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Full text: Augsburger Zukunftspreis (Rights reserved) Ausgabe 2014 (Rights reserved)

zwanzigvierzehn Augsburger Zukunftspreis 2 Augsburger Zukunftspreis 2014 Stadt Augsburg Deutschlands nachhaltigste Großstadt 2013 Augsburger Zukunftspreis 2014 3 Vorwort Augsburgs Zukunft wird maßgeblich durch das praktische Tun aller gestaltet. In dieser Broschüre finden Sie 28 Beiträge, von unterschiedlichen Akteuren und zu vielen Themen: von regionalen Lebensmitteln bis zu umweltfreundlichen Verkehrsmitteln, von gesunder Ernährung bis zu klimafreundlichen Gebäuden, von musikalischer Stadtführung bis zu innovativen Medienideen, von Werkstätten der Entdeckungen bis zu nachhaltigem Wirtschaften, von kreativen Schulen bis zum Mentoring für ausländische Fachkräfte, zu Kunst und Kultur, von Tierschutz bis Naturbegeisterung, von Bienen bis zu Friedenshäusern, von der Donau bis nach Afrika. Dies alles und noch viel mehr macht unsere Stadt aus. Unter anderem auch deshalb wurden wir Ende letzten Jahres als Nachhaltigste Großstadt Deutschlands ausgezeichnet. Diese Broschüre und die damit verbundene Projektdatenbank im Internet – zu finden unter www.nachhaltigkeit. augsburg.de > Zukunftspreis – bietet Ihnen die Gelegenheit, diese enorme Vielfalt an Projekten und Engagement kennen und schätzen zu lernen. Wir sind stolz darauf, als Oberbürgermeister bzw. Referent in dieser Stadt Verantwortung zu tragen, deren Bürgerinnen und Bürger, Initiativen und Unternehmen so viel Kraft und Engagement aufbringen. Wir hoffen, dass sich viele Menschen von diesen Pionieren des Wandels angesprochen fühlen und vielleicht diese oder andere Ideen aufgreifen und zum Leben erwecken. Eine nachhaltige Zukunft wird durch die, die sie anpacken und anfangen, gestaltet. Möge der Zukunftspreis dazu beitragen, dass dieses Engagement seine zukunftsorientierte Wirkung entfaltet. Dr. Kurt Gribl Oberbürgermeister Reiner Erben Referent für Umwelt, Nachhaltigkeit und Migration 4 Augsburger Zukunftspreis 2014 Augsburger Zukunftspreis 2014 5 Inhalt 3 Vorwort 6 Stadtsparkasse Augsburg 7 Die Jury 6 Teilnehmer Kategorie Agenda 21/ Nachhaltige Entwicklung 1. Preis 6 Teilnehmer Kategorie 3 Klimaschutz (Preisträger in alphabetischer Reihenfolge) Preisträger 38 Augsburger Land Preisträger 40 Carsharing Preisträger 10 Lokalhelden 2. Preis 2 Pro Bahn: Mehr Platz im 4 Fugger-Express 4 4 Teilnehmerprojekte 46 Bildnachweis 12 Mentoring-Partnerschaft 3. Preis 14 Das Friedenshaus 16 Teilnehmerprojekte sska.de Denken und Handeln für Morgen Liebe Leserin, lieber Leser, liebe Teilnehmer am Wettbewerb um den Augsburger Zukunftspreis, für die Stadtsparkasse Augsburg ist es selbstverständlich sich auch 2014 für den Zukunftspreis zu engagieren. Soziales Engagement und aktiver Klima- und Umweltschutz bilden die Grundlage für eine starke Stadtgemeinschaft und eine intakte Umwelt. Immer mehr Menschen, Initiativen und auch Unternehmen leisten ihren Beitrag für eine lebenswerte Zukunft und wollen noch dazu Vorbild sein. Das sind Entwicklungen, die sich inhaltlich und quantitativ in den Bewerberzahlen für den Zukunftspreis widerspiegeln. Auch für unser eigenes Handeln gilt der Grundsatz des nachhaltigen Handelns: Unseren Kunden bieten wir günstige Fördermittel zur Finanzierung energetischer Modernisierungen ihrer Immobilie an. Doch nicht nur für Privatkunden haben wir passende Angebote. Im Martinipark haben wir die Erneuerung des Wasserkraftwerkes finanziert. Und im Stetten Institut können sich Lehrer und Schüler über die energetische Sanierung des Gebäudes freuen - nicht zuletzt, da durch ein gut durchdachtes Entlüftungssystem ein angenehmes Raumklima geschaffen wurde und damit die Lernbedingungen verbessert werden konnten. Besonders stolz bin ich jedoch darauf, dass unsere Mitarbeiterin Frau Ingrid Engl dieses Jahr den Preis als beste Kundenberaterin für zinsgünstige Förderkredite gewonnen hat. Damit wurde sie in der Kategorie „Infrastruktur“ für besondere Kreativität und das Engagement bei der Einbindung von staatlichen Fördermitteln in öffentliche Vorhaben ausgezeichnet. Gefördert wurde hier der Kindergarten Guter Hirte, der gerade in Friedberg gebaut wird. In sozialer Hinsicht engagieren wir uns nach wie vor stark für Kinder und Jugendliche. In diesem Herbst schreibt unsere Kinder- und Jugendstiftung AUFWIND wieder den Jugendförderpreis „Frischer Wind“ aus. Mit 5000 EUR werden Konzepte und nachhaltige Projekte unterstützt, die helfen, junge Leute voran zu bringen. Gemeinsam können wir viel erreichen für eine gute Zukunft in Augsburg. Ihr Rolf Settelmeier s Stadtsparkasse Augsburg Die Zukunftssparkasse Augsburger Zukunftspreis 2014 7 Die Jury Kategorie Agenda 21/ Nachhaltige Entwicklung* Bernhard Brockmann Umweltbeauftragter Evangelische Kirche Dr. Pia Haertinger Stadträtin Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Daniela Hampp Fraktionsgeschäftsführerin AfD Horst Hinterbrandner Stadtrat CSU-Fraktion Christian Z. Müller Treffpunkt Architektur Schwaben Christian Pettinger Stadtrat ÖDP-Fraktion Beate Schabert-Zeidler Stadträtin Fraktion Pro Augsburg Dr. Sebastian Seidel Kulturnetzwerk Ulrike Stautner Gesamtelternbeirat Hellmut Steffens Informationskreis der Wirtschaft Angela Steinecker Stadträtin SPD-Fraktion Pamela Wesse Wirtschaftsjunioren Augsburg Astrid Zimmermann Werkstatt Solidarische Welt Vorsitz: Reiner Erben (ohne Stimmrecht) Stadt Augsburg, Referent für Umwelt, Nachhaltigkeit und Migration Kategorie Klimaschutz Prof. Dipl.-Ing. Susanne Gampfer Dekanin an der Fakultät für Architektur und Bauwesen an der Hochschule Augsburg Dr. Pia Haertinger Stadträtin Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Daniela Hampp Fraktionsgeschäftsführerin AfD Horst Hinterbrandner Stadtrat CSU-Fraktion Alfred Kailing Handwerkskammer für Schwaben Monika Kees IHK Schwaben, Innovation und Umwelt Bruno Marcon attac Augsburg Christian Pettinger Stadtrat ÖDP-Fraktion Beate Schabert-Zeidler Stadträtin Fraktion Pro Augsburg Angela Steinecker Stadträtin SPD-Fraktion Christian Tausch Bayerisches Landesamt für Umwelt, Augsburg Karl-Heinz Viets Stadtwerke Augsburg Energie GmbH Vorsitz: Reiner Erben (ohne Stimmrecht) Stadt Augsburg, Referent für Umwelt, Nachhaltigkeit und Migration *  lle Jurymitglieder dieser Kategorie A (mit Ausnahme der politischen Vertreter) sind Mitglieder des Nachhaltigkeits-Beirates. 8 Augsburger Zukunftspreis 2014 Agenda 21/Nachhaltige Entwicklung Teilnehmer Kategorie Agenda 21/ Nachhaltige Entwicklung Preisträgerprojekte: 1. Preis: Lokalhelden 2. Preis: Mentoring-Partnerschaft 3. Preis: Das Friedenshaus Teilnehmerprojekte (in alphabetischer Reihenfolge): Afrikanische Wochen Aufbau einer Stadtschülervertretung Augsburger Medienpreis dunaVision – the Caravan of Change 2013 Erziehung zum Bewusstsein für Natur und Nachhaltigkeit FOKUS N – 1. Augsburger Nachhaltigkeitstag Wirtschaft I hoch 3 (I3) Im Park Initiativen gegen (Massen-)Tierhaltung Internationale Kelleruni Herrenbach (IKu) Kinderzentrum für das Stadtjägerviertel Musikalische Stadttour Augsburg anders Opening Doors To Lifelong Learning/Bourges Raus aus dem Haus – rein in die Natur! Unibienen Unter 7 Über 70 – Generationen musizieren gemeinsam UTOPIA TOOLBOX Verein Naturfreibad Haunstetten e.V. Werkstatt der Entdeckungen Zivilcourage und Frauenrechte Zukunft für alle! Augsburger Zukunftspreis 2014 9 Kategorie Agenda 21/ Nachhaltige Entwicklung 10 Augsburger Zukunftspreis 2014 Agenda 21/Nachhaltige Entwicklung 1. Preis Lokalhelden Im August 2013 eröffnete mit den „Lokalhelden“ Augsburgs erster Regionalladen. Frisches Gemüse und Obst, Getreide- und Milchprodukte, Eier, Öle, Säfte, Spirituosen und noch einiges mehr gibt es im urbanen Hofladen im Bismarckviertel zu kaufen. Alle Produkte im Sortiment sind in der Region erzeugt und werden zum großen Teil direkt vom Erzeuger bezogen. Kurze Transportwege und geringe Lagerzeiten, sowie der Verzicht auf diverse Zwischenhändler spart Energie, CO2 und Kosten ein. So können frische Waren zu moderaten Preisen angeboten werden und die Kunden wissen zudem genau, woher ihre Nahrungsmittel stammen. Da die Produzenten ihre Preise – je nach Erntemenge und Erzeugungsaufwand – selbst bestimmen, trägt der direkte Handel entscheidend zum Erhalt der bäuerlichen Landwirtschaft in der Region bei. Im dazugehörigen „Heldenlokal“ werden die Produkte aus dem eigenen Sortiment zudem zu gesunden, vegetarischen und veganen Gerichten weiterverarbeitet. Schnell verderbliche Lebensmittel, wie Beeren oder Blattgemüse, werden in Marmeladen, Chutneys oder Pestos haltbar gemacht. Dadurch entsteht im Laden kaum Lebensmittelabfall. Den Kunden wird außerdem die saisonale Gemüseküche schmackhaft gemacht und gerne werden Tipps und Anregungen zum Kochen mit regionalen Produkten gegeben. Obwohl das Sortiment im Winter übersichtlich ist, gibt es zu jeder Jahreszeit auch besondere Produkte zu entdecken. So sorgen lila Karotten, Postelein, Topinambur oder der bayerische Einkorn-Reis für gesunde Abwechslung im Topf und auf dem Teller. Ganz nebenbei trägt die Nachfrage dieser Produkte zur Lebensmittelvielfalt und dem Erhalt alter Gemüsesorten bei. Auch die Ladeneinrichtung und der tägliche Betrieb im Lokalhelden sind möglichst energiesparend gestaltet. So sind die meisten Einrichtungsgegenstände aus Upcyceling-Materialen in liebevoller Handarbeit aufgearbeitet worden. Auch wird auf den Einsatz von Plastiktüten komplett verzichtet, stattdessen können die Kunden günstige Tragetaschen erwerben, die aus alten Stoffen und Krawatten genäht und über das Sozialkaufhaus „Contact“ bezogen werden. Die Tische im Bistro werden von saisonalen Blumen geschmückt, die vom benachbarten Blumenladen Schaupp in der Bismarckstraße arrangiert werden. Abgerundet wird das Angebot durch die „Heldengalerie“. In einem kleinen Verkaufsraum finden lokale Künstler und Handarbeitende die Möglichkeit ihre Werke auszustellen und zu vertreiben. Auch hier liegt der Schwerpunkt auf Upcyceling-Kunst. In den gemütlichen Räumlichkeiten der Lokalhelden finden auch immer wieder kulturelle und kulinarische Veranstaltungen statt, z.B. Konzerte lokaler Pop-Bands, die Öko-Erlebnistage mit LiveMusik, eine Info-Veranstaltung zur Zukunft der Biostadt Augsburg, Treffen der Solidargemeinschaft „Unser Land“ usw. Durch externe Cateringaufträge für verschiedene Veranstaltungen wird das Konzept der regionalen Versorgung