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Full text: Jahresbericht ... Issue 2010

Jahresbericht 2010

Jahresbericht der Handwerkskammer Berlin 2010
Das Handwerk poliert sein Image auf – mit einer bundesweiten Werbekampagne und mit Qualitätsarbeit, zum Beispiel beim Klimaschutz oder im Bereich der modernen Technologien. Für leistungsstarke Jugendliche mit Hochschul- bzw. Fachhochschulreife wird das Handwerk immer attraktiver: Fast jeder sechste Lehrling beginnt eine Ausbildung nach abgeschlossenem Abitur.

Inhaltsübersicht

Vorwort Vorstand und Mitglieder der Vollversammlung Schlaglichter Wirtschaft Impressum
Herausgeberin: Handwerkskammer Berlin Blücherstraße 68, 10961 Berlin Tel. +49 30 25903-01 Fax +49 30 25903-235 info@hwk-berlin.de www.hwk-berlin.de Redaktion: Elke Sarkandy Tel. +49 30 25903-230 Fax +49 30 25903-235 sarkandy@hwk-berlin.de Redaktionsschluss: 18. Februar 2011 Gestaltung: scottiedesign, Berlin Druck: Printservice Roewer Fotonachweis: Gregor Anthes, Jörg Bergmann, Tina Erxleben, Familienbeirat Berlin, Fotolia, imago stock & people, Norbert Kirsch, Thomas Machowina, Nils Michaelis, Christoph Petras, Martina Puchalla, Marina Richter, Elke Sarkandy, Gregor Schöning, Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung, Art & Photo Urbschat, Fred Winter

6 8 12 18 30 34 40 78 84 85 89 92 96 100 102

Kommunikation Berliner Handwerk Handwerkskammer Berlin Partnerorganisationen Anhang Innungen Ausschüsse Betriebsbestand Anlage A, AeT, B1 und B2 Ausbildung Fort- und Weiterbildung Beratungen

Die Handwerkskammer dankt für die freundliche Unterstützung:

Vorwort

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Handwerkskonjunktur gewinnt an Fahrt

Vorwort

Das Jahr 2010 war ein gutes Jahr fürs Handwerk. Der deutsche Wirtschaftsmotor brummt und der „XL-Aufschwung“ wird sich auch im laufenden Jahr fortsetzen. Die EU-Kommission hat gerade ihre Prognose nach oben korrigiert: 2,4 Prozent Wachstum für 2011 ermittelte sie kürzlich in einer Studie und schreibt damit Deutschland die Rolle der europäischen Konjunkturlokomotive zu. Das Wachstum – so die Experten – werde vornehmlich durch eine steigende Inlandsnachfrage befeuert. 2011 könnte ein noch besseres Jahr für die rund 31.000 Handwerksbetriebe in Berlin werden, da die Mehrheit in erster Linie weniger exportorientiert agiert, statt dessen jedoch mit dem Ohr nah am regionalen Kunden ist. Dafür bietet die Stadt die ideale Plattform; das spiegelt auch die Unternehmensstruktur wider: 99,7 Prozent sind kleine und mittelständische Betriebe mit weniger als 250 Beschäftigten. Auch Berlins Dienstleistungssektor entwickelt sich derzeit dynamisch weiter. Der Geschäftsklimaindex im Handwerk stieg bereits im Herbst 2010 auf 102 Punkte. Er spiegelt sowohl die Bewertungen der aktuellen Geschäftsergebnisse als auch die Erwartungen zu den kommenden Geschäftsverläufen wider. Und diese sind augenblicklich überaus positiv. Das letzte Mal wurde die 100-Punkte-Marke übrigens im Herbst 1994 geknackt. Dieser Optimismus darf allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass es derzeit aufgrund des demografischen Wandels eine große Herausforderung gibt, die da heißt: Fachkräftemangel.

Im Handwerk hat sich eher der Begriff Fachkräftesicherung etabliert, denn die Aktivitäten, heute die Experten für morgen zu gewinnen, laufen bereits auf Hochtouren. Handwerker setzen auf Wissen und Kompetenz; die Handwerkskammer Berlin unterstützt sie mit Beratung darin, Bildungs- und Begabungsreserven zu aktivieren. Im Fokus stehen Jugendliche mit Migrationshintergrund sowie Schulabgänger sowohl mit besonderem Förderbedarf als auch leistungsstarke Jugendliche. Das Schwergewicht, mit dem das Handwerk wuchern kann, ist und bleibt das Potenzial der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Deshalb investieren Unternehmer auch weitsichtig in Ausbildungsplätze. Den

Wettlauf um die klügsten Köpfe unterstützt die Handwerkskammer unter anderem mit Schulpartnerschaften oder dem Projekt „Handwerk Mittendrin“, indem Betriebe und potenzielle Auszubildende zusammengebracht werden. Die Schulstrukturreform mit der Einführung des Dualen Lernens in den integrierten Sekundarschulen hat eine Verbindungstür zwischen Schule und Handwerkswirtschaft geöffnet, die eine wichtige Basis für die Förderung der Berufsorientierung ist. Die vordringlichste zukünftige Aufgabe ist deshalb, die vorhandene Kraftreserve effektiv zu nutzen, damit das Handwerk weiter an Fahrt gewinnen kann.

Stephan Schwarz, Präsident

Jürgen Wittke, Hauptgeschäftsführer

Vorstand und Mitglieder der Vollversammlung

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Geschäftsführung

Vorstand und Mitglieder der Vollversammlung

Hauptgeschäftsführer Jürgen Wittke

Geschäftsführer Ulrich Wiegand

Mitglieder der Vollversammlung
Selbstständige Handwerker

Präsident Stephan Schwarz (Mitte), Vizepräsident Erwin Kostyra, Meistervertreter (links), Vizepräsident Karsten Berlin, Arbeitnehmervertreter (rechts)

Joachim Barth Parkettleger

Kurt Berning Bäcker

Karsten Berning Konditor

Aynur Boldaz Gebäudereinigerin

Michael Brendel Maler und Lackierer

Werner Christ Schornsteinfeger

Vorstandsmitglieder

Hans-Joachim Blauert Bäcker Meistervertreter

Jan Kopatz Friseur Meistervertreter

Anselm Lotz Kraftfahrzeugtechniker Meistervertreter

Klaus-Dieter Müller Bau Gesellenvertreter

Wolf-Peter Niesel Bäcker Gesellenvertreter

Thomas Stulz Heizungsmonteur Gesellenvertreter

Michael Geisler Raumausstatter

Klaus Gerlach Fleischer

Hans-Joachim Gruhlich Hans-Günter KraftfahrzeugHagelgans technicker Installateur und Heizungsbauer

Hans-Albert Heim Textilreiniger

Bernd Ilsemann Elektrotechniker

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Mitglieder der Vollversammlung

Mitglieder der Vollversammlung

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Mitglieder der Vollversammlung
Arbeitnehmer

Carsten Joschko Elektrotechniker

Frank Kleinert Installateur und Heizungsbauer

Jürgen Kränzlein Informationstechniker

Ralf Koch Metallbauer

Dirk Kohlke Schuhmacher

Volkmar Küchenthal Ofen- und Luftheizungsbauer

Bukhard Bildt IG Metall

Peter Gau Maurer

Ronny Gedamke Schornsteinfeger

Andreas Groener Glaser

Bettina Jeserick Fachverkäuferin

Heidelind Jockel DGB

Helmut Lessing Bau

Jörg-Dieter Mann Dachdecker

Frank-Michael Niehus Tischler

Beate Roll Betriebswirtin im Handwerk

Uwe Sallmann Holz- und Bautenschutz

Heide-Christel Schumann Fotografin

Günter Johannes Kraftfahrzeugmechaniker

Torsten Launert Kraftfahrzeugmechaniker

Rainer Lückfeldt Bodenleger

Kirsten Lorenz Installateurin und Heizungsbauerin

Angela Mohr Bandagistin

Gert Poet Friseur

Veiko Schenderlein Gerüstbauer

Bernd Sprenger Karosserie- und Fahrzeugbauer

Hartmut Spaethe Konditor

Burkhard Stelse Augenoptiker

Markus Straube Maler und Lackierer

Wilfried Wenzel Glaser

Olaf Sauer Kraftfahrzeugmechaniker

Henry Schmidt Maler und Lackierer

Udo Wegener Elektromonteur

Heiner Uhlemann Gebäudereiniger

Carola Zarth Kfz-Betriebswirtin

Mike Zimmermann Bodenleger

Schlaglichter

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Januar
8. Januar: Gemeinsamer Neujahrsempfang von Handwerkskammer Berlin und IHK Berlin – 1.700 Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik im Ludwig-Erhard-Haus 14. Januar: Auftakt-Pressekonferenz zur bundesweiten Imagekampagne des Berliner Handwerks 14. Januar: Internetportal www.duales-lernen.de geht an den Start. Lehrer, Schüler, Eltern und Betriebe treten über dieses gemeinsame Projekt von Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung, Handwerkskammer Berlin, IHK Berlin, UVB und dem Verband der freien Berufe in Kontakt 25. Januar: Beim Praktischen Leistungswettbewerb der Deutschen Handwerksjugend mit fünf Bundessiegern und 32 Landessiegern schneidet Berlins Handwerkernachwuchs 2009 sehr gut ab

Handwerkskammer Berlin präsentieren auf der internationalen Fachmesse für Bauen und Gebäudetechnik „bautec“ ihre Aus- und Weiterbildungsangebote

schen, naturwissenschaftlichen und handwerklichen Berufe, aber auch in Führungspositionen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft 29. April: Themenabend „Sternstunden im Handwerk“ der Handwerkskammer Berlin im Zeiss-Großplanetarium Berlin, Handwerksunternehmer knüpfen Kontakte zu Lehrer/-innen und Schüler/-innen aus integrierten Sekundarschulen und Förderzentren

Schlaglichter

März
9. März: Handwerkskammer Berlin und Senat, DGB, IHK Berlin, UVB, IGM und IGB CE schließen „Zukunftspakt für die Berliner Industrie“ 15. bis 19. März: Stadtvertrag Klimaschutz bietet mit Unterstützung der „Fahrradstation“ eine kostenlose „Fahrrad-Frühlings-Kur“ mit Check und kleineren Reparaturen an 17. März: Konferenz zum Thema „Motivation“ der Berliner Initiative für gesunde Arbeit (BIGA) im Roten Rathaus 27. März: Tag der offenen Tür der Meisterschule für Zahntechnik im BTZ, Interessierte erhalten Einblick in die Ausbildung zum Zahntechniker-Meister

Mai
10. Mai: Neunte Verleihung des Klimaschutzpartnerpreises in drei Kategorien bei den Berliner Energietagen 11. Mai: Tag des Ausbildungsplatzes im Handwerk – Telefonhotline der Handwerkskammer Berlin 11. Mai: Handwerkskammerpräsident Stephan Schwarz nimmt in Paris an einer Podiumsdiskussion zur dualen Ausbildung im Handwerk im Rahmen der „11e Rencontres Sénatoriales de l'Apprentissage" teil 17. Mai: Berliner Senat, Handwerkskammer Berlin und IHK Berlin starten gemeinsame Ausbildungskampagne „Berlins Wirtschaft braucht Dich“ für eine bessere Einbindung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in die duale Ausbildung

Februar
8. Februar: Die Mensa im Bildungs- und Innovationszentrum (BIZWA) der Handwerkskammer Berlin wird eröffnet 11. bis 19. Februar: Karl-Heinz Meschbach, Illusionsmaler aus den USA, bietet neue Seminare zu Illusionsmalerei und Gestaltung eines Wandbildes im Bildungs- und Technologiezentrum (BTZ) der Handwerkskammer Berlin mit großem Erfolg an 16. bis 20. Februar: Kompetenzzentrum Zukunftstechnologien im Handwerk (Komzet) und Bildungsund Technologiezentrum (BTZ) der

April
19. April: Jahrespressekonferenz der Handwerkskammer Berlin 20. April: Gemeinsame Aktion der Berliner Wirtschaft zur Realisierung des 16. Bauabschnitts der A 100, Übergabe einer Liste von 100 Namen von Unterstützern aus der Wirtschaft an die Vertreter der Koalitionsfraktionen im Rotes Rathaus 22. April: Girls’ Day 2010, Schülerinnen ab Jahrgangsstufe 5 erhalten in Berliner Unternehmen einen Einblick in die Vielseitigkeit der techni-

So läuft's rund: Mädchen erhalten Einblick ins Handwerk – am Girls'Day

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Schlaglichter

Schlaglichter

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28. Mai: Die Handwerkskammer Berlin wird nach DIN ISO 9001 zertifiziert und arbeitet ab sofort nach einem Qualitätsmanagementsystem, genau wie ihre Bildungsstätten. Ein jährlich wiederkehrendes Überwachungsaudit unterstützt die Weiterentwicklung und Verbesserung der Dienstleistungsqualität

19. Juni: 5. Berliner Unternehmerinnentag im Ludwig Erhard Haus 23. Juni: Handwerkskammer Berlin und IHK Berlin unterzeichnen eine Vereinbarung zur Kooperation und besiegeln damit offiziell ihre Zusammenarbeit 30. Juni: Verleihung der Franzvon-Mendelssohn-Medaille für bürgerschaftliches Engagement, der erste Preis geht an den Maler- und Lackierermeister Horst Schollmeyer 29. Juni bis 8. Juli: Schauspieler Götz George kann für die Teilnahme an einer Plakataktion des Stadtvertrages Klimaschutz gewonnen werden, die zum Austausch von alten Heizungen motiviert

5. Juli: Die Schule am Hasenhegerweg und die Mato Cujic Gebäudereinigung GmbH besiegeln die 100. Schulpartnerschaft 5. Juli: „Unternehmen für Familienfreundlichkeit – Berlin 2010“ ausgezeichnet, Auto-Elektrik G. Holtz & Co. KG erhält einen Sonderpreis der Jury 8. Juli: Das kontrovers diskutierte Ausschreibungs- und Vergabegesetz tritt in Kraft 21. Juli: Start des 1. Lehrgangs „AEVO für Migranten“, der Ausbilder mit Migrationshintergrund befähigen soll, Ausbildungsplätze zu schaffen

24. August: Die Handwerkskammer Berlin erneuert ihre OnlineLehrstellenbörse und erweitert sie um eine Praktikumsbörse 26. August: Beim „Azubi Speed Dating“, einer gemeinsam von Handwerkskammer Berlin und BGZ Berliner Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit mbH organisierten Vermittlungsbörse, lernen sich Jugendliche und Ausbildungsbetriebe kennen

Juni
8. Juni: Handwerks- und Gewerbekarten gibt es bei Neueintragungen und Änderungen ab sofort im neuen Scheckkartenformat 14. Juni: Neues Finanzierungsinstrument für Berliner Handwerksbetriebe: Der Handwerker-Sofortkredit startet mit einer Pressekonferenz in der Bürgschaftsbank zu Berlin-Brandenburg (BBB) 14. Juni: Kammerpräsident Stephan Schwarz nimmt öffentliche Bestellung und Vereidigung von fünf neuen Sachverständigen vor 15. Juni: Die Handwerkskammer Berlin präsentiert sich gemeinsam mit regionalen Handwerkskammern, Industrie- und Handelskammern und weiteren Verbänden am Tag des Sachverständigen Berlin-Brandenburg im Ludwig Erhard Haus 15. Juni: Senat und Berliner Wirtschaft informieren im Ludwig Erhard Haus über das Duale Lernen anhand von Beispielen gelungener Zusammenarbeit zwischen Betrieben und Schulen 16. bis 18. Juni: Deutsch-Französisches Handwerkskammertreffen in Bordeaux

September
1. September: In einer Pressekonferenz der Berliner und Brandenburger Handwerkskammern zur Situation des regionalen Handwerks nach der Krise werden die Ergebnisse aus einer gemeinsamen Umfrage zur Fachkräftesicherung vorgestellt 1. September: Stadtvertrag Klimaschutz lädt zum kostenlosen Heizungs-Check ein. Aufgrund der hohen Nachfrage wird die Anzahl von 50 auf 100 verdoppelt 6. September: Eröffnung des Forums Erneuerbare Energien (FEE) im BTZ der Handwerkskammer Berlin – 22 Solarmodule stehen auf dem Dach des BTZ zu Schulungszwecken bereit 7. September: Mobilitätstag im BTZ der Handwerkskammer Berlin – ehemalige Leonardo da VinciStipendiaten stellen ihre Auslandserfahrungen vor und formulieren Forderungen gegenüber der Politik 10. und 11. September: PremiumSeminar „Unternehmernachfolge“ im Dämeritzseehotel

Auch BIZWA-Mitarbeiter Wolfgang Edeler (r.) war auf der Suche nach geeigneten Auszubildenden beim Azubi Speed Dating – mit Erfolg.

August
16. bis 20. August: Das „Feriencamp Handwerk“ im BIZWA der Handwerkskammer Berlin lädt Förder- und Sekundarschüler/-innen zur Berufsorientierung ein 23. August: Handwerkskammer Berlin und IHK Berlin starten gemeinsam mit der „Berliner Morgenpost“ den Wettbewerb „Berlins Bester Ausbildungsbetrieb“

Juli
1. Juli: Sommerfest des Berliner Handwerks – Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Verwaltung tauschen sich in zwangloser Atmosphäre aus und knüpfen neue Kontakte – Berliner Handwerk präsentiert sich in seiner ganzen Vielfalt mit Produkten und Dienstleistungen

15. September: Die Handwerkskammer Berlin wirbt gemeinsam mit IHK Berlin und Medienpartnern mit Plakaten vier Wochen lang an Straßen und Plätzen für die duale Berufsausbildung 23. September: Lange Nacht der Weiterbildung im BTZ, Vorstellung der BTZ- und Komzet-Angebote 27. September: „Wissenschaft trifft Handwerk“, gemeinsame Veranstaltung der Handwerkskammer Berlin mit der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) und der Innung für Metallund Kunststofftechnik über „Neue Werkstoffe und Verfahren auf der Baustelle" 30. September: Fachtagung „Handwerk trifft Wissenschaft“ im BTZ, Veranstaltung des Komzet zum Innovations- und Technologietransfer Handwerk-Wissenschaft im Rahmen des Wissenschaftsjahres Berlin 2010

Oktober
1. Oktober: Handwerkskammer und IHK Berlin zeichnen Berlins besten Ausbildungsbetrieb aus – Betriebe punkten mit Ausbildungsquote, Leistungen der Lehrlinge und „Ausbildungskultur“ in den Betrieben 1. und 2. Oktober: Tage der Berufsausbildung auf dem ehemaligen Flughafengelände in Tempelhof, unter dem Motto „Finde Deine Zukunft“ stellen auf Deutschlands größter Ausbildungsmesse rund 90 Aussteller ihre Betriebe und ihre Ausbildungsberufe vor 1. und 2. Oktober: Berliner Nachvermittlungsaktion auf dem ehemaligen Flughafengelände in Tempelhof, Jugendliche können sich über annähernd 140 Ausbildungsberufe informieren und ihre Bewerbung direkt bei den 85 ausstellenden Betrieben abgeben 6. Oktober: 5. Jahrestag des Beschäftigungspaktes „Berliner BÄr – Berliner Betriebe nutzen die Kompetenzen Älterer" in der Handwerkskammer Berlin

Bewegen sich und andere: Die Firma Frisch & Faust begeistert Jugendliche für Arbeiten im Tiefbau und sorgt für Fachkräftenachwuchs. Sie wurde bei den Tagen der Berufsausbildung ausgezeichnet.

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Schlaglichter

Schlaglichter

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11. Oktober: Handwerkskammer und IHK stellen gemeinsame Konjunkturumfrage vor: Wirtschaft wieder optimistisch 14. Oktober: Beiratssitzung des Kompetenzzentrums Zukunftstechnologien im Handwerk mit Vertretern von Hochschulen, Fördergebern und Innungen – Bericht über die Arbeitsergebnisse des Projektes und die Vernetzung mit Hochschulen und Technologietransfer 20. Oktober: Veranstaltung zu Finanzierung im Handwerk im BTZ gemeinsam mit Bürgschaftsbank zu Berlin-Brandenburg (BBB) und Mittelständischer Beteiligungsgesellschaft (MBG) 26. Oktober: Infoveranstaltung „Smart-Meter“, Komzet informiert gemeinsam mit der Elektro-Innung, VDE und Vattenfall über „intelligente" Stromzähler 26. Oktober: 64 Betriebswirtinnen und Betriebswirte des Handwerks haben die berufsbegleitende Fortbildung erfolgreich bestanden 27. Oktober: Zukunftswerkstatt Green Economy in den Borsighallen gemeinsam mit der IHK und der Abgeordnetenhaus-Fraktion Bündnis90/Grüne
Die Präsidenten von Handwerkskammer Berlin und IHK Berlin, Stephan Schwarz (r.) und Dr. Eric Schweitzer, begrüßten den deutschen Außenminister und Vizekanzler, Dr. Guido Westerwelle (FDP) am 21. November im Hotel Maritim zur Meisterfeier der Berliner Wirtschaft.

18. November: Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, Handwerkskammer Berlin, IHK Berlin, UVB und der Verband der freien Berufe unterschreiben Kooperationsvertrag „Duales Lernen“ – Berufswahlmöglichkeiten von Schülern der neuen Sekundarschulen sollen damit deutlich verbessert werden 21. November: Meisterfeier im Hotel Maritim, Handwerkskammer Berlin und IHK Berlin ehren 574 neue Meister, Festredner ist Bundesaußenminister und Vizekanzler Dr. Guido Westerwelle 22. November: „Fachkräfte für die Zukunft sichern! – Durchlässigkeit zwischen beruflicher und hochschulischer Bildung gestalten“, gemeinsame Veranstaltung von

Handwerkskammer Berlin und IHK Berlin 22. November: Jubiläumsveranstaltung „10 Jahre nexxt-day", Leitveranstaltung für Betriebsübernehmer und -verkäufer im Roten Rathaus 26. November: Start des neuen Weiterbildungsangebots „Betriebsmanagerin KMU“, das kaufmännische und rechtliche Grundlagen für mitarbeitende Ehefrauen vermittelt November 2010: Überarbeitung des „Aktionsprogramms Handwerk", Workshops mit Fachleuten aus Handwerk und Verwaltung 30. November: 10 Jahre Partnerschaft Schule-Betrieb von Handwerkskammer Berlin und IHK Berlin

Dezember
7. Dezember: Preisverleihung zum Plakatwettbewerb „Strom sparen“ vom Stadtvertrag Klimaschutz 13. Dezember: Startschuss für Projekt „Handwerk mittendrin“ gegen Ausbildungsabbrüche, ein Projekt im Aktionsprogramm „Ausbildung und Integration“ der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales

29. bis 30. Oktober: deGUT – Deutsche Gründer- und Unternehmertage in Berlin, Handwerkskammer Berlin berät Existenzgründer

sparen“ – gemeinsame Veranstaltung der Handwerkskammer Berlin mit der Maler- und Lackiererinnung Berlin im Bildungs- und Technologiezentrum 4. November: 4. Berliner Wirtschaftskonferenz im Roten Rathaus zum Thema „Mobilität – made in Berlin" 10. November: Verleihung des Bundespreises „Handwerk in der Denkmalpflege" im Roten Rathaus 13. November: Gestalterpreis der Meisterschule des Tischlerhandwerks – mit Unterstützung des Fördervereins Aus- und Weiterbildung im Tischlerhandwerk e.V. werden die besten Meisterstücke ausgezeichnet

Fünf von 574 meisterlichen Wegbereitern feierten am 21. November 2010 gemeinsam mit 1300 Gästen aus Politik und Wirtschaft den neuen Meister-Jahrgang der Berliner Wirtschaft.

November
3. November: „Mit Vakuumisolationspaneelen zukunftssicher Energie

Bürgschaften und Beteiligungen statt Notgroschen: Moderne Finanzierungsformen für das Handwerk waren Thema einer Infoveranstaltung.

Wirtschaft

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Gesamtwirtschaft
Die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise ist an Deutschland überraschend glimpflich vorbeigezogen. Die inländische Wirtschaft nimmt weiter an Fahrt auf. Das Statistische Bundesamt ermittelte für 2010 einen Aufwärtstrend beim Bruttoinlandsprodukt (BIP): Mit 3,6% wuchs die deutsche Wirtschaft so stark wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr. Es ist bereits von einem „XL-Aufschwung“ die Rede, bei dem Deutschland die Rolle der europäischen Konjunkturlokomotive einnimmt: Die Beschäftigungszahlen steigen; der deutsche Arbeitsmarkt hat sich 2010 im Vergleich zu anderen Ländern als besonders robust erwiesen. Der außenwirtschaftliche Impuls ist inzwischen auf die Binnennachfrage übergesprungen. Ein leichter Anstieg der Nettolöhne beflügelt jetzt zusätzlich den Konsum. Auch die Situation auf dem Arbeitsmarkt entspannt sich deutlich. Im Dezember 2010 waren rund 40,8 Millionen Personen erwerbstätig. Das waren 427.000 Personen oder 1,1 Prozent mehr als im Dezember 2009. Nach ersten vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) erreichte die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland damit den höchsten Stand in einem Dezember seit der Wiedervereinigung. Dessen ungeachtet wird das Thema Erwerbstätigkeit und Fachkräftesicherung ein zentraler Leitgedanke 2011 sein: Aufgrund des demografischen Wandels in Deutschland muss die Wirtschaft einen Großteil ihrer Anstrengungen darauf verwenden, erfolgreiche Strategien gegen den drohenden Fachkräftemangel zu entwickeln. Nur wenn inländisches Arbeitskräf-

tepotenzial besser ausgeschöpft wird, kann das sich abzeichnende Wirtschaftswachstum gesichert werden. Mit der wirtschaftlichen Erholung liefen 2010 die während der Krise beschlossenen Konjunkturmaßnahmen aus. Dazu gehörte beispielsweise auch das Kredit- und Bürgschaftsprogramm aus dem Wirtschaftsfonds Deutschland, mit dem Unternehmen mit öffentlichen Mitteln unterstützt wurden. Laut OECD-Bericht kann Deutschland 2011 mit einem Wirtschaftswachstum von 2,5 Prozent und 2,2 Prozent im Jahr 2012 rechnen. Die nach internationalen Standards berechnete Arbeitslosenquote würde dann von aktuell 6,9 Prozent in zwei Jahren auf 6,2 Prozent sinken. Das dürfte wiederum Lohnwachstum und Vertrauen der Verbraucher stärken. Der private Konsum würde somit in den kommenden beiden Jahren jeweils um deutlich über ein Prozent zulegen.

pflichten, vorrangig Arbeitslose zur Erfüllung dieser Maßnahme einzusetzen. Grundsätzlich sind bei diesen Arbeiten die geltenden Mindestlohntarife für alle Beschäftigten einzuhalten. Bei dem Fall, der nach Hinweisen eines Malerbetriebs bekannt wurde, schrieb das Bezirksamt Mitte Malerund Lackiererarbeiten über eine Fläche von 28.000 qm aus. Der Bieter, ein Trägerverein, hatte sich verpflichtet, für den Zeitraum der Renovierungsarbeiten an öffentlichen Gebäuden knapp 30 Arbeitslose einzustellen. Noch während der Laufzeit der Maßnahme wurde bekannt, dass statt des gesetzlich verbindlichen Mindestlohns für Malerhelfer von 9,50 EUR lediglich ein Stundenlohn von 6,05 EUR gezahlt wurde. Senat und Bundesagentur für Arbeit stoppten auf Drängen von Handwerkskammer Berlin und Malerund Lackiererinnung Berlin am 1. Juli 2010 die öffentlich geförderten Maßnahmen. Darüber hinaus kritisiert das Handwerk, dass für diese Maßnahmen ausschließlich ungelernte Arbeitskräfte eingesetzt wurden, obwohl mehr als 5.000 Personen im Malerund Lackiererhandwerk arbeitslos gemeldet sind. Bei einer Auftragsvergabe an Handwerksunternehmen statt - wie geschehen – an Qualifizierungs- und Beschäftigungsgesellschaften hätten ehemals Arbeitslose zumindest eine echte Chance auf Integration in den ersten Arbeitsmarkt erhalten – so wie es das Instrument der VergabeAGH eigentlich zum Ziel hat. 2010 wurden mehr als 160 VergabeMaßnahmen vom Dienstleister des Landes abgewickelt. Angesichts dieser Größenordnung fordert die

Wirtschaft

Arbeitsmarktpolitik in Berlin
Arne Lingott Tel.: 030/25903-359 lingott@hwk-berlin.de Zur Eingliederung von Arbeitslosen in den ersten Arbeitsmarkt wurden verschiedene Instrumente entwickelt. Im Rahmen des Gesetzes zur Neuausrichtung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente löste 2010 das Instrument der Vergabe-AGH die ehemalige Vergabe-ABM ab. Im Berichtsjahr wurden in Berlin mehrere Fälle publik, bei denen handwerkliche Arbeiten an öffentlichen Einrichtungen im Rahmen sogenannter Vergabe-AGH abgewickelt wurden. Die Bieter der Baumaßnahmen mussten sich laut Vorgabe ver-

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Wirtschaft

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Handwerkskammer Berlin, zukünftig derartige durch die Jobcenter finanzierte Arbeitsmaßnahmen durch entsprechende Kontrollinstanzen abzusichern und bei Verstößen harte Sanktionen durchzusetzen. Senatsverwaltung und Bundesagentur für Arbeit sagten bereits zu, dieses Instrument ab sofort deutlich kleinteiliger einzusetzen und für eine Einhaltung des Mindestlohnes sowie eine Vergabe an echte Unternehmen zu sorgen.

Änderung des Landesgleichstellungsgesetzes
Svend Liebscher Tel.: 030/25903-357 liebscher@hwk-berlin.de Auch nach Inkrafttreten des Berliner Ausschreibungs- und Vergabegesetzes im Juli des Berichtsjahres rissen die kontroversen Diskussionen der Vorjahre zu den Neuregelungen des Berliner Vergaberechts nicht ab. Besonders umstritten bleiben die vergabefremden, ökologischen und sozialpolitischen Aspekte, zu denen auch das Kriterium der Frauenförderung zählt. Anlässlich der ergänzend geplanten Novellierung des Landesgleichstellungsgesetzes (LGG) wandten sich diesbezüglich Kammern, Innungen und Verbänden Ende September 2010 mit einem gemeinsamen Schreiben an die Senatorin für Stadtentwicklung, Ingeborg JungeReyer, und den Senator für Wirtschaft, Technologie und Frauen, Harald Wolf. Hierin verdeutlichten sie, dass die angestrebte Vereinbarkeit von Beruf und Familie und damit die grundsätzliche Zielrichtung des LGG von der Wirtschaft begrüßt werde. Allerdings beabsichtigt der Berliner Senat mit der Novellierung des LGG für die Verknüpfung von Frauenförderung und öffentlicher Auftragsvergabe eine Halbierung der Schwellenwerte für das Eingreifen der Frauenförderverpflichtung bei Liefer- und Dienstleistungen (von 50.000 EUR auf 25.000 EUR). Außerdem seien nunmehr auch erstmals Bauleistungen ab einem Schwellenwert von 200.000 EUR einbezogen. Gleichwohl ist festzustellen, dass Frauenförderpläne und deren Umsetzung insbesondere in den gewerblich-technischen Berufen (Baugewerbe) schwierig sind, speziell hinsichtlich der Betriebsgröße, da es

an Bewerberinnen fehlt, beispielsweise im Maurer-, Beton- und Stahlbauer- oder im Gerüstbauerhandwerk. Nach Auffassung der Handwerkskammer werden mit höheren Anforderungen an die Vergabe öffentlicher Aufträge immer weniger, vor allem kleine und mittelständische Unternehmen in der Lage sein, diese Vorgaben zu erfüllen. Folglich schrumpft der Kreis der Wettbewerber. Das eigentliche Ziel des Vergaberechts, das Prinzip des sparsamen Einkaufs der öffentlichen Hand mit Steuergeldern, wird somit konterkariert. Nicht zuletzt sei auch zu beachten, dass gemäß einer Entscheidung des EUGH (VergabeR 2004, 36) der öffentliche Auftraggeber keine Anforderungen stellen darf, deren Einhaltung durch den Bieter er entweder nicht nachprüfen will oder nicht nachprüfen kann. Im Ergebnis – so die Auffassung der Handwerkskammer – müssten zumindest Klein- und Kleinstunternehmen von der Regelung ausgenommen werden. Zu überlegen sei überdies, ob statt der in § 13 Absatz 1 LGG genannten Schwellenwerte die Schwellenwerte aus dem europäischen Vergaberecht zugrunde gelegt werden. Der Schwellenwert für Liefer- und Dienstleistungsverträge liegt im europäischen Vergaberecht bei derzeit 193.000 EUR und für Bauaufträge bei 4.845.000 EUR.

„Ein allgemeinverbindlicher Mindestlohn gilt für alle. Dass mit dem Instrument Vergabe-AGH der Mindestlohn auf öffentlichen Baustellen unterschritten wird, ist ein unhaltbarer Zustand und muss schnellstens durch entsprechende Kontrollen abgestellt werden.“

Aktionsprogramm Handwerk
Arne Lingott Tel.: 030/25903-359 lingott@hwk-berlin.de Im Herbst 2010 erarbeiteten Vertreter von Handwerk und dem Berliner Senat gemeinsam das Aktionsprogramm Handwerk, ein konkretes, umsetzungsorientiertes Arbeitsprogramm. Mit Hilfe von vier Workshops zu den Themen „Rahmenbedingungen“, „Innovation/Umwelt“, „Fachkräfte“ und „Kommunikation“ entwickelten die Expertinnen und Experten aus Handwerksbetrieben, Institutionen, Innungen, Handwerkskammer und Verwaltung rund 20 Maßnahmen, die die Standortbedingungen für Unternehmen verbessern sowie das Handwerk in Berlin bei der Bewältigung der anstehenden Zukunftsfragen unterstützen sollen. Das Spektrum der vereinbarten Maßnahmen reicht dabei von Fördermaßnahmen für Umweltprojekte über Entbürokratisierung der Parkraumbewirtschaftung bis hin zu unterschiedlichen Maßnahmen zur Fachkräftesicherung. Nach einem letzten Abstimmungsprozess in der Berliner Verwaltung soll das Aktionsprogramm im März 2011 vom Berliner Senat verabschiedet werden.

Arne Lingott, Abteilungsleiter Wirtschaftspolitik der Handwerkskammer Berlin

gegeben wurden. Die Gesamtheit der Maßnahmen muss bis Ende 2011 abgerechnet sein. Bis zum Jahresende waren 129 Projekte beim Bund als abgeschlossen gemeldet, 613 Maßnahmen liefen, die restlichen waren bautechnisch abgeschlossen. Das Gros der Mittel aus dem Konjunkturpaket II – die zu 75 Prozent der Bund und zu 25 Prozent das Land Berlin beisteuerten – wurde insbesondere für Maßnahmen zur Modernisierung und zur energetischen Sanierung von Kitas (204) und Schulen (152) eingesetzt. Weitere 72 Maßnahmen betrafen Gebäudesanierungen. Im Ergebnis waren somit 428 von 781 Maßnahmen, d.h. 55 Prozent, und rund 61 Prozent der Finanzmittel (384 Mio. EUR) von besonderer Relevanz für das Handwerk. Von den entsprechenden Aufträgen profitierten insbesondere das Bau- und Ausbauhandwerk, sodass die negativen Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise entscheidend abgemildert wurden. Auf Grundlage eines Beschlusses der Bauministerkonferenz der Länder vom September 2010 gelten auch in Berlin die befristeten Wertgrenzen von einer Mio. Euro für Beschränkte Ausschreibungen und 100.000 EUR für Freihändige Vergaben für ein weiteres Jahr fort, d.h. bis zum 31. Dezember 2011. Die Handwerkskammer Berlin hatte sich bereits lange vor Einführung des Konjunkturpaketes II grundsätzlich für deutlich höhere Wertgrenzen eingesetzt.

schen Themen im Berichtsjahr 2010 besondere Bedeutung zu. Aus Sicht des Berliner Handwerks braucht Berlin als attraktiver Wirtschaftsstandort und zur Sicherstellung der Ver- und Entsorgung eine leistungsfähige Infrastruktur sowie den Vorrang des Wirtschaftsverkehrs gegenüber dem Individualverkehr.

Parkraumbewirtschaftung Eine wesentliche Voraussetzung zur Sicherstellung effizienter Arbeitsabläufe beim Kunden stellt im Handwerk die Verfügbarkeit der Geräte und Maschinen und des benötigten Arbeitsmaterials dar. Die hierfür erforderlichen Betriebsfahrzeuge müssen deshalb nahe am Einsatzort verfügbar sein. Entsprechend effizient – d.h. unbürokratisch – für die Arbeitsabläufe muss auch die Beantragung erforderlicher Betriebsvignetten sein. Das aktuelle Antragsund Genehmigungsverfahren ist nach wie vor überaus bürokratisch und bedingt aufwendige Einzelnachweise. Benötigt wird ein Genehmigungssystem, das für alle Beteiligten einfach handhabbar ist, beispielsweise in Form eines Handwerkerparkausweises, ähnlich jenem der Region Münster/nördliches Ruhrgebiet. Der Ausweis dort berechtigt zum Parken in Bereichen mit eingeschränktem Halteverbot, mit eingeschränktem Halteverbot für eine Zone und auf Parkplätzen (außer Sonderparkplatz für Schwerbehinderte), an Parkuhren und Parkscheinautomaten ohne zeitliche Begrenzung. Für die Genehmigungserteilung wird eine Handwerkskarte von der Handwerkskammer benötigt oder einen Auszug aus der Gewerbedatei, in dem eine in der Handwerksordnung genannte Tätigkeit eingetragen ist.

Konjunkturpaket II erfolgreich
Im Hinblick auf das Konjunkturpaket II zieht das Berliner Handwerk eine positive Bilanz. Die Abrechnung der Senatsverwaltung für Finanzen für das Jahr 2010 verdeutlicht, dass rund 68 Prozent bzw. 463 Mio. von insgesamt 677 Mio. EUR bereits aus-

Stadtentwicklung und Infrastruktur
Verkehr Im Bereich Stadtentwicklung/Infrastruktur kam den verkehrspoliti-

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Wirtschaft

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Der Antrag kann dort formlos für alle Montage-/Werkstattfahrzeuge gestellt werden. Es reicht aus, dass das entsprechende Fahrzeug mit der Firmenkennzeichnung/Werbung versehen ist.

