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Auslobung

Full text: Auslobung

Standorteinbindung Berlin Zentral- und Landesbibliothek Tempelhof-Schöneberg
Offener Ideenwettbewerb

Auslobung

Offener Ideenwettbewerb Standorteinbindung Zentral- und Landesbibliothek Berlin Tempelhof-Schöneberg Auslobung

Berlin, Dezember 2012

Herausgeber und Wettbewerbsdurchführung Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Abteilung Städtebau und Projekte Referat II D Brückenstraße 6 10179 Berlin Wettbewerbsauslobung Dipl.-Ing. Architektur Inge Schmidt-Rathert Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Referat Wettbewerbe und Auswahlverfahren mit Ulrike Lickert, Architektin Informationstechnik / Internet wettbewerbe aktuell, Freiburg Titelbild © Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Fotograf Dirk Laubner, Berlin Druck A & W Digitaldruck, Berlin Disclaimer Die in der Auslobung gewählte männliche Form bezieht immer gleichermaßen weibliche Personen ein. Auf eine Doppelbezeichnung wurde in der Regel aufgrund besserer Lesbarkeit verzichtet.

Inhaltsverzeichnis
Anlass und Ziel.........................................................................................7 Teil 1 	 Verfahren.....................................................................................9 1.1	 Auslober, Bedarfsträger, Nutzer...................................................9 1.2	 Art des Verfahrens.....................................................................10 1.3	 Richtlinien für Planungswettbewerbe.........................................10 1.4	Teilnahmeberechtigung.............................................................. 11 1.5	 Preisgericht und Vorprüfung.......................................................12 1.6	 Ausgabe der Wettbewerbsunterlagen........................................17 1.7	 Abgabe der Wettbewerbsarbeiten..............................................17 1.8	 Ortsbesichtigung, Rückfragen....................................................18 1.9	 Verzeichnis der Wettbewerbsunterlagen....................................19 1.10	 Geforderte Leistungen...............................................................19 1.11	 Beurteilungsverfahren und Vorprüfung......................................21 1.12	Preise.........................................................................................22 1.13	 Weitere Bearbeitung..................................................................22 1.14	 Eigentum und Urheberrecht.......................................................23 1.15	Verfassererklärung.....................................................................23 1.16	 Bekanntgabe des Ergebnisses / Ausstellung der Arbeiten.........23 1.17	 Haftung und Rückgabe..............................................................23 1.18	 Zusammenfassung der Termine.................................................24 Teil 2 	 Situation und Planungsvorgaben...........................................25 2.1	 Städtebauliche Rahmenbedingungen........................................25 2.2	 Historische Entwicklung.............................................................30 2.3	 Planungsgeschichte Tempelhofer Feld......................................37 2.4	 Parklandschaft Tempelhof..........................................................42 2.5	 Städtebauliche Qualifizierung THF / Masterplan.......................50 2.6	 Das Wettbewerbsgebiet.............................................................54 2.7	 Technische Infrastruktur.............................................................60 2.8	 Erschließung / Verkehr...............................................................60 2.9	 Planungsrecht und Bauordnungsrecht......................................64 2.10	 Gender Mainstreaming..............................................................67 Teil 3	 Wettbewerbsaufgabe...............................................................69 3.1	Planungsumfang........................................................................69 3.2	 Städtebauliche Zielsetzung........................................................69 3.3	 Freiflächen / Außenanlagen.......................................................74 3.4	 Erschließung / Stellplätze...........................................................77 3.5	 Die Bibliothek im 21. Jahrhundert..............................................81 3.6	 Die neue Zentral- und Landesbibliothek....................................82 3.7	 Zentral- und Landesbibliothek Berlin 	 Städtebauliche und architektonische Ziele.................................84 3.8	 Raum- und Funktionsprogramm................................................87 3.9	 Funktionale Anforderungen........................................................90 3.10	 Nachhaltigkeit / Energieeffizienz / Ökologische Zielsetzung....102 3.11	 Baukosten / Wirtschaftlichkeit..................................................104 3.12	 Barrierefreies Bauen................................................................105 3.13	 Baurechtliche Vorschriften, Normen und Richtlinien................106 3.14	Beurteilungskriterien................................................................106 Teil 4	 Anhang....................................................................................109 4.1	 Digitale Anlagen.......................................................................109 4.2	Quellenangaben....................................................................... 113

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Anlass und Ziel
Die Stiftung Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) ist die größte öffentliche Bibliothek Deutschlands. Sie ist gegenwärtig auf drei Standorte in der Stadt verteilt, deren räumliche Bedingungen für Nutzer und Personal unzureichend und nicht bedarfsgerecht sind. Mit dem Neubau soll durch die Vereinigung der bisherigen Standorte und durch eine bedarfsgerechte räumliche Ausstattung eine neu strukturierte, attraktive und servicestarke Universalbibliothek für Berlin mit einer Nutzfläche von ca. 52.000 m² entstehen. Als Standort der neuen Zentral- und Landesbibliothek wurde ein Baufeld in der südwestlichen Randzone des ehemaligen Flughafens Tempelhof in fußläufiger Entfernung zum U- und S-Bahnhof Tempelhof und mit direktem Anschluss an die Stadtautobahn A 100 festgelegt. Die Bibliothek liegt damit einerseits unmittelbar an dem einzigartigen Freiraum „Parklandschaft Tempelhof“, andererseits ist sie integriert in das am westlichen Rande des ehemaligen Flugfeldes entstehende Stadtquartier Tempelhofer Damm, für dessen städtebauliche Entwicklung und Identitätsbildung sie bedeutende Impulse setzt. Das Quartier Tempelhofer Damm ist eines von vier geplanten nutzungsgemischten Stadtquartieren am Rande der unbebaut bleibenden zentralen Parklandschaft. Die Rahmenbedingungen und Ziele für die städtebauliche Entwicklung des Quartiers wurden in einem prozessual entwickelten Masterplan konkretisiert. Mit ihrer breiten konzeptionellen Ausrichtung und ihrer vielfältigen Nutzerschaft wird die ZLB die Ansiedlung verschiedenster kultur- und bildungsaffiner Institutionen und Dienstleistungen befördern und für die geplante nutzungstypologische Entwicklung des Gebiets als „Bildungsquartier“ maßgeblich sein. Im Wettbewerbsverfahren soll geklärt werden, wie die ZLB in das 386 ha große Gesamtareal und in das neue Stadtquartier eingebunden werden kann. Für zwei im stadträumlichen Kontext mit der ZLB befindliche Teilbereiche des Quartiers Tempelhofer Damm und des weiter südlich anschließenden Quartiers Südring ist ein städtebaulicher Entwurf zu erarbeiten. Für die ZLB ist ein der Bedeutung einer zentralen Metropolenbibliothek angemessener Gebäudeentwurf vorzulegen, der aufzeigt, wie die Standortbedingungen und die umfangreichen und komplexen Nutzungsanforderungen konzeptionell und architektonisch umsetzbar sind. Durch eine ambitionierte Architektur soll der Neubau der ZLB den Standort städtebaulich unverwechselbar prägen, ein neues architektonisches Wahrzeichen der Stadt werden und als stadträumliche Landmarke weithin sichtbar sein.

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Teil 1	 Verfahren 1.1	 Auslober, Bedarfsträger, Nutzer

Auslober Land Berlin vertreten durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Abteilung Hochbau V B Fehrbelliner Platz 2 10707 Berlin Bedarfsträger Der Regierende Bürgermeister von Berlin Senatskanzlei - Kulturelle Angelegenheiten Brunnenstraße 188-190 10119 Berlin Nutzer Stiftung Zentral- und Landesbibliothek Berlin Breite Straße 30-36 10178 Berlin Wettbewerbskoordination Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Abteilung Städtebau und Projekte Referat II D Brückenstraße 6 10179 Berlin-Mitte Inge Schmidt-Rathert, II D 1 Tel.: +49 (0)30/9025-2032 Fax: +49 (0)30/9025-2535 E-Mail: inge.schmidt-rathert@senstadt.berlin.de mit Ulrike Lickert, Dipl.-Ing. Architektin Knaackstraße 78 10435 Berlin Tel.: +49 (0)30/473 78 230 Fax: +49 (0)30/473 78 229 E-Mail: mail@ulrike-lickert.de Informationstechnik / Internet wettbewerbe aktuell Verlagsgesellschaft mbH Maximilianstrasse 5 79100 Freiburg i. Br. Tel.: +49 (0)761/77455 - 0 Fax: + 49(0)761/77455 - 11 verlag@wettbewerbe-aktuell.de

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1.2	

Art des Verfahrens

Die Auslobung erfolgt als offener Ideenwettbewerb für Bewerbergemeinschaften aus Architekten und Landschaftsarchitekten. Das gesamte Verfahren ist bis zum Abschluss anonym. Die Zentral- und Landesbibliothek ist für Berlin eine der größten Baumaßnahmen in den nächsten Jahren. Um einen guten Entwurf und eine möglichst große Planungs- und Kostensicherheit zu erhalten, ist eine besondere Vorgehensweise mit verschiedenen Verfahren vorgesehen. Der offene Ideenwettbewerb soll unter anderem auch Architekten, die noch keine großen Bibliotheken oder ähnliche Gebäude geplant oder realisiert haben, eine Chance zur Teilnahme am anschließenden nichtoffenen Realisierungswettbewerb geben (siehe auch Punkt 1.13 Weitere Bearbeitung). Kommunikation Die Wettbewerbssprache ist deutsch. Die Kommunikation mit den Teilnehmern erfolgt ausschließlich über den Teilnehmerbereich des Wettbewerbs auf der Internet-Plattform www.wettbewerbe-aktuell.de (siehe Pkt. 1.6 Ausgabe der Wettbewerbsunterlagen). Die Teilnehmer sind aufgefordert, sich während des gesamten Wettbewerbs über den aktuellen Stand des Verfahrens eigenständig zu informieren. Im Teilnehmerbereich werden die Informationen zur Auslobung fortlaufend bereitgestellt und aktualisiert. Anmeldung 1) Die Teilnehmer sind aufgefordert, sich unter der Adresse https://www.wettbewerbe-aktuell.de/de/ausschreibungen/online/30/ teilnehmerbereich.html für den Wettbewerb anzumelden. Falls noch nicht vorhanden, muss ein Login über wettbewerbe aktuell erstellt werden. Nach erfolgreicher Erstellung des Logins erhalten die Teilnehmer eine Benachrichtigung mit ihren Zugangsdaten per E-Mail. Eine Teilnahmegebühr wird nicht erhoben. 2) Durch Eingabe der Login Zugangsdaten in die Login Eingabemaske werden die Teilnehmer für den geschlossenen Teilnehmerbereich des Wettbewerbs frei geschaltet. Hier stehen ab dem 11.12.2012 alle dem Wettbewerb zugehörigen Unterlagen bereit. Alle Informationen, die während des Verfahrens versendet werden, werden an die E-Mail-Adresse gesendet, die im Bereich „Eingabemaske“ vom Teilnehmer unter „Kontaktdaten“ hinterlegt wurde.

1.3	

Richtlinien für Planungswettbewerbe

Dem Wettbewerb liegen die Richtlinien für Planungswettbewerbe (RPW 2008) sowie das Rundschreiben SenStadt VI A Nr. 06 / 2009 (Einführung der RPW 2008) zugrunde, sofern nachstehend nichts anderes aufgeführt ist. Die Architektenkammer Berlin wirkt vor, während und nach dem Wettbewerb beratend mit; sie registriert den Wettbewerb. Mit der Registrierung wird bestätigt, dass die Auslobungsbedingungen der Richtlinie entspre-

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chen. Die besonderen Bestimmungen für öffentliche Auftraggeber (RPW 2008, § 9 RPW) sind anzuwenden. Der Wettbewerb wird bei der Architektenkammer Berlin unter der Registrier-Nr. AKB-2012-28 geführt. Einverständnis Jeder Teilnehmer, Preisrichter, Sachverständige, Vorprüfer und Gast erklärt sich durch seine Beteiligung bzw. Mitwirkung am Verfahren mit den vorliegenden Teilnahmebedingungen und der Anwendung der Richtlinien für Planungswettbewerbe (RPW 2008) einverstanden. Verlautbarungen jeder Art über Inhalt und Ablauf vor und während der Laufzeit des Wettbewerbsverfahrens, einschließlich der Veröffentlichung der Wettbewerbsergebnisse, dürfen nur über die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt II D abgegeben werden. Datenschutz Jeder Teilnehmer, Preisrichter, Sachverständige, Vorprüfer, Gast und Auftragnehmer willigt durch seine Beteiligung bzw. Mitwirkung am Verfahren ein, dass seine personenbezogenen Daten im Zusammenhang mit o.g. Wettbewerb bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt in Form einer automatisierten Datei geführt werden. Diese Einwilligung ist auf der Verfasser- bzw. auf der Zustimmungserklärung zu bestätigen. Eingetragen werden Name, Anschrift, Telefon, Beauftragung im Wettbewerb, Kammermitgliedschaft, Berufsbezeichnung. Nach Abschluss des Verfahrens können auf Wunsch diese Daten gelöscht werden (durch Vermerk auf der Verfassererklärung). Gemäß § 6 des novellierten Datenschutzgesetzes ist die Einwilligung der Betroffenen notwendig, da eine spezielle Rechtsgrundlage für die Führung dieser Datei fehlt. Vergabekammer Öffentliche Aufträge, die gemäß den Vergabevorschriften der EU vergeben werden müssen, unterliegen einem Rechtsschutzverfahren. Für die öffentlichen Auftraggeber des Landes Berlin wird dieses Verfahren vor der Vergabekammer des Landes Berlin geführt. Vergabekammer des Landes Berlin Martin-Luther-Straße 105 10825 Berlin Tel. +49(030) 9013 8316, Fax. +49(030) 9013 7613

1.4	Teilnahmeberechtigung
Berechtigt zur Teilnahme am Wettbewerb sind gemäß der Anzeige im Supplement des Amtsblatts der europäischen Gemeinschaft: Bewerbergemeinschaften aus Architekten und Landschaftsarchitekten. Teilnahmeberechtigt sind: •	 Natürliche Personen, die am Tage der Auslobung im Zulassungsbereich ansässig sind und gemäß Rechtsvorschriften ihres Heimatstaates zur Führung der Berufsbezeichnung Architekt und / oder Landschaftsarchitekt berechtigt sind. Ist in dem jeweiligen Heimatstaat die Berufsbezeichnung gesetzlich nicht geregelt, so erfüllt die

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fachliche Voraussetzung, wer über ein Diplom, Prüfungszeugnis oder sonstige Befähigungsnachweise verfügt, dessen Anerkennung nach der Richtlinie 85/384/EWG des Rates vom 10. Juni 1985 (EG-Architektenrichtlinie) oder für Beratende Ingenieure, Ingenieure nach der Richtlinie 89/48/EWG des Rates vom 21. Dezember 1988 (EG Hochschuldiplomrichtlinie) gewährleistet ist, •	 Juristische Personen, sofern deren satzungsmäßiger Geschäftszweck auf Planungsleistungen ausgerichtet ist und ein bevollmächtigter Vertreter und der Verfasser der Planungsleistungen die an natürliche Personen gestellten Anforderungen erfüllen.

Bei Bewerbergemeinschaften muss jedes Mitglied teilnahmeberechtigt sein. Teilnahmehindernisse sind nach RPW 2008 § 4 Abs. 2 geregelt. Eine Beteiligung auch einzelner Mitglieder von Bewerbergemeinschaften an mehr als einer Bewerbergemeinschaft ist unzulässig und führt zum Ausschluss aller davon betroffenen Bewerbergemeinschaften. Sonderfachleute und/oder Berater unterliegen nicht den genannten Teilnahmebedingungen.

1.5	

Preisgericht und Vorprüfung

Fachpreisrichterinnen Jórunn Ragnarsdóttir und Fachpreisrichter Architektin, Stuttgart Christine Binswanger Architektin, Basel HG Merz Architekt, Berlin / Stuttgart Jo Coenen Architekt, Amsterdam Marcel Meili Architekt, Zürich Eelco Hooftman Landschaftsarchitekt, Edinburgh Stellvertretende Heike Hanada Fachpreisrichterinnen Architektin, Berlin und Fachpreisrichter Jens Casper Architekt, Berlin Jost Haberland Architekt, Berlin Antje Freiesleben Architektin, Berlin

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Leonard Grosch Landschaftsarchitekt, Berlin Sachpreisrichterinnen Regula Lüscher und Sachpreisrichter Senatsbaudirektorin Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin André Schmitz Staatssekretär Der Regierende Bürgermeister von Berlin Senatskanzlei - Kulturelle Angelegenheiten Volker Heller Managementdirektor der Stiftung Zentral- und Landesbibliothek Berlin N. N. Stadtrat / Stadträtin Bezirk Tempelhof-Schöneberg von Berlin Sabine Giebenhain Stellvertretende Direktorin Universitätsbibliothek Ludwig-Maximilians-Universität München Manfred Kühne Stellvertretende Sachpreisrichterinnen Leiter Abteilung Städtebau und Projekte und Sachpreisrichter Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Dr. Konrad Schmidt-Werthern Leiter Abteilung Kultur Der Regierende Bürgermeister von Berlin Senatskanzlei - Kulturelle Angelegenheiten Dr. Jonas Fansa Baureferent Stiftung Zentral- und Landesbibliothek Berlin N. N. Stadtrat / Stadträtin Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin Dr. Klaus Ulrich Werner Leiter der Philologischen Bibliothek der Freien Universität Berlin Sachverständige Helge Rehders Leiter des Grundsatzreferates Der Regierende Bürgermeister von Berlin Senatskanzlei - Kulturelle Angelegenheiten

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Dr. Christine Regus Abteilungsleiterin Einrichtungsförderung Bibliotheken Der Regierende Bürgermeister von Berlin Senatskanzlei - Kulturelle Angelegenheiten Dr. Ulrich Bernhardt Koordinator Bau- und Grundstücksangelegenheiten Der Regierende Bürgermeister von Berlin Senatskanzlei - Kulturelle Angelegenheiten Hermann-Josef Pohlmann Referatsleiter Projektmanagement Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin Birgitt Kalthöner Referatsleiterin Projektmanagement Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin Ralf Burkhard Hammelbeck Objektmanagement / Kultur Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin Andreas Schemm Objektmanagement / Kultur Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin Joachim Sichter Referatsleiter Städtebauliche Projekte und Investitionsvorhaben Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin Corinna Borch Referat Städtebauliche Projekte und Investitionsvorhaben Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin Takis Sgouros Referat Städtebauliche Projekte und Investitionsvorhaben Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin Siegmund Kroll Leiter Stadtentwicklungsamt Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin

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Andreas Baldow Fachbereichsleiter Stadtplanung Stadtentwicklungsamt Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin Gabriele Natschke Abteilung Ministerielle Angelegenheiten des Bauwesens Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin Kerstin Ossowski Abteilung Ministerielle Angelegenheiten des Bauwesens Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin Meike Clasen Abteilung Ministerielle Angelegenheiten des Bauwesens Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin Dr. Friedemann Kunst Abteilungsleiter Verkehr Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin Horst Wohlfarth von Alm Abteilung Verkehr Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin Kerstin Schmidt Abteilung Verkehr Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin Beate Profé Refertatsleiterin Stadt- und Freiraumplanung Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin Ursula Renker Abteilung Stadt- und Freiraumplanung Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin Annette Mangold-Zatti Abteilung Stadt- und Freiraumplanung Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin

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Gerhard W. Steindorf Geschäftsführer Tempelhof Projekt GmbH, Berlin Gabriele Kaupmann Leiterin Planung & Entwicklung Tempelhof Projekt GmbH, Berlin Norbert Gaede Tempelhof Projekt GmbH, Berlin Peter Berner ASTOC Architects and Planners, Köln Peter Ostendorff Referatsleiter Wettbewerbe und Auswahlverfahren Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin Inge Schmidt-Rathert Referat Wettbewerbe und Auswahlverfahren Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin Almut Jirku Referat Wettbewerbe und Auswahlverfahren Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin Martina Grün Stiftung Zentral- und Landesbibliothek Berlin Kai Nikolaus Grüne Stiftung Zentral- und Landesbibliothek Berlin Christine Brunner Leiterin der Zentralbibliothek Stuttgart Hella Schwemer-Martienßen Direktorin der Stiftung Hamburger Öffentliche Bücherhallen Christoph Schmidt Geschäftsführer Grün Berlin GmbH, Berlin Frank Struck Berliner Immobilienmanagement GmbH, Berlin Alexander Schellhardt Ingenieurgesellschaft BBP Bauconsulting GmbH, Berlin

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Swenja Klatt Ingenieurgesellschaft BBP Bauconsulting GmbH, Berlin Cagla Ilk Beirat für Frauenspezifische Belange Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin Sybille Uken Beirat für Frauenspezifische Belange Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin Vorprüfung Ulrike Lickert Architektin, Berlin Norbert Giebels Architekt, Berlin Birgit Dietsch Architektin, Berlin Kostenprüfung Sebastian Frenzen DU Diederichs Projektmanagement AG & CO.KG, Berlin Birgit Bickmann DU Diederichs Projektmanagement AG & CO.KG, Berlin Energieeffizienz / Nachhaltigkeit Verfahrensbeteiligte N. N.

Peter Kever Architektenkammer Berlin Mitglieder des Abgeordnetenhauses von Berlin Mitglieder der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg von Berlin

Gäste

1.6	

Ausgabe der Wettbewerbsunterlagen

Die Ausgabe der Wettbewerbsunterlagen erfolgt ausschließlich über den Teilnehmerbereich des Wettbewerbs auf der Internet-Plattform www. wettbewerbe-aktuell.de. Im Teilnehmerbereich werden sämtliche Wettbewerbsunterlagen zum Download zur Verfügung gestellt. Wettbewerbsunterlagen können nur auf diesem Weg abgerufen werden. Eine Zusendung per Post erfolgt nicht. Die Unterlagen können ab dem 11.12.2012 heruntergeladen werden. Zur Anmeldung zum Wettbewerb siehe Punkt 1.2 der Auslobung.

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1.7	

Abgabe der Wettbewerbsarbeiten

Die Arbeiten müssen spätestens am 21. Februar 2013, 17.00 Uhr in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Referat Wettbewerbe und Auswahlverfahren Brückenstraße 6 (Jannowitz Center) 10179 Berlin Raum Nr. 4.026 eingegangen sein (es gilt nicht das Datum des Poststempels). Die Wettbewerbspläne sind gerollt in einer eckigen Versandbox einzureichen. Das Modell ist bis zum 28. Februar 2013, 17.00 Uhr an gleicher Stelle einzureichen. Das Modell ist in transportgerechter und wieder verwendbarer Verpackung einzureichen. Der Verfasser trägt die Verantwortung, dass die geforderten Leistungen am 21. Februar 2013 bzw. am 28. Februar 2013 (Modell), jeweils 17.00 Uhr vorliegen. Die Wettbewerbsarbeiten sind zur Wahrung der Anonymität in verschlossenem Zustand ohne Absender oder sonstigen Hinweis auf den Verfasser, aber mit der Kennzahl und dem Vermerk „Zentral- und Landesbibliothek Berlin“ einzureichen. Bei Zustellung durch Kurierdienst ist der Empfänger als Absender anzugeben. Kennzeichnung der Arbeiten Die Wettbewerbsarbeiten sind in allen Stücken nur durch eine gleichlautende Kennzahl zu bezeichnen. Sie ist aus sechs arabischen Ziffern zu bilden und in einer Größe von 1 cm Höhe und 4 cm Breite auf jedem Blatt und Schriftstück in der rechten oberen Ecke anzubringen. Der Wettbewerbsverfasser hat die Verfassererklärung mit seiner Anschrift in einem verschlossenen und undurchsichtigen Umschlag mit der gleichen Kennzahl abzugeben, mit der er seine Wettbewerbsarbeit gekennzeichnet hat. Dieser Umschlag ist gleichzeitig mit der Wettbewerbsarbeit abzugeben. Die Verfassererklärung ist nicht in digitaler Form einzureichen.

1.8	

Ortsbesichtigung, Rückfragen

Ortsbesichtigung Das Wettbewerbsgebiet ist täglich von 7.30 Uhr bis 17.00 Uhr frei zugänglich. Rückfragen Rückfragen zur Auslobung können bis zum 06. Januar 2013, 16.00 Uhr ausschließlich im „Rückfragenforum“ des Wettbewerbs gestellt werden. Alle gestellten Fragen werden dort direkt und anonym angezeigt. Dadurch ist es möglich, dass alle Teilnehmer bereits gestellte Fragen nachlesen und Doppelungen vermieden werden können. Jeder Teilnehmer ist verpflichtet, selbst zu überprüfen, dass seine gestellten Fragen im „Rückfragenforum“ angezeigt werden.

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Bei den Rückfragen ist auf die entsprechenden Teilziffern der Auslobung, auf die sie sich beziehen, Bezug zu nehmen. Ein Rückfragenkolloquium findet nicht statt. Die Beantwortung der Rückfragen erfolgt in Abstimmung mit dem Preisgericht. Die Zusammenstellung aller eingereichten Fragen und deren Beantwortung wird am 10. Januar 2013 im Teilnehmerbereich veröffentlicht und ist Bestandteil der Auslobung.

1.9	

Verzeichnis der Wettbewerbsunterlagen

Die Wettbewerbsunterlagen liegen im Teilnehmerbereich zum Download bei www.wettbewerbe-aktuell.de bereit. Unterlagen des Wettbewerbs sind: -	 die vorliegende Auslobung -	 die Zusammenstellung der Rückfragen und deren Beantwortung -	 digitale Daten zum Download (vollständiges Verzeichnis siehe Teil 4 	 Anhang), u. a. die im Folgenden aufgeführten Planunterlagen und 	Dokumente: -	 Übersichts- und Arbeitsplan als dxf- und dwg-Datei -	 Übersichtsplan als pdf-Datei im M 1:1000 -	 Informationspläne und Planungsunterlagen -	 Luftbilder, Fotodokumentation - 	 Raumprogramme -	 Formblätter 	 -	 Verfassererklärung -	 Plan der Modelleinsatzplatte als dxf-Datei Hinweis Jeder Teilnehmer des Wettbewerbes verpflichtet sich, die vorliegenden digitalisierten Daten und Pläne nur für die Beteiligung am Wettbewerb zu nutzen. Daten, die im Rahmen der Bearbeitung als Zwischenprodukte anfallen und nicht an den Auslober abgegeben werden, sind nach Abschluss des Wettbewerbs zu löschen.

1.10	

Geforderte Leistungen

Von den Teilnehmern werden folgende Leistungen erwartet: Geforderte Leistungen in Papierform 01.	 Städtebauliches Konzept M 1:1000 	 Darstellung der Gesamtsituation, des Straßen- und Wegenetzes, der Zufahrten und Stellplätze, der Grün- und Freiflächenstruktur mit Kennzeichnung des Nettobaulandes, Angabe der Geschosszahlen 02.	 Grundriss der Eingangsebene der ZLB M 1:500 	 einschließlich der Freiraumgestaltung und Erschließung (Zugänge, Zufahrten) im Bereich der ZLB 03.	 Grundrisse aller weiteren Geschosse der ZLB M 1:500 04.	 Ansichten aller Gebäudeseiten der ZLB M 1:500

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05.	 Zum Verständnis des Entwurfs erforderliche Schnitte der ZLB M 1:500 06.	 Frei gewählte räumliche Darstellungen der ZLB 07.	 Zeichnerische Darstellungen zur Verdeutlichung der Gebäudephilosophie 08.	 Erläuterungsbericht (getrennt von den Plänen, max. 4 DIN A 4 Seiten) -	 Erläuterung und Begründung des städtebaulichen Konzeptes -	 Erläuterung und Begründung des Entwurfskonzeptes ZLB -	 Aussagen zu Konstruktion und Materialien des Gebäudeentwurfs -	 Aussagen zur Wirtschaftlichkeit -	 Aussagen zur Nachhaltigkeit und Energieeffizienz 09.	 Modell M 1:1000 auf einer Einsatzplatte unter Verwendung der mitgelieferten dxf-Datei der Modell-Einsatzplatte (4_1_02 Modelleinsatzplatte). Stärke der Einsatzplatte 20 mm, Farbton RAL 1013, Perlweiß 10.	 Verfassererklärung (Formblatt 4_1_04_03) Unterlagen für die Vorprüfung 11.	 Prüfpläne (gefaltet): ein Satz der verlangten Grundrisse und Schnitte 	 mit Eintragung der Bereichsbezeichnungen gemäß Formblatt 4_1_04_02 und der für die Berechnungen notwendigen Maße Die Nutzungsbereiche sind farbig zu umranden gem. Farbkennzeichnung der Nutzungsbereiche in Formblatt 4_1_04_02. 12.	 Berechnungen auf Formblättern - 	4_1_04_01_ZLB_Staedtebauliche_Kennwerte_Gebaeudekennwerte.xls -	 4_1_04_02_ ZLB_Nutzflaechen_Technische_Funktionsflaechen.xls 	 Die für die Nachvollziehbarkeit der Berechnungen notwendigen Angaben sind auf den Prüfplänen darzustellen. 13.	 Verzeichnis der eingereichten Unterlagen Als verbindliche Form der Arbeit gilt der Papierausdruck. Zusätzlich geforderte Leistungen in digitaler Form Zusätzlich sind folgende Leistungen in digitaler Form auf CD-Rom zu erbringen (für Vorprüfung, Ergebnisprotokoll und Veröffentlichung): -	 die Präsentationspläne als Windows-kompatible .tif-Datei(en) in einer 	 Auflösung von bevorzugt 300dpi (ggf. LZW-komprimiert) -	 die Präsentationspläne als pdf-Datei(en) mit eingebundenen Pixeldarstellungen in einer Auflösung von bevorzugt 300dpi -	 die ausgefüllten Formblätter als .xls-Datei (Microsoft Excel) -	 die geforderten Leistungen nach Nr. 11 (Prüfpläne) als CAD-Datei im Format .dwg oder .dxf (AutoCAD, Version 2000 oder tiefer) -	 den Erläuterungsbericht als pdf-Datei -	 Verzeichnis der eingereichten Unterlagen als pdf-Datei Hinweise zu den geforderten digitalen Leistungen „Offene“ Dateien aus Layout-Programmen (z.B. InDesign, QuarkExpress, Illustrator etc.) können nicht berücksichtigt werden. Bildmaterial, das nicht im genannten Windows-kompatiblen .tif-Format vorliegt, kann nicht berücksichtigt werden. Die CD-ROM selbst trägt als Titel nur die sechsstellige Kennzahl, mit der auch die schriftlichen Pläne gekennzeichnet werden (z.B. 123456). Die

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einzelnen Dateien auf der CD-ROM müssen wie folgt benannt werden: Der erste Teil des Dateinamens ist die sechsstellige Kennzahl, danach folgt ein Unterstrich und anschließend der eigentliche Dateititel, gefolgt von der Formatangabe, z.B. „tif“. Beispiele: -	 Lageplan:	 -	 Grundrisszeichnung Erdgeschoss:	 -	 Prüfpläne:	

123456_lageplan.tif 123456_grundriss_eg.pdf 123456_pruefplan_eg.dwg

In den Dateinamen dürfen keine Leer- und Sonderzeichen vorkommen. Die CD-ROM ist für Windows-kompatiblen PC zu erstellen. MacintoshFormate können grundsätzlich nicht verwendet werden. Allgemeine Hinweise Jeder Teilnehmer darf nur eine Arbeit ohne Variante einreichen. Gemäß RPW § 5 Abs. 2 werden Darstellungen, die über die in der Auslobung geforderten Leistungen hinausgehen oder gegen bindende Vorgaben des Auslobers verstoßen, von der Vorprüfung ausgesondert. Farbige Darstellungen sowie erläuternde Skizzen sind zugelassen. Für die Präsentation der Wettbewerbsarbeiten stehen pro Wettbewerbsteilnehmer max. zwei 2 m hohe Rolltafeln mit einer Hängefläche von 1,96   m (Breite) x 1,46 m (Höhe) zur Verfügung. Ausschlusskriterien / Verstoß gegen bindende Vorgaben Es werden keine bindenden Vorgaben im Sinne der RPW 2008 § 5 Abs. 1 und § 6 Abs. 2 formuliert. Wettbewerbsbeiträge, die während der Laufzeit des Wettbewerbs veröffentlicht werden, verstoßen gegen die in § 1 Absatz 4 und § 6 Absatz 2 RPW 2008 geforderte Anonymität und sind von der Beurteilung auszuschließen.

1.11	

Beurteilungsverfahren und Vorprüfung

Das Beurteilungsverfahren ist unter § 6 Abs. 2 der RPW 2008 sowie in der Anlage IV der RPW 2008 dargestellt. Ergänzend gilt Folgendes: Die zugelassenen Arbeiten werden entsprechend RPW 2008, Anlage III vorgeprüft. Bei der Erfüllung dieser Aufgabe können die Sachverständigen zur Unterstützung der Vorprüfer hinzugezogen werden. Dem Preisgericht werden die Ergebnisse der Vorprüfung als Entscheidungshilfe zur Verfügung gestellt, die Beurteilung der Arbeiten bleibt dem Preisgericht vorbehalten.

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1.12	Preise
Die Wettbewerbssumme (RPW 2008 § 7 Absatz 2) ist auf der Basis des § 34 und § 39 HOAI (i.d. Fassung v. 11.8.2009) ermittelt. Für Preise stehen insgesamt 250.000,- Euro (netto) zur Verfügung. Vorgesehen ist folgende Aufteilung: 10 gleichwertige Preise je		 25.000,- Euro 	 Über die Preise hinaus ist eine Kostenerstattung nicht vorgesehen. Die Preise werden nach Entscheidung des Preisgerichts unter Ausschluss des Rechtsweges zugeteilt. Das Preisgericht kann einstimmig eine andere Verteilung beschließen oder Preisgruppen bilden. Die Mehrwertsteuer von derzeit 19 % ist in den genannten Beträgen nicht enthalten und wird den inländischen Teilnehmern zusätzlich ausgezahlt. Sämtliche Arbeiten werden in einer öffentlichen Ausstellung mit Nennung der Verfasser gezeigt.

