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Periodical volume

Full text: Jahresbericht Issue 2013

JAhreSBeriCht
2013

BerliNer WirtSChAft
AUf Der ÜBerhOlSPUr
Die Berliner Wirtschaft setzt ihren Wachstumskurs fort. ein klares indiz: Berlin
gab im November 2013 mit einer Arbeitslosenquote von elf Prozent die rote
laterne im ländervergleich ab. Wir sind auf einem guten, aber noch langen
Weg. im legislaturprogramm hat die ihK-Vollversammlung eine Arbeitslosenquote von zehn Prozent als Zielmarke formuliert.
2013 gab es viel gutes – und leider auch (ein bisschen) weniger gutes: Beim
Volksentscheid über die Zukunft des Berliner Stromnetzes haben die Berliner
Bürger gegen eine rekommunalisierung gestimmt, und mit dem Zusammenschluss von Berlin Partner und der technologiestiftung Berlin wurde eine
langjährige forderung der ihK Berlin umgesetzt. Mit der erneuten erhöhung
der grunderwerbsteuer und der Neuerhebung einer City tax wurden jedoch
zwei Beschlüsse gefasst, die sich als last für die Berliner Wirtschaft auswirken
können.
Auch 2013 suchte Berlins regierender Bürgermeister Klaus Wowereit den
Schulterschluss mit der Wirtschaft. im Juni war er gast der ihK-Vollversammlung und lobte die entwicklung der Berliner Wirtschaft. gemeinsam mit
Berliner Unternehmern besuchte er im frühjahr die Vereinigten Arabischen
emirate und Katar und im herbst Vietnam. Dort ist die expertise der Berliner
Unternehmen in Zukunftsbranchen stark gefragt. gute Vorzeichen!
Die Berliner Wirtschaft ist zuletzt mit beeindruckender geschwindigkeit
gewachsen. Diese Dynamik muss verstetigt werden.

Dr. eric Schweitzer
PrÄSiDeNt

Jan eder
hAUPtgeSChÄftSfÜhrer
3

iNhAlt

Vorwort
2013 im Überblick
Berliner Wirtschaft 2013

3
7
15

THEMEN
regionale Wirtschaftsförderung
infrastruktur
haushalt und Wettbewerb
Standortfaktor Verwaltung
Arbeitsmarkt und fachkräfte
Wissenschaft und technologietransfer
Umwelt und ressourcen
internationalisierung der Berliner Wirtschaft

17
27
35
43
49
59
65
73

BRANCHEN
Allgemeine Dienstleistungen, Banken, Versicherungen
Bau- und immobilienwirtschaft
Digitale Wirtschaft
gesundheitswirtschaft
handel
industrie
Kreativwirtschaft
tourismus, gastgewerbe
Verkehr

20
30
38
46
52
62
68
70
76

Mitglieder und Budget
Kommunikation und Mitgliederservice

84
88

EHRENAMT
Präsidium
initiative „ihK vor Ort“
Kompetenzteam Mittelstand
Wirtschaftsjunioren Berlin
CSr in der ihK

94
96
97
98
99

Kontakt und impressum

100

5

2013 iM ÜBerBliCK

2013 iN ZAhleN

7

2013 iM ÜBerBliCK

2013 iN ZAhleN

800 0,9
268.000
2,5 3
Gäste beim Vortrag der
Kanzlerin Angela Merkel
in der IHK Berlin

Prozent
Wirtschaftswachstum
in Berlin

Mitgliedsunternehmen in der IHK Berlin

Prozent
mehr Beschäftigte in Berlin

8

Länderreisen mit dem
Regierenden Bürgermeister
Klaus Wowereit

9

2013 iM ÜBerBliCK

1

3

5

10

2

4

7

8

9

6

11

10

12

11

2013 iM ÜBerBliCK

DAS JAhr iM SChNellDUrChlAUf
Das Jahr 2013 ist geschichte und die
Zeit schon wieder vorangeschritten.
ereignisse geraten schnell in Vergessenheit. Dabei war 2013 nicht arm an
höhepunkten in der hauptstadt. Und
die ihK Berlin war nicht nur dabei,
sondern immer mittendrin.
Begonnen hat das Jahr mit dem
gemeinsamen Neujahrsempfang von
ihK und handwerkskammer. Dieser
wurde bereits zum neunten Mal von
den beiden Kammern gemeinsam
organisiert und zählt zu den großen
gesellschaftlichen ereignissen
der Bundeshauptstadt. 1 Neben
den Kammerpräsidenten Dr. eric
Schweitzer und Stephan Schwarz
begrüßte auch der regierende
Bürgermeister Klaus Wowereit die
gäste im ludwig erhard haus.

Die IHK ist „vor Ort“:
In Berlin, Deutschland
und der Welt
im februar folgten vielbeachtete
Delegationsreisen nach Abu Dhabi
und Katar, bei denen die interessen
und Zukunftsaussichten der Berliner
Wirtschaft im Mittelpunkt standen.
2 ihK-Präsident Schweitzer zeigte
sich von den ergebnissen der reise
sehr erfreut. gute Beziehungen in die
arabische Welt werden für Schweitzer
auch in seiner neuen rolle wichtig
12

sein. im März 2013 wählte ihn die
Vollversammlung des DihK zu ihrem
neuen Präsidenten. 82 Jahre nach
franz von Mendelssohn besetzt
wieder ein Berliner das bedeutende
Amt des DihK-Präsidenten und ist
damit wichtigster Vertreter der deutschen Wirtschaft gegenüber Politik
und Öffentlichkeit.
3 im April führte die ihK Berlin
zusammen mit dem finanzsenator
Dr. Ulrich Nußbaum und dem
fraktionsvorsitzenden der Berliner
SPD, raed Saleh, gemeinsam mit
Vertretern der Presse eine Unternehmenstour durch. im Mittelpunkt
standen diesmal die jungen und
dennoch bereits etablierten Unternehmen Zimory und gameDuell.

Hochkarätige Gäste bei den
Premiumveranstaltungen der
IHK Berlin
Auch im Jahr 2013 waren wieder
jede Menge interessanter gäste beim
Wirtschaftspolitischen frühstück der
ihK Berlin. Die gäste kamen aus der
Berliner Politik (Dilek Kolat, Jan Stöß,
thomas heilmann), der Bundespolitik
(Peter Altmeier), aus der Wirtschaft
(tuomo hatakka, Christoph franz),
aus der finanzwelt (Jörg Asmussen,
georg fahrenschon) und aus den
Medien (Mathias Döpfner).

4 Außerdem kam noch ein gast,
der mittlerweile zum vierten Mal
das Wirtschaftspolitische frühstück
besuchte und das in drei verschiedenen funktionen: diesmal als Chef
des flughafens Ber – Dr. hartmut
Mehdorn.
Da das Jahr 2013 spätestens ab
dem Sommer ganz im Zeichen der
Bundestagswahl stand, gab es im
ludwig erhard haus noch zwei
weitere Veranstaltungen mit hochrangigen gästen. 5 Allen voran der
Besuch der alten und neuen Bundeskanzlerin Angela Merkel. 6 Aber
auch die Berliner Spitzenkandidaten
der im alten Bundestag vertretenden
fraktionen gaben sich die ehre und
diskutierten mit Berliner Unternehmern über ihre Ziele in der neuen
legislaturperiode.

Der Sommer
gehörte der Ausbildung
Der Monat Juni stand ganz im
Zeichen der Auszubildenden und
der Ausbildungsbetriebe. 7 Neben
der traditionellen Messe tage der
Berufsausbildung, die gemeinsam mit
der vocatium durchgeführt wurde,
und dem tag der Ausbildungschance
wählten handwerkskammer Berlin
und ihK Berlin erneut Berlins besten
Ausbildungsbetrieb.

8 Dabei wurden Preise in zwei Kategorien vergeben: an Unternehmen
mit weniger als 50 Angestellten
und Unternehmen mit mehr als 50
Angestellten. Bei den kleineren Unternehmen setzte sich die Black Box
Music Veranstaltungstechnik gmbh
durch, während in der Kategorie der
Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern die hornbach Baumarkt Ag
als Sieger hervorging. Der Sonderpreis für besonderes engagement
ging an die Werbeagentur Zitrusblau,
die seit dem 1. September 2012 einen
grafiker mit einer schweren Behinderung ausbildet.
Nach der Sommerpause ging es
dann genau da weiter, wo es vor den
ferien aufhörte: Nach den erfolgreichen ersten tagen der Berufsausbildung im Juni richteten das
institut für talententwicklung und
die ihK Berlin erstmalig eine zweite
Auflage aus. Ziel war es, Jugendlichen
und Unternehmen eine zusätzliche
Möglichkeit zu geben, Ausbildungsverträge abzuschließen. 9 Parallel
zu den Bildungsmessen fand 2013
die last-minute-Börse statt. So gab
es unter einem Dach ein kombiniertes
Angebot – für spät entschlossene
Jugendliche, aber auch für Schüler,
die einen Ausbildungsplatz für 2014
suchten oder die Messe als Berufsorientierungstag nutzen wollten.
insgesamt haben 20.000 Jugendliche

die kombinierten Ausbildungsmessen
besucht. Die Zahl der angebotenen
Ausbildungsplätze überstieg einmal
mehr die Nachfrage der Jugendlichen.

Mit Engagement zum Erfolg
Seit 2005 verleihen die handwerkskammer und die ihK Berlin die
franz-von-Mendelssohn-Medaille
für besonderes soziales engagement.
Dabei erhalten die drei Prämierten
neben der Medaille insgesamt 10.000
euro Preisgeld, welches von den
beiden Kammerpräsidenten Dr. eric
Schweitzer und Stephan Schwarz
persönlich zur Verfügung gestellt
wird. 10 Den ersten Platz belegte
im Jahr 2013 die Dresdner feinbäckerei aus Berlin-friedrichshagen.
Auf den beiden Plätzen landeten das
Unternehmensnetzwerk großbeerenstraße e. V. und das regent hotel.
Der undotierte Sonderpreis für ein
Unternehmenskonzept für Corporate
Social responsibility (CSr) ging an
die Mercedöl feuerungsbau gmbh.

setzen. Auf dem parallel stattfindenden achten gute-tat-Marktplatz
konnten Berliner Betriebe direkt mit
sozialen Projekten der Stadt zusammenkommen und Vereinbarungen
über freiwillige hilfen schließen.
12 Zum Ausklang des Jahres ehrte
die ihK Berlin noch die 89 besten
Absolventen der letztjährigen Ausund Weiterbildungsprüfungen. Die
feierliche Übergabe der ehrenurkunden fand im Best Western hotel
MOA Berlin in Moabit statt. ihKPräsident Dr. eric Schweitzer würdigte
bei der Veranstaltung unter dem
Motto „Karriere mit lehre“ die Ausgezeichneten als „Beste der Besten“, die
mit ihrem beruflichen engagement
und herausragenden fachkenntnissen
die Berliner Wirtschaft weiter stärken.
insgesamt hatte die ihK Berlin im
letzten Jahr von mehr als 18.000 teilnehmern Aus- und Weiterbildungsprüfungen abgenommen.

Nicht nur mit der Verleihung der
franz-von-Mendelssohn-Medaille
unterstreicht die ihK Berlin die
relevanz von sozialem engagement
durch Unternehmen. 11 im Oktober
fand im ludwig erhard haus der
zweite Berliner CSr-tag von ihK und
handwerkskammer statt. hier hatten
Unternehmen die Möglichkeit, ihr
engagement in gute taten umzu-

13

BerliNer WirtSChAft 2013

WAChStUMSMetrOPOle –
Die NeUe NOrMAlitÄt

JA

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SCH W UNG

14 NN
20 BEGI
ES
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FSCHWUNG
U
A

Die Ansiedlungspolitik muss gezielt
forschung und entwicklung betreibende Unternehmen in die Stadt
ziehen, und die liegenschaftspolitik
muss geeignete flächen bereitstellen –
auch für gewagte, experimentelle
Unternehmungen. Denn ohne Wagnis
ist erfolg nicht zu haben. Berlin
hat zurzeit das glück, wagemutige
Menschen aus aller Welt anzuziehen.
Die ihK Berlin wird auch weiterhin
dafür arbeiten, dass diese entrepreneure für ihre Projekte und Unternehmungen die besten Bedingungen
vorfinden – damit die Berliner voller
Optimismus in die Zukunft schauen
können.

BOO M
HR

Der neue Berliner Optimismus, der
erfolge mit souveräner Selbstverständlichkeit entgegennimmt, ist
erfreulich, nur darf er nicht in satte
Selbstzufriedenheit umschlagen.
Noch immer liegt Berlin bei wichtigen Kennzahlen teils deutlich
unter dem Bundesdurchschnitt.
im Vergleich zu großen westlichen
Metropolen ist die wirtschaftliche
leistungskraft zu gering. Will Berlin
seinen Weg zu einem international
relevanten ökonomischen Kraftzentrum fortsetzen, darf es wirtschaftlichen erfolg nicht lediglich
zur Kenntnis nehmen, sondern muss
ihn mit aller Kraft befördern. Die im
Dezember 2013 von ihK Berlin und
Deutschem institut für Wirtschaftsforschung (DiW) veröffentlichte
Studie „Wirtschaftsentwicklung in
Berlin: Szenario 2030“ gibt dafür

wichtige Wegmarken vor. So muss
Berlin weiterhin daran arbeiten, seine
forschungspotenziale eng mit der
regionalen Wirtschaft zu verknüpfen.

R JA

14

Bundesländer. Um 2,5 Prozent ist die
Zahl der sozialversicherungspflichtig
Beschäftigten gewachsen, stärker als
in irgendeinem anderen Bundesland.
es gab erstmals seit zwanzig Jahren
weniger als 200.000 Arbeitslose.
Und die Stadt hat allein in den ersten
sechs Monaten 19.700 neue Bürger
hinzugewonnen.

VO

Manchmal offenbart der Blick in die
Zukunft mehr über die Vergangenheit
als der Blick zurück. Wer wissen will,
wie das Jahr 2013 für Berlin gelaufen
ist, sollte sich daher die erwartungen
der Berliner für die kommenden
zwölf Monate anschauen: Knapp die
hälfte der hauptstädter geht voller
Zuversicht in das Jahr 2014. Pessimistische einstellungen haben inzwischen Seltenheitswert. Solch einen
überwältigenden Optimismus hätte
man den Berlinern noch vor zehn
Jahren gar nicht zugetraut. Doch
die Stadt hat sich gewandelt: hin zu
Wachstum, Kreativität und unternehmerischem Wagemut. Das Jahr
2013 machte davon keine Ausnahme:
Die Wertschöpfung wuchs ebenso
wie die Zahl der Beschäftigten. Die
gründungswelle blieb kräftig und
schwemmte entrepreneure, ideen
und investitionskapital in die Stadt.
Noch vor wenigen Jahren wären dies
gründe für Jubelmeldungen gewesen
– nun ist es ganz normal. Berlin und
die Berliner gewöhnen sich allmählich
daran, erfolg zu haben. Dieser lässt
sich leicht in Zahlen fassen: im ersten
halbjahr 2013 setzte sich Berlin mit
einem Wirtschaftswachstum von
0,5 Prozent mit an die Spitze der

BerliNer KONJUNKtUrKOMPASS

Der Berliner Konjunkturkompass
basiert auf dem Geschäftsklimaindex, der aus den Ergebnissen
der Konjunkturumfrage der
IHK Berlin berechnet wird.

regiONAle
WirtSChAftSfÖrDerUNg
regionale Wirtschaftsförderung ist vom Zusammenspiel strategischer Schwerpunktsetzung, institutioneller
Ausgestaltung und operativer Umsetzung geprägt. Durch
die bevorstehende neue eU-förderperiode rückten im
Jahr 2013 die strategischen themen und die Aushandlung einer neuen förderprogrammatik stärker in den
Vordergrund. gleichzeitig behielt die ihK Berlin aber auch
die Dynamik in der Berliner Unternehmenslandschaft im
fokus ihrer Aktivitäten.

17

regiONAle WirtSChAftSfÖrDerUNg

iMPUlSe fÜr eiNe ZUKUNftSOrieNtierte WirtSChAftSPOlitiK

Die ihK Berlin veröffentlichte 2013 als
Stimme der Wirtschaft

120 Pressemitteilungen
• Fachkräfte • Wissensstandort • Mobilität • ihK-Wirtschaftszahlen
• immobilien • gründungsstandort

Jan.

Feb.

Mär.

Apr.

Mai

Jun.

Jul.

Aug.

Sep.

Okt.

Nov.

Dez.

Damit Berlin in den nächsten Jahren
weiter zu den wirtschaftsstärksten
regionen in Deutschland aufschließen
kann, muss in der hauptstadt eine
zukunftsorientierte Wirtschaftspolitik
formuliert und umgesetzt werden,
die sich auch in der Ausgestaltung
der regionalen Wirtschaftsförderung
niederschlägt. Aus diesem grunde
entwickelte die ihK Berlin gemeinsam
mit dem Deutschen institut für Wirtschaftsforschung (DiW) ein Szenario
der Wirtschaftsentwicklung in Berlin
für den Zeitraum bis 2030 („Wirtschaftsentwicklung in Berlin: Szenario
2030“). Die Studie macht deutlich,
welch positive wirtschaftliche
entwicklung Berlin bis 2030 unter der
Voraussetzung nehmen kann, wenn
die richtigen wirtschaftspolitischen
Maßnahmen ergriffen werden. Dazu
müssen vor allem Politik und gesellschaft lernen, mit ökonomischem
Wachstum umzugehen. Nur auf dieser
grundlage kann die beschriebene
entwicklung gelingen.

Wirtschaftsförderung
mit neuen Akzenten
Seit dem 1. September 2013 arbeiten
Berlin Partner und tSB innovationsagentur als eine institution

18

der Berliner Wirtschaftsförderung
zusammen. Durch die fusion, für die
sich die ihK Berlin seit vielen Jahren
eingesetzt hat, werden neue Akzente
in der Wirtschafts- und innovationsförderung in der hauptstadtregion
gesetzt. Berliner und ansiedlungswillige Unternehmen profitieren vom
abgestimmten Angebot aus einer
hand. Auch die ihK hat somit einen
starken Kooperationspartner für die
realisierung gemeinsamer Projekte,
wie etwa die gegenwärtig in Vorbereitung befindliche Kooperationsplattform, gewonnen.

aufgezeigt, dass eine Weiterentwicklung der industriepolitik dringend in
Angriff genommen werden muss, und
Anforderungen an die industriepolitik
der Zukunft formuliert: es bedarf
in stärkerem Maße eines ressortübergreifenden Commitments zur
industrie, das sich in allen Strategien
für Berlin widerspiegelt und innerstädtische Produktion – Bestand,
erweiterung und Neuansiedlung
von industrieunternehmen – auch
zukünftig ermöglicht.

Das Commitment zur
Industrie in Berlin erneuern

Die Clusterpolitik des Jahres 2013
war leider durch das fehlen einer
gesamtstrategie gekennzeichnet.
eine Verzahnung mit anderen
strategischen initiativen der Stadt,
wie zum Beispiel dem Masterplan
industrie und dem Stadtentwicklungskonzept 2030, fand ebenfalls
nicht statt. Das engagement der ihK
Berlin setzte bei der Arbeit in den
Clustern an. Dort konzentrierte sich
die Kammer auf einzelne Aktivitäten. So wurde beispielsweise im
Cluster gesundheitswirtschaft der
im Vorjahr evaluierte Masterplan
unter enger Beteiligung der ihK

im Masterplan industriestadt Berlin
2010–2020 konnten einzelne Aspekte
und Bausteine, wie etwa ein aktiverer
Austausch zwischen Verwaltung
und Unternehmen, Maßnahmen für
eine intensivere Zusammenarbeit
von Wirtschaft und Wissenschaft,
die Vernetzung der Career Services
oder die „lange Nacht der industrie“,
positiv gestaltet werden. große linien
für die Ausrichtung der industriepolitik in Berlin wurden aber nicht
fortgeschrieben. hier hat die ihK
Berlin gemeinsam mit Unternehmern

Clusterpolitik durch
Einzelinitiativen geprägt

19

regiONAle WirtSChAftSfÖrDerUNg

neu aufgesetzt. erstmals wurde ein
eigener Schwerpunkt für betriebliche
gesundheitsförderung und Prävention geschaffen, für den die Kammer
die Verantwortung übernommen
hat. Der einsatz hat sich gelohnt:
Der neue Plan überzeugt durch eine
stringente Struktur und konzentriert
die Clusterpolitik auf die innovativen
Wachstumsfelder der Branche. Auch
setzt sich die ihK nachdrücklich für
die Schaffung eines Clusters green
economy ein, damit dieser bereits
heute starke Zukunftsmarkt in Berlin
weiter wächst und die hauptstadt
ihre Spitzenposition für nachhaltige
technologien behaupten kann.

