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Periodical volume

Full text: Geschäftsbericht ... Issue 2011,1

25
Azubis

135,4

18,8
Cashflow in Mio €

Umsatz in Mio €

Geschäftsbericht

2011
Gasabgabe in GWh

8
33

894

Umsatzrendite in %

299
Mitarbeiter

456

Eigenkapitalrendite in %

Stromabgabe in GWh

Inhalt

Mitglieder des Aufsichtsrates ................................................................................................................................................................................................ 4 Kennzahlen ..................................................................................................................................................................................................................................................................... 5 Vorwort des Vorstandes ..................................................................................................................................................................................................................... 6 Bericht des Aufsichtsrates ............................................................................................................................................................................................................ 7 Auszug aus dem Lagebericht ................................................................................................................................................................................................ 8 Wertschöpfung ................................................................................................................................................................................................................................................ 21 Bilanz ...................................................................................................................................................................................................................................................................................... 22 Gewinn- und Verlustrechnung
....................................................................................................................................................................................

23

Entwicklung des Anlagevermögens ................................................................................................................................................................... 24 Auszug aus dem Anhang ............................................................................................................................................................................................................. 26
Impressum Herausgeber: Stadtwerke Herne AG Grenzweg 18 44623 Herne Telefon 02323 592-555 Telefax 02323 592-222 beratung@stadtwerke-herne.de www.stadtwerke-herne.de Gestaltung: oktober Kommunikationsdesign, Bochum Bildnachweis: Stadtwerke Herne AG, Stadt Herne Druck: Blömeke-Druck GmbH, Herne Juni 2012

Auszug aus dem Bestätigungsvermerk Organisationsstruktur

..................................................................................................................................................

33 34 35

.....................................................................................................................................................................................................................

ewmr – Gebündelte Energie

.............................................................................................................................................................................................

2

Stadtwerke Herne

Inhalt 3

Mitglieder des Aufsichtsrates
Horst Schiereck, Vorsitzender .............................................. Oberbürgermeister Olaf Semelka, 1. stellv. Vorsitzender ................................. Betriebsratsvorsitzender Dr. Frank Dudda, 2. stellv. Vorsitzender ......................... Rechtsanwalt Jürgen Albrecht . ............................................................................. Elektromeister Volker Bleck . ................................................................................... Techn. Angestellter Dipl.-Finanzwirt Thomas Bloch .......................................... Beamter Bruno Bluhm ................................................................................... Kfz-Meister Matthias Bluhm ............................................................................. Angestellter Ulrich Finke ...................................................................................... Rentner Karl-Heinz Happek ...................................................................... Angestellter Jürgen Hausmann . ....................................................................... selbstständiger Kfz-Meister Daniel Kleibömer .......................................................................... Büroleiter Birgit Klemczak .............................................................................. Bürgermeisterin Manuela Lukas . .............................................................................. Hausfrau Frank Salzmann ............................................................................. Elektroinstallateur Dipl.-Kfm. Markus Schlüter .................................................... Beschäftigter der Kommunalverwaltung Dorothea Schulte .......................................................................... Ärztin Norbert Schwanengel ................................................................ Landesbeamter a. D.

Kennzahlen

2011 Umsatz Gewinn nach Steuern Anlagevermögen Umlaufvermögen Eigenkapital Fremdkapital Bilanzsumme EBT EBiT EBiTDA Umsatzrendite * Eigenkapitalrendite * Cashflow Wertschöpfung Investition in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände Mio. € Mio. € Mio. € Mio. € Mio. € Mio. € Mio. € Mio. € Mio. € Mio. € % % Mio. € Mio. € Mio. € Mio. € 135,4 14,7 120,2 43,2 47,5 116,2 163,7 15,8 10,9 15,8 8 33 18,8 46,3 7,8 4,9

2010 152,6 14,1 110,3 58,3 41,4 127,5 169,0 18,1 14,2 19,5 9 34 21,7 47,6 3,9 5,3

Personal Mitarbeiter Jahresende davon Auszubildende 299 25 296 24

Stromversorgung Stromabgabe GWh 456 479

Gasversorgung Gasabgabe
* jeweils bezogen auf den Jahresüberschuss nach Steuern

GWh

894

1.205

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Stadtwerke Herne

Kennzahlen 5

Vorwort des Vorstandes

Bericht des Aufsichtsrates

Sehr geehrte Damen und Herren, wenn kommende Generationen auf das vergangene Jahr zurückblicken, wird es heißen: 2011 – das Jahr der Energiewende. Ausgelöst durch die Atomkatastrophe im japanischen Fukushima hat Deutschland den Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen, und eine ganze Branche, ein ganzes Land muss umdenken. Nur auf den ersten Blick könnte man meinen, dass dieses Thema nur die Großen der Energiewirtschaft betrifft. Diejenigen, die Atomkraftwerke betreiben, die Hochspannungsnetze ausbauen oder Speicherkapazitäten für regenerative Energie schaffen. Die Energiewende ist aber vielmehr eine gesamtdeutsche Aufgabe: Eine kollektive Herausforderung für Energieproduzenten, - verteiler und -verbraucher. Stadtwerke spielen dabei eine wichtige Rolle als Träger der Energiewende vor Ort. Die Stadtwerke Herne nehmen diese Aufgabe an. Mit einem Anteil von über 23 Prozent regenerativer Energie in unserem Strommix, Ökostromangeboten für unsere Kunden und Beteiligungen an Windparks sowie dem grünen Energieportfolio „Green Gecco“ steht der Einsatz erneuerbarer Energie schon immer hoch bei uns im Kurs. Jetzt wollen wir unsere regionale Stärke und den direkten Draht zum Kunden noch weiter ausbauen und mit dem zentralen Thema Energieeffizienz zu einem weiterentwickelten Geschäftsmodell kommen. Mit der energetischen Sanierung unseres Verwaltungsgebäudes gehen wir selbst mit gutem Beispiel voran. Unsere Unternehmensstrategie stellt bestehende Förderprogramme und Beratungsangebote auf den Prüfstand. Kreative Ideen sind gefragt und befinden sich bereits in der Umsetzung. Neue regionale Produkte, Dienstleistungen und Kooperationen werden daraus entstehen. Unser in 2011 höchst erfolgreiches Contracting-Angebot „Wärme Direkt“, das wir gemeinsam mit der Herner Innung für Heizung, Sanitär und Klima anbieten, ist ein gutes Beispiel dafür, dass die Wende in Herne schon begonnen hat.
6 Stadtwerke Herne

So wie uns die Energiewende ein weites Feld neuer Möglichkeiten eröffnet, engen uns mehr und mehr regulatorische und politische Rahmenbedingungen im Tagesgeschäft weiter ein. Die Einführung der Messzugangsverordnung oder die neuen Marktregeln zur Bilanzkreisabrechnung sind nur zwei Beispiele von vielen. Dennoch konnte unser Unternehmen das zurückliegende Jahr mit einem guten Ergebnis abschließen. Dieser Erfolg basiert auf der hohen Loyalität unserer Kunden und der Einsatzbereitschaft unserer Mitarbeiter. Mit einer Vielzahl von Möglichkeiten, sich weiter zu qualifizieren und steigendender Flexibilität, nehmen wir die Herausforderung des Marktes aktiv an. Davon profitieren in erster Linie unsere Kunden. Ihre Zufriedenheit ist unser zentrales Anliegen. Die Auszeichnungen als „TOP-Lokalversorger“ und beim Wettbewerb „Deutschlands kundenorientierteste Dienstleister“ durch die Universität St. Gallen und das Handelsblatt sind der Lohn und zugleich Ansporn für die Zukunft. Kundenorientiert und energieeffizient: Dafür stehen wir – nicht erst seit der Energiewende. Herne, 19. Juni 2012

Das Unglück von Fukushima im letzten Jahr war eine Zäsur für die Energiewirtschaft. Auch auf die Stadtwerke und ihr Aufsichtsgremium wird das tragische Ereignis in den kommenden Jahren Auswirkungen haben. Im abgeschlossenen Geschäftsjahr hat der Aufsichtsrat alle ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben wahrgenommen. Das Gremium war in alle grundlegenden Entscheidungen eingebunden. Diese konnten stets auf Basis von zeitnaher und umfassender Information durch den Vorstand getroffen werden. Zugrunde lagen ausführliche schriftliche Beschluss- und Berichtsvorlagen sowie ergänzende mündliche Auskünfte. Auf diese Weise konnte der Aufsichtsrat den Vorstand überwachen und sich kontinuierlich von der ordnungsgemäßen Geschäftsführung überzeugen. Der Aufsichtsrat tagte im Berichtsjahr in zwei ordentlichen und zwei außerordentlichen Sitzungen. In den Sitzungen wurden insbesondere die Entwicklung des Unternehmens sowie der Vermögens-, Ertrags- und Finanzlage beraten. Die wichtigen Einzelvorgänge der außerordentlichen Sitzungen betrafen die mehrheitliche Übernahme der Wanne-Herner-Eisenbahn und Hafen GmbH durch die Stadtwerke und die Gründung einer Bietergemeinschaft mit den Hertener Stadtwerken, um gemeinsam ein Angebot zur Neuausrichtung der Energieversorgung in Recklinghausen abzugeben. Die Hauptversammlung hat am 14. Juli 2011 die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Dr. Bergmann, Kaufmann & Partner GmbH & Co. KG zum Abschlussprüfer gewählt. Der Jahresabschluss zum

31. Dezember 2011 und der Lagebericht ergaben keine Einwendungen, sodass ein uneingeschränkter Bestätigungsvermerk erteilt wurde. Der Aufsichtsrat stimmte in seiner Sitzung vom 19. Juni 2012 den Prüfungsergebnissen zu und billigte den Jahresabschluss. Der Jahresüberschuss wird aufgrund des bestehenden Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags an die Vermögensverwaltungs­ gesellschaft für Versorgung und Verkehr der Stadt Herne mbH abgeführt. Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand für die erfolgreiche Zusammenarbeit. Sein Dank gilt auch allen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen für ihren engagierten persönlichen Einsatz sowie dem Betriebsrat für die vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Herne, 19. Juni 2012

Für den Aufsichtsrat

Ulrich Koch Vorstand

Horst Schiereck Vorsitzender
Vorwort 7

Auszug aus dem Lagebericht
Allgemeine Entwicklung Selten wurden die Rahmenbedingungen für die Energiewirtschaft so schnell und fundamental geändert wie im abgelaufenen Wirtschaftsjahr. Die Bundesregierung hat vor dem Hintergrund der Reaktorkatastrophe von Fukushima im Jahr 2011 das kurz zuvor beschlossene Energiekonzept überholt und die Verlängerung der Laufzeiten von Kernkraftwerken rückgängig gemacht. Der Kernenergieausstieg wurde flankiert von weiteren Gesetzen, die die Nutzung der erneuerbaren Energien unterstützen und Maßnahmen zur Energieeffizienz und einen zügigen Netzausbau fördern sollen. Die deutsche Wirtschaft ist den vorliegenden Konjunkturindikatoren zufolge in 2011 spürbar weiter gewachsen. Hierfür spricht die Erzeugung im produzierenden Gewerbe, die in 2011 deutlich ausgeweitet wurde. Daneben nahm auch die Beschäftigung in den Dienstleistungsbereichen kräftig zu. Daher ist davon auszugehen, dass die deutsche Wirtschaft ihre gesamtwirtschaftliche Leistung auf breiter Front weiterhin steigern wird. Das europäische und internationale Umfeld hat sich allerdings seit Jahresmitte 2011 erheblich eingetrübt. Vor allem die Staatsschuldenkrise in einigen Ländern der Eurozone sorgte bei den Unternehmen, aber auch bei den Konsumenten zunehmend für Unsicherheit. Nach den Konjunkturumfragen haben sich die Zukunftserwartungen der Wirtschaft erheblich verschlechtert. Dies wirkt sich zunehmend auch auf das wirtschaftliche Verhalten aus. Vor allem die Unternehmen agieren vorsichtiger und abwartend. Die Komplexität und Dynamik des Energiemarktes haben deutlich zugenommen. Europäische und nationale Klimaschutzprogramme führen zu einem tief greifenden Strukturwandel der Energiebranche. Neben den gestiegenen Ansprüchen an Klimaschutz und Energieeffizienz stellen die Liberalisierung der Energiemärkte, die damit verbundenen zunehmenden Anforderungen an die Prozesse und die Reduzierung des Absatzes im Wärmemarkt zusätzliche unternehmerische Anforderungen an die Ertragskraft und Wettbewerbsfähigkeit. Die Regulierung der Strom- und Erdgasnetze durch die Regulierungsbehörden führen zu einem stetig steigenden Kostendruck, der bei der gleichzeitigen Forderung nach einer weiterhin sehr hohen Versorgungsqualität den Netzbetreiber vor große wirtschaftliche Herausforderungen stellt.
8 Stadtwerke Herne