1.13	

Weitere Bearbeitung

Der Auslober beabsichtigt, im Anschluss an den Ideenwettbewerb einen nichtoffenen Realisierungswettbewerb für die Zentral- und Landesbibliothek mit vorgeschaltetem EU-weitem Bewerbungsverfahren (Teilnahmewettbewerb gemäß RPW und VOF) durchzuführen. An dem Realisierungswettbewerb sollen 30-50 Bewerbergemeinschaften bzw. Generalplaner (Architekten, Landschaftsarchitekten, Ingenieure der Fachrichtung Tragwerksplanung und der Fachrichtung Technische Gebäudeausrüstung) teilnehmen. Das Preisgericht des Ideenwettbewerbs wird auch als Preisgericht für den Realisierungswettbewerb vorgesehen. Die Preisträger des offenen Ideenwettbewerbs „Standorteinbindung Zentral- und Landesbibliothek Berlin“ werden als Teilnehmer des Realisierungswettbewerbs gesetzt, wenn sie die geforderten zusätzlichen Fachplaner - Ingenieure der Fachrichtung Tragwerksplanung und der Fachrichtung Technische Gebäudeausrüstung (Anlagengruppen 1-7) - nachbenennen (als Bewerbergemeinschaft bzw. Generalplaner). Es ist auch möglich, ein weiteres Architekturbüro in Bewerbergemeinschaft zu benennen. Die weiteren Teilnehmer werden über den Teilnahmewettbewerb ausgewählt. Teilnehmer, die beim Ideenwettbewerb nicht erfolgreich waren, haben die Möglichkeit sich beim Teilnahmewettbewerb trotzdem zu bewerben. Im Anschluss an den Realisierungswettbewerb wird mit der Preisgruppe (5-8 Bietergemeinschaften bzw. Generalplaner) ein Verhandlungsverfahren durchgeführt. Daraus ergeben sich 2-4 Bietergemeinschaften bzw. Generalplaner, die in einer Parallelbeauftragung in einem weiteren Verfahrensschritt des Verhandlungsverfahrens ihre Entwürfe vertieft bearbei-

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ten. Auf Grundlage der Ergebnisse dieser Durcharbeitung erfolgt der Zuschlag an eine Bietergemeinschaft bzw. einen Generalplaner.

1.14	

Eigentum und Urheberrecht

Die eingereichten Unterlagen der mit Preisen ausgezeichneten Wettbewerbsarbeiten werden Eigentum des Auslobers. Das Urheberrecht und das Recht der Veröffentlichung der Entwürfe bleiben dem Verfasser erhalten (RPW 2008 § 8 Abs. 3). Der Auslober ist berechtigt, die zur Beurteilung zugelassenen Arbeiten nach Abschluss des Wettbewerbs ohne weitere Vergütung zu dokumentieren, auszustellen und (auch über Dritte) zu veröffentlichen. Die Namen der Verfasser werden dabei genannt.

1.15	Verfassererklärung
Durch ihre Unterschrift in der Verfassererklärung versichern die Wettbewerbsteilnehmer, dass sie die geistigen Urheber der Wettbewerbsarbeiten, gemäß den Wettbewerbsbedingungen teilnahmeberechtigt, mit einer Beauftragung zur weiteren Bearbeitung einverstanden und zur fachund termingerechten Durchführung in der Lage sind. Die Verfassererklärung befindet sich als Formblatt im Ordner 4_1_04 der digitalen Anlagen.

1.16	

Bekanntgabe des Ergebnisses / Ausstellung der Arbeiten

Das Ergebnis des Wettbewerbs wird (unter Vorbehalt der Prüfung der Teilnahmeberechtigung) den Teilnehmern, deren Arbeit mit einem Preis ausgezeichnet wird, unmittelbar nach der Entscheidung des Preisgerichts mitgeteilt, allen anderen durch Übersendung des Preisgerichtsprotokolls mitgeteilt und der Öffentlichkeit über die Presse sowie unter www.stadtentwicklung.berlin.de/aktuell/wettbewerbe bekanntgegeben. Die zur Beurteilung zugelassenen Wettbewerbsarbeiten werden mit den Namen der Verfasser, der Mitarbeiter und Sonderfachleute, den Preisen und der Aufnahme in die engere Wahl und dem Preisgerichtsprotokoll öffentlich ausgestellt. Eröffnung, Ort und Dauer der Ausstellung werden den Wettbewerbsteilnehmern und der Presse bekannt gegeben (RPW 2008 § 8 Abs.1).

1.17	

Haftung und Rückgabe

Für die Beschädigung oder den Verlust der eingereichten Arbeiten haftet der Auslober nur im Fall nachweisbar schuldhaften Verhaltens. Die nicht prämierten Arbeiten von in Berlin ansässigen Teilnehmern können zu einem Zeitpunkt, der den Wettbewerbsteilnehmern rechtzeitig mitgeteilt wird, bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt - II D - abgeholt werden.

Standorteinbindung Zentral- und Landesbibliothek / Teil 1 Verfahren

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Die nicht in Berlin ansässigen Büros werden nach Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten schriftlich bzw. per E-Mail angefragt, ob Interesse an einer Rücksendung ihrer Wettbewerbsunterlagen besteht. Die Rücksendung erfolgt nur auf Bestätigung und nur dann, wenn die Unterlagen in transportgerechter und wieder verwendbarer Verpackung eingereicht wurden. Werden die Arbeiten innerhalb der genannten Fristen nicht zurückgefordert, so geht der Auslober davon aus, dass die betreffenden Teilnehmer das Eigentum an ihren eingereichten Wettbewerbsunterlagen aufgegeben haben und wird dann mit diesen Unterlagen nach seinem Belieben verfahren.

1.18	

Zusammenfassung der Termine

Auslobungsunterlagen im Internet verfügbar	 11. Dezember 2012 Rückfragen über Internet	 bis 06. Januar 2013 Rückfragenbeantwortung im Internet	 10. Januar 2013 Abgabe der Arbeiten	 bis 21. Februar 2013 / 17.00 Uhr Abgabe des Modells	 bis 28. Februar 2013 / 17.00 Uhr Preisgerichtssitzung, 1. Tag	 03. April 2013 Preisgerichtssitzung, 2. Tag	 04. April 2013 Ausstellung der Arbeiten	 voraussichtlich Mai 2013

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Teil 2	 Situation und Planungsvorgaben 2.1	 Städtebauliche Rahmenbedingungen

Abb. 01. Das Tempelhofer Feld im Stadtgebiet.

Lage im Stadtgebiet Das Wettbewerbsgebiet befindet sich innerhalb des Berliner S-BahnRinges und ist damit Teil des Berliner Innenstadtgebietes. Das 15,6 Hektar große Areal gehört zum Bezirk Tempelhof-Schöneberg, es liegt in der südwestlichen Randzone des ehemaligen Flughafens Tempelhof. Das insgesamt ca. 386 ha große Flughafengelände grenzt in diesem Bereich an den Tempelhofer Damm im Westen und an den S-Bahn-Ring im Süden. Die Gesamtplanung für die Nachnutzung des ehemligen Flughafens sieht die Entwicklung von vier nutzungsgemischten Stadtquartieren am Rande der unbebaut bleibenden zentralen „Parklandschaft“ vor (siehe Seite 51, Abb. 14. Masterplan): im Westen das Quartier Tempelhofer Damm, im Süden entlang der Bahntrasse das Quartier Südring, im Osten im Bezirk Neukölln das Quartier Oderstraße, im Norden ebenfalls im Bezirk Tempelhof-Schöneberg das Quartier Columbiadamm. Das Wettbewerbsgebiet umfasst den südlichen Abschnitt des Quartiers Tempelhofer Damm mit dem für die Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) festgesetzten Baufeld und einen daran anschließenden Teilbereich des Quartiers Südring. Nach Norden wird das Wettbewerbsgebiet begrenzt durch die nördliche Rollbahn bzw. deren freiräumliche Verlängerung nach Westen („Rollbahnfuge“), nach Osten durch den betonierten ehemaligen „Taxiway“, nach Westen durch den Tempelhofer Damm.

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Die Abgrenzung des zum Quartier Südring gehörenden Bereichs folgt der Grundstücksgrenze zum Bahndamm sowie einer geplanten, das Quartier strukturierenden „Grünfuge“ (siehe dazu Seite 50, 2.5 Städtebauliche Qualifizierung / Masterplan). Als Baufeld für den Neubau der ZLB wurde eine Fläche direkt nördlich der südlichen Start- und Landebahn in direktem Anschluss an den Freiraum und in fußläufiger Entfernung zum U- und S-Bahnhof Tempelhof festgelegt. Die Entscheidung für diesen Standort erfolgte nach gutachterlicher Prüfung von diversen Standortvarianten auf der Basis eines komplexen Anforderungsprofils. Zu den untersuchten Varianten gehörten auch der Ausbau des Gebäudebestandes der ZLB in Kreuzberg (Amerika-Gedenkbibliothek) und in Mitte (Berliner Stadtbibliothek) sowie die Nutzbarmachung der Flughafengebäude. Neben den kultur- und baufachlichen Vorteilen eines Neubaus sowie der guten Anbindung an den ÖPNV,  setzt das Bauvorhaben auf diesem Standort auch wichtige Impulse für die Entwicklung der Quartiere Tempelhofer Damm und Südring und führt zu einer erheblichen Aufwertung des Gesamtareals. Insbesondere aus der engen Verflechtung der Bibliotheksnutzung mit der Parklandschaft kann die ZLB ein eigenes spezifisches Image mit starker Standortprägung entwickeln. Zudem bietet der Standort großen architektonischen Freiraum, der zur Identitätsbildung des ZLB-Gebäudes genutzt werden kann. Stadträumliche Situation Das Wettbewerbsgebiet liegt an der Schnittstelle von Stadträumen unterschiedlichster Prägung.

Abb. 02. Automatisierte Liegenschaftskarte ALK mit Kennzeichnung des Wettbewerbsgebiets.

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Abb. 03.	 Luftbild 2012 mit Kennzeichnung des Wettbewerbsgebiets und des Baufelds für die ZLB.

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Westlich des Tempelhofer Damms schließt das in den 20er Jahren nach sozialreformerischen Grundsätzen als Gartenstadt konzipierte Wohngebiet Neu-Tempelhof an. Trotz ihrer langen Entstehungszeit bis in die 50er Jahre und des mehrfachen Wechsels des städtebaulichen Leitbildes stellt die Siedlung eine konzeptionelle Einheit aus Geschosswohnungsbauten und niedrigen Reihen- bzw. Doppelhäusern dar. Großzügige durchgrünte öffentliche und private Freiräume, darunter der zentrale denkmalgeschützte Parkring, prägen maßgeblich die Stadtgestalt. Die südöstliche Ecke der Siedlung am S-Bahnhof Tempelhof ist als eigenständiges Ensemble gestaltet. Die Eingangssituation zum Gartenstadtgebiet ist als fünfeckiger Platzraum, die Straßenüberbauung Manfred-vonRichthofen-Straße als Stadttor ausgebildet. Im Süden umfasst die Hausgruppe einen zur Hoeppnerstraße offenen quadratischen Hof. Den östlichen Abschluss der Siedlung zum Tempelhofer Damm bildet eine vier- und fünfgeschossige Randbebauung mit vergleichsweise hoher Grundstücksausnutzung. Zwei parallele Baukörper sind durch hofbildende Treppenhäuser verbunden. Die Straßenfassade ist durch breite

Abb. 04. Schwarzplan. Situation 2012.

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Risalite und dazwischen liegende Balkonbänder gegliedert. Die Risalite tragen ein Walmdach, das in das hohe Walmdach des Hauptbaukörpers übergeht. An den Straßeneinmündungen bilden niedrige viergeschossige Endbaukörper symmetrische Toröffnungen zur Gartenhaussiedlung. Der Übergang zwischen dem Eckensemble am S-Bahnhof und dieser höheren Bebauung ist nach Kriegszerstörung durch ergänzte Baukörper der fünfziger Jahre uneinheitlich. Mit der seit 1991 geltenden Erhaltungsverordnung wird die städtebauliche Eigenart der Siedlung Neu-Tempelhof gesichert. An der Unterführung des Tempelhofer Damms unter der ca. 6 m über der Straße liegenden Ringbahntrasse liegen der S-Bahnhof Tempelhof und der 1929 hinzugekommene U-Bahnhof Tempelhof (Südring). Das gemeinsame, in den Bahndamm eingebaute Empfangsgebäude hat Zugänge von Norden und Süden, jeweils auf der Westseite des Tempelhofer Damms. Von der ebenerdigen Halle führt ein Aufgang zum S-Bahnsteig, schräg gegenüber ein Niedergang zur U-Bahn. Der U-Bahnhof verfügt an beiden Enden über eigene Vorhallen mit jeweils zwei Zugängen, nordwestlich aus der Halle des Empfangsgebäudes, ansonsten von den Gehwegen beiderseits des Tempelhofer Damms. Der nordöstliche Zugang in der Nähe des Eingangs auf das ehemalige Flugfeld ist derzeit geschlossen. Der nördliche Vorplatz des Bahnhofs zwischen Hoeppnerstraße und Bahnhofseingang ist mit einem eingeschossigen Gaststättengebäude bebaut, die baumbestandene Freifläche davor wird als Außensitzbereich der Gaststätten genutzt. Westlich hinter dem Gebäude befindet sich ein Parkplatz. Nach Süden wird der Bereich des Wettbewerbsgebiets durch die insgesamt ca. 130 m tiefe Verkehrsschneise der Ringbahn und der Stadtautobahntrasse A 100 vom dicht bebauten Gebiet um den historischen Kern Tempelhofs stadträumlich abgetrennt. Lediglich der Tempelhofer Damm, im weiteren Verlauf ab etwa der Ringbahnstraße das Geschäftszentrum des Bezirks, verbindet hier die beiden Teilbereiche Tempelhofs. Etwa 500 m südlich der Ringbahntrasse liegt der im Stadtgrundriss gut erkennbare historische Dorfkern Tempelhofs. An der Schnittstelle von Tempelhofer Damm und Teltowkanal befinden sich mit dem Ullsteinhaus und dem Hafen Tempelhof zwei markante Bauwerke. Der Hafen ist seit 2009 zum modernen Kultur-, Einzelhandels- und Gastronomiestandort ausgebaut worden. Direkt südlich der Stadtautobahn bzw. der Ringbahntrasse erstreckt sich ein großflächiges, bis nach Schöneberg im Westen und Neukölln im Osten reichendes, heterogen bebautes Gewerbegebiet. Der Westteil der Oberlandstraße ist durch Industriedenkmale wie die Fabrikgebäude von Gilette oder die 1922 erbauten, auch heute noch für Film- und Fernsehproduktionen genutzten Ufa-Filmstudios geprägt. Am südlichen Rande des ehemaligen Flugfeldes, teilweise an der Böschung der Ringbahntrasse befindet sich ein Kleingartengebiet mit 33 Parzellen. An der Ostseite des Tempelhofer Damms vor dem Eingang zum derzeit noch umzäunten Flughafengelände liegt ein baumbestandener Skater-Spielplatz, weiter nördlich ein Pausenhalteplatz für Busse der BVG.

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2.2	

Historische Entwicklung

Tempelhofer Feld Als Tempelhofer Feld wird das ab dem frühen 13. Jahrhundert erschlossene Gebiet im Norden des um 1200 vom Templerorden gegründeten Straßendorfes Tempelhof bezeichnet. Durchquert wird es durch den 1836 zur Chaussee ausgebauten Feldweg nach Berlin im Verlauf des heutigen Tempelhofer Damms. Das bis dahin hauptsächlich landwirtschaftlich genutzte Areal aus Brach-, Weide- und Ackerflächen diente ab 1722 bis zum Ersten Weltkrieg der Königlich Preußischen Armee als Truppenübungsplatz und Paradefeld sowie während des Deutsch-Französischen Krieges und während des Ersten Weltkrieges als Standort für Baracken-Lazarette. Außerhalb der militärischen Nutzung war das Gelände allgemein zugänglich. 1830 wurde im südöstlichen Bereich eine Pferderennbahn angelegt. Im Norden, vor dem Halleschen Tor entstanden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die 1861 nach Berlin eingemeindete Tempelhofer Vorstadt mit ihrer dichten Mietskasernenbebauung sowie nach dem DeutschFranzösischen Krieg umfangreiche Kasernenanlagen und andere militärische Einrichtungen. Die an das Tempelhofer Feld anschließende Hasenheide diente in weiten Teilen als Schießplatz. Nach Westen und Süden begrenzten ab 1841 bzw. 1871 die Bahnanlagen der Berlin-Anhalter und Berlin-Dresdener Eisenbahnen und der Ringbahn das Feld. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war das Tempelhofer Feld vollständig von den Stadterweiterungen Berlins und den angrenzenden Gemeinden umschlossen. Nachdem das Kriegsministerium für großräumige Übungen geeignetere Flächen in Döberitz und Wünsdorf erschlossen hatte, wurde 1910 der westlich des heutigen Tempelhofer Damms gelegene, 145 ha große Teil des Militärgeländes an die Gemeinde Tempelhof verkauft und zur Bebauung freigegeben.

Abb. 05. Tempelhofer Feld 1919. Das Straßennetz in Neu-Tempelhof ist eingestrichelt.

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Der 1911 festgesetzte Bebauungsplan für das als Neu-Tempelhof bezeichnete Gebiet sah ein dichtes Netz geschwungener, bogenförmiger Straßen mit einem hufeisenförmigen Parkring im mittleren Bereich vor. In einem ersten Bauabschnitt entstanden an der nordöstlichen Ecke des Geländes bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs 56 Häuser in einer geschlossenen 5-geschossigen Blockbebauung mit Seitenflügeln, die zunächst für das gesamte Gebiet vorgesehen war. Die ab 1920 realisierte weitere Bebauung nahm das geplante Straßennetz auf, folgte jedoch ansonsten dem Konzept einer durchgrünten Gartenstadt mit 2-geschossigen Reihen- und Doppelhäusern und Vorgärten. Ein dritter, 1928 begonnener Bauabschnitt entstand in Form einer 4- und 5-geschossigen Straßenrandbebauung vor allem in den Randzonen entlang der Bahnanlagen, der Kasernen an der General-Pape-Straße und des Tempelhofer Damms. Ungenutzt verbliebene Bauflächen im Norden und Südwesten wurden erst in den 1950er Jahren bebaut, überwiegend in offener Zeilenbauweise. Der östlich des heutigen Tempelhofer Damms gelegene Teil des Tempelhofer Feldes verblieb in staatlichem Besitz und diente zunächst der Erprobung von Luftschiffen sowie spektakulären öffentlichen Flugvorführungen, die große Menschenmengen anzogen und begeisterten. Flughafen Tempelhof Mit dem Aufkommen eines regelmäßigen zivilen Flugverkehrs nach dem Ersten Weltkrieg ergab sich der Bedarf an einem modernen innenstadtnahen Flughafen. Hierfür wurde ab 1922 der östlich des Tempelhofer Damms gelegene Teil des von der Reichswehr nicht mehr beanspruchten ehemaligen Truppenübungsplatzes eingeebnet und als Rollfeld befestigt. Nicht für den Flugbetrieb genutzte Flächen am östlichen und nordwestlichen Rand des Feldes wurden als Volks- und Sportpark genutzt. Am 8. Oktober 1923 nahm der „Flughafen Berlin“ seinen Betrieb auf. In den Folgejahren bis 1929 entstanden mit dem raschen Anwachsen des Flugverkehrs am nördlichen Rand des Rollfeldes Hangars, Werkstätten sowie ein zentrales Empfangs- und Abfertigungsgebäude (Architekten: Paul und Klaus Engler) mit einem betonierten Vorfeld. Die Bauten blieben bis zu ihrer Zerstörung gegen Ende des Zweiten Weltkriegs in Betrieb, ihre Trümmer wurden in den 1950er Jahren abgeräumt. Im Hinblick auf den weiterhin anwachsenden Flugverkehr plante ab 1934 der Architekt Ernst Sagebiel im Auftrage des Reichsluftfahrtministeriums einen wesentlich größeren Flughafen. Durch einen monumentalen „Weltflughafen“ sollte der Machtanspruch des von den Nationalsozialisten regierten Deutschen Reichs demonstriert, Tempelhof zum europäischen Luftkreuz ausgebaut werden. Der Rohbau war bis 1937 fertiggestellt. Die zunächst für 1938, dann für 1939 vorgesehene Inbetriebnahme konnte wegen der Kriegsvorbereitungen nicht erfolgen. Der Ausbau wurde nach der kriegsbedingten Einstellung der Arbeiten im Jahre 1941 in weiten Teilen, dazu gehörte die Abfertigungshalle, erst nach 1945 vollendet. Als eines der ersten großen Bauvorhaben des NS-Staates sollte die Flughafenanlage in Größenordnung und architektonischer Inszenierung suggestiver Ausdruck des neuen politischen Systems sein.

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Abb. 06. Das Empfangs- und Abfertigungsgebäude des alten „Flughafens Berlin“ um 1930.

An der Nordwestecke des Geländes umfassen mehrere Verwaltungsgebäude halbkreisförmig einen Platzraum, zu dem sich der ehrenhofartige Vorplatz des zentralen Abfertigungsgebäudes öffnet. An dieses schließt axial ausgerichtet ein raumgreifendes, 1.230 m langes, außen durch Treppentürme gegliedertes Bogensegment mit einem 380 m mal 49 m tiefen Flugsteig und sieben gleich tiefen seitlichen Hangars an. Flugsteig und Hangars sind stützenlos überdacht durch eine weit auskragende Stahlkonstruktion, die zusammen mit den Rolltoren der Hangars flugfeldseitig die architektonische Erscheinung bestimmt. Die zur Stadt ausgerichteten Gebäudeteile sind dagegen trotz moderner Stahlbetonskelettbauweise und vom technischen Betriebsablauf abgeleiteter Grundrisse im Stil eines vereinfachten Klassizismus und in erster Linie auf monumentale Wirkung abzielend gestaltet.

Abb. 07. Flughafen Tempelhof. Luftaufnahme vom 22. April 1968.

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Das Flugfeld mit einem umlaufenden betonierten Rollweg erstreckt sich jetzt ellipsenförmig nach Süden bis an den S-Bahnring. Im Verlauf des Zweiten Weltkriegs reduzierte sich der zivile Luftverkehr erheblich. Die Flughafenanlagen einschließlich der alten und bereits fertiggestellten neuen Bauten wurden hauptsächlich militärisch genutzt, u.a. für die Produktion und Reparatur von Kampfflugzeugen. Anders als die total zerstörten Flughafenbauten aus den 1920er Jahren wurden die neuen Gebäudeteile durch Bombardierung und Kampfhandlungen nur unwesentlich beschädigt. 1945 wurde der Flughafen von der US Air Force übernommen - Tempelhof lag im amerikanischen Sektor – und schrittweise instandgesetzt und ausgebaut. Während der Blockade West-Berlins durch die sowjetische Besatzungsmacht vom 24. Juni 1948 bis zum 12. Mai 1949 war Tempelhof der Hauptumschlagplatz der von den Westalliierten zur Versorgung der Bevölkerung eingerichteten Luftbrücke. Über mehrere Monate startete und landete auf den in kürzester Zeit neu gebauten Rollbahnen rund um die Uhr alle zwei Minuten eine Transportmaschine. Insgesamt wurden in 277.728 Flügen über zwei Millionen Tonnen Güter nach West-Berlin eingeflogen. Kurz nach Ende der Berlin-Blockade erhielt zur Erinnerung an dieses Unternehmen der Vorplatz des Flughafens den Namen „Platz der Luftbrücke“, am 10. Juli 1951 wurde dort das „Denkmal für die Opfer der Luftbrücke“ eingeweiht. Das populäre politische Denkmal gilt als Symbol für das Einstehen der Westmächte für die Freiheit West-Berlins. Der Flughafen wurde 1950 wieder für den zivilen Flugverkehr freigegeben.

Abb. 08. Luftbrücke 1948 - 1949. Ein „Rosinenbomber“ im Anflug auf Tempelhof.

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Abb. 09. Passagierflugzeug der PanAm unter dem auskragenden Dach des Flugsteigs.

Als einzige ungehinderte Verbindung zwischen West-Berlin und der Bundesrepublik sowie aufgrund des allgemeinen Anstiegs des Fernreiseverkehrs stieß der Flughafen bereits in den 1960er Jahren an seine Kapazitätsgrenzen. Nach dem Ausbau des Flughafens Tegel zum internationalen Flughafen wurde Tempelhof 1975 für den zivilen Luftverkehr zunächst geschlossen, blieb jedoch weiterhin als Militärflughafen der U.S. Air Force, die hier bis 1993 stationiert war, in Betrieb. Ab 1985 bis zur endgültigen Schließung des Flughafens am 31. Oktober 2008 war Tempelhof wieder für den zivilen Luftverkehr geöffnet, hauptsächlich für den Geschäftsreiseverkehr sowie für innerdeutsche Verbindungen. Tempelhofer Freiheit Seit dem 1. November 2008 ist die luftverkehrliche Zweckbestimmung des Tempelhofer Flughafens aufgehoben. Areal und Gebäude sind damit planungsrechtlich kein Flughafen mehr und stehen für neue Nutzungen zur Verfügung. Das Land Berlin ist seit September 2009 alleiniger Eigentümer. Vertreten wird das Land durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt. Mit der Gesamtentwicklung und dem Managements des im März 2008 vorgestellten städtebaulichen Projekts „Tempelhofer Freiheit“ sind die landeseigene Tempelhof Projekt GmbH und die ebenfalls landeseigene Grün Berlin GmbH beauftragt. Das ehemalige Flughafengebäude wird zurzeit für öffentliche und private Veranstaltungen, Messen, Kongresse etc. genutzt, Teilbereiche sind zur dauerhaften Büronutzung vermietet. Derzeit wird geprüft, ob das Alliiertenmuseum zukünftig im Hangar 7 am südlichen Ende des Flughafengebäudes untergebracht werden kann. Seit Mai 2010 ist das ehemalige Flugfeld für die Öffentlichkeit zugänglich. Das Betreten des derzeit vollständig eingefriedeten Geländes ist tagsüber über zehn Eingänge möglich, die am Tempelhofer Damm, am Colum-

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biadamm und an der Oderstraße liegen. Drei Felder nahe der Haupteingänge sind zur Zwischennutzung für sogenannte Pionierprojekte ausgewiesen. (siehe 2.4 Parklandschaft Tempelhof, Pionierprojekte). Informationspfad zur Geschichte des Tempelhofer Feldes Die Geschichte des ehemaligen Flughafenareals mit ihren vielfältigen Aspekten spielt bei der Entwicklung des Standorts eine wichtige Rolle. Schrittweise wird deshalb ein Gedenkpfad entstehen, der die unterschiedlichen Epochen von der Rodung durch den Templerorden bis zur zivilen Luftfahrt im geteilten Berlin thematisiert. Die Zeit zwischen 1933 und 1945, in der Tempelhof ein Ort der Unfreiheit war, wird besondere Berücksichtigung finden. Im Juli 2012 wurden am Columbiadamm gegenüber der Einmündung der Golßener Straße die ersten Informationstafeln aufgestellt. Ganz bewusst beinhalten die ersten Stationen des Gedenkpfades das Thema „KZ Columbia-Haus“ und das benachbarte Zwangsarbeiterlager, die beide oberirdisch restlos verschwunden sind. Im Folgenden werden die Texte der Informationstafeln auszugsweise wiedergegeben (Konzept, Text, Redaktion: Berliner Forum für Geschichte und Gegenwart e.V., Stefanie Endlich, Monica Geyler-von Bernus, Beate Rossié): „Columbia-Haus - Militär-Arrestanstalt, Gestapo-Gefängnis und Konzentrationslager An dieser Stelle stand bis zum Jahr 1938 das Columbia-Haus. 1896 als Militär-Arrestanstalt erbaut, war es ursprünglich Teil des gegenüberliegenden Kasernenkomplexes. Bis zu seiner Schließung Ende der 1920er Jahre diente es als Gefängnis. In den frühen Jahren der nationalsozialistischen Herrschaft war das Columbia-Haus eine der schlimmsten Folterstätten und das einzige offizielle KZ der SS auf Berliner Stadtgebiet. Im Sommer 1933, zur Zeit der großen Verhaftungswellen, nahm die Geheime Staatspolizei (Gestapo) den leer stehenden Gebäudekomplex als Gefängnis wieder in Betrieb. Hier waren vor allem politische Gegner des NS-Regimes untergebracht, die im Hausgefängnis der Gestapo-Zentrale in der Prinz-Albrecht-Straße 8 keinen Platz fanden oder Haftverschärfung erhalten sollten. Täglich verkehrten Transporte zwischen dem ColumbiaHaus und der Gestapo-Zentrale, in der die Häftlinge verhört wurden. Die meisten frühen »Schutzhaft«-Lager und Gefängnisse waren von SAMannschaften eingerichtet und schon nach wenigen Wochen oder Monaten wieder aufgelöst worden. Das Columbia-Haus hingegen wurde nach einem Jahr als Gestapo-Gefängnis mit SS-Bewachung 1934 der neu eingerichteten »Inspektion der Konzentrationslager« unterstellt. Diese zentrale Dienststelle war zuständig für das nun auf Dauer angelegte, »moderne« KZ-System nach Vorstellungen des »Reichsführer SS« Himmler, mit einem bis ins Detail normierten System der Gewalt. Das »Konzentrationslager Columbia« bestand bis November 1936. Im Zuge des Flughafen-Neubaus wurde das Gebäude 1938 abgerissen.

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Zwangsarbeiterlager Rüstungsproduktion, Luftwaffenstützpunkt, Zwangsarbeiterlager Hier auf diesem Gelände erstreckte sich vom Flughafengebäude bis zum Friedhof Columbiadamm in den Jahren des Zweiten Weltkriegs ein großes Zwangsarbeiterlager. Weitere Baracken befanden sich am Tempelhofer Damm und möglicherweise auch am Südrand des Flugfeldes. Die Geschichte der Lagerkomplexe ist noch nicht hinreichend erforscht; die Bodenspuren werden erst demnächst genauer untersucht. Gesichert ist, dass die Lager vor allem zu den Produktions- und Werkstätten gehörten, die Reichsluftfahrtminister Göring für die »Weser« Flugzeugbau GmbH einrichten ließ. Vier der Baracken wurden vom Reparatur und Montagebetrieb der Deutschen Lufthansa genutzt. Die gesamte, bei Kriegsbeginn 1939 fast fertig gestellte Flughafen-Anlage diente als Fliegerhorst. Im Empfangs- und Abfertigungsgebäude und in den Neubauten am Rundplatz waren die Bauleitung der Luftwaffe und Dienststellen des Reichsluftfahrtministeriums untergebracht. Im Flugsteig und in den riesigen Hallen wurden Kriegsflugzeuge repariert, das Sturzkampf-Flugzeug JU 87 (»Stuka«) produziert und Funkabwehrgeräte montiert. Während die deutschen Männer an der Front waren, wurde die Kriegswirtschaft durch Zwangsarbeit aufrechterhalten. Allein in Berlin gab es weit mehr als tausend Zwangsarbeiterlager. Auf dem Flughafen Tempelhof waren Arbeiterinnen und Arbeiter aus den besetzten Ländern eingesetzt. Anfangs wurden sie angeworben, später meist hierher verschleppt. Sie kamen vor allem aus Polen, aus der ehemaligen Tschechoslowakei und seit 1942 aus der Sowjetunion; unter ihnen waren viele Kriegsgefangene. 1940 bis 1942 mussten auch zwangsverpflichtete Berliner Juden bis zu ihrer Deportation hier arbeiten. Mehrere Bombenangriffe zerstörten die Baracken; das neue Flughafengebäude hingegen blieb weitgehend intakt. Erst wenige Tage vor Kriegsende wurde die Rüstungsproduktion eingestellt.“ An der Ecke Columbiadamm / Golßener Straße gegenüber dem tatsächlichen Standort erinnert seit Dezember 1994 ein Mahnmal an das Konzentrationslager Columbia-Haus. Das vom Bildhauer Georg Seibert konzipierte stählerne Mahnmal bildet ein Haus mit Gefängniszellen nach. Da das Flughafenareal abgesperrt war, musste es an dieser Stelle errichtet werden. Archäologische Grabungen auf dem Tempelhofer Feld Zur Aufnahme und ggf. Sicherung von historischen Bodenbefunden werden derzeit vom Institut für Vorderasiatische Archäologie der Freien Universität Berlin in Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, dem Landesdenkmalamt, der Grün Berlin GmbH und der Tempelhof Projekt GmbH archäologische Sondierungen durchgeführt. Die Grabungen einschließlich wissenschaftlich-methodischer Analyse der Befunde und Funde bieten die Chance, archäologisch-materielle Quellen auch für die Geschichtsschreibung des 20. Jahrhunderts zu nutzen. Bei guten Erhaltungsbedingungen erlaubt archäologisches Quellenmaterial einen tieferen Einblick in Alltagshandlungen und damit in einen Bereich,

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der weder in historischen Dokumenten noch in persönlichen Erinnerungen umfänglich dokumentiert ist. Das Projekt steht in Zusammenhang mit dem Thema „Zerstörte Vielfalt“, welches das Land Berlin für das Jahr 2013 in Erinnerung an 80 Jahre seit der Nazi-Machtübernahme und 75 Jahre seit der Pogromnacht ausrief. Dem Vergessen soll durch das Projekt aktiv entgegengewirkt werden. Das Projekt umfasst drei Hauptbereiche: den alten Flughafen aus den 1920er Jahren, die Standorte der Zwangsarbeiterlager und das Columbia-Haus.

2.3	

Planungsgeschichte Tempelhofer Feld

Rahmengutachten „Nachnutzungen“ (1994) Im Jahre 1994 wurde von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz für die Nachnutzung des Flughafens Tempelhof ein erstes Gutachten beauftragt, das die wesentlichen Rahmenbedingungen der weiteren Planung definieren sollte.

