Path:

Full text: Berliner Leben Issue 29.1926

17 
SOMMERNACHTSTRAUM 
nicht mehr dasselbe ist, so bleibt 
doch etwas unverrückbar in Zeit und 
Raum bestehen: die Schönheit, die 
die wunderbarsten Werke inspiriert 
und die weibliche Grazie, die immer 
und immer besungen werden wird. 
Sommer und Frauenschönheit ge 
hören zusammen. Indem sie sich 
dem kleinen oder großen Gang der 
Welten einfügt, verteidigt die Frau 
instinktiv die Bilder, die ihr Leben 
schmücken, ihr Zimmer, in dem sie 
glücklich ist, den lustigen hellen 
Raum, in dem ihre Kinder spielen, 
den Garten, in dem sie träumt, den 
Salon, in dem sie triumphiert, viel 
leicht auch die Kirche, in der sie 
betet. Durch einen einzigen Blick, 
eine einzige Bewegung siegt sie. Und 
selbst wenn sich Altweiberfäden auf 
den Jungbubenköpfen zeigen, tri 
umphiert die Frau auch im Hoch 
sommer ihres Lebens noch, die sich 
die Jugendlichkeit ihrer Seele be 
wahrt hat. Aber auch die darf nicht 
forciert werden. Sonst wäre man 
versucht, mit Heine zu sagen: 
„Ihr Sommer ist nur ein grün an 
gestrichener Winter!“ 
A. Z.
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.