Diskussion. In den Tagesrandzeiten muss überdies ein Flugbetrieb möglich sein, um einen wirtschaftlichen Flughafenbetrieb zu garantieren und die Drehkreuzfunktion sicherzustellen.

Auf Stellplatzobergrenzenverordnung verzichten Der Senat will die Zahl der Stellplätze auf privaten Grundstücken künftig deutlich einschränken. Ziel soll es sein, die Stadt vom Pkw-Verkehr zu entlasten, die Luftqualität und Lärmbelastung deutlich zu verbessern. Der neue Entwurf einer Stellplatzobergrenzenverordnung vom Dezember 2010 sieht vor, die Zahl genehmigungsfähiger privater Stellplätze – bezogen auf die Größe der Objekte (qm Geschossfläche) für Neubauten im Bereich des großen S-Bahn-Rings auf ca. 50 Prozent der technischen Werte der „Empfehlungen zu den Anlagen des ruhenden Verkehrs“ zu reduzieren. Eine solche Verordnung lehnte die Handwerkskammer weiterhin entschieden ab. Aus Sicht des Berliner Handwerks muss den Investoren die Entscheidung selbst überlassen bleiben, welche Investitionen sie hinsichtlich der Funktionsfähigkeit ihres Objektes einerseits und den hohen Errichtungskosten für Stellplätze andererseits bereit sind zu tragen. Eine Stellplatzobergrenzenverordnung führt somit nur zu einer weiteren Überregulierung, die auch das Bauen „auf der Grünen Wiese“ fördert (Einkaufszentren). Die Begründung, mittels der geplanten Verordnung den Straßenverkehr einzudämmen, trägt nicht angesichts des absehbar steigenden Parksuchverkehrs.

A 100 Zahlreiche kontroverse Diskussionen fanden im Jahr 2010 zum Weiterbau der A 100 statt. Berlin verfügt über eine komplexes Verkehrssystem, dessen Teilplanungen mit der Realisierung des 16. Bauabschnitts der A 100 zwischen Neukölln und Treptower Park weiter konsequent umgesetzt werden. Die Planungsunterlagen verdeutlichen, dass mit der Vervollständigung der A 100 speziell der schwere Wirtschaftsverkehr auf einer leistungsfähigen Verkehrsader gebündelt wird, Stadtstraßen und Wohngebiete somit entlastet und die östlichen Stadtteile in den innerstädtischen Autobahnring eingebunden werden. Die A 100 ist eine leistungsfähige Netzergänzung und Strecke des Wirtschaftsverkehrs, auch im Hinblick auf den Flughafen BBI und dessen künftige wirtschaftliche Entwicklung. Fahrten zum Flughafen – unter anderem von bzw. zu den Gewerbegebieten im östlichen Stadtteil – verkürzen sich somit erheblich. Insgesamt stellt dieser 16. Bauabschnitt somit eine wichtige Infrastrukturmaßnahme dar, deren Finanzierung zum größten Teil durch Bundesmittel sichergestellt ist, d.h. durch Investitionszuschüsse in Höhe von rund 420 Mio. Euro, auf die das Land Berlin keinesfalls verzichten kann. Die Handwerkskammer fordert deshalb, die Planungen zügig umzusetzen.

Tangentialverbindung Ost (TVO) Auch dem Ausbau der TVO kommt aus Sicht des Handwerks für die wirtschaftliche Entwicklung in den drei östlichen Bezirken der Stadt, Marzahn-Hellersdorf, Lichtenberg und Treptow-Köpenick, erhebliche Bedeutung zu, weil die Verbindung der drei Bezirke deutlich verbessert wird. Gewerbegebiete – wie beispielsweise Berlin Eastside als größtes zusammenhängendes Gewerbegebiet Berlins – werden durch die TVO direkt miteinander verbunden und erhalten insgesamt eine bessere Verkehrsanbindung. Die Berliner Unternehmen können zugleich ihr Absatzgebiet ausweiten, denn die TVO stellt die direkte Verbindung zur Autobahn und zum neuen Flughafen Berlin-Brandenburg her. Die vom Durchgangsverkehr entlasteten Straßenzüge haben als Wohnstandorte und als Standorte für nichtstörendes örtliches Gewerbe neue Entwicklungsmöglichkeiten.

stadt- und verkehrspolitischen Positionen am „Runden Tisch“. Darüber hinaus begleitete ein wissenschaftlicher Beirat inhaltlich das gesamte Verfahren. Die unmittelbare Umsetzung von Maßnahmen in den nächsten fünf Jahren wird mit dem „Mobilitätsprogramm 2016“ angestrebt. Hinsichtlich der Vielzahl von Maßnahmen, die Eingang in dieses behördenverbindliche Planwerk fanden, begrüßte die Handwerkskammer die Aussage des StEP, dass der Erhalt bzw. die Instandhaltung des Berliner Verkehrsnetzes Priorität haben sollen. Angesichts des aufgelaufenen Instandhaltungsrückstaus allein im Berliner Straßennetz von 500 Mio. EUR werden die im StEP vorgesehenen 20 Mio. EUR pro Jahr nicht ausreichen, denn das Beispiel S-Bahn zeigt: Was heute bei Reparaturen eingespart wird, ist morgen dreifach für die Sanierung zu bezahlen. Problematisch ist auch, dass 2010 lediglich rund 80 Prozent der zur Verfügung stehenden Mittel ausgegeben wurden. Im Ergebnis droht der Sanierungsrückstau immer größer und das Straßennetz immer maroder zu werden. Die Unterhaltungszuweisungen an die Bezirke müssen jetzt mindestens auf rund 60 Mio. EUR pro Jahr verdoppelt werden. Zusätzlich sind dann noch statt 20 rund 50 Mio. EUR pro Jahr erforderlich, um den Rückstau von mehr als zehn Jahren aufzulösen. Nach Auffassung der Handwerkskammer sind aber auch die StadtUmland-Verbindungen der wachsenden Hauptstadtregion dringend zu verbessern. Bei derzeit 270.000 Einpendlern ist gerade bei den seit Jahren verzögerten Straßenanschlüssen keine Zeit mehr zu verlieren. Vorrang müssen die Ortsumfah-

Flughafen BBI Der neue Großflughafen BBI stellt die größte Infrastrukturbaumaßnahme der Region dar, bereits in der Bauphase ist er Wachstumsmotor für die Wirtschaft in Berlin und Brandenburg. Ende 2010 waren zwei Milliarden Euro verbaut und drei Viertel der Bauarbeiten erfolgreich abgeschlossen. Aufträge im Wert von 1,4 Mrd. Euro wurden an Unternehmen aus der Region vergeben. Allein im ersten Halbjahr 2010 wurden im direkten Flughafenumfeld Projekte mit einem Investitionsvolumen von insgesamt 42 Mio. EUR realisiert. Der BBI ist aber auch Jobmotor für die Region, zumal das Passagieraufkommen seit 2006 jährlich um 5 Prozent wuchs. Seriöse Prognosen (IAB; 2010) gehen allein für den Zeitraum zwischen 2007 und 2012 von

insgesamt 32.800 zusätzlichen Beschäftigten durch den Flughafen aus. Nicht zuletzt führt die Konzentration des Flugverkehrs auf den BBI zu einer deutlichen Nettofluglärmentlastung in der Region. Mehr als 150.000 Anwohner werden vollständig vom Fluglärm entlastet. Umso wichtiger ist die zügige Fertigstellung des Flughafens und die konsequente Umsetzung der Konzeption, BBI als internationales und ausbaufähiges Drehkreuz im Luftverkehr zu entwickeln. Das Berliner Handwerk fordert deshalb insbesondere eine strikte Trennung der im Berichtsjahr entbrannten Flugroutendiskussion und der Flughafendiskussion. Für die Flugrouten muss umgehend ein tragfähiger Kompromiss gefunden werden. Der BBI selbst steht nicht zur

Stadtentwicklungsplan Verkehr (StEP Verkehr)
Svend Liebscher Tel.: 030/25903-357 liebscher@hwk-berlin.de Nach zweijähriger Vorbereitung stellte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zum Jahresende den Entwurf des überarbeiteten „Stadtentwicklungsplan Verkehr (StEP) 2.0“ der Öffentlichkeit vor. Vorausgegangen waren intensive und oftmals kontroverse Diskussionen mit Vertretern von Kammern, Verbänden, verschiedenen Interessensgruppen, politischen Fraktionen im Abgeordnetenhaus und Bezirken mit ihren jeweilig unterschiedlichen

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rung Ahrensfelde (B 158), der Kirchhainer Damm (B 96) zwischen Landesgrenze und Goltzstrasse und die Landsberger Chaussee (L 33) haben. Darüber hinaus müssen der Bau des 16. Abschnitts der A100 sowie der Tangentialverbindung Ost (TVO) unverzüglich beschlossen und durchgeführt werden. Eine ablehnende Haltung nimmt die Handwerkskammer insbesondere hinsichtlich der geplanten Einführung von Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit im Berliner Hauptstraßennetz, der Begrenzung des privaten Stellplatzbaus durch die geplante Stellplatzobergrenzenverordnung und einer Verschärfung der Umweltzonenregelungen ein.

nisse zu gewinnen und zur Stärkung des Wirtschafts- und Wissenschaftsstandorts Berlin weiterzuentwickeln. Die Konferenz wurde von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen und der Investitionsbank Berlin (IBB) unter dem Motto „Mobilität – made in Berlin“ ausgerichtet und von den Unternehmensverbänden in Berlin und Brandenburg e.V. (UVB), Handwerkskammer Berlin und IHK Berlin, dem Bauindustrieverband BerlinBrandenburg e.V., der TSB Innovationsagentur Berlin GmbH, dem DGB und Berlin Partner unterstützt. Das Handwerk wird insbesondere als Schnittstelle zwischen Kunden und Kommunen fungieren. Potenziale und Handlungserfordernisse bestehen für das Handwerk in den drei Bereichen Infrastruktur, Service und Handel sowie Qualifikation. Explizit im Bereich der Ladeinfrastruktur kann es maßgeblich zur Schaffung dezentraler Angebote beitragen. Hierzu zählen der Aufbau von Ladestationen und die Implementierung und Organisation von Abrechnungssystemen. Weitere Anknüpfungspunkte bestehen in der Einpassung von Konzepten der Elektromobilität in dezentrale Energieversorgungsstrukturen und das diesbezügliche Energiemanagement. Die handwerklichen Gewerke verfügen gerade in den Bereichen Service, Infrastruktur und Handel über umfassende Erfahrungen, insbesondere bei der Entwicklung von Wartungskonzepten. Um innovative Strukturen für Elektrofahrzeuge ausschöpfen zu können, ist es wichtig, den Zugang für Serviceanbieter aus dem Mittelstand zu gewährleisten. Die Zukunftstechnologien erfordern gerade auch im Bereich Elektromo-

bilität (einschließlich Hybridfahrzeuge) eine gezielte Anpassung der Ausbildungs- und Qualifizierungsangebote im Handwerk. Entsprechende neue Ausbildungsinhalte sollten für alle Infrastrukturkonzepte fabrikatsübergreifend in Zusammenarbeit mit der Fahrzeugund Zuliefererindustrie sowie der Politik entwickelt werden. Marktchancen zeichnen sich derzeit speziell für das Kraftfahrzeughandwerk, das Zweiradmechanikerhandwerk und das Elektrohandwerk ab. Marktnischen eröffnen sich insbesondere beim Umrüsten von Kraftfahrzeugen, bei der Entwicklung innovativer Produkte und Komponenten, bei Vertrieb und Service, bei der Einführung der erforderlichen Infrastruktur, aber auch für Hersteller und Betreiber von Solartankstellen oder E-Carports sowie für Flottenbetreiber von Lieferfahrzeugen. Zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit von Handwerksbetrieben müssen neue Technologien künftig in noch breiterem Umfang in den Betrieben angewendet und Innovationen aus dem Handwerk zahlreicher werden. Als Partner steht der Beauftragte für Innovation und Technologie (BIT) innovativen Betrieben in der Handwerkskammer Berlin zur Verfügung: Siegfried Ulrich Tel.: 030/25903-392 ulrich@hwk-berlin.de

Zukunftskonzepte
4. Berliner Wirtschaftskonferenz Svend Liebscher Tel.: 030/25903-357 liebscher@hwk-berlin.de Zukunftsfähige Verkehrs- und Mobilitätskonzepte sind ein wichtiger Teil der funktionierenden Wirtschaft. Innovative Technologien wie E-Mobility bieten enorme Potenziale sowohl für private Investoren als auch für das Handwerk. Die Bundesregierung plant, bis zum Jahr 2020 eine Millionen Elektrofahrzeuge in Deutschland auf die Straße zu bringen. Dazu sollen Forschung und Entwicklung unterstützt, Marktvorbereitung und Markteinführung gefördert, Markteintrittsbarrieren beseitigt und Planungssicherheit geschaffen werden. Anlässlich der 4. Berliner Wirtschaftskonferenz am 4. November 2010 wurden zahlreiche Zukunftsfelder diskutiert, um neue Erkennt-

Zukunftssicherung: Im Feriencamp Handwerk erkundeten Schülerinnen und Schüler im Bildungs- und Innovationszentrum der Handwerkskammer Berlin fünf Tage lang verschiedene Handwerksberufe – mit Erfolg: Nach Projektende bekundete jeder Zweite Interesse an einer Ausbildung im Handwerk.

Fachkräftenachwuchses. Ziel der Umfrage war es, herauszufinden, wie Betriebe die aktuelle und zukünftige wirtschaftliche Situation einschätzen, ob und in welchem Ausmaß Probleme bei der Besetzung offener Stellen auftreten und mit welcher Strategie die Betriebe selbst einer eventuellen Fachkräftelücke entgegentreten wollen. Die Umfrage ergab, dass für das Handwerk in der Region BerlinBrandenburg die Wirtschafts- und Finanzkrise weitgehend überwunden zu sein scheint. Rund 80 Prozent der Handwerksbetriebe in der Region beurteilten ihre aktuelle wirtschaftliche Situation zum Zeitpunkt der Umfrage als zumindest zufriedenstellend, darunter 27 Prozent sogar als gut. Die Umfrage zeigte aber auch: Die Betriebe in der Region kämpfen bereits heute mit den Folgen des de-

mographischen Wandels. Zahlreiche Betriebe haben Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen.

Sonderumfrage zur Zukunftssicherung im Handwerk Erstmals starteten die Handwerkskammern in Berlin und Brandenburg im Juni 2010 eine gemeinsame Umfrage. Im Mittelpunkt stand die Herausforderung, vor der viele Betriebe stehen – die Sicherung ihres

Zusammenfassend die wichtigsten Ergebnisse der Umfrage: Offene Stellen vermeldete jedes vierte Handwerksunternehmen. Am höchsten ist der Anteil der Suchenden im Kammerbezirk Frankfurt (Oder). Hier haben knapp 34 Prozent der Betriebe unbesetzte Arbeitsplätze, insbesondere im Nahrungsmittel- und im Bauhauptgewerbe. Dagegen melden 24 Prozent der Handwerksbetriebe aus dem Bezirk Cottbus, 21 Prozent der Berliner Betriebe und 19 Prozent der Potsdamer freie Arbeitsplätze. In diesen drei Bezirken sind offene Stellen fast gleichermaßen in allen Handwerksbranchen zu finden. Mehrheitlich fehlen den Betrieben Fachkräfte. 70 Prozent der Be-

triebe in der Region Berlin-Brandenburg, die über offene Stellen verfügen, gaben an, dass sie gut ausgebildetes Personal benötigen; 47 Prozent sind auf der Suche nach Auszubildenden. Jeder zwölfte Betrieb ist auf der Suche nach An- und Ungelernten. Die Bedarfssituation ist in den vier Kammerbezirken zum Teil sehr unterschiedlich. Im Vergleich zu den anderen Kammerbezirken ist in Potsdam der Anteil der Betriebe mit Fachkräftebedarf mit 77,5 Prozent am höchsten und der Anteil derer, die offene Plätze für Auszubildende haben, mit 31 Prozent am niedrigsten. Im Kammerbezirk Frankfurt (Oder) ist der Anteil der Betriebe, die über unbesetzte Ausbildungsplätze verfügen, mit gut 64 Prozent am höchsten. Gleichzeitig ist dies der einzige Kammerbezirk, bei dem mehr Betriebe Auszubildende als Fachkräfte einstellen wollen.

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Für jeden zweiten Betrieb in der Region ist es schwierig, geeignete Fachkräfte zu finden. Als häufigster Grund für die Nichtbesetzung offener Stellen wurde die mangelnde Qualifikation der Bewerber genannt. Mehr als die Hälfte der Betriebe gibt an, dass die von der Arbeitsagentur vermittelten Bewerber nicht entsprechend ausreichend qualifiziert seien. Zirka 39 Prozent erhalten keine Bewerbungen auf offene Stellen. Die Eigeninitiative zu regelmäßiger Qualifizierung im Berliner und Brandenburger Handwerk ist nach wie vor hoch: Mit intensiver Fortund Weiterbildung setzen 46 Prozent der Betriebe auf langfristige Fachkräftesicherung. 39 Prozent legen – trotz der Schwierigkeiten, Bewerber zu finden – Wert auf guten Nachwuchs durch eigene Ausbildung. Jeder fünfte Betrieb nutzt die Hilfe von Kollegen, um kurzfristige Engpässe zu meistern. Obwohl die Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit bzw. den Jobcentern nicht immer den gewünschten Erfolg bringt, wollte jeder fünfte Handwerksbetrieb auch weiterhin die Zusammenarbeit suchen. Knapp zwei Drittel der befragten Ausbildungsbetriebe beabsichtigten, im kommenden Ausbildungsjahr
Die Chefs der Handwerkskammern der Region Berlin-Brandenburg, Horst Freimann (Cottbus), Jürgen Wittke (Berlin), Wolfgang Zithier (Frankfurt/Oder) und Dr. Wolfgang König (Potsdam), stellten am 1. September die Ergebnisse der ersten gemeinsame Sonderumfrage zur Zukunftssicherung im Handwerk vor.

und Denkmalschutz zum einen eine weitere Qualitätsverbesserung bei Restaurierungsarbeiten an Kulturdenkmalen in Privatbesitz. Zum anderen soll die Motivation der Handwerker gesteigert werden, sich verstärkt in den Fortbildungszentren für Handwerk in der Denkmalpflege zu qualifizieren.

Europa
Europäische Strukturfondsförderung 2007-2013 Um die regionale Wettbewerbsfähigkeit und die Beschäftigung in Berlin zu fördern, stellt die EU für den Zeitraum 2007-2013 mittels des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) 875 Mio. EUR und 335 Mio. EUR über den Europäischen Sozialfonds (ESF) zur Verfügung. Um einen abgestimmten Einsatz der Mittel zu gewährleisten, wurde in Abstimmung mit der Wirtschaft eine Strategie für die Strukturfondsförderung 2007-2013 verabschiedet. Die finanziellen Mittel sollen in den Handlungsfeldern: Wirtschaft, Wissen, Umwelt und nachhaltige Stadtentwicklung investiert werden. Sie müssen des Weiteren drei Querschnittsaufgaben berücksichtigen: Nachhaltigkeit, Chancengleichheit von Frauen und Männern sowie die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund. Bei vielen Fördermaßnahmen, insbesondere bei der Förderung von produktiven Investitionen in kleineren und mittleren Unternehmen (KMU) und bei den Technologieprogrammen, wurde die Durchführung der Maßnahmen (wie Antragsbearbeitung und Bewilligung) auf die Investitionsbank Berlin delegiert.

die Anzahl ihrer Lehrlinge stabil zu halten. Rund 16 Prozent wollten mehr Lehrlinge ausbilden. Die wichtigste Maßnahme, um Jugendliche an eine Ausbildung im Handwerk heranzuführen, ist für die befragten Betriebe die Durchführung von Schülerpraktika.

Deutschland seit 1977. Die Prämierungen fanden diesmal turnusmäßig und parallel in den Bundesländern Berlin und Rheinland-Pfalz statt. Ausgezeichnet werden private Denkmaleigentümer, die durch die Hinzuziehung qualifizierter Handwerksbetriebe bei der Erhaltung des kulturellen Erbes Vorbildliches geleistet haben. Die Restaurierungsmaßnahmen werden mit 15.000 EUR pro Bundesland prämiert, die ausführenden Handwerker erhalten eine entsprechende Urkunde. Die Verleihung der Preise fand am 10. November im Roten Rathaus durch den Regierenden Bürgermeister, Klaus Wowereit, statt. Durch den Preis versprechen sich Handwerk

Bundespreis Handwerk in der Denkmalpflege Im Jahr 2010 lobten die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und der Zentralverband des Deutschen Handwerks den jährlich zu vergebenen „Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege“ aus, die höchste Auszeichnung auf diesem Gebiet in der Bundesrepublik

Begleitausschuss (BGA), Kontaktund Beratungsstelle der WiSoPartner (KBS) Die Zusammenarbeit der Wirtschafts- und Sozialpartner im Rahmen der EU-Strukturfondsförderung wird seit 2008 durch das Koordinierungsbüro der Partner-SPI Consult GmbH gesteuert. Die im September/Oktober 2010 neu eingerichteten Arbeitskreise des EFRE bzw. des ESF sollen den Partnerorganisationen, der Verwaltungsbehörde und den Programm umsetzenden Stellen als Informations- und Beratungsforum dienen. Zielrichtung ist es, die Ergebnisse und Vorschläge in Form von Empfehlungen an den BGA zu geben. Schwerpunkte sind u. a.: Transparenz bei Förderverfahren, Datenerfassung zu den Querschnittszielen, individuelle, bedarfsabhängige Förderbegleitung, Funktionieren der Förderschnittstellen sowie der Öffentlichkeitsarbeit. www.berlin.de/strukturfonds

Gemeinsamer Ausschuss Berlin-Moskau Mit Unterzeichnung des Abkommens zur Zusammenarbeit zwischen den Städten Berlin und Moskau vom 28. August 1991 wurde zwischen beiden Städten eine Vielzahl von fachspezifischen Vereinbarungen getroffen. 2011 wird das 20jährige Jubiläum gefeiert. Die Handwerkskammer Berlin engagiert sich im Rahmen der Städtepartnerschaft vor allem im Bereich des Jugendaustausches. 2010 wurden sechs Jugendbegegnungen mit jeweils sechs Jugendlichen aus den Berufsgruppen Friseure, Fotografen und Konditoren durchgeführt. Alle Projekte werden über die Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch und dem Berliner Senat finanziert und mit Unterstützung durch die BBJ-Consult AG durchgeführt. www.stiftung-drja.de

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„Berliner Unternehmerin des Jahres“ Die Handwerkskammer ist Mitglied der Jury und beteiligte sich mit einer Präsentation am 5. Unternehmerinnentag im Ludwig Erhard Haus. 1. Platz: Kleine Strolche Kinder Intensivpflegedienst 2. Platz: DetaMed 3. Platz: Velokonzept Saade

zirk Berlin-Brandenburg im März 2010 eine gemeinsame Initiative gestartet und im Rahmen eines landesweiten Wettbewerbs Berliner Unternehmen gesucht, die sich für eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie einsetzen.

lichsten Größenordnung auch ganz unterschiedliche Lösungsmodelle haben – die keineswegs immer kostenintensiv sein müssen.

1. Landeswettbewerb „Unternehmen für Familienfreundlichkeit – Berlin 2010“ Um mehr Familienfreundlichkeit zu erreichen, haben der Berliner Beirat für Familienfragen, die Industrieund Handelskammer Berlin, die Handwerkskammer Berlin und der Deutsche Gewerkschaftsbund Be-

Von einer prominent besetzten Jury wurden vier Unternehmen ausgezeichnet: Nostalgic-Art Merchandisierung GmbH Dan Pearlman Markenarchitektur GmbH Wissenschaftlicher Gerätebau Dr. Ing. Herbert Knauer GmbH Auto-Elektric G. Holtz & Co.KG Die Bewerbungen haben gezeigt, dass Unternehmen der unterschied-

Die Sieger präsentierten verschiedene Erfolgsmodelle: großer Gestaltungsspielraum bei Arbeitszeit und -ort gute Kontakte während der Elternzeit Zuschüsse zu den Kinderbetreuungskosten Angebote und Hilfe bei der Betreuung von Familienangehörigen www.familienbeirat-berlin.de

Kranke Kinder, Rückkehr nach Mutterschutz, alleinerziehender Vater – bei Auto-Elektrik G. Holtz & Co. KG wurde für alles gemeinsam eine Lösung gefunden. Carola Zarth (l.) nahm für gelebte Familienfreundlichkeit am 5. Juli die Auszeichnung entgegen.

Wettbewerbe
Familienfreundliche Betriebe Beruf und Familie miteinander zu vereinbaren, stellt viele Paare vor erhebliche Probleme. Die Realität im Betrieb steht oft den Erfordernissen von Familien mit Kindern diametral entgegen. Dabei zeigt sich immer häufiger, dass Familienfreundlichkeit in Unternehmen die Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verbessert, Leistungsbereitschaft steigert und die Stressbelastung reduziert. Die geringere Fluktuation und Abwesenheitsquote von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie die Verbesserung des Images in der Öffentlichkeit steigern außerdem

die Wettbewerbsfähigkeit des Betriebs. Der im Zuge des demographischen Wandels härter gewordene Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte macht auch vor dem Handwerk nicht halt. Es muss nicht gleich der betriebliche Kindergarten sein, vielmehr sind es oft kleine Maßnahmen, die zu einer besseren Vereinbarung von Beruf und Familie führen und Fachkräfte an den Betrieb binden. Um dieses Thema aktiv zu bewerben und Berliner Handwerker zum Mitmachen zu animieren, unterstützt die Handwerkskammer verschiedene Initiativen und Wettbewerbe:

Wettbewerb: „Frau in Verantwortung – FiV“ Ausgezeichnet werden weibliche Führungspersönlichkeiten, die im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin tätig sind und als Mentorin und Netzwerkerin andere Frauen ermutigen, selbst berufliche Verantwortung zu übernehmen und durch ihr Wissen und ihre Führungskompetenz eine Vorbildfunktion erfüllen. Die Handwerkskammer ist Mitglied der Jury. Preisträgerinnen 2010: Dr. Ulrike Gutheil, TU Berlin Christel Pisarek, O.T. Sanitätshaus Berlin GmbH www.fiv-cw.de

Karriere und Familie passen zusammen. Familienfreundliche Unternehmenskonzepte im Handwerk machen es möglich.

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Pressearbeit
Susan Shakery Tel.: 030/25903-234 shakery@hwk-berlin.de Die Handwerkskammer nutzt gezielte Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, um aktuelle handwerkspolitische Themen sowie die zentralen Anliegen und Standpunkte des Berliner Handwerks in den öffentlichen Raum zu tragen: Der offene Dialog mit Journalisten und Redaktionen sowie mit Mitgliedsbetrieben, Organisationen und Verbänden sind dabei ein zentraler Bestandteil der täglichen Arbeit. Mit der Kommunikation über die Medien unterstützt die Handwerkskammer die Arbeit ihrer Fachleute mit den Partnern in Senat und Abgeordnetenhaus. Das Interesse der Medien an der Lage im Handwerk und an wirtschaftlichen Themen blieb auch nach der größten Wirtschaftskrise seit Bestehen der Bundesrepublik hoch und stellte die Pressearbeit der Handwerkskammer vor eine große Herausforderung. Neben der Beantwortung der rund 300 Medienanfragen zu aktuellen handwerkspolitischen und wirtschaftlichen Themen richtete sich die Handwerkskammer mit etwa 120 Presseerklärungen und in 21 Pressekonferenzen und Pressehintergrundgesprächen – mehr als doppelt so vielen wie im Vorjahr – sowie mit zahlreichen pressewirksamen Aktionen und Veranstaltungen direkt an die Medien. Die Interviews und Statements von Vertretern der Handwerkskammer schlugen sich in einer intensiven Berichterstattung in den lokalen, regionalen und überregionalen Medien nieder. Großes Interesse fanden wirtschafts- und bildungspolitische The-

Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

men wie beispielsweise der drohende Fachkräftemangel in der Berliner Wirtschaft, die Umsetzung der Konjunkturprogramme der Bundesregierung und der Ausblick nach der Wirtschaftskrise, Berlin als Industriestadt, Ausbildung und Integration, Rekommunalisierung, Klimaschutz, Energie und Green Economy sowie die Berliner Verkehrspolitik.

Tipps zu Betriebsführung, Rechtsund Umweltfragen sowie Berichte aus den Berliner Innungen. Adressaten sind neben den Handwerksbetrieben auch Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.

Publikationen
In einer Vielzahl eigener Publikationen wendet sich die Handwerkskammer an die Öffentlichkeit – das Spektrum reicht hier von der Mitgliederzeitschrift über Flyer, Broschüren und regelmäßige Newsletter bis hin zur tagesaktuellen Website im Internet.

„Berlin-Brandenburgisches Handwerk“ Elke Sarkandy Tel.: 030/25903-230 sarkandy@hwk-berlin.de Das kammereigene Mitgliedermagazin informiert zehnmal im Jahr die mehr als 31.000 in Berlin ansässigen Handwerksbetriebe. „BerlinBrandenburgisches Handwerk“ versteht sich als service- und dienstleistungsorientiertes Printmedium und setzt deshalb verstärkt Akzente bei Titelthemen zu handwerksrelevanten Brennpunkten. Als offizielles Mitteilungsblatt der Handwerkskammer Berlin fungiert es gleichzeitig als wichtiges Sprachrohr in das regionale Handwerk. Redaktionelle Schwerpunkte beschäftigen sich mit wirtschafts- und finanzpolitischen sowie steuerrechtlichen Themen. Im Fokus stehen aktuelle Fragen der Aus- und Weiterbildung sowie Gesetzesänderungen und Neuerungen bei EU-Richtlinien. Ergänzt wird das Angebot durch

www.hwk-berlin.de Der Internetauftritt der Handwerkskammer ist ein wichtiges Informationsinstrument, das intensiv genutzt wird. Übersichtlich und barrierefrei können sich Nutzer über das Dienstleistungs- und Lehrgangsangebot der Handwerkskammer sowie über aktuelle wirtschaftspolitische Entwicklungen informieren. Auch das Serviceangebot ist breit gefächert: Merkblätter und Formulare zum Download stehen ebenso bereit wie eine Handwerkersuchmaschine für Verbraucher, eine Sachverständigendatenbank, eine Gewerberaumbörse, eine Lehrstellenbörse und seit 2010 auch eine Praktikumsbörse. Auch im Berichtsjahr war die Website bei Internetnutzern ein beliebtes Informationsinstrument; rund 2,4 Mio. Mal griffen Besucher auf das Angebot zu. Spitzenreiter war die „Handwerkersuche“: Hier

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Informationsbroschüren und Faltblätter Die Faktensammlungen „Berliner Wirtschaft in Zahlen“ und „Wirtschaft und Bildung in Berlin“, der Wegweiser über die Dienstleistungen der Handwerkskammer oder die gedruckten Lehrgangsangebote der Bildungsstätten richten sich an das Berliner Handwerk und die Öffentlichkeit im Allgemeinen. In monatlichen Innungsrundschreiben gibt die Handwerkskammer wichtige Informationen an Innungen und ihre Mitgliedsbetriebe weiter.

Integration belegt das Interesse des Berliner Handwerks an aktuellen Fragestellungen. Führungen von Delegationen aus dem In- und Ausland durch die Bildungsstätten und/oder Betriebe machen das Handwerk auch für Besucher außerhalb der Grenzen Berlins und Deutschlands erlebbar. Die Veranstaltungs-Highlights 2010 finden Sie zu Beginn dieses Jahresberichts.

slogan beklebt waren. Dank der tatkräftigen Beteiligung der Betriebe schlug sich die Aktion in einem großen Medienecho nieder. Im Laufe des Jahres fanden etliche weitere Veranstaltungen zur Umsetzung der Imagekampagne in Berlin statt. So wurde beispielsweise die Fassade des Bildungs- und Technologiezentrums (BTZ) der Handwerkskammer Berlin mit einem 51 Quadratmeter großen Plakat versehen und Starterpakete mit Kampagnenmaterial an 100 Partnerschulen verschickt. Die Mitgliederzeitschrift „Berlin-Brandenburgisches Handwerk“ startete einen Wettbewerb für Betriebe, die mit ausgefallenen Ideen zur Gestaltung von Werbemitteln oder Schaufenstern im Kampagnendesign punkten konnten. Ein Berliner Jugend-Fußballturnier wurde mit Kampagnenmaterial ausgestattet. Nicht zuletzt standen auch das Sommerfest des Berliner Handwerks, der Signal-Iduna-Renntag auf der Trabrennbahn BerlinMariendorf, die jährliche Meisterfeier sowie die Berufsbildungsmesse

„Tage der Berufsausbildung“ im Zeichen der Imagekampagne. Unter tatkräftiger Mithilfe der Berliner Innungen nutzen auch die Berliner Handwerksbetriebe die Möglichkeit, sich als Teil der „Wirtschaftsmacht. Von nebenan“ zu präsentieren. Im Verlauf des Jahres ist die Nachfrage nach den kostenlos zum Download bereitgestellten Materialien sowie den Werbemitteln deutlich angestiegen. Unter anderem wurden bundesweit rund 600.000 Aufkleber, 6,3 Millionen Briefumschläge mit dem Kampagnenlogo und 28.500 T-Shirts geordert. Mit viel Engagement und kreativen Ideen hat die Imagekampagne des Handwerks im Jahr 2010 erfolgreich dessen Größe und Bedeutung ins öffentliche Bewusstsein gerückt. 2011 soll an diesen Erfolg angeknüpft werden. Dann wird insbesondere die Innovationskraft und die Vielfalt des Handwerks im Mittelpunkt der auf fünf Jahre angelegten Kampagne stehen.

Imagekampagne des Handwerks
„Wer hat denn die Krise verursacht? Anzugträger. Und wir im T-Shirt arbeiten uns da wieder raus. Viele Kunden verstehen das und finden die doppeldeutige Aussage auf unserer Kleidung gut.“

Öffentlicher Dialog
Neben eigenen Veröffentlichungen und zahlreichen Statements, Interviews und Gastbeiträgen in regionalen und überregionalen Medien ist auch der ständige Dialog mit Politik und Wirtschaft für die Verbreitung der Positionen des Berliner Handwerks von großer Bedeutung. Intensive Gespräche mit Vertretern der Politik sowie die enge Zusammenarbeit mit anderen Berliner Wirtschaftsorganisationen und Verbänden werden genutzt, um die Standpunkte des Handwerks zu transportieren. Hinzu kommen regelmäßige Arbeitstreffen mit Vertretern anderer deutscher Handwerksorganisationen.

Fleischermeister Jörg Oppen

finden Verbraucher den passenden Handwerksbetrieb mit individuellen Angaben zu dessen Produkten, Dienstleistungen, Öffnungszeiten und Notdiensten.

Elektronische Newsletter Mit insgesamt fünf kostenfreien E-Mail-Newslettern richtet sich die Handwerkskammer zu aktuellen Themen an unterschiedliche Zielgruppen: Im vergangenen Jahr informierten 36 Ausgaben interessierte Gründer, Handwerksbetriebe, politische Entscheidungsträger und Verbraucher über aktuelle Nachrichten aus Wirtschaft und Politik, betriebswirtschaftliche und steuerrechtliche Themen sowie über ausgewählte Veranstaltungen. Interessierte können die Newsletter im Internet einsehen oder abonnieren unter www.hwk-berlin.de/aktuell/ newsletter/abonnieren

Öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen und Aktivitäten wie Festveranstaltungen, Wettbewerbe und Berufs- oder Ausbildungsmessen richten das Augenmerk auf das Berliner Handwerk, wecken Verständnis für seine Belange und bilden den Wirtschaftszweig Handwerk in seiner Vielfalt ab. Die häufige Teilnahme an Podiumsdiskussionen zu Themen wie Ausbildung, Wirtschaftspolitik, Umweltschutz oder

Um einer breiten Öffentlichkeit die wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung des Handwerks näherzubringen, haben die Handwerksorganisationen in Deutschland eine bundesweite Imagekampagne gestartet. Mit Begeisterung und vielen kreativen Ideen hat sich das gesamte Handwerk in die Kampagne eingebracht. Am 16. Januar 2010 fiel der Startschuss für die Imagekampagne des deutschen Handwerks. Bundesweit sorgten mehr als 38.000 Plakate, zahlreiche Anzeigenschaltungen und mehr als 1.100 Ausstrahlungen eines preisgekrönten Fernsehspots dafür, dass die Botschaft von der Bedeutung und der Modernität des Handwerks ins Land getragen wurde. Mehr als 900.000 vorwiegend junge Menschen sahen darüber hinaus den Werbespot im Kino und fast eine Million Mal wurde die Kampagnenwebsite www.handwerk.de besucht. In Berlin erfolgte der Kampagnenstart im Rahmen einer Pressekonferenz im Arsenal-Kino am Potsdamer Platz. Zeitgleich hatten sich im Sony Center Berliner Handwerkerinnen und Handwerker eingefunden, deren Fahrzeuge mit dem Kampagnen-

Daumen hoch für die Wirtschaftsmacht von nebenan: Handwerkskammerpräsident Stephan Schwarz gab den Startschuss für die Imagekampagne im Sony Center. Unterstützung bekam er von zahlreichen Handwerkerinnen und Handwerkern, die sich mit entsprechenden Aufklebern auf ihren Fahrzeugen präsentierten.

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Berliner Handwerk
Marina Kellner Tel.: 030/25903-361 kellner@hwk-berlin.de Das Berliner Handwerk hat die Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzmarktkrise gut gemeistert. Die Betriebe waren insgesamt mit den Geschäftsergebnissen in 2010 so zufrieden wie schon lange nicht mehr.

