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Periodical volume

Full text: Jahresbericht Issue 2014

JAHRESBERICHT
2014

BERLINER WIRTSCHAFT
SPIELT ERFOLGREICH AUF
Wirtschaftswachstum, Wowereit-Rückzug und Weltmeister! 2014 war über
die gesamte Spielzeit reich an aufregenden und emotionalen Nachrichten. Die
wohl wichtigste Nachricht aus der IHK Berlin für die rund 274.000 Mitglieds­
unternehmen kam bereits kurz nach Anpfiff der ersten Jahreshälfte aus der
Vollversammlung: Die Mitgliedsbeiträge wurden erneut gesenkt. Die Berliner
Wirtschaft spielte 2014 selbstbewusst auf – und wurde belohnt: Wirtschaftliche Kraft und Dynamik steigen weiter deutlich an. Die Zahl der Arbeitslosen
sinkt stetig: Mit einer Quote von 10,5 Prozent im Dezember 2014 ist Berlin
nicht mehr Tabellen-Schlusslicht.
Vielleicht die spielentscheidende Szene in der zweiten Jahreshälfte: ein dreifacher Wechsel im Berliner Senat. In der Spielführerrolle löst Michael Müller nach
dreizehn Jahren Klaus Wowereit als Regierenden Bürgermeister ab. Neu in der
Senatsmannschaft: Matthias Kollatz-Ahnen als Finanzsenator und Andreas
Geisel als Senator für Stadtentwicklung und Verkehr. Nach dem Spiel ist vor
dem Spiel – die zentralen Herausforderungen bleiben: Es gilt u. a. die Chancen
des Wachstums zu nutzen und den Fokus auf Industriepolitik, Wohnungsneubau und Sicherung des Fachkräftebedarfs zu richten sowie den Landeshaushalt weiter zu konsolidieren.
Und der bisherige Mannschaftkapitän Klaus Wowereit? Er hat stets auch die
wirtschaftlichen Geschicke der Stadt in die Hand genommen, mit besonderen
Erfolgen in den letzten sieben Jahren. Mit seiner einnehmenden Art hat er für
unsere Stadt und die Wirtschaft Türen und Tore geöffnet. Lieber Herr Wowereit, wir bedanken uns für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und wünschen
Ihnen alles Gute bei der Verwirklichung Ihrer nächsten Ziele!

Dr. Eric Schweitzer
PRÄSIDENT

Jan Eder
HAUPTGESCHÄFTSFÜHRER
3

INHALT

Vorwort3
2014 im Überblick
7
Berliner Wirtschaft 2014
14
THEMEN
Regionale Wirtschaftsförderung
17
Infrastruktur27
Haushalt und Wettbewerb
35
Standortfaktor Verwaltung
43
Arbeitsmarkt und Fachkräfte
49
Wissenschaft und Technologietransfer
59
Umwelt und Ressourcen
67
Internationalisierung der Berliner Wirtschaft
75
BRANCHEN
Allgemeine Dienstleistungen, Banken, Versicherungen
20
Bau- und Immobilienwirtschaft
30
Digitale Wirtschaft
38
Gesundheitswirtschaft46
Handel52
Industrie62
Kreativwirtschaft64
Tourismus, Gastgewerbe
70
Verkehr78
Mitglieder und Budget
Kommunikation und Mitgliederservice

86
90

EHRENAMT
Präsidium und Vollversammlung
Initiative „IHK vor Ort“
Kompetenzteam Mittelstand
Wirtschaftsjunioren Berlin
CSR in der IHK

96
98
99
100
101

Kontakt und Impressum

102

5

2014 IM ÜBERBLICK

2014 IN ZAHLEN

7

2014 IM ÜBERBLICK

2014 IN ZAHLEN

20 13
Nach

Jahre Berufsorientierungsmesse
Tage der Berufsausbildung

Jahren tritt Klaus Wowereit
als Regierender Bürgermeister
von Berlin ab

44.700
25
Neue Berliner

Jahre Mauerfall und eine
gemeinsame Berliner Wirtschaft

8

9

1 2

3 4
5 6

8 9

10
11

12
13

7

2014 IM ÜBERBLICK

2014 WAR EIN AUFREGENDES JAHR
Manche Ereignisse können schon
einmal in Vergessenheit geraten.
Dabei gab es auch 2014 Veranstaltungen in der Hauptstadt, bei denen
die IHK Berlin mittendrin war.
Den ersten Höhepunkt stellte der
zehnte gemeinsame Neujahrsempfang der IHK Berlin und der Handwerkskammer 1 dar. Die jährlich
stattfindende Feierlichkeit zählt
zu den großen gesellschaftlichen
Ereignissen der Bundeshauptstadt
und war auch im letzten Jahr mit
1.700 Gästen hervorragend besucht.
Neben den Kammerpräsidenten Dr.
Eric Schweitzer und Stephan Schwarz
begrüßte auch der Regierende
Bürgermeister Klaus Wowereit die
Gäste im Ludwig Erhard Haus.

Prominenz aus Politik,
Wirtschaft und Kultur
Jedes Jahr im Februar versammelt
sich die Elite des internationalen
Films in Berlin, um sich während der
Berlinale der Welt zu präsentieren.
Doch trifft sich die Prominenz nicht
ausschließlich am Potsdamer Platz,
sondern seit einigen Jahren auch
im Ludwig Erhard Haus, um der
Verleihung des PAULA Filmpreises
beizuwohnen. Die PAULA wird an
Filmschaffende verliehen, die ihre
Karriere bei der DEFA begannen und
12

sich auch heute um den gesamtdeutschen Film verdient machen.
Nachdem der Preis in den letzten
Jahren an Katrin Sass, Katharina
Thalbach, Henry Hübchen und
Michael Gwisdek ging, wurde 2014
Corinna Harfouch 2 für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Die Laudatio
hielt der renommierte deutsche
Regisseur Matthias Glasner.
Auch das traditionelle Wirtschaftspolitische Frühstück erfreute sich 2014
großer Beliebtheit. Das Jahr stand
im Zeichen vieler Bundesminister.
So war neben Bildungsministerin
Johanna Wanka und Entwicklungsminister Gerd Müller auch der
Finanzminister Wolfgang Schäuble
Gast 3 der IHK Berlin. Hinzu kamen
Gäste aus Wirtschaft und Verbänden
wie Frank Appel, Wolfgang ProckSchauer und Ulrich Grillo. Auch die
Berliner Politik war vertreten – und
das gleich mit drei Regierenden
Bürgermeistern. Denn neben Klaus
Wowereits letztem Besuch als Berlins
Regierender Bürgermeister saßen
anlässlich des 25. Jahrestages des
Mauerfalls und der IHK-Ausstellung
„25 Jahre Mauerfall und die Berliner
Wirtschaft“ 7 auch die ehemaligen
Regierenden Bürgermeister Eberhard
Diepgen und Walter Momper auf dem
IHK-Podium.

Die Fachkräfte von morgen
zum 20. Mal bei den Tagen
der Berufsausbildung
Die Tage der Berufsausbildung in
den STATION-Hallen am Gleisdreieck
erlebten im letzten Jahr ihr 6
20. Jubiläum und präsentierten sich
frisch und modern wie im ersten
Jahr. 15.000 Schüler aus Berlin und
Brandenburg nutzten die Chance,
sich über Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten zu informieren und mit
Unternehmen aus der Region direkt
ins Gespräch zu kommen.
Im Rahmen der Ausbildungsmesse
wurden auch im letzten Jahr die
besten Ausbildungsbetriebe gekürt.
Den Wettbewerb „Berlins beste
Ausbildungsbetriebe“ in der Kategorie
bis zu 50 Mitarbeiter gewann die
Koch Sanitätshaus GmbH. Bei den
Unternehmen mit über 50 Mitarbeitern ging die Frisch & Faust Tiefbau
GmbH als Sieger hervor. Den Sonderpreis für besonderes Engagement
erhielt die 5 Stiftung Synanon.

Engagement in
allen Bereichen
Im Rahmen der gemeinsamen
Kampagne „Frauen an die Spitze!“ der
Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen und der IHK Berlin
besuchten Senatorin Dilek Kolat und

der Präsident der IHK Berlin, Dr. Eric
Schweitzer, im letzten Jahr neben
dem weltweit tätigen Pharmaunternehmen Pfizer auch die Berliner
Kreativagentur dan pearlman mit
ihrer Geschäftsführerin Nicole Srock.
Stanley 4 .
Das Thema Corporate Social Responsibility (CSR) stand auch 2014 wieder
ganz oben auf der Prioritätenliste
der IHK Berlin. Bereits zum zehnten
Mal wurde die Franz-von-Mendelssohn-Medaille von Handwerkskammer-Präsident Stephan Schwarz und
IHK-Präsident Dr. Eric Schweitzer
für besonderes soziales Engagement
überreicht. Die Preisträger im letzten
Jahr waren die Megaphon GmbH, die
CG Immobilien Gruppe GmbH & Co
KG und die Minhoff GmbH. Der undotierte Sonderpreis für ein Unternehmenskonzept im Bereich Corporate
Social Responsibility ging an die MCI
Deutschland GmbH 8 .
Auch auf dem dritten Berliner
CSR-Tag im Ludwig Erhard Haus
kamen viele engagierte Unternehmen
zusammen. Die CSR-Sprecherin der
IHK Berlin, Antje Meyer, 9 unterstützte soziale Projekte auf dem
Gute-Tat-Marktplatz auf der Suche
nach Partnern aus der Wirtschaft.
Schokolade, Agrarprodukte, Spirituosen, Honig – die Palette regionaler

Erzeugnisse aus Berlin-Brandenburg, die auf der zweiten regionalen
Produktbörse im Ludwig Erhard Haus
präsentiert wurden, war genauso
vielfältig wie verlockend. Das Prinzip
der Produktbörse 10 ist einfach:
Die IHK Berlin bringt die Erzeuger
und Produzenten von regionalen
Lebensmitteln mit der Nachfrageseite
zusammen. Gestärkt werden dadurch
insbesondere kleinere und mittlere
Unternehmen.

dritten gemeinsamen Unternehmenstour den Campus Berlin-Buch, um
sich ein Bild von der Innovationskraft
der Berliner Gesundheitswirtschaft
und der Biotechnologiebranche zu
machen. Nach der Begrüßung durch
Günther Pätz, Vorsitzender des
Gesundheitsausschusses der IHK
Berlin, besuchte die Gruppe die Eckert
& Ziegler Strahlen- und Medizintechnik AG 12, die Glycotope GmbH
und die Silence Therapeutics GmbH.

Die kleineren und mittleren Unternehmen standen auch bei der
„Langen Nacht der Start-ups“ 11 im
Mittelpunkt. Auf der Veranstaltung
im September im Ludwig Erhard Haus
und in der Hauptstadtrepräsentanz
der Telekom gab es Pitches, Talks,
Speed-Datings, Preisverleihungen
und Konzerte. Aber nicht nur für
Neugründer und Start-ups, sondern
auch für etablierte Unternehmen war
die Veranstaltung spannend: Auf der
vorausgegangenen Konferenz stand
die Zusammenarbeit von „New & Old
Economy“ im Mittelpunkt.

Noch weiter führte es Vertreter der
Berliner Wirtschaft um den IHKPräsidenten Dr. Eric Schweitzer und
den damals noch amtierenden Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit
bei ihrer Delegationsreise ins Reich
der Mitte – nach China 13. Neben
Berlins Partnerstadt Peking standen
Besuche in Hongkong und Guangzhou auf dem Programm. Dabei
präsentierten 15 mitgereiste Berliner
Unternehmen auf Wirtschaftskonferenzen sowie vor Geschäftspartnern
und chinesischen Entscheidern aus
Politik und Verwaltung ihre innovativen Ideen.

Unterwegs für die
Berliner Wirtschaft
Im April 2014 besuchten Berlins
Finanzsenator Dr. Ulrich Nußbaum,
der SPD-Fraktionsvorsitzende im
Berliner Abgeordnetenhaus, Raed
Saleh, und der Berliner IHK-Präsident
Dr. Eric Schweitzer im Rahmen der

13

BERLINER WIRTSCHAFT 2014

14

Doch sind diese guten Bedingungen heute für sich genommen
noch keine Garantie für zukünftige
Erfolge. Damit Chancen verwirklicht werden können, müssen
die Strukturen stimmen und mit
Blick nach vorn weiterentwickelt
werden. Aufgeschlossen für Neues
müssen die Themen der Zukunft
mutig angegangen werden, welche
für Wachstum und Prosperität
unabdingbar sind und die „Stadt
der Zukunft“ prägen werden: Der

BOOM	
	
G
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JA
R
O

AB

Umbau Berlins zur Smart City mit
einer smarten Infrastruktur und
Verwaltung, die Orientierung an der
Industrie 4.0 oder Nachhaltigkeit als
Megatrend. In Berlin, der Stadt des
stetigen Wandels, bleibt stets Raum
für Neuerungen und Verbesserungen.
Die IHK Berlin wird auch in diesem
Jahr dafür eintreten und daran
arbeiten, dass es auf diesen
Baustellen weiter vorangeht. Damit
Unternehmen und Entrepreneure,
Alt- und Neuberliner die besten
Chancen haben, ihre Projekte und
Ziele zu verwirklichen. Und so aus
der Vielfalt Berlins auch in Zukunft
seine wirtschaftliche, kulturelle und
gesellschaftliche Kraft erwächst.

JAH 201
RES 5
BEG
INN

hat natürlich nicht nur Wahlberliner,
sondern auch erneut eine gestiegene
Zahl von Besuchern nach Berlin
gezogen: Allein bis November durfte
die Stadt 10,9 Millionen Gäste
empfangen, 4,4 Prozent mehr als
2013. Dies sind wesentliche Schlüssel
zum Erfolg der Berliner Wirtschaft.
Ein anderer ist die hier wieder
aufblühende Wissenschafts- und
Forschungslandschaft, die schon
immer ein fruchtbarer Boden für
Innovationen, Kooperationen und
Gründungen war. Die Vielzahl der
Patente, an denen Forscher und
Entwickler aus Berlin beteiligt sind,
belegt dies eindrucksvoll. Menschen
und Wissen sammeln sich also in
Berlin – damit hat die deutsche
Hauptstadt alle Chancen, die Zukunft
erfolgreich zu gestalten.

	

„Jetzt wächst zusammen, was
zusammengehört“ lauteten die
berühmten Wortes Willy Brandts zum
Mauerfall im Herbst 1989. Im letzten
Jahr feierte Berlin das 25-jährige
Jubiläum dieses denkwürdigen Ereignisses – und die Berliner feierten ein
Vierteljahrhundert rasanter Veränderung und grundlegenden Wandels.
Unsere Stadt, einst als antriebslos
und pessimistisch verschrien, ist
inzwischen reich an Unternehmer-,
Gründer- und Erfindergeist. Dieser
wurzelt in den zahlreichen Kulturen
und Lebensstilen, die Berlin heute
ausmachen und die eine Atmosphäre
der Kreativität, Toleranz und Liberalität in unserer Metropole erschaffen.
Aus der Vielfalt der Stadt erwachsen
also ihre kulturelle und wirtschaftliche Attraktivität, die allein im
letzten Jahr zu 44.700 Neu-Berlinern
führte. Unter ihnen Lehrlinge und
Studenten, Fachkräfte und Selbständige aus aller Welt, die ihre Träume,
ihre Energie und ihr Wissen in unsere
Stadt gebracht haben – und so an
der Vielfalt Berlins teilhaben und zu
dieser beitragen. Sie machen Berlin
zu einer wachsenden Stadt, der es im
vergangenen Jahr zum dritten Mal in
Folge gelang, sich die deutsche Meisterschaft bei der Schaffung sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung
zu sichern. Die Attraktivität Berlins

BERLINER KONJUNKTURKOMPASS

FSCHWUNG
U
A

VIELFÄLTIGE WIRTSCHAFTSMETROPOLE

Der Berliner Konjunkturkompass
basiert auf dem Geschäftsklima­
index, der aus den Ergebnissen
der Konjunkturumfrage der
IHK Berlin berechnet wird.

REGIONALE
WIRTSCHAFTSFÖRDERUNG
Wirtschaftlicher Erfolg ist die Voraussetzung für den
Wohlstand Berlins. Es gilt, die erfolgreiche Entwicklung
der vergangenen Jahre fortzusetzen. Die IHK Berlin
trägt hierzu bei – durch die aktive Mitgestaltung
von Förderprogrammen, die Weiterentwicklung der
Gründungsberatung und ihr deutliches Eintreten für
die Olympia-Bewerbung zur Stärkung der Sportmetropole
Berlin.

17

REGIONALE WIRTSCHAFTSFÖRDERUNG

DAS POTENZIAL BERLINS NUTZEN
UND WEITER AUSSCHÖPFEN
Für
Berliner Unternehmen
existieren

295

mögliche
Förderprogramme

18

Seit 2005 erlebt Berlin einen anhaltenden wirtschaftlichen Aufschwung.
Und die Stadt hat das Potenzial, sich
auch in den kommenden Jahren
wirtschaftlich hervorragend weiterzuentwickeln. Hierfür sind optimale
Rahmenbedingungen erforderlich –
an ihnen muss kontinuierlich gearbeitet werden. Um die Wünsche der
Berliner Unternehmen zielgerichtet an
die Politik zu übermitteln, hat die IHK
Berlin den persönlichen Kontakt zu
den Unternehmen 2014 intensiviert.

Clusterpolitik unter
die Lupe genommen
Cluster und Kooperationsnetzwerke
beschleunigen Innovationsprozesse
und sind damit gerade an einem
Wissens- und Technologiestandort
wie Berlin ein wichtiges Mittel der
Wirtschaftsförderung. Die Clusterstrategie der innoBB (Gemeinsame
Innovationsstrategie Berlin-Brandenburg) ist dabei das angewandte
politische Konzept zur praktischen
Umsetzung in Berlin und Brandenburg. Sie ist grundsätzlich richtig,
doch muss sie weiterentwickelt
werden, um einheitliche Strukturen in
allen Clustern gemäß einer – gegenwärtig noch fehlenden – Gesamtstra-

tegie zu schaffen. Auch muss die
Clusterevaluierung über das Zusammenzählen von Unternehmenszahlen
hinaus vorangetrieben werden. Das
ist notwendig, weil es sich bei
der Clusterpolitik um ein Portfolio
komplexer Förderinstrumente
handelt, deren Wirkung auf die
Unternehmen meist nicht unmittelbar nachprüfbar ist. Die Cluster
müssen durch ihre Strukturen und
ihr Management zu einem erkennbaren Mehrwert für Unternehmen
führen. Die IHK Berlin untersuchte
mittels einer Unternehmensbefragung, wie Berliner Unternehmen und
Wirtschaftsförderer die Implementierung der Cluster wahrnehmen
und einschätzen. Ziel war es, ein Bild
davon zu erhalten, ob und inwieweit
dieses Konzept bei den Unternehmen
angekommen ist; ob sie sich im
Rahmen der Partizipationsangebote
der innoBB engagieren und ob sie
bereits Effekte der innoBB wahrnehmen können.
Erste Auswertungen zeigen, dass
die innoBB unter den Berliner
Unternehmen offensiver und auch
weittragender kommuniziert werden
muss. Insbesondere Unternehmen,

die nicht übermäßig stark im Berliner
Innovationssystem vernetzt sind und/
oder eher klein sind, wissen selten
von der gemeinsamen Innovationspolitik. Die Institutionen der innoBB
sollten daher auf kleine und mittlere,
weniger stark mit Ressourcen ausgestattete Unternehmen zugehen und
bei diesen das Engagement in den
Clustern bewerben. Die gewonnenen
Erkenntnisse werden in die Prozess­
optimierung der InnoBB eingebracht
und sollten in eine Gesamtvision für
Berlin eingebettet werden.

Halbzeitbilanz für die Arbeit
des Berliner Senats gezogen
Die IHK Berlin legte pünktlich zur
Mitte der laufenden Legislaturperiode
zusammen mit der Handwerkskammer die umfangreiche Broschüre
„Noch eine Schippe drauflegen –
Bilanz der Senatsarbeit zur Mitte
der Legislaturperiode 2011–2016“
vor. Neben einer Zwischenbilanz der
Arbeit der Großen Koalition wird
ausführlich der Handlungsbedarf in
der Zukunft aufgezeigt. Unter großer
öffentlicher Beachtung und mit
rekordverdächtiger Teilnehmerzahl
fand zudem bei einem „Halbzeitfrühstück“ mit dem Regierenden

19

REGIONALE WIRTSCHAFTSFÖRDERUNG

nehmen werden nun noch stärker
als Zielgruppe berücksichtigt und die
politischen Schwerpunkte werden
auf der europäischen Ebene ebenfalls
im Sinne der kleinen und mittelständigen Unternehmen (KMU) gesetzt.
Gleichzeitig hat sich die IHK Berlin
zusammen mit anderen Wirtschaftsund Sozialpartnern erfolgreich für
eine Stärkung des Partnerschaftsprinzips bei der Umsetzung der EU-Fondsförderung in Berlin eingesetzt und
damit die Berücksichtigung der Expertise und der Interessen der Berliner
Wirtschaft in diesem Feld gefestigt.

Dienstleistungsbranche
in Bewegung

Der Name passt schon mal:
das Olympiastadion in Berlin.
Bürgermeister die inhaltliche Auseinandersetzung mit den aufgezeigten
Handlungsfeldern – den Berliner
Baustellen – statt.

