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Periodical volume

Full text: Bericht zur Umsetzung von Gender Mainstreaming Issue 12.2015

Drucksachen
der Bezirksverordnetenversammlung
Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin
4. Wahlperiode
Ursprung: Vorlage zur Kenntnisnahme
Bezirksbürgermeister

TOP-Nr.:

Vorlage zur Kenntnisnahme

DS-Nr: 1587/4

Beratungsfolge:
Datum

Gremium

12. Bericht zur Umsetzung von Gender Mainstreamig - Fazitbericht
Die Bezirksverordnetenversammlung hat in ihrer Sitzung am 27. Mai 2004 (DS-Nr.
763/2) zu den Leitlinien zu Gender Mainstreaming folgenden Beschluss gefasst:
„...Das Bezirksamt wird aufgefordert, der BVV jährlich einen Bericht über die
Umsetzung der gleichstellungspolitischen Leitlinien vorzulegen. Neben den erreichten
Ergebnissen soll der Bericht auch jene Bereiche der Bezirksverwaltung erfassen, die
keine oder nur unzureichende Bemühungen vorlegen können. Die Gründe dafür sind
darzulegen.“
Zusätzlich hat das Bezirksamt am 22. Dezember 2015 beschlossen:
„…Das Bezirksamt beschließt die Berichterstattung zu den gleichstellungspolitischen
Schwerpunkten für die Jahre 2013 – 2016, die bislang rückblickend für das vergangene
Kalenderjahr erfolgte, im Jahr 2016 mit einem zusammenfassenden Fazitbericht zur
abgelaufenen Legislaturperiode zu beenden.“
Das Bezirksamt bittet die Bezirksverordnetenversammlung, den beigefügten zwölften
Bericht zur Umsetzung von Gender Mainstreaming zur Kenntnis zu nehmen.

Reinhard Naumann
Bezirksbürgermeister

1587/4

Ausdruck vom: 21.07.2016
Seite: 1

Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin

1

Gender Mainstreaming
in Charlottenburg-Wilmersdorf

Teil 21:
Zwölfter Bericht zur Umsetzung von Gender Mainstreaming 2015
Fazitbericht

Carolina Böhm
gleichstellungsbeauftragte@charlottenburg-wilmersdorf.de
www.gleichstellungsbeauftragte.charlottenburg-wilmersdorf.de
Otto-Suhr-Allee 100 in 10585 Berlin
T: 030 902912690
F: 030 902912055

Juni 2016

1587/4

Ausdruck vom: 21.07.2016
Seite: 2

Drucksachen
der Bezirksverordnetenversammlung
Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin
4. Wahlperiode
Ursprung: Vorlage zur Kenntnisnahme
Bezirksbürgermeister

TOP-Nr.:

Vorlage zur Kenntnisnahme

DS-Nr: 1587/4

Beratungsfolge:
Datum

Gremium

12. Bericht zur Umsetzung von Gender Mainstreamig - Fazitbericht
Die Bezirksverordnetenversammlung hat in ihrer Sitzung am 27. Mai 2004 (DS-Nr.
763/2) zu den Leitlinien zu Gender Mainstreaming folgenden Beschluss gefasst:
„...Das Bezirksamt wird aufgefordert, der BVV jährlich einen Bericht über die
Umsetzung der gleichstellungspolitischen Leitlinien vorzulegen. Neben den erreichten
Ergebnissen soll der Bericht auch jene Bereiche der Bezirksverwaltung erfassen, die
keine oder nur unzureichende Bemühungen vorlegen können. Die Gründe dafür sind
darzulegen.“
Zusätzlich hat das Bezirksamt am 22. Dezember 2015 beschlossen:
„…Das Bezirksamt beschließt die Berichterstattung zu den gleichstellungspolitischen
Schwerpunkten für die Jahre 2013 – 2016, die bislang rückblickend für das vergangene
Kalenderjahr erfolgte, im Jahr 2016 mit einem zusammenfassenden Fazitbericht zur
abgelaufenen Legislaturperiode zu beenden.“
Das Bezirksamt bittet die Bezirksverordnetenversammlung, den beigefügten zwölften
Bericht zur Umsetzung von Gender Mainstreaming zur Kenntnis zu nehmen.

Reinhard Naumann
Bezirksbürgermeister

«VONAME»

Ausdruck vom: 21.07.2016
Seite: 1

Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin

1

Gender Mainstreaming
in Charlottenburg-Wilmersdorf

Teil 21:
Zwölfter Bericht zur Umsetzung von Gender Mainstreaming 2015
Fazitbericht

Carolina Böhm
gleichstellungsbeauftragte@charlottenburg-wilmersdorf.de
www.gleichstellungsbeauftragte.charlottenburg-wilmersdorf.de
Otto-Suhr-Allee 100 in 10585 Berlin
T: 030 902912690
F: 030 902912055

Juni 2016

«VONAME»

Ausdruck vom: 21.07.2016
Seite: 2

12. Bericht zur Umsetzung von Gender-Mainstreaming
in Charlottenburg-Wilmersdorf
Fazitbericht

Inhalt
Einleitung……………………………………………………………………………..….….2
1.

Rückblick auf Schwerpunktsetzungen und Kooperationen………………....….3

2.

Abteilungsberichte der gleichstellungspolitischen Schwerpunkte 2013-2016
unter Einbeziehung von Gender Budgeting Prozessen…………………………5
Weiterführende Umsetzung der Implementierung von Gender Budgeting
im Gender Mainstreaming Prozess in Charlottenburg-Wilmersdorf……………5
Erfüllungsbericht der gleichstellungspolitischen Schwerpunkte 2013-2016…..8

2.1
2.2
3.
3.1
3.1.1
3.1.2

Zielstellungen und Zielerreichung in einzelnen Abteilungen……………..……21
Zentrum sexuelle Gesundheit und Familienplanung………………….………..21
Teilziele im Prozess Gender Mainstreaming…………………………….……...22
Darstellung der erweiterten Aufgabenstellungen in der Beratung von
geflüchteten Frauen durch das Zentrum für sexuelle Gesundheit und
Familienplanung…………………………………………………………… ……...23

3.2
Versorgungs- und Beratungsangebote für Wohnungslose…………………...24
3.2.1 "FrauenbeDacht" - Eine Einrichtung der Berliner Wohnungsnotfallhilfe in Berlin Mitte……………………………………………………..………….27
3.3
3.4

3.5
3.6
3.7
3.8

4.

Geschlechterspezifische Ausrichtung der bezirklichen Bündnisse für
Wirtschaft und Arbeit ……………………………………………………………..28
Entwicklung und Unterstützung von Gewerbe am Beispiel des UCW
(Unternehmerinnen- und Gründerinnenzentrum CharlottenburgWilmersdorf)………………………………………………………………………..30
Genderpolitische Betrachtung des bildungspolitischen Auftrags der
Volkshochschule City West bei Schulabschlüssen………………..…….….....31
Sprachförderung…………………………………………………………………...33
Frauenförderplan……………………………………………………………….….34
Kooperatives Verfahren der Spielplatzgestaltung am Beispiel der
Joan-Miro-Schule……………………………………………………………….....36
Fazit………………………………………………………………………….……...38
1

Einleitung
„Sehr geehrte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung CharlottenburgWilmersdorf, das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin hat in seiner
Sitzung am 28. Oktober 2003 beschlossen, Gender Mainstreaming (GM) in der
Bezirksverwaltung einzuführen. Wir werden also in Zukunft bei jeder Entscheidung,
die wir als Bezirkspolitikerinnen und Bezirkspolitiker treffen können, bedenken, ob
und wie wir mit dieser Entscheidung
die Geschlechterdemokratie
für die
1
Bürgerinnen und Bürger im Bezirk verbessern werden.“
Mit diesen Worten leitete die damalige Bezirksbürgermeisterin Monika Thiemen das
Vorwort für die erste Broschüre zum Gender Mainstreaming ein. Das war im Jahr
2005 und der Bezirk blickte mit der Veröffentlichung der Broschüre bereits auf eine
erste intensive Arbeitsphase.
Folgende acht Schwerpunkte hatte sich der Bezirk durch Beschluss im Bezirksamt2
selber gegeben:
I.
II.
III.
IV.
V.

VI.
VII.

Gleichberechtigte
Beteiligung
von
Frauen
und
Männern
an
Entscheidungsprozessen
Verbesserung der ökonomischen Eigenständigkeit von Frauen und Teilhabe
beider Geschlechter an allen Ebenen des Arbeitsmarktes
Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie
Chancengleichheit in der Stadtplanung
Förderung einer öffentlichen Auseinandersetzung über Gewalt gegen Frauen
und Kinder in der Familie und im öffentlichen Raum sowie entsprechende
Beratungs- und Hilfsangebote
Förderung einer geschlechterdifferenzierten Gesundheitsplanung
Gezielte geschlechtsspezifische Förderung der Selbstorganisation in
verschiedenen Lebenslagen und Altersstufen

Innerhalb dieser Bereiche verfassten die Abteilungen Berichte, im Bezirk und für die
interessierte Öffentlichkeit wurde der Prozess durch regelmäßige Fachkonferenzen
reflektiert. Was für ein hohes Maß an Sensibilität innerhalb des Prozesses entwickelt
wurde zeigen Beispiele, die im Rahmen der ersten Fachkonferenz 2005 vorgestellt
wurden. So berichtete die damalige Stadträtin für Soziales, Gesundheit, Umwelt und
Verkehr, Martina Schmiedhofer, von der Auseinandersetzung im Team mit der Praxis
von Bewilligungen von Hilfen zur „Hauswirtschaft“. Die Tatsache, dass diese Hilfen
überproportional vielen älteren Männern bewilligt wurden, obwohl in der Gesellschaft
mehr ältere Frauen leben, hatte die Aufmerksamkeit der Verwaltung geweckt. In der
Thiemen, Monika: Eine Handlungsanleitung für die Bezirksverwaltung; Vorwort, in: Gender
Mainstreaming in Charlottenburg-Wilmersdorf Bd. I, Nov. 2005, S. 12.
2 Drucksache Nr.: 0480/3: Gleichstellungspolitische Ziele, in: Gender Mainstreaming in
Charlottenburg-Wilmersdorf Bd. II, Nov. 2007, S. 221 – 224.
1

2

Auseinandersetzung mit dem Thema entstand mehr Sensibilität auch in Bezug auf
die Hilfebedürftigkeit älterer Frauen.3 Dies ist nur ein Beispiel an dieser Stelle um
aufzuzeigen, mit welcher Kontinuität im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf an der
Gleichstellung der Geschlechter im alltäglichen Verwaltungshandeln gearbeitet wird.
Um die Qualität dieser Arbeit nachhaltig zu sichern, wurde, auch dies ist ein Zeichen
der hohen Wertschätzung, im Jahr 2011 eine Evaluation des Gesamtprozesses
durch ein externes Institut vorgenommen. Die Zusammenfassung dieser Evaluation
floss als Teil 15 in Band IV der Berichterstattung zum Gender Mainstreaming ein.4
Ein wichtiges Teilergebnis dieser Evaluation war die Forderung nach konkreter
gefassten Teilzielen im Gender Mainstreaming Prozess. Die Ziele sollten „konkreter“
und „lebensnaher“ sein und unbedingt in einem „buttom-up“-Prozess unter
Beteiligung der Umsetzenden in den Abteilungen verabredet werden.
Nach intensiver Diskussion dieser Evaluation wurde im Bezirksamt für die Jahre
2013 – 2016 ein neuer Beschluss5 gefasst, dem ein, wie gewünscht, intensiver
Abstimmungsprozess in den Abteilungen vorausgegangen war.
Mit diesem Fazitbericht wollen wir auf diese Jahre 2013 – 2016 blicken; welche
Schwerpunkte wurden gesetzt, mit welchen Zielvorgaben waren diese hinterlegt und
welche Verfahren zur Zielerreichung angewandt? Es ist ein guter Zeitpunkt um
Verfahren, die nunmehr lang erprobt sind, an der Erreichung der selbst gesteckten
Ziele zu messen und in Erfahrung zu bringen, welche Ergebnisse der Evaluation in
die Umsetzung eingeflossen sind, um für die vor uns liegende Wahlperiode daraus
die Schlussfolgerungen ziehen zu können.

1. Rückblick auf Schwerpunktsetzungen und Kooperationen
Dieser Fazitbericht bezieht sich auf die bereits erwähnte Vorlage zur
Beschlussfassung Nr. 106, die am 29.Januar 2013 in der 66. Sitzung des
Bezirksamts beschlossen wurde.
Darin heißt es: „Das Bezirksamt beschließt, die in der Anlage dargestellten
gleichstellungspolitischen Schwerpunktsetzungen 2013 – 2016 weiter zu bearbeiten.
Das Bezirksamt baut dabei auf den bereits erarbeiteten Grundlagen auf und verstärkt
Vgl.: Schmiedhofer, Martina: Menschen mit Behinderung haben ein Geschlecht – oder: Pflege ist
Frauensache? In: Gender Mainstreaming in Charlottenburg-Wilmersdorf Bd. I, Nov. 2005, S. 54/55.
4 Vgl.: Genderbüro Dr. Frey, Regina; gbm Berlin Wiedmann, Sybille: Gender Mainstreaming als
Qualitätsprozess im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf; Ziele – Umsetzung – Verstetigung; in: Gender
Mainstreaming in Charlottenburg-Wilmersdorf Bd. IV, Aug. 2013, S. 134 – 144.
5 Vgl.: Bezirksamtsvorlage Nr. 106 zur Beschlussfassung: Gleichstellungspolitische Schwerpunkte
2013 – 2016 in: Gender Mainstreaming in Charlottenburg-Wilmersdorf Bd. IV, Aug. 2013, S. 234-238.
Am 09.09.2014 wurde durch den Bezirksamtbeschluss 222 eine Ergänzung um den Bereich Sport
vorgenommen.
3

3

die zu einigen Gleichstellungsthemen notwendige abteilungsübergreifende Arbeit.“6
Immer fußend auf den in der Einleitung erwähnten gleichstellungspolitischen Zielen
von 2003 wurden für die drei Jahre abteilungsübergreifend bestimmte Schwerpunkte
erstmalig auch unter Anwendung der ausführlichen Analyse von insgesamt 29
Produkten ausgewählt. Damit erfolgte auch die Weiterführung des kontinuierlichen
Prozesses der Umsetzung von Gender Budgeting Methoden im Gender
Mainstreaming Prozess. Schwerpunktmäßig wurden Maßnahmen der Umsetzung
und zur Sensibilisierung für mehr Geschlechtergerechtigkeit vereinbart. Die
Entwicklung dieser Produkte wurde im 10. und 11. Bericht zur Umsetzung von
Gender Mainstreaming7 festgehalten.
Wir wollen mit diesem Bericht gezielt auf bestimmte Schwerpunkte eingehen und
intensiver als bislang herleiten, wie Gender-Mainstreaming Prozesse zur Umsetzung
gelangen und welche Faktoren im Prozess wichtig sind zur Zielerreichung.
Ausgewählt wurden hierfür die Themen, die in den Unterkapiteln 3.1. – 3.8.
vorgestellt werden.
Die Koordination der Berichterstattung, der Austausch über Zielfestlegungen,
Schwerpunktsetzung und Zielerreichung fand in den zurückliegenden Jahren in der
Gender Mainstreaming Koordinierung statt. Diese Koordinations-Runde hatte bereits
im Vorfeld des Jahres 2013 den für die Fortentwicklung wichtigen
Bezirksamtsbeschluss 106 auf den Weg gebracht. Alle Abteilungen sind
kontinuierlich in der Koordinierungsrunde vertreten, allerdings mit wechselnden
Personen. Aus dieser Gruppe gingen verschiedene Anträge auf externe
Finanzierung durch die Senatsverwaltungen hervor. Z.B. wurde die Finanzierung
einer externen Beratung für den Gender-Check in den Jugendeinrichtungen
beantragt. Im Jahr 2014 nahm die Vorbereitung der Führungskräftetreffen breiten
Raum ein. Durch die Etablierung neuer Verfahren in der Arbeit von Workshops, die
tatsächlich top-down gemeinsam umgesetzt wurden, entstanden realistische
Umsetzungsszenarien zu Themen wie tele-Arbeitsplätze, Gesundheitsmanagement
und Führungskräfteentwicklung.
Rückblickend für das letzte Jahr kann hier festgehalten werden, dass die
Koordinierung des Gender Mainstreaming vor allem unter der Nichtbesetzung der
Stelle von Frau Rabe gelitten hat. Der Kreis wurde nicht aktiviert, eine Erarbeitung
der fortlaufenden Berichterstattung wurde nicht in Angriff genommen.
Gleichwohl, das zeigt dann der wieder aufgenommene Faden durch die neu
eingesetzte Gleichstellungsbeauftragte, Carolina Böhm, kann in weiten Teilen auf
erarbeitetes Wissen zurückgegriffen werden. So wurde innerhalb einer sehr kurzen
Frist der 11. Bericht zusammengestellt, wenn auch nicht durchgängig unter
Beteiligung aller Abteilungen. Die Koordination Gender Mainstreaming hat zudem an

6
7

Ebenda, S. 234.
Vgl.: 10. Bericht Drs.Nr.: 0995/4 und 11. Bericht Drs.Nr.:1429/4

4

der Entstehung und Schwerpunktsetzung dieses Fazitberichts aktiven Anteil gehabt
und die Schwerpunktsetzungen mitbestimmt.

2. Abteilungsberichte der gleichstellungspolitischen Schwerpunkte 2013 – 2016 unter Einbeziehung von Gender
Budgeting Prozessen
2.1 Weiterführende Umsetzung der Implementierung von
Gender Budgeting im Gender Mainstreaming Prozess in
Charlottenburg-Wilmersdorf
Im Jahr 2013 hat die Senatsverwaltung Finanzen gemeinsam mit der
Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen ein Wettbewerb zwischen den
Bezirken mit dem Ziel ausgeschrieben, geeignete Methoden für die Vereinheitlichung
des Prozesses der Umsetzung von Gender Budgeting im Gender Mainstreaming
Prozess zu finden. Bewährte Methoden, die in unserem Bezirk von Anfang an
angewendet wurden,8 waren gute Voraussetzungen für die Teilnahme des Bezirks
am Wettbewerb. Die Erkenntnisse unseres mit einem Sonderpreis ausgezeichneten
Beitrages9 fanden bei der Diskussion zu den „Gleichstellungspolitischen
Schwerpunkten 2013 – 2016“ im Herbst 2012 in der einheitlichen Betrachtungsweise
von Zielstellung, Daten- bzw. Produktanalyse und Berichtwesen ihre Anwendung.
Zeitgleich wurde im Aufstellungsbeschluss für die Doppelhaushalte durch die
Senatsverwaltung für Finanzen und auf Beschluss des Rates der Bürgermeister
festgelegt, in Anlage 2 des Vorberichtes des Haushaltes der Bezirke die Analyse von
111 Produkten nach folgendem Schema vorzunehmen:

Lfd.Nr.

Pro- Pro- Anadukt- dukt lysiert
Ja/
Nr.
Nein

Darstellungsort

BeProAnalyse
zugs- duktweiblich
größe budget %
absolut

Analyse
männlich
%
absolut

Nach Vorgaben der Senatsverwaltung für Finanzen wurden neben dieser Anlage 2
im Vorbericht erstmals im Haushaltsjahr 2012/2013 detaillierte Erläuterungen in den
einzelnen Kapiteln des Haushaltes nach folgendem Raster ermöglicht und gefordert:
Produkt

Zielgruppe

Zielsetzung

Steuerungsmaßnahmen

FGA® und Grundraster Gender Budgeting Analyse
Vgl.: Dr. Lucas, Ulrike: Vereinheitlichung des Verfahrens der Implementierung von Gender Budgeting
im Prozess Gender Mainstreaming in Berlin, in: Gender Mainstreaming in Charlottenburg-Wilmersdorf,
Bd. IV, Berlin 2013, S. 145 – 184.

8
9

5

In Auswertung unserer Vorschläge zur besseren Umsetzung der Produktanalyse und
damit zur besseren Budgetierung und ggf. Umwidmung von Haushaltsmitteln im
Sinne der festgelegten Schwerpunkte der gleichstellungspolitischen Zielstellungen
wurden in Abstimmung mit dem Fachbereich im Doppelhaushalt 2014/2015 erstmalig
die Produktanalyse in den einzelnen Kapiteln des Haushaltes wie folgt
vorgenommen:
Muster für die Übersicht über die unter Genderaspekten untersuchten Produkte
in den Allgemeinen Erläuterungen im entsprechenden Kapitel des Haushaltes:
Produkt: Nr. und Text
Zielgruppe
Von
der
Abteilung
festgelegtes Teilziel
Sollfestlegung
aus Nutzer*innen
Genderprognose (Plan)
weibl.
männl.
in %
in %

Anteil des Budget

Nutzer*innenanalyse

Anteil des Budget
weibl.
männl.
in T€
in T€

Nutzer*innen
weibl.
männl.
in %
in %

weibl.
in T€

männl.
in T€

Soll-Ist-Vergleich
Steuerungsmaßnahmen
Die Vorteile des Instrumentes Gender Budgeting einerseits und die strategische
Bedeutung von Gender Budgeting andererseits wurden damit bei der Umsetzung von
Gender-Projekten als Einheit von Fachkompetenz, Genderkompetenz und
Haushaltskompetenz in einem einheitlichen Analyseverfahren gesehen.
Insofern ermöglicht die Anwendung von Gender Budgeting Methoden:




die Transparenz der Geschlechtergerechtigkeit bei der Mittelvergabe
eine detailtreue Analyse des Entwicklungsstandes und der Zusammenhänge
zwischen Mittelvergabe und Veränderung in der Geschlechtergerechtigkeit
eine Verdeutlichung, welche Bereiche von hoher Relevanz in der weiteren
Betrachtung sind
6




zielgenaue Datenanalysen zu erstellen und Redundanz in der Datenerfassung
zu vermeiden
eine Vereinfachung der Diskussion zur Zielstellung und für den
Zielerreichungsprozess in Fachbereichen und im Bezirk.

Gender Budgeting ist einmal Instrument für eine detaillierte Analyse des Entwicklungsstandes der Zielerreichung im Gender Mainstreaming Prozess, indem die
Nutzer*innen- und Budgetverteilungsanalyse im Haushalt objektive Parameter und
Hilfsmittel sind, um mit einer jährlichen genderbezogenen Überprüfung im Rahmen
des Haushaltsverfahrens die Wirkung auf die Zielerreichung zu erreichen. Auf Grund
dessen ist Gender Budgeting zum anderen politisches Steuerungsinstrument für das
Verwaltungshandeln, für die Verteilungsgerechtigkeit von Haushaltsmitteln und für
die Querschnittsaufgabe Gleichstellung insgesamt.
Gender Budgeting ist somit stets Teilstrategie von Gender Mainstreaming und
bezieht sich auf die ökonomischen, fiskalischen und finanzpolitischen Aspekte des
Verwaltungshandelns und vertieft insoweit die Gender Mainstreaming Strategie, d. h.
die politischen Zielstellungen. Gender Budgeting ermöglicht also die systematische
Analyse, Steuerung und Evaluation des Haushaltes bezüglich seines Beitrages zur
tatsächlichen Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern.
Außerdem sind die konkreten Gender Budgeting Analysen zusammen mit der Diskussion der Gleichstellungsziele eine wichtige Entscheidungsgrundlage für das
weitere parlamentarische Verfahren.
Praktisch fand diese Implementierung von Gender Budgeting Verfahren 2014 für
zwei Projekte statt, die ebenfalls durch die Beteiligung am Bezirkswettbewerb
„Gender Budgeting 2014“ prämiert wurden und mit Hilfe dieser finanziellen Mittel
erfolgreich durchgeführt werden konnten:


„Genderorientierte Untersuchung von Kinderspielplätzen“
An diesem bezirksübergreifenden Projekt beteiligte sich unser Bezirk mit der
Untersuchung von 26 willkürlich ausgewählten Spielplätzen, inwieweit die gendergerechte Gestaltung, ausgewählt nach vorher diskutierten Parametern, Berücksichtigung fand. Das Ziel des Projektes war u.a. durch die Anwendung der
Produktanalyse als Instrument des Nachweises für eine gendergerechte
Budgetierung der Haushaltsmittel durch den Senat an die Bezirke zu
erreichen, da die bisherige Vergabe Qualitätsparameter unbeachtet blieb und
allein nach der Quadratmeterzahl erfolgte.
 „Frauen und Mädchen im Sport 2014“
Ziele dieses Projektes waren: Mehr Frauen in Führungspositionen von Sport
vereinen zu gewinnen, die Stärkung des Ehrenamtes durch Gewinnung von Betreuerinnen und Trainerinnen und die Realisierung von interessen- und bedürfnisorientierten Angeboten speziell für Frauen und Mädchen. Dazu bedurfte
es zunächst einer Nutzer*innenanalyse der Sportanlagen im Bezirk.
Der
Fachbereich
Sport
entsprach
der
Forderung
für
die
Haushaltsaufstellungen der Doppelhaushalte seit 2006/2007 und erstellte eine
Produktanalyse für die vorgegebenen Produkte des Sportbereiches.10
10

Vgl.: Anhang 4: Produktanalyse für die Produkte des Sportbereiches 2006/2007 bis 2014/15,

7

Hervorzuheben ist hierbei die Verknüpfung der Zielstellungen in diesem
Bereich mit der Analyse der Produkte. Jedoch wurde bisher noch nicht die
Möglichkeit der Umverteilung von Haushaltsmitteln auf der Grundlage von
Daten- und Produktanalyse genutzt. Bei konsequenter Anwendung der
Produktanalyse für die Verteilung der vorhandenen Budgets könnte diese ein
hervorragendes Instrument sein. So werden in jedem Haushaltsjahr Mittel zur
Sanierung der bezirksgeleiteten Sportanlagen in einem Sonderprogramm
verteilt. Ausgang für die Verteilung ist eine Prioritätenliste der zu sanierenden
Anlagen. Keine Rolle spielten bisher bei dieser Verteilung Überlegungen, nicht
nur dringende Sanierungsaufgaben in ihrer Priorität, sondern auch
genderpolitische Aspekte zu berücksichtigen. Kommende Genderprojekte
haben zum Ziel, in Zukunft eine Verteilungsgerechtigkeit von Haushaltsmittel
im Sportbereich zwischen Männer und Frauen durch konsequente Anwendung
des Gender-Checks zu erreichen.
Um zur Genderrelevanz der vorgesehenen Sanierungsvorhaben Aussagen
treffen zu können, muss im Vorfeld die Nutzer*innenanalyse der betreffenden
Sportanlagen vorgenommen werden. Dabei sind folgende Fragen zu beantworten:
1. Wie viel Frauen/Mädchen und Männer/Jungen nutzen zu welchen Zeiten
die zur Sanierung vorgesehene Sportanlage?
2. Ist hieraus eine Veränderung der Prioritätsliste notwendig?
3. Wird die Sanierung dazu führen, dass auch vermehrt Frauen/Mädchen die
Sportanlage nutzen?
4. Berücksichtigen die Sanierungsmaßnahmen die Bedürfnisse von Frauen/
Mädchen bzw. von Männern/Jungen (Bedarfsanalyse)?
In der kommenden Wahlperiode sollten die dann festgelegten Schwerpunktprojekte
auf die Möglichkeit von letztendlicher Umverteilung von Haushaltsmitteln überprüft
werden, die eine größere Gendergerechtigkeit ermöglichen. Das Sportprojekt könnte
dafür beispielgebend sein.