Absatz Die Umsatzerlöse verminderten sich insgesamt um 17.205 T€ bzw. 11,3 % und stellen sich mit den entsprechenden Nebengeschäften wie folgt dar:
Umsatzerlöse Stromversorgung Gasversorgung Erzeugung Wärmeversorgung Bäderbetrieb Erträge aus anderen Leistungen Telekommunikation Summe 2011 T€ 80.121 47.894 2.822 1.353 226 2.924 18 135.358 2010 T€ 80.662 63.909 3.471 1.415 215 2.890 1 152.563

Die seit dem 1.10.2009 gültigen Preise im Bereich der Tarifkunden wurden zum 1.10.2011 um 0,6 ct/kWh brutto erhöht. Erzeugung Durch die Förderung des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG) wird im Netzgebiet der Stadtwerke Herne AG unverändert eine hohe Strommenge mit erneuerbaren Energien erzeugt. Wärmeversorgung Bei der Nahwärme sank die Abgabemenge witterungsbedingt um 22,6 %, während die Erlöse um 62 T€ zurückgingen. Bedarfsdeckung Die Energie- und Wasserversorgung Mittleres Ruhrgebiet GmbH (ewmr) hat als Konzernmuttergesellschaft trotz des sich ständig ändernden Umfeldes den Energiebezug zu wettbewerbsfähigen Bedingungen weiterhin gewährleisten können. Der Strom- und Gasbezug erfolgte primär über die ewmr. Lediglich in der Sparte Gas wurde eine geringe Teilmenge über den Biogaspool 1 bezogen. Die an die ewmr zu zahlenden Strombezugskosten verminderten sich um 8,2 %, der Gasbeschaffungsaufwand sank um 15,6 %. Insgesamt gingen die Materialaufwendungen um 16,8 % zurück. Der Bezug von Strom und Gas verlief zu jeder Zeit störungsfrei. Investitionen Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände betrugen im Berichtsjahr 7.803 T€. Auf immaterielle Vermögensgegenstände entfielen 143 T€, auf Grundstücke und Gebäude 2.290 T€, auf Erzeugungsanlagen 79 T€, auf Verteilungsanlagen 2.939 T€ sowie auf Betriebs- und Geschäftsausstattung 704 T€. Für Anlagen im Bau wurden 1.648 T€ bilanziert. Bei den Verteilungsanlagen wurde im Wesentlichen in das Mittel- und Niederspannungsnetz 837 T€ und in das Mittel- und Niederdrucknetz 702 T€ investiert. Die Ausgaben für Stromhausanschlüsse betrugen 322 T€ und für Gashausanschlüsse 173 T€. Für die Zähler und Messgeräte wurden bei der Stromversorgung 105 T€ und bei der Gasversorgung 42 T€ investiert.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Im Laufe des Geschäftsjahres sind 15 Mitarbeiter aus dem Unternehmen ausgeschieden und 19 Neueinstellungen, davon fünf Auszubildende, vorgenommen worden. Der Personalstand entwickelte sich wie folgt:
mitarbeiter/-innen Kaufmännische Arbeitnehmer Gewerb. und techn. Arbeitnehmer Kaufmännische Auszubildende Technische Auszubildende Gesamt 12/2011 95 179 7 18 299 12/2010 90 181 8 16 295

Der Altersaufbau der Mitarbeiter /-innen stellt sich wie folgt dar:
AltersStruktur der Mitarbeiter/-innen
99

Stromversorgung Der Stromverbrauch im Netzgebiet der Gesellschaft ist im Jahr 2011 um ca. 3,7 % gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Das Wirtschaftswachstum wirkte sich dabei stabilisierend im Strommarkt aus. Im Bereich der Stromversorgung verringerte sich der Umsatz (inkl. aller Nebengeschäfte und sonstigen Erlöse) um 0,7 % und die Kundenabgabemenge insgesamt um 4,8 %. Der seit dem 1.7.2010 gehaltene Preis für den Basistarif wurde zum 1.1.2011 um 1,65 Ct/kWh brutto erhöht. Gleichzeitig verringerte sich die Menge bei den Haushaltskunden um 5,9 %. Bei den Sondervertragskunden ging der Absatz um 3,1 % zurück, bei einem gleichzeitigen Umsatzanstieg von 7,1 %. Gasversorgung Der Rückgang des Erdgasverbrauchs im Herner Netz fiel mit circa 20 % stärker aus als in der Sparte Strom. Diese witterungsbedingte Reduzierung des Erdgasabsatzes korreliert auch mit dem Ausweis der Gradtagszahlen als Indikator für den Heizenergiebedarf. Dementsprechend verminderte sich die Kundenabgabemenge in der Sparte Gasversorgung insgesamt um 25,8 % bei einem gleichzeitigen Rückgang der Erlöse (inkl. aller Nebengeschäfte und sonstigen Erlöse) um 16,0 Mio. €. Die reinen Vertriebserlöse verminderten sich bei den Tarifkunden um 24,3 % und bei den Sondervertragskunden um 15,4 %.

67 54 39 40

bis 25

26-35

36-45

46-55

56-65

Alter

Umwelt Das Unternehmen fühlt sich dem Umweltschutz und dem effizienten Einsatz von Energie besonders verpflichtet. Dies zeigt sich auch im abgelaufenen Geschäftsjahr in zahlreichen eigenen Aktivitäten sowie Angeboten und finanziellen Anreizen für einen ressourcenschonenden Umgang mit Energie mit Vorteilen für Kunden und Umwelt. Nach dem Onshore-Windpark „An Suidhe“ an der schottischen Westküste ist der Windpark „Süderdeich“ in Schleswig-Holstein seit Mai 2011 das zweite Projekt unter dem Dach von Green Gecco. Bei „Süderdeich“ handelt es sich um eine sogenannte Repowering-Maßnahme, bei der alte durch neue leistungsstarke Anlagen ersetzt werden. Die vier Windräder der 2,3-Megawattklasse speisen jährlich rund 20 Millionen Kilowattstunden regenerativen Strom ins Netz ein. Green Gecco,
Lagebericht 9

ein Gemeinschaftsprojekt von 29 Stadtwerken und RWE Innogy, plant bis 2020 rund eine Milliarde Euro in die Strom- und Wärmeproduktion aus Windkraft, Biomasse, Geothermie, Biogas, Wasser und Solarthermie zu investieren. Gute Fortschritte machte der Bau des Windparks Borkum. 45 Kilometer nördlich vor der Nordseeinsel begann im Spätsommer die Verankerung der 700 Tonnen schweren Stahlfundamente im Meeresboden. Bis Ostern 2012 sollen alle Gründungstrukturen der 40 Windanlagen errichtet sein. Ab Sommer 2012 sollen dann die weiteren Anlagenbestandteile wie Turm, Gondel, Nabe und Rotorblätter installiert werden. Mit dem Windpark-Anteil der Stadtwerke Herne AG können jährlich etwa 1.600 Herner Haushalte CO2-frei mit Strom versorgt werden. Insgesamt ersparen die Windräder mit einer Leistung von jeweils 5 Megawatt der Umwelt rund 400.000 Tonnen Kohlendioxid jährlich. Schon bei der Errichtung des Windparks unter der Federführung des Aachener Stadtwerke-Netzwerks Trianel legt man größten Wert auf Umweltund Naturschutz. Mit einem innovativen Verfahren, dem sogenannten Blasenschleier, schützt man das empfindliche Gehör der in der Nähe lebenden Schweinswale vor den lauten Rammschlägen bei der Fundamentbefestigung. Der Luftschleier dämpft den Lärm und streut die Schallwellen. Auch beim Thema Gas setzt das Unternehmen auf Umweltschutz. Durch die Beteiligung am deutschlandweit ersten Biogas-Pool konnten die Stadtwerke ihren Kunden ab April 2011 „Grüngas“ anbieten. Das TÜV-zertifizierte Bioerdgas ist wahlweise mit einer Beimischung von 10 % oder 20 % erhältlich. Mit Biogas betreibt die Gesellschaft seit letztem Jahr außerdem die eigenen Blockheizkraftwerke am Schwimmbad Südpool sowie am Standort Trimbuschhof. So produzieren sie dank Kraft-Wärme-Kopplung nicht nur effizient, sondern auch umweltfreundlich und CO2-neutral Strom und Wärme. Effizienz stand auch im Mittelpunkt des Umbaus der Stadtwerke-Verwaltung am Grenzweg. Neben einer erheblichen Reduzierung von Büroflächen durch den Abriss eines stark sanierungsbedürftigen Altgebäudes sorgen eine gasgetriebene Wärmepumpe und Fassadendämmung aller Gebäudeteile für energetische Optimierung. Auch beim Neubau an der Forellstraße, den die Stadtwerke für den ITDienstleister rku.it errichten, spielt neben einer attraktiven äußeren Gestaltung der verantwortungsbewusste Umgang mit Energie eine Schlüsselrolle. Durch den Einbau einer Geothermie-Wärmepumpe werden sowohl im Winter als auch im Sommer mit geringstem Energieaufwand angenehme Temperaturen erzielt. Der Neubau unterschreitet sämtliche Vorgaben der Energieeinsparverordnung.

Um ihren Kunden die Umsetzung von Effizienzmaßnahmen zu erleichtern, hat die Gesellschaft auch in 2011 wieder ein Förderprogramm mit finanziellen Anreizen ausgeschrieben. Insbesondere die Förderung der Heizungsumstellung von einer Fremdenergie auf umweltfreundliche ErdgasBrennwerttechnik wurde von den Kunden in Herne intensiv in Anspruch genommen. Auch thermische Solaranlagen oder die Anschaffung von Erdgasautos hat das Unternehmen unterstützt. Den Erfolg zeigen die Absatzzahlen an den beiden Herner Erdgastankstellen (177.000 kg Herner Straße; 155.000 kg Dorstener Straße). Wer sich vorab über diese emissionsarme Antriebsform informieren wollte, hatte beim Umwelttag oder beim Autofrühling in der Innenstadt dazu Gelegenheit. In Kooperation mit dem Autohandel präsentierten die Stadtwerke unterschiedliche Serienmodelle, zum Teil aus dem eigenen Fuhrpark. Bis 30.6.2011 war die Anschaffung eines mit Erdgas betriebenen Autos besonders attraktiv, denn im Aktionszeitraum wurde die Förderung verdoppelt und man konnte gleich ein ganzes Jahr kostenfrei an den Stadtwerke-Zapfsäulen seinen Tank auffüllen. Insgesamt schafften sich 17 Kunden mit finanzieller Unterstützung der Stadtwerke ein Erdgasauto an. Neben Erdgasfahrzeugen gewinnt für das Unternehmen auch das Thema Elektromobilität immer mehr an Bedeutung. Nach der Anschaffung eines Elektroautos in 2010 ging im September des letzten Jahres die erste Elektrotankstelle der Stadtwerke in Betrieb. Am Standort Grenzweg kann jeder Kunde seine Batterie mit Ökostrom aufladen. An der Künstlerzeche in Wanne-Eickel und am Herner Stadtpark können Pedelecs, elektrisch unterstützte Fahrräder, entliehen werden. Bei einer Tour durch die Umgebung kann man dann in Ruhe ausprobieren, ob das Pedelec auf manchen Strecken nicht mal das Auto ersetzen kann. Gefragt war auch im abgelaufenen Geschäftsjahr wieder das Beratungsangebot der Stadtwerke. 634 Herner Bürger nutzten die Beratung im eigenen Haushalt, um sich individuell über Möglichkeiten der Energieeinsparung zu informieren. Darüber hinaus hatte das Unternehmen viermal im letzten Jahr ins KundenCenter am Berliner Platz eingeladen. Dort ging es in Vorträgen oder Einzelgesprächen um Themen wie eine allgemeine Energieberatung nach der Jahresendabrechnung oder - in Kooperation mit der örtlichen Innung für Sanitärund Heizungstechnik - um Fragen rund ums Thema Heizung. Wer bei seinem Haus Energieverluste aufspüren wollte, konnte ab Herbst wieder das Thermografie-Angebot der Stadtwerke zu Sonderkonditionen nutzen. Da aufgrund der milden Witterung viele Hausbesitzer noch unentschlossen waren, wurde die Aktion bis Anfang Februar 2012 verlängert.