Berlin geht
Olympiabewerbung an
Am 31. August 2014 war es soweit:
Das Land Berlin hat mit der Übergabe
der 50-seitigen Bewerbungsbroschüre an den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) offiziell
sein Interesse an der Ausrichtung
der Olympischen und Paralympischen Spiele 2024 oder auch 2028
bekundet. Und das aus gutem Grund:
Olympische Spiele sind das größte
Sportereignis der Welt und weit mehr
als ein sportlicher Wettkampf. Die
Gastgeberrolle bei den Olympischen
Spielen stärkt das Image einer Metro-

20

pole und sorgt für einen immensen
Schub für den Wirtschaftsstandort.
Daher hat die Vollversammlung der
IHK Berlin schon frühzeitig die Unterstützung der Berliner Olympiabewerbung beschlossen. Wie beim letzten
Olympiaanlauf wird die IHK Berlin
auch diesmal wieder eine koordinierende Funktion für die Wirtschaft
übernehmen. Der Präsident der IHK
Berlin, Dr. Eric Schweitzer, übernahm
folgerichtig die Aufgabe, als einer von
acht Botschaftern für Olympische
Spiele in Berlin zu werben.

Start in die neue
EU-Förderperiode
An dem auch noch in das Jahr
2014 hineinreichenden Diskussions- und Entwicklungsprozess
über die Gestaltung der Berliner
Operationellen Programme (OP) für
die EU-Strukturfonds in der neuen
Förderperiode 2014–2020 hat sich die
IHK Berlin intensiv beteiligt. Unter-

Die Digitalisierung der Dienst­
leistungsbranche nimmt Fahrt
auf. Finanzdienstleister müssen
sich zunehmend mit Konkurrenz
aus dem Netz auseinandersetzen:
Traditionelle Finanzprodukte wie
Kredite und Versicherungen wer­
den online verkauft, Vergleichs­
portale informieren über die
günstigsten Preise und Konditio­
nen und Unternehmen sammeln
Geld für ihre Projekte mit Hilfe von
Crowdinvesting-Plattformen ein.
Die Erschließung von Risikokapi­
tal durch den Schwarm boomt.
Damit jungen und innovativen
Unternehmen dieser unkompli­
zierte Zugang zu Venturecapital
weiterhin offensteht, engagiert
sich die IHK Berlin für eine nied­
rigschwellige Regulierung. Auch
andere klassische Dienstleistungen
erleben eine digitale Revolution:
So war 2014 das Jahr der Portale
für Reinigungsdienstleistungen.
Gleich mehrere Anbieter stürmten
auf den Markt und demonstrierten
nachdrücklich, wie groß das uner­
schlossene Potenzial im gesamten
Dienstleistungssektor noch ist.

Zu den wichtigsten Förderinstru­
menten gehört die „Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW).
Allein im vergangenen Jahr konnten
dank der GRW Investitionen in Höhe
von über 430 Millionen Euro angestoßen werden. Die IHK Berlin hat
sich gemeinsam mit Berlin Partner
für Wirtschaft und Technologie aktiv
an der Neugestaltung der Förderperiode 2014–2020 beteiligt. Im
Ergebnis konnte eine Verschärfung
der Förderkriterien auf Landesebene
zu Ungunsten der Berliner Unternehmen verhindert werden.
Finanzierungsfinder
www.ihk-berlin.de/finfin

Berlin für Olympia
www.wirwollendiespiele.de

Finanzierungssuche
leicht gemacht
Mit Start der neuen Förderperiode
steht Unternehmen wieder eine

Vielzahl an Förderprogrammen auf
EU-, Bundes- und Landesebene zur
Verfügung. Daneben führen die
Entwicklungen auf dem Bankenmarkt
zu neuen Finanzierungsoptionen.
Damit die Unternehmen trotzdem
den Überblick behalten, hat die
IHK Berlin ihr Angebot angepasst.
Beispielsweise können sich die Unternehmen mit dem neuen Online-Tool,
dem IHK-Finanzierungsfinder, leicht
und unabhängig von Öffnungszeiten
über ihre Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten informieren.

Verbesserungen der Finanzierungssituation angestoßen
Darüber hinaus hat die IHK Berlin die
Finanzierungssituation der Berliner
Unternehmen untersucht, wobei auf
Anregung der Ausschüsse Innovation
und Gesundheitswirtschaft speziell
auf die Finanzierung von Forschungsund Entwicklungsvorhaben eingegangen wurde. Im Ergebnis zeigte
sich beispielsweise, dass Förderprogramme wie die GRW dringend an
digitale Geschäftsmodelle angepasst
werden müssen und dass privates
Beteiligungskapital als Finanzierungsform unterrepräsentiert ist.
Zunehmend an Bedeutung gewinnt
die Crowdfinanzierung. Daher hat die
IHK Berlin in enger Zusammenarbeit
mit den Mitgliedsunternehmen zu
dem Entwurf des Kleinanlegerschutzgesetzes Stellung genommen, mit

21

REGIONALE WIRTSCHAFTSFÖRDERUNG
KOLUMNENTITEL

dem die Crowdfinanzierung reguliert
werden soll. Vom 3. bis 4. Juni fand
die Konferenz „The Future of Collaborative Finance, Crowdfunding
and Money“ in Berlin statt. Bei der
Auftaktveranstaltung mit der Parlamentarischen Staatssekretärin Brigitte
Zypries, Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, in der IHK Berlin
konnten Unternehmer ihre Bedarfe
deutlich machen und ihre Bedenken
gegenüber der Beschränkung des
Crowdfundingmarktes zum Ausdruck
bringen.

Berlin lässt als Start-upMetropole andere deutsche
Städte weit hinter sich
2014 markiert das erste Arbeitsjahr
der Start-up-Unit der IHK Berlin.
Der Schwerpunkt lag auf dem
Kennenlernen des Berliner Start-upÖkosystems, dem Verstehen ihrer
spezifischen Bedürfnisse und der
Identifikation von Handlungsfeldern
für die Kammerarbeit.
Dies gelang durch den Besuch von
mehr als 100 Start-up-Unternehmen
ebenso wie durch den Aufbau von
Netzwerken und strategischen
Kooperationen. Die „Lange Nacht der

Lange Nacht der Start-ups
www.ihk-berlin.de/LNdS

22

Start-ups“ im Ludwig Erhard Haus
rückte die IHK weiter ins Zentrum des
Start-up-Geschehens der Hauptstadt.
Während die IHK als Partner auf
Events wie der Berlin Music Week,
der Re:Publica oder der Tech Open
Air in Open Office Hours die Unternehmen mit Informationen rund um
Gründung, Recht und Finanzierung
versorgen konnte, wurde zu speziellen
Themen in die IHK eingeladen: Recrui­
ting und Fachkräfte sowie Pitching
werden auch 2015 die Unternehmen
beschäftigen. Gleich­ermaßen wird
das Partnering – die Vernetzung von
etablierter Wirtschaft und Start-ups –
verstärkt betrieben werden.

Angebote für Gründer
neu ausgerichtet
Berlin hat sich auch international
zum Anziehungspunkt für Gründer
entwickelt. Im vergangenen Jahr
wurden bereits 20 Prozent der
Einstiegsberatungen in englischer
Sprache durchgeführt. Ausländische
Gründer haben sich in Berlin als
wichtige Zielgruppe etabliert. Ebenfalls spezifisch angepasst wurde das
Informationsangebot zur Gründung
in den verschiedenen Branchen. Bei
vielen Gründungsvorhaben müssen
spezielle formale Fragen beachtet
werden, die im Starter Center und
online nun zielgruppengerecht beantwortet werden. Mit der Kampagne
„Ich mach mich selbstständig!“

brachte die IHK Berlin Unternehmergeist auch 2014 in Schulen und
Universitäten. In 30 Veranstaltungen
diskutierten junge Vertreter des
IHK-Ehrenamtes mit Schülern und
Studierenden über Unternehmertum.
Die IHK Berlin hat 2014 noch
mehr Informationsangebot digital
verfügbar gemacht: Mit Hilfe von
Videos werden Gründern komplexe
Inhalte – darunter Aufenthaltsrecht,
Businessplan und Fördermittel –
einfach erklärt. Die Videos sind
ähnlich einem Webinar (digitale Seminarvorträge) langfristig im YoutubeKanal der IHK Berlin verfügbar.

Die Qual der richtigen
Rechtsformwahl
Eine der am häufigsten gestellten
Fragen bei der Gründung ist die nach
der passenden Rechtsform für den
Unternehmer oder das Unternehmen.
Ob GmbH, KG, OHG oder Einzelunternehmen – die Entscheidung hängt
von verschiedenen Faktoren ab:
Anzahl der Gründer, Haftungsrisiko,
finanzielle Ausstattung, Unternehmensgröße etc. Bei der Suche nach
der richtigen Unternehmensform
hilft nun rund um die Uhr der neue
„Rechtsformfinder“ der IHK Berlin.
Nach nur wenigen Klicks und einigen
gezielten Fragen erhalten Interessierte einen Entscheidungsvorschlag
für eine Rechtsform mit der Möglichkeit, sich über diese ausführlich zu

informieren. Musterverträge und
eine Checkliste zu den Gründungsschritten runden das neue Online­
angebot ab.

Visa-Check – für einen
guten Start in Berlin
Damit der Start in Berlin für ausländische Gründer, Start-ups sowie Fachund Führungskräfte reibungslos
abläuft, beraten die IHK-Experten
zu allen Fragen rund um den richtigen Aufenthaltstitel. Zuwanderer
nichteuropäischer Herkunft müssen
sich bereits vor der Einreise nach
Deutschland um den richtigen
Aufenthaltstitel kümmern. Der neue
„Visa-Check“ hilft, dass dabei nichts
schiefgeht: Ausländische Erwerbstätige können nun bereits vom Heimatland aus online und rund um die Uhr
erfahren, welcher Aufenthaltstitel für
die Arbeitsaufnahme benötigt wird
und wo welche Unterlagen einzureichen sind. Alle Informationen sind in
englischer Sprache verfügbar.

Auf Wechsel vorbereitet
Den geeigneten Nachfolger für das
eigene Unternehmen zu finden, wird
schwieriger denn je. Neben dem
demografischen Wandel und dem
Fachkräftemangel wird der komplexe
Prozess der Nachfolgeregelung noch
immer unterschätzt. Infolgedessen
wird der richtige Zeitpunkt oftmals
verpasst. Um die Berliner Unternehmer

auf den Generationenwechsel vorzubereiten, optimierte die IHK Berlin ihr
Informationsangebot und lud rund
400 Teilnehmer zu themenspezifischen Veranstaltungen ein.

Regionale Produktbörse
für Lebensmittel
Bereits zum zweiten Mal brachte die
IHK Berlin Gastronomen, Hoteliers
und Händler mit Erzeugern und
Produzenten von regionalen Lebensmitteln zusammen. Im Rahmen der
regionalen Produktbörse hatten
die Fachbesucher die Gelegenheit,
klassische und innovative Produkte
zu probieren und Kontakte zu
Erzeugern zu knüpfen. Insbesondere
kleine Unternehmen profitieren von
dieser Austauschmöglichkeit. Häufig
haben Gastronomen und Händler
wenig Zeit, regionale Erzeuger und
Produzenten aufzusuchen und die

Die regionale Produktbörse
als Plattform für Erzeuger und
Produzenten von Lebensmit­
teln gewinnt an Bedeutung.
Produkte in Augenschein zu nehmen.
Regionale Erzeuger und Produzenten haben dagegen zu Beginn
ihrer Geschäftstätigkeit noch keine
professionellen Vertriebsstrukturen,
um ihre Produkte in die Regale und
in die Berliner Küchen zu bringen.
Mit der B2B-Messe hat die IHK Berlin
eine exklusive Plattform geschaffen,
bereits etablierte Unternehmen mit
Newcomern erfolgreich zu vernetzen.

Visa-Check
www.ihk-berlin.de/visacheck

Rechtsformfinder
www.ihk-berlin.de/rechtsformfinder

23

REGIONALE WIRTSCHAFTSFÖRDERUNG

WISSENSWERTES IN ZAHLEN
Aussicht auf Rückenwind

Wachstum ist stabil

160

6
5
4
3
2
1
0
-1
-2
-3
-4
-5
-6

140
IHK-Geschäftsklimaindikator für
ausgewählte Branchen in Berlin
basierend auf den Einschätzungen
der Unternehmen in der Konjunkturumfrage zur aktuellen und zur
erwarteten Geschäftsentwicklung

120
100
80
60

Quelle: IHK Berlin, 01/2015

2010

2011

alle Branchen

2012
Industrie

2013

2014

Baugewerbe

2015

Entwicklung des Bruttoinlands­
produkts in Berlin, Brandenburg
und im Bund
Veränderung gegenüber dem
jeweiligen Vorjahr in Prozent
(preisbereinigt)
Quelle: Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung
der Länder, Stand: 02/2014

2003
Berlin

Handel

2005

2007

Brandenburg

2009

2011

2013

Bund

Berlin führt im Bundesländervergleich
1,5

160

1,0

140
IHK-Geschäftsklimaindikator für
ausgewählte Branchen in Berlin
basierend auf den Einschätzungen
der Unternehmen in der Konjunkturumfrage zur aktuellen und zur
erwarteten Geschäftsentwicklung

120
100
80
60

Quelle: IHK Berlin, 01/2015

2010

2011

alle Branchen

24

2012
Gastgewerbe

2013

2014

Dienstleistungen

2015
Touristik

0,5
0,2

0,0

-0,1 -0,1

0,3

0,4

0,5 0,5

0,7

0,8

0,9 0,9

1,0

1,2

0,0

-0,5
-1,0
-1,5

-1,3

-1,2

-1,1

Bruttoinlandsprodukt der
Bundesländer 2013
Veränderung gegenüber dem Vorjahr
in Prozent (preisbereinigt)
Quelle: Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung
der Länder, Stand: 02/2014

SL ST MV NW SH NI RP SN DE HB TH BB HH BW HE BY BE
BE Berlin | BB Brandenburg | BW Baden-Württemberg | BY Bayern | DE Deutschland | HB Bremen
HE Hessen | HH Hamburg | MV Mecklenburg-Vorpommern | NI Niedersachsen | NW Nordrhein-Westfalen
RP Rheinland-Pfalz | SH Schleswig-Holstein | SL Saarland | SN Sachsen | ST Sachsen-Anhalt | TH Thüringen

25

INFRASTRUKTUR
Berlin braucht mehr denn je eine leistungsstarke und zukunftsfähige Infrastruktur, um sich als wettbewerbsfähiger
Wirtschaftsstandort und lebenswerte und attraktive Stadt
weiterentwickeln zu können. Denn Berlin wächst: Allein
2014 kamen 44.700 neue Einwohner dazu. Als Smart City
braucht Berlin zügige und mutige Planungen und die
konsequente Umsetzung von innovativen und nachhaltigen
Lösungen.

27

INFRASTRUKTUR

STADTENTWICKLUNG BERLIN –
DIE WIRTSCHAFT IST DABEI
2011
bis
2013

120

455

Juni
2014

2011 bis 2013 sind in Berlin 120 Bebauungspläne
in Kraft getreten. Im Juni 2014 wurden allein
455 Baugenehmigungen erteilt.

Über ein Jahr lang hat die IHK
Berlin gemeinsam mit zahlreichen
Unternehmen für eine einflußreiche
Position der Wirtschaft im Stadtentwicklungskonzept 2030 gestritten.
Die IHK Berlin konnte erreichen, dass
Wirtschaftswachstum als Voraussetzung für eine zukunftsfähige
Stadtentwicklung an oberster Stelle
im Konzept verankert wurde.

Berlin den Weg zur Smart
City geebnet
Gemeinsam mit vielen hochrangigen
Vertretern aus Unternehmen, Wissenschaft und Forschung, Berlin Partner
für Wirtschaft und Technologie und
der Technologiestiftung Berlin hat
die IHK Berlin das Thema Smart City
angestoßen. Im neuen Netzwerk
Smart City Berlin wurde u. a. die
grundlegende Charta „Smart City
Berlin“ erarbeitet und in einem Workshop den Senatoren für Stadtentwicklung und Umwelt sowie Wirt-

schaft, Technologie und Forschung
übergeben. Nun gilt es Geschwindigkeit im Umsetzungsprozess, z. B. bei
technologieoffenen Infrastrukturausschreibungen, aufzunehmen.

Bauplanungsverfahren
transparent und
partizipativ gestaltet
Die IHK Berlin hat dafür gesorgt,
Planungsverfahren der Bezirke und
der Senatsverwaltung transparent
und partizipativ zu gestalten. Rund
6.000 Unternehmen wurden über
geplante bauliche Entwicklungen
in ihrer Nachbarschaft informiert
und konnten Hinweise dazu über
das IHK-Planungsbeteiligungsportal
online an die IHK Berlin schicken.
Die IHK Berlin hat rund 80 Stellungnahmen zu laufenden Bauleitplanverfahren abgegeben. Um Planungs- und
Investitionssicherheit zu gewährleisten hat die IHK Berlin in einem
eigenen Arbeitskreis Vorschläge für
die sinnvolle Integration von Partizipationsverfahren in die reguläre
Bauleitplanung erarbeitet.

Wohnungsbauboom begleitet
Planbeteiligungsportal
www.ihk-berlin.de/planbeteiligung

28

Eine wachsende Stadt wie Berlin, die
aktuell 44.700 neue Bewohner hinzu-

gewinnt, braucht effiziente Verwaltungsstrukturen, die dafür sorgen,
dass Bauvorhaben zügig realisiert
werden. Günstige Finanzierungsbedingungen, schnellere Genehmigungsverfahren und die Einstellung
zusätzlichen Personals – wofür sich
die IHK Berlin immer eingesetzt hat –
führten dazu, dass 2014 bei der
Erteilung von Baugenehmigungen ein
regelrechter Boom zu verzeichnen
war. Dass dieser Wachstumspfad
durch weitere regulatorische Eingriffe
wie Milieuschutzregelungen oder das
Zweckentfremdungsverbot gefährdet
wird, ist seitens der IHK wiederholt
kritisiert worden.

Transparente und
konfliktfreie Ansiedlungen
Damit ausreichend Flächen für
die gewerbliche Entwicklung zur
Verfügung stehen und transparente
Vorgaben für Ansiedlungen gesichert werden, hat die IHK Berlin die
Erarbeitung bezirklicher Einzelhandels- und Zentrenkonzepte sowie
Konzepte für Gewerbeflächen- und
Kreativwirtschaftsentwicklung
intensiv begleitet. Betriebe, die
gefährliche Stoffe produzieren, brauchen besondere Schutzabstände zu

29

INFRASTRUKTUR
KOLUMNENTITEL

Nachbarbetrieben oder Wohnanlagen.
In Kooperation mit dem DIHK hat die
IHK Berlin gemeinsam mit Unternehmen und Stadtplanern in einer
bundesweit besuchten Veranstaltung
Lösungen diskutiert.

Novellierung der Berliner
Bauordnung begleitet
Unter Einbeziehung von unternehmerischem Sachverstand und im
intensiven Austausch mit weiteren
Wirtschaftsverbänden hat die IHK
Berlin eine umfassende Stellungnahme zur neuen Berliner Bauordnung erarbeitet.

Breites Bündnis für die
Randbebauung am
Tempelhofer Feld
Mitte 2014 waren die Berliner zum
Volksentscheid über die Zukunft des
Tempelhofer Feldes aufgerufen. Die
IHK Berlin engagierte sich als Teil
eines breiten Bündnisses aus Sportund Sozialverbänden, Kammern,
Wirtschaftsverbänden, Gewerkschaften und anderen Initiativen
für die behutsame Entwicklung der
Ränder des Tempelhofer Feldes. Bei
der Entscheidung für die Bebauung
des Tempelhofer Feldes wären
dringend benötigte Flächen für
Wohn-, Arbeits- und Erholungsraum
entstanden, die nun an anderer Stelle
gefunden werden müssen.

30

TXL als zukünftiger Standort
der Urban Tech Republic
Die Zukunft des heutigen Flughafens
Tegel soll in einem innovativen Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort
liegen – der Urban Tech Republic. Mit
diesem Projekt will Berlin am derzeitigen Flughafenstandort seine herausragende Stellung in den wissensbasierten Industrien, z. B. durch neue
Kooperationen zwischen Hochschulen
und Wirtschaft, weiter ausbauen. Die
IHK Berlin hat u. a. mit einer hochkarätigen Veranstaltung dazu beigetragen,
dass ein Bewusstsein für Berlins
Chancen im Bereich der urbanen Technologien entstehen konnte.

Nutzungsmischung in der
Stadtplanung unterstützt
Die Neugestaltung von wichtigen
Stadtplätzen wird oft losgelöst von
ihrem jeweiligen Umfeld geplant.
Die IHK Berlin hat sich im Moderationsverfahren zur Umgestaltung des
Hardenbergplatzes engagiert und sich
gemeinsam mit den Unternehmen für
den Erhalt des Platzes als zukunftsfähige Mobilitätsdrehscheibe eingesetzt. Dabei hat sie darauf gedrungen,
dass die stark auf den Platz fokussierte Planung auch den übergreifenden Entwicklungen der City West
– beispielsweise der Campusplanung
der TU – gerecht wird.

