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Full text: Konjunkturreport ... Issue 2008

Konjunkturreport 2008
der Industrie- und Handelskammern in Berlin und Brandenburg

Inhalt

Wirtschaftliche Lage

Gesamtbild: Der Konjunkturklimaindex Berlin-Brandenburg bewegt sich auf hohem Niveau . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3 Aktuelle Geschäftslage: In allen Branchen überwiegen die positiven Einschätzungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4 Geschäftserwartungen: Optimismus in Industrie und Dienstleistung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5 Exportwirtschaft: Die exportierenden Unternehmen bleiben Motor der Entwicklung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7 Investitionspläne: Die Unternehmen signalisieren weiterhin hohe Investitionsbereitschaft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8 Beschäftigung: Positive Beschäftigungsimpulse setzten sich auch 2008 fort 9 Wirtschaftsraum Berlin-Brandenburg: Der regionale Markt gewinnt an Bedeutung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10

Berichte aus den Wirtschaftsbereichen: Industrie – Antriebskraft der regionalen Wirtschaft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11 Baugewerbe – Stimmungsbild in der Region geteilt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11 Handel - Konsum leicht rückläufig . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12 Dienstleistung – Tragende Säule der regionalen Wirtschaftsentwicklung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13 Verkehrsgewerbe – Hohe Kostenbelastung dämpft Erwartungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14

Ergebnisse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15

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Gesamtbild / Der Konjunkturklimaindex Berlin-Brandenburg bewegt sich auf hohem Niveau.

Konsolidierung auf hohem Niveau
Nach dem Stimmungshoch zu Beginn des Jahres 2007 zeichnet sich gegenwärtig eine Konsolidierung auf hohem Niveau sowohl der Geschäftslage als auch der Geschäftserwartungen ab. Dafür gibt es folgende Gründe: Die Wirtschaft ist in Berlin und Brandenburg im Jahr 2007 ansehnlich gewachsen. Die Exportbilanz hat sich weiter verbessert. Die Erwerbstätigkeit hat zugelegt und die Arbeitslosigkeit ist zurückgegangen. Vor diesem Hintergrund beurteilen die Unternehmen aus der Region ihre Situation zum Teil noch günstiger als bei der letzten Befragung vor einem Jahr. Besonders die Region Südbrandenburg hat hier noch einmal deutlich zugelegt. Allerdings hat sich die Intensität dieser Entwicklungen in den letzten Monaten etwas abgeschwächt, insofern fallen die Geschäftserwartungen verhaltener aus als noch zu Jahresbeginn 2007. Der länderübergreifende Konjunkturklimaindex, der sich aus den Angaben zur Lage und zu den Erwartungen errechnet, ist zwar innerhalb eines Jahres von 128 auf 119 Punkte gesunken, erreicht aber dennoch den zweithöchsten Wert der letzten 15 Jahre. Dies signalisiert, dass der Aufschwung nicht beendet ist, sondern nur etwas an Dynamik verloren hat. Die aktuelle Geschäftslage wird von den Unternehmen in Berlin und Brandenburg auf breiter Basis als gut bzw. befriedigend beurteilt. Im Verlauf des letzten Jahres hat sich in einzelnen Teilregionen die Geschäftslage noch weiter verbessert. Bei den Erwartungen der Unternehmen für das Jahr 2008 überwiegen deutlich die Stimmen, die eine weitere Aufwärtsbewegung der wirtschaftlichen Entwicklung in der Region Berlin-Brandenburg erwarten. Industrie ist Wachstumsmotor Zu diesem guten konjunkturellen Bild haben alle Branchen beigetragen. Besonders auffällig ist die flächendeckend sehr gute Stimmung im verarbeitenden Gewerbe. Die Auslandsumsätze sind gestiegen. Auch das Inlandsgeschäft hat positive Impulse erhalten. Verhaltener zeigt sich dagegen die Bauwirtschaft, deren Geschäfte im 2. Halbjahr 2007 wieder abgeflaut sind. Die aktuelle Lage im Bau wird im Saldo leicht positiv gesehen. Dagegen werden die Zukunftsaussichten etwas negativer beurteilt. Eine wichtige Stütze der wirtschaftlichen Entwicklung bleiben die Dienstleistungsunternehmen. Sie sind in Südbrandenburg und Berlin besonders gut aufgestellt und voller Zuversicht für 2008. In der Mehrheit sind die Händler mit ihrer derzeitigen Geschäftslage zufrieden, allerdings hat sich die Stimmung gegenüber dem Vorjahr eingetrübt. Die verhaltende Konsumneigung der Verbraucher hat die Einzelhändler enttäuscht. Auch für die kommenden Monate rechnet der Handel in Berlin und Brandenburg nur mit einer mäßigen Umsatzentwicklung.

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Konjunkturklimaindex Berlin-Brandenburg
zu Jahresbeginn

128 119 110

120

110

102
100

102

99 96

90

91
1998

91
1999 2000

80

84
2001 2002

84
2003 2004 2005 2006 2007 2008
Geometrisches Mittel der Salden aus positiven und negativen Einschätzungen der aktuellen und der erwarteten Geschäftslage (neutral=100)

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Aktuelle Geschäftslage / In allen Branchen überwiegen die positiven Einschätzungen.