Berliner Handwerk

Geschäftsklimaindex steigt Infolge dessen ist der Geschäftsklimaindex – der als Stimmungsindikator sowohl die aktuellen Einschätzungen der Geschäftsergebnisse der letzten sechs Monate als auch die Erwartungen der Betriebe für die kommenden sechs Monate einschließt – im Herbst 2010 auf 102 Punkte gestiegen. Zu dieser positiven Entwicklung trugen sowohl die Bewertung der aktuellen Geschäftsergebnisse als auch die Erwartungen zu den kommenden Geschäftsverläufen bei. Die 100-Punkte-Marke hatte der Klimaindex zum letzten Mal im Herbst 1994 geknackt. Im Herbst 2010 beurteilten 29 Prozent aller Handwerksbetriebe ihre aktuellen Geschäftsergebnisse als gut, 52 Prozent als befriedigend und 19 Prozent als schlecht. Folglich lag der Saldo aus guten und schlechten

Urteilen mit zehn Punkten im Plus. Ein Jahr zuvor und im Frühjahr 2010 verzeichnet er noch ein Minus mit jeweils zwölf Punkten. Die Erwartungshaltungen stiegen ebenfalls stark. Der Saldo aus positiven und negativen Prognosewerten blieb zwar immer noch mit fünf Punkten im Minusbereich, verbesserte sich aber im Vergleich zum Vorjahr um 17 Punkte. Insgesamt gaben 77 Prozent der Handwerksbetriebe an, dass sich ihre wirtschaftliche Lage weiter stabilisieren bzw. erholen werde, obgleich sich der Erholungstrend nicht mehr in dem gleichen Tempo fortsetzen lässt wie es 2010 der Fall war. Die wirtschaftlichen Indikatoren stützen diesen Erholungstrend. Im Berichtsjahr verzeichneten wieder mehr Betriebe gestiegene Auftragseingänge als gesunkene. Die Reichweite der Auftragseingänge lag im Durchschnitt bei acht Wochen. Sie erhöhte sich damit um 60 Prozent im Vergleich zum Herbstwert 2009. Ähnlich gestaltete sich die Entwicklung der Umsätze. Der Saldo aus gestiegenen und gesunkenen Meldungen lag bei beiden Indikatoren jeweils mit 31 Punkten im Plus. Im Ergebnis der Herbstumfrage 2009 hatten beim Auftragseingang die Negativ-Urteile noch ein Überge-

wicht von 16 Punkten und bei den Umsätzen sogar von 25 Punkten. Die jetzige positive Entwicklung von Nachfrage und Umsätze bestätigten mit Ausnahme des Kraftfahrzeuggewerbes und des Handwerks für personenbezogene Dienstleistungen alle übrigen Handwerksgruppen. Die verbesserte Auftragslage bewirkte, dass mehr Betriebe Personal einstellten als abbauten. Ob es sich hier bereits um einen beständigeren Trend zu mehr Beschäftigung handelte – ist offen. Die Beschäftigungspläne der Betriebe ergaben dazu noch keinen wirklich stabilen Anhaltspunkt.

Auftragsreichweite verdoppelt Die Handwerke für den gewerblichen Bedarf waren neben dem Kraftfahrzeuggewerbe am stärksten von der Krise betroffen. Derzeit befinden sie sich auf deutlichem Erholungskurs. Die durchschnittliche Reichweite der Aufträge hat sich im Vergleich zum Herbst 2009 verdoppelt und liegt gegenwärtig bei acht Wochen. Dies führt dazu, dass die Produktionskapazitäten im Durchschnitt zu 82 Prozent ausgelastet wurden. Aufgrund dieser Entwicklung beurteilten 34 Prozent der Betriebe ihre aktuellen Geschäftergebnisse als gut, 51 als befriedigend und 15 Prozent als

Betriebsbestand
Bestand 31.12.2009 Berliner Handwerk Anlage A – zulassungspflichtige Handwerke Anlage AeT – Ausführung einfacher Tätigkeiten (Kleinunternehmer) Anlage B1 – zulassungsfreie Handwerke Anlage B2 – handwerksähnliche Gewerbe 31.575 15.502 243 7.041 8.789 31.12.2010 30.705 15.293 229 6.924 8.259 Veränderung absolut -870 -209 -14 -117 -530 um ... % -2,8 -1,3 -5,8 -1,7 -6,0

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schlecht. Der Saldo aus guten und schlechten Meldungen war demzufolge mit 19 Punkten im Plus. Im Herbst 2010 gingen 81 Prozent der Betriebe davon aus, dass sich diese positive Entwicklung weiter fortsetzen werde. Infolge dessen verbesserte sich der branchenspezifische Klimaindex auf 111 Punkten und kletterte damit auf den Spitzenplatz innerhalb des Berliner Handwerks.

Bauhauptgewerbe ist Motor der Konjunktur Das handwerkliche Bauhauptgewerbe war – wie bereits im Frühjahr 2010 – auch im Herbst Motor der positiven konjunkturellen Entwicklung. So gute Bewertungen der wirtschaftlichen Lage durch die Betriebe hat es schon seit Jahren nicht mehr gegeben. Witterungsbedingt kam es im ersten Quartal zu einem längeren Ausfall der Bautätigkeit, der die Umfrageergebnisse zu diesem Zeitpunkt noch negativ beeinflusste. Aber die Betriebe waren optimistisch, dass im Laufe des Jahres die Folgen aufgrund der guten Auftragslage kompensiert werden würden. Diese Erwartungen hatten sich im Herbst 2010 dann auch mehr als erfüllt. Die aktuelle wirtschaftliche Situation wurde von den Betrieben wesentlich besser als erwartet eingeschätzt. Die wirtschaftlichen Indikatoren – Auftragseingang, Umsatz und Beschäftigung – zeichneten gleichfalls einen positiven Verlauf. Der Saldo aus gestiegenen und gesunkenen Auftrageingängen bzw. Umsätzen war mit 30 bzw. 17 Punkten im Plus. Das sind mit Abstand die besten Werte seit sechs Jahren. Der Geschäftsklimaindex kletterte auf den Stand von 108 Punkten. Zum letzten Mal übertraf er diese Marke im Herbst 1995.

Langsame Erholung im Kfz-Gewerbe 2008 und 2009 waren für das Kraftfahrzeuggewerbe zwei extrem schwierige Jahre. Die Nachfrage war völlig eingebrochen. Sei dem Herbst 2010 scheinen sich jedoch die Werkstattgeschäfte wieder langsam zu erholen. Die aktuellen Bewertungen spiegelten dies zwar noch nicht wider, aber die Erwartungshaltungen der Betriebe. So ist der Saldo aus gestiegenen und gesunkenen Auftragseingängen zwar noch mit neun Punkten im Minus, der Saldo bei den entsprechenden Prognosewerten jedoch mit sieben im Plus. Insofern sind es im Kfz-Gewerbe – im Gegensatz zu der Entwicklung in den anderen Handwerksgruppen – vordergründig die Erwartungen der Betriebe, die die Aufhellung des Geschäftsklimas bewirken.

um neun Punkte im Vergleich zum Frühjahr 2010. Er erreichte den Stand von 102 Punkten. Die Betriebe verfügten über Aufträge mit einer durchschnittlichen Reichweite von sieben Wochen und konnten daher ihre Kapazitäten im Schnitt bis zu 85,7 Prozent auslasten. Den niedrigsten Stand mit 85 Punkten erreicht der branchenspezifische Klimaindex der Handwerke für personenbezogene Dienstleistungen. Aus der Sicht der Betriebe gab es auch kaum Anzeichen, dass sich daran in naher Zukunft etwas spürbar ändern könnte. Die Betriebe aus diesem Bereich sind immer etwas pessimistischer als andere. Aber ihre wirtschaftliche Situation ist auch seit Jahren problematisch, da sie vom Ausgabeverhalten der privaten Haushalte abhängig sind und der private Konsum in den letzten Jahren kein guter Konjunkturmotor war.

Inhaberstatistik (Stichtag: 31. Dezember 2010)
Insgesamt zusammen Anlage A – zulassungspflichtige Handwerke Anlage AeT – Ausführung einfacher Tätigkeiten Anlage B1 – zulassungsfreie Handwerke Anlage B2 – handwerksähnliche Gewerbe 22.351 8.976 216 5.721 7.438 davon Männer 17.881 7.140 200 4.773 5.768 Frauen 4.469 1.836 15 948 1.670 Frauenquote 20,0 20,5 6,9 16,6 22,5 Ausländeranteil 14,9 5,9 25,9 25,3 17,6

sundheitsgewerbe keine Verbesserung des Klimaindex ein.

Betriebsbestand
Zum Jahresende 2010 hat die Handwerkskammer Berlin 30.705 Mitgliedsbetriebe. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Mitglieder um 2,8 Prozent oder um 870 Betriebe gesunken. Der Abbau hat sich jedoch deutlich verringert. Ein Jahr zuvor lag die Rückgangsrate bei 3,8 Prozent, der Bestand verringerte sich demzufolge um 1.232 Betriebe. Im Berichtsjahr kam es zu 2.785 Eintragungen und 3.655 Löschungen von Betrieben. Der Vergleich mit der Entwicklung in 2009 zeigt: Die Zahl

Nahrungsmittelhandwerk zufrieden Bäcker, Fleischer und Konditoren waren mit den Geschäften im Herbst 2010 mehrheitlich zufrieden. Die Salden bei Nachfrage, Umsatz und Beschäftigung lagen im Plus, ebenfalls die entsprechenden Erwartungshaltungen. Der Geschäftsklimaindex des Nahrungsmittelgewerbes erreicht zum ersten Mal seit dem Herbst 1992 wieder die so richtungweisende 100-Prozent-Marke.

Aufhellung im Ausbaugewerbe Auch das Ausbaugewerbe erreichte diese Marke. Die Herbstumfrage ergab eine spürbare Aufhellung des Geschäftsklimas insbesondere bei Elektrotechnikern, Installateuren und Heizungsbauern sowie Malern und Lackierern. Der Stimmungsindex verbesserte sich um 14 Punkte im Vergleich zum Herbst 2009 und

Gesundheitshandwerk verunsichert Die Umfrageergebnisse in 2010 für das Gesundheitshandwerk waren Spiegelbilder der Diskussion um Veränderungen im Gesundheitswesen und der Erhebung von Zusatzbeiträgen durch einige Krankenkassen. Damit einher ging eine große Verunsicherung der Betriebe. Die aktuellen Einschätzungen zur Entwicklung der Geschäfte bis zum Herbst lassen zwar auf mehr Optimismus als vor einem Jahr schließen, die Entwicklung der Beschäftigung verlief jedoch genau entgegengesetzt. Hinsichtlich der Erwartungshaltungen nahmen im Herbst 2010 die negativen Prognosewerte verstärkt zu. Der Saldo aus positiven und negativen Geschäftserwartungen war mit 13 Punkten im Minus, ein Jahr zuvor lag er mit sechs Punkten im Plus. Aufgrund dessen trat allein im Ge-

der Eintragungen blieb nahezu konstant (2009: 2.783), während die der Löschungen um 360 gesunken ist. Positiv ist, dass die Zahl der Neuanmeldungen zum ersten Mal seit dem Jahr 2005 wieder zunimmt. Nach dem Gründerboomjahr 2004 ist es in den folgenden Jahren immer wieder zu einem Rückgang bei den Neuanmeldungen gekommen (2005: -9,1 Prozent, 2006: -38,7 Prozent, 2007: -16,6 Prozent, 2008: -16,7 Prozent und 2009: -5,3 Prozent). 2010 ist deren Zahl nun um 2,5 Prozent angewachsen; wenngleich die Entwicklung in den einzelnen Handwerksbereichen sehr unterschiedlich verlief. Die absolut größten Zuwächse sind in den

Handwerkszweigen Friseur, Kosmetiker, Gebäudereiniger, Kraftfahrzeugtechniker, Estrichleger, Fotografen sowie Installateur und Heizungsbauer zu verzeichnen. Fast jeder zweite Mitgliedsbetrieb ist im Verzeichnis der Betriebe der zulassungspflichtigen Handwerke (Anlage A) zu finden. Der durch die Novellierung der Handwerksordnung zum 1. Januar 2004 ausgelöste Gründerboom bei den zulassungsfreien Handwerke hatte zunächst dazu geführt, dass der Anteil der zulassungspflichtigen am Gesamtbestand ständig kleiner wurde – von 58 Prozent Ende 2003 auf 49 Prozent Ende 2009. Jetzt scheint es

Betriebsstatistik
Verzeichnis der Gewerbe, die als zulassungspflichtige Handwerke betrieben werden können (Anlage A) Bestand am 31.12.2010 Bauhauptgewerbe Ausbaugewerbe Handwerk für den gewerblichen Bedarf Kraftfahrzeuggewerbe Nahrungsmittelgewerbe Gesundheitsgewerbe Personenbezogene Dienstleistungen Zulassungspflichtige Handwerke zusammen 2.247 6.357 1.365 1.425 360 854 2.685 15.293 Veränderung zum 31.12.2009 um -67 -120 -20 -15 -13 -3 29 -209 in ... % -2,9 -1,9 -1,4 -1,0 -3,5 -0,4 1,1 -1,3

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Betriebsstatistik
Verzeichnis der Gewerbe, die als zulassungsfreie Handwerke betrieben werden können (Anlage B1) Bestand am 31.12.2010 Bauhauptgewerbe Ausbaugewerbe Handwerk für den gewerblichen Bedarf Nahrungsmittelgewerbe Personenbezogene Dienstleistungen Zulassungsfreie Handwerke zusammen 35 3.758 1.927 12 1.192 6.924 Veränderung zum 31.12.2009 um 2 -165 24 0 22 -117 in ... % +6,1 -4,2 +1,3 ±0,0 +1,9 -1,7

schutzisolierer. Auf der Verlustseite traf es am stärksten das Elektrotechniker-Handwerk. Waren Ende 2009 noch 2.063 Betriebe aktiv, sind es Ende 2010 nur noch 2.018 gewesen. Im Ranking der größten Betriebsverluste folgen Maurer und Betonbauer, Maler und Lackierer, Kraftfahrzeugtechniker, Tischler, Installateur und Heizungsbauer sowie Zimmerer. Aus der Sicht der sieben Gruppen stellt sich die Entwicklung so dar, dass bei der Bilanzierung der Bestandsentwicklung lediglich für die Gruppe der Handwerke für personenbezogene Dienstleistungen ein Zuwachs ermittelt werden konnte. In allen übrigen sind zum Jahresende 2010 weniger Betriebe als zu Beginn des Jahres vorhanden.

eine Trendwende zu geben. Dies ist insofern besonders wichtig, da der Bestand von Meisterbetrieben für Ausbildung und Arbeitsplätze von enormer Bedeutung ist. Dies allein wird durch Folgendes belegt: 87 Prozent aller handwerklichen Ausbildungsbetriebe gehören zur Anlage A. Gegenwärtig bilden 18,1 Prozent aller „A-Betrieben“ aus, von den Betrieben aus dem B-Bereich (zulassungsfreie Handwerke und handwerksähnliche Gewerbe) dagegen gerade mal 2,7 Prozent. Im Berichtsjahr kam es zu 3.293 Betriebsschließungen, dies sind 297 weniger als im Jahr davor. Für 64 Handwerkzweige ist ein Rückgang der Abmeldungen zu notieren. Die absolut größten Abnahmen gab es im Holz- und Bautenschutzgewerbe, in den Bereichen Maurer und Betonbauer, Fliesen-, Platten- und Mosaikleger, Fuger (im Hochbau), Kraftfahrzeugtechniker, Bodenleger, Einbau von genormten Baufertigteilen, Installateur und Heizungsbauer, Bautentrocknungsgewerbe, den Änderungsschneider, Maler und Lackierer sowie Feinwerkmechaniker. Eine Zunahme der Betriebsschließungen ist in 43 Handwerkszweigen zu vermelden. Es traf vor allem Friseure, Gebäudereiniger, Estrichleger, Tischler, Kraftfahrzeugtechniker,

Eisenflechter, Gold- und Silberschmiede sowie Klempner – aufgelistet in Abhängigkeit der absolut größten Veränderung.

Inhaberstatistik Von den 30.705 Mitgliedern wurden 22.351 (=72,8 Prozent) mit der Rechtsform „Einzelunternehmen“ bzw. „Einzelfirma im Handelsregister“ gezählt. In allen Handwerksbereichen nimmt der Anteil von Inhaberinnen im Vergleich zum Vorjahr zu. Jeder fünfte bei der Handwerkskammer Berlin eingetragene Betriebsinhaber ist eine Frau. Ein Jahr zuvor betrug die Frauenquote 19,2 Prozent. Insgesamt standen 4.469 Frauen an der Spitze eines Berliner Handwerksbetriebes; dies sind 39 mehr als zum vergleichbaren Vorjahresstichtag. Ein Drittel sind im Friseurhandwerk tätig, ein Viertel als Kosmetikerin und jede Zehnte im Baubereich. Die Inhaber/-innen mit nichtdeutscher Staatsangehörigkeit meldeten ihren Betrieb in 80 verschiedenen Gewerken an; am häufigsten als Fliesen-, Platten- und Mosaikleger (649 Betriebe), im Holz- und Bautenschutzgewerbe (513), als Friseur (420), Gebäudereiniger (407), Kraftfahrzeugtechniker (216), Änderungs-

schneider (173), mit dem Einbau von genormten Baufertigteilen (150), als Kosmetiker (145), Bodenleger (109) sowie als Maler und Lackierer mit 104 Betrieben). Im Vergleich zum Jahresendstand 2009 nimmt die Zahl der Betriebe um 368 auf 3.341 ab.

Zulassungspflichtige Handwerke Zum 31. Dezember 2010 gab es im Verzeichnis der Gewerbe, die als zulassungspflichtige Handwerke betrieben werden können (Anlage A), 15.293 Betriebe. Ihre Zahl ist im Verlauf des Berichtszeitraumes um 209 Betriebe bzw. um 1,3 Prozent gesunken. Der Anlage A sind 41 Handwerkszweige zugeordnet, von diesen erreichten neun eine Bestandserweiterung, während 27 eine Minderung erfuhren. Die stärkste Zunahme verzeichnete das Friseurhandwerk. Ihr Bestand erhöhte sich auf 2.364 Betriebe, dies ist ein Plus von 33 Betrieben gegenüber dem Vorjahr. Das Friseurhandwerk ist das betriebsstärkste Gewerk innerhalb der Anlage A. Im Verlauf des Berichtszeitraumes vergrößerte sich der Anteil um 0,5 Prozentpunkte auf 15,5 Prozent. In Bezug auf den absolut größten Bestandszuwachs folgen auf den weiteren Plätzen Zahntechniker, Zweiradmechaniker sowie Wärme-, Kälte- und Schall-

Zulassungsfreie Handwerke Zum Jahresende 2010 sind im Verzeichnis der Gewerbe, die als zulassungsfreie Handwerke oder handwerksähnliche Gewerbe betrieben werden können, 15.183 Betriebe gezählt worden. Im Vergleich zum Vorjahr nahm der Bestand somit um 647 Betriebe bzw. um 4,1 Prozent ab. Der Vergleich mit dem Jahr 2009 zeigt jedoch auch, dass der Differenzbetrag zwischen Anfangs- und

Endbestand sich aktuell um ein Drittel verkleinert hat. Zum Ende des Jahres 2009 war er nämlich um 310 Betriebe höher als Ende 2010. Zur Entwicklung im Bereich der zulassungsfreien Handwerke (Anlage B1) lässt sich Folgendes feststellen: Zum Jahresende 2010 waren hier 6.924 Betriebe vorhanden. Die Entwicklung bei den zulassungsfreien Handwerken war seit Anfang 2004 von einem ständigen Zuwachs gekennzeichnet, der sich jedoch nach den ersten beiden Boom-Jahren fortwährend abschwächte. Im Verlauf des Jahres 2009 ging dann zum ersten Mal die Zahl der Betriebe zurück. Diese Entwicklung setzte sich in 2010 weiter fort. Am 31. Dezember 2010 wurden 117 B1-Betriebe weniger gezählt als ein Jahr zuvor. Einen positiven Beitrag zur Bestandsentwicklung haben vor allem die Gebäudereiniger, Fotografen und Raumausstatter geleistet, während die Handwerke Fliesen-, Plattenund Mosaikleger, Parkettleger sowie Rollladen- und Jalousiebauer die größten Bestandsminderungen erfuhren.

Betriebe zu finden. Insgesamt sind es 8.259 Betriebe, 530 weniger als zu Beginn des Jahres. Aber der Bestandsabbau verliert auch an Dynamik. Ende 2009 waren noch 8.789 Betriebe eingetragen, 814 weniger als ein Jahr zuvor. Die Kosmetiker, Speiseeishersteller und das Bestattungsgewerbe sind die Bereiche mit den absolut größten Bestandszuwächsen, während das Holz- und Bautenschutzgewerbe, der Einbau von genormten Baufertigteilen, die Bodenleger, Eisenflechter und Änderungsschneider die größten Bestandsrückgänge innerhalb der B2-Gewerbe erleben. Zum Jahresende 2010 sind 229 Betriebe als Kleinunternehmer registriert gewesen; 14 weniger als zu Jahresbeginn. Eingetragen wurden sie in der Anlage AeT-Ausübung einfacher Tätigkeiten. Nach der zum 1. Januar 2004 in Kraft getretenen Handwerksordnung dürfen die Betriebe keine wesentlichen Teiltätigkeiten eines zulassungspflichtigen Handwerks anbieten. Zu finden sind sie in den Handwerken Kraftfahrzeugtechniker Maler und Lackierer, Bäcker, Glaser, Karosserie- und Fahrzeugbauer sowie Boots- und Schiffbauer, Elektrotechniker und Tischler.

Handwerksähnliche Gewerbe Zum Jahresende 2010 sind in 44 handwerksähnlichen Gewerben

Betriebsstatistik
Verzeichnis der Gewerbe, die als handwerksähnliche Gewerbe betrieben werden können (Anlage B2) Bestand am 31.12.2010 Bauhauptgewerbe Ausbaugewerbe Handwerk für den gewerblichen Bedarf Nahrungsmittelgewerbe Personenbezogene Dienstleistungen Handwerksähnliche Gewerbe zusammen 3.463 2.492 214 52 2.038 8.259 Veränderung zum 31.12.2009 um -378 -162 -14 +6 +18 -530 in ... % -9,8 -6,14,2 -6,1 +13,0 +0,9 -6,0

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Rechtsberatung Petra Heimhold Tel.: 25903-391 heimhold@hwk-berlin.de Der kostenlose Service der Rechtsberatung wurde auch im Jahr 2010 von vielen Mitgliedsbetrieben in Anspruch genommen. Der Schwerpunkt der Beratungen lag im Bereich Arbeitsrecht, gefolgt vom Baurecht und Werkvertragsrecht. Außerdem zogen die Betriebe und deren Mitarbeiter die Rechtsberatung der Handwerkskammer auch zu allgemeinen rechtlichen Fragen rund um die Führung eines Betriebes zu Rate, insbesondere zum Tarifrecht. Im Berichtsjahr ergingen verschiedene für unsere Mitglieder in der betrieblichen Praxis relevante Urteile, über die von den beiden Mitarbeitern der Rechtsberatung in der Mitgliederzeitschrift umfassend berichtet wurde. Der Europäische Gerichtshof hat mit einem Urteil vom 19.01.2010 (Az C 555/07) das deutsche Kündigungsrecht reformiert, das auch alle Handwerksbetriebe betraf. Der Europäische Gerichtshof sah in der Regelung des § 622 Abs. 2 BGB, nach dem bei der Berechnung der Kündigungsfristen Betriebszugehörigkeitszeiten vor dem 25 Lebensjahr unberücksichtigt bleiben, eine nicht gerechtfertigte Altersdiskriminierung. Fortan werden sämtliche Zeiten der Betriebszugehörigkeit für die Länge der Kündigungsfrist berücksichtigt. Für Aufruhr hat auch das Inkrafttreten der Dienstleistungs-Informationspflichten-Verordnung (DL-InfoV) am 17.05.2010 gesorgt. Diese Verordnung zwingt jeden Dienstleister (mit Ausnahme der Augenoptiker,

Hörgeräteakustiker, Orthopädietechniker, Orthopädieschuhmacher sowie Zahntechniker) mit einer Niederlassung im Inland, seinem Auftraggeber vor Abschluss eines schriftlichen Vertrages oder, wenn kein schriftlicher Vertrag geschlossen wird, vor Erbringung der Dienstleistung eine Reihe von Informationen in klarer und verständlicher Sprache zur Verfügung zu stellen. Dabei kann er die Informationen wahlweise dem Dienstleistungsempfänger von sich aus mitteilen, am Ort der Leistungserbringung oder des Vertragsschlusses so vorhalten, dass sie dem Dienstleistungsempfänger leicht zugänglich sind oder dem Dienstleistungsempfänger über eine von ihm angebotene Adresse elektronisch zur Verfügung stellen. Verstöße gegen die Vorschriften der DL-InfoV können wettbewerbsrechtlich mit einer Abmahnung oder einer Unterlassungserklärung verfolgt werden. Leider musste die Handwerkskammer ihre Mitglieder auch dieses Jahr wieder vor unlauterem Geschäftsgebaren warnen. So hat die Kammer vor der Datenweitergabe an die Gewerbeauskunft-Zentrale mit Sitz in Düsseldorf gewarnt. Dubios war auch das Schreiben des sogenannten „Gewerbeverzeichnis des Bundes (GVZB)“. Das GVZB forderte Handwerksbetriebe in einem amtlich anmutenden Schreiben auf, sich für 178,37 EUR in das Gewerbeverzeichnis des Bundes einzutragen. Zum Ende des Jahres versuchte dann das „Fachregister Wirtschaft und Unternehmen“ mit Sitz in Lissabon und die „Deutsche Markenverlängerungs-AG“ mit ihren Machenschaften die Betriebe zu übervorteilen. All diese unlauteren Manipulationsversuche hat die Kammer dem Schutzverband gegen

Wirtschaftskriminalitäten e.V. gemeldet und um Einleitung wettbewerbsrechtlicher Schritte gebeten. Auch dieses Jahr hat die Kammer verschiedene rechtliche Informationsveranstaltungen durchgeführt. Die Themen beschäftigten sich u.a. mit dem Werberecht und dem Recht rund um die Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Diese Veranstaltungen wurden in Kooperation mit einer Rechtsanwaltskanzlei durchgeführt und trafen auf großes Interesse bei den Betrieben. Die Reihe der Veranstaltung wird auch 2011 fortgesetzt.

Sozialrecht Assessor Hans-Walter Richter Tel.: 030/25903-314 hwrichter@hwk-berlin.de Am 1. Januar 2010 wurde der Elektronische Entgeltnachweis (das ELENAVerfahren) eingeführt. Die Arbeitgeber sind verpflichtet, bestimmte Arbeitnehmerdaten an eine zentrale Stelle zu melden. Von dort sollen künftig Behörden, die soziale Leistungen erbringen, unmittelbar abrufen. Das ELENA-Verfahren, durch das eine Entbürokratisierung erreicht würde, geht auf eine Forderung der Arbeitgeber zurück. Die existierenden Papierbescheinigungen, die bislang vielfach ausgestellt werden müssen, entfielen. Allerdings wurde schon bald deutlich, dass das ELENA-Verfahren selbst höchst bürokratisch ist. Bemängelt wird, dass vorerst nur wenige der 45 Papierbescheinigungen wegfallen und der monatlich zu meldende Datensatz kompliziert und umfangreich ist. Ebenfalls gibt es Bedenken hinsichtlich der (Vorrats) Speicherung sensibler Daten. Der bürokratische Aufwand übersteigt die erwarteten Einsparungen

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derzeit noch deutlich. Es sind deshalb dringend Nachbesserungen erforderlich, zumal teilweise selbst auf Arbeitgeberseite die Forderung nach Abschaffung des Verfahrens laut wurde. Zum 1. Januar 2010 wurde eine neue Bezugsfrist für das Kurzarbeitergeld festgelegt. Der Bezug von Kurzarbeitergeld kann nunmehr bis zu 18 Monate dauern. Hierdurch sollte sichergestellt werden, dass Arbeitgeber im Krisenfall nicht gezwungen sind, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu entlassen. Ohne eine neue Regelung hätte die Bezugsfrist für Kurzarbeit, die in 2010 begonnen wird, entsprechend der gesetzlichen Regelung lediglich maximal sechs Monate betragen. Von dieser Regelung unabhängig blieb es bis Ende 2010 außerdem bei den besonderen Erleichterungen der Kurzarbeit durch die Konjunkturmaßnahmen der Bundesregierung, so z. B. die Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge. Der Abgabesatz der Künstlersozialabgabe sank von 4,4 Prozent auf 3,9 Prozent. Im Wesentlichen ist dies darauf zurückzuführen, dass nunmehr der Rentenversicherungsträger für die Prüfung der Zahlungspflicht zuständig ist, was zu einer deutlichen Zunahme der Zahl der Beitragspflichtigen führte. In den letzten Jahren ist deutlich geworden, dass die Forderung insbesondere des Handwerks nach einer Abschaffung der Künstlersozialkasse politisch nicht mehrheitsfähig ist. Es ist jedoch aus Sicht des Handwerks zumindest eine Reform erforderlich: Die Abgabepflicht sollte auf die Versicherten der Künstlersozialkasse begrenzt werden. Diese sollten im Rahmen

ihrer Kundenbeziehungen zu einem Hinweis auf ihre Zugehörigkeit verpflichtet werden. Der bürokratische Aufwand der Identifizierung abgabepflichtiger Aufträge würde deutlich reduziert. Auch für die Handwerker, auf deren Leistungen die Abgabe fällig wird, die aber nicht in der Künstlersozialkasse versichert sein können, würden sich die Wettbewerbsnachteile gegenüber den Versicherten der Künstlersozialkasse vermindern. 2010 wurde eine weitere Gesundheitsreform beschlossen. Für die gesetzliche Krankenversicherung wurde festgelegt, dass der allgemeine Beitragssatz 2011 von 14,9 auf 15,5 Prozent steigt. Künftige Beitragserhöhungen sollen nur noch zu Lasten der gesetzlich Versicherten über einen einkommensunabhängigen Zusatzbeitrag eingefordert werden. Der Arbeitgeberanteil wird damit auf 7,3 Prozent festgeschrieben. Auch wenn eine solche Deckelung des Beitrages aus Sicht der Wirtschaft zu begrüßen ist, bleibt abzuwarten, ob angesichts kommender Wahlen diese Linie tatsächlich von der Politik durchgehalten wird.

grenzung von handwerklichen gegenüber nichthandwerklichen Leistungen Hilfestellung und Unterstützung. Die Bezirksämter hörten die Kammer zu 117 Gewerbeuntersagungsverfahren an, von denen 116 die persönliche Unzuverlässigkeit (wegen steuerlicher, sozialversicherungsoder strafrechtlicher Verfehlungen) betrafen. Ein Verfahren war auf das Verbot der Weiterbeschäftigung sozialversicherungspflichtiger Arbeitnehmer gerichtet. Von den Verfahren waren 51 Handwerksunternehmen, 20 handwerksähnliche und 29 zulassungsfreie Betriebe betroffen. Die Kammer gab Stellungnahmen zu 14 Anträgen auf Wiederzulassung zur Gewerbeausübung, zu zwei Anträgen auf Wiedergestattung der Tätigkeit als Betriebsleiter und zu einem Antrag auf Wiedergestattung der Beschäftigung sozialversicherungspflichtiger Arbeitnehmer ab. Die Handwerkskammer hat im Berichtsjahr insgesamt 696 Stellungnahmen zu Eintragungen in das Handelsregister abgegeben. Es handelte sich um 472 GmbH-Gründungen, 15 Einzelfirmen in der Rechtsform des eingetragenen Kaufmanns („e.K." ), zwei offene Handelsgesellschaften, 22 Kommanditgesellschaften und elf Limiteds. Die seit Ende 2008 neugeschaffene Rechtsform der Unternehmergesellschaft erfreut sich aufgrund des geringen Stammkapitals und der einfachen Gründung zunehmender Beliebtheit. Die Kammer prüfte bei 174 Unternehmergesellschaften die handwerklichen Voraussetzungen. Damit hat sie sich gegenüber der Limited im handwerklichen Bereich durchgesetzt.

Im Berichtsjahr 2010 hat die Kammer insgesamt 403 Anträge auf Erteilung von Altgesellenregelungen (Ausübungsberechtigungen) und Ausnahmebewilligungen angenommen und bearbeitet. 332 Bewilligungen und Berechtigungen wurden erteilt. Beratungsbedarf besteht oft auch bei der Bearbeitung von Neu-, Änderungs- und Löschungsanträgen. Der Bereich Handwerksrolle – ohne die Bereiche Starter-Center und Gewerbeangelegenheiten – zählte 2673 Besucher, die Änderungen ihrer Eintragungen persönlich vornahmen und andere Anliegen klären wollten. Daneben ist auch die telefonische Beratung unserer Mitglieder und Kunden rund um die Eintragung ein wesentlicher Kernbereich des Dienstleistungsangebots. Viele Nachfragen betreffen die geforderte Qualifikation für Inhaber oder angestellte Betriebsleiter in einem Beruf der Anlage A sowie eintragungspflichtige Leistungen. Die Mitarbeiter der Handwerksrolle erledigten rund 1800 dieser Änderungen. Eintragungsverfahren und Antragsablehnungsverfahren von Amts wegen mussten ebenfalls eingeleitet werden, da einvernehmliche Klärungen erfolglos geblieben waren. Die Zahl ist mit 50 in etwa in den letzten Jahren gleich geblieben.

Als Nachweis der bestehenden Eintragung beantragen zahlreiche Unternehmen eine EU-Bescheinigung für die Tätigkeit im EU-Ausland. 2010 wurden 63 dieser Bescheinigungen ausgestellt, am häufigsten für Österreich und Luxemburg, aber auch für Großbritannien, Frankreich, die Schweiz, die Niederlande sowie Tschechien. Auch die Zahl der Handwerksbetriebe, die ohne gewerbliche Niederlassung in einem anderen Land arbeiten wollen, ist angestiegen.

Gewerberecht/Handwerksrolle Clemens Fritzsche Tel.: 030/25903-104 fritzsche@hwk-berlin.de Ines Skupin Tel. 030/2590-109 skupin@hwk-berlin.de Der Vorstand der Kammer hat über vier Widersprüche gegen die Einleitung von Verfahren auf Löschung der Eintragung in der Handwerksrolle (wegen fehlender handwerksrechtlicher Voraussetzungen) entschieden. Die Handwerkskammer gab Behörden, Institutionen und privaten Auftraggebern bei der Ab-

Bekämpfung von Schwarzarbeit Die Bekämpfung von Schwarzarbeit gehörte auch in diesem Jahr zu den rechtlichen Aufgaben der Handwerkskammer. So sind der Kammer wegen des Verdachts der unberechtigten Handwerksausübung 302 Anzeigen zugeleitet worden, die jeweils zur Einleitung von Ermittlungsverfahren geführt haben. In 77 Fällen mahnte sie die Betroffenen ab bzw. sprach Verwarnungen aus. In 37 Fällen konnte die erforderliche Handwerksrollen-Eintragung herbeigeführt werden. In 40 Fällen wurde ein Verfahren auf Gewerbeuntersagung nach § 16 Abs. 3 Satz 2 der Handwerksordnung (HwO) eingeleitet. Auch im Internet war die Handwerkskammer Berlin erfolgreich bei

der Bekämpfung unberechtigter Handwerksausübung und unlauterer Werbung. So wurden bezüglich des Internetportals „My Hammer“ 16 Ermittlungen eingeleitet. In Zusammenarbeit mit der Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs e.V. haben 15 Betriebsinhaber Unterlassungserklärungen abgegeben. Des Weiteren wurden in Zusammenarbeit mit dem Zentralverband des Deutschen Handwerks aufgrund unberechtigter Werbung im Handwerk fünf Profilseiten von Benutzern bei „My Hammer“ gesperrt. Weitere elf Profilseiten mussten aufgrund unlauterer Werbung im Handwerk geändert werden. Im November 2010 haben der Zoll und das LKA auf Initiative der Handwerkskammer eine großangelegte Razzia in 137 Friseurläden, u. a. wegen der Anstellung eines Scheinbetriebsleiters, durchgeführt.

StarterCenter Berlin Über das StarterCenter Berlin wurden sämtliche Neueintragungen in die Handwerksrolle (Anlage A), in das Verzeichnis der zulassungsfreien Handwerke (B 1) und in das Verzeichnis der handwerksähnlichen Betriebe (B 2) durchgeführt. Mit Hilfe des Starter-Centers kann der Kunde im Internet bereits vorab seine kompletten Daten in die An-

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tragsunterlagen eingeben und spart somit Zeit bei seiner Antragsstellung in unserem Haus. Da die Daten mittels einer speziellen Software für alle benötigten Formulare verwendet werden können, müssen diese nur einmal erfasst werden. Der Handwerker erhält, wenn alle Unterlagen vollständig sind, die Handwerks- und/oder Gewerbekarte. Diese werden seit Juni dieses Jahres im Scheckkartenformat ausgestellt. Die Karten werden direkt bei der Eintragung gefertigt und dem Handwerker sofort ausgehändigt. Ein nachträglicher Postversand entfällt. Immer mehr Handwerker nutzen im StarterCenter auch die bargeldlose Zahlung von Gebühren mittels EC-Karte. Mit dem StarterCenter hat die Handwerkskammer Berlin daher einen wichtigen Beitrag zum Bürokratieabbau geleistet

folgte die Beauftragung unmittelbar von Gerichten. Elf Prozent der Auftraggeber waren Versicherungen. Lediglich in drei Prozent wurden Sachverständige von Behörden hinzugezogen. Schwerpunkte der Sachverständigentätigkeit waren 2010 Schadensfeststellungen bzw. Schönheitsreparaturen (41 Prozent der Gutachten). In 33 Prozent der Fälle war es Aufgabe der Gutachter, die Qualität von Handwerksleistungen zu beurteilen. Nur vier Prozent betrafen die Überprüfung von Preisen für Handwerkerleistungen. Die von der Handwerkskammer zum Sachverständigenwesen angebotenen Seminare in der Bildungsstätte Bernau-Waldfrieden wurden im Berichtsjahr wieder gut besucht. Da Interesse und Bedarf an diesen Weiterund Fortbildungsseminaren als sehr hoch einzuschätzen sind, werden sie auch zukünftig von der Handwerkskammer Berlin angeboten. Auch der Tag der Sachverständigen, der gemeinsam von der Handwerkskammer Berlin, der IHK Berlin und den brandenburgischen Handwerkskammern Potsdam, Frankfurt/Oder und Cottbus am 15. Juni 2010 im Haus der IHK ausgerichtet wurde, fand so großen Zuspruch, dass diese Veranstaltung, die dazu einlud, Wissen und Erfahrungen auszutauschen, Geschäftskontakte zu knüpfen und sich fortzubilden, 2012 wiederholt werden soll.