Förderpolitik – Instrument
zur Stärkung des
Wirtschaftsstandortes
Die neue eU-förderperiode mit
ihren Auswirkungen auf die regionale Wirtschaftsförderung beginnt
zwar erst im Jahr 2014 – politisch
bestimmte sie das Jahr 2013 wie
auch das Vorjahr jedoch bereits
intensiv. Mit den Verhandlungen auf
eU-ebene, den Konsultationen zu den
neuen eU-regionalleitlinien und zum
nationalen Koordinierungsrahmen für
regionalbeihilfen sowie der entwicklung der Operationellen Programme
für die europäischen Strukturfonds
auf ebene der Bundesländer wurden
wichtige förderpolitische Weichen
gestellt und entscheidungen getroffen

20

beziehungsweise vorbereitet. Dabei
war und ist eine Ausrichtung an der
eU-Strategie „europa 2020“ genauso
zu berücksichtigen wie regional- und
landespolitische Strategien. Weiterhin
besteht die herausforderung, dass
im Sinne der von der eU-Kommission
vorgegebenen Mittelkonzentration
und vor dem hintergrund knapper
werdender Mittel der einsatz der
eU-förderung effektiv und effizient
erfolgen muss. regionalpolitisch
bedeutet das, dass fördergelder
der eU-fonds dort verstärkt eingesetzt werden müssen, wo sie die
industrie- und innovationspolitischen Strategien Berlins am besten
unterstützen. Knapper werdende
Mittel sind auf die Programme
mit den größten wirtschaftlichen
beziehungsweise Arbeitsmarkteffekten zu konzentrieren. Um das
zu unterstützen, hat die ihK Berlin
beispielsweise gemeinsam mit der
handwerkskammer eine Stellungnahme zum ersten entwurf der
Senatsverwaltung für Wirtschaft,
technologie und forschung (SenWtf)
über die Struktur und die Auswahl
der efre-finanzierten instrumente
im rahmen des künftigen Operationellen Programms für den efre
(europäischer fonds für regionale
entwicklung) vorgelegt.
für die neue eU-förderperiode
2014–2020 erfolgte auch eine

Ein Jahr der
Herausforderungen
Hohe Kosten für die Umsetzung
von Regulierungsmaßnahmen und
das anhaltend niedrige Zinsniveau
drückten in der gesamten Finanzbranche auch 2013 auf die Rendite.
Die Banken sahen sich zudem einer
wachsenden branchenfremden
Konkurrenz gegenüber: Mobile
Bezahlsysteme erobern den Markt,
Internet-Plattformen für Crowdinvesting oder Kreditvermittlung
bieten insbesondere der in Berlin
starken Start-up-Szene neue und
flexible Finanzierungsquellen. Die
existenzgefährdenden Auswirkungen neuer Rechtsverordnungen für
Versicherungsvermittler und die
Entwicklung zukunftsorientierter
Strategien standen im Mittelpunkt
der Diskussion des von der IHK
Berlin und Branchenverbänden
organisierten Tags der Versicherungswirtschaft. Schwerpunkte
weiterer Veranstaltungen und
Informationsangebote waren die
Vorbereitung auf den einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum
(SEPA) sowie Finanzierungsmöglichkeiten für Unternehmen in der
Gründungs- und Wachstumsphase.

Die IHK Berlin und die Handwerkskammer nehmen kritisch
Stellung zum ersten Entwurf
der Senatsverwaltung für
Wirtschaft, Technik und
Forschung zur Struktur und
Auswahl der EU-Fördermittel
für regionale Entwicklung.

Neuabgrenzung der regionalfördergebietskarte. Obwohl der hierzu
vorgelegte Vorschlag der SenWtf
bereits wichtige innovations- und
Potenzialstandorte förderpolitisch
berücksichtigt hatte, wurden einige
fördergebietseinstufungen von der
ihK Berlin als kritisch identifiziert.
Zuletzt konnte eine bessere einstufung erreicht werden.
flankiert wird die neue eU-förderperiode durch die Modernisierung
des eU-Beihilferechts. Auch hier wird
darauf abgezielt, öffentliche gelder
effektiver und effizienter einzusetzen,
den Verfahrensaufwand zu verringern und letztlich die Mittel auf
„gute Beihilfen“ zu konzentrieren, die
aufgrund von Marktversagen oder
aufgrund des besonderen interesses
gewährt werden, dabei aber eine
Wettbewerbsverzerrung vermeiden.
Die ihK Berlin begrüßt diese Modernisierung des komplexen und zum

teil praxisuntauglichen Beihilferechts
der eU. Die Ziele gehen grundsätzlich
in die richtige richtung und
unterstützen die Neuausrichtung
der eU-förderpolitik. Mit einigen
Umsetzungsvorschlägen hat die
eU-Kommission jedoch den falschen
Weg eingeschlagen. Dies betrifft
unter anderem, vermeintliche Verfahrenserleichterungen insbesondere für
kleine und mittelständische Unternehmen sowie den eng gezogenen
Kreis begünstigungsfähiger Unternehmen für bestimmte Beihilfen.
insgesamt hat sich die ihK Berlin
im laufe des Jahres 2013 auf allen
ebenen in diese politischen Prozesse
eingebracht: Durch eigene Stellungnahmen und gesprächsrunden auf
landesebene – hier beispielsweise
über den Berliner Begleitausschuss
und die Arbeitskreise zu den
eU-Strukturfonds sowie verschiedene
Bewilligungsausschüsse – genauso
wie durch die Beteiligung an Stellungnahmen und Konsultationsverfahren – zumeist über den DihK –
auf Bundes- und eU-ebene.

Neues angestoßen: Vereinfachen. Vernetzen. Gestalten.
Neben dem engagement zu förderpolitischen und branchenspezifischen
themen standen im Jahr 2013
besonders auch junge und innovative Unternehmen im Mittelpunkt.

21

regiONAle WirtSChAftSfÖrDerUNg
KOlUMNeNtitel

Unter dem Motto „Vereinfachen. Vernetzen. Gestalten.“
setzt sich die IHK Berlin seit
dem vergangenen Jahr besonders für junge Unternehmen
und Start-ups ein. Die Entwicklung neuer Netzwerke und
die Verbesserung der Rahmenbedingungen stehen dabei im
Vordergrund.

für die stark wachsende Start-upSzene der hauptstadt hat die ihK
Berlin zum Beispiel ihr engagement
mit einem neuen team erhöht.
Unter dem Motto „Vereinfachen.
Vernetzen. gestalten.“ setzt sich
die ihK seit dem vergangenen Jahr
besonders für junge Unternehmen
ein. Schwerpunkte waren und sind
dabei zunächst die entwicklung
neuer Netzwerke sowie strategische Ansätze zur Verbesserung der
rahmenbedingungen für Start-ups
in Berlin. Mit gezielten Veranstaltungen – auch zusammen mit
Partnern – wurde die junge Unternehmergeneration entsprechend
ihres informationsbedarfes angesprochen.

Finanzierung aus privater
Hand ins Blickfeld gerückt
im fokus der ihK-Veranstaltungen
standen dabei besonders finanzierungsformen, die auf die Bedürfnisse

22

der jungen Unternehmen zugeschnitten sind. großes interesse
fand dabei das neu etablierte format
„Crowdlounge goes ihK Berlin“.
Denn Crowdfunding, das in der
Kreativ- und Kulturwirtschaft schon
lange erfolgreich praktiziert wird,
wird zunehmend auch in anderen
Branchen als finanzierungsbaustein genutzt. Die Möglichkeiten der
Schwarmfinanzierung sind weitreichend: Was ein einzelner nicht
stemmen kann, kann die Crowd
ermöglichen. Die ihK bot Unternehmen wiederholt die Möglichkeit,
sich mit fachleuten und Crowderfahrenen zu fragen rund um
Crowdfunding praxisnah auszutauschen.

Start in Berlin leichtgemacht
Jedes Unternehmen braucht zum
erfolg neben dem Kapital vor allem
gute Köpfe. Die ihK Berlin unterstützt ihre Mitglieder hierbei seit
dem letzten Jahr unter anderem
mit dem neuen „Business Welcome
Service“. Dieser erleichtert vielen
Neuberlinern mit außereuropäischen
Wurzeln den Start in der hauptstadt. Die Mitarbeiter des Business
Welcome Services lotsen die gründer
und fachkräfte mit einem mehrsprachigen Angebot durch den Berliner
Behördendschungel, so dass die
Verfahren transparent und verständlich werden.

Selbstständigkeit
im Stundenplan

Sportmetropole Berlin setzt
weitere Achtungszeichen

Kultur als ein
Markenkern Berlins

Know-how und interesse am Unternehmertum erhöhen gründungschancen, sichern fachkräftenachwuchs und legen den grundstein
für eine Unternehmensnachfolge.
Die ihK brachte daher auch 2013
mit ihrer Kampagne „ich mach mich
selbstständig!“ Schülern und Studierenden in Kurzveranstaltungen die
themen „Selbstständigkeit“ und
„Unternehmertum“ nahe. Dank des
engagierten ehrenamtes wurden
die Veranstaltungen 2013 erstmals
auch auf englisch angeboten und auf
hochschulen ausgedehnt.

Der letzte Sportwirtschaftsbericht
hat eindrucksvoll nachgewiesen,
dass der Wirtschaftsstandort Berlin
in großem Maße von der Sportstadt Berlin profitiert. Vor allem die
großen Sportvents beflügeln den
tourismus und unterstreichen das
image Berlins als weltoffene, gastfreundliche Metropole. Daher hat die
Berliner Wirtschaft in 2013 erfreut
vernommen, dass Berlin hochkarätige Sportveranstaltungen auch
für die nächsten Jahre akquirieren
konnte. Vor allem die Austragung des
fußball-Champions-league-finales
2015 wird wieder den weltweiten
fokus auf die Sportmetropole Berlin
richten. Den Stellenwert Berlins als
Sportstadt hat auch die Weltsportministerkonferenz MiNePS V verdeutlicht, die im Mai 2013 erstmals in
Berlin stattfand. fast schon folgerichtig wurde auch eine Berliner
Bewerbung um die Olympische Spiele
im vergangenen Jahr öffentlich diskutiert. Nach der gescheiterten Bewerbung Münchens wird diese Debatte
auch 2014 den Sport, die Politik und
die Wirtschaft beschäftigen. Der von
der ihK Berlin mitinitiierte expertenkreis Sport und Wirtschaft und seine
verschiedenen Arbeitskreise werden
diese Diskussion weiterhin aktiv
begleiten.

Berlins Kulturlandschaft schafft
Arbeitsplätze und Wachstum und
leistet einen nicht unwesentlichen ökonomischen Beitrag. So
geben sieben von neun touristen
an, dass sie wegen der reichhaltigen Kulturlandschaft Berlins in
die Stadt kommen und 85 Prozent
aller Museumsbesuche entfallen auf
touristen, deren Aufenthaltsdauer
in der hauptstadt im Durchschnitt
bei 4,2 tagen liegt. Kultur hat sich zu
einem hauptstädtischen Markenkern
entwickelt, den die ihK mit Podiumsdiskussionen, Ausstellungen, CharityAuktionen und dem filmpreis PAUlA
unterstützt. Auch befürwortet die
ihK eine ausgewogene Verteilung der
Mittel des hauptstadtkulturfonds zur
Unterstützung von theatern, Museen
und Opern. Dazu gehören aber auch
die Avantgarde/Subkultur und die
freie Szene, dem Nährboden für zeitgenössische Kunst, der neue Akzente
setzt und gerade im Zusammenspiel
mit Opern, theatern und Museen die
Stadt bereichert – kulturell und auch
ökonomisch. Beides baut aufeinander
auf, profitiert voneinander und gibt
der hauptstadt ihr Alleinstellungsmerkmal.

An die Zukunft gedacht
Nicht nur junge Unternehmen brauchen kluge Köpfe, auch etablierte
Unternehmen müssen feststellen,
dass es immer schwieriger wird,
einen Nachfolger für das eigene
Unternehmen zu finden. faktoren
wie die demografische entwicklung
oder der positive trend auf dem
Arbeitsmarkt schmälern den Markt
der potentiellen Übernehmer. Daher
hat die ihK im vergangenen Jahr ihr
engagement ausgeweitet und sensibilisierte durch spezielle Veranstaltungen, neue gesprächskreise und
Publikationen die Berliner Unternehmer, den generationenübergang
frühzeitig zu planen.

23

regiONAle WirtSChAftSfÖrDerUNg

WiSSeNSWerteS iN ZAhleN
Anlauf zum Wachstumssprung

Über dem Bundesdurchschnitt

160

6
5
4
3
2
1
0
-1
-2
-3
-4
-5
-6

140
IHK-Geschäftsklimaindikator für
ausgewählte Branchen in Berlin
basierend auf den einschätzungen
der Unternehmen zur aktuellen und
zur erwarteten geschäftsentwicklung
in der Konjunkturumfrage

120
100
80
60
40

Quelle: ihK Berlin, 01/2014

2009

2010
alle Branchen

2011
Industrie

2012

2013

Baugewerbe

2014
Handel

Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts in Berlin, Brandenburg
und im Bund
Veränderung gegenüber dem
jeweiligen Vorjahr in Prozent
(preisbereinigt)
Quelle: Volkswirtschaftliche gesamtrechnung
der länder, Stand: 09/2013

2001
Berlin

2003

2005

Brandenburg

2007

2009

Bund

2011

1. HJ
2013

Im Bundesländervergleich auf dem zweiten Platz
160

1,0

140

0,5
IHK-Geschäftsklimaindikator für
ausgewählte Branchen in Berlin
basierend auf den einschätzungen
der Unternehmen zur aktuellen und
zur erwarteten geschäftsentwicklung
in der Konjunkturumfrage

120
100
80
60
40

Quelle: ihK Berlin, 01/2014

2009

2010

alle Branchen
24

2011
Gastgewerbe

2012

2013

2014

Dienstleistungen

Touristik

0,0
-0,5

Bruttoinlandsprodukt der
Bundesländer im 1. Halbjahr 2013
Veränderung gegenüber dem 1. halbjahr 2012 in Prozent (preisbereinigt)

-1,0
-1,5
-2,0
-2,5
-3,0

Quelle: Volkswirtschaftliche gesamtrechnung
der länder, Stand: 09/2013

HH BE NE BY BW SH BB DE HB RP NW NI SN MV TH ST SL
BE Berlin | BB Brandenburg | BW Baden-Württemberg | BY Bayern | DE Deutschland | HB Bremen
HE Hessen | HH Hamburg | MV Mecklenburg-Vorpommern | NI Niedersachsen | NW Nordrhein-Westfalen
RP Rheinland-Pfalz | SH Schleswig-Holstein | SL Saarland | SN Sachsen | ST Sachsen-Anhalt | TH Thüringen

25

iNfrAStrUKtUr
Berlin will seine Potenziale als wachstumsstarke
Wirtschaftsregion ausschöpfen und wettbewerbsfähige
Arbeitsplätze in einer lebenswerten Stadt schaffen. Dafür
muss die Stadt ihre infrastruktur zügig ausbauen. eine
effektive Bauverwaltung, transparente Planungsprozesse
sowie eine verbindliche liegenschaftspolitik sind über das
Jahr 2013 hinaus entscheidende erfolgsfaktoren für private
und öffentliche investitionen.

27

iNfrAStrUKtUr

WirtSChAft iN Der
StADteNtWiCKlUNg POSitiONiert

Autofahrer, die täglich mindestens

1/2 Stunde
drei Tage

Der Berliner Senat entwirft das neue
Stadtentwicklungskonzept für das
Zieljahr 2030. in sogenannten Werkstätten und öffentlichen Stadtforen
mit fachleuten und Bürgern hat die
ihK Berlin gemeinsam mit anderen
Wirtschaftsvertretern erreicht, dass
in diesem Konzept der wirtschaftlichen entwicklung der Stadt eine
Schlüsselrolle zuerkannt wird. für alle
Branchen haben alle ihK-Ausschüsse
die forderungen der Wirtschaft zu
den jeweiligen Schwerpunkten der

Stadtentwicklung zusammengetragen und im November dem federführenden Stadtentwicklungssenator
Michael Müller übermittelt. Bis zur
fertigstellung des Konzepts in 2014
geht der Diskurs weiter.

Stadtprägende
Standorte mitgestaltet
Aktiv und erfolgreich hat sich die
ihK eingebracht, wenn es darum
ging, erfolgreiche Berliner Standorte
weiterzuentwickeln beziehungsweise

durch Berlin fahren, stehen pro Jahr
im Stau.
Auf dem Weg in die Zukunft:
Die IHK Berlin setzt sich für
neue Zukunftsstandorte ein
und arbeitet aktiv an der Verknüpfung von Wirtschaft und
Wissenschaft.

28

neue Perspektiven für Zukunftsstandorte aufzuzeigen. Als teilnehmer in
den entsprechenden gremien sowie
durch deutliche öffentliche Positionierung und Diskussion hat sich
die ihK unter anderem in Buch, am
ehemaligen flughafen tempelhof

und in Schöneweide für eine Zukunft
dieser Standorte eingesetzt. So
verkündete beispielsweise Wirtschaftsstaatssekretär henner Bunde
auf einer ihK-Podiumsdiskussion in
Berlin-Südwest den Durchbruch für
ein seit langem gefordertes technologie- und gründungszentrum, das
den Standort in die lage versetzen
wird, Synergien aus Wissenschaft
und Wirtschaft besser nutzen zu
können.

TXL ein weiteres Stück an
die Urban Tech Republic
herangebracht
2013 ist der Masterplan zur
weiteren entwicklung des Nochflughafens tegel zur Berlin tXl
Urban tech republic verabschiedet
worden. Beharrlich ist die Wirtschaft dafür eingetreten, dass hier
ein forschungs- und technologiestandort für Zukunftsindustrien
entstehen kann, der Wachstum auf
dem feld der wissensbasierten Urban
technologies verspricht. Damit der
Beuth-hochschule – deren Umzug
auf das Airportgelände bereits
feststeht – auch Wirtschaftsunternehmen ohne Zeitverzug folgen
können, wird sich die ihK weiterhin

29

iNfrAStrUKtUr
KOlUMNeNtitel

dafür stark machen, dass der Masterplan schnellstmöglich in die realität
umgesetzt werden kann.

Stadtautobahn auf der
Zielgeraden: Baubeginn
an der A 100
Mit dem Spatenstich zum 16. Bauabschnitt der A 100 im Mai 2013 wurde
eine langjährige forderung der ihK
erfüllt. Die Verlängerung der Berliner
Stadtautobahn A 100 nach treptow
ist das wichtigste Straßenbauprojekt
der hauptstadtregion. Sie schaff t die
für den Wirtschaftsverkehr dringend
benötigte Ost-West-Verbindung,
entlastet so die innenstadt und sorgt
für eine bessere erreichbarkeit des
neuen flughafens. Das Vorhaben
sichert auch Arbeitsplätze vor Ort.
für eine funktionsfähige und nachhaltige Straßennetzstruktur muss
langfristig der mittlere ring – auch in
form von Stadtstraßen – geschlossen
werden. Mit der Anmeldung des
17. Bauabschnittes der A 100 von
treptow nach friedrichshain für den
neuen Bundesverkehrswegeplan 2015
hat der Senat den forderungen der
Wirtschaft entsprochen.

