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Full text: Berliner Leben Issue 29.1926

IQ 
Box-Kit*. Der kommende Tanz der Saiten. In zwei Varianten: 
Im Balltaal 
Philosophie des Tanzes 
Wer am Tanz Ärgernis nimmt, ‘Ärgert sich 
mehr über sich selbst als über andere. 
♦ 
Der Tanz ist eine Huldigung der Seele filr 
den Leib, die Liebe und das Leben. 
* 
Tanzen soll ein Suchen sein, nicht eine Sucht I 
★ 
Man soll nicht jemand heiraten, mit dem man 
nicht gerne tanzt! 
Seoiit&tsrat Dr. Magnus Hirsch feld 
in einem Vorträge im HaeckelmSaal in Berlin. 
Daß es in einer so vorgeschrittenen Periode 
der Schöngeistigkeit der menschlichen Rasse 
noch nötig ist, darüber zu reden, daß die 
Frauen im Besitz einer feinen und flüssigen 
Intelligenz sind, ist wohl der beste Beweis 
einer fehlerhaften Beobachtung, eines unheil 
baren Vorurteils und der allgemeinen Dumm 
heit ihrer Herren und Meister. 
H. L. Mencken, 
Die Verteidigung der Frau. 
und za Haute. 
Tie Revue / geheftet. 
Das Kabarett bleibt das Sorgenkind unsrer 
lärmlauten Vergnügungszeit. Wir Menschen 
von 1926 sind Menschen ohne Gefühl für 
Nuancen. Wir haben keine Zeit für Steige 
rungen, wir leben und amüsieren uns in Super 
lativen. Wir haben keine Muße für Humor, 
wir brauchen Pointen. So ward das Kabarett 
eine Revue in einfacher Ausgabe, geheftet, im 
Gegensatz zu dem Ganzledereinband mit 
Gold und Flimmerpr&gung der großen Revue. 
Paul Morgan fahrt vom Admiralspalast 
schnell in sein Kabarett der Komiker am Kur 
fürstendamm und erzählt mit seinen Kollegen 
noch einmal den 300 Gästen in verkürzter 
Form, was er den 3000 vorgemacht hat. Girls 
und Tanzpaare, ein bißchen Theaterersatz 
mit wenig Handlung und viel Schlagern, ein 
paar Witze auf die Tagesereignisse mit und 
ohne Musik, das ist das Kabarett von heute, 
der Conferencier ist so schließlich das Ein 
zige, was dem Ganzen noch eine eigene Note 
zu geben vermag und da darf man dem Ber 
liner Kabarett der Komiker zu Paul Nikolaus 
undseinem trockenen Humorgratulieren. Willi 
Rosen ist alt und bewährt, und doch sähen wir 
ihn lieber neu und mal ein wenig anders. Oe. 
Die Hellerin det Franken. 
Mademoiselle Anna Codez, die die Sorge um den 
sinkenden Franken und um die Reklame für ihre eigene 
Person nicht schlafen ließ, hat endlich in Amerika den 
rettenden Gedanken gehabt, der der französischen 
Schauspielerin zu der erforderlichen amerikanischen Sen 
sation und Herrn Poincar6 zu den nötigen Mitteln zur 
Stabilisierung des Franken verhilft. Sie hat den heroischen 
Entschluß gefaßt, fünf Jahre lang, mit nackten Beinen 
einherzulauren. Das Geld für die ersparten seidenen 
Strümpfe soll zur Stabilisierung des Franken dienen. An 
der Pariser Börse ist daraufhin eine Frankenhausse 
ausgebrochen. 
Vergessen Sie nicht 
am ZI. Dezember die Weihnächte* 
nummer der /f Damen-IRustrieten y 
Bla* mir eint! 
Amerika hat natürlich dieses neueste Spiel erfunden, dessen Hauptbestandteil das 
hintere Ende ausgedienter Autohupen ist. ,, Puff Billard*' heißt diese Beschäftigung, 
die wir ja nun bald auch in Europa als neueste Sensation begrüßen werden. 
So verdreh! wie möglich. Phot. Scherl 
Auch Menscndiecken wird auf die Dauer langweilig 1 Deshalb hat Amerika ein 
Würfelspiel, „Bomo“ genannt, erfunden, das die eintönigen Bewegungen zur Ver 
minderung der Körperfülle interessanter gestalten soll.
        
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