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Full text: Konjunkturreport ... Issue 2006

Die konjunkturelle Lage in der Region Berlin-Brandenburg Umfrage 2006 12. gemeinsamer Report des Arbeitskreises der Industrie- und Handelskammern Berlin und Brandenburg

Autoren: IHK Berlin, IHK Cottbus, IHK Frankfurt (Oder), IHK Potsdam, Grafik (Seiten 5, 7, 9, 10, 12, 14):

Achim Rothe Susanne Kwapulinski Robert Radzimanowski Tilo Schneider Luftbild und Planung Ges. für Landschafts-, Landes- und Umweltplanung, Fernerkundung und digitale Verarbeitung von Planungsdaten mbH Behlertstraße 7, 14469 Potsdam

Im Februar 2006

Signale der Wirtschaft deuten auf Wachstum!

120 110 100 91 90 80 70 60 1997 1998 1999 84

Konjunkturklimaindex
107 102 91 84 84 99 96 110

2000

2001

2002

2003

2004

2005

2006

Berlin-Brandenburg

Das Stimmungsbild in der Wirtschaftsregion Berlin - Brandenburg hat sich gegenüber der Vorjahresumfrage deutlich verbessert. Der Saldo aus positiven und negativen Lageeinschätzungen und Erwartungen ist seit längerem wieder im Plus. Sowohl in Berlin als auch in Brandenburg hat sich die Geschäftslage der Unternehmen stabilisiert und teilweise sogar spürbar verbessert. Die Prognosen der Unternehmen deuten darauf hin, dass dieser positive Trend in 2006 anhält. In der Wirtschaftsregion Berlin - Brandenburg besteht Zuversicht für die weitere Wirtschaftsentwicklung. Der Konjunkturklimaindex ist auf 110 Punkte gestiegen und damit so hoch wie in den letzten zehn Jahren nicht.

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Getragen wird dieser Optimismus vor allem von der Berliner Wirtschaft. Sowohl die Lage als auch die Erwartungen der befragten Unternehmen haben sich innerhalb eines Jahres erheblich verbessert. Aber auch bei den Brandenburger Unternehmen geht es langsam aufwärts. Die Einschätzungen fallen zwar nicht ganz so positiv aus wie in Berlin, aber sie lassen auf eine allmähliche wirtschaftliche Erholung hoffen. Bei den Erwartungen sind die Brandenburger Unternehmen etwas zurückhaltender. Viele der Befragten sind noch skeptisch, ob der Kurs der neuen Regierung wirklich Entlastungen bringt und die Binnenkonjunktur anzieht. Trotz der guten Umfrageergebnisse ist es noch zu früh, von einem Aufschwung in der Region zu sprechen. Dazu sind die Signale aus den einzelnen Branchen noch nicht konstant genug. Das Verarbeitende Gewerbe befindet sich weiterhin auf Wachstumskurs und ist eine wichtige Stütze für die

konjunkturelle Entwicklung der Wirtschaftsregion Berlin - Brandenburg. Gegenüber der Vorjahresumfrage hat sich auch bei den Dienstleistern die Geschäftslage erheblich verbessert. Bei den Händlern ist das Stimmungsbild zweigeteilt. Während von den Berliner Händlern seit langer Zeit die Geschäftslage erstmals wieder überwiegend positiv eingeschätzt wird, mussten die Brandenburger Umsatzeinbußen hinnehmen. Die Lage im Baugewerbe bremst weiterhin die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in der Region. Positiv in das Jahr 2006 blicken die Industriebetriebe, die auch in den kommenden Monaten mit steigenden Umsätzen und guten Ausfuhrgeschäften rechnen. Auch der Optimismus der Dienstleister hält an und verspricht einen guten Geschäftsverlauf. Die Erwartungen der Händler in der Wirtschaftsregion Berlin Brandenburg bleiben unterschiedlich. Die Berliner Unternehmen rechnen nicht zuletzt wegen der Fußball WM in den kommenden Monaten mit steigenden Umsätzen und einer Verbesserung ihrer Geschäftslage. Der Brandenburger Handel ist bei den Geschäftsaussichten eher skeptisch. Die hohe regionale Arbeitslosigkeit und die sinkenden Einwohnerzahlen wirken sich nachteilig auf die Kaufkraft aus. Der Schrumpfungsprozess des Baugewerbes wird sich in der gesamten Region voraussichtlich noch fortsetzen.

Im Rahmen der 12. gemeinsamen Umfrage der Industrie- und Handelskammern zur Lage in der Wirtschaftsregion Berlin-Brandenburg wurden in der ersten Januarhälfte 2006 die Antworten von 1500 Unternehmen der Branchen Industrie, Handel, Dienstleistungen, Verkehr und Bauwirtschaft ausgewertet.

