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Full text: Bericht zur Umsetzung von Gender Mainstreaming (Rights reserved) Ausgabe 1.2005 (Rights reserved)

Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin 1 Gender Mainstreaming in Charlottenburg-Wilmersdorf Teil 2: Erster Bericht zur Umsetzung von Gender Mainstreaming Inhalt Erster Bericht zur Umsetzung von Gender Mainstreaming in der Bezirksverwaltung (Gleichstellungsbericht) Anlage Maßnahmenpläne der Abteilungen des Bezirksamtes (Vorlage zur Kenntnisnahme Nr. 949/2) März 2005 Christine Rabe 2 Genderbeaufragte 28.02.05 Erster Bericht zur Umsetzung von Gender Mainstreaming in der Bezirksverwaltung von Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin (Gleichstellungsbericht) Das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf hat am 28.Oktober 2003 ein Umsetzungskonzept für Gender Mainstreaming (GM) einschließlich Leitlinien, Arbeitsplan und Operationalisierung beschlossen1. Kernstück des Konzeptes ist die Fachbezogene Gender Analyse (FGA)2. Inhalt der FGA ist die analytische Fragestellung, die die Umsetzung der gleichstellungspolitischen Leitlinien3 anstrebt und für jedes Fachgebiet unterschiedlich beantwortet wird. Jede Abteilung der Verwaltung hat entsprechend Arbeitsplan Punkte 06 und 07 einen Testbereich festgelegt und für diesen Testbereich einen Maßnahmenplan erarbeitet. Das Bezirksamt hat in seiner Sitzung am 04. Mai 2004 die Umsetzung der Maßna hmenpläne beschlossen und diese der Bezirksverordnetenversammlung zur Kenntnis gegeben. 4 Die Genderbeauftragte hat im Berichtszeitraum zahlreiche Beratungsgespräche zu GM durchgeführt, an Veranstaltungen der Abteilungen teilgenommen und vier Arbeitstreffen für die GM-Ansprechpartner/innen durchgeführt. Im Folgenden berichtet jede Abteilung über die Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen im Jahr 2004. Teilweise werden bereits weitere Planungen für 2005 benannt. Ein Beschluss über die Weiterführung von Gender Mainstreaming ist laut Arbeitsplan für 06/2005 vorgesehen. Zur Erstellung des Berichtes wurden den Abteilungen am 10.12.2004 folgende Fragen mit der Bitte um Beantwortung bis zum 31.01.2005 übergeben: 1. Haben Sie die in Ihrem Maßnahmenplan vom 04.05.04 (Drs. Nr. 949) genannten Maßnahmen umgesetzt? Falls Sie Gender-Analysen durchgeführt haben: Welche Analyse-Ergebnisse liegen vor? Haben Sie die geplanten Ziele zu 12/2004 erreicht, wie hoch ist der Zielerreichungsgrad? 2. Welche neuen Teilziele und Maßnahmen planen Sie bis 12/2005? Entwerfen Sie dazu bitte einen neuen Maßnahmenplan. Das Formular ist zu finden unter: I n fo/AllgemeinerInfo-Bereich/Beauftragte/GenderMainstreaming/GM Maßnahmenplan FGA nach Rabe. 3. Bitte legen Sie zur weiteren Umsetzung von Gender Mainstreaming mindestens einen weiteren Arbeitsbereich Ihrer Abteilung fest. Erstellen Sie auch für diesen Bereich einen Maßnahmenplan und teilen Sie mir diesen bis zum 31.3.2005 mit. 4. Welche Anregungen gibt es aus Ihrer Abteilung zur „Handlungsanleitung GM“ und zu den Gleichstellungspolitischen Leitlinien (Drs.-Nr. 825/2)? 1 2 Drucksache der BVV Nr. 714/2 Rabe, Christine: Gender Mainstreaming in Charlottenburg-Wilmersdorf, Teil 1: Eine Handlungsanleitung, 3. Überarbeitete Fassung, September 2004 3 Drucksache der BVV Nr. 825/2 4 Drucksache der BVV Nr. 949/2 3 In der folgenden Tabelle sind die Testbereiche der Abteilungen der Bezirksverwa ltung dargestellt: Abteilungen Testbereich Ansprechpartner Ansprechpartnerin Frau von der Lieth Kult L Finanzen, BilAmt Bildung und Kultur dung und Kultur Fachbereich Kultur „Produkt 72628 Programmangebot Bildende Kunst“ Bauwesen Stadtplanungs- und Vermessungsamt Fachbereich Stadtplanung Chancengleichheit in der verbindlichen Bauleitplanung B-Plan Heizkraftwerk und