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Natürlich Effizient: eine Rückschau mit Zukunftsperspektive

Full text: Geschäftsbericht ... Issue 2011,2 Natürlich Effizient: eine Rückschau mit Zukunftsperspektive

2011

Natürlich Effizient
Eine Rückschau mit Zukunftsperspektive

Natürlich Effizient
Eine Rückschau mit Zukunftsperspektive

Impressum Herausgeber: Stadtwerke Herne AG Grenzweg 18 44623 Herne Telefon 02323 592-555 Telefax 02323 592-222 beratung@stadtwerke-herne.de www.stadtwerke-herne.de Beratung: wordwide, Mainz Gestaltung: oktober Kommunikationsdesign, Bochum Bildnachweis: Stadtwerke Herne AG, Stadt Herne, Holger Wennrich, Brigitte Kraemer, fotolia, istock Druck: Blömeke-Druck GmbH, Herne Juni 2012

Inhalt

Prolog ..................................................................................................................................................................................................................................... 5 Kapitel 1: Nachhaltigkeit
Verantwortung übernehmen: Mit nachhaltigen Energiekonzepten Zukunft sichern. . ................................................................................................

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Kapitel 2: Wirtschaftlichkeit
Innovationen wagen: Wie neue Produkte und Konzepte den Wirtschaftsstandort stärken. .................................................

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Kapitel 3: Mitarbeiter
Effizienz stärken: Mitarbeiter motivieren und Entwicklungs­ öglichkeiten bieten. . ............................................................ m

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Prolog: Es gibt ein Ziel, dem sich die Stadtwerke Herne seit jeher besonders verpflichtet fühlen: kontinuierliche Verbesserung der Zukunftsfähigkeit und Lebensqualität unserer Stadt.

Kapitel 4: Engagement
Stadt leben: Wie die Stadtwerke Herne Lebensqualität schaffen. . ..............................................................................................

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Epilog ................................................................................................................................................................................................................................. 26

Die Energiewende eröffnet uns vielfältige Chancen zur Umsetzung dazu notwendiger Maßnahmen. Maßnahmen, die Herne zu einer energieeffizienten Stadt machen werden. Die Stadtwerke Herne kooperieren aus Tradition eng mit den in Herne ansässigen Unternehmen, Verbänden und wissenschaftlichen Institutionen. Jetzt gilt es, dass die Beteiligten noch weiter aufeinander zugehen, und gemeinsam Ziele, Prioritäten und Vorgehensweisen erarbeiten. 2011 haben wir eine Reihe Projekte zur Erweiterung unserer Effizienz-Maßnahmen angestoßen und ausgebaut: Die Stärkung regenerativer Energien oder Konzepte zur Optimierung des Mobilitätsangebots unter Einbezie4 Stadtwerke Herne

hung der Elektromobilität sind nur zwei Beispiele dafür. Die Stadtwerke Herne waren vor der Einleitung der Energiewende Energiedienstleister und werden es auch danach weiter sein. Mit Blick auf den für uns extrem wichtigen Zukunftsmarkt Energieeffizienz werden wir jedoch prüfen, inwieweit wir unser Geschäftsmodell anpassen, umstellen, verschlanken oder erweitern müssen. Erfolgsgaranten für Energieeffizienz sind moderne Techniken und Verfahren, intelligentes und solidarisches Verhalten; in der Natur finden wir unzählige Beispiele dafür, wie unsere „tierisch interessante“ Bildlinie belegt. Sie soll Sie und uns zum Nachdenken und Nachahmen inspirieren.
Prolog 5

Nachhaltigkeit
Hummeln halten die Temperatur in ihrem Nest so konstant wie eine vollautomatische Klimaanlage. Bisher schien das Phänomen eines der ungelösten Rätsel im Tierreich. 2011 fanden US-Forscher die Antworten: Die größeren Tiere gehen auf Futtersuche, während die kleinen durch ihre Körperwärme das Nestklima stabil halten. Wird es zu heiß, fächeln die größeren Tiere kühlende Luft in das Nest. Kraftwärme­kopplung auf tierische Art!

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Stadtwerke Herne

Nachhaltigkeit 7

Verantwortung übernehmen: Mit nachhaltigen Energiekonzepten Zukunft sichern.
Klimaveränderungen, Umweltschutz und innovative Konzepte zur Energiegewinnung sind Themen von weltweiter Bedeutung. Effiziente Lösungen entstehen im Lokalen oder im intelligenten Verbund: Ressourcen schonen und den Energieverbrauch auf das Notwendige reduzieren – das Prinzip „Hummelnest“ verändert nicht nur die Energiekonzepte vor Ort, sondern beeinflusst durch aktiven Umweltschutz und nachhaltige Projekte auch den globalen Prozess.
Energie aus Windkraft und Biomasse sowie Biogas, Wasser, Solar- und Geothermie bündelt „Green Gecco“ – ein Gemeinschaftsprojekt der Stadtwerke Herne mit 29 weiteren Energie­ versorgern. Die Elektromobilität erobert die Stadt – und die Parks. An der Künstlerzeche können Herner Bürger Pedelecs auch ausleihen.