Abb. 10. Städtebaulicher Entwurf 1994. Gutachter: Architekten Hentrich-Petschnigg & Partner (HPP), Landschaftsarchitekten Seebauer, Wefers und Partner.

Der als Bestandteil des Gutachtens vorgelegte städtebauliche Entwurf sah eine die Gebäudefigur des Flughafenbaus aufnehmende ellipsenförmige Randbebauung des Geländes vor. Die unbebaut bleibende zentrale Fläche war als „Volkspark“ für die angrenzenden, dicht bebauten, mit Freiflächen unterversorgten Wohnquartiere Kreuzbergs, Neuköllns und Tempelhofs geplant. Damit sollten auch die unbestrittenen positiven klimatischen Auswirkungen des riesigen innerstädtischen Freiraums gewahrt bleiben.

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Konzeptwerkstatt (1995) Der städtebauliche Entwurf wurde 1995 im Rahmen einer international besetzten Konzeptwerkstatt als formal und atmosphärisch zu dominante „Herrschaftsgeste“ kritisiert. Die Experten forderten angesichts der gesamtstädtischen Bedeutung des Projekts grundsätzlich einen offenen Entwicklungsprozess über einen langen Zeitraum. Zukunftswerkstatt Tempelhof (1998) 1998 wurden in der „Zukunftswerkstatt Tempelhof 2020“ die Planungsziele weiter konkretisiert. Der 1999 auf dieser Grundlage entwickelte Masterplan sah ebenfalls einen zentralen Freiraum („Wiesenmeer“) vor, der durch unterschiedliche städtebauliche Formationen („Stadtmodule“) gefasst wurde. Ein den Freiraum umfassender „Ringboulevard“ zeichnet das bisherige Flugfeld nach, die Start- und Landebahnen werden als strukturierende Elemente genutzt. Die „Stadtmodule“ werden thematisch besetzt: der denkmalgeschützte Gebäudekomplex des Flughafens mit künftigen Nutzungen in den Bereichen Freizeit, Technologieentwicklung und Wissensvermittlung; ein „Themenpark Fliegen“ mit zum Tempelhofer Damm hin vorgelagerten Solitären für Büronutzungen sowie kommerzielle Unterhaltungs- und Erlebnispavillons; standortverträgliche gewerbliche Nutzungen entlang der Stadtautobahn; ein Sportpark im Südosten, der die bestehenden Sportanlagen integriert; zwei urbane Wohnquartiere westlich der Schillerpromenade (Neukölln) bzw. am Columbiadamm.

Abb. 11. Masterplan 1998. Landschaftsarchitekten Dieter Kienast, Günther Vogt und Architekt Bernd Albers.

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Fachkonferenzen (2004 bis 2008) Die bevorstehende Beendigung des Flugbetriebes führte in den Jahren 2004 bis 2008 zu weiteren Standort- und Expertenkonferenzen, deren Auftrag vor allem in der weiteren Suche und Qualifizierung von Nutzungsideen für das Tempelhofer Flugfeld bestand. Eine Machbarkeitsstudie vom Dezember 2007 sollte die ermittelten Potenziale dagegen vor allem im Hinblick auf ihre Eignung für eine Freizeitund Erholungsnutzung auf dem Gelände des Flughafens vor dem Hintergrund der Öffnung des Flugfeldes im Frühjahr 2010 bewerten. Mit dem Informationsblatt „Zukunft Tempelhofer Feld“ hat die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung im Frühjahr 2008 den aktuellen Planungsstand zusammengefasst und der Öffentlichkeit präsentiert. Geplant waren demzufolge fünf Bausteine für das Tempelhofer Feld: Neben der Parklandschaft Tempelhof sind dies zwei von Mischnutzungen geprägte Quartiere im Westen und Süden des Flughafenareals (Dienstleistungen und Wohnen am Tempelhofer Damm, Gewerbe im Süden) und zwei eher dem Wohnen dienenden Quartiere im Norden und Osten. In den Jahren 2007 und 2008 wurden die Aktivitäten für die inhaltliche und organisatorische Vorbereitung der Nachnutzung des Flughafens Tempelhof von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung weiter verstärkt. In diesem Rahmen hat die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung unter dem Titel „Tempelhofer Freiheit“ einen Planungsprozess eingeleitet, bei dem Ziele und Wege der Entwicklung auf breiter Basis öffentlich diskutiert und bestimmt werden. Ideenwerkstatt Tempelhof (2007) Auf der Grundlage des Masterplans von Kienast / Vogt und Albers bzw. der von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung überarbeiteten Version fand 2007 die erste Bürgerbeteiligung zur Zukunft Tempelhofs statt. Interessierte Berliner konnten ihre Meinung zur Nachnutzung des Areals äußern und über den aktuellen Stand der Planung diskutieren. Zwischen Mai und Juli 2007 wurde die 1. Phase des Online-Dialogs durchgeführt. Die zentrale Frage lautete: „Was braucht Berlin an diesem Ort?“ Ganz oben auf der Liste der Nachnutzungsideen stand die Grünfläche. An zweiter Stelle landeten die Befürworter einer weiteren Flugnutzung - der Flughafen Tempelhof war zu dieser Zeit noch in Betrieb und seine Schließung, über die bereits 1996 im sogenannten Konsensbeschluss zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den Ländern Berlin und Brandenburg entschieden worden war, war politisch umstritten. Sport, Freizeit und Bildung waren weitere Themenschwerpunkte der Nachnutzung. In der zweiten Phase des Online-Dialogs zwischen Oktober und November 2007 fand eine moderierte Diskussion der Ideen statt. Aus dem großen Ideenpool sind vier Themenbereiche entstanden, die auch heute noch Bestandteile der Planung sind: Tempelhof als Grün- und Freifläche, Sport und Bewegung, Kreativwirtschaft sowie Wohnen. Im Ergebnis dieser Planungsphase wurde die Grundidee des Masterplans von 1999 bestätigt und ein Änderungsverfahren des Flächennutzungsplanes eingeleitet. Es wurden die Grundlagen für eine prozesshafte

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Entwicklung gelegt und die Chancen erkannt, das kreative Potenzial der Stadt zu nutzen und Pioniernutzungen aktiv in die Entwicklung des Areals einzubeziehen. Dynamischer Masterplan Der dynamische Masterplan ist ein offenes und flexibles Planungsinstrument, das Aktivierungsstrategien durch Pioniernutzungen, Freiraumimpulse und kulturelle Initiativen mit etablierten städtebaulichen und landschaftsplanerischen Entwicklungskonzepten verknüpft. Er war exemplarisch in mehrere Zeithorizonte (2009, 2010, 2017 und 2030) gegliedert und beschreibt so sukzessiv die Entwicklung des Gebietes. Kriterien der Vermarktung und Aktivierung sowie die Ergebnisse von Wettbewerben, die Analyse der Bestandsgebäude oder sektorale Fachplanungen fließen in den dynamischen Masterplan ein, der regelmäßig fortgeschrieben werden soll.

Abb. 12. Planungsinstrument „Dynamischer Masterplan“.

Planungsverfahren Parklandschaft (2009 bis 2011) Für die Konzeption und Gestaltung des zentralen Freiraums, der „Parklandschaft Tempelhof“, wurde ein mehrstufiges Planungsverfahren durchgeführt. Von Beginn an wurden die Bürgerinnen und Bürger in die Planung einbezogen. In einem offenen internationalen landschaftsplanerischen Wettbewerb wurden im Dezember 2010 aus 78 eingereichten Arbeiten 6 Wettbewerbsentwürfe ausgewählt und öffentlich präsentiert. Das anschließende Verhandlungsverfahren mit den 6 Büros führte im April 2011 zur Entscheidung für den Entwurf des Teams GROSS.MAX. Landschaftsarchitekten und Sutherland Hussey Architekten. Weitere Informationen zum Planungsprozess und zum Ergebnis siehe 2.4 Parklandschaft Tempelhof. Internationale Bauausstellung Berlin 2020 Bereits Anfang 2008 schlug Senatsbaudirektorin Regula Lüscher vor, die Entwicklung des Tempelhofer Feldes durch eine Internationale Bauaus-

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stellung zu qualifizieren. Im Verlaufe des Diskussionsprozesses über die thematische Ausrichtung der IBA Berlin 2020, die sich mit der Entwicklung europäischer Metropolen des 21. Jahrhunderts auseinandersetzen soll, muss jedoch weit über den Kristallisationspunkt Tempelhofer Feld hinausgegangen und müssen Orte im gesamten Stadtgebiet einbezogen werden. Gleichwohl wird das Tempelhofer Feld ein wichtiger Ort im Rahmen der IBA Berlin 2020. Hierzu gehört das östliche Baufeld an der Oderstraße mit dem Schwerpunkt Wohnen wie auch das vorgesehene Quartier nördlich der zukünftigen Zentral- und Landesbibliothek. So ist vorgesehen, auf der Grundlage und nach der Entscheidung für einen Entwurf für die ZLB mit der Realisierung eines „Bildungsquartiers“ die Funktion der Zentralund Landesbibliothek zu unterstreichen und durch eine bildungsaffine Mischung von Wohnen und Arbeiten zugleich Impulse für den Standort insgesamt zu setzen. Darüber hinaus wird es am Tempelhofer Damm um die Stärkung der Verbindung von Innenstadt und dem Stadtraum jenseits des S-Bahn-Ringes sowie um die Schaffung eines städtebaulich überzeugenden Übergangs zum Parkgelände gehen. Weitere Informationen zur IBA Berlin 2020 auf der Webseite der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt: http://www.stadtentwicklung.berlin.de/staedtebau/baukultur/iba/index. shtml Städtebaulich-landschaftsplanerischer Ideenwettbewerb Columbiaquartier (2008 bis 2009) Ende 2008 wurden im Rahmen eines zweistufigen Wettbewerbs Ideen für eine Wohnnutzung am Columbiadamm gesucht: Für das Columbiaquartier sollten ressourceneffiziente, ökologische Konzepte und Angebote zu innovativen Wohnformen entwickelt werden. Die Entwürfe sollten außerdem gewährleisten, dass die stadtklimatische Ausgleichsfunktion des Tempelhofer Feldes nicht beeinträchtigt wird. Neben den genannten Anforderungen stand die Vernetzung des Columbiaquartiers mit den nördlich angrenzenden Stadtquartieren und Landschaftsräumen, insbesondere dem Bergmannkiez, dem Südstern und der Hasenheide im Vordergrund. Wettbewerbsergebnis waren drei gleichrangige Preise, deren Ansätze als weiter verfolgenswert angesehen wurden. Das Wettbewerbsergebnis wurde öffentlich kontrovers diskutiert. Nach aktuellem Planungsstand ist eine Entwicklung des Columbiaquartiers erst nach 2025 zu erwarten. Leitbildentwicklung durch Tempelhof Projekt (2009) Im Juni 2009 beauftragte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung die Adlershof Projekt GmbH als Dienstleister mit der Entwicklung eines Leitbildes und der Weiterentwicklung des städtebaulichen Konzeptes auch unter ökonomischen Gesichtspunkten. Damals wurde das Geschäftsfeld Tempelhof Projekt gegründet, aus dem Anfang 2011 der heutige Entwicklungsträger für das Tempelhofer Feld, die Tempelhof Projekt GmbH, hervorgegangen ist. Das Leitbild als Rahmen der prozessualen Entwicklung wurde im engen Dialog mit relevanten gesellschaftlichen Akteuren, politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsträgern und den Anwohnern der Nachbarschaften sowie den Bürgern ganz Berlins ausgearbeitet. Es verbindet die

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globalen Zukunftsthemen Bildung, Integration, ressourcenschonendes Wirtschaften, Gesundheit und Innovation mit den lokalen Bedürfnissen der Stadt Berlin. Tempelhof Projekt hat sechs Leitbildthemen formuliert, die Grundlage der weiteren Planung sind: Bühne des Neuen - Saubere Zukunfstechnologien - Wissen und Lernen - Sport und Gesundheit - Dialog der Religionen - Integration der Quartiere. Weitere Informationen dazu auf der Webseite von Tempelhofer Freiheit: http://www.tempelhoferfreiheit.de/ueber-die-tempelhofer-freiheit/leitbild/ Städtebauliche Qualifizierung THF (2011 bis 2012) Ende 2011 wurde die Arbeitsgemeinschaft von ASTOC Architects & Planners zusammen mit UrbanPlan (Immobilienwirtschaftliche Beratung) und ARGUS (Verkehrsplanung) in Zusammenarbeit mit den Landschaftsarchitekten von GROSS.MAX., Gewinner des Wettbewerbs „Parklandschaft“, mit der städtebaulichen Qualifizierung des Gesamtentwicklungskonzeptes beauftragt. Nach einem intensiven, neun-monatigen Abstimmungsprozess sind die wesentlichen Grundlagen für weitere, vertiefende Verfahrensschritte erarbeitet worden. Mit dem Masterplan „Tempelhofer Freiheit“ wurde eine mit den Fachverwaltungen abgestimmte Grundlage erarbeitet, welche die strategische Basis für die zukünftige Entwicklung der Quartiere darstellt. Beteiligt waren unter anderem die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, die Grün Berlin GmbH, Vertreter der Bezirke Tempelhof-Schöneberg, Kreuzberg-Friedrichshain und Neukölln sowie ein nationales Expertengremium aus den Fachrichtungen Architektur und Städtebau, Ökologie und Freiraum und Immobilienwirtschaft. Mit dem vorliegenden „Rahmenplan / Masterplan Tempelhofer Freiheit“ und dem begleitenden Planwerk sollen die Standards für den weiteren Planungsprozess gesetzt und das Qualitätsniveau definiert werden. Dabei soll aber nicht nur die derzeitige Beschlusslage dargestellt, sondern auch diskutierte Entwurfsvarianten, planerische Hintergründe und Restriktionen festgehalten werden. Die politische Abstimmung im Senat und Abgeordnetenhaus findet zur Zeit statt. Weitere Informationen siehe 2.5 Städtebauliche Qualifizierung THF / Masterplan.

2.4	

Parklandschaft Tempelhof

Prozessorientierte Stadtentwicklung Die neue Parklandschaft Tempelhof wird als Freiraum berlinweit von Bedeutung sein und weit über die Stadt hinaus wirken. In allen Phasen der Entwicklung soll die Parklandschaft attraktive Angebote aufweisen, die unabhängig von der Fertigstellung der gesamten Fläche genutzt werden können. Somit galt es für alle Planungsbeteiligten, die Parklandschaft in prozessualen Entwicklungsschritten zu denken. Der Begriff „Parklandschaft“ wurde bewusst gewählt, um zu betonen, dass

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hier kein herkömmlicher Park, sondern ein ganz besonderer Raum, der Parkelemente und Landschaftserleben kombiniert, entstehen soll. Hierzu gehört die Sichtbarkeit des Horizonts, die hier wie sonst nirgends in einer Innenstadt gegeben ist. Eine Herausforderung ist es, diese Weite zu strukturieren, ohne sie aufzuheben. Bürgerbeteiligung und Verfahren Aufgrund der Bedeutung des Geländes für ganz Berlin im Allgemeinen und den Einzugsbereichs des Tempelhofer Feldes, der erheblich unterversorgt ist mit Grünanlagen, im Besonderen, fand im Vorfelde des Verfahrens wie auch zwischen den Verfahrensstufen eine umfangreiche Bürgerbeteiligung statt. Dafür wurden verschiedene Formate gewählt, um so viele Bürger und Bürgerinnen wie möglich zu erreichen. Siehe dazu auch die digitale Anlage 4_1_07_Informationen_Parklandschaft_THF. Die Ideen und Wünsche, die während der gesamten vorgeschalteten Bürgerbeteiligung ermittelt wurden, bildeten eine der Grundlagen der Wettbewerbsauslobung. Trotz unterschiedlicher Positionen zwischen Kritik an der Schließung, Vorfreude und Neugier auf die Parklandschaft oder Ablehnung einzelner geplanter Nachnutzungen reagierten besonders die Anwohner der umliegenden Quartiere auf die vorgestellten Planungen und Ideen sehr sensibel und begrüßten eine stärkere Einbindung der Bürgerinnen und Bürger in den weiteren Planungsverlauf. Offener landschaftsplanerischer Wettbewerb Anfang März 2010 wurde ein offener landschaftsplanerischer Ideen- und Realisierungswettbewerb mit nachfolgendem Verhandlungsverfahren ausgelobt, an dem Landschaftsarchitekten in Zusammenarbeit mit Architekten und Stadtplanern weltweit teilnehmen konnten. 78 Arbeiten wurden abgegeben, davon gut 40% aus dem Ausland. Mitte Juni wurden vom Preisgericht sechs Projektteams einstimmig ausgewählt, um in weiteren Schritten ihre Entwürfe zu konkretisieren. Bürgerdialog vor dem Verhandlungsverfahren Im August 2010 lud die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ein, sich über die ausgewählten Entwürfe zu informieren und sich weiter am Dialog zur Gestaltung der Parklandschaft zu beteiligen. Im Bauteil A2 des Flughafengebäudes konnten sich die Besucher direkt mit Vertretern der sechs Teams über die Entwürfe austauschen. Das förderte auf beiden Seiten das Verständnis für die jeweiligen Interessen. Die hohe Anzahl von 2.400 Besuchern zeigte das große Interesse von Seiten der Bürgerinnen und Bürger an der Mitgestaltung der „Parklandschaft Tempelhof“. Die Ergebnisse wurden protokolliert und den jeweiligen Teams mit auf den Weg gegeben. Verhandlungsverfahren Nach Vertiefung der Aufgabenstellung und Auswertung des Bürgerdialogs überarbeiteten ab Anfang September in dem anschließenden Verhandlungsverfahren alle sechs Teams im Dialog mit einem Beratungsgremium ihre Entwürfe. Abschließend sprach das Beratungsgremium im März 2011 eine einstimmige Empfehlung zur weiteren Beauftragung des Teams GROSS.MAX. und Sutherland Hussey, Edinburgh, aus.

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Im April 2011 wurde dann das Siegerkonzept von Eelco Hooftmann und Daniel Reiser aus dem Büro GROSS.MAX. den interessierten Anwohnern präsentiert. Die intensive Begleitung und Steuerung des Entwurfsprozesses in der zweiten Phase, nach dem Dialog mit der Bürgerschaft, durch das Preisgericht aus prominenten Fachleuten, Politik und Verwaltung erschien angesichts der Komplexität der Aufgabenstellung und der vielen, teilweise auch etwas widersprüchlichen Anforderungen an die Parklandschaft erforderlich. Das lange und sehr dialogorientierte Verfahren zur Parklandschaft Tempelhof hat sich bewährt. So konnte ein einvernehmliches Ergebnis erzielt werden, das gestalterische Prägnanz mit der Wahrung des ortsspezifischen Charakters verbindet, funktionale und ökologische Belange integriert sowie vielfältige Angebote für aktive und passive Nutzungen schafft. Dabei wird eine klare Grundstruktur geschaffen, die den vielen zu erwartenden Änderungen standhalten kann, weil sie gleichzeitig flexibel genug ist, um auf neue Entwicklungen reagieren zu können. Das Ergebnis Leitidee Die herausragende Qualität des Entwurfskonzepts von GROSS.MAX. liegt nach Auffassung der Wettbewerbsjury in der sehr klaren Leitidee, die sich aus einer intensiven Auseinandersetzung mit der städtebaulichen Figur und Maßstäblichkeit des Flughafengebäudes und des weitläufigen Geländes entwickelt hat. Es eröffnet sich dadurch die Chance, den Ort ganz neu zu interpretieren, ihm eine neue, starke Identität von überregionaler Ausstrahlungskraft zu geben und die Monumentalität des Flughafengebäudes zu relativieren, ihm aber dennoch gerecht zu werden. Dem Enturf gelingt es, durch Verwendung von Kreis und Oval, mit großer Leichtigkeit und wie selbstverständlich das Flughafengebäude und die ehemaligen Landebahnen in die Parklandschaft zu integrieren. Damit wird das Areal von der Last des Gebäudes, räumlich und historisch, befreit. Der Entwurf geht sehr spezifisch auf den Ort ein, er greift die Einmaligkeit des Gebietes auf und steigert sie noch. Er ist nur auf dem Tempelhofer Feld denkbar und damit unverwechselbar. Kreis Die Kreisform, die sich aus dem Flughafengebäude ergibt, wird gebildet durch eine kleine Landform, die etwa einen Viertelkreis ausmacht, sowie kreisförmige Wege. Dadurch wird das Gebäude mit leichter Geste in den Park einbezogen, gleichzeitig verankert das Gebäude die Parklandschaft in der bestehenden Stadtstruktur. Die kleine Landform, die den Kreis räumlich definiert, befindet sich an ihrem östlichen Beginn auf Geländehöhe und hält dann dieses Niveau, während das vorhandene Gefälle des Geländes nach Westen weiter sinkt. Sie schiebt sich also aus dem Gelände hinaus. Szenographisch werden durch die sich verringernde Höhe Blicke aus unterschiedlicher Perspektive ermöglicht. Gleichzeitig entsteht ein Gefühl von Umgrenzung. Dabei bleibt der Blick auf das Gebäude aus allen Richtungen gewahrt, wenn man sich in einigem Abstand von der Landform befindet.

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Abb. 13.	 Entwurf Parklandschaft Tempelhof von GROSS.MAX. April 2011.

Oval Das Oval wird gebildet durch die Aufnahme und Neuinterpretation der Taxiways und der vorhandenen Rundwege. Die Dynamik der verbindenden Wege setzt besondere Akzente. Der Ring besteht aus überlappenden ellipsenförmigen Routen, quasi einem Orbit, der um die offene freie Mitte kreist. Durch das Wegegeflecht entsteht eine dynamische Zone mit unterschiedlich großen, halbmondförmigen Teilflächen, in der kleinteiligere Nutzungen ihren Platz finden. In diesen Bereichen können auch kleinmaßstäbliche Räume entstehen, die einen Kontrast zur großen offenen Fläche in der Mitte bilden. Trotz aller Wertschätzung der Weite entsteht auf dem Feld leicht das Gefühl des Ausgesetztseins, so dass Rückzugsräume erforderlich sind. Dies war während der Bürgerbeteiligung ein oft geäußerter Wunsch. Die variationsreiche Erschließung und Wegeführung erlaubt ein Nebeneinander von Nutzungen verschiedener Größe, Art und Geschwindigkeit. Dadurch entstehen Spielräume, die im Zusammenhang mit der Entwicklung der Ränder der Baugebiete und dem Wandel der Interessen immer wieder neu ausgelotet werden können. In der Nähe des Rings sind ovaloide Flächen platziert, die als Räume für besondere Nutzungen gedacht sind, insbesondere für die sogenannten Teilöffentlichkeiten. Dies sind Flächen, die Gruppen für bestimmte Nutzungen zugeteilt werden können, die aber dennoch öffentlich einsehbar und zum Teil auch nutzbar sein sollen. Hierher könnten zum Beispiel diejenigen Pioniere umziehen, die auf Dauer in der Parklandschaft bleiben wollen und sollen.

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Rundweg Der Rhythmus von Parkfugen und Baugebieten am äußeren Rand des Rundwegs erlaubt aus der Parklandschaft heraus Ausblicke in die alten und neuen Nachbarquartiere, von außen Einblicke in die Parklandschaft. So werden alte und neue Stadtgebiete miteinander verknüpft, visuell und tatsächlich. Auch nach innen, in das weite Feld hinein, öffnet und schließt sich das Sichtfeld immer wieder, insbesondere durch die Anordnung der schattenspendenden Baumgruppen. Diese geschickte Inszenierung des Blicks schafft Abwechslung und erhält einen Spannungsbogen aufrecht. So bleibt der Rundweg, ob ganz oder teilweise begangen, immer wieder ein Erlebnis. Erschließungssysteme Zur Verbindung mit der Umgebung dienen die Ost-West-gerichteten Landebahnen und ein neuer Weg in Nord-Süd-Richtung. Die Landebahnen sind die Hauptverbindungen in Ost-West-Richtung. Die nördliche Landebahn wird als zentraler Boulevard gesehen, die südliche mehr als ruhiger, weitgehend leerer Bereich. Die Haupt-Nord-Süd-Verbindung führt von der Lilienthalstraße im Norden zur neu geplanten Brücke über die S-Bahn im Süden und weiter in die südlich liegenden Quartiere Tempelhofs. Diese werden damit nach langer Zeit wieder direkt an das Tempelhofer Feld angebunden. Die Hauptwege werden beleuchtet. Sie werden ergänzt durch untergeordnete Wege, die teilweise auch nur als Rasenwege ausgebildet werden sollen. Am Kreuzungspunkt von nördlicher Landebahn und Nord-SüdWeg ist ein Pavillon vorgesehen, als Ort für Information und Gastronomie. Das Erschließungskonzept beruht auf der Idee von Intensivierung und Polarisation. Intensive Bereiche sind eng verknüpft, extensivere Bereiche, insbesondere die zentralen Wiesenflächen, haben nur eine geringe Dichte an Erschließungswegen. So entstehen lebhafte und ruhigere Bereiche in der Parklandschaft, was dem Naturschutz entgegen kommt. Durch die Parkfugen wird der zentrale Landschaftsraum mit den Quartieren verknüpft, ebenso dienen sie dem Kaltluftabfluss in die Nachbarquartiere. Hervorzuheben ist auch die bis weit in die Stadt reichende Auseinandersetzung bezüglich der städtebaulichen und freiraumplanerischen Vernetzung. Der Entwurf ist sich seiner Verortung in der Gesamtstadt bewusst und vernetzt sich mit den Strukturen der Nachbarschaften. Das Tempelhofer Feld wird „als Spinne im grünen Netz“ gesehen. Mehrere neue Wege werden das Areal mit den benachbarten Grünflächen vernetzen. Wasser Das Wasserbecken mit anschließendem Wasserlauf beginnt am östlichen Rand des Vorfeldes, südlich des Taxiways, und zieht sich dann nach Westen an der Grenze zwischen Vorfeld und Gelände entlang. Es nimmt nach Durchlaufen einer Reinigungsstufe das Regenwasser vom Gebäude und vom Vorfeld auf. Daraus ergibt sich eine selbstverständliche Abgrenzung zwischen Parklandschaft und Vorfeld. Das Wasserbecken hat zum einen eine ökologische Entlastungsfunktion, weil das Wasser gereinigt vor Ort bleibt und so den Landwehrkanal entlastet, für Parkbewässerung genutzt werden kann und durch Verdunstung ein angenehmes Mikroklima erzeugt. Ebenso werden damit Gebühren für Regenwassereinleitung gespart. Gleichzeitig wird aber auch der vielfach geäußerte Wunsch nach Wasserflächen berücksichtigt.

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Weite Das Tempelhofer Feld lebt von der Weite, es entsteht eine Parklandschaft von 360 Grad. In alle Richtungen kann man den Himmel sehen und den Horizont, das Stadtpanorama erleben. Auf den großen Wiesenflächen bleibt die Weite erlebbar, wie immer wieder gefordert. Es wird ein vorsichtiger Umgang mit der biologischen Vielfalt dargestellt; u.a. werden die vorhandenen Bäume am „Alten Hafen“ erhalten und ergänzt. Die zentrale Wiesenlandschaft ist ein bewegliches Bild aus Blumen und Gräsern, in der wenige vorhandene umgenutzte Gebäude sowie der Felsen platziert sind. Mit dem Felsen wird eine neue Landmarke gesetzt, zugleich ein Höhenakzent und ein Kletterfelsen. Der Fels steht in Beziehung zum Monument im Viktoriapark und zum Radarturm. Durch seine exzentrische Position im Osten des Feldes schafft der Felsen ein Gegengewicht zu den anderen beiden Höhenbetonungen. Er stellt einen „Fremdkörper“ dar, der zur provokativen Landmarke, zum neuen Kennzeichen werden kann. Auf dem künstlichen Felsen kann sich Vegetation ungehindert von menschlicher Einmischung entwickeln, er kann aber auch außen und innen zum Klettern genutzt werden. So kommt zur ästhetisch-räumlichen Funktion auch eine ganz praktische Ebene der Nutzung hinzu. Vegetation, Geschichte In der Arbeit wird ein vorsichtiger Umgang mit der biologischen Vielfalt und den historischen Spuren gepflegt; u.a. werden die vorhandenen Strukturen am „Alten Hafen“ erhalten und durch weitere Baumpflanzungen ergänzt. Ansonsten werden Bäume und Baumgruppen nur an den Rändern der Parklandschaft angeordnet, so dass die Wiesenflächen, das sogenannte Wiesenmeer, ihren Charakter und ihre Wertigkeit für den Naturschutz behalten. Zurzeit werden die Relikte des ersten Flughafens archäologisch erforscht. Danach wird geprüft, wie die gewonnenen Erkenntnisse in das Konzept gestalterisch einfließen können. Auch sonst werden geschichtliche Spuren, ob große wie die Landebahnen oder kleine, in das Konzept integriert. Insgesamt entsteht eine klare differenzierte räumliche Anordnung, was eine große Chance für den Naturschutz ist. Auch die Vorstellung der Naturaktivierung zur Verbesserung der Biodiversität öffnet neue Wege im Umgang mit Natur. Durch bewusste Interventionen ergibt sich ein neues – aus Naturschutzsicht interessantes - Potential für viele Flächen, z.B. zur Darstellung attraktiver, anspruchsvoller, naturnaher Vegetation. Trotz der im Vergleich zu anderen Grünflächen in Berlin und erst recht zu Parkanlagen in anderen Städten sehr begrenzten Finanzmitteln wird eine Parklandschaft entstehen, die mit gezielten Akzentsetzungen an wenigen Stellen eine große Wirkung erreicht. Dafür wird in andere, sehr große Bereiche kaum eingegriffen. Der Entwurf wurde den Erwartungen, die an diesen geschichtsbehafteten Ort nicht nur in Berlin, sondern weltweit gerichtet werden, nach der einhelligen Meinung der Jury auf besondere Weise gerecht. Es gelingt eine atmosphärische „In - Wertsetzung“ des Ortes, was in Bezug auf die Bürgerwünsche als „Belassung der Atmosphäre des Ortes“ gewertet wird.