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Aktuelle Geschäftslage deutlich verbessert
Im gesamten Wirtschaftsraum Berlin - Brandenburg wird die aktuelle Geschäftslage, trotz hoher Energie- und Rohstoffpreise, wesentlich besser beurteilt als noch vor einem Jahr. Endlich überwiegen wieder die positiven Lageurteile: Sie sind auf einen Anteil von 31 Prozent gestiegen. Der stärkste Zuwachs an positiven Stimmen geht auf das Konto der Berliner Wirtschaft. Aber auch in Brandenburg hat sich die Stimmung der gewerblichen Wirtschaft spürbar verbessert. Der Saldo aus positiven und negativen Beurteilungen ist deutlich im Plus. Das Ergebnis macht deutlich, dass sich in vielen Unternehmen die wirtschaftliche Situation stabilisiert hat. Eine wichtige Säule ist nach wie vor das Verarbeitende G ewerbe. Die erfolgreiche Entwicklung in dieser Branche basiert vor allem auf den guten Auslandsgeschäften in den vergangenen Monaten.

Obwohl die Binnenkonjunktur immer noch schwach ist, verzeichneten die Industrieunternehmen auch bei den Inlandsgeschäften leichte Zuwächse. Besonders die unternehmensnahen Dienstleister profitieren von dem Wachstum in der Industrie. Die wirtschaftliche Lage hat sich bei der Mehrheit der Dienstleistungsunternehmen verbessert bzw. ist stabil geblieben. Im Handel sind die Einschätzungen der Berliner und Brandenburger völlig gegensätzlich. In Berlin ist der Handel besser in Schwung gekommen und konnte in den vergangenen Monaten seine Umsätze steigern. Für die meisten Händler in Brandenburg sind die Geschäfte, insbesondere das Weihnachtsgeschäft, nicht so gut gelaufen. Umsatzrückgänge und ein aggressiver Wettbewerb führten vor allem bei den Facheinzelhändlern zu
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massiven Einbußen. Die Lage im Baugewerbe ist unverändert angespannt. Nur in Westbrandenburg gibt es Anzeichen für eine langsame Erholung der Bauwirtschaft. Die öffentlichen Investitionen wurden weiter eingeschränkt und auch aus der Wirtschaft fehlten die Aufträge. Es stimmt zuversichtlich, dass sich trotz der teils sehr schwierigen Rahmenbedingungen in allen Teilregionen die wirtschaftliche Situation verbessert hat. In Westbrandenburg schätzen 26 Prozent der Unternehmen ihre Geschäftslage mit gut ein. Die negativen Urteile sind auf 18 Prozent zurückgegangen, das sind sechs Prozentpunkte weniger als noch im Vorjahr. Per Saldo ist die aktuelle Geschäftslage in Westbrandenburg mit acht Punkten im Plus. In Ostbrandenburg ist der Anteil von positiven Langeinschätzungen mit 29 Prozent im Land Brandenburg am höchsten. Der Saldo aus guten und schlechten Beurteilungen beträgt plus sechs Punkte. Im Vorjahr lag er noch bei minus neun Punkten. Auch in Südbrandenburg hat sich die Stimmung der Unternehmen aufgehellt. Rund 23 Prozent der Befragten bewerten ihre wirtschaftliche Situation mit gut; per Saldo plus ein Prozentpunkt. Mehr als die Hälfte war mit dem bisherigen Geschäftsverlauf zufrieden. Deutlich verbessert hat sich die Lage in der Berliner Wirtschaft. Für vier von zehn Unternehmen war der bisherige Geschäftsverlauf erfolgreich. Nur 14 Prozent der Befragten schätzen ihre Lage als schlecht ein. In allen Teilregionen war die Industrie und das Dienstleistungsgewerbe die entscheidende Basis für den guten Geschäftsverlauf.

Konjunkturreport 2006
der Industrie- und Handelskammern in Berlin-Brandenburg

Aktuelle Geschäftslage zum Jahresbeginn
45% 40% 35% 30% 25% 20% 15% 10% 5% 0% 2000 2001 2002 2003 gut 2004 schlecht 2005 2006 Saldo pos./neg. Werte
24% 23%

15% 12% 7% 1%
33% 39%

10% 5%

-1% -4%

0%
31%

29% 22% 18%

-5% -10%
19%

-15%

28% 19% 24%

25%

26%

-15% -20% -25% -30%

-20%

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Mehr Optimismus bei den Geschäftserwartungen
Die Prognosen der Unternehmen geben zur Hoffnung Anlass, dass sich die Konjunktur in den kommenden Monaten belebt. 27 Prozent der Befragten gehen von einem günstigen Geschäftsverlauf aus. Die Zahl der Pessimisten ist gegenüber der Vorjahresumfrage um elf Prozentpunkte geschrumpft. Der Saldo aus negativen und positiven Erwartungen ist mit acht Prozentpunkten deutlich im Plus. Der Optimismus wird sehr nachhaltig von den Industrieunternehmen getragen. Sie rechnen damit, dass sowohl die Auslands- wie auch die Inlandsgeschäfte zunehmen werden. Jedes vierte der regionalen Dienstleistungsunternehmen geht von günstigeren Geschäften aus; hier wird die Tendenz vor allem durch die Berliner Unternehmen geprägt. Dagegen sieht das Baugewerbe der künftigen wirtschaftlichen Entwicklung sehr skeptisch entgegen. Sowohl in Brandenburg wie auch in Berlin rechnet die Baubranche mit weiteren Umsatzeinbußen.