Kundennachfragen und Beschwerden von Auftraggebern der Handwerksbetriebe. Es wandten sich insgesamt 116 Kunden schriftlich an die Beschwerdestelle. Das stellt eine leichte Erhöhung gegenüber dem Vorjahr dar (114). Im Zusammenhang mit den Vorjahren scheint sich der Wert nun in dem Bereich zwischen 100 und 120 Vermittlungsverfahren pro Jahr einzupendeln. Im Verhältnis zu der Vielzahl von Einzelaufträgen, die von den mehr als 32.000 Mitgliedsunternehmen erledigt werden, ist die Anzahl der Beschwerden jedoch eher gering. Die meisten Reklamationen können im unmittelbaren Kontakt mit den Betrieben ausgeräumt werden, das bestätigte eine Erhebung der Handwerkskammer. In vielen der 116 Fälle konnte die Verbraucherbeschwerdestelle eine gütliche Einigung zwischen Handwerker und Kunde herbeiführen. Kulantes Nachgeben hat für Unternehmer oft den Vorteil, einen zufriedenen Kunden für die Zukunft zu gewinnen oder zu erhalten. Ebenso können Gerichtsverfahren vermieden werden, wenn dem Kunden die eigene Position noch einmal in aller Ruhe schriftlich erläutert wird. Während sich in den vergangenen Jahren, die Beschwerden auf wenige Betriebe und Branchen konzentrierten, sind die Beschwerden nun vielfältiger geworden. Zwar sind die sogenannten schwarzen Schafe im Bereich der Radio- und Fernsehdienste sowie der Waschmaschinenreparatur immer noch Grund vieler Beschwerden. Die vermehrte Aufklärung in den Medien über solche Betriebe und die Rechte von Verbrauchern im Allgemeinen führte aber zu einem deutlichen Rückgang.

Im Gegenzug stieg die Anzahl von Verbraucherbeschwerden in anderen Handwerken, deren Ursache weniger im Verantwortungsbereich des Handwerksbetriebes, sondern in Missverständnissen und Rechtsirrtümern der Kunden zu suchen war.

Sachverständigenwesen Angela Born Tel.: 030/25903-352 born@hwk-berlin.de Am 1. Januar 2010 waren in Berlin 139 Sachverständige öffentlich bestellt. Während des Berichtszeitraumes schieden sechs aus ihrem Amt aus, fünf neue Sachverständige vereidigte Handwerkskammerpräsident Stephan Schwarz am 14. Juni 2010. Somit waren zum Ende des Berichtsjahres 138 bestellte Sachverständige des Handwerks in annähernd 50 Gewerken bzw. Fachrichtungen im Kammerbezirk Berlin tätig. Insgesamt fertigten sie 1.930 Gutachten an, was einem Zuwachs gegenüber dem Vorjahr von etwa sieben Prozent entspricht. Hierbei wurden sie in mehr als der Hälfte der Fälle (65 Prozent) von Privatpersonen beauftragt. In einem Fünftel der Fälle (20 Prozent) er-

Inkassoservice Petra Heimhold Tel.: 030/25903-391 heimhold@hwk-berlin.de Die Handwerkskammer Berlin bietet ihren Mitgliedern in Kooperation mit der Rechtsanwaltskanzlei Grawert, Schöning und Partner einen Inkassoservice an. Im Jahre 2010 wurden 50 neue Inkassoakten angelegt. In 14 dieser Akten wurde bereits nach außergerichtlichem Aufforderungsschreiben durch die Kanzlei von der Gegenseite vollständig Zahlung geleistet. In acht weiteren Fällen konnte nach außergerichtlichem Aufforderungsschreiben durch die Kanzlei zumindest eine Einigung mit der Gegenseite erzielt werden, so dass diese Teilzahlungen leistet bis hin zur vollständigen Abzahlung der offenen Forderungen. In vier Fällen wurde erst nach Einleitung eines gerichtlichen Mahnverfahrens vollständig durch die Gegenseite Zahlung geleistet, in einem weiteren Fall werden auch zunächst Teilzahlungen geleistet. Fünf Verfahren befinden sich derzeit in der Zwangsvollstreckung, wobei in zwei Verfahren bereits Teilzahlungen über den Gerichtsvollzieher geleistet wurden. Die restlichen Mandate laufen derzeit noch ohne Ergebnis (sechs außergerichtliche, drei Mahnverfahren, drei Klageverfahren). Deren Fortgang bleibt abzuwarten. Aufgrund des hohen Prozessrisikos verzichteten drei Mandanten auf die

Durchführung eines streitigen Verfahrens nach Widerspruch durch die Gegenseite gegen den beantragten Mahnbescheid. In drei Fällen, wurde durch die Gegenseite leider Insolvenz angemeldet, so dass die Rechtsanwaltskanzlei die Forderungen der Mandanten gegenüber dem Insolvenzverwalter angemeldet hat.

Innungen Bernd Marten Tel.: 030/25903-351 marten@hwk-berlin.de Am Ende des Berichtsjahres bestanden im Kammerbezirk 36 Handwerksinnungen. Bei sieben Innungen erstreckt sich der Innungsbezirk auf die Länder Berlin und Brandenburg. Bei einer Innung (Galvaniseure) umfasst der räumliche Geltungsbereich zusätzlich den

Kammerbezirk Dresden, während zwei Innungen (Fotografen, Uhrmacher) die Kammerbezirke Berlin, Potsdam und Frankfurt/Oder repräsentieren, bei den Fotografen zusätzlich den Kammerbezirk Magdeburg. Darüber hinaus bestanden noch drei überbezirkliche Innungen mit Sitz im Land Brandenburg (Musikinstrumentenbauer, Keramiker, Modellbauer). Des Weiteren bestehen eine Innung (Parkettleger) mit Sitz im Land Sachsen-Anhalt, eine Innung (Büchsenmacher) mit Sitz in Niedersachsen, eine Bundesinnung (Flexografen Siebdrucker) mit Sitz im Land Hessen, eine Bundesinnung (Hörgeräteakustiker) mit Sitz im Bundesland RheinlandPfalz und der Landesverband des Rolladen- und Jalousiebauer-Handwerks Berlin-Brandenburg e. V., bei denen auch Berliner Handwerksbetriebe organisiert sind.

Verbraucherbeschwerdestelle Angela Born Tel.: 030/25903-352 born@hwk-berlin.de Auch im Jahr 2010 war die Verbraucherbeschwerdestelle der Handwerkskammer Berlin in zahlreichen Fällen wieder Ansprechpartner bei

50-mal zog die Handwerkskammer im Berichtsjahr die rote Karte gegenüber Schuldnern von Handwerksbetrieben. Gemeinsam mit einer Rechtsanwaltskanzlei bietet sie für ihre Mitglieder einen Inkassoservice an.

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Handwerkskammer Berlin

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Das Referat Innungswesen überprüfte im Jahr 2010 an 34 Tagen bei 14 Innungen die Haushalts- und Kassenführung und erteilte im Rahmen der Aufsichtsfunktion die erforderlichen Genehmigungen. Im Ergebnis haben sich keine wesentlichen Beanstandungen ergeben; den Innungen konnte eine ordnungsgemäße Haushalts- und Wirtschaftsführung bestätigt werden. An 21 Veranstaltungen und Versammlungen der Innungen nahmen Vertreter der Kammer teil und standen in engem Kontakt mit den Geschäftstellen bzw. zu den Obermeistern der Innungen.
„Was soll aus jungen Menschen werden, die keinen Ausbildungsplatz finden? Es wäre eine Bankrotterklärung an unsere eigene Zukunft. Als Unternehmer trage ich Verantwortung. Auch schwache Schulabgänger verdienen eine Chance. Wer garantiert denn, dass die vermeintlich geeigneten Kandidaten die Ausbildung erfolgreich abschließen?“

Bildung
Fachkräftesicherung: Herausforderung für die Zukunft Ulrich Wiegand Tel.: 030/25903-348 wiegand@hwk-berlin.de Die Sicherung und der Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit Berliner Handwerksbetriebe bleibt zentrale Herausforderung. Vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung im Wirtschaftsraum Berlin gilt es, alle Bildungs- und Begabungsreserven zu aktivieren. Im Fokus stehen beispielsweise die Verbesserung der Ausbildungseignung, die Erschließung neuer Gruppen für Ausbildung und die Weiterbildung von Mitarbeitern mit fortgeschrittener Berufserfahrung.

Eckdaten der Berufsausbildung
2010 Ausbildungsbetriebe Auszubildende insgesamt nach der Art der Ausbildung: davon: in der betrieblichen Ausbildung in der außerbetrieblichen Ausbildung nach dem Geschlecht: davon: männliche Auszubildende weibliche Auszubildende Ausländische Auszubildende insgesamt nach dem Geschlecht: davon: männliche Auszubildende weibliche Auszubildende Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge insgesamt nach der Art der Ausbildung: davon: in der betrieblichen Ausbildung in der außerbetrieblichen Ausbildung nach dem Geschlecht: davon: männliche Auszubildende weibliche Auszubildende Vorzeitige Lösungen von neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen innerhalb der Probezeit Lösungsquote in % erstmalig ausbildende Betriebe 3.256 1.517 720 13,1 296 3.296 1.645 683 12,1 317 -21 -6,6% -40 -128 37 -1,2% -7,8% 5,4% 3.512 1.261 3.472 1.469 40 -208 1,2% -14,2% 485 299 4.773 430 316 4.941 55 -17 -168 12,8% -5,4% -3,4% 9.128 3.927 784 9.788 4.337 746 -660 -410 38 -6,7% -9,5% 5,1% 9.362 3.693 9.993 4.132 -631 -439 -6,3% -10,6% 3.326 13.055 2009 3.527 14.125 Veränderung zum Vorjahr absolut -201 1.070 um ... % -5,7% -7,6%

Mit regelmäßigen Innungsrundschreiben informierte die Handwerkskammer Berlin die Innungen monatlich über handwerkspolitische, rechtliche, steuerliche und andere Themen sowie Veranstaltungen.

Thomas Lundt, Kfz-Meister und Obermeister der Kfz-Innung Berlin

Auszubildende mit Hochschulreife
Prozentualer Anteil von Auszubildenden mit Hochschulreife an betrieblicher und außerbetrieblicher Ausbildung (bei neu abgeschlossenen BAV*)

% 14

12

10

8

6

2,4 %

2,6 %

4

10,0 %

12,4 %

2005

2006

2007

2008

13,4 %

12,3 %

9,5 %

2009

*Berufsausbildungsverträgen

14,9 %

2

2010

Chancen der Vielfalt Katharina Schumann Tel.: 030/25903-343 schumann@hwk-berlin.de Mit den im Berichtsjahr gestarteten Projekten „Handwerk Mittendrin“ und „Berlins Wirtschaft braucht Dich“ hat sich die Handwerkskammer mit verschiedenen Partnern wie der IHK Berlin, der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales und dem Türkischen Unternehmer und Handwerker e.V. das Ziel gesetzt, Jugendliche mit Migrationshintergrund für eine duale Ausbildung zu gewinnen, Ausbildungsabbrüche zu

verhindern und zugleich Betriebe zu motivieren, diesen Jugendlichen eine Chance zu geben. Darüber hinaus bietet die Handwerkskammer Berlin seit einem Jahr speziell auf künftige Ausbilder mit Migrationshintergrund maßgeschneiderte Lehrgänge an.

Berliner Handwerk begrüßt Schulstrukturreform Die Anfang 2010 verabschiedete Berliner Schulstruktur ist die richtige Antwort auf die Herausforderungen des demografischen Wandels. Die kontinuierliche Berufsorientierung

von Jugendlichen und damit die Vorbereitung auf ihre künftige Lebensund Arbeitswelt muss in der Schule beginnen. Dieses ist mit Einführung der integrierten Sekundarschule und des Dualen Lernens wieder in den Fokus der allgemeinbildenden Schule gerückt. Mit diversen Angeboten zur Berufsorientierung für Berliner Schüler/-innen unterstützte die Handwerkskammer im Berichtsjahr die Schulstrukturreform. Die neue Praktikumsbörse der Handwerkskammer Berlin bietet die Vermittlung von Schüler- und Lehrerpraktika. Das von den Kammern und Wirtschaftsver-

0,8 %

1,5 %

1,9 %

1,9 %

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bänden zusammen mit der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung entwickelte und 2010 vorgestellte Internet-Portal www.duales-lernen.de hält viele Informationen über das Duale Lernen bereit. Mit dem Portal soll der „direkte Draht“ zu den Schulen aufgebaut und die Angebote der Wirtschaft zur Berufsorientierung transparent gemacht werden. Das Portal wird kontinuierlich ausgebaut.

die Möglichkeit, ihre berufliche Karriere zu starten: Mehr und mehr junge Abiturienten gehen in eine betriebliche Ausbildung im Handwerk. Lag der Anteil von Jugendlichen mit Hochschulzugangsberechtigung bei den neuen betrieblichen Berufsausbildungsverträgen vor zehn Jahren noch bei knapp sechs Prozent, so ist er nunmehr auf rund 15 Prozent angestiegen.

Netzwerks von jungen Selbstständigen initiiert. Auch 2010 arbeitete das JOBSTARTER Projekt U40 eng mit den Handwerksjunioren zusammen. Schwerpunkt der Kooperation bildete insbesondere die gegenseitige Unterstützung zum Ausbau eines Netzwerkes junger Handwerkerinnen und Handwerker.

Förderung der beruflichen Bildung
Norman Popp Tel.: 030/25903-381 n.popp@hwk-berlin.de Durch das Berliner Landesprogramm zur Förderung der Berufsausbildung wird seit 2006 erfolgreich die duale Berufsausbildung unterstützt. Am 12. August 2010 fand dazu, als Rückblick auf bisher Geleistetes und Ausblick auf zukünftige Aufgaben, eine Pressekonferenz mit Senatorin Carola Bluhm und Präsident Stephan Schwarz im Ausbildungsbetrieb Mercedöl-Feuerungsbau GmbH statt. Im Rahmen der Veranstaltung „Sternstunden im Handwerk – Ausbildung 2010“ konnten sich interessierte Betriebe, Jugendliche und Vertreter der Schulen über Ausbildungsplatzangebote, Berufsfelder und Fördermöglichkeiten informieren. Die Tage der Berufsausbildung am 1. und 2. Oktober 2010 wurden genutzt, um Schulabgängern von morgen Chancen und Möglichkeiten der Berufsausbildung näherzubringen. Für das neue Ausbildungsjahr 2011 stehen Berliner Ausbildungsbetrieben wieder Fördermittel zur Verfügung, um u.a. die Ausbildungsqualität im Rahmen der Verbundausbildung zu verbessern und benachteiligte Jugendliche in den Ausbildungsmarkt zu integrieren. Informationen zur Förderung und Antragstellung unter: www.hwk-berlin.de/fbb

Berliner Handwerksbetriebe steigern Ausbildungsleistung
Die Bilanz des Ausbildungsjahres 2010 fällt insgesamt positiv aus: Die Zahl der neuen betrieblichen Ausbildungsverträge konnte von 3.472 auf nun 3.512 gesteigert werden – ein Plus von 1,2 Prozent. Ungeachtet der durch den demographiebedingten Bewerberrückgang angespannten Situation auf dem Ausbildungsmarkt ist es den Berliner Handwerksbetrieben gelungen, ihr Ausbildungsengagement wie in den Vorjahren hoch zu halten. Dabei verstetigte sich der Trend, dass zunehmend eine große Zahl von betrieblichen Ausbildungsplätzen trotz intensiver Beratung durch die Handwerksorganisationen nicht besetzt werden können. Bei den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen ist insgesamt im Vergleich zum Jahr 2009 ein leichter Rückgang um 3,4 Prozent auf nunmehr 4.773 zu verzeichnen (Vorjahr: 4.941). Diese Verringerung gegenüber dem Vorjahr ist jedoch einzig und allein auf den Rückgang bei den außerbetrieblichen Ausbildungsplätzen zurückzuführen.

Zusatzqualifikationen für leistungsstarke Jugendliche Metin Harmanci Tel.: 030/25903-342 harmanci@hwk-berlin.de Zusatzqualifikationen erhöhen die Attraktivität der Berufsausbildung im Handwerk gerade auch für leistungsstärkere Nachwuchskräfte. Das 2010 gestartete JOBSTARTER-Projekt „Transversale Zusatzqualifikationen für das Berliner Handwerk“ (TZH) der Handwerkskammer Berlin greift diese Herausforderung auf. Das Projekt TZH entwickelt und erprobt Zusatzqualifikationen für die betriebliche Ausbildung leistungsstarker Jugendlicher.

Immer mehr Abiturienten im Handwerk Das Berliner Handwerk bietet immer mehr leistungsstarken Jugendlichen

Jobstarter-Projekt U40 Ulrich Wiegand Tel.: 030/25903-348 wiegand@hwk-berlin.de Dreieinhalb Jahre lang unterstützte das Projekt im Rahmen des Ausbildungsstrukturprogramms „JOBSTARTER – Für die Zukunft ausbilden“ Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer in ihrem Ausbildungsengagement. Insgesamt wurden 201 neue Ausbildungsplätze in 40 verschiedenen Handwerksberufen geschaffen, mehr als 1.000 Beratungsgespräche mit Handwerksunternehmern unter 40 Jahren geführt und die erfolgreiche Gründung eines

Junioren des Handwerks Henning Paulmann Tel.: 030/25903-337 paulmann@hwk-berlin.de Austausch fördern, Marketing verbessern und neue Kontakte zu anderen Handwerksjunioren aufbauen – so lassen sich verkürzt die Aufgaben des Berliner Juniorenkreises für das Jahr 2010 beschreiben. Zu den wichtigen Themen zählte z. B. Selbstmarketing unter der Fragestellung „Wie fördere ich die Kundenzufriedenheit in meinem Betrieb?“ Hierzu engagierten sich die Junioren in Themenabenden und Workshops. Zusätzlich bleibt die Aus- und Weiterbildung für die Junioren ein wichtiges Querschnittsthema. Dass der Austausch von Handwerksjunioren über die eigenen Landesgrenzen hinaus geht, bleibt für die Berliner Junioren Programm. Im Oktober trafen sich Hamburger und Berliner Juniorenkreise in der Bundeshauptstadt zu einem ersten gemeinsamen Austausch. Im Fokus der Gespräche: Angebote für Handwerksjunioren und Strategien zum Ausbau des Netzwerkes – auch auf europäischer Ebene. Die Berliner Junioren sind bundesweit der einzige Juniorenkreis, der seinen Mitgliedern regelmäßig in deutscher Übersetzung die Neuigkeiten von JEUNE bietet, der europäischen Vereinigung junger Handwerker und kleinen Unternehmen.

mit einer Einstiegsqualifizierung der Start ins Berufsleben gelingen. Die Einstiegsqualifizierung (EQ) ist ein von der Agentur für Arbeit finanziertes betriebliches Langzeitpraktikum, das mindestens sechs und höchstens zwölf Monate dauert. Jugendliche bekommen die Chance, Einblick in einen Ausbildungsberuf, einen Betrieb und das Berufsleben zu gewinnen und ihr handwerkliches Geschick unter Beweis zu stellen. Die Handwerkskammer berät und unterstützt die Betriebe und hilft bei der Vermittlung geeigneter Jugendlicher. Zwischen dem 1. Januar 2010 und dem 31. Dezember 2010 wurden im Berliner Handwerk 96 Verträge für eine Einstiegsqualifizierung abgeschlossen.

„Jugendliche mit besonderem Förderbedarf oder mit Migrationshintergrund brauchen unsere Unterstützung, um ihre beruflichen Perspektiven zu verbessern und ihre Potentiale zu nutzen. Dies kann insbesondere in der Fortsetzung und Weiterentwicklung der bisher so guten Zusammenarbeit der Schulen mit der Handwerkskammer und durch die Kooperationen mit Handwerksbetrieben erreicht werden“

Einstiegsqualifizierung: Erfolgreiche Starthilfe in die Berufsausbildung Yvonne Loeff Tel.: 030/25903-340 loeff@hwk-berlin.de Lehrstellenbewerber mit erschwerten Vermittlungsperspektiven kann

BOB – Berufliche Orientierung in Berlin Katharina Schumann Tel.: 030/25903-343 schumann@hwk-berlin.de Das Projekt BOB – Berufliche Orientierung in Berlin endete am 31. Dezember 2010. In fast fünf Jahren Laufzeit ist es dem Projekt gelungen, das Thema Berufsorientierung an Schulen mit dem Förderschwerpunkt Lernen zu etablieren und zu unterstützen. Rund 1000 Schüler/ -innen wurden in Berufserkundungen, praktischen Kursen in den Werkstätten der Innungsfachschulen sowie bei Veranstaltungen über berufliche Qualifikationsmöglichkeiten informiert. Schulleiter/-innen und Lehrkräfte wurden in Bezug auf Berufsorientierung und Ausbildung im Handwerk fortgebildet und bauten ein Netzwerk zu Betrieben des Handwerks auf, die in mehr als 40 Schulpartnerschaften nachhaltig den Kontakt zwischen Wirtschaft und Schule pflegen werden.

Claudia Zinke, Staatssekretärin für Bildung, Jugend und Familie

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Handwerkskammer Berlin

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Das Projekt wurde in Kooperation mit der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung durchgeführt und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds sowie des Landes Berlins gefördert.

ben des Handwerks und Berliner Schulen aktiv.

Bildungsberatung
Katharina Schumann Tel.: 030/25903-343 schumann@hwk-berlin.de Ein Schwerpunkt der Bildungsberatung der Handwerkskammer ist die Ausbildungsberatung. Hier wird Betriebsinhabern, Ausbildern, Lehrlingen und deren Eltern praxisnahe Hilfe bei Fragen in Bezug auf die duale Ausbildung im Handwerk angeboten. Berater/-innen informieren über Ausbildungsberufe und Ausbildungsinhalte, beraten zur Ausbildungseignung und vermitteln bei Konflikten in der Ausbildung. Im Berichtsjahr 2010 wurde dieses Angebot insgesamt 2.189 Mal in Anspruch genommen. Dabei wurde die Unterstützung bei der Suche nach dem passenden Lehrling im Zuge des demographischen Wandels verstärkt in den Fokus genommen. Neue Ideen

sind gefragt, um Ausbildungsplatzsuchende und Ausbildungsbetriebe zusammenzubringen. Daher wurde erstmalig ein „Azubi-Speed-Dating“ durchgeführt, eine neue Form der Vermittlungsmethode, Berufsausbildungsverträge im Handwerk erfolgreich abzuschließen.

Partnerschaften zwischen Schulen und Betrieben Katharina Schumann Tel.: 030/25903-343 schumann@hwk-berlin.de Schüler/-innen fehlt oft der praktische Bezug zur Arbeitswelt. Die Initiative „Handwerk macht Schule“ fördert diese notwendige enge Zusammenarbeit zwischen Schulen und Betrieben, von denen beide profitieren: Schüler erhalten neue Einblicke in den beruflichen Alltag und Handwerksbetriebe können Kontakt zu potenziellem Nachwuchs aufnehmen. Im Berichtszeitraum entstanden zusätzlich 46 Schulpartnerschaften. Damit sind zur Zeit insgesamt 136 Partnerschaften zwischen Betrie-

„Handwerk Mittendrin“: Gemeinsam gegen Ausbildungsabbrüche Asuman Jakupovic Tel.: 030/25903-480 jakupovic@hwk-berlin.de Die Handwerkskammer beteiligt sich von November 2010 bis Ende 2011 mit dem Projekt „Handwerk Mittendrin“ am Aktionsprogramm der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales‚ Integration und Ausbildung.’ In Kooperation mit dem Türkischen Unternehmer und Handwerker e.V. soll ein Netzwerk von ehrenamtlichen Mentoren aufgebaut werden, um durch Unterstützung und Beratung Ausbildungsabbrüche

genutzt. Seit Beginn der Maßnahme im August 2007 wurden durch die Vermittlung 329 Berufsausbildungsverträge geschlossen. Ein besonderes Angebot des Projekts ist die Ansprache von Jugendlichen und Betrieben mit Migrationshintergrund. Damit kommt die Handwerkskammer den Anforderungen der Zukunft, das Potenzial der Jugendlichen mit Migrationshintergrund für die Ausbildung im Handwerk zu gewinnen und den Fachkräftebedarf für morgen zu sichern, bereits jetzt entgegen.

bei Jugendlichen mit türkischem Migrationshintergrund zu verringern.

Angebote der Bildungsberatung
Ausbildung

Berufsorientierung

Bildungsberatung

Berufsvorbereitung

Fort- und Weiterbildung

Neue Lehrstellen- und Praktikumsbörse Jens Wortmann Tel.: 030/25903-356 wortmann@hwk-berlin.de Komplett runderneuert und mit etlichen nutzerfreundlichen Funktionen versehen, ging 2010 die neue Lehrstellen- und Praktikumsbörse der Handwerkskammer Berlin an den Start. Unter der Adresse www.hwk-berlin.de/lehrstellenboerse können Jugendliche seit August 2010 nach erfolgter Registrierung ein Lehrstellengesuch abgeben. Darüber hinaus haben Berliner Betriebe die Möglichkeit, sich Lehrstellengesuche von Bewerbern anzeigen zu lassen und freie Ausbildungsplätze in die Lehrstellenbörse einzutragen – wahlweise online oder auf schriftlichem Weg. Zusätzlich zur Lehrstellenbörse bietet die Handwerkskammer Berlin eine Praktikumsbörse an (www.praktikumsboerse.hwkberlin.de). Berliner Handwerksunternehmen können hier freie Prakti-

kumsplätze eintragen oder Praktikumsgesuche von Bewerbern einsehen. Interessierte können sich auf die Angebote in der Praktikumsbörse direkt bewerben. Schüler/-innen, Student/-innen und Lehrer/-innen wird ermöglicht, nach erfolgter Registrierung ein Praktikumsgesuch einzugeben. Die Nutzung der Lehrstellenund Praktikumsbörse ist für Berliner Handwerksbetriebe sowie Schüler/ -innen, Studenten/-innen und Lehrer/-innen kostenlos.

Passt! – Passgenaue Vermittlung Auszubildender Dilek Intepe Tel.: 030/25903-481 intepe@hwk-berlin.de Seit 2007 beteiligt sich die Handwerkskammer Berlin am bundesweiten Programm „Passgenaue Vermittlung Auszubildender an ausbildungswillige Unternehmen“. Die Akquise von interessierten und für eine Ausbildung geeigneten Jugendlichen und die anschließende Vermittlung an Ausbildungsbetriebe sind dabei die zentralen Aufgaben. Dieser Service wird von den Betrieben intensiv

Weiterbildungsstipendium – Unterstützung junger Menschen bei beruflicher Qualifizierung Jens Wortmann Tel.: 030/25903-356 wortmann@hwk-berlin.de Das Weiterbildungsstipendium, ein Programm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), fördert junge Fachkräfte, die sich in ihrem Beruf durch Weiterbildung qualifizieren wollen. Die Handwerkskammer Berlin betreute im Berichtszeitraum insgesamt 61 Stipendiatinnen und Stipendiaten. Gefördert werden können leistungsstarke Absolventen/-innen einer beruflichen Handwerksausbildung und erfolgreiche Teilnehmer/-innen des Praktischen Leistungswettbewerbs, die bei Aufnahme in die Förderung jünger als 25 Jahre sind. Innerhalb von drei Jahren können sie Zuschüsse von jährlich bis zu 1.700 EUR für die Finanzierung berufsbegleitender Weiterbildung erhalten. Seit Beginn der Begabtenförderung im Jahre 1991 wurden mehr als 300 ehemalige Lehrlinge, die ihre Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer Berlin ablegten, in das Förderprogramm für ein Weiterbildungsstipendium aufgenommen.

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Ausschuss für Lehrlingsstreitigkeiten Eva Taubert Tel.: 030/25903-344 taubert@hwk-berlin.de Bei allen strittigen Auseinandersetzungen innerhalb eines Ausbildungsverhältnisses kann der Ausschuss für Lehrlingsstreitigkeiten als Vorinstanz des Arbeitsgerichtes sowohl von dem betroffenen Auszubildenden als auch von dem Ausbildenden angerufen werden. Im Vermittlungsgespräch versucht ein Gremium aus Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretung – gemeinsam mit den Betroffenen – einen für alle Beteiligten akzeptablen Kompromiss zu erarbeiten. Im Jahr 2010 wurden 85 Fälle verhandelt. Überwiegend waren ausgesprochene Kündigungen Thema der Verhandlungen. In 14 von insgesamt 55 Fällen, in denen es um die Anfechtung einer fristlosen Kündigung ging, konnte durch Beschluss eine Empfehlung zur Fortführung des Ausbildungsverhältnisses ausgesprochen werden. 23-mal wurde das Ausbildungsverhältnis im gegenseitigen Einvernehmen beendet.

Ausgewählte bestandene Fortbildungsprüfungen
Anzahl der bestandenen Prüfungen 1200
bestandene Fortbildungsprüfungen insgesamt
1.121

beruflichen Bildung, um dem drohenden Fachkräftemangel zu begegnen.

Handwerk goes international
Mobilitätsberatungsstelle für das Berliner Handwerk Henning Paulmann Tel.: 030/25903-337 paulmann@hwk-berlin.de Unter dem Motto „Fit für das Ausland“ unterstützt die Handwerkskammer Betriebe, Fachkräfte und Lehrlinge des Berliner Handwerks bei der Vorbereitung und Durchführung von Auslandsaufenthalten in der beruflichen Bildung. Beratungsangebote zur Durchführung von Auslandsaufenthalten zu professionalisieren, ist ein wichtiger Beitrag der Handwerkskammer, um der wachsenden Bedeutung internationaler Mobilität junger Menschen entgegenzukommen. Lehrlinge und Fachkräfte verbessern im Ausland ihre Fremdsprachkompetenzen, lernen

1000
910

Betriebswirt (HWK) AEVO-Prüfungen Technischer Fachwirt

800

600
592

400

440

200
58

207

263

62

2009

2010

Prüfungen
Konstanze Mühleck-Zwahr Tel.: 030/25903-341 zwahr@hwk-berlin.de Im Jahr 2010 legten insgesamt 4.840 Lehrlinge des Berliner Handwerks ihre Gesellen- oder Abschlussprüfung vor den Prüfungsausschüssen der Innungen, der Kammer bzw. im Wege der Amtshilfe ab. 3.862 von ihnen absolvierten ihre Prüfung erfolgreich. Die durchschnittliche Erfolgsquote (beim ersten Versuch oder bei der ersten oder zweiten Wiederholungsprüfung) lag bei 79,8 Prozent und ist damit im Vergleich zum Vorjahr um einen Prozentpunkt angestiegen.

Fort- und Weiterbildung Der Meisterabschluss ist das Herzstück des Handwerks – ein Qualitätsund Vertrauenssiegel für Produkte und Leistungen. Im Jahr 2010 haben 481 Personen erfolgreich das Meisterprüfungsverfahren abgeschlossen und damit die Grundlage für die Selbstständigkeit oder für eine Anstellung gelegt. Sowohl bei den zulassungspflichtigen als auch bei den zulassungsfreien Handwerken ist die Zahl der bestandenen Meisterprüfungen gestiegen – bei den zulassungspflichtigen Handwerken um 16,1 Prozent auf 454 und bei den zulassungsfreien um 80 Prozent auf 27. Am höchsten ist die Zahl der bestandenen Prüfungen im Kraftfahrzeugtechnikerhandwerk. Hier haben 110 Personen das Meisterprüfungsverfahren erfolgreich absolviert. Im Berliner Handwerk fanden 2010 insgesamt 1.309 Fortbildungsprüfungen statt. Die Zahl der bestandenen Fortbildungsprüfungen hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 23,2 Prozent auf 1.121 erhöht. Der Anteil der Frauen nahm von 12,6 Prozent im Jahr 2009 auf 18,2 Prozent zu.

Berufsbildungsausschüsse der Handwerkskammer Berlin Ines Rüdiger Tel.: 030/25903-490 ruediger@hwk-berlin.de Getragen vom ehrenamtlichen Engagement seiner Mitglieder sind die Berufsausbildungsausschüsse I und II die zentralen bildungspolitischen Beratungs- und Beschlussgremien des Berliner Handwerks. Zu den wichtigsten Themen zählen die aktuelle Ausbildungssituation, bildungspolitische Entwicklungen sowie Beschlüsse zur überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung (ÜLU). Im Berichtsjahr trafen sich die Mitglieder der Berufsbildungsausschüsse I und II zu zwei regulären Sitzungen und einer Sondersitzung, die aufgrund der besonderen Aktualität des Themas Fachkräfteentwicklung einberufen wurde. Darüber hinaus stand der „Masterplan Qualifizierung“ in einer gemeinsamen Sitzung mit dem Berufsbildungsausschuss der IHK Berlin im Zentrum der Diskussion. In Anwesenheit von Senatorin Carola Bluhm diskutierten die Mitglieder der Ausschüsse geeignete Maßnahmen der

fremde Kulturen kennen und unterstützen Betriebe darin, Kontakte ins Ausland aufzubauen. Darüber hinaus tragen Auslandsaufenthalte dazu bei, die Beschäftigungschancen junger Menschen spürbar zu erhöhen. Hierzu führte die Berliner Mobilitätsberatung 2010 rund 100 Beratungsgespräche durch, knüpfte neue Kontakte ins Ausland (insbesondere zu Frankreich) und unterstützte Fachverbände des Handwerks darin, Auslandsaktivitäten in der beruflichen Bildung vorzubereiten. In enger Zusammenarbeit mit der Nationalen Agentur Bildung für Europa, BiBB Bonn, richtete die Mobilitätsberatung den ersten überregionalen „Mobilitätstag“ aus. Ehemalige Teilnehmer des Programms Leonardo da Vinci reflektierten ihre Auslandserfahrungen und formulierten Forderungen gegenüber hochrangigen Vertretern der deutschen Bildungspolitik, unter ihnen Dr. Helge Braun, parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesministerium für Bildung

und Forschung. Mit der Mobilitätsberatung beteiligt sich die Handwerkskammer an der bundesweiten Initiative „Berufsbildung ohne Grenzen“. Seit 2009 unterstützt das gemeinsame Programm von BMAS, DIHK und ZDH, gefördert vom Europäischen Sozialfonds, den Aufbau von Mobilitätsberatungsstellen. Ziel des Programms ist es, Auslandserfahrungen von Lehrlingen und Fachkräften innerhalb der beruflichen Bildung zu erhöhen und die Etablierung einer „Mobilitätskultur“ zu unterstützen. Die Mobilitätsberater informieren und beraten u.a. über finanzielle Fördermöglichkeiten (z.B. Leonardo da Vinci), Vorbereitungen für die Entsendung und Aufnahme von Lehrlingen sowie der Kontaktaufnahme mit ausländischen Partnerbetrieben oder Organisationen (Mobilitätspartnerschaften). http://www.mobilitaetscoach.de/

Gesellen- und Abschlussprüfungen
Teilnehmer an Gesellen- und Abschlussprüfungen 2010 Bau- und Ausbaugewerbe Elektro- und Metallgewerbe Holzgewerbe Bekleidungs-, Textil- und Ledergewerbe Nahrungsmittelgewerbe Gewerbe für Gesundheit und Körperpflege sowie chemische und Reinigungsgewerbe Glas-, Papier-, keramische und sonstige Gewerbe Handwerkliche Ausbildungsberufe zusammen Kaufmännische Ausbildungsberufe Berufe nach Ausbildungsregelung nach § 42 b HwO (Behinderten-Ausbildungsberufe) Sonstige Ausbildungsberufe zusammen 201 4.840 163 3.862 88 2.664 75 1.198 120 4.170 413 56 95 3.271 376 52 48 2.449 78 49 47 822 298 3 insg. 851 1.475 439 63 176 1.046 darunter mit bestandener Prüfung* zusammen davon männlich weiblich absolut 636 1.201 344 55 146 794 um ... % 582 1.157 281 15 110 256 54 44 63 40 36 538

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Leistungsangebote Die Bildungszentren der Handwerkskammer:
Starke Partner für Aus- und Weiterbildung im Handwerk Die Bildungszentren der Handwerkskammer Berlin – das Bildungs- und Technologiezentrum (BTZ) und das Bildungs- und Innovationszentrum (BIZWA) – erfüllten auch in 2010 die strengen Anforderungen für die Zertifizierung nach der Anerkennungs- und Zulassungsverordnung Weiterbildung (AZWV). Sie leisten als Einrichtungen der Aus-, Fort- und Weiterbildung einen wichtigen Beitrag zur Qualifizierung von Fach- und Führungskräften im Handwerk. Im Berichtsjahr haben mehr als 10.000 Teilnehmer/-innen einen oder mehrere Kurse in den beiden Bildungszentren gebucht. Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung (ÜLU) Die Handwerkskammer bietet in ihren Bildungszentren als Ergänzung und Unterstützung der betrieblichen Ausbildung im Berliner Handwerk die Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung (ÜLU) an. Das BIZWA führte im Berichtsjahr ÜLU Kurse im Gewerk Gerüstbau mit ca. 1.000 Teilnehmern/-innen und mit ca. 500 Teilnehmern/-innen im Gewerk Tischler sowie in den Gewerken Bodenleger, Parkettleger, Orthopädiemechaniker und Bandagist durch. Im BTZ nahmen im Rahmen der Überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung 2.170 Teilnehmer/-innen an 199 Lehrgängen teil.

technische und betriebswirtschaftliche Qualifikation, die zur Führung eines Handwerksbetriebes befähigt. Mit mehr als 340.000 Teilnehmerstunden und 67 Lehrgängen war auch 2010 die Beliebtheit der Meistervorbereitungskurse, die das BTZ und das BIZWA anboten, ungebrochen.

werken Jugendliche im Rahmen des Ausbildungsplatzprogramms (APP) der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Arbeit und Frauen aus. Im Berichtsjahr haben 80 angehende Handwerkerinnen und Handwerker ihre Lehre in den Bildungseinrichtungen der Handwerkskammer begonnen.