2.2 Erfüllungsbericht der gleichstellungspolitischen Schwerpunkte 2013 – 2016
Der Evaluationsbericht für Charlottenburg-Wilmersdorf für den Zeitraum von 2003 bis
2011 durch ein externes Büro11 fand im September 2012 seine Auswertung in einer
Fachkonferenz des Bezirksamtes. Im Ergebnis dieser Konferenz ist die Erarbeitung
der Bezirksamtsvorlage Nr. 106 zu den „Gleichstellungspolitischen Schwerpunkten
2013 – 2016“ beschlossen worden.12 In Vorbereitung der Erarbeitung der
in: Dr. Lucas, Ulrike: Gender Mainstreaming im Sport – Bewertung einer Analyse im Bezirk
Charlottenburg-Wilmersdorf, März 2015, S. 32 – 38.
11 Genderbüro Dr. Regina Frey; gbm Berlin Wiedmann, Sybille: Gender Mainstreaming als
Qualitätsprozess im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf; Ziele – Umsetzung – Verstetigung; in: Gender
Mainstreaming in Charlottenburg-Wilmersdorf Bd. IV, Berlin 2013, S. 134-144.
12 Vgl.: Bezirksamtsvorlage Nr. 106 zur Beschlussfassung: Gleichstellungspolitische Schwerpunkte
2013 – 2016.
in: Gender Mainstreaming in Charlottenburg-wilmersdorf Bd. IV, Berlin 2013, S. 234 – 238. Am
09.09.2014 wurde durch den Bezirksamtsbeschluss 222 eine Ergänzung um den Bereich Sport

8

Schwerpunkte wurden in jeder Abteilung Gender-Mainstreaming-Koordinator*innen
benannt, die sich in regelmäßigen Diskussionsrunden zur Planung,
Schwerpunktsetzung, Umsetzung und Erfüllung geplanter Ziele verständigten. Als
vorteilhaft erweist sich bei dieser Vorgehensweise, dass über festgelegte Teilziele in
den Abteilungen der Focus auf notwendige, wichtige und auch umsetzbare Ziele für
einen längeren Zeitraum (Wahlperiode) gelegt wird, was Kontinuität und die
Feststellung von Zielerreichungsergebnissen ermöglicht. Hervorzuheben ist hierbei
auch, dass die Erkenntnisse des Bezirks zur Bedeutung der Implementierung von
Gender Budgeting in den Prozess Gender Mainstreaming13 bei den Schwerpunkten
seine Berücksichtigung durch die Produktanalyse fand.
Der Fazitbericht analysiert nach drei Jahren die Erfüllung der selbstgestellten Ziele:
1. Schwerpunkt: Gestaltung von öffentlichen Räumen
Welche
Abteilungen
/Fachbereiche
arbeiten
mit?
Abt. Pers:
Sozialraum
orientierte
Planungsko
ordination

Abt.
Jug:
Schul- und
Sportamt
Abt. Stadt:
Stadtentwic
klungsamt
Tiefbauund
Landschafts
planung

Gleichstell
ungspolitis
che Ziele
In CW

Fachliche
Teilziele

Welche
Produkte
sind
betroffen
?

Maßnahmen 2013 –
2016

IV:
Chancengl
eichheit in
der
Stadtplanu
ng

Gendergerechtig
keit
in
der
Stadtteilentwicklu
ng und bei der
Gestaltung von
Sozialräumen

72640
78432
79385
79035
79739

Beteiligung am
Spielplatzprojekt
Bezirken

Gendergerechte
Nutzung
der
Sportund
Freiflächen

Implementierung
von
Gendergerechtig
keit
in
das
Ausschreibeverfa
hren
von
Großprojekten

GBvon

GM
in
die
Sozialraumorientierung
unter Beachtung der
Bürger*innenbeteiligung
und
ämterübergreifender
Vernetzung
Verbesserung
des
Qualitätsmanagement
durch Definition von
Gender Aspekten im
Ausschreibeund
Wettbewerbsverfahren
von Großprojekten

vorgenommen.
13 Vgl.: Dr. Lucas, Ulrike: Vereinheitlichung des Verfahrens der Implementierung von Gender
Budgeting im Prozess Gender Mainstreaming in Berlin, in: Gender Mainstreaming in CharlottenburgWilmersdorf Bd. IV, Berlin 2013, S. 146 – 184

9

StadtOrdGr
ün
Berücksichtigung
von
Genderaspekten
bei Umbau und
wesentlichen
Erneuerungsmaß
nahmen
Olivaer Platz

Umgestaltung
Pausenhöfe
Joan-Miro-Schule

Beteiligungsverfahren
fortlaufend bis 2018;
Ergebnisse der Runden
Tische flossen u.a. im
Bereich
der
Spielplatzgestaltung ein
Durchführung
von
Planungsworkshops im
Nov. 2015 mit hoher
Beteiligung der SuS,
Nachbarschaft, Polizei,
Expert*innen

Im Mittelpunkt der Umsetzung der selbst gesteckten Ziele stand die Beteiligung
unseres Bezirks am bezirksübergreifenden Projekt „Genderorientierte Untersuchung
von Spielplätzen“ in den vergangenen drei Jahren. Durch die Prämierung dieses
Projektes innerhalb des von der Senatsverwaltung für Finanzen und der
Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen ausgeschriebenen
Bezirkswettbewerbes „Gender Budgeting“ konnten mit Hilfe dieser finanziellen Mittel
2 externe Büros die Kartierung und Bewertung der Spielplätze erfolgreich
durchführen (Planungsteam „TOPOS“ und „die Raumplaner“).14 Ziel dieses Projektes
war die Erfassung und Bewertung der vorhandenen öffentlichen Spiel- und
Bewegungsflächen nach genderorientierten Bewertungskriterien in allen Bezirken.
Außerdem war Anliegen der Bezirke im Ergebnis dieser Untersuchung u.a., eine
gendergerechte Budgetierung der Haushaltsmittel (Budgetierungsprodukt 72640)
durch den Senat an die Bezirke zu erhalten, da die bisherige Vergabe allein nach der
Quadratmeterzahl erfolgte.
Untersucht wurden im Bezirk 26 willkürlich ausgewählte Spielplätze. Im Ranking der
Bezirke hinsichtlich der Berechnung der Kennzahlen liegt Charlottenburg-Wilmersdorf auf Rang 2 in der Gesamtbewertung, bei dem gärtnerischen Pflegezustand und
der Sauberkeit auf Rang 1. Ein Spielplatz (Klausingring) wurde auf der Grundlage
eines
zielgruppenorientierten
Beteiligungsverfahrens
umgestaltet.
Die
genderspezifische Ausstattung der Spielplätze sei in der Bewertung leicht
unterdurchschnittlich,
was
sich
vor
allem
auf
die
geringe
Zahl
geschlechtsspezifischer Spielangebote und solcher für Nutzer mit und ohne
Vgl.: TOPOS; die Raumplaner: Genderorientierte Qualitätsbewertung auf Spiel- und
Bewegungsflächen; Abschlussbericht für den Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf (Band IV), Dez. 2013
14

10

Behinderung zurückführen lässt. Das kann auch die Ursache dafür sein, dass ältere
Kinder ab dem 10. Lebensjahr kaum auf den Spielflächen vertreten sind (6,1%
Mädchen, 10,5% Jungen), wobei die Jungen hauptsächlich (93%) auf dem Bolzplatz
anzutreffen sind.
Auf der Grundlage der einzelnen Untersuchungen in den Bezirken erfolgte ein
bezirksübergreifender Abschlussbericht15, der sowohl eine gute Grundlage für die
Weiterarbeit der Bezirke als auch für die Senatsverwaltung hinsichtlich der
Budgetierung der vorhandenen Haushaltsmittel darstellen kann. Insofern kann
bewertet werden, dass diese Teilziele erfüllt, jedoch auch in der nächsten
Wahlperiode Schwerpunkt bleiben und kontinuierlich weitergeführt werden sollten.
Ein weiteres Ziel des Schwerpunktes der Gestaltung von öffentlichen Räumen ist die
Verbesserung des Qualitätsmanagements durch die Definition von Gender Aspekten
im Ausschreibe- und Wettbewerbsverfahren von Großprojekten. Als hervorragende
Grundlage hierfür ist die „Arbeitshilfe zur Umsetzung von Gender Mainstreaming in
der Bauleitplanung“ zu werten.16 Auf dieser Grundlage wurden in dieser Wahlperiode
u.a. in der Planung und im Beteiligungsverfahren zur Gestaltung des Olivaer Platzes
genderspezifische Aspekte eingearbeitet und diskutiert. Jedoch gibt es bei der
Gestaltung des Platzes große Interessenkonflikte in der Bevölkerung, so dass die
Diskussionen noch immer nicht abgeschlossen sind. Dieses Instrument der
Bauleitplanung sollte in Zukunft wesentlich umfangreichere Anwendung erfahren. Im
öffentlichen Beteiligungsverfahren ist es noch nicht Bestandteil allgemeinen
Verwaltungshandelns.
2. Schwerpunkt: Personalentwicklung
Welche
Abteilung
en/Fachb
ereiche
arbeiten
mit?
Abt.
Pers:
Serviceeinheit
Personal
Abt. Bü
Abt.
Stadt
Abt. Jug

Gleichstell Fachliche Teilziele
ungspolitis
che Ziele
in CW

Welche
Produkte
sind
betroffen?

Maßnahmen 2013 –
2016

II: Gezielte
Personalentwicklun
g mit dem
Ziel einer
ausgewog
enen
Beteiligung
von
Männern
und
Frauen an
Führungsp

79352
78707
78444
76906
Titel:
52501
52511
52532

Beachtung von GM
Aspekten
bei
der
Erstellung
eines
Personalentwicklungspl
anes
und
eines
Frauenförderplanes

Erhöhung
des
Anteils an Frauen in
Führungspositionen
durch
Fortsetzung/Intensiv
ierung
gezielter
Qualifikations- und
Personalentwicklun
gsmaßnahmen

Datensätz
Förderung
der e:
Vereinbarkeit
von Personala
Beruf und Familie in nalyse

Teilmaßnahmen:
Bewerbungsperspektive
n für Qualifizierte über
Zielvereinbarungen
Familienorientierte

Vgl.: TOPOS; die Raumplaner: Genderorientierte Qualitätsbewertung auf Spiel- und
Bewegungsflächen; Bezirksübergreifender Abschlussbericht (Band 0), Febr. 2014
16 Allerdings ist zu bemerken, dass die BVV bereits 2011 eine Überarbeitung der Arbeitshilfe gefordert
hat, die bisher noch nicht erfolgt ist.
15

11

Abt. Soz

ositionen

der
Verwaltung nach
durch
vielfältige Geschlecht
Frauenve III:
Gestaltung
der ern
rtreterin
Förderung Arbeitsbedingungen
Demografi
der
Vereinbark gender-,
sche
eit
von behindertenund Analyse
Beruf und altersgerechte
der
Familie
Arbeitsplatzgestaltu Personale
ng
ntwicklung
in
CW
unter
Genderasp
ekten

Personalpolitik
Projekte
Telearbeitsplatz; ElternKind-Arbeitsplatz
GM
in
fortführen

Ausbildung

Konzeption der Genderbehindertenund
altersgerechten
Arbeitsplatzgestaltung
Personalkonzeption zur
demografischen
Entwicklung
Fortsetzung
Führungskräftetraining
für Frauen

In der Umsetzung vorgenannter Zielstellungen der Personalentwicklung mit der
Notwendigkeit der Durchsetzung einer familienfreundlicheren Personalpolitik wurden
von den beteiligten Abteilungen seit 2013 viele Aktivtäten unternommen. Mit Hilfe der
Förderung der Senatsverwaltung Arbeit, Integration, Frauen für eine externe
Beratung wurde im ersten Schritt eine Befragung durchgeführt, deren Ergebnisse in
einem ersten Führungskräftetreffen im November 2013 nicht nur vorgestellt, sondern
in Arbeitsgemeinschaften bereits Maßnahmen diskutiert wurden. Diese Diskussion
mündete in einen Maßnahmenplan, der als Bezirksamtsbeschluss Nr. 176
festgeschrieben wurde.17 Mit der Umsetzung dieses Maßnahmenplans werden
neben notwendigen personalpolitischen Zielstellungen unter den Bedingungen des
zukünftigen demografischen Prozesses auch maßgebliche gleichstellungspolitische
Zielstellungen des Bezirkes erfüllt (I: Gleichberechtigte Beteiligung von Frauen und
Männern an Entscheidungsprozesses, III: Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und
Familie). Auf Grund dessen gab es während des Umsetzungsprozesses eine enge
Zusammenarbeit, einerseits zwischen dem Gleichstellungsbüro, der AG der GMKoordinator*innen und andererseits mit dem Personalmanagement und dem
Steuerungsdienst des Bezirks.
Im Juli 2014 fand ein zweites Führungskräftetreffen statt, auf dem vorrangig die
familienfreundliche Gestaltung des Arbeitsprozesses diskutiert wurde. In Anbetracht
dessen, das in den nächsten Jahren ca. 70 % der Mitarbeiter*innen aus
Altersgründen ausscheiden werden, ist die Kenntnis des Bedarfs an
familienfreundlichen Maßnahmen zur besseren Arbeitsgestaltung sehr wichtig.
Herauszuheben ist dabei auch die breitere Anwendung des Projektes
„Wissenstransfer“, das die Möglichkeit der weiteren übergangsweisen Tätigkeit von
Pensionären zur Einarbeitung von Nachwuchskräften beinhaltet.

17

Vgl.: Vorlage Nr. 176 zur Beschlussfassung des Bezirksamtes vom 21.01.2014

12

Zum Erfüllungsstand der beschlossenen Teilmaßnahmen kann wie folgt berichtet
werden:
 Bewerbungsperspektiven für Qualifizierte über Zielvereinbarungen:
Diese Personalentwicklungsmaßnahme wurde 2015 in Angriff genommen und
wird bis 2017 fortgeführt.
 Familienorientierte Personalpolitik: Es wurden umfängliche Teilzeitmodelle
entwickelt und damit fast immer den Wünschen der Beschäftigten
entsprochen.
 Projekt Telearbeitsplatz: Es wurde die Konzeption für ein Pilotprojekt
entwickelt. Die Bewerbung für dieses Projekt erfolgte im II. Quartal 2015. Für
das IV. Quartal 2015 ist die Einrichtung von 10 Telearbeitsplätzen
vorgesehen.
 Projekt Eltern-Kind-Arbeitsplatz: Es wurde kein Bedarf an separaten ElternKind-Arbeitsplätzen festgestellt.
 GM in der Ausbildung fortführen: Der Anteil weiblicher Auszubildender ist
seit Jahren mit 65 % nahezu gleichbleibend; der Anteil von weiblichen
Auszubildenden im Gärtnerberuf konnte von 23,1 % auf 44,4 % gesteigert
werden.
 Personalkonzeption zur demografischen Entwicklung: Es erfolgen
abteilungsbezogene Personalbedarfsplanungen, da der notwendige
Nachbesetzungsbedarf jährlich ca. 4,5 bis 5 % beträgt. Diese Maßnahme wird
dauerhaft im Focus der Personalpolitik der kommenden Jahre stehen.
 Fortsetzung des Führungskräftetrainings für Frauen: Es liegt eine
Detailanalyse vor, in welchen Bereichen eine Unterrepräsentanz von Frauen
festzustellen ist. In der zweiten Führungsebene ist eine Gleichstellung der
Geschlechter erreicht. Für 2016 ist ein erneutes Führungskräftetraining für
Frauen vorgesehen, wozu das Fortbildungsbudget im Haushalt deutlich erhöht
wurde.

Im November 2015 fand ein drittes Führungskräftetreffen statt, auf dem die
Auswertung bisheriger Initiativen in Bezug auf familienorientierter Personalpolitik
erfolgte.
Der mit Beginn 2016 vorgelegte Frauenförderplan für den Bezirk CharlottenburgWilmersdorf wird im Unterkapitel 3.7 ausführlich vorgestellt.
3. Schwerpunkt: Wirtschaftsförderung
Welche
Abteilung
en/Fachb
ereiche
arbeiten
mit?
Abt.Pers:
Wirtschaf
tsförderu
ng

Gleichstell Fachliche Teilziele
ungspolitis
che Ziele
in CW

Welche
Produkte
sind
betroffen?

Maßnahmen 2013 –
2016

II: Verbesserung der
wirtschaftli
chen
Eigenständ

76801
76844
79103
65009

Weiterführung der GM
Maßnahmen
zur
Förderung
von
Existenzgründerinnen
unter Einbeziehung der

Förderung
von
Existenzgründerinne
n zur Erlangung der
wirtschaftlichen
Eigenständigkeit

13

Abt. Bü:
Serviceeinheit
Facility
Management
FB
Immobili
en
Abt.
Stadt:
Ordnung
samt

igkeit von
Frauen
und
Teilhabe
beider Geschlechter
am
Arbeitsmar
kt

Unterstütz
ung
von
Unternehm
er*innen

Arbeit des UCW
PEB18
Projekt:
Entwicklung
eines
Gender-Netzwerkes im
BBWA19 in CW20

Effektivere
Unterstützung der
Teilhabe
am
Arbeitsmarkt beider
Geschlechter durch
Bildung
von
Netzwerken
Datenanal
yse:
Gewerbeb
escheinigu
ngen und
gewerbere
chtliche
Zulassung
en

Der Fachbereich bemüht sich seit langem, Existenzgründerinnen in ihrem Vorhaben
aktiv zu unterstützen. So erschien der Leitfaden „Basiswissen für
Existenzgründerinnen bereits in 3. Auflage und das Interesse ist nach wie vor groß.
Datengrundlage für diese Unterstützungspolitik des Fachbereiches ist der Anteil der
Existenzgründerinnen bei Gewerbebescheinigungen und Gewerberechtlichen
Zulassungen. Hierbei ist seit Jahren festzustellen, dass das Verhältnis von Frauen
und Männern ca. 1/3 zu 2/3 ist. Betont wird, dass die Inanspruchnahme dieser
behördlichen Leistungen nicht steuerbar ist. Insofern finden die Initiativen um den
Erhalt und die qualitative Entwicklung des UCW21 eine herausragende Bedeutung in
der derzeitigen Wahlperiode.
Zum Abschluss des PEB-Projektes „Entwicklung eines Gender-Netzwerkes im
BBWA in Charlottenburg-Wilmersdorf“ wird im Unterkapitel 3.3 ausführlicher
berichtet.
Neue Initiativen seitens des Gleichstellungsbüros gibt es im Bereich der „Minijobs“, in
diesem Bereich der prekären Beschäftigung ist der Anteil der Frauen leider schon
traditionell sehr hoch. Neben den aktuellen prekären Situationen, zum Beispiel für
Alleinerziehende ist es gleichzeitig eine Ursache für künftige Altersarmut. Für die
kommende Wahlperiode werden Aktivitäten dahingehend Schwerpunkt in der
Gleichstellungsarbeit sein.

Europäischer Sozialfond Projekt: Partnerschaft – Entwicklung – Beschäftigung
Bezirkliches Bündnis für Wirtschaft und Arbeit
20 Charlottenburg-Wilmersdorf
21 UCW = Unternehmerinnen- und Gründerinnenzentrum Charlottenburg-Wilmersdorf; neu seit
Februar 2016 UCW = UnternehmerinnenCentrumWest
18
19

14

4. Schwerpunkt: Bildung und Kultur
Welche
Abteilung
en/Fachb
ereiche
arbeiten
mit?
Abt. Bü:
Amt für
Weiterbil
dung und
Kultur
FB
Musiksch
ule

Gleichstell Fachliche Teilziele
ungspolitis
che Ziele
in CW

Welche
Produkte
sind
betroffen?

VIII:
Genderger
echter
Bildungspr
ozess

FB
FB Musikschule:
Musikschul
 Erneute
e:
Diskussion
79395
gleichstellungspo
79396
litischer Ziele
 Erstellung eines
Merkblattes
 GB Analyse der
Honorare
und
Gehälter

FB VHS
FB VHS:
79026
79869
79870
79728
FB Kultur

II:
Verbesser
ung
der
ökonomisc
hen
Eigenständ
igkeit von
Frauen

Stärkung
der
ökonomischen
FB Kultur:
Eigenständigkeit der 79401
Frauen
in 79402
künstlerischen
Berufen

Maßnahmen
2016

2013 –

FB VHS:
 Schulabschlüsse
(GB Analyse)
 Diskussion über
Teilziele und
Hintergründe:
Bedarfsanalyse

Hervorzuheben ist, dass in der Abteilung in den Fachbereichen Musikschule, VHS
und
Kultur
seit
Jahren
Bemühungen
unternommen
werden,
den
Gleichstellungsgedanken der Geschlechter als Bildungsauftrag zu verstehen und im
Handeln festzuschreiben. Ausführliche Datenanalysen sind vorhanden, um die
Schwerpunktsetzung in den Bereichen vorzunehmen. Daraus folgend wurde
beschlossen:
15



Die Diskussion gleichstellungspolitischer Ziele im Musikschulbereich. Mit
externer Hilfe sollte diese Diskussion geführt werden, um auf dieser
Grundlage eine erneute Schwerpunktsetzung vornehmen zu können. Dies
wurde bisher noch nicht geschafft und sollte in der kommenden Wahlperiode
Gegenstand der Arbeit sein.

Vor dem Hintergrund sehr unterschiedlicher Zahlendarstellungen galt es zu
überprüfen, ob die Nachfrage bzw. auch Beteiligung von Männern/Frauen am
nachträglichen Erwerb des Schulabschlusses gewährleistet ist und dem
tatsächlichen Bedarf entspricht.
Auf erste Gedankengänge dahingehend wird auf das Unterkapitel 3.5 dieses
Berichtes verwiesen.
Im Fachbereich Kultur wird seit Jahren sehr ausführlich die Datensammlung zu den
Nutzer*innen der im Bezirk vorhandenen kulturellen Einrichtungen vorgenommen
und Anstrengungen der Mitarbeiter über verschiedene Projekte sichtbar, die
Angebote interessant für Mädchen/Frauen und Jungen/Männer zu gestalten.
Schwerpunkt in der Arbeit war es vor allem, ein geschlechtergerechtes
ausgewogenes Verhältnis bei den Zuwendungen an Künstlerinnen und Künstler
herzustellen, was nach dem Bericht des Fachbereichs auch gelungen ist: 2014
wurden 11 Zuwendungen an freie Kunstschaffende und Kulturgruppen ausgereicht,
wobei 124 Künstlerinnen und 153 Künstler beteiligt waren.
5. Schwerpunkt: Gesundheit
Welche
Abteilung
en/Fachb
ereiche
arbeiten
mit?
Abt. Soz:
FB
Zentrum
für
sexuelle
Gesundh
eit
und
Familien
planung

Gleichstell Fachliche Teilziele
ungspolitis
che Ziele
in CW

Welche
Produkte
sind
betroffen?