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Es kann gelingen, einen Park mit hohem Nutzwert zu gestalten und gleichzeitig den offenen Charakter des Flughafens zu erhalten. Das robuste Grundgerüst erlaubt Veränderungen, ohne dass die Struktur des Konzeptes in Frage gestellt werden muss. Besuchermonitoring 2010 und 2011 Seit der Öffnung des Tempelhofer Feldes findet jährlich ein Besuchermonitoring statt. Es zeigt, dass das neue Angebot einerseits intensiv angenommen wird (rund 1,5 Millionen Besucher pro Jahr), dass aber andererseits die Zusammensetzung der Besucher nach Alter, Geschlecht und Herkunft nicht dem entspricht, was in den Nachbarschaften oder auch berlinweit anzutreffen ist. Die ersten Ergebnisse des Besuchermonitorings 2010 gingen auch in die Entwurfsarbeit im Verhandlungsverfahren ein. Ergebnisse und weitere Informationen siehe digitale Anlage 4_1_07_Informationen_Parklandschaft_THF. Umsetzung der Parklandschaft Die Umsetzung wird einen langen Zeitraum in Anspruch nehmen. Im Herbst 2012 hat der Senat beschlossen, in den nächsten Jahren nur sogenannte unabwendbare Maßnahmen in der Parklandschaft zu realisieren. In den nächsten Jahren werden die Bausteine verwirklicht, die zum besseren Funktionieren der Grünflächen erforderlich sind, dringende Anforderungen aus den Bezirken darstellen sowie die wichtigsten Wünsche aus der repräsentativen Bürgerbefragung vor dem Wettbewerb und den ebenso repräsentativ erhobenen Wünschen aus dem BesucherMonitoring nach Öffnung des Feldes erfüllen: Das Besucher-Monitoring 2010 und 2011 hat ergeben, dass die Zusammensetzung der Parkbesucher nicht die Bevölkerungsstruktur in der näheren Umgebung widerspiegelt sondern erhebliche Abweichungen aufweist. Insbesondere sind alte Menschen, Kinder, Frauen und Personen mit Migrationshintergrund unterrepräsentiert. Sie finden offenbar noch nicht im ausreichenden Maße Angebote, die sie für einen angenehmen Aufenthalt auf dem Feld benötigen. Häufig genannte Ausstattungswünsche aus der repräsentativen Umfrage von den dort angebotenen Wahlmöglichkeiten waren: Bäume, Schatten, Wasser, Gastronomie, Bänke, Spielangebote, kleinere geschützte Räume, eine Nord-Süd-Verbindung und kleine Geländebewegungen. Das wiederholt sich im Besucher-Monitoring. Das Fehlen von Schatten und Bäumen ist mit Abstand die häufigste Einzelnennung. Deswegen wird in den ersten Schritten zunächst das Wasserbecken mit seinen Nebenanlagen am Rand des Vorfeldes angelegt. Damit wird der Wunsch nach Wasser erfüllt, eine Verbesserung des Wasserhaushalts, des Mikroklimas und der Wasserqualität erreicht und es werden die Betriebskosten für Gebäude und Park gesenkt. Parallel dazu werden Baumpflanzungen im Bereich „Alter Hafen“ vorgenommen, in Ergänzung zum Bestand, um größere Bereiche mit Schatten bereit zustellen. Auf Wunsch des Bezirkes Neukölln wird eine Erweiterung des muslimischen Friedhofes, direkt westlich anschließend an den vorhandenen, vorbereitet. Der Nord-Süd-Radweg wird angelegt, um die Verbindung von

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Kreuzberg in die Parklandschaft zu verbessern, zunächst bis zur nördlichen Landebahn, später, nach Fertigstellung der Südbrücke, bis dorthin. Ebenso werden die archäologischen Grabungen unterstützt. Dies alles erfordert die Verlagerung der sehr beliebten Softballfelder. Ein erster Spielplatz im Vorfeld des Schillerkiezes soll entstehen, um auch für Kinder interessante Angebote im Nahbereich zu schaffen. Weiterhin wird geprüft, wie sich gastronomische Angebote und die sanitäre Infrastruktur verbessern lassen. Weitere Maßnahmen werden zu einem späteren Zeitpunkt im Zusammenhang mit der Entwicklung der Baufelder stattfinden. Für alle Zeitphasen sind weitere Schritte zur Bürgerbeteiligung vorgesehen. Pionierprojekte Zwischen- und Pioniernutzer öffnen Flächen und Räume und führen diesen neue, oft innovative Nutzungen zu. Durch die Nutzung von Freiräumen in der Stadt rücken diese wieder ins öffentliche Bewusstsein. Zwischen- und Pioniernutzer werden zunehmend zu wichtigen Kooperationspartnern der Stadtverwaltungen. Dabei entfalten sie zunehmend ökonomische Impulse, weil sie Geschäftsstraßen und Quartiere beleben und selbst als Existenzgründer den Freiraum nutzen und im Idealfall in die Selbstständigkeit wachsen, Arbeitsplätze schaffen und sich in interdisziplinären Kooperationen und transdisziplinärer Forschung schulen. Im Rahmen der konzeptionellen Vorbereitungsphase einer Nachnutzung des Flughafens Tempelhof wurden 2007 / 2008 Ideenwerkstätten mit internationalen Experten durchgeführt. Hier entstand die Idee, Zwischenund Pioniernutzer erstmals gezielt in eine integrierte Stadtentwicklung einzubinden. Es wurden drei Pionierfelder von je 12 bis 19 ha Größe festgelegt. Sie befinden sich auf den zukünftigen Baufeldern. Die Auswahl der Pionierprojekte erfolgte über das Internet und orientierte sich entlang von sechs Leitbildthemen: Bühne des Neuen, Saubere Zukunftstechnologien, Wissen und Lernen, Sport und Gesundheit, Dialog der Religionen, Integration der Quartiere. Die Pionierprojekte erhalten Nutzungsverträge, die auf drei Jahre befristet sind. Auch die Baugenehmigungen orientieren sich an dieser Laufzeit. Dieser Zeitraum wird von allen Beteiligten als Probezeit begriffen. Nach Ablauf der Frist wird unter Berücksichtigung des Projektfortschritts und des Erfolgs der Nutzung neu entschieden. Derzeit haben sich in den drei Bereichen auf dem Tempelhofer Feld 13 Pionier-Projekte etabliert. Das „Allmende-Kontor“ an der Oderstrasse ist ein Community-GardenProjekt. Generationen- und Nationalitäten-übergreifend wird gemeinsam gegärtnert, Wissen getauscht und Gemeinwesen gestaltet. Das Projekt erfreut sich großer Beliebtheit und ist bereits überregional bekannt. Dieser Bereich steht unter dem Motto „Integration der Quartiere“. Im Bereich des Columbiadamms ist schwerpunktmäßig das Leitbild „Sport und Gesundheit“ verortet. „nuture Mini ART Golf“ beispielsweise ist ein

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aus 18 interaktiven Minigolfbahnen von 18 Künstlern gestalteter Golfplatz. Bei den Golfbahnen handelt es sich um interaktive Kunstwerke, die wie Flipper-Spiele funktionieren. Die Bahnen verändern und bewegen sich, sie leuchten, geben Töne von sich und reagieren auf die Spieler. Die Flächen im Wettbewerbsgebiet am Tempelhofer Damm stehen unter der Überschrift „Wissen und Lernen“ sowie „E-Mobility“. Basierend auf dem Prinzip der internationalen Wissenschaftsläden fördert das Projekt „basis.wissen.schaft“ auf lokaler Ebene und interdisziplinär den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft. Das Besondere ist die kieznahe Beratung, Wissensvermittlung und Kommunikation. Weiterhin gibt es einen Segway-Verleih. Im Jahr 2011 befand sich hier zudem die „Plattenvereinigung“, ein temporäres Gebäude aus Ost- und West-Platten des Büros zukunftsgeräusche. Dort fanden regelmäßig Kultur-, Informations- und Diskussionsveranstaltungen statt. Es steht jetzt am östlichen Ende der südlichen Landebahn. Weitere Informationen hierzu: siehe http://www.tempelhoferfreiheit.de/mitgestalten/pionierprojekte/

2.5	

Städtebauliche Qualifizierung THF / Masterplan

Prozess städtebauliche Qualifizierung / Rahmenplanung Die Erarbeitung des Masterplans erfolgte in enger Abstimmung mit Tempelhof Projekt; Jour-Fix-Termine mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt und weiteren beteiligten Vertretern und Gutachtern garantierten den regelmäßigen Austausch von Informationen. Die Ergebnisse der Jour-Fix Termine wurden dann in regelmäßigen Abständen den Vertretern von Senatsverwaltung und den entsprechenden Bezirken in den Abstimmungsgesprächen „Projektgruppe Städtebauliche Qualifizierung“ (PSQ) vorgestellt. Inhaltlich sind unterschiedliche Einzelbausteine erarbeitet worden, z.B. die Bilanz und Bewertung der Planungssituation (Auseinandersetzung mit bisherigen Konzeptansätzen, Herausarbeiten von Konfliktpunkten), die Entwicklung von Machbarkeitsstudien zu den einzelnen Bauquartieren in Varianten, Machbarkeitsstudien zu sektoralen Themen (Sportplanung / Verortung soziale Infrastruktur) sowie die Zusammenfassung und Visualisierung der Einzelergebnisse in einem Masterplan für das Gesamtareal. Zielsetzung Funktional und sozial durchmischte Stadt Im südlichen Zentrum Berlins sollen mit den Qualitäten der europäischen Stadt und in der Weiterentwicklung des identitätsstiftenden städtebaulicharchitektonischen Erscheinungsbildes von Berlin vier neue Stadtquartiere entstehen: im Bezirk Tempelhof-Schöneberg die Quartiere Tempelhofer Damm, Südring und Columbiadamm und im Bezirk Neukölln das Quartier Oderstraße. Die Lage der neuen Stadtquartiere am Rand der zentralen Parklandschaft und in Verbindung mit dem Flughafengebäude als Identitätsmerkmal bietet die Chance, dem Wohnen, dem Arbeiten und der Kultur im Anschluss an die südliche Innenstadt eine besondere Adresse und Identität zu ver-

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Abb. 14. Masterplan. ASTOC Architects & Planners zusammen mit UrbanPlan und ARGUS in Zusammenarbeit mit GROSS.MAX. Oktober 2012. Der Plan mit Legende ist als pdf-Datei den digitalen Anlagen beigelegt.

leihen. Der enge Bezug zur zentralen Parklandschaft auf dem Gelände des ehemaligen Flugfeldes Tempelhof und den angrenzenden Quartieren Tempelhof, Kreuzberg und Neukölln soll attraktives Leben im innerstädtischen Kontext ermöglichen. Dafür sollen verschiedene Gebäude- und Nutzungstypen für unterschiedliche Zielgruppen und Nutzerbedürfnisse entwickelt werden. Sämtliche Quartiere sind als nutzungsgemischte Quartiere zu entwickeln, die ein modernes Nebeneinander von Wohnen und Arbeiten ermöglichen. Der notwendige Gemeinbedarf soll über die Ausweisung von möglichen Schulund KiTa-Standorten im Gebiet berücksichtigt werden. Hierzu gehören zwei Grundschulen und mehrere Kindertagesstätten zur Abdeckung der Bedarfe sämtlicher Quartiere. Stadträumliche Einbindung Zur Anbindung an die umgebenden Stadtteile und zur Überwindung der trennenden Strukturen im Süden (Bahntrassen und Autobahn A100) wer-

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den die einzelnen Stadtquartiere mit den umgebenden Stadtteilen und Grünflächen über ein differenziertes Grün- und Wegenetz verbunden. Als erste Entwicklungsmaßnahme wird im Bereich Südring ein neues Brückenbauwerk errichtet, um das Areal mit der Oberlandstraße, der A100 und den daran angrenzenden Quartieren zu vernetzen. Das Tempelhofer Feld mit bezirksübergreifender Verbindungsfunktion spielt hierbei sowohl in der Ost-West-Richtung, zwischen Tempelhof und Neukölln, als auch nach Norden über die angrenzende Hasenheide in Richtung Kreuzberg eine zentrale Rolle. Über den S- und U-Bahn-Haltepunkt Tempelhof und den U-Bahnanschluss Paradestraße ist der westliche Bereich des Tempelhofer Feldes gut angebunden, zur Verbesserung der ÖPNV-Versorgung ist ein neuer S-Bahnhof im Bereich Südring und eine Bustrasse in Richtung Oderstraße und in Richtung Westen bis in das Quartier Tempelhofer Damm geplant. Sämtliche Quartiere sind im Sinne der Verknüpfung geplant, d.h. Wegesysteme führen Anwohner der angrenzenden Quartiere ebenso in die zentrale Parklandschaft wie Besucher und Bewohner der neuen Quartiere. Nachhaltige Entwicklung Durch die Konversion des ehemaligen Flughafenareals soll der Innenentwicklung zentraler städtischer Lagen Rechnung getragen und der Außenraum geschont werden. Das Leitbild für eine klimagerechte Stadt der Zukunft – konzipiert als kompakte und durchgrünte Stadt – soll hier aufgrund der klimatischen Bedeutung des Areals für die Innenstadt in besonderer Weise umgesetzt werden. Maßnahmen zum Schutz der natürlichen Ressourcen (z. B. Regenwasserversickerung, Nutzung erneuerbarer Energien, Dichte und Kompaktheit der Quartiere) sollen im Planungsprozess und in der Realisierung Anwendung finden. An den zentralen Standorten des öffentlichen Verkehrs (Tempelhofer Damm) soll aufgrund der hohen Lagegunst die Bebauung in qualitätsvoller Art verdichtet werden. Durch die Mischung von Wohnen, Arbeiten, Kultur und Freizeit in kompakten Baustrukturen sollen Stadtquartiere „der kurzen Wege“ mit einem hervorragend ausgebauten Rad- und Fußwegenetz entstehen. Der Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs sowie eine stadtverträgliche Steuerung und Lenkung des Verkehrs soll zur Verminderung des Individualverkehrs in den Quartieren beitragen. Entwicklung von freiräumlichen Qualitäten und Identitäten Ein aus dem Freiraumsystem des Landschaftsprogramms abgeleitetes Fußgängerwegenetz von „grünen Hauptwegen“ durchzieht Berlin. Der Weg Nr. 18, „Innerer Parkring“ führt von Westen über die nördliche Parkfuge durch die Parklandschaft Tempelhof. Am östlichen Rand führt er über die südliche Rollbahnfuge zum St.Thomas-Friedhof und dann weiter. Er umrundet die Berliner Innenstadt und wird eine Gesamtlänge von etwa 50 km haben, die man, abschnittsweise oder ganz, weitgehend autofrei er-

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laufen kann. Dadurch wird die Parklandschaft Tempelhof mit den anderen Parkanlagen des „Inneren Parkrings“ verknüpft. Neben dem zentralen Freiraum der Parklandschaft, der die einzelnen neuen Quartiere miteinander verbindet, sollen innerhalb der Quartiere und an den Übergängen zu den Nachbarquartieren attraktive öffentliche Räume entstehen, die über ein Wegesystem untereinander und mit der Umgebung vernetzt sind. Die ehemaligen Rollbahnen reichen bis in die Quartiere Tempelhofer Damm und Oderstraße hinein und stellen öffentliche Aufenthaltsräume dar. Am Tempelhofer Damm ist in Verbindung mit dem Neubau der Zentralund Landesbibliothek Berlin (ZLB) ein Stadtplatz vorgesehen, der das Quartier mit der S- und U-Bahnstation Tempelhofer Damm verbindet und den südwestlichen Eingang in die Parklandschaft markiert. Im Quartier Südring kommt insbesondere der Grünfuge in Verlängerung der geplanten Südbrücke hohe Bedeutung zu, hierüber sollen Sichtbezüge in die Parklandschaft und darüber hinaus in Richtung Innenstadt (Fernsehturm Alexanderplatz) entstehen. Die Vernetzung des neuen Quartiers an der Oderstraße (Neukölln) soll über einen Stadtplatz im Bereich Herrfurthstraße erreicht werden, der gleichzeitig die Verbindung vom Quartier Schillerpromenade in Richtung Parklandschaft und einen wichtigen Parkeingang darstellt. In Verlängerung der südlichen Rollbahn soll eine wichtige Freiraumverbindung über den St.Thomas-Friedhof in Richtung Neukölln entstehen. Teilweise stellen die Grünfugen und öffentlichen Rollbahnbereiche Areale für die Versorgung der Quartiere mit Spielplätzen die notwendigen Potenzialflächen dar. Darüber hinaus sollen z.B. die Grünfugen im Bereich Südring der Entwässerung des Quartiers dienen. Die Landebahnfugen haben wegen ihrer beidseitigen Verankerung in den neuen Quartieren und ihrer verbindenden und identitätsstiftenden Wirkung eine übergeordnete Freiraumfunktion. Der neu zu planende Stadtplatz am Tempelhofer Damm muss sich dem anpassen und das südwestliche Ende der südlichen Landebahnfuge ergänzen. Neben der Planung von quartiersinternen Freiräumen wurden im Zuge der Verortung von Sportflächen auch Vorschläge für die Neuausrichtung des Werner-Seelenbinder-Sportparks und der daran angrenzenden Fläche der „Alten Gärtnerei“ im Südosten des Gesamtareals gemacht. Der Masterplan Der Masterplan „Tempelhofer Freiheit“ bietet die stadträumlichen Grundlagen für einen Kosten- und Finanzierungsplan, einen Bebauungsplan und einen nachfolgenden städtebaulichen Wettbewerb. Um einen Spielraum und Entfaltungsmöglichkeiten zu gewährleisten, werden im Masterplan Zielvorgaben zu Planungsparametern wie Nutzung, Dichte, Charakter öffentlicher Räume etc. dargestellt. Die Darstellung der Quartiere beschränkt sich im Masterplan auf die Aus-

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weisung von öffentlichen Erschließungsflächen sowie privater Bauflächen mit unterschiedlichen Nutzungsschwerpunkten. Darüber hinaus werden Aussagen zu Nutzungen in den Erdgeschosszonen gemacht. Die Beschreibung baulich-räumlicher Fixpunkte erfolgt über die Festsetzung von Raumkanten, insbesondere zur Definition der Grünfugen innerhalb der Quartiere und dem Parkrand.

2.6	

Das Wettbewerbsgebiet

Grundstück Das Wettbewerbsgebiet hat eine Gesamtfläche von ca. 15,57 Hektar, die Größe des Baugrundstücks der Zentral- und Landesbibliothek beträgt ca. 21.500 m². Das Areal ist frei von Bebauung, ein temporärer Info-Point und die mittig auf dem Wettbewerbsgelände liegende Trafo-Station werden entfernt. Über das Wettbewerbsgebiet verlaufen in Nord-Süd-Richtung die Gleisanlagen der ehemaligen Versorgungsbahn des Flughafens. Ausgehend vom Güterbahnhof Hermannnstraße erschlossen sie die Frachtebene unterhalb der Empfangshalle, ein zur Zeit der Luftbrücke erstellter östlicher Abzweig führte zu einer offenen Ladezone auf dem Vorfeld des Flugha-

Abb. 15. Luftbild mit Markierungen. Städtebauliche Qualifizierung, ASTOC.

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fengebäudes. Die Gleise sind im Arbeitsplan (siehe 4_1_02_Arbeitsplan) im Bereich des Wettbewerbsgebietes dargestellt. Die nördliche Start- und Landebahn hat eine Länge von ca. 2,1 km, die südliche von 2,2 km, die Breite liegt bei ca. 43 m (nördliche Rollbahn) und 55 m (südliche Rollbahn). Die Bahnen bestehen aus Asphalt, in den Anfangs- und Endbereichen (Stand- und Ausrollbereiche) aus Ortbeton. Am Beginn der Rollbahnen sind jeweils Leuchten in die Oberfläche eingelassen, seitlich befinden sich Orientierungsleuchten. Begrenzt wird das Wettbewerbsgebiet nach Osten durch den sogenannten Taxiway als breite, kreisförmige, um das Flugfeld laufende Trasse aus Beton. Über diesen Weg gelangten die Flugzeuge zu den Start- und Landebahnen. An den Taxiway nach Westen angegliedert, liegt eine im Zuge der Errichtung des Flughafens in den 30er Jahren entstandene, befestigte Aufstellfläche. Auf der Südseite des Flugfeldes, bereits außerhalb des Wettbewerbsgebietes, befinden sich am Taxiway die ehemaligen ovalen Flugzeugabstellflächen (Warmlaufplätze) als befestigte Flächen. Das ehemalige Flughafengelände ist zurzeit vollständig eingefriedet. Ein Eingang mit einer hohen Nutzerfrequenz befindet sich im Bereich des Wettbewerbsgebietes am Tempelhofer Damm nahe des S- und U-Bahnhofes in Verlängerung der Hoeppnerstraße. Die Einfriedung ist temporär. Eigentum Das ehemalige Flughafengelände einschließlich der Gebäude ist seit dem 01.09.2009 im Eigentum des Landes Berlin. Im Bereich des Wettbewerbsgebietes ist die Fläche der Kleingartenkolonie „Tempelhofer Berg“ mit 33 Parzellen entlang der S-Bahn im Bundeseisenbahnvermögen. Westlich am Tempelhofer Damm befinden sich zwei Grundstücke (Flurstück Nr. 11/10 und 82) im Privatbesitz. Das Land steht zurzeit in Kaufverhandlung mit dem Bundeseisenbahnvermögen (BEV) und den privaten Grundstückseigentümern. Topographie Das Flughafengelände befindet sich im nördlichen Randbereich der TeltowHochfläche, im Übergangsbereich zum Urstromtal der Spree und liegt 7-10 Meter höher als die nördlich angrenzende Stadtlandschaft. Die Geländehöhe im Bereich der südlichen Landebahn beträgt ca. 46 m über NHN und fällt stetig nach Norden um ca. 1 m, zum Tempelhofer Damm um ca. 2 m ab. Die Gleise der ehemaligen Versorgungsbahn liegen ca. 1 m unterhalb des Terrains, die Abböschung verläuft beidseitig der Schienen. Einen topographisch eigenständigen Bereich bildet die Kleingartenanlage Tempelhofer Berg, die an der Böschung der Ringbahntrasse angelagert ist. Sie erreicht eine Höhe von ca. 49 m über NHN (ca. 1m unterhalb der Bahntrasse). Zur Verdeutlichung des Geländeverlaufs im Wettbewerbsbereich sind drei

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Geländeschnitte den digitalen Anlagen, 4_1_05_Informationsplaene beigelegt. Verortete Höhenordinaten des gesamten Wettbewerbsbereiches enthält der Vermesserplan und der Arbeitsplan, siehe digitale Anlage, 4_1_02 und 4_1_05. Baugrund Im Ergebnis der Baugrunduntersuchung vom 12.11.2012 beginnt die Schichtenfolge unterhalb der lokal vorhandenen humosen Deckschicht (OH) bzw. der Befestigungsschichten mit 0,8 … 5,0 m mächtigen Auffüllungen, die sich überwiegend als schwach bindige, schwach schluffige bis schluffige Sande (SE/SU/SU) darstellen. Teilweise sind Bauschuttreste beigemengt. Unterlagernd schließen sich bis etwa 20 … 22,0 m unter Gelände nichtbindige Geschiebesande der feinen und mittleren Kornfraktionen (SE/SU) an. Anschliessend folgt bis etwa 25,0 ein Geschiebemergelkomplex in Form von bindigen, schluffigen bis stark schluffigen, tonigen Sanden (ST/SU ) mit fester Konsistenz. Im tieferen Untergrund wurden dann wieder nichtbindige Sande und Kiese (SE/GE) erkundet. Für die erbohrten Auffüllungen wurden lockere Lagerungsverhältnisse erkundet. Der Sanduntergrund weist eine mitteldichte bis dichte Lagerung auf. Für den Geschiebemergelkomplex wurden feste Konsistenzen ermittelt. Detaillierte Angaben sind dem Baugrund-Vorgutachten, siehe digitale Anlagen, 4_1_06_Weitere_Planungsunterlagen zu entnehmen. Nach fachgerechter Ausbildung der Gründungssohlen, insbesondere fachgerechter Herstellung der Aushubsohlen, kann die Gründung der geplanten Gebäude flach sowohl über eine bewehrte Fundamentplatte als auch über Streifen / Einzelfundamente erfolgen. Die Anzahl der Tiefgeschosse beeinflusst die Gründung des Gebäudes nicht. Allerdings ist bei 3 Tiefgeschossen (Baugrubenunterkanten unterhalb 12,0 m) mit erhöhten Aufwendungen wegen des Grundwassers zu rechnen. Aus Kostengründen ist jedoch nur ein Untergeschoss vorgesehen. Grundwasser Zum Zeitpunkt der Erkundungsarbeiten wurde an allen Aufschlusspunkten Grundwasser festgestellt. Die Flurabstände schwankten in Abhängigkeit von der Geländehöhe um 12,5 … 13,5 m. Das entspricht absoluten Höhen von 32,2 … 33,0 m ü. NHN. Im Extremfall ist ein weiterer Anstieg um rund 1,0 m möglich. Das Baufeld befindet sich außerhalb von Trinkwasserschutzzonen. Altlasten In den erkundeten Auffüllungen wurden Bauschuttreste festgestellt. Hinweise auf schädliche Bodenveränderungen im „gewachsenen“ Untergrund ergaben sich nicht. Partiell wurden bis etwa 3,0 m unter Gelände leichte organoleptische Auffälligkeiten mit Belastungen deutlich größer Z2 vermerkt. Der Aushub und die Entsorgung eventuell schadstoffhaltigen Bodens wird von der Tempelhof Projekt GmbH in einem zeitlichen Zusammenhang mit der Neubaumaßnahme der ZLB vorgenommen, siehe auch BaugrundVorgutachten, Anlage 4_1_06_Weitere_Planungsunterlagen.

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Klima Das Tempelhofer Feld weist eine sehr hohe stadtklimatische Bedeutung für die angrenzenden Stadtquartiere auf. Zusammen mit dem Volkspark Hasenheide und den angrenzenden Friedhöfen im Norden bildet der ehemalige Flughafen einen ausgedehnten Grünflächenverbund aus, der als große Kaltluft produzierende Freifläche in einem urban geprägten Umfeld wirkt und dadurch eine klimaökologisch hohe Bedeutung erlangt, insbesondere bei austauscharmen Wetterlagen. Die Freiflächen werden als Kaltluftentstehungsgebiet mit einem hohen Potenzial eingestuft, haben eine Ausgleichsfunktion für die klimatisch stärker belasteten und dicht bebauten Siedlungsräume und wirken als Kälteinseln für die überwärmten umliegenden Quartiere. Tagsüber kommt es zu einer relativ starken Erwärmung und nachts zu einer erheblichen Abkühlung mit Temperaturen wie im Berliner Umland, was den bereits genannten intensiven Luftaustausch in Bewegung setzt. Die hohe Tagesamplitude verringert sich in Richtung der dichten Bebauung. Die Gartenstadt Neu-Tempelhof westlich des Flugfeldes wird wegen ihrer offenen Siedlungsstruktur mit hohem Durchgrünungsgrad als klimatisch günstiger Siedlungsraum eingestuft, der die Kaltluftströmung unterstützt. In Richtung Süden gibt es keine nennenswerten Austauschbeziehungen, da Bahndamm und Autobahn als Barrieren wirken. Ziel ist es, auch im Rahmen einer Überplanung und Flächennutzungsänderung das Luftaustauschsystem zwischen Tempelhofer Feld und angrenzender Bebauung und die damit verbundene klimaökologische Wohlfahrtswirkung aufrecht zu erhalten. Dies betrifft sowohl die bereits bestehenden Quartiere als auch die geplanten Bauflächen selbst. Hierbei kommt den Grün- und Rollbahnfugen, vor allem der südlichen Rollbahn, eine wichtige Rolle als Kaltluftschneise zu. Entlang des Tempelhofer Damms und des Südrings liegt jedoch aufgrund der hohen Verkehrsmengen und den davon ausgehenden Immissionen

Abb. 16. Karte 37. Kaltlufleitbahnen und Kaltluftabflüsse aus Eingriffs- und Artenschutzfolgenabschätzung. Dezember 2011.

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eine lufthygienische Relevanz vor. Daraus ergibt sich ein Zielkonflikt zwischen Luftaustausch und Lufthygiene. Es ist jedoch davon auszugehen, daß die lufthygienischen Belastungen sinken werden, die Kaltluftaustauscherfordernisse dagegen an Bedeutung gewinnen werden. Zudem ist nachts, wenn der Austausch im wesentlichen stattfindet, weniger Verkehr. Es sind mehrere klimatische Untersuchungen erstellt worden, um die Auswirkungen einer Bebauung am Rand des Flugfeldes im Hinblick auf die klimatische Bedeutung des Kaltluftentstehungsgebiets für die angrenzenden Stadtquartiere aufzuzeigen. Als ein Ergebnis der Untersuchung wurde festgestellt, dass die geplante Randbebauung des Tempelhofer Feldes im Vergleich zum Ist-Zustand zu einer verminderten klimaökologischen Ausgleichsleistung führt. Diese Effekte weisen in den untersuchten Szenarien aber nur eine lokale und kleinräumige Wirksamkeit auf. Zudem lässt sich durch die Gebäudestellung Einfluss auf die Austauschbeziehung nehmen. Desweiteren wurde speziell für den inneren Bereich, die zukünftige Parklandschaft, ein klimatologisches Gutachten erstellt, um eine Beurteilung der Schutzgüter Klima/Luft zu gewährleisten. Dabei wurde das Hauptaugenmerk auf die Beeinflussung des Kaltlufthaushaltes durch eine Modifizierung der Freiflächenstrukturen – insbesondere durch Gehölzflächen – gelegt. Ziel sollte es sein, die klimaökologischen Rahmenbedingungen auf der Fläche selbst zu optimieren und eine Kalt-/ Frischluftversorgung in den angrenzenden Quartieren aufrecht zu erhalten. Das Basisszenario stellt die im Verfahren befindliche FNP-Änderung dar, welche sich hinsichtlich der Bebauungsstruktur am Konzept „Zukunft Tempelhofer Feld“ orientiert. Die Untersuchungen machen deutlich, dass die für das Basisszenario ausgewiesenen Leitbahnen eine wichtige Funktion im lokalen Kaltlufthaushalt ausüben und eine Verbindung zwischen dem Tempelhofer Feld und den angrenzenden Siedlungs- und Grünflächen herstellen. Sie sollten nur an den Rändern mit Bäumen versehen werden, um die Kaltluftströme nicht zu behindern. Aufgrund dieser Untersuchung wurde der Gehölzanteil für die Parklandschaft auf maximal 30 % festgelegt. Außerdem sollen die Kaltluftaustauschbahnen, wozu auch die Fuge in der Verlängerung der südlichen Rollbahn gehört, weitgehend frei von Gehölzbeständen bleiben. Ausgleichsmaßnahmen wie Dachbegrünungen sind in den Stadtquartieren vorzusehen. Grün- und Baumbestand Der Straßenraum des Tempelhofer Dammes ist beidseitig durch Sommerlinden gefasst, auf den Mittelinseln befinden sich vorrangig Linden durchmischt mit unterschiedlichen Baumarten wie Eichen und Spitzahorn. Im südwestlichen Wettbewerbsbereich am Tempelhofer Damm befindet sich eine zweireihige Baumpflanzung aus alten, überwiegend gut vitalen Baumarten, bestehend aus sechs Platanen, einer Winterlinde, vier Som-

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merlinden und acht Holländischen Linden. Hinzu kommen - weiter östlich und einzeln stehend - eine weitere alte Platane sowie ein Eschenahorn. Im Teilbereich der Kleingartenkolonie „Tempelhofer Berg“ kommen folgende geschützte Bäume vor: ein Eschenahorn, ein Bergahorn, drei Walnussbäume, eine Waldkiefer und eine Winterlinde. Nordwestlich des Wettbewerbsgebietes findet sich entlang einer Böschung in Nord-Südrichtung eine Baumreihe aus drei Pyramidenpappeln, sechs Hängebirken, einem Spitzahorn, einer Roteiche und einem Götterbaum. Die genannten Bäume wurden vermessen und sind im Arbeitsplan mit den entsprechenden Baumnummern und Stammumfang eingetragen. Die Baumkartierungen befinden sich im digitalen Anhang unter 4_1_06_Weitere_Planungsunterlagen. Es gilt die Verordnung zum Schutz des Baumbestandes in Berlin (Baumschutzverordnung - BaumschVO), zuletzt geändert durch die 4. Verordnung zur Änderung der BaumschVO vom 05.10.2007. Biotop- und Artenschutz Auf Grund seiner Größe sowie des Vorkommens von offenen, trockenwarmen Lebensräumen hat das Tempelhofer Feld eine große Bedeutung für den Biotop- und Artenschutz. Bestimmte vorgefundene Biotope und Tierarten auf dem Tempelhofer Feld unterliegen einem besonderen bzw. strengen Schutz. Die Kernzone für den Biotop- und Artenschutz liegt innerhalb des umlaufenden Taxiway, also außerhalb des Wettbewerbsgebiets. Weitere Informationen zur Flora und Fauna auf dem Tempelhofer Feld siehe Broschuere_flora_und_fauna.pdf. im Anhang unter 4_1_06_ Weitere_Planungsunterlagen. Energie Leitthemen für die Entwicklung des ehemaligen Flugfeldes sind Ressourceneffizienz, die Abkopplung der Stadtentwicklung von negativen Umweltauswirkungen und die Verringerung des ökologischen Fußabdruckes. Angestrebt wird eine energieneutrale, möglichst sogar eine Energie-PlusBilanz der zukünftigen Stadtquartiere. Es wird davon ausgegangen, dass die nötige Infrastruktur im Wesentlichen in den Bauquartieren untergebracht wird. Durch ein Gutachten wurde ermittelt, welche Formen innovativer Energiegewinnung auf dem Flugfeld Tempelhof möglich sind. Die Ergebnisse werden nachfolgend zusammenfassend dargestellt: Erste Überlegungen zur energetischen Entwicklung des Tempelhofer Feldes Das Energiegutachten, das von Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in Auftrag gegeben und von der ARUP GmbH im Jahr 2009 ausgearbeitet wurde (siehe Anhang 4_1_06), prüft die Umsetzbarkeit einer integrierten Energiestrategie für den Masterplan des Tempelhofer Feldes, um eine CO2–neutrale und energiepositive Versorgung des Tempelhofer Feldes zu gewährleisten. Dabei wird aufgezeigt, welchen Beitrag die große zentrale Fläche mit der geplanten Nutzung als Park und Erholungsgebiet

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dazu leisten könnte. Herausforderung ist insbesondere die gestalterische Integration von Energiebausteinen (Anlagen zur Energieerzeugung und Speicherung) und ihren spezifischen Anforderungen mit den Ansprüchen der anderen Nutzungen (z.B. wirtschaftlicher Biomasseanbau und Freizeitnutzung). Ausgehend von der Anforderung, dass der geplante Park primär zur Erholung genutzt werden soll, müssen etwaige energietechnische Funktionen anderen Nutzungen gegenüber untergeordnet werden. Dies ist bei einer Einbindung des Parks in das Gesamt-Energiekonzept zu berücksichtigen. Die erfolgreiche Umsetzung eines integrierten Energiekonzepts ist auch von Faktoren abhängig, die außerhalb des Tempelhofer Feldes liegen. Ein integriertes Energiekonzept würde sich z.B. aus folgenden Komponenten zusammensetzen: -	 Blockheizkraftwerk (BHKW) mit Spitzenkessel (umgebautes Heizwerk) -	Nahwärmenetz -	Nahkältenetz -	Wärmespeicher -	 Kältespeicher mit Rückkühleinrichtungen -	 Photovoltaik-Anlagen auf (allen) Dachflächen Weitere Aussagen und Zielsetzungen für den Neubau der ZLB siehe Teil 3, Wettbewerbsaufgabe, 3.10 Nachhaltigkeit / Energieeffizienz / Ökologische Zielsetzung.

2.7	 Technische Infrastruktur
Es befinden sich keine öffentlichen Versorgungsleitungen auf dem Wettbewerbsgelände. Das Grundstück wird frei von Leitungen übergeben. Das vorhandene Trafogebäude wird verlegt. Im westlichen Bereich des Wettbewerbsgeländes befindet sich unterirdisch ein Abschnitt der U-Bahntrasse 6, Alt-Tegel / Alt-Mariendorf. Der Mindestabstand der zu planenden Bebauung beträgt 3 m . Aussagen bzw. Anforderungen zur Regenwasserbewirtschaftung finden sich unter Teil 3, Wettbewerbsaufgabe, 3.10 Nachhaltigkeit / Energieeffizienz / Ökologische Zielsetzung.

