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Full text: Konjunkturreport ... Issue 2010

Konjunkturreport 2010
der Industrie- und Handelskammern in Berlin und Brandenburg

Inhalt

Wirtschaftliche Lage Gesamtbild: Konjunkturklimaindex Berlin-Brandenburg steigt spürbar an   Aktuelle Geschäftslage: In allen Regionen überwiegen die positiven Einschätzungen   Geschäftserwartungen:  eutlicher Anstieg im Vergleich zum Vorjahr, jedoch weiterhin Skepsis 	 D Exportwirtschaft: Hoffnung auf ein Anziehen der Exporte  	 Investitionspläne: Die große Zurückhaltung der Unternehmen lässt nach 	 Beschäftigung: Beschäftigungspläne verbessern sich wieder 	 Wirtschaftsraum Berlin-Brandenburg: Der Wirtschaftsraum Berlin-Brandenburg wächst weiter zusammen 	 3 4 5 7 8 9 10

Berichte aus den Wirtschaftsbereichen: Industrie – Unsicherheit spürbar. .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  . 11 Baugewerbe – kalter Winter trifft die Branche. .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  . 12 Handel - überraschend stabiles Konsumklima . .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  . 12 Dienstleistungen – tragende Säule der regionalen Wirtschaftsentwicklung . .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  . 13 Verkehrsgewerbe – trotz Einbruch beim Güterverkehr positives Investitionsklima . .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  . 14

Ergebnisse . .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  . 15

Gesamtbild / Konjunkturklimaindex Berlin-Brandenburg steigt spürbar an

Vorsichtiger Optimismus nach dem Ende der Rezession
Der Tiefpunkt der seit 2008 anhaltenden Wirtschaftskrise dürfte für den Wirtschaftsraum Berlin-Brandenburg überstanden sein: Der Konjunkturklimaindex BerlinBrandenburg, der sich aus den Einschätzungen der Unternehmen zu ihrer aktuellen Geschäftslage und aus ihren Geschäftserwartungen für die kommenden zwölf Monate zusammensetzt, erreicht zum Jahresbeginn 2010 den Wert von 100 Punkten. Dies entspricht einem deutlichen Anstieg um 14 Punkte im Vergleich zum Jahresbeginn 2009, als der Index in Folge der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise von einem relativ hohen Niveau auf 86 Punkte abstürzte. Der aktuelle Anstieg des Konjunkturklimaindex geht vor allem auf verbesserte Geschäftserwartungen zurück: Im Frühjahr 2009 war der Anteil der negativen Meldungen mit 41 Prozent noch fast viermal so hoch wie der der positiven Einschätzungen (11 Prozent). Aktuell fällt der Anteil der Befragten mit negativen Geschäftserwartungen auf 27 Prozent, und knapp jedes fünfte Unternehmen (19 Prozent) erwartet wieder eine Verbesserung seiner Geschäftslage. Der Saldo aus positiven und negativen Erwartungen verbessert sich somit von sehr niedrigen minus 30 Prozentpunkten im Frühjahr 2009 auf aktuell minus acht Punkte. Aber auch ihre aktuelle Geschäftslage schätzen die Unternehmen günstiger ein: Der Saldo aus positiven und negativen Lageeinschätzungen steigt von sechs auf neun Prozentpunkte. Kalter Winter trifft Baugewerbe und Verkehr Die verbesserte Stimmung in der Berlin-Brandenburger Wirtschaft zieht sich nahezu durch alle Branchen. Lediglich in der Verkehrswirtschaft und im Baugewerbe ist eine leichte Verschlechterung der Lageeinschätzungen im Vergleich zum Jahresbeginn 2009 zu verzeichnen. Diese Entwicklung ist auf den außergewöhnlich kalten und schneereichen Winter zurückzuführen, der sich negativ auf die aktuelle Geschäftslage der Unternehmen in diesen Branchen auswirkt. Trotz dieses Sondereffektes verbessern sich die Geschäftserwartungen per Saldo durchweg in allen Branchen und auch in allen vier beteiligten IHK-Bezirken. Diese insgesamt erfreuliche Entwicklung zeigt, dass sich die Wirtschaft nach dem Einbruch im Frühjahr 2009 stabilisiert hat. Und auch die Investitions- und Beschäftigungspläne der Unternehmen haben sich gegenüber den Vorjahresergebnissen spürbar aufgehellt. Ob der Berlin-Brandenburger Wirtschaft in naher Zukunft ein kräftiger, selbsttragender Aufschwung bevorsteht, hängt jedoch von der weiteren Entwicklung der Finanzierungsbedingungen ab.

130

Konjunkturklimaindex Berlin-Brandenburg
zu Jahresbeginn

128 119

120

110

110 102 102 99 96 91
1999 2000

100

100

90

80

84
2001 2002

84
2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009

86
2010

Geometrisches Mittel der Salden aus positiven und negativen Einschätzungen der aktuellen und der erwarteten Geschäftslage (neutral=100)

3

Aktuelle Geschäftslage / In allen Regionen überwiegen die positiven Einschätzungen