Woher kommt eigentlich der Strom? Diese Frage beantworten die Stadtwerke seit 2004 gemeinsam mit der Deutschen Umweltaktion an Herner Grundschulen. An 26 Schulen ging es in den vierten Klassen eine Doppelstunde lang um herkömmliche und regenerative Stromerzeugung, den Klimawandel und Energiesparen im eigenen Kinderzimmer. Für alle, die gleich im ganzen Haus Energie sparen möchten, ist Stadtwerke Smart Home das richtige Angebot: Als erstes Stadtwerk in Deutschland bietet das Unternehmen seit September 2011 eine intelligente Haussteuerung an, die sich ohne aufwändige Installation oder technische Vorkenntnisse in jedem Haushalt installieren lässt. Unter Smart Home versteht man intelligentes, vernetztes Wohnen mit einer zentralen Haussteuerung. Die gesamte Haustechnik kann via Internet am Computer und auch mit jedem mobilen Endgerät wie Smart Phone oder Tablet PC von jedem beliebigen Ort aus gesteuert werden. Selbst aus dem Urlaub lässt sich so die Beleuchtung flexibel ein- und ausschalten. Mit Smart Home lässt sich nicht nur der eigene Verbrauch durch mehr Transparenz optimieren. Es erhöht zugleich auch Komfort und Sicherheit. Eine Erweiterung der Komponenten ist in Planung. Mit deutlich weniger Energie als zuvor wird seit letztem Jahr das Herner Stadtgebiet ins rechte Licht gerückt. Mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II, die im städtischen Haushalt zur Verfügung standen, konnten die Stadtwerke im Auftrag der Kommune 25 % der Straßenleuchten austauschen. Der Energieverbrauch und damit auch der CO2 -Ausstoß können so um bis zu 30 % reduziert werden.

Im Versorgungsgebiet stellte sich der Strommix nach der letzten offiziellen Statistik wie folgt dar:

3,1 % 14,9 %

24,5 %

Deutschland-Mix
24,5 %	 42,5 %	 11,7 %	 03,3 %	 14,9 %	 	 03,1 %	 Kernkraft Kohle Erdgas Sonst. fossile Energieträger erneuerbare Energien, gefördert nach dem EEG Sonst. erneuerbare Energien

3,3 %

11,7 % 42,5 %

3,5 % 20,0 % 16,0 %

Stadtwerke Herne Gesamt-Mix
16,0 %	 36,0 %	 22,1 %	 02,4 %	 20,0 %	 	 03,5 %	 Kernkraft Kohle Erdgas Sonst. fossile Energieträger erneuerbare Energien, gefördert nach dem EEG Sonst. erneuerbare Energien

2,4 %

22,1 %

36,0 %

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Stadtwerke Herne

Lagebericht 11

Projektentwicklung Bau des Steinkohlekraftwerks Hamm Die Gesellschaft und 22 weitere kommunale Energieversorger sind mit dem Projektpartner RWE Power AG an dem Gemeinschaftskraftwerk Kohle (GEKKO) in Hamm beteiligt. Die beiden Steinkohleblöcke haben insgesamt eine elektrische Leistung von rund 1.600 MW. Auf die kommunalen Unternehmen entfallen 350 MW. Der Anteil der Gesellschaft beträgt 12 MW. Die neue Doppelblockanlage hat einen Wirkungsgrad von rund 46 % und spart im Vergleich zu Altanlagen bei gleicher Stromproduktion ca. 2,5 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr ein. Das Kraftwerk wird voraussichtlich erst Ende des dritten Quartals 2013 ans Netz gehen. Das Investitionsvolumen für die Anlage beläuft sich auf circa 2 Mrd. €. Investitionen in erneuerbare Energien Trianel Windkraftwerk Borkum GmbH & Co. KG (TWB) Die Stadtwerke Herne AG und 33 weitere Gesellschafter aus Deutschland, Österreich, den Niederlanden und der Schweiz haben den Baubeschluss für den ersten Bauabschnitt des Offshore-Windparks Borkum West II gefällt. Der 56 Quadratkilometer große Windpark liegt rund 45 Kilometer nördlich vor der Borkumer Küste. Zu Beginn des vierten Quartals 2011 wurden die ersten Fundamente für die 40 Areva Wind M5000-Windräder errichtet. Nach Fertigstellung der ersten Ausbaustufe wird der Windpark eine Gesamtleistung von 200 MW aufweisen und rund 200.000 Haushalte mit umweltfreundlichem Strom versorgen können. Die aktuelle Planung sieht vor, dass die Inbetriebnahme des Windparks für die Jahreswende 2012/2013 angestrebt wird. Trianel Borkum West II ist das größte Windprojekt in der deutschen Nordsee und der erste rein kommunale Offshore-Windpark Europas, der vollständig projektfinanziert ist. Das Projekt umfasst die Planung, Konstruktion und den Betrieb des Windparks. Für die Finanzierung des Projektes werden Darlehen in Höhe von insgesamt 550 Mio. € bereitgestellt. Das Finanzierungsvolumen beinhaltet langfristige Kredite von insgesamt 470 Mio. €, die von den Förderbanken Europäische Investitionsbank und NRW.Bank durch eine weitreichende Kooperation bereitgestellt werden. Einen Grundstein für die Finanzierung des Windparks hatte vor fast genau einem Jahr die Europäische Kommission gelegt. Sie sicherte dem wegweisenden Projekt 42,71 Mio. € aus dem Europäischen Energieprogramm zur Konjunkturbelebung (EEPR) zu.

Green GECCO GmbH & Co. KG Die Green GECCO GmbH & Co. KG hat seit Ende Juli 2011 drei weitere Partner hinzu gewinnen können. Die AVU als Energieversorger für den EnnepeRuhr-Kreis, die Emscher Lippe Energie GmbH (ELE) und die Rheinische Energie AG (rhenag) sind dem Verbund aus nunmehr 29 Stadtwerken beigetreten und unterstützen den Auf- und Ausbau der regenerativen Energieerzeugung. Als erstes Projekt hatte Green GECCO im Jahr 2010 den schottischen Onshore-Windpark „AnSuidhe“ übernommen, der mit einer installierten Leistung von rund 20 Megawatt Ende 2010 in Betrieb genommen wurde. Zu Beginn des Jahres 2011 folgte mit der Übernahme des Windparks Süderdeich das zweite Projekt. Es handelt sich bei diesem Windpark um ein sogenanntes Repowering-Projekt, bei dem alte durch neue leistungsstarke Anlagen ersetzt wurden. Seit Anfang August 2011 sind alle vier neuen Enercon-Turbinen der 2,3-Megawattklasse am Netz und erzeugen jährlich rund 20 Millionen Kilowattstunden klimafreundlichen Strom. Zeitgleich mit der Inbetriebnahme ist auch der formale Eigentumswechsel vollzogen worden und der Windpark mit einer installierten Leistung von rund neun Megawatt damit vollständig an das Green GECCO Gemeinschaftsunternehmen übertragen worden. Insgesamt plant die Green GECCO GmbH & Co. KG bis 2020 rund eine Milliarde Euro in die Stromund Wärmeproduktion aus erneuerbaren Energien zu investieren. Die Zusammenarbeit erstreckt sich auf deutsche und europäische Projekte in den Bereichen Onshore-Windkraft, Biomasse, Geothermie, Biogas, Wasser und Solarthermie. Biogas Pool 1 für Stadtwerke GmbH & Co. KG Die Stadtwerke Herne AG haben sich zusammen mit weiteren vier kommunalen Energieversorgungsunternehmen, Stadtwerke Bad Salzuflen, Rotenburg/Wümme, Verden/Aller und Witten, am deutschlandweit ersten Biogas-Pool für Stadtwerke beteiligt und werden somit selbst zum BioerdgasProduzenten. Unterstützt hat sie dabei der Energiedienstleister Arcanum Energy Systems aus Unna, der für den Pool organisatorische und juristische Aufgaben übernimmt. Die Gesellschaft wurde mit dem Ziel gegründet, langfristig eine preiswerte und damit wettbewerbsfähige Erdgasversorgung zu sichern, Innovationen im Bereich der Nutzung erneuerbarer Energien voranzutreiben und den Stadtwerken Herne einen kostengünstigen Zugang zum wegweisenden und ökologischen Gasprodukt Biomethan, zu neuen Kundensegmenten sowie zeitgemäßen Dienstleistungen zu verschaffen und um somit der veränderten Struktur der Beschaffungsmärkte von Rohstoffen gerecht zu werden.

Die Pool-Gesellschaft betreibt seit Mai bzw. Juni 2011 in Malstedt (Kreis Rotenburg/ Wümme) und Bruchhausen-Vilsen (Kreis Diepholz) gemeinsam mit Landwirten zwei 350 Normkubikmeter Anlagen, die ab 2012 jährlich jeweils 31,5 Mio. kWh Bioerdgas liefern werden. Dadurch werden mehr als 13.000 Tonnen CO2 eingespart. Es handelt sich um NaWaRo-Anlagen, die mit Mais als Substratbasis arbeiten. Für 2012 plant der Biogas Pool 1 die Inbetriebnahme einer weiteren Aufbereitungsanlage in Jürgenshagen (Landkreis Rostock). Insgesamt werden dann circa 94,5 Mio. kWh Bioerdgas durch den Pool erzeugt werden. Risikomanagement Durch den hohen Sicherheitsstandard, die regelmäßige Wartung sowie die solide Bauweise der Strom- und Gasnetze ist eine stabile und bedarfsgerechte Versorgung der Kunden gewährleistet. Das Technische Sicherheitsmanagement (TSM) wurde von unabhängigen Experten geprüft und erneut ohne Beanstandungen bestätigt. Hierdurch wird das Risiko von Störungen und Ausfällen im Versorgungsnetz verringert. Um die Liquidität zu optimieren, wird kontinuierlich über die Gesellschaft ein konzerninterner Finanzausgleich durchgeführt, der das Finanzergebnis positiv beeinflusst hat. Die Abschlags- und Restforderungen aus Energielieferungen wurden durch die Beauftragte evu zählwerk Abrechnungs- und Servicegesellschaft mbH eingezogen; das Mahnwesen wird ebenfalls von dieser Gesellschaft erledigt. Auch im aktuellen Berichtsjahr ist das Unternehmen mittelbar und unmittelbar an diversen Projekten beteiligt. An dieser Stelle seien exemplarisch die Beteiligungen an den Kraftwerksprojekten in Lünen (Trianel Kohlekraftwerk Lünen) und Hamm (RWE Gemeinschaftskraftwerk Steinkohle) genannt. Ebenfalls von Bedeutung für das Unternehmensergebnis sind die Beteiligungen am Trianel Windpark Borkum sowie dem Biogas-Projekt Green Gecco. Um den jeweiligen Projektrisiken angemessen Sorge zu tragen, werden diese sowohl im Risikomanagement der Gesellschaft einem exakten Monitoring unterzogen als auch separat in der Unternehmensentwicklung beobachtet. Das sich stetig verändernde Umfeld sowie der immer intensiver werdende Wettbewerbsdruck machen es für das Unternehmen unabdingbar, ein an diese Gegebenheiten angepasstes Risikomanagement zu betreiben. Zu diesem Zweck wurden von Seiten der Gesellschaft sowohl organisatorische als auch technische Maßnahmen ergriffen. Die Abwicklung des Risikomanagements und die handelnden Personen wurden in einem Risi-

kohandbuch beschrieben und benannt. Um die Ernsthaftigkeit und Nachhaltigkeit zu dokumentieren, wurden alle das Thema Risikomanagement betreffenden Faktoren in einer für alle Mitarbeiter verpflichtenden Dienstanweisung kodifiziert. Die Weiterentwicklung des Risikomanagements ist ein kontinuierlicher Prozess. Aus diesem Grund ist das von der Gesellschaft betriebene, DV-gestützte Risiko-Früherkennungssystem flexibel ausgerichtet und ermöglicht eine stetige Anpassung an das volatile Risikoumfeld. Alle Leistungen und Sachverhalte, aus denen ein Haftungsrisiko entstehen kann, sind durch entsprechende Haftpflichtversicherungen abgedeckt. Die Sachversicherungen sind zum gleitenden Neuwert abgeschlossen. Wichtige Verträge und Vorgänge Im neuen Jahr hat die Gesellschaft bezüglich der Projektgesellschaft GEKKO mit der Trianel Finanzdienste GmbH Rahmenverträge über den Handel von finanziellen Produkten, Portfoliomanagement und sonstige Dienstleistungen sowie Erzeugungsmanagement abgeschlossen. Mit der Trianel GmbH wurde unter anderem ein Rahmenvertrag über die Lieferung und Abnahme von Strom abgeschlossen. Mit Datum vom 14.7.2011 hat die Vermögensverwaltungsgesellschaft für Versorgung und Verkehr der Stadt Herne GmbH (VVH), Herne, als Muttergesellschaft einen Anteil in Höhe von 94,9 % an der Wanne-Herner Eisenbahn und Hafen G.m.b.H. (WHE), Herne, im Rahmen einer Erhöhung der Kapitalrücklage auf die Stadtwerke Herne AG übertragen. Gleichzeitig haben die Stadtwerke Herne AG und die WHE rückwirkend zum 1.1.2011 einen Ergebnisabführungsvertrag für die nächsten fünf Jahre abgeschlossen. Der außenstehende Gesellschafter erhält eine Ausgleichszahlung. Weitere wichtige Verträge wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht abgeschlossen.

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Stadtwerke Herne

Lagebericht 13

Vermögens- und Finanzlage In der Übersicht ist die Bilanz nach wirtschaftlichen und finanziellen Grundsätzen zusammengefasst beziehungsweise wurden Bilanzpositionen miteinander verrechnet. Die statischen Bilanzrelationen stellen den dynamischen Finanzierungsablauf nur unvollständig dar. In der folgenden Kapitalflussrechnung werden die wesentlichen finanzwirtschaftlichen Vorgänge weiter aufgegliedert.