Berlin bekennt sich zur
Tangentialen Verbindung Ost
2013 war für die tangentiale Verbindung Ost (tVO) ein gutes Jahr. Nach
vielen Diskussionen hat es im februar
die einigung auf eine trassenführung

30

östlich des Berliner Außenringes
gegeben. Damit ziehen nun nach der
Wirtschaft auch Senat und Bezirke
gemeinsam an einem Strang. ende
Mai hat der Senat den Bau der
wichtigen Stadtstraße dann offiziell
beschlossen. für das nun anstehende
Planfeststellungsverfahren werden
derzeit alle Vorbereitungen getroffen.
gemeinsam mit den Wirtschaftskreisen der drei involvierten Bezirke
hat die ihK erfolgreich argumentiert
und die Unternehmen über den
weiteren Weg für eine bessere Anbindung der östlichen gewerbegebiete
informiert.

Gemeinsame Leitungsauskunft über Baustellen
Berlins Wirtschaftsverkehr könnte
störungsfreier laufen und die Anlieger
geschont werden, wenn die zahlreichen Baustellen besser kommuniziert
und insgesamt schneller wieder
aus dem Straßenbild verschwinden
würden. Die private Wirtschaft hat
bereits Maßnahmen ergriffen, zum
Beispiel durch die Möglichkeit einer
gemeinsamen leitungsauskunft.
Jetzt gilt es, die Koordination von
Baumaßnahmen zu verbessern und
neue Kommunikationsformen in
der Praxis zu erproben. Um die teils
existenzbedrohenden Auswirkungen
von Baustellen auf gewerbetreibende
abzumildern, setzt sich die ihK bei der
Senatswirtschaftsverwaltung im soge-

%DXXQG
,PPRELOLHQZLUWVFKDIW

Rekordjahr der
Immobilieninvestments
2013 wurden auf dem Berliner
Immobilienmarkt 12,45 Milliarden
Euro umgesetzt, 15 Prozent mehr
als im Vorjahr. Berliner Wohnungen sind in Europa weiterhin
beliebt. Entsprechend sind die
Grundstücks- und Kaufpreise und
auch die Wohnungsmieten weiter
gestiegen. Der Wohnungsneubau in 2013 hat mit rund 7.000
zusätzlichen Einheiten stark
zugelegt. Bis 2016 werden allerdings jährlich 10.000 zusätzliche
Wohnungen benötigt. Die IHK
Berlin hat deshalb den Dialog mit
der Politik über die Beschleunigung
des Wohnungsneubaus intensiviert. Die Gewerbemieten sind
ebenfalls auf Wachstumskurs, die
Anforderungen an Vermieter und
Mieter beim Abschluss eines fairen
Gewerbemietvertrages sind gestiegen. Der Gewerbemietenservice
der IHK Berlin wurde entsprechend
ausgebaut. Die Jobperspektiven
in der Immobilienbranche werden
immer besser und gut ausgebildetes Personal immer wichtiger. Die
IHK Berlin wirbt für eine gezielte
Ansprache von Auszubildenden in
der Immobilienbranche.

nannten Ausschuss für räumungsbetroffene für finanzielle hilfen der
betroffenen Unternehmen ein.

Grenzüberschreitender
Verkehr nach Polen
„Steter tropfen höhlt den Stein“
besagt ein bekanntes Sprichwort.
Und auch die Beharrlichkeit der
industrie- und handelskammern
Berlin und Brandenburg macht
sich bezahlt. für eine wirtschaftlichere Nutzung der Wasserstraße in
richtung Ostsee fehlte die Anhebung
von zwei Brücken über die havelOder-Wasserstraße. Nach zahlreichen
Aktionen in den vergangenen zwei
Jahren, mit denen auf den Missstand
hingewiesen wurde, hat die Politik
2013 den Worten taten folgen lassen.
Der Bau der ersten neuen Brücke
bei eberswalde begann. Nach der
Anhebung beider Brücken wird ein
durchgängig zweilagiger Containerverkehr nach Stettin möglich sein,
wodurch viele Wassertransporte
erstmals rentabel werden.
Auch für die Schienenverbindung zu
den polnischen Nachbarn hat sich die
ihK stark gemacht. Auf einem sehr
gut besuchten deutsch-polnischen
Symposium hat die ihK die Vertreter
der zuständigen Ministerien mit
einem Argumentationspapier für den
Ausbau der grenzüberschreitenden
Bahnstrecken – insbesondere auf

den drei Korridoren nach Stettin,
Warschau und Breslau – sensibilisiert.
Die Arbeiten an der eisenbahninfrastruktur richtung Stettin und
in horka (richtung Breslau) haben
mittlerweile begonnen.

Durch kontinuierliche und
nachdrückliche Argumentation
seitens der IHK Berlin wird die
Zugverbindung nach Polen nun
ausgebaut.

Nord-Süd-Kooperation
ausgebaut
in der Nord-Süd-initiative setzt
sich die ihK Berlin für eine bessere
Verkehrsinfrastruktur zwischen Skandinavien und der Adria und für grenzüberschreitende Kooperationen ein.
rund 13.000 Mitgliedsunternehmen
wurden durch die 22 Partner der
Nord-Süd-initiative regelmäßig über
Neuigkeiten informiert – beispielsweise in den Bereichen logistik,
Umwelt und energie. 2013 konnten
neue Unternehmen und italienischdeutsche handelskammern als
Partner gewonnen werden. in der ihK

31

iNfrAStrUKtUr
KOlUMNeNtitel

Berlin diskutierten Unternehmen bei
Veranstaltungen zu Potenzialen in der
gesundheitswirtschaft und zu hochgeschwindigkeitstrassen zwischen
Norddeutschland und Skandinavien.
für die Umsetzung von lückenschlüssen im europäischen infrastrukturnetz organisierte die initiative einen
Parlamentarischen Abend in Brüssel.

Neue Wege in der Planungsbeteiligung beschritten
Mit ihrem Planungsbeteiligungsportal hat die ihK Berlin neue Wege
beschritten, um Planungsprozesse
noch transparenter zu machen.
entscheider der Wirtschaft werden
nun konkreter informiert und können
sich besser mit ihren Belangen
einbringen. Die ihK stärkt damit als
trägerin öffentlicher Belange die Position der Wirtschaft in den formellen
Planungsverfahren der Berliner
Verwaltung. Unternehmen können
sich zudem über Bürgerbeteiligungsangebote und weitere Mitwirkungsmöglichkeiten in Berlin informieren.
Über 100 Stellungnahmen im Sinne
der Berliner Wirtschaft werden
jährlich zu Bebauungs- und flächennutzungsplänen sowie Planfeststellungsverfahren für den infrastrukturausbau abgegeben. rund 2.000
Unternehmen wurden 2013 über eine
geplante bauliche entwicklung an
ihrem Standort und in der Nachbarschaft direkt informiert.

32

Weg zur Sanierung des Landwehrkanals ist endlich frei
Kurz vor Jahresende konnte im
Bundesverkehrsministerium nach
mehr als sechs Jahren des gemeinsamen Verhandelns der Abschluss
des bislang größten deutschen
Mediationsverfahrens zur Zukunft
des landwehrkanals gefeiert werden.
Über zwanzig Verbände, institutionen, Verwaltungen und Bürgerinitiativen haben darin vereinbart,
auf welche Weise der baufällige
denkmalgeschützte Kanal ab 2014
mit insgesamt rund 65 Millionen euro
Bundesmitteln saniert werden kann.
Die gemeinsam gefundene Sanierungsvariante ist rund 100 Millionen
euro günstiger als die ursprünglich
von der Verwaltung veranschlagte.
Der Kanal bleibt als wichtiger touristischer Anziehungspunkt – u. a. für die
fahrgastschiff fahrt – erhalten. Das
Mediationsverfahren ist trotz seiner
langen Dauer ein Beleg dafür, dass
durch einbeziehung des Mittelstands
Bürgerbeteiligung professionalisiert
werden kann.

Mit MittendrIn Berlin! laufend
Neues in den Zentren erlebt
gemeinsam mit dem land Berlin und
der privaten Wirtschaft sorgt die ihK
bereits seit 2005 dafür, dass Standortkooperationen der Berliner geschäftsstraßen und Kieze ihre kreativen
ideen zur Steigerung der Attraktivität

ihrer Standorte realisieren können.
2013 überraschten unter dem Motto
„laufend Neues erleben“ die Moabiter
turmstraße, die Altstadt Spandau
sowie die Kastanienallee im Prenzlauer
Berg ihre Besucher. Zur Umsetzung
dieser Projekte erhielten die Mittendrin-gewinner Preisgelder in einer
höhe von insgesamt 110.000 euro.

Gemeinsam mehr für
viele Quartiere erreicht
Die ihK begleitet und unterstützt
darüber hinaus mit ihrem Know-how
die Aktivitäten zahlreicher Standortkooperationen, zum Beispiel die
regionalmanagements in der City
West und in Schöneweide. hierbei
steht der Kooperationsgedanke
im Vordergrund. Die ihK ruft die
lokalen Akteure auf, sich gemeinsam
für den erfolg ihrer Standorte zu
engagieren, und gibt hinweise und
hilfestellungen zur erweiterung und
Pflege der Netzwerke. 2013 wurde
auf politischer ebene die einführung
eines sogenannten Business-improvement-District-gesetzes diskutiert,
mit dessen hilfe Projekte zur Standortaufwertung durch die privaten
eigentümer umgesetzt werden
sollen. Die ihK hat die Diskussion
aufgenommen und Politiker, händler
und eigentümer zum öffentlichen
Meinungsaustausch eingeladen.

WiSSeNSWerteS iN ZAhleN
Neuer Rekord: Über 26 Millionen Fluggäste in Berlin
30.000.000
25.000.000
20.000.000
15.000.000
Entwicklung der Fluggastzahlen in
Berlin in den letzten zehn Jahren

10.000.000
5.000.000
0

Quelle: Arbeitsgemeinschaft
Deutscher Verkehrsflughäfen 01/2014

2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013
Anzahl Fluggäste in Berlin

Bemerkenswerter Anstieg der Fluggastzahlen in Berlin
60.000.000
50.000.000

+13,6

%

40.000.000
30.000.000
+ 44,4

20.000.000
10.000.000
0

+ 77,0

%

%

+ 13,6

%

Entwicklung der Fluggastzahlen der
vier größten Flughafenstandorte in
Deutschland, 2004 und 2013 im
Vergleich
Quelle: Arbeitsgemeinschaft
Deutscher Verkehrsflughäfen 01/2014

Berlin
2004

Frankfurt

München

Düsseldorf

2013
33

hAUShAlt UND WettBeWerB
Die Debatten um Steuererhöhungen und neue Steuern
dominierten die Schlagzeilen des Jahres 2013 und den
Bundestagswahlkampf. Die ihK Berlin hat die wirtschaftsfeindliche Wirkung von höheren und neuen Steuern klar
benannt. Denn trotz der Mindereinnahmen des Berliner
haushalts, verursacht durch die Bevölkerungsergebnisse
im Zensus, sprudelten Steuereinnahmen und Schulden
wurden getilgt. eine erhöhung der grunderwerbsteuer und
die einführung der City tax wurden trotzdem beschlossen.

35

hAUShAlt UND WettBeWerB

Pro einwohner zahlte Berlin 2012

626 Euro
Zinsausgaben

411 Euro

Investitionsausgaben

SteUerPOlitiSChe VerNUNft Siegt –
leiDer NUr teilWeiSe
Anfang des Jahres 2013 zeichnete sich
ab, dass die bisherige Opposition im
Bundestagswahlkampf mit forderungen nach Steuererhöhungen und
neuen Steuern beim Wähler punkten
wollte. SPD und BÜNDNiS 90/Die
grÜNeN schrieben sich eine Wiederbelebung der Vermögensteuer beziehungsweise Vermögensabgabe und die
erhöhung des Spitzensteuersatzes bei
der einkommensteuer auf 49 Prozent
auf die fahnen. Außerdem stand auf
ihrer Agenda: die Ausweitung der
erbschaftsteuer, Verschärfungen in der
Unternehmensbesteuerung und die
einführung einer finanztransaktionssteuer. Die liNKe ging noch weiter und
forderte eine „Millionärssteuer“, bei der
Jahreseinkommen über eine Million
euro mit 75 Prozent versteuert werden
sollten. Auch wenn die Programme
der bisherigen Koalitionsparteien
ähnliche Substanzbesteuerungen nicht
vorsahen: Die deutsche Wirtschaft war
– nicht zuletzt wegen der schwachen
Umfragewerte der fDP – alarmiert und
in großer Sorge.

Berliner Haushalt
trotz Zensus solide
in Berlin beherrschte die Diskussion
um die City tax viele gespräche

36

zwischen Wirtschaft und Politik. Der
Senat verwies auf die Sanierungsvereinbarung mit dem Stabilitätsrat und
auf die Beteiligung von Besuchern an
der touristischen infrastruktur. Die
Wirtschaft warnte vor überbordender
Bürokratie und rechtsunsicherheit
aufgrund von Klagen in anderen
Bundesländern. Ungewollte Schützenhilfe gaben dem Senat die ergebnisse
der bundesweiten Volkszählung
2011, des sogenannten Zensus,
die ende Mai 2013 veröffentlicht
wurden. Berlin wurden 3,29 Millionen einwohner bescheinigt, 179.000
weniger als bislang angenommen. Das
bedeutet Mindereinnahmen von rund
470 Millionen euro pro Jahr aus dem
länderfinanzausgleich. Die Wirtschaft

Trotz Mindereinnahmen nach
dem Zensus hält der Senat an
den Rekommunalisierungsplänen fest.
hatte gehofft, dass mit dieser finanzierungslücke die rekommunalisierungspläne des Senats ad acta gelegt
werden. Bedauerlicherweise hielt
dieser – trotz des gescheiterten Volksentscheids – an den Plänen zur gründung eines Stadtwerks fest, vollendete
den rückkauf der Anteile an den
Wasserbetrieben und beteiligte sich
mit dem landesunternehmen Berlin
energie an den Konzessionsverfahren
sowohl für das Berliner Strom- als
auch für das gasnetz. Aufgrund der

37

hAUShAlt UND WettBeWerB
KOlUMNeNtitel

sprudelnden Steuereinnahmen wäre
sogar für eine erneute Schuldentilgung in höhe von rund 450 Millionen
euro noch luft gewesen. Berlin hat
damit seit 2007 knapp 1,5 Milliarden
euro seines Schuldenbergs getilgt. für
weniger Zinsen und mehr investitionen war also auch ohne neue oder
höhere Steuern luft.

Wirtschaft verhindert
Vermögensteuer
in die Debatte um die Wiedereinführung der Vermögensteuer hatte sich
die ihK-Organisation von Anfang an

Sorge vor neuen Steuererhöhungen auf Bundesebene:
Das IHK-Positionspapier zeigt
Wirkung und verhindert die Gefährdung von Arbeitsplätzen.

38

eingemischt. Sie hat die Nachteile für
die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen verdeutlicht und
auf die gefährdung von fast 500.000
Arbeitsplätzen hingewiesen. Denn
höhere Steuern bedeuten weniger
geld für investitionen. gleiches gilt
auch für die von der Opposition
geplante erhöhung der einkommensteuer. erfreulicherweise wurden die
mahnenden Worte der Wirtschaft
erhört. Die große Koalition verzichtete bewusst auf die von der SPD
geforderten Steuererhöhungen. Zu
dieser einsicht hat auch die ihK Berlin

beigetragen, die mit dem Positionspapier „Steuern klug steuern“ im
frühsommer 2013 deutlich Stellung
gegen diese wirtschaftsfeindlichen
Pläne bezogen hatte.

Vereinfachungen in der
Steuerpraxis erreicht

Schlüsselbranche für
digitale Innovation
Cloud, E-Commerce, Social
Business und Smart Technology:
Längst sind Informations- und
Kommunikationstechnologien (IKT)
fester Bestandteil des privaten
und geschäftlichen Alltags. Ihre
Bedeutung ist größer als je zuvor.
Denn die Querschnittstechnologien schaffen auch in anderen
Branchen Mehrwert und Wachstum und steigern deren Innovationsfähigkeit. Neue Geschäftsmodelle und Dienstleistungen in
der digitalen Wirtschaft führen
zu Diversifikation und Wachstum,
besonders in Berlin: Über 500
digitale Start-ups, ein starker und
innovativer Mittelstand mit gut
60.000 Beschäftigten sowie die
Niederlassung zahlreicher Global
Player machen die Stadt schon
heute zum Top-IT-Standort in
Deutschland. Das zeigte 2013 auch
die IHK Studie „Potenziale einer
Zukunftsbranche“. Mit Einrichtung
der neuen Koordinierungsstelle
Digitale Wirtschaft in 2013 fördert
die IHK Berlin die Vernetzung der
Branche und erhöht damit ihre
politische Schlagkraft.

für die Wirtschaft sind unbürokratische Besteuerungsverfahren
ebenso wichtig wie angemessene
Steuersätze. Die ihK-Organisation
hat sich daher auch 2013 für Vereinfachungen in der Steuerpraxis
eingesetzt. im rahmen des neuen
elStAM-Verfahrens, also der ersetzung der lohnsteuerkarte durch die
„elektronischen lohnsteuerabzugsmerkmale“ (elStAM), konnten für
die Abrechnung von Betriebsrenten
und einem aktiven Arbeitsverhältnis
Übergangsfristen erreicht werden.
Auch bei der reform des steuerlichen
reisekostenrechts konnten kleine
erfolge vermeldet werden. So wurden
auch durch den Austausch des
Berliner Arbeitskreises lohnsteuer mit
dem Bundesministerium für finanzen
(BMf) Klarstellungen und sachgerechte Praxisbeispiele in das maßgebliche BMf-Schreiben aufgenommen.
Die Umsetzung der reform zum
1. Januar 2014 wird vielen Unternehmen dadurch leichter fallen.

Gewerbesteuererhöhung
trotz Zensus kein Thema

in Berlin stand aber nie im raum.
Die erkenntnis des Senats, dass eine
gewerbesteuererhöhung den Wirtschaftsstandort Berlin nachhaltig
schaden würde, geht vor allem auf
die jahrelange Überzeugungsarbeit
der ihK Berlin zurück.

Senat beschließt City Tax
trotz Kritik der Wirtschaft
Schon im Koalitionsvertrag 2011
hatte der Senat die einführung einer
rechtssicheren City tax in Berlin
angekündigt. ihK Berlin und Branchenverbände haben den Senat von
Anfang an und auch im Jahr 2013
wiederholt zum Verzicht auf die
einführung dieser Bagatellsteuer
aufgefordert. Die City tax ist nicht
nur rechtlich problematisch, sondern
bedeutet für Beherbergungsbetriebe
immense Bürokratie; sie belastet vor
allem kleine und mittelständische
Unternehmen. leider waren die
begründeten rufe der Wirtschaft
vergebens: Seit dem 1. Januar 2014
ist die City tax, nunmehr Übernachtungssteuer genannt, in Berlin
realität.

