ostsee und von
Mesodinium rubrum in der Arkonasee Ende April/Anfang Mai war nicht sehr stark so dass die
Chlorophyll-a-Konzentrationen nicht über 3 mg m-3 anstiegen (Abb. 17 a). Die Blüte von
Dactyliosolen fragilissimus im Juli in der westlichen Ostsee war in den Chlorophyll-a-Werten
nicht zu bemerken (Abb. 17 b). Das liegt daran, dass die großen Kieselalgen sehr
chlorophyllarm sind. Im Herbst zeigen erhöhte Chlorophyll-a-Konzentrationen die Herbstblüte
an, wobei die Dinoflagellatenblüte in der westlichen Ostsee höhere Werte generiert als die
Kieselalgenblüte der Arkonasee (Abb. 18). Es ist zu beachten, dass die in den Abb. 16-18
dargestellten Daten Mittelwerte von Hin- und Rückfahrt der entsprechenden Fahrten sind.

38
Tab. 6
Mittlere Konzentrationen von „Gesamt-Chlorophyll a“ von 0 bis 10 m Tiefe.

Station

Datum

OMBMPN3
OMBMPN3
OMBMPN3
OMBMPN3
OMBMPN3
OMO22
OMO22
OMO22
OMO22
OMO22
OMBMPM2
OMBMPM2
OMBMPM2
OMBMPM2
OMBMPM2
OMBMPM2
OMBMPM2
OMBMPM2
OMBMPM2
OMBMPM2
OMBMPM1
OMBMPM1
OMBMPM1
OMBMPM1
OMBMPM1
OMBMPM1
OMBMPM1
OMBMPM1
OMBMPM1
OMBMPM1
OMBMPK8
OMBMPK8
OMBMPK8
OMBMPK8
OMBMPK8
OMBMPK8
OMBMPK8

04.02.2014
17.03.2014
30.04.2014
19.07.2014
09.11.2014
04.02.2014
18.03.2014
30.04.2014
20.07.2014
08.11.2014
05.02.2014
13.02.2014
18.03.2014
25.03.2014
01.05.2014
08.05.2014
20.07.2014
29.07.2014
08.11.2014
17.11.2014
05.02.2014
13.02.2014
18.03.2014
25.03.2014
01.05.2014
08.05.2014
20.07.2014
29.07.2014
09.11.2014
17.11.2014
05.02.2014
12.02.2014
18.03.2014
25.03.2014
01.05.2014
08.05.2014
20.07.2014

Chl.a-tot
(mg m-3)
1.86
2.96
2.62
1.18
5.20
1.16
1.70
2.95
1.66
5.17
0.90
1.32
1.82
2.84
1.43
1.09
1.49
2.11
5.68
2.72
0.88
0.96
1.20
1.50
2.36
1.83
1.67
1.37
4.05
4.44
0.92
1.23
5.44
3.06
0.99
0.79
2.22

Station

Datum

OMBMPK8
OMBMPK8
OMBMPK8
OMBMPK5
OMBMPK5
OMBMPK5
OMBMPK5
OMBMPK5
OMBMPK5
OMBMPK5
OMBMPK5
OMBMPK5
OMBMPK5
OMBMPK4
OMBMPK4
OMBMPK4
OMBMPK4
OMBMPK4
OMBMPK2
OMBMPK2
OMBMPK2
OMBMPK2
OMBMPK2
OMBMPK2
OMBMPK2
OMBMPK2
OMBMPK2
OMBMPK1
OMBMPK1
OMBMPK1
OMBMPK1
OMBMPK1
OMBMPJ1
OMBMPJ1
OMBMPJ1
OMBMPJ1
OMBMPJ1

29.07.2014
09.11.2014
17.11.2014
05.02.2014
12.02.2014
18.03.2014
24.03.2014
01.05.2014
08.05.2014
21.07.2014
29.07.2014
10.11.2014
16.11.2014
12.02.2014
19.03.2014
02.05.2014
22.07.2014
10.11.2014
07.02.2014
11.02.2014
20.03.2014
24.03.2014
03.05.2014
07.05.2014
22.07.2014
28.07.2014
12.11.2014
11.02.2014
21.03.2014
04.05.2014
23.07.2014
13.11.2014
09.02.2014
21.03.2014
04.05.2014
24.07.2014
13.11.2014

Chl.a-tot
(mg m-3)
2.23
4.42
2.71
1.53
0.87
9.46
2.32
1.59
2.21
1.94
3.03
3.71
2.41
1.06
10.35
2.26
2.14
2.46
0.65
0.69
1.25
1.50
5.63
4.83
1.76
1.39
2.36
0.66
0.99
4.39
2.11
2.47
0.57
0.63
3.47
4.40
3.07

39

Abb. 16: Horizontale Verteilung der Chlorophyll-a-Konzentration (µg/L) auf den Stationen
während der Fahrten vom Februar und März 2014.

40

Abb. 17: Horizontale Verteilung der Chlorophyll-a-Konzentration (µg/L) auf den Stationen
während der Fahrten vom April/Mai und Juli 2014.

41

Abb. 18: Horizontale Verteilung der Chlorophyll-a-Konzentration (µg/L) auf den Stationen
während der Fahrt vom November 2014.

4.1.6 Sedimentation
Die mikroskopische Bearbeitung des 2014 im Arkonabecken aufgefangenen Materials zeigt
über das Jahr eine kontinuierliche Zunahme großer, teils aufgebrochener Kotballen, die
höchstwahrscheinlich auf den Bewuchs mit Seepocken (Balaniden) und eventuell mit ihnen
assoziierter anderer Filtrierer zurückzuführen ist (Abb. 19 a). Neben den tatsächlich
abgesunkenen Mikroalgen finden sich viele Bruchstücke, v.a. von Diatomeenschalen, die
höchstwahrscheinlich auch aus dieser Quelle stammen (Abb. 19 b).
Obwohl dieser Prozess die quantitativen Bedingungen extrem überlagert (s.u.), sind
interessanterweise die qualitativen Signale, d.h. die mikroskopisch ausgewerteten
taxonomischen Befunde, nur wenig gestört. Das Nahrungsspektrum der auf der Falle
siedelnden Fauna liegt offensichtlich genau im Bereich des Mikroplanktons, so dass durch die
Filtration der Organismen primär eine Anreicherung des absinkenden Materials, aber keine
qualitative Veränderung bewirkt wird. Da die Sinkstofffalle sich weit unterhalb der photischen
Zone befindet, kann auch nur der Teil des Phytoplanktons angereichert werden, der sich schon
auf dem Weg aus der Deckschicht zum Sediment befindet. Durch den Fraßvorgang kann
allerdings der Teil der Beute-Organismen aus dem Spektrum entfernt werden, der nicht
beschalt und damit leicht verdaulich ist. So lässt sich auch erklären, dass sich die Anzahl der
Flagellatenspezies, im Gegenteil zu stabileren Diatomeen und Dinoflagellaten, von 7 auf 4
reduzierte.

42

Abb. 19 a: Große Kotballen in der Fallenprobe,

b: Bruchstücke von Diatomeen

Bei den Diatomeen, die mit 15 Arten im Vergleich zu 14 im Vorjahr auftraten, zeigte sich
innerhalb der pelagischen Wachstumsphase (März bis Dezember) wieder die typische
saisonale Abfolge von Gemeinschaften (Abb. 20 a-d). Hier ist sowohl bei Abundanz als auch
bei Diversiät die Frühjahrsblüte wesentlich deutlicher als in den Masseflüssen zu erkennen.
Von Beginn an und wie im Vorjahr traten Achnanthes taeniata, Chaetoceros spp.,
Coscinodiscus granii, Actinocyclus octonarius, Skeletonema marinoi und Thalassiosira
levanderi auf. Neu hinzu kamen Melosira arctica, Ceratoneis closterium, Coscinodiscus
radiatus und Thalassiosira hyperborea, während Diatoma tenue nicht mehr auftrat. In der
Sommerphase verringert sich die Artenzahl, es traten zuerst Skeletonema marinoi,
Coscinodiscus granii, Actinocyclus octonarius und Chaetoceros spp. auf, später kamen
Coscinodiscus radiatus und Dactyliosolen fragilissimus hinzu, während Skeletonema marinoi
wieder früher abnahm. Dieses Diatomeenkonsortium hielt sich bis in den Spätherbst, wo es
sich dann von der Artenzusammensetzung her ausdünnte.
Bei den Dinoflagellaten (Abb. 20 b) blieb die Anzahl der insgesamt vorkommenden Arten mit 8
auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr, allerdings traten sie 2013 mit einem breiteren
Artenspektrum über fast die gesamte Wachtumsperiode (April – Dezember) auf. Trotzdem ist
2014 noch eine deutliche saisonale Abfolge von Schlüsselarten zu sehen, wobei im Frühjahr
Protoperidinium spp., Gymnodinium corollarium, Dinophysis acuminata und Dinophysis
rotundata (=Phalacroma rotundatum) vorkamen, dann über den gesamten Sommer Ceratium
tripos zu dem noch Ceratium fusus kam und zu Beginn und am Ende der Sommerphase
Dinophysis acuminata. Dinophysis norvegica wurde nicht mehr gefunden. Ab August kam
Dissodinium pseudolunula hinzu und bildete im Spätherbst/Winter die hauptsächlichen
Dinoflagellaten-Bestände. Wie im Vorjahr fehlten Prorocentren (Prorocentrum minimum und
Prorocentrum micans) in der Sommerphase. Während die Artenvielfalt in der ersten
Jahreshälfte von Diatomeen dominiert war, nahm die Bedeutung der Dinoflagellaten erst zum
August/September zu, trat aber insgesamt klar hinter den Diatomeen zurück.

43

20
Achnanthes taeniata
Actinocyclus octonarius
Ceratoneis closterium
Chaetoceros spp.
Coscinodiscus concinnus
Coscinodiscus granii
Coscinodiscus radiatus
Dactyliosolen fragilissimus

Diatomeen
Balkenwert 1-3

15

10

Ditylum brightwellii
Melosira arctica
Pennate Diatomeen
Skeletonema marinoi
Thalassiosira baltica
Thalassiosira hyperborea
Thalassiosira levanderi

5

0
J

F

M

A

M

J

J

A

S

O

N

D

A

S

O

N

D

S

O

N

D

N

D

10

Balkenwert 1-3

8

Dinoflagellaten

Ceratium fusus
Ceratium tripos
Dinophysis acuminata
Phalachroma rotundatum
Dissodinium pseudolunula
Gymnodinium corollarium
Protoperidinium micans
Protoperidinium 25-50µm

6

4

2

0
J

F

M

A

M

J

J

10
Dolichospermum
Aphanizomenon
Nodularia
Merismopedia
Snowella/Woronochinia

Balkenwert 1-3

8

6

Cyanobakterien

4

2

0
J

F

M

A

M

J

J

A

10

Balkenwert 1-3

Flagellaten und Flagellaten
Chlorophyceen

Planktonema lauterbornii (Chlorophyceae)
Desmodesmus (Chlorophyceae)
Eutrepsiella (Euglenophyceae)
Dictyocha speculum (Dictyochophyceae)

8

6

4

2

0
J

F

M

A

M

J

J

A

S

O

Abb. 20 a-d: Relative Häufigkeit einzelner Arten von Diatomeen, Dinoflagellaten,
Cyanobakterien sowie Grünalgen und sonstige Flagellaten im sedimentierten organischen
Material im Jahre 2014.

44
Die Cyanobakterien (Abb. 20 c) wurden 2014 in geringerer Artenzahl gefunden, wobei die
diazotrophen Arten (Aphanizomenon und Nodularia) dennoch die Sommerphase dominierten.
Der saisonale Wechsel von den Sommerarten Aphanizomenon, Nodularia zu den nicht-Nfixierenden Snowella und Merismopedia in der Herbst- und Winterphase tritt wieder klar auf,
wobei Snowella/Woronochinia-Arten in geringerem Umfang auch in den Sommermonaten
präsent sind. Die Hauptphase des Wachstums von diazotrophen Arten (Juni-August) läßt sich
auch 2014 mit dem Absinken der δ15N Signatur (Abb. 26) in einzelnen kurzen Phasen in dieser
Zeit in Verbindung bringen. Aber auch in diesem Jahr ist dieser Prozess in der Arkonasee im
Gegensatz zur mittleren Ostsee nicht von quantitativer Bedeutung. Dadurch, dass die
Isotopensignaturen durch trophische Effekte der besiedelnden Organismen überlagert werden,
ist die Aussagekraft dieser Werte insgesamt beschränkt.
Bei den Chlorophyceen (Grünalgen; Abb. 20 d) läßt sich die quantitative saisonale Verteilung
gut mit dem Eintrag von Kotmaterial in die Fallen korrelieren, so dass davon ausgegangen
werden muss, dass die dominante Art, die Chlorophycee Planktonema lauterbornii primär auf
diesem Weg in die Fallen gelangt ist. Neben dem Silicoflagellaten Dictyocha speculum, der im
Frühjahr und vereinzelt auch im Sommer auftritt, scheint sie eine der wenigen unbepanzerten
Arten zu sein, die im Fraßprozess nicht völlig unkenntlich wird. Hierbei zeigt sich auch die
generell wichtige Rolle der Flagellaten im Nahrungsnetz, da sie bis auf wenige Arten
offensichtlich gut aufzunehmen und zu verdauen sind.
Die saisonalen Muster des Vertikaltransportes der Hauptelemente Kohlenstoff (Abb. 21),
Stickstoff (Abb. 22), Phosphor (Abb. 23) und Silizium (Abb. 24) wurden im Jahr 2014 von einem
Prozess überlagert, der in den Vorjahren nicht oder nur in einem untergeordneten Maße auftrat.
Es handelt sich hierbei um den Bewuchs des Gitterdeckels der Falle mit benthischen
Organismen, in diesem Fall Seepocken (Balanus improvisus), welche aktiv Partikel aus dem
Wasser filtrieren und somit Detritusmaterial anreichern.
Das Kotmaterial dieser Organismen wird in kompakten Kotballen abgegeben, deren Größe im
Millimeterbereich liegt und die eine entsprechend hohe Sinkgeschwindigkeit haben. Die
Verdauung ist nicht immer vollständig, so dass diese Kotballen, die mit einer dünnen Membran
umhüllt sind, nach dem Aufbrechen oft gut identifizierbare Nahrungspartikel abgeben.
Insbesonders beschalte Nahrungsorganismen, wie Dinoflagellaten und Diatomeen lassen sich
noch gut erkennen, auch wenn die Schalen oft zerbrochen sind. Genau dieses Bild fand sich
über das Jahr in den mikroskopischen Analysen der Sinkstoffproben (Abb. 19): eine
zunehmende Anzahl großer Kotballen, die mit Mikroalgen gefüllt waren und entsprechend viel
Bruchstücke v.a. von Diatomeen in aufgebrochenen Kotpartikeln. Als Grund für diese schnelle
und intensive Besiedlung, die in den Vorjahren nicht beobachtet wurde, läßt sich die
besondere Einstromlage in diesem Jahr anführen. Im Vorfeld des großen Einstroms von
Nordseewasser im Dezember 2014 gab es schon kleinere Einschübe von salzreichem Wasser in
Arkona- und Bornholmbecken im Februar, März und August 2014.
Abb. 3 (Seite 15) dokumentiert den Salzgehalt in 40 m Wassertiefe im Arkonabecken an der
Fallenposition. Über die gesamte Wachstumsperiode zeigt sich, abgesehen von einigen
Einbrüchen, ein hoher Salzgehalt. Zusammen mit diesem salzreichen Wasser gelangen sowohl
höhere Konzentrationen an Sauerstoff in die ansonsten sauerstoffarme Bodenschicht der