Grüner Strom im Aufwind Über „Green Gecco“, ein Gemeinschafts­ projekt mit 29 weiteren Energieversor­ gern, sind die Stadtwerke Herne an Projekten der Strom- und Wärmeproduktion aus Windkraft, Biomasse, Geothermie, Biogas, Wasser und Solarthermie beteiligt. Bis 2020 will das Konsortium rund eine Milliarde Euro in die Projekte investieren. Neben dem Onshore-Windpark „An Suidhe“ an der schottischen Westküste ist der Windpark „Süderdeich“ in SchleswigHolstein das zweite Projekt unter dem Dach von „Green Gecco“. Bei „Süderdeich“ handelt es sich um eine sogenannte Repowering-Maßnahme, bei der alte Anlagen durch neue leistungsstarke Technik ersetzt werden. Die vier Windräder der 2,3-Megawattklasse speisen jährlich rund 20 Millionen Kilowattstunden regenerativen Strom ins Netz ein. Mit 32 weiteren Stadtwerken und regionalen Energieversorgern sind die Stadtwerke Herne außerdem unter Federführung der Trianel GmbH an der Errichtung eines Windparks vor der Insel Borkum beteiligt. 45 Kilometer nördlich vor der Nordseeinsel begann im Spätsommer 2011
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die Verankerung der 700 Tonnen schweren Stahlfundamente für 40 Windanlagen im Meeresboden. Ab Sommer 2012 folgt die Installation der weiteren Anlagenbestandteile wie Turm, Gondel, Nabe und Rotorblätter. Insgesamt ersparen die Windräder mit einer Leistung von jeweils fünf Megawatt der Umwelt rund 400.000 Tonnen Kohlendioxid jährlich. Aber auch schon bei der Errichtung des Windparks legten die Investoren größten Wert auf Umwelt- und Naturschutz: Ein innovatives Verfahren, der sogenannte Blasenschleier, schützt das empfindliche Gehör der in der Nähe lebenden Schweinswale vor den lauten Rammschlägen bei der Fundamentbefestigung. Dieser Luftschleier dämpft den Lärm und streut die Schallwellen. Mit dem Borkumer Windpark-Anteil der Stadtwerke Herne können in Zukunft jährlich etwa 1.600 Herner Haushalte CO2-frei mit Strom versorgt werden. Biogas – eine ausgezeichnete Alternative Durch die Beteiligung am deutschlandweit ersten Biogas-Pool können die Stadtwerke ihren Privatkunden seit April 2011 TÜVzertifiziertes Bioerdgas anbieten. Außer-

dem betreiben die Stadtwerke Herne seit Anfang 2011 die eigenen Blockheizkraftwerke am Schwimmbad Südpool sowie am Standort Trimbuschhof mit „Grüngas“. Auch das Freizeitbad Wananas wurde mit Biogas beliefert. Leider zerstörte ein Großbrand in der Nacht vom 9. auf den 10. November 2011 das vor allem bei Kindern beliebte Bad. Die Stadtwerke Herne reagierten schnell auf die Zerstörung und erweiterten spontan die Öffnungszeiten des Südpools. Mit 150.000 Besucherinnen und Besuchern erzielte das Bad so schließlich ein zufriedenstellendes Jahresergebnis, obwohl vor allem der Freibadbereich in den Sommer­ monaten wetterbedingt nur schwach besucht wurde. Die Deutsche Energie-Agentur (dena) zeichnete den ersten Biogas-Pool für Stadtwerke im Rahmen eines Wettbewerbs mit der „Biogaspartnerschaft des Jahres 2011“ aus. Damit unterstreicht die dena nicht nur die Bedeutung effizienter, umweltfreundlicher und CO2-neutraler Produktion von Energie als Alternative zur Ressource Erdgas. Sie hob auch die Innovationskraft der partnerschaftlichen Zusammenarbeit der Beteiligten hervor: Neben der Arcanum Energy Management

GmbH aus Unna als Ideengeber, Projektmanager und Gesellschafter kooperieren die Stadtwerke Herne mit den Stadtwerken Bad Salzuflen, Rotenburg (Wümme), Verden (Aller) und Witten. Die Beteiligung am Biogas-Pool ist für die Stadtwerke Herne ein zukunftsträchtiger Geschäftszweig: Sie ermöglicht die Produktion und den Verkauf von Biogas, ohne selbst eine Biogasanlage betreiben und die erforderlichen Rohstoffe sichern zu müssen. Lediglich die Aufbereitung des Biogases zur Erdgasqualität, die ins Netz eingespeist werden kann, erfolgt über die Stadtwerke selbst. Der Biogas-Pool 1 gilt inzwischen als Vorreiter für ein solches partnerschaftliches Modell. Aktuell erzeugt der Pool 60 Millionen Kilowatt-Stunden Bioerdgas pro Jahr. Dank einer dritten Erzeugungsanlage wird sich die Energieproduktion 2012 auf 120 Millionen Kilowatt-Stunden verdoppeln. Wir stellen um – mit „Wärme Direkt“ Eine Erdgasheizung gehört zu den sichersten und wirtschaftlichsten Arten der Wärmeerzeugung. Alte Heizsysteme hingegen können große Energiever-

schwender sein. Mit dem Produkt „Wärme Direkt“ bieten die Stadtwerke Herne ihren Kunden die Möglichkeit, Heizungsanlagen zu modernisieren, ohne selbst investieren zu müssen. Gemeinsam mit örtlichen Handwerksbetrieben erneuern die Stadtwerke Herne veraltete Brennwertanlagen. Erster Erfolg der noch jungen Kooperation: In 2011 haben die Stadtwerke Herne so 52 Anlagen mit einer Leistung über 1.000 Kilowatt realisiert. Das spart Energie, Geld und schont das Klima! Für Eigenheim- und Mehrfamilienhausbesitzer sowie Gewerbetreibende können Kraftwärmekopplungsanlagen eine gute Alternative sein, sich mit Strom und warmem Wasser selbst zu versorgen. Weltweit erproben einige Firmen StirlingMotoren, um sie als Mini-Blockheizkraftwerke auf den Markt zu bringen. Dabei werden verschiedene Brennstoffe in Kombination mit den Stirling-Motoren eingesetzt – zum Beispiel Erdgas, Grubengas, Biogas oder Holz. Ein Stirling-Motor funktioniert ähnlich wie eine Dampfturbine als Wärmekraftmaschine mit externer Verbrennung: Dabei wird eine konstante Gasmenge in einem geschlossenen Raum erwärmt, komprimiert und wieder
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Das sanierte Verwaltungsgebäude der Stadtwerke Herne am Grenzweg: Geradlinig, transparent, effizient – was nach außen hin sichtbar ist, prägt auch die Abläufe und die Unternehmenskultur im Inneren.