31.12.2011 T€ Aktiva Sachanlagen und Immaterielle Vermögensgegenstände Finanzanlagen Disagio Langfristig gebundenes Vermögen Vorräte Kurzfristige Forderungen Flüssige Mittel und Geldanlagen Kurzfristige Vermögensgegenstände 52.304 67.857 4 120.165 7.019 21.147 15.316 43.482 163.647 Passiva Eigenkapital Empfangene Ertragszuschüsse Langfristige Rückstellungen Vorauszahlungen für Emissionszertifikate Lang- und mittelfristige Verbindlichkeiten Mittel- und langfristig verfügbare Mittel Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und Beteiligungsunternehmen Kurzfristige Rückstellungen Kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Fremden Kurzfristige Verbindlichkeiten bei Kreditinstituten Kurzfristige Fremdmittel 47.470 4.509 29.466 0 42.559 124.004 29,0 2,8 18,0 0,0 26,0 75,8 31,9 41,5 0,0 73,4 4,3 12,9 9,4 26,6 100,0 in %

31.12.2010 T€ in %

Veränderung T€ in % Jahresergebnis vor Gewinnabführung und Rücklagenbildung Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens Zuschreibungen bei Gegenständen des Anlagevermögens Zunahme der langfristigen Rückstellungen Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen bzw. Erträge: - Abschreibungen auf Disagio/Cap-Prämie - Auflösung Ertragszuschüsse Gewinne/Verluste aus Anlageabgängen Cashflow Abnahme (+) / Zunahme (-) der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie andere Aktiva Zunahme (+) / Abnahme (-) der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva

2011 T€ 14.681 4.878 -4 -91 12 -668 23 18.831 22.477 588 41.896 150 -7.644 -159 867 -1.940 -8.726 -17.227 0 -9.259 624 -25.862 7.308 8.008 15.316 7.308

2010 T€ 14.100 5.297 -10 2.959 28 -695 1 21.680 -12.802 6.076 14.954 21 -3.732 -106 843 -3.980 -6.954 -7.782 9.319 -6.540 475 -4.528 3.472 4.536 8.008 3.472

49.551 60.717 16 110.284 7.041 43.602 8.008 58.651 168.935

29,3 36,0 0,0 65,3 4,2 25,8 4,7 34,7 100,0

2.753 7.140 -12 9.881 -22 -22.455 7.308 -15.169 -5.288

5,6 11,8 75,0 9,0 0,3 51,5 91,3 25,9 3,1

41.406 4.554 29.557 126 45.627 121.270

24,5 2,7 17,5 0,1 27,0 71,8

6.064 -45 -91 -126 -3.068 2.734

14,6 1,0 0,3 0 6,7 2,3

Mittelzufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Finanzanlagevermögens Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit Auszahlung an Gesellschafter Einzahlungen aus der Aufnahme von Krediten Auszahlungen aus Tilgung von Krediten Einzahlungen aus Baukostenzuschüssen Mittelzufluss aus der Finanzierungstätigkeit Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelbestandes Finanzmittelbestand am Anfang der Periode Finanzmittelbestand am Ende der Periode

21.423 3.860 8.217 6.143 39.643 163.647

13,0 2,4 5,0 3,8 24,2 100,0

20.491 4.408 10.413 12.353 47.665 168.935

12,1 2,6 6,2 7,3 28,2 100,0

932 -548 -2.196 -6.210 -8.022 -5.288

4,5 12,4 21,1 50,3 16,8 3,1

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Lagebericht 15

Ertragslage Der folgenden Aufstellung für das Gesamtunternehmen liegen die Zahlen der Gewinn- und Verlustrechnung zugrunde.
2011 T€ Umsatzerlöse Aktivierte Eigenleistungen Sonstige betriebliche Erträge Betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen Konzessionsabgabe betriebliche Aufwendungen Betriebliche Aufwendungen Betriebsgewinn  Erträge aus Finanzanlagen Aufwendungen aus Finanzanlagen Zinsergebnis (Aufwandsaldo) Finanzergebnis Zwischenergebnis BilMoG-Anpassungen Steuern vom Einkommen und Ertrag Jahresüberschuss vor Gewinnabführung Vertragliche Gewinnabführung Bilanzgewinn / -verlust 135.358 325 4.665 140.338 -88.868 -18.955 -4.878 -7.441 -8.963 -129.105 11.233 10.131 -1.861 -3.695 4.575 15.808 0 -1.127 14.681 -14.681 0 2010 T€ 152.563 343 14.512 167.418 -109.532 -16.872 -5.297 -8.562 -14.106 -154.369 13.049 10.348 -796 -3.832 5.720 18.769 -700 -3.969 14.100 -14.100 0

Eigenkapitalspiegel Das Eigenkapital der Gesellschaft stellt sich wie folgt dar:
31.12.2010 T€ Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnrücklage 13.721 25.073 2.612 41.406 6.064 0 6.064 Einstellung T€ Entnahme T€ 31.12.2011 T€ 13.721 31.137 2.612 47.470

Zum Bilanzstichtag 31.12.2011 betrug die Bilanzsumme der Sparte Stromverteilung 42.170 T€ (Vorjahr: 40.675 T€). Das Sachanlagevermögen belief sich auf 16.850 T€ (Vorjahr: 16.606 T€). Die Investitionen in der Elektrizitätsverteilung (1.822 T€) betreffen im Wesentlichen die Netzinfrastruktur. Auf der Passivseite verringerten sich die Verbindlichkeiten, die 27,5 % der Bilanzsumme ausmachen, von 11.819 T€ auf 11.581 T€. Die Bilanzsumme der Sparte Gasverteilung beträgt 28.723 T€ (Vorjahr: 29.932 T€). Auf das Sachanlagevermögen (12.441 T€) entfallen 43,3 % der Bilanzsumme. Die Investitionen betrugen im Berichtsjahr 1.140 T€. Auf der Passivseite verringerten sich die Verbindlichkeiten von 7.852 T€ auf 7.257 T€. Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung Der ständige Wandel der politischen, rechtlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen beeinflusst zunehmend die künftige Ertragslage. Die Risiken der Gesellschaft lassen sich in die Risikofelder Finanzen, Technik (Netz und Sonstige), Projekte, Vertrieb und Allgemeines (IT, Personal, Verwaltung und Recht, Steuern und Beihilfen) einteilen. Finanzrisiken Bei den Finanzrisiken werden insbesondere Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken sowie Beteiligungsrisiken beobachtet. Die Gesellschaft konnte im Geschäftsjahr 2011 jederzeit ihren Bedarf an finanziellen Mitteln decken. Wichtige Elemente waren dabei die stabile Innenfinanzierung des Unternehmens und fest zugesagte Kreditlinien. Die Gesellschaft sieht derzeit insgesamt keine Liquiditätsengpässe auf den Kapitalmärkten. Die wirtschaftliche Lage und Entwicklung der Beteiligungsgesellschaften bilden für die Gesellschaft einen wichtigen Ergebnisfaktor. Wesentlichen Einfluss auf das Beteiligungsergebnis der Stadtwerke Herne haben dabei folgende Gesellschaften:

· Fernwärmeversorgung Herne GmbH · Wasserversorgung Herne GmbH & Co. KG · Aktienbesitzgesellschaft Herne mbH ·  anne-Herner Eisenbahn W und Hafen GmbH ·  emeinschaftskraftwerk Steinkohle G Hamm GmbH & Co.KG (Gekko) ·  elekommunikation Mittleres T Ruhrgebiet GmbH Bei der Fernwärmeversorgung Herne GmbH besteht aktuell noch keine Klarheit über den Liefervertrag mit E.ON für die Zeit nach 2012. Aus diesem Grund wird das Planergebnis als volatil eingestuft. Aufgrund der regulatorischen Anstrengungen im Wassermarkt ist in naher Zukunft bei der Wasserversorgung Herne GmbH & Co. KG mit Ergebnisschwankungen und einem steigenden Kostendruck zu rechnen. Das Jahresergebnis der Aktienbesitzgesellschaft Herne mbH wird vor allem durch die Dividende der im Finanzanlagevermögen der Gesellschaft befindlichen RWE-Aktien geprägt. Aktuelle Prognosen des RWE-Konzerns lassen in naher Zukunft nicht unerhebliche Ergebnisrückgänge befürchten. Durch die fortlaufende Restrukturierung der Wanne-Herner Eisenbahn und Hafen GmbH hat die Stadtwerke Herne AG aktuell noch die Verluste dieser Beteiligung zu tragen. In naher Zukunft werden jedoch verbesserte Ergebnisse erwartet. Für die Beteiligung an der Gemeinschaftskraftwerk Steinkohle Hamm GmbH & Co. KG (Gekko) wird auf den Abschnitt der Projektrisiken verwiesen. Technikrisiken Die Kostenprüfung Gas der Landesregulierungsbehörde führte zu einem akzeptablem Ergebnis. Die aus der Kostenprüfung abgeleitete Effizienzwertermittlung erfolgt im Lauf des Jahres 2012. Des Weiteren werden die Daten zur Kostenprüfung Strom in 2012 erhoben. Darüber hinaus befindet sich die Gesellschaft in Abstimmung über das BGH-Urteil bezüglich
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Erläuterung zu den Tätigkeiten nach § 6b EnWG Am 30.6.2011 verabschiedete der Deutsche Bundestag die Novelle des Gesetzes über die Elektrizitäts- und Gasversorgung (Energiewirtschaftsgesetz EnWG), die am 3.8.2011 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht wurde. Um Diskriminierungen zu vermeiden, haben vertikal integrierte Energieversorgungsunternehmen jeweils getrennte Konten zu führen und für jede ihrer Tätigkeiten nach § 6b Abs. 3 EnWG einen gesonderten Tätigkeitsabschluss aufzustellen. Zu den Tätigkeitsbereichen zählen zum einen die Elektrizitätsübertragung, Elektrizitätsverteilung, Gasfernleitung, Gasverteilung, Gasspeicherung oder der Betrieb von Flüssiggas-Anlagen (LNG-Anlagen), zum anderen gehört zu den Tätigkeiten darüber hinaus jede wirtschaftliche Nutzung eines Eigentumsrechts an Strom- und Gasnetzen, Gasspeichern oder LNGAnlagen. Die Tätigkeitsabschlüsse sind mit dem geprüften Jahresabschluss beim elektronischen Bundesanzeiger zur Veröffentlichung einzureichen. Mit ihren Tätigkeitsabschlüssen 2011 erfüllen die Stadtwerke Herne AG die Berichtspflicht nach § 6b der EnWG-Novelle 2011: In der internen Rechnungslegung werden jeweils getrennte Konten
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gemäß § 6b EnWG für die Tätigkeiten der Elektrizitäts- und Gasverteilung, für andere Tätigkeiten innerhalb des Elektrizitäts- und Gassektors sowie für andere Tätigkeiten außerhalb des Elektrizitätsund Gassektors geführt. Darüber hinaus werden für diese Sparten jeweils eine Bilanz und eine Gewinn- und Verlustrechnung erstellt. Vom Gesamtumsatz der Stromsparte von 106.163 T€ entfallen 28.770 T€ auf den Tätigkeitsbereich Elektrizitätsverteilung. Der Tätigkeitsbereich Gasverteilung hat einen Umsatz von 15.300 T€, der Gesamtumsatz Gas beläuft sich auf 61.407 T€. Die Elektrizitätsverteilung weist für das Berichtsjahr einen Jahresfehlbetrag vor Ergebnisabführung von 2.765 T€ auf. Die Sparte Gasverteilung erzielte im Berichtsjahr ein positives Ergebnis von 718 T€. Die Durchleitungsmenge betrug in der Sparte Strom im Jahr 2011 560,3 GWh (Vorjahr: 291,7 GWh) und in der Sparte Gas im Berichtsjahr 1.026,7 GWh (Vorjahr: 544,2 GWh). Die deutliche Abweichung zu den Vorjahreswerten resultiert aus der Übernahme der Tätigkeiten der Netzgesellschaft Mittleres Ruhrgebiet mbH zum 30.6.2010, so dass ein Vorjahresvergleich mit absoluten Werten nicht skaliert erfolgen kann.