45
Becken, wie auch die Larven von Organismen aus dem Oberflächenwasser, die sich über
pelagische Stadien vermehren.
Dazu gehören Seepocken und Muscheln, von denen sich auch gut erkennbare Larven in der
Falle fanden. Unter diesen günstigen Bedingungen konnten sich viele Organismen an der Falle
festheften und da sie mit zunehmender Größe auch die Filtrierleistung steigern, wurde die
Menge ihrer Ausscheidungen, die in die Sammelbehälter der Falle fiel, entsprechend größer
(Abb. 2 auf Seite 10). Damit war die Menge des aufgefangenen Materials natürlich nicht mehr
vom schwerkraftabhängigen vertikalen Partikeltransport sondern von der Filtrationsleistung
des Aufwuchses und den lokalen Strömungsverhältnissen abhängig. Ein interessanter Aspekt
ist dabei allerdings, dass die Filtrierer nur Material anreichern können, das schon aus der
Deckschicht abgesunken ist, also sowieso dem Sediment zugeflossen wäre. Wie schon oben
dargelegt wurde, entspricht daher das Nahrungsspektrum der Aufwuchsorganismen dem
Material, das durch Sedimentation in die Falle gelangt, so dass die Analyse der
Artenzusammensetzung der Mikroalgen, aus denen die Nahrung vorwiegend besteht, durchaus
noch Sinn macht. Die quantitative Beziehung zwischen natürlichem Absinken und den
Stoffmengen in der Falle ist aber leider nicht mehr herzustellen, und da das Material die
gleiche Quelle hat, ist eine Trennung auch nicht möglich.
Die extrem hohen Jahresraten von 3,0 mol C, 429 mmol N, 1,2 mol Si und 9,3 mmol P m -2 a-1 bei
einem Massefluss von 293 g Trockenmasse m-2 a-1 (Abb. 21-25) liegen bis zum Faktor 5 höher
als in den Vorjahren. Interessant ist allerdings die elementare Zusammensetzung dieses
Materials. Es hat mit 12,3 % den höchsten Kohlenstoffanteil am Gesamtgewicht aller bisherigen
Jahre und kann allein nach diesem Befund keine oder nur geringe Anteile an resuspendiertem
Sediment enthalten.
Das C/N-Verhältnis des im gesamten Jahr aufgefangenen Materials liegt mit 6,9 im Bereich der
bisherigen Messungen (5,9-8,4), aber das C/P-Verhältnis (Abb. 26) mit 320 doppelt so hoch
wie die bisherigen Werte von 120-160. Der Kohlenstofftransport stieg dabei um den Faktor 3,8,
während sich der P-Fluss nur um den Faktor 1,5 erhöhte. Das bedeutet, dass die epibenthische
Verwertung von pelagischer Nahrung dem Sediment ein in Bezug auf Kohlenstoff und Stickstoff
ähnlich zusammengesetztes Material weiterreicht, das allerdings beim Phosphorgehalt um die
Hälfte verarmt ist. Eine solche Feststellung lag zwar nicht im primären Ansatz der
Untersuchung, sie könnte allerding in dem Fall relevant werden, in dem durch eine
zunehmende Bereitstellung von besiedlungsfähigem Hartsubstrat im Bereich der westlichen
Ostsee (z.B. durch Windenergieparks) die pelagischen Prozessabläufe durch benthisch
dominierte ersetzt werden. In diesem Falle stellt sich natürlich die Frage nach der veränderten
Verteilung von biologisch relevanten Elementen zwischen Sediment und Wasser.
Die N- und C- Isotopie des Materials (Abb. 27 und 28) zeigt unterschiedliche Reaktionen auf die
in diesem Jahr veränderten Bedingungen. Während sich das δ13C- Muster im Jahresverlauf 2014
kaum von dem der Vorjahre unterschied und primär Temperatureffekte im Oberflächenwasser
indiziert, hebt sich die Stickstoffisotopie von den Vorjahren ab. Statt einer wellenförmigen
Entwicklung zwischen den Blütephasen im Frühjahr und Herbst, die auf Nitrateinträgen mit
höherem δ15N beruhen, und der Sommerphase mit dem Eintrag leichterer Isotope durch die
Stickstofffixierung konnte 2014 eine kontinuierliche, wenn auch geringe, Absenkung des
Signals festgestellt werden. Durch den über das Jahr zunehmenden Anteil an Abfallmaterial der

46
benthischen Besiedlung läßt sich hierbei ein biologischer Fraktionierungsprozess vermuten,
der allerdings in seinem Ablauf nicht völlig erklärbar ist. Während sich die quantitativen
Messungen der Sedimentation im Arkonabecken in diesem Jahr also leider nicht zu einer sinnvollen Bilanz zusammenfassen lassen, bietet das qualitative Bild der Mikroalgensukzession
den Eindruck eines nicht ungewöhnlichen Jahresverlaufes.

70000

POC

µmol/m^2/Tag

60000
50000
40000
30000
20000
10000
0

J

F

M

A

M

J

J

A

S

O

N

D

Abb. 21: Tägliche Sedimentationsraten von partikulärem organischem Kohlenstoff im
Sedimentationshorizont 35 m auf der Station Arkonasee im Jahr 2014.

µmol/m^2/Tag

8000

PON

6000
4000
2000
0
J

F

M

A

M

J

J

A

S

O

N

D

Abb. 22: Tägliche Sedimentationsraten von partikulärem organischem Stickstoff im
Sedimentationshorizont 35 m auf der Station Arkonasee im Jahr 2014.
250

P-PO4

µmol/m^2/Tag

200
150
100
50
0
J

F

M

A

M

J

J

A

S

O

N

D

Abb. 23: Tägliche Sedimentationsraten von partikulärem Phosphor im Sedimentationshorizont
35 m auf der Station Arkonasee im Jahr 2014.

47

45000

P-Si

40000

µmol/m^2/Tag

35000
30000
25000
20000
15000
10000
5000
0
J

F

M

A

M

J

J

A

S

O

N

D

Abb. 24: Tägliche Sedimentationsraten von partikulärem biogenem Silikat im Sedimentationshorizont 35 m auf der Station Arkonasee im Jahr 2014.

mg/m^2/Tag

8000

Seston

6000
4000
2000
0
J

F

M

A

M

J

J

A

S

O

N

D

Abb. 25: Tägliche Sedimentationsraten von Trockenmasse (Seston) im Sedimentations-horizont
35 m auf der Station Arkonasee im Jahr 2014.

C/P

500

atomar

400
300
200
100

J

F

M

A

M

J

J

A

S

O

N

D

2014

Abb. 26: Atomares Verhältnis von Kohlenstoff zu Phosphor in Partikeln im Sedimentationshorizont 35 m auf der Station Arkonasee im Jahr 2014.

48

12

dN15
10

permill

8

6

4

2
J

F

M

A

M

J

J

A

S

O

N

D

2014

Abb. 27: Isotopie des Stickstoffs (‰ δ15N) im Fallenmaterial im Jahr 2014.

-28

dC13

permill

-27

-26

-25

-24
J

F

M

A

M

J

J

A

S

O

N

D

2014

Abb. 28: Isotopie des partikulären Kohlenstoffs (‰ δ13C) im Fallenmaterial im Jahr 2014.

4.2

Mesozooplankton

4.2.1

Artenspektrum, Wasseraustausch und Neozoen

Die faunistische Zusammensetzung des Zooplanktons im Untersuchungsgebiet wies in 2014
große Ähnlichkeit zu den vorausgegangenen Jahren auf. Mit insgesamt 49 Taxa lag die Vielfalt
im Vergleich zu 2011-2013 mit durchschnittlich mehr als 50 Taxa weiterhin auf einem hohen
Niveau (Tab. A3). Der typische saisonale Anstieg in der Anzahl der Taxa, der in der Regel durch
das Auftreten wärmeliebender Arten verursacht wird, war in 2014 jedoch weniger deutlich
ausgeprägt (Abb. 29). Dies geht vor allem auf vereinzelte Funde von Limnocalanus macrurus,
Eurytemora affinis oder Acartia tonsa in der westlichen Ostsee während der kalten Jahreszeit im
März und Mai zurück, welches einen kurzzeitigen Einfluss küstennahen Wassers
wiederspiegelt.

49
Das Artenspektrum hat sich gegenüber dem Vorjahr nur unwesentlich verändert, auffälliger
sind hingegen Verschiebungen in der Häufigkeit der verschiedenen Arten (siehe 4.2.2.).
Innerhalb der Copepoden traten vor allem Pseudocalanus spp., Temora longicornis,
Centropages hamatus, Paracalanus parvus, drei Acartia Arten (A. bifilosa, A. longiremis, A.
tonsa) sowie der cyclopoide Copepode Oithona similis regelmäßig und häufig im Pelagial des
Untersuchungsgebietes auf. Im Vergleich zum Vorjahr wurden vor allem Temora longicornis und
Centropages hamatus in deutlich erhöhter Abundanz beobachtet, während bei den anderen
Arten nur geringfügige Unterschiede auftraten. A. tonsa wurde - wie im Vorjahr - regelmäßig in
den Proben gefunden, blieb aber im Vergleich zu A. bifilosa und A. longiremis von
untergeordneter Bedeutung. Die Art trat vor allem in den flacheren Meeresgebieten (OMBMPM2 bis OMBMPK4) auf. Das Vorkommen von Limnocalanus macrurus beschränkte sich auf die
Gotlandsee, vor allem im südlichen Teil trat sie in höheren Konzentrationen auf. Individuen von
Eurytemora affinis wurde hingegen an nahezu allen Stationen, allerdings nur sporadisch,
beobachtet. Copepodite von Calanus spp. trat regelmäßig im Winter/Frühjahr (Februar-Mai) vor
allem in der Bornholmsee auf (OMBMPK2), welches wahrscheinlich auf frühe Einstromereignisse im Februar/März in die Arkona und Bornholmsee zurückgeht. Funde an Calanus spp.
aus dem Gotlandbecken im März gehen jedoch schon auf einen früheren Einstrom zurück.
Weibchen der Art wurden als Calanus helgolandicus identifiziert. Centropages typicus und der
harpacticoide Copepode Longipedia spp. wurden in 2014 nicht beobachtet.

30
25

Anzahl taxa

20
15
10
OMBMPN3
OMBMPK8
OMBMPK2

5

OMBMPM2
OMBMPK5
OMBMPK1

OMBMPM1
OMBMPK4
OMBMPJ1

0
0

1

2

3

4

5

6

Monat

7

8

9

10

11

12

Abb. 29: Anzahl der in den verschiedenen Meeresgebieten beobachteten Taxa im Jahresverlauf
2014.
Wie schon im Vorjahren dominierten Bosmina spp. und Evadne nordmanni in der abundanten
Gruppe der Cladocera. Bosmina spp. war die bei weitem häufigste Gruppe und trat mit 3,3 -4,7
x 106 Individuen m-2 vor allem in der Arkona- und Bornholmsee (OMBMPK5 to OMBMPK2) auf. E.
nordmanni und Podon leuckartii wurden im gesamten Untersuchungsgebiet beobachtet, beide
Arten waren vor allem in der Arkonasee mit 2,0-4,1 x 105 Individuen m-2 häufig. Im Vergleich zu
den Vorjahren wurden größere Bestände an E. nordmanni schon im Mai in der westlichen

50
Ostsee beobachtet und nicht erst während des Spätsommers. P. leuckartii löste Podon
intermedius (max. 4,9 x 104 m-2) als dritthäufigste Art ab; nur in den östlichen Meeresgebieten
(OMBMPK2 to OMBMPJ1) war P. intermedius von größerer Bedeutung. Die seit 2012 erstmals
zusätzlich erfasste und im Vorjahr nur sporadisch gefundene Art Pleopsis polyphemoides trat
in 2014 regelmäßig und deutlich erhöhter Bestandsgröße vor allem in der westlichen Ostsee,
aber auch der Gotlandsee auf (0,9-1,4 x 104 m-2). Neben diesen Arten wurden in 2014 auch
Evadne spinifera (1387 Individuen m-2) und E. anonyx (87 Individuen m-2) in einzelnen Proben
aus der Kieler Bucht beobachtet. Evadne spinifera wird in der Ostsee eher selten angetroffen.
Die Art ist vor allem in Nordatlantik verbreitet und tritt auch in der nördlichen Nordsee und dem
Skagerrak auf (GIESKES 1971). Generell ist sie als wärmeliebende stenotherme Art
charakterisiert. Ihr Auftreten in der Kieler Bucht geht daher wahrscheinlich auf den Transport
salzreicheren Wassers aus dem Skagerrak in die Kieler Bucht zurück. Bei Evadne anonyx
handelt es sich um eine Neozoa-Art, die in die Ostsee eingeschleppt wurde (siehe unten).
Neben den Cladocera sind vor allem auch die Rotatoria Massenvorkommen charakterisiert. Die
Gattung Synchaeta tritt generell ganzjährig auf, dominierte das Plankton jedoch mit bis zu 2,2 x
106 Individuen m-2 vor allem im Mai in der Arkona-, der Bornholm und der Gotlandsee.
Verschieden Arten der Gattung Keratella sind generell von geringerer Bedeutung. Mit 1,8 x 106
Individuen m-2 wurde im August in der Gotlandsee jedoch ein Massenvorkommen registriert.
Neben dieser Gruppe wurden Copelata (Oikopleura, Fritellaria) sowie Larven der Bivalvia und
Gastropoda häufig beobachtet. Auffallend gering war die Konzentration an Larven benthischer
Echinodermata, die im Vorjahr noch regelmäßig auftraten. Chaetognatha wurden vereinzelt
zusammen mit Calanus spp. in den Wassermassen mit erhöhtem Salzgehalt gefunden.
Mit Evadne anonyx wurde in der Kieler Bucht eine für die Ostsee als invasive Arten geführte
Cladocere identifiziert (AquaNIS, www.corpi.ku.lt/databases/index.php/aquanis; NOBANIS,
http://www.nobanis.org/Search.asp). Das Vorkommen beschränkt sich bisher jedoch auf
einen Einzelfund im Mai 2014. Bei Evadne anonyx handelt es sich um eine kleine Cladocera-Art,
die hauptsächlich im Kaspischen Meer und Ästuaren des Schwarzen Meeres vorkommt. In der
Ostsee wurde sie erstmals im Golf von Finnland in 1999 und ein Jahr später im Golf von Riga
gefunden. Seitdem hat sich die Art weiter bis zur Arkonasee, dem Landorttief und der
Bothnischen See ausgebreitet (PÕLLUPÜÜ et al. 2008, KALAUS & OJAVEER 2014). Die Art wird als
stenotherm mit einer weiten Salztoleranz beschrieben (ALADIN 1995). An weiteren von dem in
der Online-Datenbank des Informationssystems als aquatische, nicht-einheimische
klassifizierte Arten trat im Untersuchungszeitraum, wie bereits oben aufgeführt, der Copepode
Acartia tonsa sehr häufig auf. Die Cladocere Cercopagis pengoi, die in 2013 vereinzelt
beobachtet wurde, wurde in 2014 wie auch Mnemiopsis leidyi oder Eurytemora carollleeae
nicht registriert.
4.2.2 Jahresgang in der Artenzusammensetzung
Obwohl die jeweiligen Stationen im Untersuchungsgebiet zum großen Teil auf Hin- und
Rückfahrt beprobt wurden, lässt die Analyse des gewonnenen Probenmaterials generell keine
detaillierten Rückschlüsse auf die Dynamik und die Sukzession des Zooplanktons im
Jahresgang zu. Insbesondere bei den Rotatoria und den Cladocera sind kurzlebige
Massenauftreten bekannt, die bei einer Anzahl von 5 Terminfahrten nur unvollständig erfasst
werden können.