2.8	Erschließung
Übergeordnete Erschließung An das Flugfeld grenzen im Norden der Columbiadamm, im Westen der Tempelhofer Damm und im Süden der Stadtautobahnring A 100 und die Oberlandstraße / Germaniastraße als große Hauptverkehrsstraßen an. Erschließung des Wettbewerbsgebietes Das Wettbewerbsgebiet wird im Westen vom Tempelhofer Damm begrenzt. Über die Anschlussstellen Tempelhofer Damm und Oberlandstraße ist das Gebiet direkt an den Stadtring A 100 angebunden, die an die Autobahn A 113 und somit an den neuen Flughafen Berlin-Brandenburg „Willy Brandt“ angeschlossen ist. Nach Nordosten wird eine Verlängerung der A 100 über das Ostkreuz bis zur Frankfurter Allee geplant. Der Tempelhofer Damm ist als Teil der Bundesstraße 96 eine wichtige,

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hochbelastete, in Nord-Süd-Richtung verlaufende Ein- und Ausfallstraße von Berlin, das Straßenprofil ist auf der folgenden Seite dargestellt. S- und U-Bahn Der S- und U-Bahnhof Tempelhof liegt in unmittelbarer Nähe zum Wettbewerbsgebiet süd-westlich am Tempelhofer Damm. Die U-Bahnlinie 6 (Nord-Süd-Linie zwischen Alt-Tegel und Alt-Mariendorf) verläuft unterhalb des Tempelhofer Damms, in einem kurzen Teilbereich auch unterhalb des Wettbewerbsgebietes und erschließt in kurzer Zeit die Innenstadt. Ein weiterer U-Bahnhof (Paradestraße) befindet sich nördlich des Wettbewerbsgebietes am Tempelhofer Damm. Die S-Bahn umfährt als Ringbahn die Berliner Innenstadt innerhalb einer Stunde und bindet nahezu alle U- und S-Bahnlinien an. Der Fernbahnhof Südkreuz ist vom S-Bahnhof Tempelhof eine Station entfernt. Bus Vom S- und U-Bahnhof Tempelhof verkehren die Busse 140 (S- und UBahnhof Tempelhof nach S-Bahnhof Ostbahnhof), Bus 184 (S- und U Tempelhof nach U Krumme Lanke) und die Nachtbusse N6 (U Alt-Tegel nach U Alt-Mariendorf) und N 84 (S- und U Tempelhof nach Zehlendorf Eiche). Bisher wird die Erschließung der neuen Gebiete auf dem Tempelhofer Feld mit Linienbussen als Option vorgesehen. Es liegen noch keine konkreten Planungen zum Liniennetzkonzept bzw. zur Betriebsführung vor. Planung Ausgänge S- und U-Bahnhof Zur Anbindung der neuen Quartiere Tempelhofer Damm und Südring ist die Verlängerung des vorhandenen S-Bahnhofs Tempelhof nach Osten geplant. Mittels eines neuen Abgangs wird der direkte Zugang auf das Wettbewerbsgebiet gewährleistet. Die Planung wurde vor kurzem beauftragt und wird zurzeit präzisiert. Die U-Bahn besitzt einen nordöstlichen Zu- / Ausgang am Tempelhofer Damm in direkter Nähe des Zugangs zum Tempelhofer Feld, der über einen Stichtunnel an den U-Bahnsteig angebunden ist. Der Zu- / Ausgang ist derzeit geschlossen und kann im Zuge der Bauvorhaben aktiviert werden, die genaue Lage ist im Arbeitsplan, siehe digitale Anlage 4_1_02_Arbeitsplaene, gezeigt. Der Flächennutzungsplan zeigt auf der Ringbahn zwischen U- und SBahnhof Tempelhof und U- und S-Bahnhof Hermannstraße im Osten direkt am Flughafenrand als langfristige Planung zwei weitere Bahnhöfe. Gegenwärtig wird davon ausgegangen nur einen neuen Bahnhof in der Mitte zwischen den beiden oben genannten zu errichten. Verkehrsplanung für das Quartier Tempelhofer Damm Auf Grund der starken verkehrlichen Belastung des Tempelhofer Damms und der Nichtüberbaubarkeit des U-Bahntunnels am westlichen Rand des Wettbewerbsgebietes soll nach dem gegenwärtigen Planungsstand parallel dem Tempelhofer Damm eine neue Haupterschließungsstraße verlaufen.

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Abb. 17. Parallelerschließung am Tempelhofer Damm. Städtebauliche Qualifizierung, ASTOC.

Die Lage der neuen Parallelerschließung eröffnet gegenüber einer Bügelerschließung vielfache städtebauliche Gestaltungsmöglichkeiten für die neuen Baufelder. Die Parallelerschließung wird mit Zweirichtungsverkehr und signalisierten Anschlüssen im Bereich Hoeppnerstraße im Süden und im Bereich Paradestraße im Norden ausgebildet. Zur Erschließung der geplanten Quartiere bzw. der Parklandschaft und der Verknüpfung mit den vorhandenen umliegenden Stadtquartieren ist der Bau einer zentralen Haupterschließung innerhalb der Quartiere notwendig. Sie verläuft im Quartier Südring versetzt in Ost-West-Richtung, Anschlusspunkte bilden im Westen die Verbindung zum Quartier Tempelhofer Damm sowie im Osten eine geplante Brückenverbindung an die Oberlandstraße mit Anschluss an die Stadtautobahn. Im Westen quert die Verbindungsstraße zum Anschluss an das Quartier Tempelhofer Damm die südliche Rollbahnfuge. Die Lage, Gestaltung und Integration in den Freiraum als verkehrsberuhigter Bereich ist Gegenstand der Wettbewerbsaufgabe.

Abb. 18. Vorhandene und geplante Straßenquerschnitte im Bereich T-Damm. Städtebauliche Qualifizierung, ASTOC.

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Neue Süd-Brücke Zur Abwicklung des neu initiierten Verkehrs ist eine Brückenverbindung von der Oberlandstraße über die Ringbahntrasse hinweg in das neue Quartier Südring geplant. Über die Anschlussstelle Oberlandstraße ist damit eine direkte Autobahnanbindung des Quartiers ohne zusätzliche Belastung des Tempelhofer Damms hergestellt. Für den Brückenbau wurde im Oktober 2012 ein nichtoffener Wettbewerb durchgeführt, den 1. Preis erhielt die Arbeitsgemeinschaft Arup GmbH, Berlin mit Kolb Ripke Architekten, Planungsgesellschaft mbH, Berlin. Die Fertigstellung der Brückenverbindung ist für 2016 vorgesehen.

Abb. 19. Nichtoffener Wettbewerb Tempelhofer Freiheit – Neubau der Südbrücke, 1. Preis Arbeitsgemeinschaft Arup GmbH, Berlin mit Kolb Ripke Architekten, Planungsgesellschaft mbH, Berlin.

Fahrradverkehr Der Tempelhofer Damm ist mit beidseitigem Radweg ausgestattet. Zwischen Tempelhofer Damm und der geplanten Parallelerschließung ist ein ca. 12 m breiter Grünstreifen als kombinierter Geh- und Radweg vorgesehen. Auf dem Tempelhofer Feld soll der Außenring, der sogenannte Taxiway, in gesamter Länge u. a. als Radwegverbindung genutzt werden. Die ehemaligen Start- und Landebahnen dienen u. a. als Radwegverbindung in West-Ost-Richtung. In Nord-Süd-Richtung werden eine oder mehrere Radwegeverbindungen die geplante Parklandschaft durchqueren. Die Führung des Radverkehrs in bzw. aus Richtung Tempelhofer Damm erfolgt über die Rollbahnfugen bzw. über den zu planenden Stadtplatz. Über die bestehenden Radverkehrsanlagen am Tempelhofer Damm liegt eine Anknüpfung an das Radwegenetz in Nord-Süd-Richtung vor. Die Radfahrstreifen der neuen Brücke im Süden mit Anbindung an die Oberlandstraße werden Bestandteil einer nord-südgerichteten übergeordneten Fahrradroute sein, die im Rahmen der Parkgestaltung hergestellt werden soll und die südlichen Quartiere mit der Innenstadt im Norden verbindet.

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Verkehrs- und Lärmbelastung Mit der Verkehrserhebung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung aus dem Jahr 2009 wurde für den Tempelhofer Damm eine Verkehrsbelastung von 50.000-60.000 Kfz / 24 h (werktags) ermittelt. Der südlich angrenzende Autobahnabschnitt der A 100 hat eine Verkehrsbelastung von bis zu 170.000 Kfz / 24 h. Nach der Strategischen Lärmkarte 07.05.1 ist das Flughafengelände im Südwesten (Tempelhofer Damm) und im Süden (Bereich der A 100) besonders beeinträchtigt. Direkt an den Straßen sind Pegelwerte über 75 dB(A) zu erwarten.

Abb. 20. Lärmbelastung.

Die Lärmbelastung durch den Schienenverkehr werden mit > 55 dB(A) bzw. 55 - 60 dB(A) angegeben. Für den Tempelhofer Damm ist auf Grund des etwas abgesenkten Straßenniveaus eine stärkere Pegelabnahme in geringerer Entfernung zur Lärmquelle erkennbar. Die stärkste Lärmbeeinträchtigung ist im Einflussbereich der A 100 festzustellen. Hier reicht die wahrnehmbare Lärmbelastung mit Lärmwerten von 55 - 60 dB bis in das Zentrum des Flugfeldes.

2.9	

Planungsrecht und Bauordnungsrecht

Flächennutzungsplan Der Flächennutzungsplan Berlin (FNP) stellt für das gesamte Stadtgebiet die Art der Bodennutzung dar, wie sie sich aus der beabsichtigten städ-

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tebaulichen Entwicklung und den voraussehbaren Bedürfnissen der Gemeinde ergibt. Seit 1994 weist der Berliner Flächennutzungsplan für das Tempelhofer Feld Bau- und Freiflächennutzungen aus. Der Flächennutzungsplan wird für den Bereich des Tempelhofer Feldes zurzeit überarbeitet Der Einleitungsbeschluss des FNP wurde am 21.04.2008 bekannt gemacht. Die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit wurde in der Zeit vom 01.09. bis 06.10.2008, die öffentliche Auslegung vom 15.06.2009 bis 16.07.2009 durchgeführt. Der Darstellungen des FNP im Bereich des Tempelhofer Feldes werden weiterhin parallel zur Vertiefung der Planungskonzeptionen (städtebauliche Qualifizierungen, Wettbewerbe und andere Planungsinstrumente)   aktualisiert und angepasst. Die Änderung des Flächennutzungsplanes schafft die stadtplanerische Grundlage für weitere Konkretisierungen der Planungskonzeption und für eine schrittweise Entwicklung des Areals in den nächsten Jahren. Entwurf zur FNP-Änderung Die bisherige und zukünftige Darstellung der Bauflächen orientiert sich an einer Zuordnung zu den bestehenden bebauten Gebieten und der Nutzung der vorhandenen Erschließungen durch Straßen und Einzugsbereiche des öffentlichen Nahverkehrs. Im Kern der Darstellung liegt die zentrale Grünfläche der Parklandschaft Tempelhof und deren Anbindung an die umgebenden Stadtquartiere. Im Bereich des denkmalgeschützten Flughafenensembles am Platz der Luftbrücke, entlang des Tempelhofer Damms und nördlich des S-BahnRinges werden gemischte Bauflächen (M2) dargestellt. Damit bieten sich breite Entwicklungsmöglichkeiten für unterschiedliche Nutzungen. Mit der Arrondierung des Stadtquartiers Neukölln soll der Bereich Oderstraße / Schillerpromenade aufgewertet werden. Die Wohnbaufläche (W2) wird hier bis zum vorhandenen Kontrollweg zurückgenommen und stattdessen das Stadtgefüge am Columbiadamm und an der Lilienthalstraße ergänzt und als Wohnbaufläche (W2) dargestellt. Ausgehend von der zentralen Freifläche werden die bisher dargestellten Wohnbauflächen W2 neu zuge­ rdnet. Ziel ist die stadtstrukturelle Verbino dung zwi­ chen den Stadtquartieren an der Bergmannstraße, am Südstern s und an der Oderstraße / Schillerprome­ ade unter Berücksichtigung der n landschaftlichen und klimatischen Bezüge. Am südlichen Rand wird die gewerbliche Baufläche in veränderter Abgrenzung beibehalten. Diese Darstellungen ermög­ichen breite Entwickl lungsmöglichkeiten für unterschiedliche Nutzungen wie Dienstleistungen, Wirtschaft, Forschung, Kultur oder Verwaltung. Die Symbole für übergeordnete Gemeinbedarfs- und Freiflächennutzungen werden generalisiert darge­ tellt. Belange des Denkmalschutzes s sind auf den nachfolgenden Planungsebenen zu berücksichtigen. Unterschiedliche Auffassungen gibt es hinsichtlich der zukünftigen Flä-

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chennutzung beidseitig des Columbiadamms. Dies betrifft insbesondere die Darstellungen für das sog. Columbia- und Lilienthalquartier. Der Entwurf des Flächennutzungsplans stellt hier Wohnbauflächen W2, die informelle bezirkliche Bereichsentwicklungsplanung dagegen Freiflächennutzungen dar. Die angrenzenden Stadtbezirke Tempelhof-Schöneberg, Friedrichshain-Kreuzberg und Neukölln lehnen die neuen Wohnquartiere ab. Aus bezirklicher Sicht wird die isolierte Lage am Columbiadamm kritisch gesehen. Zudem wird befürchtet, dass eine Bebauung im Bereich des geplanten Columbiaquartiers die Kaltluftströme vom Tempelhofer Feld nach Norden beeinträchtigen werde. Aus diesem Grund wurde eine klimatologische Untersuchung über die Auswirkungen verschiedener Szenarien auf das Stadtklima erarbeitet. Der FNP mit Stand „Öffentliche Auslegung“ berücksichtigt die klimatischen Anforderungen, indem ein grüner Korridor entlang und in Fortsetzung der Golßener Straße und im Bereich des Columbiabades von einer Bebauung freigehalten wird. Eine Bebauung von Randbereichen des Tempelhofer Feldes und eine bauliche Verdichtung über den Columbiadamm hinaus wird in den angrenzenden Stadtquartieren zwar zu einer Abnahme des Kaltluftvolumenstroms führen, die Lufttemperatursituation wird sich hingegen nicht nennenswert verändern. Das genaue Ausmaß der Auswirkungen ist abhängig von den konkreten Festsetzungen der nachfolgenden Bebauungsplanung und kann bei Berücksichtigung einer ressourcen- und flächenschonenden Bauweise in Verbindung mit der Freihaltung von Kaltluftleitbahnen minimiert werden. Bebauungsplan Für das Wettbewerbsgebiet liegt kein Bebauungsplan vor. Bauordnungsrecht Der Planung ist die Bauordnung des Landes Berlin (BlnBauO, www.stadtentwicklung.berlin.de.service/gesetzestexte/de/bauen.shtml) in der aktuellen Fassung zugrunde zu legen. Denkmalschutz Die Flughafengebäude und Bürobauten mit den angelagerten Außenanlagen, dem befestigten Hallenvorfeld und dem Platz der Luftbrücke sind als Gesamtanlage (Nr. 09055092) in der Denkmalliste Berlin aufgeführt. Gemeinsam mit dem Kino Columbia und der Sporthalle Columbiadamm bildet die Gesamtanlage ein Ensemble (Nr. 09055090). Der Platz der Luftbrücke ist weiterhin als Gartendenkmal (Nr. 09046267) und als Baudenkmal (Nr. 09055091) in der Denkmalliste geführt. Ein großes denkmalpflegerisches Interesse besteht am funktionalen Gerüst des ehemaligen Flugfeldes mit den Start- und Landebahnen (Rollbahnen), dem sogenannten Taxiway (Rollweg), der die große ovale Fläche umschließt und im Südwesten und Westen zwei halbkreisförmige, befestigte Flächen erschließt, die sogenannten Warmlaufplätze (Startköpfe). Aus denkmalpflegerischer Sicht ist die Erleb­ arkeit der Weite des Flugb feldes mit den vorhandenen Sichtbeziehungen von Bedeutung. Im mittleren Bereich des Flugfeldes, zwischen Taxiway und nördlicher Start- und Landebahn, ist der Standort des „Alten“ Tempelhofer Flughafens (1923-1929) noch rudimentär erkennbar und als archäologische Verdachtsfläche ausgewiesen. Eine Eintragung als Bodendenkmal wird derzeit vom Landesdenkmalamt Berlin vorbereitet.

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Abb. 21. Denkmalkarte.

Westlich des Tempelhofer Damms befindet sich das Gartendenkmal (Nr. 09046266) Parkring Neu-Tempelhof, 1911-12 als zentrale ringförmige Grünanlage für die Bewohner der Gartenstadt Neu-Tempelhof von Rudolf Fischer, Bruno Möhring und Paul Jatzow entworfen. Im Süden jenseits der S- und Autobahn finden sich Einzeldenkmale unterschiedlicher Epochen, u. a. die Fabrikgebäude: -	 Ringbahnstraße 10/14, Reichsmonopolverwaltung für Branntwein, 1905 von Max Jacob, 1927-28 von Paul Renner (Nr. 09055115). -	 Ringbahnstraße 16/20, Carl Lerm & Gebrüder Ludewig, Fabrik, 1899 von Fritz André (Nr. 09055116). -	Ringbahnstraße 88/124, Hauptwerkstatt der Berliner Stadtreinigung, 1970-78 von Josef Paul Kleihues (Nr. 09097756).

2.10	

Gender Mainstreaming

Gender Kriterien für den Städtebau: A: Städtebaulich funktionale Anforderungen Übergänge oder auch Schwellenbereiche zwischen unterschiedlichen Nutzungen sind bedeutende raumbildende Elemente. Entsprechend gestaltet, bieten sie die Chance, Orte der Begegnung und Kommunikation zu werden. Gleichzeitig ermöglichen sie eine gute Orientierung und unterstützen die Identifikation mit und die Verantwortung der Nutzer und Nutzerinnen für einen Ort. B: Baudichte Eine hohe bauliche Dichte sichert die Wirtschaftlichkeit und Tragfähigkeit von öffentlicher Infrastruktur und trägt zur Urbanität bei. Über die Festlegung der Dichte werden sowohl eine optimale Ausnutzung der Grund-

Standorteinbindung Zentral- und Landesbibliothek / Teil 2 Situation und Planungsvorgaben

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stücke als auch gute Belichtungsverhältnisse und ausreichende Freiflächen gewährleistet. Gender Kriterien für die Freiraumplanung: A: Sozialräumliche Funktionen -	 Öffentlicher Raum als politischer Ort, als Ort der demokratischen und gesellschaftlichen Auseinandersetzung und des Austausches sowie der Integration. -	Sicherstellung hoher Nutzungsqualitäten zu verschiedenen Jahreszeiten. -	 Öffentlicher Freiraum als Ort des Austausches und Ort der Anonymität; Vermeidung von Konkurrenzen: Balance zwischen gruppenübergreifenden, offen interpretierbaren und flexiblen Räumen sowie spezifischen Räumen. -	 Einsehbarkeit und Übersichtlichkeit von Wegen und Flächen, Orientierungsmöglichkeit, ausreichende Beleuchtung, Barrierearmut oder -freiheit. B: Gestalterische Qualitäten Gestalterische Qualitäten im Sinne der Gendergerechtigkeit bedeutet, eine Balance zu finden zwischen geschlechter-, generationen- und kulturübergreifenden Gestaltungspräferenzen einerseits und nutzungsorientierter Gestaltung andererseits. C: Aufenthaltsqualität Eine hohe Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum bedeutet, dass die Nutzungswünsche und Ansprüche der unterschiedlichen Nutzer- und Nutzerinnengruppen Raum und Infrastruktur finden. Öffentliche Freiräume sind aus gesundheitlicher, sozialer und ästhetischer Sicht wichtige Ergänzungen zum engeren Lebensumfeld, so dass ihre Nutzung auch für Bevölkerungsgruppen mit körperlichen Behinderungen und Mobilitätseinschränkungen ermöglicht werden soll (vgl. Handbuch Design for All Berlin: Öffentlicher Freiraum, SenStadt 2010, siehe Anhang 4_1_09). -	 Zonierungen und klare, eindeutige Zuordnung der öffentlichen, halböffentlichen und privaten Flächen zur Sichtbarmachung von Zuständigkeiten, zur Vermeidung von Konflikten und besseren sozialen Kontrolle. -	 Schwellenbereiche als differenzierte, präzise angeordnete Bereiche des Übergangs sowie als Aufenthaltsorte, Orte der Kommunikation, als Tore und Durchgänge, die Kommunikation, Austausch und Verhaltenssicherheit fördern. Flexibilität von Flächen, so dass keine Nutzungen und Nutzungsgruppen ausgeschlossen werden. -	 Erschließung und Durchwegung, Sicherheitsbedürfnisse. Orientierung durch klare Raumdifferenzierung; eindeutige, übersichtliche Wegeführungen für die Hauptwege. Orientierung im Raum und von Ort zu Ort, Übersichtlichkeit, Verkehrssicherheit, Barrierefreiheit, Fluchtwege. Beleuchtung und Transparenz; ausreichende Beleuchtung der Haupt- und Nebenwege, Übersichtlichkeit durch Transparenz und Einsehbarkeit. Weitere Informationen zu Gender Mainstream siehe digitale Anlagen 4_1_06.

Standorteinbindung Zentral- und Landesbibliothek / Teil 3 Wettbewerbsaufgabe

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Teil 3	 Wettbewerbsaufgabe 3.1	Planungsumfang
Die im Wettbewerb zu bearbeitende Aufgabe umfasst den städtebaulichen Entwurf von Teilbereichen der neuen Stadtquartiere Tempelhofer Damm und Südring und den Entwurf des darin eingebundenen Neubaus der Zentral- und Landesbibliothek Berlin. Die freiraumplanerische Aufgabenstellung betrifft insbesondere einen am Tempelhofer Damm liegenden Stadtplatz und das Umfeld der ZLB. Im Anschluss an den vorliegenden Wettbewerb soll ein städtebaulicher Wettbewerb für das gesamte Quartier und ein Realisierungswettbewerb für die ZLB durchgeführt werden. Planungsvorgaben und Planungsziele ergeben sich aus den in Teil 2 der Ausschreibung vorliegenden Angaben, aus den im Folgenden dargestellten städtebaulichen und architektonischen Zielsetzungen sowie aus im Einzelnen beschriebenen funktionalen, technischen, ökologischen und wirtschaftlichen Anforderungen.

3.2	

Städtebauliche Zielsetzung

Quartier Tempelhofer Damm Durch die einzigartige Lage des Quartiers an der entstehenden Parklandschaft einerseits sowie andererseits an einer übergeordneten, Berlin durchquerenden Nord-Süd-Magistrale - Mehringdamm, Tempelhofer Damm, Mariendorfer Damm - und am Schienenverkehrsknoten von SBahn-Südring (Ringbahn) und U-Bahn-Linie 6 hat das Quartier Tempelhofer Damm die Chance, ein besonderes Standortprofil zu entwickeln. Die Ansiedlung der ZLB mit täglich rund 10.000 Besucherinnen und Besuchern und erwarteten Folgenutzungen - Einzelhandel, Gastronomie, ZLBaffine Gewerbe und Dienstleistungen -, ergänzt durch die Bespielung des nahe liegenden Flughafengebäudes mit Events von internationaler Ausstrahlung, begründen das Ziel eines urbanen Bildungs- und Wohnquartiers mit ausgeprägter Identität und hoher Nutzungsdichte. Das Quartier soll auf die ZLB reagieren, nicht umgekehrt. Durch die kulturellen, musealen und freizeitorientierten Nutzungsschwerpunkte mit sehr vielen Besuchern gibt es eine Vorprägung für Ergänzungsnutzungen wie Cafés, Restaurants, Touristikläden, Fahrradverleih, Trendsportarten und anderes. Die städtebauliche Struktur ist aus der sorgfältigen Analyse und Interpretation des Ortes abzuleiten. Sie soll ein stabiles städtebauliches Gerüst und ein Erschließungsmuster aufzeigen, die angesichts des auf viele Jahre angelegten Entwicklungszeitraums auch auf veränderte Rahmenbedingungen reagieren können. Das städtebauliche Konzept soll die Realisierung unterschiedlicher Gebäudetypen berücksichtigen und diesbezüglich hohe Flexibilität aufweisen. Das Land Berlin als Eigentümer und der Entwicklungsträger Tempelhof Projekt GmbH haben ein hohes Interesse an einer effektiven Vermarktung

Standorteinbindung Zentral- und Landesbibliothek / Teil 3 Wettbewerbsaufgabe

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der Grundstücke, die u.a. durch die Größe der verfügbaren Nettobaufläche und das mögliche Maß der baulichen Nutzung bedingt sind. Der wirtschaftliche Aspekt ist als wichtiges Kriterium bei der Entwurfsplanung zu beachten. Zielsetzung des Senates von Berlin ist es, bis zum Jahr 2016 insgesamt 30.000 Wohnungen im Land Berlin zu errichten. Aus diesem Grund sollen auch im Quartier Tempelhofer Damm und Quartier Südring mehr als 50 % Wohnen auf den nicht durch die ZLB genutzten Bauflächen ortsverträglich untergebracht werden. Die GFZ der nicht durch die ZLB genutzten Bauflächen kann zwischen 3,0 und 4,6 liegen. Anordnung und Flächenbilanz (BGF) der Wohn- bzw. der Gewerbenutzungen sind in den Plandarstellungen nachvollziehbar auszuweisen. Die klare Definition von öffentlichen und privaten Flächen ist gefordert. Die zum Tempelhofer Damm gelegenen Bereiche sind für überwiegend gewerbliche Nutzung, die zur Parklandschaft gelegenen Bereiche für überwiegende Wohnnutzung vorzusehen. Für die südliche Baufläche am zu planenden Stadtplatz und nahe der ZLB wird die Anordnung von öffentlichkeitsbezogenen Nutzungen, ggf. auch ein Hotelstandort oder ein Einzelhandel erwartet. Bevorzugte Zonen für gewerbliche Erdgeschossnutzungen (Einzelhandel, Dienstleistungen, Gastronomie) sind die der ZLB und der Haupterschließungsstraße zugewandten Bereiche. Grundsätzlich sind sowohl reine Wohnbauten und reine Gewerbebauten als auch Bautypen mit Nutzungsmischung möglich, wobei die Erdgeschosszonen im Sinne des Entstehens hochwertiger urbaner öffentlicher

Abb. 22. Ausschnitt aus dem Masterplan. ASTOC Architects & Planners zusammen mit UrbanPlan und ARGUS in Zusammenarbeit mit GROSS.MAX. Oktober 2012. Der Plan mit Legende ist als pdf-Datei den digitalen Anlagen beigelegt.

Standorteinbindung Zentral- und Landesbibliothek / Teil 3 Wettbewerbsaufgabe

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Abb. 23.	 Geplante Baufelder. Städtebauliche Qualifizierung, ASTOC.

Räume in der Regel attraktive öffentlichkeitsbezogene Nutzungen aufweisen sollen - entwurfskonzeptionell begründete Alternativangebote sind möglich. Im Interesse eines nachhaltigen Bebauungskonzeptes erscheint als Bautyp auch eine zeitgemäße Interpretation von Loftgebäuden sinnvoll. Dieser Bautyp könnte langfristig ein Alternieren und Kombinieren von gewerblichen, kulturellen und Wohnnutzungskomponenten und damit eine wünschenswerte Flexibilität auf veränderte Marktnachfragen ermöglichen. Gebäudeformen einschließlich ihrer Höhenentwicklung sind Gegenstand der Wettbewerbsaufgabe und stadträumlich zu begründen. Hinsichtlich der Gebäudehöhen wird eine sorgfältige Differenzierung, ggf. auch mit ausgeprägten Höhendominanten, erwartet. Die städtebauliche Struktur soll sich in Gliederung und Ausrichtung sowohl auf den Tempelhofer Damm als auch auf die Parklandschaft orientieren. Einblicke vom Tempelhofer Damm in das Quartier sowie Ausblicke vom Quartier auf die Parklandschaft sollen möglich sein. Für das gesamte Quartier Tempelhofer Damm ist eine BGF von insgesamt 390.000 m² kalkuliert, davon für die Wohnnutzung mind. 141.000 m² BGF. Diese Fläche entspricht in etwa einer Anzahl von mind. 1.330 Wohneinheiten mit ca. 2.250 Einwohnern. Es werden ca. 3.300 Arbeitsplätze (ohne ZLB) erwartet. Der insgesamt hohe Wohnungsanteil wirft Fragen nach der Versorgung des Quartiers durch eine Grundschule sowie durch eine Kita auf. Bedarfsgrößen und Standorte für die Infrastruktureinrichtungen sind noch nicht abschließend festgelegt und die erforderlichen Flächen sind kalkulatorisch noch nicht berücksichtigt. Sie sind daher nicht Gegenstand des Wettbewerbsentwurf. Aus dem prozessual entwickelten Masterplan (siehe 2.5 und Abb. 14 so-

Standorteinbindung Zentral- und Landesbibliothek / Teil 3 Wettbewerbsaufgabe

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Abb. 24.	 Raumkanten. Städtebauliche Qualifizierung, ASTOC.

wie Abb. 17, 18, 22 und 23 zu Parallelerschließung, Baufeldern, Raumkanten) sind als verbindliche Vorgaben zu berücksichtigen: -	 die an den Tempelhofer Damm anschließende Haupterschließung (Parallelerschließung) in der im Arbeitsplan 4_1_02 eingetragenen Lage und Dimensionierung -	 die äußere Abgrenzung des für eine Bebauung verfügbaren Baulandes und des für die ZLB festgesetzten Baufeldes -	 die Rollbahnfugen als bis an den Tempelhofer Damm geführte Freiräume -	 ein Stadtplatz am Tempelhofer Damm in Zuordnung zum S- und UBahnhof Tempelhof als Entrée zum Quartier, zur ZLB und zur Parklandschaft -	 Raumkanten zu den Rollbahnfugen, zum Taxiway und zum Tempelhofer Damm Nicht verbindlich sind die übrigen in Abb. 14 gezeigten Formationen wie Straßenführungen, Blockstrukturen, Zuschnitt des Stadtplatzes, Nutzungsverteilung etc. Essentials -	 Entwicklung eines besonderen Standortprofils für das neue Quartier und die ZLB, Nutzung der einzigartigen Chance durch die Lage am Park, am Nahverkehrsknoten und an der Verkehrsachse zum Stadtzentrum -	 Schaffung eines urbanen Bildungs- und Wohnquartiers, das soziale Mischung erlaubt und auf den Neubau der ZLB reagiert -	 Realisierung unterschiedlicher Gebäudetypen mit hoher Flexibilität -	 Verträgliches Maß der Nutzung, gute Vermarktbarkeit -	 Stadträumliche Begründung der Gebäudeformen, Höhenentwicklung und Nutzungsverteilung / Zonierung

Standorteinbindung Zentral- und Landesbibliothek / Teil 3 Wettbewerbsaufgabe

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Quartier Südring Im Quartier Südring ist geplant, insbesondere entlang der südlich verlaufenden Autobahn A100 und Ringbahn Technologie- und Gewerbenutzungen aufzunehmen und andererseits in der hochwertigen Lage an der Parklandschaft Wohnnutzung zu integrieren. Die Frage der Lärmbelastung von Süden und ein verträglicher Übergang von Gewerbe- und Wohnnutzung bedürfen noch der Konkretisierung. Im Rahmen der städtebaulichen Qualifizierung wurde über eine Lärmschutzwand entlang der südlichen Bahntrasse diskutiert, letztendlich würde nur diese einen ausreichenden Lärmschutz bieten. Geplant ist ein nutzungsgemischtes Quartier, das durch mehrere Grünfugen gegliedert wird. Es entstehen überschaubare Teilabschnitte mit unterschiedlichem Standortprofil. Die Grünfugen erhalten ihre Begründung aus dem Blick („Schaufenster“) in den Park, sichtbar von der Autobahn und Bahnstrecke. Sie haben jeweils Sichtbezug zu unterschiedlichen Standorten in der Parklandschaft, zum Flughafengebäude oder benachbarten Quartieren (Oderstraße). Außerdem gliedern sie die Baufelder und nehmen Funktionen wie die Regenwasserbewirtschaftung auf. Der im Ideenwettbewerb zu erarbeitende städtebauliche Entwurf ist im Sinne der Aufgabenstellung „Standorteinbindung Zentral- und Landesbibliothek“ auf den nordwestlichen Randbereich des Quartiers Südring begrenzt, der durch eine Grünfuge vom übrigen Teil des Quartiers Südring abgesetzt ist. Für den im Wettbewerbsgebiet liegenden Teil des Quartiers Südring kann in Übereinstimmung mit dem Vorschlag des Masterplans eine gewerbliche Nutzung (Forschung, Technologie, Bildung) angenommen werden. Die bauliche Dichte und die Bauhöhen sind hier vornehmlich stadträumlich zu begründen und somit entwurfsabhängig. Zusammen mit der ZLB wird die Bebauung eine wichtige Eingangssituation in die Quartiere und in die Parklandschaft markieren. Besondere Beachtung erfordert die räumliche Situation an der Bahntrasse. Auszugehen ist im Ideenwettbewerb von der Aufgabe der Kleingärten und einer baulichen Neufassung des Bahndamms mit einer senkrechten Stützwand. Grundsätzliche für das Quartier Tempelhofer Damm gestellte Forderungen wie die klare Definition privater und öffentlicher Räume und die Berücksichtigung von Vermarktungsbedingungen gelten auch für das Quartier Südring. Für das gesamte Quartier Südring ist eine BGF von insgesamt 373.000 m² kalkuliert, davon für die Wohnnutzung 110.000 m² BGF. Diese Fläche entspricht einer Anzahl von ca. 950 Wohneinheiten mit ca. 1.700 Einwohnern. Es werden ca. 3.300 Arbeitsplätze erwartet. Aus dem Masterplan sind als verbindliche Vorgaben zu berücksichtigen: -	 die durch das Quartier führende, in der Grünfuge abknickende und bis zur südlichen Rollbahn entlang der Bahntrasse verlaufende Haupterschließungsstraße

Standorteinbindung Zentral- und Landesbibliothek / Teil 3 Wettbewerbsaufgabe

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-	 die äußere Abgrenzung des für eine Bebauung verfügbaren Baulandes -	Raumkanten zur Rollbahnfuge, zum Taxiway und zur neuen Erschließungsstraße Nicht verbindlich ist die in Abb. 17 dargestellte Position des Abknicks der Erschließungsstraße nach Norden und damit der Ort der Überquerung der Rollbahnfuge. Die genaue Straßenführung und -gestaltung im Bereich des Vorfeldes der Rollbahn ist vielmehr im Rahmen des städtebaulichen Entwurfs zu lösen. Die Rollbahn selbst darf jedoch nicht überfahren werden. Ebenfalls nicht verbindlich sind die übrigen in Abb. 14 gezeigten Formationen wie untergeordnete Straßen bzw. Durchwegungen, Blockstrukturen, Nutzung etc. Essentials -	 Vorschlag für die Bebauung des nordwestlichen Randbereichs des Quartiers Südring gegenüber der ZLB -	 Stadträumlich begründete bauliche Dichte und Bauhöhen -	 Gute Vermarktbarkeit -	 Berücksichtigung der Lärmbelastung

3.3	

Freiflächen / Außenanlagen

Die Parklandschaft ist das integrative Element zwischen den Bestandsquartieren und der neuen Baufeld- und Freiflächenentwicklung. Dabei bilden die Quartiere sowohl den Rahmen als auch wesentliche Zugangsbereiche zur Parklandschaft und sind nicht getrennt von dieser zu betrachten. Es ist von einer engen Integration der Baufeld- und Parkentwicklung auszugehen, um das Entstehen einer abgeschlossenen und räumlich segregierten inneren Parklandschaft und einer außenliegenden Baufeldentwicklung zu vermeiden. Sowohl die enge Verzahnung von Baustrukturen und Park als auch die sorgfältige Gestaltung der Berührungspunkte sind von hoher Bedeutung. Insbesondere die den Baufeldern vorgelagerten Bereiche des Rings sind in der weiteren Entwicklung dahingehend weiter zu qualifizieren, dass ausreichend wohnortnahe und gut nutzbare Freiräume mit hoher Aufenthaltsqualität entstehen, ohne den grundlegenden Charakter der Offenheit und Weite der Wiesenlandschaft zu reduzieren. Die nördliche und südliche Rollbahn sind grundsätzlich in ihrer derzeitigen Form zu erhalten und als wichtige historische Spuren in die Gestaltung der Quartiersfreiflächen zu integrieren. Sie bilden ein wichtiges Element für die interne Gliederung des Quartiers, stellen die Sichtbezüge in die Parklandschaft sicher und dienen als Verbindungsräume zwischen der Umgebung, den Quartieren und der Parklandschaft. Die Rollbahnen und die damit verbundenen Fugen haben wegen ihrer beidseitigen Verankerung in den neuen Quartieren und ihrer verbin-

Standorteinbindung Zentral- und Landesbibliothek / Teil 3 Wettbewerbsaufgabe

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Abb. 25.	 Geplante Grünfugen. Städtebauliche Qualifizierung, ASTOC.

denden und identitätsstiftenden Wirkung eine übergeordnete Freiraumfunktion. Der neu zu planende Stadtplatz am Tempelhofer Damm soll sich dem anpassen und das südwestliche Ende der südlichen Rollbahnfuge ergänzen. Dabei kommt es insbesondere darauf an, die Sichtbarkeit der ZLB vom Tempelhofer Damm her zu gewährleisten. Beide Elemente bilden zusammen einen wichtigen Eingangsbereich zum Quartier am Tempelhofer Damm, zur ZLB und zur Parklandschaft Tempelhof. Die weiteren Freiräume im Quartier haben dem gegenüber eine lokale Funktion und sind dementsprechend auszubilden. Die in der westlichen Verlängerung der nördlichen und südlichen Rollbahn liegenden Freiraumbereiche sind als öffentliche Zugangs- und Aufenthaltsbereiche mit hoher Gestaltungsqualität sowohl für die Parklandschaft als auch für die bestehenden und neue Quartiere zu entwickeln. Dabei kommt ihnen eine wichtige Verbindungsfunktion zwischen Tempelhofer Damm und der Parklandschaft zu. Sie sind als öffentliche Freiflächen und Quartiersgrün auszubilden. Die Fugen sollen zwischen der Offenheit und Weite der inneren Parklandschaft und den kleinteiligeren Nutzungen innerhalb der Baufelder, des Tempelhofer Damms und der Siedlung Neu-Tempelhof vermitteln. Die Fuge in der westlichen Verlängerung der südlichen Landebahn muss zur Sicherung des Kaltluftaustausches weitgehend frei von Gehölzbeständen bleiben. Im Bereich zwischen südlicher Rollbahn und Tempelhofer Damm ist ein Stadtplatz zu planen. Als urbaner Platz soll er seiner strategisch wichtigen Lage und Funktion am U- und S-Bahnhof gerecht werden und als südwestlicher Eingang in die Parklandschaft sowie als repräsentativer Vorplatz für die neue Zentral- und Landesbibliothek dienen. Gleichzeitig soll er die Fußgängervernetzung der Quartiere und der Parklandschaft mit der Umgebung stärken.