Zum Ausgleich der Mindereinnahmen
aus dem länderfinanzausgleich
aufgrund der Zensus-ergebnisse
wurden einnahmesteigerungen von
der finanzverwaltung diskutiert,
eine erhöhung der gewerbesteuer

39

hAUShAlt UND WettBeWerB

WiSSeNSWerteS iN ZAhleN
Steuern wichtigste Einnahmequelle

Mehr als ein Fünftel Sozialhilfeausgaben
Politikbereich

Ausgaben in Mio. €

Anteile gerundet

Sozialhilfeausgaben

4.936

22 %

Schulen

2.679

12 %

Zinsausgaben

2.309

10 %

Pensionen

1.607

7%

Universitäten

1.428

6%

Polizei

1.162

5%

Kitas

1.149

5%

934

4%

Öffentliche Verkehrsmittel

924

4%

Justiz

808

4%

Kultur

720

3%

Wohnungsbau

582

3%

finanzämter

335

1%

Sport

291

1%

Steuereinnahmen steigen kontinuierlich

feuerwehr

237

1%

15

Gesamt

22.493 Mio. Euro

Steuereinnahmen 53%
Länderfinanzausgleich 14%
Allgemeine Zuschüsse von
Bundesebene 6%
Solidarpakt 6 %
Finanzierungssaldo 2%
Investitionshilfen 2%
Vermögen 0,4%
Sonstige Einnahmen 17%

Berliner Haushalt: Einnahmen 2013
Soll gemäß haushaltsplan
Quelle: Senatsverwaltung für finanzen Berlin,
06/2013

Allgemeine Verwaltung

Sonstiges

2.392

11 %

22.493

100 %

Berliner Haushalt: Ausgaben nach
Politikfeldern 2013
Soll gemäß haushaltsplan
Quelle: Senatsverwaltung für finanzen Berlin,
06/2013

12
9
Berliner Haushalt: Steuer- und
Gewerbesteuereinnahmen in
Milliarden Euro

6
3
0

40

Quelle: Steuerschätzung des Senats
11/2013, haushaltsplan, eigene Berechnungen

2009
2010
2011
Steuereinnahmen

2012
2013
Gewerbesteuer

2014

2015

41

StANDOrtfAKtOr VerWAltUNg
Die Berliner Verwaltung war auch 2013 im Umbruch: Mit
dem Modernisierungsprogramm „ServiceStadtBerlin 2016“
wurden gute ideen entwickelt, die dazu beitragen sollen,
die Verwaltung moderner, transparenter und serviceorientierter zu machen. fortschritte sind durchaus festzustellen. Wichtig ist aber vor allem auch, dass gute ideen von
den Verwaltungsmitarbeitern gelebt und als eigenes Ziel
anerkannt werden. Bis die Verwaltung zum Aushängeschild
Berlins wird, muss noch viel passieren.

43

StANDOrtfAKtOr VerWAltUNg

fOrtSChritte Bei
VerWAltUNgSMODerNiSierUNg

Das erlaubnisverfahren für Finanzanlagenvermittler (FAV) hätte bei der ihK Berlin

1/3 weniger

als bei den gewerbeämtern gekostet.
Bürokratieabbau und wirtschaftsfreundliche Verwaltung sind möglich.

44

Die Berliner Verwaltung hat im
zurückliegenden Jahr ihren Modernisierungsprozess fortgesetzt und
dabei durchaus fortschritte erzielt.
Auch dank der Verabschiedung
des e-government-gesetzes auf
Bundesebene gab es 2013 bessere
Serviceangebote und immer
mehr Onlineverfahren. Mit dem
e-government-gesetz wurde die
Schriftformerfordernis aufgehoben.
De-Mail und eiD-funktion sorgen
dafür, dass die Kommunikation
zwischen Unternehmen, zwischen
Unternehmen und ihren Kunden oder
auch mit der Verwaltung rechtssicher,
vertraulich und vor allem elektronisch
erfolgen kann. Das senkt nicht nur
Bürokratiekosten, es spart auch Zeit
und beschleunigt Antragsverfahren.
Zugleich wurden im Serviceportal
der Berliner Verwaltung etwa 25
wirtschaftsrelevante Antragsverfahren für die Onlineabwicklung
freigeschaltet – ein Anfang, an dem
man jedoch nicht stehenbleiben darf.
Verwaltungsverfahren wurden so
vereinfacht und die Wirtschaft von
unnötiger Bürokratie entlastet.
Die ihK Berlin hat in verschiedenen
gesprächen und Abstimmungsrunden
mit den zuständigen Senatsstellen

diverse Modernisierungsvorschläge
zur digitalen Weiterentwicklung
der Verwaltung unterbreitet. Dazu
gehören zum Beispiel die einrichtung
eines einheitlichen, webbasierten
Zugangs zu allen wirtschaftsrelevanten leistungen der Berliner
Verwaltung, die Ausweitung der
Onlineangebote um diverse hoheitliche Aufgaben der ihK und der
kostensparende, zentrale Betrieb der
erforderlichen technischen infrastruktur.

Bessere Serviceangebote und
Onlineverfahren erleichtern
Unternehmen die Kommunikation. Eine grundlegende
Reform der zweistufigen
Verwaltung steht jedoch
weiterhin aus.

eine grundlegende reform der
zweistufigen Verwaltung blieb
jedoch auch 2013 trotz erkennbaren
reformwillens in teilen der Verwal-

45

StANDOrtfAKtOr VerWAltUNg
KOlUMNeNtitel

tung aus. Mangelnde Befugnisse der
hauptverwaltung und ineffiziente
Doppelstrukturen in den Bezirken
verhindern effizientes Verwaltungshandeln, was zum Beispiel zu einer
mangelhaften Personalausstattung
in den kommunalen Jobcentern
führt. Auch müssen auf Bezirksebene
Koordinationsaufgaben geleistet
werden, die eigentlich einer hauptverwaltung mit fachaufsicht zufielen.
Auf politischer ebene zeichnet sich
keine Mehrheit für weitreichende
reformvorhaben zur Umsetzung
einer einstufigen Verwaltung ab.
Komplizierte entscheidungswege und
unterschiedliche formalitäten in den
einzelnen Bezirken gehören damit
auch weiterhin zum erscheinungsbild
der Berliner Verwaltung.

Berliner Wirtschaft im Dialog
mit dem Normenkontrollrat
Der Nationale Normenkontrollrat
(NKr) unterstützt die Bundesregierung bei der Umsetzung ihrer
Maßnahmen auf den gebieten des
Bürokratieabbaus und der besseren
rechtsetzung. Der ihK Berlin bot
sich 2013 die gelegenheit, mit dem
Vorsitzenden des NKr, Dr. Johannes
ludewig, in einen Dialog zu treten
und aus Sicht der Berliner Wirtschaft
bundesweit relevante Punkte zum
Bürokratieabbau anzusprechen und
themen für die kommende legislaturperiode der Bundesregierung

46

in diesen Bereichen zu adressieren.
insbesondere die halbierung der
Aufbewahrungsfristen für steuerlich
relevante Unterlagen sowie verständlichere und knappere formulierungen
im formularwesen wurden angemahnt.

Dienstleistungen
aus einer Hand
Die Kontaktzahlen und Angebote
der Behördenrufnummer 115, bei
der zahlreiche leistungen von Bund,
ländern und Kommunen in Anspruch
genommen werden können, steigen
bei gleichzeitig hoher Kundenzufriedenheit. Auch der einheitliche
Ansprechpartner (eA) wird nach langwierigen Anlaufschwierigkeiten von
immer mehr Unternehmen genutzt.
Wenn beim eA die im Koalitionsvertrag vereinbarte integration des ihKStarterCenters gelänge, könnten auch
die zahlreichen Berliner gründer vom
Nutzen des Dienstes profitieren.

Vorschläge zum Personalmanagement definiert
Die Berliner Wirtschaft sorgt sich
angesichts von Überalterung und
hohen Krankenständen um die
Zukunftsfähigkeit der Berliner
Verwaltung. Die ihK Berlin hat die
Politik wiederholt aufgefordert
gegenzusteuern. Dabei muss das rad
nicht immer neu erfunden werden:
im 2013 veröffentlichten Positions-

Ein neuer Kompass für
eine wachsende Branche
Auch 2013 hat sich das Wachstum der Gesundheitswirtschaft
fortgesetzt. Mehr als 300.000 Beschäftigte in 6.000 Unternehmen
zeigen, dass die Branche in immer
neue Dimensionen vorstößt. Es war
höchste Zeit, die Wirtschaftsförderung anzupassen und den neuen
Masterplan neu zu gestalten – eine
Aufgabe, an der die IHK aktiv mitgewirkt hat. Neben der Vernetzung
von Wirtschaft und Wissenschaft,
die auch für den neuen Clustersprecher Prof. Walter Rosenthal
einen besonderen Schwerpunkt
seiner Tätigkeit darstellt, widmete
sich die IHK unter anderem der
Verbesserung von Rahmenbedingungen für die Unternehmensfinanzierung – vor allem der Zugang
zu Wagniskapital muss erleichtert
werden. Nicht zuletzt liegt auch in
einer kontinuierlichen Fachkräftesicherung ein Schlüssel für den
weiteren Erfolg der Branche. Hier
sorgte die IHK mit der Fachkräftemesse „Gesundheit als Beruf“ oder
der „Job Recruitment Initiative Medizintechnik“ für Unterstützung.

papier „erfolgreiches Personalmanagement – Aus guten Beispielen
lernen“ hat die ihK Berlin gute
Beispiele aus der Verwaltungspraxis
für vordringliche handlungsfelder des
Personalmanagements aufgezeigt. An
erster Stelle muss ein strategisches
Personalbedarfskonzept stehen, das
berücksichtigt, welche Aufgaben
Bezirke und hauptverwaltungen wie
erledigen sollen. für den erfolg eines
umfassenden Personalmanagements
ist die einsetzung eines Personalvorstandes der Berliner Verwaltung
unverzichtbar. Personalmanagement
muss auch in der Verwaltung Chefsache sein und so behandelt werden.

Schneller zum Recht kommen
Wie können „überlange Zivilverfahren“ verkürzt werden? Wichtig ist
insbesondere eine gute Kommunikation zwischen gericht und Sachverständigen. Um diese anzustoßen
und zu fördern, organisierte die
ihK treffen mit dem Kammergericht und dem landgericht Berlin, in
denen gute ideen zur Optimierung
der Zusammenarbeit von richtern
und Sachverständigen gesammelt
wurden. Schneller als bei gericht
kann man mitunter auch bei einer
außergerichtlichen einigung zu
seinem recht kommen. Die ihK hat
dafür eine neue „Schlichtungsstelle
für die Berliner Wirtschaft“ eingerichtet. Die Schlichtungsstelle ist

Um langwierige Gerichtsverfahren zu vermeiden und
schneller zu einer Einigung
zu gelangen, hat die IHK die
„Schlichtungsstelle für die
Berliner Wirtschaft“
eingerichtet.
auf die Belange der Berliner Unternehmen zugeschnitten und verhilft
in kurzfristig anberaumten Verfahren
kostengünstig zu einer gütlichen
einigung mit dem geschäftspartner.
Weiterer Vorteil: Nachhaltige
lösungen tragen zum erhalt der
geschäftsbeziehungen bei.

47

ArBeitSMArKt
UND fAChKrÄfte
fachkräfte aus dem in- und Ausland zieht es nach
Berlin. Das stärkt die Berliner Wirtschaft. Die Wirkung
der hauptstadt als fachkräftemagnet ist aber kein
Selbstläufer. Wirtschaft und Politik müssen kontinuierlich
daran arbeiten, die Attraktivität der Stadt zu erhalten und
auszubauen. Denn gute fachkräfte sind mobil und flexibel.

49

ArBeitSMArKt UND fAChKrÄfte

fAChKrÄfteeNgPÄSSe
iN Der hAUPtStADt

20.000

Jugendliche haben 2013 die Tage der Berufsausbildung und Last-minute-Börse besucht.

fachkräftemangel ist bereits vielerorts spürbar. Der ihK-fachkräftemonitor prognostiziert der Berliner
Wirtschaft für 2013 über alle Qualifikationen und Wirtschaftszweige
hinweg einen fachkräfteengpass in
höhe von 59.000 Personen: Berlin
fehlen laut Prognose 11.000 Akademiker. Zu diesen kommt noch einmal
ein fachkräfteengpass von 48.000
beruflich Qualifizierten hinzu.
Die fachkräftesicherung ist daher für
die Berliner Wirtschaft eine herausforderung mit vielen facetten: von
A wie Ausbildung bis Z wie Zuwanderung. erfolg werden zukünftig nur
die Unternehmen haben, die eine
mitarbeiterorientierte Personalpolitik
verfolgen und dabei schon heute
im Auge haben, welche fachkräfte
mit welchen Qualifikationen morgen
gebraucht werden. Vielfältige Belegschaften, Mitarbeitergesundheit,
eine ausgewogene Balance zwischen
familie und Beruf sowie die eigene
Ausbildung von fachkräften sind
dabei Schlüsselthemen.
Bis ende 2013 haben in Berlin 8.776
junge Menschen eine betriebliche
Ausbildung in industrie, handel und

50

Dienstleistung begonnen – rund
6,7 Prozent weniger als im Vorjahr.
An mangelnden Ausbildungsplatzangeboten hat es nicht gelegen.
Vielmehr hat sich damit die Situation weiter verschärft, dass Unternehmen ihre Plätze nicht besetzen
können. Dies stellt alle Akteure vor
die große herausforderung, sowohl
leistungsschwächere Jugendliche
beim einstieg in Ausbildung zu
unterstützen als auch die duale
Ausbildung bei Abiturienten noch
stärker zu bewerben. Die ihK Berlin
unterstützte Unternehmen deshalb
bei der fachkräftesicherung entlang
der gesamten Bildungskette.

erwerbstätige. Unterstützt wurde
diese positive entwicklung durch
die enge Zusammenarbeit der ihK
Berlin mit der regionaldirektion
Berlin-Brandenburg im rahmen
des „Zukunftsprogramms BerlinBrandenburg“. Die ihK beriet darüber
hinaus auch 2013 regelmäßig den
Senat und alle Berliner Jobcenter
hinsichtlich der gestaltung und
Umsetzung arbeitsmarktpolitischer
instrumente. ebenso beteiligte sich
die ihK an dem Projekt „Optimierung der Verfolgung und Ahndung
von Schwarzarbeit im land Berlin“,
welches teil des Modernisierungsprogramms „ServiceStadtBerlin 2016“ ist.

Arbeitslosigkeit bekämpft

gerade die seitens der ihK stets
geforderte Konzentration auf den
ersten Arbeitsmarkt hatte zur
Konsequenz, dass Arbeitssuchende
immer seltener in oft wirkungslosen Beschäftigungsmaßnahmen
auf dem zweiten Arbeitsmarkt
„geparkt“ werden. Wie von der ihK
gefordert, wird die förderung von
Arbeitssuchenden durch die öffentliche hand nun streng am erfolg
beziehungsweise Misserfolg der
eingliederungschancen gemessen.
Durch das strenge Controlling und

Der Berliner Arbeitsmarkt macht auf
der Überholspur Boden gut. erstmals
seit über 20 Jahren wurde im Verlauf
des Jahres 2013 die Marke von
200.000 Arbeitslosen unterschritten.
immer öfter gibt Berlin die rote
laterne im ländervergleich ab. Die
strukturelle Arbeitslosigkeit reduziert
sich stetig. Außerdem bleibt Berlin
Spitzenreiter beim Aufbau sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung.
Seit 2005 stieg deren Zahl von rund
1,0 Millionen auf über 1,2 Millionen

51

ArBeitSMArKt UND fAChKrÄfte
KOlUMNeNtitel

die starke Praxisorientierung gelingt
es immer häufiger, Arbeitssuchenden
die Chance zu bieten, sich in richtigen
Unternehmen zu beweisen – die
nachhaltigste und beste form der
Arbeitsmarktförderung

Fachkräftebedarf aufgedeckt
Die ihK Berlin hat ihr Angebot
ausgeweitet, um Unternehmen bei
der fachkräftesicherung zu unterstützen. Ausgangsbasis hierzu ist
das fachkräfteportal der ihK Berlin.
ein Bestandteil des Portals ist der
aktualisierte und weiterentwickelte
fachkräftemonitor, der eine Prognose der fachkräftenachfrage und
des -angebotes bis in das Jahr 2030
ermöglicht. Darüber hinaus ist das
Portfolio um den neuen ihK Demografierechner ergänzt worden. Der
Demografierechner ermöglicht es
Unternehmen, eine Altersstrukturanalyse ihres Personals vorzunehmen
und ersatzbedarfe bis in das Jahr
2030 zu veranschaulichen.

Matchingaktivitäten
ausgebaut
Die ihK Berlin legte bei ihren Ausbildungsprojekten verstärkt den fokus
darauf, Betriebe und Bewerber
passgenau zusammenzubringen
(Matching). für die last-minuteBörse für Ausbildungsplätze ende
September hatte die ihK Berlin
insgesamt 8.000 Ausbildungsbe-

52

triebe angeschrieben und so nach
Ausbildungsbeginn noch einmal
610 last-minute-Ausbildungsplätze
eingeworben. Die tage der Berufsausbildung und die Messe vocatium
fanden 2013 erstmals zweimal im
Jahr statt: insgesamt besuchten
20.000 Jugendliche beide Veranstaltungen.

Attraktivität
der Ausbildung gestärkt
Jugendlichen steht heute eine breite
Palette von Karrierewegen offen.
eine duale Berufsausbildung ist
dabei nicht mehr automatisch die
erste Wahl. Mit der Meisterfeier der
Berliner Wirtschaft, der Bestenehrung
und dem Wettbewerb „Berlins beste
Ausbildungsbetriebe“ macht die ihK
Berlin erfolgreiche Karrierebeispiele
der dualen Ausbildung und der
Weiterbildung öffentlich. Mit der
Kampagne „Mit Bildung nehmen Sie
jede hürde“ wirbt die ihK Berlin bei
Unternehmen und fachkräften für
ein besseres Weiterbildungsbewusstsein.
Die herausforderung lag 2013
darin, der Qualitätsentwicklung in
der Ausbildung neue impulse zu
verleihen. Mit dem Ausbilderfrühstück und der Ausbilderwerkstatt
wurden zu diesem Zweck zwei neue
formate entwickelt. Betriebsbesuche sind ein wichtiger Beitrag zur

Omni-Channeling:
Wachstumsstrategie
für den Handel
Der stationäre Einzelhandel in
Berlin verzeichnete 2013 wieder
ein Umsatzplus, im Gegensatz
zum nationalen und europäischen
Trend. Im Onlinehandel beschleunigte sich das Umsatzwachstum
weiterhin bundesweit. Sowohl die
Kundenwünsche nach verbesserten Serviceangeboten rund um den
E-Commerce als auch passende
Strategien für den Multikanalvertrieb beschäftigten die Handelsunternehmen. Auch 2013 organisierte die IHK Berlin vielseitige
Veranstaltungs- und Beratungsangebote für die Handelsbranche. Zum ersten Mal startete die
B2B-Messe „Regionale Produktbörse der IHK Berlin“. Hier präsentierten sich regionale Erzeuger und
Produzenten den Berliner Händlern
und Hoteliers. Mit einem Forum
förderte die IHK die Vernetzung der
Berliner Geschäftsstraßen. Ferner
konnte sich die IHK erfolgreich
für die frühzeitige Festlegung der
verkaufsoffenen Sonntage 2014 in
Berlin einsetzen.

Sicherung der Ausbildungsqualität.
2013 wurde die Anzahl der routinebesuche deutlich erhöht, um auftretende Probleme durch den einsatz
der Ausbildungsberater frühzeitig
lösen zu können. Die Schlichtungsstelle für Ausbildungsstreitigkeiten
hat in über 115 Verfahren versucht,
Vertragslösungen zu verhindern
und beide Seiten in richtung einer
weiteren erfolgreichen Zusammenarbeit zu beraten. Die Organisation
der Prüfungen in der Aus- und
Weiterbildung sowie der Sach- und
fachkunde gehört zu den wichtigsten
Aufgaben der ihK. Sie ist nur mit
dem ehrenamtlichen engagement der
rund 3.000 Prüferinnen und Prüfer
möglich. ein höhepunkt war 2013
die dritte Prüferkonferenz, bei der
neben fachlichen foren langjährig
ehrenamtlich tätige Prüferinnen und
Prüfer geehrt wurden.

Fachkräftepotenziale
erschlossen
laut Berliner hochschulen haben
Studierende und Absolventen bei
Bewerbungen selten die kleinen und
mittelständischen Unternehmen
(KMU) im Blick. Andererseits wissen
KMU meist nicht, welche Programmvielfalt die Berliner hochschulen für
potenzielle Arbeitgeber parat haben.
Um hier Abhilfe zu schaffen, stellt
die ihK Berlin monatlich Projektformate der Career Services der Berliner

hochschulen Arbeitgebern vor.
Die Berliner Wirtschaft braucht gut
ausgebildete Menschen – egal aus
welchem land der Welt sie kommen.
in rund 2.000 gesprächen konnte die
ihK Berlin qualifizierte fachkräfte mit
im Ausland erworbenen Abschlüssen
aus mehr als 70 ländern über
Anerkennungsmöglichkeiten ihrer
ausländischen Berufe beraten. Um
über die Vorteile einer Anerkennung
zu informieren, startete die Arbeitssenatorin Dilek Kolat – zusammen
mit den Präsidenten der ihK Berlin
und der handwerkskammer Berlin, Dr.
eric Schweitzer und Stephan Schwarz
– eine gemeinsame Kampagne zur
Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen.