Die Berliner Händler erwarten gute Geschäfte und steigende Umsätze. In Brandenburg wird hingegen von einem zurückhaltenden Kaufverhalten der privaten Verbraucher ausgegangen. Die steigenden Lebenshaltungskosten, die Abwanderung aus den ländlichen Regionen sowie die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes wirken sich nach wie vor hemmend auf die regionale Kaufkraft aus. Die zuversichtlichen Erwartungen für die Gesamtentwicklung in der Region werden hauptsächlich durch die Berliner Unternehmen bestimmt. In Berlin gehen mehr als 40 Prozent von einem günstigeren
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Geschäftsverlauf in 2006 aus. Die Zahl der Unternehmen, deren Geschäftsaussichten eher ungünstiger sind, hat sich innerhalb eines Jahres auf zehn Prozent halbiert. Im Land Brandenburg sind die Zukunftsaussichten deutlich verhaltener. Nur 16 Prozent der Unternehmen gehen von besseren Geschäften aus. Ein Viertel der Befragten rechnet mit einer Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen Lage. In der Brandenburger Region fehlt den Unternehmen offenbar noch das Vertrauen in eine stabile Wirtschaftsentwicklung. Die Mehrheit erwartet einen eher gleichbleibenden Geschäftsverlauf. Das garantiert zwar eine gewisse Stabilität, zeigt aber auch, dass ein robuster wirtschaftlichen Aufschwung kaum erwartet wird. Noch fehlen in diesem Jahr die „vertrauensbildenden Maßnahmen“ für die Konjunktur. Die Fußballweltmeisterschaft hat zumindest außerhalb Berlins noch keine spürbare Euphorie erzeugt. Ein deutlicher Impuls für eine gute Stimmung in der Wirtschaft wäre ohne Zweifel eine positive Entscheidung im Verfahren um den Bau des Flughafens Berlin-BrandenburgInternational. Die Erwartungen der Unternehmen trüben insbesondere hohe Energie- und Rohstoffkosten, die geplante Mehrwertsteuererhöhung im Jahr 2007 - die zu einem Anstieg der Schwarzarbeit führen könnte -, sowie eine untragbar schlechte Zahlungsmoral.

Konjunkturreport 2006
der Industrie- und Handelskammern in Berlin-Brandenburg

Erwartete Geschäftslage zum Jahresbeginn
45% 40% 35% 30% 25% 20% 15% 10% 5% 0% 2000 2001 2002 2003 besser 2004 schlechter 2005 2006 Saldo pos./neg. Werte
25% 22%

15% 8% 3%
34% 33%

8% 3%
30%

10% 5% 0% -5%

29% 21% 22% -11% 18% 27% 24% 23%

-7%

27% 19%

-10% -15% -20% -25% -30%

-16%

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Exportwirtschaft wächst schrittweise
Der Export ist nach wie vor für die Wirtschaft in der Region Berlin – Brandenburg wichtigster Wachstumsträger. Die Ausfuhren haben auch im Jahr 2005 deutlich zugenommen. Im Zeitraum Januar bis November 2005 ist der Exportumsatz der Industrieunternehmen in der Region gegenüber dem Vorjahr um fast fünf Prozent gestiegen. Das Ergebnis der amtlichen Statistik wird durch die Antworten der Unternehmen bestätigt. 23 Prozent der exportorientierten Betriebe des Verarbeitenden Gewerbes haben ihre Ausfuhren steigern können. Bei 31 Prozent der Befragten sind die Exporte konstant geblieben. Auch für die kommenden Monate wird mit einem weiteren Zuwachs bei den Auslandsgeschäften gerechnet. Fast drei von zehn der exportorientierten Unternehmen gehen von steigenden Ausfuhren aus. Die optimistischen Erwartungen im Exportgeschäft unterstreichen, dass die Produkte aus Berlin - Brandenburg am Weltmarkt bestehen können.

Die positiven Aussichten für den Export herrschen in allen Teilen der Region vor. In Berlin erwarten 34 Prozent der Unternehmen eine Zunahme ihrer Auslandsgeschäfte. 28 Prozent der im IHK-Bezirk Frankfurt (Oder) ansässigen Betriebe gehen ebenfalls von steigenden Ausfuhren aus. Auch in den Bezirken Cottbus und Potsdam ist der Anteil der optimistischen Exporterwartungen merklich gestiegen. Das Verhältnis von Inlands- und Auslandsumsatz belegt aber, dass vor allem in Brandenburg noch zu wenige Unternehmen im Export ihre Chancen sehen. Die Exportquote liegt in
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Berlin bei ca. 30 Prozent und im Land Brandenburg bei rund 22 Prozent. Im Bundesdurchschnitt beträgt die Ausfuhrquote ca. 40 Prozent. Die Unterstützung des Bundes und der Länder ist daher weiterhin dringend erforderlich, um den Industrieunternehmen in der Region die Erschließung des internationalen Marktes zu erleichtern.

