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Full text: Berliner Leben Issue 29.1926

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„HEMe”ERFOLGE 
S elten war ein Theater-Sommer so reich an Erfolgen, 
wie der heurige. Selten hat man es erlebt, daß 
Stücke, die bereits im Winter einen Erfolg zu ver 
buchen hatten, bis in den tiefsten Sommer hinein auf 
dem Repertoir vieler Bühnen weiterlaufen konnten und 
zwar nicht nur in Berlin, sondern auch in sämtlichen 
Städten des Reiches. An erster Stelle ist Bernauers und 
Österreichers „Garten Eden“ zu nennen, in dem das 
junge „unanständige Mädchen“ sich als Perle entpuppt. 
Vier Perlen sind ijh Laufe der Monate an uns vorüber 
gegangen: Erika von Thellmann, Frau Edwards, Renate 
Müller und Hertha Schröter. Die reife Darstellungskunst 
der Thellmann wurde nur durch die ungewöhnlich tem 
peramentvolle und ausgeglichene Leistung Hertha 
Schröters aufgeholt, die frisch vom Dresdener Staats 
theater gekommen, nach kurzem Abstecher auf die 
Reinhardt-Bühnen hier eine besonders dankbare Rolle 
gefunden hat. Leider erstickte (ähnlich wie bei Frau 
Thellmann) der Ernst ihrer Darstellung an den Mätzchen 
ihres Partners. Der „Garten Eden“ übersiedelte nach 
dem Theater in der Königgrätzerstraße und machte im 
Komödienhaus den „Drei Mädels von heute“ Platz, 
einer lustigen Sommeroperette, die uns die Bekannt 
schaft mit einer vertrauten und zwei neuen jungen Sän 
gerinnen brachte. Molly Wessely, Irma Godau und Elly 
Hoff mann. Hier schoß letztere den Vogel ab und über 
raschte diejenigen, die sie aus „No, no, Nanette“ nicht 
mehr in Erinnerung hatten, durch das quecksilbrige, 
sprudelnde, singerisch-künstlerische ihrer kleinen Per 
sönlichkeit. Joachim Thal. 
Hertha Schröter und von Jordan „Im Garten Eden" 
Irma Godau, Molly Wessely, Elli Hoffman, Artur Schröder in „Drei Models von heute“ 
Photos: Zander & Labisch
        
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