Maßnahmen 2013 –
2016

VI:
Förderung
einer
geschlecht
erdifferenzi
erenden
Gesundhei
tsplanung

78724
79014
78744
80138

Maßnahmen
zur
Aufklärung von Jungen
und jungen Männern
zur
Sexualität
und
Verhütung entwickeln
Maßnahmen
zur
Öffentlichkeitsarbeit
über die gesetzlichen
Voraussetzungen zum
Anspruch auf Hilfe

Entwicklung
von
gendergerechten
Strategien in Fragen
der Sexualität und
Verhütung
bei
Bedürftigkeit

Schwerpunktmäßig wurde für den „Fachbereich Zentrum für sexuelle Gesundheit und
Familienplanung“ bis 2016 als fachliches Teilziel die „Entwicklung von
gendergerechten Strategien in Fragen der Sexualität und Verhütung bei
Bedürftigkeit“ anvisiert. So konnte durch kontinuierliche Analyse und durch die
verstärkte Öffentlichkeitsarbeit festgestellt werden, dass die Bemühungen des
Fachbereiches um die Steigerung der Verantwortung auch der Männer für die
Schwangerschaftsverhütung Erfolge zeitigt. Beantragten 2011 noch 753 Männer die
Kostenübernahme für Verhütungsmittel, so sind es 2014 schon 2.060. Andererseits
zeigt sich, dass Strukturveränderungen (Schließung einer Beratungsstelle) negative
16

Entwicklungen der Nutzer*innenstruktur erzeugt, wie das Beispiel der Beratung und
Betreuung bei sexuell übertragbaren Krankheiten zeigt, wo 2014 der Männeranteil
rückläufig war. Ausführlich werden die Ergebnisse im Unterkapitel 3.1 beleuchtet.
Inanspruchnahme von Verhütungsmitteln bei Bedürftigkeit von Frauen und Männern:
Jahr
2011
2012
2013
2014

Frauen
absolut
8.113
16.189
15.183
16.146

Frauen
in %
91,5 %
91,2 %
88,6 %
88,7 %

Männer
absolut
753
1.562
1.940
2.060

Männer
in %
8,5 %
8,8 %
11,4 %
11,3 %

In der sexualpädagogischen Arbeit mit Schulklassen und in der Öffentlichkeitsarbeit
wurden ganz bewusst Jungen und Männer angesprochen und für das Thema
„Vaterschaftsverhütung“ sensibilisiert. Der Fachbereich schätzt ein, dass in der
pädagogischen Gruppenarbeit und in der interkollegialen Schulung die Methodik für
die Sensibilisierung von Jungen weiterhin ein Schwerpunkt in der
gleichstellungspolitischen Arbeit auch in Zukunft sein wird.
6. Schwerpunkt: Soziales
Welche
Abteilung
en/Fachb
ereiche
arbeiten
mit?
Abt. Soz:
Amt für
Soziales
FB
Soziale
Dienste,
soziale
Wohnhilf
en, Sen.
Arbeit
und
Ehrenam
t

Gleichstell Fachliche Teilziele
ungspolitis
che Ziele
in CW

Welche
Produkte
sind
betroffen?

Maßnahmen 2013 –
2016

VII:
Gezielte
geschlecht
sspezifisch
e
Förderung
der
Selbstorga
nisation in
verschiede
nen
Lebenslag
en
und
Altersstufe
n

76783
80633
80634
80635

Qualifizierung
der
Mitarbeiter*innen
der
sozialen
Wohnhilfen
hinsichtlich
von
Genderaspekten über
externe Hilfe

Gendergerechtigkeit
in der Beratung von
Wohnungslosen
durch Qualifizierung
der
Mitarbeiter*innen
des
Amtes
für
Soziales entwickeln

Die Abteilung Soziales hat sowohl im Gesundheitsbereich als auch in der sozialen
Betreuung in den vergangenen Jahren wesentlich mehr Hilfebereiche analysiert, als
schwerpunktmäßig festgelegt wurden, um die Kontinuität der bisherigen Arbeit zu
wahren. So berichtet die Abteilung z. B. regelmäßig über das mehrere Jahre
umfassende Pflegefachcontrolling mit Hilfe der Nutzer*innenanalyse, die
hervorragend die Entwicklungsprozesse trotz der zwingenden gesetzlichen Bindung
17

darstellt. Die umfangreichen Dokumentationen zu vielen sozialen und
sozialpsychiatrischen Hilfearten verdienen in Zukunft eine ausführliche Auswertung,
um den Stand gendergerechten Handelns in der Sozialarbeit beurteilen und werten
zu können.
Zunächst wurde die Qualifizierung des Personals zur Optimierung der
Beratungstätigkeit zur Erlangung und Sicherung von Wohnraum als Schwerpunkt
gesetzt. Es wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, die durch die Anwendung neuer
Instrumente der Fallberatung und Fallbesprechung qualifizierter, besser und
reflektierter auf die unterschiedlichen Bedarfe von männlichen und weiblichen
Wohnungslosen eingeht. Ziel ist es hierbei, den Antragstellenden einen
gleichberechtigten und bedarfsgerechten Zugang zu den Möglichkeiten der
Wohnraumsuche bzw. Heimunterbringung zu ermöglichen. Die regelmäßige
geschlechterspezifische Qualifizierung des Personals findet seit 2012, auch mit von
der Senatsverwaltung Arbeit, Integration und Frauen finanzierten externen Hilfe statt.
Die ausführlichen Interviews mit den Mitarbeiter*innen des Fachbereiches werden im
Unterkapitel 3.2 vorgestellt.
7. Schwerpunkt: Jugend
Welche
Abteilung
en/Fachb
ereiche
arbeiten
mit?
Abt. Jug:
Jugenda
mt

Gleichstell Fachliche Teilziele
ungspolitis
che Ziele
in CW
I:
Gleichbere
chtigte
Beteiligung
von
Frauen
und
Männern
an
Entscheidu
ngsprozes
sen

Welche
Produkte
sind
betroffen?

Gendergerechte
78387
Nutzung
der 78401
Jugendfreizeiteinric
htungen
und
Bewusstseinsweiter
entwicklung
für
gendergerechte
pädagogische
Prozesse in der
Mitarbeiterschaft

VII:
Geschlecht
sspezifisch
e
Förderung
der
Selbstorga Gendergerechter
nisation
Bildungsprozess in
der
Jugendförderung
VIII:
Genderger
echter
Bildungspr
ozess

Maßnahmen 2013 –
2016

Erneute
Befragungen
der Nutzer*innen und
des
Personals
von
Jugendfreizeiteinrichtun
gen des Bezirks und
der
freien
Träger
(zuletzt 2004 initiiert)

Geschlechterdifferenzie
rte
Analyse
der
Angebotsstruktur

18

Im Mittelpunkt im Jugendbereich stand einmal die erneute Befragung der
Nutzer*innen und des Personals von Jugendfreizeiteinrichtungen nach 10 Jahren,
die mit finanzieller Unterstützung der Senatsverwaltung Arbeit, Integration und
Frauen extern erstellt wurde.22 Die Befragung machte folgendes deutlich:
 Die Einrichtungen sind sehr vielfältig und unterschiedlich; insofern gibt es
unterschiedliche Ausgangslagen und Voraussetzungen zum Thema
Geschlechtergerechtigkeit und geschlechterbewusster Pädagogik.
 Mit der Befragung wurde in den Einrichtungen Reflexionsprozesse zu
Konzeptionen geschlechtsspezifischer Angebote in Gang gesetzt.
 Fortbildungsbedarf und -wünsche sollten einrichtungsbezogen umgesetzt
werden.
 Auf Ebene der Jugendförderung sollte eine Rahmenvereinbarung zu
qualitativen Aspekten der Mädchen- und Jungenarbeit erarbeitet werden.
 Die Akzeptanz sexueller Vielfalt sollte unter dem Aspekt der
Gleichberechtigung in den Konzeptionen der offenen Kinder- und
Jugendarbeit berücksichtigt werden.
 Mehrfach wurden als Hemmnis die mangelnden personellen Ressourcen
benannt.23
Im Ergebnis der Befragungen wurden sehr positive Rückmeldungen durch die Kinder
und Jugendlichen festgestellt und die sehr gute pädagogische Arbeit wurde
hervorgehoben. Unter Beibehaltung bestehender Strukturen werden auch zukünftig
geschlechterspezifische Angebote entsprechend der Bedürfnisse von Mädchen und
Jungen weiterentwickelt und der Austausch zu konzeptionellen Aspekten fortgesetzt.
Insofern werden diese Zielstellungen auch in der nächsten Jahren weitergeführt.
Der im Anhang befindliche Bericht der Abteilung geht auf die Zielstellungen der
geschlechtersensiblen Arbeit in den Jugendeinrichtungen des Bezirkes vertieft ein.
8. Schwerpunkt: Sport
Welche
Abteilung
en/Fachb
ereiche
arbeiten
mit?
Schulund
Sportamt
FB
Sportförd
erung

Gleichstell Fachliche Teilziele
ungspolitis
che Ziele
in CW
I:
Gleichbere
chtigte
Beteiligung
von
Frauen
und
Männern

Welche
Produkte
sind
betroffen?

Geschlechtergerech 77673
te Besetzung der
Führungspositionen
in
den
Sportvereinen

Maßnahmen 2013 –
2016

Durchführung
eines
Ideenwettbewerbs
zwischen
den
Sportvereinen um den
„Förderpreis
Frauen
und Mädchen im Sport
2014 und 2015“

Vgl.: gbm-Berlin, Wiedmann, Sybille: „Sind Jungen und Mädchen in Freizeitstätten
gleichberechtigt?“ Gender-Checks in Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit des Bezirks
Charlottenburg-Wilmersdorf, Mai 2014.
23 Vgl.: Ebenda, S. 9
22

19

an
Entscheidu
ngsprozes
sen
Gewinnung
von
Frauen
und
II: Gezielte Mädchen
als
Personale Nutzerinnen
ntwicklung verschiedener
mit
dem Sportangebote
Ziel einer
ausgewog
enen
Beteiligung
von
Frauen
und
Männern
an
Führungsp
ositionen

Auswertung der Listen
zur
Ermittlung
des
Nutzer*innen-IstZustandes
Ermittlung der Bedarfe
für das Angebot von
Sportarten und der
Nutzungszeiten
für
Mädchen und Frauen

Das Bezirksamt entschied sich 2014, am von der Senatsverwaltung für Finanzen
ausgelobten Bezirkswettbewerb „Gender Budgeting“ teilzunehmen und reichte die
Konzeption für das Projekt „Frauen und Mädchen im Sport 2014 in CharlottenburgWilmersdorf“ ein. Der Bezirk erhielt für die Konzeption eine Prämie, die für die
Umsetzung des Projektes dienlich war.
Im Mittelpunkt des Projektes standen die beschlossenen oben angeführten
Zielstellungen, die in den gleichstellungspolitischen Schwerpunkten durch
Bezirksamtsbe-schluss vom 09.09.2014 im Beschluss Nr. 222 die dahingehende
Ergänzung erfuhr.
Als umsetzbare Schritte des Projektes war für das Jahr 2014 Folgendes vorgesehen:
 Bestandsaufnahme des bisher Erreichten und deren Dokumentation
 Weiterführung
der
Nutzer*innenanalyse
und
Durchführung
einer
Bedarfsanalyse
 Auslobung eines Preises für die besten Sportvereine
 Dokumentation der Ergebnisse der Analysen
Die Reaktion der Sportvereine auf den Wettbewerbsaufruf war sehr zurückhaltend,
jedoch waren die Ergebnisse der Beteiligten herausragend. Allerdings konnte die
Bedarfsanalyse nicht durchgeführt werden, da es keinen auswertbaren Rücklauf der
Fragebögen gab.
Veröffentlicht wurden eine ausführliche Dokumentation der Nutzer*innenanalyse und
eine Bewertung der durchgeführten Analysen.24 25 Kurzgefasst führten die
Ergebnisse zu folgenden Erkenntnissen:
Vgl.: Dr. Lucas, Ulrike: Nutzer*innenanalyse auf den bezirklichen Sportanlagen in den Jahren 2010,
2013 und 2014, Teil A, Nov. 2014
24

20









Sehr hohe Auslastung der Sportanlagen in Charlottenburg-Wilmersdorf
Der Frauenanteil der benachbarten Bezirke ist vergleichsweise hoch durch
Teilnehmerinnen von Wettbewerben und Sportfesten in unserem Bezirk
Der Gesamtanteil der Nutzerinnen im Vergleich zur Analyse 2010 ist
annähernd bis 2014 gleich geblieben
Zuwächse des Frauenanteils gibt es vor allem bei American Football, Rugby
und Boxen
Ein hoher Frauenanteil wird vor allem in den Sportarten Hockey, Handball,
Leichtathletik, Eiskunstlauf und Gymnastik verzeichnet
Hauptsächliche Bemühungen müssten auf die Entwicklung des Frauenfußball
gelegt werden
Bemühungen um aktive Sportlerinnen als Mitglieder von Sportvereinen im
Bezirk betreffen vor allem die Altersgruppen 15 bis 40 Jahre

Erfahrungen in anderen Bezirken26 besagen, dass nur die kontinuierliche
Weiterführung des Projektes Erfolge in der Umsetzung der selbst gestellten Ziele
garantiert. Insofern stehen auch für die kommende Wahlperiode folgende Aufgaben
im Sportbereich an:
 Weiterführung der Auswertung der Nutzer*innenlisten der bezirklichen
Sportanlagen als Datengrundlage für die konzeptionelle Arbeit. Darstellung
und Auswertung der Entwicklung seit 2010.
 Auswertung des Ideenwettbewerbs der Vereine zur Gewinnung von Frauen
und Mädchen als Nutzerinnen verschiedener Sportangebote. Umsetzung der
verschiedenen Ideen in den Vereinen und in diesem Zusammenhang die
Auslobung des Wettbewerbs zwischen den Vereinen um die besten
Umsetzungserfolge.
 Überprüfung des Erfolges von in den Vereinen in Angriff genommenen
Maßnahmen zur Gewinnung von Frauen in ehrenamtliche Funktionen in den
Vorständen.
 Auswertung der Fragebögen zur Bedarfsanalyse und Entwicklung einer
Konzeption zur Umsetzung in Berücksichtigung der Ergebnisse der
Bedarfsanalyse in den jeweiligen Sportvereinen. Diese Konzeptionen könnten
wiederum Gegenstand der Wettbewerbe in den kommenden Jahren sein.
 Organisation und Durchführung einer Fachkonferenz als Bericht des bisher
Erreichten und zur Diskussion weiterer Maßnahmen im Sportprojekt.

3. Zielstellungen und Zielerreichung in einzelnen Abteilungen
3.1. Zentrum sexuelle Gesundheit und Familienplanung

25 Vgl.: Dr. Lucas, Ulrike: Gender Mainstreaming im Sport – Bewertung einer Analyse im Bezirk
Charlottenburg-Wilmersdorf, Teil B, März 2015
26 Das sehr erfolgreiche und ausgezeichnete Projekt „Frauen im Sport“ des Bezirks Treptow-Köpenick
verzeichnete im ersten Wettbewerbsjahr 2012 zwei Bewerbungen um den „Zukunftspreis“. Bereits ein
Jahr später waren es 14 Bewerbungen der Sportvereine.
Vgl. in: Das Projekt „Frauen im Sport“, Power-Point-Präsentation, Bezirksamt Treptow-Köpenick von
Berlin, März 2014, S. 7

21

Lobend erwähnen möchten wir an dieser Stelle vorweg, dass die Abteilung Soziales
sich bei der Umsetzung von Gender Mainstreaming sehr engagiert und jedes Jahr
ausführliche Berichte vorlegt. Besonders im Zentrum für sexuelle Gesundheit und
Familienplanung sind Erfolge mit Blick auf den Prozess des Gender Mainstreaming
zu verzeichnen. Bevor die Ergebnisse vorgestellt werden, wird ein kurzer Einblick in
die Arbeit des Zentrums für sexuelle Gesundheit und Familienplanung gegeben.
Das Zentrum für sexuelle Gesundheit und Familienplanung besteht aus einem hoch
qualifizierten Team. In dem Team arbeiten „zwei Gynäkologinnen, eine Fachärztin für
Haut- und Geschlechtskrankheiten, eine Ärztin/Psychologin mit dem Schwerpunkt
HIV und AIDS, eine weitere Psychologin, Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen,
Arzthelferinnen und Sprachmittlerinnen für Thai, Polnisch, Russisch und Ukrainisch“27.
Weitere Sprachmittlung (Vietnamesisch, Rumänisch, Bulgarisch) erfolgt über
Honorarkräfte. Alle Mitarbeiter *innen unterliegen der Schweigepflicht.
Vorgehalten werden
verschiedene Angebote zur Prävention, Beratung und
Untersuchung. Bei der Schwangerenberatung liegt der Schwerpunkt auf der
Beratung, auch bei Krisen und ggf. Untersuchung der Schwangeren und Feststellung
der Schwangerschaft. Damit einhergeht, im Falle einer Schwangerschaft, die
Möglichkeit der sozialen Beratung und Unterstützung werdender Mütter und Väter bei
wirtschaftlichen und rechtlichen Fragen (z. B. Stiftung Hilfe für die Familie,
Arbeitslosengeld II, Elterngeld/Elternurlaub, rechtliche Stellung des Kindes). An das
Zentrum für sexuelle Gesundheit und Familienplanung können sich schwangere
Frauen wenden, die nicht krankenversichert sind, oder bei denen eine
Abhängigkeitserkrankung besteht. Auch eine Beratung und ggf. Untersuchung bei
ungewollten Schwangerschaften wird angeboten. Zentrales Angebot des Zentrums
sind die Informationen zu Angeboten der Verhütung und Familienplanung, der
Focus liegt auf der Beratung über Kostenübernahme von Verhütungsmitteln bei
geringen Einkommen und Beratung bei Fragen zur Schwangerschaftsverhütung. Es
besteht die Möglichkeit des Einlegens von Spiralen und Diaphragmaanpassungen.
Menschen mit sexuell übertragbaren Krankheiten werden untersucht und ggf.
behandelt auf Wunsch selbstverständlich anonym. An diesem (anonymen) HIVAntikörpertest ist eine Beratung angeschlossen, ergänzt durch die Beratung von
Männern und Frauen im Sexbusiness. Mitarbeiter*innen des Zentrums für sexuelle
Gesundheit und Familienplanung machen außerdem aufsuchende Arbeit und gehen
zur Beratung in die Bordelle des Bezirks. Ein weiteres Angebot für sexuelle
Gesundheit und Familienplanung ist die Beratung über Intimhygiene und
Kondomgrößen. Stiftungsanträge für die Hilfe für Schwangere können ebenfalls
ausgestellt werden.
Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt des Zentrums für sexuelle Gesundheit und
Familienplanung ist die Paar- und Einzelberatung, sowie Sexualpädagogik. Bei der
Paar- und Einzelberatung wird zu den Bereichen Paarkonflikte/ Ehekrise, Sexualität/
sexuelle Orientierung, sexuelle Störungen und Lebenskrisen etc. beraten.
27

Zentrum für sexuelle Gesundheit und Gewaltprävention

22

Die Sexualpädagogik zielt darauf ab, sexualpädagogische Gruppenarbeit für
Jugendliche und junge Erwachsene, sowie Elternabende in Kitas und Schulen zu
organisieren,
zu
den
Themen
Sexualität,
Pubertät,
Liebe,
Schwangerschaftsverhütung, HIV/AIDS, Sexuell übertragbare Krankheiten,
Homosexualität unter anderem.
Die
Mitarbeiter*innen
absolvieren
Schulungen
zum
Beispiel
bei
Schwangerschaftskonflikten, fachliche Fortbildungen bei der STI Gesellschaft,
Fortbildungen zur Beratungspraxis und zur HIV Prävention bei Migranten, um sich
fachlich weiterzubilden und auf einen ggf. wandelnden Bedarf zu reagieren.
Berufsbegleitende Aus- und Fortbildungen zum Beispiel zu sexualpädagogischer
Gruppenarbeit gehören zum Berufsalltag. Gleichzeitig organisiert
das Team
selbstständig Arbeitskreise und eignet sich durch interkollegiale Schulungen neues
Wissen an. Das Wissen wird wie bei einem Schneeballsystem von Mitarbeiter*in zu
Mitarbeiter*in weiter gegeben.
3.1.1. Teilziele im Prozess Gender Mainstreaming
Das Zentrum für sexuelle Gesundheit erreichte Teilziele im Zeitraum 2008 bis 2015.
Zum Beispiel wurde beim Produkt „Beratung, Betreuung und Vermittlung von Hilfen
bei Problemen im Zusammenhang mit Beziehungen/Partnerschaft, Sexualität und
Schwangerschaft“ (Produktnummer 78724) der Anteil der männlichen Nutzer, um
verstärkt
junge
Männer
zu
mehr
Verantwortung
hinsichtlich
der
Schwangerschaftsverhütung zu sensibilisieren, auf 10% gesteigert. Der Anteil der
männlichen Nutzer lag im Jahr 2008/2009 zunächst bei 10,8%. Im darauffolgenden
Jahr 2010/2011 sank der Prozentsatz auf 8,6%. Danach ist wieder ein Anstieg zu
verzeichnen, von 8,8% im Jahr 2012/2013 bis zu 11,3% im Jahr 2014/2015. Das
angestrebte Ziel von 10% scheint damit nicht nur übertroffen, sondern, was ja viel
wichtiger ist in diesem Zusammenhang, es etabliert sich als beständige Größe.
Um das Ziel zu erreichen, wurde das Bewusstsein bei den Mitarbeiter*innen
geschaffen,
dass
der
Anteil
der
Männer
in
der
Beratung
zur
Schwangerschaftsverhütung gesteigert werden muss. Dazu fand ein reger Austausch
unter den Mitarbeiter*innen statt. Zu der Fragestellung: „Wie können wir Männer für
das Thema Verhütung sensibilisieren und darüber hinaus gehend sogar aktivieren?“
wurden selber Konzepte entwickelt, unter anderem im Rahmen eines Teamtages.
Vereinbart wurden bestimmte Sprachregelungen, um ein neues Bewusstsein zu
schaffen, so wurde in der Beratung bewusst von Vaterschaftsverhütung gesprochen.
Bei der Beratung zum HIV Test wird regelmäßig betont, dass es im Zentrum für
sexuelle Gesundheit und Familienplanung für Menschen mit geringem Einkommen
kostenlos Kondome gibt. Die Öffentlichkeitsarbeit ist einer kritischen Diskussion
unterzogen worden, im Ergebnis standen neue Konzepte, um mehr Männer
anzusprechen:
Zum Beispiel ist das Zentrum für sexuelle Gesundheit und
Familienplanung mit einem Stand auf der Venus Messe vertreten. Genutzt werden
Jugendfeste in Jugendfreizeiteinrichtungen für Präventionsveranstaltungen um an
23

diesen Orten gezielt Jungen/junge Männer auf das Thema Vaterschaftsverhütung
anzusprechen.
Nicht zuletzt steht das Zentrum für sexuelle Gesundheit und Familienplanung
natürlich im regen Austausch mit anderen Organisationen im Bezirk. Es finden
beispielweise Kooperationen mit dem Jugendamt, den Beratungsstellen, der Caritas,
der Deutschen AIDS Hilfe, Elternhilfe, den Sozialhilfen der Kliniken sowie der
medizinischen Flüchtlingshilfe statt.

3.1.2. Darstellung der erweiterten Aufgabenstellungen in der Beratung von
geflüchteten Menschen durch das Zentrum für sexuelle Gesundheit und
Familienplanung
Alle Angebote des Zentrums stehen prinzipiell auch Flüchtlingen in Notunterkünften
offen. Nach der bisherigen Erfahrung werden insbesondere Angebote zur
Kostenübernahme von Familienplanung, soziale Beratung Schwangerer und
Beratung und Untersuchungen auf HIV/STI nachgefragt. Zu Beginn der verstärkten
Ankunft von Flüchtlingen in Berlin 2015 wurden die Angebote noch nicht so stark
genutzt, vermutlich aufgrund mangelnder Bekanntheit und auch da zunächst die
Unterkunft und Versorgung mit dem Nötigsten im Vordergrund stand.
Zunehmend werden jedoch durch das Zentrum die Angebote publik gemacht, was
schon jetzt zu einer deutlich größeren Nachfrage führt. Da schon vorher die Kapazität
des Zentrums z. B. für Verhütungsberatung/Spiraleneinlage und soziale
Schwangerenberatung erschöpft war und die Sprechstunden auf lange Zeit
überbucht sind, entstehen momentan große Probleme den Nachfragen gerecht zu
werden. Für den dringendsten Bedarf wurde bereits eine zusätzliche frauenärztliche
Sprechstunde für Menschen aus Notunterkünften eingerichtet. Für Sprachmittlung
wird dafür aktuell mit den Integrationslots*innen zusammen gearbeitet und
Dolmetscher*innen werden über Honorarmittel bestellt. Das Zentrum sieht sich auch
verantwortlich
für
sexualpädagogische
Maßnahmen
(Gruppenarbeit,
Informationsveranstaltungen) in den Unterkünften. Dies wird auch mehr und mehr
von Helfern und Betreibern der Unterkünfte angefragt. Ein Konzept für verstärkte
Präventions- und Informationsmaßnahmen in den Unterkünften ist bereits erarbeitet
und wird nach Aufstockung von Personal zügig umgesetzt. Ebenso sind
Veranstaltungen mit Frauen zu Frauenrechten und zur sexuellen Selbstbestimmung
geplant.
Sexualpädagogische Gruppenarbeit für Jugendliche aus Willkommensklassen wird
im Zentrum angeboten, dafür wird durch das Zentrum mit allen Schulen, die
Willkommensklassen haben Kontakt aufgenommen.