51

Abb. 30: Jahresgang der Gesamtabundanz des Mesozooplanktons und des Beitrages an Meround Holoplankton in den verschiedenen Seegebieten in 2014.

52

Abb. 30: Fortsetzung.
Die Bewertung des Vorkommens und der Abundanz erfolgt daher - gerade im Hinblick auf die
langzeitliche Veränderung des Zooplanktons in der Ostsee – auf Basis der maximalen
beobachteten Abundanz.
Das Gesamtzooplankton wies die typische saisonale Entwicklung mit einem Winterminimum
und, mit Ausnahme der Gotlandsee, Maxima während des Sommers auf (Abb. 30). Die
Bestandsgröße lag in der Arkona- und der Bornholmsee (OMBMPK5 to OMBMPK2) über dem
Niveau des Vorjahres; in den weiteren Meeresgebieten war sie jedoch vergleichbar
Die charakteristischen, in östliche Richtung ansteigenden Konzentrationsmaxima gehen vor
allem auf Massenvorkommen der Cladocera in der Arkonasee und Bornholmsee zurück.
Aufgrund der geringen Frequenz der Probenahme während des Frühjahrs und des Sommers
sind diese Massenvorkommen im westlichen Teil des Untersuchungsgebietes aber
möglicherweise nicht vollständig erfasst.

53

Abb. 31: Jahresgang in den taxonomischen Großgruppen des Mesozooplanktons in den
verschiedenen Seegebieten.

54

Fig. 31: continued

Das Zooplankton war generell durch holoplanktische Taxa dominiert. Meroplankton trat im
Wesentlichen während des Frühjahrs und des Sommers in der westlichen Ostsee (OMBMPN3 to
OMBMPK4) durch Vorkommen an Polychaeten-, Bivalvia- und Gastropoden-Larven in
Erscheinung. Polychaeten-Larven, die vor allem im Frühjahr auftraten, waren in 2014 im
Vergleich zum Vorjahr nur von untergeordneter Bedeutung. In der Kieler Bucht wurden sie
jedoch schon im Februar und damit relativ früh beobachtet.
Die saisonale Entwicklung des Zooplanktons war in den westlichen Teilen des Untersuchungsgebietes wenig stark ausgebildet als im restlichen Teil der Ostsee (Abb. 31). Copepoden und
Bivalvia-Larven dominierten das Zooplankton in der Kieler und Mecklenburger Bucht
(OMBMPN3 to OMBMPM2, Abb. 31). Während Copepoden mit bis 7,3 x 105 Individuen m-2
während der gesamten produktiven Phase relativ häufig waren, wurden Larven vor allem
während des Sommers beobachtet (max. 3,4. x 105 Individuen m-2). Auffällig war auch ein
starkes Vorkommen von Tintinnida im Juli (1,2 x 105 Individuen m-2). Cladocera (hauptsächlich
Evadne nordmanni), Rotatoria und Copelata (hauptsächlich Fritellaria borealis) wurden im
östlichen Teil der Mecklenburger Bucht häufiger, die Bestandsgröße war jedoch generell
niedrig (< 1,0 x 105 Individuen m-2). In der Arkona- und Bornholmsee war der saisonale Anstieg

55
in der Konzentration des Zooplanktons stark ausgeprägt. Während die Bestände noch im März
durch geringe Vorkommen an Copepoden und Copelata dominierte wurden, nahm die
Bedeutung von Rotatorien und Cladocera im Frühjahr/Sommer sprunghaft zu (OMBMP-K5 to
OMBMPK2, Abb. 31). Hierfür waren Massenvorkommen von Synchaeta spp. (Rotatoria) und
Bosmina spp. (Cladocera) verantwortlich. Im Unterschied zum Vorjahr blieb das Vorkommen
der Rotatoria mit bis zu 1,7 x 106 Individuen m-2 hauptsächlich auf das Frühjahr beschränkt. Im
Mai waren auch Copelata mit der Art Fritellaria borealis häufig; ihre Bedeutung nahm in
östlicher Richtung zu. Die Bosmina spp. erreichte eine maximale Bestände von bis zu 3,5 – 4,7
x 106 Individuen m-2 während des Sommers. Dieses Vorkommen ist typisch für die Arkona- und
Bornholmsee und wird regelmäßig beobachtet. Bivalvia- und Gastropoden-Larven traten vor
allem im Sommer häufig auf. Die Zooplanktonentwicklung in der östlichen Ostsee folgte im
Wesentlichen dem Trend in der Arkona- und Bornholmsee, die Bedeutung der Cladocera nahm
aber wieder ab.

Abb. 32: Maximale Abundanz der Großgruppen des Mesozooplanktons in den verschiedenen
Seegebieten (a) und saisonale Variation der maximalen Abundanz im gesamten
Untersuchungsgebiet (b).

56

Abb. 33: Jahresgang der Abundanz und Zusammensetzung der juvenilen (links) und adulter
Copepoda (rechts) verschiedener Gattungen in den untersuchten Seegebieten.

57

Fig. 33: continued.

58

Fig. 33: continued

59

Abb. 34: Maximale Abundanz adulter calanoiden und cyclopoiden Copepoden-Taxa in den
verschiedenen Seegebieten (a) und saisonale Variation der maximalen Abundanz im gesamten
Untersuchungsgebiet (b).
In Bezug auf die maximale Abundanz der verschiedenen Großgruppen in den Seegebieten
ergaben sich nur unwesentliche Unterschiede zum Vorjahr (Abb. 32 a). Während Cladocera und
Rotatoria in der Mecklenburger Bucht geringe Bedeutungen hatten und von den Copepoden als
dominante Gruppe abgelöst wurden (OMBMPM2, OMBMPM1), nahmen ihre maximalen
Konzentrationen vor allem in der Arkona- und Bornholmsee zu (OMBMPK5, OMBMPK2). In der
saisonalen Entwicklung zeigt das Zooplankton im Untersuchungsgebiet eine Sukzession von
einer durch Copepoden und Polychaeten-Larven dominierten Gemeinschaft im Winter zu einer
im Frühjahr/Sommer durch Rotatoria, Copepoden und Cladocera dominierten Gemeinschaft
(Abb. 32 b).

60

Wie schon im Vorjahr dominierte der cyclopoide Copepode Oithona similis und Vertreter der
calanoiden Copepoda-Gattung Pseudo-/Paracalanus die ökologische wichtige Gruppe der
Copepoda in der Kieler und Mecklenburger Bucht (OMBMPN3, OMBMPM2, OMBMPM1; Abb.
33). Als regelmäßig auftretende und daher typische Besonderheit der Kieler Bucht wurde auch
in 2014 ein erhöhtes Vorkommen beider Gruppen schon im Winter beobachtet. Im Gegensatz
zum Vorjahr wurden die Adulten der Gattung Pseudo/Paracalanus in 2014 durch die Art
Paracalanus parvus und nicht durch Pseudocalanus spp. dominiert.
In der Mecklenburger Bucht war auch Centropages hamatus während des Sommers
ungewöhnlich häufig (OMBMPM2 and OMBMPM1). Andere Gattungen/Arten spielten nur eine
unbedeutende Rolle, die Abundanz lag generell auf dem Niveau des Vorjahres. Im Gegensatz
hierzu lag die Konzentration der Copepoden in der Arkona und der Bornholmsee zum Teil
deutlich über den Ergebnissen des Vorjahres (OMBMPK5 to OMBMPK2; Abb. 33). Dieser Anstieg
geht vor allem auf ein vermehrtes Auftreten von Temora longicornis und Centropages hamatus
während des Sommers zurück, in dem durchschnittlich bis zu 3,8-6,6 x 105 Individuen m-2 bei
den Copepoditen und 1,2-2,3 x 105 Individuen m-2 bei den Adulten beobachtet wurden.
In der Bornholmsee wurde die Gattung Pseudo/Paracalanus wieder häufiger. Die Bestände der
verschiedenen Copepoden-Arten nahmen zur Gotlandsee hin wieder auf Vorjahrsniveau ab.
Zusammenfassend war in 2014 vor allem ein Anstieg in der Beständen der Copepoda in der
Arkona- und der Bornholmsee auffällig, der mit Verschiebung in der Zusammensetzung der
dominierenden Arten von Acartia bifilosa, Acartia longiremis und Oithona similis zu Temora
longicornis, Centropages hamatus und Acartia longiremis einherging (Abb. 34 a). Saisonal
zeigte sich in der maximalen Abundanz der Adulten eine deutliche Suksession (Abb. 34 b).
Oithona similis und Paracalanus parvus dominierten vor allem im Winter und Frühjahr,
während Temora longicornis, Centropages hamatus, Acartia longiremis und Acartia bifilosa
vermehrt im Sommer zusammen mit Oithona similis auftraten (Abb. 34 b).
In der langzeitlichen Entwicklung blieb das Gesamtzooplanktons trotz der in der Arkonasee
beobachteten erhöhten Zooplanktonkonzentration auf einem wie in den Vorjahren niedrigen
Niveau (Abb. 35 a). Vor allem bei den sehr häufigen Rotatoria und Cladocera blieb die
maximale Konzentration deutlich unterhalb der in den Jahren 199-2006 beobachteten Werte;
mit 1,9 x 105 Individuen m-3 liegt die Gesamtabundanz des Zooplanktons im Jahre 2014
wiederum deutlich unterhalb des langjährigen Mittels von 3,9 x 105 Individuen m-3. Auch bei
den calanoiden Copepoden ist nur eine leichte Erholung zu verzeichnen, die Bestände der
meisten ökologisch wichtigen Arten wie Temora longicornis, Acartia bifilosa/longiremis oder
Pseudocalanus spp. blieben mit maximal 1,4 x 104 Individuen m-3 auch in 2014 unterhalb des
langjährigen Mittels von 2,49 x 104 Individuen m-3 (Abb. 35 b).

61

Abb. 35: Langzeitlicher Verlauf der Abundanzmaxima von a) fünf holoplanktischen Taxa
(Rotatoria, Cladocera, Cyclopoida, Calanoida, Copelata) und drei meroplanktischen Taxa
(Polychaeta, Bivalvia, Gastropoda) und b) sieben verschiedenen Arten innerhalb der
calanoiden Copepoden im Zeitraum 1991-2014.

62

4.3

Makrozoobenthos

4.3.1 Sedimente und Sauerstoff
An den 8 Monitoringstationen wurden Sedimentproben aus einem separaten van-Veen-Greifer
zur Analyse der Korngröße und des organischen Gehaltes genommen. Außerdem wurden
Begleitparameter wie Sauerstoffgehalt und Salzgehalt im bodennahen Wasser mit der CTD
bestimmt (Tab. 7).
Tab. 7
Abiotische Parameter an den 8 Monitoringstationen im Herbst 2014 (Org=Organischer Gehalt
im Sediment in %, KG=mittlere Korngröße in µm, O2=Sauerstoffgehalt im bodennahen Wasser
in ml/l, S=bodennaher Salzgehalt in psu).
Station
OMBMPN3
OMBMPN1
OMBMPM2
OM18
OMBMPK8
OMBMPK4
OMBMPK3
OM160

Org
(%)
1,18
2,56
9,96
1,67
0,30
10,83
0,63
0,49

KG
(µm)
174
128
19
86
226
18
215
160

O2
(mg/l)
4,45
4,1
4,32
0,1
6,88
4,77
4,91
1,92

S
(psu)
24,2
25,1
23,5
22,7
8,3
22,1
14,4
12,5

Sedimentansprache an Bord
Sand mit Schlickanteil
Schlick mit Feinsand
Schlick
Schlick mit Feinsand
Feinsand
Schlick
Mergel mit Feinsandauflage
Feinsand

Am Tag der Probenahme wurde an der Station OM18 sehr geringe Sauerstoffgehalte im
bodennahen Wasser gemessen. Mit 0,1 mg/l lagen sie deutlich unter den für
makrozobenthischen Arten angenommenen „Grenzwert“ von 2 mg/l und waren die geringsten
Konzentrationen, die wir je an der Station im Herbst gemessen haben. Auch die Werte auf der
Oderbank, ein normalerweise gut durchlüfteter Wasserkörper, zeigte mit 1,92 mg/l Defizite. An
den anderen Stationen wurden keine erniedrigten Sauerstoffwerte festgestellt, jedoch kann
man anhand der geringeren Besiedlung erkennen, dass vorab in der Mecklenburger Bucht
(OMBMPM2) ebenfalls Sauerstoffmangel geherrscht haben muss. Der in Kap. 3 berichtete
Einstrom von sauerstoffreichem Tiefenwasser hat sich auf die flachen Stationen offensichtlich
nicht ausgewirkt.
4.3.2 Makrozoobenthos an den Stationen
Im November 2014 wurden an 8 Stationen je 3 Proben mit einem van-Veen-Greifer genommen
und auf Makrozoobenthos untersucht. Zusätzlich kam an allen Stationen eine Dredge zum
Einsatz, um die selteneren und vagilen Arten zu erfassen. Mit 117 lag die Artenzahl im Vergleich
zu den Jahren 1991 bis 2014 im Durchschnitt (Tab. A4, Abb. 36). Die Station OMBMPN3 in der
Kieler Bucht stellte sich erwartungsgemäß als die artenreichste im gesamten
Untersuchungsgebiet heraus. 69 Taxa konnten dort nachgewiesen werden. Die Stationen in der
Mecklenburger Bucht (OMBMPM2 und OM18) zeigten einen deutlichen Artenschwund im
Vergleich zum langjährigen Mittel, was auf vorhergehenden bzw. andauernden
Sauerstoffmangel zurückzuführen war (siehe oben).