Fort- und Weiterbildung im Handwerk Projekte Schulung und Beratung durch das Kompetenzzentrum Zukunftstechnologien im Handwerk (Komzet) Das Kernangebot bildeten auch 2010 die Meistervorbereitungskurse mit über 335.000 Teilnehmerstunden. In insgesamt 146 Lehrgängen der Fortund Weiterbildung konnten für 1.198 Teilnehmer/-innen individuelle Qualifizierungsangebote gemacht werden. Insbesondere Kurse der Thermografieanwendung, Fotovoltaik, Gebäudeenergieberatung, Lehrgänge zur Energieeinsparverordnung, Laserworkshops, CNC-Kurse oder Kurse zur Digitalfotografie (z. B. für die Zahntechnik) wurden stark nachgefragt. Highlight für Maler und Lackierer waren Kurse der Illusionsmalerei. Im neu eröffneten Forum für Erneuerbare Energien (FEE), mit praktischer Nutzung der 22 Solarmodule auf dem Dach des BTZ, sind beste Voraussetzungen für qualitativ hochwertige Schulungen entstanden.

Schwerpunkte im BTZ: Augenoptiker/-in Elektroniker/-in, Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik Gold- und Silberschmied/-in Tischler/-in Zahntechniker/-in Meistervorbereitung Mit den Meistervorbereitungskursen der Handwerkskammer erhalten die Teilnehmer/-innen eine praxisnahe

Schwerpunkte des BTZ: Elektroniker/-in, Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik Installateur/-in und Heizungsbauer/-in (Gas- und Wasserinstallateure und Zentralheizungs- und Lüftungsbauer) Maler/-in und Lackierer/-in Tischler/-in Schornsteinfeger/-in Zahntechniker/-in die Ausbildereignungsprüfung sowie der/die Technische Fachwirt/-in (auch als Teil III der Meistervorbereitung anerkannt)

Ausgebildet wird in den Handwerken: Anlagenmechaniker/-in Gerüstbauer/-in Tischler/-in Elektroniker/-in und Maler/-in und Lackierer/-in

Haupttrends im BTZ Die Meistervorbereitungslehrgänge wurden auch in 2010 sehr stark nachgefragt. In 64 Meisterkursen qualifizierten sich 1.296 Teilnehmer/-innen für die fachliche Ausbildung im jeweiligen Handwerk sowie für den/ die Technische/n Fachwirt/-in und den Ausbilderlehrgang (AEVO). Neben dem Lehrgang zum Betriebswirt/-in favorisieren die Kunden des BTZ zunehmend die Fortbildung Betriebsmanager/-in für KMU. Diese Weiterbildung richtet sich speziell an Unternehmerfrauen und an Mitarbeiter/ -innen, die in kleinen und mittelständischen Unternehmen die Assistenz der Geschäftsführung ausüben. Die Nachfrage nach technischen Fortbildungen wächst rasant. Im neu eingerichteten „Forum Erneuerbarer Energien (FEE)“ präsentiert das BTZ seinen Kunden Bildungsangebote rund um das Themenfeld „Erneuerbare Energien“.

Bildungs- und Technologiezentrum (BTZ)
Mehringdamm 14, 10961 Berlin Karin Klawe Tel.: 030/25903-403 klawe@hwk-berlin.de Das Bildungs- und Technologiezentrum der Handwerkskammer ist eins der größten und modernsten Weiterbildungseinrichtungen in Berlin. Die 75 Räume im BTZ, die zu 42 Ausbildungseinheiten zusammengefasst sind, standen auch 2010 den ca. 8.000 Kursteilnehmern/-innen für ihren Lernerfolg zur Verfügung. Als Aus- und Weiterbildungseinrichtung der Berliner Handwerkskammer stellt das BTZ seinen Besuchern ein umfangreiches Bildungsangebot zur Verfügung. Im Berichtsjahr wurden 687 Bildungsmaßnahmen mit über 625.000 Teilnehmerstunden durchgeführt.

Schwerpunkte des BIZWA: Gerüstbauer/-in Buchbinder/-in Ausbildungsplatzprogramm APP Seit 2003 bildet die Handwerkskammer Berlin in verschiedenen Hand-

Auslastung des BTZ nach Teilnehmerstunden 2010
Anzahl ÜLU 15 %

91.872

Fort- und Weiterbildung

77.437 19 %

Zu den Schwerpunkten gehörten: Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung Meistervorbereitungslehrgänge Erstausbildung im Rahmen von APP-Maßnahmen

Meistervorbereitung Projekte i.R. Ausbildungsplatzprogramm und Berufsorientierung

54 % 335.266

120.448

12 %

56

Handwerkskammer Berlin

Handwerkskammer Berlin

57

Fort- und Weiterbildung
Weiterbildung verbessert die beruflichen Chancen und eröffnet neue Möglichkeiten. Das haben auch die Meister/-innen, Gesellen/-innen und Auszubildenden aus dem Berliner Handwerk erkannt. Im Berichtsjahr qualifizierten sich rund 2.000 Kursteilnehmer/-innen in rund 150 Seminaren zu betriebswirtschaftlichen und technischen Themen (2009: ca. 850 Teilnehmer).
„Seit fast zehn Jahren arbeite ich im Unternehmen meines Mannes mit. Der Kurs Betriebsmanager/-in vermittelt mir einen Gesamtüberblick über das Thema Betriebsführung. Einerseits kann ich mein Wissen auffrischen, das gibt mir Sicherheit. Andererseits lerne ich ganz neue Bereiche, wie Finanzplanung oder Arbeitsrecht, kennen. Das ist spannend und vor allem nützlich, weil ich vieles sofort in der Praxis anwende.“

hoch. In sechs Lehrgängen wurden im Berichtszeitraum 81 Teilnehmer/ -innen im BTZ geschult. Schwester Benedikta der Abtei St. Gertrud wurde im Rahmen einer Feierstunde als Jahrgangsbeste geehrt. Sie hatte zuvor die Prüfung zur Technischen Fachwirt/-in erfolgreich im BTZ abgelegt und kann das Erlernte nun im Kloster in Alexanderdorf/Brandenburg umsetzen.

Rechnungswesen, Marketing, Personalführung, Wirtschafts-, Arbeitsund Steuerrecht steigern. Mit dem erfolgreichen Abschluss wird – eine anerkannte Berufsausbildung vorausgesetzt – die Zulassung zur Aufstiegsfortbildung Betriebswirt/-in (HWK) erworben.

Carola Wolf, Bürokauffrau im Straßenbau-Unternehmen Jens Dau

Betriebswirt/-in (HWK) Heike Jahn Tel.: 030/25903-413 jahn@hwk-berlin.de Handwerksbetriebe stellen zunehmend höhere Anforderungen an die Qualifikation ihrer Führungskräfte. Die Nachfrage nach dem Lehrgang zum Betriebswirt/-in, die höchste Aufstiegsfortbildung im Handwerk, war auch im Jahr 2010 entsprechend

Betriebsmanager/-in KMU Das BTZ der Handwerkskammer Berlin hat im Berichtsjahr für 16 Teilnehmer/-innen erstmals den Lehrgang Betriebsmanager/-in KMU angeboten. Der Kurs richtet sich speziell an mitarbeitende Familienangehörige und Mitarbeiter, die der Geschäftsführung assistieren. In 200 Unterrichtsstunden können die Lehrgangsteilnehmer/-innen ihre Sicherheit auf den wichtigsten Gebieten wie

Vergleich Lehrgangszahlen des BTZ 2007 bis 2010
ÜLU Meistervorbereitung Projekte mit APP und BO

Berufsorientierung – Nachwuchsgewinnung für das Handwerk Uwe Merbeth Tel.: 030/25903-422 merbeth@hwk-berlin.de Jugendliche mit Handwerksberufen vertraut zu machen, ist das Ziel der Initiative „Werkstatt-Tage – Woche der Berufspraxis“. In Kooperation mit Modul e. V. werden seit drei Jahren im BTZ regelmäßig für Schülerinnen und Schüler ab Jahrgangsstufe 8 Lehrgänge durchgeführt. Innerhalb eines Schuljahres können die Schüler/-innen handwerkliche Berufe wie Elektrotechniker/-in, Tischler/-in, Zahntechniker/-in und Maler/-in und Lackierer/-in kennen lernen. Mehr als 2.800 Schüler/-innen haben 2010 im BTZ an 255 Kursen teilgenommen.

nehmen, zeitnah mit der technischen Entwicklung Schritt zu halten. Zu diesen Lehrgängen zählten insbesondere Gebäudeenergieberater/-in (HWK), Fachwirt/-in für Gebäudemanagement (HWK) und Betriebsmanager/-in KMU. Berliner Handwerksbetriebe können hier bis zu 80 Prozent Zuschuss für die Lehrgänge im Bereich „Innovation und Technik" erhalten. Über 50 Berliner Unternehmen haben 2010 diese Förderung in Anspruch genommen. Diese Fördermöglichkeit wird 2011 und 2012 weiterbestehen.

„Ich brauche Mitarbeiter mit grundsolider Einstellung zur Arbeit und dem Enthusiasmus, diese Werte weiterzugeben. Deshalb gehören zu meinem Team selbstverständlich auch Fachleute jenseits der 50.“

Fort- und Weiterbildung

Projekte und Kooperationen
379

350 300 250 200 150
104 233 235 234 199

Margit Wiedemann Tel.: 030/25903-420 wiedemann@hwk-berlin.de
278

AEVO für Migranten – Selbständige mit Migrationshintergrund bilden aus! Unternehmer/-innen mit Migrationshintergrund spielen für den Wirtschaftsstandort Berlin eine immer größere Rolle. Ihre Beteiligung an der betrieblichen Ausbildung zu steigern, ist Ziel der Initiative. Hierzu sollen auch die qualitativen Voraussetzungen der Ausbildung verbessert werden. Das BTZ bietet seit 2010 im Rahmen des Bundesprogramms JOBSTARTER mit Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung Ausbilderlehrgänge für Menschen mit Migrationshintergrund an. Im Berichtsjahr wurden zwei Lehrgänge mit insgesamt 19 Teilnehmer/ -innen durchgeführt. Das Programm läuft noch bis Mitte 2011.

Olf Viertel, Elektroinstallationsmeister und Betriebswirt des Handwerks

146 104 58 64

100
90 98 54 26

50

53

2007

2008

2009

2010

Berliner Handwerk stärken Die Handwerkskammer Berlin und die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen starteten 2010 das Projekt „Innovative Qualifizierungen für das Berliner Handwerk (IQ Handwerk)". Die im Rahmen des Förderprojekts im Bildungs- und Technologiezentrum (BTZ) sowie im Kompetenzzentrum Zukunftstechnologien im Handwerk angebotenen Kurse befähigen die Berliner Unter-

„Perspektive 50plus“ – Beschäftigungspakt für Ältere Karin Klawe Tel.: 030/25903-403 klawe@hwk-berlin.de Das Projekt „Perspektive 50plus, das im Rahmen der Bundesinitiative „Perspektive 50plus – Beschäftigungspakte für Ältere in den Regionen“ entstand, wurde nach fünf er-

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Handwerkskammer Berlin

Handwerkskammer Berlin

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folgreichen Jahren abgeschlossen. Zu den Projektzielen gehörte die Wiedereingliederung langzeitarbeitsloser Älterer in den Arbeitsprozess und die Unterstützung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) bei deren Anpassung an den strukturellen Wandel. Im Rahmen des Beschäftigungspaktes Berliner BÄr betreuten die Teilprojekte der Handwerkskammer Berlin und der weiteren Projektpartner auch in 2010 insgesamt wieder mehr als 10.000 Langzeitarbeitslose. 2.165 ältere Menschen wurden durch eine intensive Betreuungsarbeit aller Teilprojekte in den ersten Arbeitsmarkt integriert. Der Beschäftigungspakt „Berliner BÄr“ war eine Initiative der Handwerkskammer Berlin, des ComFort-Schulungszentrums GmbH und des JobCenters Pankow. Der Pakt wurde erweitert auf die JobCenter Friedrichshain/ Kreuzberg, Charlottenburg/Wilmersdorf, Spandau und Marzahn/Hellersdorf.

Kompetenzzentrum: Zukunftstechnologien im Handwerk (Komzet)
Dr.-Ing. Jost- Peter Kania Tel.: 030/25903-444 kania@hwk-berlin.de Im Bildungs- und Technologiezentrum (BTZ) werden mit dem Komzet neue Wege des Wissens- und Technologietransfers für ein innovatives Handwerk beschritten. Dazu wird ein Netzwerk kompetenter Partner aus Wirtschaft,Wissenschaft, Forschung und Partnern des Handwerks gepflegt. So wurden 2010 in Kooperation mit dem Heinz-Piest-Institut für Handwerkstechnik (HPI) Hannover 119 Teilnehmer/-innen in acht Tageslehrgängen zur „Energieeinsparverordnung (EnEV)“,„BlowerDoor“ und zum „Wohnen im Alter“ geschult. In aufwändiger Arbeit wurde im Berichtsjahr ein Schulungsraum im BTZ umgebaut, mit neuer Technik ausgestattet und unter dem Namen „Forum Erneuerbare Energien“ eröffnet. Neben der Durchführung von

Kursangeboten des Komzet zu den Themenfeldern Erneuerbare Energien und Energetische Gebäudesanierung erlernen Handwerker hier die Montage, Inbetriebnahme und Wartung an einer Photovoltaik-Schulungsanlage. Mehr als 500 Handwerker/-innen wurden durch das Projektteam beraten und geschult.

Akademie für Elektro- und Informationstechnik (AKEI) Uwe Merbeth Tel.: 030/25903-422 merbeth@hwk-berlin.de In enger Zusammenarbeit zwischen der Elektro-Innung Berlin und dem BTZ unterstützt die AKEI gezielt Handwerksbetriebe in den Bereichen Aus- und Weiterbildung. 156 Teilnehmer/-innen wurden alleine in den fachspezifischen Meisterkursen Elektro ausgebildet (2009: 141).

Beratungsschwerpunkte: Erneuerbare Energien Gebäudeenergieberatung Thermografie Laserschneiden von Holz und Kunststoffen Dentalfotografie sowie CAD/CAM in der Zahntechnik Bis Ende Januar 2011 wird das Komzet aus Fördermitteln des BMWi, des BMBF und der Berliner Senatsverwaltung gefördert sowie mit Eigenmitteln der Handwerkskammer getragen und danach in den Regelbetrieb überführt.

Kooperation mit dem Berufsförderungsdienst der Bundeswehr Uwe-Jens Merbeth Tel.: 030/25903-422 merbeth@hwk-berlin.de Seit mehr als zehn Jahren kooperieren die Handwerkskammer Berlin und der Berufsförderungsdienst der Bundeswehr. Ziel ist es, durch geeignete Qualifikationen die Soldatinnen und Soldaten auf einen erfolgreichen Start in der Wirtschaft vorzubereiten. So wurden im Berichtsjahr im BTZ 146 Soldaten/-innen in der AEVO geschult und erfolgreich zur Prüfung geführt.

Ausbildungsengagement im Elektrohandwerk Im Berichtsjahr zeigte sich eine positive Entwicklung bei den Ausbildungszahlen im Elektrohandwerk. Die Zahl der neuen Ausbildungsverträge konnte im Vergleich zum Vorjahr um 5,9 Prozent auf 252 Verträge gesteigert werden. 2009 waren es hingegen nur 238.

Förderverein Aus- und Weiterbildung im Tischlerhandwerk e.V. Mario Pinkpank Tel.: 030/25903-410 pinkpank@hwk-berlin.de Der Förderverein, eine Initiative von engagierten Tischlermeistern, Dozenten der Meisterschule des BTZ,

Tischlereibetrieben sowie Innungsmitarbeitern fördert mit Unterstützung der Handwerkskammer die Aus- und Weiterbildung im Tischlerhandwerk, insbesondere die Meisterschule. Höhepunkt der Arbeit im Berichtszeitraum war der Gestalterpreis im Tischlerhandwerk. 16 Meisterstücke wurden ausgestellt. Interessierte konnten sich über die Arbeit eines Tischlermeisters informieren. Der Gestalterpreis fand 2010 zusammen mit der Prämierung des Bundessiegers des Praktischen Leistungswettbewerbs (PLW) im Tischlerhandwerk statt. Das Bildungs- und Innovationszentrum „Waldfrieden“ (BIZWA) der Handwerkskammer Berlin organisierte den PLW und trug diesen Wettbewerb in seinen Werkstätten aus.

Ausbildungsengagement im Tischlerhandwerk Die Berliner Betriebe im Tischlerhandwerk zeigten auch in 2010 ein

Vergleich Lehrgangszahlen des BIZWA 2007 bis 2010

ÜLU

175
Projekte

150 125
105

155 146

Meistervorbereitung Fort- und Weiterbildung

115

100 75 50
28

25

23 10 2 9 12 2

14 2

19 8 3

„Handwerker müssen sich ständig weiterbilden, um die Innovationskraft im Unternehmen zu erhalten. Seit dem 6. September hat die Sonne einen Job auf dem Dach des BTZ. Dort stehen 22 Solarmodule zur Schulung von Servicemonteuren für Photovoltaik- Anlagen und Fachkräfte für Solartechnik bereit.“

2007

2008

2009

2010

Dipl.-Wirtsch.-Ing. (FH) Jean Liebing (r.), Transferberater im Kompetenzzentrum Zukunftstechnologien im Handwerk

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Handwerkskammer Berlin

Handwerkskammer Berlin

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Auslastung des BIZWA 2010

Anzahl 5% ÜLU 94.948

8%

das BIZWA zusätzliche Vertiefungslehrgänge für öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige angeboten.

44 % Projekte 92.988 43 % Meistervorbereitung Fort- und Weiterbildung 10.144

Projekte
Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen Heike Kumm Tel.: 03338/3944-37 kumm@hwk-berlin.de Seit 2009 bildet die Handwerkskammer Berlin in ihrem Bildungs-und Technologiezentrum Jugendliche mit schulischen Defiziten und/oder sozialen Problemen im sogenannten integrativen Modell aus. Diese Berufsausbildung ermöglicht den Jugendlichen die Aufnahme, die Fortsetzung sowie den erfolgreichen Abschluss einer beruflichen Ausbildung. Ein Sozialpädagoge unterstützt die jungen Menschen während der Ausbildung in ihrer Persönlichkeitsentwicklung, hilft bei der Klärung persönlicher Probleme wie Wohnungssuche, oder Ämterpflege und hält die Verbindung zu Agenturen und Jobcentern. Im Jahr 2010 lag mit insgesamt 28 Teilnehmer/-innen der Schwerpunkt auf den folgenden Ausbildungsberufen: Friseur/-in Maler/-in und Lackierer/-in Holzmechaniker/-in Bauten- und Objektbeschichter/-in

18.318

Platz im Pilotprojekt „Einsatz Berlin – Perspektiven für junge Menschen bei der Feuerwehr“ erfolgreich bestanden, das die BGZ Berliner Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit gemeinsam mit der Berliner Feuerwehr und dem BIZWA durchführt. Jeweils am 1. März und am 1. September 2010 begann ihre 18-monatige handwerklich-technische Grundqualifizierung im Rahmen der Stufenausbildung für den mittleren feuerwehrtechnischen Dienst hin zum Brandmeister.

hohes Ausbildungsengagement. Im Vergleich zum Vorjahr konnte die Zahl der neuen betrieblichen Ausbildungsverträge um 12,8 Prozent auf 168 Verträge gesteigert werden (2009: 149).

Bildungs- und Innovationszentrum Waldfrieden (BIZWA)
Wandlitzer Chaussee 41 16321 Bernau Gregor Schöning Tel.: 03338/3944-15 schoening@hwk-berlin.de Das Bildungs- und Innovationszentrum (BIZWA) entwickelt sich mit seinen 22 Werkstätten und 19 Schulungsräumen zu einem leistungsstarken Ausbildungszentrum für Berlin und Brandenburg. Einen wesentlichen Bestandteil bildet die Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung mit über 94.000 Teilnehmerstunden. Die Zusammenarbeit mit Innungen, Jobcenter sowie anderen Projektpartnern ist unverzichtbarer Bestandteil der täglichen Arbeit.

-innen in zwei Lehrgängen „Geprüfter Kolonnenführer“ und einem Lehrgang „Ausbildereignungsverordnung (AEVO)“ unterwiesen. Für 208 Teilnehmer/-innen mit 1.664 Teilnehmerstunden im Gewerk Gerüstbau fand die Unterweisung „Botschafter im Blaumann“ statt. Aufgrund des wachsenden Bedarfes an einer „Grundlagenschulung im Gerüstbau“ wurde erstmalig diese Schulung für die Stiftung „Preußische Schlösser und Gärten“ durchgeführt. Ende 2010 wurde erstmalig ein zweitägiger Grundkurs Drechseln angeboten. Das Angebot richtet sich an Lehrlinge, Gesellen/-innen und Meister/-innen.

Fort- und Weiterbildung In enger Zusammenarbeit mit der Sozialkasse des Gerüstbaugewerbes wurden insgesamt 79 Teilnehmer/

Qualifizierung von Sachverständigen Karola Pierenz Tel.: 03338/3944-16 pierenz@hwk-berlin.de Die Qualifizierung von Sachverständigen ergänzt das umfangreiche Dienstleistungsangebot der Handwerkskammer Berlin. In speziell ausgerichteten Fach- oder Grundlagenseminaren konnten sich im Berichtsjahr 133 Teilnehmer/-innen in 1.150 Teilnehmerstunden Fachkenntnisse aneignen oder ihren Kenntnisstand erweitern. Im Jahr 2010 hat

Perspektiven bei der Berliner Feuerwehr „Einsatz Berlin“ Karl-Heinz Malchau Tel.: 03338/3944-40 malchau@hwk-berlin.de Insgesamt haben 28 Bewerber/-innen in zwei Lehrgängen das mehrstufige Auswahlverfahren für einen

Karriere ohne Grenzen René Rennhack Tel: 03338/3944-38 rennhack@hwk-berlin.de Auslandsaufenthalte in der beruflichen Bildung sind wichtig. Sie können die beruflichen Chancen auf dem zunehmend internationalisierten Arbeitsmarkt erhöhen. Das im Jahr 2009 gestartete Projekt Leonida – transnationale Zusatzqualifikation für Berliner Jugendliche aus Bauund HoGa-Berufen – vermittelt arbeitsuchenden Berliner Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus Bauberufen im Rahmen von Weiterbildungskursen - mit Berufspraxis im Ausland – wichtige Kompetenzen z. B. in Form von Bewerbungstrainings. Im Berichtsjahr nahmen 15 Jugendliche an der in der Handwerkskammer Berlin sowie in Polen und Belgien durchgeführten Qualifizierungsmaßnahme teil. Fünf der Kursteilnehmer konnten bereits während bzw. im Anschluss an die Weiterbildung in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden. Das Projekt ist ein Gemeinschaftsprojekt der Handwerkskammer Berlin in Zusammenarbeit mit der BGZ Berliner Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit mbH (Koordination), der Akademie Berlin-Schmöckwitz sowie

dem Jobcenter Tempelhof-Schöneberg. Es wird aus dem ESF-Programm „IdA – Integration durch Austausch“ über das Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefördert.

Berufliche Orientierung: Berufscamp der Handwerkskammer Berlin Christian Thalheim Tel: 03338/3944 -31 thalheim@hwk-berlin.de Das BIZWA bot in Zusammenarbeit mit dem Projekt BOB – Berufliche Orientierung in Berlin für Förderschülerinnen und Förderschüler 2010 ein Feriencamp Handwerk an. 30 Jugendliche probierten sich in fünf verschiedenen Handwerksberufen aus. Erfahrene Ausbilder vermittelten berufsbezogene theoretische Inhalte, trainierten Bewerbungsgespräche und Sozialkompetenzen wie Verantwortung und Teamfähigkeit. Das Berufscamp war speziell auf Förderschüler und Jugendliche mit Migrationshintergrund zugeschnitten. Es ermöglichte ihnen, sich mit Spaß und ohne Druck auf das Thema berufliche Orientierung zu konzentrieren, um realistische Vorstellungen über eigene Fähigkeiten und Interessen zu entwickeln.

Praktischer Leistungswettbewerb Tischler und Schreiner In Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Tischler Schreiner kamen die besten Jung-Gesellen im Tischlerund Schreinerhandwerk Ende 2010 im BIZWA zusammen, um sich im Praktischen Leistungswettbewerb miteinander zu messen. Nach festgelegten Maßen und Kriterien musste ein Werkstück erstellt werden. Den „Meistertitel“ erhielt Erik Brandenburg aus Brandenburg. Unter dem Motto „Profis leisten was“ (PLW) wird der Wettbewerb alljährlich für die Jung-Gesellen des jüngsten Abschluss-Jahrgangs in den verschiedenen Gewerken organisiert. Zunächst treten die jungen Handwerker/-innen auf Innungs- und Handwerkskammerebene gegeneinander an, dann auf Landes- und schließlich auf Bundesebene.

Fertigstellung der Mensa (Halle 11) Mit der Inbetriebnahme der Mensa im Februar 2010 erweiterte die Bildungsstätte ihr Serviceangebot. Künftig können sich hier bis zu 150 Besucher pro Tag voll verpflegen lassen. Zudem kann die Mensa für Veranstaltungen bis zu 400 Personen genutzt werden.

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Handwerkskammer Berlin

Handwerkskammer Berlin

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Seminar-Lehrgangshotel Meyer-Wittwer-Bau Im Jahr 2008 wurde das Bauhausdenkmal seiner Bestimmung als Seminar- und Lehrgangshotel übergeben. Das BIZWA ist mit seinem Baukomplex der ehemaligen Bundesschule des Allgemeinen deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB) eines der eindrucksvollsten Zeugnisse der Bauhaus-Architektur in Deutschland und ein bedeutendes Baudenkmal der europäischen Moderne. Das zweckmäßige und stilvolle Ambiente bietet eine historische Unterkunft für Auszubildende und Gäste. Im Zusammenwirken mit dem Landkreis Barnim konnte die Schaffung zusätzlicher Plätze im Jahr 2010 erfolgen. Damit stieg die mögliche Übernachtungsauslastung um 12 Prozent auf 16.727 Schlafplätze. Die Aktivitäten des Vereins bzw. des Seminar- Lehrgangshotel Meyer-Wittwer-Bau im Jahr 2010 waren vor allem mit der Würdigung des 80. Jahrestages der Errichtung der Bundesschule Bernau und dem 20. Jubiläum der Gründung des Vereins verbunden. Ebenso standen die Sanierung der Lehrerhäuser und die Vorbereitung der Stiftung Baudenkmal Bundesschule Bernau im Zentrum der Arbeitstätigkeit.

sank von 915 Beratungen in 2009 auf 709 Beratungen in 2010. Ihr Anteil an den insgesamt durchgeführten Beratungen sank auf 52 Prozent, im Vorjahr betrug der Anteil noch 64 Prozent. Mit Sicherheit ist das eine Folge der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise und der damit einhergehenden Verunsicherung vieler Wirtschaftsakteure sowie auch potenzieller Existenzgründer im Handwerk. Entsprechend stark nahm die Nachfrage bestehender Betriebe nach den Beratungsleistungen der Betriebsberater zu. Diese Zahl erhöhte sich von 517 Beratungsfällen in 2009 auf 670 im Berichtsjahr. Die Anzahl der Beratungen nach der Betriebsgröße für 2009 und 2010 zeigt die Grafik 2. Wie sich die Beratungen auf die einzelnen Handwerksgruppen verteilen, kann der Grafik 3 entnommen werden. Stehen bei Existenzgründern Fragen zum Markteintritt und zur Markterschließung, die Ermittlung des Kapi-

Beratungen nach Betriebsgröße

1050 900 750 600 450 300 150
108 318

Existenzgründer unter 5 Beschäftigte

10-19 Beschäftigte über 20 Beschäftigte

Anzahl der Beratungen

915

5-9 Beschäftigte

709 484

48

43

95

58

33

2009
Grafik 2

2010
„Ich brauchte einen Kleinkredit, aber vier Banken lehnten ab. Die Betriebsberater der Handwerkskammer haben einen Weg gefunden: Jetzt hilft mir der HandwerkerSofortkredit, meine neue Existenz aufzubauen.“

Speisesaal Meyer-Wittwer-Bau

dabei die Vielzahl von Kurzberatungen (Beratungsgespräche von weniger als drei Stunden Länge) sowie sonstige, hauptsächlich telefonisch erteilte Auskünfte und Hinweise. Grafik 1 zeigt die Entwicklung der Beratungsleistungen seit 2007. Im Vergleich zum Vorjahr sehr stark zurückgegangen ist die Anzahl der Existenzgründungsberatungen, sie

talbedarfs und die Finanzierungsplanung im Mittelpunkt der Beratungen, so zählen bei bestehenden Betrieben Fragen zur Beurteilung der Rentabilität geplanter Investitionen, Finanzierungsfragen, Fragen zur Kostenrechnung sowie die Inventar- und Geschäftswertermittlung zu den Schwerpunkten der Beratung. Bei Betrieben, die sich in einer finanziell schwierigen Situation befinden, geht es um die Erarbeitung tragfähiger Sanierungskonzepte und um die er-

folgreiche Umsetzung vorhandener Förderprogramme mit Hilfe der Hausbanken und der Förderbanken des Landes bzw. des Bundes. Die von der Handwerkskammer geführte Nachfolgebörse verzeichnete zum Stichtag 31. Dezember 2010 insgesamt 124 Betriebe, die einen Käufer suchten. Auf der anderen Seite waren 257 Handwerker auf der Suche nach einem zu übernehmenden Betrieb.

Ralf Eichler, Konditormeister

Entwicklung der Beratungsleistung Beratungen nach Handwerksgruppen
1600 1400

Anzahl der Beratungen

1432

Betriebsberatung
Rüdiger Grübler Tel.: 030/25903-467 betriebsberatung@hwk-berlin.de Im Berichtsjahr 2010 wurden von den Betriebsberatern der Handwerkskammer Berlin 1379 Betriebe und Existenzgründer beraten. Im Vergleich zum Vorjahr (2009: 1432 Beratungen), entspricht dies einem leichten Rückgang um 53 Beratungen. Nicht statistisch erfasst wird

1200 1000 800 600 400 200

1379

Anzahl HW-ähnlich Bau Elektro/Metall Holz Bekleidung Nahrung Gesundheit Glas u.a.

1283

1317

209 202 374 77 82 30 337 68

2007
Grafik 1

2008

2009

2010
Grafik 3

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Handwerkskammer Berlin

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Als neues Finanzierungsinstrument steht seit Anfang Juni 2010 der gemeinsam mit der BBB Bürgschaftsbank zu Berlin-Brandenburg GmbH entwickelte „Handwerker-Sofortkredit“ zur Verfügung. Dabei können Handwerker bis zu 100.000 EUR als Sofortkredit erhalten – vorausgesetzt, das Unternehmen plant ein zukunftsträchtiges Vorhaben und verfügt über ein tragfähiges Konzept. Eine Kreditentscheidung wird in der Regel innerhalb einer Woche nach Vorliegen aller Unterlagen getroffen und der Kredit zur Verfügung gestellt. Einen besonderen Höhepunkt stellte 2010 das 10-jährige Jubiläum des „nexxt-day-Berlin“ dar, das am 22. November 2010 im Roten Rathaus begangen wurde. Der „nexxt-dayBerlin“ ist eine Veranstaltung, die sich im Rahmen der bundesweiten nexxt-Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie der Unternehmensnachfolge widmet. Unternehmerinnen und Unternehmer berichteten in Praxisvorträgen von ihren Erfahrungen und Nachfolgespezialisten standen an Informationsständen zu allen Fragen rund um die Unternehmensnachfolge Rede und Antwort. Ferner sind die Betriebsberater der Handwerkskammer in zahlreichen Gremien und Ausschüssen vertreten, wo sie die Anliegen und Interessen des gesamten Berliner Handwerks wirksam vertreten.

nehmen können. Im Berichtsjahr 2009 waren es 37 Bürgschaften mit einem Volumen von TEUR 5.232,4. Der durchschnittlich verbürgte Betrag sank von TEUR 141,4 auf nunmehr TEUR 100,4. Der starke Anstieg bei der Anzahl der Bürgschaften und im Gesamtvolumen in 2010 im Vergleich zu 2009 zeigt recht deutlich das Einsetzen der konjunkturellen Erholung im Berichtsjahr. Entsprechend stieg auch im Jahr 2010 die Nachfrage nach Mitteln aus dem Förderprogramm für Existenzgründer im Handwerk (Meistergründungsprämie). Insgesamt konnte die Handwerkskammer 85 Anträge an die Senatsverwaltung für Wirtschaft,

Technologie und Frauen weiterleiten. Im Jahr 2009 waren es 73 weitergeleitete Anträge. Den größten Anteil konnten im Berichtsjahr die Handwerke der Gruppe Gesundheit mit ca. 42,4 Prozent verzeichnen. Ihnen folgten die Gruppen Metall mit ca. 22,4 Prozent sowie Bau mit 21,2 Prozent. Weniger stark nachgefragt wurde das Programm aus den Handwerksgruppen Holz mit 7,0 Prozent, Bekleidung mit 3,5 Prozent, Nahrung mit 2,3 Prozent sowie Glas/Papier u.a. mit ca. 1,2 Prozent. Die Meistergründungsprämie, die nunmehr seit mehr als zwanzig Jahren Bestandteil der Wirtschaftsförderung in Berlin ist, bringt neben dem
„7.000 Euro Basisförderung – das ist eine tolle Chance für Existenzgründer im Handwerk. Gleichzeitig hat mich die Beantragung der Meistergründungsprämie aber auch dazu angehalten, eine solide Liquiditätsplanung und einen Businessplan zu erarbeiten. Mit Unterstützung der Betriebsberatung hat alles prima geklappt.“

Sanierung oder benötigen Unterstützung beim Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnologien. Mit der Arbeit des Beauftragten für Innovation und Technologie (BIT) – gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie – unterstützt die Handwerkskammer Berlin ihre Mitglieder bei der Einführung und Anwendung neuer Technologien durch: Information über neue Technologien und ihren Einsatz im Handwerk im Rahmen von Veranstaltungen Beratung einzelner Handwerksbetriebe bei Einführung neuer Technologien und zur eigenen Innovationstätigkeit Vermittlung von Kontakten zu wissenschaftlichen Institutionen Die im Berichtsjahr 2010 durchgeführten Einzelberatungen zu neuen Technologien und angrenzenden Bereichen erfolgten zu folgenden Themen: Elektronischer Geschäftsverkehr (E-Commerce) z. B. elektronische Ausschreibungen, InternetEinführung, Gestaltung von Internet-Auftritten, Verwendung der digitalen Signatur EDV/CAD, z. B. Einführung von EDV-Branchenlösungen Anmeldung von Patenten und anderen Schutzrechten (Gebrauchsmuster und Warenzeichen), Durchführung von Patentrecherchen sowie Information über Förderprogramme für Erfinder aus dem Handwerk Unterstützung bei der Vorbereitung der Antragsunterlagen für die Förderung von innovativen F/E- Vorhaben

Marketing für innovative Produkte von Berliner Handwerkern Auswahl geeigneter Messen und Ausstellungen sowie Fördermöglichkeiten für Aussteller Ein Beispiel eines innovativen Lagerkonzepts, mit welchem eine dauerhafte und nachhaltige Ordnung in der Materialbeschaffung und -lagerung und eine deutliche Gewinnsteigerung erreichbar ist, stellte die Handwerkskammer Berlin gemeinsam mit den Unternehmerfrauen im Handwerk und einigen Innungen in einer Veranstaltung am 7. Juni 2010 im Bildungs- und Technologiezentrum der Handwerkskammer Berlin vor. Die zweite gemeinsame Informationsveranstaltung „Wissenschaft trifft Handwerk“ mit der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) und der Innung für Metall- und Kunststofftechnik Berlin fand am 27. September 2010 zum Thema „Neue Werkstoffe und Verfahren auf der Baustelle" statt. Dieses Mal war die Innung Gastgeberin für zahlreiche Handwerker. „Mit Vakuumisolationspaneelen zukunftssicher Energie sparen“ war der Titel einer Veranstaltung der Handwerkskammer Berlin und der Malerund Lackiererinnung Berlin im Bildungs- und Technologiezentrum am 3. November 2010. Zahlreiche Handwerker informierten sich über die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der innovativen Vakuumisolationsdämmung sowohl im Neubau als auch bei der Sanierung im Bestand. Berliner Handwerker konnten auch im Jahr 2010 für eine Beteiligung an Wettbewerben (u.a. Innovations-

Bürgschaften nach Handwerksgruppen
Gruppe Metall Bau/Ausbau Gesundheit Glas/Papier Holz Sonstige Gesamt Bürgschaftssumme in TEUR 1.713,3 1.446,8 1.378,4 621,0 613,4 453,5 6.226,4 Prozent. Anteil 27,5 23,2 22,1 10,0 9,9 7,3 100,0

Stefanie Rau, Friseurmeisterin

Anreiz zur Existenzgründung unumstritten außerordentlich positive Impulse für den Arbeitsmarkt. Es bleibt zu hoffen, dass das Land Berlin aufgrund der guten Erfahrungen und der positiven arbeitsmarktpolitischen Wirkungen der vergangenen Jahre auch über das Jahr 2011 hinaus an diesem bewährten Förderinstrument festhalten wird.