mit gesunden Grundnahrungsmitteln auch einem größeren Personenkreis zugänglich gemacht. Projektträger und Ansprechpartner: Lokalhelden, Mona Ridder Bismarckstraße 10 86159 Augsburg Telefon: 0821 20938985 gemuese@lokalhelden-augsburg.de www.startnext.de/lokalhelden Augsburger Zukunftspreis 2014 11 Agenda 21/Nachhaltige Entwicklung Laudatio Die Lokalhelden in Augsburg überzeugen durch ein wirtschaftlich, kulturell und sozial regionales Gesamtkonzept. Produkte aus der Region, in der Regel direkt vom Erzeuger gibt es im gemütlichen Hofladen, kurze Transportwege und kurze Lagerzeiten kennzeichnen die angebotenen Produkte. Wer nicht genau weiß, wie er das Gemüse zubereiten soll, für den gibt es praktische Kochund Zubereitungstipps. Die gesamtbetriebliche Win-Win Situation für erzeugende Betriebe und vermarktenden Hofladen bietet die Chance für eine nachhaltige Weiterentwicklung regionaler Strukturen. Angegliedert ist das Heldenlokal. Vieles ist handgemacht wie die Marmeladen und die Mittagsmenüs, in dem die Produkte des eigenen Sortiments zu wohl schmeckenden vegetarischen oder veganen Gerichten verarbeitet werden. Saisonale Schwerpunkte und in Vergessenheit geratene Produkte wie Topinambur erhöhen die Vielfalt, stärken das Vertrauen der Verbraucher und sorgen für Transparenz. Für die, die nicht kommen können, gibt es über einen Catering-Service die Möglichkeit, die kulinarischen Produkte zu kosten. Liebe zum Detail zeigt sich auch bei der Ladeneinrichtung. Upcycling-Materialien werden in Handarbeit umgearbeitet und werden neuen Verwendungen z.B. Lampen und Regalen zugeführt. Einkaufstaschen gibt es aus alten Stoffen oder Krawatten. Eingeladen fühlen sich auch lokale Künstler, die in den Räumlichkeiten einen Schauraum für ihre Kunstwerke finden, gerne auch aus Upcyceling-Materialien oder ihre Konzerte geben können. Kulturelle und künstlerische Veranstaltungen laden die Nachbarschaft zum Kommen und Verweilen in den hellen und freundlich gestalteten Räumen ein. Die Jury honoriert Kreativität in Vermarktung und Darbietung, regionale, soziale und kulturelle Bewusstseinsbildung zum Thema nachhaltige Erzeugung und Gastronomie, die Verbindung zur Kultur und Präsentation, die Möglichkeit des Vierteltreffs für alle. 12 Augsburger Zukunftspreis 2014 Agenda 21/Nachhaltige Entwicklung 2. Preis Die Mentoring-Partnerschaft Das von MigraNet entwickelte Programm „Die Mentoring-Partnerschaft“ bringt qualifiziere MigrantInnen mit Fachkräften der lokalen Wirtschaft zusammen. Den gut ausgebildeten NeubürgerInnen fällt es hierzulande oft schwer einen Arbeitsplatz zu finden, der ihrem Ausbildungsniveau entspricht. Meist fehlt es an Kenntnissen über den deutschen Arbeitsmarkt und an beruflichen und auch persönlichen Kontakten. Die Mentoring-Partnerschaft setzt genau hier an. Berufserfahrene Personen aus der Region unterstützen die dringend benötigten Fachkräfte über einen Zeitraum von sechs Monaten bei der Integration in den Arbeitsmarkt. Unternehmen und MentorInnen erhalten dabei Einblicke in den internationalen Arbeitsmarkt, platzieren sich als attraktive Arbeitgeber und profitieren vom Diversity-Aspekt. Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Die Mentoring-Partnerschaft wurde nach einem kanadischen Vorbild entwickelt und in Deutschland erstmalig 2013 in Augsburg durch Tür an Tür Integrationsprojekte gGmbH/MigraNet eingeführt. Der 1. Durchgang der Mentoring-Partnerschaft startete im Oktober 2013. 11 MentorInnen und 11 Mentees begannen ihre Arbeit in Tandems. Die Ausgangssituation: Etliche Mentees waren unterqualifiziert beschäftigt bzw. arbeitslos. Fast niemand hatte Kontakte zu Personen oder Firmen aus dem Berufsumfeld oder Möglichkeiten zum fachlichen Austausch in deutscher Sprache. Ende Februar 2014 wurde die erste Runde erfolgreich beendet: Drei Mentees begannen noch während der Laufzeit eine qualifizierte Stelle. Die Tandems diskutierten u.a. Fragen zum Bewerbungsprozess und zur Arbeits- und Firmenkultur in Deutschland. Es gab Besuche am Arbeitsplatz, Vermittlungen in Praktika und gemeinsame Teilnahme an Kongressen oder Besprechungen. Alle Mentees begannen, ein berufliches Netzwerk aufzubauen. Positive Rückmeldungen gab es ebenfalls von den MentorInnen. Ihr interkulturelles Wissen wurde um wichtiges Knowhow und konkrete, persönliche Erfahrungen erweitert. Über die Hälfte der MentorInnen macht auch im 2. Durchgang mit oder plant, in Zukunft wieder dabei zu sein. Im April startete der 2. Durchgang mit nunmehr schon 23 Tandems. Namhafte Augsburger Unternehmen und Einrichtungen nehmen am aktuellen Programm teil. Die Mehrzahl der MentorInnen sind Führungskräfte in ihren Unternehmen. Die Mentoring-Partnerschaft stärkt die Mentees nachhaltig bei der Integration, am Arbeitsplatz und in der Gesellschaft. Nicht zuletzt entsteht ein spannendes Netzwerk aus hoch qualifizierten, motivierten und am interkulturellen Austausch interessierten Menschen, die Vielfalt in Augsburg und der Region gemeinsam leben. Projektträger und Ansprechpartner: Sevda Kolkiran, Tür an Tür Integrationsprojekte gGmbH/MigraNet-Landesnetzwerk Bayern im Förderprogramm IQ Wertachstraße 29 86153 Augsburg Telefon 0821 90799-47 mentoring@tuerantuer.de http://mentoring.migranet.org Augsburger Zukunftspreis 2014 13 Agenda 21/Nachhaltige Entwicklung Laudatio Viele von uns haben schon einen Hochschullehrer als Taxifahrer, eine Chefärztin als Krankenschwester oder eine Erzieherin als Putzfrau erlebt und uns gefragt, was wohl geschehen müsste, damit diese Menschen auch bei uns in ihrem erlernten Beruf tätig sein können. In ihrer Heimat hatten sie sich oft schon jahrelang in anspruchsvollen Berufen bewährt. Hier aber fehlen ihnen evtl. spezielle Sprachkenntnisse, vor allem persönliche und berufliche Kontakte, ein hier übliches Zeugnis und oft die Kenntnis über viele formale Voraussetzungen; und das, obwohl gerade Fachkräfte mit ihrer Qualifikation hier gesucht werden. Dieses Dilemma hat das MigraNet-Team 2012 angepackt und nach kanadischem Vorbild das Projekt „Mentoren-Partnerschaft“ entwickelt. Da begleiten Augsburger Fachleute aus gleichem oder ähnlichem Berufsfeld solche qualifizierten Zuwanderer meist ein halbes Jahr lang, um sie mit den hiesigen Voraussetzungen für die Ausübung ihres Berufes vertraut zu machen. Die ersten elf „Tandems“ aus Mentoren und Mentees haben bereits ihr Ziel erreicht. Die nächsten 23 Tandems sind bereits erfolgreich gestartet, wobei etliche Mentoren aus Überzeugung weiter gemacht haben, denn bei diesem Berufs-Partner-Projekt wird Integration vorgelebt, werden Vorurteile abgebaut, wird dem Fachkräfte-Mangel begegnet. Zugleich wird „Mentoren-Partnerschaft“ wahrhaft zu einem neuen Augsburger Qualitäts-Siegel, nachdem sich Mentoren schon bei Change-In und WvSmilestones erfolgreich als preiswürdig erwiesen haben. Wäre das nicht auch etwas für Sie, einmal sechs Monate als Mentor einen qualifizierten, interessierten Zuwanderer in Ihr gemeinsames Berufsfeld einzuführen, ihn oder sie hier Kollege oder Kollegin und vor allem Mit-Mensch werden zu lassen? Es lohnt sich für uns alle! 14 Augsburger Zukunftspreis 2014 Agenda 21/Nachhaltige Entwicklung 3. Preis Nachhaltige Entwicklung zum Thema Frieden – Friedenshaus Januar 2004 ist die Geburtsstunde des Augsburger Friedenshauses. Seitdem sind weltweit ca. 75.000 Stück verkauft bzw. weiterverschenkt worden. Mit Hilfe des Augsburger Friedenshauses möchten die Initiatoren, das Ehepaar Monika und Werner Mayer, den Geist der Friedensstadt Augsburg weit über die Grenzen von Augsburg hinaustragen. Seit 1650 feiert die Stadt Augsburg das Augsburger Hohe Friedensfest als staatlich anerkannten Feiertag am 8. August jeden Jahres. Für das Kinderfriedensfest im Botanischen Garten am 8. August 2005 stellte das Ehepaar Mayer der Bürgerstiftung Augsburg 5000 Holzhäuschen (Rohlinge) zur Verfügung. Mit dem Erlös der gemeinsam handbemalten Friedenshäuschen unterstützten sie das Lesezeltprojekt der Bürgerstiftung im Botanischen Garten. Das war der Auftakt der großen Erfolgsgeschichte des Augsburger Friedenshauses. Die Holzhäuschen werden von Monika und Werner Mayer und ihrem ehrenamtlichem Team bei regelmäßigen wöchentlichen Maltreffs hergestellt und gestaltet, aber auch in Kindergärten, Schulen und Seniorenheimen sowie bei Stadtteilaktionen. Bislang sind es ca. 70.000 Arbeitsstunden, die zur Herstellung der Friedenshäuser geleistet wurden und dabei nachbarschaftliches, generationenübergreifendes und interreligiöses Miteinander gestärkt und gefördert haben. So organisieren das Ehepaar Mayer und ihr Team Friedensprojekte in Kindergärten und Schulen, ebenso Ausstellungen, Feste und Spendenprojekte mit Firmen im In- und Ausland. Die beliebten Friedenshäuser kommen bei Festtagen, Firmenpräsentationen sowie bei privaten Anlässen zum Einsatz. Sie bringen – ob gesammelt oder verschenkt – Freude in Häuser, Wohnungen, Büros und eignen sich auch bei kleineren Streitigkeiten als Konfliktlöser. Die Menschen sollen die Friedenshäuser nicht nur bei sich zu Hause aufstellen, sondern auch als Zeichen des Friedens in die Welt hinaustragen. So sind diese „Frieden im eigenen Haus und in der Welt“-Botschafter mittlerweile in 140 Ländern, darunter auch in Palästina und Ägypten zu finden. Der Gesamterlös der Friedenshausaktion zugunsten sozialer und caritativer Einrichtungen und Vereine in Augsburg und der Region beträgt seit Gründung bis Dezember 2013 insgesamt 75.371,60 Euro. Monika und Werner Mayer kümmern sich auch um die sozialen Belange ihrer Teammitglieder, die zwischen 55 und 89 Jahre alt sind. Sie unterstützen sozial schwache Menschen mit Geldspenden, machen Krankenbesuche im Klinikum, besuchen Demente, basteln mit ihren ausländischen Nachbarskindern und machen politische Bildung an Schulen. Neben den laufenden Projekten sind auch neue Projekte geplant – die Gestaltung einer Friedenstaube und eines handgearbeiteten Schmetterlings als Friedensbotschafter in Schmuck-Form. Projektträger und Ansprechpartner: Das Friedenshaus, Monika und Werner Mayer Hermann-Köhl-Straße 12 86159 Augsburg Telefon 0821 574841 werneramayer@das-friedenshaus.de www.das-friedenshaus.de Augsburger Zukunftspreis 2014 15 Agenda 21/Nachhaltige Entwicklung Laudatio Das „Friedenshaus“ bewirbt sich dieses Jahr zum sechsten Mal. Die Jury ist der Überzeugung, dass das Projekt bei so viel Ausdauer und Engagement einen Nachhaltigkeitspreis verdient hat. Was bringt das