des generellen Produktivitätsfaktors und weiterer strittiger Faktoren der ersten Regulierungsperiode. Im Sommer 2011 wurde mit Beschluss des Bundesgerichtshofes festgestellt, dass es bisher keine ausreichende Gesetzesgrundlage für die Anwendung des Produktivitätsfaktors gab, der seit 2009 durch die BNetzA Anwendung fand. Mit Inkrafttreten des zweiten EnWGÄndG wurden die entsprechenden Regelungen in der ARegV angepasst, dass bei der Erlösobergrenzenbestimmung ein genereller sektoraler Produktivitätsfaktor zu berücksichtigen sei. Das Ergebnis dieser Abstimmung ist noch nicht abzusehen, jedoch werden die Auswirkungen in der zweiten Regulierungsperiode gleichmäßig verteilt. Mit dem Inkrafttreten der Messzugangsverordnung ist die rechtliche Basis für die Liberalisierung des Messwesens, aber auch für einen Paradigmenwechsel der Messtechnologie geschaffen worden. In 2011 sind die ersten Wettbewerber für das Messwesen in unserem Netz tätig geworden. Diese Entwicklung wird sich in den Folgejahren fortsetzen. Die Verpflichtung zum Smart Metering auch im Bereich der Haushaltskunden kann zu erheblichen Erlös- und Kostenrisiken führen. Die genaue technische Umsetzung der rechtlichen Vorgaben ist nach wie vor unklar. In 2011 war ein weiterer Zuwachs dezentraler Erzeugungsanlagen im Bereich der erneuerbaren Energien und der Kraft-Wärme-Kopplung zu verzeichnen. Die installierte Leistung von Photovoltaikanlagen im Netzgebiet hat sich von 3,2 MW auf 4,7 MW erhöht. Dies entspricht einem Zuwachs von rd. 47 %. Bisher gibt es keine netztechnischen Einschränkungen, dennoch sind hiermit spürbare netztechnische und energiewirtschaftliche Herausforderungen verbunden. Der Zustand und das Alter der technischen Anlagen ist ein wichtiges Kriterium für die Planung der Erneuerungsinvestitionen. Bei den Mittelspannungsstationen und den Kabelverteilerschränken werden zustandsorientierte Instandhaltungsarbeiten durchgeführt. Bei besonders wichtigen Anlagenteilen, wie zum Beispiel den Leistungsschaltern, wird die Funktionsfähigkeit durch regelmäßig Wartungs- und Revisionsarbeiten sichergestellt. Bei den Gasübernahme- und Bezirksregelstationen werden entsprechend des DVGW-Regelwerkes turnusmäßig Inspektionen, Funktionsprüfungen und Wartungsarbeiten durchgeführt. Das gesamte Rohrnetz der Gasversorgung wird in regelmäßigen Abständen regelwerkskonform auf Undichtheiten hin überprüft.

Projektrisiken GEKKO Gemeinschaftskraftwerk Steinkohle Hamm Im Zusammenhang mit der Kraftwerksbeteiligung GEKKO besteht bei der aktuellen Marktprognose eine besondere Risikoposition. Bei Inbetriebnahme des Kraftwerks wird der Strombezug aus dem Kraftwerk auf der Grundlage der aktuellen Börsennotierungen teurer ausfallen als ein Einkauf auf den Beschaffungsmärkten. Zur Absicherung der erwarteten Verluste wurde unter Berücksichtigung der erwarteten Absatzpreise durch die Bildung einer Rückstellung eine entsprechende Gegenmaßnahme eingeleitet. GREEN GECCO Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG Die Chancen und Risiken der GREEN GECCO Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG sind eng verflochten mit der Finanz- und Ertragslage der Projektgesellschaften „An Suidhe“ und „Süderdeich“, an der die Gesellschaft (und damit die Stadtwerke Herne AG mit ihrem Beteiligungsanteil) mittelbar beteiligt ist. Die Chancen und Risiken ergeben sich bei den beiden Windparks aus dem Wind- beziehungsweise Energieertrag sowie bei „An Suidhe“ aus der Strompreisentwicklung in Großbritannien sowie der Entwicklung des Britischen Pfundes zum Euro (Währungs-risiken). Weitere Projekte der regenerativen Energieerzeugung in Deutschland sollen von der GREEN GECCO GmbH & Co. KG realisiert werden. Für das Geschäftsjahr 2012 ist die Beteiligung an vier Onshore-Windparks sowie an einer Biogasanlage geplant. Trianel Windkraftwerk Borkum GmbH & Co. KG (TWB) Risiken, die sich aus dem Genehmigungsverfahren (Schallschutzkonzept, Zulassung Bauprodukte etc.) für die Errichtung von 40 Windenergieanlagen ableiten ließen, lassen sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht identifizieren. Zusammenfassend sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine wesentlichen Risiken im Rahmen der Finanzierung des Projektes zu erkennen. Somit schließt sich konkludent auch ein Risiko für die Stadtwerke Herne AG aus. Für TWB sind aktuell keine konkreten Risiken hinsichtlich der fristgerechten Realisierung des Netzanschlusses zu erkennen. Nach allen der TWB vorliegenden Informationen befindet sich sowohl die Produktion der erforderlichen Komponenten als auch die Einholung der erforderlichen Genehmigungen durch den Netzbetreiber innerhalb des Zeitplans. Daraus lässt sich auch für die Stadtwerke Herne AG kein Risiko ableiten.

Das größte Risiko dürfte für TWB zum gegenwärtigen Zeitpunkt in Form von Kostenüberschreitungen und Verzögerungen im Errichtungsjahr 2012 bestehen. Weitere Kostensteigerungen (insbesondere durch Schlechtwetterzeiten, Abwicklungsprobleme und Schnittstellenrisiken) können nicht ausgeschlossen werden, es bestehen gegenwärtig allerdings keine Anhaltspunkte, die vermuten lassen, dass die vorgenannten Reserven nicht ausreichen, um das Projekt zu realisieren. Wie bei allen Großprojekten ist die Qualität der Fertigung durch die Lieferanten (bzw. deren Sublieferanten) auch im Offshore-Bereich einer der maßgeblichen Punkte für einen kommerziellen Erfolg des späteren Betriebes. Es kann niemals ganz ausgeschlossen werden, dass Qualitätsmängel auch Auswirkungen auf den Zeitplan oder - sofern die Mängel nicht oder unzureichend identifiziert wurden - den späteren Betrieb der Anlagen haben. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind solche Risiken aber nicht zu erkennen. Die Projektgesellschaft, an der unter anderen die Stadtwerke Herne AG beteiligt ist, erstellt regelmäßig für interne als auch für externe Zwecke Berichte zur wirtschaftlichen und technischen Entwicklung. Externer Adressat ist neben den Gesellschaftern insbesondere die UniCredit Bank AG, die im Rahmen der Fremdfinanzierung die Interessen des Bankenkonsortiums vertritt und den Projektfortschritt zusammen mit ihren technischen und juristischen Beratern fortlaufend überprüft. Der geplante Windpark bietet den Stadtwerken die Chance, an einer neuen Technologie und einem sich noch im Aufbau befindlichen Markt zu partizipieren. Gleichzeitig bietet die Offshore-Windkraft die höchsten Strommengen im Verhältnis zur installierten Leistung im Bereich der erneuerbaren Energien in einer Größenordnung, wie man sie bisher nur von konventionellen Großkraftwerken kennt. Für die Stadtwerke Herne AG ist die Investition in regenerative Energien eine Diversifizierung in der bestehenden Stromerzeugung und damit eine Ergänzung im eigenen Erzeugungsportfolio. Auch in den kommenden Jahrzehnten ist von einer massiven Unterstützung regenerativer Energieerzeugung in Deutschland auszugehen, um die politischen Klimaschutzziele auf EU- und Bundesebene umzusetzen. Biogas Pool 1 für Stadtwerke GmbH & Co. KG Die Gasaufbereitungsanlagen in Malstedt und Bruchhausen-Vilsen wurden planmäßig in Betrieb genommen. Die Nachfrage wird vor allem durch politische Vorgaben und Zielsetzungen auf nationaler und europäischer Ebene sowie die verstärkte Klima-

schutzdiskussion, die auch zu einer Veränderung der Kundenansprüche führt, getrieben. Die Biogastechnologie erscheint unter den erneuerbaren Energien relativ ausgereift, die Investition in die Technik ist damit risikominimiert. Die erneuerbaren Energien werden auch künftig einen wichtigen Bestandteil darstellen, da im Erzeugungsbereich eine breite Risikostreuung bei Minimierung der Abhängigkeit von einem einzelnen Energieträger von Nöten ist. Die Beteiligung an der Projektgesellschaft und die Vermarktung des Biogases bieten damit die große Chance für die beteiligten Stadtwerke, sich im Wettbewerb mit den großen Energieversorgern offensiv aufzustellen und neben Effizienzpotenzialen für das eigene Unternehmen auch für Kunden neue attraktive Produkte zu realisieren. Vertriebsrisiken Die Planung der Strom- und Gasabsatzmengen basiert auf Prognosen für die künftige konjunkturelle Entwicklung und die damit verbundene Energienachfrage. Weicht der Konjunkturverlauf erheblich negativ von der Planung ab, ergeben sich Risiken für die Gesellschaft. Dazu gehören Absatzrisiken im Vertrieb in Verbindung mit einem Wegfall der Vertriebsmarge sowie gleichzeitig geringerer Durchleitungsmengen im Herner Netz und somit sinkenden Netznutzungserlösen. Im Fall einer Nichtabnahme müssten bereits für den Vertrieb beschaffte Mengen wieder vermarktet werden. Die operative Tätigkeit der Gesellschaft in den Bereichen Erzeugung, Handel und Vertrieb ist Marktpreisänderungsrisiken ausgesetzt. Die Bewertung und Steuerung des aus Marktpreisänderungen entstehenden Gewinn- oder Verlustpotenzials zählen zu den Hauptaufgaben unseres Risikomanagements. Aus der Marktentwicklung entstehen Preisänderungsrisiken im Wesentlichen durch die Beschaffung und Veräußerung von Strom und Gas. Zudem bestehen Wettbewerbs- und Preisrisiken durch den weiterhin steigenden Wettbewerb, sowohl im Gas- als auch im Strommarkt, sodass sich das Risiko von Kundenverlusten vergrößert hat. Aufgrund des ausgeprägten Wettbewerbs ergeben sich ebenfalls erhöhte Preis- und Margenrisiken. Allgemeine Unternehmensrisiken IT-Risiken Kommunikations- und Informationssysteme sind für den reibungslosen Ablauf zahlreicher Geschäftsprozesse der Gesellschaft von zentraler Bedeutung. Die störungsfreie Bereitstellung von IT-Netzwerken und -Applikationen und die optimale Unterstützung der Durchführung der
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Prozesse sind oberste Ziele. Die Bereitstellung und die Integration der Soft- und Hardwarelösungen werden von zentraler Stelle gesichert. Im gesamten Unternehmen besitzt die IT-Sicherheit eine hohe Priorität. Mögliche IT-Risiken werden durch hohe Sicherheitsstandards minimiert. Personal-Risiken Zur Entwicklung des Unternehmens leisten alle Mitarbeiter einen wesentlichen Beitrag. Das Risiko besteht für die Gesellschaft darin, nicht in ausreichendem Maß über Mitarbeiter mit den erforderlichen Qualifikationen zu verfügen, um die operativen und strategischen Anforderungen umzusetzen. Dieses Risiko resultiert aus dem Wettbewerb auf dem Arbeitsmarkt mit anderen Unternehmen und wird durch demografische Entwicklungen verschärft. Die Gesellschaft begegnet diesem Risiko durch zahlreiche interne Personalentwicklungsmaßnahmen sowie der Positionierung des Unternehmens als attraktiver Arbeitgeber. Ein Risiko bei der Entwicklung des Personalaufwands ergibt sich aus Tarifverhandlungen. So können Tariferhöhungen kräftiger als in der Planung vorgesehen ausfallen. Unsicherheit besteht in Bezug auf Höhe und Dauer der ausstehenden Tarifabschlüsse im Planungszeitraum. Rechtliche Risiken Im Rahmen der unternehmerischen Tätigkeit der Gesellschaft entstehen eine Vielzahl rechtlicher Risiken aus vertraglichen Beziehungen zu Kunden und Geschäftspartnern sowie aus der rechtspolitischen Entwicklung. Im operativen Geschäft sind die rechtlichen Risiken vor allem auf Fragen der Preisgestaltung für Energielieferungen, die Bedingungen der Netznutzung sowie versicherungs- und genehmigungsrechtlicher Sachverhalte zurückzuführen. Zum Themenkomplex Preisanpassungsklauseln in Energielieferverträgen liegen Urteile des Bundesgerichtshofs vor. Es fehlt aber nach wie vor an einer umfassenden höchstrichterlichen Rechtsprechung, die alle anstehenden Fragen abdeckt. Zu zivilrechtlichen Auseinandersetzungen mit Vertragspartnern treten auch kartell- und regulierungsrechtliche Maßnahmen hinzu. Gerichtliche Verfahren und sonstige rechtliche Auseinandersetzungen werden im zivilrechtlichen, aber auch im öffentlich-rechtlichen Bereich geführt, teilweise mit hoher wirtschaftlicher Bedeutung. Steuerliche Risiken und Beihilfen Der steuerliche Querverbund erlaubt es kommunalen Unternehmen, im Rahmen von Konzernstrukturen Verlustverrechnungsmöglichkeiten für die Finanzierung dauerverlustbehafteter kommunaler Bereiche im Rahmen der Daseinsvorsorge (Ver20 Stadtwerke Herne