Anzeichen für einsetzende Erholung
Insgesamt beurteilen 28 Prozent der Unternehmen im Wirtschaftsraum Berlin-Brandenburg ihre Geschäftslage als gut, 53 Prozent beurteilen sie als befriedigend und nur 19 Prozent als schlecht. Der Saldo positiver und negativer Einschätzungen ist in allen vier IHK-Bezirken positiv und steigt im Vergleich zum Vorjahr insgesamt von sechs auf neun Prozentpunkte, was als Zeichen einer langsamen Erholung gewertet werden kann. Am günstigsten wird die Lage in der Hauptstadt und im IHK-Bezirk Potsdam eingeschätzt, wo der Saldo aus positiven und negativen Antworten mit zwölf bzw. zehn Prozentpunkten deutlich im Plus liegt. Im IHK-Bezirk Cottbus beläuft sich der Saldo auf neun Prozentpunkte. Etwas weniger günstig schätzen die der IHK Ostbrandenburg zugehörigen Unternehmen ihre Geschäftslage ein. Der Saldo ist hier mit lediglich drei Prozentpunkten positiv. Im Vergleich zum Jahresbeginn 2009 verbessert sich der Saldo der Lageeinschätzungen im IHK-Bezirk Ostbrandenburg am stärksten und in Berlin am zweitstärksten, nämlich um zwölf bzw. um sechs Prozentpunkte. Differenziert man nach Branchen, so ist die Lage im Dienstleistungssektor und im Handel besonders gut. Diese beiden Branchen weisen auch die größte Verbesserung im Vergleich zum Jahresbeginn 2009 auf: Im Dienstleistungssektor steigt der Saldo aus positiven und negativen Lageeinschätzungen um drei auf plus 16 Prozentpunkte; im Handel steigt er sogar um beachtliche 13 auf aktuell zwölf Punkte, wobei sich die Lage in Berlin und im Bezirk der IHK-Potsdam am stärksten verbessert.

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Lage zeigte sich dabei in den IHK-Bezirken Cottbus und Ostbrandenburg am positivsten. Allein in Ostbrandenburg verbesserte sich die Berlin Berlin-Brandenburg Brandenburg Lageeinschätzung um 33 Prozentpunkte. 50 Allerdings verschlechterte sich die Geschäfts40 lage in zwei Branchen gegen den Trend: Im 30 Baugewerbe fällt der Saldo positiver und nega20 tiver Lageeinschätzungen um acht auf aktuell 10 minus sieben Punkte. In der Verkehrswirtschaft fällt er um drei auf minus fünf Punkte. 0 Im Baugewerbe machte sich der deutliche Rück-10 gang gewerblicher Bauaufträge bemerkbar, 2009 2004 2005 2006 2008 2010 -20 2007 der durch einen Anstieg öffentlicher Aufträge Saldo aus positiven und negativen Einschätzungen der aktuellen Geschäftslage in Prozentpunkten aus den Konjunkturpaketen nicht vollständig kompensiert werden konnte. Ferner beeinträchtigt der im Vergleich zu anderen Jahren besonders kalte und schneereiche Winter Eine Erklärung für das besonders gute Abschneiden des die Geschäftslage im Baugewerbe und der VerkehrsDienstleistungssektors könnte darin bestehen, dass die wirtschaft. Für diese Erklärung spricht, dass von den Branche vom Einbruch der Exporte im Jahr 2009 weitgeUnternehmen lediglich ihre aktuelle Geschäftslage zum hend verschont blieb. Ferner hat sich der Arbeitsmarkt im Zeitpunkt der Umfrage (d.h. im Januar 2010) ungünWirtschaftsraum Berlin-Brandenburg als überraschend stiger eingeschätzt wird, nicht aber die Geschäftserwarstabil erwiesen, weshalb sich auch das Konsumklima tungen, die sich in beiden Branchen stark verbessern. nicht so stark eingetrübt hat, wie man es bei einem Die insgesamt günstige Entwicklung der Geschäftslage im deutlicheren Einbruch des Arbeitsmarktes hätte befürchVergleich zum Jahresbeginn 2009 deutet darauf hin, dass ten müssen. Diese Entwicklung dürfte besonders dem die Unternehmen im Wirtschaftsraum Berlin-Brandenburg Handel zugute gekommen sein. Auch für die Industrie die größten mit der Rezession im Jahr 2009 einhergehat sich im Gesamtraum die Situation verbessert. Die henden Schwierigkeiten bereits überwunden haben.

Aktuelle Geschäftslage

zu Jahresbeginn

Geschäftserwartungen /  eutlicher Anstieg im Vergleich zum Vorjahr, D jedoch weiterhin Skepsis

Ausblick hellt sich auf
Der Ausblick der Unternehmen in das Jahr 2010 ist bei weitem nicht mehr so düster wie noch in der Vorumfrage. Es besteht allerdings auch noch kein Anlass, von einem kräftigen Aufschwung auszugehen, da der Anteil der verhaltenen Erwartungen den der positiven weiterhin übertrifft – und dies branchenübergreifend in allen vier Regionen. Insgesamt rechnen 19 Prozent der Unternehmen in den kommenden zwölf Monaten mit einer besseren, 54 Prozent mit einer gleichbleibenden und 27 Prozent mit einer schlechteren Geschäftslage. Der Saldo aus optimistischen und pessimistischen Erwartungen steigt im Vergleich zum Jahresbeginn 2009 sehr deutlich um 22 Prozentpunkte, liegt aber mit minus acht Punkten noch immer im negativen Bereich. Im Vergleich zu der im Saldo positiven Geschäftslage bleiben die Geschäftserwartungen also deutlich zurück. Die für einen bevorstehenden Aufschwung charakteristische Konstellation, bei der die Geschäftserwartungen die Einschätzungen zur Geschäftslage überholen, lässt derzeit noch auf sich warten. Verhaltener Optimismus in den IHK-Bezirken Cottbus und Ostbrandenburg Am zuversichtlichsten sind die Unternehmen in Berlin und im IHK-Bezirk Potsdam. Hier steigt der Saldo aus optimistischen und pessimistischen Geschäftserwartungen um jeweils 27 Punkte und liegt aktuell mit minus einem Prozentpunkt nur noch knapp im negativen Bereich. Weniger

5

Erwartete Geschäftslage
Berlin

zu Jahresbeginn
Brandenburg

zu Berlin und Potsdam noch immer deutlich geringer. Unterschiedliche Erwartungen in den Branchen