Höchststand nahezu unverändert
Mit einem Anteil von 45 Prozent beurteilt erneut fast die Hälfte aller Unternehmen in der Wirtschaftsregion BerlinBrandenburg ihre aktuelle Geschäftslage als gut. Nur noch zwölf Prozent der Unternehmen sehen sich in einer schlechten Situation. Der Saldo aus positiven und negativen Lageurteilen hat sich nur um vier Prozentpunkte auf insgesamt 33 Prozentpunkte reduziert. Das Ergebnis ist Ausdruck einer breiten und anhaltenden Wirtschaftsbelebung in Berlin und Brandenburg. Industrie und Dienstleistung mit den besten Ergebnissen Die beste Lagebeurteilung kommt erneut von den Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes. Der Anteil derer, die ihre Lage als gut einschätzen, liegt mit 54 Prozent knapp unter dem Vorjahreswert. Der Anteil der Industrieunternehmen, die sich einer schlechten Lage gegenübersehen, ist gegenüber dem Vorjahr auf sieben Prozent gestiegen. Einen besonders kräftigen Schub hat die Industrie in Süd- und Westbrandenburg erlebt. Hier ist der Saldo aus guten und schlechten Einschätzungen der Geschäftslage mit satten 53 bzw. 50 Prozentpunkten im Plus. Nur fünf bzw. neun Prozent der Unternehmen in diesen Regionen sind mit der gegenwärtigen Lage unzufrieden. Auch in Berlin liegt der Saldo mit 50 Prozentpunkten im Plus. Erfreulich ist, dass das Dienstleistungsgewerbe nochmals eine Verbesserung der Geschäftslage vermelden kann. Der Saldo aus positiven und negativen Lageurteilen liegt im Dienstleistungsgewerbe bei 36 Prozentpunkten, gegenüber 31 Prozentpunkten zu Jahresbeginn 2007. Das gute Ergebnis im Handel geht vor allem auf Ostbrandenburg und Berlin zurück. Hier berichten erheblich mehr Händler von einer guten als von einer schlechten Geschäftslage. Der Saldo beträgt 26 bzw. 20 Prozentpunkte. Für das gesamte Land Brandenburg beträgt der Saldo nur neun Prozentpunkte.

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Aktuelle Geschäftslage
Berlin

zu Jahresbeginn
Brandenburg

Berlin-Brandenburg

50 40 30 20 10

Umsatzzahlen der amtlichen Statistik unterstützen das verhaltene Bild der Branche, während bei den Auftragseingängen deutliche Rückgänge erkennbar sind. Zufriedenheit in allen Teilen der Wirtschaftsregion

Branchen- und gebietsübergreifend zeigt sich die Lage in allen Teilregionen erfreu0 lich positiv. Der Grad der -10 Zufriedenheit ist wie in den vorhergehenden Jahren bei 2004 -20 2005 2007 2008 2006 den Berliner Unternehmen am höchsten. Mehr als die Hälfte Saldo aus positiven und negativen Einschätzungen der aktuellen Geschäftslage in Prozentpunkten beurteilt die Lage aktuell als gut. Den größten Schritt gegenDie günstige Situation im Handel beruht hauptsächlich auf über dem Vorjahr hat Südbrandenburg gemacht. Der Saldo der guten und schlechten der hervorragenden Entwicklung im Großhandel. Lageurteile liegt hier bei 40 Prozentpunkten. Gegenüber dem Die Geschäftslage im Baugewerbe hat sich in allen TeilreVorjahr bedeutet dies eine Verbesserung um 17 Prozentpunkgionen gegenüber dem Vorjahr etwas eingetrübt. Der Saldo der positiven und negativen Einschätzungen bleibt in Berlin te. Aber auch in West- und Ostbrandenburg liegt der Saldo mit 30 bzw. 18 Prozentpunkten deutlich im Plus. positiv, für Brandenburg ergibt sich ein leichtes Minus. Die

Geschäftserwartungen / Optimismus in Industrie und Dienstleistung.

Wirtschaft wächst leicht abgeschwächt weiter
Der Ausblick der Unternehmen in das Jahr 2008 lässt eine Fortsetzung der guten konjunkturellen Entwicklung erwarten, wenn auch etwas abgeschwächter als im Jahr 2007. Etwa ein Viertel der Befragten rechnet für das laufende Jahr mit einer günstigeren Geschäftslage, nur 17 Prozent gehen von einer Verschlechterung der Situation aus. Das ergibt einen Saldo von sechs Prozentpunkten, zu Jahresbeginn 2007 lag dieser Wert noch bei 19 Prozent. Geteilte Erwartungen in den Branchen Gemessen an der positiven Einschätzung der aktuellen Lage fallen die Aussagen zur Geschäftserwartung in allen Wirtschaftsbereichen leicht ab. Insgesamt gehen aber 83 Prozent der Unternehmen davon aus, dass das gegenwärtige Niveau gehalten bzw. noch verbessert werden kann. Schon traditionell blickt die Industrie am zuversichtlichsten in die Zukunft. Der Saldo günstigerer und ungünstigerer Erwartungen liegt hier mit 14 Prozentpunkten im Plus. Die positiven Aussichten resultieren hauptsächlich aus den höher als im Vorjahr eingeschätzten Exporterwartungen. Diese sind ein Beleg für die steigende Wettbewerbsfähigkeit der Industrie. Im Jahr 2007 sind bereits wieder leichte binnenwirtschaftliche Wachstumsimpulse spürbar geworden, die sich vor allem in höheren Investitionen manifestieren und damit der Industrie zugute kommen werden. Nach einem erfolgreichen Jahr 2007 sieht das Baugewerbe für die kommenden Monate keine breite Belebung. Allerdings ist auch der Anteil der Unternehmen, die mit einem Abschwung rechnen, nahezu unverändert. Eine gleich bleibende bzw. bessere Entwicklung erwarten 82 Prozent, eine Verschlechterung dagegen 18 Prozent. Eine ähnliche

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Erwartete Geschäftslage
Berlin

zu Jahresbeginn
Brandenburg

Berlin-Brandenburg

50 40 30 20 10 0

– mit Ausnahme des Baugewerbes - in allen Wirtschaftsbereichen deutlich in der Mehrheit. In allen Branchen hat ihr Anteil gegenüber dem Jahresbeginn 2007 allerdings leicht abgenommen. Optimismus in Brandenburg wieder gedämpfter