sorgungsgewinne mit Bäder- und Verkehrsverlusten) zu nutzen. Die Fragen der Anerkennung des bestehenden steuerlichen Querverbundes und der Vereinbarkeit von Verlustausgleichsverpflichtungen mit europäischem Beihilferecht sind grundsätzlicher Natur. Die im Geschäftsjahr 2011 begonnene steuerliche Betriebsprüfung für die Jahre 2004 bis 2008 wird voraussichtlich im Folgejahr abgeschlossen sein. Die Gesellschaft sieht jedoch keine Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens beeinträchtigen oder gefährden. Ausblick Die Gesellschaft wird neben einigen neuen Produkten in Herne vermehrt ein überregionales Energieprodukt namens „Energie von Nebenan“ außerhalb des Versorgungsgebiets anbieten. Der Strom- und Gasumsatz wird sich voraussichtlich witterungs-, preis- und mengenbedingt erhöhen. Somit wird beim Energiebezug ebenso von steigenden Kosten ausgegangen. Beim Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit wird mit einer Verbesserung um 0,4 % gerechnet. Für das laufende Geschäftsjahr sind Investitionen von 13.097 T€ geplant. Dabei belaufen sich die Investitionen in die Stromversorgung auf 6.587 T€ und in die Gasversorgung auf 1.101 T€. Für gemeinsame Anlagen sind 1.500 T€ und weitere 3.909 T€ Investitionen für Grundstücke der Stromund Gasversorgung sowie in den Neubau eines Bürogebäudes vorgesehen. Die Unternehmensleitung hat auf allen Ebenen weitere Maßnahmen zur Effizienzsteigerung ergriffen. Für die Folgejahre wird von einer weiterhin positiven Entwicklung ausgegangen. Bericht über die Einhaltung der öffentlichen Zwecksetzung Die Stadt Herne hat durch die Festlegung des Unternehmensgegenstandes in der Satzung der Stadtwerke Herne AG die öffentliche Zwecksetzung vorgeschrieben. Gemäß § 3 der Satzung ist der Gegenstand des Unternehmens die Versorgung mit Strom, Gas und Wärme, die Erbringung von Telekommunikationsdienstleistungen sowie die Beförderung von Personen und Gütern. Zudem ist die Gesellschaft zu solchen Maßnahmen und Geschäften berechtigt, die den Gesellschaftszweck fördern. Im Berichtsjahr ist die Versorgung der Herner Bürgerinnen und Bürger und der Herner Wirtschaft mit Energie jederzeit durch die Gesellschaft sichergestellt gewesen.

Wertschöpfung
2011 T€ ENTSTEHUNG Gesamtleistung Sonstige betriebliche Erträge Erträge aus Beteilgungen Erträge aus Gewinnabführung Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Unternehmensleistung Materialaufwand Sonstige betriebliche Aufwendungen Konzessionsabgabe Aufwendungen aus Verlustübernahme Vorleistung Abschreibung Wertschöpfung VERTEILUNG Mitarbeiter Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Sonstige Steuern Konzessionsabgabe Gewinnabführung Aktionärin Zinsen und ähnliche Aufwendungen Kapitalgeber Wertschöpfung 18.955 1.127 183 7.441 14.681 23.432 3.899 3.899 46.286 8,42 100,00 50,62 40,95 16.872 3.969 154 8.562 14.100 26.785 3.882 3.882 47.539 8,17 100,00 17 - 1.253 56,34 - 3.353 35,49 2.083 135.683 4.655 1.537 7.175 1.419 204 150.673 88.868 16.221 - 7.441 1.861 99.509 4.878 46.286 66,04 3,24 30,72 100,00 152.906 14.512 1.923 7.136 1.289 50 177.816 109.532 23.214 -8.562 796 124.980 5.297 47.539 70,29 2,98 26,73 - 25.471 - 419 - 1.253 100,00 - 27.143 % 2010 T€ %

Wertschöpfung 21

Bilanz

Gewinnund Verlustrechnung
Anhang (1) 1.548 50.756 67.857 120.161 1.718 47.833 60.717 110.268 7.041 43.289 8.008 58.338 329 168.935 31.12.2011 T€ 31.12.2010 T€ 	 1.	 Umsatzerlöse	 	 	 Stromsteuer Erdgassteuer Anhang (13) 2011 T€ 149.048 - 8.833 - 4.857 135.358 325 135.683 (14) (15) (16) (17) (18) (19) (20) (21) (22) (23) (24) 4.655 88.868 18.955 4.878 16.221 1.537 7.175 1.419 204 1.861 3.899 15.991 0 0 (25) (26) 1.127 183 14.681 0 2010 T€ 167.644 - 8.491 - 6.590 152.563 343 152.906 14.512 109.532 16.872 5.297 22.514 1.923 7.136 1.289 50 796 3.882 18.923 700 700 3.969 154 14.100 0

Aktiva	
A.	 Anlagevermögen	 I.	 Immaterielle Vermögensgegenstände II.	 Sachanlagen III.	Finanzanlagen B.	 Umlaufvermögen I.	 Vorräte	 II.	 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände	 III.	Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten	 C.	 Rechnungsabgrenzungsposten	 Insgesamt

Umsatzerlöse ohne Strom- und Erdgassteuer 2.	 Andere aktivierte Eigenleistungen Gesamtleistung 3.	 Sonstige betriebliche Erträge	 4.	 Materialaufwand	 5.	 Personalaufwand	 6.	 Abschreibungen	 7.	 Sonstige betriebliche Aufwendungen	 8.	 Erträge aus Beteiligungen	 9.	 Erträge aus Gewinnabführung	 10.	 rträge aus anderen Wertpapieren und E Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 11.	 Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge	

(2) (3) (4) (5)

7.019 20.873 15.316 43.208 278 163.647

Passiva	
A.	 Eigenkapital	 I.	 Gezeichnetes Kapital	 II.	 Kapitalrücklage	 III.	Gewinnrücklagen	 B.	 Empfangene Ertragszuschüsse	 C.	 Rückstellungen	 D.	 Verbindlichkeiten	 E.	 Rechnungsabgrenzungsposten	 Insgesamt

Anhang

31.12.2011 T€ 13.721 31.137 2.612 47.470 4.509 33.326 77.666 676 163.647

31.12.2010 T€ 13.721 25.073 2.612 41.406 4.554 33.965 88.884 126 168.935

(6) (7) (8) (9) (10) (11) (12)

12.	 Aufwendungen aus Verlustübernahme	 13.	 Zinsen und ähnliche Aufwendungen	 14.	Ergebnisse der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit	 15.	Außerordentliche Aufwendungen	 16.	Außerordentliches Ergebnis	 17.	 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag	 18.	Sonstige Steuern	 19.	 Gewinnabführung	 20. Jahresüberschuss

22

Stadtwerke Herne

Gewinn- und Verlustrechnung 23

Entwicklung des Anlagevermögens
Anschaffungs- und Herstellungskosten Stand 1.1.2011 T€ I. Immaterielle Vermögensgegenstände 	 	 	 	 1. Gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 2. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 9.100 51 9.151 II. Sachanlagen 	 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschl. der Bauten auf fremden Grundstücken 2.	Technische Anlagen und Maschinen 3.	Betriebs- und Geschäftsausstattung 4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 143 16 159 51 -51 0 0 9.294 16 9.310 7.433 329 0 7.762 7.433 329 7.762 1.532 16 1.548 1.667 51 1.718 T€ T€ T€ Zugänge Umbuchungen Abgänge Stand 31.12.2011 T€ Stand 1.1.2011 T€ T€ T€ Abschreibungen Zugänge Abgänge Stand 31.12.2011 T€ Restbuchwerte Stand 31.12.2011 T€ Stand 31.12.2010 T€

23.616 200.931 16.575 241.122 1.006 242.128

2.290 3.018 704 6.012 1.632 7.644

486 260 88 834 - 834 0

155 1.296 377 1.828

26.237 202.913 16.990 246.140 1.804

10.173 170.452 13.670 194.295

647 3.179 723 4.549

136 1.213 307 1.656

10.684 172.418 14.086 197.188

15.553 30.495 2.904 48.952 1.804

13.443 30.479 2.905 46.827 1.006 47.833

	 	 	

Fertige Anlagen

1.828

247.944

194.295

4.549

1.656

197.188

50.756

III. Finanzanlagen 	 	 	 	 1. Anteile an verbundenen Unternehmen 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 3. Beteiligungen 4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 5. Sonstige Ausleihungen 18.471 17.927 12.322 1 6.064 590 24.535 17.337 12.323 0 0 350 0 0 350 24.535 17.337 11.973 18.471 17.927 11.972

10.767 1.776 61.263 312.542

1.851 88 8.004 15.807 0 0

25 252 867 2.695

12.593 1.612 68.400 325.654

0 196 546 202.274 0 4.878 3 3 1.659

0 193 543 205.493

12.593 1.419 67.857 120.161

10.767 1.580 60.717 110.268

	

Anlagevermögen gesamt

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Stadtwerke Herne

Entwicklung Anlagevermögen 25

Auszug aus dem Anhang
Allgemeine Angaben Der Jahresabschluss wurde nach den für große Kapitalgesellschaften maßgeblichen Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches und des Aktiengesetzes aufgestellt. Um die Übersichtlichkeit der Darstellung zu verbessern, werden die Beträge in T€ angegeben und einzelne Posten der Bilanz sowie der Gewinnund Verlustrechnung zusammengefasst. Diese Posten sind im Anhang gesondert ausgewiesen und erläutert. Für die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung wird das Gesamtkostenverfahren gewählt. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind mit den Anschaffungskosten ausgewiesen und werden über die Nutzungsdauer planmäßig abgeschrieben. Die Abschreibung erworbener Software erfolgt über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren. Die Bilanzierung der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- und Herstellungskosten unter Berücksichtigung angemessener Gemeinkosten; Fremdkapitalzinsen werden nicht mit einbezogen. Die Herstellungskosten der selbst erstellten Anlagen umfassen Einzelkosten sowie notwendige Material- und Lohngemeinkosten. Die planmäßigen Abschreibungen beim Sachanlagevermögen erfolgen nach linearer Methode. In den Jahren 2008 bis 2009 wurden geringwertige Vermögensgegenstände als Sammelposten gesondert erfasst und im Jahr der Anschaffung und in den folgenden vier Jahren jeweils abgeschrieben (§ 6 Abs. 2a EStG). Ab 2010 werden Wirtschaftsgüter bis zu 410 € wieder aktiviert und sofort abgeschrieben. Den planmäßigen Abschreibungen liegen die betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern zugrunde. Die bis 2002 von Kunden erhaltenen Baukostenzuschüsse für den Anschluss an die Energieverteilnetze sind passiviert worden und werden zugunsten der Umsatzerlöse aufgelöst. Die von 2003 bis 2009 erhaltenen Baukostenzuschüsse wurden direkt vom Anlagevermögen abgesetzt und mindern die Abschreibungen über die jeweilige Nutzungsdauer. Die ab 2010 vereinnahmten
26 Stadtwerke Herne

Baukostenzuschüsse werden wieder als passiver Sonderposten abgegrenzt und über die jeweilige Nutzungsdauer der Hausanschlüsse zugunsten der Umsatzerlöse aufgelöst. Die Finanzanlagen werden mit den Anschaffungskosten oder ihrem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Die unverzinslichen sonstigen Ausleihungen sind entsprechend ihrer Laufzeit abgezinst. Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgt mit fortgeschriebenen durchschnittlichen Anschaffungskosten. Die Waren sind mit den Anschaffungskosten oder mit dem niedrigeren beizulegenden Wert bewertet. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zu Nennwerten ausgewiesen. Allen risikobehafteten Posten wird durch die Bildung angemessener Wertberichtigungen Rechnung getragen, das allgemeine Kreditrisiko ist durch pauschale Abschläge berücksichtigt. Die Guthaben bei Kreditinstituten und der aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind zum Nominalwert ausgewiesen. Die Rückstellungen für Jubiläen, Beihilfen sowie für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen einschließlich der Rückstellungen für Energiepreisvergünstigungen wurden nach der „ProjectedUnit-Credit-Methode“ (PUCM) erstellt; dabei wurde ein Rechnungszinssatz von 5,14 % und ein Gehaltstrend von 2,00 % p. a. berücksichtigt. Die Berechnungen basieren auf versicherungsmathematischen Gutachten unter Berücksichtigung der biometrischen Daten der „Richttafeln 2005 G“ von Klaus Heubeck. Bei den sonstigen Rückstellungen sind alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen berücksichtigt. Alle langfristigen Rückstellungen werden mit ihrem auf den Bilanzstichtag abgezinsten voraussichtlichen Erfüllungsbetrag berechnet. Dabei werden die voraussichtlichen Kostensteigerungen bis zum Erfüllungszeitpunkt berücksichtigt. Bei den Altersteilzeitrückstellungen erfolgte die Berechnung mit einem laufzeitentsprechenden Rechnungszinssatz von 4,09 % und einem Gehaltstrend von 2 %. Die Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag passiviert. Der passive Rechnungsabgrenzungsposten ist zum Nominalwert angesetzt.

