Publication:
Berlin, 1928
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-14385872
Path:

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Die Baumwollkönigin von Ost-Texas,
Miß Elga Daniels, die auf einem selbständig be
arbeiteten Baumwollaeker einen so reichen Er
trag erzielte, daß sie in einem landwirtschaft-
'ichen^Wettbewerb unter 110 Teilnehmern den
Sieg davontrng.
NEUES
Die Koedukation hat sich bewährt!
Die anhaitische Staatsregierung hat die Eingabe
■verschiedener Eltcrnbeiräte, die den Ausbau
der Lyccen zu Mädchengymnasien mit Berechtig
ßung zum Universitätsstudium verlangt, abge#
gelehnt, mit der Begründung,
die Koedukation in Anhalt,
d. h. die gemeinsame Erzie#
hung von Knaben und Mäd#
c hen bei den bestehenden
Gymnasien, habe sich so gut
bewährt, daß ein dringendes
Bedürfnis zum Ausbau der
Lyccen nicht bestehe.
Frauen als Strafrichter.
Bei dem Gericht in Frank#
hirt am Main sind jetzt drei
Frauen im Richteramt tätig,
jn einer Sitzung des großen
Schöffengerichts wirkte zum
ersten Male eine Dame im
Richtcrornat als Beisitzerin
**jit. Es handelt sich um Frau
Ur. Bann, die seinerzeit schon
fds Referendarin tätig war und
inzwischen geheiratet hat. Bis#
her übte sic ihre richterliche
Tätigkeit, wie auch ihre bei#
den Kolleginnen in einer Zi#
vilabteilung des Amtsgerichts
aus. Wahrend weibliche
Schöffen und Geschworene
schon lange in Moabit bei
den Strafgerichten mitwirken,
hat mit dem Jahresbeginn der
erste weibliche Richter seinen
Einzug gehalten. Die Ge*
fichtsassessorin Fräulein Kueß
ist seit dem 2. Januar als
Mitglied der 1. Großen Straf#
kammer des Landgerichts I
tätig. Bei den Berliner Zi#
^dgerichtcn haben schon seit
langem Gerichtsassessorinncn
nach Ablegung der zweiten
Prüfung richterliche Befug#
nissc ausgeübt.
Halb Fortschritt, halb Tradition
Die Königin von Afghanistan, die sich zurzeit
in Nizza aufhält. Trotz der modernen Kleidung
zeigt sich die Königin nur dicht verschleiert.
Die Fürsorge wird allen Hausgehilfinnen zuteil,
die über 60 Jahre alt sind.
Ein Ehe*Versöhnungsbüro der Heilsarmee.
Vor etwa einem Jahre hat sich die Heilsarmee
Eine Tagung der weiblichen Bürgermeister Englands
Zum ersten Maie in der Geschichte hielten die weiblichen Bürgermeister Englands
eine Tamm«' ab, und zwar in Liverpool, wo sie Gäste der Oberbürgermeisterin von
Liverpool waren. Unser Bild zeigt die Oberbürgermcisterin von Liverpool, Miß
Margaret Bovan, lind die Bürgermeisterinnen Mrs. Drapper-Deptford, Miß Alice
Hudson-Eastbourne, Miß Stewart Shaw - Lichfield, Mrs. Edmunds-Northy-Tvdvil,
Miß Lund-Pudsay, Mrs. L. M. Welch-Southampton, Mrs. Jenkins-Tenby, Miß Cott-
well-West Bromwich, Mrs. Edwards-Wrexham im Sprechzimmer der Obcrbiirger-
meisterimvon Liverpool. Photos: Keystone
Eine japanische Fliegerin zum Pacific-Flug
startbereit
Die 19jährige Marquise Karlo will im Frühjahr
den Flug von .Japan nach Amerika über den
Pacific wagen.
Frauen aus der Gesellschaft und Frauen aus dem
Volk erschienen in dem Büro, um den alten
Hctrn um Rat zu fragen. Dieser Rat besteht
durchweg in einer Versöhnungsvermittlung, zu*
erst unter vier Augen. Hierauf folgt eine ge*
meinsame Aussprache der Beteiligten in seinem
Büro, oder in der Wohnung der Eheleute, wobei
cs Colonel Chapmann natürlich nicht an herz*
lichem Zuspruch fehlen läßt und den Gründen
nachzugehen sucht, die zum
Auscinandcrleben geführt
haben. Der Colonel ist mit
seiner Arbeit, wie er jüngst
einem Reporter versicherte,
sehr zufrieden. Er bleibt mit
seinen „Klienten“ in dauern*
der Verbindung, und weiß
deshalb genau, daß nur in
zwei Fallen die betr. Eheleute
keine Vernunft annehmen
wollten. übrigens hat der
Colonel fcstgestcllt, daß viele
Ehen nur deshalb unstimmig,
oft unerträglich sind, weil die
Eheleute von Verwandten,
namentlich „Schwiegcrmüt*
tern“, gegenseitig verunglimpft
und aufgehetzt werden.
Turneifer der Frauen.