Nach einem Rekordhoch der Brandenburger Geschäftserwartungen zu Jahresbeginn 2007 -10 sind die Aussichten Anfang 2008 etwas ver2004 -20 2005 2007 2008 2006 haltender: Rund 18 Prozent der Unternehmen erwarten eine günstigere Geschäftslage. Das Saldo aus positiven und negativen Einschätzungen der aktuellen Geschäftslage in Prozentpunkten ist ein Prozentpunkt weniger im Vergleich zu den ungünstigen Erwartungen. In West- und Südbrandenburg ist der Saldo bei den Erwartungen mit fünf bzw. zwei ProzentEntwicklung hat sich auch beim Handel vollzogen. Hatte hier punkten noch im Plusbereich. zu Jahresbeginn 2007 noch der Anteil derjenigen überwogen, In Südbrandenburg zeigen sich die Unternehmen gegenüber die hoffnungsvoll in die Zukunft schauten, so liegt der Saldo dem Vorjahr am zuversichtlichsten. Zwar ist auch hier der der Geschäftserwartungen nun mit sieben Prozentpunkten Anteil der Unternehmen gesunken, die mit einer weiteren im Minus. Der Dienstleistungssektor erwartet dagegen für die Verbesserung der Lage rechnen, gleichzeitig reduzierten sich kommenden Monate gute Geschäfte. aber auch die schlechten Erwartungen. Der höchste Anteil von Unternehmen, die eine weitere Verbesserung der aktuBerliner Wirtschaft weiterhin optimistischer ellen Geschäftslage sehen, findet sich mit einem Fünftel in Westbrandenburg. Der Optimismus wird hauptsächlich von der Industrie und zum Teil vom Dienstleistungsgewerbe geRund 40 Prozent aller Unternehmen in Berlin sind der Übertragen. In West- und Südbrandenburg wird mit einem kräftizeugung, dass sich ihre Geschäftslage in den kommenden zwölf Monaten verbessern wird, lediglich zwölf Prozent gegen Wachstum in diesen Branchen gerechnet. Im Baugewerhen von einer Verschlechterung aus. Die Optimisten sind hier be fallen die Perspektiven einheitlich ungünstiger aus.

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Exportwirtschaft / Die exportierenden Unternehmen bleiben Motor der Entwicklung.

Exporte wachsen rasant
Nach den bislang verfügbaren Ergebnissen der amtlichen Statistik kann für den gesamten Wirtschaftsraum Berlin-Brandenburg im Jahr 2007 mit einem Anstieg der Auslandsumsätze im verarbeitenden Gewerbe um etwa zehn Prozent gerechnet werden. Besonders hoch fällt das Wachstum in Brandenburg mit über 13 Prozent aus. Die Auslandsumsätze der Industrie in Berlin sind um etwa neun Prozent gewachsen. Das positive Ergebnis der Statistik spiegelt sich auch in den Antworten der Industrieunternehmen der Region wider. 29 Prozent der Industrieunternehmen im Wirtschaftsraum Berlin-Brandenburg geben eine Steigerung ihrer Exporte im zurückliegenden Jahr an, bei nur 6 Prozent der Unternehmen gingen sie zurück. Der Anteil der Unternehmen, die gar nicht exportieren, erhöhte sich innerhalb eines Jahres leicht von 34 Prozent zu Jahresbeginn 2007 auf jetzt 36 Prozent. Weiterer Zuwachs der Exporte erwartet Die Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes gehen - trotz der zunehmenden Unsicherheit im Hinblick auf die Entwicklung der Weltkonjunktur - auch für das Jahr 2008 von einem deutlichen Zuwachs ihrer Exporte aus. Knapp ein Drittel rechnet mit weiter steigenden Ausfuhren, mehr als ein Drittel erwartet ein gleich bleibendes Niveau, nur fünf Prozent gehen von einem Rückgang aus. Die Quote derer, die zukünftig keine Lieferungen ins Ausland planen, liegt wie zu Jahresbeginn 2007 bei 30 Prozent. In Berlin melden knapp zwei Drittel der Unternehmen höhere Exporte für das vergangene Jahr. 49 Prozent rechnen mit einem weiteren Anstieg im laufenden Jahr. Lediglich 14 Prozent erwarten auch für 2008 keinen Außenhandelsumsatz. In Brandenburg vermelden 29 Prozent der Unternehmen höhere Exporte in den vergangenen Monaten. Mit einem weiteren Anstieg der Lieferungen ins Ausland im laufenden Jahr rechnen 21 Prozent. Nur sieben Prozent erwarten, dass ihre Exporte abnehmen werden. Etwa ein Drittel der Unternehmen in Brandenburg exportiert bislang keine Güter und plant dies auch für 2008 nicht.

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Investitionspläne / Die Unternehmen signalisieren weiterhin hohe Investitionsbereitschaft.