%DXXQG
,PPRELOLHQZLUWVFKDIW

Rekordjahr der
Baugenehmigungen
Allein in den ersten neun Mona­
ten des Jahres 2014 wurden über
12.000 neue Wohnungen geneh­
migt – ein Anstieg um mehr als
75 Prozent. Entsprechend steigen
die Grundstücks- und Kaufpreise
ebenso wie die Wohnungsmieten,
wobei sich der Anstieg verflacht.
Die Fertigstellungen im Woh­
nungsneubau sind mit über 8.000
zusätzlichen Einheiten ebenfalls
gestiegen. Aufgrund des anhal­
tenden Zuzuges werden bis 2016
10.000 zusätzliche Wohnungen
benötigt. Die IHK Berlin bleibt daher
– auch im Rahmen des Bündnisses
für Wohnungsneubau – im Dialog
mit der Politik, um attraktives und
bezahlbares Wohnen in Berlin dau­
erhaft zu sichern, um eine soziale
und integrative Stadtentwicklung
zu befördern, um Klimaschutz und
nachhaltiges Wohnen zu ermög­
lichen. Auch die Nachfrage nach
gewerblichen Standorten ist hoch.
Insbesondere in den Toplagen sind
die Gewerbemieten auf Wachs­
tumskurs.

Die IHK Berlin hat sich durch Unternehmerumfragen, Stellungnahmen
und Öffentlichkeitsarbeit für eine
wirtschaftsfreundliche Umgestaltung des Olivaer Platzes engagiert.
Hier geht es um einen tragfähigen
Kompromiss zwischen Aufenthaltsqualität und Verkehrsfreundlichkeit.

Neue Förderinstrumente
für Geschäftsstraßen
Die IHK Berlin hat mit dazu beigetragen, dass Fördermittel für die
Entwicklung von Quartieren und
Geschäftsstraßen dort eingesetzt
werden, wo der größte Handlungsbedarf besteht. Dazu hat die IHK Berlin
u. a. die Auswahl neuer Fördergebiete
für die Städtebauförderprogramme
„Aktive Zentren“ im Expertenbeirat
begleitet.
Nach Hamburger Vorbild steht mit
dem Berliner Gesetz zur Einführung
von Immobilien- und Standortgemeinschaften den Grundeigentümern in den Geschäftsstraßen ein
neues Instrument zur Finanzierung
lokaler Aufwertungsprojekte zur
Verfügung. Die IHK Berlin hat sich
vorab für eine berlinspezifische und
wirtschaftsfreundliche Ausgestaltung
des Gesetzes eingesetzt und z. B.
auf die hierfür notwendigen Personalressourcen in den Verwaltungen
hingewiesen.

Vier Projekte gewinnen Wettbewerb „Mittendrin Berlin“
Gemeinsam mit dem Land Berlin und
Partnern aus der Wirtschaft startete
die IHK Berlin bereits zum siebten
Mal den Wettbewerb „Mittendrin
Berlin“. Unter dem Motto „Standort
Zukunft“ waren die über 100 Berliner
Geschäftsstraßenkooperationen
aufgefordert, sich mit den Anforderungen an ihre Zentren in 20 oder
30 Jahren auseinanderzusetzen. 18
Berliner Standortkooperationen und
Netzwerke reichten ihre Projektideen
ein. Vier dieser lokalen Initiativen
wurden als Sieger ausgezeichnet und
können sich über insgesamt 110.000
Euro Preisgeld freuen: die Weißenseer Spitze, der Alexanderplatz, die
Bahnhofstraße Lichtenrade sowie das
Zentrum Karlshorst. Die Gewinner
werden 2015 mit ihren Projekten
berlinweit auf sich aufmerksam
machen.

Bereits zum siebten Mal rich­
tete die IHK Berlin mit Partnern
aus Wirtschaft und Politik den
Wettbewerb „Mittendrin Berlin“
aus.

Zentren-Initiative
www.mittendrin-berlin.de

31

INFRASTRUKTUR
KOLUMNENTITEL

Verkehrsoptimierung aus
Unternehmersicht initiiert
Mit dem Wettbewerb „Schlau aus
dem Stau“ hat die IHK Berlin über
80 Ideen gesammelt, wie man den
Verkehrsfluss durch einfache und
intelligente Lösungen verbessern
kann. In Kooperation mit der Senats-

32

Gemeinsam mit allen ostdeutschen
Industrie- und Handelskammern
hat die IHK Berlin sich mit der
Ausarbeitung „Verkehrsdrehscheibe
Ostdeutschland“ neu positioniert.
Mit diesem Forderungspapier ist es
gelungen, der Europa- und Bundespolitik aufzuzeigen, welche überregionalen Projekte auf der Schiene,
der Straße und dem Wasser im Osten
noch umgesetzt werden müssen,
um Flaschenhälse im ostdeutschen
Verkehrsnetz zu beseitigen. Es geht
hierbei nicht um Umfahrungen
kleinerer Orte, sondern um Engpässe
auf den wichtigen transeuropäischen Verkehrsachsen. Mit zwei breit
angelegten Umfragen zu Groß- und
Schwerlasttransporten sowie zur
Nutzung der Wasserstraßen hat die
IHK Berlin aus konkreter Unternehmersicht auf die Dringlichkeit von
öffentlichen Infrastrukturinvestitionsmaßnahmen hingewiesen.

WISSENSWERTES IN ZAHLEN
Fast 28 Millionen Fluggäste in Berlin

10.000.000
5.000.000
0

27.956.527

26.296.544

24.033.809

Quelle: Arbeitsgemeinschaft
Deutscher Verkehrsflughäfen, 02/2015

2004

2006

2008

2010

2012

2014

Berlin führt Wachstum der Fluggastzahlen an
60.000.000
50.000.000

+13,8

%

40.000.000
30.000.000

10.000.000
0
www.schlau-aus-dem-stau.de

22.323.511

Entwicklung der Fluggastzahlen
in Berlin in den letzten Jahren

+ 38,3

20.000.000

Wettbewerb

20.977.395

15.000.000

20.039.113

20.000.000

21.403.327

25.000.000

25.236.664

30.000.000

18.506.506

Für die wirtschaftliche Entwicklung
ist neben dem interkulturellen
Austausch auch der Ausbau
grenz­überschreitender Verkehrs­
verbindungen wichtig. Vor diesem
Hintergrund wurden auf einer gut
besuchten Hauptstadtkonferenz der
Kammerunion Elbe-Oder mit Gästen
aus dem Ausland die Bedingungen
für bessere grenzüberschreitende
Verkehrsverbindungen auf dem
Wasser und der Schiene erörtert.
Auf dem Oder-Havel-Colloquium im
Herbst 2014 hat sich die IHK Berlin
für den Ausbau der Wasserstraßen
in Richtung Polen und Ostsee
engagiert. Um Innovationen und
grenzüberschreitende Kooperationen
zu fördern, haben Unternehmen
der Nord-Süd-Initiative neue grüne
Transportlösungen italienischen,
skandinavischen, slowenischen und
österreichischen Partnern im Mai
2014 auf der Konferenz „Greening
the Corridor – New Projects, New
Products and Innovations“ in Venedig
vorgestellt.

17.153.074

Für zentrale Verkehrsinfrastrukturprojekte eingesetzt

Grenzüberschreitend
zusammengearbeitet

14.871.640

Die IHK Berlin hat sich dafür
eingesetzt, dass es mit dem Steuerungskreis Verkehrsorganisation
und Verkehrslenkung wieder ein
hochrangig besetztes Gremium gibt,
in dem die Problematik der Baustellenkoordination und Bauzeitenverkürzung thematisiert wird. Die IHK
Berlin hat sich u. a. dafür ausgesprochen, die Verkehrslenkung Berlin
personell und technisch in die Lage
zu versetzen, Genehmigungen für
Baustelleneinrichtungen zeitnah zu
erteilen und somit in Zukunft Staus
und Baustellenchaos zu reduzieren.
Im Ausschuss für Räumungsbetroffene der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung
hat sich die IHK Berlin für die
Auszahlung von Überbrückungshilfen
an existenzbedrohte Unternehmen
eingesetzt und auf diese Weise dazu
beigetragen, die negativen Folgen
öffentlicher Baumaßnahmen für
Gewerbetreibende abzumildern.

verwaltung für Stadtentwicklung
und Umwelt hat die IHK Berlin
die Unternehmen der Logistik-,
Transport- und Taxibranche nach
konkreten Vorschlägen zur Lösung
lokaler Stauprobleme gefragt. Die
drei besten Vorschläge werden nun
zeitnah umgesetzt; weitere gute
Ideen wurden der Verwaltung für
eine spätere Umsetzung überreicht.

13.306.177

Bessere Koordination
und Kommunikation
von Baumaßnahmen

+ 63,0

%

%

+ 40,7

%

Entwicklung der Fluggastzahlen der
vier größten Flughafenstandorte
in Deutschland, 2005 und 2014 im
Vergleich
Quelle: Arbeitsgemeinschaft
Deutscher Verkehrsflughäfen, 02/2015

Berlin
2005

Frankfurt

München

Düsseldorf

2014

33

HAUSHALT UND WETTBEWERB
Die Steuereinnahmen jagen von einem Rekord zum
nächsten und bescherten Bund und Ländern in 2014
Mehreinnahmen in Milliardenhöhe. Auch Berlin konnte
ein Plus von mehreren hundert Millionen Euro vermelden.
Ursächlich dafür war vor allem die gute Entwicklung der
Berliner Wirtschaft. Das Klingeln der Kassen hat dem
Bund sicher bei der Entscheidung geholfen, die in 2013
diskutierten Steuererhöhungen – wie von den IHKs
gefordert – nicht weiter zu verfolgen.

35

HAUSHALT UND WETTBEWERB

3,2

ES GEHT UMS GELD – VIELE WOLLEN
MEHR VOM KUCHEN
Gemeinsam mit den Handelskammern aus Hamburg und Bremen
wurden zudem gemeinsame Forderungen für die Stadtstaaten herausgearbeitet. Bund und Länder konnten
sich entgegen ersten Planungen doch
nicht zu einer schnellen Einigung
durchringen, zu konträr waren
die verschiedenen Positionen. Die
Finanzarchitektur 2020 wird im Jahr
2015 in der Diskussion bleiben.

Mrd. Euro

Berlin erhält aus dem
Länderfinanzausgleich

3,2 Milliarden Euro
und bestreitet davon etwa

14 Prozent
seiner Ausgaben.

Die Neuordnung der Finanzbeziehungen zwischen Bund und Ländern
steht zwar erst für das Jahr 2020 an,
wirft aber ihre Schatten weit voraus.
Bayern, Baden-Württemberg und
Hessen klagen gegen den Länderfinanzausgleich und wollen weniger
zahlen. Dagegen wird der auslaufende
Solidaritätszuschlag gleich doppelt
und dreifach von verschiedenen Seiten
beansprucht. Bund und Länder hatten
sich daher vorgenommen, schon
frühzeitig die Eckpfeiler des künftigen
Länderfinanzausgleichs festzulegen,
und sind 2014 entsprechend motiviert
in die Beratungen gegangen.
Die IHK Berlin hat sich an der öffentlichen Diskussion über die künftige
Verteilung des Steuerkuchens

36

Der Länderfinanzausgleich
beschäftigt nicht nur die
Politik.
beteiligt. Sie hat in Gesprächen mit
den Spitzen der Berliner Politik und
Vertretern des Bundestages deutlich
gemacht, dass auch die ab 2020
geltende bundesdeutsche Finanzarchitektur Berlin in die Lage versetzen
muss, seine Aufgaben zu finanzieren.
An dem bundesstaatlichen Prinzip
der Finanzsolidarität muss festgehalten werden. Um die Debatte
nachhaltig und faktenreich führen
zu können, hatte die IHK Berlin ein
Diskussionspapier mit Leitlinien
für die künftige Ausgestaltung der
Finanzbeziehungen zwischen Bund,
Ländern und Kommunen erarbeitet.

Steuermehreinnahmen
wecken Begehrlichkeiten
Die deutsche Wirtschaft brummte
2014 und füllte die Steuersäckel
von Bund, Ländern und Kommunen.
Schnell wurden allerorts Wünsche
geäußert, an welchen Stellen die
Steuermehreinnahmen sinnvoll einzusetzen wären. Bundesfinanzminister
Wolfgang Schäuble präsentierte für
den Bund einen neuartigen Weg:
Erstmals seit 1969 wird der Bundeshaushalt im kommenden Jahr wieder
ohne die Neuaufnahme von Schulden
auskommen. Diese Entscheidung ist
ehrenwert, auch wenn sie zu Lasten
von dringend notwendigen Investitionen geht. Der Berliner Finanzsenator
reagierte anders auf die anhaltend
sprudelnden Steuereinnahmen:

37

HAUSHALT UND WETTBEWERB
KOLUMNENTITEL

Etwaige Überschüsse sollen nicht
mehr ausschließlich für die Schuldentilgung, sondern hälftig auch für
Investitionen in die wachsende Stadt
verwendet werden. Damit folgt der
Senat einer langjährigen Forderung
der IHK Berlin.

Rekommunalisierung mit
vielen Schwierigkeiten
In der Energiepolitik schlägt das
Thema Rekommunalisierung
weiterhin hohe Wellen. Im Juni
erhielt die landeseigene Gesellschaft
Berlin Energie den Zuschlag für die
Gasnetzkonzession. Die Vergabe
wurde allerdings im Dezember
aufgrund von Verfahrensmängeln
durch das Landgericht gestoppt. Wie
es mit den Konzessionsverfahren für
das Gas- und Stromnetz weitergeht,
ist daher offen. Besonders misslich
aus Sicht der IHK Berlin: Weiterhin
ist ungeklärt, welchen energiepolitischen Nutzen eine Rekommunali-

38

sierung der Netze hätte und wie der
erhebliche finanzielle Aufwand für
den Netzkauf gerechtfertigt werden
könnte. Die 2014 ins Leben gerufene
Enquete-Kommission „Neue Energie
für Berlin“ beschäftigt sich zwar mit
diesen Fragen, wird aber erst 2015
ihren Bericht abgeben.

IHK Berlin erreicht
Erleichterungen bei City-Tax
Zum 1. Januar 2014 hatte der Senat
trotz Kritik der Berliner Wirtschaft
die Steuer auf privat veranlasste
Übernachtungen in Berlin, die
sogenannte City-Tax, eingeführt.
Die IHK Berlin hatte sich gemeinsam
mit anderen Wirtschaftsverbänden
für eine praktikable Umsetzung des
Gesetzes starkgemacht und konnte in
Gesprächen mit der Finanzverwaltung
Erleichterungen und Klarstellungen

Der Tourismusboom
in Berlin ist ungebremst.

Treiber für Innovationen
und neue Geschäfts­
modelle
Die digitale Wirtschaft gewinnt in
Berlin weiter an Bedeutung. Mit
über 60.000 Beschäftigten gene­
riert die Branche etwa 3,4 Prozent
des Berliner Gesamtumsatzes und
verursacht Wertschöpfung in vielen
vor- und nachgelagerten Branchen.
Die digitale Wirtschaft ist Treiber für
Wachstum, Innovationen und neue
Geschäftsmodelle. Um die Akteure
untereinander besser zu vernetzen
und die politische Schlagkraft der
Branche zu erhöhen, hat die IHK
Berlin den Ausschuss „Digitale
Wirtschaft“ gegründet. Knapp 40
Mitglieder aus kleinen, mittleren
und großen Unternehmen sowie
Vertreter von Verbänden, aus der
Forschung und den unterschied­
lichsten Institutionen engagieren
sich dort ehrenamtlich für die Ver­
besserung der Rahmenbedingungen
am Standort Berlin. Das Gremium
hat sich bei der Weiterentwicklung
des Clusters „IKT, Medien & Kreativ­
wirtschaft“ eingebracht. Im Fokus
der Arbeit stehen zudem die Digita­
lisierung anderer Branchen, Bildung,
eGovernment und die Entwicklung
Berlins zur Smart City.

erreichen. So fällt z. B. bei Schul- und
Klassenfahrten keine Übernachtungssteuer an. Für das Jahr 2014 flossen
durch die City-Tax ca. 27 Millionen
Euro in den Landeshaushalt. Es bleibt
abzuwarten, ob der Senat seine
Ankündigung wahrmacht, die über
25 Millionen Euro hinausgehenden
Einnahmen für Kultur, Tourismus und
Sport einzusetzen.

Einsatz für
Verschonungsregelung
bei der Erbschaftsteuer
Schon seit Jahren diskutieren Juristen
und Politiker intensiv über die Verfassungsmäßigkeit des Erbschaftsteuergesetzes und mögliche Ausgestaltungen einer neuen Regelung. Die
IHK-Organisation hat von Beginn
an gegen eine Substanzbesteuerung und für eine weitestgehende
Verschonung des Betriebsvermögens
im Erbfall Position bezogen. Am
17. Dezember 2014 hat das Bundesverfassungsgericht nun die bisherige
Erbschaftsteuer­regelung gekippt und
den Gesetzgeber zu einer Neuregelung bis zum 30. Juni 2016 aufgefordert. Einen Lichtblick gibt es: Die
Verschonung von Betriebsvermögen
wurde als zulässig erachtet.

Bürokratieaufbau im
Steuerrecht verhindern
Die OECD bereitet unter dem
Schlagwort Verhinderung von „Base

Erosion and Profit Shifting“ (BEPS)
eine Vielzahl von Maßnahmen vor,
die Gewinnkürzungen und Gewinnverlagerungen von multinational
tätigen Unternehmen verhindern
sollen. Die IHK Berlin hat mit einem
Positionspapier zum Thema „BEPS“
auf die Gefahr steuerrechtlicher
Verschärfungen jenseits missbräuchlicher Gestaltungen und auf den zu
erwartenden Bürokratieaufbau für
Unternehmen hingewiesen und dies
auch in Gesprächen mit Mitgliedern
des Finanzausschusses des Bundestages unterstrichen.

Steuerpraxis
wird etwas einfacher

von Reisekosten in der Praxis erreicht.
Nicht zuletzt hat der Bundesgesetzgeber im Jahr 2014 auf Druck der
Wirtschaft die Umsetzung der europarechtlichen Vorgaben zur Umsatzbesteuerung von elektronischen
Services sowie bei Rundfunk- und
Telekommunikationsdienstleistungen
vorgenommen. Unternehmen ist es
nunmehr möglich, sich als „kleine
einzige Anlaufstelle“ (Mini-OneStop-Shop) zu registrieren und damit
die Steuererklärung für Umsätze in
anderen Mitgliedstaaten gebündelt
beim Bundeszentralamt für Steuern
abzugeben.

Schon seit 2013 ist die Wirtschaft mit
dem Bundesfinanzministerium (BMF)
über die Neuregelung der „Grundsätze zur ordnungsgemäßen Führung
und Aufbewahrung von Büchern,
Aufzeichnungen und Unterlagen
in elektronischer Form sowie zum
Datenzugriff (GoBD)” im Gespräch.
Durch den Einsatz der IHK Berlin hat
das BMF jüngst eine Neuregelung
vorgelegt, die in einigen Teilen nun
praktikable Lösungen für die Unternehmen enthält. Daneben hat sich die
IHK Berlin für die Entbürokratisierung
der Anforderungen an die elektronische Rechnungsstellung starkgemacht und durch Gespräche mit der
Finanzverwaltung wichtige Klarstellungen zur steuerlichen Einordnung

39

HAUSHALT UND WETTBEWERB

WISSENSWERTES IN ZAHLEN
Haushaltseinnahmen

Haushaltsausgaben
Steuereinnahmen,
Länderfinanzausgleich,
Allgemeine Bundesergänzungszuweisungen 74 %
Sonstige Bundesergänzungszuweisungen, Kompensation
KfZ-Steuer 6 %
Vermögensaktivierung im
Einzelplan 29 0,3 %
Sonstige Einnahmen 20 %

23.787 Mio. Euro

Berliner Haushalt:
Bereinigte Einnahmen 2014
Gemäß vorläufigem Jahresabschluss

22.960 in Mio. Euro

konsumtive Sachausgaben
ohne Zinsausgaben 55 %
Personalausgaben 31 %
Zinsausgaben 8 %
Investitionsausgaben 6 %
Tilgungsausgaben
öffentlicher Bereich 0,2 %

Berliner Haushalt:
Bereinigte Ausgaben 2014
Gemäß vorläufigem Jahresabschluss

Abweichungen der Anteilssummen von
100 Prozent sind Rundungen geschuldet.

Abweichungen der Anteilssummen von
100 Prozent sind Rundungen geschuldet.

Quelle: Senatsverwaltung für Finanzen Berlin,

Quelle: Senatsverwaltung für Finanzen Berlin,

01/2015

01/2015

Steuereinnahmen werden weiter steigen
15
12

12,5

12,8

13,5

14,0

14,5

9
6

Berliner Haushalt:
Steuereinnahmen in Milliarden Euro

3

* Soll gemäß Haushaltsplan
Quelle: Steuerschätzung des Senats,

0

40

02/2015, Haushaltsplan

2014*

2015*

2016

2017

2018

41

STANDORTFAKTOR VERWALTUNG
Die Berliner Verwaltung befindet sich in einem langwierigen
Modernisierungsprozess, um sich transparenter und serviceorientierter auszurichten. Das Modernisierungsprogramm
„ServiceStadt Berlin 2016“, das unter Einbeziehung von
IHK-Forderungen entstand, bietet hierfür einen Rahmen.
Ziel muss es sein, dass sich die Verwaltung personell und
organisatorisch auf die heutigen und zukünftigen
Anforderungen der Wirtschaft einstellt.