3.2. Versorgungs- und Beratungsangebote für Wohnungslose
24

Im Produkt „VT- Versorgungsangebote und Beratungsangebote für Wohnungslose
und andere Menschen in Notsituationen durch freie Träger“ (Produktnummer:
80282) sind interessante Entwicklungen zu erkennen. Beim Produkt 80282 geht es
um die Beratung von Wohnungslosen und ggf. deren Versorgung.
Zunächst werden aktuelle Zahlen benannt, ein Einblick in das Angebot der
Wohnungslosenhilfe, sowie allgemeine Informationen gegeben und im Anschluss die
Entwicklung dargestellt.
Die aktuellen Zahlen besagen, dass: „eine deutliche Steigerung seit dem 1. Halbjahr
2014 zu verzeichnen ist.“28 „Von ehemals 752 Personen ist die Zahl der
wohnungslosen Personen bis zum 30.06.2015 auf 1148 Personen angestiegen […]
[;] dies entspricht einer Zunahme von ca. 53%.“29
Die soziale Wohnhilfe bietet unter anderem eine Beratung bei Wohnungslosigkeit
und vermittelt kurzfristig Unterkünfte. „Als wohnungslos gelten Menschen, die in
Einrichtungen wohnen, in denen die Aufenthaltsdauer begrenzt ist und in denen
keine Dauerwohnplätze zur Verfügung stehen, wie z.B. Übergangswohnheime, Asyle
und Herbergen, aber auch Übergangswohnungen.“30 Ebenfalls als wohnungslos
„gelten auch Menschen, die in Dauereinrichtungen für Wohnungslose wohnen, oder
sich in ambulanter Wohnbetreuung in Einzelwohnungen befinden […].“31 Ziel der
Wohnungslosenhilfe bedeutet darüber hinaus,
Menschen wieder in die
Regelversorgung zu integrieren und ihnen dabei zu helfen, soziale Schwierigkeiten
zu überwinden. In den Beratungen werden zu folgenden Themen Auskunft gegeben:
Beschaffung von Dokumenten und Nachweisen, zur Antragstellung auf Geld- und
Sachleistungen, zu gesundheitlichen Fragen, zur Aufnahme und Wiederherstellung
von familiären und gesellschaftlichen Kontakten und zur Bearbeitung spezieller
persönlicher Problemschwerpunkte (u.a. Umgang mit Behörden, Sucht, Sexualität
und Gewalt) etc. Auch die Übernahme von Mietschulden gehört dazu, die Beträge
müssen jedoch zurückgezahlt werden. Die Wohnungslosen, für die Charlottenburg
Wilmersdorf zuständig ist, sind nicht nur in Charlottenburg Wilmersdorf
untergebracht, sondern auf ganz Berlin verteilt. Wohnungslose werden über die
zentrale Berliner Unterbringungsleitstelle (BUL) Berlinweit in Wohnheimen
untergebracht. Jeder Bezirk hat Zugriff auf diese Reservierungsdatenbank. Für
diejenigen Wohnungslosen, die zuletzt in Charlottenburg-Wilmersdorf eine eigene
Wohnung hatten, ist originär das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf zuständig.32
Schriftliche Beantwortung der Großen Anfrage (DS- Nr. 1456/4) zur. 51. Sitzung der BVV am
19.11.2015 der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Berlin Charlottenburg- Wilmersdorf: Bezirksamt
Charlottenburg Wilmersdorf von Berlin. 2015. S. 2.
29 Schriftliche Beantwortung der Großen Anfrage (DS- Nr. 1456/4) zur. 51. Sitzung der BVV am
19.11.2015 der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen. Berlin Charlottenburg- Wilmersdorf: Bezirksamt
Charlottenburg Wilmersdorf von Berlin. 2015. S. 2.
30 Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe: Begriffsdefinitionen von Obdachlosigkeit,
Wohnungslosigkeit und prekärer Wohnversorgung. URL:
http://www.bawo.at/de/content/wohnungslosigkeit/definitionen.html.
31 Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe: Begriffsdefinitionen von Obdachlosigkeit,
Wohnungslosigkeit und prekärer Wohnversorgung. URL:
http://www.bawo.at/de/content/wohnungslosigkeit/definitionen.html.
28

25

Darüber hinaus ist Charlottenburg-Wilmersdorf ebenso für im April geborene
Wohnungslose ohne Meldung in einer eigenen Wohnung in Berlin zuständig.
Die Nutzer*innenanalyse von 2012/2013 ergab, dass der Anteil der Männer (78,5%),
die das Angebot der Versorgungs- und Beratungsangebote für Wohnungslose und
andere Menschen in Notsituationen durch freie Träger in Anspruch nehmen weitaus
größer ist, als der Anteil der Frauen (21,5%). Zu diesem Ergebnis kam auch ein
interner Bericht zur Umsetzung von Gender Mainstreaming in der
Wohnungslosenhilfe in Charlottenburg-Wilmersdorf, der durch die Beratung und
Begleitung von Frau Prof. Dr. Andrea Schmidt unterstützt wurde. Auch auf Grund
dieser Untersuchung wurde der Prozess des Gender Mainstreaming im Rahmen der
Wohnungslosenhilfe konkret in den Fokus gerückt. Für das Produkt
„Sozialpädagogische Beratung zur Erlangung und Sicherung von Wohnraum“ wurde
in der Studie zunächst eine untersuchungsleitende Hypothese formuliert:
„Wenn es Unterschiede in der Nutzung des Produktes „Sozialpädagogische Beratung
zur Erlangung und Sicherung von Wohnraum“ von Männern und Frauen gibt, dann
zeigen sich diese in der Bereitschaft und Fähigkeit, Hilfe anzunehmen.“33
Die Abteilung formulierte Indikatoren und entwickelte im Anschluss daran einen
Fragebogen, der von Klient*innen beantwortet werden sollte. Dabei ergab die
Auswertung, dass die Altersgruppe zwischen 26 und 50 Jahren die am stärksten
vertretene Gruppe ist und ein Drittel der Frauen, die um Hilfe baten, der
Altersgruppe der unter 25 jährigen angehört. Des Weiteren stellte sich heraus, dass
Frauen später den Sozialdienst aufsuchen und sich länger Zeit lassen, bevor sie
nachfragen. Außerdem zeigt sich eine gravierende Differenz zwischen den
Geschlechtern in Bezug auf Bewusstseinshaltung wie es zu der Situation/zu dem
Problem gekommen ist. 40% der Frauen sehen sich selbst als Verursacherin des
Problems, hingegen benennt der größte Teil der befragten Männer eher äußere
Umstände.34 Um Gender Mainstreaming in der Wohnungslosenhilfe durchzuführen,
wurden Fortbildungen seitens der Mitarbeiter*innen besucht, um die persönlichen
und fachlichen Beratungskompetenzen zu erweitern.35
Aus fachlicher Sicht bestehen nachvollziehbare Erklärungen, weswegen Frauen die
Versorgungs- und Beratungsangebote seltener in Anspruch nehmen, als Männer.
Zunächst unterscheidet sich die Situation der Wohnungslosigkeit von Frauen von
Interview Wohnungslosenhilfe Bezirksamt Charlottenburg- Wilmersdorf von Berlin vom 01.12.2015.
Dr. Donath, Minge, Müller Bittner, Prof. Dr. Andrea Schmidt: Sozialpädagogische Beratung zur
Erlangung und Sicherung von Wohnraum – Produktnummer 78415. Gender Mainstreaming-Bericht
zur Umsetzung. In: Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf. Abteilung Soziales, Gesundheit, Umwelt
und Verkehr. Soziales, Fachbereich 4, Soziale Dienste. Sozialdienst für Erwerbsfähige und Soziale
Wohnhilfe. 2010. S. 2.
34 Dr. Donath, Minge, Müller Bittner, Prof. Dr. Andrea Schmidt: Sozialpädagogische Beratung zur
Erlangung und Sicherung von Wohnraum- Produktnummer 78415. Gender Mainstreaming- Bericht zur
Umsetzung. In: Bezirksamt Charlottenburg- Wilmersdorf. Abteilung Soziales, Gesundheit, Umwelt und
Verkehr. Soziales, Fachbereich 4, Soziale Dienste. Sozialdienst für Erwerbsfähige und Soziale
Wohnhilfe. 2010. S. 2.
35 Interview Wohnungslosenhilfe Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin vom 01.12.2015.
32
33

26

der Situation der Männer. Im Folgenden wird ein kurzer Einblick in die Thematik der
wohnungslosen Frauen gegeben.
Die Hauptursache, weswegen Frauen in die Situation der Obdachlosigkeit geraten,
ist das Erfahren von Gewalt über längere Phasen des Lebenslaufes hinweg, die zu
psychischen,
physischen
und
sozialen
Belastungserscheinungen
in
unterschiedlichem Ausmaß führen können. Diese Belastungen
können die
Gesundheit nachhaltig verschlechtern, es kommt zu körperlicher und seelischer
Beeinträchtigung sowie Substanzabhängigkeit oder Depressionen etc.36 „Aus Angst
vor gesellschaftlicher Stigmatisierung achten betroffene Frauen darauf, dass ihnen
äußerlich die Wohnungsnot nicht anzuerkennen ist.“37 Sie leben zeitweise bei
Freunden/Bekannten oder gehen Zweckbeziehungen ein, um ihre Wohnungslosigkeit
zu verbergen.
Die Zahl der wohnungslosen Frauen steigt seit Jahren kontinuierlich und es sind
immer mehr jüngere Frauen davon betroffen. Das Schaffen neuer Hilfsangebote für
Frauen wäre dementsprechend sinnvoll und sollte aus Sicht der
Gleichstellungsbeauftragten in die Schwerpunktsetzungen für die nächste
Wahlperiode aufgenommen werden.
3.2.1. „FrauenbeDacht“ – Eine Einrichtung der Berliner Wohnungsnotfallhilfe in
Berlin Mitte
Insgesamt gibt es nur wenige Einrichtungen, die sich auf wohnungslose Frauen
spezialisiert haben. Eine der Einrichtung, die dies getan hat, ist „FrauenbeDacht“. In
die Einrichtung kommen Frauen aus ganz Berlin, aber auch aus dem Umland. Die
Frauen werden durch Wohnungsämter, Krankenhäuser und Beratungsstellen etc. an
die Einrichtung vermittelt. Ebenfalls empfehlen sich Frauen untereinander die
Einrichtung.
In „FrauenbeDacht“ arbeiten vier Sozialarbeiterinnen, zwei Verwaltungsangestellte,
zwei Hauswirtschaftskräfte, zwölf Nachtdienste (häufig Studentinnen der sozialen
Arbeit) und ein Hausmeister. Ein Mutter-Kind-Bereich ist im Obergeschoss
vorhanden. Die Unterbringung der Frauen wird über den Tagessatz finanziert und
über das ALG II (Hartz IV), welches von den Frauen bezogen wird. Frauen, die in
Rente sind, müssen einen Eigenanteil zahlen und bekommen zusätzlich eine
Grundsicherung. Statistisch gesehen bleiben die Klientinnen drei bis sechs Monate in
der Einrichtung. Ebenfalls sind aber auch Frauen seit der Eröffnung im Jahr 2008 bis
heute in den Räumlichkeiten der Einrichtungen wohnhaft.
Die Gründe, weswegen Frauen in die Situation der Wohnungslosigkeit gelangen,
sind vielseitig: Konflikte mit dem Partner, Konflikte mit dem Vermieter oder den
Nachbarn und anschließende Räumung der Wohnung, sowie das Erfahren von
AG Obdachlosigkeit von Frauen in Berlin (2011): Positionspapier der AG Obdachlosigkeit von
Frauen in Berlin. Probleme – Handlungsbedarf. S. 2.
37 AG Obdachlosigkeit von Frauen in Berlin (2011): Positionspapier der AG Obdachlosigkeit von
Frauen in Berlin. Probleme – Handlungsbedarf. S. 2.
36

27

Gewalt können Gründe sein, weswegen Frauen in die Situation der
Wohnungslosigkeit geraten. Bei jungen Frauen können auch Konflikte mit den Eltern,
oder der Rausschmiss aus dem elterlichen Haus in die Wohnungslosigkeit führen.
Bei der Ankunft in der Einrichtung sind die Frauen häufig zunächst sehr ängstlich, da
sie nicht wissen, was sie erwartet. Viele Frauen kommen im erkrankten Zustand in
die Einrichtung und sind traumatisiert durch das, was sie in den letzten Monaten und
Jahren erlebt haben. Oft wurde das Selbstwertgefühl der Frauen aufgrund des
Erlebens von physischer und psychischer Gewalt in Mitleidenschaft gezogen. Das
Einziehen in die Einrichtung ist für die meisten Frauen ein schwieriger Schritt.
Bei den Bewohnerinnen ist oft eine Komorbidität vorhanden. Dies bezeichnet das
Auftreten zusätzlicher Erkrankungen im Rahmen einer definierten Grunderkrankung.
Oft wissen die Sozialarbeiter*innen nicht, ob der Verlust der Wohnung durch eine
psychische Erkrankung bedingt ist, oder ob die Wohnungslosigkeit eine psychische
Störung hervorgerufen hat. Die am häufigsten auftretenden Begleiterscheinungen
von Wohnungslosigkeit sind Suchterkrankung, Schulden jeglicher Art,
Wohnungssuche, falsche Geldeinteilung, fehlende Ausbildung, Konfliktschwierigkeit,
Schwierigkeiten mit der Familie, Auseinandersetzungen mit den eigenen Kindern
oder auch Eltern mit den Eltern, bei jüngeren Frauen. Ebenfalls
Motivationsschwierigkeiten, Vermeidungsverhalten, Schwierigkeiten bei Absprachen
und Terminen, sowie deren Einhaltung und Lese-Rechtschreibschwäche können
Aspekte sein, die eine Begleiterscheinung von Wohnungslosigkeit sein können oder
diese bedingt haben.
In der Einrichtung ist der Beziehungsaufbau das Ziel. Viele obdachlose Frauen
haben große Schwierigkeiten damit, anderen Menschen zu vertrauen, da sie oft
schlecht behandelt wurden. Somit entstanden bei den Frauen über die Zeit hinweg
ein Misstrauen gegenüber fremden Menschen und ein geringes Selbstwertgefühl. Es
kommt vor, dass sich die Frauen, die in die Einrichtung gelangen aus Angst über
mehrere Jahre nicht ärztlich versorgen lassen haben. Fremden Menschen zu
vertrauen und sich helfen zu lassen, ist einer der wichtigsten Schritte, so die Leiterin
der Einrichtung.38

3.3. Geschlechtsspezifische Ausrichtung der bezirklichen
Bündnisse für Wirtschaft und Arbeit
Die bezirklichen Bündnisse für Wirtschaft und Arbeit (BBWA) fußen auf den
Schwerpunktsetzungen der Europäischen Union und dienen dazu, innerhalb dieser
Zielsetzungen bereit stehende Fördermittel in den Bezirken einzusetzen.
„Im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit und bei der Umsetzung von
beschäftigungsfördernden Maßnahmen empfiehlt die Europäische Kommission seit
einigen Jahren, die Einbeziehung lokaler Akteurinnen und Akteure zu verstärken.
38

Interview FrauenbeDacht vom 02.02.2016.

28

Hervorgehoben wurde die Bedeutung der lokalen Ebene insbesondere durch die von
der Kommission initiierten territorialen Beschäftigungspakte im Jahre 1996, die
Nennung in den beschäftigungspolitischen Leitlinien und als Querschnittsthema der
Europäischen Beschäftigungsstrategie. Großes Gewicht wird dabei der Verknüpfung
von verschiedenen Politik- und Ressortbereichen beigemessen. Diesen
Empfehlungen der Europäischen Kommission wurde in Berlin mit der Bildung von
Bezirklichen Bündnissen für Wirtschaft und Arbeit gefolgt. Damit konnten die
programmatischen
Zielsetzungen
der
Europäischen
Union
mit
39
arbeitsmarktpolitischen Schwerpunktsetzungen des Landes verbunden werden.“
Seit 2006 arbeitet Charlottenburg-Wilmersdorf aktiv in den Bündnisstrukturen mit und
hat die Zielsetzungen innerhalb des Leitbildes immer wieder aktualisiert. In dieser
Wahlperiode wurde zuletzt in der Steuerungsrunde des Bezirklichen Bündnisses für
Wirtschaft und Arbeit am 10.12.2012 ein Aktionsplan verabschiedet.
Dieser Aktionsplan sah innerhalb von fünf Handlungsfeldern die Querschnittsthemen
„Diversity“, „Nachhaltigkeit“ und „Teilhabe“ vor.40 Diese Querschnittsthemen wurden
in der Folge, in Abgleich mit den Querschnittszielen des ESF noch einmal
ausdifferenziert und in einem Sonderprojekt von 01.07.2012 bis zum 30.06.2015
beobachtet und dokumentiert. Es entstand ein Handlungsleitfaden zur
Implementierung von Querschnittszielen, der unter dem Begriff „Teilhabe“ die Ziele
des Gender Mainstreaming und der Inklusion zusammenfasste.
„Der Begriff Teilhabe bezeichnet sowohl die Beteiligung der Bürger*innen an
gesellschaftlichen Prozessen als auch die Gleichstellung von Frauen und Männern,
die in allen Entscheidungen und Maßnahmen einer Institution oder Organisation
integriert und umgesetzt werden soll. Hiermit ist sowohl der strukturelle
Gleichstellungsansatz als auch eine kompensatorisch ausgerichtete Frauenförderung
gemeint.“41
Für Belange des Gender Mainstreaming wurden, wie für die anderen Bereiche auch,
mehrere Checklisten angelegt. Diese Checklisten dienen sowohl zum Zeitpunkt der
Antragsstellung, der Durchführung und der Auswertung dazu, den Aspekt des
Gender Mainstreaming einzubeziehen. Fragestellungen wie eine genaue
Ausgangsanalyse der Zielgruppen, die Berücksichtigung von eindeutig
geschlechtsdifferenzierten Handlungsbedarfen, eine konkrete Zielsetzung in Bezug
auf die Zielgruppe und die Einbeziehung von wichtigen Kooperationspartner*innen
sind zu beachten.

BBWA Berlin: Die Bündnisse – die europäische Ebene. In: ABG Arbeit in Berlin GmbH. URL:
http://www.bbwa-berlin.de/cms/website.php?id=/de/index/das_buendnis.htm. Download vom
14.01.2016.
40 BBWA Berlin: Handlungsfelder. In: ABG Arbeit in Berlin GmbH. URL: http://www.bbwaberlin.de/cms/website.php?id=/de/index/berliner_bezirke/charlottenburgwilmersdorf/handlungsfelder.htm. Download vom 14.01.2016.
41 Querschnittsthemen im BBWA Charlottenburg-Wilmersdorf; Juni 2015.
39

29

Ergänzt wird der Handlungsleitfaden jeweils durch den Verweis auf besonders
herausragende gute Praxisbeispiele der vergangenen Jahre. Für die zurückliegende
ESF-Förderperiode sollen an dieser Stelle noch die Projekte der Bildungsmentoren
Azubi 2.0 und die Bürger*innen Uni Klausener Platz erwähnt werden. Innerhalb
beider Förderungen fand explizit ein genderorientiertes Empowerment der Beteiligten
statt. Azubi 2.0 stellte individuelle Unterstützung für junge Erwachsene die in ihrer
Ausbildungszeit von Abbruch bedroht sind zur Verfügung und richtete sich mit
diesem Projekt an weibliche und männliche Auszubildende unterschiedlicher
Ausbildungsberufe. Durch Vertretung von Einzelhandelsvertretungen in diesem
Projekt wurde ein stark gefährdeter Ausbildungszweig für junge Frauen explizit mit in
den Blick genommen. Die Bürger*innen Uni Klausener Platz wiederum richtete sich
eher an Erwachsene, die motiviert wurden, eigene Kenntnisse und Fertigkeiten, auch
wenn diese nicht durch Zeugnisse belegbar erscheinen, anderen zu vermitteln und
so im Schneeballsystem die Nachbarschaft zu unterstützen. Dieses niedrigschwellige
Konzept, umgesetzt im Nachbarschaftstreffpunkt und Mehrgenerationshaus Divan
e.V. erreichte insbesondere Frauen mit Migrationsgeschichten aus dem Kiez. Der
nachhaltige Effekt der Weitergabe von eigenem Wissen und der Aneignung von
Fertigkeiten innerhalb der Nachbarschaft hat sich für die Zielgruppe sehr positiv
ausgewirkt.42

3.4. Entwicklung und Unterstützung von Gewerbe am Beispiel des
UCW (Unternehmerinnen- und Gründerinnenzentrum
Charlottenburg-Wilmersdorf)
„Das UCW – Unternehmerinnen- und Gründerinnenzentrum CharlottenburgWilmersdorf wurde auf Initiative der Gleichstellungsbeauftragten des Bezirksamtes
im Rahmen des BBWA – Bezirkliches Bündnis für Wirtschaft und Arbeit – als
Gender-Mainstreaming-Projekt 2003 im Bezirksamt beschlossen, von der BVV
bestätigt und als frauen- und wirtschaftspolitisches Konzept entwickelt.
Die Bezirksverwaltung stellte 2005 das nicht mehr benötigte Verwaltungsgebäude
des Gesundheitsamtes Wilmersdorf in der Sigmaringer Str. 1 mit 5000 m² Fläche zur
Verfügung und schloss mit der für das Land Berlin treuhänderisch arbeitenden GSE
gGmbH einen Hausverwaltervertrag ab. Die Miete lag zu Beginn unter der
ortsüblichen Miete, Existenzgründerinnen sollten gefördert werden. Das UCWKonzept der Gleichstellungsbeauftragten und des Bezirksamtes sieht jedoch eine
förderliche Mischung aus Gründerinnen und Unternehmerinnen vor. Zum Konzept
gehört ebenso die Vielfältigkeit der Branchen, auch gleichstellungspolitisch tätige
Vereine sollten ins Haus. Sehr schnell waren alle 5 Etagen vermietet, die Auswahl
42(Alle

geförderten Projekte sind hier einsehbar) BBWA Berlin: Projekte. In: ABG Arbeit in Berlin
GmbH. URL: http://www.bbwa-berlin.de/cms/website.php?id=/de/index/projekte.htm. Download vom
14.01.2016.

30

trifft ein beim Bezirksbürgermeister und der Gleichstellungsbeauftragten
angesiedelter Beirat.
So
konnte
ein
guter
Branchenmix
von
Architektinnen,
Autorinnen,
Computerschulungen, Finanzfachfrauen, Gesundheitsberufen, Rechtsanwältinnen u.
a. mit über 100 verschiedenen Angeboten erreicht werden. Büros im UCW sind
gefragt, es gibt immer eine Warteliste.
Das UCW ist ein intelligentes, tragfähiges Konzept zur Stärkung der ökonomischen
Eigenständigkeit von Frauen.“43
Aus dieser Herleitung wird deutlich, dass das UCW von Beginn an ein bedeutendes
gleichstellungspolitisches Projekt im Bezirk Charlottenburg war und als solches auch
gewürdigt wurde.
In dieser Form den Gründungswillen von Frauen zu unterstützen und ökonomische
Eigenständigkeit zu befördern, zählte daher auch zu den Zielen, die im Bereich der
Wirtschaftsförderung explizit im Bezirksamtsbeschluss 106 festgelegt wurden.
Gleichwohl kam es in dieser Wahlperiode zu einer Situation, in der das Bezirksamt
im Rahmen einer Klausurtagung zum Doppelhaushalt 2012/2013 einen Beschluss
fasste, demzufolge die Immobilie in der Sigmaringer Str. 1 zum Zwecke von
Verkaufserlösen dem Liegenschaftsfond zur Verfügung gestellt werden sollte. Hierzu
regte sich breiter Widerstand, u.a. beschloss die Bezirksverordnetenversammlung
am 08.03.2012 die Drucksache 0165/4 mit dem Titel „UCW auf Dauer im Bezirk
erhalten!“ Nach langen bezirksinternen Diskussionen über den Mehrwert des Hauses
und unter erheblicher Beteiligung der GSE als Verwalterin, den Künstler*innen aus
dem zweiten Gebäudeflügel und nicht zuletzt durch die Unternehmerinnen selbst,
konnte das UCW gerettet werden.
Aktuell ist der Verwaltungsvertrag mit der GSE mit einer Laufzeit bis zum Jahr 2020
verlängert. Der regelmäßig unter dem Vorsitz des Bezirksbürgermeisters tagende
Beirat für das Haus berät regelmäßig Mietgesuche unter der Prämisse, die
Branchenvielfalt im Haus zu gewährleisten. Für den Förderverein des UCW wurde
ein neuer Vorstand gewählt, in welchem Politikerinnen der Landesebene vertreten
sind.
Im September 2015 wurde im Haus selbst das 10-jährige Jubiläum gefeiert,
verbunden mit der bezirklichen Ehrung von zwei Unternehmerinnen im Bezirk
Charlottenburg-Wilmersdorf
mit
dem
Monika-Thiemen-Preis.
Durch
die
Neubesetzung der Geschäftsstelle wurde die Öffentlichkeitsarbeit wesentlich
verstärkt, eine Vernetzung in den sozialen Medien gehört ebenso dazu, wie der
regelmäßig erscheinende Newsletter aus dem Haus. Verstärkt wird die
Öffentlichkeitsarbeit in Bezug auf interessierte Mieterinnen seit Ende 2015 noch
zusätzlich durch die Nutzung des Immobilien Portals von Berlin Partner, dies in enger
Kooperation mit der Wirtschaftsförderung des Bezirkes.
Christine Rabe im Ausschuss für Arbeit, Integration, berufliche Bildung und Frauen im
Abgeordnetenhaus, 2013.