Investitionsbereitschaft weiterhin hoch
Die gute Geschäftslage und die positiven Geschäftserwartungen, mit denen die Unternehmen des Wirtschaftsraums Berlin-Brandenburg in das Jahr 2008 starten, schlagen sich auch in einer hohen Investitionsbereitschaft nieder. Nach 2007 zum zweiten Mal in Folge überwiegt der Anteil der Unternehmen, die eine Steigerung ihrer Investitionen planen, den Anteil der Unternehmen, die mit sinkenden Investitionen rechnen. Konkret beabsichtigen knapp ein Viertel der Unternehmen, ihre Investitionsausgaben zu erhöhen, während 19 Prozent einen Rückgang erwarten. Der Saldo liegt mit vier Prozentpunkten im Plus, gegenüber einem Plus von sieben Prozentpunkten im Vorjahr. Nur noch etwa jedes zehnte Unternehmen möchte gar keine Investitionen vornehmen. Das nach wie vor wichtigste Investitionsmotiv bleibt der Ersatz ausgedienter oder abgeschriebener Anlagen und Fahrzeuge, dies wurde von 67 Prozent der Unternehmen genannt. Ansonsten ergibt sich im Durchschnitt der Branchen eine leichte Verschiebung hin zu Rationalisierungsanstrengungen (30 Prozent, plus zwei Prozentpunkte) und Produktinnovation (29 Prozent, plus zwei Prozentpunkte). Nur leichte Rückgänge verzeichnet das Investitionsziel der Ausweitung von Kapazitäten (29 Prozent, minus drei Prozentpunkte). Ein sichtbares Zeichen dafür, dass auch weiterhin auf Wachstum gesetzt wird. Am stärksten zeigt sich der Investitionszuwachs im Bereich Umweltschutz, hier steigt der Anteil binnen Jahresfrist von sieben auf elf Prozent. Hauptgrund für diese Entwicklung ist die Einführung der Umweltzone in der Berliner Innenstadt. In erster Linie sind hiervon das Baugewerbe und die Dienstleistungsunternehmen aus Berlin und Brandenburg betroffen. Mehr Investitionsbereitschaft in beiden Ländern Die Berliner Wirtschaft zeigt sich besonders investitionsfreudig. Hier liegt der Anteil der Unternehmen, die eine Steigerung ihrer Investitionsausgaben erwarten, bei 34 Prozent. Er liegt damit um 17 Prozentpunkte über dem Anteil derjenigen, die einen Rückgang der Investitionen erwarten. Nur sechs Prozent der Berliner Unternehmen planen gar keine Investitionen im laufenden Jahr. In Brandenburg erwarten 20 Prozent der Unternehmen höhere Investitionen. Der Anteil von steigenden und fallenden Investitionserwartungen liegt gleichauf. Zwölf Prozent der Unternehmen planen keine Investitionen. Innerhalb Brandenburgs liegt in Südbrandenburg die höchste Investitionsbereitschaft vor, der stärkste Zuwachs wird in Westbrandenburg erwartet.

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Beschäftigung / Positive Beschäftigungsimpulse setzten sich auch 2008 fort.

Knapp jedes vierte Unternehmen plant neue Stellen
Werden die Planungen der Unternehmen Realität, ist auch in diesem Jahr mit einem deutlichen Zuwachs der Beschäftigtenzahlen zu rechnen. Damit setzt sich der positive Beschäftigtentrend der letzten 18 Monate fort. Insgesamt rechnen 23 Prozent der befragten Unternehmen mit steigenden Beschäftigtenzahlen, das sind nur zwei Prozentpunkte weniger als noch vor einem Jahr. Der Anteil der Unternehmen, die sich zu einer Reduzierung des Personals gezwungen sehen, steigt dagegen leicht um drei auf 15 Prozent. Der Saldo von erwarteter Beschäftigungszunahme und -abnahme liegt im Durchschnitt des Wirtschaftsraums mit acht Prozentpunkten im Plus. Im Vorjahr lag der Saldo mit 15 Prozentpunkten noch etwas höher. Beschäftigungsaussichten in allen Teilregionen positiv In Berlin gab es auch schon in den Vorjahren ein Übergewicht der Unternehmen, die einen Zuwachs der Beschäftigten ankündigten. Dieser Trend hat sich auch in diesem Jahr fortgesetzt: Etwa jedes dritte der befragten Berliner Unternehmen plant, im laufenden Jahr zusätzliche Stellen zu schaffen. Dagegen gehen nur 13 Prozent der Unternehmen von einem Beschäftigtenabbau aus. Auch im Land Brandenburg wollen mehr Unternehmen Personal einstellen als abbauen (19 zu 15 Prozent). Dazu trägt vor allem Südbrandenburg bei, wo der Abstand der positiven zu den negativen Beschäftigungserwartungen acht Prozentpunkte beträgt. Zu einer Schaffung neuer Arbeitsplätze könnte es in dieser Teilregion, nach den Erwartungen der Unternehmen zu urteilen, vor allem in der Industrie, im Dienstleistungssektor sowie im Verkehrssektor kommen, während im Baugewerbe und im Handel eher mit einem Beschäftigungsabbau gerechnet werden muss. In Ostbrandenburg halten sich die positiven und die negativen Beschäftigungserwartungen mit je 19 Prozent die Waage. Hier dürften die wesentlichen Impulse aus der Industrie und dem Handel kommen, während sich im Bau- und im Verkehrsgewerbe sowie im Dienstleistungssektor eine negative Tendenz abzeichnet. Der Saldo der Erwartungen im Durchschnitt aller Branchen liegt in Westbrandenburg mit fünf Prozentpunkten im Plus, aber auch hier zeigt sich durch den Rückgang des Saldos um acht Prozentpunkte eine leichte Abkühlung. Die stärksten Beschäftigungsimpulse könnten in Westbrandenburg aus der Industrie kommen. 27 Prozent der Unternehmen dieser Branche rechnen mit einem Stellenzuwachs, während sechs Prozent einen Abbau befürchten. Die größten Rückgänge erwartet das Baugewerbe dieser Region.

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Wirtschaftsraum Berlin-Brandenburg / Der regionale Markt gewinnt an Bedeutung

Votum für die Länderehe
Die wirtschaftliche Verflechtung des Berliner und Brandenburger Marktes ist weiterhin sehr stark. Genauso wie in den Vorjahren haben 81 Prozent der befragten Unternehmen in Berlin und Brandenburg Geschäftsbeziehungen zu Partnern im anderen Bundesland. Die Bedeutung der wirtschaftlichen Vernetzung ist weiter gestiegen. Sie wird von 40 Prozent der Unternehmen als sehr wichtig und von 41 Prozent als weniger wichtig eingeschätzt. Wie im Vorjahr messen auch in diesem Jahr die Unternehmen aus West- und Ostbrandenburg mit 43 bzw. 44 Prozent dem Berliner Markt eine hohe Bedeutung bei. Im Fokus für eine noch engere Verzahnung der beiden Wirtschaftsräume steht weiterhin die Erwartung der Unternehmen auf einen spürbaren Abbau der Bürokratie. Die Haltung der Berliner und Brandenburger Unternehmen zur Frage einer zügigen Fusion der beiden Bundesländer ist weiterhin eindeutig positiv. Die Mehrzahl der befragten Unternehmen befürwortet ein gemeinsames Bundesland. Allerdings ist die Zustimmung im Vergleich zum Vorjahr geringfügig zurückgegangen. Insgesamt sind knapp 58 Prozent der Berlin-Brandenburger Unternehmen für eine Fusion, 21 Prozent sind gegen eine Länderehe und weitere 21 Prozent gaben kein eindeutiges Votum. Die Zustimmung ist bei den Berliner Unternehmen mit knapp 73 Prozent deutlich höher als in Brandenburg, wo sich lediglich 51 Prozent für ein gemeinsames Bundesland aussprechen.