43

STANDORTFAKTOR VERWALTUNG

VERWALTUNGSMODERNISIERUNG
KOMMT LANGSAM VORAN

Altersbedingt werden bis 2020 etwa 28.000 Mitarbeiter
aus der Berliner Verwaltung ausscheiden. Das entspricht mehr als

einem Viertel der Beschäftigten.

Die Berliner Verwaltung hat im
zurückliegenden Jahr ihren Modernisierungsprozess fortgesetzt. Spürbare
Fortschritte, die man nach der Verabschiedung des E-Government-Gesetzes auf Bundesebene seitens der
Wirtschaft erwartete, wurden jedoch
kaum gemacht. Die Chance, ein
besseres Serviceangebot und mehr
Onlineverfahren zu entwickeln, die
durch die Aufhebung der Schriftformerfordernis und die Einführung
von De-Mail und eID besteht, wurde
nur unzureichend genutzt. Der
praxisnahe Entwurf für ein Berliner
E-Government-Gesetz, den der Senat
bereits seit Anfang des Jahrzehnts in
der Schublade hat, wurde auch 2014
nicht vom Parlament verabschiedet.
Auf die rechtssichere und vertrauliche elektronische Kommunikation
zwischen Unternehmen und Verwaltung wartet die Berliner Wirtschaft
daher weiter.
Auch eine grundlegende Reform
der zweistufigen Verwaltung steht
weiterhin aus. Fehlende Durchgriffsrechte der Hauptverwaltung
und Doppelstrukturen in den
Bezirken verhindern so weiterhin
effizientes Verwaltungshandeln.

44

Auf Bezirksebene werden zum Teil
Koordinationsaufgaben geleistet,
die eigentlich einer Hauptverwaltung mit Fachaufsicht zufallen,
während die Öffnungszeiten in
den Bezirksämtern immer kunden­
unfreundlicher gestaltet werden.
Auf politischer Ebene zeichnet sich
keine Mehrheit für weitreichende
Reformvorhaben zur Umsetzung
tiefgreifender Verbesserungen ab.
Komplizierte Entscheidungswege und
unterschiedliche Formalitäten in den
einzelnen Bezirken gehören damit
auch weiterhin zum Erscheinungsbild
der Berliner Verwaltung.

Digitale Weiterentwicklung
der Verwaltung begleitet
Auf einem ordentlichen Weg
hingegen ist das Serviceportal der
Berliner Verwaltung, in dem immer
mehr wirtschaftsrelevante Antragsverfahren für die Onlineabwicklung
freigeschaltet werden. Verwaltungsverfahren werden hier vereinfacht
und die Wirtschaft von unnötiger
Bürokratie entlastet. Die IHK Berlin
hat in verschiedenen Gesprächen
und Abstimmungsrunden mit den
zuständigen Senatsstellen diverse
Modernisierungsvorschläge zur digi-

talen Weiterentwicklung der Verwaltung unterbreitet. Dazu gehören zum
Beispiel die Einrichtung eines einheitlichen, webbasierten Zugangs zu allen
wirtschaftsrelevanten Leistungen der
Berliner Verwaltung, die Ausweitung
der Onlineangebote um hoheitliche
Aufgaben der IHK und der kostensparende zentrale Betrieb der erforderlichen technischen Infrastruktur.
Zugleich etabliert sich der einheitliche Ansprechpartner (EA) nach
langwierigen Anlaufschwierigkeiten
zunehmend und wird von immer
mehr Kunden genutzt. Ziel all dieser
Aktivitäten ist es, Unternehmen und
denen, die welche gründen wollen,
einen medienbruchfreien, integrierten
und einheitlichen Zugang zu Verwaltungsdienstleistungen zur Verfügung
zu stellen.

IHK-Positionen münden
in Bürokratieabbau
Ende 2014 hat das Bundeskabinett
eine von Bundeswirtschaftsminister Gabriel vorgelegte Liste mit
21 Punkten zum Bürokratieabbau
beschlossen, die bis zum Sommer
2015 umzusetzen ist. Hierbei werden
wesentliche Forderungen der IHK-Organisation aufgegriffen, die gerade

45

STANDORTFAKTOR VERWALTUNG
KOLUMNENTITEL

Neue Leuchttürme für
Forscher und Gründer

Ohne Brüssel geht auch in der
Berliner Politik nichts.
auch im Rahmen der „Wirtschaftspolitischen Positionen“ formuliert
wurden, zu denen die IHK Berlin
wesentlich beigetragen hat. So ist
zum Beispiel der Bürokratieabbau in
Verwaltungsverfahren gerade auch
durch die stärkere Nutzung elektronischer Medien und Prozesse des
E-Governments voranzutreiben, sind
die Unternehmen von Statistik- und
Informationspflichten zu befreien
und Start-ups und Gründer zu
entlasten. Besonders hervorzuheben
ist die „One-in-one-out-Regel“:
Danach müssen künftige Belastungen aus dem Koalitionsvertrag
kompensiert werden, womit der
Forderung nach der Aufstellung einer
konkreten Regel für den Bürokratieabbau entsprochen wird.

46

Lokal denken –
europäisch handeln
Die IHK Berlin hat in einer gemeinsamen Sitzung des Ausschusses
Wirtschaftspolitik mit dem Kompetenzteam Mittelstand im Vorfeld der
Wahlen zum Europäischen Parlament
im Frühjahr 2014 in einem Fachgespräch mit den Berliner Kandidaten
und EU-Parlamentariern den Abbau
und die Verhinderung wirtschaftshemmender Bürokratie energisch
angemahnt. Diese Adressierung ist
insbesondere seit dem Vertrag von
Lissabon bedeutsam, entscheidet das
Europaparlament doch nun über die
große Mehrheit der europäischen
Gesetze.

Personalmanagement
bekommt mehr Gewicht
Personalmanagement muss Chefsache sein – diese Forderung hat

Erfreuliche Meldungen prägten das
Jahr in der Gesundheitswirtschaft.
Auch wenn die Finanzierung durch
Wagniskapital weiterhin nicht
so verbreitet wie im Ausland ist,
ist ein Anstieg von erfolgreichen
Beteiligungen in der vitalen Startup-Szene zu verzeichnen. Endlich
konnte zudem bei der Entwicklung
des Technologie- und Gründerzen­
trums Berlin-Südwest ein Durch­
bruch erzielt werden. Und auch
vom Start des Berlin Institute of
Health (BIH) oder des Bayer-Inku­
bators „CoLaborator“ erwartet die
IHK Impulse für die forschungs­
intensive Branche. Wie gewohnt
engagierte sich die IHK gemeinsam
mit Partnern für die Fachkräf­
tesicherung, sei es im Rahmen
der Karrieremesse „Gesundheit
als Beruf“, die Rekordwerte bei
Ausstellern und Besuchern erzielte,
oder der Job Recruitment Initiative
Medizintechnik. In Rahmen der
erstmals ausgerichteten Konferenz
wurde die Bedeutung des betrieb­
lichen Gesundheitsmanagements
für die langfristige Bindung von
Mitarbeitern erörtert.

die IHK Berlin im Jahr 2014 mehr
als einmal öffentlich wiederholt. Die
Politik hat die Rufe der IHK Berlin
nach der Einsetzung eines Personalvorstandes für die öffentliche Verwaltung in Berlin nun endlich erhört:
Die an der Regierung beteiligte CDU
sprach sich im Jahr 2014 öffentlich
für die Einrichtung einer eigenen
Ressortverantwortlichkeit für das
Thema Personal aus. Ein Personalvorstand ist wichtig, um der drohenden
Vergreisung der Berliner Verwaltung
mit der nötigen politischen Schlagkraft entgegentreten zu können.
Auch andere Vorschläge der IHK
Berlin stießen auf Zustimmung im
Senat. So greift der aktuelle Personalmanagementbericht des Landes
Berlin die Idee des IHK-Papiers
„Erfolgreiches Personalmanagement
– Aus guten Beispielen lernen“ aus
dem Jahr 2013 auf, herausragende
Lösungen in der Berliner Verwaltung
als Handlungshilfe anderen Behörden
vorzustellen und zum Nachmachen
anzuregen.

und systematisch betrieben wird. Ein
Wermutstropfen bleibt dabei aber:
Eine aufgabenkritische Herangehensweise ist nur in Ansätzen erkennbar.

Prozessverfahren
beschleunigt
An den Berliner Zivilgerichten dauern
die Verfahren in Bausachen besonders lange. Aufwendige Beweisverfahren ziehen die Prozesse in
die Länge. Um diese Verfahren zu
beschleunigen und die Kommunikation zwischen Richtern und Sachverständigen zu verbessern, hat die IHK
Berlin gemeinsam mit den Berliner
Zivilgerichten Verfahrenshilfen zum
Sachverständigenbeweis in Bauprozessen erarbeitet, die nun Eingang in
die gerichtliche Praxis finden werden.

Erfreulich ist am Personalmanagementbericht 2014 zudem, dass das
Controlling landesweit einheitlich

Gesundheitstag
www.ihk-berlin.de/gesundheitstag
47

ARBEITSMARKT
UND FACHKRÄFTE
Berlin zieht Fachkräfte aus dem In- und Ausland an.
Das stärkt die Berliner Wirtschaft. Die Berliner Unternehmen
schaffen im Verhältnis so viele neue Arbeitsplätze wie kein
anderes Bundesland. Die gemeinsamen Anstrengungen
von Senat, Arbeitsagentur und IHK Berlin zum Abbau der
Arbeitslosigkeit und insbesondere der Jugendarbeitslosigkeit
tragen Früchte. Die Verstetigung der erlangten Erfolge bleibt
die wichtigste Zukunftsaufgabe.

49

ARBEITSMARKT UND FACHKRÄFTE

ES GEHT AN DIE RESERVEN
Berlin zieht als Metropole Menschen
aus dem In- und Ausland an. Dadurch
kann sich die Berliner Wirtschaft
noch auf ein breites Potenzial an
qualifizierten Fachkräften stützen. In
einzelnen Branchen ist der Fachkräftemangel jedoch bereits deutlich
spürbar. Der IHK-Fachkräftemonitor
prognostiziert 2014 einen Engpass
von 76.200 Fachkräften. Davon
entfallen allein 85 Prozent (64.000)
auf qualifizierte Personen mit Berufsabschluss oder einem höherwertigen
Abschluss wie Meister oder Fachwirt.

Nahezu jeder 10.

Arbeitsplatz in Deutschland 
wurde 2013 in Berlin geschaffen.

Besonders betroffen sind das Dienstleistungsgewerbe und der Handel mit
Engpässen von 35.000 und 10.000
Personen. Umso problematischer
ist die Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt. 2013 lag die Anzahl der
Berliner Studienanfänger in Berlin
nur noch leicht unter der der Ausbildungsanfänger in Berlin. Das ist eine
große Herausforderung für die duale
Berufsausbildung. Damit der Trend
zur Akademisierung um jeden Preis
nicht zum Bumerang wird, muss
die betriebliche Ausbildung weiter
gestärkt werden.
In Berlin haben 8.728 junge
Menschen eine betriebliche Ausbildung in Industrie, Handel und Dienstleistungen aufgenommen und das

50

sind nur 0,6 Prozent weniger als im
Vorjahr. Die IHK Berlin hat die Unternehmen intensiv bei der Besetzung
ihrer Ausbildungsplätze unterstützt.
Die Betriebe hätten gern noch mehr
ausgebildet, konnten aber nicht alle
Plätze besetzen. Zu wenig Jugendliche finden den Weg in die Ausbildung. Das stellt alle Akteure vor die
Herausforderung, mehr Jugendliche
für die duale betriebliche Berufsausbildung zu gewinnen.

Arbeitslosigkeit bekämpft
Der Berliner Arbeitsmarkt macht auf
der Überholspur weiter Boden gut.
Bundesweit wird fast jeder zehnte
Job in der Hauptstadt geschaffen.
Berlin ist damit unangefochtener
Spitzenreiter beim Aufbau sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung.
Die Arbeitslosenquote ist zeitweise
auf den niedrigsten Stand seit über
20 Jahren abgesunken und lag 2014
bereits mehrfach unter der psychologisch wichtigen Marke von 200.000
Arbeitslosen. Die strukturelle Arbeitslosigkeit reduziert sich stetig. Die
Maßnahmen zur Bekämpfung von
Jugend- und Langzeitarbeitslosigkeit
zeigen Wirkung.
Seit 2005 stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze in
Berlin von rund 1,0 Millionen auf fast

1,3 Millionen. Gestützt wurde diese
positive Entwicklung durch die enge
Zusammenarbeit von IHK Berlin und
Regionaldirektion Berlin-Brandenburg
im Rahmen des „Zukunftsprogramms
Berlin-Brandenburg“. Der Beschäftigungszuwachs in der Hauptstadt ist
aber auch ein Ergebnis der wirkungsvollen Bekämpfung von Schwarzarbeit. Hier engagiert sich die IHK in
einem gemeinsamen Projekt mit der
Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen für die „Optimierung
der Verfolgung und Ahndung von
Schwarzarbeit im Land Berlin“.
Auch 2014 berieten IHK-Arbeits­
markt­experten regelmäßig die
Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen und alle Berliner
Jobcenter hinsichtlich der Gestaltung
und Umsetzung arbeitsmarktpolitischer Instrumente. Gerade die seitens
der IHK geforderte Konzentration auf
den ersten Arbeitsmarkt hatte zur
Folge, dass Arbeitssuchende seltener
in oft wirkungslosen Beschäftigungsmaßnahmen auf dem zweiten
Arbeitsmarkt „geparkt“ werden. Nun
wird die Förderung von Arbeitssuchenden streng am Erfolg beziehungsweise Misserfolg der Eingliederung gemessen. Durch die stärkere
Praxisorientierung gelingt es dabei
immer häufiger, Arbeitssuchenden
51

ARBEITSMARKT UND FACHKRÄFTE
KOLUMNENTITEL

die Chance zu bieten, sich in richtigen
Unternehmen zu beweisen – die
nachhaltigste und beste Form der
Arbeitsmarktförderung.

Fachkräftebedarf aufgedeckt
Die IHK Berlin hat ihr Angebot
ausgeweitet, Unternehmen bei der
Fachkräftesicherung stärker als bisher
zu unterstützen. Ausgangsbasis ist
das Fachkräfteportal der IHK Berlin.
Ein Bestandteil des Portals ist der
aktualisierte und weiterentwickelte
Fachkräftemonitor, der eine Prognose der Fachkräftenachfrage und
des -angebotes bis in das Jahr 2030
ermöglicht. Darüber hinaus wird
das Portfolio durch den IHK-Demografierechner ergänzt. Der Demografierechner ermöglicht es Unternehmen, eine Altersstrukturanalyse
ihres Personals vorzunehmen und
Ersatzbedarfe bis in das Jahr 2030 zu
veranschaulichen.

Betriebliche
Ausbildung gestärkt
Seit Anfang 2014 wurde mehr
als 1.000 Unternehmen das neue
Angebot „Verbundberatung duale

Fachkräftemonitor
www.fachkraeftemonitor-berlin.de

Verbundberatung
www.ihk-berlin.de/verbundberatung

52

Berufsausbildung in Berlin“ vorgestellt. Das von der Senatsverwaltung
für Arbeit, Integration und Frauen
finanzierte Projekt unterstützt bei der
Suche nach geeigneten Verbundpartnern. So konnten auch Unternehmen,
die nicht alle Fachkenntnisse und
fachpraktischen Fertigkeiten für den
jeweiligen Beruf vermitteln können,
gewonnen werden Ausbildungsplätze
einzurichten. Insgesamt konnten
23 Ausbildungsverträge vereinbart
und 70 Verbünde angebahnt werden.
Im festlichen Rahmen ehrte die IHK
Berlin 74 Absolventen der Aus- und
Weiterbildung, die sich als Beste ihres
Fachs aus über 17.000 Prüfungsteilnehmern durchgesetzt hatten.
Zudem wurden 21 Berliner Betriebe
in unterschiedlichen Kategorien für
ihr ganz hervorragendes Ausbildungsengagement prämiert.
Mit dem Ziel, Ausbildungsabbrüche
zu verhindern, vermittelte die IHK
Berlin als Partner von Betrieben
und Auszubildenden in mehr als
100 Schlichtungsverfahren wegen
Streitigkeiten in der Ausbildung.

IHK-geprüft ist ein
Markenzeichen
Eine fachgerechte und faire Prüfung
stellt hohe Anforderungen an die rund
2.700 Prüfer. Die Broschüre „Qualifiziert prüfen – kompetent, fair und mit
einem Lächeln“ fasst die wichtigsten

Kompetenzen eines Prüfers zusammen
und ist ein wichtiger Baustein in der
Prüferqualifizierung.

Vom Showroom
zum Webroom
Berlin ist ein prosperierender
Handelsstandort. Durch die
Eröffnung der Concept Mall Bikini
Berlin und der Mall of Berlin sind
weitere attraktive Verkaufsflächen
entstanden. Auch 2014 waren die
Optimierung und Vernetzung der
Verkaufskanäle für den Handel ein
wichtiges Thema. Der Anteil der
Händler mit einer Mehrkanalstra­
tegie wächst kontinuierlich. Der
nominale Umsatz ist im Berliner
Einzelhandel (ohne Kfz-Handel)
2014 um 3,1 Prozent gegenüber
dem Vorjahr gestiegen.
Das Geschäftsstraßenforum 2014
beschäftigte sich mit Marke­
tingstrategien fürs Internet, die
es auch Händlern ohne eigenen
Onlineshop ermöglichen, bei der
digitalen Produktsuche der Kunden
dabei zu sein. Auf der zweiten
regionalen Produktbörse der IHK
Berlin präsentierten sich regio­
nale Erzeuger und Produzenten
erfolgreich den Berliner Händlern
und Hoteliers. Auch für 2015 setzte
sich die IHK Berlin effektiv für die
wirtschaftsfreundliche Festsetzung
der verkaufsoffenen Sonntage in
Berlin ein.

Das Interesse des Auslands an der
dualen Berufsausbildung hält weiter
an. 21 Delegationen wurden beraten,
wie sie zur Fachkräftesicherung vor
Ort und zur europäischen Wirtschaftsstabilität beitragen können.

Fachkräftepotenziale
erschlossen
Die IHK Berlin thematisierte die
bessere Integration von Mitarbeitern
mit Migrationshintergrund und die
direkte Ansprache der verschiedenen
Business Communities Berlins in
unterschiedlichen Veranstaltungsformaten. Auch die Arbeitsgruppe der
Unternehmerinnen und Unternehmer
ausländischer Herkunft bot hierfür
ein ausgezeichnetes Forum. Darüber
hinaus fand auf einer gemeinsam
mit der Handwerkskammer Berlin
durchgeführten Veranstaltung „Gut
ankommen! Willkommenskultur für
internationale Mitarbeiter“ ein reger
Austausch statt. Ferner hat die IHK
Berlin zusammen mit der Senatsverwaltung für Arbeit die gemeinsame
Kampagne „Frauen an die Spitze“
um eine Unternehmensbesuchsreihe
ergänzt, um das Potenzial von Frauen
für Führungspositionen aufzuzeigen
und den Praxisaustausch zu fördern.
Qualifizierte Fachkräfte aus dem

Ausland und interessierte Unternehmen mit internationalem Personal
konnten sich an den Tagen der
offenen Tür über die Möglichkeit
informieren, im Ausland erworbene
Abschlüsse anerkennen zu lassen.
IHK Berlin und Handwerkskammer
diskutierten mit Unternehmern in
den neuen „Kamingesprächen“ über
Zuwanderung, Integration und
Strategien zur Fachkräftesicherung.

Die „Tage der Berufsausbil­
dung“ fanden 2014 bereits
zum 20. Mal statt.

Matchingaktivitäten
befördert
Für einen erfolgreichen Übergang
von Schule in Ausbildung wurden die
Berufsorientierungsmesse „Tage der
Berufsausbildung“ mit rund 15.000
Schülern aus Berlin und Brandenburg
und neue Formate wie die Studienaussteigermesse mit rund 400 Teilnehmern organisiert. Zur Unterstützung von 326 Unternehmen führte
die passgenaue Vermittlung mit

Berufsorientierungsmesse
www.tage-der-berufsausbildung.de

Facebook für Auszubildende
www.facebook.com/ausbildungberlin

53

ARBEITSMARKT UND FACHKRÄFTE

54

Arbeitslosenquoten in Berlin
und Deutschland in Prozent
Jahresdurchschnitt
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, 01/2015

2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Berlin

Deutschland

Arbeitslosigkeit in Pankow am niedrigsten

12,3
9,0

9,2

9,6

9,8

10,1

10,2

12,4

12,5

13,8

15,1

10,6

Arbeitslosenquoten in den
Berliner Bezirken 2014 in Prozent
Jahresdurchschnitt
Neukölln

Reinickendorf

FriedrhainKreuzberg

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, 01/2015
Spandau

20
18
16
14
12
10
8
6
4
2
0

Mitte

Der Ausbau der Betreuungsinfrastruktur ist im Sinne der besseren
Vereinbarkeit von Familie und Beruf
ein wichtiger Standortfaktor. Die
IHK Berlin hat sich im Rahmen ihrer
Mitgliedschaft im Berliner Beirat für
Familienfragen für einen Ausbau
der Kinderbetreuungsmöglichkeiten
eingesetzt. Die IHK Berlin hat in
Kooperation unter anderem mit dem
Deutschen Gewerkschaftsbund und

6,7

TempelhofSchöneberg

Fachkräftebindung
unterstützt

11,1

MarzahnHellersdorf

Karriere mit Lehre – dafür standen
115 neue geprüfte Industriemeister,
die auf der Meisterfeier ausgezeichnet wurden. Insgesamt haben
über 3.000 Fachkräfte die Weiterbildungsangebote der IHK genutzt. Neu
entwickelte Zertifikatslehrgänge, z. B.
Crowdfunding-Manager-IHK, haben
regionale Qualifizierungsbedarfe
innovativ aufgegriffen. Außerdem
wurden die Voraussetzungen
geschaffen, Aus- und Weiterbildung
enger zu verzahnen.