Friedenshaus für Augsburg? Nachhaltigkeit ist ohne Frieden nicht möglich. Das Friedenshaus ist in Augsburg so bekannt wie kein anderes Objekt – es ist in vielen Haushalten und öffentlichen Ausstellungen präsent. Eine bessere und konstantere Hinführung zum Frieden ist kaum möglich, denn der Anblick der kleinen handbemalten oder bedruckten Holzhäuschen erinnert immer wieder daran: „Was ist mein Beitrag zum Frieden“? Über das große ehrenamtliche Engagement hinaus gilt es zu würdigen, dass mit dem Erlös der Friedenshäuser viel Geld in soziale Projekte investiert wird. Als Erfinder und Motor des Augsburger Friedenshaus-Projekts leistet das Ehepaar Mayer – auch dank der Unterstützung seines Teams – einen nachhaltigen Beitrag zum sozialen Frieden. www.das-friedenshaus.de 16 Augsburger Zukunftspreis 2014 Agenda 21/Nachhaltige Entwicklung Teilnehmer Afrikanische Wochen Die Afrikanischen Wochen werden von der Werkstatt Solidarische Welt e.V. seit mittlerweile 25 Jahren jeweils im November veranstaltet, um den Augsburger Bürgerinnen und Bürgern Afrika in seinen vielen Aspekten näher zu bringen. Die verschiedenen Veranstaltungen sind ein wichtiges Forum geworden für Informationen, Gedankenaustausch und Aktionen zu unserem Nachbarkontinent. Oft wurden einzelne Länder oder Regionen in den Mittelpunkt gestellt, es gibt aber auch thematische Schwerpunkte unabhängig von der geografischen Region. Die entwicklungspolitischen Themen reichen von Migration, Schuldenerlass, Mikrokrediten und Fairem Handel bis zu den Themen Rohstoffe und Wüste. Ein Eröffnungsfest und kulturelle Elemente fördern darüber hinaus den Aspekt der Begegnung und des Austauschs. Die Afrikanischen Wochen werden von einer hauptamtlichen Bildungsreferentin der Werkstatt Solidarische Welt e.V. koordiniert und von zahlreichen Freiwilligen – darunter viele Migrantinnen und Migranten – erarbeitet und durchgeführt. Kooperationspartner sind örtliche Organisationen und Einzelpersonen aus dem entwicklungspolitischen Spektrum. Für die 26. Afrikanischen Wochen 2014 sind die Themen Rohstoffe, Mali, Fairer Handel in Südafrika und Afrika im Ersten Weltkrieg vorgesehen. Finanziert werden die Afrikanischen Wochen überwiegend von Mission Eine Welt sowie von der Stadt Augsburg aus Mitteln des BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung). Projektträger und Ansprechpartner: Werkstatt Solidarische Welt e.V., Sylvia Hank Weiße Gasse 3 86150 Augsburg Telefon 0821 37261 wsw@werkstatt-solidarische-welt.de www.werkstatt-solidarische-welt.de Augsburger Zukunftspreis 2014 17 Agenda 21/Nachhaltige Entwicklung Teilnehmer Aufbau einer Stadtschülervertretung Der Verein „Schülerorganisation für Augsburg“ hat sich seit dem Jahr 2013 dafür eingesetzt, dass sich nun endlich eine stadtweite Schülervertretung bildet, um die Interessen aller Augsburger Schüler in Zukunft wesentlich besser vertreten zu können. Durch die Gründung am 15. Februar 2014 wurde letztlich ein entsprechender Stadtratsbeschluss aus dem Jahr 2008 umgesetzt. Somit ist es künftig möglich, direkt auf die Politikgestaltung der Stadt einzuwirken, was für die Berücksichtigung und Umsetzung der Anliegen der Schüler bedeutend effektiver sein soll als durch die bestehenden schuleigenen SMVen. Dabei war es dem Verein wichtig, dass die Augsburger Schüler aller Schularten selbst aktiv wurden, um ein tragfähiges Konzept der Schülervertretung zu erstellen. Durch eine Unterschriftenliste wurden nicht nur die Schüler auf das Projekt aufmerksam gemacht, sondern auch die Stadt, welche die dafür benötigten finanziellen Mittel bereitstellen sollte. Durch zahlreiche Gespräche mit dem Bildungsausschuss und dem Stadtjugendring sowie dem Austausch unter den Schülern selbst gelang es schließlich, die Schülervertretung im Februar 2014 im Zuge einer einberufenen Konferenz zu gründen. An dieser Konferenz nahmen über 100 delegierte Schüler aller Altersklassen und Schularten teil. Die dabei artikulierten Interessen der Augsburger Schüler sind u.a.: • Vernetzung aller Schülermitverwaltungen (SMVen) der Augsburger Schulen der Mittelschulen • Stärkung • Keine Kürzung einzelner Fächer im Zuge der Etablierung von Fächerkombinationen kostenlose Bildung für alle Schüler im Rahmen der Lehr- und Lernmittelfreiheit, sowie niedrige Preise bei Mensen Schulsanierungen nicht weiter hinausschieben der individuellen Förderung von Schü- • Möglichst • Dringende • Ausbau lern • Verwendung • Festlegung von unabhängigem Lehrmaterial fairer Arbeitsbedingungen für alle Arbeitnehmer an den Schulen Projektträger und Ansprechpartner: Schülerorganisation für Augsburg e.V. (SofA e.V.), Fabian Linder Kanalstraße 15 86153 Augsburg Telefon 0176 47794994 lieblings.sofa@yahoo.de www.lieblings-sofa.de 18 Augsburger Zukunftspreis 2014 Agenda 21/Nachhaltige Entwicklung Teilnehmer Medienpreis Augsburg: Bring Augsburg in die Welt – Bring die Welt nach Augsburg Im Jahre 2010 wurde der Augsburger Medienpreis, der Wettbewerb um die besten Werbeideen für die Region Augsburg, vom Verein der Medienschaffenden Medienforum Augsburg e.V. ins Leben gerufen. Das Motto des Mitmachwettbewerbes lautet seit Beginn „Bring Augsburg in die Welt – Bring die Welt nach Augsburg“. Das Augsburger Medienforum ist überzeugt von dem „Produkt Augsburg“. Da Markenbildung ein immerwährender und langfristiger Prozess ist, ist es sehr wichtig, kontinuierlich das Marketing unserer Stadt auf dem neuesten Stand zu halten und mit frischen Werbeideen aus der Bürgerschaft zu unterstützen. Der Augsburger Medienpreis teilt sich in vier Phasen. In Phase eins werden die Bürger aufgefordert, sich mit dem Standort Augsburg, ihrem Arbeits- und Lebensmittelpunkt, auseinanderzusetzen und Ideen zu formulieren, die mit Hilfe medialer Instrumente beworben werden können und eine positive Wirkung auf Augsburg entfalten. In der Phase zwei beschäftigt sich eine aus der Region gewählte Fachjury intensiv mit den eingereichten Werken. Daraufhin folgt in Phase drei die Prämierung der besten Werke innerhalb der verschiedenen Kategorien in einem Event, das selbst über die Grenzen Augsburgs Aufmerksamkeit erzielt. Langfristiges Ziel des Wettbewerbes stellt Phase vier dar: Prämierte Ideen sollen in Zusammenarbeit mit institutionellen Trägern der Wirtschaftsförderung umgesetzt werden und dazu beitragen, Augsburg positiv zu bewegen und dessen Stärken perfekt in Szene zu setzen, um so zur Weiterentwicklung unserer Stadt beizutragen. Das Medienforum verspricht sich zudem einige positive Nebeneffekte durch den Wettbewerb: Zum einen sollen die Bürger weg vom Konsumenten und hin zu aktiven Unterstützern des „Projekts Augsburg“ werden. Zum anderen soll dadurch die Aufmerksamkeit jener geweckt werden, die sich nicht aktiv als Ideenmacher sehen, aber durch den Aktivismus anderer dazu angeregt werden, Augsburg mit anderen Augen zu sehen und sich wieder mehr der Schönheit und Potenziale unserer Stadt bewusst zu werden. Schlussendlich ist es das Ziel, dass die Augsburger Bürger erkennen, dass insbesondere sie selbst Botschafter ihrer eigenen Stadt sind und als Empfehlungsgeber Augsburg in die Welt tragen sollten. Projektträger und Ansprechpartner: Medienforum Augsburg e.V., Eiko Trausch Otto-Lindenmeyer-Straße 28 86153 Augsburg Telefon 0821 455564555 info@medienforum-augsburg.de www.medienforum-augsburg.de Augsburger Zukunftspreis 2014 19 Agenda 21/Nachhaltige Entwicklung Teilnehmer The Caravan of Change 2013 – eine 7-monatige Lernreise entlang der Donau, von der Quelle bis zum Schwarzen Meer ThinkCamp ist eine gemeinnützige Genossenschaft mit Sitz in Augsburg. Sie fördert Projekte, Unternehmertum und Netzwerke, die gesellschaftliche und ökologische Verantwortung wahrnehmen und somit eine nachhaltige Entwicklung und einen Nutzen für das Gemeinwohl vorantreiben. Dauerhaftigkeit: Dieses Jahr findet eine weitere Lernreise, der „Vision Walk“ und der erste Nachhaltigkeits Summit für nachhaltige Entwicklung im Balkan statt. Das Netzwerk arbeitet außerdem an einer Publikationsserie in Form von nachhaltigen Reiseführern. Momentan haben sich dafür Teams in Augsburg und Mazedonien gebildet. Mit dem Aufbau von physischen Orten, den sog. „Being Spaces“ wollen wir Orte der nachhaltigen Entwicklung an verschiedenen Standorten in Europa schaffen, die miteinander vernetzt sind und wo Menschen arbeiten, leben und zusammen lernen können. Gegenstand der Aktivitäten: Die Karawane voller wissensdurstiger, vernetzungsfreudiger und zukunftsoffener Menschen zog vom 15. März bis zum 8. September von der Quelle der Donau im Schwarzwald bis zum Donaudelta am Schwarzen Meer. Unterwegs fanden Foren, Workshops und Wandergespräche und viele vor Ort Besuche bei öko-soziale Projekten in den Donauländern statt. Hauptfragestellungen der Reisenden waren: „Wie wollen wir in Zukunft leben, arbeiten und lernen? Wie kann sich die Donauregion nachhaltig entwickeln? Was ist öko-soziales Unternehmertum und wie kann es zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen?“ Unser Ziel war es ein lebendiges Netzwerk gleichgesinnter Menschen zu entwickeln, in dem wir alle voneinander lernen wie wir eine nachhaltige Zukunft gestalten und zusammen aktiv werden können. Unser Vorgehen basiert auf einer generations-, sektor-, und kulturübergreifenden Herangehensweise. Vorgehen: Die Karawane war eine offene Reisegruppe mit einem 4 köpfigen Kernteam. Es haben sich insgesamt 56 Menschen für gewisse Teilstrecken angeschlossen. An den Foren und Workshops haben insgesamt über 750 Menschen aus verschiedenen Ländern teilgenommen. Diese wurden von regionale Teams in 8 Donaustädten (Augsburg, Regensburg, Ottensheim, Melk, Wien, Budapest, Osijek und Belgrad) organisiert. Ergebnisse/Wirksamkeit: Viele Lernerfahrungen der Teilnehmer/innen, Vernetzung, Start des dunaVision Netzwerks, besseres Verständnis für andere Kulturen, Länder und die nachhaltige Entwicklung. Weiterentwicklung des dunaVision Netzwerks in 2014 zum unaVision Netzwerk mit der Entwicklung von klaren Visionen und Vorgehensweisen. Innovativer Charakter: Innovative nicht formale Lernmethoden: Die Lernreise geht weg von Lehrplänen und hin zu den situativen Bedürfnissen und Fragestellungen der Teilnehmer. Dabei werden Experten virtuell oder vor Ort einbezogen. Projektträger und Ansprechpartner: ThinkCamp non-profit Cooperative, Sarah Krupke und Johannes Pfister Wolframstraße 9 86161 Augsburg Telefon 0172 8628947 johannes.pfister@thinkcamp.eu www.thinkcamp.eu www.balkansummit.net www.dunavision.eu 20 Augsburger Zukunftspreis 2014 Agenda 21/Nachhaltige Entwicklung Teilnehmer Erziehung zu einem Bewusstsein für Natur und Nachhaltigkeit für Kinder von drei bis 18 Jahren In den Einrichtungen des Vereins „Freie Waldorfschule und Kindergärten Augsburg“ geht es darum, den Kindern im Alter zwischen drei und 18 Jahren ein Bewusstsein für Natur und Nachhaltigkeit zu vermitteln. Im Focus des Schul- bzw. Kindergartenalltags stehen praktische Tätigkeiten in den Bereichen Gartenbau, Haus- und Landwirtschaft. So besuchen die zweiten Klassen beispielsweise einen Schäfer und lernen bei ihm die Wollverarbeitung kennen, die Kinder der dritten und vierten Klassen erfahren darüber hinaus im Projekt „Vom Korn zum Brot“ alles über die Brotherstellung. Die älteren Schüler folgen des Weiteren einem umfassenden Gartenbau-Lehrplan auf dem Schulcampus, arbeiten in der Schulküche mit oder machen ein dreiwöchiges Praktikum auf einem Bio-Bauernhof. Ziel ist es, den Kindern nicht nur ein Gefühl für Abläufe in der Natur und Landwirtschaft zu vermitteln, sondern ihnen auch konkret die einzelnen Techniken der Gärtnerei beizubringen, wie Graben, Beetbereitung, Säen, Pflanzen, Gießen, Jäten, etc. Letztlich lernen die Schüler auch vieles über die verschiedenen Gemüse- und Obstsorten bzw. Pflanzenarten. Wichtig ist vor allem die enge Verbindung zwischen der Schulküche und dem Schulgarten. So werden ohne große Transportwege, chemische Dünge- und Pflanzenschutzmittel in Zusammenarbeit mit regionalen Anbietern nachhaltige und biologische Lebensmittel den Schülern angeboten und von ihnen auch selbst verarbeitet. Sie lernen die richtige Behandlung der selbst angebauten Lebensmittel und den Zusammenhang bzw. die Abläufe vom Anbau bis zum fertigen Gericht kennen. Küchenabfälle werden von den Schülern im Schulgarten kompostiert und auch die Dekoration des Speisesaals wird aus dem Garten geholt. Auf diese Art und Weise lässt sich eine wesentlich größere Wertschätzung für die Lebensmittelherstellung und ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit erreichen. Projektträger und Ansprechpartner: Isabella Geier, Freie Waldorfschule und Kindergärten e.V. Dr.-Schmelzing-Straße 52 86169 Augsburg Telefon 0821 27096-0 isa.geier@t-online.de Internet: www.waldorf-augsburg.de Nachhaltigkeit durch Erziehung Freie Waldorfschule und Waldorfkindergärten Augsburg e. V. Augsburger Zukunftspreis 2014 21 Agenda 21/Nachhaltige Entwicklung Teilnehmer FOKUS N – 1. Augsburger Nachhaltigkeitstag Wirtschaft am 27.11.2013 FOKUS N, die erste Großveranstaltung für an Nachhaltigkeit interessierte Fach- und Führungskräfte, war als eintägige Weiterbildung in der Messe Augsburg mit begleitender Ausstellung über nachhaltiges Wirtschaften konzipiert. Dieser Nachhaltigkeitstag für die Wirtschaft ist vor dem Hintergrund ins Leben gerufen worden, dass immer mehr Unternehmen nach der Öko- und Sozialbilanz ihrer Zulieferer und Dienstleister fragen und immer mehr Konsumenten Wert auf regionale, ökologisch und fair hergestellte Produkte legen. Für die Unternehmen entsteht so die Herausforderung, ihrer gesellschaftlichen und unternehmerischen Verantwortung gerecht zu werden. Die Themen der fünf angebotenen Workshops waren: • Integraler Ziel des Arbeitskreises ist es, als „Change Agents/ Pioniere des Wandels“ GeschäftsführerInnen, Nachhaltigkeitsbeauftragte und andere Unternehmensverantwortliche der regionalen Wirtschaftsbetriebe zu kontaktieren und verstärkt für Aspekte unternehmerischer Verantwortung zu interessieren. Die Vorbereitungen für den FOKUS N 2014 im November laufen bereits intensiv mit neuen Ideen und vielfältigen Impulsen für eine nachhaltige Wirtschaft. Projektträger und Ansprechpartner: Arbeitskreis Unternehmerische Verantwortung, Dipl.-Geogr. Manfred Agnethler Alter Postweg 118 86159 Augsburg Telefon 0821 26719050 oder 598-2296 manfred.agnethler@geo.uni-augsburg.de www.nachhaltigkeit.augsburg.de/agendaforen/ arbeitskreis-unternehmerische-verantwortung Nachhaltigkeitscheck für Unternehmen Unternehmens-Kommunikation • Nachhaltige • Work-Life-Family-Balance • Corporate-Citizenship-Aktivitäten • Wege zur Materialeffizienz Die Teilnehmer konnten in den Workshops ganz praxisnah Lösungen für ihre Unternehmen erarbeiten, die auch mit weiteren Informationen auf der FOKUS N Webseite heruntergeladen werden können. Parallel zum Vortrags- und Workshop-Programm zeigten regionale Unternehmen im Messebereich ihre Ansätze, Produkte und Dienstleistungen, die zum nachhaltigen Wirtschaften beitragen. Konzipiert und realisiert wurde FOKUS N durch den Arbeitskreis Unternehmerische Verantwortung (im Rahmen der Lokalen Agenda 21) und den Wirtschaftsjunioren Augsburg. 22 Augsburger Zukunftspreis 2014 Agenda 21/Nachhaltige Entwicklung Teilnehmer I hoch 3 (I³) im Park – öffentlich gefördertes Wohnen Ziel des Projekts I hoch 3 (I³) im Park ist es, mit dem Bau von öffentlich geförderten Mietwohnungen im Sheridan und Reese Park durch spezielle Gestaltung der Zuschnitte und Mietpreisbindungen eine bunte Mischung hinsichtlich der Bewohner zu erreichen, so dass einkommensschwache Familien, Menschen mit Migrationshintergrund und ältere Menschen eine bezahlbare Bleibe finden können und damit ihre Integration gefördert wird. So wurden in den Jahren 2006 bis 2013 letztlich 124 Wohnungen gebaut, die nach den Vorschriften der öffentlichen Förderung komplett an die oben genannten Bevölkerungsgruppen (zu ungefähr gleichen Anteilen) vermietet werden konnten. Bis 2016 sind weitere 153 Wohnungen geplant. Alle Wohnungen haben eine Mietpreisbindung über 25 Jahre. Soziale Nachhaltigkeit soll durch die Integration der verschiedenen Bevölkerungsgruppen erreicht werden. Großer Wert wird dabei darauf gelegt, dass innerhalb der Hausgemeinschaften insbesondere Menschen mit Behinderung, Alleinerziehende und kinderreiche Familien ihren Platz finden. Dabei ist ein verständnisvolles Miteinander von immenser Bedeutung für die Zukunftsfähigkeit einer Stadtgesellschaft. Die Firma Deurer ist das älteste Augsburger Bauunternehmen und noch heute ein Familienbetrieb. In den beiden Projekten fördert das Bauunternehmen ein harmonisches Zusammenleben beispielsweise durch folgende baulichen Voraussetzungen: familienfreundliche Grundrisse mit zwei Bädern in den großen Wohnungen, Gemeinschaftsräume zur Begegnung und zum Abhalten von Kursen, Barrierefreiheit in der gesamten Wohnanlage, Kunstwerke in den großzügigen Fluren, technische Hilfsmittel wie z.B. elektrische Rollläden und eine kompetente, schnell agierende Hausverwaltung. Projektträger und Ansprechpartner: Gregor Deurer GmbH & Co.KG, Dipl.-Ing. Dipl.-Ing. Arch. Hubert Deurer Stadtberger Straße 64 86157 Augsburg Telefon 0821 508630 mdeurer@deurer.de www.deurer.de Augsburger Zukunftspreis 2014 23 Agenda 21/Nachhaltige Entwicklung Teilnehmer Initiativen gegen (Massen-)Tierhaltung Der Verein Tierrechtsinitiative Augsburg e.V., der seit 2013 gemeinnützig ist, will durch zahlreiche und regelmäßige Aktionen auf das Leid von Tieren aufmerksam machen, welches vor allem durch die Massentierhaltung entsteht, und zudem über die vegane Lebensweise als nachhaltigen und wertschätzenden Umgang zwischen Mensch und Tier informieren. Auch die unnötige Tierhaltung und qualvolle Tötung zur Pelzgewinnung wird kritisiert. Dabei will der Verein durch seine Arbeit darauf aufmerksam machen, dass weltweit durch übertriebenen Fleischkonsum und Massentierhaltung laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO, 2013) mehr Treibhausgase emittiert werden als durch den gesamten Transportsektor. Des Weiteren werden 78% der global zur Verfügung stehenden landwirtschaftlichen Flächen zur Produktion von Tierfutter bzw. direkt zur Tierzucht verwendet (LEAD, 2006). Der damit verbundene Energieeinsatz ist nach Ansicht des Vereins keineswegs nachhaltig, da für die Gewinnung einer Energieeinheit aus Fleisch zehn bis 15 pflanzliche Einheiten benötigt werden. Auch werden die Futtermittel oft über weite Wege aus Ländern importiert, die die eigene Bevölkerung kaum ernähren können. Gerade in Hinsicht auf die immer noch weltweit angespannte Ernährungssituation sei dies kaum zu verantworten. Mit zahlreichen Aktionen (ca. 50 im Jahr 2013) informieren die Vereinsmitglieder zumeist in der Augsburger Innenstadt über die nachteiligen Folgen von (Massen-) Tierhaltung, vegetarische bzw. vegane Alternativen zum Fleischkonsum und einen wertschätzenden Umgang zwischen Menschen und (Nutz-)Tieren. Konkret wird dies auch auf dem jährlich von der Tierrechtsinititative organisierten „Earth Peace Day“ angesprochen. Hier präsentieren Friedens-, Menschenrechts-, Umwelt- und Tierrechtsorganisationen ganztägig ihre Arbeit und klären die Augsburger Bürger über die Gesamtproblematik auf. Spezielle Schwerpunkt-Aktionen waren unter anderem „Vegane Ostern“, die „Anti-Stopfleber-Aktion“, spontane Flashmobs sowie Vorträge in Schulen und Hochschulen. Projektträger und Ansprechpartner: Tierrechtsinitiative Augsburg e.V. (TIA e.V.), Carola Nowey Gartenstraße 10a 86504 Merching Telefon 0175 8569283 caro@tierrechte-augsburg.de www.tierrechte-augsburg.de 24 Augsburger Zukunftspreis 2014 Agenda 21/Nachhaltige Entwicklung Teilnehmer Internationale Kelleruni Herrenbach (I Ku) „Jeder Mensch hat Talente. Auch du. Lass uns daran teilhaben.