Bedeutung des Berliner bzw. des Brandenburger Marktes zu Jahresbeginn
wichtig

40 41

weniger wichtig

keine Wirtschaftsbeziehungen

19
15 20 25 30 35 40 45 50

0

5

10

Saldo aus positiven und negativen Einschätzungen der aktuellen Geschäftslage in Prozentpunkten

Die Vorteile der Länderfusion werden vornehmlich im Abbau der Bürokratie (74 Prozent) und in der Optimierung der Infrastruktur (58 Prozent) gesehen. Als eine weitere positive Auswirkung der Fusion wird die Vereinheitlichung von Fördermaßnahmen wahrgenommen (40 Prozent). Die Berliner Unternehmen sehen in einer möglichen Fusion zudem die Verbesserung der Standortbedingungen (44 Prozent). Insgesamt wäre die Angleichung der beiden Wirtschaftsräume mit ihren unterschiedlichen wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen ein maßgeblicher Gewinn, den die BerlinBrandenburger Unternehmen aus der Fusion ziehen könnten. Vordringliches Ziel im Vorfeld einer Fusion muss es sein, die Bedenken der Unternehmen hinsichtlich einer größeren finanziellen Belastung (49 Prozent) sowie eines möglichen Identitätsverlustes (45 Prozent) zu zerstreuen. Diese Bedenken werden sowohl von Berliner als auch von Brandenburger Seite gleichermaßen geteilt.

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Wirtschaftsbereiche / Industrie, Baugewerbe, Handel, Dienstleistungen und Verkehrsgewerbe mit guter stabiler Geschäftslage

Wirtschaftliche Belebung hält an
Industrie – Antriebskraft der regionalen Wirtschaft Die Stimmung in den Industrieunternehmen ist in BerlinBrandenburg auf einem hohen Niveau. Im Jahr 2007 setzte sich der Wachstumsprozess in der Branche fort und bildet damit eine feste Grundlage für die wirtschaftliche Entwicklung in der Region. 54 Prozent der Industrieunternehmen beurteilen ihre derzeitige Geschäftslage mit gut. Der Saldo aus positiven und negativen Bewertungen liegt mit 47 Prozentpunkten deutlich im Plus. Der anhaltende Aufschwung basiert auf der Belebung des Binnenmarktes und den guten Exportgeschäften. Hauptsächlich die Investitionsgüterproduzenten berichten von deutlichen Umsatzzuwächsen. Die Erwartungshaltung der Industrieunternehmen ist hingegen etwas verhaltener. 26 Prozent der Befragten rechnen in den kommenden Monaten mit einer günstigen Entwicklung. Dagegen gehen zwölf Prozent der Unternehmen von einem eher ungünstigen Geschäftsverlauf aus. Der Saldo liegt zwar mit 14 Prozentpunkten noch deutlich im Plus, hat sich aber gegenüber dem Vorjahr (28 Prozentpunkte) halbiert. Das verarbeitende Gewerbe wird seinen Wachstumskurs fortsetzen, wenn auch in etwas abgeschwächter Dynamik. Die exportorientierten Unternehmen rechnen weiterhin mit zunehmenden Auslandsgeschäften, allerdings mit etwas geringeren Wachstumsraten. Auch auf dem Binnenmarkt erwarten die Industrieunternehmen ertragreiche Geschäfte. Die erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung in der Industrie führt zu einer hohen Investitionsbereitschaft der Unternehmen. Fast drei von zehn der Industriebetriebe in Berlin und Brandenburg beabsichtigen, ihre Ausgaben zu erhöhen. Die Hälfte der Unternehmen will im gleichen Umfang wie 2007 investieren. Die Industriebetriebe beabsichtigen, die Mittel vorwiegend für die Ersatzbeschaffung, Kapazitätserweiterung und Rationalisierung einzusetzen. Aber auch die Produktinnovation gewinnt bei den Unternehmen immer mehr an Bedeutung. Die höhere Bereitschaft der Industriebetriebe, die Kapazitäten zu erweitern, wirkt sich positiv auf die Beschäftigungsabsichten aus. In Berlin geben drei von zehn der Unternehmen an, den Personalstand aufzustocken. Allerdings ist die Zahl der Betriebe in Berlin, die einen Beschäftigungsabbau planen, gegenüber dem Vorjahr von zwölf Prozent auf 19 Prozent angestiegen. Etwas günstiger sind die Personalplanungen der Brandenburger Unternehmen. 27 Prozent der Industriebetriebe beabsichtigen Neueinstellungen und nur acht Prozent werden Entlassungen vornehmen. Baugewerbe – Stimmungsbild in der Region geteilt Insgesamt hat sich die wirtschaftliche Situation des Baugewerbes in Berlin-Brandenburg im Jahr 2007 etwas erholt. Dennoch ist die Branche von einem langanhaltenden Auf-

Konjunkturreport 2008 der Industrie- und Handelskammern in Berlin und Brandenburg

Angaben in Prozent

Aktuelle Geschäftslage nach Branchen in Berlin-Brandenburg
gut befriedigend 2008 2007
39 60 47 44 50 43 42 61 54 47 56 47