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Es sind Sichtbeziehungen vom Tempelhofer Damm auf die ZLB und auf die Parklandschaft zu ermöglichen. Es wird die Schaffung von attraktiven und gut erreichbaren Parkzugängen in enger Verknüpfung mit den zukünftigen Baufeldern erwartet. Dabei sollen alle Zugänge grundsätzlich sowohl von Fußgängern als auch Radfahrern nutzbar sein. Die weiteren Freiflächen sind aufgrund des urbanen Charakters und der unmittelbaren Lage am Park als untergeordnete Grünstrukturen innerhalb des Quartiers zu planen. Erwartet werden öffentliche Haupt- und Nebenerschließungen sowie private Erschließungsflächen mit hoher Aufenthalts- und Durchwegungsfunktion, die sich im Umgang mit der Vegetation im Freiraum unterscheiden, um eine Raumhierarchie zu verdeutlichen. Die historischen Gleisanlagen stellen eine Verbindung mit dem Flughafengebäude und dem Columbiadamm her. Möglichkeiten zum erwünschten Erhalt und zur Integration der historischen Gleisanlagen in das zu entwerfende stadträumliche Gefüge sind zu prüfen. Hierbei ist auch die Höhenlage des Gleisbetts im Abschnitt zwischen den beiden Rollbahnen zu beachten. Die Bedarfe an öffentlichen Spielplatzflächen werden in der angrenzenden Parklandschaft verortet. Neben einer ausreichenden Flächenzuweisung soll dies auch eine Segregation zwischen quartiers- bzw. parkbezogenen Spielnutzungen vermeiden und die funktionale Verknüpfung mit den bestehenden Quartieren stärken. Die seitens des neuen Quartiers entstehenden Spielplatzbedarfe werden im Verlauf der weiteren Entwicklung weiter quantifiziert. Angedacht ist, im Bereich der südlichen Rollbahnfuge Spielmöglichkeiten zu integrieren. Die Integration von quartiersbezogenen Freiflächennutzungen in die Parkgestaltung soll für eine enge Verzahnung sorgen und die identitätsstiftende Qualität der Parklandschaft zum Teil der Quartiersentwicklung machen. Es ist eine enge Verknüpfung der Fuß- und Radwegeverbindung mit der Parklandschaft als Teil des großräumlichen Wegenetzes zu gewährleisten. Essentials -	 Verzahnung von Park, ZLB und Quartier -	 Gut nutzbare Freiräume mit hoher Aufenthalt- und Durchwegungsqualität -	 Erhalt und Integration der Rollbahnfugen -	 Entwicklung eines Stadtplatzes als Eingang in die Parklandschaft und das Quartier, Vorplatz für die ZLB -	 Ermöglichung einer Sichtbeziehung vom Tempelhofer Damm zur ZLB -	 Bezug zum Flughafengebäude und zum Taxiway

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3.4	

Erschließung / Stellplätze

Bei einem Projekt dieser Größenordnung besteht eine der zentralen Aufgaben darin, den entstehenden Neuverkehr, insbesondere den motorisierten Teil, im umliegenden Straßennetz verträglich abzuwickeln und den Anteil des motorisierten Neuverkehrs am gesamten zusätzlichen Verkehrsaufkommen möglichst gering zu halten. Eine wesentliche Fragestellung für die Verkehrsplanung besteht darin, gangbare Wege zur Reduktion der Nachfrage im motorisierten Verkehr aufzuzeigen. Auf dem Tempelhofer Feld, zwischen sensiblen Wohnquartieren, Freizeitnutzungen und überlasteten Hauptverkehrsstraßen, sind angemessene Antworten für die Entwicklung lebenswerter, in die Stadtstruktur integrierter Quartiere von vitaler Bedeutung. Eine geänderte Einstellung zum Pkw-Besitz und neue Mobilitätsangebote wie Car Sharing, Fahrradleihsysteme oder Mitfahrorganisationen eröffnen für die Verkehrsplanung urbaner Quartiere neue Handlungsoptionen, gehen jedoch auch mit neuen Anforderungen einher. Sie ergänzen das Angebot des ÖPNV, ermöglichen die Abstimmung der individuellen Mobilitätsbedürfnisse mit dem aktuellen Verkehrsangebot und können die Festlegung der Verkehrsteilnehmer auf bestimmte Verkehrsmittel lockern. Diese technischen und kulturellen Entwicklungen sind durch eine zeitgemäße Verkehrsplanung zu fördern. Für die neuen Stadtquartiere am Rand des Tempelhofer Feldes ist deshalb grundsätzlich von einer verminderten Nutzung des MIV auszugehen. Für den Wohnungsbau ergeben sich aus diesen Entwicklungen neue Perspektiven im Hinblick auf die Zahl der herzustellenden Stellplätze sowie der alternativen Verkehrsangebote zur privaten Pkw-Mobilität. Aufwändige Tiefgeschosse, flächenintensive Parkplätze oder verkehrsbedingte Umbaumaßnahmen im Umfeld können reduziert werden und die Baukosten entsprechend gesenkt werden. Freiraumqualitäten werden möglich, die sich positiv von herkömmlichen Wohnumfeldern abheben, wenn große halböffentliche, wohnungsbezogene Räume mit wenig Autoverkehr entstehen. Diese eröffnen auch neue Vermarktungsmöglichkeiten für die Projektentwicklung. Die Parallelerschließung mit Zweirichtungsverkehr und Anschlüssen im Bereich Hoeppnerstraße im Süden und im Bereich Paradestraße im Norden ist als verbindliche Vorgabe für den Wettbewerb anzunehmen. Die Erschließungsflächen der Teilbereiche sind in öffentliche Erschließungen und untergeordnete Erschließungen auf privatem Bauland zu differenzieren. Die Straßen im Quartier werden im Masterplan als typische Sammelstraßen mit einer Fahrbahnbreite von 6,50 m bzw. 5,50 m bei Strecken ohne Linienbusverkehr mit beidseitigem Park- bzw. Grünstreifen sowie ausreichende Flächen für den Fußverkehr (Gehwegbreite: 4,25 m bzw. 4,75 m) vorgeschlagen. Die Straßenprofile sollen ausreichend Platz für Fußgängerwege bieten, so dass eine fußläufige Vernetzung des Quartiers mit der Umgebung sowie

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der Parklandschaft gegeben ist. Im Süden des Wettbewerbsgebiets ist das Quartier Tempelhofer Damm mit dem Quartier Südring verkehrlich über eine Verbindungsstraße verknüpft, über die u. a. eine Buslinie und der Lieferverkehr für die Zentralund Landesbibliothek geführt werden soll. Die Verbindungsstraße quert die südliche Fuge. Die genaue Lage der Querung sowie ihre Gestaltung und freiräumliche Integration ist Teil der Entwurfsaufgabe. Die Ausbildung der Querung soll im Sinne einer gemeinsamen Nutzung des öffentlichen Raums (Begegnungszone) erfolgen. Die Verkehrsflächen sind so zu gestalten, dass sie eine Aufenthaltsqualität aufweisen, die die gegenseitige Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer fördert und den motorisierten Verkehr zu einer angepassten Geschwindigkeit veranlasst. Ruhender Verkehr ist in diesem Bereich auszuschließen. Nach der neuen Ausführungsvorschrift gibt es keine Nachweispflicht für private Stellplätze. Die Höhe der nachzuweisenden Behindertenstellplätze und Fahrradabstellanlagen richtet sich nach den in der Ausführungsvorschrift zu § 50 der Berliner Bauordnung für die jeweiligen Nutzungen enthaltenen Richtzahlen (siehe AV Stellplätze im Anhang 4_1_08). Öffentlicher Personennahverkehr / Fahrrad Als Ort der ökologischen und ökonomischen Nachhaltigkeit wird die ZLB die Nutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs und die Fahrradnutzung besonders unterstützen. Die Anbindung der ZLB und der Quartiere an den ÖPNV ist kurzwegig und orientierungsfreundlich zu gestalten. Hierbei kann von der Wiederherstellung des im östlichen Gehwegbereich des Tempelhofer Damms vorhandenen, zurzeit verschlossenen U-Bahnzugangs und der Verlängerung des S-Bahnsteigs nach Osten (s. 2.8) ausgegangen werden. Der Anschluss über ausgewiesene Zugangspunkte an alle in der Parklandschaft vorhandenen Radwegeverbindungen ist sicherzustellen. Durch die Schnittstellenlage zwischen Stadtraum und fahrradfreundlichem Park wird die ZLB einen hohen Bedarf an Fahrradstellplätzen haben. Insgesamt sind im Erschließungsbereich der ZLB 1.200 Fahrradstellplätze (600 Bügel) nachzuweisen. Die bisherige Vorgehensweise in Berlin sieht für jeden Bügel bei Senkrechtaufstellung 2 m Länge x 1,5 m Abstand = 3 m² zuzüglich anteiliger Fahrgasse 1,8 m x 1,5 m / 2 =1,35 m² vor. Hieraus ergibt sich ein Gesamt-Flächenbedarf von 600 x 4,35 m² = 2.610 m². Andere wirtschaftliche Lösungen können vorgeschlagen werden. Lieferverkehr Zentral- und Landesbibliothek Die logistische Erschließung mit Lieferverkehr ist für den Bibliotheksbetrieb, die gastronomischen und Veranstaltungsbereiche und die Shopflächen nachzuweisen, siehe 3.9 Funktionale Anforderungen. Die Verknüpfung der Anfahrt für die Ver- und Entsorgung mit dem Personaleingang / Pförtner ist aus organisatorischen und betriebswirtschaftlichen Gründen gewünscht.

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Es ist mit bis zu 100 Liefervorgängen pro Tag und bis zu 3 Lkw (max. 7,5 Tonner) zeitgleich auszugehen. Eine Logistikzone einschließlich Anlieferung kann auch im Untergeschoss vorgesehen werden. Ruhender Verkehr ZLB Es sind 50 notwendige Behindertenstellplätze in funktional und gestalterisch guter Anordnung auf dem Grundstück der ZLB nachzuweisen. Die ZLB wünscht sich zukünftig Besucherstellplätze. Es soll ein privater Investor und Betreiber für eine Stellplatzanlage gefunden werden. Hierfür wurden 3 Varianten geprüft. Bei den angesetzten Kosten handelt es sich um reine Baukosten (KG 300+400), ohne Baunebenkosten und Mehrwehrtsteuer. Aus verkehrlicher Sicht sind max. 650 Stellplätze verträglich.

Abb. 26.	 Standortvarianten Stellplätze ZLB. ASTOC. 2012.

Variante 1 Die Tiefgarage wird unter der öffentlichen Platzfläche am Tempelhofer Damm, westlich der Verbindungsstraße zwischen den Quartieren Tempelhofer Damm und Südring angeordnet. Die Zufahrt erfolgt von Süden, in Verlängerung der Straße entlang des Bahndamms. Aus gestalterischen Gesichtspunkten ist die Zu- und Abfahrt im südlichen Bereich der Grünfuge am Bahndamm sinnvoll. Hierdurch bleiben die Blickbeziehungen vom Tempelhofer Damm in Richtung Parklandschaft und ZLB weitestgehend erhalten. Zum geplanten östlichen U-Bahnausgang, möglichem Baumbestand sowie der Abfahrt in Richtung Parallelstraße wird hier Abstand gehalten Anzahl der Stellplätze: 224 StPl. auf 1 Ebene Kostenansatz 1.UG: 17.500 €/StPl.

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Kostenansatz 2.UG: 18.800 €/StPl. Kostenansatz 3.UG: 19.900 €/StPl. Variante 2 Die Tiefgarage wird unter der Platzfläche am Tempelhofer Damm, östlich der Verbindungsstraße zwischen den Quartieren Tempelhofer Damm und Südring angeordnet. Dadurch ist eine direkte Verbindung der unterirdischen Stellplätze mit dem Grundstück der ZLB möglich. Die Zufahrt erfolgt weiterhin von Süden, in Verlängerung der Straße entlang des Bahndamms. Die Zu- und Abfahrt wird im südlichen Bereich der Grünfuge angeordnet. Hierdurch bleiben die Blickbeziehungen vom Tempelhofer Damm in Richtung Parklandschaft und ZLB weitestgehend erhalten. Anzahl der Stellplätze: 220 StPl. auf 1 Ebene Kostenansatz 1.UG: 17.500 €/StPl. Kostenansatz 2.UG: 18.800 €/StPl. Kostenansatz 3.UG: 19.900 €/StPl. Variante 3 Variante 3 stellt eine Hochgarage auf den westlichsten Baufeldern des Quartiers Südring dar. Die Zufahrt erfolgt von Süden, der Bereich zwischen Hochgarage und Bahndamm wird für die Erschließung als sinnvoll erachtet. Hierdurch wird die Grünfuge nicht beeinträchtigt, die Blickbeziehungen vom Tempelhofer Damm in Richtung Parklandschaft und ZLB bleiben erhalten. Anzahl der Stellplätze: 96 StPl. auf 1 Ebene Kostenansatz einfacher Standard: 8.000 €/StPl. Kostenansatz gehobener Standard: 12.500 €/StPl.* * Stahlverbundbau (z.B. Flughafenstandard) Da sich der Standort für die Hochgarage auf einem potentiellen Baufeld befindet, muss in diesem Fall der angenommene Grundstückswert von ca. 400 €/qm zu den Baukosten hinzugerechnet werden: Kostenansatz Grundstück: ca. 1.420.000 € Die Stellplatzvarianten sind ausführlich im Anhang, siehe 4_1_02_Arbeitsplaene als dwg-Dateien dargestellt. Es ist Bestandteil der Wettbewerbsaufgabe, eine der Standort-Varianten in die Entwurfsplanung einzubinden und ggf. entsprechend zu modifizieren. Als Vorgabe gilt, dass die Zufahrt zur ZLB von Süden durch das Quartier Südring erfolgen soll. Feuerwehr Maßgeblich für die Einhaltung der Feuerwehrflächen ist die MusterRichtlinie für die Feuerwehr / Fassung Juli 1998, siehe digitalen Anhang 4_1_09_Richtlinien. Es ist eine Feuerwehrumfahrung um den Neubau zu gewährleisten. Die Inanspruchnahme des Taxiways ist möglich.

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Essentials -	 Entwicklung einer quartiersinternen Erschließung mit Anbindung an die vorgegebene Parallelstraße am Tempelhofer Damm -	 Differenzierung der öffentlichen und der Erschließung auf privatem Bauland -	 Lage der Anbindung der südlichen Verbindungsstraße, Gestaltung der Querung der südlichen Fuge -	 Nachweis von Behindertenstellplätzen und Fahrradstellplätzen -	 Gewährung einer kurzwegigen Anbindung an den ÖPNV -	 Herstellung von Fuß- und Radwegverbindungen in den Park -	 Einbindung einer der vorgeschlagenen Varianten für die Besucherstellplätze

3.5	

Die Bibliothek im 21. Jahrhundert

Information Store Öffentliche Bibliotheken sind Information Stores, Orte der frei bestimmten Bildung. Das wird sich auch in der Bibliothek des 21. Jahrhunderts nicht ändern. Neu sind vielfältige Kanäle zum Wissen, die über das reine Buch hinausgehen. Ihre Vitalität bezieht die moderne Bibliothek nicht allein durch das kostenfreie Angebot von Wissen, sondern durch kompetentes Geleit durch vielfältige neue und herkömmliche Informationsangebote. Sie kuratiert Wissen und berät Wissenssuchende – und das ohne kommerzielle Interessen. Die Bibliothek des 21. Jahrhunderts ist Schnittpunkt aller Wege im Informationszeitalter. Treffpunkt Öffentliche Bibliotheken sind Treffpunkte, Orte des Austauschs und der Begegnung. Sie sind öffentlicher Raum, Raum für alle. Das wird sich in der Bibliothek des 21. Jahrhunderts verstärken. Neu ist die Aufgabe als kulturelle Drehscheibe und Plattform für den gesellschaftlichen Diskurs, in der sich Nutzende vernetzen, Wissen erwerben und austauschen. Die Bibliothek des 21. Jahrhunderts ist ein hochlebendiges Forum, Identifikations- und Treffpunkt der Stadtgesellschaft. Produktivität/Kreativität Öffentliche Bibliotheken helfen produzieren. Sie ermöglichen Recherche und Erkenntnisgewinn zu allen Themen. Das wird sich in der Bibliothek des 21. Jahrhunderts ausweiten. Neu ist ein umfangreiches Angebot aus allen kreativen Produktionssparten. Die Bibliothek des 21. Jahrhunderts verfügt über eine technische Intelligenz, die allen Nutzenden zur Verfügung steht. Zuhause Die Bibliothek des 21. Jahrhunderts ist ein Zuhause für die Menschen der Stadt. Sie muss einladend sein. Sie muss ein Ort der Nutzenden sein, sie müssen ihren Weg hinein sehr einfach finden. Sie müssen leicht über die Vielfalt der Angebote verfügen können. Die Bibliothek des 21. Jahrhundert trägt der geschwinden Veränderung der Medienwelt Rechnung. Sie ist offen und flexibel.

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3.6	

Die neue Zentral- und Landesbibliothek

Die Stiftung Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) ist die größte öffentliche Bibliothek Deutschlands, gegründet im Oktober 1995 durch die Fusion der Westberliner Amerika-Gedenkbibliothek (AGB) und der Ostberliner Berliner Stadtbibliothek (BStB). Sie ist gegenwärtig auf drei Standorte in der Stadt verteilt, deren räumliche Bedingungen für Nutzer und Personal unzureichend und nicht bedarfsgerecht sind. Mit dem Neubau soll durch die Vereinigung der bisherigen Standorte und durch eine bedarfsgerechte räumliche Ausstattung eine neu strukturierte, attraktive und servicestarke Universalbibliothek in Berlin entstehen. Die ZLB übernimmt als Zentralbibliothek gegenüber den dezentralen Stadtbibliotheken der Berliner Bezirke eine führende Rolle. Sie bietet für das gesamtstädtische Bibliothekssystem zahlreiche Dienstleistungen an, bedient in ihrem Bestand und ihren Aktivitäten spezielle Interessen, erweitert die bibliothekische Grundversorgung der Bezirke und schlägt so eine Brücke zu den wissenschaftlichen Bibliotheksangeboten der Stadt. Als Metropolenbibliothek wird sie nicht nur ein populäres, sondern auch ein wissenschaftliches Angebot vorhalten und so auch Ort für außeruniversitäres wissenschaftliches Arbeiten sein. Als Landesbibliothek ist die ZLB ein wichtiger Teil des kulturellen Gedächtnisses Berlins mit reichhaltigem Bestand aus einem Zeitraum von mehr als 100 Jahren. Hier sind alle gedruckten Publikationen von Berliner Verlagen und Verlagen mit Berliner Standort in allen Wissensgebieten verfügbar. Durch die Sammlungsschwerpunkte und Erwerbungsprofile der Berlin-Studien, der Historischen Sammlungen und der Senatsbibliothek Berlin bietet die ZLB einen umfassenden physischen und digitalen Bestand und vielfältiges Wissen über Berlin und die Region an - stadthistorisch, städtebaulich, kommunalwissenschaftlich, gesellschaftlich, politisch. Sie ist damit Knotenpunkt für Information und Wissen über Berlin. Der Neubau auf dem Tempelhofer Feld soll die Funktionen der Bibliothek in neuer Qualität umsetzen. Die ZLB wird für die Informations- und Wissensversorgung einen vielfältigen, aktuellen und gut ausgebauten Medienbestand und Zugriff auf verschiedenste digitale Ressourcen anbieten. Sie soll die Teilhabe an der Wissensgesellschaft ermöglichen, ein Ort für jedes Lebensalter und für lebenslanges Lernen, für die Weiterbildung und den fachlichen Austausch sein. Der frei zugängliche Bestand der ZLB besteht im Neubau aus 1,0 Millionen Medieneinheiten, die größtenteils fachsystematisch aufgestellt werden. Der Magazinbestand wird zum Zeitpunkt des Einzugs etwa 3 Mio. Medieneinheiten umfassen. Das neue Haus stellt insgesamt etwa 3.200 Lese-, Lern-, Hör-, Seh- und Arbeitsplätze sowie eine Vielzahl von Gruppenräumen bereit. Es ist von täglich 10.000 Besuchern, an Spitzentagen von bis zu 15.000 Besuchern auszugehen. Hiervon sind bei einer Verweildauer von durchschnittlich 4 Stunden an Durchschnittstagen 5.000 bis 6.000 Besucher gleichzeitig im Gebäude.

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Geöffnet ist die Bibliothek täglich, auch am Wochenende, von 8 bis 24 Uhr. Ca. 300 Bibliotheksmitarbeiter sind im Hause tätig. Als Ort der Kreativität und Produktivität wird die neue ZLB in Magazinvorhalteflächen Mietflächen für Studios, Ateliers und Projekträume für die kreative Szene Berlins bereitstellen. Die ZLB kann damit neben ihrem Bildungsauftrag auch intellektuellen und künstlerischen Produktionsprozessen sowie experimentellen Veranstaltungsformaten die erforderlichen Grundlagen bieten. Mit ihrer Programm- und Veranstaltungsarbeit und ihrem öffentlich nutzbaren Raumangebot wird die ZLB zu einem Forum der Stadtgesellschaft, zur Plattform für den politischen und stadtgesellschaftlichen Austausch. Sie wird Integration und Vernetzung sowie aktives bürgerliches Engagement fördern – und zwar insbesondere unter dem Aspekt der Teilhabeund Generationengerechtigkeit. Als Ort für kulturelle und politische Bildung, als demokratisches Forum und Serviceeinrichtung in der Stadt soll sie allen Menschen, unabhängig von Alter, Bildungsgrad, sozialer und ethnischer Herkunft, einen gemeinsamen, attraktiven Arbeits-, Lern-, Kommunikations- und Aufenthaltsort bieten. Als Metropolenbibliothek des 21. Jahrhunderts soll die neue ZLB ein zuverlässiger Ort der Informations- und Wissensvermittlung, vor allem aber ein identitätsstiftender gemeinsamer Ort für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Berlin sein, der Vielfalt und das Zusammenleben in einer international geprägten Metropole fördert. Mit ihrem Medien- und Dienstleistungsangebot, attraktiven Räumen, Aufenthalts- und Arbeitsmöglichkeiten, gastronomischen und Veranstaltungsangeboten soll die ZLB zu einem Knotenpunkt für Kultur, Bildung, Freizeitgestaltung und gesellschaftliches Engagement werden und internationale Ausstrahlung entfalten. Die ZLB wird außerdem einen neuen Einrichtungstyp im Humboldtforum im Berliner Schloss schaffen. Auf 4.000 m² im ersten Obergeschoss wird unter dem Titel „Welt der Sprachen“ eine Kombination aus Bibliotheksund Edutainment-Bereichen mit dem Schwerpunktthema „Sprache(n)“ entstehen, die eine Abrundung des Gesamtkonzepts des Humboldtforums in Bezug auf immaterielle Kulturgüter darstellt. Dieser Spezialbereich des Humboldtforums stellt keine Doppelung von Funktionen der Zentralbibliothek auf dem Tempelhofer Feld dar, sondern wird als neuartiges Format im Kontext des für das Humboldtforum konstitutiven „Dialogs der Kulturen“ eine eigenständige Rolle spielen.

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3.7	 	

Zentral- und Landesbibliothek Berlin Städtebauliche und architektonische Ziele

Der Neubau der Zentral- und Landesbibliothek ist eines der größten aktuell geplanten Hochbauprojekte in Berlin. Darüber hinaus ist die ZLB als bedeutender Impuls für die Stadtentwicklung und die Identitätsbildung der entstehenden Quartiere Tempelhofer Damm und Südring zu verstehen. Ein wichtiger Aspekt wird daher sein, wie die zukünftige ZLB als dauerhaft integraler Bestandteil das neue Stadtquartier determiniert und wie ein Austausch mit den benachbarten Nutzungen erfolgen kann. Innerhalb der Quartiere Tempelhofer Damm und Südring wurden unterschiedliche Standorte untersucht. Kriterien der Standortsuche waren u.a. die ÖPNV-Erreichbarkeit, die zukünftigen Belastungen des neu zu entwickelnden und bestehenden Straßennetzes durch die Verkehre zur ZLB der Bezug zum Park und die Sichtbarkeit von außen, Fragen der Grundstücksverfügbarkeit und der Andienung und letztendlich - aufgrund der Größe des zukünftigen Gebäudes - der Bezug zum bestehenden Flughafengebäude. Ergebnis war ein Standort im Süden des Quartiers Tempelhofer Damm. Ausschlaggebend waren die gute Anbindung an den ÖPNV, der unmittelbare Bezug zur Parklandschaft und die gute Sichtbarkeit vom Tempelhofer Damm, von der südlichen, angrenzenden Ringbahn und von der A 100. Das festgelegte Baufeld grenzt an die südliche Start- und Landebahn und bildet über den zu gestaltenden Stadtplatz den südwestlichen Auftakt und Eingang der Parklandschaft. Die stadt- und architekturgeschichtliche Bedeutung des direkten Umfelds stellt hohe Ansprüche an den Entwurf. Die Architektur muss sich in ein geschichtlich gewachsenes Umfeld integrieren, sich in Nachbarschaft des Flughafengebäudes stadträumlich und architektonisch behaupten können und zudem eine angemessene Antwort auf die Lagegunst am weiten einzigartigen Freiraum bieten. Das Haus soll sich in beide Richtungen - Stadt und Freiraum - öffnen und die richtigen programmatischen, inhaltlichen und gestalterischen Akzente für seine urbanen Seiten und seine landschaftlichen Seiten finden. Erwartet wird eine starke Vernetzung mit der Parklandschaft, siehe 2.4 Parklandschaft Tempelhof. Die Bibliothek soll zwischen dem turbulenten und intensiven Stadtalltag einerseits und dem erholsamen und extensiven Freizeitcharakter des Parkaufenthalts andererseits vermitteln. Die Beziehung zwischen Bibliothek und Park könnte ein leitmotivisches Thema des Gebäudes und auch seiner Programmatik sein. Beide Orte werden an sich bereits „Adressen“ mit klarer Identität sein, doch in ihrer Synthese soll ein neues selbstverständliches Ensemble entstehen. Die Bedeutung einer zentralen Metropolenbibliothek mit einem Exzellenzanspruch in kultureller und politischer Bildung und Partizipation erfordert ein starke und selbstbewusste Architektur. Der Neubau der ZLB soll ein neues architektonisches Wahrzeichen der Stadt werden und als stadträumliche Landmarke weithin sichtbar sein. In diesem Zusammenhang ist

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zu beachten, dass die Gebäudehöhe des Neubaus im Ergebnis der wirtschaftlichen Beurteilung des Auslobers verbindlich nicht höher als 60 m werden soll. Die Architektur soll Offenheit, Niedrigschwelligkeit und Transparenz ausstrahlen. Diesem grundsätzlichen Anspruch hat auch eine ambitionierte innenräumliche Gestaltung zu folgen. Die ZLB auf dem Tempelhofer Feld soll ein gutes Beispiel für barrierefreie Gestaltung sein. Als zentraler öffentlicher Ort muss sie konsequent den Ansatz des „Universal Design“ bzw. „Design for all“ umsetzen, der auf möglichst umfassende Inklusion hin optimiert ist. Universal Design ist ein Mehrwert für alle Nutzer und muss als Philosophie der Planung der neuen Bibliothek fest verankert sein. Die ZLB soll ein Ort der Nachhaltigkeit sein, und zwar in allen Dimensionen nachhaltiger Entwicklung. In ökologischer Hinsicht sollen das Gebäude und seine Infrastrukturen ressourcenschonend, effizient und wirtschaftlich sein. Vor allem die Stabilität der Umgebungsbedingungen in Magazinen und Publikumsbereichen sind sensible Elemente der Planung. Ein effizienter Bibliotheksbetrieb lässt sich am besten in einer kompakten Bauform realisieren. Ein kompaktes Gebäude reduziert Streckenlängen, vereinfacht Streckengeometrien, verkürzt dadurch Wege und verringert das technische Komplikationspotenzial. Eine hohe Servicedichte kann in einem kompakten Gebäude optimal hergestellt werden: Ressourcen für Personal, technische Infrastrukturen, Wartung und Pflege - sowohl gebäude-, als auch nutzungsspezifischer Art - lassen sich in einem kompakten Haus ökonomisch gestalten und nutzen. Hinzu kommen die ökonomischen und ökologischen Vorteile eines günstigen Verhältnisses von Volumen und Hüllfläche. Bibliotheken müssen aufgrund der sich stetig wandelnden Medienlandschaft und eines sich rasch ändernden Nutzungsverhaltens in besonderem Maße bereit sein, die räumlichen und technischen Rahmenbedingungen ihres Betriebs zu modifizieren. Für diese kontinuierlichen Veränderungsprozesse müssen nachhaltige Voraussetzungen geschaffen werden, sodass die ZLB hohe Anforderungen an die Flexibilität des Gebäudes stellt. Diese Anforderungen müssen Bestandteil des Entwurfskonzepts sein. Die ZLB begreift ihr Wirken am neuen Standort als Plattform für Informations- und Wissensvermittlung und als stadtgesellschaftliches Forum; sie wird Angebote bereitstellen, die sich im Dialog mit ihrem kulturellen, städtischen und gesellschaftlichen Umfeld permanent dynamisch weiterentwickeln müssen. Ändern sich die Nutzungsanforderung und das Nutzerverhalten, muss die Bibliothek konzeptionell, technologisch und auch räumlich flexibel darauf reagieren können. Ein wirtschaftlich nachhaltiger Betrieb, die Funktionalität der technischen Abläufe und eine hohe Benutzerfreundlichkeit sind Faktoren, die im Verlauf der zeitlichen Entwicklung künftige Anpassungen potenziell erforderlich machen. Diese Flexibilität kann sowohl Raumprogrammierungen, Aufenthaltsqualitäten und Wegeführungen, als auch die gebäudetechnische Infrastruktur und Ausführung

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bzw. Anordnung der Innenausstattung und des Funktionsmobiliars betreffen. Zudem muss es möglich sein, sich im späteren Betrieb des Gebäudes als dysfunktional erweisende Lösungen funktional umzugestalten. Der westseitig vorgelagerte Stadtplatz muss auch in den Abendstunden und in der Nacht einen freundlichen und Sicherheit bietenden Charakter haben. Der ostseitige Übergang zwischen Park und Gebäude stellt eine besondere Gestaltungsaufgabe im Sinne der Verknüpfung von Bibliothek und Park dar, und zwar auch für die inneren Funktionen des Hauses. Der Park soll auch durch die Gestaltung dieses Übergangsbereichs in der Bibliothek spürbar sein. Die südliche Seite des Baufeldes ist zur Rollbahnfuge ausgerichtet, die im übergeordneten Erschließungskonzept und in der Freiraumnutzung entwurfsabhängig eine zentrale Rolle spielen wird. Die nördliche Seite des Baufeldes ist durch die Orientierung auf das Quartier und eine daraus resultierende relative Nähe zu benachbarten Baukörpern geprägt. Diese Situation erfordert und ermöglicht zugleich in besonderer Weise die Entwicklung synergetischer Bezüge in Nutzung und Gestaltung von Bibliotheksgebäude und benachbarter Bebauung. Der Charakter einer Gebäuderückseite ist hier sowohl in stadträumlicher als auch in funktionaler Hinsicht unbedingt zu vermeiden. Grundsätzlich wird erwartet, dass die räumliche Organisation der bibliothekischen Nutzungsbereiche intensiv auf den besonderen Standort eingeht, und zwar sowohl in Bezug auf den benachbarten Freizeitraum der Parklandschaft als auch auf den Stadtraum Tempelhofer Damm und Quartier. Hierbei ist die Stadtkulisse als Orientierungsmerkmal erlebbar zu machen. Das Erdgeschoss als Eingangsebene der Bibliothek bildet eine Art städtisches Forum zwischen Stadt- und Parkraum. Es ist kein klassischer Bibliotheksraum, sondern es charakterisiert das Haus als Ort von kultureller Bildung, Kreativität und als Forum der Stadtgesellschaft. Das Haus soll sich hier als offen zugängliches Bürgerforum präsentieren. Die Publikumsbereiche als größter und wichtigster Funktionsblock im Gebäude sollen die innenräumlichen Eigenschaften des Hauses am stärksten formen. Für die Qualifizierung der Publikumsbereiche sind zunächst das differenzierte Raum- und Funktionsprogramm maßgeblich, außerdem ist ein hohes Maß an Nutzungsflexibilität wünschenswert. Dennoch wird eine umfassende innenräumliche Idee für das Gebäude erwartet, um einen als einzigartig erkennbaren, identitätsstiftenden Ort für Lesen, Arbeiten, Lernen, Kommunikation und Austausch zu gestalten. Die Räume sind dementsprechend als innere Landschaften zu verstehen, die bei aller Flexibilität auch identifizierbar sein sollen.