Parkanlage Gerhart-Hauptmann Herr Jungebluth Bau II A4 Jugend, Familie, Fachbereich Jugend- und FamilienfördeSchule und rung Jugendförderung Sport Einrichtungen/Offene Arbeit/Offener Bereich Soziales, Gesundheit und Verkehr Gesundheitsamt Fachbereich Gesundheitsschutz Beratungsstelle für Behinderte und pflegebedürftige Personen Amt für Bürgerdienste Arbeitsplatz Bürgeramt Personalentwicklungsplanung Frau Hubert-Taddiken JugFam 1 A 4 Herr Rolfes, A 3 Frau Dr. Fräßdorf Ges 3460 Bürgerdienste, Wohnen und Personal Frau Bloch BüDi 3 Wirtschaft, LieBibliotheksamt genschaften, Bibliotheksangebote Organisation und Bibliotheken Frau Pecher Bibl L Bericht aus der Abteilung Finanzen, Bildung und Kultur In der Abteilung Finanzen, Bildung und Kultur ist der Fachbereich Kultur Testbereich für die Umsetzung von Gender Mainstreaming. 1. Analog zu den Gleichstellungspoltischen Leitlinien I. - VII. für CharlottenburgWilmersdorf wurden vom Fachbereich Kultur im Maßnahmenplan folgende GenderZiele definiert: 4 I. Gleichberechtigte Beteiligung von Frauen und Männern an Entscheidungsprozessen durch die paritätische Besetzung von Männern und Frauen in Jurys und Gremien und im Kulturbeirat II. Verbesserung der ökonomischen Eigenständigkeit von Frauen und Teilhabe beider Geschlechter an allen Ebenen des Arbeitsmarktes - durch die Beteiligung beider Geschlechter an Ausstellungen und Veransta ltungen in der KOMMUNALEN GALERIE - Förderung durch Ankäufe / Kunstsammlung - Veröffentlichungen und Dokumentationen - Vermittlung an andere Kulturinstitutionen und Kulturträger - Bereitstellung von Infrastruktur für Workshops, Kurse, außerschulische Angebote, kulturpädagogische Angebote - Aufbau von Netzwerken - Gender Budget Analyse III. Die Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie - durch ein spezifisches Programmangebot der KOMMUNALEN GALERIE - Berücksichtigung des Genderaspekts im Leistungsauftrag - flexible Öffnungszeiten IV. Chancengleichheit in der Stadtplanung durch die Kooperation bei Projekten und Ausschreibungen, z.B. Kunst am Bau V. Förderung einer öffentlichen Auseinandersetzung über Gewalt gegen Frauen und Kinder in der Familie und im öffentlichen Raum sowie entsprechende Angebote - durch die Präsentation von Kunst im Kontext von spezifischen gesellschaftspolitischen Themen - Veranstaltungen zum Thema Gewalt VI. Förderung einer geschlechtsspezifischen Gesundheitsplanung - durch die Erfassung der Künstlerinnen und Künstler im Bezirk und deren Lebenssituation VII. Geschlechtsspezifische Förderung der Selbstorganisation - durch Bereitstellung von Infrastruktur, d.h. Räume für regelmäßige Treffen - Mithilfe beim Aufbau von Netzwerken Im Fachbereich Kultur wurde das Thema Gender Mainstreaming auf der Leitungsebene von KOMMUNALE GALERIE und KULTURBÜRO CITY WEST und Heimatmuseum kommuniziert. Begleitend fand ein Workshop statt. Als erste Maßnahme wurde eine qualifizierte Analyse der realen „IST-Situation“ in einer Einrichtung des Fachbereichs durchgeführt. Für die Fachbezogene Gender Analyse (FGA) wurden dazu Daten von der KOMMUNALEN GALERIE aus dem Jahr 2003, nämlich der Tätigkeitsbericht und eine Besucherbefragung zugrunde gelegt und ausgewertet. Es wurden die institutionellen Rahmenbedingungen, wie die Größe der Ausstellungsräume und deren Ausstattung usw. berücksichtigt. Betrachtet und bewertet wurde auch die Zusammensetzung der zugeordneten Gremien, der Kulturbeirat und der Ausschuss für Kultur und Bildung. 