“ Auf dieser Grundanschauung beruht der Vorlesungsbetrieb an der Internationalen Kelleruni Herrenbach. Dementsprechend beginnt auch jede Vorlesung damit, dass sich alle Studentinnen und Studenten vorstellen und sagen, was sie besonders gut können. Nicht jedem fällt es immer leicht, dies zu benennen. Die zweite Säule, auf der der Vorlesungsbetrieb beruht, ist die Annahme, dass das Wachstums­ credo in Politik und Wirtschaft in absehbarer Zeit zu seinem Ende gelangen wird. Die Studierenden verbindet diese These und sie diskutieren deshalb über probate Konzepte einer Postwachstumsökonomie. Dafür ist es auch wichtig, sich mit anderen Akteuren in der Stadt zu vernetzen, die ebenfalls in einer Welt endlicher Ressourcen nach alternativen Lebensmodellen suchen. Begonnen hat der Vorlesungsbetrieb am 01.02.2013 mit einer programmatischen Vorlesung zu den Ergebnissen des Club of Rome bezüglich der Grenzen des Wachstums. Danach haben unter anderem türkeistämmige Kommilitonen von ihrem Glauben erzählt: von Alevitentum, Judentum und Buddhismus. Weitere Themen waren: das Sozialkaufhaus contact, verantwortliche Ernährung, gewaltfreie Kommunikation, „urban gardening“ und noch vieles Andere. Es gibt keine festen Rollen, d.h. jede Studentin/ jeder Student kann zur Dozentin/zum Dozent werden. Am Ende jeder Vorlesung wird die erfolgreiche Teilnahme bescheinigt und ins Studienbuch eingefügt. Außerdem gehört zum ganzheitlichen Bildungsansatz der I Ku auch gemeinsames Essen und Trinken und je nach Gelegenheit gemeinsames Musizieren. Leitlinien der I Ku: • Die I Ku versteht sich als Ort der Begegnung und des gemeinsamen Lernens für alle Menschen. Mensch hat Talente und alle diese Talente können in die I Ku eingebracht werden. Feste Rollen gibt es nicht: Jeder ist zugleich Lernender und Lehrender. Nationalität, Bildungsabschlüsse, Parteizugehörigkeit etc. spielen dabei keine Rolle. Band ist der gegenseitige Respekt, Freude am Lernen, Mut zu Veränderung und die gemeinsame Suche nach nachhaltigen Lösungen für eine zunehmend komplizierter werdende Welt. • Jeder • Einigendes Projektträger und Ansprechpartner: Internationale Kelleruni Herrenbach (I Ku), Peter Biet Matthias-Claudius-Straße 9 86161 Augsburg Telefon 0821 3193623 peter.biet@web.de, iku.herrenbach@web.de www.kelleruni.de Augsburger Zukunftspreis 2014 25 Agenda 21/Nachhaltige Entwicklung Teilnehmer Elterninitiative St. Anna: Kinderzentrum für das Stadtjägerviertel – Damit Familienleben auch in der Innenstadt eine Zukunft hat Seit August 2103 haben Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz. In diesem Zuge wurde bayernweit die Kinderbetreuung ausgebaut. Im Gegensatz dazu wird allerdings im Stadtjägerviertel der einzige Kindergarten (St. Anna) ab Sommer 2014 ersatzlos geschlossen, nachdem vor einigen Jahren auch der Innenstadt-Kindergarten St. Elisabeth ohne Alternative geschlossen wurde. Deshalb wurde im Oktober 2013 die Elterninitiative St. Anna gegründet, um wichtige Weichen für die Zukunft der Kinderbetreuung im Stadtjägerviertel zu stellen. Es wurde bereits eine Vernetzung von Verantwortlichen der Stadt Augsburg und weiteren Engagierten geschaffen, die die Notwendigkeit einer Kinderbetreuung im Stadtjägerviertel unterstreichen. Die Elterninitiative wird weiterhin den entstandenen Dialog und die bisherige Öffentlichkeitsarbeit pflegen und ausbauen. Die Notwendigkeit einer Kinderbetreuung mit mindestens 50 Plätzen wird vom Amt für Kinder, Jugend und Familie bestätigt und auch der Stadtrat hat schon die finanziellen Mittel freigegeben. Allerdings konnte bisher trotz aller Bemühungen keine passende Immobilie (benötigt werden ca. 270 m² Innen- und ca. 500 m² Außenfläche) in der Innenstadt gefunden werden. Folgende ökonomische, soziale und kulturelle Fakten sprechen für eine Kinderbetreuung im Viertel: Die Lage in Bahnhofsnähe in der Innenstadt als bevölkerungsdichtestem Stadtbezirk mit 5%-Anteil unter 6-jährigen erfordert eine Möglichkeit für Kinderbetreuung. Die Betreuung sollte wohnort- und schulsprengelnah und zu Fuß zu erreichen sein. Im Innenstadtbezirk gibt es schon wichtige gesellschaftliche und kulturelle Stützpunkte (Curt-Frenzel-Stadion, Plärrer, Familienbad, Tierheim, musikalische Früherziehung, Theater, Bücherei, katholische und evangelische Gemeinden und vieles mehr). Das multikulturelle und demographisch gut durchmischte Viertel und damit die Region sollen gestärkt werden, indem sie familienfreundlich und für alle Kulturen und soziale Schichten attraktiv bleiben. Die Elterninitiative arbeitet weiter mit allen Beteiligten daran, dass nicht nur ein komplett neuer Kindergarten entsteht, sondern ein Kinderzentrum mit Krippe, Kindergarten und Hort als erste und einzige Anlaufstelle für junge Familien im Viertel. Projektträger und Ansprechpartner: Elterninitiative St. Anna: Kinderzentrum für das Stadtjägerviertel, Verena Hörmann Stadtjägerstraße 4 86152 Augsburg Telefon 0821 5089664 elterninitiative.st.anna@gmail.com www.elterninitiative-st-anna.de 26 Augsburger Zukunftspreis 2014 Agenda 21/Nachhaltige Entwicklung Teilnehmer Musikalische Stadttour – Augsburg anders Die Stadttour von Hans-Rainer Mayer, der sich bei seinen Führungen Gustl Mair nennt, verbindet besondere Orte wie z.B. die Puppenkiste oder das Rosenaustadion mit der dazu passenden Musik und Geschichten aus der Stadtgesellschaft. Die Teilnehmer der Tour erwartet ein vergnügliches Programm, bei dem Lachen erlaubt ist. Zu den Geschichten, teils ernsthaft, teils in witziger Realsatire reihen sich musikalische Einlagen mit Augsburg-Bezug. Die ortsspezifischen Lieder, zu denen sich Gustl Mair selbst auf der Gitarre begleitet, reichen von Elvis und Roy Black über die „Lummerland“-Melodie bis zu schwäbischer Volksmusik und türkischen Klängen. Der singende Stadtführer Gustl Mair präsentiert seine authentischen Ortskenntnisse in Schwäbisch und Hochdeutsch, für ausländische Besucher auch in Englisch oder Französisch. Die Tour konzentriert sich nicht nur auf die üblichen Orte einer Stadtführung wie Rathaus und Fuggerei, sondern bezieht auch ungewöhnliche Orte wie das Rosenaustadion, die Ex-Sheridan-Kaserne und das Augsburger ‚Quartier Latin‘ am Hettenbach ein. Diese Stadttour kann nicht nur mit dem Bus (vorhandener Reisebus oder Charter-Bus), sondern auch mit Öffentlichem Nahverkehr und zu Fuß, mit dem Fahrrad oder einem Taxi durchgeführt werden. Um das Zusammenleben mit dem großen Anteil ausländischer Zuwanderer an der Augsburger Bevölkerung zu stärken, werden auch Lieder auf Türkisch, Russisch und Aramäisch vorgetragen. Hans-Rainer Mayer versucht zudem einen Lizenzverkauf seines Musikalischen Stadttour-Konzeptes mit Making-of und Durchführungsrichtlinien für andere Städte zu starten, um so seine Idee einer umweltfreundlichen Stadtführung mit sozialem Bezug weiter zu verbreiten. Projektträger und Ansprechpartner: Klang & Bilder, Hans-Rainer Mayer Kornblumenweg 2 86368 Gersthofen Telefon 0821 4534367 info@sonimages.de www.sonimages.de Augsburger Zukunftspreis 2014 27 Agenda 21/Nachhaltige Entwicklung Teilnehmer Opening Doors To Lifelong Learning: Öko-Projekt mit Bourges und anderen Partnerschulen Die Verantwortlichen des Comenius- bzw. des Öko-Projekts des Maria-Theresia-Gymnasiums wollen zusammen mit den Partnerschulen und auch außerschulischen Einrichtungen den Schülern das Prinzip der Nachhaltigkeit durch zahlreiche Aktivitäten anschaulich vermitteln. Ökologisches und nachhaltiges Handeln soll auf diese Art und Weise Einzug in den Schulalltag finden. Dabei standen in den Schuljahren 2012/13/14 das Projekt „Opening Doors To Lifelong Learning“ mit den Partnerschulen aus Murcia (Spanien), Penzance (England), Helsingoer (Dänemark) und Bourges (Frankreich) sowie ein Ökoprojekt mit Bourges im Vordergrund. Mit Hilfe von Workshops, eigenen Projektarbeiten und Exkursionen und auch beim Aufenthalt in ausländischen Gastfamilien haben die Schüler hautnah und durch eigene Arbeit nachhaltiges Handeln kennengelernt und gleichzeitig ihre interkulturellen Fähigkeiten steigern können. Zentrales Anliegen des Projekts „Opening Doors“ unter der Leitung von Udo Legner ist es, dass die beteiligten Schüler die vielfältigen Möglichkeiten des lebenslangen Lernens kennenlernen, Wissensvermittlung sich also nicht nur auf die Schule beschränkt. In Augsburg war der Schwerpunkt kulturelle und wissenschaftliche Bildung (z.B. Kradhalle, Kulturpark West, „Grandhotel“, „Mediengarten Holbein“), in Bourges Ökologie und Umwelt, in Penzance Medien und Zukunft. Die Besuche sollen auch dazu beitragen, dass die Schüler Lust auf das Lernen bekommen und dies nicht nur als bloße „Pflichterfüllung“ ansehen. Damit verbunden ist das Öko-Projekt mit Augsburgs Partnerstadt Bourges (Koordinator Robert Lachenmayr). Auch hier sollen die Schüler mit Hilfe eines konkreten Projekts nachhaltiges Lernen und Entdecken realisieren können. So begleiten die Teilnehmer über drei Jahre hinweg die Entwicklung des Eco-Quartier in Bourges und besuchten zudem 2014 die Umweltstation Legau im Unterallgäu mit dreitägigem Workshop. Projektträger und Ansprechpartner: Maria-Theresia-Gymnasium, Udo Legner Gutenbergstraße 1 86150 Augsburg Telefon 0821 3241500 mtg.stadt@augsburg.de Internet: www.mtg-augsburg.de www.comeniusopeni 28 Augsburger Zukunftspreis 2014 Agenda 21/Nachhaltige Entwicklung Teilnehmer Raus aus dem Haus – rein in die Natur! Seit über sieben Jahren bringt das Ehepaar Renate Hudak und Harald Harazim mit ihrer Initiative „Raus aus dem Haus – rein in die Natur!“ Kindern und Familien die sie umgebende Natur näher. Im Rahmen ihrer sowohl freiberuflichen als auch ehrenamtlichen Kinder- und Familienbildungsarbeit ist dabei ein umfangreiches Netzwerk aus Kooperationspartnern entstanden, das verschiedene Generationen, Organisationen und gelegentlich auch unterschiedliche Kulturen zusammen bringt und so für Synergieeffekte sorgt. Ihre Bildungsarbeit wurde 2012 mit dem Qualitätssiegel „Umweltbildung Bayern“ ausgezeichnet. Mit vielfältigen Aktionen, Führungen und Veranstaltungen bringt das Ehepaar Hudak/Harazim Menschen jeden Alters mit den unterschiedlichen Naturräumen in und um Augsburg in Kontakt. Im Zentrum steht dabei immer das „Selbermachen“ und die verschiedenen Möglichkeiten, die Natur mit allen Sinnen zu erfahren. Naturwissenschaftliche Erkenntnisse werden in einfachen Experimenten vermittelt, wie z.B. mit einem kleinen selbstgebauten Schwirrholz aus Naturmaterialien, das als Hilfsmittel zum Verständnis der 3D-Ortung von Fledermäusen dient. Die Teilnehmer an den Projekten sollen Begeisterung für das Leben und die Natur entwickeln, einen schonenden, verantwortungsvollen und respektvollen Umgang mit sich, mit anderen und mit der Natur erlernen, zu eigenem Handeln, Erforschen und Ausprobieren ermutigt werden, neue Perspektiven erleben und fundiertes Wissen mitnehmen.Sie sollen ermuntert werden, Dinge zu hinterfragen, eigene Meinungen zu äußern und Ideen zu entwickeln. Im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung sollen sie befähigt werden, verantwortungsbewusst und ressourcenschonend mit der Natur und ihrem Lebensumfeld umzugehen. Die Erfahrungen aus dieser langjährigen Bildungsarbeit sind in das Buch „Naturabenteuer für Kinder“ eingeflossen. Die meisten Fotos darin sind in und um Augsburg entstanden. In diesem Buch wird die Essenz der Bildungsarbeit von Renate Hudak und Harald Harazim auf den Punkt gebracht: Die Natur mit allen Sinnen fröhlich selbst erleben und mit möglichst einfachen Mitteln deren wunderbare