2008
Verarbeitendes Gewerbe Baugewerbe Handel Dienstleistungsgewerbe Verkehrsgewerbe Gesamt 54 22 32 46 32 45

2007
56 30 35 42 35 45

schlecht 2008 2007
7 18 21 10 18 12 2 9 11 11 9 8

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schwung noch weit entfernt. Die Aussagen der Unternehmen basieren auf einem niedrigen Ausgangsniveau, bedingt durch den Schrumpfungsprozess in den vergangenen Jahren. Das Stimmungsbild der Bauwirtschaft ist in der Region BerlinBrandenburg geteilt. 43 Prozent der Berliner Bauunternehmen berichten von einer guten Geschäftslage, das sind 13 Prozent mehr als zur Vorjahresumfrage. Vor allem im Wohnungsbau konnte das Berliner Baugewerbe in der Vergangenheit einen kräftigen Umsatzzuwachs verbuchen. Im Brandenburger Baugewerbe ist hingegen der Erholungsprozess ins Stocken geraten. 17 Prozent der Unternehmen schätzen ihre derzeitige Lage als gut ein, demgegenüber stehen aber 18 Prozent, die eine negative Bewertung abgeben. Der Saldo aus positiven und negativen Einschätzungen beträgt minus ein Prozentpunkt. Im Vorjahr lag er mit 22 Prozentpunkten noch deutlich im Plus. Die Nachfrage nach Bauleistungen hat sich im Verlauf des Jahres 2007 wieder etwas abgeschwächt. Die Prognosen der Bauunternehmen bestätigen, dass mit einem stabilen Wachstum in der Branche nicht zu rechnen ist. Sowohl in Berlin wie auch in Brandenburg sehen die Bauunternehmen skeptischer in die Zukunft als noch vor einem Jahr. Nur acht Prozent der Baubetriebe in der Region erwarten ein leichtes Wachstum, dagegen gehen 18 Prozent von einem eher ungünstigen Geschäftsverlauf aus. Somit ist der Saldo wieder deutlich mit zehn Prozentpunkten im Minusbereich. Im Vorjahr war der Erwartungssaldo noch mit acht Prozentpunkten im Plusbereich. Die Baubetriebe gehen sowohl im gewerblichen Bau wie auch im Wohnungsbau von einer sinkenden Nachfrage aus. Dennoch rechnen die Unternehmen nicht mit einer Talfahrt wie in den vergangenen Jahren. Die skeptischen Erwartungen der Unternehmen spiegeln sich auch bei den Investitionsabsichten wider. Nur sieben Prozent der Baubetriebe planen, die Investitionsausgaben zu erhöhen und mehr als die Hälfte werden im gleichen Umfang wie 2007 investieren. Fast 40 Prozent werden ihre Ausgaben senken bzw. gar nicht investieren. Wichtigstes Motiv für Investitionen ist bei 92 Prozent der Unternehmen nach wie

vor die Ersatzbeschaffung. Auf Grund der Einführung der Umweltzone sehen sich viele Bauunternehmen gezwungen, ihren Fuhrpark zu modernisieren. Eine spürbare Belebung des Arbeitsmarktes wird es in der Baubranche nicht geben. 77 Prozent der Bauunternehmen werden ihren Personalstand nicht ändern, dagegen planen nur drei Prozent Neueinstellungen. Handel- Konsum leicht rückläufig Die Unternehmen des Handels sind in der Mehrheit mit dem Geschäftsverlauf in den vergangenen Monaten zufrieden. 32 Prozent der Berliner und Brandenburger Händler bewerten ihre Geschäftslage als gut und 47 Prozent gaben ein befriedigendes Urteil ab. Der Saldo liegt mit elf Prozentpunkten im Plusbereich. Gegenüber der Vorjahresumfrage hat sich die Stimmung bei den Händlern allerdings etwas eingetrübt. Der Einzelhandel bekommt die verhaltene Kaufbereitschaft der Verbraucher immer mehr zu spüren. Die Mehrwertsteuererhöhung, gestiegene Preise im Lebensmittelbereich sowie die hohen Kosten für Energie und Kraftstoffe mindern das Budget der privaten Haushalte. Die Auswirkungen haben die Händler in Berlin und Brandenburg gleichermaßen zu spüren bekommen. Dass der Handel insgesamt trotzdem ein gutes Umfrageergebnis erreicht hat, ist den unternehmensnahen Großhändlern zu verdanken. Die Aussichten des Handels für den künftigen Geschäftsverlauf sind in Berlin etwas günstiger als in Brandenburg. 23 Prozent der Berliner Unternehmen gehen von einer positiven Geschäftsentwicklung aus, während 65 Prozent das Niveau halten werden. Auf Grund steigender Tourismuszahlen und der vielen attraktiven Einkaufsmöglichkeiten in der Hauptstadt rechnet der Berliner Handel mit einer steigenden Kaufkraft, nicht zuletzt auch aus den Randgebieten. In Brandenburg sind die Erwartungen dagegen wesentlich verhaltener. 15 Prozent der Händler gehen von einer günstigeren Geschäftsentwicklung aus, dagegen sehen aber fast

Konjunkturreport 2008 der Industrie- und Handelskammern in Berlin und Brandenburg

Angaben in Prozent

Geschäftserwartung nach Branchen in Berlin-Brandenburg
besser 2007
37 24 24 26 25 32

2008
Verarbeitendes Gewerbe Baugewerbe Handel Dienstleistungsgewerbe Verkehrsgewerbe Gesamt 26 8 17 26 17 23

gleich bleibend 2008 2007
62 74 59 57 57 60 54 60 61 55 58 55

schlechter 2008 2007
12 18 24 17 26 17 9 16 15 19 17 13

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Konjunkturreport 2008 der Industrie- und Handelskammern in Berlin und Brandenburg

Angaben in Prozent

Investitionspläne nach Branchen in Berlin-Brandenburg
steigend 2008 2007 Verarbeitendes Gewerbe Baugewerbe Handel Dienstleistungsgewerbe Verkehrsgewerbe Gesamt 29 7 23 18 14 23 32 14 25 18 26 25 gleich bleibend 2008 2007 49 54 36 53 51 47 45 46 44 52 34 46 fallend 2008 2007 16 25 21 19 20 19 18 22 13 18 27 18 keine Invest. 2008 2007 6 14 20 10 15 11 5 18 18 12 13 11