expandiert. Durch das sich immer wieder verändernde Volumen wird ein Arbeitskolben in Gang gebracht. Ist das Gas abgekühlt, wird es erneut komprimiert und dem Kreislauf wieder zugeführt. Die Renaissance der schon lange bekannten Technik im neuen Umfeld beobachten die Stadtwerke Herne mit großem Interesse. Deshalb kooperie­ren sie seit 2011 mit der Firma Viessmann und testen derzeit in einem Herner Privathaus ein Mini-Blockheizkraftwerk mit Stirling-Motor. Dort liefert das neu entwickelte Gerät Strom und zugleich Wärme für Heizung und Swimmingpool. Solaranlagen – der Sonne entgegen Moderne Erdgas-Brennwertanlagen sparen im Vergleich zu alten Heizkesseln rund 20 Prozent Energie ein. Weil sie die Abgaswärme in den Heizkreislauf zurückführen, arbeiten sie besonders effizient und umweltschonend. Noch wirkungsvoller ist ihre Kombination mit einer thermischen Solaranlage. Wenn die zusätzliche Energie aus Solarkollektoren zur Warmwassernutzung oder zur Unterstützung der Heizungsanlage eingesetzt wird, können so zusätzlich bis zu weitere 25 Prozent des jährlichen Energiebedarfs abgedeckt werden.
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Deshalb halten die Stadtwerke Herne auch in Zukunft am bewährten Förderprinzip fest: Für thermische Solaranlagen in Verbindung mit einer Erdgasheizung oder Erdgaswärmepumpe gewähren sie eine einmalige Förderung auf die Kollektorfläche von 100 Euro pro Quadratmeter – bei einer maximalen Förderleistung von 500 Euro je Anlage. Während thermische Solaranlagen zur Produktion von warmem Wasser und zur Heizungsunterstützung eingesetzt werden, produzieren Fotovol­ taikanlagen Solarstrom, der ins öffentliche Netz eingespeist und vergütet wird. 2011 gingen in Herne 91 Anlagen ans Netz. Das entspricht einer Gesamtleistung von 1.583 Kilowatt Peak. Insgesamt lieferten Ende 2011 296 Solaranlagen Energie für Herner Privathäuser oder Firmengebäude. Hinzu kamen sieben von den Stadtwerken Herne selbst betriebene Anlagen. Das entspricht einer Gesamtleistung von zirka 4.723 Kilowatt Peak – wichtige Schritte Richtung Energiewende. Mit Strom und Gas mobil Im Rahmen der nationalen Strategiekonferenz zur Elektromobilität der deutschen Bundesregierung wurde der politische Wille zur breiten Einführung von Elektrofahrzeugen festgelegt. Die Bundesregie-

rung strebt das ambitionierte Ziel an, dass bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen fahren. Doch wie sieht die Praxis aus? Welche Fahrzeuge eignen sich? Wie muss sich die Infrastruktur verändern, um Elektrofahrzeugen den Weg zu ebnen? Und wie reagieren die Herner auf neue Angebote? Die Stadtwerke Herne wollten es genau wissen und haben deshalb 2011 Pilotprojekte angestoßen, die in Zukunft noch weiter ausgeweitet werden sollen. Nach der Anschaffung eines Elektroautos in 2010 ging im September 2011 die erste Elektrotankstelle der Stadtwerke in Betrieb. Eine weitere Elektrotankstelle ist am KundenCenter am Berliner Platz geplant. Für 2012 wurden mehrere neue Elektro-Fahrzeuge für den Fuhrpark der Stadtwerke bestellt, die inzwischen das bisher erprobte Modell „Tazzari“ eines italienischen Automobilherstellers abgelöst haben. Mehr noch als Elektroautos liegen Batterieantriebe für Zweiräder im Trend. Elektroroller, E-Bike oder Pedelec (elektrisch unterstützte Fahrräder) tauchen immer häufiger auf unseren Straßen auf. Die Stadtwerke Herne ermöglichen es Interessierten, Erfahrungen mit der Elek­ romobilität zu sammeln, ohne ein t eigenes Zweirad anschaffen zu müssen.

Eine der größten Herausforderungen der Elektromobilität ist es, Energieversorger, Fahrzeug­ hersteller und Nutzer so zu vernetzen, dass auf Basis ihrer Erfahrungen neue Standards entwickelt werden können. Die Stadtwerke Herne nehmen mit ihren Modellprojekten diese Herausforderung an und bieten seit 2012 auch ein Förderprogramm an.

An der Künstlerzeche in Wanne-Eickel und bei einer Gastronomie im Herner Stadtpark können Pedelecs der Stadt­ werke Herne ausgeliehen werden. Eine der größten Herausforderung der Elektromobilität ist es, Energieversorger, Fahrzeughersteller und Nutzer so zu vernetzen, dass auf Basis ihrer Erfahrungen neue Standards entwickelt werden können. Die Stadtwerke Herne nehmen mit ihren Modellprojekten diese Herausforderung an und bieten seit 2012 auch ein Förderprogramm an: Privat- und Gewerbekunden erhalten bei Anschaffung eines Elektro-Autos 500 Euro, bei Anschaffung eines Pedelecs 100 Euro. Zusätzlich können diese Kunden ein Jahr kostenlos an der Ladestelle „Grenzweg“ Strom tanken. Neben elektrisch angetriebenen Fahrzeugen setzen die Stadtwerke Herne im eigenen Fuhrpark auf Erdgasautos. Stadtwerke-Kunden, die sich von den Fahreigenschaften eines Erdgasautos überzeugen wollten, stand auch 2011 wieder ein Leihfahrzeug für kostenlose Probefahrten zur Verfügung: ein VW Passat TSI EcoFuel. In Kooperation mit dem Autohandel präsentierten die Stadtwerke zudem beim Umwelttag oder beim Herner Autofrühling unterschiedliche Erdgas betriebene Serienmodelle. Trotz steuerlicher Entlastung, den weitaus günstigeren Treibstoffpreisen im Vergleich zu Diesel und Benzin und der besseren Umweltverträglichkeit sowie dem Stadtwerke-Förderbonus, ein halbes Jahr lang kostenlos Erdgas tanken zu können, sind die Herner Bürgerinnen und Bürger beim Kauf von Erdgas-Fahrzeugen zurückhaltend: Nur 17 Autos, davon fünf mit der zeitlich begrenzten doppelten Sonderförderung, rollten 2011 neu auf die Herner Straßen. Insgesamt vergaben die Stadtwerke im Jahr 2011 Förderungen in Höhe von 11.347 Kilogramm Erdgas. Das entspricht rund 1.720 Litern Benzin. Smart Home – wenn das Haus mitdenkt Als eines der ersten Stadtwerke in Deutschland bietet das Herner Unternehmen seit September 2011 – über das Internet bundesweit – eine intelligente Haussteuerung an, die sich ohne aufwändige Installation oder technische Vorkenntnisse in jedem Haushalt integrieren lässt. Die Produktlinie Stadtwerke Smart Home ermöglicht es, Geräte per Fernbedienung