5 Im Focus der Untersuchung stand das Produkt 72628: Programmangebot Bildende Kunst. Das Produkt wurde bewusst ausgewählt, bildet es doch den Schwerpunkt in der Arbeit der Kommunalen Galerie in Charlottenburg-Wilmersdorf und auch in denen der anderen Berliner Bezirke. Mit dem genannten Produkt lässt sich der Leistungsumfang für eine Galerie im Fachbereich Kultur ausführlich darstellen. Weitere Aspekte haben die Auswahl auf das Produkt im Fachbereich mit befördert. Diese sind hier kurz benannt: Z.Z. arbeiten die Kunst- und Kulturämter in Zusammenarbeit mit der Geschäftsstelle für den Produktkatalog für Berlin an einer Reduzierung der Produkte im Kulturbereich von fünf auf drei. In die Neufassung des Produktkataloges könnte Gender Mainstreaming mit einfließen. Ebenso wird das Produkt 72628 mit fünf anderen ausgewählten Produkten in die produktbezogene Gender-Budgetierung-Analyse in den Bezirken aufgenommen. Darauf hat sich der Rat der Bürgermeister (RdB) verständigt (Beschluss-Nr. 621/ 04 vom 16.9.04) Der RdB hat sich bereit erklärt, im Hinblick auf die Haushaltsplanung 2006 Gender Budgeting in allen Bezirken anhand ausgewählter und abgestimmter Produkte zu erproben. Von der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur wird geprüft, inwiefern Gender Mainstreaming ein relevanter Aspekt für den Nachweis des Mitteleinsatzes der Bezirkskulturfondsmittel sein kann. Ausgangsfrage bei der Untersuchung war, wie die Geschlechterperspektive berücksichtigt wird. D.h. in der Betrachtung auf das Produkt 72628: - Welche Ausstellungen fanden statt? - Wer hat an diesen Ausstellungen teilgenommen? - Welches Thema hatte die Ausstellung? - Von wem wurde sie ausgerichtet? - Welche Kooperationspartner und -partnerinnen waren beteiligt? - In welchem Ausstellungsraum fanden sie statt? - Welche Rahmenveranstaltungen gab es? - Wie war die Resonanz auf die Ausstellung? - Welche Zielgruppe hatte die Ausstellung? - Welches Budget stand zur Verfügung? - Wie wurden die Mittel verteilt? - Wie waren die Öffnungszeiten zur Ausstellung? Ergebnis: Die KOMMUNALE GALERIE hat durch die kontinuierliche Zusammenarbeit mit dem Frauen Museum Bonn und dem Frauen Museum Berlin e.V. ein nahezu ausgewogenes Geschlechterverhältnis bei der Ausrichtung des Programmangebotes erreicht. Die Kooperation mit Einrichtungen aus dem Bezirksamt, nämlich der Frauenbeauftragten und der Migrantenbeauftragten, zeigt die positiven Auswirkungen der Vernetzung im Hinblick auf die Umsetzung von Gender Mainstreaming. In einzelnen Ausstellungen wird hier die Kunst in einen spezifischen Kontext gestellt. In der KOMMUNALEN GALERIE hat es jährlich mit der Ausrichtung einer Ausstellung zum FRAUENFRÜHLING diese Verknüpfung gegeben, wie beispielsweise bei der Ausstellung „FRAUEN IM ORIENT - FRAUEN IM OKZIDENT“, wo die Lebensperspektiven von Frauen von 23 internationalen Fotografinnen dargestellt wurden. 6 2. Maßnahmenplan, Fachbereich Kultur KOMMUNALE GALERIE, Teil 2: Die Fachbezogene Gender Analyse wird in der KOMMUNALEN GALERIE mit der Erhebung und Auswertung der Daten aus 2004 fortgesetzt im Hinblick auf Gender Budgeting für den Haushaltsplanentwurf 2006/2007. 3. Im Fachbereich Kultur ist die Umsetzung der einzelnen gleichstellungspolitischen Ziele durchzuführen. Die Ausweitung auf andere Einheiten im Fachbereich erscheint sinnvoll, so zum Beispiel die Gender Analyse der Nutzerinnen und Nutzer der Artothek in der KOMMUNALEN GALERIE, mit der Absicht, in der Artothek zielgenaue Angebote zu machen, um die Qualität dieser besonderen kommunalen Dienstleistung zu verbessern. 