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Full text: Berliner Leben Issue 29.1926

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WIE MACH’ ICH’S BLOSS? 
Das Ist das beste Mittel! 
Ein frisch*fröhlicher Waldlauf frißt einige tausend Kalorien, stärkt die Lunge, stählt 
die Muskeln, stärkt den Willen, lehrt die Liebe zur Natur. — Eine frohe Gruppe 
französischer Studentinnen der Pariser Universität beim Waldlauf im Walde von 
Saint Cloud. 
\VT ir werden noch 
Wschlanker werden! — 
Denn wir müssen! Wir 
müssen, weil es eine 
Laune der Mode so will. 
Soziologen und Modephi 
losophen zerbrechen sich 
den Kopf über das Woher 
und Warum der schlanken 
Linie und bauen Gesetze: 
die moderne Frau, die 
Frau der Tätigkeit, des 
Erwerbs, der Bewegung, 
des Sports, des Trainings, 
des Gestrafftseins, kann 
nur eine Linie, die der 
Schlankheit kennen. 
Aber Gesetz hin, Ge 
setz her, die wichtigere 
Frage ist: wie mach’ ich’s 
bloß? 
Photo : Keystone 
Der Frau ureigenster Sport. 
Die rhythmischen Übungen bringen neben der Schlankheit des Körpers auch Grazie und 
Anmut mit sich, erhöhen den Reiz jeder Frau. Phot. Ufa 
Tätigkeit ist das erste 
und beste Rezept. 
Mit Temperament und Liebe, In 
teresse und Lust zur Sache aus 
geführte Arbeit befreit von Fett 
und „Vollschlankheit“. 
Ad 2: die Kalorien. Sie 
haben die Vitamine abgelöst und 
sind fast noch moderner als die 
Schlankheit selbst. Nur die Wage 
übertrifft sie noch an Beliebtheit. 
Ohne Kalorienkarte kann eine 
moderne Frau heute nicht mehr 
laben. Es ist probat, einmal in der 
Woche nur Obst zu essen oder 
nur Milch zu trinken. Das ist 
sicher ein erfolgreicher Hobel 
strich, aber meistens macht’s eine 
Portion Schlagsahne 
Schlagsahne, Soßen, Butter, Mehlspeisen, kurz alles, was 
das Leben besonders angenehm macht, für die schlanke 
Linie besonders unzuträglich ist. Mode ist eben nie 
etwas Bequemes gewesen. 
Sport, das ist die große Rettung. 
Sport aller Art, vor allem aber die Leichtathletik. Es 
gibt keine Ausrede, ein jeder kann’s, ein jeder hat die 
Zeit, und einem jeden ist’s gesund. Die erfreuliche 
Sportbegeisterung, die in ganz kurzer Zeit von unserer 
männlichen Jugend auch auf die weibliche Jugend über 
gegriffen hat, die heute der Frau den Zutritt zu allen 
"Sportarten geöffnet hat, sie ist nicht nur eine wichtige 
Angelegenheit des einzelnen, sie ist eine Frage der 
Volksgesundheit. Freude an der Bewegung, Freude am 
Rhythmus, das ist Kraft zum Leben, ist Stählung der 
Gesundheit, ist Stärkung des Volksganzen. Ein paar 
gymnastische Übungen sind schnell gelernt. Sie bringen 
Geschicklichkeit, Beweglichkeit und Grazie mit sich. 
Tausendfache Gelegenheit bietet der Winter zu jubeln 
dem Rodelsport, zu straf 
fen Märschen durch den 
schneebedeckten Wald, 
zu schwingendem Eislauf 
und frohschnellem Ski 
gleiten. 
... und bringt zur mo 
dernen Linie die ewig 
moderne Grazie der 
guten Haltung. 
Wer’s bis hierher nicht 
begriffen hat, dem bleibt 
zum Schluß als letzte 
Rettung, 
als künstliche Korrektur 
der „Punktroller“. 
Doch ohne ihn schlecht 
zu machen: diese mo 
derne Form der Selbst 
massage ist durchaus 
nicht nur eine Angele 
genheit der schlanken 
Linie, ist eine Frage der beschleunigten Blutzirkus 
lation, des besseren Stoffwechsels, der Körpererwärs 
mung, der Beschleunigung des Verbrennungsprozesses, 
ist nicht nur modern, ist auch gesund. 
Lona War. 
Punk trollen 
ist keine Spielerei! 
Die Selbstmassage mit dem 
Punktroller ist eine gesunde 
und sicher erfolgreiche Ergän 
zung des sportlichen Trainings. 
Wer da glaubt, daß der Punkt* 
roller mit dreimaligem leisem 
Überstreichen ihn vor. lästiger 
Fülle befreit, spare den ersten 
Versuch. Phot. Sonderhoff 
Kalorien 
„n— 
«nein 
tun’s freilich 
nicht. 
Es ist letzten Endes das alte Re 
zept vom Maßhalten, das die 
ganze Kalorientheorie nur inso 
fern ergänzt, als wir lernen, daß 
Schokolade, Pralines, Kuchen, 
Sehr nützlich, aber eine verteufelte Sache. 
Haben Sie’s mal versucht, in der Körperlängsachse auf dem Bauch wiegend vom Kinn 
zum.Knie nach dem Takt des Grammophons? Die amerikanische Filmschauspielerin 
Betty Ccmpson weiß, warum sie’s tut. Der Erfolg ist sicher. Phot. Keystone
        
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