ein- oder auszuschalten, Heizkörper mit mobilen Endgeräten zu temperieren oder die heimische Beleuchtung auch vom Urlaubsort aus zu regeln. Ob Eigenheim oder Mietwohnung – unterschiedliche Komponenten können alle elektrischen Geräte eines Haushalts steuern. Die Smart Home-Konzepte machen das Leben nicht nur bequem, sie verhindern auch schleichende Energieverbräuche: Der Fernseher schlummert nicht mehr im Stand-byModus, die Heizung bullert nicht mehr bei offenem Fenster! Im großen Stil kam 2011 die smarte Haustechnik den Bewohnern der Mehrgenerationen-Siedlung am Stratmanns Weg zugute. Alle 42 Wohnungen, die bereits 2010 an das hochmoderne, extrem schnelle Glasfasernetz angeschlossen worden waren, wurden mit der intelligenten Technik ausgestattet. Insgesamt stößt das innovative Produkt allerdings noch auf geringes Kaufinteresse. In 2012 soll es zugeschnitten auf bestimmte Zielgruppen weiterentwickelt werden. Die neue Unternehmenszentrale – transparent, effizient, kundenfreundlich Effizienz stand auch im Mittelpunkt des Umbaus der Stadtwerke-Verwaltung am Grenzweg. Neben einer erheblichen Reduzierung der Büroflächen um 2.000 Quadratmeter durch den Abriss des stark sanierungsbedürftigen Altgebäudes sorgen nun eine mit Biogas betriebene Wärmepumpe und eine Fassadendämmung aller Gebäudeteile für energe­ tische Optimierung. Durch die Verkleinerung rückten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter näher zusammen, Kommunikations­ bläufe konnten verbesa sert werden. Nach dem Umbau ist das Gebäude hundertprozentig barrierefrei: Der Eingangsbereich ist ebenerdig zu erreichen, ein rollstuhlgerechter Aufzug verbindet die Etagen. Zudem entspricht die Energiebilanz des Verwaltungsgebäudes den neuesten Anforderungen. Mit dem Umbau der Unternehmenszentrale, der im September 2011 abgeschlossen wurde, zeigen die Stadtwerke Herne nach außen, was auch im Inneren des Gebäudes zählt: Transparenz, Kundenfreundlichkeit und Wirtschaftlichkeit. So ist die Zentrale der Herner Stadtwerke am 23. und 24. Juni 2012 auch einer von 451 Schauplätzen des bundesweiten Tags der Architektur, der 2012 unter dem Motto „Energie!“ steht.
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Wirtschaftlichkeit
Warum frieren Eisbären am Nordpol eigentlich nicht? Weil sie auch bei extremer Kälte Wärme aufnehmen und speichern können. Möglich macht das ihr Fell: Die einzelnen Haare der Eisbären sind farblos. Weiß erscheinen sie nur, weil sie das Licht reflektieren. Ein Teil des Lichts aber wird von den Haaren aufgefangen und wie durch eine Glasfaser direkt auf die Haut geleitet. Die wiederum ist schwarz. Sie kann das Licht fast vollständig schlucken und in Wärme umwandeln. In dem leicht krausen, dichten Geflecht des Eisbärenfells entstehen zudem kleine Luftpolster, die isolierend wirken. Die Körperwärme geht deshalb nicht so leicht verloren.

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Stadtwerke Herne

Wirtschaftlichkeit 13

Innovationen wagen: Wie neue Produkte und Konzepte den Wirtschaftsstandort stärken.
Mit innovativen Produkten und durch umfangreiche Service- und Beratungsangebote machen die Stadtwerke Herne ihre Kunden fit für eine effiziente Energienutzung. Dabei scheint das Bemühen, den Verbrauch von Strom und Gas möglichst gering zu halten, zunächst wenig gewinnbringend bezogen auf die Umsatzzahlen. Galt doch lange Zeit der Strom- und Gasabsatz als eine Haupteinkommensquelle der Stadtwerke. Wer sich aber wie die Stadtwerke Herne rechtzeitig auf Wachstumsmärkte in den Bereichen Beratung, Neukundengewinnung, Bewirtschaftung, Produktentwicklung und Mobilität konzentriert, kann erwünschte Verluste aus geringerem Verbrauch der einzelnen Kunden erfolgreich kompensieren.

Sichere Versorgung, gute Beratung: Die Stadtwerke investieren kontinuierlich in ihre Stromund Gasnetze. Das KundenCenter ist immer die richtige Adresse für alle Fragen rund um Produkte und Services.

