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Full text: Berliner Leben Issue 29.1926

M 
FUNKSTUNK 
Die Mistinguett 
„Ich muß dich — viel 
leicht enttäuschen — denn 
ich will dir heute nur viel 
von der „Miß“ erzählen, 
die an Hand ihres Zeich 
ners „Ges“ sprich Gesmar 
hier angekommen ist.“ 
„Was wollte sie denn 
eigentlich hier?“ 
„Weißt du — eigentlich 
ist sie als Schneiderin ge 
kommen, nicht als Revue 
star! Sie hat doch den 
größten Teil der Kostüme 
für die Haller-Revue ge 
liefert, in ihren Ateliers 
hergestellt und da wollte 
sie efcen abliefern.“ 
„Ich hörte, sie hat ein 
Faible für Berlin. 
„Stimmt! Sie war wie 
derholt hier und erzählte 
übrigens, wie sie in strö 
mendem Regen von Hotel 
zu Hotel getrappelt ist, 
ohne Platz zu bekommen, 
da sie keine Lust hatte, 
ihr Inkognito zu lüften.“ 
„Und jetzt?“ 
„Jetzt wohnt sie im 
Adlon in den Fürsten 
zimmern und gibt Tees, 
geht jeden Abend in ein 
anderes Theater, sieht sich 
nach neuen Kräften um — 
und bummelt.“ 
„Und was macht die 
„Moulin rouge“ in 
zwischen?“ 
„Da spielt für die acht 
Tage ein Ersatz. Außer 
dem hat die Miß kon 
traktlich einen Monat Ur 
laub.“ 
„Ich denke, ihr gehört 
die ganze „Moulin rouge“? 
„Nein — einer Gesell 
schaft, an der sie allerdings 
stark beteiligt ist.“ 
„Na und, wie sieht sie 
aus?“ 
„Wie immer — ihr un 
erhörter Charme läßt ihr 
ganzes Alter vergessen, 
und ihre Figur siegt über 
SCHUHFABRIK HERZ A. G v FRANKFURT A M. 
«Herz = Schuhe» enttäuschen Sie nie! 
<Muser lefenes Material 
ein persönlicher Modestil und unverwüstliche Strapazier» 
fähigkeit sind die typischen Eigenschaften der Original 
«HERZ-SCHUHE» mit dem Herzstempel auf der Sohle 
J\[eue ermäßigte Preislagen 
trotz unverändert überragender Qualität ermöglichen 
es jedem, der Wert legt auf solide Vornehmheit und auf 
äußerste Haltbarkeit, «HERZ-SCHUHE» zu tragen, 
welche auch anspruchsvollste Wünsche stets erfüllen! 
Ich halt In I lochen 
30 Fit. ztpouienl 
Es gibt Personen, die, ohne krank zu sein, so wenig 
Neigung zum Fettansatz haben, daß ihre Magerkeit 
sehr unschön in die Augen fällt. Namentlich bei Damen 
wirkt die stete Erinnerung an das Knochengerüst, das 
wir in uns tragen, recht peinlich. Bekanntlich beruht 
die weiche, gleichmäßige Rundung der Formen, die ein 
Zeichen weiblicher Schönheit ist, auf normalem Unter 
hautfettgewebe. Auch ist das Fett für viele Organe, z. B. 
die Nieren, den Augapfel, den Drüsenkörper der Brust, 
ein unbedingt notwendiges Polster. Zur Beseitigung der 
Magerkeit und zur Schaffung der gewünschten Fülle 
sind die 
Et a -Tr a gol -I* oiifo ons 
ein vorzügliches Mittel. Durch den Genuß der „Eta- 
Tragol-Bonbons“ läßt sich das Körpergewicht in einigen 
Wochen um 10—30 Pfund erhöhen. Zugleich schaffen 
sie aber auch — indem sie die roten Blutkörperchen bis 
50 °/ 0 vermehren — Nervenkraft und Blut. 
Schachtel M. 2.50 gegen Nachnahme. Nur zu beziehen 
von aer „Eta“ Chem.-teehn. Fabrik, 
Berlin-Pankow 51, Borknmstr. 3. 
alle sonstigen Bedenken.“ 
„Die Photographen, die 
sie im Hotel stundenlang 
photographierten, und die 
meist ihren Kopf auf- 
nahmen, schrie sie an: 
.Photographieren Sie lieber 
mein Kapital!*, hob die 
Röcke und zeigte ihre 
wundervollen und so hoch 
versicherten, weltberühm 
ten Beine. So ist sie eben 
— unverwüstlich . . .“ 
„Und was ist mit ihrem 
Auftreten in Berlin?“ 
„Ja — bei Haller!“ 
„Ganz bestimmt — im 
Oktober — wahrscheinlich 
für einen Monat!“ 
„Erfolg — na sicher — 
auf der Bühne ist sie ja 
nicht zu schmeißen. Sie 
wird ihre großen Weits 
erfolge bringen — Mon 
homme, La Belote und 
Valencia. Dann noch eine 
neue Apachenszene, die 
ihr ja besonders liegt . . .“ 
„Außerdem wird sie 
wahrscheinlich ihren Part 
ner Leslie mitbringen — 
und das ist wieder eine 
Attraktion . . .“ 
„Und die Dolly Sisters 
sollen auch nach Berlin 
kommen? Allmählich ler 
nen die guten Berliner ja 
noch alle großen Stars 
kennen — es wird aller 
dings auch Zeit, findest du 
nicht?“ 
„Die meisten kennen sie 
ja doch schon — denn 
schließlich tanzte die 
Mistinguett beispielsweise 
schon seit 1900!“ 
„Und hat doch mehr Er 
folg in der Welt als andere, 
die erst im vorigen Jahre 
angefangen haben! Eine 
Nummer braucht nicht 
neu zu sein, ein Frau nicht 
jung, um Erfolg zu haben 
sie muß nur etwas haben 
— Charme . . 
*
        
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