Der Fachkräftemangel bleibt
eine der großen Herausforderungen der Berliner Wirtschaft. Durch die Anerkennungsberatung ausländischer
Berufe und die Zusammenarbeit mit den Career Services
der Berliner Hochschulen
steuert die IHK aktiv gegen
den Fachkräftemangel an.

gute Chancen haben Unternehmen,
die sich einer offenen und vielfältigen
Personalpolitik verschreiben. Die ihK
hat deshalb die bessere integration

53

ArBeitSMArKt UND fAChKrÄfte

54

6,9

Arbeitslosenquoten in Berlin
und Deutschland in Prozent
Jahresdurchschnitt
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, 01/2014

2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013
Berlin

Deutschland

Arbeitslosenquote in Pankow am niedrigsten

16,2
13,1
9,6

9,8

9,8

10,4

10,6

10,8

13,2

13,3

14,3

Arbeitslosenquoten in den
Berliner Bezirken 2013 in Prozent
Jahresdurchschnitt

11,0

Quelle: regionaldirektion Berlin-Brandenburg
der Bundesagentur für Arbeit, 01/2014,
Neukölln

Reinickendorf

Spandau

FriedrhainKreuzberg

Mitte

MarzahnHellersdorf

eigene Berechnungen
Lichtenberg

20
18
16
14
12
10
8
6
4
2
0

TempelhofSchöneberg

Berlin gilt über die landesgrenzen
hinaus längst als attraktiver Ort zum
leben und Arbeiten. Der Ausbau der
Betreuungsinfrastruktur ist im Sinne
der besseren Vereinbarkeit von familie
und Beruf deshalb ein wichtiger
Standortfaktor. Die ihK Berlin hat sich
im rahmen ihrer Mitgliedschaft im
Berliner Beirat für familienfragen für
einen Ausbau der Kinderbetreuungsmöglichkeiten eingesetzt. Die stärkere
förderung betrieblichen engagements zur besseren Vereinbarkeit von
familie und Beruf hat die ihK Berlin
in Kooperation mit Partnern in einer
gemeinsamen Deklaration verankert.
fest etabliert hat sich außerdem
das quartalsweise stattfindende
Austauschforum „Unternehmenstreff
familie und Beruf“.

11,7

CharlburgWilmersdorf

von Mitarbeitern mit Migrationshintergrund zum Schwerpunkthema
gemacht. Die Arbeitsgruppe der
Unternehmerinnen und Unternehmer
ausländischer herkunft bot hierfür
ein ausgezeichnetes forum. Darüber
hinaus fand auf einer gemeinsam mit
der türkisch-Deutschen industrieund handelskammer (tD-ihK) durchgeführten Veranstaltung „Vielfalt in
Unternehmen als Chance“ ein reger
Austausch statt. ferner hat die ihK
Berlin zusammen mit der Senatsverwaltung für Arbeit die gemeinsame
Kampagne „frauen an die Spitze“
fortgeführt, um das Potenzial von
frauen für führungspositionen
aufzuzeigen und den Praxisaustausch
zu fördern.

Fachkräftebindung
unterstützt

Der trend aus dem Vorjahr setzt sich
fort: Die Qualifizierung für einen
Berufszugang als Arbeitnehmer oder
Arbeitgeber steht immer noch hoch
im Kurs, was die weiterhin erfreulich
hohen teilnehmerzahlen der unterschiedlichen Sachkundeprüfungen
und Unterrichtungen zeigen. Dies gilt
für die Prüfungen für das Bewachungsgewerbe, für freiverkäufliche
Arzneimittel, Versicherungs- und
finanzanlagenvermittler genauso
wie für das Verkehrsgewerbe – hier
vor allem für die Bus- und lkwfahrer. trotz eines Anstiegs um etwa
15 Prozent dürfte aber die lücke beim
zu erwartenden fahrerbedarf nicht
geschlossen werden.

20
18
16
14
12
10
8
6
4
2
0

TreptowKöpenick

Das Potenzial von Frauen für
Führungspositionen ist noch
nicht ausgeschöpft.

Arbeitslosenquote nimmt weiter ab

SteglitzZehlendorf

Sach- und Fachkundeprüfungen weiter stark
nachgefragt

WiSSeNSWerteS iN ZAhleN

Pankow

Die fachkräftebindung war auch
eines der hauptthemen der viel
beachteten Konferenz „Unternehmen als die neuen Bewerber“.
in zahlreichen foren präsentierten
Unternehmen ihre lösungen aus der
betrieblichen Praxis.

55

ArBeitSMArKt UND fAChKrÄfte

Kaufmann/-frau im Einzelhandel verteidigt Spitzenplatz

12.384

Kaufmann/-frau im
Einzelhandel 14%
Kaufmann/-frau für
Bürokommunikation 10%
Hotelfachmann/-frau 10%
Koch/Köchin 7%
Verkäufer/in 6 %
Bürokaufmann/-frau 6 %
Industriekaufmann/-frau 4 %
Bankkaufmann/-frau 4 %
Kaufmann/-frau im
Groß- und Außenhandel 3%
Immobilienkaufmann/-frau 3 %
sonstige kaufmännische
und sonstige Berufe 33 %

Prüfungen und Unterrichtungen haben zugenommen
Teilnehmer Prüfungen

Die zehn stärksten kaufmännischen
und sonstigen Ausbildungsberufe
bei der ihK Berlin im Jahr 2013
Quelle: ihK Berlin, 01/2014

Mechatroniker/-in 12 %

Zerspanungsmechaniker/-in 4 %
Chemielaborant/-in 3 %
Kraftfahrzeugmechatroniker/-in 3 %
sonstige gewerblichtechnische Berufe 33%
56

207

1.662

Waffenfachkundeprüfungen

65

Prüfungen Berufskraftfahrer

1.235

güterkraftverkehrsprüfungen

63

Prüfung der gefahrgutbeauftragten

44

Prüfungen für den handel mit
freiverkäuflichen Arzneimitteln

686

Versicherungsvermittler

596 Krankentransportprüfungen

18

taxi-/Mietwagenprüfungen

425

10

Omnibusprüfungen

Teilnehmer Unterrichtungen
Unterrichtungen im
gaststättengewerbe

1.340
637

Unterrichtungen im
gaststättengewerbe mit Dolmetscher
Unterrichtung für Aufsteller von
Spielautomaten

127
17

Teilnehmer an
Fachkundeprüfungen
und Unterrichtungen
im Jahr 2013
Quelle: ihK Berlin, 01/2014

Anzahl der Prüfungsteilnehmer hat sich in fünf Jahren mehr als verdoppelt

2.150

2.280

1.879

Elektroniker/-in 10%

Fachkraft Veranstaltungstechnik 4%

Sachkundeprüfungen im
Bewachungsgewerbe (schriftlich)

2.000

Industriemechaniker/-in 10%

Mediengestalter/-in für
Digital- und Print 4 %

finanzanlagenvermittler

2.500

Fachinformatiker/-in 13 %

4.497

2.099

Unterrichtungen im
Bewachungsgewerbe

Fachinformatiker/-in bleibt beliebtester gewerblich-technischer Ausbildungsberuf

IT-System-Elektroniker/-in 5 %

Prüfungen für gefahrgutfahrer ADr

1.500
Die zehn stärksten
gewerblich-technischen
Ausbildungsberufe
bei der ihK Berlin im Jahr 2013
Quelle: ihK Berlin, 01/2014

1.653
1.238

1.000
922

500
0

695

750

2005

2006

1.062

Teilnehmer/-innen an Prüfungen
für Ausbilder/-innen (AEVO)
Quelle: ihK Berlin, 01/2014

2007

2008

2009

2010

2011

2012

2013

Teilnehmer
57

WiSSeNSChAft UND
teChNOlOgietrANSfer
Der innovationsbericht Berlin 2013 belegt es einmal mehr:
Die Berliner Wirtschaft ist besonders innovativ. 57 Prozent
der Berliner Unternehmen haben während eines Jahres
neue Produkte oder Verfahren eingeführt. Angetrieben
wird das innovationsgeschehen in Berlin im gegensatz zu
anderen deutschen Standorten durch kleine und mittlere
Unternehmen, die zudem überdurchschnittlich häufig ihre
innovationsvorhaben mit Partnern angehen.

59

WiSSeNSChAft UND teChNOlOgietrANSfer

30 Ausgründungen
gingen 2013 aus den Berliner Universitäten hervor.

WiSSeNSChAft iSt
ZeNtrAler StANDOrtfAKtOr
Die Berliner Wirtschaft ist überdurchschnittlich innovativ, das sichert ihre
Wettbewerbsfähigkeit und schaff t
Wachstum und Beschäftigung. Das
war auch im Jahr 2013 grund genug
für die ihK Berlin, ihre Mitgliedsunternehmen gezielt zu unterstützen
– bei der entwicklung neuer Produkte
und Verfahren, bei neuen Ansätzen
der Unternehmensführung und nicht
zuletzt bei der Zusammenarbeit mit
der Wissenschaft. Denn die Wissen-

Erfreulich für den Wissenschaftsstandort Berlin:
Die Hochschulverträge für
2014 weiten den finanziellen
Rahmen der Hochschulen aus.

60

schaft ist eine wichtige Quelle für
unternehmerische innovation.

Starke Wissenschaft
für eine starke Wirtschaft
Die Berliner Wissenschaft ist der
zentrale Standortfaktor der hauptstadt. Mit 15 hochschulen in öffentlicher und 26 in privater trägerschaft sowie 52 außeruniversitären
forschungseinrichtungen ist der
Wissenschaftsstandort besonders

vielfältig und, wie beispielsweise
die Drittmittelstatistik belegt, auch
besonders leistungsfähig. Wichtig
ist daher, dass nicht nur die innovative Wirtschaft am Standort optimale rahmenbedingungen für ihre

entwicklung vorfindet, sondern dass
auch die Wissenschaft ihren nationalen Vorsprung weiter ausbauen
kann und dieses Potenzial der regionalen Wirtschaft zur Verfügung steht.

2013 – ein richtungsweisendes Jahr für die
Wissenschaft
für die Berliner Wissenschaft wurden
im Jahr 2013 wichtige Weichen
gestellt: Mit dem Abschluss der
hochschulverträge für die Jahre 2014
bis 2017 hat der Senat trotz angespannter haushaltslage Prioritäten
gesetzt und den finanziellen rahmen
der öffentlichen hochschulen
ausgeweitet – eine aus Sicht der
ihK Berlin erfreuliche entwicklung.
Zudem wurde das Berliner institut für
gesundheitsforschung als Kooperation von Charité Universitätsmedizin und Max-Delbrück-Centrum
für Molekulare Medizin gegründet.
Wissenschaftliche erkenntnisse
finden so nicht nur schneller eingang
in die medizinische regelversorgung,
durch die institutionelle Kooperation
von universitärer und außeruniversitärer forschung ist zudem ein
zukunftsweisender forschungsraum
entstanden. Die Bündelung der

61

WiSSeNSChAft UND teChNOlOgietrANSfer
KOlUMNeNtitel

Kompetenzen bietet die Chance, ein
Wissenschaftszentrum von Weltrang
zu schaffen – ein gutes Beispiel für
die Sicherung wissenschaftlicher
exzellenz auch in anderen Disziplinen. Und gerade hier besteht
mittelfristig großer handlungsbedarf,
auch weil die exzellenzinitiative, mit
der der Bund exzellente universitäre
forschung unterstützt und von der
die Berliner Universitäten überdurchschnittlich stark profitieren, im Jahr
2017 auslaufen wird.

Forderungen der
Wirtschaft aufgenommen
Mit dem Ziel, den Standortvorteil
Wissenschaft langfristig zu stärken,
hat die ihK die Position der Berliner
Wirtschaft in die politische Diskussion über der neuen hochschulverträge 2014–2017 eingebracht. Neben
der Sicherung der leistungsfähigkeit
der hochschulen sollten aus Sicht
der Wirtschaft von den hochschulverträgen beispielsweise Anreize
zur fachkräftesicherung und für
Kooperationen mit der Wirtschaft
ausgehen. Viele der forderungen aus
der Wirtschaft sind in die aktuellen
Verträge aufgenommen worden.
insbesondere wurde ausdrücklich
das Ziel formuliert, Kooperationen
mit der Wirtschaft, Career Services
und gründerzentren weiter auszubauen. Darüber hinaus wären
stärkere monetäre Anreize in diesen

62

Bereichen sowie bei der Ausbildung
in den MiNt-Disziplinen beziehungsweise von Studierenden mit beruflicher Qualifikation wünschenswert
gewesen.

Kooperationen von
Wirtschaft und
Wissenschaft befördert
Kooperation ist für Wissenschaft
wie für Wirtschaft ein Schlüssel zum
erfolg. Auf grundlage guter Beispiele
von den erfahrungen anderer zu
lernen und auf diesem Weg hürden
im Wissens- und technologietransfer
zu überwinden, ist ein anerkanntes
und bewährtes Vorgehen. Dazu
bedarf es funktionierender Netzwerke.
Das institut für Angewandte
forschung in Berlin (ifAf) als gemeinsame forschungseinrichtung der vier
Berliner fachhochschulen in öffentlicher trägerschaft hat sich hier in
den letzten Jahren zur erfolgsstory
entwickelt. Unter leitung des ihKehrenpräsidenten Werner gegenbauer
hat das Kuratorium in 2013 acht
neue Kooperationsprojekte auf den
Weg gebracht. insgesamt wurden 16
Projekte gefördert. Umso wichtiger ist
es, dass die weitere finanzierung des
instituts gesichert wird – auch hierfür
macht sich die ihK stark. Darüber
hinaus hat die ihK Berlin auch 2013
dem Austausch von Wissenschaft und
Wirtschaft eine Plattform geboten.

Produktiver Eckpfeiler
für die Zukunft Berlins
Die Industrie präsentierte sich
2013 als höchst aktives Standbein
der Berliner Wirtschaft: Jeder der
106.000 Beschäftigten erwirtschaftet durchschnittlich 81.500
Euro. Die Hauptstadt ist damit
einer der produktivsten Standorte
in Deutschland. Beschäftigte in der
Industrie verdienen rund ein Drittel
mehr als Arbeitnehmer in Dienstleistungsbranchen. Auch deshalb
müssen industrielle Produktion
und Forschung in der Metropole
Berlin möglich bleiben. Hierfür
stellt der Masterplan Industrie die
Weichen. Der besonderen Rolle der
Industrie als Querschnittsbranche
und Motor der wirtschaftlichen
Entwicklung müssen Zukunftsstrategien wie das Stadtentwicklungskonzept 2030, die Clusterpolitik oder das zu entwickelnde
Smart-Cities-Konzept Rechnung
tragen. Diese Themen stehen auch
zukünftig auf der Agenda der IHK
Berlin. Ein Dauerbrenner bleibt die
Akzeptanzfrage urbaner Produktion – die „Lange Nacht der Industrie“, an der die IHK Berlin mitwirkt,
zeigt, wie gut Berlin und Industrie
zusammenpassen.

etwa bei dem von ihr mitveranstalteten treffpunkt Medizintechnik oder
auf dem t³-technologietransfertag
Berlin Brandenburg. ein gerade in
Berlin sehr wichtiger Weg des technologietransfers sind die Ausgründungsaktivitäten aus der Wissenschaft. Den gründungsservices der
Berliner hochschulen kommt hier
eine wichtige rolle zu. Die ihK Berlin
setzte sich auch 2013 für bessere
rahmenbedingungen ein.

Unternehmerische
Innovationsfähigkeit gestärkt
Praxisorientierte Serviceangebote
zur Stärkung der unternehmerischen
innovationsfähigkeit treffen bei den
Unternehmen auf hohe Nachfrage.
Dies belegte beispielsweise der Qualitätstag Berlin-Brandenburg im BMW
Werk Berlin, bei dem unterschiedliche
Ansätze der qualitätsgesicherten
Produktion diskutiert wurden und
Unternehmensbeispiele Orientierung
boten.
ein weiterer Baustein für einen
erfolgreichen innovationsprozess
sind gut ausgebildete Mitarbeiter. Sie
zu entwickeln und ihre leistungsfähigkeit zu erhalten, ist eine zentrale
unternehmerische Aufgabe. im
rahmen des Best-Practice-Wettbewerbs „Potenzial Mitarbeiter – Unternehmen machen Zukunft“ konnten
ihK, AOK Nordost und Senat vier

Unternehmen auszeichnen, die mit
ihren Strategien beispielgebend für
eine mitarbeiterorientierte Unternehmenskultur sind.

Informationsangebot zu
Schutzrechten erweitert

Eine Unternehmenskultur,
die mitarbeiter- und teamorientiert ist, fördert den
Innovationsprozess und die
Leistungsfähigkeit.

ein passgenauer Schutz unternehmerischer innovationen stellt eine
zentrale Voraussetzung dafür dar,
entwicklungskosten am Markt zu
amortisieren. Um ihren Mitgliedern
hierbei eine erste Orientierung zu
bieten, hat die ihK eine monatliche
Sprechstunde zu gewerblichen
Schutzrechten in Kooperation mit
der Patentanwaltskammer und dem
Deutschen Patent- und Markenamt
eingerichtet.

63

UMWelt UND reSSOUrCeN
Die energiewende war nicht umsonst eines der großen
themen des Bundestagswahlkampfes 2013. Dabei hat der
Umbau des energiesystems gerade erst begonnen. Berlins
Wirtschaft ist für diesen Wandel gerüstet – die Unternehmen investieren viel in energieeffizienz und erneuerbare
energien. Wichtig ist, dass ihre Sorgen und Wünsche in der
Diskussion über Stromnetze, Stadtwerk und energiewende
insgesamt sichtbar bleiben. Dafür hat sich die ihK auch
2013 eingesetzt.

65

UMWelt UND reSSOUrCeN

eiN VOlKSeNtSCheiD SetZt
Die hAUPtStADt UNter StrOM

in Berlin liegen mindestens

3,6 Mio. alte Handys in

den Schubladen. Aus dem daraus zurückgewonnenen
Kupfer ließe sich ein telefonkabel von

Berlin bis nach New York spannen.
Ungenutzte Potenziale und Ressourcen zu erschließen war auch 2013 eine Aufgabe der IHK Berlin.

66

Selten stand ein Jahr so im Zeichen
der energiepolitik wie 2013. höhepunkt war zweifellos der Volksentscheid zur rekommunalisierung
im November. Der Volksentscheid
ist gescheitert – dennoch wird die
rekommunalisierung Berlin auch
zukünftig unter Strom halten. Dabei
hat die intensive Begleitmusik
gezeigt: energiepolitik ist immer
wieder für Aufregung gut. Dafür, dass
sie auch 2014 eine wichtige Stimme
im politischen Konzert spielen wird,
sorgt bereits das Beihilfeverfahren
der europäischen Kommission zum
erneuerbare-energien-gesetz (eeg).
insbesondere die Ausnahmeregelungen für stromintensive Betriebe
stehen dabei im Brennpunkt.
für die Wirtschaft heißt es also,
wachsam zu bleiben. Nach dem
jüngsten deutschlandweiten ihKenergiewende-Barometer befürchtet
ein Viertel der in Berlin befragten
Unternehmen – bei der industrie
sogar mehr als die hälfte –, dass
sich die energiewende negativ auf
ihre Wettbewerbsfähigkeit auswirken
wird. Dabei zeigen die Zahlen auch:
immer mehr Berliner Unternehmen
nehmen ihre Verantwortung für die

energiewende wahr. Der Anteil der
Unternehmen, die in energieeffizienzmaßnahmen investieren oder
dies planen, stieg in Berlin im Jahr
2013 von 54 auf 63 Prozent. Und die
energieversorgung wird dezentraler.
Jedes dritte Berliner Unternehmen
setzt bereits auf eine eigene, erneuerbare energieversorgung. Weit über
die energiewende hinaus schickt sich
die gesamte Branche der Umweltund energietechnik in der hauptstadt
an, ihren Spitzenplatz zu behaupten.
für den Wirtschaftsstandort Berlin
ist die green economy ein Aushängeschild. Mehr als 75.000 Beschäftigte
in 6.200 Unternehmen tragen schon
heute erheblich zur wirtschaftlichen
entwicklung der hauptstadt bei. Mit
welchen instrumenten es gelingen
kann, die green economy in der
hauptstadt nachhaltig zu stärken
– auch dies hat die ihK Berlin 2013
aufgezeigt.