Erläuterungen zur Bilanz (1) Anlagevermögen Die Aufgliederung der in der Bilanz zusammengefassten Anlagepositionen und ihre Entwicklung im Jahr 2011 ergeben sich aus dem Anlagespiegel.
Anteilsbesitz Netzgesellschaft Herne mbH, Herne Wanne-Herner Eisenbahn und Hafen GmbH, Herne Aktienbesitzgesellschaft Herne mbH, Herne Fernwärmeversorgung Herne GmbH, Herne Wasserversorgung Herne Verwaltungs-GmbH, Herne Wasserversorgung Herne GmbH & Co. KG, Herne
* Gewinnabführungsvertrag

Anteil am Kapital in % 100,00 94,90 58,54 50,00 50,00 50,00

Eigenkapital T€ 17 6.777 30.005 1.023 34 16.536

Jahr 2011 2011 2011 2011 2011 2011

Ergebnis T€ 0* 0* 0* 0* 1 2.513

(2) Vorräte
31.12.2011 t€ Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe Waren Gesamt 164 6.855 7.019 31.12.2010 T€ 186 6.855 7.041

Bei den Waren werden im Wesentlichen ein zur Vermarktung vorgesehenes Grundstück und eine Immobilie bilanziert. (3) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
31.12.2011 t€ Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Forderungen gegen verbundene Unternehmen Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht Sonstige Vermögensgegenstände Gesamt 12.254 5.309 31.12.2010 T€ 31.215 8.503

478 2.832 20.873

2.409 1.162 43.289

Die Gesellschaft hat für die Verbrauchabrechnung eine Hochrechnung auf den Bilanzstichtag vorgenommen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthalten Forderungen gegen Tarifkunden, aufgrund hoch- bzw. rückgerechneter Energieabgabenmengen von 44.910 T€, die mit den entsprechenden Abschlagszahlungen saldiert sind. Der Eingang der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird innerhalb eines Jahres erwartet. Es bestehen Zahlungsvereinbarungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr in Höhe von 72 T€. Die erforderlichen Wertberichtigungen orientieren sich am tatsächlichen Ausfallrisiko. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen bestehen gegenüber der Aktienbesitzgesellschaft Herne mbH (ABH) (5.258 T€), der Straßenbahn Herne – Castrop-Rauxel GmbH (HCR) (45 T€) sowie der Stadtwerke Witten GmbH (6 T€). Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, resultieren im Wesentlichen aus Gewinnanteilen und aus ausstehenden Zinsen. Bei den sonstigen Vermögensgegenständen bestehen Forderungen und Vorschüsse von 269 T€ mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

Anhang 27

(4) Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten
31.12.2011 t€ Kassenbestand Guthaben bei Kreditinstituten Termin- und Festgelder Gesamt 4 976 14.336 15.316 31.12.2010 T€ 5 488 7.515 8.008

(5) Rechnungsabgrenzungsposten In den Rechnungsabgrenzungsposten sind im Wesentlichen Disagiobeträge von 4 T€, Vorauszahlungen für das Folgejahr von 56 T€ und 209 T€ aus Heizungsumstellungszuschüssen mit langjähriger vertraglicher Erdgasbezugsbindung enthalten, die entsprechend der Vertragsdauer aufgelöst werden. (6) Gezeichnetes Kapital Das Grundkapital ist in vollem Umfang eingezahlt und in 26.800 Namensaktien zum Nennbetrag von je 512,00 € eingeteilt. (7) Kapitalrücklage Die Kapitalrücklage wurde im Geschäftsjahr von 25.073 T€ um 6.064 T€ auf 31.137 T€ erhöht. (8) Gewinnrücklagen Es erfolgte keine Veränderung bei den anderen Gewinnrücklagen. Einer weiteren Erhöhung der hier enthaltenen gesetzlichen Rücklage bedarf es nicht, da sie zusammen mit der Kapitalrücklage mehr als 10 % des Grundkapitals ausmacht. (9) Empfangene Ertragszuschüsse Die bis 2002 empfangenen Ertragszuschüsse werden jährlich mit 5 % des Ursprungswertes aufgelöst; für die ab 2010 erhaltenen Baukostenzuschüsse erfolgt die Auflösung entsprechend der Abschreibungsdauer. (10) Rückstellungen
31.12.2011 t€ Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Sonstige Rückstellungen Gesamt 4.763 28.563 33.326 31.12.2010 T€ 4.834 29.131 33.965

In den Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sind neben den Versorgungs- auch Sachleistungsverpflichtungen von 1.871 T€ (Vorjahr: 1.845 T€) enthalten. Die Gesellschaft ist Mitglied der Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL) und hat ihre Mitarbeiter entsprechend der Satzung versichert. Bis zum 31.12.2001 richtete sich die Höhe der Versorgungszusage nach der Dauer der Beschäftigung im öffentlichen Dienst. Entsprechend den Vereinbarungen der Tarifparteien des öffentlichen Dienstes im Altersvorsorgeplan 2001 erfolgte ab dem Jahr 2002 eine Abkehr vom Gesamtversorgungssystem. Die Umlagefinanzierung wird zunächst beibehalten, entsprechend den Möglichkeiten der Zusatzversorgungskasse und ihrer Mitglieder, aber schrittweise durch eine deckungskapitalorientierte Finanzierung abgelöst. Im Rahmen dieser Veränderung teilt sich der Gesamtumlagesatz in eine Umlage zur Kapitaldeckung und einen Sanierungsbeitrag des Arbeitgebers zur Deckung der Altlasten auf. Im Jahr 2011 belief sich die Summe der umlagepflichtigen Entgelte auf 11,8 Mio. €; der diesbezügliche Umlagesatz betrug 7,86 %, wobei 6,45 % der Arbeitgeber und 1,41 % der Arbeitnehmer zu tragen haben. Der Sanierungsbeitrag betrug 2011 1,82 %. Für das Jahr 2011 betrug der Gesamt-Umlagesatz 9,68 %. Die sonstigen Rückstellungen stellen sich wie folgt dar:
31.12.2011 t€ Rückstellungen für den Personalund Sozialleistungsbereich Rückstellungen für Drohverluste Rückstellungen für den Sachleistungsbereich Rückstellungen für Risiken aus möglicher Rückzahlung von Netzentgelten (Mehrerlösabschöpfung) Gesamt 17.456 4.500 3.625 31.12.2010 T€ 15.735 4.000 4.393

(11) Verbindlichkeiten
Gesamt 31.12.2011 T€ Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (Vorjahr) Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen (Vorjahr) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (Vorjahr) Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (Vorjahr) Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht (Vorjahr) Sonstige Verbindlichkeiten (Vorjahr) (- davon aus Steuern) (- im Rahmen der sozialen Sicherheit) Gesamt (Vorjahr) 44.307) (53.566) 1.284) (1.284) 2.788) (2.675) 18.813) (20.370) 2.609) (121) 7.865) (10.868) (714) (0) 77.666) (88.884) Restlaufzeit Restlaufzeit Restlaufzeit bis 1 Jahr T€ 1 bis 5 Jahre T€ über 5 Jahre T€ 6.143) (12.353) 1.284) (1.284) 2.697) (2.584) 18.813) (20.370) 2.609) (121) 3.561) (6.545) (714) (0) 35.107) (43.257) 2) (4) 4.302) (4.319) 24) (24) 67) (67) 19.974) (20.725) 18.190) (20.488)

20.000) (20.753)

22.559) (24.874)

2.982 28.563

5.003 29.131

Die Rückstellungen für den Personal- und Sozialleistungsbereich umfassen im Wesentlichen Rückstellungen für Altersteilzeit, Leistungsentgelt und Jubiläumszuwendungen sowie Sanierungsgeld VBL. Dabei wird ein Bankguthaben zur Sicherung der Altersteilzeitvereinbarungen in Höhe von 1.992 T€ mit der entsprechenden Rückstellung über 4.593 T€ saldiert. In den Rückstellungen für den Sachleistungsbereich sind unter anderem Abrechnungs- und Aufbewahrungsverpflichtungen sowie Verpflichtungen für ausstehende Kreditorenrechnungen enthalten.

Verbindlichkeiten in Höhe von 0,4 Mio. € gegenüber Kreditinstituten sind durch die sogenannte „Negativklausel“ besichert. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten im Wesentlichen 9.406 T€ Gewinnabführung sowie angelastete Steuern von 1.129 T€ saldiert mit anrechenbaren Steuern von 2.154 T€ gegenüber der Gesellschafterin. Des Weiteren sind Verbindlichkeiten gegenüber der Energie- und Wasserversorgung Mittleres Ruhrgebiet GmbH (ewmr) aus Energielieferungen und Umsatzsteuer bilanziert. Bei den Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, handelt es sich im Wesentlichen um Gewinnanteile saldiert mit der Abrechnung von Energie- und Wasserlieferungen. In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Inhaberschuldverschreibungen von 4.322 T€ mit einer Laufzeit bis zum 31.12.2020 enthalten. Des Weiteren wird hier ein Darlehen der Stadt Herne von 2.066 T€ ausgewiesen. Die Verbindlichkeiten aus Steuern betreffen überwiegend verrechnete Umsatzsteuer, Lohn- und Kirchensteuer sowie die Grunderwerbsteuer und Stromsteuer. (12) Rechnungsabgrenzungsposten Dieser Posten betrifft im Wesentlichen die Abgrenzung eines Marketingzuschusses.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung (13) Umsatzerlöse
2011 t€ Stromversorgung Gasversorgung Erzeugung Betriebsführungsentgelte Nahwärmeversorgung Bäderbetrieb Telekommunikation Stromsteuer Erdgassteuer Gesamt 88.954 52.751 2.822 2.924 1.353 226 18 149.048 - 8.833 - 4.857 135.358 2010 T€ 89.153 70.499 3.471 2.890 1.415 215 1 167.644 - 8.491 - 6.590 152.563

Die Auflösung der empfangenen Ertragszuschüsse ist den Erlössparten zugeordnet. Der Aufwand aus dem Regulierungskonto ist direkt bei den einzelnen Sparten abgesetzt. In der Sparte Strom sind neben der Stromsteuer Erlöse aus der Straßenbeleuchtung von 1.955 T€ (Vorjahr: 2.247 T€) und in der Sparte Gas Erlöse aus der Gasgerätewartung von 1.691 T€ (Vorjahr: 1.642 T€) enthalten.

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Stadtwerke Herne

Anhang 29

(14) Sonstige betriebliche Erträge 	
Erträge aus Mieten und Pachten Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen Erträge aus ausgebuchten Forderungen und der Auflösung von Wertberichtigungen Erträge aus Mahngebühren Erträge aus Leitungsvermietung Erstattung Stromsteuer Gewinne aus Anlagenabgängen Erstattete Konzessionsabgabe Verbrauch Rückstellung Drohverluste aus Emissionshandel Erträge aus Grundstücksverkäufen Übrige sonstige Erträge Gesamt

2011 t€ 1.560 795

2010 T€ 1.598 3.482

Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer gemäß § 267 Abs. 5 HGB erhöhte sich auf 275 Mitarbeiter (Vorjahr: 266). (17) Abschreibungen
2011 t€ Auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens Auf Sachanlagen des Anlagevermögens Abschreibungen geringwertige Wirtschaftsgüter Gesamt 329 4.508 41 4.878 2010 T€ 361 4.849 87 5.297

(21) Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen
2011 t€ Erträge aus Ausleihungen -  avon aus d verbundenen Unternehmen Gesamt 1.419 (664) 1.419 2010 T€ 1.289 (651) 1.289

Die Steuern vom Einkommen und Ertrag belasten ausschließlich das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit. (26) Sonstige Steuern
2011 t€ Strom- und Energiesteuer Grundsteuer Kfz-Steuern Sonstige betriebliche Steuern Gesamt 91 79 13 0 183 2010 T€ 58 76 14 6 154

353 341 310 248 17 0 0 0 1.031 4.655

104 293 398 185 15 4.547 1.760 977 1.153 14.512

(22) Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
2011 t€ Zinserträge aus Tages- und Festgeld Sonstige Zinserträge Gesamt 171 33 204 2010 T€ 23 27 50

(18) Sonstige betriebliche Aufwendungen
2011 t€ Konzessionsabgabe Andere Dienst- und Fremdleistungen EDV-Kosten Gerichts-, Prüfungsund Beratungskosten Wertberichtigung und Abschreibungen auf Forderungen Verwaltungskostenumlagen Werbung und Öffentlichkeitsarbeit 7.441 1.678 973 928 807 694 570 340 385 331 126 1.948 16.221 2010 T€ 8.562 2.348 1.191 1.438 1.117 969 576 4.000 372 347 122 1.472 22.514

