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Full text: Berliner Leben Issue 29.1926

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Erich Rahn, Deutscher Jiu-Jitsu- 
Meister, Dozent an der Hochschule 
für Leibesübungen, veranschaulicht 
mit seiner Schülerin einige Angriffe 
und Abwehrmethoden. 
Es mutet uns in unserem sport 
lichen Zeitalter wunderlich an, daß 
es kaum eine zweite Art der Leibes 
übungen gibt, über die verhältnis 
mäßig so wenig geschrieben worden 
ist, wie über Jiu-Jitsu. 
Was ist eigentlich Jiu-Jitsu? — 
Ein Sport? Eine Verteidigungs 
methode? Es ist mehr, man kann 
sagen, die Weltanschauung eines 
Volkes — der Japaner. Jiu-Jitsu 
heißt Siegen durch Nachgeben, um 
dadurch die Kraft des Angreifers 
richtig auszunutzen. Man setzt dem 
Kraftaufwande des Gegners schein 
bar das Gleiche entgegen und bringt 
ihn durch plötzliches Zurückweichen 
mit seiner eigenen Kraft zu Fall. 
Jiu-Jitsu ist eine alte Kunst. Die 
Japaner behaupten, daß Jiu-Jitsu 
Halsangriff mit einer Hand schon seit Jahrhunderten bei ihnen 
Abmehr des Halsangriffes 
geübt wurde. Bestimmt weiß man, 
daß schon Mitte des siebzehnten 
Jahrhunderts Jiu-Jitsu-Schuien in 
Japan existierten. Heute ist jeden 
falls Jiu-Jitsu ein Verteidigungs- und 
Sportsystem, dem nichts Besseres 
entgegengestellt werden kann. 
Jiu-Jitsu ist eine Verteidigungs 
kunst, welche dem Angegriffenen 
ermöglichen soll, einen bedeutend an 
Körperkraft überlegenen Gegner, 
auch wenn derselbe bewaffnet ist, 
zu überwältigen. Wir müssen also, 
gleichviel ob wir schwach oder stark 
sind, stets damit rechnen, daß der 
Gegner uns an Kräften überlegen 
ist. Da wir letzterem nun nicht 
das Gleiche, das heißt Kraft, mit 
Umklammerung der Arme von vorn
        
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