Berlin-Brandenburg

50 40

Differenziert man nach Branchen, so herrscht in der Industrie 30 der größte Optimismus, wäh20 rend vor allem im Baugewerbe 10 die Erwartungen noch immer gedämpft sind. Ein Grund für 0 dieses uneinheitliche Bild könnte -10 darin liegen, dass die Indus-20 trie zwar von der weltweiten Rezession im Jahr 2009 und -30 dem daraus resultierenden dra-40 matischen Einbruch der Exporte 2009 2010 2008 2007 2004 2006 2005 besonders hart getroffen wurde, derzeit aber auch von der wieder anziehenden Auslandsnachfrage Saldo aus positiven und negativen Einschätzungen der aktuellen Geschäftslage in Prozentpunkten besonders stark profitiert. Für das Baugewerbe sind die Aussichten weniger günstig. Angesichts Zuversicht herrscht hingegen – wie schon zu Jahresbeginn einer angespannten Lage der öffentlichen Haushalte wird 2009 – in den IHK-Bezirken Cottbus und Ostbrandenschon jetzt mit einem Rückgang öffentlicher Aufträge burg. Der Saldo aus optimistischen und pessimistischen nach dem Auslaufen der Konjunkturpakete der BundesErwartungen steigt dort zwar ebenfalls deutlich um 22 regierung gerechnet. Ungewiss bleibt, ob die dadurch bzw. um 23 Prozentpunkte, jedoch sind die Salden mit entstehende Auftragslücke durch einen Anstieg privater minus neun bzw. minus 18 Prozentpunkten im Vergleich und gewerblicher Bauaufträge kompensiert werden kann.

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Exportwirtschaft / Hoffnung auf ein Anziehen der Exporte

Nach Einbruch der Exporte Erholung für 2010 erwartet
Nachdem die Rezession im Jahr 2009 bundesweit zu einem drastischen Einbruch der Ausfuhren geführt hatte, überrascht es nicht, dass auch die befragten Industriebetriebe aus Berlin und Brandenburg von deutlich rückläufigen Exporten berichten, wobei die Unternehmen in beiden Bundesländern ähnlich stark betroffen sind. Der Anteil der Industriebetriebe im Wirtschaftsraum Berlin-Brandenburg, deren Exporte angestiegen sind, verringert sich von 21 Prozent zum Jahresbeginn 2009 auf aktuell nur noch zehn Prozent. Auch der Anteil der Unternehmen, deren Exporte konstant geblieben sind, geht von 28 auf 23 Prozent zurück. Von gesunkenen Exporten berichten hingegen aktuell 32 Prozent, gegenüber nur 14 Prozent in der Vorumfrage, und dies, obwohl der Anteil der Unternehmen, die überhaupt nicht exportiert haben, von 37 auf 35 Prozent sogar leicht rückläufig war. Optimismus kehrt zurück Die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise hat also auch die Wirtschaft in Berlin und Brandenburg hart getroffen. Die bereits verfügbaren Zahlen der amtlichen Statistik zeigen allerdings seit Ende des Jahres 2009 eine Erholung der Auftragseingänge aus dem Ausland, was ein Wiederanziehen der Ausfuhren erwarten lässt. Diese Einschätzung wird von den Unternehmen in Berlin und Brandenburg offenbar geteilt, denn sie rechnen für die kommenden zwölf Monate per Saldo mit wieder steigenden Exporten: Lag der Saldo aus optimistischen und pessimistischen Exporterwartungen am Jahresanfang 2009 in Brandenburg noch bei sehr niedrigen minus 16 und in Berlin sogar bei minus 21 Prozentpunkten, so sind die Unternehmen nun wieder deutlich optimistischer: Der Saldo liegt aktuell für Berlin bei plus neun, für Brandenburg bei plus fünf und insgesamt bei plus sechs Prozentpunkten. Mit einem Plus von 30 Prozentpunkten war in Berlin der deutlichste Anstieg des Saldos der Exporterwartungen zu verzeichnen. Aber auch in Brandenburg fiel der Anstieg mit 21 Prozentpunkten in den IHKBezirken Potsdam und Ostbrandenburg sowie mit 18 Punkten in Cottbus erfreulich deutlich aus.

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Investitionspläne / Die große Zurückhaltung der Unternehmen lässt nach

Wieder mehr Investitionsbereitschaft
Nachdem die Investitionsbereitschaft der Unternehmen im Wirtschaftsraum Berlin-Brandenburg zum Jahresbeginn 2009 so schlecht war wie noch nie seit Beginn der Statistik, steigt sie nun wieder spürbar an. Noch in der Vorumfrage war der Anteil der Unternehmen, die eine Ausweitung ihrer Investitionen planen, von 23 auf 14 Prozent gefallen. Aktuell steigt dieser Anteil auf 19 Prozent an. Gleichzeitig geht der Anteil der Unternehmen, die weniger investieren wollen, von 36 auf aktuell 24 Prozent deutlich zurück. 43 Prozent der Unternehmen planen ein konstantes Investitionsniveau und 14 Prozent investieren gar nicht. Das nach wie vor mit Abstand wichtigste Investitionsmotiv bleibt der Ersatzbedarf ausgedienter oder abgeschriebener Anlagen und Fahrzeuge; dies wurde von 70 Prozent der Unternehmen genannt. Der Anteil der Unternehmen, die Rationalisierungsinvestitionen vornehmen wollen, geht von 38 Prozent im Frühjahr 2009 auf aktuell 36 Prozent leicht zurück. Leicht zulegen konnten hingegen die geplanten Investitionen in Produktinnovationen (31 Prozent), in die Kapazitätsausweitung (19 Prozent) und in Umweltschutzmaßnahmen (15 Prozent). Unterschiedliche Investitionsbereitschaft in den Branchen Am größten ist die Investitionsbereitschaft in der Verkehrswirtschaft. Hier plant mit 26 Prozent mehr als jedes vierte Unternehmen eine Ausweitung seiner Investitionen, während nur 17 Prozent weniger investieren wollen. Im Handel und im Dienstleistungssektor wollen in etwa genauso viele Unternehmen mehr investieren, wie ihre Investitionen zurückfahren. In der Industrie wird dagegen eher zurückhaltend geplant. Am ungünstigsten ist das Investitionsklima aber nach wie vor im Bauhauptgewerbe. Hier wollen 32 Prozent der Unternehmen weniger investieren. Der Anteil derjenigen, die ihre Investitionen ausweiten wollen, beträgt dagegen nur neun Prozent. Mehr Investitionsbereitschaft in beiden Ländern Die Investitionsabsichten der Unternehmen haben sich in beiden Bundesländern verbessert, wobei der Anstieg in der Hauptstadt etwas stärker ausfällt: In Berlin halten sich zunehmende und abnehmende Investitionspläne mit je 24 Prozent bereits die Waage. In Brandenburg liegt der Anteil der Unternehmen, die weniger investieren wollen, ebenfalls bei 24 Prozent, während der Anteil derjenigen, die ihre Investitionen ausweiten wollen, mit 17 Prozent etwas niedriger ausfällt.