Meistergründungsprämien nach Handwerksgruppen
Gruppe Gesundheit Metall Bau Zahl der Anträge 36 19 18 6 3 2 1 85 Prozent. Anteil 42,4 22,4 21,2 7,0 3,5 2,3 1,2 100,0

Bürgschaften und Meistergründungsprämie Im Jahr 2010 hat die BBB Bürgschaftsbank zu Berlin-Brandenburg GmbH 62 Bürgschaften für Berliner Handwerksbetriebe mit einem Gesamtvolumen von TEUR 6.226,4 über-

Holz Bekleidung Nahrung Glas/Papier Gesamt

Neue Technologien für das Berliner Handwerk Siegfried Ulrich Tel.: 030/25903-392 ulrich@hwk-berlin.de Neue Produkte und Verfahren unterliegen einem rasanten Entwicklungstempo: Hersteller und Großhandel bringen fortlaufend neue, innovative Materialien und Werkzeuge auf den Markt – für Handwerksbetriebe eine stetige Herausforderung. Kunden fordern individuelle Lösungen, beispielsweise bei der energetischen

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Handwerkskammer Berlin

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preis Berlin-Brandenburg, ProfessorAdalbert-Seifriz-Preis) und an der Internationalen Handwerksmesse München gewonnen werden. Von den beiden Berliner Teilnehmern an der Internationalen Handwerksmesse 2010 erhielten die inhouse engineering GmbH den Bundesinnovationspreis des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie für ein selbst entwickeltes Brennstoffzellenblockheizkraftwerk und die Astro- und Feinwerktechnik Adlershof GmbH den „Bayerischen Staatspreis 2010“ für ein innovatives Raumfahrtprodukt, nämlich eine Transport- und Startkonstruktion für Kleinstsatelliten. Die langjährige Zusammenarbeit mit dem Berliner Netzwerk-Partner eCOMM Berlin, des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geförderten Projektes „Netzwerk Elektronischer Geschäftsverkehr“, wurde auch im Berichtsjahr mit der Veranstaltungsreihe „Femme digitale“ für die Unternehmerfrauen im Handwerk im Bildungs- und Technologiezentrum (BTZ) fortgesetzt. Gemeinsam mit eCOMM Berlin wurde für interessierte Betriebe eine kostenfreie Überprüfung der Funktionalität und Gestaltung ihrer Internet-Auftritte („Website-Check“) angeboten. Dieser Service wird den Mitgliedern der Handwerkskammer Berlin 2011 weiterhin zur Verfügung stehen. Die Handwerkskammer vermittelte Berliner Handwerkern im vergangenen Jahr u.a. Kontakte zur Hochschule für Technik und Wirtschaft und zum Fraunhofer Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration und bahnte Kooperationsmöglichkeiten zur Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) an.

Mit Building Information Modeling (BIM), der modellbasierten Planung, Errichtung und Verwaltung von Gebäuden und Anlagen sollen künftig starke Synergieeffekte erschlossen werden. Dies wird zu starken Veränderungen auch für das Bau- und Ausbaugewerbe führen. Die Handwerkskammer Berlin beteiligte sich daher in 2010 aktiv an der Antragstellung für ein Förderprojekt, mit welchem zu diesem Thema ein handwerksgerechtes Schulungskonzept entwickelt werden soll. Über die aktuellen Entwicklungen wird die Handwerkskammer ihre Mitglieder ab 2011 mit Informationsveranstaltungen und auf ihrer Internet-Seite auf dem Laufenden halten. Für das Handwerk wird sich künftig auch „Ambient Assisted Living (AAL)“ zu einem bedeutenden Thema entwickeln. Das Kürzel AAL steht für das „vernetzte Wohnen bzw. Leben“, wobei Komponenten aus der Elektronik, Mikrosystem- und Informationstechnik in Kombination mit Dienstleistungsangeboten die Menschen in ihrer individuellen Lebenswelt unterstützen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e. V. sind zu diesem Thema bereits 2008 eine Innovationspartnerschaft eingegangen. Im Rahmen dieser Partnerschaft wurden mehrere Arbeitsgruppen gegründet, welche die breite Einführung von AAL in Deutschland fördern soll. Die Handwerkskammer Berlin arbeitet seit deren Gründung in der Arbeitsgruppe Informationstechnik (IT) mit und beteiligt sich auch an dem Projekt „Vernetztes Leben in Berlin und Brandenburg“ unter Federführung der Technologiestiftung Berlin.

Die Handwerkskammer Berlin war auch 2010 bei der Entwicklung des Beratungs- und Informationssystems für Technologietransfer im Handwerk (BISTECH) aktiv, welches vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert wurde. Unter der Adresse www.bistech.de steht seit März 2010 Handwerkern und Beratern eine leistungsfähige Internetplattform mit einem vielfältigen Angebot an Informationen und Werkzeugen zur Verfügung. Die Handwerkskammer Berlin war im Bewilligungsausschuss des „Programms zur Förderung von Forschung, Innovationen und Technologien (ProFIT)“ des Landes Berlin vertreten.

Berliner Handwerksbetrieben werden seit dem 27. April 2010 Systeme zur Online-Überwachung des Strom-, Wasser- und Gasverbrauchs in Echtzeit zu einem sehr günstigen Preis (350 EUR) angeboten, um Stand-ByVerbräuche und die Anteile verschiedener Sektoren am Energieverbrauch des Unternehmens zu erfassen. Die teilnehmenden Unternehmen aus sehr unterschiedlichen Branchen (z.B. Konditorei, Kfz-Werkstatt, Dentallabor, Galvanik), deren Stromverbrauch über 50.000 kWh/a liegt, waren mit den erzielten Ergebnissen durchweg sehr zufrieden und haben sich teilweise entschieden, das Erfassungssystem auch nach Ende der Projektzeit von einem Jahr auf eigenen Kosten weiter zu betreiben.

reswechsel 2010 eingeführt. Damit waren so gut wie alle Berliner Fahrzeughalter gezwungen, zu diesem Zeitpunkt Rußfilter einzubauen und konnten die ab Mai angebotene Förderung von 330 Euro nicht in Anspruch nehmen. Nach Schätzungen von Kammer und Kfz-Innung sind von diesem Schildbürgerstreich der Politik rund 15 000 leichte Nutzfahrzeuge aus Berlin und dem Umland betroffen. Den Berliner Unternehmen sind durch unabgestimmten politischen Aktionismus rund 5 Mio. Euro Fördermittel des Bundes entgangen.

Umwelt- und Klimaschutz
Umwelt- und Arbeitsschutzberatung Dr. Martin Peters Tel.: 030/25903-460 peters@hwk-berlin.de Im abgelaufenen Jahr wurden neben zahlreichen telefonischen Kurzberatungen 37 ausführliche Beratungen zu den Themen Umwelt- und Arbeitsschutz in Berliner Handwerksbetrieben durchgeführt. Dabei war wieder ein sehr breites Spektrum aus allen Themenbereichen des Umweltund Arbeitsschutzes vertreten. Auffällig ist das wachsende Interesse der Betriebsinhaber an Instrumenten des Umweltmanagements. Die weiter steigenden Kosten für Strom, Gas, Wasser und Benzin steigern das Interesse der Unternehmen, in diesen Bereichen die Effizienzpotenziale in ihren Betrieben zu nutzen. Ein gutes Beispiel ist die von der Kammer zusammen mit Vattenfall durchgeführte Aktion unter dem Motto „Handwerk – Energie – Effizienz“. Berliner Umweltzone Anfang 2010 ist die zweite Stufe der Berliner Umweltzone in Kraft getreten. Seit diesem Zeitpunkt ist es nur noch Fahrzeugen mit grüner Plakette (Euro IV) erlaubt, die Berliner Innenstadt (innerer S-Bahn-Ring) zu befahren. Im Vorfeld dieses Termins ist es der Kammer in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen gelungen, für Fahrzeuge mit gelber Plakette (Euro III) relativ großzügige Ausnahmeregelungen zu erreichen. Fahrzeuge, für die keine zugelassene Nachrüstlösung verfügbar ist, können bei Vorlage einer Bescheinigung von TÜV oder DEKRA quasi unbegrenzt weiter genutzt werden. Äußerst unbefriedigend ist das unabgestimmte Vorgehen von Bund und Berlin in der Förderung von leichten Nutzfahrzeugen. Obwohl der Berliner Senat immer die Förderung der Filternachrüstung auch bei Nutzfahrzeugen als Voraussetzung für Fahrverbote genannt hat, wurde die zweite Stufe überhastet zum Jah-

Berliner Klimaschutzgesetz Bereits 2009 ist der Entwurf für ein Berliner Klimaschutzgesetz veröffentlicht worden. Dabei stießen weniger die Ziele als die konkret vorgeschlagenen Instrumente auf breite Kritik. Handwerkskammer und IHK hatten in einer gemeinsamen Stellungnahme kritisiert, dass Heizungen nicht abhängig von Leistungsparametern sondern automatisch nach Ablauf von 20 Jahren erneuert werden sollten. Der vorliegende Gesetzentwurf hätte auch zu einer Bevorzugung von mit Fernwärme versorgter Gebäude geführt, die für den Wettbewerb der Energieträger in der Wärmeversorgung problematische Auswirkungen gehabt hätte. Die Handwerkskammer hat in der öffentlichen Diskussion um das geplante Gesetz immer wieder auf die Defizite im Vollzug bestehender Bundesgesetze (Energieeinsparverordnung und Erneuerbare Energien Wärmegesetz) hingewiesen und versucht, fachliche Aspekte aus den Bereichen der Heizungsbauer und Schornsteinfeger in die Debatte über den Gesetzentwurf einzubringen. 2010 ist es dem Berliner Senat nicht

„Wir wenden in unserem Betrieb das Umweltmanagementsystem an. Seitdem arbeiten wir mit weniger Gefahrenstoffen. Das bringt nicht nur einen ökologischen, sondern auch einen ökonomischen Nutzen. Beim Umwelt-Audit berät uns die Handwerkskammer Berlin, das hat sich bewährt.“

Rainer Struck, Zahntechnikermeister, Geschäftsführer der Nitschke Zahntechnik GmbH

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gelungen, das angekündigte Energiekonzept für die Stadt zu veröffentlichen. Damit fehlte auch eine wesentliche Grundlage für die Weiterentwicklung der Klimaschutzpolitik des Landes, in der ein Klimaschutzgesetz nur ein Baustein sein könnte. So ist weiter enttäuschend, wie wenig das Land Berlin seiner Vorbildrolle als Immobilienbesitzer gerecht wird. Das Konjunkturpaket wurde vor allem dazu genutzt, die Defizite der vergangenen Jahre im öffentlichen Gebäudebestand abzubauen.
„Wir wollen gemeinsam mit Beschäftigten, Unternehmen und Bürgern insgesamt 10.000 Klima-Taten bis Ende 2011 sammeln. Mitmachen kann jeder, der im Alltag CO2 einsparen und sein Handeln in den Bereichen Mobilität, Heizung und Warmwasser, Strom und Gebäudesanierung optimieren möchte - im Internet unter www.stadtvertrag-klimaschutz.de.“

Aus Sicht der Kammer besteht bei der Einhaltung der bundes- und landesrechtlichen Vorschriften zum Klimaschutz im Land Berlin ein eklatantes Informations- und Vollzugsdefizit, das sich negativ auf die Branchen des Bau- und Ausbaugewerbes auswirkt. Die verbesserte Information der Bauherren, aber auch ein unbürokratischer, aber effektiver Vollzug der gesetzlichen Regelungen, gewinnt mit jedem Vorschlag zur Verschärfung der Anforderungen weiter an Brisanz.

operation mit einer Berliner Fahrradwerkstatt und unter großer medialer Resonanz, mehr als 300 Fahrräder kostenlos wieder fit gemacht wurden.

Oktober 2010 motiviert der Stadtvertrag Klimaschutz dazu, Strom und damit CO2-Emissionen und bares Geld zu sparen. Im Herbst wurde in der Kreativ-Branche ein Plakat-Wettbewerb ausgeschrieben. Ziel war es, Plakate zu finden, welche die Berliner Bürger und Unternehmen zum Strom sparen motivieren und gleichzeitig auf das Informationsangebot zum Thema auf der Internetseite des Stadtvertrages Klimaschutz aufmerksam machen. Eine hochrangig besetzte Jury wählte aus über 70 Einsendungen die zehn besten Plakate aus. Die zehn Preisträger wurden Anfang Dezember im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung prämiert. Die Laudatio für den ersten Preis hielt der Präsident der Akademie der Künste, Klaus Staeck, als Mitglied der Jury. Die ausgezeichneten zehn Plakate wurden zunächst in der Handwerkskammer und danach in den Häusern der Projektpartner gezeigt.

Adriane Nebel, Stadtvertrag Klimaschutz

Vorbildliche energetische Modernisierungen, zum Beispiel auf Passivhausniveau, fehlen für Gebäude in öffentlichem Besitz bisher komplett. Hier sind andere Regionen (z.B. Frankfurt/M) bereits weiter.

Durchführungsverordnung des Landes zur Energieeinsparverordnung (EnEV) Die Ende 2009 verabschiedete Durchführungsverordnung hat wie befürchtet keine Verbesserung in der Praxis der Umsetzung gebracht. 2010 hat die Handwerkskammer zusammen mit anderen Institutionen zur geplanten Vorlage für eine Fachunternehmererklärung des Landes Stellung genommen und einen runden Tisch für einen allgemein akzeptierten Text vorgeschlagen, der auch mit Brandenburg abgestimmt ist. Dieser Vorschlag wurde von der Bauverwaltung ignoriert und stattdessen der eigene Entwurf unabgestimmt veröffentlicht. Auch in diesem Jahr ist es der Berliner Verwaltung nicht gelungen, ein Zulassungsverfahren für Prüfsachverständige für energiesparendes Bauen zu etablieren. Damit wird die Senatsverwaltung weiter den von ihr selbst geschaffenen Vorgaben nicht gerecht.

Stadtvertrag Klimaschutz Adriane Nebel Tel.: 030/25903-459 nebel@hwk-berlin.de www.stadtvertrag-klimaschutz.de Gemeinsam mit den Partnern IHK Berlin, BUND Berlin, DGB BerlinBrandenburg und mit Unterstützung der Sponsoren GASAG und Ströer wurde im Jahr 2010 das Projekt Stadtvertrag Klimaschutz fortgesetzt, das die Berliner Bürger und Unternehmen zum Klimaschutz und zur Einsparung von CO2 motivieren möchte. Dabei ist die Geschäftstelle des Stadtvertrags für die Laufzeit des Projektes in der Handwerkskammer angesiedelt.

Kampagne Heizung und Warmwasser In Berliner Haushalten wird die meiste Energie für Heizung und Warmwasser verbraucht. Trotzdem ist das durchschnittliche Alter einer Heizungsanlage in Berlin in den letzten Jahren von 20 auf 23 Jahre gestiegen. Deshalb besteht in diesem Bereich erhöhter Handlungsbedarf. Von Mai bis Ende September 2010 führte das Bündnis Stadtvertrag Klimaschutz eine Kampagne zum Thema Heizungsaustausch durch. Das Informationsangebot auf der Internetseite wurde um Tipps zum Thema Heizungsaustausch ergänzt. Die Innung Sanitär Heizung Klempner Klima (SHK) Berlin konnte als Unterstützer der Kampagne gewonnen werden. Mit dem Portrait von Götz George und dem Spruch „Meine Neue ist sparsam, klimaverträglich und bildschön.“ wurde auf 400 Großflächenplakaten im Juli 2010 für den Austausch von Heizungen geworben. Zahlreiche Berliner nahmen an dem damit verbundenen Gewinnspiel teil. Weitere Angebote, wie ein kostenloser Heizungs-Check für 100 Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern, rundeten das Angebot ab. Bei diesem Heizungs-Check wurde vom Berliner SHK-Handwerk das reale Einsparpotential in Cent und CO2 ermittelt.

ZDH-ZERT GmbH Andreas Weise Tel.: 030/25903-465 weise@hwk-berlin.de ZDH-ZERT GmbH konnte sein Zertifizierungsgeschäft im Jahr 2010 um ca. 15 Prozent bezogen auf den Umsatz des Vorjahres erhöhen. Damit konnten die an die Geschäftsstelle Berlin gestellten Zielsetzungen erfüllt werden, der Zuwachs an Neuaufträgen blieb hingegen unter den Erwartungen. Die Erlössituation für die Handwerkskammer Berlin wurde um ca. zehn Prozent gesteigert. Die Nachfrage nach Zertifizierungsleistungen, insbesondere integrierter Managementsysteme, im Aufgabenfeld von ZDH-ZERT GmbH hat sich in 2010 im Vergleich zum Vorjahr deutlich erhöht. Mit der Akkreditierung für die Begutachtung nach Sicherheits-Certifikat-Contraktoren (SCC) für Sicherheits-, Gesundheits- und Umweltschutz-Managementsysteme (SGU) wurde das Geschäftsfeld 2010 erweitert.

Kampagne Mobilität Gestartet ist das Jahr mit einer Kampagne zum Thema „Mobilität“. Auf der eigenen Internetseite www.stadtvertrag-klimaschutz.de wurde ein breites Informationsangebot von spritsparender Fahrweise bis hin zum betrieblichen Mobilitätsmanagement geschaffen. Mehrere Veranstaltungen motivierten im Frühjahr 2010 zu klimaverträglicher Mobilität: Höhepunkt war die im März 2010 durchgeführte „FahrradFrühlings-Kur“ während der, in Ko-

Kampagne Stromsparen Die Erzeugung von Strom ist in Deutschland für circa 40 Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich. Seit

Ausgezeichnet! Die Motive der Wettbewerbplakate sollen zum Stromsparen motivieren

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ZDH-ZERT GmbH als Zertifizierer des deutschen Handwerks konnte seine Position unter den zehn größten deutschen Zertifizierern in 2010 verbessern. Der Umfang der Erstzertifizierung bei der Geschäftsstelle Berlin wurde im Vergleich zum Vorjahr ausgebaut. ZDH-ZERT GmbH hält zur Zeit ca. 1600 Zertifikate aufrecht, davon entfallen ca. 200 auf die Geschäftsstelle bei der Handwerkskammer Berlin. Drei Mitarbeiter der Handwerkskammer Berlin stehen weiterhin ZDHZERT als Leitende Auditoren zur Verfügung, die im Berichtszeitraum ca. 50 Zertifizierungsverfahren bundesweit durchgeführt haben. Die Betriebsberatung der Handwerkskammer Berlin bietet darüber hinaus Beratungen zur Einführung eines Qualitätsmanagementsystem an. Bei eingeführten Qualitätsmanagementsystemen Berliner Handwerksbetriebe erfolgte eine Unterstützung zur Aufrechterhaltung und Optimierung der Systeme. Die Bedeutung von zertifizierten Managementsystemen wird von den Betrieben weiterhin positiv bewertet. Im Zyklus der Zertifizierungsverfahren konnten die

Betriebe z. B. ihre Ablauforganisation optimieren und transparenter gestalten, die Leistungsqualität steigern, die Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit erhöhen und die Nachweissicherheit verbessern.

zierung aller Bereiche der Handwerkskammer Berlin im Jahr 2010 konnte die Einführungsphase abgeschlossen werden. Die Zielrichtung normierter Managementsysteme beinhaltet nicht nur die Einführung, sondern auch die Aufrechterhaltung sowie die Verbesserung der Organisation. Flankiert wird dieser Prozess durch die externe Überprüfung im Rahmen der Zertifizierung. Diese unterstützt die Weiterentwicklung von Organisationen für eine Verbesserung der Dienstleistungsqualität unter Berücksichtigung einer angemessenen Kundenorientierung. Das jährlich wiederkehrende Überwachungsaudit fordert die Handwerkskammer in allen Bereichen auf, die selbst festgelegten Standards auch in der Praxis umzusetzen und anzuwenden. Neben der Zertifizierung nach der DIN EN ISO 9001 wurde auch die Zulassung durch die Bundesagentur für Arbeit erreicht. Damit verbunden ist die Realisierung von derzeit mehr als 40 registrierten Maßnahmen bei der Bundesagentur für Arbeit.

Kammer und Innungen
Zertifizierung der Handwerkskammer Berlin erfolgreich Andreas Weise, Tel.: 030/25903-465 weise@hwk-berlin.de Normierte Managementsysteme sind nicht mehr nur in produktiven Unternehmen Hilfsmittel zur Unternehmensführung, sondern werden in allen Wirtschaftsfeldern angewandt. Dies wurde auch von der Handwerkskammer Berlin erkannt und mit der Einführung eines Qualitätsmanagementsystems in den Bildungsstätten und folgend in der gesamten Organisation umgesetzt. Mit der Zertifizierung der kammereigenen Bildungsstätten im Jahr 2006 wurde der erste Meilenstein gelegt. Mit der erfolgreichen Zertifi-

Für eine Institution wie die Handwerkskammer Berlin gilt, ähnlich wie für Unternehmen, dass diese im Wettbewerb konkurrenzfähig bleiben müssen und den Kundenanforderungen gerecht werden sollen. Hierzu sind wirksame und effiziente Methoden bei der Durchführung der Dienstleistungen sowie der hoheitlichen Aufgaben erforderlich. Insbesondere die Wahrnehmung der Handwerkskammer Berlin als Dienstleister für das Handwerk wird in den Mittelpunkt gerückt. Ziel ist der kontinuierliche Abgleich zwischen den Anforderungen der Mitglieder und Kunden sowie der Organisationsgrundlagen und Effizienz bei der Handwerkskammer Berlin. Um dies weiterhin kundennah realisieren zu können, zeigt die jährliche Auditierung regelmäßig Optimierungspotentiale auf und bildet so die Voraussetzung für die stetige Weiterentwicklung der Handwerkskammer als dem zentralen Dienstleister für das Berliner Handwerk.

soweit keine weiteren Personalkosten entstehen. Bei 17 Stellen lagen Teilzeitarbeitsverhältnisse vor. In der Verwaltung der Handwerkskammer Berlin sind nunmehr 100 Arbeitsplätze (Vorjahr 98) vorhanden, im Bildungs- und Technologiezentrum wurden 38 (2009: 37), in der Bildungsstätte Bernau/Waldfrieden 21 Arbeitnehmer (Vorjahr 15) beschäftigt. In der Betriebsberatung arbeiteten zwölf (Vorjahr 13) Mitarbeiter. Im Bereich „Berufsbildung in Berlin“ waren wie 2009 drei Arbeitnehmer tätig. Die Kammer bildete unverändert acht kaufmännische Lehrlinge aus. Bei den gewerblichen Auszubildenden waren 201 (Vorjahr: 217) geplant.

politische Schlagkraft erheblich erhöhen und noch bessere wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen für die Mitgliedsunternehmen schaffen. Die konkreten gemeinsamen Aktivitäten und Projekte legen die Mitarbeiter beider Häuser in einem jährlichen Arbeitsplan fest. Sowohl die Kammern als auch deren jeweilige Mitglieder profitieren letztlich von einer engen und partnerschaftlichen Kooperation. Das gilt für das Ehrenamt genauso wie für das Hauptamt. Nach den Gremien der Handwerkskammer verabschiedete auch die Vollversammlung der IHK die gemeinsame Vereinbarung.

Vollversammlungen
Handwerkskammer Berlin und IHK Berlin kooperieren Beide Berliner Kammern wollen noch enger zusammenarbeiten und haben ihre Allianz offiziell in einer Kooperationsvereinbarung besiegelt. Sinn und Zweck dieses Abkommens ist es, stärker als gemeinsames Sprachrohr der Wirtschaft gegenüber der Politik aufzutreten und eine noch erfolgreichere Vertretung der Gesamtinteressen der Berliner Wirtschaft zu erzielen. Durch die Zusammenarbeit können die hoheitlichen Aufgaben noch unbürokratischer, effizienter und transparenter erfüllt werden. Eine Kooperation erweitert das Dienstleistungsangebot, spart Ressourcen und setzt Synergieeffekte frei. Beispiele für die zahlreichen Angebote, die beide Kammern für Existenzgründer und bestehende Betriebe anbieten, sind das StarterCenter Berlin und die Messe „Tage der Berufsausbildung“. Die Bündelung der Kräfte soll die wirtschaftsZweimal traten die Mitglieder der Vollversammlung der Handwerkskammer Berlin im Berichtsjahr zur ordentlichen Vollversammlung zusammen: Am 28. April sowie am 18. November 2010 wurden im Bildungs- und Technologiezentrum (BTZ) die Belange des Handwerks diskutiert. Hauptthemen waren die Imagekampagne des deutschen Handwerks, welche im Januar gestartet war, die Entwicklung der Wirtschafts- und Konjunkturkrise des Jahres 2010 sowie die Neuwahl von Arbeitnehmer-Vizepräsident und Vorstandsmitglied. Entgegen allen Negativmeldungen im Zusammenhang mit der Wirtschafts- und Finanzkrise konnte Handwerkskammerpräsident Stephan Schwarz anlässlich der 128. Vollversammlung im Frühjahr dennoch über positive Nachrichten aus dem Berliner Handwerk berichten: Die Beschäftigungsquote sei konstant geblieben, die Auftrags-

Mitarbeiter der Handwerkskammer Berlin Der Stellenplan wies 2010 insgesamt 174 Stellen (Vorjahr 164) aus. Die Erhöhung ist erneut im Wesentlichen auf die von der Kammer durchgeführten Projekte zurückzuführen. So wurden 23 Stellen zumindest überwiegend von dritter Seite – meistens durch öffentliche Fördergeber – finanziert. Daneben befanden sich sieben (Vorjahr: elf) Mitarbeiter in der Freistellungsphase der Altersteilzeit, die teilweise durch neues Personal ersetzt wurden. Von den sieben Mitarbeitern in Altersteilzeit traten im Laufe des Berichtsjahres drei Personen die Rente an, so dass für die Handwerkskammer in-

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Handwerkskammer Berlin Blücherstraße 68, 10961 Berlin Tel.: 030/25903 -01, E-Mail: info@hwk-berlin.de
Geschäftsverteilung

Vollversammlung

Ausschüsse 2)

Präsident
Stephan Schwarz -223

Vorstand 1)

Arbeitskreise

Referentin der Geschäftsleitung Elisabeth Vogt -225

Hauptgeschäftsführer
Jürgen Wittke -221

Geschäftsführer
Ulrich Wiegand -348

Sekretariat Sabine Schultz -224; Birgit Wittenberg -222

Pressestelle/Öffentlichkeitsarbeit Susan Shakery -234

Berlin-Brandenburgisches Handwerk Jahresbericht Elke Sarkandy -230

Personal/Verwaltung Hans-Walter Richter -314

Recht/Gewerbeangelegenheiten Angela Bartsch-Widmaier -100 Justitiariat, rechtliche Grundsatzfragen, verwaltungsrechtl. Streitigkeiten: Angela Bartsch-Widmaier -100 Handwerksrolle: Ines Skupin -107 Gewerbeangelegenheiten: Clemens Fritzsche -104 Innungswesen: Bernd Marten -351 Rechtsberatung: Petra Heimhold -391 Sachverständigenwesen: Petra Heimhold -391 Beschwerdewesen: Angela Born -352

Bildung/Bildungszentren Ulrich Wiegand -348

Gewerbeförderung Rüdiger Grübler -466

Wirtschaftspolitik Arne Lingott -359

lage verhalten optimistisch. Einen nicht geringen Anteil daran hatte das Konjunkturpaket II. 75 Prozent der Aufträge seien im März bereits bei den Betrieben angekommen, rund 123 Millionen Euro ausgezahlt, betonte Schwarz. Nach Angaben der Senatsverwaltung gingen die Aufträge aus dem Konjunkturpaket II zu 85 Prozent an Berliner Unternehmen. Die erhöhten Wertgrenzen für beschränkte Ausschreibungen und freihändige Vergaben hätten ihren Beitrag zur Beschleunigung geleistet. Das Handwerk wünscht sich zur weiteren Stabilisierung, nicht einfach zu den früheren Werten zurückkehren, sondern die erhöhten Wertgrenzen beizubehalten. Gastredner Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, informierte die Mitglieder der Vollversammlung darüber, dass sich der Dachverband für die Rücknahme der vom Bund angedachten Kürzung der Mittel für die energetische Gebäudesanierung starkmacht. In der Vollversammlung am 18. November wählten die Mitglieder mit großer Mehrheit den Maler und Lackierer Karsten Berlin zum neuen Arbeitnehmer-Vizepräsidenten. Der 42-Jährige löst Joachim Fichtner ab, der bereits vor knapp einem Jahr vollberuflich zur IG Metall nach Chemnitz gewechselt war. Die Satzung der Handwerkskammer sieht in diesem Fall eine Neuwahl vor, da auch der Vizepräsident im Handwerk tätig sein muss. Berlin ist seit mehr als fünf Jahren im Kammervorstand und genauso lange Mitglied der Vollversammlung. Er ist in zahlreichen Fachgremien vertreten, unter anderem als Vorsitzender der Fachgruppe Maler und Lackierer und als stellvertretender Vorsitzender der IG-Bau Berlin. Auf Bundesebene

Für die Mehrzahl der Unternehmen gilt die Krise als beendet. Präsident Stephan Schwarz bezeichnete vor der Vollversammlung die zukünftige Fachkräftesicherung als das vorrangige Thema der kommenden Jahre.

Personal: Carola Rieck -313 ehrenamtl. Richter: Monika Bajerowicz -302 zentrale Beschaffung (inkl. Literatur): Frank-Thomas Raabe -309 Finanzen/Haushalt (inkl. öffentl. Mittel): Frank-Thomas Raabe -309 soziale Fragen, Versorgungswerke: Hans-Walter Richter -314 EDV (inkl. Archiv): Rüdiger Nathusius -316 Beiträge: Claudia Kautz -315 Hausverwaltung/ Baumaßnahmen: Monika Bajerowicz -302

Bildungspolitik: Ulrich Wiegand -348 Lehrlingsrolle und Statistik: Nicole Piske -335 Prüfungen (insb. Rechtsfragen): Konstanze Mühleck-Zwahr -341 Bildungsberatung: Katharina Schumann -343 Junioren des Handwerks: Henning Paulmann -337 Förderung der Berufsausbildung im Land Berlin (FBB): Norman Popp -381 Bildungs- und Technologiezentrum (BTZ) Leiterin: Karin Klawe -403 Kompetenzzentrum Zukunftstechnologien im Handwerk (Komzet) Leiter: Dr. Jost-Peter Kania -454 Bildungs- u. Innovationszentrum Bernau-Waldfrieden (BIZWA) Leiter: Gregor Schöning 03338/394415

Betriebsberatung a) kaufmännisch: Georg Klasmann -474 b) technisch: N.N. c) Kredite und öffentliche Mittel: Martin Klinn -471 überbetriebliche Lehrlingsunterweisung (öffentliche Mittel): Ellen Rohde -355 Hochschulkontakte: Rüdiger Grübler -466

Stadtentwicklung: Svend Liebscher -357 Technologietransfer: Siegfried Ulrich -392 Umweltschutz: Dr. Martin Peters -460 Europa: N. N. -362

dreht er an den Stellschrauben als stellvertretender Bundesfachgruppenvorsitzender der Maler. Er engagiert sich für den fachlichen Nachwuchs als Vorsitzender des Gesellenausschusses bei der Malerund Lackiererinnung Berlin und ist in der Vertreterversammlung der Berufsgenossenschaft aktiv. Im Zentrum der Herbstvollversammlung am 18. November stand auch die Forderung nach mehr Bürokratieabbau. Wenn Handwerker 50 Seiten dicke Bauverträge als Auftragsnachweise einreichen müssen, um eine Ausnahmegenehmigung fürs Parken bei Innenstadt-Kunden zu bekommen, dann sei die Geduld am Ende, so Kammerpräsident Stephan Schwarz. Aber auch Erfreuliches kam anlässlich der 129. Vollversammlung zur Sprache: Die positiven Prognosen der Wirtschaftsforschungsinstitute in den letzten Wochen und Monaten konnten durch eine kürzlich durchgeführte Umfrage unter den Mitgliedsbetrieben der Handwerkskammer Berlin bestätigt werden: Für die große

1) Vorstandsmitglieder: Stephan Schwarz, Erwin Kostyra, Karsten Berlin, Joachim Blauert, Jan Kopatz, Anselm Lotz, KlausDieter Müller, Thomas Stulz, Wolf-Peter Niesel 2) Ausschüsse: Berufsbildungsausschuss I und II, Rechnungsprüfungsausschuss, Gewerbeförderungsausschuss

Mehrzahl der Unternehmen gilt die Krise als beendet. Der Geschäftsklimaindex hatte sich für das Berliner Handwerk auf den besten Wert seit 1994 geschraubt und lag Ende des Berichtsjahres bei 102 Punkten. Auch der von Demoskopen und Ökonomen prognostizierte Fachkräftemangel war Thema der Vollversammlung. Aus Sicht des Berliner Handwerks sollte zunächst die Ausbildungsreife von Schulabgängern nachhaltig verbessert werden. Daneben sei es unabdingbar, auch die Potenziale Älterer nicht zu vernachlässigen. Jeder vierte Berliner hat inzwischen zumindest teilweise ausländische Wurzeln. Migrantinnen und Migranten als Fachkräfte zu gewinnen und zu stärken, steht deshalb beim Handwerk ganz oben auf der Agenda.

Stand März 2011

Joachim Fichtner verabschiedet Die Vertreter der 129. Vollversammlung dankten dem scheidenden Arbeitnehmer-Vizepräsidenten Joachim Fichtner für dessen jahrelanges Engagement. „Sie haben

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tete Joachim Peters ehrenamtlich im Gesellen- und im Meisterprüfungsausschuss seines Gewerks. In besonderer Weise war er immer seinem Handwerk verbunden. So gründete er 1994 den Förderverein Aus- und Weiterbildung im Tischlerhandwerk, dessen Ehrenpräsident er heute ist, und der alljährlich den Gestalterpreis im Tischlerhandwerk auslobt.

Stephan Schwarz und Jürgen Wittke gratulieren Karsten Berlin zu dessen Wahl als Arbeitnehmer-Vizepräsidenten; Vorgänger Joachim Fichtner wechselte zur IG Metall nach Chemnitz (v.l.n.r.)

sich stets aktiv, konstruktiv und kritisch in die Vorstandsarbeit eingebracht“, sagte Kammerpräsident Stephan Schwarz anlässlich der Verabschiedung vor der Vollversammlung. Er bedankte sich herzlich für die geleistete Arbeit und auch für die immer sachliche Auseinandersetzung, die stets auf fachlicher Ebene ausgetragen worden sei. Joachim Fichtner war seit seiner Wahl zum Vollversammlungsmitglied und Vizepräsident auf der ArbeitnehmerSeite am 20. April 2004 für das Handwerk aktiv. Er war stellvertretender Vorsitzender der Berufsbildungsausschüsse I und II und engagierte sich seit 2005 in der Arbeitsgemeinschaft der ArbeitnehmerVizepräsidenten.

Für insgesamt fünf Jahre unterstützte er den DHKT-Ausschuss für Gewerbeförderung. Erst am 27. April des vergangenen Jahres wurde Fichtner bei der Wahl zum Vizepräsidenten mit großer Mehrheit in seinem Amt bestätigt.

schuss der Handwerkskammer aktiv. Als Delegierter der IG Metall und Vorsitzender der Handwerksbranche SHK engagiert sich der 50-Jährige bereits seit vielen Jahren für die Arbeitnehmer im Handwerk. Im Gesellen- und Prüfungsausschuss setzt er sich aktiv für den handwerklichen Nachwuchs ein.

Claus Kranz und Günther Hermann verstorben Klaus Cranz, Mitglied der Vollversammlung der Handwerkskammer Berlin, verstarb am 2. Januar 2010. Mehr als 20 Jahre lang unterstützte er die Arbeit des Gremiums, als 1. Stellvertreter und seit 2004 als ordentliches Mitglied. Mit großem persönlichem Einsatz wirkte er im Gesellenausschuss der Innung Sanitär Heizung Klempner Klima und im Gesellenprüfungsausschuss Kachelofen- und Luftheizungsbauer mit. Von 1956 bis 1959 absolvierte er eine Ausbildung zum Ofen- und Luftheizungsbauer. Er engagierte sich im In- und Ausland. In seinen ehrenamtlichen Tätigkeiten setzte er sich leidenschaftlich für die Ausbildung junger Menschen ein. Günter Hermann, Ehrenobermeister der Elektro-Innung verstarb am 29. Oktober 2010 im Alter von 73 Jahren. Mit ihm verliert das Handwerk einen äußert fachkompetenten Menschen, der das Ansehen der Elektrohandwerke in der Region nachhaltig positiv geprägt hat. Er absolvierte nach der Schulzeit eine Lehre als Elektroinstallateur und legte 1966 die Meisterprüfung ab. Schon in den Siebzigerjahren übernahm er zahlreiche ehrenamtliche Aufgaben, erst als Bezirksmeister, später als Landesfachgruppenleiter

Joachim Peters (l.) erhält das Verdienstkreuz am Bande aus den Händen von Staatssekretär Dr. Jens-Peter Heuer

im neu gegründeten Fachverband Elektrotechnische Handwerke BerlinBrandenburg. Mit großem persönlichen Engagement setzte sich Günter Hermann von 1995 bis 2003 als Obermeister der Elektro-Innung Berlin für die Interessen seiner Berufskollegen ein. Besonders machte er sich für die Aus- und Weiterbildung stark. Das beweist nicht zuletzt die Einrichtung der Elektro-Akademie im Bildungs- und Technologiezentrum der Handwerkskammer Berlin, die im Oktober 2010 ihr achtjähriges Jubiläum hatte.

außen dienen sollen. Sie haben eine langfristige Gültigkeit und werden im Rahmen der Strategieplanung der Handwerkskammer in messbare Ziele konkretisiert und umgesetzt.

Unser Selbstverständnis
Selbstverwaltung des Handwerks Wir, die Handwerkskammer Berlin, sind die als Körperschaft des öffentlichen Rechts organisierte Selbstverwaltung des Handwerks mit einem derzeitigen Mitgliederbestand von mehr als 32.000 Betrieben mit ihren über 200.000 Mitarbeiterinnen, Mitarbeitern und Lehrlingen.