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Unterschiedliche Grade von Verdichtung und Freiraum sollen sich abwechseln, verschiedene Mentalitäten von Nutzern, unterschiedliches Lernverhalten und unterschiedliche Arbeitsmodi sollen Berücksichtigung finden. Verschiedene Atmosphären sollen gestaltet werden durch einen entsprechenden Innenausbau, einen zu Gebäude und Bibliotheksnutzung passenden und nachvollziehbaren Rhythmus der unterschiedlichen Arbeitsund Leseplatzsituationen sowie das Spiel mit Transparenz, Separierung oder Kombination der verschiedenen Funktionen. Die Zuordnung von Bereichen mit verschiedenen akustischen Eigenschaften und Erfordernissen ist sensibel zu handhaben. Es muss Zonen für Kommunikation ebenso geben wie Zonen für Konzentration und Kontemplation. Die Erschließungssysteme für das Publikum müssen sowohl räumlich als auch technisch leicht verständlich und intuitiv erfassbar gestaltet sein.

Essentials -	 Nutzung der einzigartigen Lagegunst an der Parklandschaft -	 Gute Adressierung und Sichtbarkeit der ZLB vom Tempelhofer Damm -	 Neubau als Katalysator für die städtebauliche und strukturelle Entwicklung -	 Öffnung des Neubaus in die Stadt und den Freiraum, Setzung der richtigen programmatischen, inhaltlichen und gestalterischen Akzente -	 Ambitionierte Gestaltung als neues architektonisches Wahrzeichen mit überzeugenden äußeren und inneren Qualitäten -	 Entwicklung einer funktionalen und gestalterisch hochwertigen inneren Gebäudeorganisation mit vielfältigen Raumatmosphären

3.8	

Raum- und Funktionsprogramm

Grundlage des Gebäude-Entwurfs ist das Raumprogramm mit insgesamt 51.539 m² Nutzfläche. Das Raumprogramm mit Auflistung aller Räume ist zur Information als digitale Anlage 4_1_03_01_ZLB_Raumprogramm beigelegt. Die folgende Tabelle bildet die Zusammenfassung von Einzelräumen zu übergeordneten Nutzungsbereichen ab. Alle Geschossebenen sind im Maßstab 1:500 darzustellen. Für die dort untergebrachten Nutzungen wird die Darstellung der Nutzungsbereiche gemäß folgender Tabelle ohne weiteren Nachweis von Einzelräumen gefordert.

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Nutzung

1 1.1 - 1.2 1.3 - 1.4 1.5 1.6

Eingangsbereich Eingangshalle mit Windfängen Erstinfo / Nutzeranmeldung (je 2 Thekenanlagen) Metropolitan Lounge Kinderbetreuung

1.7-1.8 a,b 3 Shopflächen à 60 m² 1.9 1.10 1.11 1.12 1.13 1.14 2 2.1 - 2.2 2.3 - 2.4 3 3.1 - 3.2 3.3 3.4 3.5 - 3.12 3.13 3.14 Geldausgabeautomat Allgemeiner Zeitungs-/Zeitschriftenbereich/Presse Tempelhofer Park - Infopoint Schließfachanlagen Pförtnerraum Stehterminals für kurze Recherchen 20 Stk. je 1,5 m² Gastronomie Café-Bistro, einschl. Tresen, Küche, Lager Besucher- /Personalkantine einschl. Nebenräumen Veranstanstaltungsbereiche Foyer mit Garderobenfläche Veranstaltungen Großer Veranstaltungsraum Kleiner Veranstaltungsraum Nebenflächen Veranstaltungsräume Multifunktionsraum Parkarena, größtenteils außenliegend

3.15 - 3.17 Tagungsraum einschl. Nebenflächen 4 4.1 4.2 - 4.11 5 5.1 5.2 5.3 Zentrale Medienlogistik Mediensicherungsgates, 10 Stk. à 3,5 m² Verbuchungs-/, Rückgabeautomaten, Info-Counter / Leihstelle, Backoffice Leihstelle, Bereitstellungsbereich Publikumsflächen Bibliothek Zentraler allgemeiner Infobereich FB 1: Geistes- und Sozialwissenschaften FB 2: Kunst / Musik / Film / Artotek

20.355 927 3.833 4.338

Nutzfläche [m²] 1.746 340 40 200 100 180 6 250 10 575 15 30 1.298 448 850 3.415 550 460 150 930 150 600 575 548 35 513

Nummer

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Nutzung

5.3.20 5.4 5.5 5.6

Artothek

300 2.593 2.138 2.942

FB 3: Naturwissenschaften / Technik FB 4: Senatsbibl. Berlin/Kommunalwissen./Recht FB 5: Berlin-Studien und Historische Sammlungen 5.6.14-15 Sonderlesesaal mit Tresorraum 370

5.7

FB 6: Kinderbibliothek und Jugendbibliothek 5.7.1 5.7.2 5.7.3 Kinderbibliothek Jugendbibliothek Junges Lernen 1.312 663 885

5.8 6 6.1 - 6.15

Nebenräume Publikum Geschlossene Magazine Geschlossene Magazinflächen

15.680 12.690 2.990 8.497 290 139 531 83 1.842 1.364 952 1.102 564 887 452 291 51.539 6.960 300

6.16 - 6.25 Magazinflächen mit Zwischennutzung 7 7.1 7.2 7.3 7.4 7.5 7.6 7.7 7.8 7.9 7.10 7.11 7.12 Hintergrundbereiche - Büros, Werkstätten Bibiliotheksleitung Öffentlichkeitsarbeit Verwaltung Beschäftigtenvertretungen Gebäudemanagement Bestandsentwicklung Historische Sammlungen und Bestandserhaltung Zentrale Einarbeitung Benutzung Lokale IT, Digitalisierungen, Publikationen Verbundservicesystem Sanitäre Anlagen Hintergrundbereiche

Summe Nutzfläche ZLB Gesamt in m² TF TF - 4.12 Technische Funktionsfläche Betriebstechn. Anlage (Sortier- u. Transportanlage)

Nutzfläche [m²] 2.860 724

Nummer

Offener Ideenwettbewerb Standorteinbindung der Zentral- und Landesbibliothek - Funktionsdiagramm 1 - Publikumsbereiche

3.9	

1. - 5. Publikumsbereiche
ÖPNV Stellplätze Parkbezug Bistro/ Gastronomie Presse Parkarena Parkbezug

Stadtbezug

Kinderbetreuung

Eingangshalle / Windfänge

L

Veranstaltungen Counter für Erstinfo Nutzeranmeldung Schließfächer Veranstaltungs- u. Tagungsraum Besucher-/ Personalkantine Multifunktionsraum

Magazinflächen mit Zwischennutzung

Metropolitan Lounge

L

Shopflächen Pförtner

L

Funktionale Anforderungen

1. Eingangsbereich

2. Gastronomie + 3. Veranstaltungsbereiche

4.	Mediensicherungsgate	/	Zentrale	Medienlogistik	

Standorteinbindung Zentral- und Landesbibliothek / Teil 3 Wettbewerbsaufgabe

Die Bibliothek gliedert sich funktional in 3 große Blöcke: 1. - 5.	 Publikumsbereiche (27.362 m²) 	 1. Eingangsbereich, 2. Gastronomie, 3. Veranstaltungsbereiche, 	 4. Zentrale Medienlogisitk, 5. Publikumsflächen Bibliothek 6.	 Geschlossene Magazine (15.680 m²) 7.	 Hintergrundbereiche (8.497 m²)

7. Hintergrundbereiche
Zentraler allgemeiner Informationsbereich

6.	Geschlossene	Magazine

Kinderbibliothek

5. Publikumsflächen Bibliothek

Fachbereich 6

Jugendbibliothek

Flächen / Zone

Fachbereich 1 Fachbereich 3 Fachbereich 5 Fachbereich 4

Fachbereich 2

Junges Lernen

Bereichsgruppen Zusammenfassung von Flächen / Bereichen / Zonen sich unmittelbar ergänzender Nutzungen

L L
nur	für	Mitarbeiter	 zugänglich direkte Anbindung direkte Zugänglichkeit von Außen Lieferverkehr

öffentlicher Bereich

nur über Buchsicherung zugänglich

separat zugänglich, bei	späterer	Magazinnutzung nur	für	Mitarbeiter	zugänglich

L

gute Anbindung an Lastenaufzug

90

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Publikumsbereiche Die Publikumsbereiche stellen den größten und wichtigsten Funktionsblock im Gebäude dar. Sie setzen sich zusammen aus den Eingangs-, Veranstaltungs- und Gastronomieflächen und aus dem bibliothekischen Angebot der sechs Fachbereiche mit ihren Freihandbeständen. Sie sind als niedrigschwellige und offene Bereiche zu verstehen, alle Nutzungen sind für die Besucher frei zugänglich. Einen Zwang zum Einschließen von Taschen und Garderobe gibt es nicht. Die Gliederung des Publikumsbereichs in den öffentlichen, ungesicherten Bereich und den gesicherter Bereich hat ausschließlich zu gewährleisten, dass keine Medien unverbucht aus der Bibliothek gelangen können. 1. Eingangsbereich Die unter 1. Eingangsbereich aufgeführten Funktionen und die Café-Bistro-Gastronomie (2.1 - 2.2) stehen in direktem Zusammenhang mit dem Entrée der ZLB und sind in der Eingangsebene des Neubaus nachzuweisen. Welche weiteren Funktionen des Raumprogramms in der Eingangsebene untergebracht werden können, ist entwurfsabhängig zu lösen. Eingangshalle (1.1 - 1.2) Der Eingangsbereich soll als offen zugängliches, städtisches Forum einladend und großzügig gestaltet werden. Die Eingangshalle ist mit Windfängen zu versehen. Der Eingangshalle sind alle Publikumseingänge zuzuordnen. Sie soll für Events multifunktional zu nutzen sein. Erstinformation / Nutzeranmeldung (1.3 - 1.4) Von den Eingängen sofort sichtbar und gut auffindbar müssen die Counter für die Erstinformation und Nutzeranmeldungen als Thekenanlagen angeordnet sein. Metropolitan Lounge (1.5) Die Metropolitan Lounge schließt sich an die Eingangshalle als urbaner, belebter, lobbyartiger Ankunfts- und Begegnungsort an. Kinderbetreuung (1.6) Angelagert an das Foyer ist eine (extern organisierte) Kinderbetreuung vorzusehen. Shopflächen (1.7 - 1.8 a, b) Der Bibliotheksshop und zwei weitere Shops mit vorwiegend bibliotheksaffinen Nutzungen sind dem Eingangsbereich zuzuordnen. Eine zusätzliche separate Erschließung und die störungsfreie Ver- und Entsorgung ist nachzuweisen. Allgemeiner Zeitungs-/ Zeitschriftenbereich mit Pressebestand (1.10) Diese Nutzung ist als Lesebereich mit Sitzelementen in der Nähe der Erstinformation lobbyartig in einer ruhigen Zone anzuordnen. Wünschenswert ist die Nähe zur Café-Bistro-Gastronomie. Schließfachanlagen (1.12) Die Schließfachanlagen sind in einem erschließungstechnischen Knotenpunkt nachzuweisen. Der Bereich benötigt kein Tageslicht. Die umliegenden Flächen, vor allem die ruhigen Zonen, sind von den Lärmbelästi-

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gung durch die Schließfachanlagennutzung zu schützen. Es gibt keinen Zwang zum Einschließen der persönlichen Gegenstände. Die Schließfächer sollen auch den Besuchern von Veranstaltungen als Garderobe dienen. Pförtnerraum (1.13) Der Pförtnerraum ist zentral im Eingangsbereich als Wachschutz für den Publikumsbereich mit gutem Überblick auf die Zugänge und zur Absicherung der Mediensicherungsgates unterzubringen. Es ist eine ungestörte Sichtachse auf die Mediensicherungsgates und in den anschließenden Bibliotheksbereich notwendig.

2. Gastronomie Die gastronomischen Flächen werden durch Pächter betrieben. Es sind für diese Bereiche eine separate Zugänglichkeit und eine störungsfreie Ver- und Entsorgung zu gewährleisten (auch außerhalb der Öffnungszeiten der Bibliothek). Die Nutzung der Gastronomie durch die Veranstaltungsbereiche ist über eine gute Anbindung zu gewährleisten. Café-Bistro-Gastronomie einschl. Nebenräumen (2.1 - 2.2) Die Café-Bistro-Gastronomie soll mit Außensitzfläche zum Park und mit Bezug zum Bereich für aktuelle Presseerzeugnisse vorgesehen werden. Besucher- / Personalkantine einschl. Nebenräumen (2.3 - 2.4) Bei der Besucher- und Personalkantine handelt es sich um gehobene Selbstbedienungs-Küche. Mittags soll sie auch zur Versorgung des Personals der ZLB dienen, ansonsten soll sie als Restaurant in Einheit mit dem Veranstaltungs- und Tagungsraum (3.16) genutzt werden. Die Fläche soll in exponierter Lage mit einem besonderen Ausblick auf die Stadt und einer Terrassenfläche ausgebildet werden.

3. Veranstaltungsbereiche Die Veranstaltungsflächen werden von der ZLB selbst genutzt oder für unterschiedliche Events und Veranstaltungen vermietet. Die Zugänglichkeit auch außerhalb der Bibliotheksöffnungszeiten und die störungsfreie Verund Entsorgung ist für alle Veranstaltungsbereiche zu gewährleisten. Foyer (3.1 - 3.2) Das Foyer mit Garderobenfläche ist als Verteiler mit Anbindung an den großen und kleinen Veranstaltungsraum und den Multifunktionsraum als multifunktionale, flexible Fläche für unterschiedliche Veranstaltungen zu planen. Das Foyer ist funktional gut an die Gastronomien anzubinden. Während der Nichtnutzung durch Veranstaltungen soll sich die Fläche als Gruppenarbeitsbereich für Bibliotheksnutzer eignen. Veranstaltungsräume mit Nebenflächen (3.3 - 3.12) Direkt an das Veranstaltungsfoyer angebunden sind ein großer und ein kleiner Veranstaltungsraum mit Nebenflächen (Backstagebereiche, Technik, Stuhllager, Künstlergarderoben, Werkstätten, etc.) unterzubringen.

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Multifunktionsraum (3.13) Der Multifunktionsraum ist im Zusammenhang mit dem Foyer und den Veranstaltungsräumen zu planen. Weiterhin ist er gut an die Magazinflächen mit Zwischennutzung (6.16 - 6.25) anzubinden. Parkarena (3.14) Die Parkarena ist als Freilicht-Bühne größtenteils außerhalb des Gebäudes unterzubringen. Sie soll sich zum Park hin öffnen. Die Anordnung soll Nutzungskonflikte mit dem Quartier vermeiden. Eine funktionale Anbindung an den Veranstaltungsbereich (Foyer, Künstlergarderoben, Lager und Technikflächen) sowie an die Gastronomieflächen ist erforderlich. Veranstaltungs- und Tagungsraum einschl. Nebenflächen (3.15 - 3.17) Der Veranstaltungs- und Tagungsraum soll an exponierter Stelle im Gebäude mit Blickbezug zum Flughafengebäude und auf das Tempelhofer Feld angeordnet werden und für spezielle Veranstaltungen als Einheit mit der Besucher-Kantine zu nutzen sein. Die Nebenflächen dienen als Garderoben und Backstagebereich.

4. Zentrale Medienlogistik Der eigentliche Bibliotheksbereich (gesicherter Bereich) beginnt mit der zentralen Medienlogistik. Mediensicherungsgates (4.1) Der Übergang zwischen gesicherten und ungesicherten Bereichen erfolgt ausschließlich über Mediensicherungsgates (10 Stück à 3,5 m²), die auf unverbuchte Medieneinheiten mit akustischen und visuellen Signalen reagieren, so dass das Wachschutzpersonal eingreifen kann. Verbuchungs- / Rückgabeautomaten, Info-Counter / Leihstelle, Backoffice Leihstelle, Bereitstellungsbereich (4.2 - 4.11) Hinter den Gates befindet sich der Servicebereich der Medienlogistik, in dem die Bibliotheksbesucher ihre aus dem Freihandbestand oder von der Bereitstellung abgeholten Medien an Selbstbedienungsautomaten zur Entleihung bzw. als Rückgabe verbuchen können. Zur Rückbuchung der Medien werden diese von den Automaten in die Mediensortier- und Transportanlage eingespeist, die die Medieneinheiten automatisch und einzeln (in Einzelmedienförderung) an ihre Bestimmungsorte transportiert (Freihandetagen, Magazinetagen, Bereitstellungsbereich, Medienbearbeitung usw.). Zwei Rückgabeautomaten sind für die Rückgabe außerhalb der Öffnungszeiten in die Fassade zu integrieren oder als ein von außen zugänglichen Raum zu konzipieren. Der Info-Counter der Leihstelle ist als personenbediente Verbuchungstheke direkt an den Backofficebereich mit Medienbearbeitung, Sortierraum, Bereitstellungsbereich etc. anzuschließen. Medientransportanlage (TF - 4.12) Die Medientransportanlage ist das Herz der Medienlogistik. Die zentrale Sortierung bildet den Knotenpunkt der Anlage. Hier werden die mit RFIDTags ausgestatteten und hierdurch identifizierbaren Medien an ihre jeweiligen Bestimmungsorte geleitet. Die publikumsrelevanten Anschlüsse müssen täglich ca. 20.000 - 30.000 Medienumschlagsvorgänge (Erwar-

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tung der gesamten Ausleih- und Rückgabevorgänge je Tag) bestandsschonend bewerkstelligen. Die Technische Förderanlage wird sich als Transportsystem horizontal und vertikal durch das Gebäude ziehen und mit entsprechenden Ein- und Ausgabestationen für das Bibliothekspersonal und den notwendigen Revisionsmöglichkeiten versehen sein. Anschlüsse an die Transportanlage werden auf allen Etagen der Hintergundbereiche mit Medienbearbeitung und -logistik, auf den Etagen der geschlossenen Magazine und der Freihandbereiche, zwischen der Sortieranlage und dem Bereitstellungsbereich, zwischen Sortieranlage und Leihstelle und zwischen Rückgabestationen zur zentralen Sortierung vorgesehen. Die Anlage erfordert die Umsetzung von günstigen Transportstreckengeometrien im Gebäude. Die im Raumprogramm dafür aufgeführten 300 m² verteilen sich im gesamten Gebäude und sind als technische Funktionsfläche kategorisiert.

5. Publikumsflächen Bibliothek Die bibliothekischen Kernbereiche des Hauses beginnen nach den Flächen der zentralen Medienlogistik und bestehen aus den Fachbereichen mit ihren Angeboten. Zentraler allgemeiner Informationsbereich Fachbereich 1: Geistes- und Sozialwissenschaften Fachbereich 2: Kunst / Musik / Film / Artothek Fachbereich 3: Naturwissenschaften / Technik Fachbereich 4: Senatsbibliothek Berlin / Kommunalwissenschaften / Recht Fachbereich 5: Berlin-Studien und Historische Sammlungen Fachbereich 6: Kinderbibiliothek und Jugendbibliothek und Junges Lernen Zentraler allgemeiner Informationsbereich (5.1) Der Infobereich mit zentraler Fachinformation, Servicebüro und Bereich für Kurzrecherchen folgt direkt hinter den Flächen der zentralen Medienlogistik und ist den Fachbereichen vorgeschaltet. Der Infobereich ist eine Durchgangszone mit erhöhtem Lärmpegel. Fachbereiche 1 bis Fachbereich 5 (5.2 - 5.6) Auf den Infobereich folgen die fachspezifischen sechs Fachbereiche der ZLB. Sie folgen im Publikumsbereich einer jeweils ähnlichen Zusammensetzungslogik. Jeder Fachbereich beginnt mit einer ersten Anlaufstelle, einer dezentralen Fachinformationstheke mit angedockten Rechercheplätzen für Nutzer. Die Fachbereiche 1 bis 5 setzten sich aus folgenden Standard-Funktionen und Freihandbeständen zusammen:

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Standard- Funktionen Fläche Fachbereich Gesamt m²

FB 1

FB 2

FB 3

FB 4

FB 5

3.831 4.337 2.592 2.137 2.941 2.147 2.296 1.160 1 160 40 15 50 10 10 6 1 10 5 1 1 160 50 20 50 10 6 4 1 10 5 1 1 160 50 20 50 10 6 4 1 10 5 1 660 1.139 1 240 20 20 50 10 2 2 1 10 5 1 1 160 50 20 50 10 6 4 1 10 5 1

Flächenanteil Freihandbestand m² Dezentr. Fachinformationstheke Stk. Konvent. Arbeitsplätze Einzelleseplätze Sitzgruppen, Stk. IT-Arbeitsplätze, Stk. Einzelarbeitskabinen Stk. Stk. Stk. Stk. Stk.

Gruppenarbeitsraum 5 Pers. Stk. Gruppenarbeitsraum 10 Pers. Stk. Gruppenarbeitsraum 15 Pers. Stk. Gruppenarbeitsnischen Eltern-Kind-Arbeitsplätze Stk. Stk.

Sehbehindert.-Arbeitskabine Stk.

Die Medien werden in Freihandaufstellung, also frei zugänglich präsentiert. Die Fachbereiche können entsprechend ihrer Schwerpunkte gestalterisch unterschiedlich akzentuiert werden, dabei ist aus funktionaler Sicht auf gleichbleibende Standards und technische Lösungen zu achten. Eine Verknüpfung bzw. Verwebung der Fachbereiche in räumlicher Hinsicht ist erwünscht, die jeweiligen Bereiche sollen nicht als „Einzelbibliotheken“ im Gebäude dargestellt werden. Die Flächen des Fachbereichs 5, insbesondere der Sonderlesesaal, sind mit ihren besonders wertvollen Medienbeständen der Historischen Sammlungen und der Berlin-Studien in exponierter Gebäudelage mit stadträumlichem Bezug anzuordnen. Konventionelle Arbeitsplätze sind die meist genutzten Angebote von Bibliotheken und dienen der konzentrierten Einzelarbeit. Sie können in unterschiedlichen Konfigurationen in den Publikumsflächen verteilt werden, i. d. R. mit Tageslicht, in größeren und in kleineren Gruppen, als Lesesaalzitate (aber nicht als klassischer Lesesaal), vereinzelt, in ruhigeren und in bewegteren Zonen. Einzelleseplätze und Sitzgruppen dienen dem informelleren Lesen oder der Kommunikation. Es sind unterschiedliche Konfigurationen, sowohl permant als auch flexible, denkbar, in der Nähe von Erschließungsknoten, als Kommunikationsinseln, loungeartig oder vereinzelt. Sie sind von den ruhigen Bereichen zu separieren.

Standorteinbindung Zentral- und Landesbibliothek / Teil 3 Wettbewerbsaufgabe

96

IT-Arbeitsplätze bieten Zugriff auf bibliothekseigenes IT-Equipment für Recherchen, Internet und Nutzung einfacher Software, etc. Einzelarbeitskabinen für je eine Person werden für konzentriertes, zurückgezogenes Arbeiten angeboten. Gruppenräume stehen für 5, 10 und 15 Personen zur Verfügung. Offene Gruppenarbeitsnischen sind analog zu den Gruppenarbeitsräumen in lärmunkritischen Zonen für spontane Arbeitsgruppen vorgesehen. Eltern-Kind-Arbeitsplätze sind konventionelle oder IT-Arbeitsplätze, erweitert durch kindgerechte Aufenthaltselemente (z.B. Spielecken). Die Arbeitsplätze sollen gebündelt und in akustisch separierten Zonen angeboten werden. Sehbehindertenarbeitsplätze sind als Kabinen im Info- und in den Fachbereichen akustisch separiert geplant. Der Freihandbestand wird in der Freihandaufstellung systematisch in Regalen und anderen Präsentationssystemen zugänglich gemacht und in bestimmten Sequenzen räumlich erschlossen. Die Freihandbestände werden in Blöcken mit eindeutigen Haupt- und Nebenerschließungen organisiert. Es ist von einer Einzelregallänge von 1 m auszugehen. Die Fachböden haben in der Regel eine Tiefe von 25 cm, die Standardhöhe beträgt bei durchschnittlich 5 Fachböden max. 2 m. Der Achsabstand der Regaleinheiten beträgt in der Regel 1,80 m, ein Regalgang ist maximal 5 m lang. Sonderfunktionen Neben den Standardfunktionen beinhalten die Flächen der Fachbereiche 1, 2 und 5 zusätzliche Sonderfunktionen, zum Teil als verteilte kleinere Flächen, u.a. offene Hörplätze mit Sitzgelegenheiten, Comiclounge etc. (siehe auch Raumprogramm 4_1_03_01). Artothek (5.3.20) Von flächenmäßiger Bedeutung ist die Artothek mit 300 m² in Fachbereich 2, in der Kunstwerke zum Verleihen angeboten und ausgestellt werden. Dieser Bereich soll mit galerieartigen Ausstellungsflächen gestaltet werden. Sonderlesesaal mit „Tresorraum“ (5.6.14 - 5.6.15) Im Fachbereich 5 gibt es einen tagesbelichteten Sonderlesesaal mit angelagertem „Tresoraum“ für die Arbeit mit bzw. die Präsentation von besonders schützenswerten Medienbeständen der Historischen Sammlungen und der Berlin-Studien. Der „Tresorraum“ ist ein nicht tagesbelichteter Raum, der wertvolle Medien (z.B. in verschließbaren Vitrinen) präsentiert. Die Flächen sind an exponierter Stelle im Gebäude unterzubringen. 5.7 Kinderbibliothek, Jugendbibliothek und Junges Lernen Die Kinderbibliothek und die Jugendbibliothek sowie der Bereich Junges Lernen folgen nur bedingt der Zusammensetzungslogik der „normalen“ Fachbereiche für die erwachsenen Nutzer.

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Standard- Funktionen Gesamtfläche Flächenanteil Freihandbestand Informationstheke Leseplätze IT-Arbeitsplätze, Stk. Offene Hörplätze Comiclounge / -ecke / Bar Computerspielbereich Multimediaarbeitsplätze m² m² Stk. Stk. Stk. Stk. Stk. Stk. Stk

Kinder- Jugendbibliothek bibliothek 1.311 543 1 100 10 10 1 1 20 662 191 1 50 25 10 2 1 -

Junges Lernen 884 252 1 10 40 -

Kinderbibliothek (5.7.1) Die Kinderbibliothek (für Kinder von 0–12 Jahren) ist als eigener Bereich und „Mikrokosmos“ für unterschiedliche Altersklassen zu planen. Eine günstige Anbindung der Kinderbibliothek an die Veranstaltungsbereiche ist vorzusehen. Eine akustische Separierung gegenüber den anderen Fachbereichen ist erforderlich. Die Erschließung der Kinderbibliothek von außen soll besonders niedrigschwellig sein. Sonderflächen des Bereiches sind zusätzliche Zonen für Spielen und Veranstaltungen, denkbar als akustisch separierte „Arena“. Jugendbibliothek (5.7.2) Die Jugendbibliothek (für Jugendliche von 12–21 Jahren) ist als eigener Bereich in der Bibliothek zu planen, sollte aber eine Anbindung an die „Erwachsenenbereiche“ haben. Eine deutliche Trennung von der Kinderbibliothek ist vorzusehen. Die Jugendbibliothek soll ein hohes Maß an Zwanglosigkeit aufweisen. Eine gute Sichtbarkeit der Jugendbibliothek von außen ist gewünscht. Sonderfunktionen des Bereiches ist 1 Freifläche für Aufenthalt und Kommunikation. Junges Lernen (5.7.3) Der Bereich „Junges Lernen“ vereint Dienstleistungen, Ressourcen und Infrastrukturen speziell zur Ermöglichung und Unterstützung des Lernens junger Menschen zwischen 6 Jahren und dem Abitur. Die Fläche ist ein   Spezialbereich und eine Besonderheit in der Bibliothekslandschaft. Die Infrastruktur des Bereichs ist auf Lernarbeit fokussiert und soll den unterschiedlichen Altersklassen gerecht werden. Es sollen Zonierungen für Lernlandschaften und Lernplätze angeboten werden. Sonderfunktionen sind 10 Gruppenarbeitsräume und ein großer Schulungsraum.

6. Geschlossene Magazinflächen (6.1 - 6.15) Die Geschlossenen Magazine der Bibliothek dienen der langfristigen Aufbewahrung und Verfügbarhaltung von Buch- und Nichtbuchmedien und Zeitschriften. Hierfür werden organisatorisch und konservatorisch effiziente Magazinflächen benötigt. Weniger gefragte Medien, die in digitalen

Standorteinbindung Zentral- und Landesbibliothek / Teil 3 Wettbewerbsaufgabe

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Nachweissystemen auffindbar sind, werden raumsparend im Magazin verwahrt und können bei Anforderung durch die Nutzerschaft über das Bibliothekssystem vom Personal aus dem Magazin ausgehoben und im Publikumsbereich zur Verfügung gestellt werden. Hierfür ist eine gute logistische Anbindung an den Publikumsbereich notwendig. Die Geschlossenen Magazine werden ausschließlich vom Personal bedient, eine weitgehend blockartige Organisation im Gebäude ist anzustreben, um eine kompakte Bedienbarkeit durch das Personal zu gewährleisten. Aufgrund der konservatorischen Anforderungen ist ein Tageslichteintrag zu vermeiden. Die Magazinflächen sind so anzuordnen, dass sie sich nicht durch Sonnenstrahlung aufheizen oder durch Witterungseinflüsse abkühlen. Neben den Flächen des Allgemeinen Geschlossenen Magazins sind zwei Sondermagazinblöcke für besonders wertvolle Bestände der Historischen Sammlungen vorzusehen. Sondermagazine können separat angeordnet sein, soweit eine Bedienung durch dasselbe Personal wie bei den Standardmagazinen in direktem Zugriff möglich bleibt. Magazinflächen mit Zwischennutzung (6.16 - 6.25) Da die Bestände der ZLB ständig wachsen werden, müssen Magazinflächen mit 3.000 m² vorgehalten werden. Um Leerstand zu vermeiden, ist bis zum Bedarf der ZLB eine kostengünstige Nutzung der Magazinflächen als Zwischennutzung denkbar, falls die zusätzliche Ausstattung sich als finanzierbar erweist. Vorstellbar ist eine Vermietung der Flächen für die Freie Szene z.B. für Projekträume, Studios, Übungsräume und Werkstätten. Die Funktionalität der späteren Magazinnutzungen darf durch die Zwischennutzung nicht beeinträchtigt werden. 7. Hintergrundbereiche - Büros, Werkstätten Die Hintergrundbereiche setzen sich hauptsächlich aus Büroräumen und Werkstätten für Personal zusammen. Es findet kein regelmäßiger Publikumsverkehr statt. Ein hoher Anteil des Personals, das in den Hintergrundbereichen tätig ist, hat auch Aufgaben im Publikumsbereich, umgekehrt hat die überwiegende Mehrzahl der Mitarbeiter, die im Publikumsbereich arbeitet, auch Stützpunkte und Aufgaben in den Hintergrundbereichen. Die Hintergrundbereiche sind zusammenhängend kompakt und mit kurzen Wegeverbindungen untereinander und zu den Publikumsbereichen zu organisieren. Alle Räume sind über einen Personaleingang zu erschließen. Alle Arbeitsräume sind natürlich zu belichten und mit Blendschutz zu versehen. Bibliotheksleitung (7.1) und Öffentlichkeitsarbeit (7.2) Eine repräsentative Erschließung des leitenden Managements, auch vom Publikumsbereich, wird erwartet. Die Öffentlichkeitsarbeit benötigt eine gute Anbindung an die Veranstaltungsbereiche. Verwaltung (7.3) Die Verwaltung setzt sich aus Personalarbeitsräumen zusammen.