63
100

Abweichung vom langjährigen Median (Min/Max)

Artenzahl

80
60
40
20
0
N3

N1

M2

OM18

K8

K4

K3

OM160

Abb. 36: Artenzahlen (Säulen) des Makrozoobenthos an 8 Monitoring-Stationen im November
2014. Die Medianwerte der Jahre 1991 bis 2014 sind als Punkte und die Minimal- und
Maximalwerte als Intervall dargestellt. Die Stationen sind von West (Kieler Bucht = OMBMPN3)
nach Ost (Pommernbucht = OM160) aufgetragen.

Vergleicht man die langjährigen Medianwerte der beobachteten Artenzahl an den anderen
Stationen, so stellt man fest, dass die aktuellen Werte im langjährigen Durchschnitt lagen
(Abb. 36). Nur in der Arkonasee (OMBMPK4), einer Station im zentralen Becken in einer
Wassertiefe von ca. 45 m, war eine Erhöhung der Artenzahl zu beobachten. 24 Taxa wurden hier
nachgewiesen. Ein ähnlich hoher Wert wurde in den über 30 Jahren Monitoring (seit 1981 liegen
jährliche Daten vor) nur im Jahr 2003 nachgewiesen. Der ebenfalls hohe Salzgehalt von 22,1
psu (Tab. 4) bestätigt, dass zuvor Salzwassereinstrom stattgefunden hat (vgl. Kap. 3), der auch
marine Arten mitgebracht hat. So tauchten einige euhaline Arten entweder erstmalig oder nach
langer Zeit mal wieder an dieser Station auf. Dazu gehörten die Kleine Pfeffermuschel Abra
alba, die Körbchenmuschel Corbula gibba, der Polychaet Nephtys caeca und der
Schlangenstern Ophiura albida.

64

Anzahl der Taxa

100

Gesamt
2014

80

117 im Jahr 2014
249 Arten insgesamt

60

40

20

Ascidiacea

Echinodermata

Bryozoa

Pycnogonida

Insecta

Arachnida

Crustacea

Annelida

Mollusca

Phoronida

Nemertea

Plathelminthes

Priapulida

Entoprocta

Cnidaria

Porifera

0

Abb. 37: Taxonomische Aufschlüsselung aller Makrozoobenthos-Vertreter, die während des
Monitorings im November 2014 an den 8 Stationen gefunden wurden. Zusätzlich ist die
Gesamtartenzahl für den Zeitraum 1991 bis 2014 angegeben.

In der Abb. 37 sind sowohl die Taxa erfasst, die 2014 an den 8 Stationen gefunden wurden als
auch die in den seit 1991 durchgeführten Untersuchungen insgesamt gefundenen Arten. Als
artenreichste Gruppen (nicht nur 2014) stellten sich die Annelida (Polychaeta und Oligochaeta)
mit 97 Arten heraus. 2014 wurden 45 Arten identifiziert. Weitere artenreiche Gruppen im Jahr
2014 waren die Mollusca (29), Crustacea (19) und Bryozoa (6).
Die Abundanzen variierten je nach Seegebiet zwischen 183 (Mecklenburger Bucht) und 10.899
Ind./m² (Kieler Bucht) (Abb. 38, Tab. A4). In der Kieler Bucht lagen die Dichten damit deutlich
über dem langjährigen Mittel (Abb. 38). Im Vergleich zu den Vorjahren wurden an der Station im
Fehmarnbelt (OMBMPN1), in der zentralen Pommernbucht (OM160) und in der zentralen
Arkonasee (OMBMPK4) durchschnittliche Werte beobachtet. An den anderen Stationen war die
Abundanz zum Teil unverkennbar erniedrigt.
Welche Art in den Seegebieten jeweils dominant war, variierte sehr stark und hängt im
Wesentlichen vom vorherrschenden Salzgehalt und dem Substrat ab. Während in der Kieler
Bucht (OMBMPN3) und im Fehmarnbelt (OMBMPN1) die Muscheln Abra alba, Arctica islandica,
Corbula gibba und Kurtiella bidentata über 40 % der Dichte ausmachten (Lagis koreni und
Ophiura albida traten mit bis zu 10 % subdominant auf), war in der Pommernbucht (OM160)
allein die Schnecke Peringia ulvae (70 %) für die hohen Abundanzen verantwortlich.

65

Abweichung vom langjährigen Median

16000

Abundanz (Ind./m²)

14000

12000
10000
8000
6000
4000
2000
0
N3

N1

M2

OM18

K8

K4

K3

OM160

Abb. 38: Gesamtabundanzen (Säulen) des Makrozoobenthos an 8 Monitoring-Stationen im
November 2014. Die Medianwerte der Jahre 1991 bis 2014 sind als Punkte und die Minimal- und
Maximalwerte als Intervall dargestellt.

Die Dichte in der Mecklenburger Bucht (OMBMPM2) dominierten der Cumacee Diastylis rathkei
mit 64 % und die Islandmuschel Arctica islandica (19 %). In der südlichen Mecklenburger Bucht
(OM18) waren es der Cumacee Diastylis rathkei (25 %), die Islandmuschel Arctica islandica (20
%) und die Körbchenmuschel Corbula gibba (12 %). An der Darßer Schwelle (OMBMPK8) traten
die Polychaeten Pygospio elegans (23 %) und Scoloplos armiger (21 %) sowie die
Wattschnecke Peringia ulvae (19 %) dominant auf. In der zentralen Arkonasee (OMBMPK4)
dominierte mit 66 % der Polychaet Scoloplos armiger und mit 24 % der Amphipode
Pontoporeia femorata. Die Individuendichte in der nördlichen Pommernbucht (OMBMPK3)
wurde im Wesentlichen von der Baltischen Plattmuschel Macoma balthica (51 %) und vom
Polychaeten Pygospio elegans (37 %) beherrscht.
Die größten Biomassen wurden an den Stationen in der Kieler Bucht (OMBMPN3) beobachtet
(Abb. 39). 75 g AFTM/m² wurden festgestellt, wovon Astarte borealis 41 % und Arctica islandica
44 % ausmachten. In den Dredge-Fängen tauchten daneben auch noch vermehrt Stachelhäuter
(Asterias rubens, Ophiura albida) und Großschnecken (Neptunea antiqua) auf (Abb. 40), die
allerdings in den quantitativen Proben der Greifer unterrepräsentiert waren. Im Fehmarnbelt
(OMBMPN1) sowie in der Mecklenburger Bucht (OMBMPM2 und OM18) war die Biomasse zu 9399 % von der Islandmuschel bestimmt. Dort wurden Gesamtwerte zwischen 11 und 54 g
AFTM/m² erreicht. An der Darßer Schwelle (OMBMPK8) wurde die Biomasse (9,5 g AFTM/m²)
durch die Muscheln Astarte borealis (55 %) und Macoma balthica (12 %) dominiert. In der
Arkonasee (OMBMPK4) stellten Macoma balthica 74 % und Nephtys hombergii 13 % der
Biomasse (1,7 g AFTM/m²). In der nördlichen Pommernbucht (OMBMPK3) wurden 4,7 g
Gesamtbiomasse gemessen, wovon Macoma balthica 90 % ausmachte. Weiter östlich in der
zentralen Pommernbucht (OM160) (3,8 g AFTM/m²) spielten dann hauptsächlich Mya arenaria
(22 %), Peringia ulvae (27 %) und die beiden Polychaeten Hediste diversicolor (19 %) und
Marenzelleria viridis (14 %) eine Rolle.

Biomasse AFTG (g/m²)

66
220
200
180
160
140
120
100
80
60
40
20
0

Abweichung vom langjährigen Median
(Min/Max)

N3

N1

M2

OM18

K8

K4

K3

OM160

Abb. 39: Geamtbiomassen (Säulen) des Makrozoobenthos an 8 Monitoring-Stationen im
November 2014. Die Medianwerte der Jahre 1991 bis 2014 sind als Punkte und die Minimal- und
Maximalwerte als Intervall dargestellt.

Abb. 40: In der Kieler Bucht (OMBMPN3) dominierten Islandmuscheln (Arctica islandica) und
Schlangensterne (Ophiura albida) das Bild in der Dredge. Auch Großschnecken (Neptunea
antiqua) wurden festgestellt.

67
Die Auswertung der Langzeitdaten ergab sowohl bei der Abundanz als auch bei der Biomasse
zum Teil erhebliche Schwankungen, die als Abweichungsbalken (Min/Max) in den Abb. 38 und
39 dargestellt sind. Das hat im Wesentlichen mit der Populationsdynamik von langlebigen
Arten (meistens Muscheln) zu tun. Auch das Einbrechen nach Sauerstoffmangel hat einen
Einfluss. Nicht zuletzt sind aber auch die Zufälligkeit der Probennahme und die geklumpte
Verteilung der Organismen dafür verantwortlich.

350

Gesamt-Artenzahl aller Stationen

300
250

K3 keine Daten

4.3.3 Langfristiger Trend
Längerfristige Darstellungen (seit 1991) sind den Berichten der letzten Jahre zu entnehmen
(siehe WASMUND et al. 2014). Die Auswirkungen von Sauerstoffmangel auf die
Ökosystemfunktion und die zeitlichen sowie räumlichen Veränderungen an ausgewählten
Monitoringstationen wurden in GOGINA et al. (2014) publiziert. Um die Vergleichbarkeit so groß
wie möglich zu halten, wurden bei der Auswertung der langfristigen Trends nur die letzten 9
Jahre (2006 bis 2014) herangezogen. Zum einen wurden in diesen 9 Jahren 8 Stationen jeweils
im Herbst beprobt und zum anderen kamen bei allen 8 Stationen jeweils 3 Greifer und 1 Dredge
zum Einsatz. Somit ist die Basis aus Sicht der Stationsauswertung identisch. In der Abb. 41
sind die relativen Artenzahlen (die absoluten Werte sind den Vorjahresberichten bzw. dem
Anhang Tab. A4 zu entnehmen) dargestellt. Erwartungsgemäß nimmt die Artenvielfalt von West
(Kieler Bucht OMBMPN3) nach Ost (Pommernbucht OM160) ab. Nur die Station OMBMPN1
(Fehmarnbelt) zeichnete sich durch drastischen Artenschwund bedingt durch Sauerstoffmangel
in diesem Zeitraum aus. In den Jahren 2008 und 2010 sind jeweils bis zu 50 % weniger Arten
als in den benachbarten Jahren gefunden worden. In diesem Jahr wurde ähnliches erstmals an
der Station OM18 gefunden. Die Artenvielfalt ist mehr als halbiert worden. Alle anderen
Stationen weisen relativ stabile Diversitätsverhältnisse auf.

OM160
K3
K4

200

K8

150

OM18

100

M2

50

N1

0

N3
2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014

Abb. 41: Artenzahl des Makrozoobenthos an 8 Monitoring-Stationen der Jahre 2006 bis 2014.
Die Stationen sind von West (Kieler Bucht=OMBMPN3) nach Ost (Pommernbucht=OM160)
aufgetragen.

68

Gesamt-Abundanz aller Stationen (Ind./m²)

45000
40000
35000
30000

K3 keine Daten

Bei der Abundanz stellt sich die Situation ganz anders dar (Abb. 42). Sowohl die westlichste
(Kieler Bucht OMBMPN3) als auch die östlichste Station (Pommernbucht OM160) zeichnen sich
durch hohe bis sehr hohe Abundanzen aus (wie bereits ausgeführt). Die Variationen sind
jedoch teilweise erheblich. In manchen Jahren liegen die Werte mehr als 50 % unter den Werten
der anderen Jahre, z.B. 2007 und 2008 an der Station OMBMPN3 und 2010 und 2014 an der
Station OM160. Auch an den anderen Stationen sind zum Teil erhebliche Variationen
vorhanden, diese spielen sich jedoch auf erheblich niedrigeren Absolutwerten ab. Im
Fehmarnbelt (OMBMPN1) sind in den Jahren 2008 und 2010 die Abundanzen durch
Sauerstoffmangel drastisch gesunken (siehe auch obige Ausführungen zur Artenzahl). Die
Mecklenburger Bucht (OMBMPM2) war davon nur im Jahre 2008 und 2014 betroffen. An der
Station OM18 wurde dieses Jahr erstmals so ein Dichteschwund beobachtet.

25000

OM160
K3
K4
K8

20000

OM18

15000

M2

10000
5000

N1

0

N3
2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014

Abb. 42: Abundanz des Makrozoobenthos an 8 Monitoring-Stationen der Jahre 2006 bis 2014.
Die Stationen sind von West (Kieler Bucht=OMBMPN3) nach Ost (Pommernbucht=OM160)
aufgetragen.

In der Abb. 43 ist der langfristige Trend der Biomasse dargestellt. Es wird deutlich, dass a) die
jeweils größten Werte im Westen (Kieler Bucht OMBMPN3 und Fehmarnbelt OMBMPN1) gefolgt
von der der südlichen Mecklenburger Bucht (OM18) festgestellt wurden und dass b) die
Biomasse nicht so stark von Einflüssen betroffen ist wie die beiden vorangegangenen
Parameter Artenzahl und Abundanz. Die Variationen sind zum Teil ebenfalls erheblich; wir
konnten jedoch zu keiner Zeit einen sogenannten Einbruch beobachten, wie er beispielsweise
durch Sauerstoffmangel im Fehmarnbelt (OMBMPN1) in den Jahren 2008 und 2010 und bei der
Mecklenburger Bucht (OMBMPM2, OM18 in 2014) bei den Artenzahlen und der Dichte
beobachtet wurde. Insgesamt war die 2014 festgestellt Gesamtbiomasse relativ niedrig.

350
300

K3 keine Daten

Gesamt-Biomasse aller Stationen (g AFTG/m²)

69

250

OM160
K3
K4

200

K8

150

OM18

100

M2

50

N1
N3

0

2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Abb. 43: Biomasse des Makrozoobenthos an 8 Monitoring-Stationen der Jahre 2006 bis 2014.
Die Stationen sind von West (Kieler Bucht=OMBMPN3) nach Ost (Pommernbucht=OM160)
aufgetragen.