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Beschäftigung / Beschäftigungspläne verbessern sich wieder

Kein massiver Einbruch am Arbeitsmarkt zu befürchten
Die Arbeitslosenquote ist in Berlin in 2009 nur leicht angestiegen und in Brandenburg sogar gesunken. Trotzdem liegt sie in beiden Ländern weiterhin deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Der dramatische Einbruch, den manche Experten befürchtet hatten, ist jedoch bisher ausgeblieben. Den Beschäftigungsplänen der Unternehmen zufolge wird es auch im Jahr 2010 keine drastische Verschärfung der Lage am Berlin-Brandenburger Arbeitsmarkt geben: Der Anteil der Unternehmen, die ihre Beschäftigtenzahl erhöhen wollen, steigt von elf auf 15 Prozent, während der Anteil der Unternehmen, die Arbeitsplätze abbauen wollen, von 27 auf 22 Prozent zurückgeht. Damit steigt der Saldo der positiven und negativen Beschäftigungspläne von minus 16 auf aktuell minus sieben Prozentpunkte. Lage in Berlin etwas entspannter Die Beschäftigungspläne der Berliner Unternehmen stimmen etwas zuversichtlicher als die der Brandenburger: In der Hauptstadt planen mit 20 Prozent fast so viele Unternehmen eine Ausweitung der Beschäftigung wie einen Beschäftigungsabbau (21 Prozent). In der Vorumfrage war das Verhältnis mit zwölf zu 31 Prozentpunkten noch sehr viel ungünstiger. Auch in Brandenburg verbesserte sich der Saldo aus positiven und negativen Beschäftigungsplänen um sechs Prozentpunkte. Er liegt aber mit minus acht Punkten noch deutlich im negativen Bereich. Unterschiedliche Beschäftigungspläne in den Branchen Am günstigsten sind die Beschäftigungspläne im Dienstleistungssektor. Hier fällt der Anteil der Unternehmen, die Beschäftigung abbauen wollen, von 25 auf 19 Prozent, während der Anteil der Unternehmen, die mehr Mitarbeiter beschäftigen wollen, von zwölf auf 19 Prozent ansteigt. Auch im Verkehrsgewerbe und im Handel liegt der Saldo der Beschäftigungspläne mit minus fünf bzw. minus sechs Prozentpunkten jedenfalls nicht mehr weit im negativen Bereich. Ungünstiger sind die Aussichten in der Industrie. Hier liegt der Saldo mit minus 14 Prozentpunkten deutlich stärker im Minus. Am ungünstigsten sind die Beschäftigungspläne der Bauunternehmen: Während nur vier Prozent der Unternehmen einen Beschäftigungsaufbau planen, wollen 29 Prozent Beschäftigung abbauen. Hier spiegelt sich die deutliche Eintrübung der Stimmung in der Bauwirtschaft wider.

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Wirtschaftsraum Berlin-Brandenburg /  er Wirtschaftsraum Berlin-Brandenburg D wächst weiter zusammen

Klares Votum für die Länderehe
Der wirtschaftliche Verflechtungsgrad des Berliner und Brandenburger Marktes ist sehr hoch. Der Anteil der Unternehmen mit Geschäftsbeziehungen zum jeweils anderen Bundesland liegt bei 82 Prozent. Für 40 Prozent der Unternehmen ist das jeweils andere Land wichtig. Dies ist ein leichter Zuwachs um einen Prozentpunkt gegenüber der Vorumfrage. 42 Prozent der Unternehmen stufen die Wirtschaftsbeziehungen als weniger wichtig ein und nur 18 Prozent sind gar nicht im jeweils anderen Land wirtschaftlich aktiv. Dabei ist in Berlin der Anteil der Unternehmen ohne Wirtschaftsbeziehungen mit 15 Prozent vergleichsweise niedrig. Im IHK-Bezirk Potsdam wiederum ist der Anteil der Unternehmen, für die der Berliner Markt wichtig ist, mit 52 Prozent mit Abstand am höchsten. Angesichts der starken Verflechtung der Wirtschaft in Berlin und Brandenburg ist es wenig überraschend, dass auch die Zustimmung der Unternehmen zu einer zügigen Länderfusion nach wie vor hoch ist: In sämtlichen Landkreisen Brandenburgs ebenso wie in Berlin spricht sich eine klare Mehrheit der Unternehmen für die Fusion aus. Insgesamt befürworten 64 Prozent der Unternehmen die Länderehe, während nur 15 Prozent sie ablehnen. 21 Prozent der Unternehmen sind in dieser Frage unentschlossen. Die höchsten Zustimmungswerte erreicht erneut Berlin, wo sogar 70 Prozent eine zügige Fusion der Bundesländer befürworten.