Vielfalt begreifen. Projektträger und Ansprechpartner: Raus aus dem Haus – rein in die Natur, Renate Hudak und Harald Harazim Am Neubruch 21 86199 Augsburg Telefon 0821 156794 info@renate-hudak.de www.renate-hudak.de Augsburger Zukunftspreis 2014 29 Agenda 21/Nachhaltige Entwicklung Teilnehmer Unibienen – Bienenschaukasten und Imkerlehrpfad auf dem Universitätscampus Augsburg Das Referat für Umwelt und Gesundheit des Allgemeinen Studierendenausschusses konnte im Jahr 2013 in Kooperation mit dem Imkerverein Gessertshausen den seit 2011 bestehenden Plan realisieren, einen Bienenschaukasten und einen Imkerlehrpfad auf dem Unicampus Augsburg einzurichten. Die Universität Augsburg möchte damit Verantwortung für eine nachhaltige Umwelt übernehmen und ökologisch positive Effekte mit multiplikatorischer Wirkung verknüpfen. Der Bienenschaukasten bietet Platz für zwei Waben mit insgesamt 2.000 Bienen, wobei das Bienenvolk von Mai bis Ende August im Schaukasten wohnt und in einem größeren Volk des Imkers überwintert, der das Projekt fachmännisch begleitet. Durch zwei Türen ist es möglich, die Bienen und ihre Arbeit den Sommer über zu beobachten. Die Informationstafeln des Imkerlehrpfads sollen die Wichtigkeit dieser Lebewesen verdeutlichen und über die Bienen im Naturkreislauf informieren. Die Universität möchte damit einen Beitrag zu Biodiversität und Nachhaltigkeit leisten. Durch den freien Zugang zum Schaukasten und den Informationstafeln können nicht nur Studierende und Mitarbeiter, sondern auch Besucher, Passanten und Bewohner des Univiertels davon profitieren. Ziel ist es, mitten im universitären Alltag zwischen Forschung, Lehre und Prüfungen Hinweise auf „vermeintlich Kleines“ zu geben und Gedankenanker zu setzen. Darüber hinaus können Impulse für ein naturverbundenes, entschleunigtes und verantwortungsbewusstes Leben vermittelt werden. Zudem erblüht der Campus, denn die Bienen waren Inspiration für Studierende, in einem Seminar durch Aussaat und Pflege von seltenen Pflanzen die Universität aktiv zu bereichern. Um den Bekanntheitsgrad des Projekts noch weiter zu steigern, ist für den Sommer 2014 ein Honigtag mit Vorträgen und Filmen sowie der Verkauf von regionalem Honig geplant. Die Unibienen sollen auch als Anstoß dienen, um weitere Projekte auf dem Weg zu einer nachhaltigen Universität zu ermöglichen. Projektträger und Ansprechpartner: Referat für Umwelt des Allgemeinen Studierendenausschusses der Universität Augsburg, Seraja Bock Universitätsstraße 2 86135 Augsburg Telefon 0821 5985168 umwelt@asta.uni-augsburg.de www.asta.uni-augsburg.de/projekte/bienenkasten 30 Augsburger Zukunftspreis 2014 Agenda 21/Nachhaltige Entwicklung Teilnehmer Unter 7 über 70 – Generationen musizieren gemeinsam Das Projekt „Unter 7 und Über 70“ ist eine musikalisch-pädagogische und generationenverbindende Konzeption für Kinder im Vorschulalter und Senioren in sozialen Einrichtungen. Einmal wöchentlich findet dafür ein von einem Musikpädagogen angeleiteter Musikunterricht statt, bei dem Alt und Jung in einem Mehrgenerationenhaus oder Seniorenheim zusammenkommen. Die Säulen des Unterrichts sind gemeinsames Musizieren, Singen, Instrumente kennenlernen, Bewegung und Sprache. Das Konzept wurde von Angelika Jekic entwickelt und seit 2004 als Projekt „Unter 7 und Über 70“ von ihr an unterschiedlichen Örtlichkeiten geleitet. Seit Herbst 2013 findet es in einer einmaligen Phase im Mehrgenerationenhaus in Augsburg-Hochfeld mit Kindergartenkindern des Städtischen Kindergartens Immelmannstraße statt. Das gemeinsame Singen und Tanzen, das sich Austauschen und der respektvolle Umgang zwischen Jung und Alt sind eine sichtbare Bereicherung für alle Beteiligten. Durch die regelmäßigen wöchentlichen Treffen stabilisiert sich die Gruppe bald nach der „Kennenlernphase“ und die Senioren begrüßen schon im Vorfeld die Kinder. Kulturgut, Lieder, Musik und Tanz werden aktiv erfahren und erleichtern so die Kommunikation. Mit diesem innovativen Ansatz begegnen sich zwei Generationen über die Musik und können dadurch miteinander erleben und voneinander lernen. An den Musikstunden nehmen die Erzieherinnen sowie Fachpersonal aus den jeweiligen Einrichtungen teil. Die Musikideen können über einen langen Zeitraum eingesetzt werden. Somit ist eine Nachhaltigkeit der musikalischen Begegnung von Jung und Alt gewährleistet. Das Projekt könnte künftig auch in anderen Generationenhäusern, Senioreneinrichtungen und auch in deren Pflegeabteilungen initiiert werden. Projektträger und Ansprechpartner: Europäisches Institut für Musik und Generationen – eumug – Angelika Jekic Ravenspurger Straße 28 86150 Augsburg info@eumug.eu www.eumug.eu Augsburger Zukunftspreis 2014 31 Agenda 21/Nachhaltige Entwicklung Teilnehmer UTOPIA TOOLBOX – Werkzeuge für die Arbeit an der Zukunft Die UTOPIA TOOLBOX ist eine „Werkzeugkiste“ für die bewusste Gestaltung der Zukunft, die als besonders herausfordernd angesehen wird und deshalb kreative Prozesse jenseits vertrauter Dimensionen braucht. Durch Kultur, Kunst und Kreativität soll die Summe aller Krisen bewältigt werden, wobei das Ziel eine „große Transformation“ ist. Es geht dabei um die künftige Gestaltung des Raumes zwischen uns Menschen auf politische, soziale, künstlerische, wissenschaftliche, wirtschaftliche, ökologische, philosophische, spirituelle und ganz praktische Art. Die UTOPIA TOOLBOX ist ein Kunstprojekt von Menschen verschiedenster Berufsfelder, die interdisziplinär zusammenarbeiten möchten auf der Basis eines extrem weiten Begriffs von Kreativität. Die Kreativität ist hierbei das alles verbindende Element und die wertvollste Ressource des Menschen. Die Kreativität wird als vermutlich einzige Ressource gesehen, die uns aus den Krisen der Gegenwart heraushelfen kann. Es wurde eine UTOPIA TOOLBOX Werkstatt als festes Zentrum in der Generatorenhalle des ehemaligen Straßenbahndepots am Senkelbach eingerichtet. Mit ca. 50 Autoren entstand das Buch „UTOPIA TOOLBOX – Eine Anstiftung zur radikalen Kreativität“ mit Texten, Bildern, Gesprächen, Do-it-yourself-Performances und freien Seiten für eigene Ideen. Ca. 200 Mitwirkende in Augsburg und ca. 200 Mitwirkende weltweit agieren in Workshops und Netzwerken. Die UTOPIA TOOLBOX ist noch im Aufbau und sieht sich selbst als eine Utopie. Die kulturelle Zukunft unserer Gesellschaft soll nachhaltig gestaltet werden durch Kunst und Kreativität. Projektträger und Ansprechpartner: UTOPIA TOOLBOX, Juliane Stiegele Kaffeegässchen 4 86150 Augsburg Telefon 0821 151732 office@utopiatoolbox.org www.utopiatoolbox.org 32 Augsburger Zukunftspreis 2014 Agenda 21/Nachhaltige Entwicklung Teilnehmer Verein Naturfreibad Haunstetten Der im Jahr 2010 gegründete Verein hat sich zum Ziel gesetzt, das Naturfreibad in Haunstetten für die Allgemeinheit zu erhalten. Dabei soll das Naturfreibad in gesellschaftlicher Hinsicht insbesondere für Familien, Kinder, Jugendliche und Senioren einen Ort der Erholung bzw. Regeneration darstellen. Im Mittelpunkt stehen die Modernisierung, Sanierung und der damit verbundene Werterhalt der gesamten Anlage. So ist gewährleistet, dass auch künftig in Haunstetten zumindest eine Erholungsfläche dauerhaft gepflegt wird. Konkret wurden im Freibad alle Toiletten renoviert, die Duschen neu gestaltet, der Wachturm repariert, ein Wirtschaftsweg mit neuen Rohren und Leitungen angelegt sowie neue Umkleiden und Spinde aufgestellt. Dabei arbeiten die Vereinsmitglieder bei der Organisation und Umsetzung der zahlreichen Maßnahmen auf rein ehrenamtlicher Basis. Ohne diese Arbeit wäre das Naturfreibad dem Verfall preisgegeben worden. Mit Hilfe dieser Aktivitäten leistet der Verein zudem einen Beitrag zur Förderung von sportlichen Betätigungen – gerade auch bei Kindern und Jugendlichen – und stärkt damit die körperliche und seelische Gesundheit der Besucher. Die Nachhaltigkeit bemisst sich bei diesem Projekt demnach in erster Linie an sozialen Indikatoren, die sich an der Leitlinie „Gesundheit für alle ermöglichen“ orientieren. Hierzu gehören der Ausbau gesundheitsfördernder Sportangebote und die Schaffung von attraktiven Grünflächen im gesamten Stadtgebiet für Spiel und Erholung. Der Verein möchte sich auch in Zukunft für die Erhaltung und Verbesserung des Naturfreibades stark machen und plant unter anderem eine Kinderwasserlandschaft und die Erneuerung der Uferumrandung. Projektträger und Ansprechpartner: Verein Naturfreibad Haunstetten e.V. Postillionstraße 3 86179 Augsburg Telefon 0821 8153652 info@naturfreibad-haunstetten.de www.naturfreibad-haunstetten.de Augsburger Zukunftspreis 2014 33 Agenda 21/Nachhaltige Entwicklung Teilnehmer Entwicklungskonzept Bahnpark Augsburg: Werkstatt der Entdeckungen Forschen, entdecken und experimentieren, basteln, tüfteln und ausprobieren: Die Faszination von Technik, Handwerk und Naturwissenschaften vor allem an Kinder und Jugendliche vermitteln – das wird zukünftig das Hauptanliegen des Bahnpark Augsburg sein. Mit wissenschaftlicher Beratung und mit Unterstützung von Planern und Fachleuten aus verschiedenen Bereichen wurde das Nutzungskonzept für das „Industriedenkmal Bahnpark“ weiterentwickelt. Ergebnis zahlreicher Arbeitssitzungen, Beratungen und Abstimmungsgespräche ist die „Werkstatt der Entdeckungen“, die Besucher aller Altersgruppen ansprechen und vor allem junge Menschen für sogenannte MINT-Berufe begeistern soll (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik). Zentrales Element des Konzeptes ist eine geplante Dauerausstellung im denkmalgeschützten Rundhaus aus dem Jahr 1906. Vor der beeindruckenden Kulisse historischer Lokomotiven aus ganz Europa werden Besucher mit sogenannten Experimentier-Stationen an grundlegende Phänomene der Technik und der Naturwissenschaften herangeführt. Statt „Berühren verboten“ gilt hier „Anfassen erwünscht“. Damit orientiert sich die „Werkstatt der Entdeckungen“ an den erfolgreichen Science-Centern Phaeno in Wolfsburg, Universum in Bremen oder Technorama in Winterthur. Der Bahnpark verweist dabei auf ein absolutes Alleinstellungsmerkmal: In Augsburg werden die modernen Experimentier­ stationen in denkmalgeschützten Industriegebäuden zusammen mit historischen Lokomotiven präsentiert. In diesem spannenden Umfeld mit „Werkstatt-Charakter“ wird ein besonders authentischer Bezug zur „echten“ Technik hergestellt. Ergänzt wird die Ausstellung im Rundhaus durch die „Gläserne Dampflok-Werkstatt“ sowie durch ein „Technikhaus“ (Entdecker-Labore), in dem Kinder und Schüler experimentieren und handwerklich tätig sein können. Berücksichtigt sind auch Flächen für Wechselausstellungen und eine Veranstaltungshalle mit Gastronomie. Die Sanierung des denkmalgeschützten Rundhauses im ersten Bauabschnitt mit einem gesicherten Volumen von 1,244 Millionen Euro hat Ende 2013 begonnen. Ende April 2014 wurde die Machbarkeitsstudie für die „Werkstatt der Entdeckungen“ fertiggestellt. Mit dem sogenannten „Technikhaus“ soll ein erster Baustein des Gesamtvorhabens im Jahr 2015 eröffnet werden. Projektträger und Ansprechpartner: Bahnpark Augsburg gGmbH, Markus Hehl Firnhaber Straße 22c 86159 Augsburg Telefon 0821 450447100 m.hehl@bahnpark-augsburg.eu www.werkstattderentdeckungen.de 34 Augsburger Zukunftspreis 2014 Agenda 21/Nachhaltige Entwicklung Teilnehmer Zivilcourage und Frauenrechte „Kein Mann hat das Recht, eine Frau zu schlagen!