Das Darmstädter Amt für
Leibesübungen veröffentlichte
kürzlich eine interessante Auf#
Stellung, die ein Streiflicht auf
den Turneifer der Frauen und
Mädchen wirft. Den 44 Darm*
Städter Turn* und Sportvcr*
einen gehören ca. 12 000 Mit*
glieder an, darunter 2035 weib*
liehe. Die Zahl der Männer
ist also 5 mal größer als die
der Frauen. Durchschnittlich
treten aber nur zweieinhalb
mal so viel Männer an als
trauen. Pro Tag turnen etwa
1008 Frauen und Mädchen.
Lber einen Überfluß an weiblichen Schönheiten
'vjfd in der Filmhauptstadt Hollywood geklagt.
Alle Tage treffen dort zahlreiche hübsche junge
Mädchen ein, die glauben, daß ihre Schönheit
ohne weiteres zum alsbaldigen Filmstar mit
hohen und höchsten Einnahmen legitimiert. Leider
vy ird nun aber von einem Filmstar noch etwas
Jfichr verlangt als das bloße Äußere und die
Grazie einer Venus, und so müssen fast alle
Jene Damen unverrichteter Dinge wieder heim*
kehren. Gar manche von ihnen würde man ja
^°hl gern beschäftigen und ausbilden, aber der
Andrang ist eben viel zu groß, und zudem wird
Bedarf immer geringer. Das, was wirk#
>ch gebraucht wird: häßliche und groteske weib#
'che Figuren, meldet sich nicht!
Zum Schutz des Familienlebens
p lr d in Ungarn vom Wohlfahrtsministcrium ein
Gesetzentwurf vorbereitet, in dem auch eine
unggesellensteuer vorgesehen ist. Der Ertrag soll
Ur Unterstützung bedürftiger Familien im In#
presse der Erziehung ihrer Kinder Verwendung
Ij nden.
. Altersfürsorge für Angestellte,
m Österreich ist ein Fürsorgegesetz für Haus#
an ßcstellte am 1. Januar in Kraft getreten.
in England auch der vielen betrübten Menschen
angenommen, die in der Ehe nicht dasjenige
Glück fanden, das sie erhofften. Die Leitung
der Heilsarmee sagte sich ganz richtig, daß
solche Meuschau gewöhnlich zum Rechtsanwalt
laufen, uq* eiae Scheidung durchzusetzen, und
daß die Anwälte ein solches Vorgehen gar zu
gern unterstützen, da sie ja auch nur von ihrem
„Verdienste“ leben können. Andererseits weiß
die Heilsarmee, wie übrigens auch sonst jeder*
mann, daß die meisten Ehen nur deshalb un*
glücklich sind, weil sich die Eheleute nicht recht
verstehen, nicht genug anzupassen suchen, ob#
wohl sie sich in der Regel durchaus lieb haben.
Auf solche Ehen hat cs die Heilsarmee be*
sonders abgesehen. Es wurde mitten in der
City, in der Queen Victoria Street ein Büro
errichtet, in dem ein Colonel der Heilsarmee
seines Amtes waltet, um brüchige Ehen ge#
wissermaßen zu reparieren. Das Büro wird all#
gemein Versöhnungsbüro genannt, ist aber leider
noch nicht hinreichend bekannt. Immerhin hat
der alte, freundliche Herr, der übrigens schon
38 Jahre lang zu allen notleidenden Menschen
gut und hilfsbereit war, bereits über 200 Fälle
behandelt, die sonst mit Sicherheit Anwälte und
Gerichte beschäftigt hätten. Arm und reich,
hohe Direktoren bis herab zu Hafenarbeitern,
Die Frauenvereine in Kanada
haben Schritte eingcleitet, die
den Frauen eine Gleichbercch*
tigung mit den Farmern ge*
währlcisten sollen. Sie ver*
langen, daß, ebenso wie die Söhne von Farmern
auch landwirtschaftlich geschulte Frauen seitens
der Regierung Landstrecken zur Kultivierung
und Anlegung einer Farm erhalten können.
Das Theaterwesen hinter den „Kulissen“
scheint in den Vereinigten Staaten auf der
tiefsten moralischen Stufe angelangt zu sein, nach
den Enthüllungen zu schließen, die kürzlich in
einem Prozesse über die sittlichen Gefahren der
weiblichen Bühncnmitglieder gemacht wurden.
Dies geht daraus hervor, daß eine große Theater*
firma jüngst 200 Choristinnen suchte, worauf sich
aber nur — 2 junge Mädchen meldeten.
Erwerbstätige Frauen in England
gibt es gegenwärtig über 5 Millionen. 392 haben
sich an englischen Universitäten den Doktortitel
erworben, rund 44000 wenden sich der Musik, der
Malerei und anderen Künsten zu, 213 000 sind
Lehrerinnen, ca. 818 000 widmen sich dem Han*
del, die übrigen sind Angestellte, Arbeiterinnen
usw. Von den erwerbstätigen Frauen sind 260 000
Witwen und fast 1 Million Unverheiratete im
Alter von mehr als 35 Jahren. 77 000 sind Ehe*
fraucn, der Rest sind Unverheiratete bis zu
35 Jahren.
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