Bedeutung des Berliner bzw. des Brandenburger Marktes zu Jahresbeginn
wichtig

40 42

weniger wichtig

keine Wirtschaftsbeziehungen

18
15 20 25 30 35 40 45 50

0

5

10

Angaben in Prozent

Den größten Vorteil eines gemeinsamen Bundeslandes sieht die Wirtschaft in einem Abbau der Bürokratie (76 Prozent). Ferner erhoffen sich die Unternehmen eine Verbesserung der Infrastruktur (63 Prozent), die Vereinheitlichung von Fördermaßnahmen (49 Prozent) sowie allgemein eine Verbesserung der Standortbedingungen (42 Prozent). Als größtes Hindernis einer zügigen Fusion wird ein drohender Identitätsverlust (50 Prozent) genannt. Dieser Wert liegt allerdings um fünf Prozentpunkte unter dem des Vorjahres. Des Weiteren werden hohe finanzielle Belastungen (45 Prozent) befürchtet. Insgesamt positiv sehen die Unternehmen auch die geplante Eröffnung des Flughafens BerlinBrandenburg "Willy Brandt": Während nur gut ein Drittel der Unternehmen (35 Prozent) das Projekt für überhaupt nicht wichtig erachtet, halten insgesamt knapp zwei Drittel (65 Prozent) die Eröffnung des Flughafens für weniger bis sehr wichtig. Dabei korreliert die Bedeutung, die die Unternehmen dem Infrastrukturprojekt beimessen, eindeutig mit ihrer räumlichen Nähe zum Flughafen.

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Wirtschaftsbereiche /  essere Stimmung in nahezu allen Branchen – kalter Winter B belastet Baugewerbe

Die Talsohle ist durchschritten
Industrie – Unsicherheit spürbar Die Stimmung in der Industrie, die in der Vorumfrage dramatisch eingebrochen war, hat sich insgesamt wieder deutlich verbessert: Während 23 Prozent der Unternehmen ihre Geschäftslage als schlecht einstufen, berichten bereits 27 Prozent von einer guten Geschäftslage. Insgesamt verbessert sich der Saldo aus positiven und negativen Einschätzungen im Vergleich zur Vorumfrage um zwei Punkte. Am stärksten zeigt sich dabei die Verbesserung im IHK-Bezirk Ostbrandenburg um 33 Punkte. Noch deutlicher steigen die Geschäftserwartungen: Mit 23 Prozent erwarten fast so viele Unternehmen eine Verbesserung ihrer Geschäftslage, wie von einer Verschlechterung ausgehen (25 Prozent). Der Saldo aus optimistischen und pessimistischen Antworten verbessert sich von minus 36 Prozentpunkten auf aktuell nur noch minus zwei Punkte. Dies ist – nach dem Verkehrsgewerbe – der zweitstärkste Anstieg aller Branchen. Besonders zuversichtlich sind die Betriebe im IHK-Bezirk Potsdam, wo die Optimisten (39 Prozent) gegenüber den Pessimisten (22 Prozent) bereits in der Mehrheit sind. Am verhaltensten sind die Berliner Unternehmen: Von ihnen erwarten nur 17 Prozent eine Verbesserung, gegenüber 29 Prozent, die eine Verschlechterung erwarten. Ein Grund für den starken Anstieg der Geschäftserwartungen könnte darin liegen, dass nach dem Ende der Rezession die Ausfuhren bereits wieder anziehen. So verbessern sich auch die Exporterwartungen der Berlin-Brandenburger Betriebe deutlich: Während sich der Anteil der Unternehmen, die mit steigenden Exporten rechnen, von neun auf 18 Prozent verdoppelt, fällt der Anteil derjenigen, die rückläufige Exporte erwarten, von 26 auf aktuell nur noch zwölf Prozent. Weniger deutlich verbessern sich die Investitionspläne: Der Anteil derjenigen, die ihre Investitionen verringern wollen, geht um neun Prozentpunkte zurück, liegt aber mit 31 Prozent noch immer recht hoch. Höhere Investitionen planen aktuell 19 Prozent, nach 18 Prozent in der Vorumfrage. Das Hauptmotiv für Investitionen ist der Ersatzbedarf (66 Prozent). Darüber hinaus reagieren die Unternehmen angesichts noch immer geringer Kapazitätsauslastungen auf die krisenbedingten Absatzeinbrüche vor allem mit Rationalisierung (51 Prozent) und Produktinnovation (35 Prozent). Kapazitätsausweitungen (18 Prozent) und Investitionen in Umweltschutz (17 Prozent) spielen hingegen nur eine vergleichsweise geringe Rolle. Die insgesamt wieder günstigere Stimmung in der Industrie wirkt sich nur bedingt auf die Beschäftigungspläne aus. Der Saldo aus positiven und negativen Beschäftigungsplänen steigt von minus 17 auf minus 14 Prozentpunkte, wobei allerdings in den IHK-Bezirken Berlin und Cottbus eine leichte Verschlechterung zu beklagen ist.