Investitionstätigkeit nimmt langsam zu
Eine schrittweise Erholung der Konjunktur kann vor allem an den Investitionsabsichten der Unternehmen gemessen werden. Gegenüber dem Vorjahr gibt es Anzeichen für eine leichte Verbesserung des Investitionsklimas in Berlin - Brandenburg. Rund 21 Prozent der Unternehmen beabsichtigen ihre Investitionsausgaben zu erhöhen, dass sind sechs Prozentpunkte mehr als noch im Jahr 2005. Von einem gleichbleibenden Budget gehen 41 Prozent der Befragten aus. Allerdings beabsichtigen noch 38 Prozent der Unternehmen ihre Ausgaben zu senken bzw. auf Investitionen ganz zu verzichten. Das Investitionsengagement ist in den Branchen und auch in den Teilregionen sehr unterschiedlich.

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Positive Signale kommen vor allem von der Industrie. 23 Prozent der Unternehmen planen ihre Ausgaben zu erhöhen und 43 Prozent werden den Stand vom Vorjahr halten. Im Handel sind hauptsächlich die Berliner Unternehmen sehr investitionsfreudig. Vor dem Hintergrund der verbesserten Geschäftsergebnisse, planen 32 Prozent der Berliner Handelsunternehmen ihr Budget aufzustocken. Am schwächsten ist die Investitionsbereitschaft im Berlin - Brandenburger Baugewerbe. Die massiven Umsatzrückgänge und der harte Preiskampf engen den finanziellen Spielraum derart stark ein, dass rund 63 Prozent der befragten Baubetriebe weniger bzw. gar nicht investieren werden. Um die zarte Konjunkturbelebung in Berlin - Brandenburg zu stabilisieren und auszubauen sind die Unternehmen in der gesamten Region weithin auch auf wirtschaftsfördernde Maßnahmen angewiesen. Insbesondere vielen kleinen Unternehmen fehlt die wirtschaftliche Kraft für Produktinnovationen und Kapazitätsausweitungen. Nach wie vor ist wichtigstes Investitionsmotiv für die Berliner und Brandenburger Unternehmen die Ersatzbeschaffung. Aber Rationalisierungsmaßnahmen und Produktinnovationen gewinnen immer mehr an Bedeutung.

Beschäftigungspläne insgesamt weiter zurückhaltend
Die Beschäftigungsabsichten in der Region Berlin - Brandenburg haben sich gegenüber den beiden Vorjahresumfragen etwas verbessert. Rund 20 Prozent der Unternehmen gaben an, dass sie die Beschäftigungszahlen erhöhen werden. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Zuwachs von sieben Prozentpunkten. Der Anteil von Unternehmen die Personal abbauen wollen, ist auf 23 Prozent zurückgegangen. Mehr als die Hälfte der Unternehmen werden ihren Personalbestand behalten. Im regionalen Vergleich stellt sich die Situation in Berlin noch etwas günstiger dar. Hier sind es 30 Prozent der Unternehmen die bereit sind, Personal einzustellen und erstmals seit Jahren überwiegen die positiven Stimmen. In Süd- und Ostbrandenburg hingegen, wenn auch etwas abgeschwächt, ist ein weiterer Stellenabbau zu erwarten. In Westbrandenburg ist der Saldo aus Beschäftigungszuwachs und Beschäftigungsabbau fast ausgeglichen. Bei Betrachtung der einzelnen Branchen, wird es im Baugewerbe die meisten Stellenstreichungen geben. Mehr als 42 Prozent der Unternehmen in Berlin Brandenburg planen Personalabbau. Dagegen beabsichtigen nur fünf Prozent Neueinstellungen. Wesentlich positiver sieht es im Verarbeitenden Gewerbe aus. Jedes fünfte Unternehmen plant, seine Beschäftigtenzahlen zu erhöhen. Die Händler und Dienstleister wollen in der Mehrheit ihren Personalbestand auf gleichem Niveau beibehalten.

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Die Aussagen zu den Personalplanungen lassen hoffen, dass sich die regionale Arbeitsmarktsituation nicht weiter verschärft. Aber für einen spürbaren Beschäftigungszuwachs ist die konjunkturelle Entwicklung noch zu schwach. Allein im Zeitraum März 2004 bis zum März 2005 hat sich die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in Berlin - Brandenburg um weitere 47 800 Personen verringert. Um diesen Trend zu stoppen, bedarf es tief greifender politischer Maßnahmen, wie die Senkung der Lohnnebenkosten und die Entlastung der Wirtschaft von Steuern und Abgaben.