Gute Beratung – erstklassiger Service Einen Eisbären mittels Wärmebildkamera aufzuspüren, wäre keine gute Idee. Sein natürlicher Energieschutz macht ihn für diese Technik fast unsichtbar. Für Haus- und Wohnungseigentümer jedoch ist die Thermografie – Aufnahmen mit einer Infrarot-Kamera – ein hervorragendes Analysemodul, um die thermischen Schwachstellen an einer Gebäudehülle sichtbar zu machen. Die Aufnahmen zeigen, an welcher Stelle eines Gebäudes Wärme verloren geht. Die Bedingungen für aussagefähige Aufnahmen: Sie können nur im Winter und bei Dunkelheit aufgenommen werden. In der Wintersaison 2010/2011 beauftragten 60 Hausbesitzer die Thermografie-Experten der Stadtwerke Herne, Energieverlusten an ihrem Haus auf die Schliche zu kommen. Bis zum Jahresende 2011 konnten 33 weitere feste Aufträge verbucht werden. Schlecht isolierte Häuser sind große Energieverschwender. Im täglichen Leben
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reißen jedoch viele kleine Energiefresser Löcher in die Haushaltskasse. Deshalb geht regelmäßig ein Energieberater der Stadtwerke Herne auf Tour. Kompetent und kostenlos berät er interessierte Kunden auch in den eigenen vier Wänden. 634 Herner Bürger nahmen 2011 den Energieberatungsservice in Anspruch. Viel Zuspruch fand 2011 auch die Veranstaltungsreihe „Energieberatung aktuell“ im Kundencenter der Stadtwerke Herne. Energieexperten der Stadtwerke Herne informierten unter anderem über moderne Brennwertgeräte oder über Erdgasfahrzeuge. 2012 geht die Informationsreihe in weitere Runden. Förderprogramme – finanzielle Anreize für Stadtwerke-Kunden Über Förderprogramme motivieren die Stadtwerke Herne ihre Kunden, die Umwelt weiter zu entlasten. Die Stadtwerke Herne vergeben Förderungen für Erdgasfahrzeuge, Heizungs- und Solaranlagen,

Blockheizkraftwerke, Wärmepumpen und die Elektro-Mobilität. Besonders die Zahl der umweltschonenden Erdgasheizungen in Herne möchten die Stadtwerke Herne deutlich erhöhen. Ein Förderprogramm schafft deshalb finanzielle Anreize, um die Entscheidung der Bürgerinnen und Bürger für eine Umstellung ihrer Heizungsanlagen zu erleichtern. So stellten 2011 Herner Hausbesitzer oder Gewerbetreibende 14 Heizungsanlagen für insgesamt 43 Wohneinheiten auf die umweltfreundliche Energie Erdgas beziehungsweise auf Erdgas-Brennwerttechnik um. Sie lösten längst überholte Heizungsanlagen für Kohle, Öl oder Nachtstrom ab. Die Stadtwerke Herne gewähren beim Einbau einer Brennwertanlage einen einmaligen Zuschuss für Ein- und Mehrfamilienhäuser von 250 Euro pro beheizter Wohneinheit. Für sonstige Erdgasheizungen beträgt der einmalige Zuschuss für Ein- und Mehrfamilienhäuser 150 Euro pro Wohnung.

Die Stadtwerke Herne vergeben Förderungen für Erdgasfahrzeuge, Heizungs- und Solaranlagen, Blockheizkraftwerke, Wärmepumpen und die Elektro-Mobilität.

Gewerbekunden erhalten für Anlagen bis 50 Kilowatt Leistung einen einmaligen Zuschuss von 250 Euro, für Anlagen über 50 Kilowatt Leistung fließen 500 Euro in die „Heizungskasse“. Insgesamt vergaben die Stadtwerke Herne Förderungen für die Umstellung auf Erdgas in Höhe von 7.550 Euro. Für thermische Solaranlagen in Verbindung mit einer Erdgasheizung oder -wärmepumpe gewähren die Stadtwerke eine Förderung auf die Kollektorfläche von 100 Euro pro Quadratmeter. In 2011
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riefen fünf Hausbesitzer Förderungen in Höhe von insgesamt 2.480 Euro ab. Das entspricht einer Kollektorfläche von zirka 30 Quadratmetern.

Als regionalem Dienstleister liegt den Stadtwerken Herne die Stärkung des Wirtschaftsstandorts Herne am Herzen.
Ein Neubaugebiet mit großem Innovationspotenzial entsteht derzeit im Bereich von Schloss Strünkede. Der angrenzende Gewerbepark an der Herner Forellstraße erhielt 2011 mit dem IT-Dienstleister rku.it seinen ersten Ankermieter. Die Herner Stadtwerke legten den Grundstein für die erweiterte Unternehmens­ zentrale ihres Beteiligungsunterneh­ mens rku.it im Sommer 2011. Der Neu­ au b gilt als Best practise-Beispiel für energieeffiziente Gebäude: Durch den Einbau einer Geothermie-Wärmepumpe werden sowohl im Winter als auch im Sommer mit geringstem Energieaufwand angenehme Temperaturen erzielt. Der Neu-

bau unterschreitet sämtliche Vorgaben der Energieeinsparverordnung. In dem architektonisch beindruckenden, viergeschossigen Gebäude mit einer Gesamtfläche von 2.000 Qua­dratmetern werden am Standort Westring alle rku-Mitarbeiter zusammengefasst. Mit dem Bau der neuen Unternehmenszentrale des It-Dienstleisters geben die Stadtwerke Impulse für weitere Ansiedlungen. Unter anderem planen dort, am Endpunkt der Campuslinie Bochum-Herne, Unternehmen aus dem universitären Umfeld neue Ansiedlungen. Durch diese und weitere Neuansied­ lungen erweiterten die Stadtwerke Herne 2011 ihre Netze: Zum Stromnetz kamen 20,5 Kilometer, zum Gasnetz 4,5 Kilometer hinzu. Insgesamt investierten die Stadtwerke im letzten Jahr 7,8 Millionen Euro. Auf gute Nachbarschaft Ende 2010 gingen die Stadtwerke Herne mit dem Produkt „Strom von nebenan“ an den Start. Damit haben die Stadtwerke Herne ihr Angebot über das eigene Stadtgebiet auf die Region des Kreises

Recklinghausen hinaus ausgeweitet. 2011 hat „Strom von nebenan“ mit „Gas von nebenan“ eine Schwester bekommen. Das Angebot „Gas von nebenan“ können zunächst insbesondere Kundinnen und Kunden im Kreis Recklinghausen beziehen. Die Produktlinie „Energie von nebenan“ gewinnt kontinuierlich Kunden. Ende 2011 bezogen 1.600 Haushalte aus der Nachbarschaft die hundertprozentig regenerativ erzeugte Energie. Der Erfolg von „Energie von nebenan“ basiert nicht zuletzt auf einer umfassenden Marketingkampagne. Die Aktivitäten reichten von Promotionaktionen auf Stadtfesten und Bauhandwerkermessen wie der „Vest Bau“ in Recklinghausen oder den Marler Bautagen über eine Direkt-MailingKampagne an potenzielle Kunden im Kreis Recklinghausen bis hin zu Radio- und Anzeigenwerbung. Konsequente Neuausrichtung der WHE Im mittleren Ruhrgebiet, im Zentrum eines der größten Absatz- und Produktionsräume Europas, organisiert die Wanne-Herner Eisenbahn und Hafen GmbH (WHE) seit 1913 verkehrsträger-