Standorteinbindung Zentral- und Landesbibliothek / Teil 3 Wettbewerbsaufgabe

Offener Ideenwettbewerb Standorteinbindung der Zentral- und Landesbibliothek Funktionsdiagramm 2 - Hintergrundbereiche

99

7. Hintergrundbereiche - Büros, Werkstätten
Anlieferung Personaleingang

L L
Beschäftigtenvertretung Magazinflächen mit Zwischennutzung

Gebäudemanagement

1. - 5. Publikumsbereiche

Bibliotheksleitung

Veranstaltungsbereiche

Öffentlichkeitsarbeit

Fachbereiche

Bestandsentwicklung

Zentrale Einarbeitung

L

Zentrale Medienlogistik

Benutzung

Historische Sammlungen und Bestandserhaltung
Sonderlesesaal

L

Sondermagazine

Verbundservicezentrum

Lokale IT Digitalisierung

L

L
Flächen / Zone Bereichsgruppen Zusammenfassung von Flächen / Bereichen / Zonen sich unmittelbar ergänzender Nutzungen nur	für	Mitarbeiter	 zugänglich Lieferverkehr

Öffentlicher Bereich direkte Anbindung

separat zugänglich, bei	späterer	Magazinnutzung nur	für	Mitarbeiter	zugänglich

direkte Zugänglichkeit von Außen

L

gute Anbindung an Lastenaufzug

Gebäudemanagement (7.5) Neben Arbeitsräumen des technischen Personals und Werkstätten, Lager- und Logistikflächen sind der Wachschutz, die Post- und Packstelle, der Umschlagraum und das Empfangslager Teil des Gebäudemanagements. Diese Flächen sind direkt an die Anlieferung und Entsorgung anzubinden. Sie benötigen eine sehr gute Anbindung an einen Lastenaufzug. Die Wachschutzzentrale mit Pförtnerloge soll direkt an den Personaleingang angeschlossen sein.

6.	Magazinbereiche
L

Verwaltung

Standorteinbindung Zentral- und Landesbibliothek / Teil 3 Wettbewerbsaufgabe

100

Bestandsentwicklung (7.6) Das Personal der Bestandsentwicklung organisiert und betreut den digitalen und analogen Ressourcen- und Medienbestand. Die Aufteilung der Referate entspricht den Fachbereichen des Publikumsbereichs. Eine gute Anbindung an die Bibliotheksbereiche (Fachbereiche) und an einen Lastenaufzug ist erforderlich. Historische Sammlungen und Bestandserhaltung (7.7) In den Räumen arbeiten das Personal, das die Spezialsammlungen betreut sowie Buchbinder und Restauratoren. Eine gute Anbindung an den Lastenaufzug, an den Sonderleseraum und eine sehr gute Anbindung an die Geschlossenen Magazine sind vorzusehen. Zentrale Einarbeitung (7.8) Das Personal der zentralen Einarbeitung erwirbt die in der Bestandsentwicklung ausgewählten Medien. Die eingehenden Medien gehen direkt in die Büroräume, werden inventarisiert und erschlossen. Dies verläuft in einem mehrfachen Austausch mit der Bestandsentwicklung. Die Zentrale Einarbeitung ist der Hintergrundbereich mit den höchsten logistischen Anforderungen. Eine gute Anbindung an die Bestandsentwicklung, die direkte Anbindung an die Anlieferung und den Lastenaufzug und eine gute Anbindung an die Fachbereiche (Publikumsbereich) ist erforderlich. Benutzung (7.9) Das Personal der Benutzung betreut die medienlogistischen Prozesse (Ausleihe, Rückgabe, Zurückstellen von Medien, Bereitstellung von Medien, Magazinbedienung usw.). Es ist eine sehr gute Anbindung an den Publikumsbereich, insbesondere die Medienlogistikflächen und die Magazine vorzusehen. Lokale IT, Digitalisierungen, Publikationen (7.10) Es ist eine gute Anbindung an den Publikumsbereich (Support) und eine sehr gute Anbindung an den Lastenaufzug und die Anlieferung vorzusehen. Die Flächen sind räumlich an das Verbundservicezentrum anzubinden. Verbundservicezentrum (7.11) Hier findet u. a. die Administration des verbundweiten Bibliothekssystems statt. Die Flächen sind räumlich an die Lokale IT, den Lastenaufzug und an die Anlieferung anzubinden. TF - Technische Funktionsflächen Die Technikflächen (Gebäudetechnik) sind in funktionsgerechter Anordnung entwurfsabhängig unterzubringen. Geschosshöhen Es ist von folgenden lichten Raumhöhen auszugehen: Eingangsbereich:	 ca. LH 6,00 m Publikumsflächen:	 ca. LH 3,50 m Magazine:	 ca. LH 3,25 m Hintergrundbereiche:	 ca. LH 2,80 m

Standorteinbindung Zentral- und Landesbibliothek / Teil 3 Wettbewerbsaufgabe

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Folgende Höhenzuschläge für die Technik sind erforderlich: Eingangsbereich:	 ca. 0,50 m Gastronomie / Veranstaltungsbereiche / Publikumsflächen:	 ca. 0,80 m Magazine:	 ca. 1,00 m Hintergrundbereiche:	 ca. 0,50 m (Büros mit BKT 0,0 m) IT-Bereich:	 ca. 0,50 m Decke + 0,5 m Boden Deckentraglasten Eingangsbereich /Publikumsflächen / Zentrale Medienlogistik:	 	 6,0	kN/m² Magazine:	 12,5	kN/m² Hintergrundbereiche:		 3,0	kN/m² Innere Erschließung Die Durchwegung der Geschosse mit Bücherwagen muss uneingeschränkt möglich sein. Rampen sind so weit wie möglich zu vermeiden, sie dürfen eine max. Steigung von 6 % aufweisen. Die Grundfläche eines Bücherwagens beträgt ca. 100 x 60 cm. Der Auslober geht von einem Verkehrsflächenanteil von ca. 29 % der Nutzfläche aus. Lastenaufzüge Für die Gastronomie- und Veranstaltungsbereiche, die in Obergeschossen untergebracht sind, ist eine Verbindung durch einen Lastenaufzug vorzusehen (Fahrkorbinnenmaß 1,50 x 2,78 m). Alle Hintergrundbereiche, Publikumsgeschosse und Magazinflächen sind über einen Lastenaufzug (Fahrkorbinnenmaß 2,00 x 3,07 m) zu erschließen. Mindestens ein Lastenaufzug muss direkt von der Anlieferung an Hintergrund-, Publikumsund Magazinbereiche (einschl. der Flächen mit Zwischennutzung) anbinden. Erschließung / Anlieferung Die Hauptzugänge sollen das Gebäude sowohl stadt- als auch parkseitig für alle Besucher erschliessen. Die gastronomischen und Veranstaltungsbereiche, Veranstaltungs- und Tagungsraum, Magazinflächen mit Zwischennutzung und die Shops müssen auch bei geschlossener Bibliothek erreichbar sein. Der Personaleingang soll alle Hintergrundbereiche, Magazine und Zwischennutzungs-Flächen erschließen. Er sollte auch der Knotenpunkt für die Anlieferungs- und Entsorgungsbereiche für Medien und andere Packstücke sein und an den Pförtner angebunden sein. Eine direkte Anbindung der Anlieferung an die Medientransportanlage ist erforderlich. Es ist mit bis zu 100 Liefervorgänge pro Tag und bis zu 3 Lkw (max. 7,5 Tonner) zeitgleich auszugehen.

Standorteinbindung Zentral- und Landesbibliothek / Teil 3 Wettbewerbsaufgabe

102

3.10	

Nachhaltigkeit / Energieeffizienz / Ökologische Zielsetzung

Das Leitbild für eine klimagerechte Stadt der Zukunft – konzipiert als kompakte und durchgrünte Stadt – wird auf dem Tempelhofer Feld in besonderer Weise umgesetzt werden. Maßnahmen zum Schutz der natürlichen Ressourcen (z. B. Regenwasserversickerung, Nutzung regenerativer Energien, Dichte und Kompaktheit der Quartiere) werden im Planungsprozess und in der Realisierung Anwendung finden. Durch kompakte Baustrukturen und Nutzungsmischung sollen Stadtquartiere „der kurzen Wege“ mit einem hervorragend ausgebauten Rad- und Fußwegenetz und Verminderung des Individualverkehrs entstehen. Das Tempelhofer Feld soll ein Schaufenster für die nachhaltige, ressourceneffiziente Entwicklung von Metropolen werden. Dabei sind die Planungsprinzipien der Nachhaltigkeit anzuwenden, die eine ausgewogene Beachtung ökologischer, ökonomischer und sozialer Aspekte erfordern. Als erster Hochbau auf dem Areal wird die ZLB Maßstäbe für die weitere Entwicklung der Quartiere setzen. Die energetische Zielsetzung ist das Erreichen des Plus-Energie-Standards, die Mindestforderung ist den NullEnergie-Standard zu erfüllen. Um den Neubau der ZLB als Null-EnergieHaus zu realisieren, ist neben der CO2-neutralen Deckung des Wärmebedarfs zusätzlich die Kompensation des Strombedarfes durch eigene regenerative Stromerzeugung erforderlich. Nach gutachterlicher Einschätzung ist hierfür eine Photovoltaik-Anlage mit einer Fläche von mindestens 7.000 m² notwendig. Angesichts des Planungsstandes der Quartiersentwicklung ist die Erarbeitung eines gemeinsames Versorgungskonzeptes zurzeit nicht möglich. Es ist daher von einer dezentralen Versorgungslösung für den Neubau der ZLB auszugehen. Es wird ein Gebäudekonzept erwartet, das die folgende Ziele hinsichtlich der Energieeffizienz und Nachhaltigkeit ausgewogen berücksichtigt: -	 Kompaktheit (A/V) der Gebäudeform und klimatische Zonierung der 	Nutzungsbereiche -	 Hohe wärmeschutztechnische Qualität, luftdichte und wärmebrückenfreie Gebäudehülle -	 Optimale Tageslichtnutzung -	 Ausnutzung solarer Gewinne in der Heizperiode unter Berücksichtigung interner Lasten -	 Weitgehender Verzicht auf aktive Kühlsysteme durch Begrenzung der solaren Lasten (Fensterflächenanteil, Sonnenschutz) im Sommer -	 passive Kühlung durch Aktivierung von Speichermassen und nächtliche Kühlung -	 Minimierung des Lüftungswärmeverlustes -	 Integration erforderlicher Techniksysteme auf Raumebene mit Möglichkeit des individuellen Nutzereingriffs -	 Nutzung erneuerbarer Energien -	 Hoher Komfort und Behaglichkeit -	 Hohe Flächeneffizienz -	 Sehr gute akustische Raumeigenschaften und Sprachverständlichkeit

Standorteinbindung Zentral- und Landesbibliothek / Teil 3 Wettbewerbsaufgabe

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-	 -	 -	 -	

Langfristige und flexible Nutzungsqualität Kosteneffizienz bei den Baukosten Minimierung der Betriebskosten Reduktion von Immissionen und Emissionen

Das Gebäudekonzept soll einen minimalen Bedarf an Energie erkennen lassen. Dies betrifft: -	Heizung -	Warmwasser -	 Lüftung und Kühlung -	 eingebaute Beleuchtung Hierbei muss als Grundsatz gelten: Die Minimierung des Energiebedarfs hat Vorrang vor der Optimierung der Energiebedarfsdeckung. Lüftung / Klimatisierung An die einzelnen Bereiche werden folgende Forderungen gestellt: Publikumsbereiche	 -	 mechanische Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung Hintergrundbereiche - 	 natürliche Belüftung durch das Öffnen von Fenstern ergänzt durch mechanische Be- und Entlüftung Magazinflächen, Sonderlesesaal mit Tresorraum -	Vollklimatisierung Grundsätzlich soll in allen Bereichen, mit Ausnahme der Flächen mit besonderen konservatorischen Anforderungen, freie Lüftung möglich sein. Wärmeerzeugung / Wärmeverteilung Die Beheizung ist über Flächenheizsysteme (Fußboden-, Deckenheizungen) und Betonkernaktivierung zu gewährleisten. Die Flächen und Volumen für die Integration technischer Systeme sind entsprechend vorzusehen. Die Anforderungswerte der genannten Energiestandards, weitere Definitionen und Detailangaben können dem beiliegenden Energiekonzept, siehe digitale Anlagen, 4_1_06_Weitere_Planungsunterlagen entnommen werden. Regenwasserbewirtschaftung Der Umgang mit anfallenden Niederschlagswassern differenziert sich nach öffentlichen und privaten Flächen. Während die auf privaten Baufeldern und dem Baufeld der ZLB das anfallende Niederschlagswasser dort zur weiteren Nutzung oder Versickerung verbleiben, werden die auf öffentlichen Flächen anfallenden Niederschläge mittels ausgewiesener Versickerungsbereiche entsorgt werden. Zur Wahrung des städtischen Quartierscharakters wird dabei bewusst auf strassenbegleitende Mulden-Rigolen-Systeme verzichtet. Einzige Ausnahme hierzu bildet der zwischen Tempelhofer Damm und neuer Parallelerschließung gelegene Freiraum, der in begrenztem Umfang zur Versickerung dient. Die übrigen Niederschläge werden in angrenzenden Parkbereichen gelegenen Versickerungsflächen bewirtschaftet. Diese werden so gegliedert, dass eine phasenweise Realisierung parallel zur Baufeldentwicklung möglich ist. Die realen Flächenbedarfe für die Versickerung werden auf Basis der tatsächlichen Baufeldentwicklung und zu entwässernden Flächen mittels weiterer

Standorteinbindung Zentral- und Landesbibliothek / Teil 3 Wettbewerbsaufgabe

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Studien quantifiziert. Dabei wird für eine anspruchsvolle gestalterische Integration in die Parkbereiche gesorgt. Ökologische Planungskriterien Prinzipien des ökologischen Bauens sind in den „Ökologischen Kriterien für Bauwettbewerbe“ beschrieben (Stand Juli 2007, siehe digitale Anlage, 4_1_09_Richtlinien). Für die Konstruktion und Bauausführung sollen danach nur Materialien und Bauteile zur Anwendung kommen, die hinsichtlich Gewinnung, Transport, Verarbeitung, Funktion und Beseitigung eine hohe Gesundheits- und Umweltverträglichkeit sowie eine hohe Lebensdauer aufweisen. Die Materialien sollen möglichst recycelbar sein.

3.11	

Baukosten / Wirtschaftlichkeit

Nach der Landeshaushaltsordnung ist der Bauherr verpflichtet, seine Mittel sparsam und wirtschaftlich zu verwenden. Die Wirtschaftlichkeit des Entwurfes ist daher ein entscheidendes Kriterium bei der Beurteilung der Wettbewerbsarbeiten. Das Land Berlin als Eigentümer und der Entwicklungsträger haben ein hohes Interesse an einer effektiven Vermarktung der Grundstücke, die u.a. durch die Größe der verfügbaren Nettobaufläche und das mögliche Maß der baulichen Nutzung bedingt ist. Dieser wirtschaftliche Aspekt ist als wichtiges Kriterium bei der Entwurfsplanung zu beachten. Die Planung hat sich am Prinzip des kostensparenden Bauens zu orientieren. Dies bezieht sich auf: -	Baukosten -	Instandhaltungskosten -	 Kosten des laufenden Betriebs Hierzu sind folgende Kriterien zu berücksichtigen: -	 kompakte, klare und funktionale Grundrissorganisation, Reduzierung der Verkehrsfläche auf ein sinnvolles Maß - 	 natürliche Belichtung der Räume -	 Verzicht auf aufwendige Konstruktionen -	 Minimierung der Oberfläche, Kompaktheit -	 Optimierung des Verhältnisses von verglaster zu geschlossener Fassadenfläche -	 Reduktion der Materialwahl, Instandsetzungsfähigkeit, Alterungsfähigkeit des Materials Aus Kostengründen wird ausschließlich ein Untergeschoss mit Herstellung durch eine offene Baugrube festgelegt. Die Anordnung der lufttechnischen Anlagen auf den Dachflächen ist aus Kostengründen sinnvoll. Es wird ein wirtschaftlich günstiger Faktor von Brutto-Grundfläche zu Nutzfläche von 1,6 erwartet.

Standorteinbindung Zentral- und Landesbibliothek / Teil 3 Wettbewerbsaufgabe

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Es wird vorausgesetzt, dass bei der Planung umweltfreundliche Baustoffe verwendet und technische Systeme auf ein Minimum reduziert werden (die Verwendungsverbote und -beschränkungen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung sind zu beachten, s. Anhang). Für die Umsetzung der Baumaßnahme Zentral- und Landesbibiliothek ist ein maximaler Gesamtkostenrahmen von 270.000.000,- Euro einschließlich Mehrwertsteuer und Unvorhergesehenes vorgesehen. Der Baubeginn ist für 2016 vorgesehen. Die Fertigstellung ist für Ende 2021 geplant.

3.12	

Barrierefreies Bauen

Barrierefreies Bauen ist als selbstverständliche Qualitätsanforderung in der Hochbau- und Freiraumplanung konsequent umzusetzen, gemäß den Planungsleitfäden der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt: „Berlin – Design for all – Öffentlich zugängliche Gebäude“ (Auflage 2012) und „ Design for all – Öffentlicher Freiraum Berlin“ (siehe digitale Anlagen, 4_1_09) und den entsprechenden DIN Normen, siehe 3.13. Für den Wettbewerbsentwurf sind die Planungsparameter des barrierefreien Bauens zur barrierefreien Erschließung aller funktionalen und öffentlich-zugänglichen Innen- und Außenbereiche zu gewährleisten. Die äußere und innere Erschließung ist für sämtliche Gebäude- und Außenbereiche gleichberechtigt für ALLE Menschen herzustellen. Auf örtlich verlagerte Sondererschließungen für Nutzerinnen und Nutzer mit Behinderungen ist zu verzichten – gemäß dem Planungsanspruch „Design für ALLE“. Für das barrierefreie Erschließungssystem sind folgende Aspekte umzusetzen: (1) Kontrastivität und Taktilität des Wegeleitsystems (Menschen mit Sehbehinderungen), Oberflächenbeschaffenheit (Menschen mit Mobilitätseinschränkungen) und Materialität (Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen). Des Weiteren ist die Nutzung durch kleinwüchsige Menschen einzuplanen. (2) Selbsterklärendes Orientierungssystem. Hierzu gehören die eindeutige Auffindbarkeit und die bauliche Erkennbarkeit des Gebäudeeingangs vom Außenraum her, sowie die eindeutige Orientierung im Gebäude selbst. Punkt 1 und 2 sind insbesondere sowie mindestens zu beachten in folgenden Gebäudebereichen: - Eingangsbereich mit dazugehörigen Servicenutzungen, - Funktionale Bereiche, - Publikumsbereiche, - Hintergrundbereiche. Besonderes Augenmerk liegt bei dem Entwurf auf der für ALLE Menschen gleichberechtigten und selbständigen Nutzung des Gebäudes und seinem Außenraum. Neben dem funktionalen Angebot für z. B. auch kleinwüchsige Menschen, gehört das Vorhalten von Bewegungsflächen für Rollstuhlbenutzerinnen und –benutzer. Die entsprechenden Funktionsbereiche, wie beispielsweise Empfangstresen, Bücherausgabe, Lese-

Standorteinbindung Zentral- und Landesbibliothek / Teil 3 Wettbewerbsaufgabe

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bereiche, Garderobe, u. v. m., sind ganzheitlich barrierefrei zu konzipieren. Sämtliche funktionalen Bereiche sind für alle Nutzerinnen und Nutzer durch gleich kurze Wegestrecken zu erschließen, sowie eindeutig und leicht auffindbar im Grundriss anzuordnen.

3.13	

Baurechtliche Vorschriften, Normen und Richtlinien

Der Planung sind insbesondere zugrunde zu legen: -	 Bauordnung Berlin und ergänzende Vorschriften BauOBerlin 	http://www.stadtentwicklung.berlin.de/service/gesetzestexte/de/download/bauen/20070607_bauobln.pdf -	 Verordnung über Bauvorlagen, bautechnische Nachweise und das Verfahren im Einzelnen (Bauverfahrensverordnung - BauVerfVO) vom 19. Oktober 2006 -	 Muster-Richtlinie über den Bau und den Betrieb von Hochhäusern (Muster-Hochhaus-Richtlinie MHHR) in der Fassung vom April 2008 -	 DIN Fachbericht 13:2009-11, Bau- und Nutzungsplanung von Bibliotheken und Archiven -	 DIN 18024 - Barrierefreies Bauen, Teil 1 vom 01.07.2012 -	 DIN 18040 - Barrierefreies Bauen, Teil 1 und 2 vom 01.07.2012 -	 Energieeinspar-Verordnung EnEV 2009 vom 01.10.2009 -	Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) vom 07. August 2008 und 1. Gesetz zur Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes vom 11.08.2010 -	 Verordnung über Arbeitsstätten (ArbStättVO) vom 12. August 2004 Des Weiteren sind die im Anhang aufgeführten Richtlinien zu beachten.

3.14	

Beurteilungskriterien des Preisgerichts

Städtebauliches Konzept -	 Stadträumliche Qualität -	 Einbindung in den städtebaulichen Kontext, Vernetzung -	 Maßstäblichkeit Quartier / ZLB -	 Freiraumgliederung und Aufenthaltsqualitäten im Außenraum -	 Verkehrliche Erschließung, ruhender Verkehr Funktionalität -	 Umgang mit den unterschiedlichen Lagequalitäten des Quartiers, 	Nutzungsverteilung -	 Erschließung, Verkehrswege innerhalb des Quartiers, Anbindung an die öffentlichen Wegeverbindungen -	Freiraumnutzungen Realisierbarkeit -	 Art und Maß der Nutzung -	Wirtschaftlichkeit -	Umsetzbarkeit

Standorteinbindung Zentral- und Landesbibliothek / Teil 3 Wettbewerbsaufgabe

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Gestaltung ZLB -	 Baukörpergestaltung, Ablesbarkeit -	 Konstruktion, Materialität -	Innenraumqualitäten Funktion ZLB -	 Erschließung, Anlieferung -	 Funktionale Zuordnung -	 Räumliche Qualität -	 Belichtung, Belüftung Realisierbarkeit ZLB -	Programmerfüllung -	 Nachhaltigkeit, Energieeffizienz -	 Wirtschaftlichkeit von Bau und Betrieb -	Barrierefreiheit -	Genehmigungsfähigkeit Die Reihenfolge der Kriterien stellt keine Gewichtung dar.

Standorteinbindung Zentral- und Landesbibliothek / Teil 4 Anhang

109

Teil 4 	 Anhang 4.1	 	 Digitale Anlagen

4_1_01	 Auslobung 	 01_ZLB_Auslobung.pdf 4_1_02	 Arbeitsplaene 	 	 CAD_Datei 	 01_ZLB_Arbeitsplan.dxf
	 02_ZLB_Arbeitsplan.dwg

	 	
	

PDF_Datei
01_ZLB_Lageplan_1000.pdf

	Stellplatzvarianten 	 01_ZLB_Stellplatzvariante_1.dwg
	 	 02_ZLB_Stellplatzvariante_2.dwg 03_ZLB_Stellplatzvariante_3.dwg

	 	
	 	

Modelleinsatzplatte
01_ZLB_Modelleinsatzplatte.pdf 02_ZLB_Modelleinsatzplatte.dxf

4_1_03	 Raumprogramm
	 	 	 	 01_ZLB_Raumprogramm.pdf 02_ZLB_Raumprogramm_Bereiche.pdf 03_ZLB_Funktionsdiagramm_Publikumsbereiche.pdf 04_ZLB_Funktionsdiagramm_Hintergrundbereiche.pdf

4_1_04	 Formblaetter
	 	 	 01_ZLB_Formblatt_Staedtebauliche_Kennwerte_Gebaeudekennwerte.xls 02_ZLB_Formblatt_Nutzflaechen_Technische_Funktionsflaechen.xls 03_ZLB_Verfassererklaerung als pdf und doc

4_1_05	 Informationsplaene 	 	Vermessung
	 	 	 	 	 	 	 01_ZLB_Vermessung.dxf 02_ZLB_Vermessung.pdf 03_ZLB_Gelaendeschnitte_Grundriss.pdf 04_ZLB_Gelaendeschnitt_1.pdf 05_ZLB_Gelaendeschnitt_2.pdf 06_ZLB_Gelaendeschnitt_3.pdf

	
	 	 	

	

Masterplan
01_ZLB_Masterplan_Gesamt.pdf 02_ZLB_Masterplan_Quartier_T_D.pdf 03_ZLB_Masterplan_A3_10000.pdf

	

Parkplanung
01_ZLB_Masterplan_phase_3.jpg

Standorteinbindung Zentral- und Landesbibliothek / Teil 4 Anhang

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	Luftbilder 	 01_ ZLB_Luftbild_2011_300dpi.tif
	 02_ ZLB_Luftbild_SenStadt@D_Laubner.jpg

4_1_06	 Weitere Planungsunterlagen 	 	Baugrund 	 01_ZLB_Baugrund-Vorgutachten.pdf
	 	 	

Klima
01_ZLB_Fachbeitrag_Stadtklima.pdf

	 	Baumbestand
	 	 	 	 01_ZLB_Baeume_Vermesser.pdf 02_ZLB_Baumkartierung_Vermesser_Tabelle.pdf 03_ZLB_Baumkartierung_THF_Nordwesten.pdf 04_ZLB_Baumkartierung_Strassenbaeume.pdf

	 	Verkehr
	 	 	 01_ZLB_Verkehr_Bericht.pdf 02_ZLB_Verkehr_Bericht_Anhang.pdf 03_ZLB_Verkehr_Gesamtnetz.pdf

	 	Energie
	 	 	 	 01_ZLB_Strategie_zur_energetischen_Entwicklung.pdf 02_ZLB_Energiekonzept_ Arbeitsstand.pdf

	 01_ZLB_Flora_Fauna_Broschuere.pdf 			 	Planungsrecht
	 	 01_ZLB_ FNP_Aenderung.pdf 02_ZLB_Legende_FNP.pdf

Flora_Fauna

	 	
	 	

Gender_Mainstreaming
01_Gender_Kriterien_Allgemein.pdf 02_Gender_Handbuch.pdf

4_1_07	 Informationen_Parklandschaft_THF
	 01_Parklandschaft_THF_Verfahren.pdf

	
	

Informationen_THF_Internet Tempelhofer Freiheit
http://www.tempelhoferfreiheit.de/startseite/

	 	
	

	

Leitbild Tempelhofer Freiheit
http://www.tempelhoferfreiheit.de/ueber-die-tempelhofer-freiheit/leitbild/

	Pionierprojekte 	http://www.tempelhoferfreiheit.de/mitgestalten/pionierprojekte/
	

	

IBA Berlin 2020
http://www.stadtentwicklung.berlin.de/staedtebau/baukultur/iba/index.shtml

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4_1_08	 Vorschriften 	 	 Musterverordnung über den Bau und Betrieb von Versammlungsstätten (Musterversammlungsstättenverordnung MVStättV), Fassung Juni 2005 	 01_ZLB_MVStättV.pdf 	 	 Vorschriften im Internet 	 	 	 	 	 Bauordnung Berlin und ergänzende Vorschriften BauOBerlin (BauOBln) v. 29. September 2005), in Kraft getreten am 1. Februar 2006, zuletzt geändert am 7. Juni 2007
http://www.stadtentwicklung.berlin.de/service/gesetzestexte/de/bauen.shtml

Verordnung über Bauvorlagen, bautechnische Nachweise und der Verfahren im Einzelnen (Bauverfahrensverordnung - BauVerfVO) vom 19. Oktober 2006

	http://www.stadtentwicklung.berlin.de/service/gesetzestexte/de/bauen.shtml 		 	 	 	 	 	 	

Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) v. 12. August 2004, zul. geändert am 20. Juli 2007
http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/arbst_ttv_2004/gesamt.pdf

Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) v. 07. August 2008
http://www.bmu.de/erneuerbare_energien/downloads/doc/20095.de

Verordnung zum Schutze des Baumbestandes in Berlin (Baumschutzverordnung – BaumSchVO) vom 11. Januar 1982, zuletzt ergänzt im Dezember 2007
	 http://www.stadtentwicklung.berlin.de/natur_gruen/naturschutz/downloads/ rechtsgrundlagen/landesvo/andere/baumschvo.pdf

	

Ausführungsvorschriften zu § 50 der Bauordnung für Berlin (BauO Bln) über Stellplätze für Kraftfahrzeuge für schwer Gehbehinderte und Behinderte im Rollstuhl und Abstellmöglichkeiten für Fahrräder (AV Stellplätze) vom 11. Dezember 2007
	http://www.stadtentwicklung.berlin.de/service/gesetzestexte/de/download/ bauen/20071129-AV-Stellpl.pdf

	

Gesetz über öffentliche Kinderspielplätze (Kinderspielplatzgesetz)vom 15. Januar 1979, in der Fassung vom 20. Juni 1995, geändert durch Art. XI des Gesetzes vom 17. Dezember 2003
	http://www.stadtentwicklung.berlin.de/umwelt/stadtgruen/gesetze/download/ spielplg.pdf

4_1_09	 Richtlinien
	

Muster-Richtlinie über den Bau und den Betrieb von Hochhäusern (Muster-Hochhaus-Richtlinie MHHR) in der Fassung vom April 2008
	http://www.bauministerkonferenz.de/?rid=986&n=3DAO

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Barrierefreies Planen und Bauen in Berlin – öffentlich zugängliche Gebäude, Grundlagen und Beispiele, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung – Kommunikation, 2012
http://www.stadtentwicklung.berlin.de/bauen/barrierefreies_bauen/download/	 handbuch/00_BarrierefreiesBauen_gesamt.pdf

	

	
	 	

Design for All - Öffentlicher Freiraum in Berlin
http://www.stadtentwicklung.berlin.de/bauen/barrierefreies_bauen/download/ designforall/Handbuch-Design_for_all_2011.pdf

	

Rundschreiben SenStadt VI A Nr 03/2010 – Barrierefreies Bauen
	http://www.stadtentwicklung.berlin.de/service/rundschreiben/de/download/ rs/2010/Rs032010.pdf

	
	

Richtlinie über die Flächen für die Feuerwehr auf Grundstücken
http://www.bravors.brandenburg.de/sixcms/detail.php?gsid=andbb_lds_test_ eval01.c.6501.de

	 	

Grundsätze für die Betriebswassernutzung, Rundschreiben SenStadt VI C Nr. 1/2003
bauen/RS_VI_C_01-2003.pdf

	http://www.stadtentwicklung.berlin.de/service/gesetzestexte/de/download/

	
	

Ökologische Kriterien für Bauwettbewerbe, Arbeitspapier SenStadt 2007
http://www.stadtentwicklung.berlin.de/aktuell/wettbewerbe/grundlagen/oekolog_ planungskriterien.pdf

	
	

Ökologisches Bauen, Anforderungen an Baumaßnahmen, Leitfaden SenStadt 2007
http://www.stadtentwicklung.berlin.de/bauen/oekologisches_bauen/download/ informationen/OekoLeitfadenBlnE_bf.pdf

	
	

Planungshilfe für energiesparendes Bauen, Landesinstitut für Bauwesen des Landes Nordrhein-Westfalen, Aachen 2003
http://www.stmi.bayern.de/imperia/md/content/stmi/bauen/themen/gebaeude_ energie/veroeffentlichungen/planungshilfe_energiesparendes_bauen_ash_ nrw_.pdf

	

Verwendungsverbote und -beschränkungen im Bereich von Baustoffen; Schadstoffen
download/senbauwohn_nr_10-98.pdf

	http://www.stadtentwicklung.berlin.de/aktuell/wettbewerbe/grundlagen/ 	http://www.stadtentwicklung.berlin.de/service/rundschreiben/de/download/ rs/2004/RSVIA_14_2004.pdf

4_1_10	 Bilddokumentation 	 01_ZLB_Bilddokumentation.pdf

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4.2	Quellenangaben
Abbildungsnachweis Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg: Abb. 06 Landesbildstelle Berlin: Abb. 08, 09 Landesdenkmalamt: Abb. 05, 07 (Fotograf: Wolfgang Bittner) Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt: Titelseite (Fotograf: Dirk Laubner), Abb. 01, 02, 03, 04, 10 - 26 (teilweise bearbeitet)

Literaturverzeichnis Berlin und seine Bauten. Teil X Band B, Anlagen und Bauten für den Verkehr, (1) Städtischer Nahverkehr, hrsg. vom Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin, Berlin 1979 Berlin und seine Bauten. Teil X Band B, Anlagen und Bauten für den Verkehr, (2) Fernverkehr, hrsg. vom Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin, Berlin 1984 Denkmaltopographie in Deutschland. Denkmale in Berlin. Bezirk Tempelhof-Schöneberg. Ortsteile Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde und Lichtenrade, hrsg. vom Landesdenkmalamt Berlin, Petersberg 2007 Meuser, Philipp: Vom Fliegerfeld zum Wiesenmeer, Geschichte und Zukunft des Flughafens Tempelhof, Berlin 2000 Schäche, Wolfgang: Der „Zentralflughafen Tempelhof“ in Berlin, in: Berlin in Geschichte und Gegenwart, Jahrbuch des Landesarchivs Berlin 1996, Berlin 1996
        
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