Konjunkturreport 2010 der Industrie- und Handelskammern in Berlin und Brandenburg					

Angaben in Prozent

Aktuelle Geschäftslage nach Branchen in Berlin-Brandenburg
	
	 Verarbeitendes Gewerbe	 Baugewerbe	 Handel	 Dienstleistungsgewerbe	 Verkehrsgewerbe	 Gesamt	 2009	 28	 25	 23	 29	 22	 27	

gut			
2010	 27	 22	 29	 32	 24	 28	

befriedigend		
2009	 46	 51	 53	 55	 54	 52	 2010	 50	 49	 54	 52	 47	 53	

schlecht
2009	 26	 24	 24	 16	 24	 21	 2010 23 29 17 16 29 19

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Baugewerbe – kalter Winter trifft die Branche Der ungewöhnlich kalte und schneereiche Winter hat die witterungsabhängige Bauwirtschaft hart getroffen. So verschlechtern sich die Lageeinschätzungen im Vergleich zur Vorumfrage noch einmal: Nur 22 Prozent der Unternehmen bezeichnen ihre aktuelle Geschäftslage als gut, 29 Prozent hingegen bezeichnen sie als schlecht. Der Saldo positiver und negativer Lageeinschätzungen fällt gegenüber der Vorumfrage von plus einem auf minus sieben Punkte. Besonders schlecht ist die Stimmung in Berlin, wo die Lage von 37 Prozent der Unternehmen als schlecht und nur von 22 Prozent als gut bezeichnet wird. Lediglich bei der IHK Ostbrandenburg hat sich die Lage deutlich verbessert. Hier ist der Lagesaldo von minus 32 auf plus einen Prozentpunkt gestiegen. Hauptursachen sind umfangreiche Investitionen in der Industrie, im Straßenbau und bei der Sanierung von Schulen und Kindergärten. Demgegenüber verbessern sich die Geschäftserwartungen spürbar: Hatte der Saldo aus optimistischen und pessimistischen Geschäftserwartungen in der Vorumfrage noch bei dramatischen minus 40 Prozentpunkten gelegen, so verbessert er sich auf aktuell minus 24 Punkte. Aber auch dies ist noch immer der niedrigste Wert aller Branchen. Die Konjunkturpakete der Bundesregierung konnten die Umsatzeinbrüche aus dem Rückgang privater und gewerblicher Aufträge offenbar bislang nicht vollständig kompensieren. Auch sind die Konjunkturprogramme von begrenzter Dauer und es sind im Baugewerbe noch immer Überkapazitäten vorhanden, was sich an den Investitionsplänen ablesen lässt: Von den Betrieben, die Investitionen beabsichtigen (80 Prozent), wollen nur acht Prozent in Kapazitätsausweitungen investieren. Ein Großteil der Investitionen ist hingegen dem Ersatzbedarf

geschuldet (82 Prozent), gefolgt von Rationalisierungsinvestitionen (28 Prozent), Investitionen in Umweltschutz (13 Prozent) und Produktinnovation (zehn Prozent). Die schlechte Stimmung im Baugewerbe schlägt sich auch in den Beschäftigungsplänen der Unternehmen nieder: Während nur vier Prozent der Betriebe die Zahl ihrer Mitarbeiter erhöhen wollen, planen 29 Prozent Entlassungen. Der Saldo aus zunehmenden und abnehmenden Beschäftigungsplänen verbessert sich im Vergleich zur Vorumfrage nur unwesentlich von minus 28 auf minus 25 Prozentpunkte. Handel – überraschend stabiles Konsumklima Der Handel profitiert von einem erstaunlich stabilen Konsum: Der Anteil der Unternehmen, die ihre Geschäftslage als gut einschätzen, erhöht sich von 23 auf 29 Prozent. Nur noch 17 Prozent bezeichnen ihre Geschäftslage als schlecht, gegenüber 24 Prozent in der Vorumfrage. Besonders günstig ist die Lage in Berlin: In der Hauptstadt steigt der Saldo aus positiven und negativen Einschätzungen der Geschäftslage um 37 auf nun plus 24 Prozentpunkte. Ein Grund für diese positive Entwicklung könnte das im Vergleich zum Vorjahr recht gute Weihnachtsgeschäft sein. Eine gegenläufige Entwicklung ist hingegen im Bezirk der IHK Ostbrandenburg zu beobachten, wo der Saldo aus positiven und negativen Lageeinschätzungen um 18 Prozentpunkte auf null fällt. Die Investitionspläne im Handel verbessern sich insgesamt deutlich: 21 Prozent der Unternehmen planen eine Ausweitung ihrer Investitionen, gegenüber nur 13 Prozent in der Vorumfrage. Und der Anteil derer, die ihre Investitionen zurückfahren wollen, fällt von 29 Prozent in der Vorumfrage auf aktuell nur noch 22 Prozent. Dabei ist das Investitionsklima im IHK-Bezirk Potsdam besonders günstig.

Konjunkturreport 2010 der Industrie- und Handelskammern in Berlin und Brandenburg					

Angaben in Prozent

Geschäftserwartung nach Branchen in Berlin-Brandenburg
	
	 Verarbeitendes Gewerbe	 Baugewerbe	 Handel	 Dienstleistungsgewerbe	 Verkehrsgewerbe	 Gesamt	

besser		
2009	 8	 6	 9	 13	 3	 11	 2010	 23	 10	 13	 20	 17	 19	

gleich bleibend	
2009	 48	 48	 45	 50	 42	 48	 2010	 52	 56	 53	 55	 56	 54	

schlechter
2009	 44	 46	 46	 37	 55	 41	 2010 25 34 34 25 27 27

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Konjunkturreport 2010 der Industrie- und Handelskammern in Berlin und Brandenburg					

Angaben in Prozent

Investitionspläne nach Branchen in Berlin-Brandenburg
	 	 Verarbeitendes Gewerbe	 Baugewerbe	 Handel	 Dienstleistungsgewerbe	 Verkehrsgewerbe	 Gesamt	 steigend		 2009	 18	 6	 13	 14	 14	 14	 2010	 19	 9	 21	 19	 26	 19	 gleich bleibend	 2009	 35	 32	 37	 40	 31	 37	 2010	 40	 39	 38	 47	 35	 43	 fallend		 2009	 40	 45	 29	 33	 34	 36	 2010	 31	 32	 22	 20	 17	 24	 keine Invest. 2009	 2010 7	 17	 21	 13	 21	 13	 10 20 19 14 22 14