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doppelt so viele skeptisch in die Zukunft. Besonders in den ländlichen Regionen Brandenburgs erwarten die Handelsunternehmen weiterhin eine niedrige Kaufkraft, bedingt auch durch den anhaltenden Bevölkerungsrückgang. Die Effekte der Entspannung auf dem Arbeitsmarkt reichen nicht, um in Brandenburg den Konsum spürbar zu beleben. Obwohl sich die Umsatzerwartungen der Händler in Berlin und Brandenburg nicht ganz erfüllt haben, ist die Investitionsbereitschaft der Unternehmen relativ hoch. 23 Prozent der Unternehmen beabsichtigen, ihre Ausgaben zu erhöhen, hauptsächlich für den Ersatzbedarf und für Rationalisierungsmaßnahmen. Regional betrachtet ist das Investitionsengagement vor allem bei der Kapazitätsausweitung in Berlin etwas stärker als in Brandenburg. Im Wesentlichen wird die Beschäftigungssituation in Berlin und Brandenburg stabil bleiben. Rund zwei Drittel der Unternehmen werden den Personalstand nicht verändern. Geplante Neueinstellungen und Beschäftigungsabbau gleichen sich aus, wobei in Berlin die Voraussetzungen für zusätzliche Arbeitsplätze etwas günstiger sind. Dienstleistung – Tragende Säule der regionalen Wirtschaftsentwicklung Die Dienstleistungswirtschaft hat im Vergleich zur Vorjahresumfrage weiter an Dynamik gewonnen. In Berlin und Brandenburg ist das Dienstleistungsgewerbe neben der Industrie wichtigster Wachstumsträger für die regionale Wirtschaft. Von guten Geschäften berichten 46 Prozent der Unternehmen und nur zehn Prozent sind mit ihrer wirtschaftlichen Situation nicht zufrieden. Der Saldo aus positiven und negativen Einschätzungen beträgt 36 Prozentpunkte und übertrifft damit sogar den Vorjahressaldo um drei Prozentpunkte. Die guten Bewertungen der Branche basieren vor allem auf den Aussagen der unternehmensnahen Dienstleister. Die positive Entwicklung in der Industrie und in der Baubranche bescherte besonders den Ingenieurbüros, Unternehmensberatern, Finanzdienstleistern und Werbeagenturen gute

Geschäfte. Die Erwartungen der Dienstleister sind gegenüber den Lageeinschätzungen etwas zurückhaltender. Die Branche bleibt aber weiterhin auf Wachstumskurs, das signalisieren vor allem die Aussichten der Berliner Unternehmen. In Berlin und Brandenburg gehen 26 Prozent der Dienstleister von guten Geschäften aus und 17 Prozent rechnen mit einem eher ungünstigen Verlauf. Die Erwartungshaltung des Dienstleistungsgewerbes hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht verändert. Der Saldo aus günstigen und ungünstigen Erwartungen liegt mit neun Prozentpunkten im Plusbereich, im Vorjahr waren es sieben Prozentpunkte. Die positiven Aussichten stützen sich insbesondere auf den Wachstumskurs der Industrie und der damit verbundenen wirtschaftlichen Belebung in der Region. Angesichts der guten Geschäftsentwicklung und der optimistischen Erwartungen werden die Unternehmen zukünftig mehr investieren. Allein in Berlin beabsichtigen 38 Prozent der Unternehmen ihre Ausgaben zu erhöhen. In Brandenburg ist der Anteil nicht ganz so hoch, aber auch hier ist das Investitionsklima freundlich. Für 67 Prozent der Dienstleister ist die Ersatzbeschaffung wichtigstes Investitionsmotiv. Wie im Baugewerbe verursacht die Einführung der Berliner Umweltzone auch bei den Dienstleistern zusätzlichen Investitionsbedarf. In die Produktinnovation werden 28 Prozent der Unternehmen investieren und zu jeweils 27 Prozent in die Rationalisierung und Kapazitätsausweitung. Die Beschäftigungsabsichten der Unternehmen im Dienstleistungsbereich divergieren in Berlin und Brandenburg. In Berlin planen 42 Prozent der Unternehmen ihren Personalstand aufzustocken, 48 Prozent beabsichtigen, die Beschäftigtenzahl nicht zu verändern und nur zehn Prozent werden sie reduzieren. In Brandenburg wird es dagegen zu keinem spürbaren Beschäftigungszuwachs in der Branche kommen. 64 Prozent planen den Personalstand auf gleichem Niveau zu belassen. Neueinstellungen und geplante Entlassungen halten sich die Waage.

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Konjunkturreport 2008 der Industrie- und Handelskammern in Berlin und Brandenburg

Angaben in Prozent

Personalpläne nach Branchen in Berlin-Brandenburg
zunehmend 2008 2007
Verarbeitendes Gewerbe Baugewerbe Handel Dienstleistungsgewerbe Verkehrsgewerbe Gesamt 27 3 17 22 17 23 31 11 16 25 20 25