4.3.4 Rote Liste
Grundlage für dieses Unterkapitel ist die jüngst erschienene Rote Liste der bodenlebenden
wirbellosen Meerestiere von RACHOR et al. (2014). Von insgesamt 117 Arten gehören 17 einer
Gefährdungskategorie (1, 2, 3, G) an (Abb. 44). Weiterhin befinden sich 5 Arten in der
Vorwarnliste. Für 61 Arten wird derzeit keine Gefährdung angenommen. Die Datenlage für 18
Arten ist defizitär und 16 Taxa wurden in der Roten Liste nicht bewertet.
Die vom Aussterben bedrohte Kalk-Plattmuschel Macoma calcarea wurde wie in den Vorjahren
in der Kieler Bucht (OMBMPN3) in geringen Dichten (50 Ind./m²) nachgewiesen. In der
südlichen Mecklenburger Bucht (OM18) gelang mit der Dredge ebenfalls ein Nachweis. Hier
wird die Art seit Beginn des Monitorings sporadisch nachgewiesen. Die Arten der
Gefährdungskategorie 2 (stark gefährdet) wurden ebenfalls an der westlichsten Station
(OMBMPN3) gefunden. Dazu gehören die Wellhornschnecke Buccinum undatum und die
Abgestutzte Klaffmuschel Mya truncata. Die Islandmuschel Arctica islandica, Kategorie 3
(gefährdet), wurden an allen westlichen Stationen (OMBMPN3, OMBMPN1, OMBMPM2, OM18)
in unterschiedlichen Dichten beobachtet.
Die Kategorie G (Gefährdung anzunehmen) beinhaltet Arten, für die nach derzeitigem
Kenntnisstand keine genaue Zuordnung zu eine der o.g. Kategorien (1, 2 oder 3) erfolgen kann,
jedoch eine Gefährdung als sicher gilt. Demzufolge wird eine Gefährdung ohne Einstufung
deklariert. Die während der vorliegenden Studie nachgewiesenen 11 Arten verteilen sich auf
fast alle Seegebiete. 10 Arten in der Kieler Bucht (OMBMPN3), 3 Arten im Fehmarnbelt
(OMBMPN1), 2 Arten an der Darßer Schwelle (OMBMPK8) und je 1 Art in der Mecklenburger
Bucht (OM18) bzw. Arkonasee (OMBMPK4).

70
Seit letztem Jahr gibt es auch eine Rote Liste der gesamten Ostsee, die durch ein Expertenteam
der HELCOM erarbeitet wurde (KONTULA et al. 2014). Demnach sind zwei in dieser Studie
angetroffenen Arten dort aufgelistet. Dazu gehören die schon genannten Arten KalkPlattmuschel (Macoma calcarea), die als VU (=vulnarable) eingestuft wurde und die
Abgestutzte Klaffmuschel (Mya truncata), die als NT (=near threatened) kategorisiert wurde.

Rote Liste 2014

1
16

2

3
11
5

0

18

61

1

2

3

G

V

R

ug

D

nb

Abb. 44: Anteil der Gefährdungskategorien der Roten Liste (RACHOR et al. 2014) des
Makrozoobenthos im Herbst 2014 (1=vom Aussterben bedroht, 2=stark gefährdet,
3=gefährdet, G=Gefährdung anzunehmen, V=Vorwarnliste, R=extrem selten, UG =ungefährdet,
D=Daten defizitär, nb=nicht bewertet).

Abb. 45: Musculus niger (links) und Musculus subpictus (rechts): Muschelarten, die in der
Roten Listen Deutschlands als „G“ eingestuft sind. Die abgebildeten Exemplare stammen aus
dem Eingangsbereich des Fehmarnbelts.

71

4.3.5 Neozoen
Neozoen spielen offensichtlich in der offenen Ostsee kaum eine Rolle (s.a. ZETTLER et al. 2014).
Lediglich 4 Arten wurden an den 8 Monitoringstationen 2014 nachgewiesen. Davon sind die
Seepocke Amphibalanus improvisus und die Sandklaffmuschel Mya arenaria auf Grund ihrer
schon sehr langen Anwesenheit im Ostseeraum kaum noch als Neozoen zu bezeichnen. Seit
den 1980er bzw. 1990er Jahren sind zwei aus Nordamerika stammenden Polychaetenarten der
Gattung Marenzelleria vorhanden. Während M. neglecta hauptsächlich in den inneren
Küstengewässern zu finden ist und hier zum Teil erhebliche Abundanzen erreichen kann, findet
M. viridis eher im offshore Bereich geeignete Lebensbedingungen. In der vorliegenden Studie
wurde M. viridis in geringen Dichten (7 Ind./m²) an der Darßer Schwelle (OMBMPK8)
festgestellt. In der nördlichen Pommernbucht (OMBMPK3) wurden 37 Ind./m² und in der
zentralen Pommernbucht (OM160) 280 Ind./m² festgestellt. M. neglecta konnte während des
Untersuchungsjahres 2014 auf der Oderbank (OM160) ebenfalls nachgewiesen werden (10
Ind./m²). Mytilopsis leucophaeata wurde im Gegensatz zum letzten Jahr nicht wieder gefunden.
Wie schon im Vorjahr vermutet (WASMUND et al. 2014), wird sich die Art sehr wahrscheinlich dort
nicht etablieren können.

Zusammenfassung
Im Rahmen des vom BSH finanzierten deutschen Beitrags zum HELCOM-Monitorings wurden
Daten über die Artenzusammensetzung und Biomasse bzw. Abundanz des Phyto- und
Zooplanktons sowie des Makrozoobenthos des Jahres 2014 in der Kieler Bucht, Mecklenburger
Bucht (einschl. Lübecker Bucht) und Arkonasee (Abb. 1) gewonnen. Die Einbindung in die seit
1979 kontinuierlich weitergeführten Datenreihen soll Aussagen zu eventuellen Trends
ermöglichen. Daten von Sinkstoff-Fallen aus der Arkonasee und von Satelliten vervollständigen
saisonale Angaben zur Phytoplanktondynamik. Die allgemeine Probenstatistik ist in Tab. 1 und
eine spezielle Statistik der Zooplankton-Hols in Tab. 2 sowie der Zoobenthosbeprobung in Tab.
3 gezeigt.
Phytoplankton
Quantitative Informationen über die Artenzusammensetzung und Sukzession des
Phytoplanktons wurden aus Wasserproben gewonnen, die auf den Schiffsexpeditionen
genommen wurden und mikroskopisch analysiert wurden. Wir konzentrieren uns primär auf die
Mischproben aus 0-10 m Tiefe. Die wegen der relativ geringen Probenfrequenz bestehenden
Kenntnislücken beim aktuellen Jahresverlauf der Phytoplanktonentwicklung konnten wir für die
Mecklenburger Bucht durch zusätzliche Informationen aus dem Küstenmonitoring des IOW vor
Heiligendamm schließen. Die Daten des Küstenmonitorings sind auf der Homepage des IOW
unter http://www.io-warnemuende.de/algenblueten-vor-heiligendamm-2014.html einzusehen.
Die 10 wichtigsten Phytoplankton-Taxa (nach Biomasse) aus den Oberflächenproben von den 5
Monitoringfahrten sind für die einzelnen Stationen und Jahreszeiten in Tab. A1 (Anhang)
zusammengestellt, sortiert nach ihrem prozentualen Anteil an der Gesamt-Biomasse der
Station und Jahreszeit. Die komplette Phytoplankton-Artenliste (alle Tiefen) des Jahres 2014,
aufgeschlüsselt nach den einzelnen Monitoringfahrten, ist in Tab. A2 zu finden. Die Rangfolge

72
der Taxa nach ihrer Biomasse, gemittelt über alle Stationen und Monitoringfahrten des Jahres
2014, ist ebenfalls angegeben.
Aus unseren langjährigen Datenreihen wissen wir, dass im Untersuchungsgebiet jährlich drei
markante Blüten (Frühjahrsblüte, Sommerblüte, Herbstblüte) vorkommen, die oft noch in
Phasen unterschiedlicher Artensukzession unterteilt werden können.
Frühjahrsblüte: Die Phytoplankton-Biomasse war im Februar 2014 noch gering außer an Station
OMBMPN3, wo hohe Biomassen von Ceratium tripos auftraten, die sich, wie auch in der
Mecklenburger Bucht, bis zum März hielten oder erstaunlicherweise sogar noch zunahmen
(Abb. 6a, 10 a). Aus anderen Quellen (Küstenstation Heiligendamm, Nährstoffdaten nach Tab.
5, CO2-Partialdruck) war zu schließen, dass die Frühjahrsblüte in der Mecklenburger Bucht etwa
vom 20.2. bis 19.3.2014 (also deutlich früher als in 2013) stattgefunden haben muß. Deshalb
konnte sie mit der März-Beprobung nicht erfasst werden, aber es kamen noch Rhizosolenia
setigera und Skeletonema marinoi in relativ hohen Biomassen vor. Erstaunlich ist die starke
Ansammlung von Coscinodiscus concinnus in tieferen Wasserschichten an einigen Stationen,
an der Station OMBMPM2 am 13.2.2014 aber in der oberen Wasserschicht (Abb. 6a, c). Nach
dem Niedergang der Kieselalgen (auch durch Parasitenbefall, Abb. 6d) und von Ceratium tripos
trat zum 30.4./1.5.2014 Dictyocha speculum als fast reine Spätfrühjahrsblüte auf (Fig. 6g, 8,
13c). Es ist in Abb. 8 unter den Chrysophyceen erfasst. So stark war es lange nicht mehr
präsent. Nach der starken Aufzehrung der Nährstoffe (in der Kieler Bucht zuerst der Phosphor!)
durch die Frühjahrsblüte stiegen die Silikatkonzentrationen plötzlich zum Mai wieder stark an;
trotzdem kam Dictyocha speculum meistens in seiner nackten Form ohne das typische
Kieselskelett vor (Abb. 6 e-g).
Die Arkonasee unterscheidet sich bezüglich der Phytoplanktonentwicklung von der westlichen
Ostsee deutlich. Hier war die Frühjahrsblüte während der Monitoringfahrt Mitte März 2014 noch
voll entwickelt (Skeletonema costatum =Abb. 13 b, Thalassiosira spp., Chaetoceros cf.
wighamii). Dictyocha speculum trat in der Arkonasee nicht auf, aber ab Mitte März hatte sich
Mesodinium rubrum als Beimischung zur Kieselalgenblüte entwickelt, und es wurde nach dem
Zusammenbruch der Kieselalgen Anfang Mai 2014 zur dominanten Art (in Abb. 8-10 als
„Ciliophora (mixotr.)“, Abb. 14 a).
Die im Jahr 2011 dominierende für die westliche Ostsee ungewöhnliche Kieselalge Achnanthes
taeniata sowie der im Frühjahr 2011 dominierende neu erfasste Dinoflagellat Peridiniella danica
waren im Jahre 2014 wieder relativ bedeutungslos. Die dominierende Kieselalge Mitte März
2014 in der Mecklenburger Bucht und der Arkonasee war wie gewöhnlich Skeletonema marinoi.
Dictyocha speculum war deutlich stärker als in den beiden Vorjahren vertreten.
Anfang Mai hatten sich in der Bornholmsee und in der östlichen Gotlandsee eine kräftige
Blüten entwickelt, die deutlich von Mesodinium rubrum dominiert wurden (Abb. 10).
Sommerblüte: Die Sommerbeprobung beruht auf nur einer Fahrt und kann die große Vielfalt der
Phytoplanktongemeinschaft nur unzureichend widerspiegeln. In der Kieler, Lübecker und
zentralen Mecklenburger Bucht konnte eine Sommer-Kieselalgenblüte registriert werden (Abb.
8 a-c), die hauptsächlich aus Dactyliosolen fragilissimus bestand, begleitet von dem
bemerkenswerten Dinoflagellaten Alexandrium pseudogonyaulax (Abb. 11 b, 14 b, 14c). Letztere

73
Art wurde im Jahre 2010 erstmals von uns nachgewiesen und zeigt einen zunehmenden Trend.
Bereits im Sommer beginnen die im Herbst blütenbildenden Ceratium-Arten und Coscinodiscus
granii ihre Entwicklung. Die stickstoff-fixierenden Cyanobakterien Aphanizomenon sp. und
Nodularia spumigena waren zur Zeit der Terminfahrt (Ende Juli) in der westlichen Ostsee nur
schwach entwickelt, in der östlichen Gotlandsee stellenweise aber blütenbildend (Abb. 7).
Herbstblüte:
Die Herbstblüte wurde in der westlichen Ostsee (Kieler, Lübecker und Mecklenburger Bucht)
von Ceratium-Arten dominiert (Abb. 12 a, 15 a), erstaunlicherweise nicht vom üblichen Ceratium
tripos, sondern von C. fusus. Bedeutend war auch der sonst seltenere Dinoflagellat Polykrikos
schwartzii. Zum 17.11.2014 war Ceratium tripos an Station OMBMPM2 deutlich
zurückgegangen.
In östliche Richtung nehmen Ceratium spp. ab und Kieselalgen üblicherweise zu.
Dementsprechend finden wir an der Darßer Schwelle (Stat. OMBMPM1) und in der Arkonasee
keine Dinoflagellatenblüten mehr, sondern Kieselalgenblüten. Die wichtigsten Vertreten waren
Coscinodiscus granii und Cerataulina pelagica (Abb. 12 d, e), wobei der Anteil von
Coscinodiscus granii in östliche Richtung normalerweise zunimmt und der von Cerataulina
pelagica in östliche Richtung abnimmt. In den Tiefenproben kam, wie schon in 2012,
Coscinodiscus radiatus in einigen Exemplaren vor. In der Bornholmsee fanden wir eine fast
reine Blüte von Coscinodiscus granii vor, in schwächerer Ausprägung auch in der östlichen
Gotlandsee.
Besonders hervorzuheben sind die in der Lübecker und Mecklenburger Bucht im November
2014 gefundenen marinen Arten Noctiluca scintillans (Abb. 12 b) und Spatulodinium
pseudonoctiluca (Abb. 12 c). Sie zeigen einen Einstrom von Nordseewasser an. Das ist umso
bedeutsamer, da sie ein Anzeiger dafür sind, dass offensichtlich schon vor dem großen
Einstromereignis vom Dezember 2014 verschiedene kleinere Einströme stattfanden.
Chlorophyll: Die Chlorophyll a-Konzentrationen sind der Tab. 6 zu entnehmen. Das JahresMaximum der Chlorophyll a-Konzentration (10,35 mg m-3) wurde wie üblich zu Zeiten der
Frühjahrsblüte gefunden, die wir Mitte März in der Arkonasee angetroffen haben. In der
westlichen Ostsee wurde die Frühjahrsblüte verpasst; deshalb finden wir hier die
Maximalwerte im Herbst.
Die Blüte von Dactyliosolen fragilissimus im Juli in der westlichen Ostsee war in den
Chlorophyll-a-Werten nicht zu bemerken (Abb. 17 b). Das liegt daran, dass die großen
Kieselalgen sehr chlorophyllarm sind.
Sedimentation: Die Werte des jährlichen vertikalen Partikelflusses waren im Jahr 2014 extrem
hoch und zeigten ein ungewöhnliches saisonales Muster. Während die Raten im ersten
Halbjahr gering blieben und die Frühjahrsblüte kaum zu erkennen war, trat im Juni ein erstes
Maximum auf, das bis zum Jahresende von zunehmend größeren Massenflüssen gefolgt wurde.
Elementflüsse in diesen Maxima und der Gesamtfluss für das Jahr zeigten um bis zu 5-fach
erhöhte Raten im Vergleich mit den Vorjahren, so dass das Absinken von Algenmaterial nicht
als einzige Quelle angenommen werden kann. Ein hoher Kohlenstoffgehalt von über 12
Gewichtsprozenten schließt hierbei Resuspensionsprozesse von Oberflächensediment aus. Die