43

31

Der Sanierungsplan für das Gebäude wurde durch die GSE fortgeschrieben und ein
erstes Maßnahmepaket dringender Sanierungen wird im Jahr 2016 in Angriff
genommen. Das Fazit an dieser Stelle lautet, auch in den vergangen drei Jahren hat
es keinen nennenswerten Leerstand im UCW gegeben, es bleibt also aus
gleichstellungspolitischer Sicht weiterhin eine wichtige Unterstützung für Frauen in
der Stadt Berlin, die sich momentan immer mehr zu einer Gründungsmetropole
entwickelt.

3.5 Genderpolitische Betrachtung des bildungspolitischen Auftrags der VHS City West bei Schulabschlüssen
Volkshochschulen verstehen sich als Ort der Weiterbildung für Menschen aller
Altersstufen, unterschiedlicher sozialer und kultureller Herkunft, sowie
verschiedenster Lebens- und Berufserfahrungen.44 Insbesondere die Förderung der
Gleichstellung der Geschlechter ist als Bildungsauftrag festgeschrieben im
Schulgesetz des Landes Berlin45 und damit auch Handlungsgrundlage für die
Volkshochschule City West. Hervorzuheben ist, dass im Fachbereich VHS seit
Jahren Bemühungen unternommen werden, den Gleichstellungsgedanken der
Geschlechter als Bildungsauftrag zu verstehen und im Handeln festzuschreiben. Im
Retestierungsprozess (2011/2012) wurden alle Qualitätsbereiche unter dem
Genderaspekt überprüft und aktualisiert und es finden Fortbildungsangebote für die
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Kursleitende zum Thema Gender statt.
Ausführliche Datenanalysen sind vorhanden, um die Schwerpunktsetzung im Bereich
vorzunehmen.
So wurde in den gleichstellungspolitischen Schwerpunkten 2013 bis 2016 für den
Schwerpunkt Bildung und Kultur u.a. die Analyse und die Diskussion zum
Genderverhältnis in den Schulabschlüssen, die an der VHS absolviert werden, als
Maßnahme festgeschrieben. Grundlage für diese Schwerpunktsetzung war die
Diskussion im Ausschuss Gender Mainstreaming im Jahr 2012.
In der Folgezeit wurde die Diskussion der einzelnen Jahresberichte zum Anlass
genommen, die Umsetzung des oben genannten Zieles, mehr männliche
Jugendliche und Erwachsene für die Kurse der VHS zu gewinnen, durch Beschlüsse
des Ausschusses und über BVV-Beschlüsse zu überprüfen.46 In Anbetracht der
demografischen Entwicklung der Bevölkerung in Deutschland und des jetzt schon
prekär werdenden Fachkräftemangels in Industrie und Handwerk, ist der Erwerb
eines bestimmten Bildungsniveaus der Jugend von entscheidender Bedeutung.
Vgl.: Leitbild der Volkshochschule CW
„Aufgabe der Volkshochschulen ist es auch, zum Abbau der durch Geschlecht, kulturelle und
soziale Herkunft oder durch gesellschaftliche Entwicklungsprozesse entstandenen und neu
entstehenden Ungleichheiten beizutragen.“ , Schulgesetz für das Land Berlin (SchulG) vom
26.1.2004, in: GVBl. 2004, 26
46 Vgl. vor allem: DS-Nr.: 0040/4 : „Bericht zur Verteilung der Geschlechter bei VHS-Kursen“
44
45

32

Ohne Schulabschluss entstehen für die Betroffenen große Hürden auf dem
Ausbildungsmarkt, erhebliche Risiken arbeitslos zu werden, d.h. die sozialen
Teilhabechancen sind stark eingeschränkt. Auf Grund dessen vereinbarten Bund und
Länder
die
Halbierung
des
Prozentsatzes
von
Jugendlichen
ohne
47
Hauptschulabschluss. Berücksichtigung fand diese Festlegung 2009 im „Gesetz zur
Neuausrichtung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente“48, indem darin der
Rechtsanspruch zum nachträglichen Erwerb des Hauptschulabschlusses formuliert
wurde.
Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft hat dieses Jahr eine
ausführliche VHS-Statistik vorgelegt.49 Darin wird vermerkt, dass in CharlottenburgWilmersdorf 2014 7 Kurse mit 97 Belegungen im Programmbereich „Grundbildung –
Schulabschlüsse ohne Berücksichtigung des zweiten Bildungsweges“ nach § 40
Schulgesetz absolviert wurden.50 Nach § 40 Schulgesetz (Zweiter Bildungsweg)
nahmen 413 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den Kursen zum nachträglichen
Erwerb des Schulabschlusses teil und 86 beendeten den Kurs mit der Prüfung.
Eine genderorientierte Analyse zu den Schulabschlüssen an der VHS City West
liegen nunmehr für die Jahre 2013 bis 2015 vor. Dabei relativierte sich der
zwischenzeitlich erweckte Anschein, es wäre zu einer massiven Unterauslastung in
den Kursen zu Lasten der Männer gekommen. Bedingt durch Personalwechsel, aber
vielleicht auch durch die schwierige Zusammenstellung der datenreihen war es an
dieser Stelle zu einem Darstellungsfehler gekommen.
Die Auslastung stellt sich nunmehr wie folgt dar:

VHS City-West
Nachträgliche Schulabschlüsse

Jahr
2013
2014
2015

Teilnehmerinnen
absolut
in Prozent
51
58 %
236
57 %
212
52 %

Teilnehmer
absolut
177
198

in Prozent
42 %
43 %
48 %

Da die VHS City West nur Träger für den nachträglichen Erwerb des Abiturs ist,
müssten Analysen für den Bezirk in den Unterlagen der Senatsverwaltung getätigt
werden. Jedoch dürfte es schwierig sein, die bezirkliche Zugehörigkeit der
Klemm, Klaus: Jugendliche ohne Hauptschulabschluss, Bertelsmann-Stiftung, Gütersloh 2010
Bundesregierung/Regierungschefs der Länder: Aufstieg durch Bildung, Dresden 2008, S. 5
49 Vgl.: Die Berliner VHS Statistik 2014, Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft,
Berlin 2015
50 Vgl.: Ebenda, S. 9 und 10
51 Für das Jahr 2013 konnten keine absoluten Zahlen mehr ermittelt werden.
47
48

33

Teilnehmer zu analysieren. Soweit wir dies für die Berliner Bezirke insgesamt
recherchieren konnten, weichen diese Zahlen jedoch nicht signifikant von den hier
dargestellten Zahlen in Charlottenburg-Wilmersdorf ab.
Wie jedoch schon anfangs betont und von den Ausschüssen und der BVV in den
Sitzungen hervorgehoben, ist das Bildungsniveau der Jugendlichen ein
gesamtgesellschaftliches Thema und u.a. sind gendertheoretische Untersuchungen
zu den Ursachen von Schulabbruch notwendig, um diesem Prozess
entgegenzusteuern. Dabei wäre es interessant, Analysen beim Hauptträger für den
nachträglichen Hauptschulabschluss in Charlottenburg-Wilmersdorf, der PeterUstinov-Schule, vorzunehmen.

3.6. Sprachförderung
Der Bereich der Sprachförderung wurde durch das Büro der
Gleichstellungsbeauftragten weniger als Teil des Fazits, sondern eher perspektivisch
aufgenommen. Mit Blick auf die Berichterstattung der VHS zu den zurückliegenden
zwei Jahren kann von einer gut austarierten Auslastung in den
Sprachfördermaßnahmen gesprochen werden. Hinsichtlich der Elternkurse ist fest zu
halten, dass diese Angebote parallel in Institutionen wie Kindertagesstätten und
Schulen verankert sind und sich dort vorrangig an die Gruppe der (noch) nicht
berufstätigen Mütter richtet.

VHS City West

Daten zur bezirklichen Gender-Budget-Analyse 2014
UE´s

Sprachintegrationsmaßnahmen
Mütter/-Elternkurse

VHS City West

TN
gesamt

23.771 5.798
4.117

590

weiblich

=%

männlich = %

3.744

65%

2.053

35%

521

88%

65

11%

Daten zur bezirklichen Gender-Budget-Analyse 2015
UE´s

TN

weiblich

=%

männlich
34

=%

gesamt
Sprachintegrationsmaßnahmen

27.007

5.734

3.722

65% 2.005

35%

Mütter/-Elternkurse

4.701

647

573

89% 69

11%

In der Betrachtung des Jahres 2015 wurden die Zahlen der neu eingerichteten
Flüchtlingskurse noch nicht separiert. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, dass
hier im Jahr 2016 eine Disproportion festgestellt wurde, die zu Lasten der neu
angekommenen Frauen führte. Es ist daher wichtig, die Zahlen für 2016 im Folgejahr
genau zu analysieren. Im ersten Schritt hat die Gleichstellungsbeauftragte in
Kooperation mit der Volkshochschule bereits reagiert und es wurden im Frühjahr
2015 zwei Deutschkurse für Frauen mit Kinderbetreuung eingerichtet.
Das Thema der möglichst frühen Integration auch der Frauen/Mütter, die im Zuge der
Zuwanderung momentan verstärkt in Berlin sesshaft werden sollte sowohl aus
integrationspolitischen als auch aus gleichstellungspolitischen Gründen in den
nächsten Jahren prioritär Beachtung finden.

3.7 Frauenförderplan 2016
Auf der Grundlage des § 4 Absatz 1 Landesgleichstellungsgesetzes Berlin (LGG)
sollte ein Frauenförderplan mit einer Wirksamkeit für einen Zeitraum von 6 Jahren mit
einer zweijährigen aktuellen Anpassung in den Behörden Berlins erstellt werden. Der
letzte Frauenförderplan wurde 2009 beschlossen, so dass mit Beginn des Jahres
2016 eine Neufassung notwendig wurde, die jetzt zur Beschlussfassung vorliegt. Ziel
ist, die verfassungsrechtlich gebotene Gleichstellung zwischen Frauen und Männern
in den Bereichen und Führungsebenen zu realisieren. Insofern sind eine
datenmäßige Aufbereitung des Personalbestandes und ein erläuternder Kommentar
notwendig.
Folgende Ergebnisse der Analysen sind für die Umsetzung gleichstellungspolitischer
Zielstellungen von Interesse52:

52



Der Anteil weiblicher Tarifbeschäftigte ist von 64,84% im Jahr 2009 auf
65,56% 2016 leicht gestiegen. Das Verhältnis von Beamtinnen und Beamten
ist etwa gleich geblieben (2009 = 63,12%; 2016 = 63,09% Beamtinnen).



Die Analyse der Altersstruktur der Beschäftigten zeigt, dass der Anteil
weiblicher Beschäftigter bis 49 Jahre deutlich über dem Gesamtanteil
weiblicher Beschäftigter liegt. Wenn der Anteil weiblicher Tarifbeschäftigter bis
30 Jahre 75,38% beträgt, so dürfte es ein Gleichstellungsziel sein, junge
Männer für den Verwaltungsberuf zu gewinnen. Eine dramatische Entwicklung
ist unter den jungen Beamten*innen zu verzeichnen, die eigentlich ein

Frauenförderplan 2016 des Bezirksamtes Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin, Berlin Jan. 2016

35

Reservoir für spätere Führungskräftepositionen sein könnten. Da aber in den
vergangenen Jahren durch das Land Berlin bewusst auf die Ausbildung von
Beamtenanwärtern*innen verzichtet wurde, sind nur 2 Beamtinnen und 1
Beamter unter 30 in der Bezirksverwaltung tätig.


Teilzeitbeschäftigung wird in steigendem Ausmaß von weiblichen
Beschäftigten und Beamtinnen in Anspruch genommen (♀ Tarifbeschäftigte
2009 = 87,5%; 2016 = 91,2%; Beamtinnen 2009 = 87,81%; 2016 = 90,11%).
Jedoch ist die Teilzeitquote (bezogen auf alle ♀ Beschäftigten) bei den
weiblichen tariflich Beschäftigten zurückgegangen (da auch insgesamt die
Zahl der Beschäftigten stark rückläufig war).



Die Strukturdaten nach Organisationseinheiten weisen einen hohen Anteil
weiblicher Beschäftigter in den Sozialbereichen (Abt. Soz; Abt. Jugend) auf,
während in den Abt. Bü, Abt. Pers und vor allem in der Abt. Stadt das
Verhältnis ausgeglichener ist. Für die Personalarbeit in den Abteilungen
stehen Übersichten der Strukturdaten hinsichtlich der Berufsfachrichtung, der
Entgeltgruppe
bzw.
Besoldungsgruppe,
Beschäftigungsumfang
und
Geschlecht zur Verfügung, die eine gute Grundlage für weitere Maßnahmen
personalpolitischem
Charakters
in
den
Abteilungen
darstellen.
Unterrepräsentanzen in den einzelnen Berufsfachrichtungen in Kombination
mit Entgelt- bzw. Besoldungsgruppen können erkannt und einem
Missverhältnis z. B. in der Übernahme von Auszubildenden entgegen
gesteuert werden.



Die Führungskräfteanalyse weist vor allem auf der Führungsebene 1 eine
Reduzierung der Stellen insgesamt (von 19 auf 15) durch die stattgefundene
Ämterstruktur (§ 37 BezVG) und unbesetzte Stellen auf. Das Verhältnis ist
derzeit 3 Frauen zu 7 Männern. Die Führungsebene 2 (FB-Leitungen, Leitung
der Büroleitungen, Leiter*innen der Büros der Bezirksstadträtinnen und
Bezirksstadträte, Beauftragte) weisen vor allem im höheren Dienst bzw. in den
hohen Entgeltgruppen ein Defizit an weiblichen Beschäftigten auf (♀ = 4;
♂= 6). Ausgeglichener ist die Besetzung auf der Führungsebene 3 (Gruppenund Bereichsleitungen): Tarifbeschäftigte = ♀ 17, ♂ 15; Beamte = ♀ 36, ♂ 40.
Der Personalbereich schätzt ein, dass durch die Tatsache der kommissarisch
wahrgenommenen Stellen in der Führungsebene 1 Gestaltungsmöglichkeiten
bestünden, den Frauenanteil zu erhöhen.



Dramatisch ist in den nächsten Jahren die Fluktuation der Beschäftigten auf
Grund des Erreichens der Altersgrenze zu werten. Von 2016 bis 2020 werden
insgesamt 176 weibliche Beschäftigte und 112 männliche Beschäftigte aus
ihrem Beschäftigungsverhältnis aus Altersgründen ausscheiden.



Das Personalmanagement schlägt als Maßnahme, dem Prozess der
Fluktuation entgegenzuwirken, die Umsetzung des neu eingeführten
Förderprogramms „Kompetenz PLUS“ für den Führungskräftenachwuchs vor,
der gleichzeitig gleichstellungspolitische Zielstellungen verwirklichen könnte.
Hierbei ist auch die Bedeutung der Beteiligung der Frauenvertretung bei der
Umsetzung dieser Maßnahmen zu sehen.
36

Aus Sicht des Büros der Gleichstellungsbeauftragten ist nach wie vor die Entwicklung
der
Struktur
des
Personalbestandes
in
der
Bezirksverwaltung
als
gleichstellungspolitischer Schwerpunkt zu betrachten. In der kommenden
Wahlperiode sollte an weiteren Umsetzungsmöglichkeiten unter folgenden
Gesichtspunkten gearbeitet werden:
1. Wie ist auf der Führungsebene 1 die Unterrepräsentanz von Frauen zu
vermeiden?
2. Wie sind mehr männliche Auszubildende und Beamtenanwärter zu gewinnen?
3. Wie sind mehr Interessentinnen für technische Berufe zu gewinnen, um eine
Unterrepräsentanz zu vermeiden?
4. Wie sind mehr Vollzeitäquivalente zu erreichen? Sind weitere
familienpolitische Maßnahmen dafür notwendig?
5. Bei den Fluktuationszahlen ist aber das Hauptproblem der Verwaltung: wie
sind mehr junge Menschen (und dabei vor allem männliche Jugendliche) für
den Verwaltungsberuf zu begeistern? Könnte durch eine Zusammenarbeit mit
der/dem Integrationsbeauftragten vermehrt auch Interessent*innen unter den
Migranten*innen gewonnen werden, die nach der Bildungsstatistik im Bezirk
(vgl.: Abschnitt 3.5 dieses Berichtes) qualifiziert vorhanden sind?

3.8

Kooperatives Verfahren der Spielplatzgestaltung am Beispiel
der Joan-Miro-Schule

Dem IV. Teilziel des Bezirkes Charlottenburg-Wilmersdorf „Chancengleichheit in der
Stadtplanung“ entsprechend, wurde und wird im Bezirk bei der Planung größerer
Umgestaltungsvorhaben von Beginn an beteiligungsorientiert gearbeitet. So war z.B.
in der Vergangenheit bei der Planung der Umgestaltung des Olivaer Platzes die
Gleichstellungsbeauftragte nahezu über den gesamten Prozess hinweg
eingebunden. Da es sich hier um einen sehr langwierigen Prozess, ein starkes Maß
an bürgerschaftlichem Engagement aus dem Umfeld und zum Teil langen
Kompromissfindungen handelte, betraf dieser Prozess sowohl die Amtszeit von
Christine Rabe als auch meine seit dem April 2015.
Es ist dabei immer wieder gelungen, Aspekte des Gender Mainstreaming in die
Planung einzubringen, dies vor allem in der Vermeidung von Angsträumen und einer
sicheren Durchwegbarkeit des neu zu gestaltenden Platzes. Aber auch die
differenzierte Betrachtung der zukünftigen Nutzer*innen wurde gewährleistet,
unterstützt zusätzlich durch die Kooperation mit dem Bezirklichen Beauftragten für
Menschen mit Behinderungen.
Im Jahr 2015 begonnen wurde ein weiteres Großprojekt im City-Bezirk, dies betrifft
die gemeinsame Umgestaltung einer Spielplatzfläche sowie der Pausenhofflächen
der Joan-Miro-Grundschule. Zum Verständnis muss hinzugefügt werden, dass die
Spielplatzfläche unmittelbar neben der Schule liegt und von dieser partiell mitgenutzt
wird, genauso wie umgekehrt die Kinder aus der Nachbarschaft die Schulhofflächen
37

der Schule in den Spätnachmittag Stunden als Spielflächen benutzen, auch wenn
sie dort nicht zur Schule gehen. Es handelt sich also um ein intensiv genutztes Areal
in der Innenstadt, durch dichte Bebauung kommt es hier außerdem immer wieder zu
Interessenskonflikten mit Anwohner*innen (Stichwort Lärmbelästigung).
Für die Umgestaltung der zumindest in Teilen seit Jahren nicht mehr sanierten
Spielflächen stehen Mittel aus dem Bund-Länder-Programm „Aktive Zentren“ zur
Verfügung, der Prozess wird durch den Fachbereich Grünflächen gesteuert.
Im Rahmen eines Schulfestes im Herbst 2015 fand der Auftakt des
Beteiligungsprozesses statt, wodurch schon deutlich wird, dass ein Schwerpunkt
darauf gelegt wird, die Schüler*innen hier maßgeblich zu beteiligen und ihre eigenen
Ideen und Wünsche möglichst zu berücksichtigen. Am 26.November 2015 fand dann
zunächst eine Begehung der Örtlichkeiten und im Anschluss ein Workshop in der
Schule statt. Zu diesem Workshop wurde öffentlich eingeladen, breit informiert
wurden sowohl Anwohner*innen, die Kitas und Tagesmütter der Nachbarschaft sowie
alle in den Planungsprozess involvierten Institutionen. Als Expert*innen hinzugeladen
waren neben der Gleichstellungsbeauftragten auch hier der Beauftragte für
Menschen mit Behinderungen sowie die Polizei. Beide Aspekte, die Sicherheit sowie
die Zugänglichkeit für alle Bevölkerungsgruppen sind zentrale Elemente der
Diskussion. So waren z.B. zum vorhandenen öffentlichen Spielplatzgelände in der
Knesebeckstraße aus verschiedenen Gründen Sicherheitsbedenken geäußert
worden.
Die Schüler*innen der Joan-Miro-Schule wiederum hatten in Vorbereitung des
Workshops in vielen Unterrichtseinheiten die gesammelten Ideen auf
unterschiedliche Weise bereits visualisiert, in Bildern oder sogar in dreidimensionaler
Form aufgebaut.
Die von der Schule formulierte Vision ist dem Protokoll des Workshops zu
entnehmen: „Die Vision ist ein „inklusiver Spielbereich“, also ein „Spielplatz für alle“:
Alle Kinder, gleich welcher Herkunft, Hautfarbe, Religion, Begabung oder
Geschlecht, sollen die Möglichkeit haben, sich auf ihre Weise und nach ihren
Möglichkeiten auf den Spielplätzen aufzuhalten, sie zu nutzen und zu erobern. Jede
und jeder will dabei sein, dazu gehören, teilhaben, nicht ausgeschlossen sein. Das
ist auch der Wunsch von Kindern, die mit Handicaps leben und für die es
barrierefreie Spielmöglichkeiten geben soll.“53
Alle gesammelten Ergebnisse hier vorzustellen würde den Platz sprengen, aus
gleichstellungspolitischer Perspektive ist es wichtig, Folgendes fest zu halten: Ein
Prozess mit einer möglichst hohen Beteiligung ist die Grundlage für eine
Berücksichtigung unterschiedlichster Bedürfnisse, hierfür muss genügend Zeit
eingeplant werden. Als Gleichstellungsbeauftragte habe ich durch die Beteiligung am
Workshop eine sehr differenzierte und auch geschlechtersensible Herangehensweise
Plancontext; Dokumentation und Auswertung der Planungswerkstatt vom 26.11.2015, im Auftrag
des Bezirksamtes Charlottenburg-Wilmersdorf; Abteilung Stadtentwicklung.

53

38

erlebt, die ihren Ausdruck und ihre Widerspiegelung im Verhalten und den
Äußerungen der anwesenden Schüler*innen fand.
Der Prozess wird weiter mitverfolgt und die Ergebnisse werden innerhalb der
nächsten Wahlperiode zu begutachten sein.

4. Fazit
Dem zustimmenden Beschluss des Bezirksamtes vom Dezember 2015 folgend
wurde in Abstimmung mit allen Einzelabteilungen dieser Fazitbericht verfasst und am
25.05.2016 durch die Gender Maintreaming Koordinierungsrunde abschließend
diskutiert.
Dieser Bericht soll zum Abschluss der Wahlperiode vor allem dazu dienen ein Fazit
zu den selbst gewählten Zielstellungen abzubilden und darauf aufbauend
Schwerpunkte für die Wahlperiode ab Herbst 2016 aufzuzeigen. Über die erreichten
Ziele geben die Tabellen unter 2.2 einen guten Überblick ab, für den Bezirk
Charlottenburg-Wilmersdorf bedeutet dies im Fazit, dass nahezu alle selbst
gesetzten Ziele der Fachabteilungen in den drei Jahren konsequent verfolgt und in
weiten Teilen auch erreicht wurden. Ein positives Feed-Back hierzu kam aktuell von
der Landesebene:
Am 29.06.2016 wird ganztägig im Rahmen eines Fachtages die Wirkung des
Gleichstellungspolitischen Rahmenprogramms diskutiert. Als Best Practice
Beispiel aus Charlottenburg-Wilmersdorf wurde die genderorientierte
Ausrichtung der Jugendeinrichtungen zur Präsentation angefragt.
Wichtig ist es uns hier und jetzt, auf mögliche Schwerpunkte für die kommende
Wahlperiode hinzuweisen.
Dies ist vom Prozess her mit der Bitte verbunden, die hier vorliegende ausführliche
Analyse in weiteren Ausschüssen als nur dem Gender Mainstreaming Ausschuss zu
diskutieren. So kann in Teilbereichen von Beginn her die neue
Bezirksverordnetenversammlung in die Zielsetzung der nächsten Jahre eingebunden
werden.
Neben der Weiterführung von bereits bestehenden Analysen, die im Einzelnen auf
ihre Fortführung hin überprüft werden sollen, sind folgende Schwerpunkte und
Zielrichtungen zu diskutieren:


Im Bereich des Personalmanagements hat die Analyse des Frauenförderplans
ergeben, dass noch leichter Nachbesserungsbedarf in der mittleren
Führungsebene im Bereich der weiblichen Beschäftigten besteht, hier soll das
Angebot Kompetenz Plus greifen und sollte dementsprechend beobachtet
werden. Im Bereich der neu eingestellten Auszubildenden, insbesondere in
den (kaufmännischen) Büroberufen ist ein deutlicher Überhang von jungen
39







Frauen verzeichnet. Ein Ansatz sollte daher sein, in den nächsten Jahren
Personalgewinnungsmaßnahmen explizit für männliche Auszubildende zu
erproben und sich hierzu eine Zielerreichungszahl zu definieren.
Im Fachbereich Soziales ist aus unserer Sicht die besondere Beachtung von
zunehmender Wohnungslosigkeit bei Frauen weiterhin zu beachten und mit
sensiblen Hilfeangeboten angemessen zu reagieren. Gleichermaßen wird die
Angebotsstruktur der Freizeitangebote für Senior*innen weiterhin, vor allem
mit Blick auf den demographischen Wandel, ein spannendes Themenfeld sein.
Es bleibt der Sportbereich als besondere Aufgabenstellung bestehen. Die
Ungleichgewichte in der Nutzung der Sportangebote und Sportanlagen
wurden bislang nur unzureichend bearbeitet, hierzu müssen weitere
Maßnahmen überlegt und breitere Bündnisse geschlossen werden. Es bleibt
wünschenswert, dass der Wettbewerb zur Förderung von Frauen im Sport
regelhaft im Bezirkshaushalt verankert wird.
Für den gesamten Bezirk mit allen Querschnitten wird in der nächsten
Wahlperiode die Integrationsarbeit zum zentralen Thema. Dies konnte im
vorliegenden rückwirkenden Bericht nur punktuell angesprochen werden. Es
muss jedoch dringend in der nächsten Wahlperiode in den Blick genommen
werden, wie die Kette der Integrationsangebote, begonnen bei Deutschkursen
bis hin zur beruflichen Qualifizierung auch für die weiblichen Geflüchteten
geltend gemacht wird.