(23) Aufwendungen aus Verlustübernahme Es handelt sich um die gesellschaftsvertraglich festgelegten Verlustübernahmen von 987 T€ der Wanne-Herne Eisenbahn und Hafen GmbH, Herne, von 517 T€ der Gemeinschaftskraftwerk Steinkohle Hamm GmbH & Co. KG, Essen, sowie von 317 T€ der Netzgesellschaft Herne mbH und um eine Ausgleichszahlung an außenstehende Gesellschafter der WHE (40 T€). (24) Zinsen und ähnliche Aufwendungen
2011 t€ Zinsaufwand Disagio Erbbauzinsen Gesamt 3.827 12 60 3.899 2010 T€ 3.799 28 55 3.882

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind insgesamt 353 T€ (Vorjahr: 3.836 T€) periodenfremde Erträge enthalten. (15) Materialaufwand 	
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie bezogene Waren Aufwendungen für bezogene Leistungen Gesamt

2011 t€ 80.021 8.847 88.868

2010 T€ 101.905 7.627 109.532

Zuführung Drohverlust-Rückstellung Büro-, Medien-, Porto- und Telekommunikationskosten Versicherungsbeiträge Kosten des Zahlungsverkehrs Übrige Aufwendungen Gesamt

In den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sind 939 T€ aus der Bilanzkreisabrechnung und 110 T€ aus der Mehr- oder Mindermengenabrechnung für Vorjahre enthalten. (16) Personalaufwand
2011 t€ Entgelte Soziale Abgaben Aufwendungen für Altersversorgung Aufwendungen für Unterstützung Gesamt 14.850 2.666 1.405 34 18.955 2010 T€ 12.866 2.519 1.376 111 16.872

(19) Erträge aus Beteiligungen
2011 t€ Wasserversorgung Herne GmbH & Co. KG Vereinigung der Gesellschafter der Fernwärmeversorgung Herne GbR Telekommunikation Mittleres Ruhrgebiet GmbH - davon aus verbundenen Unternehmen Gesamt 1.256 97 184 (184) 1.537 2010 T€ 1.508 220 195 (195) 1.923

Im Zinsaufwand sind 1.343 T€ aus den Rückstellungen enthalten. Der Zinsaufwand aus der Rückstellung für Altersteilzeit (131 T€) wird mit den Zinserträgen aus den Sicherungsguthaben der Altersteilzeitvereinbarung (16 T€) saldiert. (25) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 			 2011
t€ Körperschaftsteuer Körperschaftsteuer Vorjahre Gewerbeertragsteuer Gesamt 637 -2 492 1.127

2010 T€ 2.062 -2 1.909 3.969

(20) Erträge aus Gewinnabführung In den Aufwendungen für Altersversorgung sind 605 T€ (Vorjahr: 631 T€) Sanierungsgeld für die VBL enthalten, davon 372 T€ (Vorjahr: 412 T€) Zuführung zur Rückstellung Sanierungsgeld. Es handelt sich um die Gewinnabführung der Aktienbesitzgesellschaft Herne mbH für das abgelaufene Wirtschaftsjahr.

30

Stadtwerke Herne

Anhang 31

Sonstige Angaben Geschäfte größeren Umfanges Gemäß § 6b EnWG 2011 sind folgende Geschäfte größeren Umfangs mit verbundenen und assoziierten Unternehmen im Sinne von § 271 Abs. 2 und § 311 HGB getätigt worden:
Unternehmen Wasserversorgung Herne GmbH & Co. KG, Herne Straßenbahn Herne – Castrop-Rauxel GmbH, Herne Herner Bädergesellschaft GmbH, Herne Tätigkeit kaufm. Betriebsführung kaufm. Betriebsführung Zinsen kaufm. Betriebsführung techn. Betriebsführung Personalgestellung Andere Dienstund Fremdleistungen Leitungsvermietung Fernmeldekosten Abrechnungsleistung

Beziehungen zu verbundenen Unternehmen Die Vermögensverwaltungsgesellschaft für Versorgung und Verkehr der Stadt Herne mbH (VVH), mit Sitz in Herne (Amtsgericht Bochum HRB 9355), stellt einen Teilkonzernabschluss auf. Gleichzeitig stellt die Energie- und Wasserversorgung Mittleres Ruhrgebiet GmbH mit Sitz in Bochum (Amtsgericht Bochum HRB 6191), als Mutterunternehmen der VVH einen befreienden Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen auf.

Die Abschlüsse werden im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht. Angaben zum Jahresergebnis Der Gewinn wird aufgrund des mit dem Mutterunternehmen VVH geschlossenen Gewinnabführungsvertrages abgeführt. Das Jahresergebnis ist im Saldo ausgeglichen. Mitglieder des Vorstandes Ulrich Koch

Energie- und Wasserversorgung Mittleres Ruhrgebiet GmbH,, Bochum Telekommunikation Mittleres Ruhrgebiet GmbH, Bochum evu zählwerk Abrechnungs- und Servicegesellschaft mbH, Bochum

Angaben über die Zuordnungsregeln einschließlich Abschreibungsmethoden gemäß § 6b Abs. 3 Satz 7 EnWG Grundsätzlich werden die Konten der GuV und der Bilanz - soweit möglich - direkt den jeweiligen Tätigkeiten zugeordnet. Wenn dies nicht möglich ist, zum Beispiel für gemeinsame Konten, gilt folgende Vorgehensweise: Die Bereiche Gebäude, EDV und Fuhrpark sind in den Bereich Andere Tätigkeiten außerhalb des Elektrizitäts- und Gassektors eingegliedert. Bereiche, die den Großteil ihrer Tätigkeit für das Netz erbringen und die somit für das Netz unerlässlich sind, wurden diesem direkt zugeordnet (z.B. Personalabrechnung und Sozialleistungen, Rechnungswesen, Betriebsrestaurant). Leistungen, die für andere Bereiche erbracht wurden, wurden zu Marktpreisen bewertet und als interne Leistungsverrechnung weiterberechnet. Die verbleibenden Konten außer dem Vertriebsaufwand und den Zinsaufwendungen werden als Gemeinkosten nach einem Mischschlüssel aus Personalaufwand und Anschaffungs-/Herstellungskosten (je 50 %) auf alle Bereiche verteilt. Der allgemeine Zinsaufwand wird nach Restbuchwerten verteilt. Die gemeinsamen Kosten des Strom- und Gasnetzes werden ebenfalls nach dem Mischschlüssel aus Personalaufwand und Anschaffungs-/Herstellungskosten auf die beiden Tätigkeiten Elektrizitätsverteilung und Gasverteilung verteilt. Die allgemeinen Vertriebskosten werden nach einem Mischschlüssel aus Zählern, Kundenservice und Anzahl der Preisanpassungen auf Andere Tätigkeiten innerhalb des Elektrizitätssektors, Andere Tätigkeiten innerhalb des Gassektors und Andere Tätigkeiten außerhalb des Elektrizitäts- und Gassektors verteilt.
32 Stadtwerke Herne

Wie bereits ausgeführt erfolgt die Verteilung der Bilanzpositionen weitestgehend analog zur Verteilung der GuV-Konten. Dort, wo es möglich ist, erfolgt eine direkte Zuordnung zu den einzelnen Tätigkeiten. Sollte eine Schlüsselung notwendig werden, wird in erster Linie versucht, die Schlüssellogik der GuV auf die Bilanz zu übertragen. Wesentliche Verträge Es bestehen weiterhin ein Strom- und ein Gasbezugsvertrag mit der Energie- und Wasserversorgung Mittleres Ruhrgebiet GmbH. Derivative Finanzinstrumente Mit einem inländischen Kreditinstitut ist ein Vertrag über ein Zinsbegrenzungsgeschäft für ein aufgenommenes Darlehen (6 Mio. €) mit einer Laufzeit von 13 Jahren abgeschlossen worden. Der beizulegende Zeitwert dieses Derivats zum 31.12.2011 beläuft sich auf 6 T€. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Auszug aus dem Bestätigungsvermerk
Unsere Prüfung des Jahresabschlusses unter Einbeziehung der Buchführung und des Lageberichts hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanzund Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Die Prüfung der Einhaltung der Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG, wonach für die Tätigkeiten nach § 6b Abs. 3 EnWG getrennte Konten zu führen und Tätigkeitsabschlüsse aufzustellen sind, hat zu keinen Einwendungen geführt.

Dortmund, den 16. April 2012 Im Rahmen von Miet- und Leasingverträgen bestehen jährliche Zahlungsverpflichtungen von 61 T€ und 40 T€ an Ausgleichzahlungen. Zudem bestehen finanzielle Verpflichtung aus Projektbeteiligungen in Höhe von 4.316 T€. Weitere Geschäfte, die für die Beurteilung der Finanzlage notwendig sind, bestehen nicht.

Dr. Bergmann, Kauffmann und Partner GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft

Dr. Wollenhaupt	 Wirtschaftsprüfer	

Knöller Wirtschaftsprüfer

Anhang 33

Organisationsstruktur
Stadtwerke Herne AG
100 %
Netzgesellschaft Herne mbH

ewmr Gebündelte Energie
Stadt Bochum
57,0% 27,8%

Stadt Herne
15,2%

Stadt Witten

50 %
Fernwärmeversorgung Herne GmbH
1,0% 99,0%

Energie- und Wasserversorgung Mittleres Ruhrgebiet GmbH 99,0% 1,0% Vermögensverwaltungsgesellschaft für Versorgung und Verkehr der Stadt Herne mbH 41,46% Aktienbesitzgesellschaft Herne mbH

ewmr

94,90 %
Wanne-Herner Eisenbahn und Hafen GmbH

Holding für Versorgung und Verkehr GmbH Bochum

18,21 %
Biogas Pool 1 für Stadtwerke GmbH & Co. KG

58,54 %
Aktienbesitzgesellschaft Herne mbH

17,50 %
TMR – Telekommunikation Mittleres Ruhrgebiet GmbH
5,0% 95,0% 100,0% Fernheizgesellschaft BochumEhrenfeld GmbH 50,1% BochumGelsenkirchener Straßenbahnen AG 100,0% Straßenbahn Herne–CastropRauxel GmbH 100,0% 100,0% Stadtwerke Bochum GmbH Herner Bädergesellschaft mbH

58,54% Stadtwerke Herne AG

99,0%

1,0%

50 %
Wasserversorgung Herne GmbH & Co. KG

Stadtwerke Witten GmbH

2,88 %
rku.it GmbH
je 100,0% MULTIBRID WEA I,II,III GmbH & Co. KG 100,0% USB Umweltservice Bochum GmbH 100,0% Stadtwerke Bochum Netz GmbH 75,0% Fernwärmeversorgung UniversitätsWohnstadt Bochum GmbH 100,0% evu zählwerk Abrechnungs- u. Service GmbH 1,05% 40,7% 100,0% Netzgesellschaft Herne mbH 100,0% VGW Vermögensgesellschaft Witten mbH

100 %
SEH Stadtentwässerung Herne GmbH & Co. KG

0,78 %

Gemeinschaftskraftwerk Steinkohle Hamm GmbH & Co. KG

17,5% TMR Telekommunikation Mittleres Ruhrgebiet GmbH 14,9%

0,72 %
GREEN GECCO Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG

51,0%

Glasfaser Bochum GmbH & Co. KG

2,56% rku.it GmbH

2,88% 2,54%

0,59 %
Trianel Windkraftwerk Borkum GmbH & Co. KG

32,02%

Gemeinsam und doch eigenständig: Die Energieund Wasserversorgung Mittleres Ruhrgebiet GmbH (ewmr) – die Kooperation der Stadtwerke Bochum, Herne und Witten – hat sich im Wettbewerb glänzend behauptet. Zusammenschlüsse bedeuten oft den Verlust von Selbstständigkeit. Die ewmr schlägt einen anderen Weg ein: Die drei Stadtwerke haben schon frühzeitig die deutschlandweit erste horizontale Kooperation kommunaler Versorgungsunternehmen gegründet. Kooperation heißt für uns: Die einzelnen Gesellschaften bewahren ihre Eigenständigkeit und nutzen gleichzeitig Synergieeffekte, die sich durch

die neuerworbene Größe ergeben. Auch lässt sich gemeinsam Energie günstiger einkaufen, produzieren und handeln. Gemeinsam lassen sich innovative Dienstleistungen schneller entwickeln. Von diesem Potenzial profitieren unsere Kunden: Geschäftskunden, Dienstleistungsunternehmen und Privatkunden im mittleren Ruhrgebiet sowie andere kommunale Versorgungsunternehmen. Durch die Einrichtung von Kompetenzzentren, zum Beispiel für die Datenverarbeitung und den Einkauf, bündelt die ewmr ihr Know-how, ohne dabei einen der drei Standorte zu vernachlässigen.

34

Stadtwerke Herne

ewmr – Gebündelte Energie 35

Stadtwerke Herne AG Grenzweg 18 44623 Herne Telefon: 02323 592-555 Telefax: 02323 592-222 www.stadtwerke-herne.de
        
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