4. Zur kontinuierlichen Umsetzung von Gender Mainstreaming im Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf könnte ein Leitbild beitragen, das von den Beschäftigten erarbeitet wird. Bericht aus der Abteilung Bauwesen Der Maßnahmeplan im Bereich Stadtplanung konnte teilweise umgesetzt werden. Es sind noch genderrelevante Kriterien für die Bauleitplanung zu erörtern. Der Zielerreichungsgrad beträgt im Testbereich 50 % für die geplanten Ziele zu 12/2004. Die bisherigen Maßnahmen wie beispielsweise die Aufnahme in die Begründung von Bebauungsplänen nach § 1 (6) BauGB und in die Auslegung nach § 3 BauGB we rden für die Erreichung der geplanten Ziele zu 12/2005 fortgeführt und weiterhin als gültig angesehen. Zur fortführenden Umsetzung von Gender Mainstreaming wird der Fachbereich Bauund Wohnungsaufsichtsamt - BWA - als neuer Testbereich benannt. Ein entsprechender Maßnahmenplan wird wie gefordert bis zum 31.03.2005 erstellt und übermittelt. Den gleichstellungspolitischen Leitlinien und Handlungsanleitungen für Gender Mainstreaming in der Bezirksverwaltung ist nichts hinzuzufügen. Bericht aus der Abteilung Jugend, Familie, Schule und Sport Stand des Gender Mainstreaming Projektes im Testbereich Jugend - und Familienförderung Anlage 1: Teamfragebogen und Fragenbogen Mädchen/Jungen Die Abteilung Jugend, Familie, Schule und Sport setzt in Kenntnis, dass gemäß der Maßnahmeplanung für das o.a. Projekt alle Maßnahmen von Punkt 1. bis Punkt 6. zum Jahresende abgeschlossen wurden. 7 Punkt 7. Auswertung und Dokumentation der Ergebnisse der Untersuchungen und Punkt 8. Vorstellung und Präsentation der Ergebnisse müssen noch abgeschlossen werden. Bei der Untersuchung handelt es sich um Teamfragebögen aus 20 Kinder- und Jugendeinrichtungen in öffentlicher und in freier Trägerschaft und ca. 200 Fragebögen von Jungen und Mädchen der beteiligten Einrichtungen. Für die Auswertung ist wissenschaftliche Begleitung und fachliche Unterstützung notwendig. Hierfür stehen dem Fachbereich keine Ressourcen zur Verfügung. Weiterführende Projekte: - Handbuch zum Qualitätsmanagement der Berliner Jugendarbeit Ziel des o.a. Projektes war es einen Beitrag bzw. Vorarbeiten zum Thema GM für das QM Handbuch der Berliner Jugendarbeit zu leisten. Hierzu ist mitzuteilen, dass die Jugend - und Familienförderung (mit vier öffentlichen und freien Einrichtungen) und gemeinsam mit den Bezirken Lichtenberg und Treptow-Köpenick unter fachlicher Unterstützung durch die "Sozialpädagogische Fortbildungsstätte Jagdschloß Glienicke" den Schwerpunkt "Geschlechtsbewusste Arbeit/Mädchen- und Jungenarbeit" im Rahmen weiterführender Arbeitsgebiete der Jugendarbeit für das Handbuch erarbeitet und entwickelt. Aspekte des GM und insbesondere Bestandteile unseres o.a. Projektes werden in die Bearbeitung und Entwicklung des Schwerpunktes für das Handbuch einfließen. - Gender Check/Teamfragebogen etc. Nach Auswertung der Fragebögen ist es denkbar, diese in überarbeiteter Form kontinuierlich in den Einrichtungen auch in diesem Jahr weiter einzusetzen. Bericht aus der Abteilung Soziales, Gesundheit, Umwelt und Verkehr In der Abteilung Soziales, Gesundheit, Umwelt und Verkehr ist der Testbereich für die Umsetzung des Gender Mainstreaming die Beratungsstelle für Behinderte und pflegebedürftige Personen (Gesundheitsamt). In Zusammenarbeit mit der Beratungsstelle für Menschen ab 65 Jahre, behinderte Menschen und Krebskranke (Sozialamt) wurden mehrere Maßnahmen durchgeführt. Der Abschlussbericht liegt seit Anfang Februar 2005 vor. Danach e rgeben sich folgende Ergebnisse: Der Maßnahmenplan 2004 wurde abgearbeitet. Maßnahme 5, die Gender Analyse, sollte zum Produkt „Stellungnahmen zu Pflegeleistungen, Feststellung des Pflegebedarfs“ drei Fragestellungen beantworten: • • • Stellen Frauen und Männer unterschiedliche Anträge hinsichtlich Leistung, Volumen, etc.? Werden die Anträge unterschiedlich bzw. geschlechtsspezifisch geprüft und bewertet? Sind Unterschiede hinsichtlich der Stellungnahmen vorhanden, begründet, sinnvoll? 