Anhänge

Abteilung Personal und Finanzen
Abteilung Jugend, Familie, Schule, Sport und Umwelt
Abteilung Bürgerdienste, Weiterbildung, Kultur, Hochbau und Immobilien
Volkshochschule
40

Abteilung Stadtendwicklung und Ordnungsangelegenheiten
Abteilung Soziales und Gesundheit

Abteilung Personal und Finanzen

12. Bericht zur Umsetzung von Gender Mainstreaming im Jahr 2015
Ihre Aufforderung zur Berichterstattung

41

Die vom Bezirksamt in seiner 106. Sitzung am 29.1.2013 beschlossenen
gleichstellungspolitischen Schwerpunkte bilden die Grundlage, mit denen Ziele - hier konkret
solche der Personalentwicklung (II. Schwerpunkt) - verfolgt wurden, über deren Erreichung
nunmehr im Rahmen Ihrer Aufforderung zur Berichterstattung Mitteilung zu machen ist.
Zu den folgenden sieben Maßnahmen, die dem benannten Teilziel „Erhöhung des Anteils an
Frauen in Führungspositionen durch Fortsetzung/Intensivierung gezielter Qualifikations- und
Personalentwicklungsmaßnahmen, Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie
(Kinderbetreuung und Pflege Angehöriger) in der Verwaltung durch vielfältige Gestaltung der
Arbeitsbedingungen / gender-, behinderten- und altersgerechte Arbeitsplatzgestaltung
(Beachtung von GM-Aspekten bei der Erstellung eines Personalentwicklungskonzepts und
eines Frauenförderplans)“ dienen sollten, wurde bei den Fachabteilungen die Zuarbeit
erbeten:
1. Bewerbungsperspektiven für Qualifizierte über Zielvereinbarungen
2. familienorientierte Personalpolitik
3. Projekte Telearbeitsplatz (Dienstvereinbarung erarbeiten); Eltern-Kind-Arbeitsplatz
weiterentwickeln
4. GM in der Ausbildung fortführen
5. Konzeption der gender-, behinderten- und altersgerechten Arbeitsplatzgestaltung; insbesondere in Fachbereichen mit vorwiegend körperlicher Arbeit
6. Personalkonzeption zur demografischen Entwicklung
7. Führungskräftetraining für Frauen - Fortsetzung
Bisher liegt nur eine Zuarbeit aus der Abt. Jug vor (siehe Anlage), die sich inhaltlich mit den
einzelnen Aspekten (siehe unten) auseinander setzt. Abt. Soz und Abt. Stadt haben
Fehlanzeige gemeldet, Abt. Pers (BzBm K) hat ausgeführt, dass zu Maßnahme 2,
familienorientierte Personalpolitik, allgemein gesagt werden kann, dass Anträgen auf
Arbeitszeitreduzierung aus familiären Gründen generell zugestimmt worden ist und wird.
Ansonsten meldete BzBm K Fehlanzeige. Aus der Abt. Bü gibt es trotz Erinnerung keinen
Rücklauf.
Ich schlage daher folgende Antworten vor:
- Alle von der Abt. Jug eingebrachten Aspekte werden zu den nachstehenden Punkten
jeweils eingearbeitet.
- Darüber hinaus beabsichtige ich für alle übrigen Bereiche folgendes auszuführen:
1. Bewerbungsperspektiven für Qualifizierte über Zielvereinbarungen
Fehlanzeige
2. familienorientierte Personalpolitik
Hier können die 2016 ermittelten Anteile an Teilzeitbeschäftigungen aus dem
Frauenförderplan 2016 dokumentiert werden (Stichtag 1.1.2016; für den 31.12.2015 liegt
keine separate Auswertung vor; sie dürfte sich aber von der zum 1.1.2016 nur marginal
unterscheiden).
3. Projekte Telearbeitsplatz (Dienstvereinbarung erarbeiten); Eltern-Kind-Arbeitsplatz weiterentwickeln
42

Das Pilotprojekt Telearbeit wurde im Januar 2016 mit zehn Telearbeitsplätzen gestartet.
Das Projekt Eltern-Kind-Arbeitsplatz wird infolge mangelnder Inanspruchnahme nicht
weiter verfolgt. Es hat sich als Hemmnis erwiesen, nicht in der jeweiligen Arbeitsgruppe
arbeiten zu können und damit auch keinen Zugang zu zwingend benötigten Akten zu
haben.
(siehe auch Beantwortung der Kleinen Anfrage Nr. 532/4 vom 21.04.16)
4. GM in der Ausbildung fortführen
Hier ließe sich zur Not aus dem Frauenförderplan zitieren.
5. Konzeption der gender-, behinderten- und altersgerechten Arbeitsplatzgestaltung; insbesondere in Fachbereichen mit vorwiegend körperlicher Arbeit
Fehlanzeige
6. Personalkonzeption zur demografischen Entwicklung
Fehlanzeige bezüglich einzelner, bereichsspezifischer Konzepte. Allgemein kann
ausgeführt werden, dass in allen mit Personalgewinnung betrauten Bereichen eine
erhöhte Sensibilisierung für das Thema „Demografischer Wandel“ besteht.
7. Führungskräftetraining für Frauen – Fortsetzung
Ein Führungskräftetraining für Frauen mit einer neuen Zielgruppe ist in 2016 vorgesehen.
Dabei sollen insbesondere alle weiblichen Beschäftigten des allgemeinen
Verwaltungsdienstes ab der Bes.-Gr. A 10 bzw. E 9, Fallgr. 1 prioritär berücksichtigt
werden.

43

Abteilung Personal und Finanzen
Fachliches
Teilziel
2015
der Abt.
Pers,
SE
FinPers,
Fb
Personal

Maß Maßnahme
nah- Text
me
Nr.

Produktanalyse
Ja
Nein
Soll-IstVergleich
(Kommentar
)

Datenanalyse
Ja
Nein
Ergebniskommentar
der Datenreihen

Einschätzung der
Zielerreichung
(auch Benennung der
Hemmnisse)

Bericht
Auswertung:
Abschluss, Weiterentwicklung, zukünftige Planung

Schwerpunkt II „Personalentwicklung“ des BA-Beschlusses Nr. 106 vom 29.1.2013 zu gleichstellungspolitischen Zielsetzungen des BA CW
2013-2016
Hauptziel: Gezielte Personalentwicklung mit dem Ziel einer ausgewogenen Beteiligung von Frauen und Männern an Führungspositionen /
Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie
Fachliches Teilziel: Erhöhung des Anteils an Frauen in Führungspositionen durch Fortsetzung/Intensivierung gezielter Qualifikations- und
Personalentwicklungsmaßnahmen, Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie (Kinderbetreuung und Pflege Angehöriger) in der
Verwaltung durch vielfältige Gestaltung der Arbeitsbedingungen / gender-, behinderten- und altersgerechte Arbeitsplatzgestaltung (Beachtung
von GM-Aspekten bei der Erstellung eines Personalentwicklungskonzepts und eines Frauenförderplans
1

Bewerbungsperspektiven für
Qualifizierte über
Zielvereinbarungen

(keine produktbezogene
Maßnahme)

(keine
Daten
verfügbar)

keine
Zielvereinbarungen
geschlossen, aber
derzeit laufende
Personalentwicklungsmaßnah
me für die Nachfolge
des/der Jugendamtsdirektor-s/-in

Personalentwicklu
ngsmaßnahme
wird erst in 2017
abgeschlossen
werden können, da
sie erst in 2015
begonnen werden
konnte

44

2

familienorientierte
Personalpolitik

(keine produktbezogene
Maßnahme)

Anteil
Teilzeitbeschäftigter
am
31.12.2015:
24,73% (im
Vergleich zu
Vorjahren
abnehmend;
Grund:
keine neuen
Altersteilzeitgenehmi
gungen
zulässig)

3a

Projekte
Telearbeitsplatz
(Dienstvereinbarun
g erarbeiten)

(keine produktbezogene
Maßnahme)

Pilotprojekt
befindet
sich in
Umsetzung

durch
Aufstiegsstudium
einer Beschäftigen an
der VAk Berlin und
begleitende
Einarbeitung in
entsprechende
Tätigkeit
Es gibt umfängliche
Teilzeitmodelle für die
genannten
Beschäftigten, deren
Wünschen fast immer
entsprochen werden

Pilotprojekt mit zehn
Telearbeitsplätzen
startete im Januar
2016
Teilweise konnten
aufgrund von
Datenschutz- und
45

Arbeitsorganisationszwängen keine
Anträge auf
Teilnahme am Projekt
bewilligt werden.
3b

Eltern-KindArbeitsplatz
weiterentwickeln

4

GM in der
Ausbildung
fortführen

80146 (inkl.
Praktikant/inn/en,
daher keine
direkte
Aussagekraf
t)

5

Konzeption der
gender-,
behinderten- und

(keine produktbezogene
Maßnahme)

kein Bedarf
an separatem ElternKind- Arbeitsplatz
(siehe auch
Beantwortu
ng der
Kleinen
Anfrage Nr.
532/4 vom
21.04.16)
Anteil weiblicher
Auszubilden
der
insgesamt:
68,09% (im
Verhältnis
zu Vorjahren leicht
angestiegen
)

Mitnahmemöglichkeit
von Kindern (z.B.
Kita-Streik) am
Stammarbeitsplatz
wird (so oft es geht)
unterstützt

(keine
Daten
verfügbar)

Frauenanteil im
Bereich der
Gärtner/inn/en
unterdurchschnittlich,
aber zunehmend
[Neueinstellungen
2015=44,44 %])

Frauenanteil bei
Gärtner/inn/en
betrug 2012
(Neueinstellungen)
noch 23,08%.

Einzelfalllösungen
werden erfolgreich
praktiziert. Bei

derzeit keine
Problemanzeige

46

altersgerechten
Arbeitsplatzgestaltung;
insbesondere in
Fachbereichen mit
vorwiegend
körperlicher Arbeit

6

Personalkonzeptio
n zur
demografischen
Entwicklung

(keine produktbezogene
Maßnahme)

Anteil
altersbedingt
ausscheidenden
Personals
pro Jahr ca.
4-5% ->
erhöhter
Nachbesetzungsbedarf

7

Führungskräftetrai
ning für Frauen Fortsetzung

79352

Anteil weibl.
Beschäftigte
r insg.:

relevanten
gesundheitlichen
Einschränkungen
kümmert sich
Personalmanagement um Vermittlung
des leistungseingeschränkten Personals auf leidensgerechten
Arbeitsplatz (stets
einzelfallbezogen,
kein GM-Aspekt)
Aspekte für
abteilungsbezogene
Personalbedarfsplanungen infolge
insbesondere
demografischer
Entwicklungen werden sukzessive im
Rahmen von Abteilungsgesprächen
der Dienststellenleitung mit den
Fachabteilungsleitungen
erörtert (kein GMAspekt)
Gezielte EinzelFörderung von
Frauen in Unterreprä-

regelmäßige
Fortsetzung in den
Folgejahren beabsichtigt

Führungskräftetrai
ning für neue
Zielgruppe ist in
47

64,29% (im
Verhältnis
zu Vorjahren
gleichbleibend)

sentanz
(Detailanalyse liegt
vor) ist problematisch
(Anspruch aus Art. 33
GG)

2016 vorgesehen
(deutliche
Erhöhung des Fortbildungsbudgets)

48

Abt. Jugend, Familie, Schule, Sport und Umwelt

Fazitbericht zur Umsetzung von Gender Mainstreaming im Jahr 2015

Die von Ihnen erbetene Bewertung/Einschätzung aus Fachabteilungssicht zu
einzelnen Maßnahmen gebe ich wie nachstehend ab:
1. In der Fachabteilung sind entsprechende Zielvereinbarungen nicht
geschlossen worden.
Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang eine laufende
Personalentwicklungsmaßnahme im Jugendamt: Hier nimmt eine
Sozialamtfrau im Rahmen der seit April d. J. laufenden Einführungszeit ab
Herbst 2015 am Aufstiegsstudium an der VAk Berlin mit dem Ziel der
späteren Übernahme von Tätigkeiten ab dem zweiten Einstiegsamt der
Laufbahngruppe 2 teil. Im Rahmen der Einführungszeit erfolgt eine
begleitete Einarbeitung in entsprechende Aufgaben.
2. Im Rahmen der dienst-, tarif- und arbeitsrechtlichen Teilzeitregelungen bzw.
zur Arbeitszeitgestaltung stehen die Ämter der Fachabteilung
entsprechenden Wünschen aller Dienstkräfte aufgeschlossen gegenüber.
Entsprechende Anträge der Dienstkräfte wurden dementsprechend
weiterhin wohlwollend begleitet. Zu individuellen bzw. herausgehobenen
Maßnahmen in dem Sinne besonders komplexer Arbeitszeitmodelle, war –
mangels entsprechender Initiativen der Dienstkräfte – im Jahr 2015 nicht zu
entscheiden. Zu erwähnen wäre hier allenfalls, ein Fall mit einer monatlichen
Arbeitszeitverteilung von 3 Arbeitstagen in der ersten Woche jeden Monats
und von vier Arbeitstagen in der 2. bis 4. Woche jeden Monats.
3. Trotz grundsätzlichen Interesses einiger Beschäftigter an der Telearbeit
konnten aufgrund der Datenschutz- und Arbeitsorganisationszwänge bislang
keine Anträge bewilligt werden.
Die Nutzung von Eltern-Kind-Arbeitsplätzen besitzt ebenfalls derzeit noch
keine Bedeutung.
4. ./.
5. Hier angesprochene Konzepte sind in der Fachabteilung bislang nicht
erarbeitet worden.

49

6. Eine Personalkonzeption zur demografischen Entwicklung wurde bislang in
der Fachabteilung nicht entwickelt.
Es ist aber in diesem Zusammenhang auf die im Jahr 2014 gestartete
Initiative des Jugendamtes zur landesweiten Verbesserung der
Entgeltstruktur im Bereich der Sozialarbeit im Regionalen
Sozialpädagogischen Dienst (RSD) zu verweisen, die im Jahr 2015 durch
Sen InnSport abschlägig beschieden wurde: Hier ist von einer verstärkten
und künftig sich – auch aufgrund der demografischen Entwicklung – noch
verstärkenden Konkurrenz der Dienststellen des Landes Berlin und der nach
der Tarifstruktur des TVöD entgeltenden Kommunen sowie der Freien Träger
um qualifiziertes Personal auszugehen. Das Land Berlin wird aufgrund seiner
Bindung an die Tarifstruktur der Entgeltordnung zum TV-L hier, ohne
entsprechende Anpassungen, ggf. als leistungsschwächerer Wettbewerber in
der Konkurrenz um die bestqualifizierten Bewerberinnen und Bewerber nicht
bestehen können.
7. ./.

50

Abt. Jugend, Familie, Schule, Sport und Umwelt – Jugendamt
Aufgrund des Berufsbildes Sozialarbeit wird die Tätigkeit im sozialpädagogischen Dienst der
einzelnen Regionen noch immer überwiegend von Frauen ausgeübt. In den
Jugendfreizeiteinrichtungen ist das Verhältnis zwischen Frauen und Männern etwas
ausgewogener.
Im Rahmen der gleichstellungspolitischen Ziele für die Kinder- und Jugendarbeit wird als
Grundhaltung der Pädagoginnen und Pädagogen die gleichberechtigte Teilhabe an
Prozessen im öffentlichen Leben, Förderung einer geschlechterdifferenzierenden
Entwicklung und geschlechtsbewusste Förderung der Selbstorganisation angesehen.
Festgeschrieben sind diese in den „Leitlinien zur Verankerung der geschlechterbewussten
Ansätze in der pädagogischen Arbeit mit Mädchen- und Jungen in der Jugendhilfe“ (Berliner
Leitlinien), 2004. Die Kinder- und Jugendförderung wirkt durch geschlechterbewusste
Angebote der Jugendarbeit, die so gesteuert werden, dass die Interessen von Mädchen und
Jungen gleichermaßen angesprochen werden. Geschlechterdifferenzierte Angebote finden in
geschlechterhomogenen Gruppen statt.
Für die koedukativen Einrichtungen gilt der Ansatz der reflektierten Koedukation mit dem
Ziel, eines gleichberechtigten Geschlechterverhältnisses. Die reflektierte Koedukation soll
dabei nicht nur eine Organisationsform, sondern vielmehr ein Gestaltungsprinzip sein, mit
dem rollenspezifisches Problembewusstsein geweckt und geschlechterdemokratische
Verhaltensweisen eingeübt werden. Sie thematisiert im Miteinander von Mädchen und
Jungen Geschlechterhierarchien und -stereotypen mit dem Ziel, diese abzubauen und statt
dessen ein System des Miteinanders zu entwickeln, in dem individuelle Unterschiede ohne
Benachteiligungserfahrungen für Mädchen und Jungen erlebbar sind.
In den Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit werden bei den Angeboten, die in
den Jahresplanungen aufgelistet werden, der Anteil der Mädchen und Jungen jeweils zu 50
% angestrebt. Dabei finden vom Selbstverständnis der Einrichtungen her,
geschlechtsbewusste Angebote statt. Die Stärkung der Mädchen im offenen Bereich spiegelt
sich u. a. durch die Existenz von Mädchenräumen und/oder -zeiten wieder. Eine große
Einrichtung verfügt sowohl über einen Mädchen- als auch einen Jungenraum.
Bei der Bearbeitung des Qualitätshandbuches für Berliner Jugendfreizeiteinrichtungen
werden Kernaktivitäten selbst evaluiert und in den jährlichen Sachberichten dokumentiert.
Der Bereich mit dem Schwerpunkt – Geschlechtsbewusste Mädchen- und Jungenarbeit –
wird durch die Einrichtungen regelmäßig bearbeitet und dient vor allem der Reflektion sowie
der fachlichen Auseinandersetzung.
Auch die Erkenntnisse des 2013/2014 durchgeführten „Gender Checks“ mit den Teams und
Besucher*innen der Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen wurden im Jahr 2015 von den
Einrichtungen zur Reflektion, für Fortbildungen einzelner Mitarbeiter*innen
sowie
Veränderungen von Gruppenangeboten (mehr sportliche Angebote und Gruppenzeiten für
Mädchen) genutzt.
Das Haus der Jugend Charlottenburg wird überwiegend von männlichen Jugendlichen
besucht. Hier wird mit Angeboten im Mädchensport versucht gegenzusteuern. Da im Haus
der Familie ausschließlich Angebote für Familien und -bildung angeboten werden, wird
dieses überwiegend von Frauen mit ihren Kindern besucht.
Ein großer Diskussionsbedarf ist in den vergangenen zwei Jahren in allen Einrichtungen
aufgetreten, die mit geflüchteten Mädchen- und Jungen gearbeitet haben. Das
Aufeinandertreffen der hiesigen Wertevorstellungen in Verbindung mit tradierten
51

Geschlechterrollen aus den Herkunftsländern der Geflüchteten ist für die Zukunft eine große
pädagogische Herausforderung. Dieser werden sich die Pädagoginnen und Pädagogen
stellen, jedoch müssen sie hierfür gestärkt werden.
Mädchenarbeit
Im Rahmen der Mädchenarbeit in Charlottenburg-Wilmersdorf gibt es für Mädchen die
Jugendfreizeitstätten Mädchenladen LiSA am Spandauer Damm, mädchenorientierter
Spielplatz „JACKIE“ am Jakob-Kaiser-Platz und D3 Mädchentreff in Wilmersdorf City.
Die inhaltliche Auseinandersetzung der Mädchenarbeit spiegelt sich in den achtmal jährlich
stattfindenden Treffen der AG 78 Mädchen und junge Frauen wieder. Die Themen hierfür
werden mit der AG Frauen abgestimmt. Zudem gibt es jährlich eine Veranstaltung rund um
den internationalen Frauentag für Mädchen und ihre Mütter, die jeweils ein anderes Motto
hat. Im Jahr 2015 war das Motto „ Hand in Hand“. Der von der UN im Jahr 2012 festgelegte
internationale Mädchentag am 11. Oktober fördert ein zusätzliches Bewusstsein in den
Einrichtungen in der Arbeit mit Mädchen. Im vergangenem Jahr wurde zum Mädchentag ein
Mädchenkalender erstellt. Im Bereich der bezirklichen Mädchenarbeit wird jährlich das
Angebot „Mädchen – aktiv und draußen“ durchgeführt. Hierfür wurden regionsübergreifend
die beliebten Standorte Lietzensee/Jungfernheide- und Preußenpark ausgewählt. Ziel des
Angebots ist die Präsenz und Förderung sportlicher Aktivitäten von Mädchen in der
Öffentlichkeit. Dieses Angebot wurde in der Sommerzeit für zwei bis drei Monate von zwei
weiblichen Honorarkräften zwei- bis dreimal wöchentlich in der Zeit von 16.00 bis 19.00 Uhr
durchgeführt.
Jungenarbeit
Im Gremium der AG Jungenarbeit werden Fragen zur Arbeit mit Jungen und jungen Männern
diskutiert und konkrete Kooperationsprojekte mit männlichen Kollegen unterschiedlicher
Träger und Einrichtungen des Bezirks geplant. Die AG Jungenarbeit ist offen für alle
interessierten Mitarbeiter*innen an der Kinder- und Jungendarbeit des Bezirks und trifft sich
jährlich ca. drei Mal.
In Kooperation mit dem Jugendförderer der Region 4 des Bezirks und dem
Nachbarschaftsheim Schöneberg e. V. an der Katharina-Heinroth-Grundschule unter
Beteiligung der AG Bezirkliche Jugendarbeit, dem RSD der Region 4 und weiterer Träger
konnte nach dreijähriger Pause wieder eine Jungenreise nach Kirchvers/Hessen in der Zeit
vom 18.10. bis 24.10.2015 mit 12 Jungen im Alter von 10 bis 15 Jahren aus verschiedenen
Einrichtungen durchgeführt werden. Inhaltliches Ziel der Fahrt war es, dass sich Jungen
selbst in neuen, ungewohnten und vielleicht schwierigen Situationen erleben. Durch die
Verknüpfung „Abenteuerfahrt“ mit dem Thema „Liebe, Freundschaft und Sexualität“ wurde
die Möglichkeit geboten, in einer für die Jungen attraktiven Weise in beiden Dimensionen
dieser Erlebnisfelder zu arbeiten. Während des Aufenthalts wurde mit verschiedenen
Methoden aus der geschlechtsbewussten Jungenpädagogik über das Thema „Junge sein“
und über tradierte Männlichkeitsvorstellungen mit den Jungen gearbeitet. Ziel war es u. a.
die Unterschiedlichkeit verschiedener möglicher Entwicklungsperspektiven herauszuarbeiten. Die Jungenfahrt dient dazu, die Jungs zu ermutigen das eigene Selbstwertgefühl zu
entwickeln. Für das Jahr 2016 ist geplant die Jungenfahrt erneut durchzuführen, das
Durchschnittsalter leicht anzuheben und die Teilnehmerzahl auf 20 zu erhöhen.
Auf der Grundlage des BA-Beschlusses Nr. 1010/03 vom 18.09.2008 fand neben dem
GirlsDay auch der BoysDay statt. Der Jungenzukunftstag BoysDay dient dazu, durch ein
eintägiges Schnupperpraktikum Einblicke in eher männeruntypische Berufe zu erhalten
sowie Vorstellungen und Vorurteile über sogenannte Frauenberufe abzubauen. Durch das
Praktikum werden neben dem Berufsfeld auch soziale Kompetenzen wie Teamfähig-,
Zuverlässig- und Höflichkeit etc. vermittelt. Insbesondere die Berufsgruppen der Erzieher
52

und Sozialarbeiter waren stark frequentiert. Positiv ist anzumerken, dass die Wichtigkeit und
Tragkraft des BoysDay erkannt wurde und sich zu einem bundesweiten Projekt etabliert hat.
Über ein bundesweites Boys-Day-Radar haben Jungen die Möglichkeit, Praktikumsplätze zu
finden und sie können so ihrer Phantasie in Bezug auf ihren Praktikumswunsch freien Lauf
lassen. Sowohl das Gesundheits- als auch das Jugendamt hatten sich aktiv am BoysDay
beteiligt und Schnupperpraktikumsplätze angeboten.
Sportförderung
Im Jahr 2014 hatte der Bezirk an dem von der Senatsverwaltung für Finanzen ausgelobten
Wettbewerb im Gender-Budgeting-Verfahren mit dem Projekt „Frauen und Mädchen im Sport
2014 Charlottenburg-Wilmersdorf“ teilgenommen. Ziel des Projekts war es, mehr Frauen in
Führungspositionen von Sportvereinen und damit verbunden eine Stärkung des Ehrenamtes
(Betreuerinnen und Trainerinnen) zu gewinnen. Ein weiteres Ziel war die Realisierung von
interessen- und bedürfnisorientierten Angeboten in und durch Sportvereine auf der
Grundlage einer Bedarfsanalyse, speziell für Frauen und Mädchen. Für die Sportvereine
wurde ein Preis für die Umsetzung genderpolitischer Maßnahmen – „Leuchtturmvereine“ als
beispielgebend fördernd – ausgelobt. Die Ergebnisse des Projekts wurden analysiert und
dokumentiert. Die Konzeption für das Projekt wurde prämiert, was für die Umsetzung dienlich
war. Federführend und vorbildlich unterstützend war während des gesamten Projekts Frau
Dr. Lucas. Um das Projekt weiterzuführen wurde im Jahr 2015 erneut ein Antrag für den
genannten Wettbewerb eingereicht, jedoch wurde dieser nicht bewilligt. Somit konnte das
erfolgreiche Projekt nicht weitergeführt werden. Im Rahmen des Wettbewerbs im GenderBudgeting-Verfahren erfolgt in 2016 für die Weiterführung des genannten Projekts abermals
die Antragstellung. Sollte die Antragstellung dieses Mal erfolgreich sein, würde u. a. die
Analyse der Mitgliederentwicklung weitergeführt werden können.
Der vereinsgebundene Sport ist an die grundgesetzlichen Vorgaben gebunden, so dass hier
der Gendergedanke im Sport mit der Bereitwilligkeit und Aktivität der förderungsfähigen
Sportvereine steigt und fällt.
Ich weise darauf hin, dass der Bezirksbürgermeister Herr Naumann derzeit vertretungsweise
die Aufgaben als Bezirksstadtrat der Abteilung wahrnimmt.