Wirtschaftliche Vernetzung setzt sich fort
Die wirtschaftliche Vernetzung im Wirtschaftsraum Berlin-Brandenburg bleibt auf einem hohen Niveau. Befragt nach der Bedeutung des Berliner bzw. Brandenburger Marktes bestätigen 82 Prozent der Unternehmen, dass sie mit Geschäftspartnern des jeweils anderen Bundeslandes mehr oder weniger intensiv kooperieren. Das ist gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um rund 4 Prozentpunkte. Lediglich 18 Prozent unterhalten keinerlei Wirtschaftsbeziehungen zu Unternehmen des jeweils anderen Bundeslandes. Aufgrund der geographischen Lage Berlins ist der Verflechtungsgrad der Berliner Unternehmer zurzeit noch etwas stärker ausgeprägt als bei der

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Brandenburger Wirtschaft. Die geschäftlichen Verbindungen der Brandenburger Unternehmen auf den Berliner Markt wachsen seit Jahren aber kontinuierlich.
Wie wichtig ist für Sie der Berliner ./. Brandenburger Markt?

Für

die

Zukunft

muss

es

gelingen, die Verkehrswege und Verkehrsströme weiter zu zwischen optimieren. bei der Berlin und Brandenburg noch Insbesondere

weniger wichtig 40%

keine Wirtschaftsbeziehungen 18%

verkehrlichen Anbindung der
wichtig 42%

Berlin fernen Regionen zeigen sich noch Reserven. Dadurch

könnte die wirtschaftliche Anziehungskraft Berlins gegenüber Städten wie Hamburg, Stettin oder Dresden, wirksam verbessert werden.

Klare Mehrheit für zügige Länderfusion
Erstmalig befragten die Industrie- und Handelskammern im Rahmen des Konjunkturreportes 2006 die Unternehmen zu einer Fusion der Länder Berlin und Brandenburg. Das Ergebnis ist eindeutig. Insgesamt befürworten 67 Prozent der Unternehmen in Berlin und Brandenburg eine zügige Länderfusion, 19 Prozent sind dagegen und 14 Prozent haben sich noch nicht festgelegt. Mit jeweils zwei Drittel Mehrheit sind die meisten Befürworter in den Branchen Industrie, Handel und Dienstleistung zu finden. Mit einigen Abstrichen folgen das Baugewerbe und das Verkehrsgewerbe, aber auch in diesen beiden Branchen votiert eine deutliche Mehrheit für die Fusion. Die wenigsten Fusionsgegner kommen mit einem Anteil von 14 Prozent aus dem Lager der Industriebetriebe. Die Zustimmung ist in Berlin mit rund 77 Prozent um 17 Prozentpunkte höher als in Brandenburg, wo sich aber auch eine Mehrheit von rund 60 Prozent die Länderehe wünscht. In der Wirtschaft beider Länder spricht sich somit eine klare Mehrheit für einen zügigen Zusammenschluss zu einem gemeinsamen Bundesland Berlin-Brandenburg aus. Die Vorteile liegen für die Wirtschaft klar auf der Hand. Ein gemeinsames Bundesland würde die Bürokratie deutlich abbauen (80 %) helfen, die Infrastruktur optimieren (63 %) und die Standortbedingungen verbessern (42 %). Hier setzen die Unternehmen die Schwerpunkte, die auf die Straffung der Verantwortlichkeiten und die Beschleunigung von Entscheidungsprozessen abzielen und Kostenvorteile zugunsten einer verbesserten Infrastruktur erbringen.

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Aufgrund der starken wirtschaftlichen Verflechtung sind die Unternehmen den Widrigkeiten zwischen beiden Ländern häufig ausgesetzt. Daher sehen sie die Vorteile eines gemeinsamen Bundeslandes viel sachlicher. Zwei Länder verfügen zwangsläufig auch über zwei verschiedene Verwaltungen, mit unterschiedlichen gesetzlichen Reglungen. Das schrittweise Zusammenarbeiten und Zusammengehen der Institutionen in Berlin und Brandenburg ersetzt nicht ein gemeinsames Bundesland. Als größten Bremsklotz einer zügigen Länderehe werden von den Unternehmen beider Länder die großen finanziellen Belastungen (54 %) – aufgrund der Haushaltslage – genannt. Des Weiteren werden ein Identitätsverlust (43 %) und der Wegfall von Fördermöglichkeiten (25 %) befürchtet. Wenn eine Fusion von Berlin und Brandenburg erfolgreich gelingen soll, muss die Politik auch auf diese Befürchtungen eingehen und klare Antworten geben. Der Grad der Zustimmung der Wirtschaft zu einem gemeinsamen Bundesland Berlin-Brandenburg ist regional recht unterschiedlich. Erfreulich ist aber die mehrheitliche Zustimmung in allen Landkreisen und Städten. Bei Unternehmen in Berlin fernen Landkreisen ist sie z.T. geringer, als bei Unternehmen in Landkreisen mit unmittelbarer Anbindung an Berlin.