Volksentscheid,
Netze, Stadtwerk
2013 war Berlins Jahr der energie.
Doch schon vor dem Volkentscheid
hatte das land die Neuvergabe der
Konzessionen für das Strom- und
gasnetz in Angriff genommen. Das

Ziel: eine Vergabe der Konzession
für das gasnetz bis zum 1. Januar
2014 und für das Stromnetz bis zum
1. Januar 2015. Das land bewirbt
sich dabei mit seinem landeseigenen
Betrieb Berlin energie. gleichzeitig
wurde 2013 intensiv über die gründung eines Stadtwerks diskutiert,
das schließlich im Oktober durch
das Abgeordnetenhaus auf den Weg
gebracht wurde.
Wichtige fragen bleiben offen: Wie
viel energiepolitik kann das Stromnetz verkraften? Was bringt das
Stadtwerk? Bekommt die energiewende neuen Schwung durch
Stadtwerk und Netz? hier ist aus
Wirtschaftssicht noch vieles im
Dunkeln. Auch deshalb erhebt die ihK
mahnend das Wort in der Debatte
um Volksentscheid und rekommunalisierung. gemeinsam mit 15
Partnern aus Kammern, Verbänden,
Vereinen, gewerkschaften, ingenieuren und Steuerzahlern positionierte
sich die ihK im Oktober 2013 im
„faktenbündnis Stromentscheid“ zur
rekommunalisierung. Dabei stellte
das Bündnis insbesondere das finanzielle risiko des Netzkaufs sowie den
mangelnden energie- und klimapoli-

67

UMWelt UND reSSOUrCeN

tischen Nutzen in den Vordergrund.
Der Volksentscheid scheiterte, weil
die erforderliche Zahl der Ja-Stimmen
nicht erreicht wurde. Über 1,7 Millionen Berliner lehnten das Vorhaben
des energietischs ab oder blieben der
Abstimmung gleich ganz fern. für die
ihK ein wichtiges Zeichen dafür, dass
wesentliche fragen bei der rekommunalisierung ungeklärt sind. Wichtig
ist nun, dass die Berliner Politik das
laufende Konzessionsverfahren
diskriminierungsfrei und transparent
fortführt. Dass für die Kommunen
an diesen Kriterien kein Weg vorbeiführt, hat der Bundesgerichtshof zum
Jahresausklang 2013 noch einmal
sehr deutlich unterstrichen.

Energiewende – für und
mit Unternehmen umgesetzt
Die herausforderungen auf dem Weg
zu einer nachhaltigen energieversorgung sind groß – und lassen sich nur
im Schulterschluss zwischen Politik,
Wirtschaft und gesellschaft lösen. Die
Unternehmen der hauptstadt zeigen
dabei, wie die energiewende mit innovativen lösungen und freiwilligem
engagement angegangen werden
kann. Nicht umsonst betreiben in
Berlin mehr Organisationen ein freiwilliges Umweltmanagementsystem
nach dem anspruchsvollen europäischen eMAS-System als in München,
hamburg, Paris oder london. Auch
2013 konnten Berliner Unternehmen

68

dabei auf die ihK zählen. in deren
Aktionsbündnis „Stadtvertrag
Klimaschutz“ oder dem Wettbewerb
„KlimaSchutzPartner des Jahres“
haben Bürger und Unternehmen ihre
leistungen für Klimaschutz und energieeffizienz zum Ausdruck gebracht.
Die Auszeichnung zum „Klimaschutzpartner des Jahres“ hat sich alljährlich
als führender Preis für Klimaschutz in
der hauptstadt etabliert.
Als besonders effektiv im Umgang
mit den themen energieeffizienz und
Klimaschutz haben sich Unternehmensnetzwerke bewährt. Auch in
Berlin: Nach drei Jahren hat der von
der ihK initiierte energieeffizienztisch Berlin im Oktober 2013 seine
erfolgsbilanz vorgelegt. Die zwölf
Unternehmen des Netzwerkes
konnten ihre energieeffizienz um 6,3
Prozent steigern und ihre CO2-emissionen um 27 Prozent verringern. Auf
Basis dieser positiven erfahrungen
hat sich Anfang 2013 ein neues energieeffizienznetzwerk unter Schirmherrschaft der ihK Berlin gegründet –
der energieeffizienz-tisch Berlin plus.
Auch in der direkten Beratung der
Berliner Unternehmen setzt sich die
ihK für einen sparsamen Umgang mit
energie und rohstoffen ein. Beispiele
sind das bewährte instrument des
Vor-Ort-energiecoachings oder eine
Vielzahl von Veranstaltungen, in

Kreativ und innovativ
auf der Überholspur
Der Wachstumstrend im Cluster
IKT, Medien, Kreativwirtschaft setzt
sich nachhaltig fort. So erwirtschafteten 2011 die rund 32.000
Unternehmen dieser Branche in
Berlin einen Umsatz von über 25,8
Milliarden Euro. Auch 2013 hat die
IHK Berlin dazu beigetragen, die
Situation für kreative Unternehmen zu verbessern. Der Ausschuss
Creative Industries hat eine SWOTAnalyse zu den Teilbranchen der
Kreativwirtschaft erarbeitet. Der
Arbeitskreis Immobilienwirtschaft/
Kreativwirtschaft beschäftigte sich
mit dem Thema kreative Stadtentwicklung und verbindet dabei die
wirtschaftlichen Interessen beider
Branchen. Weiterhin war die IHK
Partner bei der Berlin Music Week
und bei „be berlin: Deine Designidee für Berlin“, außerdem hat sie
sich gemeinsam mit Partnern auf
der bedeutenden Digital-Konferenz re:publica präsentiert. Hinzu
kamen zahlreiche weitere Veranstaltungen, beispielsweise zur
Filmwirtschaft, die Crowdlounge,
Design Transfer Bonus oder der
Medien Dialog, u. a. mit Senatskanzlei-Chef Björn Böhning.

denen konkrete Praxistipps vermittelt und gesetzliche Neuregelungen
diskutiert werden, zum Beispiel zu den
themen energieabgaben, dezentrale
energieerzeugung, quartiersbezogene
Wärmeversorgung oder emissionshandel. Mit der registrierung von
Berliner Organisationen, die die hohen
Anforderungen des europäischen
Umweltmanagementsystems eMAS
erfüllen, übernimmt die ihK Berlin
außerdem Verantwortung für ein
erfolgsmodell freiwilligen Umweltmanagements. Sechs neue Organisationen konnten 2013 für die implementierung von eMAS gewonnen werden.

Green Economy – ein
Aushängeschild für Berlin
grüne technologien sind eine
erfolgsgeschichte. Sie haben sich
schon lange von einem Nischendasein in den Mittelpunkt wirtschaftlicher Wachstumsstrategien vorgearbeitet. Analysen zeigen, dass der
globale Markt für Umwelttechnik und
ressourceneffizienz zwischen 2007
und 2010 trotz Wirtschaftskrise um
durchschnittlich 11,8 Prozent pro Jahr
gewachsen ist.
Von der Wachstumsdynamik grüner
leitmärkte wird die hauptstadt
zukünftig weiter kräftig profitieren.
Wie Berlin zu einem leuchtturm der
green economy werden kann, wenn
die rahmenbedingungen stimmen,

zeigt die ihK in ihrem Positionspapier
„ein Cluster green economy für die
hauptstadt“. Dafür muss die Stadt
unter anderem ihre Standortwerbung
für grüne Zukunftsorte intensivieren,
ihre Unterstützungsmaßnahmen
auf die Anwendung von Umwelttechnologien konzentrieren und die
rahmenbedingungen für umweltfreundliche Start-ups verbessern.
ihre Argumente hat die ihK 2013 mit
Politik, Unternehmen und Öffentlichkeit diskutiert und sich weiter für die
zielgerichtete Unterstützung dieser
Branche eingesetzt.

Auf dem Weg zum Leuchtturm
der Green Economy – Umwelttechnik und Ressourceneffizienz besitzen in Berlin eine
starke Wachstumsdynamik.

Gute Umwelt –
gute Wirtschaft
Berlins Wirtschaft ist seit Jahren
auf Wachstumskurs. Unternehmen
profitieren von den guten Standortbedingungen in der hauptstadt.
Dazu zählt auch, wie sehr Umweltpolitik und Verwaltungshandeln die

69

UMWelt UND reSSOUrCeN
KOlUMNeNtitel

WiSSeNSWerteS iN ZAhleN
Berlin in aller Munde

Die Novellierung des Berliner
Wasserrechts hat unmittelbaren Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit der Berliner
Unternehmen.
Anforderungen von Unternehmen
reflektieren. Wasserrecht, immissionsschutz oder Naturschutz sind
nur einige Stichworte, bei denen
umweltpolitische entscheidungen das
Umfeld von Unternehmen unmittelbar berühren. Auf der Agenda steht
derzeit die Novellierung des Berliner
Wasserrechts. Die darin enthaltenen
regelungen zu Wasserentnahmeentgelten, zur Dichtheitsprüfung von
grundstücksentwässerungsanlagen
oder wasserrechtlichen erlaubnisund genehmigungsverfahren haben
maßgeblichen einfluss auf die
Wettbewerbsfähigkeit der Berliner
Wirtschaft. Deswegen hat sich die
ihK in diesen Prozess frühzeitig im

70

Schulterschluss mit den betroffenen
Unternehmen eingebracht. Vor
der Novellierung des für die Stadt
bedeutenden landeswassergesetzes
wurden eckpunkte für ein wirtschaftsfreundlicheres Wasserrecht in
der Stadt entwickelt.
Um die rechtzeitige Berücksichtigung
der Anliegen von Unternehmen geht
es auch bei der immissionsschutzrechtlichen genehmigungspraxis.
gerade die genehmigungspraxis für
industrieanlagen muss fristgerecht,
serviceorientiert und praxisnah
gestaltet sein. gemeinsam mit Unternehmen und Verwaltung hat die ihK
Berlin die neuen europarechtlichen
Anforderungen aus der industrieemissionsrichtlinie, Konsequenzen
aus der aktuellen rechtsprechung
zu Störfallbetrieben sowie die
gegenwärtige genehmigungspraxis
diskutiert und zielgerichtete Maßnahmenvorschläge entwickelt.

Der Herbst 2013 brachte einmal
mehr einen üppigen Sterneregen
und höchste Auszeichnungen
für Berlins Köche. Berlin hat sich
damit endgültig zur kulinarischen
Hauptstadt gemausert. Die IHK
Berlin unterstützte diesen Trend
mit Weiterbildungsangeboten
und Veranstaltungen. Auch die
Tourismuszahlen sprachen 2013
wieder für sich: rund 27 Millionen
Übernachtungen von über elf
Millionen Gästen. Leider hat es
vor allem die Politik der Branche
2013 nicht leicht gemacht: Zum
Jahresende wurde die City Tax wider besseren Wissens beschlossen.
Das „Gesetz über das Verbot der
Zweckentfremdung von Wohnraum“ bedeutet für Berlins Ferienwohnungsanbieter eine höchst
ungewisse Zukunft. Nicht zuletzt
konnte es nur massiver Protest
den vielen Charterboot-Anbietern
ermöglichen, ihre Schiffstouren zumindest in 2013 weiter anzubieten.
Bei diesen Themen ist das letzte
Wort noch nicht gesprochen – am
Ende bleibt wohl viel Arbeit für die
Gerichte.

Berliner Unternehmen investieren in die Energiewende
Steigerung der Energieeffizienz
Bezug erneuerbarer Energien
Umfrage: Welche Maßnahmen
ergreift Ihr Unternehmen angesichts der Veränderungen in der
Energiewirtschaft und -politik?

Aufbau eigener erneuerbarer Energieversorgungskapazitäten
Aufbau eigener konventioneller Energieversorgungskapazitäten

Quelle: ihK-energiewendebarometer 08/2013

20 %

0%

40 %

bereits realisierte Maßnahme
geplante Maßnahme

60 %

80 %

100 %

bereits laufende Maßnahme
keine Maßnahme geplant

Die Berliner Umwelt- und Energiewirtschaft ist eine ernstzunehmende Wirtschaftskraft
Unternehmen

Umsatz in
Milliarden
Euro

2,4

2.020
23.004

21.858

2.312

Beschäftigte
30.588

9,6
5,2

Unternehmens-, Beschäftigungsund Umsatzverteilung
in der Berliner Umwelt- und
energiewirtschaft
Quelle: ihK Berlin; Bundesagentur für Arbeit
11/2012; Statistisches landesamt Berlin

1.889

Ver- und Entsorgung

Brandenburg 05/2012; eigene Berechnungen

Herstellung und
Dienstleistung

Baudienstleistungen
71

iNterNAtiONAliSierUNg
Der BerliNer WirtSChAft
Mit der zunehmenden internationalisierung der Berliner
Wirtschaft erhöht sich auch deren Anfälligkeit für die konjunkturellen Schwankungen der Weltwirtschaft, wie sie das
Jahr 2013 prägten. trotz eines voraussichtlichen rückgangs
der Berliner exporte gegenüber dem rekordjahr 2012 sind
die Berliner firmen in vielen Wachstumsmärkten der Welt
gut aufgestellt und werden ihre Produkte und Dienstleistungen in naher Zukunft wieder so stark wie zuvor in die
globale Wirtschaft einbringen können.

73

iNterNAtiONAliSierUNg Der BerliNer WirtSChAft

eXPOrt SAMMelt KrÄfte fÜr
DeN NÄChSteN WAChStUMSSChUB

im Jahr 2013 war die ihK Berlin auf

drei Länderreisen

und empfing insgesamt 150 entscheidungsträger aus

zehn Ländern.

74

Nach Jahren steigender exportzahlen
bewegte sich der Berliner Außenhandel im Jahr 2013 in schwierigeren
gefilden. Die Staatsschuldenkrise in
europa und die damit verbundenen
Strukturreformen, das nachlassende
Wachstum in den großen Schwellenländern sowie eine nur langsam
in die gänge kommende Konjunktur
in den USA lassen für das Jahr
2013 einen rückgang der Berliner
exporte im Vergleich zum Allzeithoch
des Vorjahres erwarten. Mit einem
Volumen von 10,7 Milliarden euro im
Zeitraum Januar bis Oktober liegen
die Berliner Ausfuhren jedoch immer
noch über den Vergleichswerten der
Jahre 2008 bis 2011.
Die liste der wichtigsten Berliner
exportmärkte wird weiterhin mit
großem Abstand von den USA (-14,6
Prozent im Vergleich zum Vorjahr)
angeführt, gefolgt von frankreich (+6,3 Prozent) und russland
(-2,4 Prozent), die ihre Positionen
tauschten. Mit einem beachtlichen
Zuwachs von 20,4 Prozent hat sich
Polen auf Platz vier der Berliner
Kernmärkte geschoben. Die Volksrepublik China behauptete trotz eines
rückgangs der Berliner Ausfuhren

um rund sieben Prozent den fünften
Platz. Die globalen Konjunkturperspektiven für das nächste Jahr sind
deutlich positiver. Da die Berliner
exportwirtschaft sich auch im Jahr
2013 in ausgewählten Wachstumsmärkten wie Südkorea oder Mexiko
weiterhin erfolgreich positioniert
hat und in den traditionell wichtigen Berliner Auslandsmärkten
europa und USA eine konjunkturelle Belebung absehbar ist, ist für
den Berliner export insgesamt eine
fortsetzung des Aufwärtstrends der
Vorjahre zu erwarten. Zudem bleiben
nach einschätzung der deutschen
Auslandshandelskammern (AhK)
unter anderem die Branchen Umwelttechnik und gesundheitswirtschaft
die dynamischsten exportbranchen im
internationalen geschäftsumfeld. hier
ist die Berliner Wirtschaft besonders
wettbewerbsfähig, was sich mittelfristig wieder in deutlichen exportzuwächsen, besonders in richtung der
sich fortwährend modernisierenden
Schwellenländer, äußern dürfte.

Die IHK Berlin ist die erste
Adresse im Auslandsgeschäft
Die geschäftsaktivitäten über
ländergrenzen hinweg auszuweiten

– ob in die europäische Nachbarschaft oder in ferne Märkte –, stellt
jedes Unternehmen vor herausforderungen. Bei allen fragen des
Auslandgeschäfts unterstützt die ihK
Berlin die Mitgliedsunternehmen mit
Publikationen und individuellen Beratungsgesprächen – von der importund exportabwicklung über passgenaue informationen zu Märkten
und fördermöglichkeiten bis hin zur
geschäftspartnersuche im Ausland.
Durch die enge und zuverlässige
Zusammenarbeit mit Netzwerkpartnern in Berlin, Deutschland und der
Welt wird gewährleistet, dass sich
die Mitgliedsfirmen stets auf aktuelle
informationen und eine effektive
Kontaktvermittlung verlassen können.
immer mehr Berliner Unternehmen,
darunter auch immer mehr kleineund mittelständische firmen,
entscheiden sich für den Schritt in
neue Märkte und nehmen dabei die
Beratung in Anspruch. So unterstützte die ihK Berlin die Mitgliedsunternehmen im Jahr 2013 mit 29.450
telefonischen und persönlichen
Beratungen zu Zoll- und allgemeinen
Außenwirtschaftsfragen bei ihren
Vorhaben im Ausland.

75

iNterNAtiONAliSierUNg Der BerliNer WirtSChAft

Delegationsreisen
unterstützen die
Markterschließung
Bei der erschließung internationaler
Märkte wurden zahlreiche Unternehmen aus Berlin auch im Jahr 2013
im rahmen der Auslandsreisen des
regierenden Bürgermeisters Klaus
Wowereit mit Wirtschaftsdelegationen, die von der ihK Berlin inhaltlich konzipiert und organisatorisch
begleitet wurden, unterstützt.
im februar reisten zwanzig Unternehmen aus den Branchen Bau und
Architektur, energie, gesundheit,
iKt, Verkehr und Wasser mit Klaus
Wowereit in die Vereinigten Arabischen emirate und nach Katar, um
dort gemeinsam mit Vertretern der
Berliner Wissenschaft die expertise
der hauptstadt in verschiedenen
infrastrukturbereichen vorzustellen
und geschäftskontakte in den beiden
sich rasch modernisierenden golfstaaten zu knüpfen. im Durchschnitt
konnte jeder teilnehmer rund 16
geschäftskontakte für sich verbuchen. für alle teilnehmer ergaben
sich im rahmen der reise konkrete
geschäftsaussichten.
ebenfalls unter dem leitthema der
technischen und sozialen infrastruktur wurde der regierende
Bürgermeister im Oktober von 15
Berliner Unternehmen auf seinem

76

Besuch in Vietnam begleitet. in
dem aufstrebenden Schwellenland
präsentierten die teilnehmenden
Berliner firmen ihre Kompetenzen in
den Branchen Architektur, energie,
gesundheit, recycling, Verkehr und
Wasser und führten insgesamt mehr
als 100 geschäftsgespräche.

Veranstaltungen der
IHK Berlin – bestens
informiert und vernetzt
Ob geschäftschancen in neuen
Märkten oder fragen der Zollabwicklung – die Veranstaltungen der ihK
Berlin bündeln das Wissen rund um
das Auslandsgeschäft und bieten
den Mitgliedsunternehmen einen
Austausch mit experten und potenziellen ausländischen geschäftspartnern. So zeigte die fünfte
Wirtschaftskonferenz Polen am
25. April unter dem Motto „Spielend
zum erfolg – die games-industrie
in Polen und Deutschland‘‘ das
Zukunftspotenzial der Branche und
ebnete den Weg zu einer vertieften
Kooperation zwischen deutschen und
polnischen it-Unternehmen.
eine weitere große länderveranstaltung folgte am 12. September
2013 mit der „Berlin-india Business Conference 2013‘‘, die an den
Berliner Delegationsbesuch des
Vorjahres in indien anknüpfte. Mehr
als 160 Unternehmerinnen und

lagen des exportkontrollrechts‘‘. Des
Weiteren nahmen neun Mitgliedsunternehmen das Angebot von
inhouse-Schulungen zu verschiedenen themen des grenzüberschreitenden Warenverkehrs in Anspruch
und ließen ihre Mitarbeiter individuell
weiterbilden.