“, da waren sich auch die Schülerinnen und der eine Schüler der BKF12C sofort einig. Mit großem Elan dekorierte die Klasse das ganze Schulhaus mit Plakaten, Bannern und Informationsmaterial. Kein Schüler konnte in der Woche vor dem internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen das Schulhaus betreten, ohne die Berichte der Polizei, die Fotos von der Notfallambulanz und die blaue Fahne der Frauenrechtsorganisation TERRE DES FEMMES zu sehen. Anstoß zur Projektreihe gaben unter anderem Berichte des Innenministeriums zur Verbreitung häuslicher Gewalt in Deutschland, die dazu führt, dass es Schülerinnen gibt, die morgens vom Frauenhaus zur Berufsschule gehen und andere, die wegen Verletzungen nicht zum Unterricht erscheinen können. Mit der Ausstellung und der Fahne sagt die Schule klar Nein zu jeder Form von Gewalt. Fr. Dr. Rodler führte mit ihren Schülerinnen und Schülern mehrere Projekte zu diesem Themenkreis durch: • eine Trillerpfeifenaktion auf dem Moritzplatz, • einen Workshop mit dem Titel „Grabsch mich nicht an“, Teilnahme einer Klasse an der Kundgebung zum „Equal Pay Day“ 2013, Präventionsworkshop, • die • einen • eine jährlich wiederkehrende Plakataktion zu Frauenrechten und Gewalt gegen Frauen, Workshop zur Zivilcourage in der Öffentlichkeit. • einen Kooperationspartner waren die Vereinigung TERRE DES FEMMES und das Polizeipräsidium Augsburg. Auch die Sozialpädagogin der Schule, Susanna Vogel, wirkt aktiv mit und steht Schülerinnen, die selbst betroffen sind, zur Seite und vermittelt Hilfe. Ziel ist es, die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler in ihrem Selbstvertrauen zu stärken und zur Zivilcourage zu animieren. Durch Veröffentlichungen in der Schulzeitung, Plakataktionen usw. soll die gesamte Schulgemeinschaft mit einbezogen werden. Die beteiligten Schülerinnen und Schüler sind mit großem Eifer bei der Sache und erfahren mehr als im üblichen Unterricht. Frau Dr. Rodler führt die Plakataktion und Workshops mit ihren Klassen nun jedes Schuljahr durch und trägt so zu einem friedlichen Miteinander der Schulgemeinschaft bei, damit der Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ mit Leben gefüllt wird. Projektträger und Ansprechpartner: Kaufmännische Berufsschule IV, Johannes Mayr und Dr. Angelika Rodler Jesuitengasse 4 86152 Augsburg Telefon 0821 324-1890 bs4.stadt@augsburg.de www.welserschule.de Augsburger Zukunftspreis 2014 35 Agenda 21/Nachhaltige Entwicklung Teilnehmer Zukunft für Alle! Mitmenschen sollen „fit für die Zukunft“ gemacht werden. Ihre eigenen Stärken und Talente entdecken und durch die Projekte des Vereins „Zukunft für Alle“ Finanzkompetenz, Kenntnisse und Fertigkeiten für Arbeit, Beruf und Freizeit entdecken, kennen lernen und weiter entwickeln. Vom Umgang mit Geld über künstlerische Tätigkeiten, den Austausch untereinander und mit verschiedenen Institutionen bis hin zu der Möglichkeit der Vernetzung. Das Forum „Zukunft für alle e.V.“ ist seit 1996 in Zusammenarbeit mit der Künstlervereinigung artsteps in den Bereichen Kunst, Kultur, Gesellschaft und Bildung tätig. Es werden viele Menschen verschiedener Zielgruppen erreicht, weil das Konzept sehr nachhaltig und direkt an der Lebenswirklichkeit der Menschen ist. Durch die hohe Vernetzung bringt sich der Verein direkt in die Stadtgesellschaft ein, beteiligt sich am Dialog, der Förderung von Toleranz und dem Zusammenleben. Neben eigenen Projekten fördert der Verein Initiativen und bietet Hilfe zur Selbsthilfe, stärkt Talente und individuelle Kompetenzen. Die Projekte sind reproduzierbar, übertragbar und geben auch Antworten auf Fragen nach dem Zusammenleben der Gesellschaft. Ein Projekt ist zurzeit „Cent für Cent“. Durch Ausstellungen, Vorträge und Diskussionen soll die Finanzkompetenz von Frauen, Migrantinnen, Kindern und Jugendlichen verbessert werden. Mit dem Projekt „Sprachkompetenz durch Märchen“ wird Kindern von einer Märchenerzählerin Sprache auf spielerische Weise vermittelt. Beim Projekt „Ich bin ich“ bietet aktuell eine Bildhauerin Workshops an, in denen man seine eigenen künstlerischen Stärken erkennen kann. Es werden unter anderem auch „Alleinerziehend“-Kunstaktionen für betroffene Frauen angeboten und Ausstellungen organisiert. Der Verein Forum Zukunft für Alle e.V. hat durch Sponsoring und seine Vernetzung ermöglicht, dass der erste Preis für „Es funktioniert“ von „Wirtschaft im Dialog mit dem Bayrischen Bildungswerk“ an die erste Klasse der Grundschule Herrenbach verliehen wurde. Projektträger und Ansprechpartner: Forum Zukunft für Alle e.V., Manfred Zodl Postfach 102610 86150 Augsburg info@forum-zfa.de www.forum-zfa.de 36 Augsburger Zukunftspreis 2014 Klimaschutz Teilnehmer Kategorie Klimaschutz Preisträgerprojekte (in alpabetischer Reihenfolge): Augsburger Land Carsharing Pro Bahn: Mehr Platz im Fugger-Express Teilnehmerprojekte (in alphabetischer Reihenfolge): Bio-Pausenbrot-Aktion Bürogebäude Sheridan Augsburger Zukunftspreis 2014 37 Kategorie Klimaschutz 38 Augsburger Zukunftspreis 2014 Klimaschutz Preisträger Bildungs- und Projektarbeit AUGSBURG LAND Die Bildungs- und Projektarbeit AUGSBURG LAND will mit ihrer Arbeit dazu beitragen, dass die natürlichen Lebensgrundlagen für Menschen, Tiere und Pflanzen in der Region erhalten bleiben. Zentrale Elemente sind hierbei kurze Transportwege, klima- und umweltschonende Erzeugung bzw. Verarbeitung sowie die damit verbundene Bewusstseinsbildung bei den Verbrauchern hinsichtlich regionaler landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Durch die kurzen Transportwege hin zum Verbraucher aber auch bei der Beschaffung von Rohstoffen tragen die regionalen Lebensmittel effektiv zum Klimaschutz bei. Alle damit verbundenen Prozesse sollen dabei möglichst im Landkreis Augsburg stattfinden, so dass ein regionaler Kreislauf bei der Erzeugung, der Verarbeitung und beim Handel geschlossen werden kann. Für viele Verbraucher ist eine nachvollziehbare Herkunft der Lebensmittel von großer Bedeutung. Des Weiteren wird beim Anbau der Feldfrüchte darauf geachtet, dass die Richtlinien des Netzwerkes UNSER LAND, zu dem AUGSBURG LAND zählt, eingehalten werden. Dazu gehören beispielsweise auch die BIO-Richtlinien, die den Einsatz von Energie gegenüber konventionellen Produkten um ca. 50 % reduzieren sollen. Durch den Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel und die Verwendung heimischer Futtermittel werden darüber hinaus deutlich weniger Treibhausgase hinsichtlich Herstellung und Transport verursacht. Verwendet wird schließlich nur gentechnikfreies Saatgut. Die Vermittlung eines regionalen, umweltschonenden bzw. klimafreundlichen Verbraucherbewusstseins wird dabei durch zahlreiche Projekte unterstützt. Schulkinder können beispielsweise auf einer Streuobstwiese natürlich angebaute Früchte kennenlernen oder einen modernen BIO-Bauernhof besuchen, um bei der Milcherzeugung „live“ dabei zu sein. Auch zahlreiche Kochkurse werden angeboten, um die Grundlagen einer gesunden Ernährung erfahren zu können. AUGSBURG LAND will damit vor allem auch erreichen, dass für die regional und umweltschonend hergestellten Lebensmittel faire Preise erzielt werden, um den langfristigen Klimaschutz zu garantieren. Zudem soll gerade für Stadtkinder – aber auch für Erwachsene – ein Verständnis für die bäuerliche Lebensweise geweckt werden. Projektträger und Ansprechpartner: UNSER LAND Solidargemeinschaft AUGSBURG LAND, Dr. Hans-Peter Senger Oberländer Straße 24c 86163 Augsburg Telefon 0821 2639827 senger.dr.hans-peter@augsburgland.info www.unserland.info Augsburger Zukunftspreis 2014 39 Klimaschutz Laudatio Das Projekt AUGSBURG LAND hat es sich zum Ziel gesetzt, die Lebensgrundlagen für Menschen, Tiere und Pflanzen in der Region zu erhalten. Es will den Menschen ins Bewusstsein rufen, dass man die Region durch den Kauf von Rohstoffen aus Augsburg und Umgebung nachhaltig fördern kann. Durch die Verpflichtung der beteiligten Landwirte, BIO-Richtlinien beim Anbau zu beachten und auf chemische oder andere schädliche Mittel zu verzichten, handelt es ganz im Sinne der Lokalen Agenda 21. Die Jury schätzt an diesem Projekt, dass es ausschließlich regional und nachhaltig arbeitet und dem Schutz des Klimas und der Kulturlandschaft dient. Es führt nicht nur den Konsum und die Region zusammen, sondern wirkt auch pädagogisch wertvoll, indem es z.B. Schulkindern den Besuch eines modernen BIO-Bauernhofes ermöglicht. 