8 Hierzu wurde ein Fragebogen entwickelt, der innerhalb von einem Monat durch die beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auszufüllen war. Aufgrund der geringen Zeitspanne ist das erhobene Datenmaterial für repräsentative Aussagen nicht ausreichend. Der Fragebogen ist in seiner vorliegenden Form zu lang und umfangreich und muss auf die drei Hauptfragen (s.o.) konzentriert werden. Die Abteilung beabsichtigt, die Untersuchung aus 2004 in 2005 fortzusetzen, um vertiefendes Datenmaterial zu unseren Ausgangsfragen zu erhalten, das eine Überprüfung der im Abschlussbericht erkennbaren Tendenzen zulässt. Der neue Maßnahmenplan für 2005 wird vom Testbereich in Zusammenarbeit mit den Studentinnen des Gender-Studiengangs 5, sobald sie bekannt sind, erarbeitet. Bericht aus der Abteilung Bürgerdienste, Wohnen und Personal Testbereich Bürgerämter Die Abteilung Bürgerdienste, Wohnen und Personal hatte als Pilotprojekt eine genderrorientierte Befragung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bürgerämter des Bezirks ausgewählt. Nach mehreren Arbeitssitzungen mit den Projekt-Mitarbeiterinnen von der FU5, in denen die Zielstellung der Befragung definiert und die Inhalte festgelegt wurden, wurde ein Fragebogen entwickelt, der zudem noch externen Fachleuten und der Personalvertretung vorgelegt wurde. Um alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit dem Ziel und der Methode der Befragung vertraut zu machen, fand am 22. September während der Dienstzeit eine Einführungsveranstaltung für alle in den Bürgerämtern Beschäftigten statt. Die aktive Teilnahme der Abteilungsleitung sollte dabei die Bedeutung der Aktion unterstreichen. Während Stadtrat Krüger den Begriff des Gender Mainstreaming und Frau Rabe die diesbezüglichen Bezirksamtsbeschlüsse erläuterten, oblag Frau Bloch die Erklärung der Zielsetzung. Die Projekt-Mitarbeiterinnen informierten danach über die geplante Vorgehensweise und anschließend war ausreichend Zeit für Nachfragen und Diskussionen. Von Mitte November bis Mitte Dezember fanden dann die Befragungen vor Ort statt. Die Projekt-Mitarbeiterinnen führten diese selbstständig durch, um die Vertraulichkeit der erhobenen Daten zu gewährleisten. In einem zweiten Schritt werden nun diese Daten verarbeitet und ausgewertet. Dem Bezirksamt stehen ausschließlich die Auswertungen der Befragung zur Verfügung, die keinerlei Rückschlüsse auf Einzelpersonen zulassen. Die Auswertung wird voraussichtlich Ende Februar 2005 vorliegen. Im März werden dann eine inhaltliche Bewertung und die Planung der sich daraus ergebenden Maßnahmen erfolgen können. Nach Beendigung dieses Teilschrittes sollen sowohl bei einer Veranstaltung im Rahmen des Frauenfrühlings als auch auf einer Abschlussveranstaltung für alle Beteiligten die Ergebnisse präsentiert werden. Die im Maßnahmenplan gesteckten Ziele wurden alle erreicht – allerdings mit leichten Verzögerungen, die sich insbesondere aus der äußerst schwierigen Erstellung 5 Zusatzstudiengang Gender Kompetenz der Freien Universität Berlin (d. R.) 9 eines Fragebogens und der Tatsache ergaben, dass bei der hohen Anzahl der teilnehmenden Personen Nachbefragungen notwendig wurden. Zu den Handlungsanleitungen und zum Maßnahmenplan ist anzumerken, dass beide als „Gerüst“ sehr hilfreich sind, aber unbedingt flexibel gehandhabt werden sollten. Viele Maßnahmen passen nicht exakt in das Raster, sind aber dennoch unter Gender-Gesichtspunkten sinnvoll und notwendig. Derzeit gilt die volle Konzentration der Auswertung und Umsetzung unseres Pilotprojekts. Erst danach wird über weitere Genderansätze in der Abteilung Bürgerdienste, Wohnen und Personal zu diskutieren sein. Bericht aus der Abteilung Wirtschaft, Liegenschaften, Organisation und Bibliotheken 1. Umsetzung der Maßnahmen nach dem Maßnahmenplan vom 04.05.2004 und Ergebnisse: Im Maßnahmeplan der Abteilung Wirtschaft wurden für den Testbereich Bibliothek zwei alternative Maßnahmen beschrieben. Nach Entscheidung für eine der beiden Maßnahmen wurde diese termingerecht