20
18
16
14
12
10
8
6
4
2
0

Lichtenberg

Sach- und Fachkundeprüfungen
bleiben stark nachgefragt, was sich
an den weiterhin steigenden Teilnehmerzahlen zeigt. Dies gilt insbesondere für die Finanzanlagenvermittler,
deren Teilnehmerzahl sich wegen des
Ablaufs der Übergangsfrist Ende 2014
mehr als verdoppelt hat. Ebenfalls ein
stärkerer Anstieg ist bei der Unterrichtung im Bewachungsgewerbe zu
verzeichnen; ebenso bei der Prüfung
für freiverkäufliche Arzneimittel
und für den Taxi- und Mietwagenverkehr. Bei letzterem dürfte die
Einführung des Mindestlohns eine
Rolle spielen sowie die hohe Zahl an
Wiederholungsprüfungen aufgrund
mangelnder Vorbereitung.

Arbeitslosigkeit sinkt weiter

CharlburgWilmersdorf

Mit dem Projekt „Haus der kleinen
Forscher“ fördert die IHK Berlin die
frühkindliche Bildung in Naturwissen-

Berufliche
Karrierewege geöffnet

Sach- und Fachkundeprüfungen liegen weiter im Trend

WISSENSWERTES IN ZAHLEN

SteglitzZehlendorf

Erstmals wurde 2014 das Qualitätssiegel für exzellente berufliche
Orientierung an zehn Berliner Schulen
verliehen. Die IHK Berlin setzt sich als
Partner der Initiative „Qualitätssiegel“
für die Verbesserung der Berufs­
orientierung an allgemeinbildenden
Schulen ein.

der Handwerkskammer Berlin Berlins
familienfreundlichste Betriebe gekürt
und damit guten Beispielen Öffentlichkeit verschafft, die zur Nachahmung anregen sollen.

TreptowKöpenick

Exzellente berufliche
Orientierung geleistet

schaften und Technik. Beim Forscherfest konnten Kinder aus Kitas und
Grundschulen das Projekt praxisnah
erleben. 60 neue Kitas nutzten 2014
erstmalig das Bildungsangebot. Damit
stieg die Gesamtzahl der im Netzwerk
aktiven Kitas auf 750.

Pankow

917 Jugendlichen Gespräche und
forcierte das Projekt „your turn“,
das Studienaussteigern eine
verkürzte Ausbildung ermöglicht.
Mehr als 3.200 Besucher nutzten
ihre Chance auf der Last-minute-Börse und erhielten mindestens
ein konkretes Ausbildungsplatz­
angebot. Sie konnten mit mehr
als 50 Arbeitgebern ins Gespräch
kommen. Die Jugendberufsagentur,
ein Kernstück der bildungspolitischen
Reformagenda, wird in 2015 in vier
Modell-Agenturen umgesetzt. Die
IHK Berlin hat als Bündnispartner
wesentlich dazu beigetragen, dass die
Betreuung aller Jugendlichen zu einer
frühen Berufsorientierung führt.
Der Übergang in Ausbildung oder
Studium wird individuell betreut und
ist am Fachkräftebedarf der Berliner
Wirtschaft ausgerichtet.

55

ARBEITSMARKT UND FACHKRÄFTE

Kaufmann/-frau im Einzelhandel wieder auf Spitzenplatz

17.337

Kaufmann/-frau im
Einzelhandel 15 %
Hotelfachmann/-frau 10 %
Kaufmann/-frau für
Bürokommunikation 10 %
Koch/Köchin 6 %
Verkäufer/in 6 %
Bürokaufmann/-frau 6 %
Industriekaufmann/-frau 4 %
Kaufmann/-frau im
Groß- und Außenhandel 4 %
Immobilienkaufmann/-frau 3 %
Bankkaufmann/-frau 3 %
sonstige kaufmännische
Berufe 33 %

Zahl an Prüfungen und Unterrichtungen hat zugenommen
Teilnehmer/-innen Fachkundeprüfungen

6.557

56

1.989 Taxi-/Mietwagenprüfungen

511

Sachkundeprüfungen im
Bewachungsgewerbe (schriftlich)

1.649 Güterkraftverkehrsprüfungen

80

Prüfungen Berufskraftfahrer

1.176 Prüfung der Gefahrgutbeauftragten

67

Die zehn stärksten kaufmännischen
und sonstigen Ausbildungsberufe*
bei der IHK Berlin im Jahr 2014

Prüfungen für den Handel mit
freiverkäuflichen Arzneimitteln

817 Waffenfachkundeprüfungen

53

* ohne Umschüler/-innen

Finanzanlagenvermittler

606 Krankentransportprüfungen

27

Abweichungen der Anteilssummen von
100 Prozent sind Rundungen geschuldet.

Versicherungsvermittler

531 Omnibusprüfungen

17

Quelle: IHK Berlin, 01/2015

Unterrichtungen im
Gaststätten­gewerbe

Teilnehmer/-innen Unterrichtungen
1.400

Unterrichtungen im
Bewachungs­gewerbe

Fachinformatiker/-in gefragt bei den Auszubildenden
Fachinformatiker/-in 14 %
Mechatroniker/-in 12 %
Elektroniker/-in 11 %
Industriemechaniker/-in 9 %
IT-System-Elektroniker/-in 4 %
Mediengestalter/-in für
Digital- und Print 4 %
Fachkraft Veranstaltungstechnik 4%
Zerspanungsmechaniker/-in 4 %
Kraftfahrzeugmechatroniker/-in 3%
Chemielaborant/-in 3 %
sonstige gewerblichtechnische Berufe 32%

Prüfungen für Gefahrgutfahrer ADR

722

Unterrichtung für Aufsteller
von Spielautomaten

150

Unterrichtungen im Gaststätten­
gewerbe mit Dolmetscher

150

Teilnehmer/-innen an
Fachkunde­prüfungen
und Unterrichtungen
im Jahr 2014
Quelle: IHK Berlin, 01/2015

Anzahl der Prüfungsteilnehmer hat sich im letzten Jahrzehnt mehr als verdreifacht
2.500
2.150

2.000
Die zehn stärksten
gewerblich-technischen
Ausbildungsberufe*
bei der IHK Berlin im Jahr 2014
* ohne Umschüler/-innen
Abweichungen der Anteilssummen von
100 Prozent sind Rundungen geschuldet.
Quelle: IHK Berlin, 01/2015

2.280

2.400

1.879
1.653

1.500
1.238

1.000
500
0

922
695

1.062

750

Teilnehmer/-innen an Prüfungen
für Ausbilder/-innen (AEVO)
Quelle: IHK Berlin, 01/2015

2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014

57

WISSENSCHAFT UND
TECHNOLOGIETRANSFER
Berlin ist ein Standort für Zukunftstechnologien und im
weltweiten Technologieranking sehr gut aufgestellt. Das ist
die Botschaft von zwei Patentauswertungen, die im Jahr
2014 erschienen sind. In sechs der weltweit zehn stärksten
Technologiefelder ist Berlin ebenfalls spitze. Damit bildet
das Berliner Technologieprofil den internationalen Trend
der Forschung und Entwicklung deutlich besser ab als der
bundesweite Durchschnitt.

59

WISSENSCHAFT UND TECHNOLOGIETRANSFER

.
d
r
M
78
EURO

Auf 78 Milliarden Euro schätzt eine
Bitkom-Studie das kumulierte
Wertschöpfungs­potenzial durch

Industrie 4.0 für das Verarbeitende
Gewerbe in Deutschland.

60

BERLIN IST STANDORT FÜR
SPITZENTECHNOLOGIEN
Das im Jahr 2014 von der Technologiestiftung Berlin veröffentlichte
Technologieradar, das die Patent­
anmeldungen der vergangenen
20 Jahre untersucht, zeigt deutlich
die langfristigen technologischen
Trends auf: In Berlin dominieren die
Bereiche Elektrotechnik, Instrumente,
inklusive optischer und medizintechnischer Mess- und Kontrollinstrumente, und Chemie, während
deutschlandweit der technologische
Schwerpunkt deutlich im Bereich
Maschinenbau liegt.
Mindestens genauso interessant
und aufschlussreich ist der Blick
auf die kurzfristige Entwicklung
der Patentanmeldungen auf Basis
des Technologiebarometers des
Innovations- und Patent-Centrums
Hamburg. Danach ist die elektrische und digitale Datenverarbeitung Berlins weltweit Spitzenreiter.
Darüber hinaus ist Berlin bei fünf
weiteren der weltweit wichtigsten
zehn Spitzentechnologien bei
den Patentanmeldungen führend
vertreten. Beide Auswertungen
belegen: Berlin ist ein profilierter,
international wettbewerbsfähiger
Technologiestandort.

Berlin ist als Standort für
Technologie und Wissenschaft
weltweit gefragt.

Überdurchschnittlich
innovativ,
unterdurchschnittlich groß
Berliner Unternehmen sind deutlich
innovativer als der Bundesdurchschnitt. Treiber der Innovation sind in
Berlin im Unterschied zu Deutschland
vor allem die kleinen Unternehmen mit
bis zu 49 Beschäftigten. Dies ist ein
Ergebnis der Panelerhebung, die das
Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung jährlich durchführt. Auch
angesichts der exzellenten und vielfältigen Berliner Wissenschaftslandschaft
kommt dem Aktionsfeld Technolo-

gietransfer der IHK Berlin besondere
Bedeutung zu. Die Herausforderung
besteht darin, insbesondere kleine und
mittelständische Unternehmen durch
geeignete Rahmenbedingungen und
beim Finden von Kooperationspartnern gezielt zu unterstützen, damit
sich die gute Berliner Ausgangssituation noch stärker in der wirtschaftlichen Entwicklung des Standorts
niederschlägt.

Kooperationsplattform
„marktreif.berlin“ gestartet
Um diesem Ziel näher zu kommen, hat
die IHK Berlin gemeinsam mit Partnern im Dezember 2014 die Kooperationsplattform „marktreif.berlin –
Wirtschaft trifft Wissenschaft“ an den

61

WISSENSCHAFT UND TECHNOLOGIETRANSFER

Stärkere politische
Führung gefordert

Jan Eder, Stefan Franzke
und Jürgen Wittke läuten
die Kooperationsplattform
„marktreif.berlin“ ein.
Start gebracht. Über diese Plattform
sollen Berliner Unternehmen leichter
einen passenden Kooperationspartner
für marktnahe Forschungs- und
Entwicklungsprojekte finden. Die
Art der Kooperation kann von der
Präsentation von Abschlussarbeiten
bis zum großen Gemeinschaftsforschungsprojekt reichen, so dass ein
niedrigschwelliger Einstieg möglich
ist. Die Anwendungsorientierung in
der Forschung wird durch „marktreif.
berlin“ genauso gestärkt wie die große
Bereitschaft der Unternehmen, im
Forschungs- und Entwicklungsbereich
mit anderen Unternehmen zusammenzuarbeiten. Denn die lebhafte
Start-up- und Ausgründerszene bietet

62

auch etablierten Unternehmen die
Möglichkeit zu Kooperationen mit
hohem Innovationspotenzial. Bereits
beim Auftakt waren 130 Unternehmen
mit ihrem Profil auf der Plattform
vertreten. Musterverträge, Informationen zu Fördermöglichkeiten und
Beratungsangeboten zum Thema
Wissens- und Technologietransfer
runden das Angebot ab.

Ausgründungen aus den
Hochschulen befördern
Ein effektiver Weg, Forschungsergebnisse in die unternehmerische Anwendung zu bringen, sind Ausgründungen
aus der Wissenschaft. Aus diesem
Grund setzt sich die IHK Berlin schon

Kooperationsplattform
www.marktreif.berlin

2014 gab es positive Signale für
den Industriestandort Berlin durch
Ansiedlungsinvestitionen, die Grün­
dung von Inkubatorenzentren oder
verstärkte F&E-Aktivitäten. Berlin
setzt so seinen Weg zu einem mo­
dernen Industriestandort fort, bei
dem Fertigung sowie alle produkti­
onsnahen Dienstleistungen ein eng
verflochtenes Netz bilden. Diese
Entwicklung wird derzeit nicht
ausreichend durch eine konsequen­
te und strategische Industriepolitik
unterstützt. Industriepolitik muss
dringend als Topthema auf die
Agenda gesetzt werden. Die IHK
Berlin hat sich deshalb intensiv für
die Weiterentwicklung des Mas­
terplanes „Industriestadt Berlin
2010–2020“ eingesetzt, der nach
zähem Ringen im November 2014
vom Steuerungskreis Industriepo­
litik verabschiedet wurde. Chancen
für Berlin bietet auch die Digitali­
sierung der Industrie. Die IHK wirkt
deshalb in einem Expertenkreis bei
der Wirtschaftsverwaltung mit, der
derzeit eine Industrie 4.0-Potenzi­
alanalyse für Berlin erarbeitet, und
bietet den Unternehmen verschie­
dene Foren für ihre Vernetzung.

lange für ausgründungsstarke Berliner
Hochschulen ein und forderte ein
hochschulisches Gründungsmonitoring. Im Jahr 2014 wurden nun erstmalig die Ausgründungsaktivitäten
von zehn Hochschulen in Berlin und
Brandenburg umfassend evaluiert
– mit beeindruckenden Ergebnissen:
Die Ausgründungen seit 1980 wurden
erfasst, und die Studie zeigt, dass das
Ausgründungsgeschehen vor allem in
den letzten Jahren stark an Dynamik
gewonnen hat. Fast 70 Prozent der
Unternehmen wurden in den vergangenen zehn Jahren, 40 Prozent allein
seit 2010 gegründet. Insgesamt
17.000 Menschen waren im Jahr 2013
in den 721 Unternehmen, die sich an
der Umfrage beteiligt haben, beschäftigt und haben dabei einen Umsatz
von 1,7 Milliarden Euro erwirtschaftet.
Das hochschulische Engagement für
Ausgründer lohnt sich damit auch
wirtschaftlich. Mit unterschiedlichen Aktivitäten wie etwa durch
die Vorstellung erfolgreicher Hochschulgründer in einer Ausstellung
im Ludwig Erhard Haus unterstützt
auch die IHK Berlin Ausgründer und
entsprechende Institutionen der
Berliner Hochschulen.

Finanzierungssituation
für Entwicklungsprojekte
untersucht
Die jeweilige Finanzierungssituation hat zentralen Einfluss auf die

Entwicklung der Unternehmen. Ob es
gelingt, neue Produkte oder Verfahren
zu entwickeln, hängt oft davon ab,
ob die erforderliche Finanzierung
bewerkstelligt werden kann. Die
IHK Berlin hat die Anregungen der
Ausschüsse Innovation, Technologie
und Industrie sowie Gesundheitswirtschaft aufgenommen und die
Finanzierungssituation innovativer
Unternehmen untersucht. Der
Schwerpunkt lag auf der Finanzierung
von Forschung und Entwicklung. Auf
Grundlage der Ergebnisse wurden
Handlungsempfehlungen für Politik
und Förderbanken erstellt sowie eine
Erweiterung der Angebote der IHK
selbst für das Jahr 2015 entwickelt.

Innovationen erfolgreich
in den Markt bringen
Beim Vertrieb innovativer technologischer Produkte gilt es, ihre
Entwicklung mittels des Patentrechts
zu schützen und gleichzeitig den
gesetzlichen Anforderungen an
Benutzersicherheit zu entsprechen.
Eine erste Orientierung im Themenfeld Patente und Markenrecht bietet
die IHK Berlin mit der inzwischen
gut etablierten Patentsprechstunde.
In Kooperation mit einer großen
Zahl Berliner Patent­anwälte können
Unternehmer einmal monatlich im
Ludwig Erhard Haus ein Gespräch
mit einem Patentanwalt führen, um
erste Anhaltspunkte auf dem Weg

zur eigenen Schutzrechtestrategie zu
erhalten. Das Einhalten der gesetzlichen Anforderungen an die Benutzersicherheit ist Voraussetzung dafür,
mit einem Produkt auf den Markt
gehen zu können. Einheitliche Richtlinien regeln den Warenverkehr in der
Europäischen Union. Märkte in Drittländern können ganz andere Anforderungen an die Sicherheit eines
Produktes stellen als das Heimatland.
Die IHK informierte regelmäßig zum
Thema Product Compliance anhand
praktischer Beispiele. Hinweise für
ein ressourcenschonendes Management der regionalen Sicherheitsanforderungen und die grundsätzliche
Risikoabwägung beim Erschließen
neuer Märkte sind gerade für kleine
und mittelständische Unternehmen
von großer Relevanz.

Politik muss die Weichen
stellen und Prüfsteine
entwickelt
Eine innovationsfreundliche Wirtschaftspolitik leistet einen wichtigen
Beitrag dazu, dass die Unternehmen
am Standort ihr Potenzial entfalten
können. Eine der Kernaufgaben der
IHK Berlin ist es, auf eine innovationsfreundliche Ausgestaltung
wirtschaftspolitischer Maßnahmen
hinzuwirken, die den Interessen
der Berliner Unternehmen Rechnung trägt. Gemeinsam mit den
Mitgliedern des Ausschusses Inno-

63

WISSENSCHAFT UND TECHNOLOGIETRANSFER

vation, Technologie und Industrie
hat die IHK Berlin nun ein Schema
erarbeitet, mit dem wirtschaftspolitische Maßnahmen hinsichtlich
ihrer Innovationsfreundlichkeit auf
den Prüfstand gestellt und gezielt
weiterentwickelt werden können. Die
so entstandenen Prüfsteine stellen
eine systematische Basis für das
Engagement der IHK zugunsten einer
innovationsfreundlichen Wirtschaftspolitik dar.

Qualifizierte Fachkräfte
sind die Grundlage
Wichtigste Basis für einen erfolgreichen Innovationsprozess sind engagierte und qualifizierte Mitarbeiter.
Deren Gewinnung und langfristige
Bindung ans Unternehmen ist eine
zentrale Aufgabe der Unternehmensführung. Die IHK Berlin unterstützte
Unternehmen in diesem Bereich unter
anderem mit Veranstaltungen: Sieben
Unternehmen, die am Wettbewerb
„Potenzial Mitarbeiter“ 2013 erfolgreich teilgenommen hatten, waren
im vergangenen Jahr Gastgeber der
Besuchsreihe „vor Ort nachgefragt“
und haben ihren Gästen Einblicke in
bewährte Strategien auf dem Weg
zu einer modernen, mitarbeiter­
orientierten Unternehmensführung
gewährt. Durch Wettbewerb und
Besuchsreihe ist inzwischen ein Netzwerk entstanden, das Unternehmern
einen Austausch darüber ermög-

64

licht, wie ein leistungsförderndes,
attraktives Umfeld für Mitarbeiter
geschaffen werden kann.

Duales Studienangebot –
Alternative geschaffen
Für die Gewinnung qualifizierter
Fachkräfte stellen duale Studiengänge eine gute Möglichkeit dar.
Indem die Unternehmen sich so
bereits in die akademische Ausbildung einbringen, binden sie junge
Akademiker frühzeitig an sich. Die
IHK Berlin engagiert sich für die
bedarfsgerechte Weiterentwicklung
der dualen Studienangebote in den
Gremien der Hochschule für Wirtschaft und Recht. Dort werden die
Phasen der akademischen Ausbildung
an der Hochschule mit Praxisphasen
in den Unternehmen verbunden. Um
das Angebot an dualen Studienmöglichkeiten am Standort abzurunden,
hat sich die IHK Berlin an der Beuth
Hochschule für Technik Berlin für die
Erweiterung des Angebots um ein
ausbildungsintegrierendes Angebot
eingesetzt, das eine duale Berufsausbildung mit dem Studium verbindet.