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Hier übersteigt der Anteil der Handelsunternehmen, die ihre Investitionen erhöhen wollen (24 Prozent) den Anteil derer, die ihre Investitionen zurückfahren wollen (16 Prozent) sogar deutlich. Die insgesamt verbesserte Stimmung des Handels wirkt sich auch auf die Beschäftigungspläne aus: Hatten in der Vorumfrage noch 22 Prozent der Handelsunternehmen eine Verringerung der Beschäftigtenzahl geplant, so geht dieser Anteil aktuell auf 18 Prozent zurück. Und bereits zwölf Prozent der Unternehmen planen wieder eine Erhöhung der Beschäftigtenzahl, nach nur neun Prozent in der Vorumfrage. Dienstleistung – tragende Säule der regionalen Wirtschaftsentwicklung In Berlin und Brandenburg stellt das Dienstleistungsgewerbe gemessen an der Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten den wichtigsten Wirtschaftszweig dar. Die starke Dienstleistungsorientierung, die in Zeiten eines florierenden Exports Berlin und Brandenburg nur unterdurchschnittliche Wachstumsraten bescherte, hat die Wirtschaft in der Region im vergangenen Jahr vor größeren Einbrüchen bewahrt, wie sie etwa in stärker industriell geprägten, exportorientierten Flächenländern zu verzeichnen waren. Um so erfreulicher ist es, dass die Dienstleistungsbranche sich auch nach dem Ende der Rezession dynamisch entwickelt: Während der Anteil der Unternehmen, die ihre aktuelle Geschäftslage als schlecht bezeichnen, mit 16 Prozent konstant bleibt, steigt der Anteil derjenigen, die ihre Lage als gut einschätzen, von 29 auf 32 Prozent an. Somit steigt der Saldo aus positiven und negativen Lageeinschätzungen um drei auf aktuell 16 Punkte. Dies ist der höchste Wert aller Branchen. Ebenfalls günstig entwickeln sich die Geschäftserwartungen:

20 Prozent der Unternehmen erwarten eine Verbesserung ihrer Geschäftslage, 25 Prozent erwarten eine Verschlechterung. In der Vorumfrage hatten nur 13 Prozent mit einer Verbesserung gerechnet, 37 Prozent aber mit einer Verschlechterung. Es überwiegen also noch immer die negativen gegenüber den positiven Erwartungen. Dennoch verbessert sich der Saldo um ganze 19 Punkte und erreicht mit minus fünf Prozentpunkten nach der Industrie (minus zwei Punkte) den zweithöchsten Wert aller Branchen. Das vergleichsweise günstige Geschäftsklima im Dienstleistungssektor macht sich auch bei den Investitions- und Beschäftigungsplänen bemerkbar. Der Anteil der Unternehmen, die mehr investieren wollen, steigt von 14 auf 19 Prozent. Ihre Investitionen zurückfahren wollen nur noch 20 Prozent, gegenüber 33 Prozent in der Vorumfrage. Dabei dominieren auch im Dienstleistungssektor Ersatzinvestitionen. Mit 32 Prozent werden Investitionen in Produktinnovationen am zweithäufigsten genannt, vor Rationalisierungsinvestitionen (28 Prozent). Letztere liegen in allen anderen Branchen auf Platz zwei. Der Anteil der Investitionen in Produktinnovationen ist mit 45 Prozent in Berlin sogar außergewöhnlich hoch. Ein Grund hierfür dürfte die Dynamik des Berliner Wirtschaftsclusters der Kreativwirtschaft sein, da die Unternehmen der Kreativwirtschaft besonders stark in Produktinnovationen investieren. Auch die Beschäftigungspläne der Unternehmen entwickeln sich positiv. 19 Prozent wollen ihre Beschäftigtenzahl erhöhen, gegenüber nur zwölf Prozent in der Vorumfrage. Und planten zum Jahresbeginn 2009 noch 25 Prozent der Unternehmen einen Beschäftigungsabbau, so fällt dieser Anteil auf aktuell ebenfalls 19 Prozent. Zunehmende und abnehmende Beschäftigungspläne halten sich also bereits wieder die Waage, wobei im IHK-Bezirk Potsdam und in Berlin sogar ein Nettozuwachs an Beschäftigung geplant ist.

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Konjunkturreport 2010 der Industrie- und Handelskammern in Berlin und Brandenburg					

Angaben in Prozent

Personalpläne nach Branchen in Berlin-Brandenburg
	
	 Verarbeitendes Gewerbe	 Baugewerbe	 Handel	 Dienstleistungsgewerbe	 Verkehrsgewerbe	 Gesamt	

zunehmend		gleich bleibend	
2009	 11	 7	 9	 12	 6	 11	 2010	 12	 4	 12	 19	 17	 15	 2009	 61	 58	 69	 62	 61	 62	 2010	 62	 67	 70	 62	 61	 63	

abnehmend
2009	 28	 35	 22	 25	 33	 27	 2010 26 29 18 19 22 22

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Verkehrsgewerbe – trotz Einbruch beim Güterverkehr positives Investitionsklima Der durch die weltweite Wirtschaftskrise bedingte Umsatzeinbruch beim Güterverkehr hat auch das Verkehrsgewerbe in Berlin und Brandenburg hart getroffen. Während aktuell 24 Prozent der Unternehmen ihre Geschäftslage als gut bezeichnen – ein Anstieg von zwei Punkten gegenüber der Vorumfrage –, erhöht sich der Anteil derer, die die Lage als schlecht einschätzen, um fünf Punkte auf 29 Prozent. Der Saldo aus positiven und negativen Lageeinschätzungen verschlechtert sich somit gegen den Trend und fällt von minus zwei in der Vorumfrage auf aktuell minus fünf Prozentpunkte. Stark verbessert haben sich hingegen die Geschäftserwartungen: Während in der Vorumfrage nur drei Prozent der Unternehmen mit einer sich verbessernden Geschäftslage gerechnet hatten, steigt dieser Anteil aktuell auf 17 Prozent an. Hatte vor einem Jahr noch mehr als die Hälfte der Unternehmen mit einer Verschlechterung seiner Geschäfts-