bis 12/2004 umgesetzt. Folgende Ergebnisse liegen vor: Für den Monat Oktober 2004 wurde in allen Standorten der Stadtbibliothek Charlo ttenburg-Wilmersdorf die Internetnutzung durch Mädchen und Jungen statistisch erfasst. Um eine größere statistische Breite zu erlangen, wurde die Untersuchung in allen Standorten durchgeführt. Das Ergebnis lässt sich im Rahmen der Gleichstellungspolitischen Leitlinien Charlottenburg-Wilmersdorf folgendermaßen beurteilen: Zu Ziel 1: „Gleichberechtigte Beteilung von Frauen und Männern an Entscheidungsprozessen“, hier als „Gleichberechtigte Nutzung des Internetangebots durch Mädchen und Jungen“. Die gleichberechtigte Nutzung ist in der Stadtbibliothek gegeben. Daher besteht in diesem Bereich kein Handlungsbedarf. Die Ergebnisse im einzelnen: In einigen Bibliotheken wird das Internetangebot kaum durch Kinder und Jugendliche genutzt, daher konnten keine statistisch relevanten Daten erfasst werden (Stadtteilbibliothek Neuwestend und Musik- und Stadtteilbibliothek Bundesallee) In den anderen Standorten besteht eine Nutzung von 50 : 50 (Jugendabteilung der Dietrich-Bonhoeffer-Bibliothek, Stadtteilbibliothek West in der Nehringstr., Stadtteilbibliothek Halemweg (dort insgesamt durch 5 Internetplätze hohe Nutzung und damit besonders aussagekräftig) oder 70:30 Mädchen : Jungen (Adolf-ReichweinBibliothek im Rathaus Schmargendorf, Neil-Armstrong-Bibliothek, Jugendabteilung der Heinrich-Schulz-Bibliothek). Dass das Internet zum Teil mehr von Mädchen genutzt wird, wird wahrscheinlich daran liegen: a) dass die Bibliothek grundsätzlich mehr durch Frauen als durch Männer bzw. Mädchen als Jungen genutzt wird (60:40) 10 b) dass Jungen mehr auf der Straße unterwegs sind (besonders jüngere „toben lieber auf dem Schulhof herum“), Mädchen sich eher in dem geschützten Raum der Bibliothek aufhalten. c) dass Mädchen zuhause weniger häufig einen ausreichenden Internetzugang bzw. ausreichendes Equipment haben als Jungen. d) dass Mädchen das Internet gezielter für E-Mail, Chat und Recherchen nutzen. Damit besuchen die Mädchen die Internetplätze regelmäßiger und in der G esamtheit häufiger als die Jungen. Das Ergebnis einer in etwa gleich starken Nutzung durch Mädchen und Jungen mit einer Verschiebung hin zu den Mädchen ruft also nicht nach Veränderung. Dieses Ergebnis ist nicht als Ausdruck einer Unterprivilegiertheit der Jungen, sondern eher aus geschlechtsspezifischen Gewohnheiten zu erklären. Man könnte auch vermuten, dass dieses Ergebnis einen gewissen Ausgleich belegt für eine Unterprivilegiertheit der Mädchen bei der Internetnutzung außerhalb der Bibliothek. 2. Planungen für 2005: Die Stadtbibliothek ist aufgrund des Beschlusses des RdB Nr. 6121/04 vom 16.09.2004 mit einem Produkt „Entleihung“ bereits für den Haushalt 2006/ 2007 als Pilotbereich benannt worden, in dem nach Gender-Gesichtspunkten der Etat aufgestellt werden soll. Die Aufstellung des Haushalts in dem genannten Bereich unter Berücksichtigung von Gender-Gesichtspunkten ist als zweite Maßnahme für die Abteilung anzusehen. Darüber hinaus können kapazitätsmäßig in 2005 keine weiteren Maßnahmen mehr übernommen werden. Ausblick Der Beschluss zur Einführung von Gender Mainstreaming enthält im Arbeitsplan bis Juni 2005 folgende Schritte: Arbeitsschritt Nr. 11. Aufgaben Auswertung der Einführungsphase Termin Zuständigkeit Steuerungsgruppe Genderbeauftragte Ansprechpartner/in GM Genderbeauftragte Steuerungsgruppe 03/2005 12. Fortschreibung der gleichste llungspolitischen Ziele 04/2005 13. Überarbeitung der Handlungsanleitung 05/2005 Genderbeauftragte Steuerungsgruppe 14. Kenntnisnahme des Berichtes und Beschluss zur Weiterführung 06/2005 Bezirksamt von GM 11 Zusätzlich wird am 9.März 2005 eine Fachkonferenz Gender Mainstreaming durchgeführt. 