WISSENSWERTES IN ZAHLEN
Kreativwirtschaft + Inno­
vation = Wachstumsmotor
Als Wachstumsbranche und Inno­
vationstreiber für andere Branchen
hat sich die Kreativwirtschaft nicht
nur zu einem erfolgreichen Wirt­
schaftsfaktor entwickelt, sondern
trägt auch maßgeblich zur Stand­
ortattraktivität der Hauptstadt bei.
Eine Entwicklung, die die IHK Berlin
und ihr Ausschuss Creative Indust­
ries seit Jahren aktiv begleiten und
unterstützen. Neben dem konti­
nuierlichen Austausch mit Politik
und Verwaltung, Unternehmens­
besuchen und Fachveranstaltun­
gen wurde 2014 die SWOT-Analyse
zur Situation der Kreativwirtschaft
veröffentlicht. Gedacht als ein
Arbeitspapier von Unternehmern
für Politik, Wirtschaft und Verwal­
tung, hat es eine hohe öffentliche
Aufmerksamkeit erzielt und damit
die Relevanz und Kompetenz des
Ausschusses, Creative Industries
unterstrichen. Weiterhin wurde
die Entwicklung des Clusters IKT-,
Medien- und Kreativwirtschaft
begleitet. Mit dem Ergebnis, dass
die IHK in beiden Steuerungsrun­
den vertreten ist.

Berlin ist Gründerhauptstadt – auch im Wissenschaftsbereich
75
67

60
54

45

55

59

70

59

45
35

30
27

15

17

19

Anzahl der Gründungen aus
Hochschulen in Berlin und
Brandenburg
Quelle: Gründungsumfrage. Wissenschaft befördert Wirtschaft: eine Analyse des Gründungsgeschehens im Umfeld von zehn Hochschulen in

0

Berlin-Brandenburg, Stand: 2014

2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013

65

UMWELT UND RESSOURCEN
Die Umsetzung der Energiewende hat 2014 an Fahrt
gewonnen. Im Bund, wo mit der Novellierung des
Erneuerbare-Energien-Gesetzes viel Staub aufgewirbelt
wurde. Und in Berlin, das sich mit dem Startschuss zum
Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm auf den Weg
zur klimaneutralen Hauptstadt gemacht hat. Die Wirtschaft hat in diesem Prozess eine starke Stimme – damit
dies so bleibt, hat die IHK Berlin auch 2014 klar die
Interessen der Unternehmen vertreten.

67

UMWELT UND RESSOURCEN

Bislang erreichte und noch angestrebte

CO2-Emissions­reduktion, um für
Berlin das Ziel der Klimaneutralität zu erreichen.

1990–2011

9,5 Mio. t

68

2012–2050

15,4 Mio. t

ERSTE RAUCHZEICHEN: DIE ENERGIEWENDE NIMMT FAHRT AUF
Neues Jahr, ähnliches Bild: Auch
das umwelt- und energiepolitische
Jahr 2014 wurde stark durch die
Umsetzung der Energiewende und
die Neuausrichtung der Klimapolitik
geprägt. Im Bund stand die Energiepolitik insbesondere im ersten
Halbjahr ganz im Zeichen der Reform
des Erneuerbare-Energien-Gesetzes
(EEG).
Energiewende bedeutet jedoch
bekanntlich mehr als nur den Ausbau
erneuerbarer Energien. Mit dem
im Dezember vorgestellten „Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz“
(NAPE) und dem Aktionsprogramm
„Klimaschutz 2020“ erhofft sich
die Bundesregierung neue Impulse
für die Energie- und Klimapolitik.
Aus Sicht der Wirtschaft ist das
ein notwendiger Schritt: Im aktuellen Energiewende-Barometer der
IHK-Organisation sieht die Mehrheit
der Unternehmen in der Energiewende weiterhin mehr Risiken
für ihre Wettbewerbsfähigkeit als
Chancen. Verstärkte Aktivitäten sind
auch auf Länderebene sichtbar. In
Berlin erfolgte 2014 der Startschuss
zum Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm (BEK). Gleichzeitig

bleibt die Diskussion um Strom- und
Gasnetze ebenso wie um das neu
gegründete Stadtwerk lebendig.
Impulse für eine nachhaltige Wasserpolitik in Berlin wurden durch die
erste Berliner Grundwasserkonferenz
im Ludwig Erhard Haus gesetzt. In
der Abfallpolitik hat sich die IHK für
eine wirtschaftsfreundliche Umsetzung der neuen Rahmenbedingungen
eingesetzt. Und bei den Themen
biologische Vielfalt und Naturschutz
macht sich die IHK mit wachsendem
Erfolg für ein kooperatives Mitein­
ander zwischen Wirtschaft und
Politik stark.

Energiewende
in der Wirtschaft
Energiewende erfolgreich umsetzen,
Klimaschutz voranbringen: Unter
dieser Überschrift stand die Energieund Klimapolitik 2014. Um die Energieeffizienz als zentralen Eckpfeiler
der Energiewende zu fördern, enthält
der im Dezember 2014 veröffentlichte
„Nationale Aktionsplan Energieeffizienz“ unter anderem eine Kooperation zwischen Bundesregierung
und Wirtschaft zur Gründung von
500 Energieeffizienz-Netzwerken
bis 2020. In Berlin haben sich die

Netzwerke als erfolgreiches Instrument der Energieeffizienz-Förderung
bewährt. Der Energieeffizienz-Tisch
Berlin plus unter Schirmherrschaft
der IHK hat im vergangenen Jahr eine
detaillierte Energieanalyse in den
13 beteiligten Unternehmen abgeschlossen und mehr als 300 Einzelmaßnahmen identifiziert. Die Betriebe
haben sich das Ziel gesetzt, ihre
Energieeffizienz bis Mitte 2016 um
acht Prozent zu verbessern. Angesichts dieser Erfolge unterstützt die
IHK Berlin die Gründung des mittlerweile dritten Energieeffizienz-Tisches
in der Hauptstadt, der 2015 an den
Start gehen soll.
Im Zuge der intensiven Diskussion
über die wichtige Reform des
Erneuerbare-Energien-Gesetzes im
Bund hat sich die IHK-Organisation
nachdrücklich für marktwirtschaftliche Elemente im neuen EEG stark
gemacht. Einige Verbesserungen
konnten erreicht werden – allerdings
stellt insbesondere die Einschränkung
des Eigenstromprivilegs aus Sicht der
Wirtschaft eine erhebliche Belastung
für jene Unternehmen dar, die mit
dem Einsatz innovativer Technologien
aktiven Klimaschutz betreiben.

69

UMWELT UND RESSOURCEN

Berliner Energieund Klimapolitik
In Berlin lief die Energie- und
Klimapolitik im vergangenen Jahr
unter dem Stichwort „klimaneutrales
Berlin 2050“. Der erste Meilenstein
wurde im Frühjahr mit der Veröffentlichung der „Machbarkeitsstudie
klimaneutrales Berlin 2050“ gesetzt.
Der offizielle Startschuss für das
Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm (BEK), mit dem die Machbarkeitsstudie untersetzt werden
soll, erfolgte im November. In der
Machbarkeitsstudie wurden explizite Maßnahmenvorschläge der IHK
aufgenommen, in den Erstellungsprozess des BEK ist die Wirtschaft eng
eingebunden.
Auch beim Energiewendegesetz hat
sich die IHK für eine wirtschaftsfreundliche Ausgestaltung stark
gemacht. Nach dem gescheiterten
Klimaschutzgesetz der letzten Legislaturperiode verzichtet der Entwurf
auf technologie- und sektorspezifische Vorschriften. Die Verabschiedung des Gesetzes steht jedoch
weiterhin aus. Dass Klimaschutz ohne
Zwang erfolgreich sein kann, haben
Berliner Projekte erneut im Jahr
2014 bei der mittlerweile 13. Auflage
des Wettbewerbs „Klimaschutzpartner des Jahres“ gezeigt. Die
Wettbewerbsbeiträge wurden neben
einer Präsentation bei den Berliner

70

Energietagen im Ludwig Erhard Haus
während der Aktionswoche „Berlin
spart Energie“ einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht.

Effiziente Organisation
der Energiewende
Aus Sicht der IHK Berlin sind darüber
hinaus die grundsätzlichen Strukturen
zur Umsetzung der Energiewende in
Berlin zu stärken. Vor diesem Hintergrund hat der Ausschuss Umwelt und
Energie im Frühjahr 2014 das Thesenpapier „Energiewende in Berlin“
veröffentlicht, in dem Grundlinien für
eine effiziente Energie- und Klimapolitik in Berlin beschrieben werden.
Aus Sicht der IHK Berlin mangelt
es weiterhin an der Koordination
und Steuerung der Energiewende
als integriertes Gesamtprojekt, der
konkreten organisatorischen Umsetzung von Maßnahmenvorschlägen
und Projektideen sowie einem dafür
geeigneten Projektmanagement. Aus
diesem Grund hat die IHK aufbauend
auf dem Thesenpapier und einem von
ihr beauftragten Gutachten einen
Vorschlag für ein konkretes Organisationsmodell zur Umsetzung der
lokalen Energiewende erarbeitet.

Nachhaltige
Wasserpolitik in Berlin
Berlin ist die wasserreichste Stadt
Deutschlands – fast 60 km² Fläche
der Hauptstadt sind mit Wasser

Wieder Besucherrekord
in der Hauptstadt
2014 wurden in Berlin rund
28,7 Millionen Übernachtungen
verzeichnet. 36,4 Prozent der Gäste
kommen aus dem Ausland –
Tendenz steigend. Hinter diesem
Erfolg stehen die Gastgeber, die
den Touristenboom mit ihrem
Service ermöglichen: Hotels,
Hostels, Gas­tronomie, Clubs,
Stadtrundfahrten, Fahrgastschiff­
fahrt, Stadtführer, Messe- und
Reiseveranstalter, Tourismusver­
markter und touristische Attrakti­
onen. Doch der Tourismus wird von
der Politik als zu selbstverständlich
hingenommen. Immerhin werden
Schulklassenfahrten nun von der
City-Tax befreit. Die IHK Berlin
wird auch 2015 die Bedeutung
der Branche als Wirtschaftsfaktor
herausstellen. Mit der Studie zu
den wirtschaftlichen Effekten im
Wassertourismus in Berlin und
Brandenburg werden erstmals
belastbare Zahlen für einen wich­
tigen Teilbereich des Berlin-Touris­
mus vorgelegt. Zu diesem Thema
hat die IHK einen Arbeitskreis
eingerichtet.

bedeckt. Auch die Wasserbranche mit
dem größten deutschen Wasserversorger und Hunderten von Technologie- und Dienstleistungsanbietern
sucht ihresgleichen. Wasserpreise
sind darüber hinaus ein wichtiger
Wirtschaftsfaktor. Gut für Berlin, dass
der Trend in die richtige Richtung
zeigt: Die Tarife der Berliner Wasserbetriebe sinken in 2014 und 2015 um
15 Prozent bei Trink- und 6,1 Prozent
bei Abwasser. Dennoch: Verbrauchsintensive Industrien wie Lebensmittel,
Pharmazie oder Metallverarbeitung
werden immer noch besonders stark
belastet: So zahlt ein mittelgroßer
Galvanikbetrieb in Berlin etwa
100.000 Euro für Trink- und Abwasser
pro Jahr. In Köln oder München sind
es weniger als 80.000 Euro.
Eine große Herausforderung der
kommenden Jahre wird darin
bestehen, die Gebühren weiter zu
senken und gleichzeitig Investitionen
in eine nachhaltige Entwicklung
der Wasserinfrastruktur im Blick zu
behalten. Ob Abwasserverordnung,
Anlagenverordnung für wassergefährdende Stoffe (AwSV) oder
Wasserrahmenrichtlinie: Wachsende
Anforderungen an die Reinhaltung
von Grund- und Oberflächengewässer erfordern zusätzliche Investitionen. Auch 2014 hat die IHK
deshalb auf Bundes- und Landesebene erfolgreich Position gegen

steigende Bürokratiekosten im
Wasserrecht bezogen.

Steigendes Grundwasser

Das Thema steigendes
Grundwasser war Anlass
für die erste Berliner
Grundwasser­konferenz.

Nicht zuletzt ist in Berlin auch das
Thema Grundwasser ein ständiger
Begleiter der umweltpolitischen
Debatte. Weil die Herausforderungen
durch steigendes Grundwasser in den
kommenden Jahren nicht abnehmen
werden, hat die IHK gemeinsam
mit Partnern im Frühjahr zur ersten
Berliner Grundwasserkonferenz
geladen. Mit einem Gutachten hat die
IHK außerdem untersuchen lassen,
welches Ausmaß an Gebäudeschäden
durch steigendes Grundwasser
zu erwarten ist. Erste Erfolge sind
sichtbar: So finanziert der Senat nun
erste Pilotprojekte zum Grundwassermanagement, die im Jahr 2015
umgesetzt werden sollen.
Wettbewerb
www.klimaschutzpartner-berlin.de

71

UMWELT UND RESSOURCEN
KOLUMNENTITEL

Wettbewerb in der
Abfallwirtschaft

Naturschutz in Berliner
Unternehmen

Traditionell heiß diskutiert wurden
auch im Jahr 2014 Fragen einer
nachhaltigen Abfallwirtschaft.
Die IHK hat sich in dieser Debatte
nachdrücklich für Wettbewerb und
funktionierende Marktwirtschaft
eingesetzt. Dabei konnte im Rahmen
der neuen abfallrechtlichen Anzeigeund Erlaubnisverordnung und dank
der Einführung von Mengenschwellen
verhindert werden, dass künftig
alle 274.000 Mitgliedsunternehmen
der IHK Berlin von abfallrechtlichen
Überwachungspflichten betroffen
sind. In der Diskussion über die
künftige Ausgestaltung der Verpackungsentsorgung hat sich die IHK
deutlich für einen Fortbestand des
privatwirtschaftlich organisierten
Entsorgungssystems ausgesprochen.
Dieses war auch in Berlin durch die
teilweise erfolgte Umstellung der
Altglassammlung von einem Holauf ein Bringsystem in die Kritik
geraten. Aber auch im Bund wird
weiterhin über die Organisation der
Abfallwirtschaft diskutiert, nachdem
es zu Fehlentwicklungen im Bereich
des dualen Systems gekommen ist.
Eine Rekommunalisierung im Bereich
der Verpackungsentsorgung würde
jedoch negative Folgen für den
Wettbewerb, steigende Kosten und
weniger Innovationen im Bereich der
Wertstofferfassung zur Folge haben.

Ebenso spielt der Naturschutz
weiterhin eine wichtige Rolle. Die IHK
hat sich in den vergangenen Jahren
proaktiv in die Strategiediskussion
über die Erhaltung der biologischen
Vielfalt und eine wirtschaftsfreundliche Naturschutzpolitik eingebracht.
Um Unternehmen aus der Hauptstadt
für das Thema zu gewinnen, hat
die IHK mit mehreren Fachveranstaltungen vor Ort, im Arbeitskreis
Naturschutz sowie einer Kooperation
mit dem Senat zur Erstellung eines
spezifischen Handlungsleitfadens
erfolgreich für Naturschutz und
biologische Vielfalt in Berliner Unternehmen geworben.

72

IHK 2014 vor regionalen Alleingängen
gewarnt und eine Verschiebung der
Anforderung für Baumaschinen im
Tiefbau in zwei Stufen zum Juli 2015
bzw. Juli 2016 erwirkt. Zudem wurde
eine breite Informationskampagne
gefordert, die der Senat – unter enger
Einbindung der IHK – umsetzen wird.

WISSENSWERTES IN ZAHLEN
Belastungen senken, Wettbewerb stärken
Es fordern … Prozent der Unternehmen:
Netzausbau unterstützen

72

Akzeptanz für Umbau der
Energie­versorgung erhöhen

36

Steuern und Abgaben auf den
Strompreis reduzieren

64

Ausbau erneuerbarer
Energien vorantreiben

36

Bessere Abstimmung der politischen
Maßnahmen

63

Bau neuer und effizienter konv.
Kraftwerke vorantreiben

32

Planungs- und Genehmigungs­
verfahren beschleunigen

61

Beratung und Unterstützung für
Effizienzmaßnahmen ausbauen

31

Wettbewerb auf Strom- und
Gasmarkt stärken

59

Rahmenbedingungen für neue
Technologien verbessern

29

Fördertatbestände und Sonder­
regelungen überprüfen

47

Vorgaben für Energieeffizienz
verschärfen

17

Forderungen der Wirtschaft
an die Energiepolitik*
* Die Frage erlaubte Mehrfachantworten
Quelle: IHK-Energiewendebarometer 2014

Lärm und Luft
in der Hauptstadt
Last but not least war auch der
politische Umgang mit Lärm und Luft
im Jahr 2014 ein wichtiges Thema.
Im Mittelpunkt der IHK-Position zum
neuen Lärmminderungsplan stand
dabei die Erhaltung eines leistungsfähigen Straßennetzes. Dabei sollte
die Sanierung von Straßen und
Brücken grundsätzlich Vorrang vor
Eingriffen in den Straßenverkehr
haben. Der aktuelle Luftreinhalteplan
sieht wiederum eine Nachrüstpflicht
von Baumaschinen für öffentliche
Aufträge ab 2014 vor. Gemeinsam
mit Wirtschaftsverbänden hat die

Wasser in Berlin

Immer noch ein teures Gut*
in Euro

München

* Berechnungsbeispiel: Unternehmen mit Jahresmenge an Trink- und Schmutzwasser von 5.000
m³, Zählerquerschnitt Qn10 und versiegelte
Fläche von 3.500 m², Stichtag: 8.01.2015

Leipzig
Hamburg

Quelle: Berliner Wasserbetriebe, Stadtwerke
München GmbH, Hamburger Wasserwerke

Berlin

GmbH, Hamburger Stadtentwässerung Anstalt
des öffentlichen Rechts, Kommunale Wasser­

Potsdam

werke Leipzig GmbH, Stadtwerke Potsdam
GmbH, eigene Berechnungen

10.000

0
Trinkwasser

20.000
Schmutzwasser

30.000

40.000

Niederschlagswasser

73

INTERNATIONALISIERUNG
DER BERLINER WIRTSCHAFT
Nach einem Jahr der Stabilisierung legten die Berliner
Exporte 2014 (Januar bis Oktober) um 1,9 Prozent zu.
Waren im Wert von elf Milliarden Euro fanden ihren
Weg von Berlin in die Welt. Diese wachsenden Ausfuhren
waren angesichts der teils schwierigen Entwicklung
wichtiger Exportmärkte, wie z. B. Russland, bemerkenswert.
Die forcierte Erschließung neuer Auslandsmärkte in
den letzten Jahren hat sich ausgezahlt.

75

INTERNATIONALISIERUNG DER BERLINER WIRTSCHAFT

BERLINER EXPORTE TROTZ TURBULENTER ZEITEN AUF WACHSTUMSKURS

Die Berliner Wirtschaft ist breit aufgestellt und
exportiert in 200

76

Länder auf der Welt.

Die größtenteils mittelständisch
geprägte Wirtschaft in Berlin bewies
in 2014 einmal mehr, dass Produkte
„Made in Berlin“ Absatzmärkte
auf dem gesamten Globus finden.
Hierbei zeigt sich im Rückblick
erneut die zentrale Rolle des euro­
päischen Binnenmarktes: Neben dem
eta­blierten Exportziel USA haben sich
besonders die Beziehungen zu den
europäischen Handelspartnern im
Jahresverlauf 2014 sehr gut entwickelt. Dies wurde unter anderem bei
den Exporten in die Niederlande –
Zuwachs von rund 42 Prozent – und
Italien – Anstieg von fast 25 Prozent
– deutlich. Der Export nach Frankreich blieb konstant auf Platz drei
und zeigte nur marginale Veränderungen im Handelsvolumen. Aber
auch für die Berliner Wirtschaft
relativ junge Märkte wie die Tschechische Republik etablierten sich mit
einem Plus von über 21 Prozent als
neue Absatzmärkte. Und insbesondere der polnische Nachbar fungierte
mehr und mehr als wichtige Stütze
der Berliner Außenwirtschaft. Das
Nachbarland war 2014 nach den
USA Berlins zweitwichtigster Handelspartner. Allein in den ersten zehn
Monaten exportierten die Berliner

Unternehmen fast 20 Prozent mehr
über die Oder als im Vorjahreszeitraum. Die Importe aus dem Nachbarland stiegen währenddessen um
mehr als sieben Prozent.

Diversifizierung der
Märkte ist der
entscheidende Stabilisator
Auch in wichtigen Exportmärkten
außerhalb Europas stieg die Nachfrage nach Produkten aus Berlin.
Der zentrale internationale Handels­
partner in Asien, die Volksrepublik
China, stabilisierte sich mit einem
Ausfuhrvolumen von 511 Millionen
Euro auf Platz fünf und verzeichnete ebenso einen leichten Anstieg
des Exportvolumens um rund zwei
Millionen Euro wie das Königreich
Saudi-Arabien mit einem Handelsvolumen von 410 Millionen Euro. Unbestrittener Champion im Ranking der
Berliner Handelspartner waren nach
wie vor die USA, die in 2014 einen
weiteren Zuwachs um 5,4 Prozent
verzeichnen konnten; die Ausfuhren
betrugen 1,2 Milliarden Euro. Aber
auch zentrale Zukunftsmärkte unter
den Schwellen- und Entwicklungsländern wie Indien erreichten einen
Zuwachs von rund 10 Prozent. Die

Exportchancen der Berliner Wirtschaft resultieren aber nicht nur
aus der Diversifizierung der Märkte,
sondern auch aus den zukunftsfähigen Produkten, die besonders in
den Branchen Umwelttechnologien,
der Gesundheitswirtschaft oder den
Informations- und Kommunikationstechnologien gesehen werden.