übergreifende Logistikkonzepte für den Güterverkehr. Den größten Teil seines Umsatzes machte das Unternehmen bisher mit dem Transport sowie dem Auf- und Abhalden von Kohle. 2011 haben sich die Stadtwerke Herne AG mit 94,9 Prozent an der Wanne-Herner Eisenbahn und Hafen GmbH beteiligt. Die Stadtwerke Herne treiben nach dem plötzlichen Rückgang des Kohlegeschäfts die Neuausrichtung der WHE zu einem modernen Logistik-Unternehmen mit aller Kraft voran. Geplant sind der Neubau eines Container-Terminals und der Ausbau der Trailer-Flächen. Schon in den letzten Jahren hat sich der Container-Umschlag bei der WHE von 55.000 Ladeeinheiten in 2006 auf zuletzt rund 100.000 Ladeeinheiten fast verdoppelt. Vom zunehmenden Güterverkehr – das Statistische Bundesamt ermittelte einen Anstieg von 5,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr – soll in Zukunft auch die neue StadtwerkeTochter profitieren. Sie erweitert darum ihre Kapazitäten und kann nach Fertigstellung des Terminals 250.000 Einheiten umschlagen.

Strategischer Partner für neue Stadtwerke in der Region Die Stadt Recklinghausen will in den Strommarkt einsteigen und plant eigene Stadtwerke. In einer europaweiten Ausschreibung suchen sie einen strategischen Partner, der sich an den neu zu gründenden Stadtwerken beteiligt. Ende 2011 haben sich daraufhin die Stadtwerke Herne und die Hertener Stadtwerke zu einer Bietergemeinschaft zusammengeschlossen und eine gemeinsame Bewerbung für eine 49-Prozent-Beteiligung abgegeben. Mit dem Zusammenschluss stünden Recklinghausen kompetente Partner in der Energieversorgung sowie starke Nachbarn aus der Region zur Seite. Am 21. November 2011 ging die gemeinsame Bewerbung mit einem ersten indikativen Angebot in Recklinghausen ein. Mit dem Konzept konnte sich die Bietergemeinschaft für die nächste Runde Anfang 2012 qualifizieren. Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen.

Wo dringt Wärme nach draußen? ThermografieAufnahmen zeigen deutlich die Schwachstellen einer Gebäudehülle. Wer ein mit Erdgas betriebenes Fahrzeug anschafft, wird von den Stadtwerken mit einem Extra-Förderbonus belohnt und und tankt in Herne ein halbes Jahr lang kostenlos.

Die Weichen werden neu gestellt: Die WanneHerner Eisenbahn und Hafen GmbH (WHE) soll in den nächsten Jahren zu einem modernen LogistikUnternehmen entwickelt werden. Dafür wurden unter anderem der Neubau eines ContainerTerminals und der Ausbau der Trailer-Flächen projektiert.

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Stadtwerke Herne

Wirtschaftlichkeit 17

Mitarbeiter
Warum gibt es wesentlich mehr Finken auf den Galapagosinseln, als dort eigentlich Nahrung finden könnten? Die zahlreichen Finkenarten haben im Zuge der Evolution unterschiedlichste Schnabelformen ausgebildet, so dass jeder der Vögel spezialisiert ist, auf andere Art und Weise Nahrung zu finden. Die auch Darwin-Finken genannten Vögel lehren uns, dass eine schnelle Anpassung das Überleben einer Population auch unter widrigen Umständen ermöglicht.

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Mitarbeiter 19

Effizienz stärken: Mitarbeiter motivieren und Entwicklungs­möglichkeiten bieten.
Der effiziente Einsatz spezialisierter Fachkräfte auf der einen Seite, flexible, schnell reagierende Management-Strukturen auf der anderen Seite – um als Energiedienstleister in einem sich rasant verändernden Markt kontinuierlich erfolgreich zu sein, muss man sich anpassen und flexibel reagieren. Mit dem „Projekt Zukunft“, das auch in 2011 konsequent weitergeführt wurde, setzen die Stadtwerke auf ihr wichtigstes Kapital: ihre Mitarbeiter.
„Projekt Zukunft“: Neue Impulse fürs Unternehmen Im Rahmen des „Projekts Zukunft“ wurden nach und nach Methoden und Projekte eingeführt, um die vielfältigen Ideen und konstruktiven Vorschläge der Stadtwerke-Mitarbeiter für konkrete Verbesserungen im Unternehmen zu nutzen. Die Ziele des kontinuierlichen Veränderungs­prozesses: mehr Kunden­ orientierung, mehr Effizienz, mehr Wachstum. So wurden 2011 Methoden und Maßnahmen fortgesetzt, um das „Projekt Zukunft“ mit Leben zu füllen. Als Moderatoren ausgebildete Mitarbeiter koordinierten insgesamt 15 Teamkonferenzen. Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen überprüften darin ihre Aktionspläne des letzten Jahres und legten neuen Ziele fest, die sie gemeinsam in die Tat umsetzen werden. 2011 führten die Stadtwerke Herne auf Vorstands- und oberster Führungsebene eine sogenannte 360-Grad-Analyse durch. Im Rahmen dieses Analysemoduls beurteilten Kunden, Mitarbeiter, Kollegen oder Vorgesetzte die Kompetenzen, Fähigkeiten und Verhaltensstile der Leitungskräfte. Insgesamt entstanden so 70 aussagekräftige Profile, denen jeweils eine Analyse in einem Vier-Augen-Gespräch folgte. Anfang 2012 vertiefte ein Intensiv-Workshop die Ergebnisse der Feedback-Runden. Das „Projekt Zukunft“ wird 2012 weiter fortgeführt. Neben weiteren Mode­ ratoren­einsätzen sind eine 360-Grad-