74
mikroskopische Untersuchung zeigte, dass ein zunehmender Teil des Materials aus intakten
und zerbrochenen Kotballen im Millimeterbereich bestand, die von der Besiedlung des
Gitterdeckels der Falle mit Seepocken und deren aktiver Konzentration von Nahrungspartikeln
herrührten. Die extrem hohen Raten von 3,0 mol C, 429 mmol N, 1,2 mol Si und 9,3 mmol P m -2
a-1 bei einem Massefluss von 293 g Trockenmasse m-2 a-1 können daher nicht durch das
Absinken von Schwebstoffen allein erklärt und somit quantitativ auch nicht mit den Daten aus
den Vorjahren verglichen werden. Elementverhältnisse und die isotopische Signatur des
Materials wurden durch diesen Prozess ebenfalls beeinflusst, da die meisten dieser Werte
einen Trend über das ganze Jahr zeigen, der mit der zunehmenden Menge an Kotpartikeln in
den Fallengläsern korrespondierte. Kurze Phasen niedriger δ15N-Werte zwischen 2-4 Promille
im Juni/Juli deuten allerdings auch auf Perioden mit diazotropher Stickstofffixierung hin.
Die qualitative Zusammensetzung der Mikroalgengemeinschaft über den Jahresverlauf ist
allerdings im Fallenmaterial recht gut dokumentiert, obwohl die Dominanz der Diatomeen hier
auch ein Effekt der preferentiellen Verdauung von unbeschalten Arten sein kann. Die
Artendiversität sowohl der Diatomeen als auch der Dinoflagellaten blieb in ähnlich hohen
Bereichen wie im Vorjahr und nur die Zahl identifizierbarer Flagellatenformen nahm ab.
Zooplankton
Im Rahmen der Langzeituntersuchung des Zooplanktons in der Ostsee wurden im Jahre 2014 an
insgesamt 67 Stationen innerhalb der Deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ), der
Bornholm- und der Gotlandsee Probenmaterial zur Analyse der Abundanz und Artenzusammensetzung gewonnen. Mit insgesamt 49 Taxa war die Artenvielfalt im Vergleich zu den Vorjahren
weiterhin auf einem hohen Niveau.
Das Artenspektrum hat sich gegenüber dem Vorjahr nur unwesentlich verändert, auffälliger
sind hingegen Verschiebungen in der Häufigkeit der verschiedenen. Innerhalb der Copepoda
traten vor allem Pseudocalanus spp., Temora longicornis, Centropages hamatus, Paracalanus
parvus, Acartia bifilosa und A. longiremis sowie der cyclopoide Copepode Oithona similis
regelmäßig und häufig im Pelagial auf. Im Vergleich zum Vorjahr wurden vor allem Temora
longicornis und Centropages hamatus in deutlich erhöhter Abundanz beobachtet. Calanus spp.
trat vor allem in der Arkona- und der Bornholmsee auf. Die Cladocera wurden von Bosmina spp.
und Evadne nordmanni dominiert. Podon leuckartii löste P. intermedius als dritthäufigste Art
ab. Evadne spinifera und E. anonyx wurden erstmals in einzelnen Proben aus der Kieler Bucht
beobachtet. Die ozeanische Art Evadne spinifera wird in der Ostsee eher selten angetroffen, ihr
Vorkommen beruht wahrscheinlich auf den Transport salzreicheren Wassers aus dem
Skagerrak in die Kieler Bucht. Bei Evadne anonyx handelt es sich um eine in der Ostsee
invasive Art, die wahrscheinlich aus dem Kaspischen Meer in die Ostsee eingeschleppt wurde.
Weitere Neozoa wurden nicht gefunden.
In der saisonalen Entwicklung zeigt das Zooplankton im Untersuchungsgebiet eine Sukzession
von einer durch Copepoden und Polychaeten-Larven dominierten Gemeinschaft im Winter zu
einer im Frühjahr und Sommer durch Rotatoria, Copepoden und Cladocera dominierten
Gemeinschaft. Der saisonale Anstieg in der Gesamtabundanz war in 2014 besonders in der
Arkona- und Bornholmsee sehr ausgeprägt, was vor allem auf die stark nach Osten
ansteigende Konzentration von Bosmina spp. zurückzuführen ist.

75
Hohe Bestände der Rotatoria wurden vor allem in der Arkona-, Bornholm- und südlichen
Gotlandsee beobachtet. Im Unterschied zum Vorjahr blieb ihr Vorkommen auf das Frühjahr
beschränkt. Die ökologisch wichtige Gruppe der Copepoden wurde in der Kieler und
Mecklenburger Bucht durch Oithona similis und der-Gattung Pseudo/Paracalanus dominiert.
Auffällig ist, dass innerhalb der Adulten Paracalanus parvus die Gattung Pseudocalanus als
dominante Art ersetzte. In der Arkonasee lag die Konzentration der Copepoden zum Teil
deutlich über den Ergebnissen des Vorjahres. Dieser Anstieg geht vor allem auf ein vermehrtes
Auftreten von Temora longicornis und Centropages hamatus während des Sommers zurück.
Daher wurde für die Arkona- und Bornholmsee eine Verschiebung in der Zusammensetzung der
dominierenden Arten von Acartia bifilosa, Acartia longiremis und Oithona similis in 2013 zu
Temora longicornis, Centropages hamatus und Acartia longiremis in 2014 verzeichnet.
In der langzeitlichen Entwicklung blieb das Gesamtzooplankton trotz der erhöhten
Zooplanktonkonzentration in der Arkona- und Bornholmsee auf einem den Vorjahren
vergleichbaren, niedrigen Niveau. Mit 1,9 x 105 Individuen m-3 beim Gesamtplankton bzw. 1,4 x
104 Individuen m-3 bei den adulten Calanoida lagen die Werte unterhalb des langjährigen
Mittels von 3,9 x 105 Individuen m-3 bzw. 2,49 x 104 Individuen m-3.
Makrozoobenthos
In der vorliegenden Studie werden die Ergebnisse des Makrozoobenthos-Monitorings in der
südlichen Ostsee vom November 2014 dargestellt. Als Parameter wurden die Artenvielfalt, die
Abundanz und die Biomasse der Organismen je Station erfasst. Mit insgesamt 117 ist die
Artenzahl der 8 offshore-Stationen im Jahr 2014 im Vergleich zu den Vorjahren als mittelmäßig
zu bezeichnen. Insbesondere in der Mecklenburger Bucht wurden lokale Einbrüche beobachtet,
die auf anhaltenden Sauerstoffmangel zurückgeführt wurden. In Abhängigkeit vom Seegebiet
schwankten die Individuendichten zwischen 183 und 10.899 Ind./m². Bei den Biomassen
wurden ebenfalls die zu erwartenden Unterschiede (1,7 g in der Arkonasee bis 75,2 g AFTM/m²
in der Kieler Bucht) beobachtet. Die hohe Artenzahl von 24 und der ebenfalls hohe Salzgehalt
von 22,1 psu lassen vermuten, dass der Salzwassereinstrom im zentralen Arkonabecken
bereits im Herbst 2014 angekommen ist und auch marine Arten mitgebracht hat bzw. davon
profitierten. So tauchten einige euhaline Arten entweder erstmalig oder nach langer Zeit mal
wieder an dieser Station auf. Dazu gehörten die Kleine Pfeffermuschel Abra alba, die
Körbchenmuschel Corbula gibba, der Polychaet Nephtys caeca und der Schlangenstern
Ophiura albida.
An den 8 Monitoringstationen konnten insgesamt 17 Arten der deutschen Roten Liste
(Gefährdungskategorien 1, 2, 3 und G) nachgewiesen werden. Mit Macoma calcarea wurde
unter anderem eine im Gebiet sehr selten zu beobachtende Muschel (Rote Liste: 1=vom
Aussterben bedroht) in der Kieler Bucht und Mecklenburger Bucht lebend festgestellt. Mit
Macoma calcarea (VU) und Mya truncata (NT) sind zwei Arten der HELCOM Roten Liste (KONTULA
et al. 2014) nachgewiesen worden.
Der Anteil an Neozoen war 2014 wie erwartet sehr gering. Lediglich 4 Arten wurden beobachtet.
Dazu gehören die schon seit langer Zeit etablierten Arten wie die Seepocke ( Amphibalanus
improvisus) und die Sandklaffmuschel (Mya arenaria). Seit den 1980 und 1990er Jahren in die
Ostsee eingeschleppte Arten der Polychaeten-Gattung Marenzelleria. Davon ist Marenzelleria
viridis hervorzuheben, der in der Pommernbucht Dichten von 280 Ind./m² erreichte.

76
Danksagung
Die Autoren danken den am Ostseeüberwachungsprogramm beteiligten Mitarbeitern des
Leibniz-Instituts für Ostseeforschung, insbesondere den mit der biologischen
Probengewinnung und -bearbeitung betrauten Kolleginnen und Kollegen CHRISTIAN BURMEISTER,
SUSANNE BUSCH, INES GLOCKZIN, REGINA HANSEN, JANETT HARDER, UWE HEHL, ROSEMARIE HINRICHS, IRIS
LISKOW, LINA LIVDANE, MICHAEL PÖTZSCH, sowie den bei der Datenbearbeitung engagierten
Kolleginnen und Kollegen Dr. STEFFEN BOCK, JAN DONATH, Dr. SUSANNE FEISTEL, MONIKA GERTH und
SOLVEY HÖLZEL. Den Kapitänen und Besatzungen der Forschungsschiffe „ALKOR“ und
„ELISABETH MANN BORGESE“ sowie den Fahrtleitern sei gedankt für die Unterstützung
während der Messfahrten. Dem Bundesamt für Seeschiffahrt und Hydrographie gebührt Dank
für die Finanzierung der vom Leibniz-Institut für Ostseeforschung durchgeführten
Monitoringaufgaben sowie für die vielfältigen logistischen und admistrativen Unterstützungen.

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82
ANHANG (für mehrseitige Tabellen)
Tab. A1
Die 10 wichtigsten Phytoplankton-Taxa (in Prozent der Phytoplankton-Biomasse) in den oberen
10 m der Wassersäule: Mittelwerte der drei Fahrten von Februar bis Mai sowie der Juli- und
Novemberfahrt 2014 in den Seegebieten. Zu Beginn jedes Stations-Blocks ist die
durchschnittliche Phytoplanktonbiomasse (in µg/l) in Fettdruck angegeben. „Unbestimmte“,
„Gymnodiniales“ und „Peridiniales“ wurden aus der Liste gelöscht. Fortsetzung auf S. 83-84!

Februar-Mai

(%) Juli/August

(%) Oktober/November

(%)

Kieler Bucht (Stat. OMBMPN3)
Phytopl.-Biomasse in µg/l
Dictyocha speculum
Ceratium tripos
Rhizosolenia setigera
Teleaulax
Mesodinium rubrum
Actinocyclus
Dinophysis norvegica
Protoperidinium pellucidum
Thalassiosira
Coscinodiscus radiatus

46.7
25.3
5.8
3.1
2.3
1.9
1.4
1.1
1.1
1.0

700 Phytopl.-Biomasse in µg/l
Dactyliosolen fragilissimus
Alexandrium pseudogonyaulax
Cerataulina pelagica
Ceratium tripos
Plagioselmis prolonga
Prorocentrum micans
Proboscia alata
Coscinodiscus radiatus
Actinocyclus
Prymnesiales

Phytopl.-Biomasse in µg/l
Dictyocha speculum
Ceratium tripos
Skeletonema marinoi
Rhizosolenia setigera
Teleaulax
Mesodinium rubrum
Thalassiosira
Gyrodinium spirale
Protoperidinium pellucidum
Chaetoceros curvisetus

516 Phytopl.-Biomasse in µg/l
62.7 Dactyliosolen fragilissimus
6.9 Alexandrium pseudogonyaulax
6.7 Ceratium tripos
6.0 Coscinodiscus radiatus
2.0 Dolichospermum
1.4 Plagioselmis prolonga
1.2 Katablepharis remigera
1.0 Prymnesiales
0.7 Guinardia delicatula
0.6 Aphanizomenon

3003 Phytopl.-Biomasse in µg/l
88.7 Ceratium fusus
4.3 Ceratium tripos
1.6 Polykrikos schwartzii
1.4 Dinophysis norvegica
0.4 Ceratium lineatum
0.3 Thalassiosira
0.3 Protoperidinium
0.3 Dinophysis acuminata
0.3 Prorocentrum micans
0.3 Teleaulax

1040

39.6
17.8
8.7
7.8
3.3
2.5
1.8
1.6
1.4
1.3

Lübecker Bucht (Stat. OMO22)
4890 Phytopl.-Biomasse in µg/l
89.5 Ceratium fusus
3.3 Polykrikos schwartzii
3.2 Ceratium tripos
1.1 Dinophysis norvegica
0.3 Cerataulina pelagica
0.3 Dictyocha speculum
0.3 Teleaulax
0.3 Ceratium lineatum
0.2 Gyrodinium spirale
0.1 Dinophysis acuta

119

39.9
23.8
4.9
4.4
2.9
2.6
2.5
2.4
2.1
1.3

Zentrale Mecklenburger Bucht (Stat. OMBMPM2)
Phytopl.-Biomasse in µg/l
Dictyocha speculum
Ceratium tripos
Coscinodiscus concinnus
Rhizosolenia setigera
Teleaulax
Mesodinium rubrum
Gyrodinium spirale
Skeletonema marinoi
Protoperidinium pellucidum
Chaetoceros decipiens

444 Phytopl.-Biomasse in µg/l
30.5 Dactyliosolen fragilissimus
21.0 Ceratium tripos
15.4 Alexandrium pseudogonyaulax
5.2 Nodularia spumigena
4.6 Aphanizomenon
3.0 Actinocyclus
2.4 Plagioselmis prolonga
2.2 Prymnesiales
1.1 Katablepharis remigera
0.6 Guinardia delicatula

1806 Phytopl.-Biomasse in µg/l
73.8 Cerataulina pelagica
8.7 Ceratium fusus
4.4 Ceratium tripos
1.8 Polykrikos schwartzii
1.7 Coscinodiscus granii
1.3 Ceratium lineatum
0.8 Ditylum brightwellii
0.8 Teleaulax
0.6 Prorocentrum micans
0.3 Dinophysis norvegica

859

26.6
26.0
13.7
12.3
3.2
1.8
1.1
1.0
0.9
0.8

Östliche Mecklenburger Bucht (Stat. OMBMPM1)
Phytopl.-Biomasse in µg/l
Dictyocha speculum
Ceratium tripos
Teleaulax
Mesodinium rubrum