gleich bleibend 2008 2007
62 77 65 59 69 62 61 73 72 59 67 63

abnehmend 2008 2007
11 20 18 19 14 15 8 16 12 16 13 12

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Verkehrsgewerbe – Hohe Kostenbelastung dämpft Erwartungen Das Verkehrsgewerbe hat an die guten Vorjahresergebnisse angeknüpft und konnte seine Geschäftstätigkeit weiter ausbauen. Ein Drittel der Unternehmen bewertet seine derzeitige Lage mit gut und die Hälfte gaben ein befriedigendes Urteil ab. Vor allem die Aussagen der Brandenburger Unternehmen haben zu diesen guten Umfragewerten beigetragen. Auf Grund der gestiegenen Aufträge aus der gesamten gewerblichen Wirtschaft sind die Umsätze insbesondere im Güterverkehr gestiegen. Der Saldo aus positiven und negativen Lageeinschätzungen ergibt plus 14 Prozentpunkte. Gegenüber der Vorjahresumfrage hat er sich allerdings um zwölf Prozentpunkte verschlechtert. Vor allem bei den Berliner Unternehmen hat sich die Stimmung sich gegenüber der Umfrage zu Jahresbeginn 2007 deutlich eingetrübt. Das Verkehrsgewerbe in Berlin und Brandenburg hat seine Erwartungen gegenüber dem Vorjahr nach unten korrigiert. Die starke Kostenbelastung durch die steigenden Kraftstoffpreise und der harte Wettbewerb in der Branche lassen das Verkehrsgewerbe skeptisch in die Zukunft blicken. Nur noch 17 Prozent der Befragten gehen von einem günstigeren Geschäftsverlauf aus. Im Vorjahr betrug der Anteil noch 25 Prozent.

Mehr als ein Viertel der Unternehmen in Berlin und Brandenburg erwarten eine her ungünstigere Geschäftsentwicklung. In Berlin sind die Erwartungen etwas optimistischer als in Brandenburg, obwohl auch hier die Zahl der Unternehmen zugenommen hat, die mit einer Verschlechterung rechnen. Die verhaltenen Aussichten machen sich auch bei den Investitionsabsichten der Unternehmen bemerkbar. Der Anteil von Unternehmen, die planen die Ausgabenerhöhungen planen, ist von 26 Prozent im Vorjahr auf aktuell 14 Prozent gefallen. Mehr als ein Drittel der Befragten werden in geringerem Umfang bzw. gar nicht investieren. Die Unternehmen werden die geplanten Mittel hauptsächlich für die Ersatzbeschaffung verwenden. Erfreulich ist, dass trotz der zurückhaltenden Erwartungen 23 Prozent der Unternehmen in die Kapazitätsausweitung investieren werden. Die Beschäftigtensituation wird im Verkehrsgewerbe stabil bleiben. 17 Prozent der Unternehmen planen Personal neu einzustellen und 69 Prozent werden den derzeitigen Personalbestand nicht verändern.

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Ergebnisse der Konjunkturumfrage zu Jahresbeginn 2008
Berlin-Brandenburg 2008 2007 2006 Geschäftslage
1. gut 2. befriedigend 3. schlecht 45 43 12 45 47 8 31 50 19 54 38 8 55 39 6 39 47 14 42 45 13 40 51 9 26 53 21

Berlin 2008 2007 2006

Brandenburg 2008 2007 2006

Geschäftserwartungen
1. eher günstiger 2. eher gleichbleibend 3. eher ungünstiger 23 60 17 32 55 13 27 54 19 39 49 12 48 46 6 42 48 10 17 65 18 24 60 16 16 58 26

Investitionspläne
1. steigen 2. gleich bleiben 3. fallen 4. keine Investitionen 23 47 19 11 25 46 18 11 21 41 23 15 34 43 17 6 31 47 15 7 29 43 20 8 20 48 20 12 22 46 19 13 15 39 26 20

Motiv für Investitionen
1. Rationalisierung 2. Produktinnovation 3. Kapazitätsausweitung 4. Umweltschutz 5. Ersatzbedarf

(Mehrfachnennungen möglich)
30 29 29 11 67 28 27 32 7 61 31 33 28 5 66 34 40 37 10 63 32 39 35 6 57 28 47 33 5 59 29 24 25 12 70 26 20 30 7 63 33 23 24 5 72

Beschäftigungspläne
1. zunehmend 2. gleichbleibend 3. abnehmend 23 62 15 25 63 12 20 57 23 32 55 13 36 54 10 30 55 15 19 66 15 19 67 14 13 58 29

Bedeutung des Berliner bzw. Brandenburger Marktes
1. wichtig 2. weniger wichtig 3. keine Wirtschaftsbeziehungen 40 41 19 37 45 18 42 40 18 41 49 10 36 57 7 42 49 9 40 38 22 38 39 23 42 34 24

Befürwortung einer zügigen Fusion von Berlin und Brandenburg
1. ja 2. nein 3. weiß nicht 58 21 21 59 25 16 67 19 14 73 7 20 76 14 10 77 11 12 51 27 22 51 30 19 60 25 15

Exporte (nur Industrie)
höher unverändert niedriger kein Export 29 29 6 36 27 34 5 34 24 31 7 38 63 17 6 14 46 27 8 19 34 35 9 22 30 29 6 35 27 34 5 34 24 31 7 38

Exporterwartungen (nur Industrie)
zunehmen etwa gleichbleibend abnehmen kein Export
Angaben in Prozent

29 36 5 30

34 34 3 29

29 36 6 29

49 36 1 14

48 28 5 19

34 41 7 18

21 37 7 35

28 37 2 33

25 33 5 37

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Impressum
Die konjunkturelle Lage in der Region Berlin-Brandenburg zum Jahresbeginn 2008 14. gemeinsamer Report Herausgeber: Arbeitskreis der Industrie- und Handelskammern Berlin und Brandenburg Redaktion: IHK Berlin: Dr. Petra König, Dr. Sebastian Pickerodt, Julian Donaubauer IHK Cottbus: Susanne Kwapulinski IHK Ostbrandenburg: Robert Radzimanowski IHK Potsdam: Dr. Christiane Herberg, Tilo Schneider Layout: Jana Gerlach, IHK Ostbrandenburg Grafik: Seiten 4,6,7,8,9,10: Luftbild und Planung GmbH, Große Weinmeisterstraße 3a, 14469 Potsdam. Seiten 3,5,6,10: Jana Gerlach, IHK Ostbrandenburg Druck: Schlaubetal-Druck Kühl OHG, Mixdorfer Straße 1, 15299 Müllrose Stand: Februar 2008
        
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