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Wirtschaftsbereiche
Industrie Die aktuelle Geschäftslage in den Industrieunternehmen der Region zeigt sich weiter verbessert. Mehr als ein Drittel der Unternehmen bewerten die wirtschaftliche Situation als „gut“, weitere 52 Prozent sind mit ihrer derzeitigen Lage zufrieden. Der Saldo aus guter und schlechter Lagebeurteilung liegt erneut im Plusbereich und hat sich gegenüber dem Vorjahr auf 24 Prozentpunkte verdoppelt. Die positive Entwicklung wird vor allem von den guten Geschäftsergebnissen der exportorientierten Unternehmen und der Investitionsgüterproduzenten getragen. Unternehmen, die hauptsächlich für den regionalen Bedarf produzieren, litten im zurückliegenden Jahr demgegenüber weiter unter der schwachen Binnennachfrage. Die Geschäftserwartungen haben sich angesichts der guten Exporterwartungen und steigender Nachfrage im Binnenmarkt im Vergleich zum Vorjahr verbessert. So erwarten fast 30 Prozent der Unternehmen eine günstigere Geschäftsentwicklung und mehr als die Hälfte der Unternehmen rechnet mit einer gleichbleibenden Entwicklung. Damit ist der Saldo aus positiven und negativen Geschäftserwartungen um 9 Punkte auf 10 Prozentpunkte gestiegen und liegt wieder deutlich im Plusbereich. Die positiven Geschäftserwartungen spiegeln sich auch in der Investitionsbereitschaft wider, die erneut gestiegen ist. Mehr Unternehmen als noch vor einem Jahr, rund 23 Prozent, wollen in den kommenden 12 Monaten ihre Investitionen erhöhen. Der Anteil der Unternehmen, die planen ihre Investitionen zu senken, ist gegenüber dem Vorjahr auf 27 Prozent gesunken. Hauptmotive der geplanten Ausgaben sind vor allem die Deckung des Ersatzbedarfs (61 Prozent), Rationalisierung (49 Prozent) und die Produktinnovation (39 Prozent) [Mehrfachnennung war möglich]. Auch die Beschäftigung zeigt im Vergleich zu den Vorjahren erstmals einen positiven Trend. 20 Prozent der Industrieunternehmen der Region rechnen mit einer Aufstockung der Belegschaft, das entspricht einem Zuwachs von 4 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. 22 Prozent und damit 5 Prozentpunkte weniger als noch 2005 erwarten einen Rückgang der Beschäftigtenzahlen. Besonders positiv sind die Erwartungen in Westbrandenburg, hier erreicht der Saldo den Wert von plus 9 Prozentpunkten. Konjunkturreport 2006
der Industrie- und Handelskammern in Berlin und Brandenburg

Aktuelle Geschäftslage nach Branchen in Berlin-Brandenburg
(Angaben in Prozent)

Industrie Baugewerbe Handel Dienstleistungen Verkehr Gesamt

gut 36 (31) 15 (13) 20 (18) 33 (25) 33 (32) 31 (25)

befriedigend 52 (50) 53 (52) 52 (45) 52 (50) 50 (41) 50 (49)

schlecht 12 (19) 32 (35) 28 (37) 15 (25) 17 (27) 19 (26)
15

Die Angaben in Klammern beziehen sich auf die Umfrageergebnisse vom Vorjahr

Baugewerbe In der Bauwirtschaft bewerten 15 Prozent der befragten Unternehmen die aktuelle Geschäftslage als gut, 32 Prozent ziehen eine negative Bilanz. Im Saldo der guten und der schlechten Lagebeurteilungen ergibt sich ein Wert von minus 17 Prozentpunkten. Im Vergleich zu den vergangenen drei Jahren hat sich der Schrumpfungsprozess insoweit verlangsamt. Dennoch ist der Zustand der Bauwirtschaft in der Region sehr ernst. Die relative Besserung in der Einschätzung der momentanen Lage ist vor allem darauf zurückzuführen, dass es zum Jahresende, mit dem Auslaufen der Eigenheimförderung, einen spürbaren Zuwachs an Aufträgen gegeben hat. Durch den anhaltend harten Wettbewerb hat sich bei der Hälfte der Unternehmen die Gewinnlage weiter verschlechtert. Nur rund 15 Prozent der Befragten konnten steigende Gewinne verbuchen. Ein Problem, das sich in diesem Zusammenhang unvermindert deutlich zeigt, ist die schlechte Zahlungsmoral. Eine Reihe von Bauunternehmen wird durch die hohen Außenstände in den Ruin getrieben oder ist dadurch nicht in der Lage, neue Aufträge anzunehmen. Die Geschäftserwartungen im Baugewerbe haben sich geringfügig stabilisiert. Wie schon im Vorjahr rechnen 8 Prozent mit einer Verbesserung. 35 Prozent der Unternehmen erwarten eine weitere Verschlechterung der Situation; im Jahr 2005 lag dieser Wert noch bei 48 Prozent. Der Saldo aus positiven und negativen Erwartungen hat sich von minus 40 Prozentpunkten im Vorjahr auf minus 28 Punkte verringert. Insgesamt lassen der anhaltende Preiskampf, der Wegfall der Eigenheimzulage und die fehlenden öffentlichen Aufträge aber auch für 2006 keine nachhaltige Erholung in der Bauwirtschaft erwarten. Die negativen Erwartungen im Baugewerbe spiegeln sich in den Investitionsabsichten der Unternehmen wider, die im Vergleich zum Vorjahr auf niedrigem Niveau verharren. Nur 5 Prozent der Unternehmen planen eine Steigerung ihrer Investitionsausgaben; 64 Prozent werden sie zurückschrauben bzw. keine Investitionen vornehmen. Wenn Investitionen erfolgen, dann fließen die Ausgaben überwiegend in Ersatzbeschaffungen (90 Prozent) und in Rationalisierungsmaßnahmen (22 Prozent). Aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage der Baubranche in der Region fallen auch die Beschäftigungserwartungen negativ aus. Zum Abbau von Personal sehen sich 42 Prozent der Unternehmen gezwungen. Nur 5 Prozent planen den aktuellen Personalbestand aufzustocken.

