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Band H. 17

Volltext: Berliner Leben (Public Domain) Ausgabe 30.1927 (Public Domain)

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Colette, Phot. Kutsdiuk 
die berühmte französische Schriftstellerin, deren eigenartige Romane „Cheri“ und 
„Mitsou'' kürzlich in deutscher Übersetzung erschienen sind. 
In Genf. 
D er Bund deutscher Frauenvereine war auf der diesjährigen 
Tagung des Internationalen Bundes durch eine starke 
Frauendelegation vertreten. Als Führerin fungierte die Reichs 
tagsabgeordnete Dr. Gertrud Bäumer, als ihre Stellvertrete 
rin Emmy Beckmann. 
Ferner waren in Genf 
anwesend Dr. Alice Salo- 
mon als eine der stell 
vertretenden Vorsitzen 
den des internationalen 
Frauenbundes, Prof. Dr. 
Elisabeth Altmann-Gott 
heiner als einzige deut 
sche Vorsitzende einer 
ständigen Kommission 
für Frauenberufe. Dazu 
kamen Dr. Marie Elisa 
beth Lüders, Dr. Else 
Matz, Dr. Käthe Mende, 
Dr. Laura Turnau, Dr. 
Käthe von Herwarth, 
Frau Camilla Jellinek 
und Dr. Anna Mayer. 
Die Tagung war außer 
ordentlich gut beschickt. 
Fast aus allen europäi 
schen Ländern waren 
Frauendelegationen hier 
und neben ihnen saßen 
die Vertreterinnen aus 
Indien und Australien, 
Neuseeland, Südafrika, 
Canada und den Ver 
einigten Staaten. Mit 
ganz besonderer Genug 
tuung wurde von der 
Konferenz die Mitteilung 
der deutschen Delegier 
ten Dr. Anna Mayer be 
grüßt, daß vom 1. Okto 
ber ab in Deutschland 
keine Reglementierung 
und Kasernierung der 
Prostitution mehr be 
stehe. In den Ausschuß 
sitzungen befaßte sich der Ausschuß für die gesetzliche Stel 
lung der Frau mit der Frage des Schutzalters, der Frage der 
Staatsangehörigkeit der verheirateten Frau und einigen Ehe 
scheidungsproblemen. Im Stimmrechtsausschuß berichteten 
18 Staaten über den Stand des Frauenstimmrechts, unter 
ihnen besaßen nur Frankreich, die Schweiz, Belgien und 
Rumänien das Frauenwahlrecht noch nicht. Der Ausschuß für 
Frauenarbeit befaßte sich mit der Differenz zwischen Männer 
und Frauenlöhnen und beschloß die Ergebnisse einer Umfrage 
über die Benachteiligung der verheirateten Frau im Berufs 
wesen in Kürze zu veröffentlichen. 
Die Zweite 
Als erste Berlinerin und zweite deutsche 
Fliegerin überhaupt hat kürzlich Frl. Margarete 
von Etzdorf ihre Ausbildung als Flugzeug" 
führerin und Reklamcfliegerin in der Flieger* 
schule Bornetnann in Staaken beendet. 
Phot. Graudenz 
Die ersten weiblichen Generäle 
Frau Urwanssowa <links> und Frau Bulle <rechts> wurden kürz* 
lieh nach Ablegung ihres Generalstabsexamens zu Generälen der 
Sowjetarmee ernannt. Phot. Presse*Ph ot ° 
Landtagswahlrecht durch Beseitigung der Lan- 
desliste eine äußerste Einschränkung der Wähl' 
barkeit der Frau bedeute, da nur noch die beiden 
großen Parteien, das Zentrum und die Sozial 
demokratie, in dem einen oder anderen Wahl 
kreis mehr als einen Kandidaten durchbringen 
werden und somit auch Frauen, die meist nur als 
Zweite in der Liste stehen werden, ins Parla 
ment bringen werden. 
Die Rennreiterin 
Bei den Breslauer Galopprennen Ende Juli wurde Frl. Silbermann, Breslau auf Lo 
Zweite. Phot. Weich, Breslat 
Das Badische Wahlrecht. 
Im Nachrichtenblatt des Bundes deutscher 
Frauenvereine weist Luise Hofheinz (Heidel 
berg) darauf hin, daß das neue Badische 
Der Kampf der Schweizer Frauen 
Mitte Juli fand in Basel ein Ferienkursus 
für Fraueninteressen unter Leitung von Frl. 
Lucie Dutoit (Lausanne) und Frl. Dr. A- 
Grütter (Bern) statt. Die Schweizer Frauen, 
die noch immer kein Wahlrecht haben, be 
schlossen, dem Vorstand des Verbandes für 
Frauenstimmrecht die Frage zur Prüfung zti 
unterbreiten, ob nicht zu gegebener Zeit dem 
Schweizer Bundesrat eine Initiative zur Ein 
führung des Frauenstimmrechts auf eidge 
nössischem Boden eingereicht werden soll. 
Die aktuellste Frage des Ferienkursus war die 
der beruflichen Eignung der Frau, die z u 
ausführlichen Diskussionen Anlaß gab.
	        
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