53

Abteilung Bürgerdienste, Weiterbildung, Kultur, Hochbau und Immobilien
Volkshochschule

In der VHS City West haben sich innerhalb des aktuellen Berichtszeitraums
genderrelevante Veränderungen im Bereich Personal ergeben:
Seit 1.10.2014 ist die Leitung der VHS einer Frau übertragen.
Seit 1.2.2015 wird der Programmbereich Deutsch von einer Frau geleitet.
Damit ergibt sich folgendes Bild zur Zusammensetzung der Mitarbeiter/innen nach
Geschlecht:
Leitung: weiblich;
Programmbereichsleitungen: 2 weiblich (davon 1 stellv.Leitung), 2 männlich.
Verwaltung: 8 weiblich, 2 männlich.
Von den insgesamt 358 freiberuflichen Kursleitenden (Stand 31.12.2015) sind 238
weiblich. Dies entspricht dem berlinweiten Durchschnitt an Volkshochschulen.
Die Volkshochschule City West ist der Erfüllung gleichstellungspolitischer
Anforderungen verpflichtet, dies dokumentieren wir nach Außen mit unserem Leitbild,
unseren Bildungsangeboten, nach Innen mit der bewussten Förderung von Frauen
und Männern. So sind inzwischen 2 Kollegen im Verwaltungsteam tätig, einem
Bereich der traditionell von Kolleginnen überproportional stark besetzt ist.
Im pädagogischen Team haben wir aktuell eine Besetzung von 2 Frauen und 2
Männern erreicht.
Selbstverständlich sind Aspekte des Gender Mainstreamings auch konstitutiver
Bestandteil des kontinuierlichen Qualitätsmanagements. So sind u.a. die Texte des
VHS-Jahresprogramms, sind Formulare und Publikationen nach Kriterien des
Gender Mainstreamings formuliert und/oder redaktionell bearbeitet.
Die Planung von Kursangeboten/ Bildungsangeboten beachtet bewusst auch
Lebens- und Arbeitsbedingungen von Frauen und/oder Männern. Danach richten
sich Angebotszeiten, Inhalte, Curricula und Progression. Beispielsweise werden
Kurse für alleinerziehende Elternteile vormittags während der Kita- und Schulzeiten
angeboten, um die Chance zur Teilhabe an Bildung und zur kontinuierlichen Fortund Weiterbildung zu erhöhen. Elternkurse fördern das öffentliche Bewusstsein
darüber, dass Väter ebenso wie Mütter die Verantwortung für die Erziehung durch
Wahrnehmung der Elternzeit übernehmen. In VHS-Kursen zu Familien- und
Erziehungsfragen werden grundsätzlich Mütter und Väter angesprochen.
Geschlechtsspezifische und kostenfreie Kulturangeboten für Mädchen
(„Talentcampus- Kultur macht stark“ aus Mitteln des BMBF) werden fortgesetzt. In
Kursen für Mädchen und Jungen wird spielerisch das Bewusstsein über
Geschlechtsrollen und Geschlechtsidentität reflektiert.
Im Jahr 2015 hat die VHS City West in Kooperation mit der bezirklichen
Gleichstellungsbeauftragten zwei Flüchtlingssprachkurse für Frauen (mit
Kinderbeaufsichtigung) erfolgreich eingerichtet, die sich seitdem uneingeschränkt
positiver Nachfrage erfreuen. Dies ist einzigartig in Berlin. In den
54

gemischtgeschlechtlichen Flüchtlingssprachkursen wird bewusst die Rolle der Frau,
das Thema der Gleichberechtigung in Deutschland thematisiert.
Bewegungskurse und Kurse für Ernährung und kulturellen Bildung für
Flüchtlingsfrauen wurden, auf dezidierte Nachfrage aus dem Flüchtlingsunterbringen,
kurzfristig eingerichtet. Dies mussten allerdings wegen mangelnder Anmeldungen/
Teilnahme geschlossen werden. Die City West handelt kurzfristig und entschieden,
um mit Bildungsangeboten Flüchtlingsfrauen zu unterstützen und zur Teilhabe am
öffentlichen Leben und Lernen zu befähigen
Angefügt der Überblick der nach Geschlecht verteilten Teilnehmenden in den Jahren
2014 und 2015. Die Zahlen entsprechend dem berlin-/bundesweiten Durchschnitt an
Volkshochschulen:
VHS City West

Daten zur bezirklichen Gender-Budget-Analyse 2014
UE´s

TN
gesamt

weiblich

=%

männlich = %

Lehrveranstaltungen

29.540

13.283

10.371

78%

2.891

22%

Sprachintegrationsmaßnahmen

23.771

5.798

3.744

65%

2.053

35%

Mütter/-Elternkurse

4.117

590

521

88%

65

11%

Nachtr. Schulabschlüsse

29.769

413

236

57%

177

43%

VHS City West

Daten zur bezirklichen Gender-Budget-Analyse 2015
UE´s

TN
gesamt weiblich

Lehrveranstaltungen

28.740

12.857

Sprachintegrationsmaßnahmen

27.007

Mütter/-Elternkurse
Nachtr. Schulabschlüsse

10.047

=%

männlich

=%

78%

2.793 22%

5.734

3.722 65%

2.005 35%

4.701

647

23.112

410

573 89%
52%
212

69 11%
48%
198

55

Abteilung Stadtentwicklung und Ordnungsangelegenheiten - Grün 370
Fachliches
Teilziel 2015
der Abteilung

Maßnahme
Nr.:

Maßnahme
Text:

StadtOrd

Produktanalyse

Datenanalyse

Ja

Ja

Soll-IstVergleich
(Kommentar)

Bei der Realisierung von künftigen
Baumaßnahmen Berücksichtigung
der Genderaspekte bei Umbau- und
wesentlichen Erneuerungsmaßnahmen.

Nein

_

Ergebniskommentar der
Datenreihen

Umgestaltung Olivaer Platz
innerhalb des Programmes
Aktive Zentren

Genehmigung Umgestaltung
Kinderspielplatz
Knesebeckstr. und des
Pausenhofes der Joan-MiroSchule innerhalb des
Programmes Aktive Zentren

Durchführung eines
Partizipationsprozesses. Die Berücksichtigung von Gender
Aspekten stellt u.a.
einen Schwerpunkt
dar.

Einschätzung
der Zielerreichung

Auswertung:

Nein

_

Bericht

(auch Benennung
der Hemmnisse)

Abschluss,
Weiterentwicklung,
zukünftige Planung

Beteiligungsverfahren fortlaufend
bis 2018
Umplanung des Siegerentwurfes
u.a. im Bereich der
Kinderspielplätze nach den
Ergebnissen des Runden Tisches
mit Anwohnerinnen und
Anwohnern.

Ergebnisse fliessen in die Umsetzung
der Maßnahme ein

Durchführung eines
Planungsworkshops im November
2015 mit Schülerinnen und
Schülern, Nachbarschaft, Experten
und der Poizei.

Ergebnisse fließen in die
Entweurfsplanung zur Umsetzung ein.
Die gesamte Maßnahme erstreckt sich
über einen Zeitraum von 2015 bis 2018.

56

Abteilung Soziales und Gesundheit ( Planungs- und Koordinierungsleitstelle – Psychiatriekoordination)

Fachliches
MaßTeilziel 2014
nahme
der Abteilung Nr.:
………………..

Maßnahme
Text:

Produktanalyse

Datenanalyse

Ja

Ja

Soll – Ist –
Vergleich
(Kommentar)
Transferprodukte
psychiatrische
Pflichtversorgung
79711
79713
80043

s. Anlage 2
(Maßnahmenplan
2016)

Soll-Ist-Vergleich
wurde für 2015
durchgeführt
(s. Anlage 1)

Nein

_

Ergebniskommentar der
Datenreihen
Ergebnisse
schwanken
erneut um den
Zielwert.
Abweichungen
resultieren aus
dem nicht zu
beeinflussenden
vorhandenen
Hilfebedarf (insb.
im Zuverdienst).
Bei Produkt Nr.
79711 ist zu
beachten, dass
Genderdaten nur
stichprobenartig
in einem Monat
(Nov.) erfasst
werden können.

Nein

Einschätzung
der Zielerreichung
(auch Benennung
der Hemmnisse)

_

s. Anlage 2
(Maßnahmenplan 2016)

Bericht
Auswertung:
Abschluss,
Weiterentwicklung,
zukünftige Planung

s. Anlage 2 (Maßnahmenplan
2016)

57

Anlage 1

Geschlechterbezogene Auswertung der Produktmengen für die PEP-Produkte 2015

Transferprodukt Angebot
79711 KBS

Bezugsgröße
Anzahl der Kontakte (November)

Anzahl der Verträge mit Nutzerinnen
79713 Zuverdienst
und Nutzern
80043 Suchtberatung Anzahl der Kontakte

Männer
Männer Frauen Frauen - IST
Zielwert Differenz - Ist
Zielwert Differenz
53,00% 56,00%
3,00% 47,00% 44,00%
-3,00%
62,30%
52,60%

56,00%
69,00%

-6,30% 37,70%
16,40% 47,40%

44,00%
31,00%

6,30%
-16,40%

Anlage 2
Maßnahmenplan 2016 Psychiatrie und Sucht (Kontaktstellen (KBS), Zuverdienst und Suchthilfeangebote)
Gleichstellungsp
olitische Ziele

Teilziele

V. Förderung einer
öffentlichen
Auseinandersetzung
über Gewalt gegen
Frauen und Kinder in
der Familie und...

Über
bezirkliche
und
überbezirkliche
Angebote
informieren/
vorhalten

Maßn
ahmenNr.

Über
bezirkliche und 1.
überbezirkliche
Angebote
informieren/
vorhalten
1.

2.

Maßnahmen

KBS:
Flyer/Infomaterial besorgen und auslegen, Pinwände aktualisieren
geschlechtsspezifische Angebote gut sichtbar anbringen und
laufend aktualisieren
Internetseite lfd. aktualisieren
Sucht:
Gewalt gegen beide Geschlechter als Thema im Rahmen der
Beratung.
Selbstbehauptungstraining für Frauen
Ggf. Weitervermittlung an andere Einrichtungen

Verantwortlich für die Umsetzung Zielerreichungsgrad

Fr. xxx
Hr. xxx

Laufend erfüllt,
wird fortgesetzt

Hr. xxx
Alle
vista
Mitarbeiter
und Laufend erfüllt,
Mitarbeiterinnen
wird fortgesetzt
Fixpunkt Sozialarbeiter/innen
Alle
vista
Mitarbeiter
Mitarbeiterinnen

und 2015: nicht
erfüllt

59

Anlage 2
Maßnahmenplan 2016 Psychiatrie und Sucht (Kontaktstellen (KBS), Zuverdienst und Suchthilfeangebote)
Gleichstellungsp
olitische Ziele

Teilziele

Maßn
ahmenNr.

1.

2.

Maßnahmen

KBS, Sucht, Zuverdienst
Sensibilisierung der Mitarbeitenden für einen
angemessenen Umgang der Geschlechter
miteinander

Verantwortlich für die Umsetzung Zielerreichungsgrad

Alle

Pinel:
Das „ Betriebliche Notfallmanagement“ bleibt ein sinnvolles und Hr. xxx / Hr. xxx
nützliches Instrumentarium zum Schutz von MitarbeiterInnen und
wird weiterhin praktiziert, um vor allem dem Thema
Gewalt/Bedrohung gegen Frauen konsequent entgegen zu wirken.
Der
diesbezügliche
Informationsaustausch
führte
auf
MitarbeiterInnen – und Leitungsebene zu einer erhöhten
Sensibilisierung.

Laufend erfüllt,
wird fortgesetzt

2015:
erfüllt

100%

3.

NutzerInnenbeteiligung in der psychiatrischen Versorgung bei Hr. xxx
Platane 19.
Gruppen: offener Dialog; Englischkurs, Philosophisches Café,
selbstorganisierte Kunstgruppe, Progressive Muskelentspannung,
Disco, Begleitung und Information für Patienten der
Schlossparkklinik

Laufend erfüllt,
wird fortgesetzt

4.

PBAM: In Fallbesprechungen auf Genderaspekte erneut Hr. xxx
hingewiesen und in Beratungs/behandlungsplan integriert sowie in
der täglichen Arbeit mit Klienten auf Möglichkeiten
(geschlechtsspezifische Beratung) hingewiesen.

laufend: 100%
erfüllt

60

Gleichstellungsp
olitische Ziele

Teilziele

VI. Förderung einer
geschlechtsdiff.
a) sachgerechte
a) Orientierung am
Gesundheitsplanung Zusammensetzun Zielwert
g in Gruppen
b)
b)
Genderkompetenz
Bedarfsgerechtig als Bestandteil der
keit in der
Arbeit
Zuwendung
c) gendersensible
Wahrnehmung
stärken

Maßn
ahmenNr.

a) Orientierung
am Zielwert

1.

b)
2.
Genderkompeten
z als Bestandteil
der Arbeit
3.
c) gendersensible
Wahrnehmung
stärken
4.

5.
6.

7.
8.
9.

Maßnahmen

Zuverdienst:
Gender-Aspekte
regelmäßig
in
Teambesprechungen: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Gendergerechte Vergabe und Steuerung in den einzelnen der Zuverdienstprojekte
Projekten so weit möglich.
Trotz starker Nachfrage männlicher Zuverdiener, werden
bevorzugt
weibliche
Bewerberinnen
eingestellt,
um
Gendergerechtigkeit herzustellen.
Entwicklung neuer Arbeitsmöglichkeiten (neue Projekte) unter
Gender-Aspekten
Spezielle Angebote werden unter Genderaspekt ausgebaut
(Aktenprojekt, Buchprojekt bei Platane 19),
Vergabe der Beschäftigungsmöglichkeiten unter
genderspezifischen Aspekten
Bei Pinel wird weiterhin auf ein ausgeglichenes
Geschlechterverhältnis geachtet, was von allen Beteiligten als
Bereicherung erlebt wird. Im Zuverdienstprojekt Garten als auch
in der Gebäudereinigung ist dies noch nicht zufriedenstellend
gelungen, aber vereinzelt kommen auch Frauen in die eher
männerdominierten Arbeitsbereiche.
Im „Catering/Service“ in der BTS/TS wird ein tägliches
(Küchenmeister BTS/TS)
Mittagessen für eine Klasse des Schulz Henke Heims vorwiegend
von Frauen zubereitet und serviert. Auch in der Wäscherei findet
sich ein ausgewogenes Verhältnis beider Geschlechter.
Aktualisierung der Pinel-Flyer aller Wilmersdorfer
Zuverdienstprojekte, geplante Fertigstellung 2016
Bei Pinel:
Bei KlientInnen: Ein allgemein respektvoller Umgang zwischen
Männern u. Frauen wird propagiert, um jeglicher Form von
Diskriminierung vorzubeugen.
AnleiterInnenrunde: Sensibilisierung in Genderfragen
Thematisierung und Darstellung verschiedener Möglichkeiten von
Nutzerbefragungen in der AG Arbeit (s.auch Punkt 11)
Bei Pawian steht als Ziel weiterhin die vermehrte Beschäftigung
von Frauen in allen Arbeitsbereichen, vor allem aber im Bereich
Küche im Vordergrund. Es gestaltet sich jedoch nach wie vor sehr
schwierig weibliche Bewerber zu akquirieren. Im Bereich der
Schulessenausgabe konnte der Anteil an Zuverdienerinnen leicht
gesteigert werden.

10

Fallbesprechung - Klienten und Klientinnen gleichermaßen,
gendergerecht (unabhängig von augenfälligem Verhalten)
In Fallbesprechungen wird streng auf eine geschlechtergerechte
Verteilung geachtet.

11

Nutzerbefragung für den Zuverdienst von Platane 19 durchführen.

11

Verantwortlich für die Umsetzung Zielerreichungsgrad

100%
laufend
laufend
nur teilweise
möglich
laufend
Laufend
2015
90% erfüllt

2015 erfolgt

wird fortgesetzt
2015 erfolgt

laufend
2015 erfolgt
laufend

Januar
2016
erfolgt,
Auswertung im
März 2016

61

Gleichstellungsp
olitische Ziele

Teilziele

Verantwortlich für die Umsetzung Zielerreichungsgrad

Maßn
ahmenNr.

Maßnahmen

1.

Bei GPVA: Motivation der Klienten zur Mitarbeit in untypischen Alle MitarbeiterInnen
Gruppen. Eine paritätische Besetzung ist angestrebt:
Holzgruppe
Näh- und Textilgruppen
Papiergruppe
Industrielle Fertigung (schwankend)
Gartenarbeitsplätze
Caféarbeitsplätze

Laufend
30-50%
100%
100%
33%
100%
100%

(Vorschlag der Klienten: Angebot zur Selbstverteidigung)
2.

Sensibilisierung der Klienten für Genderfragen

3.

Prophylaxe: Klima schaffen für ein gleichberechtigtes Miteinander
(Gespräche, Mitarbeiterversammlung)

1.
2.

1.
2.

Sucht::
Gender-Aspekte in Fallbesprechungen haben sich bewährt und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 100% erfüllt
werden fortgesetzt
Suchtberatungsstellen
PBAM: Klientenbefragung 2014 ergab, dass aktuell kein erhöhter
Bedarf für eine Frauengruppe besteht.
KBS:
Fragen nach Gender und Bedarfsgerechtigkeit im Team
thematisieren; ggf. NutzerInnenbefragung zur Angebotsstruktur
Platane19: . Auswertung und Besprechung der Ende 2014
durchgeführten Nutzerinnenbefragung in 2015. Maßnahmen
wurden umgesetzt. 2016: Reflektion der Angebotsstruktur
gemeinsam mit BesucherInnen – Aufnahme neuer Ideen und
Vorschläge, Durchführung eines Teamtages zu Fragen der
Angebotsstruktur und Bedarfsgerechtigkeit
Herr xxx, Frau xxx

VI. Förderung einer
geschlechtsdiff.
Gesundheitsplanung

Überprüfung
Datenbasis

der Überprüfung der 1.
Datenbasis

Alle:
Abgleich der TN-Zahlen auf der Grundlage von Zielwerten.

Alle

Laufend

2.
Teilnehmer/-innen-Zahlen fortlaufend dokumentieren

62

Teilziele

Gleichstellungsp
olitische Ziele

Sucht:
Orientierung
Bedarfsgerechtig Zielwerten
keit und
Qualitätsverbesse
rung für
KlientInnen und
MitarbeiterInnen

Maßn
ahmenNr.

Verantwortlich für die Umsetzung Zielerreichungsgrad

Sucht:
an

Orientierung an
Zielwerten
1.

Fixpunkt: Möglichst geschlechtergemischte Besetzung der vor Ort Hr. xxx
MitarbeiterInnen (Sozialarbeit/Pflege)

Laufend,
erfüllt in 2015

2.

Auseinandersetzung mit Gender-Aspektenauf der Basis des
Diversity-Ansatzes und unter dem Aspekt der „Transkulturalität“
im Team. Kleiner Teamtag gemeinsam mit osteuropäischen und
russischsprachigen
Kolleg/innen
zu
kulturspezifischen
Besonderheiten unter dem Genderaspekt.

in 2015
laufend
geplant

3.

Gendersensible Sprache in Wort und Schrift

Laufend

4.

Mann/Frau-Beziehung im transkulturellen Kontext und die
professionelle Rolle in der Beratung

Laufend
2015

in

5.

Spezifische Schutzbedürfnisse werden von den wenigen Frauen,
die das Angebot aufsuchen, formuliert und erfüllt

Laufend
2015

in

6.

Klientenbefragung auch unter Geschlechteraspekten

7.

Öffentlichkeitsarbeit (Flyer,:genderspezifisch) junge Frauen und Fr. xxx/Fr. xxx
Binge-Drinking)
Na-Klar-Kampagne und weitere Aktionen

8.
9.

Höhere
Inanspruchnahme
von Hilfen durch
Männer

Maßnahmen

1.
2.

3.

Vista

und

2015 erfolgt
Erfüllt in 2015

Niedrigschwellige Angebote für junge Männer vor Schulen
(Alkoholprävention OSZ)
Sucht:
Auseinandersetzung mit Gender-Aspekten im Team
Teamgespräche

Alle
vista
und
Fixpunkt 100%
und
Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen
laufend, wird
fortgesetzt
Angebote für Männer, Themenschwerpunkte „Älter werden“ und
Laufend erfüllt,
„Wertigkeit/Entwertung
durch
Arbeitslosigkeit“-laufendes
wird fortgesetzt
Gruppenangebot
Entspannungsgruppe für Frauen

Vista

nicht
in 2015

63

Gleichstellungsp
olitische Ziele
VII.
Geschlechtsspezifisc Förderung der
he Förderung der Selbsthilfe und
eines
Selbstorganisation
gleichberechtigte
n Zugangs
und/oder einer
gleichberechtigte
n Teilhabe

Teilziele

Maßn
ahmenNr.

Initiierung
1.
des
Selbsthilfepotenz
ials
2.

1.