255 Phytopl.-Biomasse in µg/l
Ceratium tripos
Nodularia spumigena
Aphanizomenon
Prymnesiales

53.9
8.9
5.7
5.3

202 Phytopl.-Biomasse in µg/l
Coscinodiscus granii
Cerataulina pelagica
Ceratium tripos
Ceratium fusus

33.2
10.2
7.2
6.6

1355

61.0
20.6
4.3
2.3

83
Rhizosolenia setigera
Gyrodinium spirale
Plagioselmis prolonga
Actinocyclus
Thalassiosira
Katodinium rotundatum

4.4
2.4
0.9
0.8
0.6
0.4

Plagioselmis prolonga
Katablepharis remigera
Pyramimonas
Cyclotella
Alexandrium pseudogonyaulax
Teleaulax

3.1
3.0
2.5
2.5
2.2
2.1

Mesodinium rubrum
Teleaulax
Prorocentrum minimum
Coscinodiscus radiatus
Pyramimonas
Ceratium lineatum

1.1
1.0
0.9
0.6
0.6
0.5

Westliche Arkonasee (Stat. OMBMPK8)
Phytopl.-Biomasse in µg/l
Skeletonema marinoi
Mesodinium rubrum
Thalassiosira
Chaetoceros
Dictyocha speculum
Chaetoceros wighamii
Teleaulax
Rhizosolenia setigera
Scrippsiella COMPLEX
Gyrodinium spirale

427 Phytopl.-Biomasse in µg/l
52.2 Ceratium tripos
16.9 Nodularia spumigena
4.3 Aphanizomenon
3.4 Prymnesiales
3.3 Katodinium rotundatum
1.6 Actinocyclus
1.4 Plagioselmis prolonga
0.9 Pseudanabaena limnetica
0.8 Coscinodiscus granii
0.6 Pyramimonas

Phytopl.-Biomasse in µg/l
Skeletonema marinoi
Mesodinium rubrum
Thalassiosira
Chaetoceros wighamii
Chaetoceros
Teleaulax
Actinocyclus
Scrippsiella COMPLEX
Achnanthes taeniata
Chaetoceros ceratosporus var.
ceratosporus

616 Phytopl.-Biomasse in µg/l
50.7 Ceratium tripos
19.6 Pyramimonas
8.9 Mesodinium rubrum
4.2 Nodularia spumigena
1.3 Pseudanabaena limnetica
1.0 Plagioselmis prolonga
0.6 Teleaulax
0.5 Aphanizomenon
0.5 Katodinium rotundatum

305 Phytopl.-Biomasse in µg/l
Coscinodiscus granii
Cerataulina pelagica
Actinocyclus
Ceratium tripos
Prorocentrum minimum
Ebria tripartita
Teleaulax
Coscinodiscus radiatus
Prymnesiales
Mesodinium rubrum

26.6
12.3
8.3
5.7
5.4
5.1
4.9
3.9
3.7
3.1

1185

83.2
3.0
1.8
1.3
1.1
1.1
0.9
0.7
0.6
0.6

Zentrale Arkonasee (Stat. OMBMPK5)

0.4 Actinocyclus

264 Phytopl.-Biomasse in µg/l
Coscinodiscus granii
Ceratium tripos
Actinocyclus
Teleaulax
Mesodinium rubrum
Plagioselmis prolonga
Cerataulina pelagica
Chaetoceros danicus
Protoperidinium

36.4
10.0
5.8
5.8
5.5
5.1
4.8
4.3
4.2

3.6 Ebria tripartita

520

74.2
5.4
2.9
2.0
1.1
0.9
0.8
0.7
0.7
0.7

Östliche Arkonasee (Stat. OMBMPK4)
Phytopl.-Biomasse in µg/l
Skeletonema marinoi
Mesodinium rubrum
Thalassiosira
Chaetoceros wighamii
Actinocyclus
Chaetoceros pseudobrevis
Dictyocha speculum
Teleaulax
Scrippsiella COMPLEX
Chaetoceros ceratosporus var.
ceratosporus

751 Phytopl.-Biomasse in µg/l
50.9 Ceratium tripos
21.6 Actinocyclus
8.2 Pseudanabaena limnetica
6.4 Plagioselmis prolonga
1.4 Teleaulax
1.0 Aphanizomenon
1.0 Pseudopedinella
0.7 Pyramimonas
0.5 Mesodinium rubrum

0.3 Katablepharis remigera

203 Phytopl.-Biomasse in µg/l
Coscinodiscus granii
Actinocyclus
Coscinodiscus radiatus
Teleaulax
Hemiselmis
Plagioselmis prolonga
Mesodinium rubrum
Dictyocha speculum
Eutreptiella

83.3
2.7
2.5
1.7
0.8
0.7
0.7
0.6
0.4

1.3 Katodinium rotundatum

0.4

17.2
16.5
13.6
7.5
4.6
2.7
2.6
2.1
1.9

473

Bornholmsee (Stat. OMBMPK2)
Phytopl.-Biomasse in µg/l
Mesodinium rubrum
Actinocyclus
Katodinium glaucum
Prymnesiales
Teleaulax
Dinophysis acuta
Coscinodiscus radiatus
Dinobryon balticum
Thalassiosira
Plagioselmis prolonga

786 Phytopl.-Biomasse in µg/l
Unicell spp.
Actinocyclus
Prymnesiales
Mesodinium rubrum
Pseudanabaena limnetica
Plagioselmis prolonga
Cyanonephron styloides
Teleaulax
Nodularia spumigena
Pyramimonas

92.5
0.9
0.7
0.5
0.5
0.3
0.3
0.3
0.2
0.2

162 Phytopl.-Biomasse in µg/l
Coscinodiscus granii
Actinocyclus
Mesodinium rubrum
Teleaulax
Plagioselmis prolonga
Katodinium rotundatum
Hemiselmis
Eutreptiella
Prymnesiales
Pyramimonas

34.9
11.2
10.5
7.1
5.5
5.1
3.6
3.6
2.8
1.9

1332

87.8
6.2
0.9
0.8
0.5
0.3
0.3
0.2
0.2
0.2

84
Südliche Gotlandsee (Stat. OMBMPK1)
Phytopl.-Biomasse in µg/l
Mesodinium rubrum
Dinophysis acuta
Actinocyclus
Peridiniella catenata
Gyrodinium spirale
Amylax triacantha
Teleaulax
Prymnesiales
Dinophysis acuminata
Nodularia spumigena

996 Phytopl.-Biomasse in µg/l
89.0 Prymnesiales
2.3 Unicell spp.
1.7 Cyanonephron styloides
1.2 Pyramimonas
0.6 Mesodinium rubrum
0.6 Aphanizomenon
0.5 Plagioselmis prolonga
0.4 Teleaulax
0.3 Nodularia spumigena
0.3 Aphanothece

Phytopl.-Biomasse in µg/l
Mesodinium rubrum
Peridiniella catenata
Scrippsiella COMPLEX
Actinocyclus
Teleaulax
Aphanizomenon
Coscinodiscus granii
Amylax triacantha
Peridiniella danica
Plagioselmis prolonga

508 Phytopl.-Biomasse in µg/l
84.1 Nodularia spumigena
2.4 Prymnesiales
2.1 Aphanizomenon
1.5 Aphanothece
1.0 Aphanocapsa
0.8 Plagioselmis prolonga
0.7 Pyramimonas
0.5 Aphanothece paralleliformis
0.3 Cyanonephron styloides
0.3 Pseudanabaena limnetica

332 Phytopl.-Biomasse in µg/l
Coscinodiscus granii
Actinocyclus
Teleaulax
Gymnodiniales
Plagioselmis prolonga
Coscinodiscus radiatus
Mesodinium rubrum
Chaetoceros danicus
Pyramimonas
Hemiselmis

17.9
16.2
15.1
8.0
7.5
5.9
5.7
4.4
3.8
2.9

552

70.3
21.5
1.9
1.5
0.8
0.7
0.6
0.4
0.2
0.2

Östliche Gotlandsee (Stat. OMBMPJ1)
1184 Phytopl.-Biomasse in µg/l
46.4 Coscinodiscus granii
15.5 Mesodinium rubrum
10.8 Dinophysis norvegica
3.0 Dinophysis acuta
2.0 Prymnesiales
1.9 Plagioselmis prolonga
1.6 Katodinium rotundatum
1.5 Teleaulax
1.4 Katablepharis remigera
1.0 Eutreptiella

496

67.3
14.2
5.0
1.3
1.2
0.9
0.8
0.8
0.6
0.5

85
Tab. A2
Alphabetische Liste der im Jahre 2014 gefundenen Phytoplanktontaxa und ihrer taxonomischen
Zugehörigkeit mit Angabe der Rangfolge (nach Biomasse, alle Stationen einschl. zentrale
Ostsee, alle Tiefen) und saisonalem Vorkommen (5 Terminfahrten).
Fortsetzung auf Seite 86-88.

Artname (Gesamtliste)
Achnanthes taeniata
Actinocyclus sp.
Alexandrium pseudogonyaulax
Amphidinium crassum
Amphidinium sphenoides
Amylax triacantha
Anabaenopsis sp.
Apedinella radians
Aphanizomenon sp.
Aphanocapsa spp.
Aphanothece paralleliformis
Anathece spp.
Attheya septentrionalis
Botryococcus spp.
Calliacantha spp.
Centrales
Cerataulina pelagica
Ceratium fusus
Ceratium lineatum
Ceratium longipes
Ceratium tripos
Chaetoceros affinis
Chaetoceros brevis
Chaetoceros ceratosporus
Chaetoceros circinalis
Chaetoceros contortus
Chaetoceros convolutus
Chaetoceros curvisetus
Chaetoceros danicus
Chaetoceros debilis
Chaetoceros decipiens
Chaetoceros impressus
Chaetoceros lorenzianus
Chaetoceros pseudobrevis
Chaetoceros similis
Chaetoceros socialis
Chaetoceros spp.
Chaetoceros subtilis

Klasse
Bacillarioph.
Bacillarioph.
Dinophyceae
Dinophyceae
Dinophyceae
Dinophyceae
Cyanobact.
Chrysophyc.
Cyanobact.
Cyanobact.
Cyanobact.
Cyanobact.
Bacillarioph.
Chlorophyc.
Craspedoph.
Bacillarioph.
Bacillarioph.
Dinophyceae
Dinophyceae
Dinophyceae
Dinophyceae
Bacillarioph.
Bacillarioph.
Bacillarioph.
Bacillarioph.
Bacillarioph.
Bacillarioph.
Bacillarioph.
Bacillarioph.
Bacillarioph.
Bacillarioph.
Bacillarioph.
Bacillarioph.
Bacillarioph.
Bacillarioph.
Bacillarioph.
Bacillarioph.
Bacillarioph.

Rang Feb. März
78
X
10 X
X
23
103
101 X
X
63
X
147
91 X
X
24 X
X
37 X
X
71 X
X
57 X
97 X
X
135 X
149
X
72 X
9
X
11 X
X
38 X
X
61
X
6 X
X
90
74
X
81
X
131
114
117
77 X
X
60 X
X
132
X
86
X
46 X
X
121
X
84
X
109 X
X
108
X
30 X
X
116
X

April/Mai Juli
X

X
X

X
X
X
X

X

X

Nov.

X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X

X

X
X
X

X
X
X
X
X
X

X
X
X

X
X

X
X

X
X
X
X

X
X

X
X
X
X

X

X

X
X

X

X
X
X
X

X
X
X

X

X
X
X

86
Artname (Gesamtliste)
Chaetoceros throndsenii
Chaetoceros wighamii
Chrysophyceae
Cladopyxis claytonii
Cocconeis sp.
Coelosphaerium minutissimum
Coscinodiscus concinnus
Coscinodiscus granii
Coscinodiscus radiatus
Craspedophyceae
Cyanodictyon planctonicum
Cyanonephron styloides
Cyclotella spp.
Cylindrotheca closterium
Cymbomonas tetramitiformis
Dactyliosolen fragilissimus
Desmodesmus communis
Detonula confervacea
Diatoma tenuis
Dictyocha speculum
Dinobryon balticum
Dinobryon faculiferum
Dinobryon spp.
Dinophysis acuminata
Dinophysis acuta
Dinophysis norvegica
Dinophysis rotundata
Dissodinium pseudolunula
Ditylum brightwellii
Dolichospermum spp.
Ebria tripartita
Euglenales
Eutreptiella braarudii
Eutreptiella spp.
Guinardia delicatula
Gymnodiniales
Gyrodinium spirale
Gyrodinium spp.
Hemiselmis sp.
Heterocapsa rotundata
Heterocapsa triquetra
Katablepharis remigera
Katablepharis sp.
Katodinium glaucum
Koliella spp.
Laboea strobila
Lemmermanniella pallida
Lemmermanniella parva
Lennoxia faveolata

Klasse
Bacillarioph.
Bacillarioph.
Chrysophyc.
Dinophyceae
Bacillarioph.
Cyanobact.
Bacillarioph.
Bacillarioph.
Bacillarioph.
Craspedoph.
Cyanobact.
Cyanobact.
Bacillarioph.
Bacillarioph.
Prasinophyc.
Bacillarioph.
Chlorophyc.
Bacillarioph.
Bacillarioph.
Dictyochoph.
Chrysophyc.
Chrysophyc.
Chrysophyc.
Dinophyceae
Dinophyceae
Dinophyceae
Dinophyceae
Dinophyceae
Bacillarioph.
Cyanobact.
Ebriophyc.
Euglenoph.
Euglenoph.
Euglenoph.
Bacillarioph.
Dinophyceae
Dinophyceae
Dinophyceae
Dinophyceae
Dinophyceae
Dinophyceae
Incertae sedis
Incertae sedis
Dinophyceae
Chlorophyc.
Oligotrichea
Cyanobact.
Cyanobact.
Bacillarioph.

Rang Feb. März
139
19
X
65 X
76 X
X
144
80
7 X
X
2
22 X
X
58 X
X
88
47
54
112 X
X
98
3 X
X
138 X
89 X
X
143
X
5 X
X
82 X
X
113
X
126
X
53 X
X
35
20 X
X
118
110
56
X
69
36 X
X
145
X
94 X
X
43 X
X
34 X
X
8 X
X
25 X
X
123
X
48 X
X
29 X
X
130
39 X
X
124
X
41 X
X
148 X
83 X
X
99 X
122
129

April/Mai Juli
X
X
X
X
X
X
X
X
X

X
X

X
X
X
X
X
X

Nov.