Schwierige Zeiten
für Russlandexporte
Bei den Top Ten der Handelspartner
Berlins stand Russland lange Zeit
auf den Spitzenplätzen. In 2014
ist dieser Wirtschaftsaustausch in
eine Schieflage geraten. Die Ursachen hierfür waren vielschichtig:
Neben der politischen Situation, die
sich lange Zeit kaum vorhersehbar
gestaltete, spielten im Rückblick
noch andere Faktoren eine Rolle.
Der Handel zwischen der EU und
Russland wurde Mitte des Jahres mit
gegenseitigen Wirtschaftssanktionen belegt. Der Kreis der von dem
Embargo unmittelbar betroffenen
Berliner Unternehmen ist allerdings
vergleichsweise klein, denn die für
die Berliner Wirtschaft in 2014
spezifisch festgelegten Liefergüter
waren nur marginal durch das Verbot

77

INTERNATIONALISIERUNG DER BERLINER WIRTSCHAFT

erfasst. Entscheidender schlug das
negative Geschäftsklima durch. So
verschob sich Russlands Platz durch
einen Einbruch der Exporte um über
34 Prozent um fünf Plätze nach
unten auf den siebten Platz und
das Ausfuhrvolumen nach Russland
betrug in 2014 (Januar bis Oktober)
nur noch 442 Millionen Euro; 2013
waren es 615 Millionen Euro. Diese
Entwicklung zeichnete sich allerdings
bereits nach den Rekordexportzahlen
in 2012 ab. Der Verfall des Rubels,
sinkende Energiepreise, eine wirtschaftliche Stagnation der russischen
Wirtschaft und protektionistische
Maßnahmen wie lokale Zulieferauflagen werden die Lage auch für
Berliner Unternehmen auf absehbare
Zeit schwierig gestalten.

In guter Nachbarschaft
Das zehnjährige Jubiläum des
EU-Beitritts Polens im Frühjahr
2014 bot einen großartigen Anlass,
die gewachsene wirtschaftliche
Verflechtung zwischen Polen und
Berlin sowie den Stellenwert der
polnischen Business Community in
der Hauptstadt mit einer entsprechenden Veranstaltung zu würdigen.
Gemeinsam mit der Abteilung
für Handel und Investitionen der
Botschaft der Republik Polen sowie
polnischen Mitgliedern der Arbeitsgruppe der Unternehmerinnen und
Unternehmer ausländischer Herkunft

78

informierte die IHK Berlin über die
Entwicklung der gemeinsamen
Wirtschaftsbeziehungen. Die Erfahrungsberichte zweier Unternehmen
standen zudem stellvertretend für die
fast 7.500 polnischen Unternehmen
in Berlin, die heute erfolgreich das
Wirtschaftsleben der Metropole
prägen. Um diesen im Sinne guter
Nachbarschaft mit Rat und Tat zur
Seite zu stehen, stellte die IHK Berlin
auf der Jubiläumsveranstaltung ihr
Serviceangebot, insbesondere zum
Thema Fachkräftesicherung durch
duale Ausbildung, vor.

Kontroverse Diskussion
um Handelsabkommen
Auch in Berlin wurde das Handels­
abkommen zwischen der EU und
den USA, das Transatlantik Trade
and Investment Partnership (TTIP),
diskutiert. Aus Sicht der Berliner
Wirtschaft mit dem traditionell in
der Hauptstadt sehr starken Handels­
partner USA wäre vor allem der
Abbau der nicht–tarifären Handelshemmnisse sehr wünschenswert,
was sich auch in der Diskussion
des Außenwirtschaftsauschusses
zeigte. Die Mitglieder regten an, sich
zunächst auf diejenigen Verhandlungspunkte zu konzentrieren, die
Verbesserungen in dieser Richtung
erwarten lassen. Diese Position
wurde über die Gremien des DIHK
und des Europäischen Parlaments

Verkehrsmarkt im Umbruch
Während mit dem Ride Sharing
neue Mobilitätsangebote dazuka­
men, musste das Taxigewerbe mit
Blick auf den Mindestlohn die eige­
ne Struktur überarbeiten. Die IHK
Berlin hat die Branche dabei unter­
stützt und dazu beigetragen, dass
mehr Personal bei der Kontroll­
behörde und eine Pflicht zur An­
nahme von Zahlungen durch Karte
den Wettbewerb künftig fairer ma­
chen. Ungeahnten Auftrieb bekam
der Fernbusverkehr. Am Berliner
ZOB wurden über 170.000 Busse
mit je rund 35 Fahrgästen abgefer­
tigt, rund 70 Prozent mehr als im
Vorjahr. Die dringend notwendige
ZOB-Erweiterung ist auf den Weg
gebracht. Gleichzeitig etablierten
sich weitere Abfahrtsstellen am
Ostkreuz und am Alexanderplatz.
Verkehrstechnische Innovationen
aus Berlin standen im Fokus der
internationalen Verkehrstechnik­
messe ILA, der InnoTrans und auch
am Tag der Verkehrswirtschaft von
IHK und Berlin Partner.
Fazit: Berlin muss sich als Schau­
fenster für Elektromobilität – und
auch für andere hier entwickelte
Verkehrstechnologien – noch mehr
profilieren.

Für die Berliner Wirtschaft
und Politik war China das Ziel
der Delegationsreise 2014.

kommuniziert und im Rahmen
zahlreicher Anhörungen in Berlin
verdeutlicht. Denn auch wenn bei
den Themen Industriespionage im
Rahmen der NSA-Affäre und unterschiedliche Normen im Industriebereich auch bei Berliner Unternehmern
kritische Fragen aufkamen, so zeigten
die Verhandlungen um das TTIP in
2014 in erster Linie die absehbaren
deutlichen Erleichterungen für die
Wirtschaft.

Neuer Input durch
neue Märkte

Vietnam-Forum
www.ihk-berlin.de/vietnam-forum

Um auf den Märkten der Welt
erfolgreich zu bestehen, haben sich
die Berliner Unternehmer auch in
2014 auf den Länderveranstaltungen
der IHK über die speziellen Gegebenheiten vor Ort informiert. Neben
Ländersprechtagen zu Kanada, Italien,
Schweiz, Zentralasien oder Singapur
gab es die Möglichkeit sich über
Geschäftschancen im Rahmen der

Expo 2020 in Dubai zu informieren.
Aber auch die im Rahmen von
Entwicklungshilfeprojekten durchgeführte Kolumbien-Veranstaltung
fand regen Zulauf. Informationen
aus erster Hand gab es vom israelischen Botschafter, der sein Land als
attraktiven Partner für die Berliner
Start-ups darstellte. Lohnenswert war
ebenso der Blick auf die Länder, die
entlang der alten Seidenstraße liegen
und unter dem Titel „Auf den Spuren
von Marco Polo“ mit Berliner Firmen
und ihren Aktivitäten in den jeweiligen Ländern beleuchtet wurden.
Unter der Teilnahme des vietnamesischen Handels- und Investitionsministers, der mit seiner Delegation
gezielt nach Geschäfts- und Investitionspartnern für sein Land suchte,
begegneten sich 230 Teilnehmer
beim „Investitionsforum Vietnam“.
Zum zehnjährigen Jubiläum des
EU-Beitritts Polens fand das Thema
„grenzenlose Biotechnologie“ regen
Anklang beim Fachpublikum, zudem
wurde die wirtschaftliche Verflechtung Polens mit Berlin sowie der
Stellenwert der polnischen Business
Community Berlins gewürdigt.

Direkte Eindrücke vor Ort
Teilnehmer aus 15 Berliner Unternehmen aus den Branchen Energie
und Energieeffizienz, Bau und Architektur sowie Verkehrs- und Umwelttechnologien hatten die Möglichkeit

79

INTERNATIONALISIERUNG DER BERLINER WIRTSCHAFT

Berlins Regierenden Bürgermeister
Klaus Wowereit und IHK Präsident
Dr. Eric Schweitzer nach China zu
begleiten. In Peking, Guangzhou
und Hongkong fanden zwei große
Wirtschaftskonferenzen, zahlreiche
Branchen-Roundtables sowie
Inhouse-Besuche bei chinesischen
Partnern statt. Im Anschluss an die
Reise folgten siebzig chinesische
Partner in fünf hochkarätigen Delegationen der Einladung nach Berlin,
um auf einer stark frequentierten
Konferenz die Herausforderungen
an die Städte der Zukunft zu diskutieren. Mit Beteiligung der IHK Berlin
fand auch eine Delegationsreise der
Deutsch-Arabischen Freundschaftsgesellschaft e. V. in den Nordirak/
Kurdistan (Erbil und Sulaimaniyya)
statt, die den mitreisenden Berliner
Unternehmen umfassende Eindrücke
über Geschäfts- und Investitionsmöglichkeiten in der wirtschaftlich
prosperierenden Region ermöglichte
und ihnen Türen zu hochrangigen
Vertretern der kurdischen Regional­
regierung öffnete.

Delegationen aus
aller Welt in Berlin
Zahlreiche Business-to-Business-­
Kontakte und entscheidende per­
sönliche Begegnungen konnten
auch in 2014 mit internationalen
Delegationen aus aller Welt bei der
IHK Berlin geknüpft werden. Ob aus

80

Ägypten, dem Kosovo, Südkorea, der
Türkei oder Indonesien, am Besuch
der deutschen Hauptstadt kam zum
Vorteil der Berliner Unternehmer
keiner vorbei.

Am Zoll kommt keiner vorbei
Alle Pläne und Vorhaben münden
im Exportgeschäft in die praktische
Umsetzung und damit in die formale
und technische Abwicklung. Auch
2014 wurden in 21 Zollworkshops
durch die IHK Berlin alle Fragen
zu Außenwirtschaftsdokumenten,
Grundlagen des Exportkontrollrechts, Abwicklung von Akkreditiven,
Warenursprung beantwortet und
auch Know-how für den Import
vermittelt. Die Workshops richteten
sich größtenteils an Newcomer im
internationalen Geschäft, dienten
aber auch als Update für bereits im
Außenhandel tätige Unternehmen.
Rund 33.000 Außenwirtschaftsdokumente stellte die IHK im Rahmen der
ihr vom Zoll übertragenen Aufgaben
aus. Bei den Ursprungszeugnissen lag
der Fokus in 2014 auf den Ländern
Saudi-Arabien und Vereinigte Arabische Emirate (VAE).

Beratung zu Märkten,
Förderung und Warenverkehr
Das neue EU-Förderprogramm Horizont 2020 ermöglicht es seit 2014
u. a. Machbarkeitsstudien, die Durchführung von Pilotprojekten oder die

Markteinführung selbst zu fördern.
Damit vereinfachte Brüssel seine
Förderinstrumente gerade für KMU.
Aber auch die Möglichkeiten der
Berliner Landesförderung zu Messeteilnahmen, der Einstellung eines
Außenwirtschaftsassistenten oder im
Rahmen der zahlreichen Projekte der
Entwicklungszusammenarbeit wurden
durch die Berliner Unternehmen
abgefragt. Hinzu kamen aber auch
Fragen zu allen Märkten von Afrika
bis Zypern. Das Team des Bereiches
International stand in zahlreichen
Beratungsgesprächen den Mitgliedern der IHK Berlin zur Seite.

WISSENSWERTES IN ZAHLEN
Berliner Ausfuhren 2014 wieder im Aufwind
12
11,5

10
8

10,0

10,6

11,0

10,8

8,6

6

Berliner Exporte 2009–2014
jeweils von Januar bis Oktober,
in Milliarden Euro

4
2
0

Quelle: Statistisches Bundesamt,
Stand: 12/2014

2009

2010

2011

2012

2013

2014

Exportimpulse aus der europäischen Nachbarschaft

Export-Check
www.ihk-berlin.de/exportcheck

XING-Gruppe

Vereinigte Staaten
von Amerika 11 %
Polen 7 %
Frankreich 6 %
Niederlande 6 %
Volksrepublik China 5 %
Vereinigtes Königreich 4 %
Russische Föderation 4 %
Italien 4 %
Saudi-Arabien 4 %
Tschechische Republik 3 %
Restliche Staaten 46 %

Top-Ten-Auslandsmärkte Berlins
Anteile am Gesamtexport
Abweichungen der Anteilssummen von
100 Prozent sind Rundungen geschuldet.
Quelle: Statistisches Bundesamt,
Stand: 12/2014

Internationale Wirtschaft in Berlin

81

IHK BERLIN

IHK BERLIN

83

IHK BERLIN

IHK BERLIN

47.000
284 400
telefonische Kundenkontakte

Anträge für die Förderung
der Bildungsprojekte durch die
Berliner Wirtschaft erhalten

Besucher bei
Wolfgang Schäuble beim
Wirtschaftspolitischen Frühstück

2.400
Unternehmensbesuche durchgeführt

85

IHK BERLIN | MITGLIEDER UND BUDGET

ERNEUTE ENTLASTUNG DER MITGLIEDER
Auf die kontinuierlich wachsende
Ertragskraft der Berliner Unternehmen hat die IHK Berlin erneut
mit einer Beitragssenkung reagiert.
Die Vollversammlung beschloss im
Januar 2014, die Umlage von 0,23
auf 0,21 Prozent zu reduzieren. Im
Jahr 2010 hatte die Umlage noch
0,45 Prozent betragen – im damaligen Bundesvergleich ein sehr hoher
Wert. Weiterhin konnten aufgrund
der positiven Wirtschaftsentwicklung 2011 und 2013 die Grundbeiträge jeweils um 20 Prozent gesenkt
werden. Darüber hinaus wurde 2012
der Deckungsgrad bei den Ausbildungsgebühren auf nunmehr nur
noch 50 Prozent gesenkt, was einer
finanziellen Entlastung der Unternehmen um nochmals drei Millionen
Euro pro Ausbildungsjahr entspricht.
Durch die Senkung der Mitgliedsbeiträge wurden die Berliner Unternehmen seit 2010 um insgesamt
72 Millionen Euro entlastet. Möglich
wurde diese finanzielle Entlastung
auch durch eine seit Jahren strenge
Haushaltsdisziplin seitens der IHK
Berlin. Dabei war es gar nicht so
selbstverständlich diesen stringenten
Kurs einzuhalten, weil der Gesetzgeber der IHK Berlin – wie auch allen
anderen IHKs – einige zusätzliche
Aufgaben übertragen hat.
86

BETRÄGE IN EURO

ERFOLGSPLAN 2015
1.

Erträge aus IHK-Beiträgen

2.
3.
4.

Erträge aus Gebühren
Erträge aus Entgelten
Erhöhung oder Verminderung des Bestandes an fertigen & unfertigen Leistungen

5.

Andere aktivierte Eigenleistungen

6.

Sonstige betriebliche Erträge

Betriebserträge

Zahl der Mitgliedsunternehmen wächst
Die positive wirtschaftliche Entwicklung Berlins findet ihren Niederschlag
auch in der wachsenden Zahl der
IHK-Mitgliedsunternehmen. Ende
Dezember 2014 waren es rund
274.000 Unternehmen, davon rund
97.000 im Handelsregister eingetragene Unternehmen und rund 177.000
Kleingewerbetreibende. Das waren
insgesamt rund 6.000 Mitgliedsunternehmen mehr als ein Jahr zuvor.
Aus Sicht der IHK Berlin ist vor allem
bemerkenswert, dass in der Hauptstadt die Zahl der im Handelsregister
eingetragenen Unternehmen kontinu-

Ist
2013

41.048.400

43.929.100

41.514.003,37

6.495.100
2.733.000
-10.000

6.940.900
2.715.600
-26.600

7.657.930,11
2.649.124,01
-189.011,79

0

0

0,00

3.261.100

4.468.000

3.892.958,34

53.527.600

58.027.000

55.525.004,04

Materialaufwand

-8.164.800

-7.845.700

-7.291.532,62

8.

Personalaufwand

-19.284.900

-18.125.500

-16.402.680,77

9.

Abschreibungen

-2.349.300

-1.308.600

-874.383,01

-32.990.700

-30.958.500

-29.578.727,29

Betriebsaufwand

-62.789.700

-58.238.300

-54.147.323,69

Betriebsergebnis

-9.262.100

-211.300

1.377.680,35

0

4.200

29.450,00

5.784.100

6.442.800

6.754.074,20

52.600

176.500

418.417,85

11. Erträge aus Beteiligungen

ierlich wächst. Dies ist ein wesentliches Indiz dafür, dass die Ertragskraft
der Berliner Unternehmen insgesamt steigt, die Geschäftstätigkeit
zunimmt und die Zahl der Beschäftigten wächst.

Voraussichtl.
Ist 2014

7.

10. Sonstige betriebliche Aufwendungen

IHK-Berlin-Präsident
Schweitzer spricht vor
der Vollversammlung.

Plan
2015

12. Erträge aus anderen Wertpapieren & Ausleihungen des Finanzanlagevermögens
13. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
14. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens
15. Zinsen und ähnliche Aufwendungen
Finanzergebnis
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
16. Außerordentliche Erträge
17. Außerordentliche Aufwendungen
Außerordentliches Ergebnis
18. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
19. Sonstige Steuern
Jahresergebnis
21. Ergebnisvortrag aus dem Vorjahr (+ Überschuss / - Fehlbetrag)
22. Entnahmen aus Rücklagen
aus der Ausgleichsrücklage
aus anderen Rücklagen
23. Einstellungen in Rücklagen

-100.000

-175.000

-385.394,00

-5.988.200

-6.064.700

-4.832.937,81

-251.500

383.800

1.983.610,24

-9.513.600

172.500

3.361.290,59
0,00

0

0

-28.656.100

0

0,00

-28.656.100

0

0,00

0

0

0,00

-800

-800

-655,00

-38.170.500

171.700

3.360.635,59

0

15.017.417

11.656.739,01

38.170.500

413.800

42,67

0

0

0

38.170.500

413.800

42,67

0

-15.017.417

0,00

0

-15.017.417

0,00

0

585.500

15.017.417,27

davon in andere Rücklagen
- in die Rücklage für bildungspolitische Zwecke
Ergebnis

Der Erfolgsplan enthält zusammengefasste Positionen auf der Grundlage einer Gewinn- und Verlustrechnung, wie sie für große Kapitalgesellschaften vorgesehen ist. Dabei sind alle Erträge und Aufwendungen, der vorgesehene Ergebnisvortrag und die Rücklagenveränderungen getrennt
voneinander angesetzt und ausgewiesen.

87

IHK BERLIN | MITGLIEDER UND BUDGET

WISSENSWERTES IN ZAHLEN
Rund 274.000 IHK-Mitgliedsunternehmen in Berlin

Berlin bestätigt sich als Handelsstandort

Ins Handelsregister Kleingewerbeeingetr. Unternehmen
treibende

88

3.000

7.312

Energie und Entsorgung

1.149

1.113

2.262

Baugewerbe

In das Handelsregister
eingetragene Unternehmen
zum 31.12.2014
Abweichungen der Anteilssummen von
100 Prozent sind Rundungen geschuldet.

Finanz- und Versicherungsdienstleister

Quelle: IHK Berlin, 01/2015

3.293

14.760

18.053

16.797

36.438

53.235

Verkehr und Lagerei

1.971

6.740

8.711

Beherbergung und Gastronomie

3.529

11.059

14.588

10.204

12.500

22.704

4.500

6.815

11.315

Unternehmensnahe Dienstleistungen

31.748

50.724

82.472

Personenbezogene Dienstleistungen

18.584

33.519

52.103

Medien und IT

Sonstige

873

638

1.511

Gesamt

96.960

177.306

274.266

IHK-zugehörige Gewerbetreibende
in Berlin im Jahre 2014*
zum 31.12.2014
* Ausschließlich zweiter und weiterer
Gewerbe beziehungsweise unselbständiger
Betriebsstätten
Quelle: IHK Berlin, 01/2015

Charlottenburg-Wilmersdorf bleibt Spitzenreiter unter den Bezirken

11.290

11.500

12.343

13.938

14.752

19.444

20.889

24.454

25.900

* Ausschließlich zweiter und weiterer Gewerbe
beziehungsweise unselbständiger Betriebsstätten
** Auf Grund von Schwierigkeiten bei der
Zuordnung zu den Bezirken ist die Summe der
bezirklichen Mitglieder nicht identisch mit der
Gesamtzahl der IHK-Mitglieder
Quelle: IHK Berlin, 01/2015

MarzahnHellersdorf

Spandau

Lichtenberg

Reinickendorf

TreptowKöpenick

SteglitzZehlendorf

Neukölln

0
TempelhofSchöneberg

Quelle: IHK Berlin, 01/2015

10.000

FriedrhainKreuzberg

Abweichungen der Anteilssummen von
100 Prozent sind Rundungen geschuldet.