Thomas Stulz in den Vorstand gewählt Erfolgreich kandidierte Thomas Stulz am 18. November für den durch das Ausscheiden von Joachim Fichtner freigewordenen Sitz im Vorstand der Handwerkskammer als Gesellenvertreter. Die Vollversammlungsmitglieder votierten mit großer Mehrheit für den Zentralheizungs- und Lüftungsbauer. Ehrenamtlich ist Stulz seit einem Jahr im Gewerbeförderungsaus-

Bundesverdienstorden für Joachim Peters Am 11. Mai 2010 wurde Tischlermeister Joachim Peters für sein außerordentliches gemeinnütziges Engagement mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland geehrt. Der 1936 geborene Neuköllner führte mehr als 30 Jahre seine eigene Tischlerei; unzählige Lehrlinge lernten bei ihm. Lange Jahre arbei-

Leitbild der Handwerkskammer Berlin
(Am 23. November 2009 durch die Vollversammlung beschlossene Fassung) Mit diesem Leitbild formuliert die Handwerkskammer Berlin die Grundsätze für ihre Arbeit, die sowohl der Orientierung nach innen als auch der Selbstdarstellung nach

Zentraler Ansprechpartner Wir sind der zentrale Ansprechpartner für das Handwerk in Berlin, vertreten dessen Interessen, übernehmen im Rahmen der Selbstverwaltung vom Staat übertragene, insbesondere hoheitliche Aufgaben,

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bieten den Betrieben Beratungsund Serviceleistungen und engagieren uns in der beruflichen Aus- und Weiterbildung.

das zentrale Qualifizierungsziel im Handwerk hat auch in Zukunft wesentliche Bedeutung für uns.

währleisten ein breites Leistungsspektrum. Wir stellen uns dem kritischen Blick von innen und außen, messen unsere Ergebnisse, kontrollieren die Zielerreichung, holen uns von unseren Kunden Feedback und lassen die Qualität unserer Arbeitsprozesse im Rahmen der Zertifizierung nach DIN ISO 9001 regelmäßig extern überprüfen.

gionaler und internationaler Ebene mit anderen Organisationen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft eng zusammen. Dies sind insbesondere die Innungen und Fachverbände, die Spitzenorganisationen der Wirtschaft, die anderen Handwerkskammern, die Industrie- und Handelskammern, die Gewerkschaften sowie die öffentlichen Verwaltungen. Unsere Beziehungen zu ihnen gestalten wir verlässlich und fair. Durch eine intensive, dialogorientierte Zusammenarbeit stärken wir die Innungen und Fachverbände.

kundenfreundlich. Sie gewährleisten einen zeitnahen Informationsaustausch und arbeiten im Team sowie abteilungsübergreifend effizient und zielorientiert zusammen.

ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie geben ihnen regelmäßig Feedback, anerkennen gute Leistungen und sind sich in dem, was sie tun, ihrer Vorbildrolle bewusst. Vorgesetzte binden ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die Prozesse mit ein, in deren Rahmen sie zeitnah und begründet Entscheidungen treffen.

Standort Berlin Wir nutzen die räumliche Nähe und unsere vielfältigen Beziehungen zu den handwerklichen Spitzenorganisationen und zur Politik und verhelfen dadurch unseren Anliegen zum Erfolg. Wir sehen uns der besonderen Herausforderung gegenüber, in Berlin als einer Stadt mit ca.180 Nationalitäten die Vielfalt als Potenzial zur Fachkräftesicherung im Handwerk zu nutzen. Die Stärkung der Identifikation unserer Mitglieder mit ihrer Kammer und die Zufriedenheit unserer Kunden sind uns ein zentrales Anliegen. Wir überzeugen durch eine konsequente Dienstleistungsorientierung sowie durch die Qualität unserer Arbeit.

Themenführerschaft Wir erkennen und analysieren Trends und Problemfelder frühzeitig, erarbeiten eigene Standpunkte und Lösungsvorschläge und streben bei wesentlichen Handwerksinhalten die Themenführerschaft an.

Aktive Öffentlichkeitsarbeit Durch eine aktive Öffentlichkeitsarbeit bewirken wir ein positives Bild des Handwerks und dessen wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Bedeutung. Dabei nutzen wir die vielfältigen Möglichkeiten, die uns der Medienstandort Berlin bietet.

Praxisnahe Selbstverwaltung
Ehrenamtliches Engagement Unsere Mitglieder nehmen über die Vollversammlung und den von ihr gewählten Vorstand direkten Einfluss auf die Ausrichtung und die Politik der Handwerkskammer. Sie engagieren sich ehrenamtlich in zahlreichen Gremien und Ausschüssen.

Engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Motiviert und kompetent Entscheidend für unseren Erfolg sind die motivierten und kompetenten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Diese handeln kostenbewusst und erfüllen ihre Aufgaben eigenverantwortlich und

Identifikation mit der Handwerkskammer Unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist bewusst, dass sie mit ihrem Verhalten zum öffentlichen Ansehen und zum gemeinsamen Erfolg der Handwerkskammer beitragen. Sie identifizieren sich mit ihrer Handwerkskammer, entwickeln ihre Potenziale kontinuierlich weiter und pflegen einen Umgang, der geprägt ist von gegenseitigem Respekt, Kollegialität und Wertschätzung.

Unsere Führungsprinzipien
Delegation von Verantwortung Die Vereinbarung von Zielen und eine weitreichende Delegation von Verantwortung sind die Grundlagen des Führungskonzepts in der Handwerkskammer. Vorgesetzte fordern und fördern die berufliche Qualifikation, die Motivation und die Leistungsfähigkeit

Gezielte Personalentwicklung Personalentwicklung ist für alle Vorgesetzten in der Handwerkskammer Berlin eine zentrale Führungsaufgabe. Durch regelmäßige Qualifizierung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stellen sie sicher, dass deren Potenziale genutzt, gestärkt und weiterentwickelt werden, sodass auch in Zukunft ein leistungsfähiges Team in der Handwerkskammer arbeitet.

Attraktive Dienstleistungen
Beratung, Bildung und Serviceleistungen Unseren Mitgliedern und Kunden bieten wir ein breites Spektrum praxisnaher, individueller Beratungen, Bildungsmaßnahmen und Serviceleistungen an. Diese erbringen wir mit Fachleuten kompetent und unabhängig. Damit Betriebe auch zukünftig im Wettbewerb bestehen können, entwickeln wir unsere Angebote bedarfsgerecht zum Nutzen unserer Kunden weiter. Mit unseren Bildungszentren sind wir einer der führenden Anbieter handwerksbezogener Aus-, Fortund Weiterbildungslehrgänge. Die Beteiligung von Arbeitgebern und Arbeitnehmern in der Selbstverwaltung der Handwerkswirtschaft sichert Mitbestimmung und Interessenausgleich und ist die Voraussetzung für die Vertretung der Gesamtinteressen des Handwerks.

Finanzmittel
Die uns anvertrauten und selbst erwirtschafteten Finanzmittel verwenden wir verantwortungsbewusst, sachgerecht und effizient. Dieses Leitbild wurde von einer Arbeitsgruppe aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Handwerkskammer Berlin erarbeitet, in der Mitarbeiterschaft diskutiert und vom Vorstand/von der Vollversammlung beschlossen. Es ist die Grundlage effektiven Handelns aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, der Führungskräfte, des Vorstandes und der weiteren Ehrenamtlichen.

Erfolgreiche Interessenvertretung
Förderung der Handwerkswirtschaft Wir vertreten die Gesamtinteressen des Berliner Handwerks und setzen uns engagiert für die Wettbewerbsfähigkeit der Handwerksbetriebe und die Verbesserung der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen ein. Im Umweltschutz sehen wir für das Handwerk sowohl Notwendigkeit als auch eine immer größer werdende Chance, deren Nutzung wir aktiv unterstützen. Wir unterstützen die duale Berufsausbildung im Berliner Handwerk. Der Meisterbrief als

Transparente Verfahren und Entscheidungen Die uns vom Staat übertragenen hoheitlichen Aufgaben erfüllen wir unternehmensnah. Verfahren und Entscheidungen gestalten wir transparent und nachvollziehbar.

Mit Partnern gemeinsam zum Erfolg
Controlling der Ziele Wir informieren die Mitglieder über unsere Angebote und geKonstruktive Zusammenarbeit Wir arbeiten auf regionaler, überre-

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Berlin Partner GmbH

reits in Berlin ansässigen Unternehmen. Sieben Unternehmen wurden bei der Sicherung ihres Standorts in Berlin unterstützt. Von insgesamt 596 Arbeitsplätzen konnten dort 505 gesichert werden. Der Außenwirtschaftsbereich von Berlin Partner organisierte insgesamt zwölf Gemeinschaftsstände auf großen Messen, unter anderem auf der BIO in Chicago als weltweit wichtigste Messe der Biotechnologie und auf der Schienenverkehrsmesse InnoTrans in Berlin. Weitere Höhepunkte waren die Reisen Berliner Wirtschaftsdelegationen und damit verbundene Standortpräsentationen in die Vereinigten Arabischen Emirate zur Arab Health im Januar und zur EXPO 2010 nach Shanghai im Mai. Die Imagekampagne be Berlin erregte Aufsehen mit der Verkleidung der Siegessäule mit den überlebensgroßen Porträts von 204 engagierten Berlinern, organisierte „Berlin Days“ in China und London und lud in drei deutschen Großstädten zum Public Viewing mit den Berliner Philharmonikern. Die Industriekampagne „future made in berlin“ startete im September mit der Unterstützung von zwölf privaten Unternehmen. René Gurka, Geschäftsführer der Berlin Partner GmbH: „Berlin Partner ermöglicht Wachstum. Wir sehen uns als Unterstützer und Ermöglicher, knüpfen Netzwerke, ergreifen Initiativen für ein besseres Image und mehr Wachstum Berlins. Anders als klassische Wirtschaftsförderungen können wir dabei auf starke Partner in Wirtschaft und Wissenschaft bauen. Das hilft uns bei zukunftsträchtigen Projekten wie zum Beispiel der neu gegründeten Berliner Agentur für Elektromobilität eMO.“

BGZ
Berliner Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit mbH

Partnerorganisationen
Berlin wächst, Berlin Partner unterstützt Die Berlin Partner GmbH hat ihre Bilanz in Unternehmensservice, Außenwirtschaftsförderung und Hauptstadt-Marketing für das Jahr 2010 vorgelegt. Im ablaufenden Jahr haben sich mit Unterstützung von Berlin Partner 105 Unternehmen in Berlin neu angesiedelt oder ihren existierenden Standort erweitert. Sie wollen 4.540 neue Arbeitsplätze schaffen und 247 Millionen EUR investieren. Zählt man die sieben Projekte hinzu, die Berlin Partner gemeinsam mit der ZukunftsAgentur Brandenburg ZAB erfolgreich im Nachbarland betreut hat, sind es 112 Unternehmen mit 4.777 Arbeitsplätzen und 298 Millionen Euro Investitionssumme. Damit hat Berlin Partner seine Arbeitsplatzbilanz gegenüber dem Krisenjahr 2009 mehr als verdoppelt. Damals kamen 77 Unternehmen mit 2.020 Arbeitsplätzen nach Berlin. Der Bereich Unternehmensansiedlung wurde zum Unternehmensservice und bietet jetzt nicht nur Unterstützung für neu nach Berlin kommende Unternehmen, sondern auch für bereits in der Stadt ansässige. In enger Zusammenarbeit mit den Bezirksämtern und weiteren Servicepartnern kann Berlin Partner auf diese Weise mehr Wirtschaftsförderung anbieten. Der Anteil am Gesamtergebnis kann sich sehen lassen: 1.589 neue Arbeitsplätze entstehen durch Expansion von 42 be-

Die BGZ Berliner Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit mbH ist eine gemeinnützige Berliner Gemeinschaftseinrichtung von Wirtschaft und Staat zur Umsetzung von Projekten der internationalen Zusammenarbeit. Träger sind das Land Berlin und die Handwerkskammer Berlin. Seit 1985 hat die BGZ rund 80 Projekte mit Beteiligung des Berliner Handwerks erfolgreich durchgeführt. Allein in den letzten Jahren waren mehr als 700 Vertreter von KMU Begünstigte dieser Projekte. Auch 2010 gab es für die BGZ wieder einen Preis: Das Projekt „Awareness for Fairness erhielt den „World Aware Education Awards 2010“ für herausragende Beiträge zum globalen Lernen. Im Jahr 2010 wurden mit Beteiligung der Handwerkskammer und Berliner Innungen folgende Projekte umgesetzt: Das Projekt „Ko-Transfer“ erarbeitete Materialien zum effizienten Umgang mit Energieressourcen, die in der Aus- und Weiterbildung eingesetzt werden. Das Projekt „Berufe Global – Zukunftsfähig Arbeiten in einer globalisierten Welt“ entwickelte Strategien, die in der handwerklichen Berufsausbildung nachhaltig verankert werden können und die die sozialen und interkulturellen Kompetenzen von Auszubildenden stärken. Im Mobilitätsprojekt Projekt „3F for Future – Fotografen-, Fleischerund Friseurhandwerk in Koopera-

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Partnerorganisationen

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tion mit Polen“ nahmen bislang 24 Innungsvertreter an Erfahrungsaustauschen in Polen teil. Schwerpunkte waren die Gestaltung zukunftsorientierter Bildungsgänge und die Sicherung des Fachkräftenachwuchses. Im Projekt „Einsatz Berlin“ wird ein neuer zweistufiger Zugangsweg zur Berliner Feuerwehr erprobt für Jugendliche mit Mittlerem Schulabschluss ohne abgeschlossene Berufsausbildung. Im März und September starteten die geplanten zwei Durchgänge der handwerklich-technischen Grundqualifizierung (1. Stufe) im BIZWA mit insgesamt 28 Jugendlichen, darunter fünf mit Migrationshintergrund. Ein 3. Probelauf ist für 2011 vorgesehen. Gemeinsam mit der Handwerkskammer Berlin führte die BGZ ein Speed-Dating durch, um geeignete Jugendliche, die keinen Platz in „Einsatz Berlin“ erhalten haben, in Berliner Handwerksbetriebe zu vermitteln. Im Rahmen von „Leonida“ bekommen Jugendliche aus den Bauberufen Gelegenheit zu einem mehrmonatigen Auslandspraktikum. Ihre Weiterbildung im BIZWA basiert auf Modulen, die im Projekt „Umbau & Co“ entwickelt wurden und für das die BGZ 2009 den Leonardo-Innovationspreis erhalten hat.

Erfolg ihrer rund 260.000 Mitgliedsunternehmen, für die Entwicklung des Wirtschaftsstandortes und das Gemeinwohl der deutschen Hauptstadt. Basis des Handelns ist die marktwirtschaftliche Ordnung. Dabei ist die IHK Berlin unabhängig von parteipolitischen oder Einzelinteressen aktiv. Bei der Erfüllung ihrer Aufgaben arbeitet die IHK Berlin eng mit anderen Verbänden und Institutionen zusammen, z. B. mit der Handwerkskammer Berlin. Die IHK Berlin ist das effektive Netzwerk der Berliner Wirtschaft, getragen von 500 ehrenamtlich tätigen Unternehmern in Vollversammlung, Präsidium, Ausschüssen und Arbeitskreisen und rund 3.500 ehrenamtlichen Prüfern. Als unternehmerische Organisation ersetzt die IHK Berlin staatliche Verwaltung durch Eigeninitiative, und als kraftvolle Stimme gegenüber der Politik macht sie sich für beste wirtschaftliche Rahmenbedingungen für die Unternehmen stark. Zudem unterstützt die IHK Berlin mit ihren rund 200 Fachleuten die Mitglieder durch eine Vielzahl von Services und Leistungen, ohne in Konkurrenz zu Unternehmen zu treten. Als unabhängiger Anwalt des Marktes setzt sich die IHK Berlin für einen fairen Wettbewerb ein. Sie entlastet den Staat durch selbst organisierte und selbst finanzierte öffentliche Aufgaben, zum Beispiel bei der beruflichen Bildung oder der Förderung des Exports. Als kritischer und konstruktiver Partner der Politik fordert sie unternehmerische Freiräume, wo staatliche Tätigkeit die Unternehmen behindern. Und als kundenorientierte Dienstleisterin steht die IHK Berlin ihren Mitgliedsunternehmen mit Rat und Tat zur Seite, fördert zum Beispiel Inno-

vationen, Existenzgründungen und den Ausbau von nationalen und internationalen Netzwerken.

IKK
Die Innungskrankenkasse

Brandenburg und Berlin 2010 Bereits im Februar 2010 trennten sich gesundheitspolitisch „Spreu und Weizen“: Erste, teilweise namhafte große Krankenkassen mussten einen Zusatzbeitrag von ihren Versicherten erheben und läuteten damit einen Paradigmenwechsel im Gesundheitswesen ein. Viele Versicherte reagierten prompt und wechselten zu Tausenden die Kasse. Die beitragsstabile Innungskrankenkasse Brandenburg und Berlin (IKK) profitierte von diesem Trend umgehend und startete über Monate hinweg eine beispiellose Mitgliedergewinnung. Zum Ende des Jahres hatten sich rund 13.000 Neukunden per Wahlerklärung für die IKK entschieden. In den Statistiken konnten bis Dezember nach Abzug üblicher Fluktuationen rund 7.000 neue Mitglieder verbucht werden. Demnach betreut die IKK inzwischen wieder 209.000 Versicherte und erhöhte so ihren Bestand um überaus erfreuliche 4,04 Prozent, eine der höchsten Zuwachsraten 2010 in der Region. Sehr positiv waren auch die Effekte für die mittelfristige finanzielle Stabilität der Kasse, da sich 2010 die Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds und dem morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA) ebenfalls günstig entwickelten und so der IKK eine solide

Planungsgrundlage bis mindestens 2012 verschafften. Entsprechend selbstbewusst präsentierte sich die IKK am regionalen Markt, garantiert inzwischen „Kein Zusatzbeitrag bis 2012“ und setzt ganz bewusst auch künftig auf ihren Status als eigenständige regionale Krankenkasse. Gegenüber den Versicherten punktete die IKK 2010 mit einer ganzen Palette an Leistungen, Services und Extras, zugeschnitten auf definierte Kundengruppen, zum Beispiel Familien mit Kindern, Gesundheitsbewusste jenseits der Fünfzig oder interessierte Betriebe. Dazu gehörte aus Sicht des Berliner Handwerks unter anderem ein neu entwickeltes IKK-Fortbildungsangebot für Ausbilder, das in Kooperation mit der Handwerkskammer auf Basis der IKK-Studie „Ausbildung und Gesundheit im Handwerk“ die Kommunikation zwischen Betrieb und Auszubildenden verbessern hilft. Mit diesen und ähnlichen Angeboten unterstützt die IKK bei wachsendem Fachkräftemangel das Handwerk auch künftig dabei, Auszubildende zu gewinnen und sie dauerhaft an das Handwerk zu binden.

eigenen Kapazitäten nicht ausreichen bzw. Potenziale besser durch einen externen Partner erschlossen werden können. Die TSB Innovationsagentur begleitet den gesamten Innovationsprozess bei Produkten, Unternehmensabläufen und -strukturen vermittelt Kooperationen und koordiniert innovative Verbundvorhaben organisiert den Wissenstransfer aus der Berliner Wissenschaftslandschaft in KMU sowie Handwerksbetriebe berät bei der Realisierung und Nutzung von Patenten unterstützt Betriebe bei der Erschließung von Finanzierungsquellen für Innovationsvorhaben berät KMU bei der zielgerichteten Nutzung von Internet-Technologien im Unternehmen und zur Erschließung von Märkten organisiert Fachveranstaltungen rund um die Themen Wissens- und Technologietransfer. Daneben bietet die TSB Innovationsagentur mit ihren strategischen Initiativen ein besonderes Dienstleistungsangebot und vernetzt damit Wissenschaft und Wirtschaft in den Technologiefeldern Biotechnologie, Medizintechnik, Informations- und Kommunikationstechnologie, Optische Technologien, Energietechnik sowie Verkehr und Mobilität in Berlin und Brandenburg. Die TSB Innovationsagentur ist eine Tochter der gemeinnützigen TSB Technologiestiftung Berlin (TSB). Durch Mandate im Kuratorium der TSB und im Aufsichtsrat der TSB Innovationsagentur ist die Handwerkskammer aktiv in die Arbeit beider Einrichtungen einbezogen. Auch im vergangenen Jahr unterstützte die TSB Innovationsagentur die Handwerkskammer Berlin beispielsweise mit ihrem

Dienstleistungsangebot im Bereich des Informationsservices durch: Beschaffung von wirtschaftsrelevanten Informationen aus Online-Datenbanken Betreuung der Recherchen im Remote-Betrieb Informationsbeschaffung über das World Wide Web.

Versorgungswerke
Versorgungswerke werden von Handwerksbetrieben geschätzt, da sie günstige Möglichkeiten zur finanziellen Absicherung des Inhabers, deren Familienangehörigen und dem Personal bieten. Unter dem Dach der Handwerkskammer Berlin sind zwei Versorgungswerke angesiedelt: das „Versorgungswerk des Handwerks im Bezirk der Handwerkskammer Berlin e.V.“ und das „Versorgungswerk des Handwerks und des handwerksähnlichen Gewerbes im Bezirk der Handwerkskammer Berlin e.V.".

TSB

IHK Berlin

Die Industrie- und Handelskammer zu Berlin (IHK) vertritt die Gesamtinteressen von Industrie, Handel und Dienstleistungen gegenüber der Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit. Sie macht sich stark für den

Innovationen sichern die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe. Mit dem Anspruch, Innovationen zu beschleunigen, unterstützt die TSB Innovationsagentur Berlin GmbH kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie Handwerksbetriebe beim Management betrieblicher Innovationsprozesse, wenn die

Das „Versorgungswerk des Handwerks im Bezirk der Handwerkskammer Berlin e.V.“ kooperiert mit der Inter-Versicherung. Diese wurde im Jahre 1910 in der Berliner Handwerkskammer als „Versicherungsanstalt Ostdeutscher Handwerkskammern zu Berlin” gegründet. Sie ist dem Handwerk bis heute eng verbunden. Ende 2010 betreute dieses Versorgungswerk 1.542 Verträge in der Gruppen-Lebensversicherung sowie 497 Verträge in der Gruppenunfallversicherung.

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Partnerorganisationen

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Im Berichtsjahr wurden hierbei von der Inter Lebensversicherung insgesamt fast 2,5 Millionen EUR als Versicherungsleistungen in Form einer laufenden Rente oder einer Kapitalleistung an die Mitglieder ausbezahlt. Hervorzuheben ist, dass im Jahr 2010 sechs Berliner Innungen ihre Verbundenheit durch ihre Mitgliedschaft im Versorgungswerk gezeigt haben. Geschäftsführer des Versorgungswerks ist Diplom-Kaufmann Frank-Thomas Raabe, der als leitender Mitarbeiter bei der Handwerkskammer beschäftigt ist. Das Amt des Vorsitzenden des Versorgungswerkes übt weiterhin Assessor Rüdiger Thaler aus, der zugleich zum Geschäftsführer der Landesinnung des Dachdeckerhandwerks Berlin berufen ist. Weitere Mitglieder des Vorstandes sind die Geschäftsführerin der Fotografen-Innung Berlin, Frau Heide-Christel Schumann und der Obermeister der Tischler-Innung Berlin, Herr Frank-Michael Niehus.

Das Versorgungswerk begleitete eine Vielzahl von Vorhaben der Handwerkskammer und der Innungen. So wurden beispielsweise die Freisprechungsfeiern verschiedener Innungen, das Sommerfest der Innung des Kraftfahrzeuggewerbes Berlin, das Hoffest der Innung für Metall und Kunststofftechnik Berlin und die Meisterfeier der Handwerkskammer Berlin unterstützt. Das Amt des Vorsitzenden dieses Versorgungswerk übt Herr Erwin Kostyra, der zugleich Vizepräsident der Handwerkskammer und Obermeister der Innung für Metall und Kunststofftechnik Berlin ist, aus. Stellvertreter ist Herr Thomas Lundt, Obermeister der Innung des Kraftfahrzeuggewerbes Berlin. Weitere Vorstandsmitglieder sind Frau Carola Zarth und Herr Anselm Lotz, die ebenfalls in dieser Innung ehrenamtlich tätig sind, sowie Herr Peter Schmitz, Geschäftsführer der Konditoren-Innung Berlin. Vorstandsmitglied ist schließlich noch der Geschäftsführer der Innung des Kraftfahrzeuggewerbes Berlin, Herr Dieter Rau, der weiterhin die Geschäftsführung des Versorgungswerkes innehat. Das Amt des Rechnungsprüfers hat Herr Dirk Kämmer, der sich ehrenamtlich in der Maler- und Lackiererinnung Berlin engagiert, übernommen.

Verein zur Förderung der beruflichen Bildung Berlin e.V. (vfbb)

Beitragssätze und Mitgliederbestand der Innungskrankenkasse – IKK Brandenburg und Berlin (Regionaldirektion Berlin)
Beitragssatz allgemein % 1. Januar 2010 ermäßigt % Umlagesatz U1 % U2 % Erstattungssatz U1 / U2 % Mitglieder gesamt davon Rentner

Der Verein zur Förderung der beruflichen Bildung Berlin e.V. (vffb) wurde 1986 von der IHK und sechs Arbeitgeberverbänden und Innungen gegründet. Seit Anfang 1992 sind die Handwerkskammer Berlin, die Industrie- und Handelskammer Berlin und die Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg e.V. die Mitglieder des Vereins. In der Mitgliederversammlung am 7. Mai 2010 wurde der Verband der freien Berufe (VFB) als weiteres Mitglied aufgenommen. Mit einer Satzungsänderung wurden die Ziele des Vereins neu formuliert und den aktuellen Anforderungen der beruflichen Bildung angepasst. Der Verein hat nun die Aufgabe, die berufliche Bildung zu fördern. Dies geschieht durch die Unterstützung der Berufs- und Studienorientierung, insbesondere durch Übernahme und Durchführung von Projekten im Zusammenhang mit dem Dualen Lernen in allgemeinbildenden Schulen. Am 30. September 2010 wurde dies mit der Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung zwischen dem VFB und der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung besiegelt, die die Einrichtung einer gemeinsamen Servicestelle „Duales Lernen“ für Betriebe und Schulen festschreibt. Ein erster Auftrag war die Einrichtung der Internetseite www.dualeslernen.de, die Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern über die Angebote der Wirtschaft zur Berufsorientierung informiert.

14,9

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64.658

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1. Januar 2011 (einheitlicher Beitrag für alle Krankenkassen) 15,5 Trägerinnungen 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. Augenoptiker-Innung Berlin Bäcker-Innung Berlin Baugewerksinnung Berlin/ Fachgemeinschaft Bau Boots- und Schiffbauer-Innung Berlin-Brandenburg Elektro-Innung Berlin – Landesinnung für Elektrotechnik Fleischer-Innung Berlin/Fleischerverband BerlinBrandenburg Focon – Innung der Berufsfotografen BerlinPotsdam-Frankfurt/Oder-Magdeburg-Potsdam Friseur-Innung Berlin Fuhrgewerbe-Innung Berlin e. V. Galvaniseur-Innung Berlin-Brandenburg-Dresden Gebäudereiniger-Innung Berlin Glaser-Innung Berlin Gold- und Silberschmiede-Innung Berlin Hotel- und Gaststättenverband Berlin e. V. Innung des Berliner Taxigewerbes e. V. Fachgruppe Kachelofen- u. Luftheizungsbauer der Innung f. Sanitär-, Heizungs- u. Klimatechnik Berlin Innung des Kraftfahrzeuggewerbes Berlin Innung für Metall- und Kunststofftechnik Berlin Innung für Orthopädie-Schuhtechnik Berlin 20. 21. 22. 23. 24. 25. Karosserie- und Fahrzeugbauer-Innung Berlin Konditoren-Innung Berlin Kürschner-Innung Berlin Landesinnung des Dachdeckerhandwerks Berlin Landesinnung für Orthopädietechnik BerlinBrandenburg Maler- und Lackiererinnung Berlin, Farbe, Gestaltung, Bautenschutz, Fachgruppe Schilderund Lichtreklamehersteller Maßschneider-Innung Berlin Landesinnung für Informationstechnik Berlin Raumausstatter- und Sattler-Innung Berlin Schornsteinfeger-Innung in Berlin Schuhmacher-Innung Berlin Steinmetz- und Bildhauer-Innung Berlin Textilreiniger-Innung Berlin-Brandenburg Tischler-Innung Berlin Uhrmacher-Innung Berlin-Frankfurt/Oder-Potsdam Zahntechniker-Innung Berlin-Brandenburg Zweiradmechaniker-Innung Berlin Kälteanlagenbauer-Innung Berlin-Brandenburg Landesinnung für Informationstechnik Berlin 14,9 2,4 0,4 70 / 100 67.236 20.112

Eines der ältesten Berliner Versorgungswerke ist das „Versorgungswerk des Handwerks und des handwerksähnlichen Gewerbes im Bezirk der Handwerkskammer Berlin e. V." Auch dieses Versorgungswerk steht allen Handwerksbetrieben offen. Es arbeitet eng mit der Signal Iduna zusammen. Die Produktpalette wird hierbei ständig erweitert und dem gestiegenen Absicherungsbedarf der Betriebe als auch der unmittelbaren Absicherung des jeweiligen Inhabers angepasst. Im Gegenzug wurden die Einnahmen des Versorgungswerkes weiter gesteigert.

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Innungen und Einrichtungen Innungen 1. Augenoptiker-Innung Berlin OM Frau Brandt Apostel-Paulus-Str. 12, 10825 Berlin Tel.: 7 82 60 24, Fax: 7 82 40 37 E-Mail: info@aoi-berlin.de Internet: www.aoi-berlin.de 2. Bäcker-Innung Berlin OM Blauert, Gf. Junker Kärntener Str. 8, 10827 Berlin Tel.: 78 79 79-0, Fax: 7 88 15 10 E-Mail: info@baecker-berlin.de Internet: www.baecker-berlin.de 3. Baugewerks-Innung Berlin OM Müller, Gf. RA Wenkel Nassauische Str. 15, 10717 Berlin Tel.: 86 00 04-0, Fax: 86 00 04 12 E-Mail: info@baugewerks-innung.de Internet: www.baugewerks-innung.de 4. Boots- u.Schiffbauer-Innung Berlin-Brandenburg i. L. Brassenpfad 53, 12557 Berlin Tel./Fax: 6 51 50 99 5. Buchbinder-Innung Berlin-Brandenburg OM Frau Tiemeyer, Gf. Ing. (grad.) Linnardi Am Schillertheater 2, 10625 Berlin Tel.: 3 02 20 21, Fax: 3 01 40 21 E-Mail: innung@buchbinder-innung-bb.de Internet: www.buchbinder-innung-bb.de 6. Landesinnung des Dachdeckerhandwerks Berlin OM Mann, Gf. Ass. Thaler Nicolaistr. 5 + 7, 12247 Berlin Tel.: 7 71 00 70/ 76 71 58-0, Fax: 7 71 70 86 E-Mail: info@berliner-dachdecker.de Internet: www.berliner-dachdecker.de 7. Drucker-Innung Berlin-Brandenburg OM Pohl, Gf. Ing. (grad.) Linnardi Am Schillertheater 2, 10625 Berlin Tel.: 3 02 20 21, Fax: 3 01 40 21 E-Mail: verband@vdmbb.de 8. Elektro-Innung Berlin – Landesinnung für Elektrotechnik OM Joschko, Gf. Dipl.-Volksw. Rehlinger Wilhelminenhofstr. 75, 12459 Berlin Tel.: 85 95 58-0, Fax: 85 95 58 88 E-Mail: mail@eh-bb.de Internet: www.elektroinnungberlin.de 9. Fleischer-Innung Berlin OM Gerlach, Gf. Stock Beusselstr. 44 n - q, 10553 Berlin Tel.: 3 96 40 81, Fax: 3 96 88 48 E-Mail: stock@fleischer-innung-berlin.de Internet: www.fleischer-innung-berlin.de 10. FOCON - Innung der Fotografen Berlin Frankfurt (Oder) - Magdeburg - Potsdam OM Schumann, Gf. Frau Schumann Württembergallee 31, 14052 Berlin Tel./Fax: 2 04 37 88 E-Mail: info@focon.net 11. Friseur-Innung Berlin OM Kopatz, Gf. Feix Konstanzer Str. 25, 10709 Berlin Tel.: 8 64 70 20, Fax: 8 61 20 19 E-Mail: info@friseurinnung.com Internet: www.friseurinnung.com 12. Galvaniseurinnung Berlin-BrandenburgDresden OM Janke Hohentwielsteig 3, 14163 Berlin Tel.: 80 99 74 - 0, Fax: 80 99 74 - 24 E-Mail: info@galvaniseurinnung.de Internet: www.galvaniseurinnung.de 13. Gebäudereiniger-Innung Berlin OM Frau Kabisch, Gf. Frau Schönenberg Paul-Robeson-Str. 37, 10439 Berlin Tel.: 4 64 41 71/4 45 93 68, Fax: 4 44 84 43 E-Mail: info@gebaeudereiniger-berlin.de Internet: www.gebaeudereiniger-berlin.de

Anhang

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Innungen und Einrichtungen 14. Glaser-Innung Berlin OM Block Alte Jakobstr. 124, 10969 Berlin Tel.: 2 51 02 26, Fax: 2 51 31 57 E-Mail: glaserinnung-berlin.de Internet: www.glaserinnung-berlin.de 15. Gold- u. Silberschmiede-Innung Berlin OM Frau Foryta Obentrautstr. 16 - 18, 10963 Berlin Tel.: 25 90 52 50, Fax: 25 90 52 51 E-Mail: gosi-berlin@web.de Internet: www.goldinnung-berlin.de 16. Landesinnung Informationstechnik Berlin OM Kränzlein, Gf. RA Schramm Köpenicker Str. 148/149, 10997 Berlin Tel.: 6 95 80 56, Fax: 69 58 05 98 E-Mail: post@metallinnung.de Internet: www.informationstechnikerinnung.de 17. Innung für Kälte- und Klimatechnik Berlin-Brandenburg OM Dipl.-Ing. Kleinschmidt Sonnenallee 224 q, 12059 Berlin Tel.: 68 08 55 32, Fax 68 08 55 34 E-Mail: ikkt-bb@t-online.de 18. Karosserie- u. Fahrzeugbauer-Innung Berlin OM Butchereit Berliner Str. 144, 13467 Berlin Tel.: 78 70 34 75, Fax: 78 70 34 76 E-Mail: Karosse-berlin@t-online.de Internet: www.Karosseriebauer-innung.de 19. Konditoren-Innung Berlin OM Spaethe, Gf. Frau Müller-Eckart Weinheimer Str. 13, 14199 Berlin Tel.: 810 55 73 10, Fax: 810 55 73 19 E-Mail: info@berliner-konditoren.de Internet: www.berliner-konditoren.de 20. Innung des Kraftfahrzeuggewerbes Berlin OM Lundt, Gf. Rau Obentrautstr. 16 - 18, 10963 Berlin Tel.: 2 59 05-0, Fax: 2 59 05 100 E-Mail: info@kfz-innung-berlin.de Internet: www.kfz-innung-berlin.de 21. Kürschner-Innung Berlin OM Hoppe Alt-Tempelhof 61, 12103 Berlin Tel./Fax: 75 65 37 53 22. Maler- u. Lackiererinnung Berlin, Farbe Gestaltung Bautenschutz OM Straube, Gf. Frau Dipl.-Kffr. Gustavus Wuthenowstr. 1, 12169 Berlin Tel.: 22 32 86-0, Fax: 22 32 86-20 E-Mail: info@malerinnung-berlin.de Internet: www.malerinnung-berlin.de 23. Maßschneider-Innung Berlin OM Arnulf Kurfürstendamm 46, 10707 Berlin Tel.: 8 83 62 91, Fax: 88 67 72 31 24. Innung f. Metall- und Kunststofftechnik Berlin OM Kostyra, Gf. RA Schramm Köpenicker Str. 148 - 149, 10997 Berlin Tel.: 6 18 20 26 u. 6 95 80 56, Fax: 6 95 80 59 8 E-Mail: post@metallinnung.de Internet: www.metallinnung.de 25. Innung für Orthopädie-Schuhtechnik Berlin OM Zech, Gf. Dipl.-Kfm. Rosin- Lampertius Beusselstr. 27, 10553 Berlin Tel.: 3 96 28 45, Fax: 39 03 57 03 E-Mail: info@os-innung-berlin.de Internet: www.os-innung-berlin.de 26. Landesinnung für Orthopädietechnik Berlin-Brandenburg OM Zimmermann, Gf. Sinell Giesebrechtstr. 7, 10629 Berlin Tel.: 3 98 99 40, Fax. 39 89 94 16 E-Mail: büro@osrbb.de Internet: www.osrbb.de 27. Raumausstatter- und Sattler-Innung Berlin OM Frau Schön, Sitz d. Ig. bei OM Frau Schön Müllerstr. 70 b, 13349 Berlin Geschäftsstelle: Kreishandwerkerschaft Potsdam Hegelallee 15, 14467 Potsdam Frau Manzl Tel.:0331/270 02 31/Fax: 0331/2804-828 E-Mail: buero@berliner-innung.de Internet: www.berliner-innung.de 28. Innung Sanitär Heizung Klempner Klima Berlin OM Hagelgans, Gf. Dr. Rinkenburger Siegmunds Hof 18, 10555 Berlin Tel.: 39 92 69-0, Fax: 39 92 69 99 E-Mail: info@shk-berlin.de Internet: www. shk-berlin.de 29. Schornsteinfeger-Innung in Berlin OM Kirmis, Gf. Frau Ass. Möller Westfälische Str. 87, 10709 Berlin Tel.: 86 09 82-0, Fax: 8 73 11 19 E-Mail: info@schornsteinfeger-berlin.de Internet: www.schornsteinfeger-berlin.de 30. Schuhmacher-Innung Berlin OM Scherler Klingsorstr. 66, 12167 Berlin Tel./Fax: 77 42 750, Internet: www.schuhmacherinnung-berlin.de 31. Steinmetz- und Bildhauer-Innung Berlin OM Hengstmann Alte Jakobstr. 124, 10969 Berlin Tel.: 2 51 02 28, Fax: 2 51 31 57 E-Mail: info@steinmetzinnung-berlin.org Internet: www.steinmetzinnung-berlin.org 32. Textilreiniger Innung Berlin-Brandenburg OM Frau Kröger- Hedenus, Gf. Rimbach Waltraudstr. 25, 14169 Berlin Tel.: 84 71 67 06, Fax: 81 49 95 96 E-Mail: info@textilreiniger-bb.de Internet: www.textilreiniger-bb.de 33. Tischler-Innung Berlin OM Niehus, Gf. Ass. Wilms-Posen Flurweg 5, 12357 Berlin Tel.: 66 93 15 25, Fax: 66 93 15 35 E-Mail: hkh-berlin@tischler.de Internet: www.tischler-berlin.de 34. Uhrmacher-Innung Berlin- Frankfurt/O.-Potsdam OM Boenke Kiefholzstr. 180, 12437 Berlin Tel.: 53 21 48 09, Fax: 53 21 48 10 Internet: www.uhrmacher-innung.de 35. Zahntechniker-Innung Berlin-Brandenburg OM Struck, Gf. Dr. Beck Obentrautstr. 16 - 18, 10963 Berlin Tel.: 3 93 50 36, Fax: 3 93 60 36 E-Mail. info@zibb.de Internet: www.zibb.de 36. Zweiradmechaniker-Innung Berlin, c/o Dölle, OM Klose Fürstenwalder Damm 480, 12587 Berlin Tel./Fax: 64 09 45 44 Innungen Berlin-Brandenburg u. a. mit Sitz außerhalb Berlins 1. Büchsenmacher-Innung NiedersachsenBremen-Berlin OM Kuhlmann, Gf. Dipl.-Kfm. Wendlandt Kreishandwerkerschaft Alfeld Bismarckstr. 7, 31061 Alfeld Tel.: 05181/14 77, Fax: 05181/57 93 E-Mail: info@handwerk-hildesheim-alfeld.de Internet: www.handwerk-hildesheim-alfeld.de 2. Bundesinnung für das Gerüstbauer-Handwerk OM Berger, Gf. Ass. Bünder Rösrather Str. 645, 61107 Köln Tel.: 0221/87 06 00, Fax: 0221/86 44 49 E-Mail: info@geruestbauhandwerk.de Internet: www.geruestbauhandwerk.de Hauptstadtbüro Berlin Beusselstr. 27, 10553 Berlin Tel.: 753 20-85, Fax: 753 20-14