lage gerechnet (55 Prozent), so tun dies aktuell nur noch 27 Prozent. Unter allen Branchen am günstigsten entwickeln sich die Investitionspläne im Verkehrsgewerbe: Hier wollten vor einem Jahr noch 34 Prozent der Unternehmen ihre Investitionen zurückfahren, während nur 14 Prozent sie ausweiten wollten. Aktuell planen hingegen wieder 26 Prozent steigende Investitionen. Nur noch 17 Prozent wollen weniger investieren. Dabei werden neben Investitionen in Ersatzbedarf (85 Prozent) besonders häufig Investitionen in Umweltschutz (25 Prozent) und in Rationalisierungsmaßnahmen (23 Prozent) genannt, gefolgt von Kapazitätsausweitung (19 Prozent) und Produktinnovation (acht Prozent). Auch die Beschäftigungspläne der Unternehmen des Verkehrsgewerbes verbessern sich deutlich. Der Anteil der Unternehmen, die ihre Beschäftigtenzahl erhöhen wollen, steigt von sechs auf 17 Prozent. Beschäftigung abbauen wollen hingegen 22 Prozent der Unternehmen, gegenüber 33 Prozent in der Vorumfrage.

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Ergebnisse der Konjunkturumfrage zum Jahresbeginn 2010
	 	 Geschäftslage
gut	 befriedigend	 schlecht	 28	 53	 19	 27	 52	 21	 45	 43	 12	 28	 56	 16	 23	 60	 17	 54	 38	 8	 29	 50	 21	 29	 48	 23	 42 45 13

Berlin-Brandenburg	 2010	 2009	 2008	

Berlin	 2010	 2009	 2008	

Brandenburg 2010	 2009	 2008	

Geschäftserwartungen
eher günstiger	 eher gleichbleibend	 eher ungünstiger	 19	 54	 27	 11	 48	 41	 23	 60	 17	 24	 51	 25	 15	 42	 43	 39	 49	 12	 18	 55	 27	 8	 51	 41	 17 65 18

Investitionspläne
steigen	 gleich bleiben	 fallen	 keine Investitionen	 19	 43	 24	 14	 14	 37	 36	 13	 23	 47	 19	 11	 24	 42	 24	 10	 11	 40	 39	 10	 34	 43	 17	 6	 17	 43	 24	 16	 15	 36	 33	 16	 20 48 20 12

Motiv für Investitionen	 (Mehrfachnennungen möglich)
Rationalisierung	 Produktinnovation	 Kapazitätsausweitung	 Umweltschutz	 Ersatzbedarf	 36	 31	 19	 15	 70	 38	 29	 18	 12	 68	 30	 29	 29	 11	 67	 39	 42	 25	 20	 65	 43	 42	 19	 13	 61	 34	 40	 37	 10	 63	 34	 24	 16	 12	 74	 35	 21	 17	 11	 72	 29 24 25 12 70

Beschäftigungspläne	
zunehmend	 gleichbleibend	 abnehmend	

	
15	 63	 22	

	
11	 62	 27	

	
23	 62	 15	

	
20	 59	 21	

	
12	 57	 31	

	
32	 55	 13	

	
13	 66	 21	

	
10	 66	 24	 19 66 15

Bedeutung des Berliner bzw. Brandenburger Marktes
wichtig	 weniger wichtig	 keine Wirtschaftsbeziehungen	 40	 42	 18	 39	 45	 16	 40	 41	 19	 36	 49	 15	 38	 52	 10	 41	 49	 10	 42	 34	 24	 40	 36	 24	 40 38 22

Befürwortung einer zügigen Fusion von Berlin und Brandenburg
ja	 nein	 weiß nicht	 64	 15	 21	 68	 13	 19	 58	 21	 21	 70	 9	 21	 76	 6	 18	 73	 7	 20	 56	 24	 20	 55	 24	 21	 51 27 22

Exporte (nur Industrie)
höher	 unverändert	 niedriger	 kein Export	 10	 23	 32	 35	 21	 28	 14	 37	 29	 29	 6	 36	 11	 31	 36	 22	 26	 38	 17	 19	 63	 17	 6	 14	 10	 23	 32	 35	 21	 28	 14	 37	 30 29 6 35

Exporterwartungen (nur Industrie)
zunehmen	 etwa gleichbleibend	 abnehmen	 kein Export	 18	 39	 12	 31	 9	 32	 26	 33	 29	 36	 5	 30	 21	 44	 12	 23	 11	 35	 32	 22	 49	 36	 1	 14	 17	 36	 12	 35	 8	 30	 24	 38	 21 37 7 35

Angaben in Prozent

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Impressum
Die konjunkturelle Lage in der Region Berlin-Brandenburg zum Jahresbeginn 2010 16. gemeinsamer Report Herausgeber: Arbeitskreis der Industrie- und Handelskammern Berlin und Brandenburg Redaktion: IHK Berlin: Christof Wockenfuß IHK Cottbus: Susanne Kwapulinski IHK Ostbrandenburg: Robert Radzimanowski IHK Potsdam: Dr. Christiane Herberg Layout: Jana Gerlach, IHK Ostbrandenburg Grafik: Seiten 4, 6 ,7 ,8 ,9 ,10: Luftbild und Planung GmbH, Große Weinmeisterstraße 3a, 14469 Potsdam. Seiten 3 ,5 ,6 ,10: Jana Gerlach, IHK Ostbrandenburg Druck: Schlaubetal-Druck Kühl OHG, Mixdorfer Straße 1, 15299 Müllrose Stand: Februar 2010
        
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