Fernlinienbusmarkt
im Aufbruch
Anfang 2013 wurde der innerdeutsche Fernlinienbusverkehr liberalisiert. Seitdem boomt der Markt.
Etablierte Angebote von Berlin Linien Bus wurden erweitert und neue
kamen hinzu. Allein die Berliner MFB
MeinFernBus GmbH steht heute für
rund ein Drittel des Angebots. So
stieg das Busaufkommen am Zentralen Omnibus Bahnhof (ZOB) 2013
um rund die Hälfte. Gut, dass er für
den weiteren Boom ausgebaut wird.
Obwohl die Güterverkehrsleistung
2013 kaum stieg, entwickelt sich die
Fachkräftesicherung im Transportwesen zum entscheidenden
Zukunftsfaktor. Daher startete die
IHK gemeinsam mit Branchenverbänden die Ausbildungsoffensive
Verkehrswirtschaft. Die notwendige
Verbesserung der Baustellenkoordination stand im Fokus des Tags der
Verkehrswirtschaft. Obwohl noch
kein neuer BER-Öffnungstermin
feststeht, wuchs der Berliner Luftverkehr gegen den Bundestrend um
gut vier Prozent. Zum Glück konnte
die bis Oktober 2013 befristete
Nachtflugerlaubnis für den Flughafen Schönefeld aufrechterhalten
werden.

Die „Berlin-India Business
Conference 2013“ war ein
voller Erfolg.

im rahmen der beliebten Veranstaltungsreihe „Business meets
Diplomacy‘‘ folgten erneut zahlreiche Berliner Unternehmerinnen
und Unternehmer der einladung zu
gesprächen mit den Botschaftern
Japans, der türkei und des Kosovo.
Abgerundet wurde das Veranstaltungsprogramm durch vier ländersprechtage in der ihK Berlin, bei
denen die Mitgliedsunternehmen
von experten der Auslandshandelskammern zu fragen rund um das
geschäft in Malaysia, China, Kanada
sowie in Armenien und georgien
beraten wurden.

Unternehmer, davon die hälfte aus
indien, diskutierten über lösungen
für die zentralen infrastrukturherausforderungen des Subkontinents
im energie- und Wasserbereich sowie
im it-Sektor. Mit den USA wurde
bei der elften Außenwirtschaftskonferenz Berlin-Brandenburg am
4. Dezember ein für Berlin besonders
wichtiger Markt beleuchtet. im fokus
der Konferenz, die in diesem Jahr in
der ihK Potsdam veranstaltet wurde,
standen unter anderem die handelserleichterungen im Zuge des aktuell
verhandelten eU-freihandelsabkommens mit den USA.

Die Welt zu Gast in Berlin –
internationale Delegationsbesuche

im Jahr 2013 hat die ihK Berlin
15 Workshops zu praktischen fragen
der internationalen geschäftsabwicklung angeboten. Mehr als 100
firmenvertreter informierten sich
über themen wie „Warenursprung
und Präferenzen‘‘, oder über „grund-

Berlin ist als hauptstadt und politisches Zentrum, aber auch als innovativer Wirtschaftsstandort ein häufig
gewähltes reiseziel für hochkarätige
Delegationen aus dem Ausland. Die
ihK Berlin ist bei wirtschaftsrelevanten Anliegen der ausländischen
Besucher – wie zum Beispiel fragen

77

iNterNAtiONAliSierUNg Der BerliNer WirtSChAft

zur Berliner Wirtschaft, interesse
an geschäftsgesprächen mit Unternehmen der hauptstadt oder informationen zum deutschen Kammerwesen – deren erste Anlaufstelle.
im Jahr 2013 hat die ihK Berlin
Delegationen aus zehn ländern
mit insgesamt 150 ausländischen
Vertretern aus Politik und Wirtschaft
empfangen, um ihnen die Stärken des
Wirtschaftsstandorts zu vermitteln
und die internationale Vernetzung
der Berliner Wirtschaft zu fördern.
Besonders groß war das interesse
von Delegationen aus der türkei und
den arabischen ländern. Darüber
hinaus trafen sich auf einladung der
ihK die Präsidenten und geschäftsführer der industrie- und handelskammern aus Moskau, Paris, london,
Peking und São Paulo in Berlin, um
sich über aktuelle themen ihrer
Metropolen und insbesondere zum
internationalen thema Smart Cities
auszutauschen.

IHK-Außenwirtschaftsdokumente für einen
reibungslosen Warenverkehr
rund 34.000 Außenwirtschaftsdokumente, dazu gehören etwa
Ursprungszeugnisse, Carnets oder
andere Bescheinigungen, stellte
die ihK Berlin in diesem Jahr für
ihre Mitglieder aus. Die meisten
Ursprungszeugnisse und Bescheini-

78

WiSSeNSWerteS iN ZAhleN
Europäische Staatsschuldenkrise belastet Berliner Exporte
12
10
8
6
gungen wurden für den export von
Waren in die länder Saudi-Arabien,
russland und die Vereinigten Arabischen emirate ausgestellt.

Beratungsangebot zur
Entwicklungszusammenarbeit
fest verankert
im zweiten Jahr ihrer Beratungstätigkeit zu geschäftsvorhaben in
entwicklungs- und Schwellenländern
hat die vom Bundesministerium für
wirtschaftliche Zusammenarbeit
und entwicklung (BMZ) entsandte
referentin für entwicklungszusammenarbeit (eZ) die Mitgliedsunternehmen mit 55 persönlichen
Beratungen beim einstieg in neue,
oftmals schwierig zu erschließende
Märkte unterstützt. ergänzt wurde
das individuelle Beratungsangebot
durch eZ-Veranstaltungen unter dem
leitthema „Neue Märkte in Afrika,
Asien, lateinamerika‘‘. in diesem Jahr

Der stellvertretende IHKHauptgeschäftsführer Christian Wiesenhütter, Seine Exzellenz Yousuf Obaid Al Neaimi,
Vorstandsvorsitzender der
RAK Chamber, Ihre Exzellenz
Fatma Hadroom und Dr. Aisha
Al Qatami, Vorstandsmitglieder der RAK Chamber, bei der
Unterzeichnung eines Memorandum of Understanding.
waren die Marktchancen in Myanmar,
Vietnam und tunesien sowie der
export von Dienstleistungen die
thematischen Schwerpunkte der
Veranstaltungsreihe.

Berliner Exporte 2008–2013
jeweils von Januar bis Oktober,
in Milliarden euro

4
2
0

Quelle: Statistische Ämter des Bundes und der
länder, Stand: 12/2013

2008

2009

2010

2011

2012

2013

Berliner Exporte

Polen als Newcomer in den Top-Five

Vereinigte Staaten
von Amerika 10 %
Frankreich 6 %
Russische Föderation 6 %
Polen 6 %
Volksrepublik China 5 %
Vereinigtes Königreich,
Schweiz, Niederlande, Italien,
Saudi-Arabien 19 %
Restliche Staaten 48 %

Top-Ten-Auslandsmärkte Berlins
Anteile am gesamtexport in Prozent
Quelle: Statistische Ämter des Bundes und der
länder, Stand: 12/2013

79

ihK BerliN

ihK BerliN

81

ihK BerliN

ihK BerliN

20,1 Mio.
1.500 194
Euro Entlastung für Mitgliedsunternehmen 2013

Presseanfragen

Fachveranstaltungen

1,5 Mio.
Besucher auf www.ihk-berlin.de

83

ihK BerliN | MitglieDer UND BUDget

ihK BerliN SeNKt
erNeUt MitglieDSBeitrÄge
Auf die seit Jahren kontinuierlich
wachsende leistungskraft der hauptstädtischen Wirtschaft hat die ihK
Berlin im Jahr 2013 zum wiederholten
Mal mit einer Senkung der Mitgliedsbeiträge reagiert. Nachdem die
Vollversammlung bereits 2010 und
2011 die Beiträge deutlich gesenkt
hatte, beschloss sie für 2013 eine
zusätzliche entlastung der Berliner
Wirtschaft um nun 20,1 Millionen
euro. Die grundbeiträge wurden
erneut um 20 Prozent gesenkt, die
Umlage von 0,28 auf 0,23 Prozent
reduziert. im bundesweiten Vergleich
der grundbeiträge platzierte sich die
ihK Berlin damit im Mittelfeld aller
industrie- und handelskammern.
Diese entlastung der Unternehmen
ist auch aufgrund der nach wie vor
strengen haushaltsdisziplin der ihK
Berlin möglich. Dazu gehört insbesondere eine effiziente Personal- und
finanzstrategie, ohne dabei Abstriche
an der leistungsfähigkeit zu machen.
Und der entlastungskurs für die
Unternehmen wird 2014 fortgesetzt.
Die Vollversammlung beschloss
Anfang Januar, die Umlage auf
nunmehr 0,21 Prozent zu senken.
Damit summiert sich die finanzielle

84

BetrÄge iN eUrO

erfOlgSPlAN 2014

hinzu kommt, dass die ihK nach dem
Willen der Vollversammlung künftig
verstärkt bildungspolitische Projekte
mitfinanzieren wird. So soll die sich
dynamisch entwickelnde Berliner
Wirtschaft mit ihren gegenwärtig
knapp 268.000 ihK-Mitgliedsunternehmen einen zusätzlichen Schub
dringend benötigter qualifizierter
Arbeitskräfte bekommen.

ist
2012

erträge aus ihK-Beiträgen

43.944.100

41.203.500

51.714.862,67

2.

erträge aus gebühren

6.702.200

7.642.300

8.589.222,78

3.

erträge aus entgelten

2.661.800

2.627.200

2.735.509,65

4.

erhöhung oder Verminderung des Bestandes an fertigen & unfertigen leistungen

-56.600

-169.900

-65.632,67

5.

Andere aktivierte eigenleistungen

0

0

0,00

6.

Sonstige betriebliche erträge

3.151.000

3.309.200

8.520.227,73
71.494.190,16

56.402.500

54.612.300

7.

Materialaufwand

-8.187.500

-7.245.700

-6.821.315,83

8.

Personalaufwand

-18.133.400

-16.319.600

-15.058.413,18

9.

Abschreibungen

-1.732.200

-982.600

-815.275,06

10. Sonstige betriebliche Aufwendungen

-30.260.000

-30.400.700

-25.234.798,11

davon: - Mieten, Pachten, Erbbauzinsen u. Leasing
- Aufwendungen für Fremdleistungen
(u. a. Bewirtschaftung LEH, EDV-Dienstleistungen,
Miete Hardenbergstraße, Dienstleistungsentgelt Berlin Partner GmbH)
Betriebsaufwand

-14.940.800

-14.871.400

-12.312.985,04

-3.858.200

-3.489.200

-3.101.262,64

-58.313.100

-54.948.600

-47.929.802,18

-1.910.600

-336.300

23.564.387,98

Betriebsergebnis

Ehrenamt und Hauptamt
sind sich einig: Die Mitgliedsunternehmen werden weiter
entlastet.

Voraussichtl.
ist 2013

1.

Betriebserträge

entlastung der Unternehmen in den
vergangenen drei Jahren auf insgesamt 72 Millionen euro.

Plan
2014

11. erträge aus Beteiligungen
12. erträge aus anderen Wertpapieren & Ausleihungen des finanzanlagevermögens
13. Sonstige Zinsen und ähnliche erträge
14. Abschreibungen auf finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens

0

29.500

0,00

6.767.600

7.016.100

6.852.425,90

146.400

279.300

409.958,07

-825.000

-687.300

-998.723,76

15. Zinsen und ähnliche Aufwendungen

-4.591.400

-4.749.800

-5.139.660,67

Finanzergebnis

1.497.600

1.887.800

1.123.999,54

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit

-413.000

1.551.500

24.688.387,52

0

0

0,00

16. Außerordentliche erträge
17. Außerordentliche Aufwendungen

0

0

0,00

Außerordentliches Ergebnis

0

0

0,00

18. Steuern vom einkommen und vom ertrag
19. Sonstige Steuern
20. Jahresergebnis

0

0

-1.172.262,98

-800

-700

-655,00
23.515.469,54

-413.800

1.550.800

11.656.739

0

0,00

22. entnahmen aus rücklagen

413.800

0

7.400,00

23. einstellungen in rücklagen

-11.656.739

0

-10.103.500,00

21. Ergebnisvortrag aus dem Vorjahr (+ Überschuss / - Fehlbetrag)

a) in die Ausgleichsrücklage
b) in andere rücklagen
Ergebnis

0

0

0,00

-11.656.739

0

-10.103.500,00

0

1.550.800

13.419.369,54

Der erfolgsplan enthält zusammengefasste Positionen auf der grundlage einer gewinn- und Verlustrechnung, wie sie für große Kapitalgesellschaften vorgesehen ist. Dabei sind alle erträge und Aufwendungen, der vorgesehene ergebnisvortrag und die rücklagenveränderungen getrennt
voneinander angesetzt und ausgewiesen.
85

ihK BerliN | MitglieDer UND BUDget

WiSSeNSWerteS iN ZAhleN
Knapp 268.000 IHK-Mitgliedsunternehmen in Berlin

Berlin bestätigt sich erneut als Dienstleistungsstandort

Ins Handelsregister Kleingewerbeeingetr. Unternehmen
treibende

* Abweichungen bei den Anteilssummen von 100
aufgrund von rundungen bei Prozentangaben
Quelle: ihK Berlin, 01/2014

Dienstleistungen und Handel auch bestimmende Branchen unter Kleingewerben

86

2.955

7.087

1.152

941

2.093

handel

3.010

13.496

16.506

16.168

36.892

53.060

Verkehr und lagerei

1.863

6.812

8.675

Beherbergung und gastronomie

3.320

10.832

14.152

Medien und it

9.389

12.494

21.883

finanz- und Versicherungsdienstleister

3.840

7.086

10.926

Unternehmensnahe Dienstleistungen

29.987

50.657

80.644

Personenbezogene Dienstleistungen

17.848

33.619

51.467

Sonstige

735

394

1.129

Gesamt

91.444

176.178

267.622

50.000

30.000
20.000
10.000

CharlburgWilmersdorf

Mitte

Pankow

FriedrhainKreuzberg

TempelhofSchöneberg

Neukölln

SteglitzZehlendorf

Quelle: ihK Berlin, 01/2014
TreptowKöpenick

0

Reinickendorf

Quelle: ihK Berlin, 01/2014

Quelle: ihK Berlin, 01/2014

* Ausschließlich zweiter und weiterer gewerbe
beziehungsweise unselbständiger Betriebsstätten
** Auf grund von Schwierigkeiten bei der
Zuordnung zu den Bezirken ist die Summe der
bezirklichen Mitglieder nicht identisch mit der
gesamtzahl der ihK-Mitglieder

Lichtenberg

* Abweichungen bei den Anteilssummen von 100
aufgrund von rundungen bei Prozentangaben

Ausschließlich zweiter und weiterer
gewerbe beziehungsweise unselbständiger
Betriebsstätten

IHK-zugehörige Gewerbetreibende
in Berlin 2013* nach Bezirken**
zum 31.12.2013

40.000

Kleingewerbetreibende*
zum 31.12.2013

IHK-zugehörige Gewerbetreibende
in Berlin im Jahre 2013
zum 31.12.2013

Charlottenburg-Wilmersdorf wieder Spitzenreiter unter den Bezirken

Spandau

176.178

Verarbeitendes Gewerbe 2%
Energie und Entsorgung 1%
Baugewerbe 8%
Handel 21%
Verkehr und Lagerei 4%
Beherbergung und
Gastronomie 6 %
Medien und IT 7%
Finanz- und Versicherungsdienstleister 4%
Unternehmensnahe
Dienstleistungen 29%
Personenbezogene
Dienstleistungen 19%
Sonstige 1%

4.132

energie und entsorgung
Baugewerbe

In das Handelsregister
eingetragene Unternehmen*
zum 31.12.2013

Gesamt

Verarbeitendes gewerbe

MarzahnHellersdorf

91.444

Verarbeitendes Gewerbe 5%
Energie und Entsorgung 1%
Baugewerbe 3%
Handel 18%
Verkehr und Lagerei 2%
Beherbergung und
Gastronomie 4%
Medien und IT 10%
Finanz- und Versicherungsdienstleister 4%
Unternehmensnahe
Dienstleistungen 33%
Personenbezogene
Dienstleistungen 20%
Sonstige 1%

87

ihK BerliN | KOMMUNiKAtiON UND MitglieDerSerViCe

KlAre BOtSChAfteN,
AUf AlleN KANÄleN
Die ihK Berlin war auch 2013 für
die Vertreter von Print- und Onlinemedien sowie radio und fernsehen
ein heiß begehrter und kompetenter Ansprechpartner. insgesamt
wurden rund 1.500 Presseanfragen
bearbeitet, 125 Pressemitteilungen
versandt und 14 Pressekonferenzen
geführt. Doch damit nicht genug:
Delegationsreisen mit dem regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit
nach Abu Dhabi, Katar und Vietnam
wurden begleitet. Nicht zuletzt drei
Auszeichnungsveranstaltungen
(franz-von-Mendelssohn-Medaille,
Berlins beste Ausbildungsbetriebe,
PAUlA filmpreis) und eine Pressefahrt zu zwei exemplarischen Berliner
Start-up-Unternehmen zeichnen das
vielfältige engagement aus. Darüber
hinaus wurden 29 Studien, Berichte
und Broschüren sowie 300 flyer und
andere Druckprodukte gestaltet.
Neben einer schnellen reaktionszeit
im täglichen Umgang mit Journalisten kann die ihK aber auch damit
aufwarten, dass relevante themen
aktiv auf die mediale, politische
und gesellschaftliche tagesordnung
kamen. im Zuge dieses Agendasettings wurde sich sämtlicher Mittel

88

bedient, die der journalistische Werkzeugkasten zu bieten hat. in zahlreichen hintergrundgesprächen, interviews, fernseh- und radiostatements
wurden herzensangelegenheiten der
ihK fachkompetent platziert und
öffentlichkeitswirksam inszeniert. Das
faktenbündnis Stromentscheid ist
nur ein erfolgreiches Beispiel hierfür.
Stärkstes Sprachrohr nach innen, also
an die Mitgliedsunternehmen der ihK
gerichtet, bleibt das Magazin „Berliner
Wirtschaft“ mit einer Auflagenstärke
von 55.000 exemplaren, das auch
über das Jahr 2013 in Zusammenarbeit mit dem Axel Springer Verlag
entstand.

Premium-Veranstaltungen
der IHK beliebt wie nie
Auf erneut sehr großes interesse bei
den Berliner Unternehmen stießen
die hochkarätigen ihK-Veranstaltungen. ein herausragendes ereignis
war im Juni 2013 der Vortrag von
Bundeskanzlerin Angela Merkel vor
800 gästen. Bei ihrem Besuch im
ludwig erhard haus zog sie knapp
drei Monate vor der Bundestagswahl
eine positive Bilanz ihrer regierungsarbeit und erörterte aktuelle fragen
der Wirtschaftspolitik. Außerdem

konnten bei elf Wirtschaftspolitischen frühstücken jeweils bis zu
400 gäste begrüßt werden. Spitzenvertreter aus Politik und Wirtschaft
standen rede und Antwort, darunter
Ber-Chef hartmut Mehdorn, Mathias
Döpfner, Vorstandsvorsitzender von
Axel Springer, sowie die Senatoren
Dilek Kolat und thomas heilmann. ein
höhepunkt der politischen Öffentlichkeitsarbeit der ihK Berlin stellte ein
munterer Schlagabtausch der Berliner
Spitzenkandidaten am frühen Morgen
im ludwig erhard haus zwei Wochen
vor der Bundestagswahl dar.