X
X
X
X

X
X

X
X
X
X
X
X
X
X
X

X
X
X

X

X

X
X
X
X
X

X
X
X
X

X
X
X
X
X
X

X

X
X

X

X
X
X
X

X
X
X
X

X
X
X
X

X
X
X

X
X
X
X

X
X
X
X

X

X

X

X
X

X
X
X
X

X

X

87
Artname (Gesamtliste)
Leptocylindrus danicus
Leptocylindrus minimus
Leucocryptos marina
Licmophora sp.
Melosira arctica
Merismopedia punctata
Merismopedia spp.
Mesodinium rubrum
Microcystis wesenbergii
Monoraphidium contortum
Monoraphidium minutum
Nitzschia paleacea
Nodularia spumigena
Oocystis spp.
Pennales
Peridiniales
Peridiniella catenata
Peridiniella danica
Plagioselmis prolonga
Planctonema lauterbornii
Planktolyngbya spp.
Polykrikos schwartzii
Proboscia alata
Prorocentrum micans
Prorocentrum minimum
Protoperidinium bipes
Protoperidinium divergens
Protoperidinium pallidum
Protoperidinium pellucidum
Protoperidinium spp.
Protoperidinium steini
Prymnesiales
Pseudanabaena limnetica
Pseudo-nitzschia delicatissima group
Pseudo-nitzschia pungens
Pseudo-nitzschia seriata group
Pseudo-nitzschia spp.
Pseudopedinella spp.
Pterosperma spp.
Pyramimonas spp.
Rhizosolenia hebetata f. semispina
Rhizosolenia pungens
Rhizosolenia setigera
Romeria spp.
Scenedesmus spp.
Scrippsiella complex
Skeletonema marinoi
Skeletonema subsalsum
Snowella spp.

Klasse
Bacillarioph.
Bacillarioph.
Incertae sedis
Bacillarioph.
Bacillarioph.
Cyanobact.
Cyanobact.
Litostomatea
Cyanobact.
Chlorophyc.
Chlorophyc.
Bacillarioph.
Cyanobact.
Chlorophyc.
Bacillarioph.
Dinophyceae
Dinophyceae
Dinophyceae
Cryptophyc,
Chlorophyc.
Cyanobact.
Dinophyceae
Bacillarioph.
Dinophyceae
Dinophyceae
Dinophyceae
Dinophyceae
Dinophyceae
Dinophyceae
Dinophyceae
Dinophyceae
Prymnesioph.
Cyanobact.
Bacillarioph.
Bacillarioph.
Bacillarioph.
Bacillarioph.
Chrysophyc.
Prasinophyc.
Prasinophyc.
Bacillarioph.
Bacillarioph.
Bacillarioph.
Cyanobact.
Chlorophyc.
Dinophyceae
Bacillarioph.
Bacillarioph.
Cyanobact.

Rang Feb. März
146
128
64 X
X
142
106
X
141
119 X
1 X
X
140 X
125 X
X
150 X
104
15
87 X
X
105 X
X
32 X
X
31 X
X
50
X
21 X
X
79 X
X
127
17
X
26 X
44 X
X
51
X
136
X
75
92
X
42
X
40 X
X
115
X
18 X
X
33 X
137
62
X
111
100
59 X
X
93
X
28 X
X
68 X
X
45
16 X
X
120
134 X
27 X
X
4 X
X
133 X
70 X
X

April/Mai Juli
X
X
X
X
X

Nov.

X

X
X

X

X
X
X

X

X

X

X
X
X
X
X

X

X
X
X

X
X

X
X
X
X
X
X
X
X

X

X
X
X
X

X
X

X
X
X
X
X

X
X

X

X

X
X
X
X
X
X
X
X
X

X
X

X
X
X

X
X

X
X

X
X

X
X

X

X

X

X

X
X

X
X
X
X
X
X

88
Artname (Gesamtliste)
Spatulodinium pseudonoctiluca
Teleaulax spp.
Telonema spp.
Tetrastrum spp.
Thalassionema nitzschioides
Thalassiosira anguste-lineata
Thalassiosira baltica
Thalassiosira eccentrica
Thalassiosira hyperborea
Thalassiosira punctigera
Thalassiosira spp.
Trachelomonas spp.
Unidentified
Unidentified flagellata
Anzahl der Taxa: insgesamt 150

Klasse
Dinophyceae
Cryptophyc,
Incertae sedis
Chlorophyc.
Bacillarioph.
Bacillarioph.
Bacillarioph.
Bacillarioph.
Bacillarioph.
Bacillarioph.
Bacillarioph.
Euglenoph.
-

Rang Feb. März April/Mai Juli
96
13 X
X
X
X
52 X
X
X
X
102 X
X
73 X
X
X
X
85
X
95 X
X
66
X
107
X
55 X
X
X
12 X
X
X
67 X
X
X
14 X
X
X
X
49 X
X
X
X
80
97
72 105

Nov.
X
X
X
X
X

X
X
X
X
X
X
89

89
Tab. A3
Liste der im Jahre 2014 gefundenen Zooplankton-Taxa mit Erstbeschreibung, taxonomischer
Stellung und Seriennummer (TSN) des ‚Integrated Taxonomic Information System‘ (ITIS) und
saisonales Vorkommen im Untersuchungsgebiet.

Rang

TSN

Feb März Mai

Aug

Nov

o

o

o

o

Protozoa
Tintinnidae

Familie

46743

Annelida
Polychaeta - Trochophora

Unterstamm

914166

o

o

o

o

o

Polychaeta - others

Unterstamm

914166

o

o

o

o

o

Harmothoe spp. Kinberg, 1855

Gattung

64502

o

o

o

o

o

Art

86095

o

o

o

o

o

Art

86087

o

o

o

o

o

Art

86088

o

o

o

o

o

Art

85263

0

0

o

Art

85276

Art

85766

o

o

o

o

o

Art

85863

0

o

o

o

0

Art

86546

Art

85775

0

0

Gattung

86208

o

o

o

o

o

Art

88805

o

o

o

o

o

Art

85323

0

0

0

o

o

Gattung

85369

o

o

o

o

o

Art

85877

o

o

o

o

o

Gattung

83936

o

o

o

o

Art

86546

o

o

o

o

Arthropoda - Crustacea
Copepoda

Acartia bifilosa Giesbrecht, 1881
Acartia longiremis Lilljeborg, 1853
Acartia tonsa Dana, 1849
Calanus spp. Leach, 1819
Calanus helgolandicus (Claus, 1863)
Centropages hamatus Lilljeborg, 1853
Eurytemora affinis Poppe, 1880
Euterpina acutifrons Dana, 1849
Limnocalanus macurus G.O. Sars 1863
Microsetella spp. Brady & Robertson, 1873
Oithona similis Claus, 1866
Paracalanus parvus Claus, 1863
Pseudocalanus spp. Boeck, 1872
Temora longicornis O.F.Müller, 1785

o

o

o
0

Phyllopoda

Bosmina spp. Baird, 1845
Evadne nordmanni Lovén, 1836
Evadne anonyx G.O. Sars, 1897
Evadne spinifera P. E. Müller, 1867
Podon intermedius Lilljeborg, 1853
Podon leuckartii G. O. Sars, 1862
Pleopsis polyphaemoides (Leuckart,1859)

o

Art

0

Art

83964

0

Art

83965

o

o

Art

83966

Art

684626

Crangon crangon Linnaeus, 1758
Carcinus maenas Linnaeus, 1758

Art

107552

o

Art

107381

o

Gammaridea Latreille, 1802

Unterordnung

93295

0

Balanus spp. Da Costa, 1778

Gattung

89600

o

o

o

o

o

o

0

o

o

o

other Crustacea

0
o

o

o

o

90
Tab. A3 Fortsetzung
Rang

TSN

Feb März Mai

Aug

Nov

0

o

Bryozoa
Gymnolaemata Allman, 1856

Class

155471

o

o

0

Familie

158726

o

o

Fritellaria borealis Lohmann, 1896
Oikopleura dioica Fol 1872

Art

159675

o

o

Art

159669

o

0

Teleostei

Infraklasse

161105

o

o

Gattung

157215

Gattung

157411

Ctenophora Eschscholtz, 1829

Stamm

53856

Aurelia aurita Linnaeus, 1758
Rathkea octopunctata M. Sars, 1835
Euphysa aurata Forbes, 1848
Steenstrupia natans (M. Sars, 1835)

Art

51701

o

Art

49387

0

Art

48976

o

Art

48970

0

Art

206663

0

Alaurina spp. Metschnikoff, 1861

Art

54024

Acoelomorpha

Unterstamm

Chaetognatha
Sagittidae Claus and Grobben, 1905

o

Chordata
o
o

o

o

o

o

o

Echinodermata

Asterias spp. Linnaeus, 1758
Ophiura spp. Lamarck, 1801

o
o

Cnidaria & Ctenophora
o

o

o

Phoronida

Phoronis muelleri Selys-Longchamps, 1903
Platyhelminthes

o

914172

o

o

o

0

Molluska
Bivalvia Linnaeus, 1758

Klasse

79118

o

o

o

o

o

Gastropoda Cuvier, 1797

Klasse

69459

o

o

o

o

o

Gattung

59255

o

o

o

o

o

Art

58352

0

0

Art

58360

0

Art

58349

Rotifera

Synchaeta spp. Ehrenberg, 1832
Keratella quadrata O. F. Muller, 1786
Keratella cochlearis Gosse, 1851
Keratella cruciformis Thompson, 1892

0

91
Tab. A4:
Verbreitung des Makrozoobenthos an den 8 Stationen im November 2014. In der rechten Spalte
sind die Arten der Roten Liste (RACHOR et al. 2014) indiziert (1=vom Aussterben bedroht, 2=stark
gefährdet, 3=gefährdet, G=Gefährdung anzunehmen, V=Vorwarnliste, R=extrem selten,
D=Daten defizitär, *=ungefährdet, nb=nicht bewertet).

Taxa

N3

N1

M2

OM18

K8

K4

K3

OM160 RL2013

Amphipoda
Caprella linearis
Corophium volutator
Crassicorophium crassicorne
Gammarus oceanicus
Gammarus salinus
Gammarus zaddachi
Pontoporeia femorata

1
1
1

1
1
1
1

1
1
1
1

1

V
*
*
*
*
*
V

Anthozoa
Edwardsia danica
Sagartia sp.

1

D
nb

1
1

Ascidiacea
Dendrodoa grossularia
Molgula manhattensis

1
1

1

1
1
1
1
1

1
1
1
1

1
1
1

1

V
D

Bivalvia
Abra alba
Arctica islandica
Astarte borealis
Astarte elliptica
Astarte montagui
Cerastoderma glaucum
Corbula gibba
Hiatella arctica
Kurtiella bidentata
Macoma balthica
Macoma calcarea
Musculus discors
Musculus niger
Musculus subpictus
Mya arenaria
Mya truncata
Mytilus edulis
Parvicardium pinnulatum
Parvicardium scabrum
Phaxas pellucidus

1

1
1
1
1

1

1

1
1

1

1

1

1

1

1

1

1

1

1

1
1

1

1
1
1
1

1
1
1
1
1
1
1
1
1

1
1
1

1

1

1

1

1

*
3
G
G
3
*
*
*
*
*
1
G
G
G
*
2
*
D
D
*

Bryozoa
Alcyonidium polyoum
Einhornia crustulenta
Electra pilosa
Eucratea loricata
Farrella repens

1

1

1
1
1

1

1

D
*
*
V
D

92
Taxa

N3

Flustra foliacea

N1

M2

OM18

K8

K4

K3

1

OM160 RL2013
*

Cirripedia
Amphibalanus improvisus
Balanus crenatus

1

1

1

nb
*

Cumacea
Diastylis rathkei
Eudorellopsis deformis

1
1

1
1

1

1

1

1

*
*

1

Decapoda
Carcinus maenas
Crangon crangon
Palaemon elegans
Rhithropanopeus harrisii

1
1
1

1

1

1

1
1

*
*
*
nb

Echinodermata
Asterias rubens
Echinocyamus pusillus
Ophiura albida
Psammechinus miliaris

1
1
1
1

*
G
*
*

1
1

1

Gastropoda
Aporrhais pespelecani
Buccinum undatum
Neptunea antiqua
Odostomia scalaris
Onoba semicostata
Peringia ulvae
Philine aperta
Retusa obtusa
Retusa truncatula

1
1
1
1
1
1
1
1

1
1
1

1

1

1

G
2
G
*
*
*
*
*
*

Hydrozoa
Hartlaubella gelatinosa

1

1

1

D

Isopoda
Jaera albifrons

1

*

1
1

nb
nb
nb

Mysida
Gastrosaccus spinifer
Mysis mixta
Neomysis integer

1

1
1
1

1
1

1

Nemertea
Lineus ruber
Malacobdella grossa
Nemertea
Tubulanus polymorphus

1

1

nb
nb
nb
nb

1

1
1
1

1

1

1

1
1

Oligochaeta
Tubificidae
Tubificoides benedii

1
1

1

1
1

1
1

nb
*

Phoronida
Phoronis sp.

1

nb

1

Polychaeta
Alitta succinea
Ampharete acutifrons

1
1

1
1

1

D
*

93
Taxa
Ampharete baltica
Arenicola marina
Aricidea suecica
Bylgides sarsi
Capitella capitata
Dipolydora quadrilobata
Eteone longa
Euchone papillosa
Eumida sanguinea
Exogone naidina
Flabelligera affinis
Harmothoe imbricata
Harmothoe impar
Hediste diversicolor
Heteromastus filiformis
Lagis koreni
Laonome kroyeri
Marenzelleria neglecta
Marenzelleria viridis
Nephtys caeca
Nephtys ciliata
Nephtys hombergii
Nereimyra punctata
Nicolea zostericola
Notomastus latericeus
Paradoneis eliasoni
Paraonis fulgens
Pherusa plumosa
Pholoe assimilis
Phyllodoce mucosa
Prionospio steenstrupi
Pseudopolydora antennata
Pseudopolydora pulchra
Pygospio elegans
Scalibregma inflatum
Scoloplos armiger
Spio goniocephala
Streblospio shrubsolii
Terebellides stroemii
Travisia forbesii
Trochochaeta multisetosa

N3

N1

1

1

1

1
1
1
1

1
1
1
1
1
1

M2

OM18

1
1

K4

1
1
1
1
1
1
1

1

1
1
1

1
1
1

1
1

1

1

1
1
1
1
1
1

K3

1
1

1
1
1
1

K8

1
1
1
1

1

1
1
1
1

1

1
1
1
1
1
1

1

1
1
1
1

1

1

1

1
1

1

1

1
1
1

1
1

1
1

1
1

OM160 RL2013
*
*
*
*
*
*
*
2
*
D
D
D
*
*
1
*
*
D
nb
1
nb
1
*
*
*
G
*
*
*
*
D
D
*
*
D
*
*
1
G
*
*
V
1
*
G
D

Porifera
Chalinula limbata
Haliclona oculata

D
D

1
1

Priapulida
Halicryptus spinulosus
Priapulus caudatus
Artenzahl 117

1
69

43

13

17

42

24

22

1
22

nb
nb

94
Taxa
Abundanz (Ind./m²)
Biomasse (AFTM g/m²)

N3
N1
10899 2136
75,2 54,5

M2

OM18

K8

K4

K3

183
11,2

358
20,6

1904
9,5

425
1,7

2630
4,7

OM160 RL2013
8486
3,8
        
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