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Innungen Berlin-Brandenburg u. a. mit Sitz außerhalb Berlins 3. Innung Land- und Baumaschinentechnik Berlin und Brandenburg außer Landkreise ElbeElster und Altkreise Luckau und Senftenberg OM Gebhardt, Gf. Lange Sitz: Seelow (Landkreis Märkisch-Oderland) Genshagener Str. 27, 14974 Ludwigsfelde Tel.: 03378/89 30 39, Fax: 03378/89 37 40 E-Mail: info@landtechnik-brandenburg.de 4. Modellbauer-Innung Berlin-Brandenburg OM Dr. Melle, Gf. Dipl.-Ing. Dobrowolski Kreishandwerkerschaft Oder-Spree Wriezener Str. 61 a, 15517 Fürstenwalde Tel.: 03361/3 21 83 oder -3 52 35, Fax: 03361/34 27 04 E-Mail: dobrowolski@kreishandwerkerschaftoder-spree.de Internet: www.kreishandwerkerschaft-oder-spree.de 5. Innung der Musikinstrumentenbauer der Länder Brandenburg, Berlin, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern OM Schuke, Gf. Frau Dipl.-Ing. oec. Rehfeldt, Kreishandwerkerschaft Barnim, Hauptgeschäftsstelle Eberswalde Freienwalder Str. 44/46, 16225 Eberswalde Tel.: 03334/2 56 90, Fax: 03334/25 69 16 E-Mail: gf-innung@kh-barnim.de Internet: www.kh-barnim.de 6. Innung Parkett und Fußbodentechnik Nordost OM Barth August-Bebel-Str. 28, 06108 Halle Tel.: 0345/2 02 38 33, Fax: 0345/2 98 46 99, E-Mail: Innung_Nordost_Parkettfubotech@t-online.de 7. Landesinnung des Töpfer- und Keramikerhandwerks Berlin-Brandenburg OM Ludwig Wiesenburger Str. 2, 14828 Görzke Tel.: 033847/4 02 65, Fax: 033847/9 09 70 E-Mail: info@toepferei-ludwig.de Weitere Handwerksorganisationen 1. Fachverband Rollladen Sonnenschutz Berlin / Brandenburg e. V. Vors. Coßmann, Gf. RA Hager Schlüterstr. 28, 10629 Berlin Tel.: 3 27 60 40, Fax: 32 76 04 56 E-Mail: info@kanzlei-hager.de Internet: www.rollladen-berlin.de 2. RAL Gütegemeinschaft für Holzschutz und Bautenschutz e. V. Vors. Rudolphi Mulackstr. 19, 10119 Berlin Tel.: 28 88 45 40, Fax: 28 88 45 45 Internet: www.holzschutz-und-bautenschutz.de 3. Bestatter-Innung von Berlin und Brandenburg e. V. OM Kußerow Köpenicker Str. 17, 12524 Berlin Tel.: 6 86 80 38, Fax: 6 87 07 49

Vorsitzende der Gesellenausschüsse bei den Berliner Innungen

Handwerk Augenoptiker Bäcker Bau Boots- u. Schiffbauer i. L. Buchbinder Dachdecker Drucker Elektro Fleischer Fotografen Friseure Galvaniseure Gebäudereiniger Glaser Goldschmiede Informationstechniker Kälteanlagenbauer Karosseriebauer Konditoren Kraftfahrzeuggewerbe Kürschner Maler u. Lackierer Maßschneider Metall- u. Kunststofftechnik Orthopädie-Schuhtechnik Orthopädietechnik Raumausstatter Sanitär- u. Heizungstechnik Schornsteinfeger Schuhmacher Steinmetze u. Bildhauer Textilreiniger Tischler Uhrmacher Zahntechniker Zweiradmechaniker

Name des Altgesellen v. Handorff, Anja Niesel, Wolf-Peter Schulz, Axel entfällt Baur, Guido Böck, Thomas Wiedecke, Mike Weihe, Dieter Erchinger, Jörg Rilz, Andreas Arapoglu, Jannis Ates, Gökhan Röwer, Andreas Block, Sabrina Fudeus, Marius Seemann, Michael Herold, Reinhardt Hauser, Hartmut Drews, Thomas Schmidt, Bernd Kreichelt, Claudia Berlin, Karsten Franke, Christa Jensch, Daniel Schwan, Frank Weinhold, Louisa Kravutschke, Kai Lorenz, Kirsten Gedamke, Ronny Schäcke, Thomas Wolski, Horst Görke, Silke Puhlmann, Dietmar Schröter, Karl-Heinz Trute, Jens Brandt, Robert

Anschrift 10627 Berlin, Kantstr. 82 14167 Berlin, Kilstetter Str. 35 A 10247 Berlin, Gürtelstr. 32 B entfällt 14612 Falkensee, Leinestr. 18 12247 Berlin, Langkofelweg 3 A 16356 Seefeld-Löhme, Siedlerweg 59 F 10783 Berlin, Steinmetzstr. 62 16244 Finowfurt, Üdersee Nord 246 12277 Berlin, Belßstr. 32 H 10781 Berlin, Winterfeldtstr. 5 12353 Berlin, Löwensteinring 17 16552 Schildow, Am Lärchensteig 95 14199 Berlin, Breite Str. 11 12305 Berlin, Kettinger Str. 105 14621 Schönwalde Glien OT Pausin, An der Eichheide 13 13156 Berlin, Altenberger Weg 2 13591 Berlin, Seegefelder Weg 441 14979 Großbeeren, An den Buchen 36 13127 Berlin, Nisbléstr. 13 A 12247 Berlin, Corneliusstr. 8 A 12524 Berlin, Rapunzelstr. 21 10629 Berlin, Mommsenstr. 68 A 12099 Berlin , Kaiserin-Augusta-Str. 80 13403 Berlin, Kögelstr. 14 10781 Berlin, Goltzstr. 37 13467 Berlin , Klaushager Weg 18 10785 Berlin, Lützowstr. 20 10437 Berlin, Hiddenseer Str. 12 12105 Berlin, Königstr. 5 12049 Berlin, Leinestr. 56 12689 Berlin, Rabensteiner Weg 7 12053 Berlin, Ilsestr. 9 14612 Falkensee, Bornimer Str. 13 A 10825 Berlin, Erfurter Str. 17 12489 Berlin, Zinsgutstr. 45

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Berufsbildungsausschuss I der Handwerkskammer Berlin
(Amtszeit vom 01. September 2009 bis zum 31. August 2014) Mitglieder Arbeitgeber Carsten Joschko (Elektroinstallateurmeister), Karlfried Hesse (Zahntechnikermeister), Anselm Lotz (Kfz-Techniker), Rafik-Rolf Amrouche (Maler- und Lackierermeister), Karsten Berning (Bäckermeister), Jan Kopatz (Friseurmeister) Stellvertreter Arbeitgeber Burkhard Stelse (Augenoptikermeister), Werner Christ (Schornsteinfegermeister), Erwin Kostyra (Metallbauermeister), Jörg Arras (Tischlermeister), Joachim Barth (Parkettlegermeister), Andreas Siewert (Glasermeister) Mitglieder Arbeitnehmer Heidelind Jockel (Gewerkschaftssekretärin der DGB-Region Berlin und des DGB Berlin-Brandenburg), Burkhard Bildt (Gewerkschaftssekretär), Uwe Borck (Dipl.-Betriebswirt (VWA), Fachbereichsleiter II Ver.di), Dieter Marzahn (Kachelofen- und Luftheizungsbauer), Wolf-Peter Niesel (Bäcker), Sven Eichhorn Stellvertreter Arbeitnehmer Joachim Fichtner (Kfz-Technikermeister, Betriebswirt des Handwerks), Frank Bielecke (Maler- und Lackierermeister), Jürgen Stahl (Gewerkschaftssekretär), Michael Bormann (Branchensekretär IG BAU), Karsten Berlin (Maler und Lackierer), Daniel Wucherpfennig (Bezirksjugendsekretär) Mitglieder Lehrer Dagmar Kuhlich (Oberschulrätin), Dr. Hartmut Köpf (Studiendirektor), Hans-Eckhard Stute (Oberstudiendirektor), Reinhard Gubi (Studiendirektor), Gertraude Anders (Studiendirektorin), Peter Mibus (Oberstudiendirektor) Stellvertreter Lehrer Detlev Kramer (Oberstudiendirektor), Peter Michael Rulff (Oberstudiendirektor), Holger Sonntag (Oberstudiendirektor), Maren Baldeweg (Oberstudiendirektorin), Monika Mayer (Oberstudiendirektorin), Sabine Schmidt (Oberschulrätin)

Berufsbildungsausschuss II der Handwerkskammer Berlin
(Amtszeit vom 01. September 2009 bis zum 31. August 2013) Mitglieder Arbeitgeber Nikolaus Junker (Geschäftsführer), Martin Stock (Geschäftsführer), Roland Bank (Baugewerks-Innung), Ass. Peter Wilms-Posen (Geschäftsführer), Detlef Pfeil (Innung Sanitär Heizung Klempner Klima), Erika Schönenberg (Geschäftsführerin) Stellvertreter Arbeitgeber Ass. Ruediger Thaler (Geschäftsführer), Dipl.-Kff. Julia Gustavus (Geschäftsführerin), Martin Sinell (Geschäftsführer), Rüdiger Kußerow (Bestatter-Innung), Christina Kröger-Hedenus (Textilreiniger-Innung), Charles Partzsch (Raumausstattermeister) Mitglieder Arbeitnehmer Heidelind Jockel (Gewerkschaftssekretärin der DGB-Region Berlin und des DGB Berlin-Brandenburg), Karsten Berlin (Maler und Lackierer), Frank Bielecke (Maler- und Lackierermeister), Jürgen Stahl (Gewerkschaftssekretär), Dieter Weihe, Daniel Wucherpfennig (Bezirksjugendsekretär) Stellvertreter Arbeitnehmer Joachim Fichtner (Kfz-Technikermeister, Betriebswirt des Handwerks), Wolf-Peter Niesel (Bäcker), Burkhard Bildt (Gewerkschaftssekretär), Dieter Marzahn (Kachelofen- und Luftheizungsbauer), Carsten Fiebig (Karosserie- und Fahrzeugbauer), Uwe Borck (Dipl.-Betriebswirt (VWA), Fachbereichsleiter II Ver.di) Mitglieder Lehrer Dagmar Kuhlich (Oberschulrätin), Dr. Hartmut Köpf (Studiendirektor), Hans-Eckhard Stute (Oberstudiendirektor), Reinhard Gubi (Studiendirektor), Gertraude Anders (Studiendirektorin), Peter Mibus (Oberstudiendirektor) Stellvertreter Lehrer Detlev Kramer (Oberstudiendirektor), Peter Michael Rulff (Oberstudiendirektor), Holger Sonntag (Oberstudiendirektor), Maren Baldeweg (Oberstudiendirektorin), Monika Mayer (Oberstudiendirektorin), Sabine Schmidt (Oberschulrätin)

Ausschuss für Gewerbeförderung und Innovation
gewählt am 20. April 2009 (für 5 Jahre bis 2014) Mitglieder Vorsitzender: Hans-Günter Hagelgans (Zentralheizungs- und Lüftungsbauermeister) Meisterbeisitzer Michael Geisler (Raumausstattermeister) Carsten Joschko (Elektroinstallateurmeister) Frank-Michael Niehus (Tischlermeister) Gesellenbeisitzer Günter Johannes (Kraftfahrzeugmechaniker) Thomas Stulz (stellv. Vorsitzender) (Heizungsmonteur) Stellvertreter – Meisterbeisitzer Kurt Berning (Bäckermeister) Ralf Koch (Metallbauermeister) Anselm Lotz (Kraftfahrzeugtechniker) Carola Zarth (Kraftfahrzeugtechnik - Betriebswirtin) Stellvertreter – Gesellenbeisitzer Peter Gau (Maurer) Henry Schmidt (Maler und Lackierer)

Rechnungsprüfungsausschuss
gewählt in der Vollversammlung am 27. April 2009 (für 5 Jahre bis 2014) Mitglieder Meisterbeisitzer: Hartmut Spaethe (Konditormeister) Burkhard Stelse (Augenoptikermeister) Gesellenbeisitzer: Olaf Sauer (Kfz-Technikermeister) Stellvertreter Meisterbeisitzer: Joachim Barth (Parkettlegermeister) Werner Christ (Schornsteinfegermeister) Gesellenbeisitzer: Sabrina Block (Glaserin)

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Betriebsbestand Anlage A -Verzeichnis der Gewerbe, die als zulassungspflichtige Handwerke betrieben werden können
Handwerk Bestand am 31.12.2009 Augenoptiker Bäcker Boots- und Schiffbauer Brunnenbauer Büchsenmacher Chirurgiemechaniker Dachdecker Elektromaschinenbauer Elektrotechniker Feinwerkmechaniker Fleischer Friseure Gerüstbauer Glasbläser u. Glasapparatebauer Glaser Hörgeräteakustiker Informationstechniker Installateur u. Heizungsbauer Kälteanlagenbauer Karosserie- u. Fahrzeugbauer Klempner Konditoren Kraftfahrzeugtechniker Landmaschinenmechaniker Maler und Lackierer Maurer und Betonbauer Metallbauer Ofen- und Luftheizungsbauer Orthopädieschuhmacher Orthopädietechniker Schornsteinfeger Seiler Steinmetzen u. Steinbildhauer Straßenbauer Stuckateure Tischler Vulkaniseure u. Reifenmechaniker Wärme-, Kälte- u. Schallschutzisolierer Zahntechniker Zimmerer Zweiradmechaniker zusammen 348 178 22 23 3 3 404 37 2.063 285 137 2.331 133 8 198 46 270 1.912 64 76 98 58 1.252 4 1.358 1.398 709 50 44 56 219 2 84 148 65 733 18 49 363 159 94 15.502 Eintragungen Löschungen Bestand am vom 01.01. – 31.12.2010 11 8 1 1 0 2 27 0 81 9 10 248 10 0 5 6 15 99 6 7 10 7 86 2 96 171 27 1 4 4 9 0 4 9 7 37 0 5 18 12 8 1.063 20 15 4 2 0 1 31 1 126 16 17 215 17 1 10 4 20 115 7 5 13 6 106 0 125 215 35 4 4 6 9 0 5 13 7 56 1 1 12 23 4 1.272 31.12.2010 339 171 19 22 3 4 400 36 2.018 278 130 2.364 126 7 193 48 265 1.896 63 78 95 59 1.232 6 1.329 1.354 701 47 44 54 219 2 83 144 65 714 17 53 369 148 98 15.293 Veränderung absolut -9 -7 -3 -1 0 1 -4 -1 -45 -7 -7 33 -7 -1 -5 2 -5 -16 -1 2 -3 1 -20 2 -29 -44 -8 -3 0 -2 0 0 -1 -4 0 -19 -1 4 6 -11 4 -209 um ... % -2,6 -3,9 -13,6 -4,3 0,0 33,3 -1,0 -2,7 -2,2 -2,5 -5,1 1,4 -5,3 -12,5 -2,5 4,3 -1,9 -0,8 -1,6 2,6 -3,1 1,7 -1,6 50,0 -2,1 -3,1 -1,1 -6,0 0,0 -3,6 0,0 0,0 -1,2 -2,7 0,0 -2,6 -5,6 8,2 1,7 -6,9 4,3 -1,3

Betriebsbestand Anlage AeT Ausführung einfacher Tätigkeiten (Kleinunternehmer)
Handwerk Bäcker Boots- und Schiffbauer Elektrotechniker Fleischer Glaser Karosserie- und Fahrzeugbauer Kraftfahrzeugtechniker Maler und Lackierer Tischler zusammen Bestand am 31.12.2009 12 1 1 2 9 4 128 83 3 243 Eintragungen Löschungen Bestand am vom 01.01. – 31.12.2010 3 0 0 0 0 0 18 5 0 26 2 0 0 2 2 1 19 12 2 40 31.12.2010 13 1 1 0 7 3 127 76 1 229 Veränderung absolut 1 0 0 -2 -2 -1 -1 -7 -2 -14 um ... % 8,3 0,0 0,0 -100,0 -22,2 -25,0 -0,8 -8,4 -66,7 -5,8

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Betriebsbestand Anlage B1 – Verzeichnis der Gewerbe, die als zulassungsfreie Handwerke betrieben werden können
Handwerk Bestand am 31.12.2009 Behälter- und Apparatebauer 19 Betonstein- und Terrazzohersteller 33 Bogenmacher 3 Brauer und Mälzer 11 Buchbinder 35 Buchdrucker: Schriftsetzer; Drucker 47 Damen- und Herrenschneider 252 Drechsler (Elfenbeinschnitzer) 41 und Holzspielzeugmacher Edelsteinschleifer und -graveure 1 Estrichleger 273 Feinoptiker 4 Flexografen 1 Fliesen-, Platten- und Mosaikleger 2.490 Fotografen 226 Galvaniseure 17 Gebäudereiniger 1.580 Geigenbauer 33 Glas- und Porzellanmaler 10 Glasveredler 8 Gold- und Silberschmiede 161 Graveure 14 Handzuginstrumentenmacher 2 Holzbildhauer 20 Holzblasinstrumentenmacher 7 Keramiker 19 Klavier- und Cembalobauer 33 Korbmacher 8 Kürschner 22 Metall- und Glockengießer 5 Metallbildner 19 Metallblasinstrumentenmacher 2 Modellbauer 50 Modisten 13 Orgel- und Harmoniumbauer 5 Parkettleger 356 Raumausstatter 711 Rollladen- und Jalousiebauer 93 Sattler- und Feintäschner 61 Schilder- und Lichtreklamehersteller 74 Schneidwerkzeugmechaniker 17 Schuhmacher 82 Segelmacher 7 Siebdrucker 16 Sticker 3 Textilreiniger 56 Uhrmacher 76 Vergolder 14 Wachszieher 1 Weinküfer 1 Zupfinstrumentenmacher 9 zusammen 7.041 Eintragungen Löschungen Bestand am vom 01.01. – 31.12.2010 2 9 1 1 3 4 39 7 1 64 0 0 242 49 1 344 1 0 3 19 1 0 3 2 1 0 0 3 1 1 1 5 1 0 29 112 5 6 9 0 11 0 1 2 5 2 0 0 0 4 995 3 7 1 1 2 4 38 7 0 64 0 0 386 34 0 322 0 0 0 17 1 0 1 0 1 1 0 5 0 3 0 6 0 0 52 102 13 5 9 0 8 0 2 0 9 7 0 0 0 1 1.112 31.12.2010 18 35 3 11 36 47 253 41 2 273 4 1 2.346 241 18 1.602 34 10 11 163 14 2 22 9 19 32 8 20 6 17 3 49 14 5 333 721 85 62 74 17 85 7 15 5 52 71 14 1 1 12 6.924 Veränderung absolut -1 2 0 0 1 0 1 0 1 0 0 0 -144 15 1 22 1 0 3 2 0 0 2 2 0 -1 0 -2 1 -2 1 -1 1 0 -23 10 -8 1 0 0 3 0 -1 2 -4 -5 0 0 0 3 -117 um ... % -5,3 6,1 0,0 0,0 2,9 0,0 0,4 0,0 100,0 0,0 0,0 0,0 -5,8 6,6 5,9 1,4 3,0 0,0 37,5 1,2 0,0 0,0 10,0 28,6 0,0 -3,0 0,0 -9,1 20,0 -10,5 50,0 -2,0 7,7 0,0 -6,5 1,4 -8,6 1,6 0,0 0,0 3,7 0,0 -6,3 66,7 -7,1 -6,6 0,0 0,0 0,0 33,3 -1,7

Betriebsbestand Anlage B2 – Verzeichnis der Gewerbe, die als handwerksähnliche Gewerbe betrieben werden können
Handwerk Bestand am 31.12.2009 Asphaltierer (ohne Straßenbau) 4 Ausführung einfacher Schuhreparatur 47 Bautentrocknungsgewerbe 139 Bestattungsgewerbe 150 Betonbohrer und -schneider 38 Bodenleger 875 Bügelanstalten f. Herrenoberbekleidung 6 Bürsten- und Pinselmacher 3 Dekorationsnäher 39 (ohne Schaufensterdekoration) Einbau v. genormten Baufertigteilen 1.555 Eisenflechter 180 Fahrzeugverwerter 15 Fleckteppichhersteller 1 Fleischzerleger, Ausbeiner 6 Fuger (im Hochbau) 153 Getränkeleitungsreiniger 16 Herstellung von Drahtgestellen 1 für Dekorationszwecke Holz- und Bautenschutzgewerbe 3.325 Holz-Leitermacher (Sonderanfertigung) 1 Holzschindelmacher 1 Kabelverleger im Hochbau 224 (ohne Anschlussarbeiten) Klavierstimmer 41 Kosmetiker 1.223 Lampenschirmhersteller 7 (Sonderanfertigung) Maskenbildner 18 Metallsägen-Schärfer 1 Metallschleifer und Metallpolierer 14 Plisseebrenner 2 Posamentierer 2 Rammgewerbe 2 (Einrammen v. Pfählen im Wasserbau) Requisiteure 13 Rohr- und Kanalreiniger 111 Schirmmacher 1 Schlagzeugmacher 3 Schnellreiniger 54 Speiseeishersteller 40 Stricker 10 Tankschutzbetriebe 11 Teppichreiniger 36 Textil-Handdrucker 11 Theater- und Ausstattungsmaler 17 Theaterkostümnäher 15 Theaterplastiker 7 zusammen 8.789 Eintragungen Löschungen Bestand am vom 01.01. – 31.12.2010 0 2 5 16 8 54 1 0 0 141 20 2 0 0 5 2 0 203 0 0 12 1 161 0 7 0 1 0 0 1 0 5 0 0 1 10 0 1 1 4 1 1 0 701 0 5 14 10 5 111 1 0 3 233 50 3 0 1 20 4 0 531 0 0 25 1 119 0 5 0 2 0 0 0 1 15 0 0 4 3 1 0 4 2 2 2 1 1.231 31.12.2010 4 44 130 156 41 818 6 3 36 1.463 150 14 1 5 138 14 1 2.997 1 1 211 41 1.265 7 20 1 13 2 2 3 12 101 1 3 51 47 9 12 33 13 16 14 6 8.259 Veränderung absolut 0 -3 -9 6 3 -57 0 0 -3 -92 -30 -1 0 -1 -15 -2 0 -328 0 0 -13 0 42 0 2 0 -1 0 0 1 -1 -10 0 0 -3 7 -1 1 -3 2 -1 -1 -1 -530 um ... % 0,0 -6,4 -6,5 4,0 7,9 -6,5 0,0 0,0 -7,7 -5,9 -16,7 -6,7 0,0 -16,7 -9,8 -12,5 0,0 -9,9 0,0 0,0 -5,8 0,0 3,4 0,0 11,1 0,0 -7,1 0,0 0,0 50,0 -7,7 -9,0 0,0 0,0 -5,6 17,5 -10,0 9,1 -8,3 18,2 -5,9 -6,7 -14,3 -6,0

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Schulische Vorbildung der Auszubildenden mit neu abgeschlossenen Verträgen im Berliner Handwerk
neu abgeschlossene Ausbildungsverträge Anzahl insg. davon in davon in betriebl. außerAusbild. betriebl. Ausbild. Verteilung in Prozent insg. davon in davon in betriebl. außerAusbild. betriebl. Ausbild.

„TOP-TEN“ der Ausbildungsberufe
Berufsbezeichnung Friseur/-in Kraftfahrzeugmechatroniker/-in Anlagenmechaniker/-in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik Maler/in und Lackierer/-in Tischler/-in Fachverkäufer/-in im Lebensmittelhandwerk Elektroniker/-in FR Energie- und Gebäudetechnik Gebäudereiniger/-in Metallbauer/-in Kraftfahrzeugservicemechaniker/-in „TOP-TEN” zusammen übrige Berufe zusammen insgesamt 31.12.10 Anzahl 1.729 1.124 1.062 895 843 838 712 632 363 303 8.501 4.554 13.055 Verteilung 13,2 % 8,6 % 8,1 % 6,9 % 6,5 % 6,4 % 5,5 % 4,8 % 2,8 % 2,3 % 65,1 % 34,9 % 100,0 %

2009 Hauptschulabschluss Hochschulreife ohne Hauptschulabschluss Realschul- oder gleichwertiger Abschluss Sonstige insgesamt 2010 Hauptschulabschluss Hochschulreife ohne Hauptschulabschluss Realschul- oder gleichwertiger Abschluss Sonstige insgesamt 2.354 549 361 1.503 6 4.773 1.560 525 187 1.234 6 3.512 794 24 174 269 0 1.261 49,32% 11,50% 7,56% 31,49% 0,13% 100,0% 44,4% 14,9% 5,3% 35,1% 0,2% 100,0% 63,0% 1,9% 13,8% 21,3% 0,0% 100,0% 2.254 504 514 1.667 2 4.941 1.445 466 295 1.264 2 3.472 809 38 219 403 0 1.469 45,62% 10,20% 10,40% 33,74% 0,04% 100,0% 41,6% 13,4% 8,5% 36,4% 0,1% 100,0% 55,1% 2,6% 14,9% 27,4% 0,0% 100,0%

neu abgeschlossene Ausbildungsverträge

31.12.2009 insg. männl. weibl. 72 40 53 38 57 865 30 1.155 359 4 127 1.645

31.12.2010 insg. männl. weibl. 796 1.396 321 69 175 1.223 83 4.063 409 62 239 4.773 720 1.357 258 16 110 448 52 2.961 108 60 127 3.256 76 39 63 53 65 775 31 1.102 301 2 112 1.517

Bau- und Ausbaugewerbe Elektro- und Metallgewerbe Holzgewerbe Bekleidungs-, Textil- und Ledergewerbe Nahrungsmittelgewerbe Gewerbe für Gesundheit und Körperpflege sowie chemische und Reinigungsgewerbe 31.12.2010 49,32% 11,50% 7,56% 31,49% 0,13% 100,00% Glas-, Papier-, keramische und sonstige Gewerbe Handwerkliche Ausbildungsberufe zusammen Kaufmännische Ausbildungsberufe Berufe nach Ausbildungsregelung nach § 42 b HwO (Behinderten-Ausbildungsberufe) Sonstige Ausbildungsberufe insgesamt

828 1.365 364 58 171 1.306 89 4.181 458 54 248 4.941

756 1.325 311 20 114 441 59 3.026 99 50 121 3.296

Schulische Vorbildung der Auszubildenden mit neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen im Berliner Handwerk
Anzahl 31.12.2009 Hauptschulabschluss Hochschulreife ohne Hauptschulabschluss Realschul- oder gleichwertiger Abschluss Sonstige insgesamt 2.254 504 514 1.667 2 4.941 31.12.2010 2.354 549 361 1.503 6 4.773 Verteilung 31.12.2009 45,62% 10,20% 10,40% 33,74% 0,04% 100,00%

98

Anhang

Anhang

99

Auszubildende insgesamt

31.12.2009 insg. davon in davon in betriebl. außerAusbild. betriebl. Ausbild. 1.142 3.188 478 121 441 2.803 1.047 1.452 509 47 46 470

31.12.2010 insg.

Veränd. z. Vorjahr um … % davon in davon in betriebl. außerAusbild. betriebl. Ausbild. -3,6 -5,7 -2,1 +0,0 -10,4 -6,0 -9,6 -11,6 -14,9 -19,1 -6,5 -16,6

Ausländische Auszubildende

31.12.2009 insg. männl. weibl. 2 2 1 2 2 239 1 249 33 0 34 316

31.12.2010 insg. männl. weibl. 84 236 16 11 25 299 7 678 43 3 60 784 82 234 15 2 19 93 5 450 11 3 21 485 2 2 1 9 6 206 2 228 32 0 39 299

davon in davon in insg. betriebl. außerAusbild. betriebl. Ausbild. 1.101 3.006 468 121 395 2.634 946 1.284 433 38 43 392 -6,5 -7,5 -8,7 -5,4 -10,1 -7,5

Bau- und Ausbaugewerbe Elektro- und Metallgewerbe Holzgewerbe Bekleidungs-, Textil- und Ledergewerbe Nahrungsmittelgewerbe Gewerbe für Gesundheit und Körperpflege sowie chemische und Reinigungsgewerbe Glas-, Papier-, keramische und sonstige Gewerbe Handwerkliche Ausbildungsberufe zusammen Kaufmännische Ausbildungsberufe Berufe nach Ausbildungsregelung nach § 42 b HwO (Behinderten-Ausbildungsberufe)

79 190 21 3 21 329 5 648 43 5 50 746

77 188 20 1 19 90 4 399 10 5 16 430

Bau- und Ausbaugewerbe Elektro- und Metallgewerbe Holzgewerbe Bekleidungs-, Textilund Ledergewerbe Nahrungsmittelgewerbe Gewerbe für Gesundheit und Körperpflege sowie chemische und Reinigungsgewerbe Glas-, Papier-, keramische u. sonstige Gewerbe Handwerkliche Ausbildungsberufe zusammen Kaufmännische Ausbildungsberufe zusammen Berufe nach Ausbildungsregelung nach § 42 b HwO (Behinderten-Ausbildungsberufe) Sonstige Ausbildungsberufe insgesamt

2.189 4.640 987 168 487 3.273

2.047 4.290 901 159 438 3.026

251 11.995

225 8.398

26 3.597

236 11.097

209 7.934

27 3.163

-6,0 -7,5

-7,1 -5,5

+3,8 -12,1

Sonstige Ausbildungsberufe insgesamt

1.268

1.188

80

1.106

1.055

51

-12,8

-11,2

-36,3 Auszubildende insgesamt 31.12.2009 insg. männl. Bau- und Ausbaugewerbe Elektro- und Metallgewerbe Holzgewerbe Bekleidungs-, Textil- und Ledergewerbe Nahrungsmittelgewerbe Gewerbe für Gesundheit und Körperpflege sowie chemische und Reinigungsgewerbe Glas-, Papier-, keramische und sonstige Gewerbe Handwerkliche Ausbildungsberufe zusammen Kaufmännische Ausbildungsberufe Berufe nach Ausbildungsregelung nach § 42 b HwO (Behinderten-Ausbildungsberufe) Sonstige Ausbildungsberufe insgesamt 2.189 4.640 987 168 487 3.273 251 11.995 1.268 152 710 14.125 2.020 4.497 834 52 346 1.085 157 8.991 267 142 388 9.788 weibl. 169 143 153 116 141 2.188 94 3.004 1.001 10 322 4.337 31.12.2010 insg. männl. weibl. 2.047 4.290 901 159 438 3.026 236 11.097 1.106 143 709 13.055 1.876 4.171 743 44 288 1.057 149 8.328 270 135 395 9.128 171 119 158 115 150 1.969 87 2.769 836 8 314 3.927

152

2

150

143

2

141

-5,9

+0,0

-6,0

710 14.125

405 9.993

305

709

371 9.362

338 3.693

-0,1 -7,6

-8,4 -6,3

+10,8 -10,6

4.132 13.055

100

Anhang

Anhang

101

Bestandene Meisterprüfungen
Handwerk 2009 2010 Veränderung absolut um ... % Anlage A: Verzeichnis der Gewerbe, die als zulassungspflichtige Handwerke betrieben werden können Bäcker Dachdecker Elektrotechniker Feinwerkmechaniker Fleischer Friseur Gerüstbauer Glaser Installateur- und Heizungsbauer Karosserie- und Fahrzeugbauer Konditoren Kraftfahrzeugtechniker Maler und Lackierer Maurer und Betonbauer Metallbauer Orthopädietechniker Schornsteinfeger Straßenbauer Tischler Zahntechniker Zweiradmechaniker zusammen 6 11 21 0 5 89 5 3 36 3 12 91 35 1 0 6 14 2 16 26 9 391 21 14 28 5 4 108 4 5 31 1 20 110 43 8 5 6 3 0 12 24 2 454 + 15 +3 +7 +5 -1 + 19 -1 +2 -5 -2 +8 + 19 +8 +7 +5 +0 - 11 -2 -4 -2 -7 + 63 + 250,0 + 27,3 + 33,3 x - 20,0 + 21,3 - 20,0 + 66,7 - 13,9 - 66,7 + 66,7 + 20,9 + 22,9 + 700,0 x + 0,0 - 78,6 - 100,0 - 25,0 - 7,7 - 77,8 + 16,1 Bildungsbereich BTZ Bildungsschwerpunkte ÜLU (überbetriebliche Lehrunterweisungen)
für Augenoptiker, Gold- und Silberschmiede, Elektroniker (FR Energie- und Gebäudetechnik), Tischler, Zahntechniker

Fortbildungsprüfungen abgeschlossene Prüfungsverfahren AEVO-Prüfungen Technische(r) Fachwirt/-in Gebäudeenergieberater/-in im Handwerk Kraftfahrzeug-Servicetechniker/-in Betriebswirt/-in (HWK) Fachwirt/-in Gebäudemanagement (HWK) Verkaufsleiter/-in i. Nahrungsmittelhandwerk CNC – Holz Gerüstbaukolonnenführer/-in Bestatter/-in (gesamte Fortbildung) Bestatter/-in (Modul BWL bundesweit) Colorist/-in (gepr.) Controller/-in insgesamt

31.12.2009 insg. männl. weibl. 469 232 46 31 76 5 6 81 59 4 32 4 5 1.050 397 208 45 31 66 4 2 74 59 3 25 0 4 918 72 24 1 0 10 1 4 7 0 1 7 4 1 132

31.12.2010 insg. männl. weibl. 593 263 31 47 62 6 5 49 57 3 34 6 0 1.156 474 210 29 46 48 6 1 44 57 2 24 1 0 942 119 53 2 1 14 0 4 5 0 1 10 5 0 214

VÄ d. Insg.-Zahl absolut 124 31 -15 16 -14 1 -1 -32 -2 -1 2 2 % 26,4 13,4 -32,6 51,6 -18,4 20,0 -16,7 -39,5 -3,4 -25,0 6,3 50,0

-5 -100,0 106 10,1

Lehrgänge 199

Lehrgangsteilnehmer 2.170

Teilnehmerstunden 91.872

Meistervorbereitungslehrgänge
Tageslehrgänge und berufsbegleitende Meistervorbereitung für Elektroniker (FR Energie- und Gebäudetechnik), Installateur und Heizungsbau, Maler und Lackierer, Tischler, Zahntechniker sowie Teil III und Teil IV der Meistervorbereitung

64

1.296

335.266

Anlage B1: Verzeichnis der Gewerbe, die als zulassungsfreie Handwerke betrieben werden können Buchbinder Fotografen Galvaniseur Gebäudereiniger Schuhmacher zusammen insgesamt 0 0 4 9 2 15 406 2 3 8 12 2 27 481 +2 +3 +4 +3 +0 + 12 + 75 x x + 100,0 + 33,3 +0 + 80,0 + 18,5

Fort- und Weiterbildung
Betriebswirt (HWK), Betriebsmanager KMU, betriebswirtschaftlich- rechtliche und EDV- Weiterbildung, technische Weiterbildung, Existenzgründerseminare, Seminare Unternehmensnachfolge

146

1.198

77.437

Projekte
Ausbildungsplatzprogramm (APP), weitere Jugendprojekte, Berufsfindung Projekt Perspektive 50plus, Weiterbildung für Soldaten (BfD) Schülerprojekte, Berufsorientierung BO sonstige Maßnahmen der Bundesagentur

278

3.111

120.448

Aus- und Weiterbildung im BTZ, gesamt

687

7.775

625.023

102

Anhang

Beratungsschwerpunkte nach Betriebsgrößen
Betriebsgröße Existenzgründungsberatungen Betriebe mit bis zu 4 Beschäftigten 5 bis 9 Beschäftigten 10 bis 19 Beschäftigten mehr als 20 Beschäftigten Insgesamt insgesamt 383 44 24 13 1156 4.941 101 51 34 20 223 484 95 58 33 1379 35,1 6,9 4,2 2,4 100,0 22,2 7,5 3,4 3,0 100,0 Beratungen 2010 betriebswirt. 692 technisch 17 insg. 709 Anteile in % 2009 51,4 2010 63,9

4.773 100,00% 100,00%

Beratungen nach Handwerksgruppen
Betriebsgröße I. Bau II. Metall III. Holz IV. Bekleidung, Textil, Leder V. Nahrung VI. Gesundheits- und Körperpflege VII. Glas, Papier, Sonstige Handwerksähnliche Gewerbe Insgesamt 2010 Anzahl 202 374 77 82 30 337 68 209 1379 Anteile in % 14,7 27,1 5,6 6,0 2,2 24,4 4,9 15,2 100,0 2009 Anzahl 217 376 101 67 32 348 69 222 1432 Anteile in % 15,2 26,3 7,0 4,7 2,2 24,3 4,8 15,5 100,0
        
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