Maßnahmen

Verantwortlich für die Umsetzung Zielerreichungsgrad

KBS:
Angebote vorhalten und entsprechend Männer und Frauen Hr. xxx, Fr. xxx
ansprechen, z.B. Kochgruppe, Computerkurse, Nähgruppe,
Öffnungszeiten nur für Frauen; Platane in Bewegung (erleben der
Körperlichkeit),
Philosophisches
Café,
selbstorganisierte
Kunstgruppe, Yoga, Progressive Muskelrelaxation
Sensibilisierung der Nutzer und Nutzerinnen für Gender-Aspekte Fr. xxx
Sucht:
Selbsthilfegruppe für Frauen
Biografiearbeit für Frauen in der Selbsthilfe

Vista - Frau xxx

100% laufend

laufend

100% in 2015

64

Abteilung Soziales und Gesundheit (FB 4- Soz 430ff)
Bericht zur Umsetzung von Gender Mainstreaming im Jahr 2015 (FB 4- Soz 430ff)

Fachliches
Teilziel 2015
der Abteilung
Soziales

Maßnahme
Nr.:

Maßnahme
Text:

Produktanalyse

Ja
Soll – Ist –
Vergleich
(Kommentar)

FB 4
Soziale Dienste
Die bezirklichen
Angebote
orientieren sich in
ihrer
geschlechterspezifi
schen Ausprägung
an der
geschlechterspezifi
schen Struktur der
Zielgruppe

60714

Organisation der
ehrenamtlichen Arbeit

Einschätzung der
Zielerrei-chung

Datenanalyse

Nein

Ja

Nein

_

Ergebniskomment
ar der
Datenreihen

_

2015 Frauen:
69%
Männer:
31%
in Zahlen:
311/139*
(333/159) 2014
*gezählt nur
Ehrenamtliche mit
Aufwandsentschädi
gung

(auch Benennung der
Hemmnisse)

Bericht

Auswertung:
Abschluss,
Weiterentwicklung,
zukünftige Planung

Eine
indirekte
Beeinflussung z.B. der
Anzahl
der
ehrenamtlichen
Mitarbeiter nach dem
Geschlecht könnte indirekt
auf
Basis
der
Schwerpunktsetzung bei
der
Einwerbung
der
unterschiedlichen
Geschlechter nur dann
erfolgen,
wenn
sich
ausreichend ehrenamtlich
Interessierte
um
ein
Ehrenamt
bewerben
würden. Das Angebot an
Ehrenämtern
übersteigt
jedoch bei weitem die
Nachfrage.
Somit
erscheint der aktuelle
demografische
Zustand

Die Organisation der
ehrenamtlichen
Arbeit
orientiert
sich
unverändert
in
ihrer
geschlechterspezifischen
Ausprägung
an
der
geschlechterspezifischen
Struktur der Zielgruppe
des
Produktes
im
jeweiligen Bezirk.

65

eben auch in Zahlen bei
den
ehrenamtlich
Tätigen.

80005

Seniorenbezogene
Angebote innerhalb
Seniorenfreizeitstätten

2015
Frauen:
78%
Männer:
22%
In Zahlen:
2015
67502 Frauen
19040 Männer
86542 gesamt
2014
74979 Frauen
24933 Männer
99972 gesamt

80006

Seniorenbezogene
Angebote außerhalb
Seniorenfreizeitstätten
In Chbg-Wdf
Insbesondere
Seniorensportangebot
e
Tischtennis
Badminton
Bowling
Schwimmen
Wandern

(Produktmenge)
Die Anzahl der
Männer ist beim
Produkt 80006,
insbesondere beim
Seniorensportange
boten wie
Tischtennis und
Badminton
erheblich höher
(52%)als bei
Angeboten in den
Seniorenfreizeitstät
ten und erweitert
damit das Angebot
für Männer im
Rahmen der
Altenhilfe §71 SGB
XII
(siehe dagegen

Eine Beeinflussung der
Nachfrage der
bezirklichen Angebote
nach dem Geschlecht
kann indirekt auf Basis der
spezifischen
Themenschwerpunkte der
Angebote gesteuert
werden.

Eine Beeinflussung der
Nachfrage der
bezirklichen Angebote
nach dem Geschlecht
kann indirekt auf Basis der
spezifischen
Themenschwerpunkte der
Angebote gesteuert
werden.

Die Erstellung der
bezirklichen Angebote
erfolgen unter der
Maßgabe und im
Bewusstsein, dass den
geschlechtsspezifischen
Ansprüchen der Senioren
und Seniorinnen genüge
getan wird und die
strukturellen
Gegebenheit vor Ort
berücksichtigt werden.

Die Erstellung der
bezirklichen Angebote
erfolgen unter der
Maßgabe und im
Bewusstsein, dass den
geschlechtsspezifischen
Ansprüchen der Senioren
und Seniorinnen genüge
getan wird und die
strukturellen
Gegebenheit vor Ort
berücksichtigt werden.

66

80005)
2015
Wie 2014
Frauen:
48% unverändert
Männer:
52% unverändert
In Zahlen:
165 Frauen
180 Männer
80002
Seniorenspezifische
Beratung und
Betreuung

2015
%wie 2014
In Zahlen
234 Frauen
116 Männer
(Produktmenge
2014
Frauen:
70%
Männer:
30%

Die bezirklichen Angebote
orientieren sich in ihrer
geschlechterspezifischen
Ausprägung an der
geschlechterspezifischen
Struktur der Zielgruppe
des Produktes im
jeweiligen Bezirk

Eine Mengensteuerung
an Hand des Kriteriums
Geschlecht kann nicht
erfolgen. Eine indirekte
Beeinflussung
der
Nachfrage
der
bezirklichen
Beratungsangebote nach
dem Geschlecht kann
indirekt auf Basis der
spezifischen
Themenschwerpunkte
der Beratungsangebote
gesteuert werden. Die
Erstellung
der
bezirklichen
Angebote
erfolgen
unter
der
Maßgabe
und
im
Bewusstsein, dass den
geschlechtsspezifischen
Ansprüchen der Senioren
und Seniorinnen genüge
getan wird und die
strukturellen
Gegebenheit vor Ort
berücksichtigt werden.

67

5083 - Ambulante Hilfe zur Pflege

m(Transferprodukt
w
zum
78400)w

w

insg

w

insg

w

m

w

insg

insg

m

w

insg

1

1

323

509

832

4

7

11

21

28

49

63

118

181

26

48

74

238

372

610

86

178

264

25

51

76

Feb

2

6

8

11

13

24

4

6

10

0

1

1

324

501

825

4

6

10

20

28

48

62

117

179

23

43

66

238

368

606

91

179

270

24

49

73

Mrz

2

5

7

11

12

23

4

6

10

0

1

1

324

498

822

4

6

10

21

29

50

68

118

186

23

44

67

238

367

605

91

182

273

25

50

75

Apr

2

5

7

9

13

22

3

5

8

0

1

1

329

497

826

4

6

10

19

26

45

67

120

187

22

44

66

233

365

598

91

178

269

24

48

72

Mai

2

5

7

10

14

24

5

4

9

0

1

1

328

492

820

4

6

10

20

25

45

66

120

186

21

41

62

230

363

593

90

175

265

24

47

71

Jun

1

4

5

10

14

24

4

4

8

0

1

1

330

487

817

4

6

10

22

28

50

66

122

188

20

40

60

221

350

571

93

173

266

25

45

70

Jul

1

5

6

8

14

22

5

4

9

0

1

1

328

472

800

4

6

10

22

25

47

66

123

189

21

39

60

218

348

566

94

165

259

24

47

71

Aug

1

5

6

8

13

21

5

4

9

0

1

1

311

461

772

4

6

10

22

25

47

60

125

185

22

38

60

217

341

558

91

160

251

26

44

70

Sep

1

4

5

8

13

21

4

4

8

0

1

1

313

462

775

4

7

11

20

25

45

58

124

182

22

39

61

209

336

545

89

163

252

28

43

71

Okt

1

4

5

6

12

18

6

5

11

0

1

1

306

435

741

4

7

11

19

24

43

52

118

170

21

40

61

198

330

528

85

159

244

29

40

69

Nov

1

5

6

6

11

17

6

5

11

1

1

2

269

407

676

4

5

9

17

24

41

42

96

138

21

35

56

194

295

489

85

157

242

29

38

67

Dez

0

3

3

3

2

5

4

1

5

1

0

1

176

246

422

4

4

8

6

11

17

20

44

64

11

18

29

139

211

350

54

107

161

19

28

47

15

56

71

101

143

244

55

53

108

2

11

48

72

120

229

298

527

253

469

302

530

832

722 2573 4046 6619 1040 1976 3016
38,9% 61,1%

34,5% 65,5%

m

w

(Transferprodukt zu 78400)

T-Ambulante Hilfe zur Pflege; Pflegestufe 3

(Transferprodukt zu 78400)

T-Ambulante Hilfe zur Pflege; Pflegestufe 2

w

0

35,0% 65,0%

insg

(Transferprodukt zu 78400)

m

10

690 1345 2035

w

T-Ambulante Hilfe zur Pflege; Pflegestufe 1

w

5

33,9% 66,1%

m

(Transferprodukt zu 78400)

T-Ambulante Hilfe zur Pflege - Betreuung und
Versorgung von an Demenz erkrankten Menschen
in Wohngemeinschaften - Pflegestufe 3 -

(Transferprodukt zu 78400)

T-Ambulante Hilfe zur Pflege - Betreuung und
Versorgung von an Demenz erkrankten Menschen
in Wohngemeinschaften - Pflegestufe 2 -

m

5

43,5% 56,5%

insg

80154

23

40,0% 60,0%

m

(Transferprodukt zu 78400)

T-Ambulante Hilfe zur Pflege - Betreuung und
Versorgung von an Demenz erkrankten Menschen
in Wohngemeinschaften - Pflegestufe 1 -

(Transferprodukt zu 78400)

(Transferprodukt zu 78400)

T-Ambulante Hilfe zur Pflege; Pflegestufe 0

T-Ambulante Hilfe zur Pflege; Intensivpflege in der
Stufe III

insg

80153

12

40,1% 59,9%

w

80152

11

13 3661 5467 9128

m

80151

6

15,4% 84,6%

insg

80150

5

50,9% 49,1%

m

80149

1

41,4% 58,6%

m

80148

Jan

21,1% 78,9%

insg

78396

T-Teilstationäre Hilfe zur Pflege; Pflegestufe 3
(Transferprodukt zu 78400)

78395

T-Teilstationäre Hilfe zur Pflege; Pflegestufe 2
(Transferprodukt zu 78400)

78394

T-Teilstationäre Hilfe zur Pflege; Pflegestufe 1
(Transferprodukt zu 78400)

78393

T-Teilstationäre Hilfe zur Pflege; Pflegestufe 0
(Transferprodukt zu 78400)

78392

insg

36,3% 63,7%

Daten aus Nacherstellung

68

Daten konsolidiert
Daten nicht konsolidiert

Anlage 1
Produkt Pflegestufe***

2015
2015
männl.* weibl.*

Vorjahr
männl.

Vorjahr
weibl.

78396

40,1 %

59,9 %

40 %

60 %

40 %

60 %

37,1 %

43,5 %

56,5 %

33,9 %

80148
80149

80150

80151

80152
80153
80154

Ambulante
Hilfe
zur
Pflege,
Pflegestufe 0
Ambulante
Hilfe
zur
Pflege,
Intensivpflege in der Stufe III
Ambulante
Hilfe
zur
PflegeBetreuung und Versorgung von an
Demenz erkrankten Menschen in
WG’s, Pflegestufe 1
Ambulante
Hilfe
zur
PflegeBetreuung und Versorgung von an
Demenz erkrankten Menschen in
WG’s, Pflegestufe 2
Ambulante
Hilfe
zur
PflegeBetreuung und Versorgung von an
Demenz erkrankten Menschen in
WG’s, Pflegestufe 3
Ambulante
Hilfe
zur
Pflege,
Pflegestufe 1
Ambulante
Hilfe
zur
Pflege,
Pflegestufe 2
Ambulante
Hilfe
zur
Pflege,
Pflegestufe 3

Veränder
ung
weibl.
zum
Vorjahr
-0,1 %

Anteil
weibl. Anweichung
weibl.
Personen an über
Pflege zum
60Jährigen**
Bevölkerungsanteil
über 60Jähriger
56 %

+4%

62,9 %

-2,9 % 56 %

+ 6,9 %

41,8 %

58,2 %

-1,7 % 56 %

+ 2,2 %

66,1 %

35,1 %

64,9 %

1,2 % 56 %

+ 8,9 %

35 %

65 %

32,6 %

67,4 %

-2,4 % 56 %

+ 11,4 %

38,9 %

61,1 %

38,6 %

61,4 %

-0,3 % 56 %

+ 5,4 %

34,5 %

65,5 %

32,3 %

67,7 %

-2,2 % 56 %

+ 12,7 %

36,3 %

63,7 %

36 %

64 %

-0,3 % 56 %

+8%

* Quelle: Produktmengenermittlungen 2015
** Quelle: Landespflegeplan 2011, der Landespflegeplan 2012 liegt noch nicht vor
*** Grundsätzlich ist darauf zu verweisen, dass die Antragstellung bei diesen gesetzlichen Leistungen nicht steuerbar ist. Aus den Zahlen ergibt sich daneben aber auch kein
Handlungsbedarf.

69

Abteilung Soziales und Gesundheit (Ges FB 2)
Fachliches
Teilziel 2015
der Abteilung
Soziales und
Gesundheit
Ges FB 2
InfektionsKatastrophen- und
umweltbezogener
Gesundheitsschutz
,
Lebensmittelpersonalberatungsstelle
………………
Beobachtung des
Anteils von Frauen
und Männern bei
den Belehrungen
in der
Lebensmittelperso
nalberatung

Maß
nah
me
Nr.

Maßn Produktanalyse
ahme
Text:
Ja
Soll – Ist –
Vergleich
(Kommentar)
Produkt 60410
Gesetzlich
vorgeschriebene
Erstbelehrung nach
§ 43 IfSG und
Ausstellung der
entsprechenden
Bescheinigung für
Personen, die
Lebensmittel
herstellen,
behandeln oder in
Verkehr bringen

Datenanalyse
Nein

_

Ja
Ergebniskommen-tar
der Datenreihen
2015 war die
Zahl der zur
Belehrung
erschienenen
Frauen (49%)
und Männer
(51%)
annähernd
gleich.

Einschätzung der
Zielerreichung
Nein

_

(auch Benennung
der Hemmnisse)
Die Geschlechterzusammensetzung
bei der
Inanspruchnahme
der gesetzlich
vorgeschriebenen
Belehrung ist durch
uns nicht
beeinflussbar.

Bericht
Auswertung:
Abschluss,
Weiterentwicklung,
zukünftige Planung
Kein
Handlungsbedarf

70

Abteilung Soziales und Gesundheit (Ges FB 3 – BfB)

Fachlic
hes
Teilziel
2015
der
Abteilu
ng
Ges FB
3/ BfB

Maßnahme
Nr.:

Maßnahme
Text:

Produktanalyse

Datenanalyse

Ja

Ja

Soll – Ist –
Vergleich
(Kommentar)

63133

Pflegebegut
achtung

80685

Beratung
und

Kein
Zielwert

Nein

_

Ergebniskommentar der
Datenreihen

Nein

Einschätzung
der Zielerreichung
(auch Benennung
der Hemmnisse)

_

Bericht
Auswertung:
Abschluss,
Weiterentwicklung,
zukünftige Planung

männl.
37
weibl.
72

Ein Zielwert kann
nicht benannt
werden, da weder
die Anzahl noch
das Geschlecht der
„Fälle“ beeinflusst
werden kann.

männl.
810

Ein Zielwert kann
nicht benannt
71

80485

Hilfevermittlung

definierbar,
daher kein
Soll-IstVergleich
mgl.

weibl.
1.200

werden, da weder
die Anzahl noch
das Geschlecht der
„Fälle“ beeinflusst
werden kann.

Gutachten/
Stellungnahmen

Kein
Zielwert
definierbar,
daher kein
Soll-IstVergleich
mgl

männl.
338
weibl.
430

Ein Zielwert kann
nicht benannt
werden, da weder
die Anzahl noch
das Geschlecht der
„Fälle“ gesteuert
werden kann.
Die Gutachten
werden zu einem
großen Anteil
aufgrund von
Anfragen der
Sozialleistungsträge
r gefertigt. Die
Notwendigkeit
weiterer Gutachten
ergibt sich aus der
Beratungs- und
Betreuungsarbeit.
In beiden Fällen ist
eine Steuerung der
Anzahl oder des
Geschlechtes durch
den Fachdienst nicht
möglich.
72

80486

Ermittlung
des
Hilfebedarfe
s – HzP

Kein
Zielwert
definierbar,
daher kein
Soll-IstVergleich
mgl

männl.
188
weibl.
349

Ein Zielwert kann
nicht benannt
werden, da weder
die Anzahl noch
das Geschlecht der
„Fälle“ gesteuert
werden kann.
Die Gutachten
werden zu einem
großen Anteil
aufgrund von
Anfragen der
Sozialleistungsträge
r gefertigt. Die
Notwendigkeit
weiterer Gutachten
ergibt sich aus der
Beratungs- und
Betreuungsarbeit.
In beiden Fällen ist
eine Steuerung der
Anzahl oder des
Geschlechtes durch
den Fachdienst nicht
möglich.

73

Abteilung Soziales und Gesundheit (Abteilung Ges FB 3 – SpD)
Fachliches
Teilziel 2015
der Abteilung
Ges FB 3/
SpD

Maßnahme
Nr.:

Maßnahme
Text:

Produktanalyse

Datenanalyse

Ja

Ja

Soll – Ist –
Vergleich
(Kommentar)
75428

Krisenintervention

Kein
Zielwert
definierbar,
daher kein
Soll-IstVergleich
mgl.

Nein

_

Ergebniskommentar der
Datenreihen
Männl. 471
Weibl. 482

Nein

Einschätzung
der Zielerreichung
(auch Benennung
der Hemmnisse)

_

Bericht
Auswertung:
Abschluss,
Weiterentwicklung,
zukünftige Planung

Ein Zielwert kann
nicht benannt
werden, da die Art
der Meldungen (z.B.
durch die Polizei,
Krankenhäuser, das
soziale Umfeld der
Pat.) nicht steuerbar
ist.
Die
Krisenintervention
gehört zu den
Pflichtaufgaben des
SpD gem. GDG und
74

PsychKG.

80684

Psychosoziale
Betreuung
und
Hilfevermittlung

Kein
Zielwert
definierbar,
daher kein
Soll-IstVergleich
mgl.

Männl.
3007
Weibl.
2624

79013

Gutachten
für

Kein
Zielwert

Männl. 168
Weibl. 158

Ein Zielwert kann
nicht benannt
werden, da weder
die Anzahl noch das
Geschlecht der
„Fälle“ beeinflusst
werden kann.
Die Beratung,
Betreuung und
Hilfevermittlung
psychisch kranker
Menschen und
ihrem sozialem
Umfeld gehört zu
den Pflichtaufgaben
des SpD gem. GDG
und PsychKG.
Der SpD ist
insbesondere für
Menschen
zuständig, die
keinen Zugang zum
Hilfesystem finden
(„nachgehende
Sozialarbeit“).
Ein Zielwert kann
nicht benannt
75

Hauptverwalt definierbar,
ungen
daher kein
Soll-IstVergleich
mgl
80485

Gutachten/
Stellungnahmen

Kein
Zielwert
definierbar,
daher kein
Soll-IstVergleich
mgl

Männl.
1099
Weibl. 795

werden, da weder
die Anzahl noch das
Geschlecht der zu
begutachtenden
Klientinnen und
Klienten beeinflusst
werden kann.
Ein Zielwert kann
nicht benannt
werden, da weder
die Anzahl noch das
Geschlecht der
„Fälle“ gesteuert
werden kann.
Die Gutachten
werden zu einem
großen Anteil
aufgrund von
Anfragen der
Sozialleistungsträger
gefertigt. Die
Notwendigkeit
weiterer Gutachten
ergibt sich aus der
Beratungs- und
Betreuungsarbeit.
In beiden Fällen ist
eine Steuerung der
Anzahl oder des
Geschlechtes durch
den Fachdienst nicht
möglich.
76

80486

Ermittlung
des
Hilfebedarfe
s – HzP

Kein
Zielwert
definierbar,
daher kein
Soll-IstVergleich
mgl

Männl. 223
Weibl. 274

Ein Zielwert kann
nicht benannt
werden, da weder
die Anzahl noch das
Geschlecht der
„Fälle“ gesteuert
werden können.
Die Gutachten
erfolgen in der Regel
auf anfrage des
Sozialleistungsträger
s SGB XII. Ein sehr
geringer Anteil der
Hilfebedarfsermittlung
en ergibt sich aus der
Aufsuchenden
Sozialarbeit oder im
Rahmen von
Notfalleinsätzen zur
Verhinderung von
Unterbringungen
nach PsychKG auch
ohne Auftrag des
Sozialamtes. In
beiden Fällen ist eine
Steuerung des
Fachdienstes nicht
möglich.

77

Abteilung Soziales und Gesundheit (Ges FB4, Produkt 80318)

Fachliches
Teilziel 2015
der Abteilung
Soziales und
Gesundheit
Ges FB 4
Zentrum für
sexuelle
Gesundheit
und
Familienplanu
ng
………………
Männer und
Frauen für den
Themenkreis
sexuelle
Gesundheit zu

Maß
nahme
Nr.

Maßna
hme
Text:

Produktanalyse
Ja
Soll – Ist –
Vergleich
(Kommen-tar)
Produkt 80318
Beratung,
Diagnostik,
Therapie und
Betreuung bei
sexuell
übertragbaren
Krankheitren / HIV

Datenanalyse
Nein

_

Ja
Ergebniskommen-tar
der Datenreihen
Im Vgl. zu 2014
gleichbleibende
Nutzung des
Angebotes
durch Frauen
(55,3%) und
Männer (44,2%)
0,5% der
Nutzer*innen
waren trans*

Einschätzung der
Zielerreichung
Nein

_

(auch Benennung
der Hemmnisse)
Den leicht höheren
Anteil an Frauen
sehen wir als
Ausdruck der
intensiven
Präventionsarbeit
im Bereich der
Prostitution. Die
Angebote zur
Untersuchung auf
sexuell
übertragbare

Bericht
Auswertung:
Abschluss,
Weiterentwicklung,
zukünftige Planung
Kein
Handlungsbedarf.
Der leicht höhere
Anteil von Frauen
entspricht der
Angebotsverteilung
in Berlin, z. B richtet
sich ein
vergleichbares
Angebot der BAH
speziell an Männer
78

sensibilisieren.
Gleichmäßige
Verteilung der
Fallzahlen bei
Frauen und
Männern

Krankheiten wird
viel von
Sexarbeiterinnen
genutzt.

(v.a. MSM). Bei
Öffentlichkeitsarbeit für die
Allgemeinbevölkerun
g werden bewusst
Männer und Frauen
gleichermaßen
angesprochen

Einschätzung der
Zielerreichung

Bericht

Abteilung Soziales und Gesundheit (Ges FB4, Produkt 78724)

Fachliches
Teilziel 2015
der Abteilung
Soziales und
Gesundheit
Ges FB 4
Zentrum für
sexuelle
Gesundheit
und
Familienplanu
ng
………………
Erhaltung des
Anteils von
Männern bei

Maß
nahme
Nr.

Maßnahm
e
Text:

Produktanalyse
Ja

Steigerung
der
Verantwort
ung von
Männern
für
Schwanger
schaftsver
hütung
durch
Kondombe

Soll – Ist –
Vergleich
(Kommen-tar)
Produkt 78724
Beratung,
Betreuung und
Vermittlung von
Hilfen bei
Problemen im
Zusammenhang
mit Beziehung /

Datenanalyse
Nein

_

Ja

Nein

Ergebnis_
kommen-tar
der Datenreihen
2015 lag wie
2014 der Anteil
von männlichen
Nutzern bei
knapp 11%.
Das angestrebte
Sollziel von 10%
ist damit erreicht

(auch Benennung
der Hemmnisse)
In der
sexualpädagogisch
en Arbeit mit
Schulklassen und
in der
Öffentlichkeitsarbeit
wurden bewusst
Jungen und
Männer
angesprochen und

Auswertung:
Abschluss,
Weiterentwicklung,
zukünftige Planung
Insbesondere in der
sexualpädagogische
n Gruppenarbeit
sowohl mit
Jugendlichen, als
auch Erwachsenen
soll die
Sensibilisierung von
79

Beratungen
zur
Familienplanu
ng bei 10%

nutzung

Partnerschaft
Sexualität und
Schwangerscha
ft

für das Thema
„Vaterschaftsverhütung“
sensibilisiert,

Jungen und Männern
für Familienplanung
weiterhin ein
Schwerpunkt sein.

Einschätzung der
Zielerreichung

Bericht

Abteilung Soziales und Gesundheit (Ges FB4, Produkt 78744)

Fachliches
Teilziel 2015
der Abteilung
Soziales und
Gesundheit
Ges FB 4
Zentrum für
sexuelle
Gesundheit und
Familienplanun
g
………………
Frauen und
Männer bei
Öffentlichkeitsar
beit und

Maß
nahme
Nr.

Maßn
ahme
Text:

Produktanalyse
Ja
Soll – Ist –
Vergleich
(Kommen-tar)
Produkt 78744
Prävention sexuell
übertragbarer
Krankheiten
einschließlich HIV

Datenanalyse
Nein

_

Ja
Ergebniskommen-tar
der Datenreihen
2015 war die
Zahl der
angesprochene
n Frauen (53%)
und Männer
(48%)
annähernd

Nein

_

(auch Benennung
der Hemmnisse)

Auswertung:

Abschluss,
Weiterentwicklung,
Weitgehend
zukünftige Planung
Zielerreichung.
Weiterverfolgung
Die
unseres derzeitigen
Geschlechterzusam Konzepts zur
mensetzung ist
Öffentlichkeitsarbeit
jedoch in vielen
Bereichen nicht
durch uns
beeinflussbar (Bsp.
Schulklassen)
80

Schülerinnen
und Schüler bei
sexualpädagogi
scher
Gruppenarbeit
gleichermaßen
über STI/ HIV
informieren

gleich.

81
        
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