20.000

Pankow

Kleingewerbetreibende
zum 31.12.2014

27.395

30.000

IHK-zugehörige Gewerbetreibende
in Berlin 2014* nach Bezirken**
zum 31.12.2014

40.197

40.000

41.262

50.000

Mitte

177.306

Unternehmensnahe
Dienstleistungen 29 %
Handel 21 %
Personenbezogene
Dienstleistungen 19 %
Baugewerbe 8 %
Medien und IT 7 %
Beherbergung und
Gastronomie 6%
Finanz- und Versicherungsdienstleister 4 %
Verkehr und Lagerei 4 %
Verarbeitendes Gewerbe 2 %
Energie und Entsorgung 1 %
Sonstige 1%

4.312

Handel

Kleingewerbe vor allem bei Dienstleistungen und Handel

Gesamt

Verarbeitendes Gewerbe

CharlburgWilmersdorf

96.960

Unternehmensnahe
Dienstleistungen 33 %
Personenbezogene
Dienstleistungen 19 %
Handel 17 %
Medien und IT 11%
Finanz- und Versicherungsdienstleister 5%
Verarbeitendes Gewerbe 4 %
Beherbergung und
Gastronomie 4%
Baugewerbe 3 %
Verkehr und Lagerei 2 %
Energie und Entsorgung 1 %
Sonstige 1%

89

IHK BERLIN | KOMMUNIKATION UND MITGLIEDERSERVICE

NEUE „BERLINER WIRTSCHAFT“ UND
HOHE QUALITÄT AUF ALLEN KANÄLEN
Für die Vertreter von Print- und
Onlinemedien sowie Radio und Fernsehen war die IHK Berlin auch im Jahr
2014 erster Ansprechpartner bei allen
wirtschaftspolitischen Fragen der
Hauptstadt. Insgesamt wurden über
1.500 Presseanfragen bearbeitet,
137 Pressemitteilungen versandt und
16 Pressekonferenzen durchgeführt.
Doch nicht nur vor Ort war die IHK
Berlin aktiv. Mit dem Regierenden
Bürgermeister Klaus Wowereit
und Vertretern aus Wirtschaft und
Verbänden besuchte die IHK Berlins
chinesische Partnerstadt Peking und
weitere Städte im Reich der Mitte.
Auch 2014 wurden 160 Veranstaltungen sowie eine Pressefahrt zum
prosperierenden Bio-Tech-Campus in
Berlin Buch durchgeführt. Begleitet
wurden die Aktivitäten der IHK Berlin
mit rund 280 Flyern und anderen
Druckprodukten.

Großes Webspecial zum
Jubiläum des Mauerfalls
Neben einer schnellen Reaktionszeit
im täglichen Umgang mit Journalisten hat die IHK auch relevante
Themen aktiv auf die mediale,
politische und gesellschaftliche
Tagesordnung gesetzt. In zahl-

90

reichen Hintergrundgesprächen,
Interviews und Statements wurden
Kernthemen der IHK fachkompetent
platziert und öffentlichkeitswirksam
inszeniert. Dabei stand das Thema
„25 Jahre Mauerfall und die Berliner
Wirtschaft“ mit einer Ausstellung
und einem interaktiven Webspecial
im Mittelpunkt dieser Aktivitäten.
Im Rahmen dieses Jubiläums fand
eine ganz besondere Ausgabe des
Wirtschaftspolitischen Frühstücks
mit beiden Regierenden Bürgermeistern a. D. Eberhard Diepgen und
Walter Momper statt, die über ihre
Erinnerungen an den Herbst 1989
berichteten.
Auch ohne Wahljahr stieß das
Wirtschaftspolitische Frühstück auf
ein breites Interesse. Dabei bildeten
die Besuche des Bundesfinanzministers Wolfgang Schäuble und des
Regierenden Bürgermeisters a. D.
Klaus Wowereit nur zwei der reichlich
vorhandenen Höhepunkte. Weitere
Bundesminister sowie Topvertreter
der Deutschen Wirtschaft rundeten
die illustre Gästeliste ab.
Das zentrale Sprachrohr für die
Mitgliedsunternehmen der IHK bleibt

nach wie vor das Magazin „Berliner
Wirtschaft“ mit einer Auflagenstärke
von 55.000 Exemplaren. Um auch in
Zukunft gut aufgestellt zu sein, hat
sich die Berliner Wirtschaft im Jahr
2014 in ein neues Kleid gehüllt. Mit
einer moderneren Aufmachung nach
dem Relaunch und bekannt hoher
Qualität wird die „Berliner Wirtschaft“
auch in Zukunft Akzente setzen.

Der Ausbau der Onlinekommunikation weiter
vorangetrieben
Immer mehr Mitglieder nutzen die
Social-Media-Angebote der IHK
Berlin, allen voran den Nachrichtendienst Twitter und die Business-Plattform Xing. Einen neuen Schritt ist die
IHK Berlin 2014 in Richtung Interaktivität gegangen und hat im Rahmen
der des Gründer-Garage-Wettbewerbs Live-Chats mit Experten der
IHK Berlin angeboten.
Um den Zugang der Mitgliedsunternehmen zu den Angeboten der IHK
Berlin noch einfacher zu gestalten,
hat die IHK Berlin auch 2014 neue
Onlineangebote entwickelt. Der
Finanzierungsfinder, der Visa-Check
und der Export-Check unterstützen

des Monats“ an, welches unseren
Mitgliedern bei ihren Alltagsfragen
helfen soll.

Berlin vor und nach dem
Mauerfall: Eberhard
Diepgen und Walter Momper
im Gespräch mit Jan Eder.
Unternehmer dabei, schnell und
einfach die richtige Antwort auf ihre
Fragen zu finden.

Persönlicher Kontakt
zu den Mitgliedern
Das Service Center bietet eine
Orientierung über das große Angebot
der IHK Berlin und ist damit die
erste Anlaufstelle für alle Fragen der
Unternehmer. Vor allem Neumitglieder – und davon gab es allein
2014 über 32.000 – können schnell
den Überblick verlieren. Deshalb
versorgt die IHK Berlin jedes Neumitglied mit einem Begrüßungspaket
und führt regelmäßig Kennlern- und

Willkommensabende durch. Diese
sogenannten „Well-Kammer-Abende“
bieten einen ersten Überblick über
das Angebot und die Aufgaben
der IHK Berlin. Für die Teilnehmer
bietet sich dabei die ausgezeichnete
Möglichkeit miteinander ins Gespräch
zu kommen, Erfahrungen auszutauschen und Netzwerke zu bilden. Denn
bei Unternehmensgründungen stehen
viele Unternehmer meist vor ähnlichen Herausforderungen.
An einem Abend werden sicherlich
nicht alle Fragen beantwortet und
kann die Arbeit der IHK nicht gänzlich erklärt werden. Zudem rücken
im Laufe der Zeit neue Fragen in
den Mittelpunkt. Das Service Center
versucht auch hier hilfreich zur Seite
zu stehen. Jeden Monat nimmt sich
die IHK Berlin eines neuen „Themas

Nicht nur Neuunternehmern steht
die IHK Berlin mit ihrer Expertise
zur Verfügung. Auch zukünftige
Unternehmer können sich in der
Vorgründungsphase beim Starter
Center Informationen zu den nötigen
und nächsten Schritten einholen.
Der immer weiter steigenden Zahl
von deutschen und internationalen
Gründern in Berlin wurde im letzten
Jahr in zahlreichen Gesprächen bei
der Gestaltung und Umsetzung ihrer
Geschäftsidee geholfen. Der große
Erfolg dieser Maßnahmen schlägt
sich in der Publikation „Gründen
in Berlin“ nieder: 2014 wurde die
Broschüre das fünfte Jahr in Folge
neu aufgelegt.

Unser Twitter-Kanal
https://twitter.com/ihkberlin

Webspecial zum Mauerfall
www.ihk-berlin.de/mauerfall

91

EHRENAMT

EHRENAMT

93

EHRENAMT

EHRENAMT

274.000
107 15
Mitgliedsunternehmen in der IHK Berlin

ehrenamtliche Unternehmer
in der Vollversammlung

Millionen Euro aus der Berliner
Wirtschaft für bildungspolitische
Projekte bereitgestellt

2.700
ehrenamtliche Prüfer

95

EHRENAMT | PRÄSIDIUM UND VOLLVERSAMMLUNG

EHRENAMT

SELBER MACHEN STATT
VERWALTET WERDEN …

MEHR ZUM EHRENAMT
Eine Übersicht über die Berliner Unternehmer, die sich ehrenamtlich in
Vollversammlung, Präsidium und Fachausschüssen für die Berliner Wirtschaft
starkmachen, findet sich im Einleger zum Jahresbericht ebenso wie weitere
Informationen über Ehrenämter in der Berliner Wirtschaft.

… lautet das Motiv der 107 Berliner Unternehmer, die sich ehrenamtlich in der
Vollversammlung der IHK Berlin engagieren und die rund 274.000 Berliner
Unternehmer in allen wichtigen Fragen der Berliner Wirtschaft vertreten.
In diesem Jahr hat die Vollversammlung ein in der jüngeren Geschichte der
IHK Berlin einmaliges Projekt aus der Taufe gehoben: Sie beschloss, die trotz
Beitragssenkungen entstandenen Überschüsse in Höhe von ca. 15 Millionen
Euro zur Förderung von Bildungsprojekten zum Nutzen der Berliner Wirtschaft
einzusetzen. Diese Idee wurde zunächst kontrovers diskutiert. Ordnungspolitische Überlegungen sprachen nämlich dafür, die Überschüsse an diejenigen
zurückzuerstatten, die das Geld mit ihren Mitgliedsbeiträgen erwirtschaftet
haben. Am Ende entschied sich das Gremium für die Förderung von Bildungszielen, da eine der größten Sorgen der Berliner Unternehmen die mangelnde
Ausbildungsreife von Berliner Schulabgängern sowie der Mangel an akademischen und beruflich qualifizierten Fachkräften ist.
Auf den ersten Aufruf gab es große Resonanz: 284 Anträge von 249 Antragstellern, darunter Universitäten, Bildungsträger, Unternehmen, Migranten­
verbände, Einzelpersonen und Start-ups. Die Projektideen sind sowohl
klassisch als auch kreativ und modern und beziehen alle Potenziale für die
Fachkräftegewinnung mit ein: leistungsschwache wie leistungsstarke Schüler
und Studierende, mit und ohne Migrationshintergrund. Sie beziehen auch die
akademische Fachkräftesicherung, z. B. im MINT-Bereich, und die Etablierung
von Innovationsnetzwerken für KMU mit ein.

96

PRÄSIDIUM
Ehrenpräsident
Werner Gegenbauer

Präsident
Dr. Eric Schweitzer

Vizepräsidenten
Dr. Beatrice Kramm
Tobias Weber
Ute Witt

UNSERE IHK
Präsidium
Vollversammlung
Ausschüsse
Organigramm

Weitere Präsidiumsmitglieder
Gerald Archangeli
Christina Aue
Klaus-Peter Bär
Julia Claren
Michael Geißler
Angela Kästner
Matthias Klussmann
Dr. Stefan Romberg
Nicole Srock.Stanley
Kalo Mis Tshaba

1

www.ihk-berlin.de/ehrenamt

97

EHRENAMT | INITIATIVE „IHK VOR ORT“

EHRENAMT | KOMPETENZTEAM MITTELSTAND

EHRENAMTLICH
IN DEN BEZIRKEN

FÜR DEN MITTELSTAND
UNTERWEGS

Jeder einzelne der zwölf Berliner Bezirke steht vor besonderen Herausforderungen oder hat ganz unterschiedliche Standortbedingungen, wie auch auf
einer interaktiven Informationsgrafik auf der IHK-Webseite deutlich wird.
Genau für die speziellen Herausforderungen und Themen vor Ort auf bezirklicher Ebene stehen den Gründern oder Unternehmern insgesamt zwölf ehrenamtlich engagierte Unternehmer zur Seite. Neben individuellen Beratungen
organisiert die Initiative „IHK vor Ort“ zahlreiche Veranstaltungen und Aktivitäten in den Bezirken.

Schlagworte wie Smart City und die aktuellen Herausforderungen für Politik
und Wirtschaft haben das Kompetenzteam Mittelstand im Jahr 2014 beschäftigt. Die Wirtschaft kann ihrer besonderen Rolle dabei nur gerecht werden,
wenn Politik, Verwaltung und Multiplikatoren die Chancen Berlins rechtzeitig
erkennen und einer gemeinsamen Strategie folgen. Vor diesem Hintergrund
ist das Kompetenzteam auf Gesprächspartner zugegangen, die bei der Gestaltung der Zukunft Berlins eine wichtige Rolle spielen. Gegenüber Cornelia Yzer,
Senatorin für Wirtschaft und Technologie, brachte das Kompetenzteam seine
Erwartung zum Ausdruck, dass ihr Ressort in führender Position Verantwortung übernimmt, zukunftsweisende Initiativen entwickelt und Einfluss auf die
Verwaltungsstrukturen ausübt.

So wurde im Jahr 2014 erstmals eine Veranstaltungsreihe gestartet, in deren
Rahmen Berliner Bundestagsabgeordnete Unternehmern aus ihrem jeweiligen
Wahlkreis Rede und Antwort standen.

Bundestagsabgeordnete
stehen in den Bezirken
Unternehmern Rede
und Antwort.

Das Zusammenspiel zwischen Politik, Verwaltung und Wirtschaft ist auch bei
der Wirtschaftsförderung entscheidend. Technologieführerschaft kann Berlin
nur behaupten, wenn die Wirtschaftsförderung den Boden für Kooperationen
zwischen etablierten und jungen Unternehmen und der Wissenschaft ebnet.
Das Kompetenzteam hat sich mit Dr. Stefan Franzke, Geschäftsführer Berlin
Partner für Wirtschaft und Technologie, darauf verständigt, die Rolle von
Unternehmensnetzwerken zu stärken.

Sebastian Stietzel, Thomas
Herrmann und Karsten Schulze
bei der Sitzung des
Kompetenzteams Mittelstand

Ein weiteres Thema war der Flughafen BER. Auf Initiative der wirtschaftspolitischen Sprecher der Fraktionen im Berliner Abgeordnetenhaus hat das Kompetenzteam Geschäftsleitung und Aufsichtsrat des BER sowie mit dem Flughafen
wirtschaftlich verbundene Unternehmen eingeladen. Der Einladung ist allein
der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Rainer Bomba, gefolgt. Er
hat den Unternehmen zugesagt, sich für ein Gespräch mit der Flughafenleitung
hinsichtlich ihrer Existenzsicherung einzusetzen.

www.ihk-berlin.de/ihk-vor-ort

98

99

EHRENAMT | WIRTSCHAFTSJUNIOREN BERLIN

CSR IN DER IHK

AKTIV IN BERLIN
UND IN DER WELT

MIT VERANTWORTUNG
ZUM ERFOLG

2014 war für die Wirtschaftsjunioren Berlins (WJB) ein internationales Jahr:
Während im Frühjahr die Europawahl den Verein bewegte, rückte mit dem
Leipziger Weltkongress der Wirtschaftsjunioren die ganze Welt in ihre Nähe.
Vor den Wahlen im Mai gab es beim gemeinsamen Mittagessen im Rahmen
von „Aufgetischt“ für die WJB die Gelegenheit, mit Kandidaten für das EU-Parlament ins Gespräch zu kommen. In kleinen Runden konnten die Teilnehmer
ihre wichtige Rolle als Impulsgeber für die wirtschaftspolitische Positionierung
Berlins auf besondere Weise ausfüllen. Das Augenmerk lag im Sommer und
Frühherbst dann auf der Arbeit in Berlin: Bereits zum fünften Mal wurde beim
Projekt „Kulturpaten“ die Brücke zwischen Wirtschaft und Kultur geschlagen.
Seit 2009 sind 30 Partnerschaften entstanden, bei denen ein Know-howTransfer zwischen den Wirtschaftsjunioren und den Berliner Kultureinrichtungen stattfindet. Auch das Thema Gründung blieb 2014 präsent: Ob beim
Funpreneur, dem Gründungswettbewerb der FU, bei dem die WJB Juroren und
Coaches sind, oder bei der Auslobung des Sonderpreises des Business­planWettbewerbs: Die Wirtschaftsjunioren gestalten das Geschehen der Berliner
Gründerszene aktiv mit.

Corporate Social Responsibility (CSR) beziehungsweise nachhaltiges unternehmerisches Engagement ist ein Wachstumstreiber und bietet vielfältige
Möglichkeiten, auf sich ändernde gesellschaftliche Anforderungen engagiert
und betriebswirtschaftlich vernünftig zu reagieren. Gesellschaftliches Engagement kann dabei im Rahmen einer CSR-Strategie verankert sein oder ganz
im Selbstverständnis des „Ehrbaren Kaufmannes“ gelebt werden. Die IHK
unterstützt, informiert und fördert den Austausch über das Engagement von
Unternehmen mit Veranstaltungen, Publikationen und ausführlicher Netzwerk­
arbeit. Der ehrenamtlichen CSR-Sprecherin Antje Meyer gelingt es dabei, die
Bedeutung von CSR für die Berliner Wirtschaft zu verdeutlichen.

Der Winter brachte ein besonderes Highlight: Der einwöchige Weltkongress der
Wirtschaftsjunioren fand mit mehr als 4.500 Teilnehmern aus über 100 Nationen Ende November in Leipzig statt. Er gab den WJ Deutschland und Berlin
die Möglichkeit, den Wirtschaftsstandort auf die charmanteste Weise zu
bewerben und vorzustellen. Die feierliche Eröffnung nahm DIHK-Präsident Dr.
Eric Schweitzer vor. Auf dem Kongress unter dem Motto „Freedom. Passion.
Change“ gab es die Möglichkeit zu vielseitigen Weiterbildungen, zur Knüpfung internationaler Kontakte und zu zahlreichen Unternehmensbesuchen.
Die Berliner Wirtschaftsjunioren wurden vom Bundesministerium für Familie,
Senioren, Frauen und Jugend für ihr Engagement beim WJD-Projekt „Jugend
stärken: 1.000 Chancen“ ausgezeichnet. Bereits am Wochenende vor dem
Kongress hatten die WJB nach Berlin geladen und ein politisch-fröhliches
Touristenprogramm für die Teilnehmer aus Kolumbien und dem Libanon, der zu
Frankreich gehörenden Insel Réunion und anderen Nationen zusammengestellt.

100

Beim Weltkongress in Leipzig,
der am 24. November vom
DIHK-Präsidenten Dr. Eric
Schweitzer eröffnet wurde,
gelang die nationale und
internationale Vernetzung
auf besondere Weise: 4.500
junge Unternehmer und
Führungskräfte kamen für
eine Woche zum Austausch
und zur Weiterbildung in
Deutschland zusammen.

2014 wurden mit der Verleihung der Franz-von-Mendelssohn-Medaille
erneut sozial engagierte Unternehmen von den Präsidenten der IHK Berlin
und der Handwerkskammer Berlin gewürdigt. Gemeinwohlökonomie, nachhaltige Stadtentwicklung und Corporate Citizenship waren 2014 Schwerpunktthemen der drei CSR-Foren. Mit mehr als 400 Teilnehmern stellte die
Ausrichtung des dritten Berliner CSR-Tages einen viel beachteten Höhepunkt
dar: Die CSR-Fachkonferenz bot unter dem Motto „Gemeinsam Verantwortung ent­­wickeln und leben“ fachliche Inputs und Workshops. Am Vorabend
der Konferenz fand der neunte Gute-Tat-Marktplatz statt. Die IHK Berlin hat
eine Initiative zur Wiederbelebung des Begriffes des „Ehrbaren Kaufmannes“
gestartet und in Umfragen und Workshops mit Unternehmen diskutiert.

Neben spannenden Impulsen
stand vor allem der Austausch
in Workshops im Fokus des
3. Berliner CSR-Tages am
20. und 21. November 2014

Video zum CSR-Tag
www.ihk-berlin.de/csr-tag
101

KONTAKT

IMPRESSUM

IHR WEG ZUR IHK

Herausgeber

Anschrift

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln

IHK Berlin
Fasanenstraße 85
10623 Berlin
Telefon: +49 30 31510-0
Telefax: +49 30 31510-166
E-Mail: service@berlin.ihk.de
www.ihk-berlin.de

S-Bahn
Zoologischer Garten S5, S7, S75
U-Bahn
Zoologischer Garten U2, U9
Kurfürstendamm U1, U9

Regionalverkehr
Zoologischer Garten
RE1, RE2, RE7, RB14

Industrie- und Handelskammer
zu Berlin
Fasanenstraße 85
10623 Berlin
Telefon: +49 30 31510 - 0
Telefax: +49 30 31510 - 166
www.ihk-berlin.de

Redaktionsschluss
10. Februar 2015

Bus
M45, M46, M49, X9, X10, X34,
100, 109, 110, 200, 204, 245, 249

Layout und Grafik
IHK Berlin
Medien und Kommunikation

Lektorat
Berit Sörensen | Bad Belzig
berit.soerensen@gmx.net

Druck
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gedruckt

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Bildnachweise
Seite 4: © Roland Horn | Seite 6: © elxeneize, Fotolia | © Seite 10: Oliver Lang, Christian Kruppa, Christian Kielmann, Michael Brunner, Jörg Bergmann |
Seite 11: ©Christian Kruppa, Michael Brunner, Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie GmbH | © Seite 16: © lindrik, Fotolia | © Seite 20:

Kantstraße

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oder Dienstleistungen verursachten
CO2-Emmissionen können gegen
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aufgerechnet werden.

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Eberl Print GmbH
Kirchplatz 6
87509 Immenstadt im Allgäu

Der Jahresbericht 2014 ist auf
umweltfreundlichem Papier mit
FSC®-Siegel gedruckt. FSC steht für
„Forest Stewardship Council®“. Die
gemeinnützige, unabhängige und
international operierende Organisation vergibt dieses Zertifikat für Holz
und Holzprodukte, die aus verantwortungsvoller Bewirtschaftung von
Wäldern stammen.

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