40 Augsburger Zukunftspreis 2014 Klimaschutz Preisträger CarSharing für die Fuggerstadt Ziel des Vereins BeiAnrufAuto ist es, mit Hilfe der Initiative „CarSharing für die Fuggerstadt“ eine sinnvolle Nutzung von Fahrzeugen zu erreichen, um damit einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Dabei arbeiten die Mitglieder rein ehrenamtlich und sind auf Zuschüsse nicht angewiesen. Auch wurde ein eigenes Buchungs- und Abrechnungssystem entwickelt, Fahrzeugpaten kümmern sich des Weiteren um die jeweiligen Autos. Zurzeit nutzen mehr als 130 Mitglieder neun Fahrzeuge an vier Standorten in ganz Augsburg, wobei allein in den letzten beiden Jahren eine Verdopplung der Mitgliederzahl stattgefunden hat. CarSharing trägt vor allem dazu bei, dass gerade in der Innenstadt mit Stellflächen ressourcenschonend umgegangen wird, da für jeden CarSharing-Stellplatz neun konventionelle Parkplätze eingespart werden können. Dieser dadurch nicht genutzte knappe innerstädtische Raum kann somit anderweitig genutzt werden, ein klimabelastender Individualverkehr wird stärker vermieden. Auch ermöglicht die Initiative, dass Menschen, die sich kein Auto leisten können oder wollen, gezielt Nutzfahrzeuge in Anspruch nehmen können. Damit verbunden ist zudem die Förderung von alternativen Antriebskonzepten. Der Verein beteiligt sich darüber hinaus auch bei der CarSharing-Initiative in Königsbrunn und bei dem Aufbau eines Sozialfahrdienstes in der St. Thomas Gemeinde. Letztlich soll das System durch die Entwicklung eines Lastenfahrradverleihs ergänzt werden, um auf diese Art und Weise ein klimaschonendes Mobilitätskonzept zu verwirklichen. Projektträger und Ansprechpartner: BeiAnrufAuto e.V., Matthias Reinsch (1. Vorsitzender) Untersbergstraße 24b 86153 Augsburg Telefon 0821 4506898 info@beianrufauto-augsburg.de www.beianrufauto.de Augsburger Zukunftspreis 2014 41 Klimaschutz Laudatio Preisträger ist der Verein BeiAnrufAuto mit dem Projekt CarSharing für die Fuggerstadt. Anders als bei kommerziellen Anbietern handelt es sich um einen bürgerschaftlichen Zusammenschluss, der sich ehrenamtlich organisiert. Bei seiner Gründung 2001 war der Verein noch Pionier und ist bis heute auf 130 Mitglieder mit 9 Fahrzeugen an 4 Standorten angewachsen. Zu mehr Umweltschutz soll die zielgerichtete Nutzung der Fahrzeuge sowie der Einsatz einer Flotte mit unterschiedlichen und modernen Fahrzeugen beitragen. Zudem schont CarSharing den begrenzten Raum in der Stadt. Die Jury hat intensiv über den Beitrag für den Klimaschutz diskutiert und sieht ihn im Anreiz einer niedrigeren Fahrleistung ohne Vollverzicht auf das Auto, in der effizienten Nutzung moderner Fahrzeuge, deren Größe je nach Bedarf variiert, sowie in der überlegten Auswahl des Verkehrsmittels für jede Strecke. 42 Augsburger Zukunftspreis 2014 Klimaschutz Preisträger „Mehr Platz im Fugger-Express“ Der Fahrgastverband „Pro Bahn“ hat es geschafft, im Projektzeitraum 2011 bis 2014 mit seinem Engagement, wie entsprechenden Zählungen und einer eingereichten Petition an den Bayerischen Landtag, das Platzangebot und die Attraktivität der Zugverbindung Augsburg-München deutlich zu steigern. Damit wurde ein erheblicher Beitrag zum Klimaschutz geleistet, da deutlich mehr Fahrgäste die Bahn wieder benutzt haben. Dabei zeigte sich zunächst, dass aufgrund eines unzureichenden Platzangebotes im Berufsverkehr auf der Strecke Augsburg-München, sehr enger Abstände in vielen Sitzreihen und fehlender Gepäckablagen die Inanspruchnahme der Zugverbindungen stark abnahm. Durch diese Mängel und für viele Menschen unattraktiven Zustände sank beispielsweise die Zahl der Pendler im Zeitraum zwischen Januar 2010 und März 2012 zur morgendlichen Hauptverkehrszeit zwischen Mering und Pasing um 10%. Viele stiegen wieder auf den PKW um und steigerten so den wesentlich stärker umweltbelastenden Individualverkehr. Verbesserungsvorschläge und Diskussionen mit der DB Regio und dem Freistaat (Bayerische Eisenbahngesellschaft) zeigten allerdings kaum Fortschritte, so dass „Pro Bahn“ auf der Grundlage der ermittelten Fahrgastzahlen im Sommer 2012 eine Unterschriftensammlung startete und im Herbst desselben Jahres eine entsprechende Petition dem Bayerischen Landtag übergab. Dabei konnte folgendes erreicht werden: Seit Dezember 2012 gibt es zusätzliche Halte anderer Züge zwischen München und Augsburg, die Kapazität an Plätzen für Fährgäste wurde im morgendlichen Berufsverkehr um 660 Plätze sowie am Nachmittag um 420 Plätze durch den Einsatz einer weiteren Zuggarnitur erhöht (wobei schon seit Februar 2011 ein weiterer Doppelstockzug mit 500 Plätzen am Abend eingesetzt wurde). Auch die Attraktivität wurde hinsichtlich des Reisekomforts durch die Erhöhung der Sitzabstände und den Einbau von Gepäckanlagen in vielen Zügen deutlich gesteigert. Diese Maßnahmen haben dazu geführt, dass die Zahl der Pendler zu den Hauptverkehrszeiten bis zum Jahr 2014 nach der Talsohle 2012 wieder stark zugenommen hat. So belief sich beispielsweise die durchschnittliche Fahrgastzahl zwischen Mering und Pasing zur morgendlichen Hauptverkehrszeit im Januar 2014 auf über 5700. Projektträger und Ansprechpartner: Fahrgastverband „Pro Bahn“, Klaus Böhme Brachflecken 23 86497 Horgau Telefon. 08294 622 Augsburger Zukunftspreis 2014 43 Klimaschutz Laudatio Unter höchstem persönlichen Einsatz haben sich die Aktiven von Pro Bahn in ihrer Freizeit für den Klimaschutz eingesetzt. Durch die erkämpften Verbesserungen im Bahnverkehr zwischen Augsburg und München haben sie nicht nur die tägliche Lebenswirklichkeit tausender PendlerInnen verbessert, sondern auch für viele einen Anreiz geschaffen, (wieder) vom Auto auf die Schiene umzusteigen. So konnten inzwischen die Fahrgastzahlen deutlich gesteigert werden. Jeder, der als einzelner Bahnkunde schon einmal versucht hat, bei der Deutschen Bahn Anregungen los zu werden, kann nachvollziehen, welche Leistung es darstellt, dass sich Pro Bahn als privat organisierte Initiative hier gegen den anfänglichen Widerstand sowohl des „Molochs“ Bahn und als auch der Bayerischen Staatsregierung durchgesetzt hat. 44 Augsburger Zukunftspreis 2014 Klimaschutz Teilnehmer Bio-Pausenbrot-Aktion Ziel der Bio-Pausenbrotaktion ist es, dass Kinder, Lehrer und Eltern für umweltfreundliche und klimaschonend produzierte Lebensmittel begeistert werden. So soll vor allem eine Sensibilisierung für die Problemlagen Ressourcenverschwendung, Klimawandel, Artensterben und Umweltverschmutzung geschaffen werden. Die Erstklässler bekommen an einigen Augsburger Schulen immer im Oktober eine mit Bio-Lebensmitteln gefüllte Brotbox (gespendet von Unternehmen) geschenkt, wobei es aber nicht bei dieser Aktion bleibt. Begleitend dazu werden die Kinder von einer Bio-Expertin oder einem Bio-Experten besucht, welche die Erstklässler, aber natürlich auch Lehrer und Eltern, über eine klimaschonende Ernährung informieren sollen. Die Inhalte werden dabei ganz einfach und kindgerecht vermittelt. Eine gesunde Ernährung ist auch deshalb sinnvoll, da sich die Zahl der übergewichtigen Kinder in den letzten Jahren auf einem hohen Niveau stabilisiert hat, die Vermittlung einer gesunden Lebensführung ist demnach schon in den ersten Lebensjahren geboten. Die Bio-Pausenbrot-Aktion geht letztlich auf den Stadtratsbeschluss „Gesunde Ernährung – Biostadt Augsburg“ von 2007 zurück. Sie wird seit 2012 von der Arbeitsgruppe Biostadt Augsburg unter Leitung des Gesundheitsamtes im Rahmen der Lokalen Agenda 21 durchgeführt. Letztlich ist es ein Ziel der Initiative, dass an allen 30 Augsburger Grundschulen eine Bio-Pausenbrot-Aktion durchgeführt wird. Projektträger und Ansprechpartner: Gesundheitsamt der Stadt Augsburg, Alexandra Wagner Hoher Weg 8 86152 Augsburg Telefon 0821 324-2062 alexandra.wagner@augsburg.de www.nachhaltigkeit.augsburg.de Augsburger Zukunftspreis 2014 45 Klimaschutz Teilnehmer Bürogebäude Sheridan Die Firma ASSET GmbH hat mit ihrem Bürogebäude SMC (Sheridan Management Center) im Augsburger Sheridan-Park hinsichtlich des Energieverbrauchs, der verwendeten Baustoffe und der weiteren Nutzung zahlreiche Maßnahmen realisiert, wie beispielsweise Gebäudehülle, Gebäudetechnik, Baustoffe, Nutzungskonzept und Erneuerbare Energien. So sieht das Beleuchtungskonzept einen hohen Anteil an Tageslicht vor, die künstliche Beleuchtung findet mit LED-Lampen statt, die individuell bzw. nutzerabhängig eingesetzt werden. Eine Solarstromanlage deckt zudem einen Teil des benötigten Betriebsstromes ab, hier wird ein jährlicher Stromertrag von 18.000 kWh erwartet. Die Beheizung des Bürogebäudes erfolgt über eine Grundwasser-Wärmepumpe, die mit einem nachgeschalteten Pufferspeicher verbunden ist. Dabei findet die nötige Wärmeübertragung großteils über die thermische Aktivierung der Stahlbetondecken sowie durch die Fußbodenheizflächen und die Belüftungsanlagen statt. Für die passive Kühlung der Büros im Sommer wird die Brunnenanlage der Wärmepumpe verwendet. Auf eine zusätzliche energieintensive Klimatisierung wurde aufgrund des effektiven Sonnenschutzes und des geringen Wärmeeintrages durch die LED-Beleuchtung verzichtet. Für die Errichtung des Bürogebäudes wurden Baustoffe wie Beton, Stahl, Glas und Holz verwendet. Das Gebäude weist einen sehr hohen baulichen Wärmeschutz auf. Bei Planung und Bauausführung wurde auf eine wärmebrückenminimierte und luftdichte Bauweise geachtet. Die Nordfassade ist mit einem Wärmedämmverbundsystem ausgeführt, die Ost-, Süd- und Westfassade mit einer hoch wärmedämmenden 3-Scheibenverglasung großflächig verglast und mit wirkungsvollem außen liegendem Sonnenschutz versehen. Die Bodenplatte des nur teilweise unterkellerten Gebäudes und das teilweise begrünte Flachdach sind ebenfalls überdurchschnittlich gedämmt. Durch den weitgehenden Verzicht auf tragende Wände und den Einsatz von Hohlraumböden ist eine flexible Nutzung des Bürogebäudes gewährleistet. Diese Grundrissgestaltung ermöglicht eine zukünftige Umnutzung, die relativ leicht zu realisieren ist. So kann das Gebäude zukünftigen Anforderungen angepasst werden. Mit Hilfe dieser Maßnahmen erfüllt das Bürogebäude SMC bereits die ab dem 1. Januar 2016 geltenden Anforderungswerte der neuen Energieeinsparverordnung (EnEV 2014). Hierbei darf der Primärenergiebedarf nicht höher als 167 kWh pro m² und Jahr liegen. Dieser Wert wird beim SMC-Gebäude mit 112 kWh pro m² und Jahr deutlich unterschritten. Projektträger und Ansprechpartner: Fa. ASSET GmbH, Stephan Deurer Graf-Bothmer-Straße.8 86157 Augsburg Telefon 0821 227900 info@asset-gmbh.net www.smc-augsburg.net 46 Augsburger Zukunftspreis 2014 Bildnachweis  Eckhardt Matthäus Marianne Wagner Winfried Karg BeiAnrufAuto e.V. St. Anna Grundschule G. Harfeld, IT Solutions Stefan Mayr/Lighthouse Augusto: Stefan Kamp Bahnpark Augsburg gGmbH TfK – Technik für Kinder e.V. Sarah Kupke Lisa Ridder Peter Holthaus Werner Mayer Andreas Bärnreuther Manfred Zodl M. S. Philipp Sylvia Hank UTOPIA TOOLBOX Juliane Stiegele Renate Hudak Harald Harazim Verena Hörmann Angelika Jekic Maria Kaschmitter Cynthia Matuszewski Johannes Mayr Hartmuth Basan Ann-Kathrin Rau Robert Lachenmayr Sascha Kühmstedt Carola Nowey Dr. Markus Deurer Verein Naturfreibad Haunstetten e.V. Franziska Kramer Impressum Herausgeber Stadt Augsburg Referat 2 Büro für Nachhaltigkeit und Geschäftsstelle Lokale Agenda 21 Redaktion Claudia Gai, Simon Grasnick, Martina Kieffer-Polat, Dr. Norbert Stamm November 2014 Augsburger Zukunftspreis 2014 47
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