6 Die Auswertung der Einführungsphase und ein Vorschlag zur Weiterführung von Gender Mainstreaming wird wieder in Zusammenarbeit mit der Steuerungsgruppe erfolgen. Das Ergebnis soll dem Bezirksamt 06/2005 zur Beschlussfassung vorgelegt werden. Zu berücksichtigen ist dabei der o. g. Beschluss des Rates der Bürgermeister zum geschlechtergerechten Haushalt. Die Analyse folgender Produkte ist vorgesehen und bei der Auswahl der zu betrachtenden Bereiche zu berücksichtigen: • • • • • • • • • • 75476 Entleihungen 76843 Lehrveranstaltungen VHS 72628 Programmangebot Bildende Kunst 78387 Allgemeine Kinder- und Jugendförderung 30124 Integrative Erziehungs- und Familienberatung 77671 Persönliche Beratung von Behinderten und... einschließlich AIDS 77673 Bereitstellung von Sportanlagen und Schulstandorten 72629 Programmangebot Stadtteilgeschichte 72630 Programmangebot diverse Sparten 78793 Seniorenbezogene Angebote und Veranstaltungen Zur Unterstützung der Analysen wurde ein Formblatt entwickelt. 7 Dieses berücksichtigt das Umsetzungskonzept von Charlottenburg-Wilmersdorf, die Ergebnisse und Empfehlungen der Untersuchung zum geschlechtergerechten Haushalt Charlotte nburg-Wilmersdorf des IFAD8 und die Empfehlungen der Landeskommission Gender Mainstreaming 9 sowie die Vorgaben der Senatsverwaltung für Finanzen zur Aufste llung des anstehenden Doppelhaushalts. Bei der weiteren Bearbeitung von Gender Mainstreaming in den Abteilungen (z. B. Erarbeitung von Maßnahmenplänen nach FGA, Gender Analysen, Gendertraining) werden durch die Genderbeauftragte folgende Unterstützungsmöglichkeiten koordiniert und angeboten: • • • Praktikumseinsatz des Studienganges Gender Kompetenz der Freien Universität Berlin Externe Beratung durch von der Geschäftsstelle Gender Mainstreaming beauftragte Beratungsfirmen Beratung durch die Genderbeauftragte BA Charlottenburg-Wilmersdorf Genderbeauftragte Grundraster für produktbezogene Gender-Budget-Analysen 6 7 24.01.05 12690 Einladung zur Fachkonferenz Gender Mainstreaming siehe Anlage 2 Grundraster für produktbezogene Gender Budget Analysen, Anlage 3 8 IFAD – Institut für angewandte Demografie Berlin, Analyse des Bezirkshaushaltes CharlottenburgWilmersdorf 2004/2005 unter dem Gesichtspunkt des Gender Budget 9 Senatsverwaltung für Wirtschaft, Arbeit und Frauen, Zweiter Bericht über Gender Mainstreaming einschließlich Gender Budgeting in der Berliner Politik und Verwaltung, 2004 12 Produkt Zielgruppe Zielsetzung Leistungsumfang Qualitätsindikatoren Bezugsgröße Produktkosten 2004 Hinweis: wird von MRC ausgefüllt! Nummer und Name wem wird das Produkt angeboten was möchte der Bezirk erreichen/gewährleisten was macht die Verwaltung woran wird die Zielerreichung gemessen auf welche Einheit werden die Kosten bezogen budgetwirksame Kosten wie viel Geld steht zur Verfügung, Steigerung bzw. Absenkung Wie viele Personen nutzen das Produkt? Falls eine andere Bezugsgröße zugrunde liegt, bitte hier benennen. Produktbudget 2006 Nutzer/innenanalyse 10 Frauen absolut % Nutzen für ein geschlechtergerechtes Verwaltungsha ndeln; welchen Beitrag kann das Produkt leisten zur Umsetzung der gleichstellungspolitischen Ziele? (Beschluss des Bezirksamtes vom 24.02.2004, siehe umseitig) Männer absolut % gesamt absolut % Gleichstellungspolitische Leitlinien Charlottenburg-Wilmersdorf 11 Mit dem Beschluss des Bezirksamtes Charlottenburg-Wilmersdorf zur Einführung von Gender Mainstreaming werden erstmalig Ziele zur Gleichstellung der Geschlechter als Leitlinien künftigen Handelns formuliert. Sie schließen auch Ziele der Gleichstellung von Migrantinnen und Migranten sowie von Frauen und Männern mit Behinderung ein. Gleichstellungspolitische Ziele 10 Was wurde gezählt? (Darstellung der Bezugsgröße, z.B. Personen, Unterrichtseinheiten, Entleihungen....) Ist der Bezug zu Personen möglich? 