Mitglieder im Dialog
Um die Angebote der ihK Berlin
bekannter zu machen, wurde
die Kampagne „hans und Karla“
gestartet. ein interaktiver film, ein
neues Anschreiben und eine eigene
Microsite verbessern das informationsangebot für neue Mitglieder.
36.000 neue Mitgliedsunternehmen
konnten in 2013 mit dem neuen
Begrüßungspaket in der Berliner
Wirtschaft willkommen geheißen
werden. Zahlreiche Unternehmer
haben sich daraufhin für die
teilnahme an der Well-KammerVeranstaltung für neue Mitglieds-

unternehmen entschieden. Diese
Veranstaltung hat durch die Umsetzung eines neuen Konzepts, das den
Schwerpunkt auf Networking und
Austausch legt, erneut an Schwung
gewonnen.
2012 hat die ihK Berlin mit dem
Aufbau des Starter Centers
begonnen. Neben dem Service
Center, das als Anlaufstelle für
fragen jeglicher Art dient, bildet das
Starter Center nun für gründungsinteressierte die erste Anlaufstelle.
Potenzielle existenzgründer erhalten
hier schriftliche und persönliche/
telefonische erstinformationen.
Weiterführende fragen werden durch
das Starter Center koordiniert in die
ihK-fachbereiche gegeben.

Offene Kommunikation
im Internet
Mit den stetig wachsenden Kommunikationsangeboten im internet
wie auch in den sozialen Medien
konnte die ihK wichtige themen
der Berliner Wirtschaft bei den
Mitgliedsunternehmen und interessenten erfolgreich platzieren und
etablieren. So zählen die themen
„Start-ups“, „fachkräfte und Ausbildung“ und „CSr“ zu den am meisten
angeklickten themengebieten. Das
große interesse an den Social-MediaAktivitäten der ihK Berlin spiegelt
sich auch in der um 50 Prozent

gestiegenen Anzahl an twitterfollowern und der um 20 Prozent
höheren Mitgliederzahl in der Xinggruppe „Unternehmen Berlin“ wider.
Verstärkte Nachfrage konnte die
ihK auch in anderen Bereichen der
Onlinekommunikation verzeichnen:
So hat sich unter anderem der Abruf
von Onlineinhalten über mobile
endgeräte verdoppelt. Die Anzahl
der Newsletter-Abonnenten, vor
allem bei den Newslettern „Berliner
Wirtschaft online“, „innovationen aus
Berlin“ und „Dienstleistungen“, hat
besonders stark zugelegt. gestiegen
ist weiterhin die Nutzung von Multimediaangeboten. Deshalb wurden
vermehrt Onlinevideos bereitgestellt, die komplizierte Sachverhalte
anschaulich kommunizieren. ein
neues Kommunikationsinstrument
wurde mit dem ihK-Stimmungsbild
eingeführt: in einer monatlich stattfindenden Onlineumfrage werden
die ihK-Mitgliedsunternehmen und

Ulrich Nußbaum, Senator für
Finanzen, Dr. Eric Schweitzer,
Präsident der IHK Berlin und
Raed Saleh, Vorsitzender der
SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus, bei GameDuell
im Rahmen der Pressefahrt
„Start-ups“.
Stakeholder zu relevanten themen
und herausforderungen der Wirtschaft und des Unternehmertums in
Berlin um ihre einschätzung gebeten.

89

ehreNAMt

ehreNAMt

91

ehreNAMt

ehreNAMt

14 12
3.000
200 3

ehrenamtliche Fachausschüsse

„IHK vor Ort“-Betreuer

ehrenamtliche Prüfer

ehrenamtliche Handelsrichter

CSR-Tagungen

93

ehreNAMt | PrÄSiDiUM

ehreNAMt

Die BerliNer UNterNehMer eNtSCheiDeN ...

Mehr ZUM ehreNAMt
eine Übersicht über die Berliner Unternehmer, die sich ehrenamtlich in Vollversammlung, Präsidium und fachausschüssen für die Berliner Wirtschaft
starkmachen, findet sich im einleger zum Jahresbericht ebenso wie weitere
informationen über ehrenämter in der Berliner Wirtschaft.

… wie die Position zum thema gewerbesteuer lauten soll, welche
Maßnahmen die Wirtschaft zur fachkräftesicherung ergreifen will – und
welche Angebote die ihK daher bereitstellt –,welche forderungen der Wirtschaft zur infrastruktur Berlins verlautbart werden sollen und vieles mehr.
Das tun sie aus gutem grund, denn die ihK Berlin ist die interessenvertretung
der gewerblichen Berliner Wirtschaft. Diesen gedanken der Selbstverwaltung
von Angelegenheiten der Wirtschaft durch die Wirtschaft verfolgten die
Berliner Unternehmer schon mit ihrer 1902 gegründeten handelskammer.
hier organisierten sich Unternehmer für ihre gemeinsamen interessen und
arbeiteten stadtweit zusammen: Nach ihrer gründung wurde die Kammer
von einem kleinen Präsidium geführt, das sich für die inhaltliche Arbeit in
anfänglich 28 und später 34 fachausschüssen von rund 700 Unternehmern
unterstützen ließ. Zu allen fragen der interessenvertretung für die Berliner
Unternehmerschaft tagten beispielsweise im Jahr 1904 die Vollversammlung
32 Mal und die fachausschüsse 100 Mal.

Präsidium

Und heute? Auch heute basiert die Arbeit der ihK als institution auf dem
großen engagement der Berliner Unternehmer in verschiedenen gremien
der ihK Berlin. im Januar beschloss die Vollversammlung der ihK Berlin in
ihrer ersten von vier jährlichen Sitzungen die grundlagen der ihK-Arbeit.
gemeinsam mit den 14 fachausschüssen erarbeitete sie mit dem legislaturprogramm 2012–2017 zunächst den rahmen für die inhaltliche Arbeit und
beschloss dann mit dem haushalt auch die finanziellen Vorgaben für 2013.
Dabei wurde sie vom Präsidium unterstützt. im laufe des Jahres standen dann
inhaltliche entscheidungen beispielsweise zu themen der Berliner gesundheitsversorgung, der entwicklung der iKt-Wirtschaft oder den folgen der
energiewende für Berlins Wirtschaft an, die in der regel durch die fachausschüsse vorbereitet und begleitet wurden.

Weitere Präsidiumsmitglieder

94

ehrenpräsident
Werner gegenbauer

Präsident
Dr. eric Schweitzer

Vizepräsidenten
Dr. Beatrice Kramm,
Stephan Schwarz,
Ute Witt

UNSERE IHK
Vollversammlung
Ausschüsse
Organigramm

gerald Archangeli, Christina Aue,
Klaus-Peter Bär, Julia Claren,
Angela Kästner, Dipl.-ing. Matthias
Klussmann, tim Konstantin renner,
Dr. Stefan romberg,
Kalo Mis tshaba, tobias Weber

Beauftragte des Präsidiums
Dr. Malte leonardo Bahner
(gesundheitswirtschaft),
Daniel-Jan girl (gründerhauptstadt),
Martina Kreisch (Bildung),
Karsten Schulze (Kompetenzteam
Mittelstand)

Weitere Informationen
zum Ehrenamt auf der
IHK-Internetseite.
1

www.ihk-berlin.de/ehrenamt
95

ehreNAMt | iNitiAtiVe „ihK VOr Ort“

ehreNAMt | KOMPeteNZteAM MittelStAND

ANSPreChPArtNer
iM KieZ

Mit POlitiK UND VerWAltUNg iM geSPrÄCh

Die ihK unterstützt ihre Mitgliedsunternehmen nicht nur im ludwig erhard
haus, sondern mit hilfe ihrer Bezirksbetreuer auch vor Ort in den Berliner
Bezirken. Zwölf hauptamtliche sowie zwölf ehrenamtliche Betreuer stehen als
Ansprechpartner zur Verfügung, helfen selbst oder vermitteln bei fachspezifischen fragen die richtigen Kontakte. hierbei arbeiten sie eng mit dem Unternehmensservice von Berlin Partner zusammen.

Auch im Jahr 2013 hat sich das Kompetenzteam Mittelstand insbesondere
mit der entwicklung der rahmenbedingungen für mittelständische Unternehmen am Standort beschäftigt. So stand der zweite Parlamentarische
Abend des Kompetenzteams im Zeichen der kritischen Personalsituation in der
Berliner Verwaltung. langwierige genehmigungsverfahren und sich verzögernde Antragsbearbeitungen bremsen die Unternehmen aus und behindern
notwendige investitionen. Das Kompetenzteam machte in der Diskussion mit
den Parlamentariern deutlich, dass eine effizient arbeitende Verwaltung die
Wirtschaft in Berlin erfolgreich flankieren kann. Um dieser rolle gerecht zu
werden, ist eine Personalausstattung, die den aktuellen herausforderungen
qualitativ und quantitativ gewachsen ist, erforderlich. An die Abgeordneten
erging der Appell, sich für ein strategisches Konzept zu engagieren, das die
bedarfsgerechte Personalausstattung in den ressorts sichert, die technische
infrastruktur verbessert und so die Attraktivität der Berliner Verwaltung als
Arbeitgeber erhöht.

Über die individuellen Beratungen hinaus hat es auch im Jahr 2013 wieder
zahlreiche Aktivitäten in den Bezirken gegeben. Die Angebote reichten von
„Kiezgesprächen“ in Kooperation mit der bezirklichen Wirtschaftsförderung bis
hin zu großveranstaltungen zu themen, die eine Vielzahl von Unternehmen
betreffen – so beispielsweise das forum zum geplanten technologie- und
gründerzentrum im Berliner Südwesten, mit dem Ausgründungen in der
direkten räumlichen Nähe der freien Universität unterstützt werden sollen.
Zudem startete im Mai 2013 die „Ausbildungsinitiative mit Weitsicht“, durch
die griechischen Jugendlichen mit Unterstützung der europäischen Kommission eine Ausbildung in Berlin ermöglicht und damit eine berufliche Perspektive gegeben werden soll. im Sinne der fachkräftesicherung hat die ihK
Berlin darüber hinaus wieder in zahlreichen Bezirken und in unterschiedlichen
formaten über die Angebote im Bereich der Aus- und Weiterbildung informiert.
Die Jahresveranstaltung, an der traditionell auch die Wirtschaftsförderungen
der Bezirke und des Senats sowie die Bezirksbetreuer von Berlin Partner
teilnehmen, widmete sich aus aktuellem Anlass dem thema e-government
und den sich daraus ergebenden neuen Möglichkeiten für Unternehmen und
Verwaltung.

96

Helmut Pinger,
ehrenamtlicher „IHK vor Ort“Betreuer für Lichtenberg in
seinem Unternehmen.

Die Mitglieder des
Kompetenzteams Mittelstand

im hinblick auf die im Vorfeld der Bundestagswahl diskutierten Vorschläge der
Parteien zur Steuerpolitik des landes hat sich das Kompetenzteam gegenüber
den Berliner Bundestagsabgeordneten für mittelstandsverträglich gestaltete
regelungen eingesetzt und ein gesprächsangebot unterbreitet. Davon hat
der Parteivorsitzende von Die liNKe, Dr. gregor gysi, gebrauch gemacht. in
der zweistündigen Diskussion konnten die Unternehmer des Kompetenzteams
darlegen, welche steuerlichen rahmenbedingungen der mittelständischen
Wirtschaft beispielsweise im fall von Nachfolgeregelungen helfen, Unternehmen fortzuführen und Arbeitsplätze zu erhalten.

97

ehreNAMt | WirtSChAftSJUNiOreN BerliN

CSr iN Der ihK

60 JAhre WirtSChAftSJUNiOreN BerliN

Mit VerANtWOrtUNg
ZUM erfOlg

Das Jahr 2013 stand für die Wirtschaftsjunioren Berlin ganz im Zeichen ihres
60-jährigen Jubiläums. höhepunkt war eine galaveranstaltung, an der gäste
aus 22 hauptstädten europas teilnahmen. im internationalen Netzwerk des
Unternehmernachwuchses spielten die Berliner Jungunternehmer von Beginn
an als impulsgeber für die wirtschaftspolitische Positionierung eine wichtige
rolle. Diesmal ging es um das thema „Sicherheit in Metropolen“ und damit
verbundene herausforderungen für die Unternehmen.

Corporate Social responsibility (CSr) beziehungsweise nachhaltiges unternehmerisches engagement ist ein Wachstumstreiber und bietet vielfältige
Möglichkeiten, um auf sich ändernde gesellschaftliche Anforderungen engagiert und betriebswirtschaftlich vernünftig zu reagieren. gesellschaftliches
engagement kann dabei im rahmen einer CSr-Strategie verankert sein oder
ganz im Selbstverständnis von der Unternehmerpersönlichkeit her gelebt
werden. Die ihK unterstützt, informiert und fördert den Austausch zum gesellschaftlichen engagement von Unternehmen mit Veranstaltungen, Publikationen und ausführlicher Netzwerkarbeit. Der ehrenamtlichen CSr-Sprecherin
Antje Meyer gelingt es durch ihren persönlichen einsatz, die tragweite von CSr
für die Berliner Wirtschaft – und für jedes einzelne Unternehmen – zu verdeutlichen.

in ihrem Jubiläumsjahr knüpften die Wirtschaftsjunioren bei der entwicklung
des Wirtschaftsstandortes Berlin erneut an Bewährtes an. Dazu gehörte auch
die Patenschaft beim funpreneur-Wettbewerb, bei dem Studenten unternehmerische ideen entwickeln und sich als firmengründer beweisen können.
Weiterhin stifteten die Jungunternehmer wieder den Sonderpreis im rahmen
des Businessplan-Wettbewerbs Berlin-Brandenburg, engagierten sich bei der
initiative Berliner Kulturpaten und unterstützten das bundesweite Schülerquiz
„Wirtschaftswissen im Wettbewerb“.
Aktionen anderer Art starteten die Wirtschaftsjunioren unter dem Motto
„Danke Berlin“: Weil sie am für junge Unternehmer wohl attraktivsten Standort
Deutschlands tätig sein dürfen, taten die jungen Unternehmer gutes für die
Stadt. Sie halfen beim renovieren einer Kita, organisierten Bewerbertrainings
für junge Berliner und nahmen an einer reinigungsaktion im Berliner tiergarten teil.

98

Netzwerke knüpfen, persönliches Engagement zeigen, auf
ehrbares Unternehmertum
setzen. Seit nunmehr 60 Jahren folgen die Berliner Wirtschaftsjunioren (WJB) diesen
Idealen und blicken dabei stolz
auf eine eindrucksvolle Tradition zurück. Highlight 2013
war die Kampagne „60 Jahre –
Danke Berlin“.

2013 wurden mit der Verleihung der franz-von-Mendelssohn-Medaille erneut
sozial engagierte Unternehmen von den Präsidenten der ihK Berlin und der
handwerkskammer Berlin gewürdigt. CSr-Ausbildung, nachhaltige lieferketten
und CSr-instrumente zur fachkräftesicherung waren 2013 Schwerpunktthemen der CSr-foren. einen viel beachteten höhepunkt stellte die Ausrichtung des zweiten Berliner CSr-tages dar, der erstmals an zwei aufeinanderfolgenden tagen stattfand: Das Schwerpunktthema der CSr-fachkonferenz
stellte die erfolge verbindlichen CSr-engagements heraus. Am Vorabend fand
der gute-tat-Marktplatz statt. innerhalb der ihK ist es gelungen, dass der freiwillige Charakter von CSr-Maßnahmen gewahrt bleibt und nicht durch neue
Berichtspflichten bürokratisiert wird.

Corporate Social Responsibility (CSR) ist ein GewinnerThema. Vor diesem Hintergrund veranstaltete die IHK
Berlin in Kooperation mit der
Handwerkskammer Berlin
am 28. und 29. Oktober 2013
den zweiten Berliner CSR-Tag
im Ludwig Erhard Haus. Der
CSR-Tag stand dabei unter der
Schirmherrschaft des Regierenden Bürgermeisters
Klaus Wowereit. Teil der
Veranstaltung waren der
Gute-Tat-Markplatz und eine
ganztägige Fachkonferenz.

99

KONtAKt

iMPreSSUM

ihr Weg ZUr ihK

Herausgeber

Anschrift

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln

ihK Berlin
fasanenstraße 85
10623 Berlin
telefon: +49 30 31510-0
telefax: +49 30 31510-344
e-Mail: service@berlin.ihk.de
www.ihk-berlin.de

S-Bahn
Zoologischer garten S5, S7, S75
U-Bahn
Zoologischer garten U2, U9
Kurfürstendamm U1, U9

Regionalverkehr
Zoologischer garten
re1, re2, re7, rB14
Öffentliche Tiefgarage im
Ludwig Erhard Haus

Bus
M45, M46, M49, X9, X10, X34,
100, 109, 110, 200, 204, 245, 249

industrie- und handelskammer
zu Berlin
fasanenstraße 85
10623 Berlin
telefon: +49 30 31510 - 0
telefax: +49 30 31510 - 344
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Redaktionsschluss
10. februar 2014

Layout und Grafik
ihK Berlin,
Medien und Kommunikation

Lektorat
Berit Sörensen | Bad Belzig
berit.soerensen@gmx.net

Druck
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Fasanenstraße

Uhlandstraße

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lützowstraße 107–112
10785 Berlin

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Goethestraße

Kantstraße

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Joachimstale
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Savignyplatz

mm
enda

ürst

Kurf

Kurfürstendamm

Der Jahresbericht 2013 ist auf
umweltfreundlichem Papier mit
fSC®-Siegel gedruckt. fSC steht für
„forest Stewardship Council®“. Die
gemeinnützige, unabhängige und
international operierende Organisation vergibt dieses Zertifikat für holz
und holzprodukte, die aus verantwortungsvoller Bewirtschaftung von
Wäldern stammen.
Außerdem wurde diese Broschüre
klimaneutral hergestellt. Die durch
den energieverbrauch, Produkte
oder Dienstleistungen verursachten
CO2-emmissionen können gegen
andernorts eingesparte emissionen
aufgerechnet werden.

Aktueller Verkehrshinweis:
Derzeit ist die Einfahrt Fasanenstraße am Kreuzungsbereich

Bildnachweise
Seite 4: © ihK Berlin | Seite 6: © IHK Berlin | Seite 10: © Christian Kruppa, PhOtO hOUSe DigitAl StUDiO, Michael Brunner, Amin Akhtar | Seite 11:

Hardenbergstraße voll gesperrt.

© Amin Akhtar, Jörg Bergmann, Christian Kruppa, Sabeth Stickforth, Fotostudio Charlottenburg | Seite 16: © Philip lange, thinkstockphotos | 

Für die Anreise mit dem PKW ist

photos | Seite 31: © Deutsche Bahn AG | Seite 34: © Jörg engel, fotolia | Seite 37: © Ciebilski Photography, iStockphoto | Seite 38: © rainer Jensen dpa/

das Ludwig Erhard Haus nur von

lbn | Seite 42: © amanaimagesRF, thinkstockphotos | Seite 45: © shironosov, thinkstockphotos | Seite 47: © Kzenon, Fotolia | Seite 48: © luminaStock,

der Kantstraße aus zu erreichen.

photos | Seite 61: © shironosov, thinkstockphotos | Seite 62: © Andres Rodriguez, Fotolia | Seite 64: © hxdyl, thinkstockphotos | Seite 69: © Reuter/

Die Einbahnstraßenregelung

Vattenfall | Seite 70: © draghicich, thinkstockphotos | Seite 72: © view7, Fotolia | Seite 77: © Michael Brunner | Seite 78: © Jürgen Engler | Seite 80:

wurde hierzu aufgehoben.

Beppler | Seite 99: © Sabeth Stickforth

Seite 21: © Yuri Arcurs, Fotolia | Seite 22: © Mike Watson, thinkstockphotos | Seite 26: © Karl-Heinz Spremberg, Fotolia | Seite 29: © fedsax, thinkstock-

thinkstockphotos | Seite 53: © MACIEJ NOSKOWSKI, iStockphoto | Seite 54: © goodluz, thinkstockphotos | Seite 58: © Alexander Raths, thinkstock-

© ihK Berlin | Seite 84, 89, 90: © Michael Brunner | Seite 96: © thilo rückeis tagesspiegel | Seite 97: © Sophie Aigner, bearbeitet | Seite 98: © Diana

101

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104
        
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