Analyse für Abteilungsleiter sowie ein Auffrischungsseminar für alle Führungskräfte zum Thema „Führung im Veränderungsprozess“ geplant. Um die Herausforderung zu meistern, noch effizienter auf die Anforderungen des Marktes reagieren zu können, verstehen sich die Stadtwerke Herne als „lernendes Unternehmen“. Die Hauptaufgabe für 2012 wird sein, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu motivieren, sich im Sinne der Unternehmensziele einzubringen. Dabei stützen die Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten jedes Einzelnen den Erfolg des Gesamtunternehmens. Familie und Gesundheit Gesundheit ist nicht nur ein hoher individueller Wert, sondern auch von erheblicher Bedeutung für den Unternehmenserfolg. Gut ausgebildete, motivierte und gesunde Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bilden die Basis für die wirtschaftliche Entwicklung eines Unternehmens. Auch eine gute Balance zwischen Privat- und Berufsleben wirkt sich auf die Leistungsfähigkeit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus. Deshalb haben die Stadtwerke Herne auch 2011 ihren Weg zum familienfreundlichen Unternehmen weiter beschritten. Als Mitgliedsunternehmen im Verbund für Unternehmen und Familie e. V. nahmen die Personalexperten der Stadtwerke Herne an Beratungen und Fachinfomationen teil. In der Unternehmenspraxis profitieren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von den konkreten Umsetzungen: So haben die Stadtwerke Herne zum Beispiel Möglichkeiten geschaffen, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Arbeitszeiten flexibel auf ihre Familiensituation abstimmen können oder im Akutfall Betreuungsmöglichkeiten für Kinder oder zu pflegende Angehörige vermittelt bekommen. Neben der regelmäßigen „Vor-OrtSprechstunde“ des Betriebsarztes boten die Stadtwerke Herne 2011 zudem eine kostenlose Schlaganfallrisiko-Untersuchung an. 2012 stehen noch weitere Informationen rund um das Thema „Gesundheit“ auf dem Programm. Ausbildung, Qualifizierung und Nachwuchsförderung Die Stadtwerke Herne bilden in Berufen mit Zukunft aus. Zudem vermittelt das
Gut ausgebildete und motivierte Mitarbeiter bilden die Basis für die positive wirtschaftliche Entwicklung eines Unternehmens. Deshalb investieren die Stadtwerke Herne zunehmend in Trainings und Qualifizierungen.

Unternehmen Schülern und Studenten im Rahmen von Praktika Einblicke in Berufsbilder der Energiewirtschaft. 2011 starteten eine angehende Industriekauffrau, ein zukünftiger Kfz-Mechatroniker und drei angehende Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik bei den Stadtwerken Herne ins Berufsleben. Sie wurden aus rund 200 Kandidatinnen und Kandidaten, die sich jedes Jahr bei den Stadtwerken bewerben, ausgewählt. Insgesamt sind aktuell 25 Auszubildende bei den Stadtwerken beschäftigt. Das entspricht einer Ausbildungsquote von acht Prozent. Hinzu kommen weitere Auszubildende im Rahmen der städtischen Verbundausbildung. Aber auch erfahrenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bieten die Stadtwerke Herne Möglichkeiten der Qualifizierung und Weiterentwicklung. In enger Abstimmung mit den Abteilungsverantwortlichen hat jeder Mitarbeiter die Möglichkeit, eine auf seinen individuellen Bedarf abgestimmte Qualifizierung zu durchlaufen.
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Engagement
Elefanten gelten als sensible, aber auch sehr intelligente Wesen. Sie leben in Sozialverbänden. Die älteste – und damit erfahrenste – Elefantenkuh führt die Herde an. Für Jungtiere übernehmen alle Herdentiere Verantwortung. Die gemeinsame Sorge um den Nachwuchs gibt entscheidende Impulse für die funktionierende Struktur der Herde. Nur wer den Nachwuchs und den Zusammenhalt schützt, besteht in der Zukunft.

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Engagement 23

Stadt leben: Wie die Stadtwerke Herne Lebensqualität schaffen.
Aus der Tradition des lokalen Versorgungsunternehmens heraus fühlen die Stadtwerke Herne eine selbstverständliche Verpflichtung, Herner Kultur-, Sport- und Sozialprojekte zu unterstützen. Denn ein lebendiges vielfältiges Stadtleben voller Energie und eine gut ausgebildete Jugend stärken auch den Wirtschaftsstandort Herne und machen ihn so attraktiv für neue Unternehmensansiedlungen.
Humorvoll: Tegtmeiers Erben (links) bringen das Publikum zum Lachen. Stimmungsvoll: Der Kalender „Herner Ansichten“ (Mitte) verführt zum Träumen. Kunstvoll: Die KUBOSHOW bietet jungen Künstlern den Einstieg in den Markt. Und die Stadtwerke Herne sind dabei!