11 BA-Beschluss vom 24.02.2004 13 I. Gleichberechtigte Beteiligung von Frauen und Männern an Entscheidungsprozessen zum Beispiel: • Ausgewogene Beteiligung von Frauen und Männern an Gremien • Information und Unterstützung von Frauenorganisationen und Netzwerken und ihre Beteiligung • Förderung von Frauen in Führungs- und Entscheidungspositionen II. Verbesserung der ökonomischen Eigenständigkeit von Frauen und Teilhabe beider Geschlechter an allen Ebenen des Arbeitsmarktes zum Beispiel: • Förderung, Ausbildung und gleichberechtigte Teilnahme von Frauen und Mädchen an allen, insbesondere auch technischen und zukunftsorientierten Berufen • Förderung von Männern und Jungen für Berufe im sozialen, pädagogischen und Gesundheitsbereich • Beratung von Unternehmen und Organisationen, Pläne zur Gleichstellung im Berufsleben zu entwickeln und umzusetzen • Frauenförderung für Tätigkeiten und Führungspositionen in der Verwaltung durch gezielte Personalentwicklungsplanung nach dem Berliner Landesgleichstellungsgesetz • stärkere Einbeziehung von Frauen in Maßnahmen der Hilfe zur Arbeit und Arbeitsfördermaßnahmen, insbesondere auch in technischen Berufen • Unterstützung von Unternehmerinnen III. Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie zum Beispiel: • eine der Nachfrage gerecht werdende Bereitstellung von Bildungseinrichtungen und Schulen zur ganztägigen und flexiblen Betreuung von Kindern • Förderung der Entwicklung erweiterter, sogenannter geschlechtsuntypischer Lebensplanung (Öffnung der Jungen für das Einplanen von Lebenszeit im Bereich der Erziehungs-, Familien- und Hausarbeit) • Unterstützung von Modellen, die die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Männer und Frauen verbessern, z. B. Tele- und Heimarbeit, Familienpausen, betriebliche Kinderbetreuung und veränderte Arbeitszeiten • Abstimmung der Zeiten von Ämtern, Geschäften, Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen IV. Chancengleichheit in der Stadtplanung zum Beispiel: • Berücksichtigung der unterschiedlichen Bedürfnisse von Frauen, Männern und Kindern in der Stadt-, aber auch in der Verkehrsplanung (z. B. sollten sich Menschen unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder Alter frei und ohne Angst bewegen können) • Beteiligung des Frauenbeirats an allen Stufen der Planung V. Förderung einer öffentlichen Auseinandersetzung über Gewalt gegen Frauen und Kinder in der Familie und im öffentlichen Raum sowie entsprechende Beratungs- und Hilfsangebote zum Beispiel: • Förderung der Kenntnisse über weibliches und männliches Rollenverhalten (u. a. in der Erziehung und Ausbildung) • Entwicklung und Förderung geschlechterdifferenzierter Arbeit mit Angeboten sowohl im koedukativen als auch in geschlechtshomogenen Einrichtungen • Förderung von Mädchen und Jungen in den Bereichen, die jeweils im Zuge der geschlechtsspezifischen Sozialisation zu kurz gekommen sind • Förderung von Angeboten der Selbstverteidigung von Frauen und Mädchen • Förderung von Schutz- und Beratungseinrichtungen • Förderung der Anti-Gewalt-Arbeit einschließlich der Zusammenarbeit der zuständigen Einrichtungen (z. B. Polizei, freie Träger) • Öffentlichkeitsarbeit VI. Förderung einer geschlechterdifferenzierenden Gesundheitsplanung zum Beispiel: • Verbesserung einer geschlechtsspezifischen Datenbasis im Gesundheitswesen • Förderung von geschlechtsspezifischen Gesundheitseinrichtungen und Angeboten VII. Förderung der Selbstorganisation von Frauen und Mädchen zum Beispiel: • Förderung der Selbsthilfe und –erfahrung • Förderung niedrigschwelliger, gesundheitsfördernder Angebote • Förderung von Beratungsangeboten • Förderung der Vernetzung
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