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Konjunkturreport 2006
(Angaben in Prozent)

der Industrie- und Handelskammern in Berlin und Brandenburg

Geschäftserwartung nach Branchen in Berlin-Brandenburg Industrie Baugewerbe Handel Dienstleistungen Verkehr Gesamt besser 28 (24) 8 (8) 21 (16) 24 (21) 17 (17) 27 (23) gleich bleibend 54 (53) 57 (44) 52 (44) 58 (47) 63 (53) 54 (47) schlechter 18 (23) 35 (48) 27 (40) 18 (32) 20 (30) 19 (30)

Die Angaben in Klammern beziehen sich auf die Umfrageergebnisse vom Vorjahr

Handel Die aktuelle Geschäftslage des Handels in Berlin und Brandenburg zeigt insgesamt eine positive Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr auf. Diese beruht aber hauptsächlich auf den guten Geschäftsergebnissen des Berliner Handels. Mit gut bewerten 20 Prozent der Unternehmen ihre gegenwärtige wirtschaftliche Lage. Für 28 Prozent der Händler hat sich die Situation dagegen verschlechtert. Der Saldo aus guten und schlechten Lageeinschätzungen fällt mit minus 8 Prozentpunkten 11 Prozentpunkte günstiger aus als noch im Vorjahr. Für 20 Prozent der Händler hat sich erfreulicherweise die Gewinnlage verbessert. Andererseits mussten 36 Prozent teilweise sehr schmerzhafte Gewinneinbußen hinnehmen. Hauptursache für die schwierige Lage ist die geringe Kaufkraft in der Region, nicht zuletzt bedingt durch die Probleme am Arbeitsmarkt. Die Käuferlaune taut in der Region nur allmählich auf. Zwar ist der Wille zum Konsum vorhanden, aber aufgrund der hohen Energiekosten und der stagnierenden Lohnentwicklung bleibt für Anschaffungen immer weniger Geld übrig. Die Berliner und Brandenburger Händler haben sehr unterschiedliche Geschäftserwartungen für das Jahr 2006. Rechnet man ihre Aussagen zusammen, so sieht die Bilanz immer noch besser aus als vor einem Jahr. 20 Prozent der Unternehmen rechnen mit einer Verbesserung ihrer Geschäftslage, "nur" noch 27 Prozent erwarten hingegen eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation. Dementsprechend beträgt der Saldo minus 7 Prozentpunkte. Im Vorjahr lag dieser noch bei minus 24 Prozentpunkten. Beeinträchtigt wird das Ergebnis hauptsächlich durch die Aussagen der Brandenburger Händler. Anders zeigt sich das Bild bei den Berliner Handelsunternehmen, die auf Grund des anhaltenden Touristenbooms und der Austragung der Fußball-WM 2006 überwiegend mit einem positiven Geschäftsverlauf rechnen. Mögliche positive Effekte für den Handel infolge der erwarteten Mehrwertsteuererhöhung 2007 werden erst im laufenden Jahr erkennbar werden.

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Angesichts der verbesserten Stimmung steigen auch die Investitionsausgaben im Handel. 58 Prozent rechnen mit steigenden oder gleich bleibenden Investitionen. Hauptmotive für Investitionen sind die Deckung des Ersatzbedarfs (69 Prozent) und Rationalisierungsmaßnahmen (32 Prozent). Der Trend zur Reduzierung der Beschäftigtenzahl im Handel hält - wenn auch abgeschwächt - weiter an. Rund 22 Prozent der befragten Unternehmen werden in den kommenden Monaten weiteres Personal abbauen, nur 15 Prozent wollen neue Mitarbeiter einstellen. Konjunkturreport 2006
(Angaben in Prozent) der Industrie- und Handelskammern in Berlin und Brandenburg

Investitionspläne nach Branchen in Berlin-Brandenburg Industrie Baugewerbe Handel Dienstleistungen Verkehr Gesamt steigend 23 (21) 5 (2) 22 (13) 18 (14) 20 (12) 21 (15) gleich bleibend 43 (35) 31 (30) 36 (35) 43 (35) 38 (33) 41 (35) fallend 27 (33) 35 (39) 16 (19) 25 (30) 27 (13) 23 (30) keine Invest. 7 (11) 29 (29) 26 (33) 14 (21) 15 (42) 15 (20)