Kunst, Sport und Spaß – für ein lebenswertes Herne Als Sponsor von Kultur- und Sportveranstaltungen sind die Stadtwerke eine feste Größe in der Herner Stadtlandschaft. 2011 flossen erneut Sponsorings in den Kabarettisten-Wettstreit „Tegtmeiers Erben“, in das Herner „Boulevardfest“ und in das Straßenfest „Wanner Mondnächte“. Auch Volksfeste wie die Cranger Kirmes, die Weihnachtsveranstaltung auf dem Eis „Herner Weihnachtskörl“ und die längste Picknick-Tafel Deutschlands „Herner Nightlight-Dinner“ konnten 2011 wieder auf die Unterstützung der Stadtwerke Herne zählen. Sport-Sponsorings stellen die Stadtwerke Herne zahlreichen Vereinen zur Verfügung, unter anderem profitierten 2011 Basketballerinnen des Herner Turn-Clubs, der Herner Eissport Verein HEV, der Tischtennisverein TTC Ruhrstadt Herne und der SC Westfalia vom Engagement der Stadtwerke Herne. Der Big-25-Lauf, der 9. Herner St. Martinilauf und der Silvesterlauf im Revierpark Gysenberg, der 2011 bereits zum 34. Mal
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viele Akteure in Bewegung setzte, wurden ebenfalls unterstützt. Seit 2001 verfolgt die KUBOSHOW – eine Kunstmesse in den denkmalgeschützten Herner Flottmann-Hallen – das Ziel, sowohl jungen Künstlern als auch jungen Sammlern einen Einstieg in den Kunstmarkt zu bieten. Die Stadtwerke Herne fördern die Kunstmesse mit der Auslobung des KUBO-Kunstpreises für junge Kunst. Im Oktober 2011 zeigten 94 junge Profis ihre neuesten Arbeiten. Wie schon in den Jahren zuvor, luden die Stadtwerke Herne 2011 wieder eine Künstlerin ein, den Jahreskalender des Unternehmens zu gestalten. Die „Herner Ansichten 2012“ stammen von der Foto­ grafin Brigitte Kraemer. Spektakuläre Archäologie-Funde der letzten fünf Jahre standen bei der Sonderausstellung „Fundgeschichten. Neueste Entdeckungen von Archäologen in NRW“ im LWL-Museum für Archäologie in Herne im Mittelpunkt. Die Stadtwerke Herne beteiligten sich finanziell an der Schau, die über 33.000 Besuchern spannende Geschichten von der Entdeckung des

Urzeithamsters über die Ausgrabung mittelalterlicher Münzsammlungen bis zum Heben eines Bombers aus dem Zweiten Weltkrieg erzählte. Lebensbildung: „Ran an die Töpfe“ Mit Kochkursen engagieren sich die Stadtwerke Herne auch in der „Alltagsbildung“: In einer Kochkursreihe zeigen Ernährungsexperten, wie man energiesparend gesunde Mahlzeiten zubereitet. So kommt bei vielen Herner Familien nicht nur Leckeres auf den Tisch, auch die Haushaltskasse wird geschont. An jeweils sechs Abenden im Frühjahr und im Herbst brodelte und brutzelte es in der Lehrküche. Auf dem Programm standen 2011 Gerichte aus allen Regionen Deutschlands. Der Kursbeitrag in Höhe von fünf Euro ging an die Evangelische Kinderheim Jugendhilfe. Früh übt sich … – Service für Herner Schulen Wird der Grundstein für umweltbewusstes Verhalten bereits im frühen Kindesalter gelegt, ist der ressourcenschonende Umgang

mit Energie im Erwachsenenalter eine Selbstverständlichkeit. In vielen Kindergärten und Schulen gehören Spiele und Unterrichtseinheiten zu den Themen „Energie“ und „Wasser“ bereits dazu; die Stadtwerke Herne unterstützen Erzieher und Lehrer, indem sie anschauliche Unterrichtsmaterialien zur Verfügung stellen. Vom Malbuch für die Kleinsten über Hör-CDs und computergestützte Lernspiele bis zum ausleihbaren Solarkoffer mit Experimenten zur Fotovoltaik reicht die Palette. Um schon dem Nachwuchs Energie- und Effizienzthemen näher zu bringen, kommen im Auftrag der Stadtwerke Energieexperten in die Schulen. Im Rahmen des sogenannten „Umweltunterrichts“ besuchen sie die vierten Klassen der Herner Grundschulen und gestalteten Unterrichtseinheiten zu Themen wie „Woher kommt der Strom?“ oder „Erd- und Biogas“. Sicher und sauber sprudeln täglich 26 Millionen Liter Trinkwasser aus Herner Wasserhähnen. Seit 50 Jahren sorgt die Wasserversorgung Herne, eine Tochter von Stadtwerke und Gelsenwasser, dafür, dass alles reibungslos läuft. Mit einem

In vielen Kindergärten und Schulen gehören Spiele und Unterrichtseinheiten zu den Themen „Energie“ und „Wasser“ bereits dazu; die Stadtwerke Herne unterstützen Erzieher und Lehrer, indem sie anschauliche Unterrichtsmaterialien zur Verfügung stellen.

Wassertest und einer Projektion auf die Fassade des Kinos am Berliner Platz wurde das Jubiläum im Oktober gefeiert. Im regen Dialog mit Unternehmen und Bürgern Themen wie Nachhaltigkeit, Preisentwicklungen und der effiziente Umgang mit Energie beschäftigen viele Herner Bürger und rücken immer mehr ins öffentliche Bewusstsein. Deshalb pflegen die Stadtwerke Herne über eine transparente und aktive Öffentlichkeitsarbeit ihre Kontakte zur Presse und zu den Meinungsbildnern

der gesellschaftlichen Institutionen. Corporate Responsibility sowie die verständliche und fundierte Vermittlung energiewirtschaftlicher Themen sind inzwischen ein selbstverständlicher Teil der Kommunikationsarbeit. Viermal im Jahr erscheint zum Beispiel das Kundenmagazin „Watt is“ – ein Info-Journal für alle Strom- und Gaskunden, das Produkte vorstellt, Hintergründe erläutert und technische Zusammenhänge verständlich aufbereitet. Auch in Zukunft werden die Stadtwerke Herne sich dem offenen Dialog mit Kunden und Geschäftspartnern stellen.
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Epilog:
Die Stadtwerke Herne haben 2011 zahlreiche Projekte angestoßen, Modernisierungen durchgeführt und Investitionen getätigt, die unser Streben nach effizientem Handeln dokumentieren. Wir haben Zusammenhänge neu hergestellt und Gewohntes aus einem ungewöhnlichen Blickwinkel betrachtet. Wir begegnen auch in Zukunft vor allem der Natur mit offenen Augen. Sie liefert uns Menschen noch viele Lösungen für zahlreiche unserer Probleme. In 3,8 Milliarden Jahren der Evolution erschuf unser Planet Millionen von Tier- und Pflanzenarten, die mehr nachhaltige Antworten haben, als wir bisher dachten. Wir müssen nur genau hinschauen!

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Stadtwerke Herne

Stadtwerke Herne AG Grenzweg 18 44623 Herne Telefon: 02323 592-555 Telefax: 02323 592-222 www.stadtwerke-herne.de
        
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