Die Angaben in Klammern beziehen sich auf die Umfrageergebnisse vom Vorjahr

Dienstleistungen Im Dienstleistungsgewerbe hat sich die wirtschaftliche Situation im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessert. Ein Drittel der Dienstleistungsunternehmen bewertet die aktuelle Geschäftslage als gut, nur ein Sechstel als schlecht. Im Saldo ergibt sich ein Plus von 18 Prozentpunkten, im Vorjahr war der Saldo ausgeglichen. Die Ertragslage im Dienstleistungsgewerbe hat sich im Jahr 2005 ebenfalls positiv entwickelt. Etwa 27 Prozent konnten verbesserte Erträge verbuchen, für 28 Prozent der Befragten hatten sich dagegen die Erträge verschlechtert. Im Saldo ergibt sich ein Minus von einem Prozentpunkt, im Vorjahr lag dieser Wert noch bei minus 17 Prozentpunkten. Auch bei den Geschäftserwartungen hat sich der Saldo der Günstiger- / Ungünstiger - Antworten von minus 11 Prozentpunkten auf plus 6 verbessert. So erwarten 24 Prozent der Unternehmen eine positive Entwicklung für die kommenden Monate, nur 18 Prozent sehen einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation entgegen. Die Bereitschaft der Branche zu investieren, ist gegenüber dem Vorjahr merklich höher. Rund 18 Prozent der Befragten, 4 Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr, planen steigende Investitionen. Der Anteil der Unternehmen, die mit steigenden oder gleichbleibenden Investitionsausgaben rechnen, wächst um 11 Prozentpunkte auf insgesamt 60 Prozent. Die geplanten Mittel fließen mit 70 Prozent überwiegend in den Ersatzbedarf und mit jeweils rund 33 Prozent in Innovationen. Infolge der verbesserten Geschäftlage und der gestiegenen Erwartungen, fallen auch die Beschäftigungspläne günstiger aus als in den beiden Vorjahren. 21 Prozent der Dienstleistungsunternehmen der Region
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planen Personalzuwachs und 26 Prozent werden

Arbeitsplätze abbauen. Damit verringert sich der

Saldo von minus 22 Prozentpunkten 2005 auf minus fünf Prozentpunkte 2006. Eine regionale Betrachtung zeigt, dass die Dienstleister in Berlin ihre Situation insgesamt besser beurteilen als die Unternehmen im Land Brandenburg. Konjunkturreport 2006
(Angaben in Prozent) der Industrie- und Handelskammern in Berlin und Brandenburg

Personalpläne / Erwartete Beschäftigtenzahl nach Branchen in Berlin-Brandenburg Industrie Baugewerbe Handel Dienstleistungen Verkehr Gesamt zunehmend 20 (16) 5 (0) 15 (10) 21 (12) 11 (2) 20 (13) gleich bleibend 58 (57) 53 (49) 63 (59) 53 (54) 64 (50) 57 (56) abnehmend 22 (27) 42 (51) 22 (31) 26 (34) 25 (48) 23 (31)

Die Angaben in Klammern beziehen sich auf die Umfrageergebnisse vom Vorjahr

Verkehrsgewerbe Die Geschäftslage im Verkehrsgewerbe in der Region wird von 33 Prozent der Unternehmen als gut bewertet. Zu einer schlechten Einschätzung kommen 17 Prozent. Insgesamt hat sich damit die Geschäftslage im Vergleich zum Vorjahr verbessert. Der Saldo aus positiven und negativen Bewertungen ist mit 16 Prozentpunkten um 11 Prozentpunkte höher als im Jahr 2005. Diese Entwicklung vollzieht sich allerdings nicht gleichmäßig über alle Sparten des Verkehrsgewerbes. Die Ertragslage hat sich in den zurückliegenden Monaten etwas stabilisiert. Per Saldo verzeichnen aber noch immer 10 Prozent mehr Unternehmen einen Rückgang der Erträge als einen Zuwachs. Einem analogen Trend unterliegen die Geschäftserwartungen. Auch hier sind die Pessimisten in der Überzahl. Eine positive Geschäftsentwicklung erwarten 17 Prozent der befragten Unternehmen, demgegenüber befürchten 20 Prozent eine ungünstigeren Geschäftsverlauf für die kommenden Monate. Ursachen sind u. a. die hohen Treibstoffpreise sowie die noch ungeklärte Frage, wie die deutschen Spediteure für die LKW-Maut entlastet werden. Die Investitionsabsichten des Verkehrsgewerbes haben sich hingegen leicht verbessert. 20 Prozent der Unternehmen wollen ihre Ausgaben im laufenden Jahr steigern, dagegen aber rund 27 Prozent die Investitionsausgaben senken. Auf 15 Prozent gesunken ist der Anteil der Unternehmen die keine Investitionen geplant haben, vor einem Jahr waren es noch 42 Prozent. Als Hauptmotiv für Investitionen werden von 74 Prozent Ersatzbedarf und von 23 Prozent Kapazitätserweiterung benannt. Die Beschäftigtenzahl wird im Verkehrsgewerbe 2006 eher abnehmen. Rund 25 Prozent der befragten Unternehmen werden in 2006 weiteres Personal abbauen, nur 11 Prozent wollen neue Mitarbeiter einstellen.
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